Laufende Dissertationsvorhaben

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu den derzeit laufenden Dissertationsvorhaben des Promotionskollegs „Unterrichtsforschung“.

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Julia Althoff

‚Lehren und Lernen mit Basiskonzepten im Geographieunterricht – Eine DBR-Studie zur Anbahnung des erweiterten Nachhaltigkeitsvierecks‘

Eine Strategie für den Umgang mit komplexen Themen des Fachs Geographie stellt die unterrichtliche Arbeit mit dem Instrument der Basiskonzepte dar. Als ‚Grammatik‘ des Fachs wird Basiskonzepten sowohl für die Lehrenden als auch für die Lernenden ein bedeutsames didaktisch-methodisches Potenzial beigemessen. Ein Beispiel für ein geographisches Basiskonzept ist das Nachhaltigkeitsviereck, dessen großer Stellenwert nicht zuletzt aus der gegenwärtigen gesamtgesellschaftlichen Relevanz des Nachhaltigkeitsgedankens deutlich wird. Die Arbeit mit Basiskonzepten wie dem Nachhaltigkeitsviereck ist im Geographieunterricht gleichwohl noch unzulänglich erforscht, was sich anhand vieler offener Fragen zum Ansatz sowohl seitens der Wissenschaft als auch vonseiten der Praktiker*innen äußert.

Das Dissertationsvorhaben steht unter der Forschungsleitfrage ‚Welche unterrichtlichen Strategien, die der Förderung eines basiskonzeptionellen Verständnisses von Schüler*innen dienen, können am Beispiel des Nachhaltigkeitsvierecks als lokale Theorie basiskonzeptionellen Lehrens und Lernens identifiziert werden?‘. Es wird das Ziel verfolgt, eine lokale Theorie zu basiskonzeptionellem Lehren und Lernen im Geographieunterricht am Beispiel des Nachhaltigkeitsvierecks zu entwickeln. Aus praktischer Sicht soll dafür eine Unterrichtsreihe zur Anbahnung des Basiskonzepts Nachhaltigkeitsviereck konzipiert werden, in deren Entwicklungsprozess zentrale lehr-lernförderliche Facetten der Planung und Durchführung von basiskonzeptionellem Geographieunterricht identifiziert werden.

Dem Projekt liegt methodisch ein Vorgehen nach dem Design-Based-Research-Ansatz zugrunde. So erfolgt die Entwicklung des Unterrichtsdesigns in einem iterativen Ablauf, indem das Design in zwei Zyklen erprobt, auf Grundlage erhobener Daten evaluiert und gemeinsam mit Praktiker*innen symbiotisch optimiert wird.

Michelle Wrede (geb. Kieselstein)

Thema: Lehrpfade als wirksame informelle BNE-Bildungsangebote – SchülerInnen ziehen die Fäden im Lernprozess selbst

