Universität Hildesheim - Meldungen - Fachbereich 4 https://www.uni-hildesheim.de/ Meldungen der Universität Hildesheim - Fachbereich 4 de-de Stiftung Universität Hildesheim Thu, 14 Nov 2019 01:46:24 +0100 Thu, 14 Nov 2019 01:46:24 +0100 TYPO3 EXT:news news-17859 Wed, 13 Nov 2019 17:36:23 +0100 Ein neuer Menschaffenfund aus dem Allgäu wirft Licht auf die Entstehung des aufrechten Ganges https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/ein-neuer-menschaffenfund-aus-dem-allgaeu-wirft-licht-auf-die-entstehung-des-aufrechten-ganges/ Zahlreiche Medien berichteten dieser Tage über den Fund eines fossilen Menschenaffen (Danuvius guggenmosi) aus dem Allgäu. Das Teilskelett sowie Einzelknochen von weiteren Individuen sind etwa 11,6 Millionen Jahre alt. Da die Entwicklung des aufrechten Ganges zu den ungelösten Problemen der Paläoanthropologie zählt, ist der neue Fund von erheblicher wissenschaftlicher Bedeutung. Eine differenzierte Betrachtung ist notwendig. Ein Gastbeitrag von Dr. Stefan Flohr. Gastbeitrag von Dr. Stefan Flohr, Anthropologe, Institut für Biologie und Chemie, Universität Hildesheim. Seit 2007 forscht und lehrt Dr. Stefan Flohr an der Universität Hildesheim und gibt sein Wissen in der Anthropologie, Anatomie, Humanbiologie und Paläoanthropologie sowie Bioarchäologie an Studentinnen und Studenten weiter. Er war mehrere Jahre als Landesanthropologe in Thüringen tätig.

Zahlreiche Medien berichteten dieser Tage über den Fund eines fossilen Menschenaffen (Danuvius guggenmosi) aus dem Allgäu. Das Teilskelett sowie Einzelknochen von weiteren Individuen sind etwa 11,6 Millionen Jahre alt. Sie entstammen einer Epoche der Erdgeschichte, dem Miozän, in der Menschenaffen in einer viel größeren Vielfalt gelebt haben als heute. Das Brisante hierbei ist, dass sich aus einem bisher unbekannten Vertreter jener miozänen Menschenaffen die zum heutigen Menschen führende Stammeslinie entwickelt hat.

Die Diskussion über dieses Thema wird daher oft eher emotional als sachlich geführt. Der Mainzer Paläoanthropologe Winfried Henke schrieb das Phänomen der „Subjekt-Objekt-Identität“ zu, nach welchem der Mensch Beobachter und beobachtetes Objekt zugleich ist, was eine neutrale Bewertung der Befunde erschwert. Genau dieses Dilemma wird in der aktuellen medialen Berichterstattung zu den Funden aus dem Allgäu spürbar. Da ist reißerisch die Rede davon, dass aktuell geltende Vorstellungen zur Evolution auf den Kopf gestellt werden müssten und Ähnliches mehr.

Die Diskussion wird oft eher emotional als sachlich geführt

In der Tat ist der Fund eindrucksvoll und ohne Zweifel bedeutsam. Die Bewertung durch die Autoren Madelaine Böhme und Mitarbeiter im Fachjournal „Nature“ ist sehr viel differenzierter als in den Populärmedien. Nach den Autoren weist Danuvius ein einzigartiges Mosaik an Merkmalen auf, das sowohl Anpassungen an die zweibeinige als auch die kletternde Fortbewegungsweise widerspiegelt. Insbesondere sei bei Danuvius eine Streckung des Knie- und Hüftgelenkes nachweisbar, wie sie auch für die menschliche Bipedie typisch ist. Da die Entwicklung des aufrechten Ganges zu den ungelösten Problemen der Paläoanthropologie zählt, ist der neue Fund von erheblicher wissenschaftlicher Bedeutung und könnte nach Ansicht der Erstbeschreiber als Modell für die Entwicklung der Bidepie beim Menschen dienen.

Durch den Fund ergeben sich interessante Fragen und Diskussionsansätze. Schon früher wurde miozänen Menschenaffen aus dem europäischen Raum eine zweibeinige Fortbewegungsweise zugesprochen. Allerdings fand keine dieser Interpretationen bisher eine breite Zustimmung in der Fachwelt. Ob dies im Fall von Danuvius anders ist, wird sich erst in der Zukunft zeigen, wenn auch andere Experten die Funde analysiert haben.

Dieser Prozess wird sich sicher über viele Jahre, womöglich Jahrzehnte hinziehen. Sollte die Interpretation der Erstbeschreiber bestätigt werden, so wäre belegt, dass sich der aufrechte Gang bei Menschenaffen mehrmals und auf womöglich unterschiedliche Weise unabhängig voneinander entwickelt hat. Mehrmals deshalb, weil die Vorfahren des heutigen Menschen diesen Schritt vollzogen haben und Danuvius sicherlich nicht zu diesen Vorfahren zählt. Ansonsten müsste Danuvius aufgrund seines geologischen Alters auch der Urahn der heutigen Gorillas und Schimpansen sein. Erstere spalteten sich vor rund neun Millionen Jahren von der zum Menschen führenden Stammeslinie ab, letztere vor rund sechs Millionen Jahren. Beide hätten also wie auch die Menschen die Bipedie von Danuvius „geerbt“ und hätten beide unabhängig voneinander die zweibeinige Fortbewegungsweise wieder aufgegeben. Eine solche Entwicklung ist fossil nicht belegt und evolutionsbiologisch extrem unwahrscheinlich.

Was ist also die eigentliche Bedeutung des Fundes?

Was ist also die eigentliche Bedeutung des Fundes? Es ist die Erkenntnis, dass die Diversität der Menschenaffen im Miozän offenbar noch größer war als zuvor angenommen. Weiterhin – sollte sich die Interpretation der Erstbeschreiber bestätigen – die Erkenntnis, dass es mehrere „Anläufe“ zur Etablierung des aufrechten Ganges gegeben hat. Außerdem fanden diese offenbar schon sehr viel früher statt als bisher angenommen wurde und waren nicht auf Afrika beschränkt, wo sie durch ein paar jünger datierende Funde als gut belegt gelten.

Fakt ist, dass sich von diesen Anläufen nur einer über die Zeit gerettet hat, nämlich derjenige, der zum heutigen Menschen führte. Danuvius und seine Nachkommen haben es offenbar nicht geschafft. Aber die große Familie der rezenten und fossilen Menschenaffen ist um ein hochinteressantes Mitglied reicher.

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news-17721 Tue, 05 Nov 2019 11:14:00 +0100 Wissenschaftswettstreit: Science Slam an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/wissenschaftswettstreit-science-slam-an-der-universitaet-hildesheim/ Die Universität Hildesheim lädt einmal im Jahr zum beliebten Wettstreit der Wissenschaften ein. Auf der Bühne des „Science Slam" geben vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachdisziplinen Politikwissenschaft, Literatur, Sprachwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft Einblicke in ihre Forschung. Es treten an: Prof. Dr. Wolf J. Schünemann, Dr. Christine Lötscher, Prof. Dr. Kristin Kersten und Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis. Die Universität Hildesheim lädt einmal im Jahr zum beliebten Wettstreit der Wissenschaften ein. Auf der Bühne des „Science Slam" gaben am 5. November 2019 vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachdisziplinen Politikwissenschaft, Literatur, Sprachwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft Einblicke in ihre Forschung. Der Eintritt ist frei und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Veranstaltung teil.

Es traten an:

  • Prof. Dr. Wolf J. Schünemann, Fachbereich 1
    Institut für Sozialwissenschaften – Politikwissenschaft

  • Dr. Christine Lötscher, Fachbereich 2
    Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft

  • Prof. Dr. Kristin Kersten, Fachbereich 3
    Institut für Englische Sprache und Literatur

  • Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis, Fachbereich 4
    Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik

„Ich finde das Format ‚Science Slam‘ sehr gut, denn es bringt die Universitätsangehörigen über Fächer, Disziplinen und Statusgruppen hinweg in großer Zahl zusammen. Die aktive Teilnahme als Vortragender ergibt sich daraus noch nicht zwingend, aber sie wird dadurch sehr begünstigt. Meine Kernbotschaft: Internet und Staat passen einfach nicht zusammen, oder doch? Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Genau deshalb möchte ich sie in meinem Vortrag untersuchen. Am Ende aber müssen die Gerichte entscheiden“, sagt Professor Wolf Schünemann.

Dr. Christine Lötscher nimmt am Science Slam teil, „weil Wissenschaft Vermittlung braucht, um ihre gesellschaftliche, kulturelle Relevanz auch ins Spiel bringen zu können. Das gilt insbesondere für die Geisteswissenschaften.“ Die Botschaft der Literaturwissenschaftlerin beim Sceince Slam wird folgende sein: „Wir verstehen unsere Kultur viel besser, wenn wir uns mit Kinder- und Jugendmedien auseinandersetzen.“

Die Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Kristin Kersten bringt auf den Punkt, was sie beim Science Slam vermittlen wird: „Sprachenlernen kann Leben retten!“ Die Forscherin wird darüber sprechen, was wir wirklich über bilinguales Lernen wissen sollten. „Ich finde es großartig, wenn Wissenschaft über Gelegenheiten wie diese für Viele zugänglich gemacht werden kann. Und es kann nicht schaden – insbesondere uns selbst nicht –, wenn das auch häufiger einmal mit einem Augenzwinkern geschieht. Ich habe in der letzten Zeit in unseren gesellschaftlichen Diskussionen oft die Frage gehört, ob Humor nicht eine ganz entscheidende Rolle bei der Verarbeitung von Informationen spielen kann. Ich bin überzeugt davon! Das gilt übrigens auch für das Sprachenlernen“, so Kersten über den „Science Slam“.

Für Professor Athanassios Pitsoulis ist der Science Slam „einfach nur Spaß“. Er tritt an, um das Vorurteil anzugehen, dass Wirtschaftswissenschaft eine „trübselige Theorie von knappen Ressourcen und unbefriedigten menschlichen Bedürfnissen“ sei; sie ist seiner Meinung nach vielmehr extrem vielfältig und vor allem lehrreich. Mit am lehrreichsten findet er dabei die Spieltheorie, die heute aus den Wirtschaftswissenschaften nicht mehr wegzudenken ist. Wie die Spieltheorie helfen kann, internationale Konflikte und Verhandlungen zu erklären - man denke nur an Grexit, Brexit, Handelskriege und so weiter - wird Thema seines Vortrags sein, in dem er auch auf seine eigenen Forschungsarbeiten Bezug nehmen wird.

Science Slam mit Worten, Requisiten, technischen Hilfsmitteln oder Live-Experimente

Mit Worten, Requisiten, technischen Hilfsmitteln oder auch Live-Experimenten soll das Publikum für die Arbeit und Denkweisen in den vier Wissenschaftsdisziplinen interessiert und begeistert werden – am Ende hat das Publikum durch die Lautstärke des Applauses entschieden, welcher der Beiträge den Wettstreit gewinnt: Den Science Slam 2019 hat Professor Wolf Schünemann gewonnen, er arbeitete sich in seinem Vortrag am Komplex Internet und Staat ab und ließ Bilder und Videos aus dem Netz sprechen.

Interessierte Lehrende, Studierende, Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung,, Transfer und  Kooperationen begrüßt die Gäste, die Moderation übernimmt Markus F. Langer, Friend- und Fundraiser der Universität. Der Abend wird auch in diesem Jahr musikalisch von dem Saxophonisten Lars Stoermer aus Hannover begleitet.

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news-17771 Fri, 01 Nov 2019 16:10:00 +0100 „Informatik? Da bin ich auf jeden Fall dabei!“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/informatik-da-bin-ich-auf-jeden-fall-dabei/ Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Andreanum haben in dieser Woche eine Informatikvorlesung in der Universität besucht. Die Elftklässlerin Dana Leonie sagt über das Angebot der Uni, in eine Vorlesung zu schnuppern: „Es ist wichtig, vor dem Abitur so viel wie möglich auszuprobieren, damit man sieht: Was ist passend für mich? Und es ist definitiv eine gute Chance, zu schauen, wie das hier in der Uni ist – den Studienalltag kenne ich ja noch gar nicht.“ Ein Dienstagmittag im Hörsaal 1 am Hauptcampus. Informatikprofessor Klaus Schmid beginnt die Vorlesung „Einführung in die Informatik“, dieses Mal befassen sich die Studienanfängerinnen und Studienanfänger mit den Grundlagen von Programmiersprachen wie Variablen und Anweisungen, Fallunterscheidungen und Schleifen. „Wie lassen sich Werte speichern? Wie können wir Verarbeitung beschreiben? Welche grundsätzlichen Möglichkeiten gibt es dazu?“, fragt Klaus Schmid seine Studierenden.

In den kommenden drei Jahren werden die Studentinnen und Studenten der verschiedenen Informatikstudiengänge Grundkonzepte der Informatik wie Modellierung und Programmierung, der Künstlichen Intelligenz und des Software Engineering erlernen. Sie werden lernen Softwaresysteme zu entwickeln und sich zum Beispiel mit Algorithmen, Datenstrukturen, intelligenten Informationssystemen oder Produktions- und Logistikmanagement befassen. Zu den Informatikstudiengängen der Universität zählen „Wirtschaftsinformatik“, „Angewandte Informatik“, „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ und „Data Analytics“. Die Informatik an der Universität Hildesheim boomt, mittlerweile lernen fast 900 Studierende in diesen Studiengängen. Studienprogramme wie Data Analytics sind auch weltweit sehr gefragt und die Hildesheimer Studienplätze heiß begehrt.

Schülerin: „Ich finde Informatik cool und es ist eine Option für mich, das zu studieren, vor allem im 21. Jahrhundert, wo die Digitalisierung immer wichtiger wird“

Inmitten der Studierenden sitzt die Schülerin Dana Leonie. „Ich finde Informatik cool und es ist auf jeden Fall eine Option für mich, das zu studieren, vor allem im 21. Jahrhundert, wo die Digitalisierung immer wichtiger wird – Informatik ist also auch ein Job mit Perspektive“, sagt die 16-jährige. „Ich habe seit der 8. Klasse Informatik gewählt, weil ich mich sehr dafür interessiere und auch damit aufgewachsen bin, mein Vater Informatiker ist und er mir schon als Kind beigebracht hat, wie ich Datenbanken programmieren kann.“ Die Elftklässlerin wurde auf das Angebot der Universität Hildesheim aufmerksam, weil „eine E-Mail an alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 bis 12 geschickt wurde und ich dachte einfach: Hey, Informatik? Da bin ich auf jeden Fall dabei! Denn wichtig ist, vor dem Abitur so viel wie möglich auszuprobieren, damit man sieht: Was ist passend für mich? Und es ist definitiv eine gute Chance, zu schauen, wie das hier in der Uni ist – den Studienalltag kenne ich ja noch gar nicht.“

Sie gehört zu einer Gruppe von Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Andreanum, die eine Informatikvorlesung im Hörsaal der Universität Hildesheim besucht.

Auch Elisa aus der 12. Klasse gehört zu den Jugendlichen, die im Hörsaal in der Einführungsvorlesung des Informatikers Klaus Schmid sitzt. „Ich bin im Hörsaal, weil Informatik sehr wichtig ist für die heutige Welt“, sagt die 17-Jährige. „Ich möchte nach der Schule Naturwissenschaften studieren oder ich überlege, ob ich vielleicht Informatik studiere. Das ist heute eine gute Chance, um die Uni von innen zu sehen.“

Die Initiative dazu kommt von dem Hildesheimer Unternehmer Frank Wuttke, der die Informatik- AG des Gymnasiums leitet, und Professor Klaus Schmid. Während eines Treffens des „Arbeitskreises Informationstechnologie“ entstand die Idee, Schülerinnen und Schüler in die Universität einzuladen „damit sie das Informatikstudium live erleben“, sagt Frank Wuttke. Informatik sei an den Schulen unterbesetzt, es gebe zu wenige Lehrerinnen und Lehrer, die ihre Schülerinnen und Schüler für das Fach begeistern.

„Die Schülerinnen und Schüler können sich unmittelbar einen Eindruck verschaffen und erhalten einen realen Einblick in das IT-Studium“, sagt Professor Klaus Schmid. Schmid ist Experte für Softwareentwicklung an der Universität Hildesheim. Der Informatiker ist Dekan des Fachbereichs „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“. Seit 2005 arbeitet die Forschungsgruppe „Software Systems Engineering“ an Methoden und Techniken, wie Software effizient und qualitativ hochwertig entwickelt werden kann und forscht dabei auch oft gemeinsam mit Unternehmen wie zum Beispiel Siemens und der Robert Bosch GmbH.

Das Angebot des Teams um Professor Klaus Schmid von der Universität Hildesheim besteht prinzipiell auch für andere Gymnasien. Interessierte Schulen erreichen Prof. Dr. Klaus Schmid per E-Mail unter schmid@sse.uni-hildesheim.de.

Kurz erklärt:

Informatikstudium an der Universität Hildesheim

Die Universität Hildesheim bildet im Bachelorstudium und im Masterstudium Informatikerinnen und Informatiker unter anderem in den Studienprogrammen „Informationsmanagement und Informationstechnologie“, „Wirtschaftsinformatik“, „Angewandte Informatik“ und „Data Analytics“ aus. In Kooperation mit ausgewählten Unternehmen gibt es auch duale Studienangebote.

Die Hildesheimer Informatikstudiengänge verbinden Praxis und Theorie. Neben einer profunden, wissenschaftlichen Ausbildung mit vielfältigen Wahlmöglichkeiten ist ein Wirtschaftspraktikum ein fester Bestandteil aller IT-Bachelor-Studiengänge der Universität Hildesheim. Dort haben die Studierenden die Möglichkeit, Erfahrung in der Wirtschaft zu sammeln. Der „Arbeitskreis IT“ unterstützt die Studierenden bei der Kontaktaufnahme zu Unternehmen.

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news-17614 Thu, 17 Oct 2019 12:53:30 +0200 Juniorprofessor für Vegetationsökologie und Naturschutz: Antrittsvorlesung von Johannes Metz https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/juniorprofessor-fuer-vegetationsoekologie-und-naturschutz-antrittsvorlesung-von-johannes-metz/ Pflanzen sind die lebende Grundlage der Ökosysteme der Erde. Der Ökologe Johannes Metz erforscht die Artenvielfalt. Er forscht und lehrt als Juniorprofessor für Vegetationsökologie und Naturschutz an der Universität Hildesheim Lesetipp: Ein Interview mit Johannes Metz
lesen Sie im Universitätsjournal DIE RELATION
„Wir verlieren auf der Erde Arten – und zwar rasant“

Als Juniorprofessor für Vegetationsökologie und Naturschutz forscht und lehrt Johannes Metz seit November 2018 am Institut für Biologie und Chemie der Universität Hildesheim. Metz befasst sich mit Artenvielfalt, mit Veränderungen in der Gemeinschaftsstruktur und dem Vorkommen von Arten.

Pflanzen sind die lebende Grundlage der Ökosysteme der Erde. Warum eigentlich? Und was geschieht, wenn diese Grundlage unter veränderte Bedingungen gerät? In seiner Antrittsvorlesung schlägt Johannes Metz einen Bogen von der Bedeutung der Pflanzen allgemein hin zu zwei speziellen Aspekten seiner eigenen Forschung. Der erste Fokus wird dabei auf Ökosystemen des Nahen Ostens liegen. Dort bietet ein starker, natürlicher Klimagradient außergewöhnlich gute Bedingungen, um das Anpassungspotential von Pflanzen an verschiedene Klimate zu untersuchen – aber auch dessen Grenzen. Der zweite Fokus behandelt Auswirkungen von Umweltveränderungen auf regionale Vegetation. Am Beispiel heimischer Orchideen wird Johannes Metz erläutern, dass in Zeiten des Klimawandels der großflächige Schutz naturnaher Habitate unverzichtbar für den Erhalt von Biodiversität ist.

Wie Pflanzen zu einem funktionierenden Ökosystem beitragen

Der Ökologe untersucht in seiner Forschung zum Beispiel, wie Pflanzen zu einem funktionierenden Ökosystem beitragen und wie unverzichtbar deren Vielfalt ist.

„Wir haben auf der Erde noch nicht alle Arten beschrieben. Aber das ist ein gesichertes Faktum: Leider verlieren wir Arten auf der Erde, und zwar rasant. Es gibt verschiedene Einflussfaktoren, die es zusammen schwieriger für die Arten machen, zu überleben: Habitate werden zerstört. Die Landwirtschaft nimmt etwa zwei Drittel der Fläche Deutschlands ein und wird immer stärker intensiviert. Das heißt, wir haben nur noch ein Drittel mehr oder weniger naturnahe Flächen. Darüber hinaus werden diese Habitate sehr stark verändert, es werden Schadstoffe eingetragen, Pestizide aus der Landwirtschaft, Abgase und Mikroplastik. Durch Eutrophierung verändern wir die Nährstoffbedingungen. Dies verändert das feine, dynamische Gleichgewicht, in dem Arten bisher in ihrem Ökosystem koexistierten. Viele Arten sind nicht angepasst an so hohe Nährstoffkonzentrationen, weil sie in den letzten Millionen von Jahren keine Stickstoff- und Phosphatdüngung erlebt haben. Und die wenigen Arten, die mit solchen hohen Konzentrationen klarkommen, dominieren diese Ökosysteme. So wachsen dann eben mehr Knaulgras und Scharfer Hahnenfuß aber kaum noch Orchideen oder Schlüsselblumen“, sagt Metz.

Johannes Metz hat Biologie und Geographie an den Universitäten Freiburg und Leipzig studiert. Er unterrichtete als Referendar die Fächer Geographie und Biologie am Carl-von-Bach Gymnasium bei Chemnitz. Seine Doktorarbeit zum Thema „The sensitivity of Eastern Mediterranean plant communities to variations in rainfall and their vulnerability to global climate change“ führte ihn an die Universitäten in Tübingen und Jerusalem. Johannes Metz war danach wissenschaftlicher Mitarbeiter für Plant Ecology & Nature Conservation in Tübingen und später in Potsdam, wo er 2018 bis zu seinem Ruf nach Hildesheim auch die Professur für Spezielle Botanik und Biodiversitätsforschug vertrat.

Antrittsvorlesung

Am Mittwoch, 23. Oktober 2019, gibt der Ökologe Einblicke in seine Forschung. Die öffentliche Antrittsvorlesung „Ökologie der Pflanzen: Die Grundlage des Lebens in der veränderten Welt“ beginnt um 18:15 Uhr im Hörsaal 2 am Hauptcampus der Universität Hildesheim (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim).

