Woher weiß man, ob ein bestimmtes Wort verstanden wird oder nicht?

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Ob eine sprachliche Struktur leicht verstanden wird oder nicht, folgt sprachübergreifenden Regeln. Diese Regeln betreffen also nicht nur das Deutsche, sondern auch andere Sprachen. Wörter werden dann besser verstanden, wenn sie bestimmte Eigenschaften haben: Besonders verständlich sind z. B. Wörter, die häufig gebraucht werden, die von einer möglichst großen Zahl von Sprachnutzer_innen in möglichst vielen medialen Umgebungen verwendet werden, ihren Gegenstand präzise bezeichnen und dabei keine besonderen Nebenbedeutungen haben (also z. B. „Pferd“ vor „Klepper“). Metaphern können Probleme bereiten, sie sind jedoch teilweise unverzichtbar: Ein Wort wie „Wasserhahn“ wird sich, obwohl es eine Metapher ist, nicht sinnvoll ersetzen lassen, sofern es in einem Text benötigt wird. Kompetente Übersetzer_innen müssen nun entscheiden, ob es für ein Wort im Text noch eine bessere – verständlichere – Alternative gibt. Ist ein Wort für den Textgegenstand zentral, aber dennoch schlecht verständlich (z. B. weil es sich um ein Fachwort handelt), so muss es erläutert werden.

Es ist klar, dass hier ein großer Spielraum besteht: Der Übersetzer bzw. die Übersetzerin muss entscheiden, ob man davon ausgehen kann, dass das Wort für die Zielgruppe als bekannt vorausgesetzt werden kann. Wenn die Zielgruppe breit gefasst ist (z. B. „alle primären Adressatengruppen“), dann ist diese Entscheidung nicht leicht zu treffen und in hohem Maße von der Expertise des Übersetzers bzw. der Übersetzerin abhängig.