Der Lehrpfad ist im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der breiten Öffentlichkeit ein beliebtes informelles Outdoor-Bildungsangebot. Im wissenschaftlichen BNE-Diskurs zeigt er eine große Forschungslücke auf, da empirische Untersuchungen zu seiner Eignung und Lernwirksamkeit für die BNE in Abhängigkeit zum sozioökonomischen Status, entgegen zumindest vereinzelten Untersuchungen zu den BNE-Potentialen von Science Centern, Museen und Ausstellungen, bisher gänzlich ausbleiben. Dies verwundert in Anbetracht der bereits von EDER & ARNBERGER vor vielen Jahren postulierten BNE-Potenziale von Lehrpfaden, worunter der unmittelbare Landschaftsbezug, das pädagogisch-didaktische Konzept sowie die Bandbreite an human- und physisch-geographischen (fächerinterdisziplinären) Themen fallen. Insbesondere vor dem Hintergrund des didaktischen Leitgedankens der Selbstbestimmtheit, der allen SchülerInnen die Selbstständigkeit für sinnliche Wahrnehmungen, Erprobungen von Erlerntem, situative Lösungsentwicklungen und für erlebnisorientierte Themenzugänge ermöglicht, rückt das selbstbestimmte Lernen am Lehrpfad hinsichtlich divergenter sozioökonomischer Status in den Forschungsfokus. Diese skizzierte Problematik greift das Dissertationsvorhaben mit Fragen nach potenziellen BNE-Lehrpfaden in Niedersachsen und dem Maß des selbstbestimmten Lernens von SchülerInnen mit divergentem sozioökonomischem Status am Lehrpfad auf, um den Lehrpfad als außerschulischen Lernort für alle sozioökonomischen Schülerstatus zu implementieren und damit eine Qualitätssteigerung der Lern-/Lehrprozesse in Bezug auf die BNE zu schaffen. Zur Zielrealisierung findet nach einer literatur- und internetbasierten Bestandsaufnahme von niedersächsischen Themenwegen und ihrer kriteriengeleitet-deskriptiven BNE-Analyse, die den für die weiteren Forschungsaspekte zu untersuchenden Lehrpfad festlegt, semi-strukturierte teilnehmende Feldbeobachtungen von gezielt ausgewählten Probandengruppen mit divergenten sozioökonomischen Status, die sich aus SchülerInnen im Alter von 15 bis 16 Jahren zusammensetzen, zum Einsatz ihrer Lernstrategien als Hinweise auf das selbstbestimmte Lernen statt. Im Anschluss daran erfolgt die Anfertigung von Beobachtungsprotokollen, an die sich ihre Analyse durch die qualitativ strukturierende Inhaltsanalyse nach KUCKARTZ 2018 anschließt, um das selbstbestimmte Lernen und die Ausprägung des selbstbestimmten Lernens der einzelnen Gruppen, insbesondere im Hinblick auf den sozioökonomischen Status, mittels Falldarstellungen auswertend darzulegen. Schlussendlich steht unter Hinzuziehung der projektbedingt gewonnenen Erkenntnisse die Ableitung von inhaltlichen und didaktischen Optimierungsmaßnahmen eines Lehrpfads für das selbstbestimmte Lernen, um so die Implementation des Lehrpfads als außerschulischen Lernort anzustoßen.

Theresa Kruse

Thema: Das Erlernen der mathematischen Fachsprache der Graphentheorie durch Lehramtsstudierende mithilfe eines elektronischen Wörterbuches

In diesem Dissertationsprojekt soll die Verwendung von elektronischen Wörterbüchern im Bereich der Mathematik untersucht werden, genauer im Teilgebiet der Graphentheorie: Unterstützt die Verwendung eines elektronischen Wörterbuches die Herausbildung fachsprachlicher Textproduktionskompetenzen? Und wenn ja: wie?

Um valide Ergebnisse zu erzielen, muss das Wörterbuch an die Bedürfnisse der Nutzenden angepasst sein. Deshalb soll hier ein Wörterbuch für die potenzielle Zielgruppe, Studierende der Mathematik für das Lehramt an Grundschulen, mit Methoden erstellt und dabei ein Verfahren entwickelt und dokumentiert werden, wie sich solche Wörterbücher auch für andere mathematische Bereiche weitgehend automatisiert erstellen lassen.

Die Arbeit mit den Studierenden ist notwendig, da Graphentheorie zur Zeit kein Gegenstand der Lehrpläne in niedersächsischen Schulen ist. Möglichkeiten zur Integration von Graphentheorie im Grundschulunterricht wurden jedoch schon untersucht. Eine Evaluation des Wörterbuchs erfolgt durch eine vergleichende Wirksamkeitsanalyse, die mit qualitativen und quantitativen Methoden ausgewertet wird. Als Medium einer Kontrollgruppe dient Wikipedia.

Von dem Dissertationsprojekt sind neue Erkenntnisse für den (mathematischen) Fachspracherwerb sowie für die Konzeption von Fachwörterbüchern zu erwarten.

