Orientierung geben – „Fit für die Uni?!“

Thursday, 03. February 2011 um 08:00 Uhr

Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs eines Hildesheimer Gymnasiums verbrachten einen Tag in der Universität. „Fit für die Uni?!“ heißt das Projekt – eine Kooperation des center for lifelong learning (cl³) der Stiftung Universität Hildesheim mit dem Gymnasium Marienschule Hildesheim.

Am Freitag, 21. Januar 2011, waren 20 Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs mit ihrer Lehrerin einen Tag lang zu Gast auf dem Hauptcampus der Stiftungsuniversität.

„Wie können wir für eine optimale Lernvorbereitung und Unterstützung der individuellen Lernkompetenzen der Schülerinnen und Schüler der Oberstufe vor dem Abitur sorgen? Wie geben wir Oberstufenschülerinnen und Schülern eine gute Orientierung und Unterstützung bei der Wahl von Ausbildung oder Hochschulstudium?", fasst Katrin Bringmann die zentralen Fragen des Projekts „Fit für die Uni?!“ zusammen. Die Projektleitung haben Bringmann, Dozentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im center for lifelong learning (cl³) an der Stiftung Universität Hildesheim, und Gabriele Pölcher, Studienrätin am Gymnasium Marienschule Hildesheim, inne.

„Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sind unserer Erfahrung nach dankbar für Tipps und Methoden für ein effektiveres Lernen – insbesondere angesichts der Abiturklausuren, die demnächst auf sie warten. Da ich seit Jahren Trainings und Veranstaltungen zum Thema Lernen lernen – effektive Lese- und Lernstrategien an der hiesigen Universität anbiete, lag es nahe, die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe zu begleiten und eine Kooperation zu organisieren", schildert Bringmann die Hintergründe und Entwicklung des Projekts. „In Gesprächen mit meinen Schülerinnen und Schülern stellte ich gleichzeitig fest, dass diese oft nur sehr vage Vorstellungen hinsichtlich ihrer beruflichen Zukunft haben und viele eher verhalten auf das Thema Hochschulstudium reagierten. Mit dem Projekt wollen wir ihnen einen Einblick in eine Universität geben, deren Angebot und das Leben der Studierenden an der Uni vorstellen, um ihnen Berührungsängste und Zweifel zu nehmen", ergänzt Pölcher.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa ging es in einem der Seminarräume im Unigebäude los mit der Vorstellung des aktuellen Studienangebots sowie der Schwerpunkte und Besonderheiten der Stiftung Universität Hildesheim. Zwei Studierende – Dennis Holzberg, der im 6. Semester Informationsmanagement und Informationstechnologie studiert, sowie Annalena Ahrens, die im 3. Semester Internationale Kommunikation und Übersetzen studiert, – standen den neugierigen Fragen der Schülerinnen und Schüler Rede und Antwort. Typische Fragen waren etwa, wie man denn die Finanzierung des Studiums hinbekäme, welches die größte Umstellung nach Beginn des Lebens als Student oder Studentin sei und ob die beiden Studierenden denn von vornherein gewusst hätten, was sie genau studieren wollten.

Holzberg und Ahrens schilderten eindrücklich ihre Erfahrungen: Zum Einen müsse man sich auf die gewonnene Selbstständigkeit und Verantwortung einstellen, Entscheidungen allein und für sich selbst zu treffen – und niemanden mehr zu haben, der einem die alltäglichen Pflichten abnimmt. Außerdem müsse man sich trauen, mit Professorinnen, Professoren und Lehrenden zu sprechen; deren Sprechzeiten nutzen. „Lasst euch nicht von all dem Neuen und Unbekannten einschüchtern", so ein weiterer wertvoller Ratschlag der beiden Studierenden. Im zweiten Teil des Projekttages ging es um das Thema „Lernen“. Mehr Struktur beim Lernen zu bekommen, neue Methoden kennen zu lernen und ein realistisches Zeitmanagement – dies waren Wünsche und Erwartungen der Schülerinnen und Schüler. Unter anderem wurden verschiedene Mnemo- oder Gedächtnistechniken erprobt. 

In zwei weiteren Treffen werden mit den Schülerinnen und Schülern effektive Textarbeit in Kombination mit Mindmapping erarbeitet und geübt, sowie Schnelllesetechniken ausprobiert, damit die zukünftigen Abiturientinnen und Abiturienten der Masse an Lerntexten Herr werden.

„Das cl³ plant, einen solchen Lernservice und Einblick in die Uni – also das Programm „Fit für die Uni?!“ – weiter auszubauen, damit auch andere Klassen Hildesheimer Gymnasien und weiterführende Schulen die Erfahrung machen können. Noch steht das Projekt in den Startlöchern, doch wenn genügend Sponsoren gefunden werden, kann es losgehen", schildert Bringmann den Fortgang des Projekts und hofft auf eine Fortsetzung.