Exkursion nach Berlin „Rechtsextremismus als Herausforderung für die deutsche Demokratie“

Tuesday, 05. June 2012 um 18:07 Uhr

Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus – es gibt einen breiten Konsens darüber, dass diesen Phänomenen neben rechtlichen Schritten vor allem durch eine gesellschaftliche Debatte entgegengewirkt werden muss. Ein wichtiger Ort von Aufklärung und Debatte ist der schulische Bereich. Kinder und Jugendliche erfahren von extremistischen Aktivitäten aus den Medien oder erleben sie gar in ihrer direkten Nähe. Wie können und wie sollen Lehrer und Lehrerinnen damit umgehen?

Das Fach Politikwissenschaft der Universität Hildesheim widmet sich dieser Frage und hat eine Exkursion für Lehramtsstudierende organisiert, um sich darüber zu informieren. Vom 30. Mai bis 1. Juni 2012 haben sich Hildesheimer Studierende in Berlin mit der Thematik des Rechtsextremismus in Deutschland und seinem Umgang befasst. Unter der Leitung von Dr. Sybille Reinke de Buitrago haben sie Einblicke in die Tätigkeiten verschiedener deutscher Regierungsinstitutionen und zivilgesellschaftlicher Organisationen in Berlin gewonnen.

Die Studierenden informierten sich im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ); im Bundesministerium des Innern (BMI) und bei der Beauftragten des Senats für Integration und Migration des Landes Berlin. Neben staatlichen Institutionen wurde auch die seit vielen Jahren aktive NGO „American Jewish Committee“ (AJC) besucht. Die Leiterin der deutschen Repräsentanz, Deidre Berger, stellte die Arbeit des AJC vor; dann hatten die Studierenden die Gelegenheit, mit geschulten Mitarbeitern der „Taskforce Education on Antisemitism“ zu diskutieren.

Die Quintessenz der Gespräche bleibt, dass Maßnahmen zur Bekämpfung des Rechtsextremismus breit aufgestellt und gesamtgesellschaftlich angesetzt werden müssen. Es ist wichtig, nicht nur Toleranz und Vielfalt generell zu fördern, sondern auch das demokratische Bewusstsein im Ganzen zu stärken und die Grundrechte im Denken fest zu verankern, wie auch die Kompetenzen zu lehren, um sich in die Demokratie einzubringen.

Das Fach Politikwissenschaft will diesen Ansatz weiterführen und vertiefen. Vor allem bei der Vermittlung von Partizipationsmöglichkeiten in der Schule muss ein Akzent liegen, um möglichst viele Jugendliche an die vielfältigen Formen heranzuführen, sich in demokratischen Debatten und Prozessen zu beteiligen und sie den Mehrwert solcher Beteiligung entdecken zu lassen. Daher sollen künftig ähnliche Exkursionen für Lehramtsstudierende zu dem Thema durchgeführt werden.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Marianne Kneuer, Institut für Sozialwissenschaften (kneuer[at]uni-hildesheim.de); Dr. Sybille Reinke de Buitrago (reinke[at]uni-hildesheim.de).