Kurz erklärt:

Umweltwissenschaft und Naturschutz in Hildesheim

Ein Team aus Geographie und Biologie bildet an der Universität Hildesheim Umwelt-Fachleute in den Studiengängen „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung“ (Master of Science) sowie „Umweltsicherung“ (Bachelor of Science) aus. Den Bachelor haben seit 2007 rund 450 Studierende studiert, den Master seit 2014 etwa 100 Studierende. Die Studentinnen und Studenten befassen sich mit der Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen unseres Planeten.

Absolventinnen und Absolventen arbeiten zum Beispiel in den Bereichen Umweltsicherung und Umweltkommunikation, im Natur- und Umweltschutz bei Behörden, Verbänden oder Nichtregierungsorganisationen, in Planungsbüros und in der Umweltbildung bei staatlichen und freien Trägern.

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news-17566 Mon, 14 Oct 2019 14:18:06 +0200 Semesterstart an der Universität Hildesheim: „Wir dulden weder Hass noch Feindschaft“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/semesterstart-an-der-universitaet-hildesheim-wir-dulden-weder-hass-noch-feindschaft/ Das neue Semester beginnt – 1650 Bachelorstudierende starten in ihr Studium. 8800 Studierende lernen derzeit an der Universität Hildesheim. Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich appelliert an die Studentinnen und Studenten: „Wir sind gegen Hass und Diskriminierung. Alle Hochschulen stehen heute in der Pflicht, dies deutlich zu bekunden. Lassen Sie uns an der Universität Hildesheim zusammenarbeiten. Wir werden hier weder Hass noch Feindschaft dulden. Wir arbeiten zusammen, als Studierende, als Lehrende und als Forschende“, so der Präsident. Rede des Präsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich [PDF]

Brief des Niedersächsischen Wissenschaftsministers Björn Thümler [Deutsch, PDF] / [English, PDF]

Leitbild der Universität Hildesheim

Bericht des NDR FERNSEHENS, 14.10.2019

Tipp für Erstsemester: Konzert am 20.10.2019
Null-Euro-Tickets für Studierende an der Abendkasse
(gegen Vorlage des Studierendenausweises) [PDF]

In dieser Woche lernen die Erstsemester die Universität und die Stadt Hildesheim kennen. 1650 Bachelorstudierende starten in diesen Tagen in ihr Studium und wurden am Montag von Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich und Bürgermeister Jörg Bredtschneider in einer Feierstunde begrüßt.

8819 Studentinnen und Studenten (Stand 14. Oktober 2019) lernen in diesem Wintersemester an der Universität Hildesheim, darunter 833 internationale Studierende. „Dass zehn Prozent unserer Studierenden aus dem Ausland stammen, zeigt: wir leben Weltoffenheit. Ohne Internationalität ist Wissenschaft nicht denkbar“, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Appell des Präsidenten: Wir sind gegen Hass und Diskriminierung

Der Universitätspräsident wünscht allen Studienanfängerinnen und Studienanfängern einen guten Semesterstart. „Sie haben sich für ein Studium an der Universität Hildesheim entschieden. Darüber sind wir sehr glücklich. Universität bedeutet ‚Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden‘, und in unserem Leitbild bekennen wir uns zu dieser Form von Partnerschaft. Wir wollen Sie fachlich und persönlich betreuen und fördern“, so Wolfgang-Uwe Friedrich.

Anlässlich des Anschlags in Halle, der Partnerstadt Hildesheims, hat der Präsident zur Immatrikulationsfeier Ehrengäste eingeladen. Um Solidarität zu demonstrieren, begrüßte der Präsident den Vorsitzenden des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst. „Sie sind seit vielen Jahren ein unermüdlicher Streiter für Versöhnung, für Verständigung, für Zusammenarbeit. Sie zeigen Zivilcourage, sprechen die Sprache der Vernunft und leisten damit unserer Gesellschaft einen herausragenden Dienst. Besonders ermutigend ist der jüdisch-muslimische Dialog, das Projekt „Schalom-Aleikum“, das der Zentralrat der Juden initialisiert hat und durch das die deutsche Zivilgesellschaft gestärkt wird. Sie sind uns herzlich willkommen!“ Ferner hat Präsident Friedrich, um für die Universität Hildesheim Zeugnis abzulegen und um Solidarität zu demonstrieren, als Ehrengäste die Vertreterinnen und Vertreter der jüdischen Gemeinde in Hildesheim, der türkisch islamischen Gemeinde Hildesheim, der Katholischen Studierendengemeinde und der Evangelischen Hochschulgemeinde eingeladen.

„Wir sind gegen Hass und Diskriminierung. Alle Hochschulen stehen heute in der Pflicht, dies deutlich und vernehmlich zu bekunden: Wir sind gegen Hass und Diskriminierung jeglicher Art! Liebe Studentinnen und Studenten, lassen Sie uns an der Universität Hildesheim zusammenarbeiten. Zu unseren Regeln zählt die Beachtung der Werte, die in unserem Leitbild definiert wurden. Wer hier Diskriminierung persönlich erlebt, kann und sollte sich direkt an mich wenden.  Die Studiendekane, das Gleichstellungsbüro, das Ideen- und Beschwerdemanagement und der AStA bieten ebenfalls Beratung und Unterstützung an. Wir werden hier weder Hass noch Feindschaft dulden. Wir arbeiten zusammen, als Studierende, als Lehrende und als Forschende“, so der Präsident.

„Wir beobachten eine allgemeine erschreckende Entwicklung in Deutschland, es ist die Verantwortung aller Mitglieder der Gesellschaft, jedes Einzelnen, wir sind als Menschen, als Mitglieder der Universität, als Deutsche und als Europäer, verpflichtet, dagegen aufzustehen. Wir zeigen öffentlich, dass wir Hass, Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art ablehnen und verurteilen“, so Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

„Was wir erlebt haben in Halle, sprengt Dimensionen. Ich bin heute hier, um etwas von Ihnen zu fordern. Sie haben die Freiheit, hier und überall in Deutschland zu studieren. Ich möchte, dass Sie als Gegenleistung für diese Freiheit, die Sie hier erleben, Mut, Zivilcourage und Toleranz zeigen. Zivilcourage bedeutet, aufzustehen, wenn man merkt, dass ein anderer bedrängt wird.“, sagt Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, in seinem Grußwort während der Immatrikulationsfeier.

Universitätspräsident Friedrich hob die bedeutsame Arbeit der Studierendenvertretung hervor, es sei wichtig, an Hochschulwahlen teilzunehmen und die Partizipationsmöglichkeiten, etwa im Studierendenparlament StuPA, im Allgemeinen Studierenden-Ausschuss AStA und in den Fachschaften wahrzunehmen. Zudem ermutigte der Präsident alle Erstsemester, einen Auslandsaufenthalt in ihr Studium einzuplanen.

„Während der Dauer Ihres Studiums – sei es, ob Sie aus nah oder von weiter weg kommen – sollen Sie alle hier in Hildesheim herzlich willkommen sein“, so Bürgermeister Jörg Bredtschneider. „Hildesheim ist die kleinste Großstadt in Deutschland – da shat Vorzüge. Hildesheim bietet alles, was eine Großstadt zu bieten hat, einschließlich einer hervorragenden Universität. Aber Sie verlaufen sich bei uns nicht. Wir haben historische Ecken und Weltkulturerbestätten, Museen wie das herausragende Roemer- und Pelizaeus-Museum mit seiner ägyptischen Sammlung und das Dommuseum mit seinem Domschatz, das Theater und die Kulturfabrik Löseke. Nutzen Sie unser Angebot während Ihrer Studienzeit“, betonte der Bürgermeister die familiäre Atmosphäre in der Stadt.

833 internationale Studentinnen und Studenten lernen in Hildesheim

Im Rahmen der Immatrikulationsfeier wurde der DAAD-Preis verliehen. In diesem Jahr erhält Valeria Matteini den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für herausragende Studierende. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert.

Die 25-jährige Valeria Matteini produziert Übertitel, um schwerhörigen und gehörlosen Menschen den Theaterbesuch zu ermöglichen. Die italienische Medienübersetzerin schließt gerade ihr Masterstudium „Medientext und Medienübersetzung“ an der Universität Hildesheim ab und spezialisiert sich auf Barrierefreiheit.

833 internationale Studentinnen und Studenten sind im Wintersemester 2019/20 in Hildesheim immatrikuliert. 284 internationale Studierende beginnen im Oktober ihr Studium an der Universität Hildesheim. Die meisten Vollzeitstudierenden kommen aus der Türkei, Syrien, Indien, Pakistan, Iran und China. Insgesamt pflegt die Universität Hildesheim Austauschkooperationen mit über 190 Hochschulen in 37 Ländern. Das Team des International Office unterstützt Studierende bei der Planung und Finanzierung eines Auslandsaufenthaltes.

Reem Hafez und Elena Kachanovskaya wurden im Rahmen der Immatrikulationsfeier mit je einem Rotary-Stipendium ausgezeichnet. Das Stipendium beinhaltet einmalig 1000 Euro für das Studienjahr. Die Wirtschaftsinformatikerin und die Erziehungswissenschaftlerin werden für ihre besonderen Leistungen auf dem Weg in die Wissenschaft geehrt.

Reem Hafez studiert im Bachelorstudiengang „Wirtschaftsinformatik“ seit dem Wintersemester 2018/19 an der Universität Hildesheim. Sie lebt seit vier Jahren in Deutschland. Sie hat sich für Geflüchtete als Übersetzerin etwa in der Ausländerbehörde, JobCenter und beim Arztbesuch engagiert und ist in diversen musikalischen Aktivitäten als Sängerin aktiv.

Elena Kachanovskaya studiert mit großem Einsatz den Masterstudiengang „Sozial- und Organisationspädagogik“ im 2. Semester, sie hat zuvor an der Universität Hildesheim den deutsch-russischen Doppelabschluss (Bachelor „Erziehungswissenschaft“) absolviert. Elena Kachanovskaya hat bereits an einigen Veranstaltungen des International Office teilgenommen, um internationale Studierende beim Ankommen in Hildesheim zu unterstützen.  

„Die feierliche Übergabe zum Semesterstart ist ein Zeichen für alle Studienanfängerinnen und Studienanfänger: Die Universität fördert besondere Leistungen“, sagt Vizepräsident Professor Martin Schreiner.

Einführungswoche auf dem Universitätscampus

Nach der Immatrikulationsfeier erkunden die Studienanfängerinnen und Studienanfänger den Universitätscampus.

Während der Einführungswoche vom 14. bis 18. Oktober 2019 erhalten die Erstsemester Einblicke in den Studienalltag und erkunden die Universität Hildesheim: Wie kann ich die Universitätsbibliothek nutzen? Wann kontaktiere ich das Rechenzentrum? Wie finanziere ich einen Auslandsaufenthalt? Wie organisiere ich ein Studium mit Kind? Etwa 100 Tutorinnen und Tutoren, Studierende aus höheren Semestern, helfen den Erstsemestern beim Studieneinstieg und bei der Stundenplanung.

Mensa-Neubau der Universität Hildesheim im Stadtteil Marienburger Höhe

Am Hauptcampus entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität. Das erste Essen soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

Das Gebäude wird 500 Sitzplätze und eine Außenterrasse bekommen. Die Universität Hildesheim will sich damit mehr zur Stadt hin öffnen. Mit dem Bau wird auch das gesamte Umfeld am Hauptcampus gestalterisch aufgewertet, es entstehen Aufenthaltsflächen und ein zentraler Campusplatz zwischen Universitätsmensa, Universitätsbibliothek und Audimax.

Der Hauptcampus wurde Ende der 1960er Jahre gebaut, der Großteil der technischen Anlagen in der Uni-Mensa ist noch aus dieser Zeit und völlig veraltet, hinzu kommen energetische Defizite. Die Mensa wurde vor knapp 50 Jahren für eine Pädagogische Hochschule mit unter 2000 Studentinnen und Studenten gebaut – heute lernen hier etwa 8800 Studierende. Daher ist eine Erweiterung dringend erforderlich.

Die alte Mensa bleibt während der dreieinhalbjährigen Bauzeit vollständig leistungsfähig, so dass für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Einschränkungen in der Hochschulgastronomie und Versorgung entstehen.

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news-17123 Wed, 02 Oct 2019 10:00:00 +0200 Maren Stadtländer und Thorsten Schoormann treffen Sebastian Thrun im Silicon Valley https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/maren-stadtlaender-und-thorsten-schoormann-treffen-sebastian-thrun-im-silicon-valley/ Mit dem Sebastian-Thrun-Preis für besonders herrausragende Leistungen im Studium und in der Forschung auf dem Gebiet der Informatik werden Maren Stadtländer und Thorsten Schoormann ausgezeichnet. Nun sind beide in den USA bei Sebastian Thrun, dem Erfinder der selbstfahrenden Autos und einem der einflussreichsten Denker in der Welt der künstlichen Intelligenz. Thrun hat in den 1980er Jahren an der Universität Hildesheim Informatik studiert. „Als Wirtschaftsinformatikerin sitze ich an einer Schnittstelle, rede mit den Informatikern wie mit den BWLern, mit den Experten aus der Data Analytics und Künstlichen Intelligenz wie mit den Fachleuten für Umweltsicherung. Das ist in Hildesheim ein inspirierendes Umfeld, wo man so viele Nischen betreten kann“, sagt Maren Stadtländer über ihre Arbeit an der Universität Hildesheim.

Und nun trifft sie auf Sebastian Thrun, den weltweit hoch geschätzten Informatiker. „Es ist spannend, in wie vielen verschiedenen Projekten Sebastian Thrun involviert war, ob in die Entstehung von Google Glasses oder die Kartographie für Google Maps oder eine neue Lehrplattform für die Informatik“, sagt Stadtländer.

„Sebastian Thrun ist mit seinem Lebenslauf ein Vorbild für uns Studentinnen und Studenten, eine große Inspiration“

Bis Mitte Oktober 2019 ist die Informatikerin gemeinsam mit ihrem Kollegen Thorsten Schoormann in den USA bei Sebastian Thrun. Die Forschungsreise ist Teil des „Sebastian-Thrun-Preises“ der Universität Hildesheim. Maren Stadtländer und Thorsten Schoormann forschen in der Arbeitsgruppe des Wirtschaftsinformatikers Professor Ralf Knackstedt und befassen sich mit nachhaltigen Geschäftsmodellen.

„Ich hoffe, von seinen Erfahrungen mit Start-Ups zu lernen. Es ist spannend, dass jemand wie Sebastian Thrun aus Hildesheim kommt, hier an der Universität Informatik studiert hat – er ist mit seinem Lebenslauf ein Vorbild für uns Studentinnen und Studenten, eine große Inspiration. Ich hoffe, dass ich mit vielen Impulsen aus dem Silicon Valley nach Hildesheim zurückkehren werde“, sagt Thorsten Schoormann.

Nachhaltige Geschäftsmodelle entwickeln

Maren Stadtländer und Thorsten Schoormann haben beide in Hildesheim ihr Bachelor- und Masterstudium „Wirtschaftsinformatik“ absolviert und wollen mit ihrer Forschung am Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik nun die Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle vorantreiben.

Die 27-jährige Maren Stadtländer ist seit 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin. „Ich untersuche, wie Nachhaltigkeit in Geschäftsmodellen berücksichtigt und in der Lehre an die nächste Generation der Studierenden oder in Schulen weitergegeben werden kann.“

In den Unternehmen seien ökologische Aspekte, wie Ressourcen- und Energieeinsparung, aber auch soziale Aspekte, wie ein positiver Einfluss auf die Gesellschaft, immer stärker in den Fokus gerückt, auch weil es den Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen kann. „Geschäftsmodelle, die stark im Kommen sind, sind beispielsweise Sharing-Modelle, bei denen die Ressourcen nicht mehr einer Person privat gehören, sondern geteilt werden, etwa ein Auto oder Wohnraum“, so Stadtländer. Erste Forschungsergebnisse für die Umsetzung nachhaltiger Geschäftsmodelle konnte sie bereits im Frühjahr auf der gößten deutschsprachigen Konferenz der Wirtschaftsinformatik in Siegen vorstellen.

Der 32-jährige Thorsten Schoormann arbeit seit 2015 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität, derzeit im „Innovationsverbund SmartHybrid“. Er befasst sich in der Forschung mit der Analyse von ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit in Geschäftsmodellen und wie dieses softwarebasiert umgesetzt werden können. „Wie kann ein Softwarewerkzeug aussehen, das Leute dabei unterstützt, während des Erstellens eines Geschäftsmodells über die ökologischen und sozialen, und nicht nur die ökonomischen, Fragen nachzudenken? Daran baue ich“, sagt der Wirtschaftsinformatiker.

„Man kann groß denken und versuchen, neue Geschäftsmodelle zu bauen, aber man kann auch in bestehenden nachsteuern. Wer ein Geschäftsmodell weiterentwickeln möchte, steht zunächst beispielsweise vor der Frage: Was sind die Kernressourcen, die es braucht, damit das Geschäftsmodell funktioniert? Sind etwa erneuerbare Rohstoffe vorhanden? Während man das Geschäftsmodell visualisiert, kann man Denkprozesse in Gang setzen wie zum Beispiel: ‚Denk‘ doch einmal nach, das sind deine derzeit verwendeten Rohstoffe – aber es gibt hier eine Liste mit nachhaltigen Alternativen.‘ Checklisten machen auf ökologische Aspekte aufmerksam“, so Schoormann.

Das Softwaretool, an dem er derzeit arbeitet, soll Unternehmen unterstützen, solche Fragen nach Nachhaltigkeit zu stellen, „damit man sich Gedanken macht, was verbessert werden muss“. Das Werkzeug ist ein Forschungsprototyp, den Thorsten Schoormann in der IT-Lehre bereits einsetzt. „Studierende modellieren damit Geschäftsmodelle“, so der Wirtschaftsinformatiker. Auch wenn es kein Geschäftsmodell gibt, das die komplexen und multikriteriellen Anforderungen der Nachhaltigkeit vollumfänglich erfüllt, ist die gezielte Reflektion elementarer Aspekte auf Kunden- und Anbieterseite wertvoll.

„Es gibt viele Pioniere, die darüber nachdenken, wie man die Welt ein Stück weit besser machen kann, etwa die Schülerbewegungen und Demonstrationen wie ‚Fridays for Future‘, die wir gerade erleben. Die Leute haben ein Bewusstsein dafür, dass etwas geändert werden muss, dass wir nicht auf Kosten des Planeten so weiterleben können wie bisher. Mit unserer Arbeit möchten wir ihnen ein paar Werkzeuge an die Hand geben, mit denen sie über bestimmte Dinge nachdenken können. Der erste Schritt ist häufig, zu visualisieren und dadurch zu sensibilisieren: Hier ist etwas schlecht – okay, wie funktioniert es besser?“ Impulse für die weitere Arbeit erhoffen sie sich nun von der Forschungsreise ins Silicon Valley.

Zentrum für Digitalen Wandel in Hildesheim ist „ein wichtiger Schritt, um deutlich zu machen, was im Bereich der Digitalisierung an der Universität Hildesheim bereits alles geleistet wird“

Dass die Universität Hildesheim ein Zentrum für Digitalen Wandel/Center for Digital Change aufgebaut hat, hält Thorsten Schoormann für einen wichtigen Schritt, um deutlich zu machen, was im Bereich der Digitalisierung an der Universität bereits alles geleistet wird.

„Wir haben viele Felder und extrem spannende Lehrstühle in Hildesheim, ob Data Analytics oder Software Engineering, Computerlinguistik oder Sprachanalyse. Als Wirtschaftsinformatiker arbeite ich disziplinübergreifend, deshalb ist es genau richtig, dass Politikwissenschaft, Kultur- und Erziehungswissenschaft in dem Zentrum für Digitalen Wandel gemeinsam mit den naturwissenschaftlich-technischen Fächern zusammenarbeiten. Es gibt viele, die sich bereiterklären, und an diesem gemeinsamen Prozess, Digitalisierung zu erforschen, mitwirken“, sagt Thorsten Schoormann.

Maren Stadtländer ergänzt: „Digitalisierung bricht überall in die Gesellschaft ein, es ist wichtig, dass an der Universität geisteswissenschaftliche und technische Fächer zusammenarbeiten und zum Beispiel Lehrerinnen und Lehrer die Kompetenzen vermittelt bekommen. Wir sind eine der ersten Universitäten, die Informatik-lehrerinnen und Informatiklehrer für Haupt- und Realschulen gezielt ausbildet. Und ich finde es wirklich positiv, welche Entwicklungen im Bereich der Internatio-nalisierung an der Universität zu beobachten sind. Data Analytics ist etwa inzwischen eine Anlaufstelle für Leute aus der ganzen Welt geworden, ein unglaublich diverser Studiengang. Hildesheim ist nicht die größte Stadt – aber es ist wichtig, sich zu positionieren und zu zeigen, was hier bereits geleistet wird.“

Kurz erklärt:

Sebastian Thrun

Sebastian Thrun hat an der Universität Hildesheim von 1986 bis 1988 als einer der ersten Studenten Informatik studiert, in Bonn promoviert und wechselte dann in die Vereinigten Staaten. Er war Assistenzprofessor für Informatik an der Carnegie Mellon University und leitete als Research Professor an der Stanford University den Bereich Künstliche Intelligenz.

Thrun erforscht lernfähige Robotiksysteme, die sich selbstständig bewegen können. Er ist Erfinder des selbstfahrenden Autos und leitete verschiedene Projekte im geheimen Forschungslabor „Google X“, darunter „Google Glass“, und schuf die technischen Grundlagen für „Google StreetView“. Parallel dazu gründete Thrun die Internet-Universität „Udacity“ und hat seitdem sein Ziel auf die Demokratisierung von weiterführender Bildung ausgerichtet. Die Kurse über Künstliche Intelligenz, Robotik und Maschinelles Lernen erreichen derzeit neun Millionen Menschen.

IT-Studium an der Universität Hildesheim

Insgesamt studieren an der Universität Hildesheim derzeit über 850 IT-Studentinnen und IT-Studenten (Stand Sommersemester 2019). Die Universität bildet im Bachelorstudium und im Masterstudium Informatikerinnen und Informatiker unter anderem in den Studienprogrammen „Wirtschaftsinformatik“, „Angewandte Informatik“ und „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ sowie im „Lehramt Informatik“ aus.

Eine überwältigende Nachfrage verzeichnet seit 2016 „Data Analytics“. Für dieses erste vollständig englischsprachige Studienprogramm der Universität Hildesheim haben sich zum Wintersemester über 2000 Studieninteressierte aus der ganzen Welt beworben. Hildesheim hat dabei das bundesweit größte Programm für Data Analytics mit derzeit 165 Studentinnen und Studenten aus mehr als 25 Ländern.

