Lebenslanges Lernen

Thursday, 02. August 2012 um 12:08 Uhr

„Lebenslanges Lernen und damit insbesondere wissenschaftliche Weiterbildung spielen im europäischen Bildungsraum eine zunehmend bedeutsamere Rolle. Auch nach einem abgeschlossenen Studium endet das Lernen nicht“, so die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Olga Graumann. Sie leitet das EU-Projekt „Vernetzte Aus- und Weiterbildung in Bildungsmanagement“.

Im Rahmen des EU-Projektes „Vernetzte Aus- und Weiterbildung in Bildungsmanagement“ haben Rektoren und Vizerektoren von sieben osteuropäischen Universitäten an einer fünftägigen Fortbildung teilgenommen. Die osteuropäischen Hochschulleitungen informierten sich über Hochschulkonzepte von EU-Universitäten – wie der Weiterbildungsuniversität Donau-Krems – sowie über die organisatorischen Möglichkeiten, Weiterbildung an einer Universität zu etablieren. Ausgerichtet wurde die Fortbildung im Juli vom Konsortiumsmitglied Donau-Universität-Krems in Österreich.

„Lebenslanges Lernen und damit insbesondere wissenschaftliche Weiterbildung spielen im europäischen Bildungsraum eine zunehmend bedeutsamere Rolle. Auch nach einem abgeschlossenen Studium endet das Lernen nicht“, so die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerin und Leiterin des EU-Projekts Prof. Dr. Olga Graumann. Während der Veranstaltung konnten sich die Universitäten untereinander in Bezug auf Angebote für „Lebenslanges Lernen“ vernetzen.

Dabei zeigen die Projektpartner, wie international vernetzte Weiterbildung ablaufen kann: Die Staatliche Universität Witebsk (Belarus) bietet zum Beispiel ein Seminar im Bereich „Methoden des strategischen Managements“ an. An diesem Seminar nehmen über Videokonferenz die Staatliche Universität Nowgorod (Russland) und die Nationale Universität Kmelnitzki (Ukraine) teil. Dozierende und Studierende aller drei Länder lernen voneinander. Die Nationale Universität Dnepropetrovsk (Ukraine) bietet das Seminar „Globalisierung und Internationalisierung der Hochschule – Blick in die Zukunft“ an, an dem die Staatliche Universität Smolensk (Russland) und die Staatliche Universität Brest (Belarus) teilnehmen. „Mehr als drei Universitäten in einer Videokonferenz zusammenzufassen, ist technisch allerdings nicht gut realisierbar“, weist Graumann auf technische Grenzen hin.

Erfahrungen in der berufsbegleitenden Weiterbildung hat die Nationale Universität Khmelnitzki. Im Kompetenzzentrum vor Ort werden insbesondere Dozierende für Weiterbildung darin ausgebildet, wie man E-Learning Kurse entwickelt und Online-Seminaree durchführt.

Im Rahmen des EU-Projektes werden seit 2010 an allen beteiligten osteuropäischen Universitäten Kompetenzzentren eingerichtet, an deren Entwicklung die Universität Hildesheim federführend beteiligt ist. „Sie bieten nun eine gute Infrastruktur, um Weiterbildung auf breiter Ebene anzubieten“, sagt Prof. Graumann und verweist auf bisherige Fortbildungen für Führungskräfte im Bereich Bildungsmanagement (Schule, Hochschule, Betrieb). Sie reichen vom Einsatz von IT in der Erwachsenenbildung über die Internationalisierung von Hochschulbildung bis zu den Themen Schulkultur und demokratische Mitbestimmungssysteme, Strategische Planung, Führung, Diversity Management sowie Methoden der betrieblichen Weiterbildung.

Zudem sichern die im Projekt laufenden Mulitplikatorenschulungen die Qualität des Personals in der Weiterbildung. „Ein wichtiger Diskussionspunkt war auch die Abgrenzung gegen beziehungsweise die Zusammenarbeit mit den regionalen Anbietern von Weiterbildung“, so Prof. Graumann. „Alle Universitäten in Ost und West müssen sich auf dem Weiterbildungsmarkt behaupten und qualitativ hochwertige Weiterbildung anbieten.“

Im EU-Projekt „Vernetzte Aus- und Weiterbildung in Bildungsmanagement“, wurden Module für ein Masterstudium, einen Weiterbildungsstudiengang und ein Promotionsstudium „Bildungsmanagement“ ausgearbeitet – mit Unterstützung von Wissenschaftlern der EU-Universitäten, darunter der Universität Hildesheim. Bisher wurden unter anderem 20 Tagungen und Fortbildungen veranstaltet – in Deutschland, Österreich, Russland, Weißrussland, Ukraine – und zwei umfassende Lehrbücher zu Schulentwicklung und Hochschulentwicklung veröffentlicht. 


Wie kann international vernetzte Weiterbildung ablaufen? Hochschulleitungen aus sieben osteuropäischen Universitäten bilden sich gemeinsam fort.

Wie kann international vernetzte Weiterbildung ablaufen? Hochschulleitungen aus sieben osteuropäischen Universitäten bilden sich gemeinsam fort. Wie kann international vernetzte Weiterbildung ablaufen? Hochschulleitungen aus sieben osteuropäischen Universitäten bilden sich gemeinsam fort.