Christina Priert

Thema der Dissertation: „Wie bewerten Schülerinnen und Schüler politische Regulation im Kontext von Klimawandel und COVID-19?“

Sowohl der Klimawandel als auch die Corona-Pandemie stellen die Politik und Gesellschaft vor große Herausforderungen. Die Bewältigung der Folgen beider globaler Probleme gehört zu den zentralen Aufgaben politischen Handelns. Während bei dem Klimawandel seit über 30 Jahren versucht wird Lösungen zu finden, die dem Wandel entgegenwirken, wurden Entscheidungen rund um die Eindämmung der Pandemie relativ zügig getroffen und konsequent umgesetzt. Gerade im Hinblick auf die Rigidität, mit der Maßnahmen zur Problemeindämmung umgesetzt wurden, stellt sich die Frage, wie junge Menschen diese politischen Regulationen bewerten.

Julia Gehlken (geb. Thürsam)

Thema: „Keiner darf verloren gehen!“ – Eine empirische Studie zum Verhältnis von Schulen in christlicher Trägerschaft zu Schülerinnen und Schülern mit besonderen Begabungen“

Das Forschungsprojekt unter dem Titel  „Keiner darf verloren gehen!“ – Eine empirische Studie zum Verhältnis von Schulen in christlicher Trägerschaft zu Schülerinnen und Schülern mit besonderen Begabungen“ untersucht das Verhältnis von Evangelischen Schulen zu Heranwachsenden, die besondere Begabungen aufweisen. Unter der Forschungsfrage soll ermittelt werden, wie sich das christliche Menschenbild auf die Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Begabungen auswirkt und welche Unterrichtskonzepte sich zur Förderung von Heranwachsenden mit besonderen Begabungen aus dieser Anthropologie ergeben. Das Verhältnis von Anthropologie und Pädagogik in Evangelischen Schulen soll demnach am Beispiel von besonderen Begabungen ermittelt werden.

Das Forschungsvorhaben soll mit Hilfe einer Triangulation von Forschungsmethoden umgesetzt werden. Zu Beginn des Forschungsprojekts steht eine ausführliche Dokumentenanalyse. Das Konstrukt „Hochbegabung“, bedeutsame Fördermaßnahmen für Kinder und Jugendliche mit besonderen Begabungen, Möglichkeiten der Diagnostik von Hochbegabung als auch Kennzeichen und Merkmale des christlichen Menschenbildes sollen an dieser Stelle erläutert werden. Zudem sind leitfadengestützte Experteninterviews sowie teilnehmende Beobachtungen angedacht, um die Forschungsfrage tiefgehend beantworten zu können.

Kira Willms

Thema: Außerschulische Lernorte im Zeitalter der Digitalisierung. Eine wissenschaftliche Erhebung digitaler Angebote zur Vor- und Nachbereitung von Besuchen in deutschsprachigen Schulmuseen mit Schulklassen der Primarstufe und Sekundarstufe I

Sowohl im unterrichtlichen als auch im außerschulischen Bereich verändert sich die Lernwelt von Schüler_innen vom analogen zum digitalen Lernen. Ein Beispiel für außerschulische Lernorte sind Schulmuseen und Heimatmuseen mit Schulstuben. Sie haben ihren thematischen Schwerpunkt auf die historische Entwicklung von Schule und Unterricht gelegt und vermitteln deren Geschichte. Neben Workshops, die Museen für ihre Besucher_innengruppen anbieten, gibt es auch unterschiedliche Angebote, die der Vor- und Nachbereitung eines Besuches dienen. Allerdings stellen längst nicht alle Museen ein digitales Angebot für Lehrer_innen und Schulklassen zur Vor- und Nachbereitung von Museumsbesuchen zur Verfügung, obwohl dieses Material den Vorteil hat, Besucher_innengruppen den Besuch des Museums reizvoller zu präsentieren und ergiebiger werden zu lassen. Damit wäre Lehrkräften die Möglichkeit geboten, ihre Schulklassen gezielter auf die Exkursion vorzubereiten und im Nachhinein diese nachhaltiger zu reflektieren. Ziel der Arbeit ist, im Rahmen einer wissenschaftlichen Erhebung den grundlegenden Stand zur Bereitstellung von digitalen Materialien zur Vor- und Nachbereitung für Schüler_innengruppen der Schulmuseen im deutschsprachigen Raum zu analysieren. Im Rahmen des Dissertationsprojektes werden Portfolios zu den untersuchten Museen, Interviewleitfäden sowie Evaluierungs- und Vorbereitungsbögen für Schulmuseen erstellt, die ihre eigenen digitalen Angebote prüfen möchten.

Sven Weissenborn

Thema: Virtuelle Sektormodelle: Entwicklung und Evaluation einer digitalen Lernumgebung zur Allgemeinen Relativitätstheorie

1915 veröffentlichte Albert Einstein seine Arbeiten zur Allgemeinen Relativitätstheorie und stellte, Isaac Newton widersprechend, die Theorie auf, dass Gravitation keine Kraft, sondern das Resultat der Geometrie der Raumzeit ist. Diese fundamentale Theorie hält, trotz ihrer Relevanz für Wissenschaft und Technik, jedoch kaum Einzug in die moderne Schullandschaft. Diesem Missstand begegnend wird am hiesigen Institut für Physik ein Zugang entwickelt, der Einsteins geometrische Beschreibung von Raum und Zeit ohne komplexe Mathematik für Schülerinnen und Schüler verständlich aufbereitet. Mit Stift und Lineal konstruieren die Lernenden Geodäten auf sogenannten Sektormodellen aus Papier, die die Geometrie der gekrümmten Raumzeit maßstabsgetreu abbilden. Mit diesen Modellen lassen sich Phänomene wie die Lichtablenkung in der Nähe massereicher Objekte oder die gravitative Rotverschiebung erklären.

Im Rahmen des Design-Based Research-Ansatzes wird in diesem Dissertationsvorhaben der modellbasierte Zugang aufgegriffen und um neue, virtuelle Komponenten erweitert. Zyklen aus theoriebasierter Entwicklung und empirischer Evaluation verfolgen das Ziel der Bereitstellung einer für die Schule geeigneten digitalen Lernumgebung. Für die Entwicklung geeigneter Materialien werden explorative und systematisierende Experteninterviews mit Lehrkräften durchgeführt.

Die Lernwirksamkeit überprüfend wird auf die Methode der Akzeptanzbefragung nach Jung (1992) zurückgegriffen.

Münden soll der Forschungsprozess in einer Feldstudie, in der die entwickelten Applikationen im Unterricht von Lehrkräften verwendet werden.

Dominik Susan

Thema: Demokratiebildung in der Schule – Eine Untersuchung von ausgezeichneten Demokratieschulen

Die Demokratie ist grundlegend für unsere gesamte Gesellschaft. Insbesondere in einer Zeit, in der rechte Bewegungen in vielen Ländern an Bedeutung gewinnen und drohen, die Demokratie zu schwächen, gilt es, bereits möglichst früh demokratische Kompetenzen und Einstellungen zu etablieren und zu stärken. Dafür ist die Schule besonders gut geeignet, da sie die einzige Institution ist, die alle Personen durchlaufen müssen. Allerdings zeigt sich in der Praxis, dass die Demokratiebildung in vielen Fällen nicht die nötige Präsens in den Schulen aufweist, welche die Bedeutung widerspiegeln würde. Um dem entgegenzuwirken, schuf das niedersächsische Kultusministerium eine Auszeichnung, die Schulen würdigen sollte, welche besondere Anstrengungen im Bereich der Demokratiebildung unternehmen. Für die Auszeichnung konnten sich die Schulen bewerben und im September 2021 wurden dann 15 Schulen ausgezeichnet.

In diesem Dissertationsvorhaben sollen diese ausgezeichneten Demokratieschulen untersucht werden. Es soll erarbeitet werden, wie diese Schulen das Vermitteln von demokratischen Kompetenzen und Einstellungen in den Schulalltag integriert haben und erörtert werden, ob diese Konzepte nicht an allen Schulen umgesetzt werden könnten. Dabei soll auch die Auszeichnung kritisch hinterfragt werden. Am Ende soll dann der Schulentwicklungsprozess der Schulen nachvollzogen und bewertet werden.

Um dies zu erreichen, sollen kriteriengeleitete Beobachtungen an den einzelnen Schulen durchgeführt werden. Dadurch soll ein erster Eindruck für die Umsetzung der Demokratiebildung gewonnen werden, welcher dann als Grundlage für die Interviews dient. Diese Interviews sollen mit den beteiligten Personen (Schulleitung, Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler etc.) durchgeführt werden, um zum einen ihre Wahrnehmungen und Vorstellungen hinsichtlich der Demokratiebildung an ihrer Schule untersuchen zu können, aber auch um die eigene Wahrnehmung aus den Beobachtungen verifizieren zu können.

Christof Bodenburg

Thema: Wirksamkeit von Bildungsmaßnahmen zum Schutz problematischer Tierarten - eine Interventionsstudie am Fallbeispiel des Aye-ayes in Madagaskar

Das in Madagaskar endemische Aye-aye (Daubentonia madagascariensis) ist der größte nachtaktive Primat der Erde. Sein einzigartiges Aussehen (verlängerter Mittelfinger, nagetierähnliche Schneidezähne, großen Ohren) ist auf Anpassungen an seine hochspezialisierte Ernährung zurückzuführen. Dieses verleiht ihm zwar einen ökologischen Vorteil, sorgt aber auch für seinen schlechten Ruf bei lokalen Communities. Der weit verbreitete Volksglaube besagt, dass das Aye-aye ein gefährlicher Dämon sei und dass Orte, in denen ein Aye-aye auftaucht vom Unglück verfolgt werden. Dieser Aberglaube führt dazu, dass Aye-ayes vielerorts getötet werden und diese Art vom Aussterben bedroht ist. In einer Vorstudie der Universität Hildesheim und der Universität Antananarivo wurde zum ersten Mal festgestellt, dass lokale Landnutzer*innen von der Anwesenheit eines Aye-ayes profitieren, da es Pflanzenschädlinge an Nelkenbäumen und Zuckerrohr frisst. Das Wissen über diese Ökosystemdienstleistung führte zu positiven Einstellungen gegenüber dem Aye-aye und birgt ein großes Potential zur Steigerung seiner lokalen Akzeptanz.

Ziel des Promotionsvorhabens ist es, die Einstellungen lokaler Communities gegenüber dem Aye-aye zu verbessern um die Zahl der getöteten Individuen zu verringern. Gleichzeitig sollen dabei wirksame Ansätze zur Minderung von Mensch-Wildtier-Konflikten identifiziert werden. Dafür werden in Communities rund um den Makira Natural Park im Nordosten Madagaskars erfahrungs- und konzeptbasierte Bildungseinheiten zum Aye-aye durchgeführt und deren Erfolg durch Prä-Post Befragungen evaluiert. Das Promotionsvorhaben findet in enger Kooperation mit der Universität Antananarivo und zwei lokal agierenden Naturschutzorganisationen statt.

Malte Harms

Thema: Wirkung von Kooperationsskripts auf der semistrukturierten, digitalen Lernumgebung „Moodle“ im Rahmen des computerunterstützten kollaborativen Lernens („Computer-supported collaborative Learning“, CSCL)

Das Forschungsvorhaben untersucht die Wirkung von Kooperationsskripts auf der semistrukturierten, digitalen Lernumgebung „Moodle“ im Rahmen des computerunterstützten kollaborativen Lernens („Computer-supported collaborative Learning“, CSCL). Genauer soll betrachtet werden, inwiefern Kooperationsskripts - also externe Vorgaben zur Umsetzung von Lernaktivitäten in kollaborativen Lernsettings – auf die Arbeitsweise der Lerner*innen auf Lernplattformen strukturierend wirken. Besonders von Interesse ist dabei, inwieweit die Wiederherausnahme des eingesetzten, unterstützenden Kooperationsskripts („Fading“) zu einem durch die Lerner*innen selbst festgelegten Zeitpunkt erfolgen kann. Fraglich ist hier nicht nur, ob Lerner*innen den optimalen Zeitpunkt für die Wegnahme der lernunterstützenden Maßnahme gemeinsam treffend bestimmen können, sondern auch ob die durch die vorige Arbeit mit dem Kooperationsskript implementierten Arbeitsweisen auch nach der Arbeit mit dem Skript stabil durch die Lerner*innen fortgeführt werden können.