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news-17460 Tue, 24 Sep 2019 14:21:06 +0200 Uni Hildesheim erfolgreich bei KI-Innovationswettbewerb des Bundeswirtschaftsministeriums https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/uni-hildesheim-erfolgreich-bei-ki-innovationswettbewerb-des-bundeswirtschaftsministeriums/ Informatiker der Universität Hildesheim entwickeln gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft ein neuartiges Ökosystem um den rasanten Fortschritt der künstlichen Intelligenz im Bereich der Produktionstechnik nutzbar zu machen. Davon profitieren vor allem mittelständische Unternehmen. Für die intelligente Produktion (Industrie 4.0) gilt künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie, um die Produktivität zu steigern. Besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlen für den KI-Einsatz allerdings die technischen Voraussetzungen, das Know-how und die passenden Geschäftsmodelle. Die Forschung hierzu treiben die Hildesheimer Professoren Klaus Schmid und Lars Schmidt-Thieme in dem Forschungsprojekt nun mit voran. Die Universität Hildesheim ist Partner des Konsortiums „IIP-Ecosphere“, das nun den Innovationswettbewerb „Künstliche Intelligenz als Treiber für volkswirtschaftlich relevante Ökosysteme“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gewonnen hat. Staatsekretär Dr. Ulrich Nussbaum überreichte dem Direktor des Forschungszentrums L3S, Professor Dr. Wolfgang Nejdl, stellvertretend für alle Projektpartner die Urkunde für den erfolgreichen Projektvorschlag „IIP-Ecosphere: Next Level Ecosphere for Intelligent Industrial Production“ in Berlin. Insgesamt wurden 16 Plattformprojekte ausgezeichnet. Die Gewinner erhalten nun die Chance, ihr Vorhaben im Rahmen einer geförderten, dreijährigen Umsetzungsphase zu realisieren.

Das Konsortium unter Leitung der Leibniz Universität Hannover besteht aus 19 Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft – darunter die Universität Hildesheim, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Volkswagen, Siemens, DMK Mori und Sennheiser. Das Forschungsteam hat ein überzeugendes Konzept für den Ausbau der intelligenten Produktion erarbeitet.

Das Ziel ist es, ein neuartiges Ökosystem aufzubauen, um den rasanten Fortschritt der künstlichen Intelligenz (KI) im Bereich der Produktionstechnik insbesondere für mittelständische Unternehmen nutzbar zu machen und das Potential von Industrie 4.0 auszuschöpfen.

Mit dabei: Die Hildesheimer Forschungsteams von Professor Klaus Schmid (Software Systems Engineering) und Professor Lars Schmidt-Thieme (Information Systems and Machine Learning Lab)

Software Systems Engineering

Information Systems and Machine Learning Lab

Für die Universität Hildesheim nehmen die Arbeitsgruppen Software Systems Engineering um Professor Dr. Klaus Schmid und Information Systems and Machine Learning Lab um Professor Dr. Dr. Lars Schmidt-Thieme an der Umsetzungsphase von „IIP-Ecosphere“ teil. Das Gesamtvolumen des Projekts liegt bei 12 Millionen Euro, davon fließen rund 1,1 Millionen Euro Fördermittel an die Universität Hildesheim.

Für die intelligente Produktion (Industrie 4.0) gilt künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie. Studien prognostizieren durch den Einsatz von KI eine Steigerung der Produktivität um bis zu 50 Prozent. KI-Methoden sollen nach dem Willen des Bundeswirtschaftsministeriums daher noch stärker Treiber für innovative Wertschöpfungsnetze und die Schaffung neuer Produkte und Geschäftsmodelle werden.

Künstliche Intelligenz ist kein Schlagwort, sondern die Schlüsseltechnologie im globalen Wettbewerb

In 65 Prozent der deutschen Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern kommen bislang allerdings noch keine KI-Methoden zum Einsatz. Besonders KMU fehlen für den Einsatz nicht nur die technischen Voraussetzungen und das Know-how, sondern auch die passenden Geschäftsmodelle.

Weiterhin gibt es zurzeit sehr uneinheitliche technische Schnittstellen zwischen Prozessen und Maschinen im Produktionsbereich sowie Bedenken bezüglich Monopolisierung, Datenhoheit und Geheimhaltung bei aktuellen Industrie 4.0 Software-Plattformen. Sowohl moderne und flexible Plattformkonzepte als auch die einfache Anwendung und Integration von KI in die industrielle Produktion sind Schlüsselthemen für die beteiligten Arbeitsgruppen der Universität Hildesheim.

„Mit diesem Konsortium, dem offenen Konzept von IIP-Ecosphere, das auch externen Parteien die Mitarbeit ermöglicht, sowie durch neuartige Integration bzw. Erweiterung standardisierter Komponenten werden wir hier einen großen Schritt vorankommen“ sagt der Hildesheimer Informatiker Dr. Holger Eichelberger, designierter Leiter zweier Arbeitspakete in „IIP-Ecosphere“.

Mit der Forschung  trägt die Universität Hildesheim dazu bei, die Anwendbarkeit von KI-Methoden in der Produktion zu erleichtern, diese in realen Anwendungsszenarien zu demonstrieren sowie Hemmnisse zu beseitigen und die nachhaltige Einbeziehung neuer Stakeholder zu fördern. Insbesondere sollen KMU und Startups befähigt werden, KI-Methoden zur intelligenten Produktion selbst erfolgreich anzuwenden und weiterzuentwickeln.

Nähere Informationen unter www.iip-ecosphere.eu

Liste der Konsortialpartner:

  • Leibniz Universität Hannover

  • Universität Hildesheim

  • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

  • Universität Koblenz-Landau

  • Fraunhofer ISST

  • Artis Marposs Monitoring Solutions GmbH

  • Bitmotec GmbH

  • Deutsche Messe Technology Academy GmbH

  • Gildemeister Drehmaschinen GmbH (DMG Mori)

  • KIProtect GmbH

  • Lenze-Gruppe

  • RapidMiner GmbH

  • Salt & Pepper Software GmbH & Co. KG

  • Sennheiser electronic GmbH & Co. KG

  • Siemens AG

  • Verein Deutscher Werkzeugmaschinen e.V.

  • Volkswagen AG

Kontakt (Gesamtprojekt):

Dr. Claudia Niederée
Forschungszentrum L3S
0511 762 17796
Niederee@L3S.de 

Kontakt (Uni Hildesheim):

Prof. Dr. Klaus Schmid
Arbeitsgruppe Software Systems Engineering
Universität Hildesheim
05121 883 40332
schmid@sse.uni-hildesheim.de

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news-17451 Mon, 23 Sep 2019 15:27:00 +0200 Mensa-Neubau der Stiftung Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/mensa-neubau/ Am Montag wurde auf der größten Baustelle der Universität Hildesheim Richtfest gefeiert: Die neue Mensa der Stiftungsuniversität bietet künftig 500 Sitzplätze. Das erste Essen in der Universitätsmensa soll 2021 serviert werden. Im Folgenden äußern sich Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich, der niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler, Oberbürgermeister Ingo Meyer, Sönke Nimz vom Studentenwerk und Uni-Baudezernent Thomas Hanold zur neuen Mensa. Am Hauptcampus der Universität Hildesheim entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau wird circa 20 Millionen Euro kosten. Die Mittel stellt das Land Niedersachsen zur Verfügung. Von den circa 20 Millionen Euro übernimmt die Stiftung Universität Hildesheim rund 4,4 Millionen Euro aus Eigenmitteln. 

Der Mensa-Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität Hildesheim. „Die Baumaßnahmen der Stiftungsuniversität Hildesheim belegen eindrucksvoll die dynamische Entwicklung der Hochschule. Seitdem die Universität 2003 in die Trägerschaft einer öffentlich-rechtlichen Stiftung überführt wurde, handelt die  Stiftungsuniversität  als Bauherrin. Heute sehen wir: es funktioniert. Wir haben die Chance ergriffen und den Kulturcampus Domäne Marienburg entwickelt, einen völlig neuen Bühler-Campus sowie das Forum am Hauptcampus gebaut. Nun entsteht der Mensa-Neubau“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

„Eine Mensa hat immer eine besondere Bedeutung: natürlich soll sie leere Mägen füllen und das sowohl lecker als auch günstig. Sie ist aber auch ein wichtiger Ort der Kommunikation – ein Treffpunkt, der Geselligkeit und Gedankenaustausch ermöglicht“, sagt Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Schon jetzt kann man erkennen, dass die neue Mensa ein beeindruckendes Gebäude wird. Damit erfüllt sie für die Stiftung Universität Hildesheim einen weiteren wichtigen Zweck: Mit dem Neubau und der Gestaltung der Zufahrt möchte die Stiftung Besucher auf ihren Campus lenken – das wäre ein wichtiger Imagegewinn für diese dynamische Hochschule.“

„Die neue Mensa wird die Attraktivität der Universität und damit Hildesheims als Hochschulstandort noch weiter stärken. Von ihrem erweiterten Angebot werden dabei nicht nur Studierende und Hochschulmitarbeiter, sondern ebenso Anwohnerinnen und Anwohner profitieren, denen die Mensa gleichermaßen offensteht“, sagt Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer.

„Wir freuen uns sehr darauf, die Studierenden bald in einem zeitgemäßen Ambiente begrüßen zu können. Mit den größeren Räumlichkeiten, gerade im Bereich der Küche, schaffen wir für unsere Mensagäste ein vielfältigeres Angebot und neue Erlebnisse, wie zum Beispiel Live-Cooking“, sagt Sönke Nimz, Geschäftsführer des Studentenwerks OstNiedersachsen.

Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich hob während des Richtfestes die gute Zusammenarbeit zwischen dem Baureferat des Wissenschaftsministeriums und dem Baudezernat der Universität hervor und dankte allen Bauschaffenden und Planern, dem Studentenwerk OstNiedersachsen, der Gemeinde der Liebfrauenkirche sowie dem Oberbürgermeister und der Kommunalpolitik für die Kooperation und den Anwohnern der Marienburger Höhe für das Verständnis.

Der Minister hob während des Richtfestes hervor, dass Hildesheim mit seinen universitären Modellbauten zu einem Hotspot des Neubaus geworden sei. Der Kulturcampus Domäne Marienburg sei beispielgebend für das, was man aus einer alten Liegenschaft machen kann. Das Forum am Hauptcampus wurde im Zeitrahmen und Kostenrahmen gebaut. Das Center for World Music sei ein Bestandteil der Schaffenskraft des Universitätspräsidenten. Die neue Mensa sei ein Hauptbestandteil der Universität und werde zu einem Treffpunkt für alle, sagte der Minister.

Die Projektleitung für den Mensa-Neubau hat Olga Schwarzkopf-Lipp vom Uni-Baudezernat inne.

Neue Uni-Mensa: 500 Sitzplätze auf zwei Etagen, 75 Meter lang und 35 Meter breit

Das Gebäude wird 500 Sitzplätze und eine Außenterrasse bekommen. Die Universität Hildesheim will sich damit mehr zur Stadt hin öffnen. Mit dem Bau wird auch das gesamte Umfeld am Hauptcampus gestalterisch aufgewertet, es entstehen Aufenthaltsflächen und ein zentraler Campusplatz zwischen Universitätsmensa, Universitätsbibliothek und Audimax.

Auf der Wiesenfläche vor der heutigen Alt-Mensa entsteht ein etwa 75 Meter langes und 35 Meter breites und bis zu 16 Meter hohes neues Gebäude mit 500 Sitzplätzen, die bisherige Mensa weist nur 330 Plätze auf engem Raum auf. Die Sitzplätze in der neuen Mensa verteilen sich auf zwei Etagen: Das Obergeschoss bietet einen großen Speisesaal mit Blick über den Campus, Essens- und Aufenthaltsräumen sowie Live-Cooking, im Erdgeschoss entsteht eine Cafeteria mit einer Außenterrasse, die bei Sonnenschein zum Verweilen einlädt. Die neuen Räumlichkeiten bieten Studierenden zudem Aufenthaltsmöglichkeiten im Campusalltag.

Die alte Mensa bleibt während der dreieinhalbjährigen Bauzeit vollständig leistungsfähig, so dass für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Einschränkungen in der Hochschulgastronomie und Versorgung entstehen.

Das erste Essen in der neuen Mensa soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

Uni-Baudezernent Thomas Hanold: „Die neue Mensa steht auch Anwohnern offen“

Die neue Mensa steht auch Anwohnern offen, sagt Thomas Hanold, Baudezernent der Universität Hildesheim. „Die Universität öffnet sich für den Stadtteil. Natürlich sind wir offen für alle, nicht nur für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Anwohner sind herzlich willkommen. Für den Stadtteil ist die Mensa attraktiv.“

Bei der Planung habe die Universität so weit möglich die Interessen der Anlieger berücksichtigt, die in unmittelbarer Nähe wohnen und von dem Bauprojekt besonders betroffen sind. So gilt etwa für den Lärmschutz: Die Be- und Entladung für die Hochschulgastronomie erfolgt hinter geschlossenen Türen, auch die Rückseite der Mensa ist mit Fensterbändern versehen und attraktiv gestaltet.

Der Hauptcampus wurde Ende der 1960er Jahre gebaut, der Großteil der technischen Anlagen in der Uni-Mensa ist noch aus dieser Zeit und völlig veraltet, hinzu kommen energetische Defizite. Die Mensa wurde vor knapp 50 Jahren für eine Pädagogische Hochschule mit unter 2000 Studentinnen und Studenten gebaut – heute lernen hier über 8000 Studierende. Daher ist eine Erweiterung dringend erforderlich. Ein Anbau an die bestehende Mensa wurde geprüft, ein Erweiterungsbau ist aber funktional, gestalterisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll. In Abstimmung mit der Stadt Hildesheim und der anliegenden Liebfrauen-Kirchgemeinde konnten durch den Ankauf von Flurstücken durch die Universität die Voraussetzungen für einen Mensaneubau am Hauptcampus geschaffen werden. Im Zuge des Neubaus entstanden am Hauptcampus über 50 weitere Parkplätze, hierfür wurde der Uni-Parkplatz neben dem W-Gebäude erweitert. 

Die Treuburger Straße könnte künftig zur „Universitätsallee“ werden, so die Idee des Baudezernenten Thomas Hanold.

HINWEIS: Studierende und Beschäftigte, die Interesse am Fortgang des Neubaus haben, erreichen bei Fragen Dr. Christian Dittmann, Referent des Präsidenten, unter christian.dittmann@uni-hildesheim.de. 

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news-17426 Mon, 23 Sep 2019 15:05:00 +0200 Universität Hildesheim im Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erfolgreich https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/universitaet-hildesheim-im-bund-laender-programm-zur-foerderung-des-wissenschaftlichen-nachwuchses-erfo/ Die Universität Hildesheim hat sich erfolgreich um die Einrichtung sogenannter Tenure-Track-Professuren beworben. Fünf dieser Professuren können an der Universität Hildesheim etabliert werden, und zwar in den Bereichen Digitales Lehren und Lernen im Unterricht, Ethnomusicology, Digitale Geisteswissenschaften, Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter sowie Informatikdidaktik. Die Tenure-Track-Professuren sind Teil des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Universität Hildesheim hat sich im Rahmen des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erfolgreich um die Einrichtung sogenannter Tenure-Track-Professuren beworben. Wie die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz am 12. September 2019 bekannt gab, können nun fünf dieser Professuren an der Universität Hildesheim etabliert werden. Insgesamt wurden in der zweiten Bewilligungsrunde 532 Tenure-Track-Professuren an 57 Hochschulen zur Förderung ausgewählt. Nach der Vergabe von 468 Professuren in der ersten Bewilligungsrunde 2017 erhalten damit insgesamt 75 Hochschulen eine Förderung. 

Die Tenure-Track-Professur sieht nach einer erfolgreichen Bewährungsphase den unmittelbaren Übergang in eine Lebenszeitprofessur vor, sodass die beruflichen Chancen des herausragenden wissenschaftlichen Nachwuchses erhöht und die Planbarkeit einer Karriere in der Wissenschaft verbessert werden. An der Universität Hildesheim bestehen damit künftig neben der Habilitation als „klassischem“ Weg, der Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe und der Tenure-Track-Professur im Wesentlichen drei Wege zur Professur. Die auf diese Stellen berufenen Professorinnen und Professoren nehmen ihre Aufgaben in Forschung und Lehre selbständig wahr.

Digitales Lehren und Lernen im Unterricht, Ethnomusicology, Digitale Geisteswissenschaften, Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter, Informatikdidaktik

Thematisch sollen die Professuren im Bereich der Digitalisierung angesiedelt werden. Wie in der Entwicklungsplanung der Universität Hildesheim „MINERVA 2025“ festgehalten, stellt Digitalisierung neben Bildung, Kultur und Diversität ein fachbereichsübergreifendes Leitthema dar. In innovativer Weise werden zwei Bereiche miteinander verknüpft: zum einen technische Handlungsfelder der Digitalisierung (unter anderem Data Analytics, Computerlinguistik) und zum anderen gesellschaftliche Handlungsfelder der Digitalisierung (unter anderem Verwaltung und Demokratieentwicklung, soziale Dienste). Der Bereich Digitalisierung dient damit zur weiteren Profilschärfung der Universität Hildesheim. Gleichzeitig werden Forschung, Lehre und Transfer in einem für die Zukunft äußerst relevanten Themenfeld strategisch gestärkt. 

Im Einzelnen beantragte die Universität Hildesheim die folgenden Tenure-Track-Professuren in dem Bund-Länder-Programm: 

  • Professur für Digitales Lehren und Lernen im Unterricht

  • Professur für Ethnomusicology

  • Professur für Digitale Geisteswissenschaften

  • Professur für Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter

  • Professur für Informatikdidaktik

Die Professuren sollen noch in diesem Jahr ausgeschrieben und im Sommersemester 2020 besetzt werden. Die Universität Hildesheim erhält für die Einrichtung der fünf Tenure-Track-Professuren rund 3,5 Millionen Euro. 

Das Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses läuft von 2017 bis 2032. Dafür stellt der Bund bis zu eine Milliarde Euro bereit. Zugleich sagten die Länder zu, die Zahl der unbefristet beschäftigten Professorinnen und Professoren an den antragsberechtigten Hochschulen dauerhaft um 1.000 zu erhöhen. Mit der Etablierung der Tenure-Track-Professur als international bekanntem und akzeptiertem Karriereweg soll nicht zuletzt die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems insgesamt erhöht werden.

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news-17339 Thu, 05 Sep 2019 18:08:00 +0200 Lehrerausbildung an der Uni Hildesheim: Noch freie Studienplätze für das Lehramt an Haupt- und Realschulen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/lehrerausbildung-an-der-uni-hildesheim-noch-freie-studienplaetze-fuer-das-lehramt-an-haupt-und-reals/ Studieninteressierte können sich noch bis zum 30. September 2019 für einen Bachelorstudienplatz im Bereich Lehramt an Haupt- und Realschulen bewerben. Die frühe Unterrichtspraxis ist seit über 70 Jahren ein Kernelement der Hildesheimer Lehrerausbildung. Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten erhalten in Praxisphasen Einblicke in die Schulrealität. Freie Studienplätze an der Universität Hildesheim sind noch in den folgenden Fächerkombinationen im Bereich Lehramt an Haupt- und Realschulen vorhanden, eine Bewerbung ist bis zum 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++] möglich:
  • Mathematik / Biologie

  • Mathematik / Chemie

  • Mathematik / Geographie

  • Mathematik / Physik

  • Mathematik / Politik

  • Mathematik / Technik

  • Mathematik / Wirtschaft

  • Mathematik / Informatik

Hier geht’s zur Online-Bewerbung um einen Studienplatz

Hildesheim ist seit Jahrzehnten bedeutsam für die Schulentwicklung in Niedersachsen: Mit etwa 2600 Studierenden bildet die Universität Hildesheim rund ein Drittel der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrer aus. Die Universität geht aus der 1946 gegründeten Pädagogischen Hochschule Alfeld hervor.

Die frühe Unterrichtspraxis ist seit über 70 Jahren ein Kernelement der Hildesheimer Lehrerausbildung und bundesweit besonders. Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten erhalten in Praxisphasen Einblicke in die Schulrealität, können die Berufswahl überprüfen und in Seminaren die Unterrichtserfahrungen reflektieren.

Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer studieren in Hildesheim zwei Unterrichtsfächer. In 23 Fächern – von Deutsch, Physik, Biologie und Mathematik über Sport, Theologie, Kunst und Musik bis zu Englisch, Informatik, Psychologie und Politik – bilden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Hildesheim die künftige Lehrergeneration aus. Hinzu kommen Pädagogik, pädagogische Psychologie sowie Politikwissenschaft, Soziologie oder Philosophie.

Besonderen Wert legt die Universität Hildesheim in der Lehrerausbildung auf die Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit Heterogenität und auf schulpraktische Erfahrungen ab dem ersten Studienjahr. Studierende sammeln wertvolle Praxiserfahrungen an Partnerschulen in Hildesheim, Hannover und der Region und verzahnen Theorie und Praxis. Die Studentinnen und Studenten gehen einmal wöchentlich an einem Vormittag in die Schule und lernen Unterrichtsanalysen und Unterrichtsversuche.

Hier finden Sie weitere Informationen
über das Lehramtsfach Mathematik
auf der Website des Instituts für Mathematik und Angewandte Informatik

Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung
der Universität Hildesheim

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news-17405 Thu, 05 Sep 2019 15:06:59 +0200 Geographen geben Einblicke in die Erdgeschichte: Bodengeographische Exkursion https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/geographen-geben-einblicke-in-die-erdgeschichte-bodengeographische-exkursion/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Institut für Geographie der Universität Hildesheim teilen ihr Wissen. Diesmal laden sie am Sonntag, 15. September 2019, zu einer bodengeographischen Exkursion an die Giesener Teiche ein. Dabei gehen die Forscher auch auf die Folgen der menschlichen Eingriffe seit dem Neolithikum ein. Die Teilnahme an der Exkursion ist kostenfrei. Die Exkursionsroute der Hildesheimer Geographen führt am 15. September 2019 – dem bundesweiten „Tag des Geotops“ – zu den Giesener Teichen und auf die Fläche des ehemaligen Standortübungsplatzes.

Dort erläutert der promovierte Geograph Nico Herrmann anhand der Profilschürfe des neuen bodengeographischen Lehrpfades („Bodenblick Giesener Teiche“) die geologische, geomorphologische und bodengeographische Lage und analysiert Kalksteinböden, Lössprofile und geschichtete Böden auf Tonstein.

Exkursion gibt Einblicke in die Bodenbildung und frühere ackerbauliche Nutzung

„Neben dem tieferen geologischen Untergrund können dabei periglaziale Prozesse der letzten Kaltzeit, holozäne Bodenbildung und frühere ackerbauliche Nutzung im Bodeninventar identifiziert werden. Die sehr kleinräumig differenzierten Standortpotentiale haben bereits lange vor der Nutzung als militärischer Übungsplatz zu sehr unterschiedlicher Landnutzung und Übernutzung geführt“, so Herrmann.

