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#IncluTeach: Barrierefreiheit für Dozierende
Das Projekt ist Teil des Projektschwerpunkts Barrierefreie Hochschule der Forschungsstelle Leichte Sprache. Hier geht es zur Übersichtsseite: Universität Hildesheim | Fachbereich 3: Sprach- und Informationswissenschaften | Institut für Übersetzungswissenschaft & Fachkommunikation | Projektschwerpunkt Barrierefreie Hochschule
Thema und Einordnung
Inklusion von Menschen mit Behinderungen ist ein zentrales gesellschaftliches Ziel – insbesondere im Hochschulsektor besteht bei Barrierefreiheit erheblicher Verbesserungsbedarf. Universitäten in Deutschland, darunter auch Hildesheim, sind bisher weder baulich noch kommunikativ ausreichend barrierefrei strukturiert. Während die Perspektive der Studierenden mit Behinderung in den letzten Jahren stärker berücksichtigt wurde, bleiben die Bedürfnisse von Dozierenden mit Beeinträchtigungen bislang vielfach unberücksichtigt: Die meisten Projekte zur barrierefreien Hochschule fokussieren auf den Studierenden.
Barrierefrei sollte Hochschule aber auch für Dozierende und Mitarbeitende der Universitäten sein. Viel zu selten schließen Personen mit Behinderung an ein erfolgreich absolviertes Studium eine Promotion oder Lehrtätigkeit an. Hochschulen sollten sich für dieses Szenario öffnen. Im Moment fehlen aber noch viele Informationen über Barrieren und Barrierefreiheit von Hochschulen aus Dozierendenperspektive. Hier setzt das Projekt #IncluTeach an.
Eine größere Diversität des Lehrpersonals kann zum Beispiel durch eine verstärkte Beschäftigung von Dozierenden mit Beeinträchtigungen und Behinderungen erreicht werden. Hierbei wird das universitäre System jedoch vor besondere Herausforderungen gestellt: Personen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen benötigen ein inklusives Umfeld, um überhaupt als Dozierende in Erscheinung treten zu können. Sie haben möglicherweise andere Bildungswege beschritten und benötigen teilweise Assistenzen oder Ko-Dozierende.
Ziele und Ergebnisse
Im Projekt #IncluTeach wurde ein aktueller Ist-Stand hinsichtlich barrierefreier Lehre an deutschen Hochschulen erhoben. Dafür wurden Dozierende mit Behinderungen, die an deutschen Hochschulen in der Lehre tätig sind, interviewt. Die Interviews wurden in der ersten Phase (2023-2024) von den Projektmitarbeiterinnen transkribiert und gemäß dem Datenprotokoll anonymisiert. In der zweiten Phase, die weiterhin andauert, werden die gewonnenen Daten analysiert und Ergebnisse extrahiert und für eine Publikation aufbereitet.
Im Projekt wird der Frage nachgegangen, welchen Herausforderungen sich Dozierende mit Beeinträchtigungen und Behinderungen als Dozierende an deutschen Hochschulen gegenübersehen, wie mögliche Lösungen aussehen können und wo bestimmte Probleme nur schwer oder im Rahmen der aktuellen Strukturen als nicht lösbar erscheinen. Der Fokus des Projekts liegt auf den Bereichen Sehen, Hören, motorische Einschränkung, kognitive Beeinträchtigung und psychische Erkrankung.
Langfristig sollen die erarbeiteten Ergebnisse dabei helfen, Personen mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen als Dozierende zu gewinnen. Stereotype sollen hinterfragt und die individuelle Fach- und Erfahrungsexpertise der Dozierenden zum Thema barrierefreie Kommunikation zugänglich werden. Das Projekt trägt somit einerseits zur Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung bei und führt andererseits dazu, dass die Universität einer „Hochschule für alle” ein Stück näherkommt.
Laufzeit und Förderung
Das Projekt wurde vom 1.4.2023 bis zum 31.12.2024 vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Programm Innovation Plus (Fördernummer 029) gefördert. In dieser Phase erfolgte die Datenerhebung und Datenaufbereitung (Umwandlung personenbezogener Daten in anonymisierte Forschungsdaten). Das Projekt wird wegen seiner Bedeutung von den beteiligten Wissenschaftler(inne)n über den Förderzeitraum hinaus weitergeführt; aktuell erfolgt die Auswertung der Daten und Vorbereitung von Publikationen durch das Projektteam.
Der Projektantrag wurde von Prof. Dr. habil. Christiane Maaß gestellt. Rebecca Schulz, Dr. Sergio Hernández Garrido und Prof. Dr. Laura Marie Maaß waren an der Antragstellung beteiligt.
Projektteam
Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. habil. Christiane Maaß
Team:
- Rebecca Schulz (bis Oktober 2024; finanziert aus Mitteln des MWK)
- Dr. Sergio Hernández Garrido
- Prof. Dr. Laura Marie Maaß
- Nora Süß
Studentische Hilfskräfte im Projekt: Pauline Hofmann, Lara Marie Jöns (beide bis Ende September 2024, finanziert aus Mitteln des MWK)
Tagung
Im Mai 2024 wurden auf der Projekttagung erste Ergebnisse der Befragungen vorgestellt. Anwesend waren ca. 50 Personen mit und ohne Behinderung, darunter Mitarbeitende des Niedersächsischen Wissenschaftsministeriums, Forschende aus den beteiligten wissenschaftlichen Fachrichtungen, Praktiker(innen) aus dem Feld und Dozierende sowie Studierende mit Behinderung. Das Grußwort sprach die niedersächsische Beauftragte für Menschen mit Behinderung, Annetraud Grote. Die Inputvorträge wurden von Mitarbeitenden des Annelie-Wellensiek-Zentrums für Inklusive Bildung der PH Heidelberg und von Prof. Dr. Carsten Rensinghoff, Professor für Heilpädagogik an der Diploma Hochschule geleistet. Anschließend erarbeiteten die Teilnehmenden mit und ohne Behinderungen in unterschiedlichen partizipativen Formaten weitere Zielsetzungen und Wünsche für Barrierefreiheit für Dozierende im Hochschulbereich.
Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit
Über das Projekt haben wir auf Instagram, im Newsletter der Forschungsstelle Leichte Sprache sowie in der Infothek der Zeitschrift „Teilhabe“ berichtet.
Aktuell sind mehrere Projektpublikationen in Vorbereitung. Sie werden nach Erscheinen hier ausgewiesen:
- Maaß, Chris/ Maaß, Laura Marie/ Schulz, Rebecca (nach Peer Review angenommen zur Publikation): Empirische Perspektiven auf die Inklusion von Lehrpersonen mit Behinderungen. Erste Ergebnisse des Forschungsprojekts #IncluTeach. In: Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik.