Diese Seite in Leichter Sprache

Wenn es um Barrierefreiheit geht, denken die meisten Menschen wohl zuerst an Rollstuhlrampen oder Aufzüge. Aber zur Barrierefreiheit gehört nicht nur der Abbau von physischen, sondern auch von sprachlichen Barrieren, damit auch Menschen mit Sinnesbehinderung einen gleichberechtigten Zugang zu Informationen erhalten.

Bei der Beschaffung von Informationen spielt das Internet heutzutage eine große Rolle – auch für Menschen mit Behinderungen. Damit Webseiten barrierefrei zugänglich sind, müssen technische und sprachliche Voraussetzungen geschaffen werden. Mit Leichter Sprache lassen sich Texte verständlicher gestalten und so einer breiteren Zielgruppe zugänglich machen.

Was ist Leichte Sprache?

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Leichte Sprache ist eine vereinfachte Form des Deutschen. Dies bedeutet, dass Grammatik und Wortschatz gegenüber dem Standard-Deutschen reduziert sind. So werden beispielsweise Nebensätze vermieden und wichtige Fachbegriffe erklärt. Auch die Zeichensetzung folgt eigenen Regeln, teilweise werden besondere Formatierungen genutzt, um z.B. Verneinungen zu verdeutlichen.

Leichte Sprache ermöglicht einer besonders großen Gruppe von Menschen den Zugang zu Informationen: Lernbehinderten, Hörgeschädigten, aber auch funktionalen Analphabet_innen, Migrant_innen oder anderen Personengruppen, die eine geringe Lesefähigkeit besitzen.

Die Gesetze zur Barrierefreiheit im Internet empfehlen, Internetangebote zusätzlich in Leichter Sprache verfügbar zu machen. In der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) findet sich eine Reihe an Regeln zur Leichten Sprache. Die Regeln geben einen Überblick, wie sprachliche Kommunikation leichter gestaltet werden kann. Am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation entwickeln wir diese Regeln laufend weiter, indem wir unsere Übersetzungsprojekte wissenschaftlich begleiten und ausweiten.

Weshalb Leichte Sprache?

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Hörbehinderte Menschen haben oft Probleme mit zu komplexen Texten. Denn nicht das Deutsche, sondern die Gebärdensprache ist ihre Muttersprache. Sie erlernen das Deutsche anhand des Schriftbildes und ohne die Kontrolle über das Ohr. Leichte Sprache hilft nicht nur diesen Menschen beim Verstehen von Texten. Auch Migrant_innen, Tourist_innen oder Nutzer_innen, die sich aus dem Ausland auf deutschsprachigen Seiten informieren möchten, sowie Menschen mit wenig Leseerfahrung profitieren von Leichter Sprache. Dies gilt gerade für Fachtexte, etwa aus den Bereichen Justiz oder Medizin, die eine extrem hohe Informationsdichte und in der Regel eine sehr komplexe Sprache aufweisen. Erst wenn sie in Leichter Sprache vorliegen, sind die entsprechenden Inhalte für Menschen mit Sinnesbehinderungen überhaupt zugänglich!

Damit eine barrierefreie Internetnutzung garantiert wird, gibt es Gesetze und Verordnungen auf Bundes- und Länderebene. Noch werden diese allerdings nicht flächendeckend umgesetzt. 2002 wurden die Behörden erstmals gesetzlich verpflichtet, „akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen“ (§4) barrierefrei zugänglich zu machen. 2006 legte die UN-Behindertenrechtskonvention fest, dass „der Zugang von Menschen mit Behinderungen zu den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien und -systemen, einschließlich des Internets“ (Artikel 9) zu fördern sei. In Niedersachsen wurde 2007 das Behindertengleichstellungsgesetz verabschiedet, welches die Behörden ausdrücklich zur barrierefreien Gestaltung ihrer Internetauftritte verpflichtet (§9). Die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) ergänzt seit 2011 das Behindertengleichstellungsgesetz u. a. um Details zur barrierefreien Umsetzung von Internetangeboten. Hierbei sind vor allem die vier Prinzipien Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Robustheit zu beachten. Für den Punkt Verständlichkeit bietet sich ein Angebot in Leichter Sprache an.

Schnellzugriff

Forschungsstelle Leichte Sprache

Lübecker Str. 3
31141 Hildesheim

Direktorin

Prof. Dr. Christiane Maaß

Geschäftsführerin

Dr. phil. Isabel Rink

Kontakt:

+49 5121 883-30950

leichte.sprache(at)uni-hildesheim.de