Die Realisierung des bodengeographischen Lehrpfads wurde von der Bingo-Umweltstiftung finanziell und von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hildesheim sowie der Paul-Feindt-Stiftung durch entsprechende Genehmigungen unterstützt.

Trotz der deutlichen Spuren aus der Zeit der Truppenübungen wird die ausgeprägte Differenzierung dieses Naturschutzgebietes in Feuchtbiotope, Kalkmagerrasen und mesophiles Grünland als Ergebnis der geologischen, periglazialen und holozänen Landschaftsgenese lange vor dem wirkenden Menschen fassbar, sagt Nico Herrmann.

Der Geograph der Universität Hildesheim wird auch die Dimensionen der menschlichen Eingriffe seit dem Neolithikum während der Exkursion erläutern.

Kostenfreie Teilnahme an der Exkursion

Die Teilnahme an der Exkursion ist kostenfrei, festes Schuhwerk wird empfohlen. Treffpunkt ist am 15. September 2019 um 13:30 Uhr der Parkplatz am Sportplatz des TSV Giesen (Am Waldstadion 1, 31180 Giesen; Koordinaten: 52°11'31.1"N, 9°53'40.4"E). Die Exkursion endet um 16:00 Uhr und findet bei jedem Wetter statt.

Wer Fragen zur Exkursion hat, erreicht Dr. Nico Herrmann vom Institut für Geographie unter nico.herrmann@uni-hildesheim.de.

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news-17299 Fri, 16 Aug 2019 14:57:00 +0200 IT-Studium: Informatik an der Uni Hildesheim studieren https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/it-studium-informatik-an-der-uni-hildesheim-studieren/ Die Universität Hildesheim sucht die nächste Generation der IT-Studentinnen und IT-Studenten und bietet vielfältige Studienmöglichkeiten. Die Informatik-Studienprogramme der Universität Hildesheim verbinden Praxis und Theorie. Für die IT-Studiengänge können sich Studieninteressierte noch zum Wintersemester bis zum 30. September 2019 für das Bachelorstudium oder Masterstudium bewerben. Die Vorlesungen beginnen im Oktober 2019. Für das Lehramtsstudium (Bachelor), mit der Fachkombination Mathematik/Informatik, ist eine Bewerbung ebenfalls noch möglich. Die Universität Hildesheim bildet im Bachelorstudium und im Masterstudium Informatikerinnen und Informatiker unter anderem in den Studienprogrammen „Wirtschaftsinformatik“, „Angewandte Informatik“ und „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ aus. Eine Bewerbung für das Wintersemester 2019/2020 ist noch möglich.

Die Bewerbungsfrist für das Bachelorstudium ist der 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++], für das Masterstudium können sich Studieninteressierte noch bis zum 30. September 2019 bewerben.

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Die Hildesheimer Informatikstudiengänge verbinden Praxis und Theorie. Neben einer profunden, wissenschaftlichen Ausbildung mit vielfältigen Wahlmöglichkeiten ist ein Wirtschaftspraktikum ist ein fester Bestandteil aller IT-Bachelor-Studiengänge der Universität Hildesheim. Im Praktikum haben Studentinnen und Studenten die Möglichkeit, Erfahrung in der Wirtschaft zu sammeln. Der „Arbeitskreis IT“ unterstützt die Studentinnen und Studenten bei der Kontaktaufnahme zu Unternehmen.

„Unsere Studiengänge decken ein breites Spektrum der IT ab. Außerdem haben die Studierenden umfangreiche Vertiefungsmöglichkeiten, um ihre persönlichen Interessen und Befähigungen besonders zur Geltung zu bringen“, sagt Professor Klaus Schmid, Experte für Softwareentwicklung an der Universität Hildesheim. Die Studentinnen und Studenten entwickeln zum Beispiel moderne Informationssysteme, ein Teilbereich der Informatik, der sich rasant entwickelt.

Hildesheim ist keine Massenuniversität, stattdessen ist das Studium geprägt von viel Interaktion, Austausch und Diskurs. Befragungen von Absolventen und Absolventinnen der Universität Hildesheim zeigen, dass Studierende dieser IT-Studiengänge sehr gute Berufschancen besitzen.

Dies sind die Studiengänge im Kurzüberblick:

„Angewandte Informatik“  

Die Studentinnen und Studenten lernen, wie man große Informationsmengen managt, höchst performante Algorithmen umsetzt und Software wartungsfreundlich gestaltet. Absolventinnen und Absolventen beherrschen moderne Technologien der Softwareentwicklung und sind Spezialisten der Softwareentwicklung. Wer technische Aspekte von Softwareprodukten im Detail verstehen und gestalten möchte, wählt diesen Studiengang.

„Informationsmanagement und Informationstechnologie“ 

Das Auffinden relevanter Informationen stellt heute eine Kernherausforderung in vielen Berufen dar. Absolventen werden auf diese Herausforderung optimal vorbereitet, indem dieser Studiengang Inhalte der Informatik und der Informationswissenschaft verknüpft. Darüber hinaus werden den Studierenden viele Freiräume gelassen, um aus einem breiten Studienangebot auf die eigenen Interessen zugeschnittene Studienprogramme zusammenzustellen.

„Wirtschaftsinformatik“ 

Die Wirtschaftsinformatik betont die Anwendungsperspektive von Informationssystemen. Absolventinnen und Absolventen können Unternehmensprozesse mit IT kontinuierlich verbessern beziehungsweise gänzlich neue digitale Geschäftsmodelle entwickeln. Sie verstehen sowohl die Möglichkeiten der IT als auch die Bedarfe in der Wirtschaft, um betriebliche Anwendungssysteme erfolgreich auswählen, anpassen, betreiben und neu entwickeln zu können. Der Studienverlaufsplan orientiert sich an bundesweit gültigen Rahmenempfehlungen.

Lehramtsstudium mit der Fachkombination Mathematik/Informatik (Polyvalenter 2 Fächer-Bachelor)

Bewerbungsfrist für Lehramt an Haupt- und Realschulen: 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++]

Mögliche Fächerkombinationen für das Lehramt an Haupt- und Realschulen: Mathematik + Informatik // Mathematik + Biologie // Mathematik + Chemie // Mathematik + Geographie // Mathematik + Physik // Mathematik + Politik // Mathematik + Technik // Mathematik + Wirtschaft

Die Universität Hildesheim bildet Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus, zum Beispiel in der Fächerkombination Mathematik und Informatik. Neben Programmieren und Datenbanken gehören auch Algorithmen und Datenstrukturen, Medieninformatik und Systemadministration zum Informatikstudium in Hildesheim. Die Lehramtsstudierenden wählen Schwerpunkte wie Maschinelles Lernen, Softwareentwicklung, Robotik oder Wirtschaftsinformatik. Sie kombinieren die Theorie mit der Praxis und sind schon im ersten Studienjahr an Partnerschulen. Weitere fachdidaktische Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums. Im Fach Mathematik gehören zum Beispiel Lehrveranstaltungen wie Lineare Algebra, Algorithmen und Modellierung, Einführung in die Didaktik und Geometrie zum Lehramtsstudium. Als künftige Lehrerinnen und Lehrer vermitteln sie Kindern eine informatische Grundkompetenz und begleiten Kinder dabei, algorithmische Denkweisen zu verstehen und kritisch damit umzugehen.

Uni-duales Studium im IT-Bereich 

Die IT-Bachelorstudienprogramme Informationsmanagement und Informationstechnologie, Angewandte Informatik und Wirtschaftsinformatik können auch als uni-duale Studiengänge in Kooperation mit Unternehmen studiert werden. Studierende erhalten eine vergütete praktische Ausbildung bei einem Unternehmen und studieren an der Universität Hildesheim in vollem Umfang ihren gewählten IT-Studiengang. Als Abschluss erwerben sie den Bachelor of Science. 

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Pressemeldungen Informatik Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informationssysteme und Unternehmensmodellierung IIS SSE ESS Maschinelles Lernen
news-17324 Mon, 05 Aug 2019 00:00:00 +0200 Feierstunde des Fachbereichs 4: 52 Absolventinnen und Absolventen erhielten ihre Urkunden https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/feierstunde-des-fachbereichs-4-52-absolventinnen-und-absolventen-erhielten-ihre-urkunden/ Der Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ hat in einer Feierstunde 52 Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge Wirtschaftsinformatik, Informationsmanagement und Informationstechnologie, Umweltsicherung, Umweltwissenschaft und Naturschutz sowie Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung ihre Bachelor- und Masterurkunden überreicht. Zudem wurden Preise verliehen. Am Nachmittag der Mittsommernacht am 22. Juni erhielten 52 Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge Wirtschaftsinformatik, Informationsmanagement und Informationstechnologie, Umweltsicherung, Umweltwissenschaft und Naturschutz sowie Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung ihre Bachelor- und Masterurkunden. Dekan Prof. Dr. Klaus Schmid führte gemeinsam mit Studiendekan Prof. Dr. Boris Girnat sowie den Studiengangsbeauftragten durch das Programm.

Neben den Bachelor- und Masterabsolvent_innen durften sich neun herausragende Studierende über Glückwünsche freuen: Sie erhielten eine Auszeichnung für Bestleistungen in den jeweiligen Studiengängen.

Die Auszeichnungen als beste Studierende erhielten:

  • Bachelor IMIT: Diana Lange

  • Master IMIT: Niklas Melcher, Anna Kardziev, Mofassir Ul Islam Arif, Jan Forkel

  • Bachelor WINF: David Walter

  • Bachelor Umweltsicherung: Jenny Dreblow

  • Master UNN (inkl. UWN): Moritz Sandner

Arwed-Löseke-Preis für Wirtschaftsinformatik

Als besondere Auszeichnung wurde der Arwed-Löseke-Preis für Wirtschaftsinformatik vergeben, der seit jeher tief mit dem Unternehmer Dr. h.c. Arwed Löseke verbunden ist, der sich in herausragender Weise für Hildesheim als Wissenschaftsstandort eingesetzt hat. Ein besonderes Interesse hatte er im Bereich Wirtschaft und Informatik. Die Stiftungsuniversität ehrt sein Andenken durch die jährliche Vergabe des Arwed-Löseke-Preises für Wirtschaftsinformatik. Der Preis wird seit dem Jahr 2015 vergeben. Dabei wird der Arwed-Löseke-Preis durch den Fachbereichsrat an die/den best_en Studierende_n der Wirtschaftsinformatik vergeben. In diesem Jahr erhielt Dennis Reichle den Preis.

Sebastian-Thrun-Preis

Der Sebastian-Thrun-Preis wird an eine_n Absolvent_in im B.Sc. oder M.Sc. IMIT oder einen Promovierten der Informatik vergeben. Der Preis zeichnet besonders hervorragende Leistungen im Studium und in der Forschung auf dem Gebiet der Informatik aus. Dieses Jahr wurde der Preis an Thorsten Schoormann und Maren Stadtländer vergeben. Der Sebastian-Thrun-Preis wird seit 2014 vergeben. Er beinhaltet einen Besuch in den USA bei Sebastian Thrun, dem Erfinder der selbstfahrenden Autos und einem der einflussreichsten Denker in der Welt der künstlichen Intelligenz. Thrun hat in den 1980er Jahren an der Universität Hildesheim Informatik studiert und ist ihr als Förderer erhalten geblieben.

Dank

Besonderer Dank geht an die Alumnigesellschaft der Universität Hildesheim, die die Absolvent_innenfeier seit Jahren finanziell unterstützt, an den Gastredner Herrn Prof. Dr. Theo Stracke sowie an die vielen fleißigen Helferinnen und Helfer, ohne die diese Feier nicht möglich wäre.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informatik Geographie Biologie & Chemie Mathematik & Angewandte Informatik Physik Technik
news-17132 Mon, 22 Jul 2019 13:28:00 +0200 Niedersachsen-Technikum: Uni Hildesheim möchte Mädchen für MINT-Berufe begeistern https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/niedersachsen-technikum-uni-hildesheim-moechte-maedchen-fuer-mint-berufe-begeistern/ Mädchen können sich bis zum 31. August 2019 für das Niedersachsen-Technikum bewerben. Das sechsmonatige vergütete Praktikum bietet Einblicke in naturwissenschaftliche und technische Berufe und wird durch ein Schnupperstudium an der Universität Hildesheim ergänzt. Bis zum 31. August 2019 können sich Mädchen für einen Platz im Niedersachsen-Technikum bewerben. Die Universität Hildesheim und regionale Unternehmen möchten gemeinsam Mädchen für naturwissenschaftliche und technische Berufe begeistern und bei der Berufsorientierung unterstützen.

Schülerinnen erleben in einem Praktikum in einem Unternehmen, wie zum Beispiel der Berufsalltag einer Ingenieurin oder Informatikerin aussieht. Parallel zur Unternehmenspraxis erhalten sie Einblick in technische und naturwissenschaftliche Studienfächer der Uni Hildesheim und nehmen zum Beispiel an Informatik-, Technik, oder Chemie-Seminaren teil. Das Praktikum dauert sechs Monate, wird vergütet und beginnt im September 2019.

Interessierte Schülerinnen wenden sich an Lina Melcher (Tel. 05121-883-40776, E-Mail: melcherl@uni-hildesheim.de). Die Noten oder das Vorwissen aus Leistungskursen sind keine Bedingungen für die Teilnahme. Entscheidend ist das Interesse der jeweiligen Schulabsolventin. Eine Bewerbung sollte bis zum 31. August 2019 eingereicht werden, Voraussetzung sind Abitur oder Fachabitur.

Niedersachsen Technikum

Informationen über Fachbereich 4 der Uni Hildesheim:
Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik

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news-17107 Thu, 04 Jul 2019 07:46:00 +0200 Vorstand des Zentrums für Digitalen Wandel https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/vorstand-des-zentrums-fuer-digitalen-wandel/ Im „Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Grundstruktur, der Komplexität und den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive. Im Juli kam der Vorstand des „Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“  der Universität Hildesheim zur konstituierenden Sitzung zusammen.

Dem Vorstand gehören der Wirschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt (Sprecher), die Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer, der Informationswissenschaftler Professor Joachim Griesbaum, die Mathematikdidaktikerin Professorin Barbara Schmidt-Thieme, der Leiter der Universitätsbibliothek Dr. Ewald Brahms und der Literaturwissenschaftler Dr. Guido Graf an.

„Mit dem Zentrum für Digitalen Wandel wollen wir bestehende Forschungs-, Lehr- und Transferinitiativen bündeln, um diesen eine größere Wirksamkeit zu verleihen und um disziplinübergreifende Erklärungs- und Gestaltungsansätze zu ermöglichen, die dem digitalen Wandel in seiner Komplexität gerecht werden“, so Professor Ralf Knackstedt.  

Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möchten erklären und aufklären, so dass weder überzogener Alarmismus noch Hype die Debatten über den digitalen Wandel prägen. Die Digitalisierung ist eines von vier Leithemen – neben Bildung, Kultur und Diversität – in der Entwicklungsplanung der Universität Hildesheim.

Weitere Informationen über das ZFDW finden Sie online.

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news-17086 Mon, 01 Jul 2019 08:39:00 +0200 Herausragende akademische Leistungen: Torben Windler, Candy Walter und Carolin Funke https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/herausragende-akademische-leistungen-torben-windler-carolin-funke-und-candy-walter/ Die Universitätsgesellschaft Hildesheim verleiht drei Preise für herausragende akademische Leistungen. Geehrt werden der Informatiker Torben Windler, die Kulturwissenschaftlerin Carolin Funke und der Mathematiker Candy Walter für ihre Bachelorarbeit, Masterarbeit und Promotion. Die Förderpreise sind mit jeweils 500 Euro dotiert „Die Preise sind eine besondere Auszeichnung der Universität für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Sie sollen zudem Studierende und wissenschaftlichen Nachwuchs motivieren“, sagt Heinz-Werner Ernst, Vorsitzender der Universitätsgesellschaft Hildesheim, anlässlich der Preisverleihung im Forum am Hauptcampus. Die Qualität begeisterte ihn, und erstaunt habe ihn die Nähe der Forschungsarbeiten zur realen Welt.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

  • Bachelor: Torben Windler | Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ |  Bachelorarbeit „Electricity Price Forecasting in the Context of Production Planning“ | Gutachter: Jan Busse

  • Master: Carolin Funke | Fachbereich „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ | Masterarbeit „Narrative Zwischenräume. Die Bedeutung der Bild-Text-Interdependenz in Bilderbuchgesprächen am Beispiel des Bilderbuches „Garmans Straße“ von Stian Hole. Eine qualitativ-empirische Studie.“ | Gutachterin Prof. Dr. Bettina Uhlig, Gutachter Jan Schönfelder

  • Dissertation: Candy Walter | Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ | Dissertation „Statistische Untersuchungen Planen – Eine empirische Untersuchung zur Planung und Durchführung statistischer Untersuchungen von Lernenden aus 9ten und 10ten Schuljahrgängen“ | Gutachterin: Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme

Nähe der Forschungsarbeiten zur realen Welt

Der Informatiker Torben Windler hat seine Arbeit im Rahmen eines Projektes umgesetzt, in dem einem Produktionsbetrieb mit hohem Energieverbrauch geholfen werden soll, die Niedrigpreisphasen des Stromlieferanten auszunutzen und das vorausschauend Wochen vorher zu planen.

Carolin Funke, gelernte Grafikerin, hat in ihrer Masterarbeit ein liebevoll gestaltetes Werk vorgelegt, das Lehrerinnen und Lehrern Hilfen gibt für das Erschließen von Bilderbüchern. Auch der Mathematiker Candy Walter wendet sich mit seiner Arbeit an Lehrerinnen und Lehrer. Mit Hilfe der Ergebnisse seiner Dissertation sollen Schülerinnen und Schüler eigene Projekte besser durchführen und auswerten können.

Nominiert waren herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aller Fachbereiche

Unter den insgesamt 14 Nominierten mit herausragenden Forschungsarbeiten waren junge Forscherinnen und Forscher aus allen Fachbereichen der Universität Hildesheim. Die Preis werden einmal im Jahr verliehen.

Die vier Fachbereiche hatten die Arbeiten bei der paritätisch besetzten Förderkommission des Senats eingereicht. Die ermittelte in einem aufwendigen Verfahren drei Vorschläge, die sie dem Vorstand der Universitätsgesellschaft zur Entscheidung vorlegte. Die zum Teil sehr umfangreichen Arbeiten wurden mitgereicht, um den Kommissionsvorschlag nachvollziehen zu können.

Die Universitätsgesellschaft fördert Studierende, studentische Projekte und Leistungen und unterstützt Forschung und Lehre. Die gemeinnützige Gesellschaft vereint Freunde, Ehemalige, Förderer und Angehörige der Uni und versteht sich als Bindeglied zwischen Universität und den Bürgerinnen und Bürgern der Region.

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news-16626 Wed, 19 Jun 2019 21:55:00 +0200 Ringvorlesung: Digitaler Wandel in Unternehmen und Verwaltungen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/ringvorlesung-digitaler-wandel-in-unternehmen-und-verwaltungen/ Der Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt befasst sich in der Forschung mit den Herausforderungen, vor denen Unternehmen und Verwaltungen im Digitalen Wandel stehen. Das Wissen aus der Forschung teilt der Hildesheimer Forscher und setzt sich für den Forschungstransfer in der Region Hildesheim ein. Mit der öffentlichen und kostenfreien Ringvorlesung „Digitaler Wandel in Unternehmen und Verwaltungen“ bietet das Hildesheimer Team der Wirtschaftsinformatik eine Austauschplattform zu Themen des Digitalen Wandels. Die Vorlesung bringt Studierende und Forschende aber vor allem auch Bürgerinnen und Bürgern und Fach- und Führungskräfte in Unternehmen und Verwaltungen in den Austausch. „Neben den Vorträgen der Referentinnen und Referenten geben wir der Diskussion des Themas mit dem Publikum großen Raum“, sagt Knackstedt.

Die Vorlesung findet jeweils donnerstags von 18:00 bis 19:30 Uhr im Forum (Raum N006) am Hauptcampus der Universität Hildesheim statt. Die Vorlesungsreihe endet Mitte Juli 2019.

Programm (PDF)
Ringvorlesung „Digitaler Wandel in Unternehmen und Verwaltungen“

„Wir möchten dazu beitragen, dass der Austausch zwischen Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung vorangetrieben wird“

Interview mit Prof. Dr. Ralf Knackstedt

Herr Prof. Knackstedt, Sie laden Bürger und regionale Unternehmen zur Vorlesungsreihe „Digitaler Wandel in Unternehmen und Verwaltungen“ ein. Vor welchen Herausforderungen steht die Verwaltung zum Beispiel?

Die Digitalisierung bietet umfassende Möglichkeiten, Verwaltungsprozesse umzugestalten, indem verschiedene Bereiche digitalisiert werden und Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern verschiedene, auch auf künstlicher Intelligenz basierende, Werkzeuge zur Verfügung gestellt werden, mit denen sie in ihren Entscheidungen unterstützt werden. Diese Digitalisierungsoptionen müssen systematisch erhoben und priorisiert werden, unter Budgetbeschränkungen in den Verwaltungen. Es ist eine ganz wichtige Frage, zu klären, mit welchen Optionen man voranschreitet und welche man gegebenenfalls erst später verfolgt.

Welche Prozesse sind das in der Verwaltung zum Beispiel?

In der Region ist momentan die Einbindung elektronischer Rechnungen in die Prozesse eine ganz wesentliche Aufgabe, durch die die Medienbrüche stark reduziert werden können. Medienbrüche sind immer gegeben, wenn man anfängt, ein Papierdokument erst wieder einzutippen, damit es in Datenbanken verwaltet werden kann, das dann wieder ausgedruckt wird und beim nächsten Empfänger in den Verwaltungen oder beim Bürger dann wieder erst elektrifiziert werden muss. Für mehrere Verwaltungen im Verbund ist der Austausch von Lösungen und best-practices notwendig, um zu erreichen, dass nicht jede Verwaltung bestimmte Herausforderungen angeht und Lösungen entwickelt. Da sehe ich hier in der Region Hildesheim ganz spannende Bereitschaften in der Verwaltung, sich in solchen Austauschnetzwerken zusammenzuschließen. Aber es ist noch unklar, wie man diese organisiert, wie man den Überblick über die best-practices erhält und wie man die Erfahrungen dokumentiert und das Wissen weitergeben kann. Und insgesamt das Agieren in diesen Netzwerken unterstützen kann – da könnte die Universität Hildesheim durchaus helfen. Der „Arbeitskreis Informationstechnologie“ und die Arbeit im Zentrum für Digitalen Wandel bieten uns als Universität die Chance, nah an den Entwicklungen in der regionalen Wirtschaft dran zu sein und solche Initiativen mit anzustoßen. Die Kommunen können jeweils Schwerpunkte setzen – eine Kommune könnte sich auf Prozesse an der Schnittstelle von Bürger und Verwaltungen konzentrieren und dort Innovationen gestalten, die dann die anderen Kommunen nachziehend bei sich direkt ähnlich umsetzen. Eine andere Kommune verbessert verwaltungsinterne Prozesse und spielt die Entwicklung an die anderen Kommunen im Netzwerk weiter.