Fedora Westphal

Thema: Sachbildung im französischen Primarschulbereich. Eine empirische Untersuchung der Unterrichtspraxis

Sachlernprozesse finden an deutschen Grundschulen vorrangig im Sachunterricht statt. Doch wie werden diese an Primarschulen in anderen (europäischen) Ländern gestaltet? Exemplarisch für die Erforschung von Sachlernprozessen außerhalb des deutschsprachigen Raumes wird im Rahmen des Dissertationsvorhabens über die theoretische Ebene hinaus die konkret-praktische Umsetzung der Sachbildung an ausgewählten französischen Primarschulen untersucht. Aufgrund der thematischen und strukturellen Einteilung der Schulzeit an französischen Schulen in sogenannte Zyklen, die jeweils drei Schuljahre umfassen, wird die praktische Umsetzung von Sachlernprozessen der ersten drei Schuljahre der französischen Primarschulen, erforscht. Hierzu werden die konkreten Unterrichtsinhalte, -ziele und -methoden der entsprechenden Unterrichtsfächer, in denen Sachlernprozesse stattfinden, untersucht. Darüber hinaus werden unter anderem didaktische Leitprinzipien, Bezüge zu weiteren Unterrichtsfächern, Aspekte der Klassenführung und Interaktionen zwischen Lehrkräften und Schüler*innen analysiert. Um das Ziel einer möglichst umfassenden Erfassung der Sachlernprozesse an französischen Primarschulen zu erreichen, wird im Sinne einer methodischen Triangulation auf unterschiedliche Forschungsmethoden zurückgegriffen. So werden sowohl Unterrichtsbeobachtungen in verschiedenen Klassen der ersten drei Schulstufen an französischen Primarschulen durchgeführt, als auch Lehrkräfte der entsprechenden Schulklassen befragt. Ergänzend erfolgen Analysen von Schulbüchern, die im (beobachteten) Unterricht der entsprechenden Unterrichtsfächer verwendet werden.

Thema: Sachbildung im französischen Primarschulbereich. Eine empirische Untersuchung der Unterrichtspraxis

Sachlernprozesse finden an deutschen Grundschulen vorrangig im Sachunterricht statt. Doch wie werden diese an Primarschulen in anderen (europäischen) Ländern gestaltet? Exemplarisch für die Erforschung von Sachlernprozessen außerhalb des deutschsprachigen Raumes wird im Rahmen des Dissertationsvorhabens über die theoretische Ebene hinaus die konkret-praktische Umsetzung der Sachbildung an ausgewählten französischen Primarschulen untersucht. Aufgrund der thematischen und strukturellen Einteilung der Schulzeit an französischen Schulen in sogenannte Zyklen, die jeweils drei Schuljahre umfassen, wird die praktische Umsetzung von Sachlernprozessen der ersten drei Schuljahre der französischen Primarschulen, erforscht. Hierzu werden die konkreten Unterrichtsinhalte, -ziele und -methoden der entsprechenden Unterrichtsfächer, in denen Sachlernprozesse stattfinden, untersucht. Darüber hinaus werden unter anderem didaktische Leitprinzipien, Bezüge zu weiteren Unterrichtsfächern, Aspekte der Klassenführung und Interaktionen zwischen Lehrkräften und Schüler*innen analysiert. Um das Ziel einer möglichst umfassenden Erfassung der Sachlernprozesse an französischen Primarschulen zu erreichen, wird im Sinne einer methodischen Triangulation auf unterschiedliche Forschungsmethoden zurückgegriffen. So werden sowohl Unterrichtsbeobachtungen in verschiedenen Klassen der ersten drei Schulstufen an französischen Primarschulen durchgeführt, als auch Lehrkräfte der entsprechenden Schulklassen befragt. Ergänzend erfolgen Analysen von Schulbüchern, die im (beobachteten) Unterricht der entsprechenden Unterrichtsfächer verwendet werden.

