Ist es nicht problematisch, Leserinnen und Lesern besonders unattraktive Texte vorzulegen?

Diese Seite in Leichter Sprache

Die Adressat_innen von Leichte-Sprache-Texten haben üblicherweise so ausgeprägte Leseprobleme, dass von Leselust keine Rede sein kann. Diese Personen vermeiden das Lesen meist so weit wie möglich. Das hat gravierende Auswirkungen auf die Möglichkeit der Informationsbeschaffung und der gleichberechtigten Teilhabe. Leichte-Sprache-Texte sind so angelegt, dass ihre Verständlichkeit maximal optimiert ist. Kriterien wie „Schönheit der Sprache“ oder auch „Diversität der Textsorten“ oder „breite Ausschöpfung sprachlicher Möglichkeiten“ stehen dahinter zurück. Die Texte können daher für geübte Leser_innen tatsächlich unattraktiv wirken.

Die Rezipient_innen können mit diesen Texten aber eine erste Lesepraxis erwerben. Erhebliche Teile der Zielgruppe können, sofern ihnen genügend leichte Texte angeboten werden, nach einer Weile ihre Lesefähigkeit verbessern und auf schwierigere Texte oder sogar den Standard überwechseln. Andere Teile der Zielgruppe sind dagegen dauerhaft auf Angebote in Leichter Sprache angewiesen. Der Gesetzgeber hat dies in der Gesetzgebung der vergangenen Jahre auch entsprechend berücksichtigt.