Was sind weitere digitale Baustellen für Verwaltungen und Behörden?

Eine weitere große Herausforderung ist, dass Verwaltungen in der IT-Sicherheit voranschreiten müssen. Die Stadt Hildesheim ist sehr aktiv, entsprechende Strukturen und Prozesse zu gestalten, mit denen sie die IT-Sicherheit gewährleisten kann. Der IT-Fachkräftemangel ist ein großes Problem. Ich fände es spannend, wenn wir an der Universität Hildesheim Absolventinnen und Absolventen ausbilden würden, die für die Verwaltungen fachlich noch einsatzfähiger sind, weil sie nicht ausschließlich wie bisher die Prozessgestaltung und die IT beherrschen, sondern sich auch mit den Besonderheiten des Verwaltungshandeln hinreichend auskennen. Um hierfür die Basis zu legen, müssten allerdings weiterführende Initiativen ergriffen werden, für die uns Mitstreiter aus Politik und Gesellschaft höchst willkommen sind.

Und welchen Wandel beobachten Sie in den Unternehmen zum Beispiel?

Das ist sehr von der jeweiligen Branche abhängig. Unsere Ringvorlesung „Digitaler Wandel in Unternehmen und Verwaltungen“ bietet ein breites Spektrum und gibt Einblicke. Insgesamt ist die Wirtschaft sehr herausgefordert durch disruptive Innovation neuer Geschäftsmodelle, die durch die Digitalisierung ermöglicht werden. Da benötigen die Unternehmen Anleitungen und sind durch das Dilemma herausgefordert, ihr bisheriges Geschäft mit der Digitalisierung kontinuierlich zu verbessern und gleichzeitig zu überlegen, ob sie das Geschäftsmodell ändern müssen.

Es nehmen Fachleute aus 11 Hochschulen, Unternehmen und Verwaltung an der Ringvorlesung von April bis Juli 2019 teil. Warum organisieren Sie diese Vorlesungsreihe?

Mein Team und ich möchten dazu beitragen, dass der Austausch zwischen Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung vorangetrieben wird. Unsere Studentinnen und Studenten absolvieren Abschlussarbeiten und Praktika in regionalen Unternehmen und bauen die Kontakte in die Region auf, die ein möglicher Arbeitgeber für sie ist. In der Ringvorlesung haben sie die Chance, eine Vielfalt der Branchen zu erleben und in unterschiedliche Bereiche hineinzuschnuppern. Wir öffnen die Ringvorlesung und würden uns sehr freuen, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Unternehmen und Verwaltungen in den Hörsaal kommen. Für Bürgerinnen und Bürger ist die Vorlesungsreihe relevant, weil sie erleben, was in ihren Arbeitsplätzen passieren kann und was auf sie zukommen kann. Unsere Ringvorlesung ist ein Beitrag zur Transfer- und Austauschstrategie der Universität Hildesheim. Wir möchten unser Wissen teilen und zu Austausch und Diskussion in der Region beitragen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Digitaler Wandel in Unternehmen und Verwaltungen

Die Termine der Ringvorlesung im Überblick:

Geschäftsmodelle im Digitalen Wandel: Transformation von Produkten, Ressourcen und Methoden

18.04.2019: Der Digitale Wandel ermöglicht es, Sachleistungen (elektronische Geräte, Maschinen, Anlagen) und Dienstleistungen neuartig miteinander zu integrieren und aufeinander abzustimmen. Dr. Sebastian Bräuer und Thorsten Schoormann erläutern, welche Chancen zur Gestaltung innovativer Leistungsangebote zur vollständigen Lösung komplexer Kundenprobleme sich dadurch ergeben. Beispielsweise bietet sich so die Möglichkeit Kunden von der Koordination von Handwerksleistungen zu entlasten.

Digitaler Wandel im Banking

25.04.2019: Die Veränderung der Geschäftsmodelle von Banken im Digitalen Wandel betrifft uns letztlich alle. Wolfgang Heykena erläutert welche Serviceleistungen zukünftig für Banken möglich werden und wie Kunden davon profitieren. Letztlich wird sich unser Bild, was eine Bank ist und macht, mittel- bis langfristig ändern.

Sicherheitsaspekte beim Digitalen Wandel: Assoziative Kryptotechnik

02.05.2019: Digitaler Wandel benötigt IT-Sicherheit. Prof. i. R. Dr. Hans-Joachim Bentz hat ein Unternehmen gegründet, das einen völlig neuartigen in seiner Forschung entwickelten Ansatz umsetzt, um unsere privaten und geschäftlichen Daten vor dem bösartigen Manipulieren und Ausspähen zu sichern.

Digitaler Wandel in Unternehmen: Agile Transformation und Management 3.0

09.05.2019: Im Digitalen Wandel verändert sich, wie wir Sitzungen leiten und unsere Aktivitäten auf geteilte Ziele hin abstimmen. Dies gilt nicht nur für die Koordination unserer arbeitsteiligen Zusammenarbeit in Unternehmen, sondern auch in Vereinen und nicht profitorientierten Organisationen werden neuartige Formen, Projekte und Initiativen zu organisieren, möglich. Georg Rekas erläutert die Potenziale und Grenzen, die damit einhergehen.

Damoklesschwert des Digitalen Wandels am Beispiel Versicherungswirtschaft

16.05.2019: Der Schutz unserer personenbezogenen Daten geht uns alle an. Mit den Anpassungen der juristischen Vorschriften im Datenschutz ändern sich auch die Rechte von Verbrauchern. Kunden sollten gut informiert sein, um ihre Rechte bei Unternehmen durchsetzen zu können und um die Potenziale, die sich ihre Daten Unternehmen erschließen, realistisch einschätzen zu können. Laura Weidner und Robin Eißner geben entsprechende Einblicke aus Sicht der Versicherungswirtschaft.

IT-Sicherheit in der Verwaltung: Herausforderungen durch den Digitalen Wandel

23.05.2019: Viele Bürger versprechen sich vom Digitalen Wandel, dass sich ihre Kontakte zu Behörden zukünftig bequemer und zeitsparender gestalten lassen. Um die Akzeptanz dieser Veränderungen zu sichern, ist es unabdingbar ein hohes Maß an IT-Sicherheit umzusetzen. Florian Gefrörer erläutert, wie sich die Stadt Hildesheim dieser Herausforderung stellt.

Digitaler Wandel und StartUps: Die HI-Cube-Innovationsplattform

06.06.2019: Im Digitalen Wandel wird es für jeden leichter auch nebenberuflich unternehmerisch tätig zu werden. Aus mancher Idee ist so schon ein großes, weltweit agierendes Unternehmen geworden. Achim Mauruschat und Sebastian Sieloff stellen vor, wie eine Hildesheimer Innovationsplattform die Gründung neuer Unternehmen unterstützen kann.

Digitaler Wandel in der Produktion

20.06.2019: Industriearbeitsplätze werden vom Digitalen Wandel in besonderem Maße betroffen sein. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die sie unterstützenden Sozialpartner und Bildungsinstitutionen sollten sich Klarheit verschaffen, welche Änderungen mit zunehmender Automatisierung verbunden sind. Prof. Dr.-Ing. Christoph Herrmann und Dr. Mark Mennenga geben einen Überblick über aktuelle Trends und Entwicklungsperspektiven in der Produktion.

Digitaler Wandel in der Finanzierung nachhaltiger Projekte: Welchen Beitrag kann Crowdfunding zu nachhaltiger Entwicklung leisten?

27.06.2019: Die ökologische und soziale Nachhaltigkeit digitaler Geschäftsmodelle wird kontrovers diskutiert. Richtig umgesetzt bietet der Digitale Wandel große Chancen für die Sicherung der Umwelt und gegen den Klimawandel. Prof. Dr. Jacob Hörisch gibt einen Überblick, wie sich die Finanzierung von Ideen, die das Potenzial haben, einen Beitrag zur Rettung unseres Planeten zu leisten, durch die Beiträge vieler (der Crowd) tatsächlich umsetzen lassen.

Daten als Baumaterial der Zukunft: Digitaler Wandel in der Immobilienwirtschaft

04.07.2019: Der Digitale Wandel macht nicht an unseren Haustüren halt, sondern wird auch das Wohnen in und das Bauen und Umgestalten von Gebäuden verändern. Prof. Dr. Torben Bernhold zeigt auf, welche kaum zu überschätzende Bedeutung Daten im Bau und Betrieb von Immobilien zukünftig zukommen wird. Unsere Art zu wohnen wird morgen nicht mehr die gleiche sein.

Neues Business im Digitalen Wandel

11.07.2019: Der Digitale Wandel ist davon geprägt, dass neue Geschäftsmodelle in schneller Folge tradierte Angebote weitgehend ablösen. Populäre Beispiele für diese Entwicklung sind Legion (Online-Verkauf von Produkten, Streaming-Dienste für Musik und Filme, digitale Fotografie etc.) Justus Lüder und Dirk Hahnrath zeigen aktuelle Entwicklungen auf und geben Orientierung in einer Geschäftswelt ohne Stillstand.

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news-16770 Mon, 13 May 2019 09:37:31 +0200 Mathematikolympiade: 190 kleine Mathe-Genies an der Uni https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/mathematikolympiade-190-kleine-mathe-genies-an-der-uni/ Etwa 190 Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen rechnen und knobeln in dieser Woche während der Landesrunde der Mathematik-Olympiade an der Universität Hildesheim. Lehtamtsstudentinnen und Lehramtsstudenten organisieren die Olympiade gemeinsam mit Professorin Barbara Schmidt-Thieme. Schülerinnen und Schüler aus 20 Schulen aus der Stadt und dem Landkreis Hildesheim nehmen am Mittwoch, 15. Mai 2019, an der Landesrunde der „Mathe-Olympiade“ an der Universität Hildesheim teil. Dabei lernen die Grundschüler Lehrende und Studierende der Uni kennen und können Hörsaal-Luft schnuppern. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stehen knifflige Matheaufgaben, nach einer Begrüßung beginnen ab 10:00 Uhr die Klausuren für die kleinen Mathe-Genies. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler waren in der zweiten Runde der Olympiade erfolgreich, in der nun folgenden niedersächischen Landesrunde entscheidet sich, wer mit Gold- und Silbermedaillen sowie weiteren Urkunden ausgezeichnet wird.

Mathematikprofessorin Barbara Schmidt-Thieme, die mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Olympiade organisiert, ist jedes Jahr wieder begeistert von dem mathematischen Interesse der teilnehmenden Kinder. Die Mathematikerin rät Eltern und Lehrkräften, mit Kindern über mathematische Fragen zu sprechen und dankt allen Erwachsenen, die ihre Kinder motivieren, zu knobeln und zu rechnen.

„Wir müssen alle dazu beitragen, bei Kindern ein Interesse an Mathematik zu wecken und zu erhalten“, sagt Barbara Schmidt-Thieme. Die Professorin für Mathematik und ihre Didaktik befasst sich am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik der Universität Hildesheim in der Forschung unter anderem mit Repräsentationsformen mathematischen Wissens, mit der Entwicklung und dem Gebrauch von Fachsprachkompetenz und der Geschichte der Mathematik und des Mathematikunterrichts. In Hildesheim bildet sie gemeinsam mit dem Team des Mathematikinstituts Mathematiklehrerinnen und Mathematiklehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus. Seit März 2018 wird sie dabei von Professor Boris Girnat unterstützt.

Das Team um Mathematikprofessorin Barbara Schmidt-Thieme bietet Studierenden, Referendarinnen und Referendaren und Lehrerinnen und Lehrern Lehrwerke und Materialien für den Mathematikunterricht in verschiedenen Jahrgangsstufen verschiedener Schulformen und unterschiedlicher mathematischer Bereiche an. Die „Mediothek Mathematik“ wird zur Informationsrecherche, für Reflexion und Analyse am Videoarbeitsplatz und in der Forschung in den beiden Schwerpunktsammlungen „Mathematik und Sprache“ sowie „Mathematikgeschichte“ genutzt. Interessierte erreichen das Team um Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme unter mediothek@imai.uni-hildesheim.de.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik
news-16607 Tue, 16 Apr 2019 08:51:50 +0200 Wirtschaftsinformatiker Julien Hofer: „Wir wollen Wissen besser verfügbar machen“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/wirtschaftsinformatiker-julien-hofer-wir-wollen-wissen-besser-verfuegbar-machen/ Der Wirtschaftsinformatiker Julian Hofer entwickelt Online-Portale, in denen zum Beispiel Forschung dargestellt und Wissen vernetzt wird. Der Doktorand hat sich auf Wissensmanagement, Data Mining und Process Mining spezialisiert. Im Interview spricht er über seine Forschung in Hildesheim. Der Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt und die Sozialpädagogin Professorin Inga Truschkat haben das bundesweite Forschungsprojekt „InDeKo.Navi“ von Hildesheim aus koordiniert. Wie verändert sich Arbeit? In 31 Teilprojekten wurde bundesweit untersucht, wie Betriebe mit den Folgen des demografischen Wandels und der modernen digitalisierten Arbeitswelt, mit Nachwuchssorgen und Personalentwicklung umgehen. Nach vierjähriger Forschung liegen Ergebnisse vor.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die wissenschaftliche Begleitforschung  „InDeKo.Navi – Vernetzung und Zukunftsorientierung in der Erforschung des betrieblichen Kompetenzmanagements im demografischen Wandel“ mit 1,2 Millionen Euro gefördert. Das Hildesheimer Team hat ein Portal entwickelt, in dem alle Forschungsprojekte und Ansprechpartner dargestellt werden.

Interview mit dem Wirtschaftsinformatiker Julien Hofer

„Unser Forschungsportal bietet eine interaktive Orientierung über das betriebliche Kompetenzmanagement im demografischen Wandel“

Julien Hofer gehört zu der Hildesheimer Arbeitsgruppe. Der Doktorand hat sich auf Wissensmanagement, Data Mining und Process Mining spezialisiert. Er entwickelt Wissenskarten und hat die interaktive Forschungslandkarte zum Projekt „InDeKo.Navi“ entwickelt. Im Interview spricht der Wirtschaftsinformatiker über seine Forschung.

Herr Hofer, Sie befassen sich in Ihrer Arbeit am  Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik mit Forschungsportalen. Ergebnisse aus dem vom Bund geförderten Forschungsprojekt „InDeKo.Navi“ haben Sie etwa gemeinsam mit Professor Ralf Knackstedt auf einer Arbeitsforschungstagung des Bundesforschungsministeriums zum Thema „Arbeitswelten der Zukunft“ im Haus der Wirtschaft in Stuttgart vorgestellt.

Ich beschäftige mich mit der Frage, wie Forschungsportale die Vernetzung von Forschenden vorantreiben können, um Synergien zu schaffen. Innerhalb unseres Forschungsprojekts, in welchem wir den Förderschwerpunkt „Betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel“ wissenschaftlich begleitet und analysiert haben, gibt es viele Projekte die sich mit der Digitalisierung der Arbeit beschäftigen. Daher macht es Sinn, solche Projekte miteinander zu vernetzen und ihnen Informationen über andere (ähnliche) Projekte zur Verfügung zu stellen. Dies wird durch unser entwickeltes InDeKo.Navi-Portal gewährleistet und deshalb haben wir das Portal auf dieser Tagung, die vom BMBF veranstaltet wurde, an einem eigenen Stand ausgestellt.  

Sie möchten mit Ihrer Arbeit Wissen auffindbar und zugänglicher machen und haben in dem BMBF-Projekt ein Forschungsportal für den Förderschwerpunkt „Betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel“ entwickelt. Sie entwickeln interaktive Forschungslandkarten, die zeigen, wo Wissen „liegt“ und schaffen so einen Überblick. Was kann man denn mit dem Forschungsportal machen?

Ich stelle unter anderem eine Funktion zur Verfügung, mit der Grafiken interaktiv gemacht werden können. Dadurch können sich dann zum Beispiel Beteiligte aus Forschung und Praxis schnell über ein Thema informieren und auch vernetzen. Wir wollen Wissen besser verfügbar machen und Forschungserkenntnisse in die Breite tragen. Das Portal stellt diverse Forschungsergebnisse und Forschungsprojekte dar, die sich mit dem betrieblichen Kompetenzmanagement im demografischen Wandel beschäftigen. Es gibt zum Beispiel Projekte, die versuchen mit Hilfe der Digitalisierung die Resilienz von Arbeitnehmern zu unterstützen oder das eigene Stressmanagement mit Hilfe einer App neu gestalten. Neben der Darstellung, wo diese Projekte verortet sind und wer dort der Ansprechpartner ist, bietet es weitere Analysemöglichkeiten, wie beispielsweise quantitative Analysen über den Datenbestand, welche dann in Form von verschiedenen Diagrammarten visualisiert werden. Das Portal bietet unterschiedliche Informationen. Dies geht von den Ansprechpartnern einzelner Projekte über die Kontaktinformationen der Transferpartner bis hin zu verlinkten Publikationen.

Und wie haben Sie als Wirtschaftsinformatiker dieses Forschungsportal entwickelt, wie wurde es „gebaut“, was ist die Kernidee dahinter?

Das Forschungsportal wurde als Open Source-Projekt entwickelt und auf dem Content-Management-System „Drupal“ aufgebaut. An der Entwicklung waren unter anderem mehrere Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim im Rahmen von IT-Studienprojekten, welche von der Abteilung „Informationssysteme und Unternehmensmodellierung“ geleitet wurden, beteiligt. Des Weiteren habe ich auf einen intensiven Austausch mit der Entwickler-Community geachtet, welches sich zuletzt in der Einladung als Speaker zur Konferenz „DrupalEurope“ wiederspiegelte. Die Kernidee des Portals ist die modularisierte Infrastruktur, die für weitere Portale genutzt werden kann, ohne über viel technisches Know-how zu verfügen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-16317 Fri, 08 Mar 2019 15:54:04 +0100 Explore Science: „Ich bin ein Fan von Wissenschaft“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/explore-science-ich-bin-ein-fan-von-wissenschaft/ Henk Telle ist ein „großer Fan von Wissenschaft“. Das Explore bietet eine Vielfalt – von Chemie bis Technik und Informatik – und ist eine große Bereicherung, sagt der 15-Jährige. Die Universität Hildesheim gehört zu den Kooperationspartnern des neuen Schülerforschungszentrums in Hildesheim. Das Explore Sciencenter ist eine Chance für die naturwissenschaftlich-technische Nachwuchsbildung in der Region Hildesheim. Unabhängig von Vorkenntnissen und Fähigkeiten, von Geschlecht, Alter oder Herkunft können Kinder und Jugendliche sich im Explore in Hildesheim in ihrer Freizeit naturwissenschaftlich-technisch beschäftigen.

Als der Neuntklässler Henk Telle vom Explore hörte, schrieb er eine Initiativbewerbung, er gehört nun zu den ersten Praktikanten im Schülerforschungslabor. Der 15-Jährige besucht die Robert-Bosch-Gesamtschule und absolviert gerade sein Schülerpraktikum. „Das Explore bietet eine Vielfalt – von Technik und Informatik bis Chemie – und ist eine große Bereicherung und eine Chance, zu experimentieren“, sagt der Schüler.

Neugierde für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik bei Kindern und Jugendlichen wecken

Professor Jürgen Menthe gehört zu dem Team, das im Explore das Interesse, die Neugierde und die Begabung von Kindern und Jugendlichen aus der Region Hildesheim in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) fördert. „Das Explore kann zu einem Raum für in Hildesheim werden, in dem Kinder und Jugendliche Lust haben, da zu sein, zu experimentieren und Ideen umzusetzen“, sagt Menthe.

Die Universität Hildesheim zählt zu den ersten Partnern des Explore Sciencenter. Mit Chemieprofessor Jürgen Menthe ist seit der Gründung des Vereins „Open MINT e.V.“ ein Experte im Vorstand. Er war schon an der Schaffung eines Schülerforschungszentrums in Hamburg vor einigen Jahren wesentlich beteiligt und einer seiner Forschungsschwerpunkte konzentriert sich auf den nachhaltigen Einfluss von Schülerlaboren. Er forscht und lehrt seit 2015 am Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“. Lehrende verschiedener Fächer engagieren sich in der Programmplanung und in der Gestaltung konkreter Bildungsangebote, somit leistet die Universität Hildesheim ihren Beitrag zur Spitzen- wie zur Breitenförderung in den Natur- und Technikwissenschaften, erläutert Jürgen Menthe.

Lehramtsstudierende sammeln praxisnahe Erfahrungen im Schülerforschungszentrum

Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können die Arbeit des Explore Sciencenter mit Know-how und Geräten unterstützen. Die Universität Hildesheim bildet etwa ein Drittel aller Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen in Niedersachsen aus. „Für die angehenden Lehrerinnen und Lehrer ist das Schülerforschungszentrum ein Ort, an dem sie wertvolle praxisnahe Erfahrungen sammeln können. Das Explore Sciencenter ist eine große Bereicherung für die Region“, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Das Explore Sciencenter hat sein Headquarter in der Volkshochschule Hildesheim (VHS), die ein wichtiger Transferpartner für die Universität ist. Gemeinsam kooperieren die Volkshochschule und die Universität etwa im Sprachenforum und im Schulmuseum.

Kontakt zum Explore Sciencenter

Wer sich für das Explore Sciencenter interessiert, kann Kim Sören Diesel und Tanja Pessel kontaktieren (E-Mail schreiben: more@explore-hi.de). Die beiden organisieren und planen und helfen Kindern und Jugendlichen, die Experimente, die sie im Kopf haben, umzusetzen.