Sarah Piepkorn

Thema: ‚Angaben zum verbalen Aspekt in einem patternbasierten elektronischen Wörterbuch – Datenbeschaffung, Präsentation und Wirksamkeit bei fortgeschrittenen Lernenden‘

Lernerwörterbücher unterstützen Fremdsprachenlernende, indem sie Informationen über einzelne Wörter bereitstellen, die die Lernenden beispielsweise beim Lesen oder Schreiben von Texten nutzen können. Typischerweise bieten die Lernerwörterbücher dabei eine Bandbreite an unterschiedlichen Informationen wie zum Beispiel zu Schreibweise, Aussprache, verschiedenen Bedeutungen und zur Verwendung der Wörter, um unterschiedliche Fragestellungen der Nutzenden zu beantworten. Damit stellen sie eine Ressource dar, die von den Lernenden eigenständig genutzt, aber auch im Fremdsprachenunterricht eingesetzt werden kann.

Für die Sprachproduktion spielen Verben eine zentrale Rolle, weil sie den Aufbau von Sätzen maßgeblich beeinflussen. Dies spiegelt sich auch in den Lernerwörterbüchern wider, die die Strukturen beschreiben, in denen die Verben in ihren einzelnen Bedeutungen verwendet werden können. Was jedoch bisher noch nicht systematisch behandelt wird, ist der verbale Aspekt und die damit verbundenen Bedeutungsvariationen und typischen Verwendungsweisen eines Verbes im Satz.

In diesem Dissertationsvorhaben wird daher die Frage gestellt, wie der verbale Aspekt der einzelnen Lesarten von Verben ermittelt und in einem einsprachigen elektronischen Lernerwörterbuch für die Sprachproduktion fortgeschrittener Fremdsprachenlernender optimal dargestellt werden kann. Dazu werden für drei Sprachen – Deutsch, Englisch und Italienisch – und einer Auswahl von Verben aus Textkorpora die relevanten Verwendungsweisen ermittelt und systematisiert. Auf Basis dieser Daten werden die für Lernende relevanten Informationen ausgewählt und aufbereitet und für die behandelten Verben Beispieleinträge des Wörterbuchs erstellt, in denen eine Darstellung der Informationen zum Aspekt vorgeschlagen wird. In Form eines Benutzungsexperiments mit angeschlossenem Fragebogen werden die Beispieleinträge dann mit Studierenden (eventuell mehrfach) evaluiert und angepasst, um eine möglichst optimale – das heißt verständliche und effektive – Darstellung der Informationen zu erreichen.

Thematisch ist das Dissertationsvorhaben in das Projekt PhraseBase eingebunden, in dessen Rahmen unter anderem an der Universität Hildesheim an der Erstellung eines neuartigen, gemeinsprachlichen und mehrsprachigen elektronischen Wörterbuchmodells zur Sprachproduktion für Fremdsprachenlernende geforscht wird.

Katharina Kulas

„…since stories are heeded, but studied not” – Nutzung narrativ und non-narrativ gerahmter Informationen in strukturierten vs. nicht-strukturierten Bewertungsprozessen zum Thema hormonelle Transitionstherapien bei Trans*Jugendlichen.

Schüler:innen werden in den Sozialen Medien mit einer Vielzahl an Informationen konfrontiert, die häufig in emotionsgeladenen, persönlichen Erfahrungsberichten dargeboten werden und auf diese Weise die Aufmerksamkeit der Lesenden auf sich ziehen. Evidenzbasierte, faktisch nüchtern präsentierte Informationen werden hingegen weniger beachtet. Auf diese Weise entsteht ein Ungleichgewicht in der Informationswahrnehmung und die Notwendigkeit Schüler:innen in der reflektierten Nutzung verschiedener Informationsformate zu unterstützen. Im Kontext biopolitischer Konflikte wird diese Notwendigkeit besonders deutlich, da insbesondere zu kontroversen Themen wie z.B. Corona-Maßnahmen oder hormonelle Transition von Trans* Jugendlichen in den sozialen Medien zahlreiche narrativ gerahmte Informationen kursieren und durch narrative-bias-Effekte die Problemwahrnehmung dominieren. Die lebensweltorientierte Befähigung zur informierten Meinungsbildung, die im BU der Bewertungskompetenz zugeordnet wird, ist eine Sensibilisierung für eine kritische Quellennutzung. Dies erhöht die Komplexität der ohnehin herausfordernden Bewertungsprozesse mit naturwissenschaftlichen und gesellschaftlichen Bezügen zusätzlich. Auch wenn es in der Literatur Ansätze für Strukturierungshilfen zur Komplexitätsreduktion von Bewertungsprozessen gibt, sind kaum Ansätze zu finden, die das Wirken dieser Strukturierungshilfen experimentell überprüfen und ebenso wenig Ansätze, die eine integrierte Förderung von Bewertungskompetenz und Informationskompetenz vorsehen.

