Warum verfasst die Forschungsstelle Leichte Sprache ihren Newsletter und Social Media Posts nicht in Leichter Sprache?

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Es gibt einen wissenschaftlichen Diskurs über Leichte Sprache. Dieser Diskurs wird nicht in Leichter Sprache geführt, sondern in der Fachsprache der unterschiedlichen Disziplinen und Ansätze.

Diese sind zum Beispiel:

  • die Verständlichkeitsforschung,
  • die Kognitionspsychologie,
  • die Sprach- und Übersetzungswissenschaft,
  • die Fachsprachenforschung,
  • die Forschung zu den Adressaten der Leichten Sprache
  • etc.

Hier werden Konzepte kritisch durchleuchtet und wissenschaftliche Erkenntnisse interdisziplinär reflektiert und vernetzt. Diese Ebene ist nötig, um das Konzept der Leichten Sprache entsprechend dem multidisziplinären Erkenntnisstand zu entwickeln und in der Wissenschaft zu verankern. Dabei ist zu beachten, dass die Wissenschaft ein grundsätzlich freier Diskursbereich unserer Gesellschaft ist, die ihre Fragen unabhängig und ohne Eingriff aus anderen Gesellschaftsbereichen entwickelt und verfolgt. Leichte Sprache ist für die Darstellung der Forschungsergebnisse nicht das Instrument der Wahl, sie ist hier lediglich der Gegenstand der Forschung. Forschung über Dichter und Lyrik wird auch nicht in Reimen verfasst.

Die Wissenschaft kommuniziert ihre Erkenntnisse in unterschiedliche Gesellschaftsbereiche hinein. Das betrifft aber nicht den wissenschaftlichen Diskurs als Ganzen, sondern nur die Ergebnisse, die für die gesellschaftliche Praxis relevant sind oder sein können. Diese Informationen sollten nach Möglichkeit auch in Leichter Sprache zur Verfügung gestellt werden. Die Forschungsstelle Leichte Sprache bietet ein Angebot auf ihrer Homepage an, aus dem man das ganze Feld ihrer Betätigung ersehen kann.

Wir bemühen uns sehr, hier zukünftig noch mehr und weitere Informationen zugänglich zu machen. Gegenwärtig sind wir aber an so vielen Projekten beteiligt, die teilweise sehr dringend bestimmte Texte in Leichter Sprache erfordern. Da wir einfach nicht alles gleichzeitig machen können, ist hier eine Priorisierung nötig und wir brauchen hier die nötige Zeit.

Darüber hinaus steht die Forschungsstelle Leichte Sprache für Anfragen zur Verfügung und kommuniziert auch über die Social-Media-Kanäle. Es wäre wünschenswert, auch diese ad-hoc-Angebote in Leichter Sprache anbieten zu können. Dafür sind allerdings Ressourcen erforderlich, die momentan noch nicht im nötigen Umfang zur Verfügung stehen, was auch wir bedauern.    
Wenn man sich ansieht, wie sich die Leichte-Sprache-Bewegung in den vergangenen Jahren entwickelt hat, so ist absehbar, dass mit Blick auf die Ressourcen für die Öffentlichkeitsarbeit auch eine positive Entwicklung zu erwarten ist. Wir sind gespannt auf das, was kommt.