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Pressemeldungen Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung Chemie Biologie Biologie & Chemie Geographie Informatik Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Mathematik & Angewandte Informatik Physik Technik Fachbereich 4
news-16300 Thu, 07 Mar 2019 18:25:00 +0100 Informatik an Schulen: Uni Hildesheim bildet Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer aus https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/informatik-an-schulen-uni-hildesheim-bildet-informatiklehrerinnen-und-informatiklehrer-aus/ Die Debatte um die Fortschritte bei der Digitalisierung in Deutschland betrifft im Kern auch die Schulen – hier wird die nächste Generation ausgebildet. Doch Lehrerinnen und Lehrer für das Schulfach Informatik fehlen. Die Universität Hildesheim bildet seit 2016 Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer aus. Neben Programmieren und Datenbanken gehören Algorithmen und Datenstrukturen und Medieninformatik zum Studium in Hildesheim. Informatik gehört an alle Schulformen – ab der Grundschulzeit, sagt Dr. Jörg Cassens. „Informatik durchdringt alle Lebensbereiche. Unsere Aufgabe als Gesellschaft ist es,  Schülerinnen und Schülern eine  informatische Grundkompetenz zu vermitteln. Sie können lernen, algorithmische Denkweisen zu verstehen und kritisch damit umzugehen. Nicht jedes Kind muss Programmierer werden, aber  alle Heranwachsenden sollten ein Verständnis dafür entwickeln, wie Algorithmen funktionieren und welche Auswirkungen Technik haben kann.  Ansonsten sind sie der Technik machtlos  ausgeliefert anstatt den Digitalen Wandel aktiv gestalten zu können. Die Einführung eines neuen Faches ist im Schulalltag sicher nicht einfach, aber Schule ist ein Spiegel der gesellschaftlichen Realität. Schule ist nicht etwas Statisches. Inhalte, die gelehrt werden, verändern sich – und Informatik sollte in unserer heutigen digitalen Welt ein Pflichtfach sein“, sagt Cassens.

Der Wissenschaftler gehört zu einem Team der Universität Hildesheim, das seit 2016 die künftige Generation der niedersächsischen Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer für Realschulen und Hauptschulen ausbildet. Sein Spezialgebiet ist die Medieninformatik, er hat Themen wie künstliche Intelligenz und die Interaktion zwischen Mensch und Maschine sowie ethische Fragen im Blick.

Der Informatiker Jörg Cassens ist Mitglied des Expertengremiums „Digitalisierung in der Lehrerbildung“ des niedersächsischen Verbundes zur Lehrerbildung und Mitautor der „Empfehlungen zur Digitalisierung in der niedersächsischen Lehrerinnen- und Lehrerbildung“ (PDF, Februar 2019).

„Jugendliche sollten IT-Systeme nicht nur bedienen, sondern auch beherrschen“

Zum Hildesheimer Team, dass die Informatikausbildung vorantreibt, gehört auch Professor Klaus-Jürgen Förster. „Unser Ziel sollte es sein, dass in Zukunft alle niedersächsischen Schülerinnen und Schüler IT-Systeme nicht nur bedienen sondern auch beherrschen können.“

„Informatik sollte spätestens ab Beginn der Grundschule in Niedersachsen als Pflichtfach in jeder Klassenstufe unterrichtet werden“, sagt Förster.

Das Institut für Mathematik und Angewandte Informatik, an dem Jörg Cassens und Klaus-Jürgen Förster forschen und lehren, sowie der Fachbereich „Mathemematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ der Universität Hildesheim streben dies seit mehreren Jahren an, etwa mit dem Bezugsfach Informatik im Sachunterricht. „Wir können dies im Fall einer Genehmigung durch Hannover mit Unterstüzung unseres Präsidiums an der Uni Hildesheim mit entsprechendem Personal schon ab dem kommenden Wintersemester 2019/20 einführen.“ Im Rahmen der Akkreditierung für das Lehramt Informatik an der Haupt- und Realschule an der Uni Hildesheim wurde dieses Konzept bereits 2015  positiv mitbegutachtet.

Universität Hildesheim bildet seit 2016 Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer aus

„Wir brauchen in Deutschland eine große Anzahl von grundständig ausgebildeten Informatik-Lehrerinnen und Informatik-Lehrern, die ihren Schülerinnen und Schülern vermitteln, wie man erfolgreich auch zukünftig die sich immer schneller ausdehnende digitale Welt professionell nutzt und beherrscht“, sagt der Hildesheimer Informatikprofessor Klaus-Jürgen Förster.

Die Niedersächsische Landesregierung hat 2015 beschlossen, das Fach Informatik künftig auch an Hauptschulen und Realschulen einzuführen und seit dem Studienjahr 2016/17 die Universitäten Hildesheim und Oldenburg beauftragt, das Lehramt Informatik an Haupt- und Realschulen in Niedersachsen einzurichten. Die Universität Hildesheim bietet das Lehramtsfach Informatik seit 2016 nicht nur für Studienanfängerinnen und Studienanfänger an, sondern auch als vollwertiges Drittfach für ausgebildete Lehrkräfte.

Programmieren, Datenstrukturen und Robotik auf dem Stundenplan

Neben Programmieren und Datenbanken gehören auch Algorithmen und Datenstrukturen, Medieninformatik und Systemadministration zum Studium in Hildesheim. Die Lehramtsstudierenden wählen Schwerpunkte wie Maschinelles Lernen, Softwareentwicklung, Robotik oder Wirtschaftsinformatik. Sie kombinieren die Theorie mit der Praxis und sind schon im ersten Studienjahr an Partnerschulen. Weitere fachdidaktische Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums.

Die Lehramtsstudierenden besuchen Vorlesungen und Seminare gemeinsam mit den etwa 800 IT-Studierenden aus den IT-Studiengängen „Angewandten Informatik“, „Informationsmanagement und Informationstechnologie“, „Wirtschaftsinformatik“ und „Data Analytics“ und sind nah dran an den aktuellen fachwissenschaftlichen Themen. Hinzu kommen Lehrveranstaltungen in den Bereichen Didaktik, Erziehungswissenschaft und Psychologie sowie Schulpraktika.

Die Studierenden befassen sich im Studium mit Grundlagen der Informatik: Wie werden Informationen als Daten repräsentiert und verarbeitet, wie steuern Algorithmen Prozesse? Welche Programmierbefehle braucht ein Roboter, um sich im Raum zu bewegen? Wie funktionieren Programmiersprachen? Wie geht man verantwortungsvoll mit Daten um? Welche Auswirkungen haben Informations- und Kommunikationssysteme auf den Alltag und die Gesellschaft?

„Wir werben massiv um Studierende für das Schulfach Informatik“

„Es ist mehr als überfällig das Lehramt Informatik auszubauen und massiv um Studierende für dieses Schulfach zu werben. Dies darf sich nicht nur auf das Lehramt an Gymnasien beziehen und somit etwa die Hälfte unserer Jugendlichen vernachlässigen“, sagt Klaus-Jürgen Förster.

Ohne durchgehende informatische Ausbildung werde sich die berufliche und persönliche Zukunftsperspektive erheblich verschlechtern, dennoch sei in Deutschland der rechtzeitige Aufbruch bisher versäumt worden. In europäischen Nachbarländern, etwa in Großbritannien und in skandinavischen Ländern, gehören Informatik-Inhalte längst durchgehend zur schulischen Ausbildung. Programmieren (Coding) ist dort meist schon in der ersten Klasse verpflichtend vorgesehen.

Kurz erklärt

Informatik an Schulen: Bewerbung um einen Studienplatz

Die Hildesheimer Universität bildet seit Herbst 2016 Lehrerinnen und Lehrer für das Fach Informatik an Haupt- und Realschulen aus. Studieninteressierte können sich um einen Informatik-Studienplatz für das Lehramt an Hauptschulen oder Realschulen bewerben. Um dem großen Bedarf gerecht zu werden ist eine Einschreibung für Erstsemester sowohl im Wintersemester wie auch im Sommersemester möglich.

Bisher haben in Niedersachsen nur die Universitäten in Göttingen, Oldenburg und Osnabrück Informatiklehrer für den Unterricht an Gymnasien ausgebildet. Eine Ausbildung zur Informatiklehrerin oder zum Informatiklehrer für Haupt- und Realschulen war in Niedersachsen im Gegensatz zu verschiedenen anderen Bundesländern wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen bisher nicht möglich.

Die Hildesheimer Studierenden werden zur ersten Generation der Lehrerinnen und Lehrer gehören, die das Fach Informatik an Hauptschulen und Realschulen sowie Oberschulen und Gesamtschulen in Niedersachsen aufbauen. „Das ist eine große berufliche Chance und eine spannende, lebenslange Aufgabe“, sagt Professor Klaus-Jürgen Förster.

Wer sich für das Lehramtsfach Informatik interessiert, kann sich ab sofort bei Prof. Dr. Klaus-Jürgen Förster vom Institut für Mathematik und Angewandte Informatik melden (E-Mail foerster@cs.uni-hildesheim.de). Studierende wählen neben dem Fach Informatik ein zweites Fach.

Hier geht's direkt zur Online-Bewerbung

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informatik SSE Maschinelles Lernen Mathematik & Angewandte Informatik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Polyv. 2-Fäch.BA MEd (Lehramt) Studierendenportal Forschung Startseite
news-15965 Thu, 07 Feb 2019 15:39:00 +0100 Informatik in Hildesheim: Universität sucht den IT-Nachwuchs https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/informatik-in-hildesheim-universitaet-sucht-den-it-nachwuchs-1/ Die Universität Hildesheim sucht die nächste Generation der IT-Studentinnen und IT-Studenten und bietet vielfältige Studienmöglichkeiten. Die Informatik-Studienprogramme der Universität Hildesheim verbinden Praxis und Theorie. Für die Masterstudiengänge „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ und „Angewandte Informatik“ können sich Studieninteressierte noch zum Sommersemester 2019 bewerben. Die Vorlesungen beginnen am 8. April 2019. Für das Lehramtsstudium (Bachelor), zum Beispiel mit der Fachkombination Mathematik/Informatik, ist eine Bewerbung bis zum 8. März 2019 möglich. Informationen über die IT-Studiengänge und Bewerbung

Die Universität Hildesheim bildet Informatikerinnen und Informatiker unter anderem in den Studienprogrammen „Angewandte Informatik“ und „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ aus. Eine Bewerbung für das Sommersemester 2019 ist in den Masterprogrammen noch möglich [hier geht es direkt zur Online-Bewerbung].

Die Hildesheimer Informatikstudiengänge verbinden Praxis und Theorie. Ein Wirtschaftspraktikum ist ein fester Bestandteil aller IT-Bachelor-Studiengänge der Universität Hildesheim. Im Praktikum haben Studentinnen und Studenten die Möglichkeit, Erfahrung in der regionalen Wirtschaft zu sammeln.

„Die Hildesheimer Studiengänge decken ein breites Spektrum der IT ab. Außerdem haben die Studierenden umfangreiche Vertiefungsmöglichkeiten, um ihre persönlichen Interessen und Befähigungen besonders zur Geltung zu bringen“, sagt Professor Klaus Schmid, Experte für Softwareentwicklung an der Universität  Hildesheim. Die Studentinnen und Studenten entwickeln zum Beispiel moderne Informationssysteme, ein Teilbereich der Informatik, der sich rasant entwickelt.

Hildesheim sei keine Massenuniversität, stattdessen sei das Studium geprägt von viel Interaktion, Austausch und Diskurs, sagt der Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt.

Die Informatik-Studienprogramme der Universität Hildesheim verbinden Theorie mit Praxis. Absolventenbefragungen zeigen regelmäßig, dass Studierende dieser Studiengänge sehr gute Berufschancen besitzen. Ein Wirtschaftspraktikum ist in jedem der Studiengänge fester Bestandteil. Der „Arbeitskreis IT“ unterstützt die Studentinnen und Studenten bei der Kontaktaufnahme zu Unternehmen in der Region.

  • „Angewandte Informatik“ 

    Die Studentinnen und Studenten lernen, wie man große Informationsmengen managt, höchst performante Algorithmen umsetzt und Software wartungsfreundlich gestaltet. Absolventinnen und Absolventen beherrschen moderne Technologien der Softwareentwicklung und sind Spezialisten der Softwareentwicklung. Wer technische Aspekte von Softwareprodukten im Detail verstehen und gestalten möchte, wählt diesen Studiengang.
  • „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ 

    Das Auffinden relevanter Informationen stellt heute eine Kernherausforderung in vielen Berufen dar. Absolventen werden auf diese Herausforderung optimal vorbereitet, indem dieser Studiengang Inhalte der Informatik und der Informationswissenschaft verknüpft. Darüber hinaus werden den Studierenden viele Freiräume gelassen, um aus einem breiten Studienangebot auf die eigenen Interessen zugeschnittene Studienprogramme zusammenzustellen.
  • Lehramtsstudium mit der Fachkombination Mathematik/Informatik (Polyvalenter 2 Fächer-Bachlor)

    Die Universität Hildesheim bildet Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus. Neben Programmieren und Datenbanken gehören auch Algorithmen und Datenstrukturen, Medieninformatik und Systemadministration zum Informatikstudium in Hildesheim. Die Lehramtsstudierenden wählen Schwerpunkte wie Maschinelles Lernen, Softwareentwicklung, Robotik oder Wirtschaftsinformatik. Sie kombinieren die Theorie mit der Praxis und sind schon im ersten Studienjahr an Partnerschulen. Weitere fachdidaktische Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums. Im Fach Mathematik gehören zum Beispiel Lehrveranstaltungen wie Lineare Algebra, Algorithmen und Modellierung, Einführung in die Didaktik und Geometrie zum Lehramtsstudium.

    Jetzt bewerben für ein Lehramtsstudium Mathematik/Informatik (Lehramt an Realschulen, Lehramt an Hauptschulen)

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Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Informatik SSE Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Mathematik & Angewandte Informatik Pressemeldungen
news-16102 Wed, 06 Feb 2019 15:15:00 +0100 Studierende sammeln Praxiserfahrungen in der regionalen Wirtschaft https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/studierende-sammeln-praxiserfahrungen-in-der-regionalen-wirtschaft/ Studentinnen und Studenten der Hildesheimer IT‐Studiengänge tauschen sich beim „IT-Speed Dating“ mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus regionalen Unternehmen aus. Die Universität verzeichnet in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung. Im Interview spricht der Unternehmer Tobias Eierund über die Chancen des Universitätsstandortes für die regionale Wirtschaft. „Digitalisierung ist das derzeitige Hauptthema unserer Arbeit. Sowohl Fachkräfte als auch Informationsveranstaltungen sind von Nöten, um am Puls der Zeit zu bleiben“, sagt Eierund. Angela Loboda studiert Wirtschaftsinformatik im dritten Semester und sucht einen Praktikumsplatz im Bereich Prozessmodellierung. „Ich schaue mir Prozesse an, wie sie momentan ablaufen und überlege dann gemeinsam mit der IT, wie man die Abläufe optimieren kann.“ Als sie ihr Studium aufnahm, kannte sie die Prozessmodellierung noch nicht, dann besuchte sie Vorlesungen bei Professor Ralf Knackstedt, ein Fachmann für die Optimierung von Geschäftsprozessen. „Da habe ich erkannt, wie spannend die Wirtschaftsinformatik ist. Jetzt suche ich einen Platz für das Wirtschaftspraktikum.“

Ein Wirtschaftspraktikum ist ein Pflichtbestandteil in den IT-Studiengängen „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ (Bachelor of Science) und „Wirtschaftsinformatik“ (Bachelor of Science). Studentinnen und Studenten absolvieren die Praktika bei Unternehmen in der Region.

Die Nachfrage von Unternehmen aus der Region nach Partnerschaften mit den IT-Studiengängen der Universität Hildesheim wächst. Seit 2013 veranstaltet die Universität ein IT-Speed-Dating. Bei der ersten Auflage waren 15 Unternehmen dabei, in 2018 bereits 27. Diese Zahl wurde 2019 nochmals deutlich übertroffen: 36 Unternehmen interessieren sich für die Hildesheimer IT-Studierenden als Praktikantinnen und Praktikanten.

Auch auf Seiten der Studierenden ist das Interesse groß, sagt der Betriebswirtschaftler Felix Hahne. Mehr als 75% der bisher rund 180 teilnehmenden Studierenden haben nachfolgend ein Praktikum bei einem der anwesenden Unternehmen absolviert.

Durch das IT-Speed-Dating sind für 97% der teilnehmenden Studentinnen und Studenten regionale Unternehmen in den Blick geraten

Durch das IT-Speed-Dating sind für 97% der teilnehmenden Studentinnen und Studenten regionale Unternehmen in den Blick geraten, die sie zuvor nicht nicht kannten. Die Unternehmen kommen vor allem aus der Region Hildesheim sowie aus der Metropolregion Wolfsburg, Hannover und Braunschweig.

„Beim IT-Speed-Dating lerne ich viele regionale Unternehmen kennen, die ich bisher nicht wahrgenommen und über eine Suchmaschine nicht gefunden hätte“, sagt Angela Loboda. Sie ist eine von 40 Informatikstudentinnen und Informatikstudenten, die an dem diesjährigen IT-Speed-Dating teilgenommen haben, welches das Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik jedes Frühjahr veranstaltet.

Beim IT-Speed-Dating haben die Studierenden die Gelegenheit, reihum für je fünf Minuten mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus regionalen Unternehmen zu sprechen, sich vorzustellen.

„Das IT-Speed-Dating ist ein interessantes Format, um die Universität mit der Wirtschaft zu verknüpfen“, sagt Professorin Julia Rieck. Seit einem Jahr forscht und lehrt sie als Professorin für Betriebswirtschaftslehre in Hildesheim. Zuvor war die Wissenschaftlerin in der Wirtschaft tätig.

Sie befasst sich in der Forschung mit der Produktion, Logistik, Projektplanung und Ressourcenplanung, mit Produktionsprozessen und Produktionssystemen, mit Transportabläufen und Transportnetzwerken sowie mit Material‐ und Informationsflüssen und wie diese geplant und gesteuert werden. „Ich untersuche die Logistik, Tourenplanung und Produktionsprozesse in der Wirtschaft. Wie werden Maschinen belegt, wie kann ein Unternehmen den Umgang mit Energieressourcen optimieren? Wie wandern Waren von A nach B? Ich beschäftige mich gerade viel mit LKW-Transport und nachhaltigem Logistikmanagement. Bei all diesen Prozessen spielt IT stark mit hinein, Unternehmen müssen große Datenmengen verarbeiten und vernetzt arbeiten“, so Rieck.

Überall ist Software, überall sind Daten, überall ist Informationsaustausch. Die regionale Wirtschaft, so die Wissenschaftlerin, habe „massives Interesse, unsere IT-Studierenden kennenzulernen“.

Interessante Aufgabenstellungen in der regionalen Wirtschaft

„Den meisten Studierenden sind interessante Aufgabenstellungen wichtig, und eine gute Arbeitsatmosphäre, weniger der große Unternehmensname“, sagt Felix Hahne. Und so haben gerade regionale mittelständische Unternehmen die Chance, beim IT-Speed-Dating „in die Köpfe unserer Studierenden zu gelangen“.

Das bestätigt Marc Herbach. Er studiert Wirtschaftsinformatik. „Ich möchte während meines Wirtschaftspraktikums vor Ort erfahren, wie eine Unternehmensstruktur aufgebaut ist und wie ein Betrieb erfolgreich arbeitet“, sagt der Student. „Das  Wirtschafts-praktikum ist eine Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis, ich kann in den zehn Wochen einen vernünftigen Einblicke erhalten und werde in das Unternehmen eingebunden, das hilft mir für meinen weiteren Berufsweg sehr weiter.“

Nach drei Stunden IT-Speed-Dating und zwei Dutzend Gesprächen halten Funda Akpulat und Antonia Schulz, beide Studentinnen im 5. Semester, einen Stapel an Informationen in den Armen. „Das IT-Speed-Dating ist eine gute Chance, sich den Unternehmen vorzustellen“, sagt Akpulat. „Es ist relativ schnell im Gespräch klar, ob es passt, ich suche einen Praktikumsplatz im betrieblichen Bereich, zum Beispiel Controlling.“

Gerade unter den kleinen mittelständischen Unternehmen seien viele Firmen dabei, die „Chancen bieten“, sagt Funda Akpulat. „Erst einmal denkt man an die großen Firmennamen. Nach fünf Minuten Gespräch mit kleinen Betrieben, die man bisher nicht kennt, merkt man: Das ist eine gute Option.“ Die Unternehmen erstellen Stellenprofile, bieten vielfältige Plätze an, „so läuft die Recherche nach einem Praktikumsplatz viel schneller ab, als wenn ich mich im Internet auf die Suche begebe“, sagt Antonia Schulz.

Aus den Praktika entstehen nicht selten Werkstudententätigkeiten, Projekt- und Abschlussarbeiten oder auch feste Arbeitsverhältnisse. Für einige Partnerunternehmen ist das Vorhandensein der IT-Studiengänge in Hildesheim zum wichtigen Standortfaktor geworden, sagt Felix Hahne.  „Das IT-Speed Dating kann als ein Beitrag der Universität Hildesheim zur Bekämpfung des IT-Fachkräftemangels angesehen werden.“

Interview

„Wir wollen am Puls der Zeit bleiben“

Interview mit dem Hildesheimer Unternehmer Tobias Eierund

Das Textilunternehmen Eierund wurde vor etwa 100 Jahren in Algermissen gegründet, 1961 erfolgte die Eröffnung in Hildesheim. Heute arbeiten etwa 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem Unternehmen. Besonders innovativ sei der Online-Shop, der bereits vor zehn Jahren online ging und mittlerweile im Hosen-Bereich europaweit großen Anklang findet, sagt Tobias Eierund. Im Interview spricht der Unternehmer über die Chancen des Universitätsstandortes für die regionale Wirtschaft.

Herr Eierund, Sie leiten ein Unternehmen in Hildesheim und nehmen am IT-Speed-Dating teil. Wie fällt die erste Bilanz aus, wie sinnvoll ist das Format?

Sehr sinnvoll. Es werden Studentinnen und Studenten auf uns aufmerksam, die noch nie von uns gehört haben und wir können aus Erfahrung sagen, dass die Überraschung dann doch zumeist groß ist, wenn wir unsere Praktikumsmöglichkeiten vorstellen.

Welchen Vorteil erfahren Sie, wenn Sie nicht nur eine Bewerbung schriftlich lesen, sondern die jungen Menschen im Gespräch kennen lernen können?

Schon die ersten 5 Minuten des Gesprächs reichen für beide Seiten, um einen Trend zu bekommen ob ein Praktikum sinnvoll ist oder nicht. Eine schriftliche Bewerbung allein reicht hier meistens nicht aus.

Was können IT-Studentinnen und IT-Studenten bei Ihnen im Unternehmen erlernen und welche Voraussetzungen sollten sie mitbringen?

Die Facetten der Praktika bei uns im Haus sind vielfältig und gehen von der Analyse bis hin zur Programmierung. In der Regel reichen die Programmierkenntnisse aus den Vorlesungen aus, um bei uns einen Einstieg zu finden. Java, html und php Kenntnisse sind von großem Vorteil. Die Studenten lernen die Strukturen eines Unternehmens kennen und eigenständiges Arbeiten. Je nach Praktikumsthema werden die Kenntnisse vertieft, dies kann zum Beispiel auch das Erlernen einer neuen Programmiersprache wie php sein.

