Brauchen Menschen mit Behinderung die betreffende Information überhaupt?

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Diese Frage ist im Grunde eine Anmaßung: Wer möchte denn entscheiden, was Menschen mit Behinderung „überhaupt brauchen“? Erst in jüngster Zeit haben Behinderte überfällige Rechte zugesprochen bekommen – Deutschlands erstes Behindertengleichstellungsgesetz stammt aus dem Jahr 2002 und erst im novellierten Behindertengleichstellungsgesetz von 2016 ist Leichte Sprache verankert. Die Gesetzeslage sieht für Personen mit Behinderung gleichberechtigte und möglichst selbstständige Teilhabe am öffentlichen Leben vor. Eine unmittelbare Voraussetzung dafür ist der Zugang zu Informationen. Die Informationen weisen aber häufig eine Form auf, die für einen Teil der Personen mit Behinderung unzugänglich ist. Wir sprechen hier nicht über wenige Leute - allein die Zahl der Demenzpatient_innen in Deutschland liegt bei deutlich mehr als einer Million. Hinzu kommt, dass auch sehr viele Personen ohne Behinderung vom Zugang zu Informationen ausgeschlossen sind, wenn diese nicht in Leichter Sprache vorliegen: die Zahl der von sekundärem Analphabetismus Betroffenen liegt bei 7,5 Millionen. Im Grunde ist also jeder Text ein Kandidat für eine Übersetzung in Leichte Sprache.