Gastwissenschaftlerin aus Salamanca: Literaturwissenschaftlerin Patricia Cifre Wibrow

Monday, 10. December 2018 um 08:34 Uhr

Mit Unterstützung aus der Bürgergesellschaft gelangen internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler nach Hildesheim. Zum dritten Mal vergibt die Universität Hildesheim das „Wippermann Fellowship“. Das Stipendium erhält Professorin Patricia Cifre Wibrow von der Universidad de Salamanca.

Patricia Cifre Wibrow forscht und lehrt an der Universidad de Salamanca und arbeitet derzeit als Gastwissenschaftlerin am Bühler-Campus der Universität Hildesheim. Das Ehepaar Jutta und Professor Burkhard Wippermann hat es mit dem Wippermann-Felloship ermöglicht, ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Forschungsaufenthalt nach Hildesheim zu holen. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Das Ehepaar Jutta und Professor Burkhard Wippermann hat 2017 erstmals in Kooperation mit der Universität Hildesheim ein „Wippermann Fellowship” für internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler gestiftet. Das Stipendium beinhaltet eine individuelle Förderung, die dem Gastwissenschaftler Freiräume und Ressourcen für die Durchführung von Forschungs- und Lehrvorhaben an der Universität Hildesheim ermöglicht. Das Stipendium wird in jedem Studienjahr vergeben und ermöglicht einen Aufenthalt in Hildesheim maximal für die Dauer eines Semesters. Die Universität hat das Programm entwickelt, um die mehrsprachige Lehre zu stärken.

Dank des „Wippermann Fellowship” arbeitet derzeit die spanische Wissenschaftlerin Professorin Patricia Cifre Wibrow am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim. Die Wissenschaftlerin hält einen öffentlichen Vortrag [Information als PDF], über das Comeback des Familienromans als Symptom eines neuen Zeitgefühls. In den jüngsten Familienromanen, so ihre These, kommt es zu einer Neuordnung der Beziehungen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Vor allem wird die Gegenwart wieder verstärkt an die Vergangenheit angekoppelt. Für die zunehmende Attraktivität rückwärtsgewandter Zukunftsbilder, von denen auch der Aufschwung der Populismen zeugt, macht die Wissenschaftlerin die wachsenden Globalisierungsängste verantwortlich.

Während ihres einmonatigen Aufenthaltes an der Universität Hildesheim (bis 22. Dezember 2018) wird die Professorin an ihrem Buch über die literarische Darstellung der spanischen und deutschen politischen Transformationsprozesse arbeiten.

Professorin Patricia Cifre Wibrow hat 2015 gemeinsam mit dem Hildesheimer Literaturwissenschaftler Professor Toni Tholen und Professor Arno Gimber aus Madrid eine Kooperation deutscher und spanischer Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftler ins Leben gerufen. Mit Fakten und Fiktionen sowie Überlappungen zwischen Wahrheit und Fantasie in Literatur, Theater und Film setzten sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Spanien und Deutschland im Rahmen von internationalen Tagungen in Salamanca und Hildesheim [zum Artikel]  auseinander. Der Deutsche Akademische Austauschdienst unterstützt die Fachleute aus Mitteln des Auswärtigen Amtes. Eine dritte Tagung wird 2020 in Madrid stattfinden. „Hier liegt der Fokus auf der Erforschung der Konfigurationen bezeihungsweise der Mischungsverhältnisse von Fakten und Fiktionen in Literatur, Theater und Film“, sagt Professor Tholen. „Unsere gemeinsamen Forschungsthemen bewegen sich darüber hinaus im Kontext der Erforschung von autobiographischem Schreiben und Familienromanen.“

Die Universität in Salamanca gehört zu den ältesten Universitäten in Europa. Patricia Cifre Wibrow forscht und lehrt am dortigen Institut für Germanistik und ist Koordinatorin des Studiums für deutsche Philologie. In ihrer vergleichenden Forschung hat sich die Wissenschaftlerin früh mit der Erinnerungspolitik in ihrem Land und mit der deutschen Erinnerungskultur beschäftigt. „Dank des Forschungsaufenthalts bin ich in der Lage, wieder auf Tuchfühlung zur deutschen Sprache zu gelangen, das ist für mich als Philologin sehr bedeutsam, so Cifre Wibrow.

Interessierte, die die Universität Hildesheim im Rahmen von internationalen Stipendienprogrammen unterstützen möchten, können sich an Vizepräsident Professor Martin Schreiner (martin.schreiner@uni-hildesheim.de) wenden.

Wippermann-Fellowship: Öffentlicher Vortrag der Literaturwissenschaftlerin

Wann? Dienstag, 11. Dezember 2018, 18:00 Uhr

Wo? Forum am Hauptcampus, Raum N 009, Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim

Thema des Votrags: Die Spur der Nachfolge. Das Comeback des Familienromans als Symptom eines neuen Zeitempfindens.

Programm:

  • Begrüßung: Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich Präsident der Stiftung Universität Hildesheim
  • Vorstellung der Referentin: Prof. Dr. Toni Tholen Institut für deutsche Sprache und Literatur
  • Vortrag: Prof. Dr. Patricia Cifre Wibrow, Universidad de Salamanca
Created by Pressestelle, Isa Lange [erstveröffentlicht 10.12.2018, aktualisiert 11.12.2018]

Patricia Cifre Wibrow forscht und lehrt an der Universidad de Salamanca und arbeitet derzeit als Gastwissenschaftlerin am Bühler-Campus der Universität Hildesheim. Das Ehepaar Jutta und Professor Burkhard Wippermann hat es mit dem Wippermann-Felloship ermöglicht, ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Forschungsaufenthalt nach Hildesheim zu holen. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

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