Mit welchen Aufgaben haben sich IT-Studierende bisher befasst?

Wir hatten im letzten Jahr fünf Praktikanten bei uns im Haus. Jeder hat sein eigenes Praktikumsthema und hat dieses von A bis Z bearbeitet. Ein Thema ist zum Beispiel der Usability-Test des Frontends unseres Online-Shops und ein anderes Projekt ist die Programmierung eines Größenfilters für unseren Online-Shop.

Welche Bedeutung hat für die Unternehmensentwicklung die Digitalisierung? Wo erhoffen Sie sich seitens der Universität Impulse, etwa im Bereich der Fachkräfte, im Wissenstransfer?

Digitalisierung ist das derzeitige Hauptthema unserer Arbeit. Sowohl Fachkräfte als auch Informationsveranstaltungen sind von Nöten, um am Puls der Zeit zu bleiben.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt:

Informatik in Hildesheim studieren

In Hildesheim studieren derzeit knapp 800 IT-Studentinnen und IT-Studenten. Die Studentinnen und Studenten lernen, wie man große Informationsmengen managt und höchst performante Algorithmen umsetzt. Absolventinnen und Absolventen der „Angewandten Informatik“ beherrschen moderne Technologien der Softwareentwicklung. Das Auffinden relevanter Informationen ist heute eine Kernherausforderung in vielen Berufen. Im Studiengang „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ werden Studierende optimal auf diese Herausforderung vorbereitet, sie verknüpfen Inhalte der Informatik und der Informationswissenschaft. Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs „Wirtschaftsinformatik“ verbessern Unternehmensprozesse mit IT und entwickeln neue digitale Geschäftsmodelle.

IT in Hildesheim studieren:
Die Bewerbung um einen Bachelorstudienplatz ist bis zum 1. März 2019 möglich

Wie läuft das IT-Speed-Dating ab?

Das seit 2013 jeweils zu Jahresbeginn durchgeführte „IT-Speed Dating“ hat sich als sehr beliebtes und erfolgreiches Instrument zur Anbahnung von Praktika erwiesen. Im Fünf-Minuten-Takt wechseln die Studierenden die Stationen und lernen die Unternehmen kennen und umgekehrt. Die Studierenden haben eine standardisierte Kurzbewerbung dabei, die Unternehmen konkrete Praktikumsangebote für 2019.

Ansprechpartner:

Fragen zum Wirtschaftspraktikum und IT-Speed Dating beantwortet Dr. Felix Hahne vom Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik der Universität Hildesheim (Telefon 05121 883 40514, E-Mail: hahne[at]bwl.uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Informatik Betriebswirtschaft Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik
news-16056 Mon, 28 Jan 2019 11:51:00 +0100 Nachruf – Gedenken an Prof. em. Dr. Heinz-Wilhelm Alten https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/nachruf-gedenken-an-prof-em-dr-heinz-wilhelm-alten/ Die Universität Hildesheim trauert um ihren Altrektor Prof. em. Dr. Heinz-Wilhelm Alten. Der Mathematiker war der erste Rektor der Hochschule Hildesheim, heute Universität Hildesheim. In den 1980er Jahren leitete er die Arbeitsgruppe Informatik zur Vorbereitung des Studienganges Informatik. Prof. Dr. Heinz-Wilhelm Alten ist am 27. Januar 2019 nur wenige Wochen nach seinem 90. Geburtstag in Hildesheim verstorben.

Sein 1948 begonnenes Studium der Fächer Mathematik, Physik und Chemie an der Technischen Hochschule Hannover und der University of Bristol schloss er 1954/55 mit dem ersten Staatsexamen für das Höhere Lehramt ab. Er war anschließend von 1956 bis 1961 wissenschaftlicher Assistent an der Technischen Universität Hannover, wo er 1961 bei Wilhelm Quade zum Dr. rer. nat. im Bereich Analysis/Numerik promovierte (Thema der Dissertation: „Schranken und Näherungswerte für die Nullstellen der Gegenbauerschen und Hermiteschen Funktionen erster und zweiter Art“). 1961 wurde er Oberingenieur und 1966 Oberassistent am Mathematischen Institut der TU Hannover.

1973 nahm Heinz-Wilhelm Alten einen Ruf auf eine Professur für Mathematik an der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen, Abteilung Hildesheim, an. 1979 bis 1981 war er erster Rektor der Wissenschaftlichen Hochschule Hildesheim, heute Universität Hildesheim. Als Rektor organisierte er den Aufbau der Hochschule. Unter seiner Leitung wurde eine Grundordnung erarbeitet und die Gliederung der Hochschule in Institute und Fachbereiche organisiert. 1982 bis 1985 leitete er hier auch die Arbeitsgruppe Informatik zur Vorbereitung des Diplomstudienganges Informatik. Insbesondere dank des Einsatzes von ihm und seinem Hildesheimer Kollegen Prof. Dr. Theo Kreutzkamp wurde zum Wintersemester 1984/85 in Hildesheim dieser Studiengang als damals zweiter niedersächsischer universitärer Diplomstudiengang (nach der TU Braunschweig) in Informatik eingeführt. Hildesheim gehörte damit zu den ersten 20 Universitäten der Bundesrepublik, die einen Informatik-Studiengang anboten. Zu seinen Schülern zählte der in Stanford lehrende Professor Sebastian Thrun.

In den Jahren 1986 bis 1993 war Heinz-Wilhelm Alten Dekan des Fachbereichs 4: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften. Seit 1990 leitete er die von ihm gegründete Hildesheimer Projektgruppe „Geschichte der Mathematik“, die bei Springer Heidelberg die renommierte mathematikhistorische Reihe „Vom Zählstein zum Computer“ herausgibt. Er war seit 1997 Emeritus im Institut für Mathematik und Angewandte Informatik (IMAI) der Universität Hildesheim und hier bis kurz vor seinem Tod insbesondere im Bereich der Geschichte der Mathematik durchgehend aktiv.

Als Emeritus nahm Heinz-Wilhelm Alten regelmäßig an Veranstaltungen der Universität Hildesheim teil und wirkte aktiv in der Universitätsgesellschaft Hildesheim e.V. mit. Auf seine Initiative hin besuchte Sebastian Thrun die Universität Hildesheim und richtete für jeweils eine/n Informatikstudierende/n einen Preis für herausragende Leistungen verbunden mit einem Studienaufenthalt im Silicon Valley ein.

„Die Universität Hildesheim, der Fachbereich 4 Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik und das Institut für Mathematik und Angewandte Informatik verlieren mit ihm einen hochgeschätzten Kollegen, der sich große Verdienste um die Mathematik und Informatik in Hildesheim erworben hat, einen begeisternden akademischen Lehrer, der ein selbstloser Förderer im besten Sinne war, und einen Menschen und Freund, der uns sehr fehlen wird“, erklärten Universitätsprofessor Klaus-Jürgen Förster und Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Heinz-Wilhelm Alten über die Gründung der Universität Hildesheim:

Heinz-Wilhelm Alten hat die Vorgeschichte, Gründung und Entwicklung der Universität Hildesheim in der Hochschulschrift „Zur Geschichte der Universität Hildesheim“ (PDF) zusammengefasst.

Über seine Amtszeit als erster Rektor der Hochschule Hildesheim von 1979 bis 1981 schreibt der Mathematiker: „In den beiden Jahren meines Rektorats wurde die junge Hochschule maßgeblich geprägt durch: Erstellung, Verabschiedung und Genehmigung einer Grundordnung und eines Organisationsplanes; Gliederung in Fachbereiche und Zentrale Einrichtungen; Errichtung von Instituten; Übernahme des wiss. Personals in die neue Personalstruktur; Planung, Konsolidierung und Ausbau neuer Studiengänge; Auseinandersetzungen mit dem Landesrechnungshof und dem Ministerium über Raumnutzung und Raumversorgung und den Aufbau von Außenbeziehungen.“

Weiter schreibt Heinz-Wilhelm Alten: „Das erste Jahr der jungen Hochschule hatte gezeigt, dass eine Fortsetzung des Status quo als weder in Fachbereiche noch in Institute gegliederte Hochschule nicht praktikabel war. Die Hochschule musste eine Struktur erhalten, also entsprechend ihrer personellen, sächlichen und räumlichen Ausstattung unter Berücksichtigung vorhandener und geplanter Fächer und Studiengänge gegliedert werden. Bei den Diskussionen hierüber prallten zwei Tendenzen aufeinander: die Professoren wünschten eine Gliederung in Institute, hätten eine Gliederung in Fachbereiche gern vermieden, weil sie die stärkere Belastung durch die dann vorgeschriebenen zusätzlichen Gremien fürchteten. Die Mitarbeiter und Studierenden hingegen bevorzugten die Gliederung in Fachbereiche, weil sie dann größere Möglichkeiten der Mitwirkung und Einflussnahme hatten. Für mich stand fest, dass eine wissenschaftliche Hochschule nur dann in Forschung, Lehre und Studium arbeits- und überlebensfähig sein würde, wenn sie sowohl in Fachbereiche als auch in Institute gegliedert wäre.“

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik Personalportal
news-16052 Thu, 24 Jan 2019 17:40:00 +0100 Bildung stiften: Universität zeichnet 95 Studierende mit Deutschlandstipendien aus https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/bildung-stiften-uni-zeichnet-95-studierende-mit-deutschlandstipendien-aus/ Die Universität Hildesheim dankt allen Bildungsstifterinnen und Bildungsstiftern, die Studentinnen und Studenten auf ihrem Bildungsweg unterstützen. Das Bundesbildungsministerium hat die Stiftungskultur an der Uni Hildesheim ausgezeichnet, nun hofft das Stiftungsteam um Vizepräsident Martin Schreiner und Markus Langer auf weitere Stifter, die junge Wissenschaftstalente fördern. „Bildung stiften 111“:
Helfen Sie uns, 111 junge Wissenschaftstalente zu fördern

Professor Martin Schreiner hat die diesjährige Stipendienfeier der Universität  genutzt, um den Bildungsstifterinnen und Bildungsstiftern aus Hildesheim und der Region zu danken. „Ihre Unterstützung ist weitaus mehr als ein monetäres Engagement und eine Geldüberweisung, Sie zeigen jungen Talenten an unserer Universität, dass Sie an sie glauben und setzen Vertrauen in das Tun des wissenschaftlichen Nachwuchses“, sagte der Vizepräsident für Stiftungsentwicklung in dieser Woche vor 140 Gästen im Roemer- und Pelizaeus-Museum. „Wir sind äußerst dankbar für Ihr Engagement.“

Seit 2011 vergibt die Universität Hildesheim Deutschlandstipendien an ihre Studierenden. Das Modell sieht so aus: Eine private Spende von 1800 Euro verdoppelt der Bund auf 3600 Euro, so dass für ein Jahr ein Stipendium mit monatlich 300 Euro vergeben werden kann.

Waren es im Jahr 2016 noch 72 Deutschlandstipendien sind es in diesem Jahr bereits 95 Deutschlandstipendien, die die Universität Hildesheim vergeben kann.

Vizepräsident dankt den 43 privaten Stifterinnen und Stiftern, 24 Unternehmen und 28 Stiftungen

Bisher haben sich viele Personen der Hildesheimer Bürgergesellschaft entschieden, Studentinnen und Studenten mit einem Stipendium zu unterstützen.  Neben der finanziellen Unterstützung gehören der persönliche Austausch und Veranstaltungen zum Stipendienprogramm. Unter den Stiftern sind außerdem Unternehmen und Stiftungen. Unter den Förderern befinden sich 43 private Stifterinnen und Stifter, 24 Unternehmen und 28 Stiftungen. Unter den Stipendiatinnen und Stipendiaten sind alle Studienrichtungen der Universität vertreten – von Wirtschaftsinformatik und Kulturvermittlung bis Umweltsicherung und Lehramt.

„Auch dank des hohen Engagements der Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmerinnen und Unternehmer ist uns eine neuerliche Steigerung auf nunmehr 95 Stipendien gelungen, von denen direkt unsere Studierenden profitieren“, sagt Markus Langer, der an der Universität als Leiter des Fund- und Friendraisings für die Stipendienprogramme zuständig ist.  „Ab sofort richten wir den Blick nach vorn: Unsere Kampagne Bildung Stiften 111! geht auch im Jahr 2019 weiter – bis Ende Juni wollen wir die 111 Stipendien eingeworben haben. Wir hoffen dabei auf die Unterstützung aus der Region“, so Langer.

Professor Martin Schreiner dankt herzlich allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Fachbereichen, die in Kommissionen zur Stipendienvergabe mitgewirkt haben. In der Feierstunde im Roemer- und Pelizaeus-Museum hielt der Kulturwissenschaftler Professor Stefan Krankenhagen den Festvortrag „Karl Mays Silberbüchse oder: Die Dinge des Populären“. Der Wissenschaftler sprach über den Beginn der Spielzeugindustrie im 19. Jahrhundert, das Spiel mit Realität und Fiktion und den habituellen Wert der Dinge im sozialen Gefüge der Gesellschaft.

„Das Stipendium ist eine Motivation und eine Wertschätzung der wissenschaftlichen Arbeit“

„Die Freude war groß über die Stipendienzusage, das Stipendium ist eine Motivation auf den letzten Metern und eine Wertschätzung der wissenschaftlichen Arbeit“, sagt Maria Nesemann, die in Hildesheim im Masterstudium Kulturvermittlung in einer deutsch-französischen Studienvariate studiert. „Aus dem Stipendium ergeben sich wesentlich mehr Freiräume, ich kann mich besser auf meinen Studienabschluss konzentrieren und meine ehrenamtliche Arbeit im Hildesheimer Sprachlernprojekt fortsetzen, in dem ich sehr viel für meinen künftigen Beruf im Umgang mit Kinder und Jugendlichen mit Deutsch als Zweitsprache lerne“, sagt die Lehramtsstudentin Anne Hampel, die in Hildesheim Deutsch und Englisch studiert.

Beide Stipendiatinnen erhalten ein Stipendium des Hildesheimer Ehepaars Sibylle und Dr. Hans-Jürgen Fischer. „Wir freuen uns auf das Stipendienjahr“, so Sibylle Fischer. „Wir haben damals gut studiert, nun möchten wir der Gesellschaft etwas zurückgeben. Seit ich im Ruhestand bin, gehe ich gerne zu den offenen Vorlesungen der Universität, die Uni bietet ein offenes, bürgernahes Klima“, sagt Hans-Jürgen Fischer. Dass der Staat jede private Spende verdoppelt, ist für das Ehepaar ein gutes Zeichen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Stifterverband haben die Stipendieninitiative der Stiftung Universität Hildesheim und ihrer Bildungsstifterinnen und Bildungsstifter ausgezeichnet. Die Universität Hildesheim ist eine von drei Hochschulen bundesweit, die 2017 für ihre Stipendienkultur ausgezeichnet wurde.

Kampagne „Bildung stiften 111“: Studierende mit einem Stipendium unterstützen

Bis zu 111 Deutschlandstipendien kann die Universität Hildesheim vergeben. „Bildung Stiften 111!“ heißt die Kampagne, die Markus Langer und Vizepräsident Martin Schreiner in Hildesheim ins Leben gerufen haben. Die Universität Hildesheim dankt allen bisherigen Förderern und sucht nun weitere Stifterinnen und Stifter, die Studierende auf ihrem Bildungsweg unterstützen.

Wer Studierende mit einem Stipendium unterstützen möchte, kann sich direkt an Markus F. Langer (05121 883 90130, markus.langer@uni-hildesheim.de) oder Prof. Dr. Martin Schreiner (05121 883 11102, martin.schreiner@uni-hildesheim.de) wenden.

Das Stipendienprogramm läuft über eine Eigenbewerbung. Ab Juni 2019 können sich Studierende aller Fachbereiche für das nächste Stipendienjahr um ein Deutschlandstipendium bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Juni 2019.

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news-15962 Wed, 09 Jan 2019 16:45:32 +0100 Ausgezeichnet: Preise für besondere Leistungen in Lehre, Forschung, Service und Nachhaltigkeit https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/ausgezeichnet-preise-fuer-besondere-leistungen-in-lehre-forschung-service-und-nachhaltigkeit/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet die Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer, den Biologen Dr. Stefan Flohr und das Team des Sachgebiets „Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel“ des Dezernats für Finanzen für ihre hervorragenden Leistungen in Forschung, Lehre und Service aus. Zudem verleiht das Green Office den Nachhaltigkeitspreis an die Umweltstudentin Jenny Dreblow und den IMIT-Absolventen Sebastian Pape.

Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich gab im Rahmen des Neujahrsempfangs aktuelle Zahlen bekannt: 91 Professorinnen und Professoren, 447 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 265 Personen in Technik und Verwaltung sind derzeit an der Stiftungsuniversität Hildesheim tätig. 8333 Studentinnen und Studenten lernen zurzeit in Hildesheim.

Professorinnen und Professoren, die 2018 ihr Amt in Hildesheim antraten, bearbeiten zum Beispiel die Bereiche Transmediale Übersetzung, Kirchengeschichte, Mathematikdidaktik, Empirische Unterrichtsforschung, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, Migrationspolitik, Biowissenschaften des Sports, Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung, Musiksoziologie und Popular Music Studies, Katholische Theologie und Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt Systematische Theologie, Gender und Bildungskulturen, Vegetationsökologie und Naturschutz sowie Bildungssoziologie.

Jedes Jahr verleiht die Universität im Rahmen des Neujahrsempfangs Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

  • Preis für hervorragende Forschung: Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer
  • Preis für hervorragende Lehre: Biologe Dr. Stefan Flohr
  • Preis für hervorragende Serviceleistungen: Team des Sachgebiets Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel des Dezernats für Finanzen
  • Nachhaltigkeitspreis für Umweltstudentin Jenny Dreblow und Informatikstudent Sebastian Pape

Im Folgenden stellen wir die Preisträgerinnen und Preisträger ausführlich vor.

Preis für hervorragende Forschung: Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Marianne Kneuer

Auf Vorschlag der Dekane und des Centrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung zeichnet die Universität Hildesheim Prof. Dr. Marianne Kneuer für ihre hervorragende Forschung aus.

Seit 2011 forscht und lehrt die Wissenschaftlerin am Institut für Sozialwissenschaften. Die Forschungsschwerpunkte von Marianne Kneuer liegen im Bereich der vergleichenden Politikforschung, der Demokratieforschung und der Forschungen zur Rolle digitaler Medien für die Politik.

Die Politikwissenschaftlerin hat an der Universität Hildesheim seit 2012 den bundesweit viel beachteten Forschungsbereich „Internet und Politik“ aufgebaut. Sie untersucht zusammen mit ihrem Team die Auswirkungen der Digitalisierung auf politische Strukturen, Prozesse und Akteure sowie staatliches Handeln in Demokratien und Autokratien. Sie erforscht Themen wie Politik im Netz, e-governement und e-participation intensiv und publiziert international. Seit 2018 ist sie eine Gründungsdirektorin des neu gegründeten „Zentrums für Digitalen Wandel – Center for Digital Change“ an der Universität Hildesheim.

„Welche Bedeutung der Digitalisierung für gesellschaftliche Transformationsprozesse und die Politik zukommt, hat Marianne Kneuer früh wissenschaftlich in den Blick genommen, lange bevor die Digitalisierung in aller Munde war. Ebenfalls früh hat sie sich der Erforschung von Autokratien und totalitären Systemen zugewandt und danach gefragt, welche Rolle digitale Medien sowohl für Demokratisierungsprozesse in autokratischen Systemen als auch für die Kontrolle der Bürger durch den Staat einnehmen“, so Vizepräsidentin Prof. Dr. Meike Baader in ihrer Laudatio. „Sie forscht international, ist teamorientiert und äußerst kollegial. Sie arbeitet zu gesellschaftlich höchst relevanten Themen, die uns alle angehen und für unser Zusammenleben von Bedeutung sind“, unterstreicht Meike Baader. Zudem kommuniziere die Wissesnchaftlerin ihre Forschungsergebnisse in die Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit.

Vor ihrer Tätigkeit in Hildesheim war Marianne Kneuer Lehrstuhlvertreterin an den Universitäten Darmstadt, Hagen und Erfurt. 2005 hat sie an der Universität Eichstätt habilitiert mit einer Arbeit zur „Europäischen Union als externer Akteur bei Demokratisierungsprozessen“, nachdem sie Forschungsstipendiatin der DFG war. Promoviert wurde sie 1991 an der Universität Bonn. Marianne Kneuer war Referentin im Planungsstab des Bundespräsidenten Roman Herzog von 1994 bis 1999 in Bonn. Seit 2018 ist sie Präsidentin der International Political Science Association (IPSA), der sie seit 2016 als erste Vizepräsidentin vorsaß.

Preis für hervorragende Lehre: Biologe Dr. Stefan Flohr

Auf Vorschlag einer Jury unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten für Lehre und Studium wird der Preis für hervorragende Lehre an den Biologen Dr. Stefan Flohr vom Institut für Biologie und Chemie vergeben.

Für den Preis für hervorragende Lehre wurden insgesamt 78 Vorschläge eingereicht, Studentinnen und Studenten nominierten insgesamt 51 Lehrende für den Preis. „Studierende reichen die Vorschläge für den Lehrpreis ein“, sagt Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander.

Seit 2007 forscht und lehrt Dr. Stefan Flohr an der Universität Hildesheim und gibt sein Wissen in der Anthropologie, Anatomie, Humanbiologie und Paläoanthropologie sowie Bioarchäologie an Studentinnen und Studenten weiter. Er war mehrere Jahr als Landesanthropologe in Thüringen tätig.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter wird für seine hervorragende Lehre in den Seminaren „Bioarchäologie und Paläoökologie II“ und „Funktionelle Anatomie des Bewegungsapparates“ ausgezeichnet. In seiner Lehre fördert er forschendes und problemorientiertes Lernen und wendet innovative Prüfungsmethoden an.

Die Lehre sei „immer anspruchsvoll, interessant und geprägt von einer angenehm lockeren Atmosphäre“, so die Lehramtsstudentin Xenia Dalke in ihrer Laudatio. „Die Lehrveranstaltung Bioarchäologie war unterteilt in fachlichen Input und ein eigenes Projekt. Es ist einfach viel interessanter, wenn man sich selbst durch die vielen Skelette hier im Keller der Universität wühlen darf und eigenständig seine Forschung betreibt, als wenn man nur Wissen trocken vorgetragen bekommt. Dazu kommen noch die geballte fachliche Expertise und Erfahrung, die uns geboten wurde. Man vergisst als Studierender manchmal, wie viel Forschung und Arbeit unsere Dozierenden neben der Lehre leisten. Somit wurden wir Studierenden, die am Anfang gerade einmal einen Schädel von einem Oberschenkelknochen unterscheiden konnten, zu Experten in unserem Thema.“

Die Studentin Xenia Dalke befasste sich in ihrem Projekt mit X- und O-Beinen mittelalterlicher Skelette. „Dann durfte ich die Erkenntnisse auf einer wissenschaftlichen Tagung in Konstanz vorstellen. Diese Chance, ein Uniprojekt auf diese Weise weiterzuführen und im offiziellen Rahmen vorstellen zu dürfen, ist einfach unglaublich und nicht selbstverständlich. Aber hier endet unsere Reise noch nicht – der nächste Schritt ist die gemeinsame Publikation unserer Forschungsergebnisse“, sagt die Studentin.

