Auftaktveranstaltung des Projekts „Männer und Grundschullehramt“

Friday, 07. January 2011 um 12:47 Uhr

Ziel des Projekts ist, mehr junge Männer zum Lehramtsstudium mit dem Schwerpunkt ‚Grundschule‘ zu ermutigen und das Berufsfeld für Männer zu öffnen. Jüngst diskutierten Expertinnen und Experten mit Studierenden über Chancen und Risiken dieser gleichstellungspolitischen Herausforderung. Eine interdisziplinäre Tagung zum Themenkomplex „Männer und Grundschullehramt“ ist in Planung.

Im Schuljahr 2008/2009 waren durchschnittlich 11,3% der Grundschullehrer und Grundschullehrerinnen in Niedersachsen männlich. Dieser Trend zeigt sich auch im Lehramtsstudium an der Stiftung Universität Hildesheim: Nur 12,3% der Masterstudierenden mit Schwerpunkt Grundschule waren im Sommersemester 2010 männlichen Geschlechts. Das Projekt „Männer und Grundschullehramt“ der Stiftung Universität Hildesheim will „einen realitätsnahen Blick auf den Beruf ermöglichen, seine weibliche Konnotierung kritisch reflektieren und so das Berufsfeld für Männer öffnen“, unterstreicht Projektleiterin Dr. Silvia Lange.

Die Auftaktveranstaltung des Projektes „Männer und Grundschullehramt“ erfreute sich großen Zulaufs. Am 9. Dezember 2010 füllten etwa 65 Personen – überwiegend Lehramtsstudierende aber auch viele Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen – den Raum I 010. Nach der Begrüßung durch Dr. Margitta Rudolph, Vizepräsidentin für Weiterbildung, Dr. Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte und Projektleiterin sowie Dr. Bernd Thomas, Professor am Institut für Grundschuldidaktik und Sachunterricht, stellte Sabine Hastedt als Koordinatorin das Projekt in seinen Grundzügen vor. Es gehe darum, die weibliche Kodierung des Berufsbildes „Grundschullehramt“ aufzubrechen und in Kooperation mit regionalen Gymnasien und verschiedenen Studien- und Berufsberatungszentren mehr junge Männer zum Lehramtsstudium mit dem Schwerpunkt ‚Grundschule‘ zu ermutigen.

Den Einführungsvortrag hielt Frau Dr. Hannelore Faulstich-Wieland, Professorin für Erziehungswissenschaften an der Universität Hamburg und Leiterin eines Forschungsprojektes zum Thema „Männer und Grundschule“. Sie grenzte sich in ihrem Vortrag zum Thema „Männer und Grundschullehramt: eine gleichstellungspolitische Herausforderung“ von Diskursen ab, in denen behauptet wird, dass allein mehr Grundschullehrer die Bildungsdefizite von Jungen beheben könnten. Sie argumentierte, dass sich die Vielfalt der Schüler und Schülerinnen auch im Kollegium spiegeln müsse und begründete so ihre Forderung nach mehr Männern im Lehramt. Entscheidend für den Lernerfolg – auch der Jungen – sei jedoch die Professionalität der Lehrer und Lehrerinnen und nicht das Geschlecht des Lehrpersonals. Sie schloss mit der Forderung eines „de-gendering“ des Berufsfeldes. An den Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an, an der sich viele (männliche) Lehramtsstudierende beteiligten. Weitere Informationen zu Frau Faulstich-Wielands relevanten Publikationen finden Sie auf der Webseite des Projekts. Die Auftaktveranstaltung erfolgte in Kooperation mit dem Institut für Grundschuldidaktik und Sachunterricht. Die Auftaktveranstaltung erfolgte in Kooperation mit dem Institut für Grundschuldidaktik und Sachunterricht.

Das Projekt beteiligt sich am bundesweiten ‚Boys´ Day‘ am 14. April 2011. An diesem Tag sollen Jungen die Möglichkeit bekommen, in das Lehramtsstudium hineinzuschnuppern und zum Studium an der Stiftung Universität Hildesheim motiviert werden. Darüber hinaus ist für September diesen Jahres eine interdisziplinäre Tagung zum Themenkomplex ‚Männer und Grundschullehramt‘ geplant, die Gelegenheit zur Vernetzung geben soll. Die Erkenntnisse fließen in die praktische Umsetzung des Projektes ein. Alle am Projekt Interessierte, insbesondere männliche Studierende mit dem Berufsziel Grundschullehrer, sind herzlich willkommen, mit der Projektkoordinatorin Sabine Hastedt Kontakt aufzunehmen. Das Projekt ist am Gleichstellungsbüro angesiedelt.

Kontakt zur Projektkoordinatorin Sabine Hastedt: 883-195, hastedt@uni-hildesheim.de