Richtig fördern - aber wie?

Thursday, 31. August 2006 um 00:00 Uhr

500 Grundschullehrer informierten sich beim Grundschultag 2006 über Erkenntnisse der Hirnforschung

Die richtige Förderung ihrer Schützlinge ist niedersächsischen Grundschullehrern ein Anliegen. Weit gefehlt, wenn der Fortbildungswille der Pädagogen in Frage gestellt wird. Zahlreich sind Lehrerinnen und Lehrer der Einladung der Landesschulbehörde, Abt. Hannover und der Stiftungsuniversität zum "Grundschultag 2006" gefolgt, um sich über die richtige Förderung von Grundschülern zu informieren. Dabei waren Montag noch Ferien und die Teilnahme an der Fortbildungsveranstaltung freiwillig.

"Gut 600 Anmeldungen haben uns erreicht und wir mussten erstmals Absagen erteilen", berichtet Dr. Margitta Rudolph, die als Vizepräsidentin für Studienangelegenheiten und Weiterbildung den Tag organisiert hat. In Richtung derjenigen, die dieses Mal nicht teilnehmen konnten, betont die Vizepräsidentin: "Für das nächste Jahr plane ich eine zweitägige Veranstaltung, damit alle Anmeldungen berücksichtigt werden können".

Im Hauptvortrag des Grundschultages begegnete die Hirnforschung der Pädagogik. Das voll besetzte Audimax bot der Gastreferentin von der Uni Oldenburg, Dr. Petra Arndt, ein eindrucksvolles Forum. Sie stellte sich und den Zuhörern die Frage "Richtig fördern - aber wie? Kann uns die Hirnforschung dabei unterstützen?" Sie kann! So hat die Hirnforschung nachgewiesen, dass Kinder in der ersten Lernphase der Grundschule ausschließlich regelhaft lernen. Das heißt, Ausnahmen von Regeln und Systematiken können sie nicht begreifen und somit für sich auch nicht nutzbar machen. Weiter stellte die Referentin anhand von Messungen der Hirntätigkeit dar, dass es bei den Energieströmen im kindlichen Gehirn erhebliche Unterschiede gebe. So benötigten Kinder, die hyperaktiv oder aufmerksamkeitsgestört sind (ADHS), erheblich mehr Energie als ihre Mitschüler, um den gleichen Lernfortschritt zu erreichen. Für die Lehrer gab der Vortrag insgesamt interessante Hintergrundinformationen über das unterschiedliche Lernvermögen von Kindern.

Am Nachmittag ging die Arbeit in 15 Arbeitsgruppen weiter. Themen waren Förderdiagnostik, das Soziale Lernen, Lernbedingungen, individuelle Förderkonzepte und auch Förderplanung. Wie man eine Klasse wieder zur Ruhe bringt oder auch die Einbindung von neuen Medien in den Unterricht, solche nah am Schulalltag orientierten Fragestellungen standen ebenfalls zur Auswahl. 12 renommierte Schulbuchverlage stellten ihre breit gefächerten Angebote aus und rundeten damit das Informationspaket ab.

Der erfolgreiche Fortbildungstag auf dem Campus ist für die Stiftungsuniversität ein wichtiger Bestandteil der Weiterbildung von Lehrern. 600 – 800 Lehrende an Allgemeinbildenden Schulen werden jährlich nach ihren Fort- und Weiterbildungswünschen befragt. Das große Interesse am Grundschultag beweist, dass man mit dem Thema richtig lag.

Die nächste Großveranstaltung für Lehrerinnen und Lehrer steht bereits kurz bevor: Vom 25. bis zum 29. September finden die 23. "Hildesheimer Pädagogischen Tage" auf dem Campus statt. "Schulzeit - Zeit gewinnen durch sinnvolle Gestaltung von Lern- und Arbeitsprozessen" ist dann das Thema.

 

Präsentation "Richtig fördern- aber wie?"

 


Bild: Vizepräsidentin Dr. Margitta Rudolph (re.), hier mit Tagungsteilnehmerin Heike Gehrke, freut sich über das große Interesse der Lehrer an den Weiterbildungsangeboten der Universität

Vizepräsidentin Dr. Margitta Rudolph (re.), hier mit Tagungsteilnehmerin Heike Gehrke, freut sich über das große Interesse der Lehrer an den Weiterbildungsangeboten der Universität