Ziel des vorliegenden Promotionsvorhabens ist es daher, die Wirksamkeit einer Strukturierungshilfe zur Komplexitätsbewältigung bei der integrativen Förderung von Bewertungs- und Informationskompetenz im Biologieunterricht in einem Experimental-Kontrolldesign und entsprechende Zusammenhänge mit der Nutzung narrativ und non-narrativ eingerahmter Informationsquellen in einer Prä-Post-Erhebung zu analysieren. Hierzu werden sowohl qualitative Analysen von Schüler:innenprodukten (z.B. Nutzung von Informationsformaten in schriftlichen Begründungen) als auch quantitative Analysen der selbsteingeschätzten kognitiven Belastung vorgenommen.

Assoziierte Promovend_innen des Promotionskollegs Unterrichtsforschung

  • Steffen Albach:  Vorstellungen von Schülerinnen und Schülern zu Politik
  • Kris-Stephen Besa:  Die Entwicklung der Studien- und Berufswahlmotivation von Lehramtsstudierenden   in Praxisphasen
  • Maren Böhmer:  Implementation von Bildung für Nachhaltige Entwicklung in die Lehrerbildung - eine   empirische Studie
  • Simone Depner: Die Bedeutung der Gesprächsdramaturgie für literarische Lernprozesse im Deutschunterricht
  • Timo Habedank:  Resilienz als Ressource und ihre Förderungsmöglichkeiten durch Sport und Bewegung
     
  • Linda Hennig: Mentale Repräsentationen im Schulsport. Zur Entwicklung und Bedeutung perzeptuell-kognitiver Bewegungsstrukturen von Lehrenden und Lernenden im Kontext von Unterrichtsprozessen
  • Carolin Just: Kumulative Effekte von Schulpraktika? Kompetenzerweiterung Lehramtsstudierender vom Allgemeinen Schulpraktikum zum Fachpraktikum
     
  • Revert Klattenberg: Die Funktionen von Lehrerfeedback in Lehrer-Schüler-Interaktionen im Englischunterricht. Eine gesprächsanalytische Studie
     
  • Maren Koberstein-Schwarz: Förderung fachspezifischer Unterrichtsplanungskompetenzen durch isolierte Planungsaufgaben - eine qualitative Analyse von Interventionseffekten.
  • Katharina Ponto:  Auswirkungen kommunikativer Unterrichtsprinzipien im englisch- und deutschsprachigen Unterricht
  • Annabell Ringel:  Die Möglichkeiten einer Professionalisierung des Lehrerberufs durch Bildung für nachhaltige Entwicklung.
  • Isabel Rink:  Barrierefreie Rechtskommunikation 
  • Bianca Strutz:  Zum Umgang mit Bildlichkeit in der Sekundarstufe
  • Mario Voß:  Sprachbewusstheit und Kasus
  • Sina Wemme:  Wissenschaftlicher Habitus von angehenden Sportlehrkräften. Eine Rekonstruktion von Bildungsbiographien im Kontext von Lehrerbildungsforschung
  • Gianna Wilm:  Sportunterrichtliche Inszenierungen aus der Genderperspektive
     
  • Melissa Windler: Graphentheoretische Konzepte als alternative Grundlage im Mathematikunterricht der Grundschule.
  • Jana Winnefeld:  Task-based Language Learning an bilingualen Montessori-Grundschulen