Klimafreundliche Mobilität: Bundesumweltministerium fördert Klimaschutzkonzept der Universität Hildesheim

Sunday, 07. March 2021 um 18:55 Uhr

Das Bundesumweltministerium unterstützt die Universität Hildesheim in ihrem Vorhaben, die Mobilität ihrer rund 9.500 Mitglieder zu verbessern und klimafreundlicher zu gestalten. Dazu wird die Universität ein*e Klimaschutzmanager*in einstellen.

Fahrräder am Hauptcampus der Universität Hildesheim. Archivfoto: Isa Lange/Uni Hildesheim, Foto Fahrrad: pixabay/Free Photos

Die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums fördert das Projekt „Klimaschutzkonzept zur klimafreundlichen Mobilität: Betriebliches Mobilitätsmanagement für die Universität Hildesheim“ für eine Dauer von zwei Jahren.

Beantragt wurde das Projekt von der Stabsstelle Hochschulentwicklung/Bereich Green Office in enger Zusammenarbeit mit dem Dezernat für Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten, Betriebstechnik. Im Rahmen der Projektumsetzung soll eine intensive Kooperation mit der Stadt Hildesheim erfolgen.

Das Ziel der Universität Hildesheim: Verbesserung der betrieblichen Mobilität und Reduzierung des verkehrsbedingten CO2-Ausstoßes

Die Universität möchte mit dem Vorhaben die betriebliche Mobilität verbessern, eine Vorbildfunktion in Bezug auf den Klimaschutz einnehmen und den eigenen verkehrsbedingten CO2- Ausstoß signifikant reduzieren.

So sollen etwa die Anreise zur Universität, die Fahrten zwischen den Universitätsstandorten und die Dienstreisen klimafreundlicher, zeiteffizienter und angenehmer gestaltet werden. Um diese Ziele zu erreichen, soll für zunächst zwei Jahre eine Stelle für ein Klimaschutzmanagement mit dem Schwerpunkt Klimafreundliche Mobilität eingerichtet werden.

Universität richtet Stelle für ein Klimaschutzmanagement mit dem Schwerpunkt „Klimafreundliche Mobilität“ ein

In den ersten 18 Monaten des Vorhabens erstellt die/der Klimaschutzmanager*in ein Klimaschutzkonzept für die Universität Hildesheim. In den darauffolgenden sechs Monaten beginnt die Umsetzung der Maßnahmen. Für die Fortsetzung kann die Universität bei der Nationalen Klimaschutzinitiative eine Folgefinanzierung für weitere zwei Jahre beantragen.

Attraktivität des Radverkehrs steigern: Klimafreundlich unterwegs zu sein, soll Freude machen

Um mehr Universitätsmitglieder zu einer klimafreundlichen Anreise zu motivieren, sollte es Spaß machen, klimafreundlich mobil zu sein, so Julia Witter vom Green Office. Hierfür soll die Attraktivität des Radverkehrs gesteigert und die Erreichbarkeit aller Universitätsstandorte mit umweltverträglichen Verkehrsmitteln verbessert werden.

Ideen, wie das gelingen kann, gibt es an der Universität Hildesheim bereits zahlreiche: Sie reichen von der Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur über eine gezielte Vernetzung der Verkehrsträger bis hin zur Einführung eines Jobtickets.

Welche Maßnahmen umsetzbar sind, soll nun die/der Klimaschutzmanager*in im Rahmen der Konzepterstellung analysieren. Im Rahmen eines umfangreichen Beteiligungsverfahrens können sich die Universitätsmitglieder dabei einbringen.

Auch eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt Hildesheim beim Thema nachhaltige Mobilität ist geplant. Die Stadt Hildesheim erarbeitet derzeit ein Mobilitätskonzept für den Hildesheimer Süden, um die Rahmenbedingungen für die Errichtung von Mobilitätsstationen zur Verknüpfung umweltfreundlicher Verkehrsmittel zu analysieren.

„Hochschulen spielen eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung der globalen Erwärmung“

Dr. Johanna Jobst, Leiterin der Stabsstelle Hochschulentwicklung, sagt: „Die Kernkompetenzen von Hochschulen sind Forschung und Lehre. Durch Forschung unter anderem zu Klimaschutz, Klimawirkungen und Klimawandelanpassung sowie Studienangebote in diesem Bereich können Hochschulen eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung der globalen Erwärmung und bei der Entwicklung von Anpassungsstrategien einnehmen. Gleichzeitig sind Hochschulen selbst große öffentliche Einrichtungen, an denen viele Menschen forschen, lehren und studieren.“

„Die Universität Hildesheim kann eine gesellschaftliche Vorbildfunktion einnehmen, wenn sie eine klimafreundlichere Mobilität ihrer 9.500 Universitätsmitglieder fördert“

„Durch die Mobilität ihrer Mitglieder sind Universitäten bedeutende Verkehrserzeuger und damit auch Verursacher verkehrsbedingter Treibhausgasemissionen“, sagt Julia Witter, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin des Green Office.

„Daher sollten Hochschulen auch einen Blick auf den eigenen Betrieb werfen. Die Universität Hildesheim kann einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten und eine gesellschaftliche Vorbildfunktion einnehmen, wenn sie eine klimafreundlichere Mobilität der 9.500 Universitätsmitglieder fördert“, so Witter.

„Die Art, wie wir uns in einer Stadt fortbewegen, bestimmt unser Lebensgefühl. Ein Fahrradschnellweg zwischen der Universität und der Innenstadt wäre großartig.“

Baudezernent Thomas Hanold sagt:„Die Art, wie wir uns in einer Stadt fortbewegen, bestimmt unser Lebensgefühl. Hildesheim ist noch immer eine Stadt für Autofahrer. Was uns antreibt, ist das Ziel, in Zusammenarbeit mit der Stadt die Mobilität in Hildesheim multimodaler und nachhaltiger zu gestalten. Mobilität soll nachhaltig sein und Spaß machen. Ich wünsche mir, dass sich Radfahren in Hildesheim künftig anfühlt wie in Münster oder Kopenhagen. Ein Fahrradschnellweg zwischen der Universität und der Innenstadt und ein Fahrradparkhaus mit Dusche an der Uni wäre großartig."

Weitere Informationen

Mobilitätsbefragung des Green Office zeigt: Mehr als 40 % der befragten Beschäftigten und rund 13 % der befragten Studierenden reisen mit dem PKW zur Universität an

Die im Winter 2019/20 vom Green Office an der Universität durchgeführte Mobilitätsbefragung ergab, dass mehr als 40 % der befragten Beschäftigten und rund 13 % der befragten Studierenden mit dem PKW zur Universität anreisen.

Nur rund 20 % der befragten Beschäftigten und 16 % der befragten Studierenden nutzten zum Befragungszeitpunkt regelmäßig das Fahrrad oder ein Pedelec/E-Bike für ihre Anreise zur Universität, obwohl etwa die Hälfe der Befragten in einer Entfernung zur Universität wohnt, bei der die Anreise mit dem Fahrrad bzw. Pedelec /E-Bike möglich ist und in Bezug auf die Anreisezeit sogar attraktiver sein kann.

Gleichzeitig äußerten sich die befragten Personen, die bereits mit dem Fahrrad zur Universität fahren, im Durchschnitt zufriedener mit ihrer Anreise als Personen, die mit dem PKW oder dem ÖPNV zur Universität anreisen. Gründe für die geringere Zufriedenheit der befragten PKW-Fahrer*innen und ÖPNV-Nutzer*innen sind beispielsweise höhere Mobilitätskosten und stark ausgelastete Busse zu den Hauptverkehrszeiten.