Weitere Studierende von Stefan Flohr begründen die Auszeichnung wie folgt:

  • „Herr Flohr hat es geschafft ein trockenes Thema grandios zu lehren, Studenten zu motivieren und für die Anatomie anzustecken! Die wöchentlichen Testate und sein Engagement haben dazu beigetragen, dass das erworbene Wissen nicht sofort verfällt, sondern im Gegenteil anders als beispielsweise bei Klausuren nachhaltig abgespeichert wurde. Die Zusammenarbeit zwischen den Studierenden und Herrn Flohr war Voraussetzung und Wunsch und verlief bestens. Fragen, gerade im Bezug zur Muskulatur und deren Defekten, förderten das eigenständige Nachdenken und auch Ausprobieren von Seiten der Studenten.“

  • „In diesem Kurs wurde uns Studierenden die Möglichkeit gegeben, in einem interessanten Themengebiet eigenständig und mit ständiger Unterstützung von drei absolut kompetenten und anregenden Dozenten – Stefan Flohr, Uwe Kierdorf und Carsten Witzel – eigene Projekte zu gestalten. Man hat in der Universität selten die Möglichkeit so intensiv in ein interessantes Themengebiet einzutauchen, die Dozenten erschaffen eine freundliche, kooperative Atmosphäre und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Besonders hervorzuheben ist hier Stefan Flohr, der die Leistungen der Studierenden über das Seminar hinaus mit einer Vertiefung des Projekts würdigt und seine Freizeit und Leidenschaft dafür widmet.“

„Die Tatsache, dass ich inzwischen schon mehrfach von meinen Studierenden für den Preis nominiert wurde, ist mir im Grunde Auszeichnung genug, denn sie sind die Adressaten meiner Lehrtätigkeit. Dass nun auch die Kommission zur Vergabe des Preises dem Vorschlag der Studierenden zustimmt, ist großartig und zeigt mir, dass gute Lehre nicht immer nur eine Frage der Anwendung modernster und innovativster Methoden und Techniken sein muss, sondern dass es offenbar auch mit eher traditionellen Mitteln möglich ist, Menschen für fachwissenschaftliche Inhalte zu begeistern“, freut sich Stefan Flohr über die Auszeichnung.

Stefan Flohr wird im Sommersemester 2019 in der Weiterbildung „Hochschuldidaktik“ seine Erfahrungen teilen und mit interessierten Kolleginnen und Kollegen über exzellente Lehre sprechen.

Preis für hervorragende Serviceleistungen: Team des Sachgebiets Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel des Dezernats für Finanzen

Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, die sich in ganz besonderem Maße für die Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben.

Auf Vorschlag des Präsidiums wird der Preis für hervorragende Service-Leistungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sachgebiets Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel des Dezernats für Finanzen vergeben.

Zu dem Team gehören:

  • Frau Monika Sardí (Sachgebietsleiterin)
  • Frau Anja Ehlers (Studienqualitätsmittel)
  • Herr Mirco Fink (Drittmittel)
  • Frau Marika Schaper (Sondermittel)
  • Herr Marvin Freund (Drittmittel)
  • Frau Vicky-Nicoletta Erber (Drittmittel)
  • Frau Miriam Rother (Sondermittel)
  • Frau Stefanie Hankel (Drittmittel)

„Das Team hat es in herausragender Weise geschafft, die gestiegene Zahl an Projekten vorbildlich abzuarbeiten – sozusagen die Pflicht – und parallel die Unterstützung sowie Beratung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in allen Phasen der Projektbearbeitung im Sinne des Servicegedankens auszubauen. Und das ist die Kür – dort die Flexibilitätswünsche und hier die Richtlinien!  Nur wenn wir uns gemeinsam dem Ziel der Drittmitteleinwerbung verpflichtet fühlen, können wir auch weiterhin so erfolgreich sein, wie in den letzten Jahren“, so der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing.

„Die Auszeichnung bedeutet für das Sachgebiet Dritt-, Sonder- und Studienqualitätsmittel eine hohe Wertschätzung. Wir bedanken und freuen uns darüber, dass unser Engagement wahrgenommen und belohnt wird. Der Preis ist eine Bestätigung unseres Tuns und gleichzeitig ein Ansporn, uns in Zukunft weiterhin so einzusetzen“, so die Sachgebietsleiterin Monika Sárdi.

Green Office verleiht Nachhaltigkeitspreis an Umweltstudentin Jenny Dreblow und an IMIT-Absolvent Sebastian Pape

Mit dem Nachhaltigkeitspreis zeichnet das Green Office Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim aus, die sich in ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeit mit nachhaltiger Entwicklung befassen. Das Nachhaltigkeitsbüro der Uni möchte damit einen Beitrag leisten, Nachhaltigkeit in den Forschungsfokus gerade des wissenschaftlichen Nachwuchses zu bringen.

Die Studentin Jenny Dreblow wird für ihre Bachelorarbeit „Nachhaltigkeit – ein interkultureller vergleich üver zugange und perspektiven belarussischer und deutscher Studierender“ im Studiengang „Umweltsicherung“ und Sebastian Pape für seine Masterarbeit „Soziale Nachhaltigkeit in Geschäftsprozessen – Entwicklung eines Pattern-basierten Ansatzes“ im Studiengang „Informationsmangement und Informationstechnologie“ ausgezeichnet.

Jenny Dreblow leiste mit ihrer Abschlussarbeit einen Beitrag zu einer interkulturellen Verständigung über Nachhaltigkeit und gibt damit wertvolle Anregungen für eine deutsch-belarussische Zusammenarbeit im Rahmen einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung, so die Begründung. „Die Auszeichnung bedeutet für mich Wertschätzung. Und Mut weiterzugehen – auch beruflich“, sagt die Preisträgerin Jenny Dreblow.

Sebastian Pape sei es mithilfe von Experteninterviews gelungen, einen Musterkatalog aus sozial nachhaltigen Geschäftsprozess-Patterns zu entwickeln, dessen Anwendung eine Integration von sozialen Nachhaltigkeitsaspekten in Geschäftsprozesse von Unternehmen fördern kann, so die Jurybegründung.

„Dank der großzügigen Unterstützung der Klimaschutzagentur Hildesheim-Peine und ihres Fördervereins können wir in diesem Jahr zwei Abschlussarbeiten mit dem Nachhaltigkeitspreis dotiert mit jeweils 500 Euro auszeichnen“, sagt Karina Schell, Mitarbeiterin des Green Office.

„Mit dem Nachhaltigkeitspreis möchten wir studentische Beiträge honorieren und herausragende Abschlussarbeiten universitätsweit bekannt machen. Die Auszeichnung soll Studierende motivieren, sich wissenschaftlich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen“, sagt Karina Schell. Die Mitarbeiterin Julia Witter ergänzt: „Mit diesem Preis betont die Universität Hildesheim den besonderen Stellenwert des fachbereichsübergreifenden Themas „Nachhaltigkeit“ in der Ausbildung der Studierenden und den Anspruch, als Universität zur Lösung dringender gesellschaftlicher Probleme beizutragen.“

Der Preis wird auch im nächsten Jahr wieder vergeben. Die Bewerbung auf den Nachhaltigkeitspreis ist bis zum 1. Dezember 2019 möglich, detaillierte Informationen finden Sie zeitnah auf der Homepage des Green Office.

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news-15916 Wed, 19 Dec 2018 13:35:00 +0100 Bedeutung der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/bedeutung-der-internationalen-wissenschaftlichen-zusammenarbeit/ Seit mehr als zehn Jahren arbeitet die Universität Hildesheim mit der Partneruniversität im russischen Nowgorod zusammen. Der Rektor der Staatlichen Universität Nowgorod hat sich während seines Antrittsbesuchs in Hildesheim über die Beziehungen zwischen den beiden Hochschulen informiert. „Die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit ist eine Grundlage für die Beziehungen in der Wirtschaft und auch in der Politik. Ich messe den internationalen Kontakten eine sehr große Bedeutung bei, insbesondere auf der Ebene der Universitäten“, sagt Professor Yury Borovikov.

Der Rektor der Staatlichen Universität Nowgorod hat sich während seines Antrittsbesuchs an der Universität Hildesheim im Dezember 2018 über die Beziehungen zwischen den beiden Hochschulen informiert.

Das Spezialgebiet des Ingenieurs Yury Borovikov sind elektrotechnische Systeme und Energiesysteme. Seit November 2017 leitet er die Staatliche Universität Nowgorod und hält in dieser Funktion die internationalen Wissenschaftsbeziehungen aufrecht. „Die Ernennung betrachte ich als eine Herausforderung“, sagt Borovikov. Der Ingenieur war zuvor Prorektor für Lehre an „einer der ältesten und bekanntesten technischen Universitäten hinter dem Uralgebirge“ im westsibirischen Tomsk. „Seite 1995 war mein Leben mit Tomsk und dieser Region verbunden.“ Bisher hatte der Wissenschaftler vor allem Beziehungen nach Osten gepflegt, nach China und in die Mongolei aber auch zu europäischen und amerikanischen Hochschulen.

„Wir haben gute Grundlagen in den Beziehungen und eine langjährige Geschichte, Professorin Beatrix Kreß pflegt und entwickelt unsere Kooperation in den Sprachwissenschaften. Wir haben in den Erziehungsiwessenschaften, in Technik und Informatik gemeinsame Ziele. Wir werden unsere Kontakte weiterentwickeln“, sagt Yury Borovikov über die Zusammenarbeit zwischen Nowgorod und Hildesheim. „Ich habe mich während meiner Reise in Hildesheim über die Menschen informiert, die diese Kooperation mit uns in Nowgorod pflegen. Ich möchte aber auch neue Impulse für die Kooperation geben, ein neues Feld ist der digitale Wandel, das maschinelle Lernen wird uns verbinden. Mit dem Informatikprofessor Lars Schmidt-Thieme haben wir gesprochen.“ In Nowgorod entsteht derzeit die „Technische Schule“, das Ziel ist die Ausbildung und Umschulung der Fachleute für „Märkte der Zukunft“, beschreibt Borovikov. „Wir laden die Hildesheimer Informatikprofessoren ein, an dieser Entwicklung persönlich teilzunehmen.“

Yury Borovikov informierte sich über die gemeinsamen Studienprogramme. Die Hildesheimer Sprachwissenschaftlerin Professorin Beatrix Kreß überreichte dem Rektor ein Bachelorzeugnis einer Studentin aus Nowgorod, die gerade ihr Studium in Hildesheim als bereits siebte Absolventin aus Russland erfolgreich beendet hat, das sei ein „zentrales Ergebnis unserer guten Zusammenarbeit“. Zwei Hildesheimer Studentinnen sind derzeit in Nowgorod.

Studentinnen und Studenten aus Hildesheim und Nowgorod spezialisieren sich im Studium auf die „deutsch-russischen Beziehungen“. Der Doppelabschluss im Bereich „Interkulturelle Kommunikation“ der Universitäten Hildesheim und Nowgorod wurde durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert. Bisher vergab die Universität Hildesheim 3 Stipendien an deutsche Studierende und 3 Stipendien an russische Studierende pro Jahr. Die Universität Hildesheim unterstützt die Hildesheimer Studentinnen und Studenten beim Erwerb von russischen Sprachkenntnissen. An der Universität Nowgorod finden die Lehrveranstaltungen in russischer und deutscher Sprache statt.

Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich dankte der Delegation für ihren Besuch und sicherte eine Fortsetzung der Kontakte zu: „Gerade in Zeiten von politischen Spannungen ist die kontinuierliche Pflege wissenschaftlicher Beziehungen ein hohes Gut. Unsere pensionierte Professorin Olga Graumann hat hier Pionierarbeit geleistet, die wir fortsetzen werden!“

Kurz erklärt

Deutsch-russische Beziehungen: Doppelstudium

Wer sich für ein Studium „Interkulturelle Kommunikation: deutsch-russische Beziehungen“ interessiert, kann Professorin Beatrix Kreß kontaktieren (E-Mail: kressb@uni-hildesheim.de). Das Doppelstudium umfasst einen einjährigen Aufenthalt in Nowgorod. Der Studienaufenthalt in Nowgorod findet im 3. und 4. Semester statt. Mit dem Studium kann man sich für eine berufliche Tätigkeit im deutsch-russischen Arbeitsumfeld, etwa in Unternehmen, Hochschulen, im Bildungswesen, in sozialen Institutionen oder in NGOs qualifizieren. Am Ende der Studienzeit erlangen Studierende jeweils einen Abschluss im Bachelorprogramm „Internationales  Informationsmanagement“ der Universität Hildesheim sowie in „Linguistik: Übersetzung und Übersetzungswissenschaft“ der Staatlichen Universität Nowgorod.

Weitere Informationen zum Doppelstudium finden Sie online:

Deutsch-russische Beziehungen: Doppelstudium

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news-15894 Thu, 13 Dec 2018 17:59:00 +0100 Stiftungsprofessur Data Science https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/stiftungsprofessur-data-science/ Das Sparkassen-Finanzportal stiftet die Professur „Data Science“ am Institut für Informatik. Die Stiftungsprofessur soll die Forschung und Lehre im Bereich Big Data bereichern und den steigenden Bedarf an Transfer in die Wirtschaft mit abdecken. Die Universität Hildesheim hat in Forschung und Lehre einen Schwerpunkt im Bereich Data Science, Data Analytics und maschinelles Lernen. Durch die Einrichtung einer neuen Stiftungsprofessur „Data Science“ kann dieser Bereich nun ausgebaut werden. Die Stiftungsprofessur läuft über fünf Jahre, das Sparkassen-Finanzportal, ein Tochterunternehmen des Deutschen Sparkassenverlags, fördert die Professur maßgeblich. Das Sparkassen-Finanzportal ist der zentrale Sparkassendienstleister für Kommunikation und digitale Services.

„Wir freuen uns, dass mit der Professur neue Impulse und Akzente auf dem Gebiet der Data Science insbesondere bei Anwendungen im Finanzbereich gesetzt werden. Neue Erkenntnisse, die wir beispielsweise in gemeinsamen Workshops erarbeiten, werden wir in die Entwicklung datenbasierter Kommunikation und Services einfließen lassen. Davon profitieren dann direkt die Institute und Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe“, sagt Jochen Maetje, Geschäftsführer des Sparkassen-Finanzportals.

„Die Stiftungsprofessur wird nicht nur Forschung und Lehre im Bereich Big Data bereichern, sondern auch den steigenden Bedarf an Transfer in die Wirtschaft mit abdecken. Niedersachsen und Deutschland insgesamt haben großen Nachholbedarf“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

„Data Science ist der Treiber des digitalen Wandels“, sagt Professor Lars Schmidt-Thieme. Der Informatiker und Experte für maschinelles Lernen erhofft sich von der neuen Stiftungsprofessur den Ausbau des Forschungsschwerpunktes in Data Science und Maschinellem Lernen, der an der Universität Hildesheim seit über 12 Jahren angesiedelt ist. Zu vielen Anwendungen der Data Science in den Bereichen E-Commerce, Mobilität und Produktion 4.0 wird seitdem an der Universität erfolgreich geforscht. Die neue Professur soll diesen Bereich in Richtung Big Data, Predictive Analytics oder Künstlicher Intelligenz verstärken. Auch in der Lehre verspricht er sich Synergien für den internationalen Master in Data Analytics sowie eine Ausweitung des Data Science-Angebots für die mittlerweile über 800 Informatik-Studierenden der Universität.

Internationale Ausrichtung der Hildesheimer Informatik ist spitze

Dass die Hildesheimer Informatik internationale Anerkennung erfährt, belegt auch das neue Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung, bei dem 300 Hochschulen untersucht und über 150.000 Studierende befragt wurden. Im CHE-Ranking für Masterstudiengänge kann sich die Universität Hildesheim in der Kategorie „Internationale Ausrichtung“ im Fach Informatik in der Spitzengruppe positionieren.

In den IT-Studiengängen studieren heute über 820 Informatikstudentinnen und Informatikstudenten. Die Universität Hildesheim verzeichnet dabei insbesondere eine überwältigende Nachfrage im Bereich „Data Analytics“. 1900 Bewerbungen aus der ganzen Welt erreichten die Universität für einen Masterstudienplatz im Bereich „Data Analytics“. Hildesheim hat das größte englischsprachige Masterprogramm in Data Science in Deutschland mit derzeit 120 Studentinnen und Studenten aus mehr als 25 Ländern. Seit 2016 bildet die Universität Hildesheim die Datenanalysten und Datenanalystinnen aus.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Informatik Maschinelles Lernen
news-15804 Mon, 26 Nov 2018 11:00:00 +0100 Forschung von Professorin Julia Rieck und Professor Boris Girnat https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/forschung-von-professorin-julia-rieck-und-professor-boris-girnat/ Wie lernen Menschen Mathematik? Wie werden Produktionsprozesse in der Wirtschaft gesteuert? Professorin Julia Rieck befasst sich in der Forschung mit Fertigungsabläufen und Ressourcenplanung. Professor Boris Girnat forscht und lehrt in der Mathematikdidaktik. Seit dem Sommersemester 2018 forscht und lehrt Prof. Dr. Julia Rieck am Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik der Universität Hildesheim. Die Wissenschaftlerin wurde auf die Professur für Betriebswirtschaftslehre berufen. Sie forscht in den Bereichen Produktion, Logistik, Projekt- und Ressourcenplanung sowie Transportabläufe. Sie untersucht zum Beispiel, vor welchen Herausforderungen mittelständische Spediteure, große Logistikkonzerne oder Industrie- und Handelsunternehmen stehen: Im Zeitalter der Digitalisierung muss jedes Unternehmen in der Lage sein, seine internen Systeme mit denen anderer zu koppeln.

„Da sich die Universität Hildesheim durch eine hervorragende Vernetzung mit regionalen, überregionalen und internationalen Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft auszeichnet, ist Hildesheim ein idealer Ort für meine Forschung und Lehre“, sagt Rieck. Julia Rieck, geboren in Göttingen, studierte Wirtschaftsmathematik in Göttingen, Bordeaux und Hamburg. Es folgte die Promotion und Habilitation an der Technischen Universität Clausthal im Fach Betriebswirtschaftslehre.

Prof. Dr. Boris Girnat lehrt und forscht seit 2018 als Professor für Mathematik in Hildesheim und bildet in Hildesheim Mathematiklehrerinnen und Mathematiklehrer aus. Zuvor hat er an der PH Nordwestschweiz gearbeitet. Girnat hat Mathematik, Philosophie und Politikwissenschaft für das Höhere Lehramt an der TU Braunschweig studiert.

Der Mathematikdidaktiker Boris Girnat beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen Mathematik lernen, und entwickelt auf dieser Grundlage Hilfen für den Mathematikunterricht –  etwa Lehrmaterialien, Schulbücher oder Vorschläge für die Gestaltung der Lehrpläne.

Wie viel Anwendung braucht die Mathematik? Mit mehr Bezug zur Realität soll der Mathematikunterricht die Freude am Fach wecken. Aber mittlerweile leidet der Mathematikunterricht auch unter einem Zwang zur Anwendung. Anstatt den Bezug zum Alltag zu erzwingen, sollte sich der Mathematikunterricht in Schulen auch auf die innermathematische Welt der Zahlen, Terme und Figuren einlassen, sagt Professor Boris Girnat. Denn Schülerinnen und Schülern fehlt vermehrt das innermathematische Grundwissen. Selbst Studienanfänger haben Schwierigkeiten mit einfachen mathematischen Verfahren wie der Bruch- und Prozentrechnung oder dem Dreisatz und der Termumformung. Ihnen fehlen „innermathematische Routinetechniken“.

Antrittsvorlesungen

Die Universität Hildesheim lädt zu zwei Antrittsvorlesungen ein: Professorin Julia Rieck spricht über optimale Fertigungsabläufe, Prozesse und Transporte und die „Lösungsfindung mit Methoden des Operations Research“. Thema des Vortrages von Professor Boris Girnat ist die Forschung in der Mathematikdidaktik. Der Mathematiker nimmt die Zuhörer mit auf einen Streifzug durch aktuelle Projekte. Die beiden öffentlichen Antrittsvorlesungen finden am Mittwoch, 21. November 2018, im Hörsaal 4 im Forum am Hauptcampus der Universität Hildesheim statt.

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news-15803 Mon, 26 Nov 2018 10:01:00 +0100 Universität Hildesheim gründet Zentrum für Digitalen Wandel https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/universitaet-hildesheim-gruendet-zentrum-fuer-digitalen-wandel/ Im „Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Grundstruktur, der Komplexität und den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive. Die Universität Hildesheim hat am Donnerstag, 22. November 2018, das Zentrum für Digitalen Wandel gegründet. Im „Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Grundstruktur, der Komplexität und den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive.

Im Rahmen der Gründungsfeier sprachen Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich über „Digitalisierung an der Universität Hildesheim“ und Staatssekretär Stefan Muhle aus dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung über „Digitalisierung in Niedersachsen“.

„Der Digitale Wandel verändert unser Leben in einer Weise, wie es ähnlich die Erfindung des Buchdrucks und die Industrielle Revolution getan haben. Die Universität Hildesheim hat sich darauf verständigt, die Digitalisierung als eines von vier Leithemen – neben Bildung, Kultur und Diversität – in ihre Entwicklungsplanung aufzunehmen“, sagt Universitätspräsident Friedrich. Das Zentrum ist das Ergebnis eines bottom-up-Prozesses von engagierten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, die seit Jahren den digitalen Wandel erforschen – von der Informatik über die Politikwissenschaft bis zur Computerlinguistik. Sie bringen diese Kompetenzen im Zentrum zusammen, sagte Friedrich.

„Im Namen der niedersächsischen Landesregierung gratuliere ich Ihnen zur Gründung des Zentrums für Digitalen Wandel. Mit viel Offenheit gehen Sie an das Thema heran. Die Universität Hildesheim hat zum Beispiel in der Informatikausbildung mit dem Master of Science 'Data Analytics' bereits heute einen Magneten. In der Politikwissenschaft beschäftigt sich das Team um Professorin Marianne Kneuer seit Jahren mit dem Thema 'Demokratie und Internet'. In der digitalen Demokratie könnten wir in Niedersachsen vorangehen und ja zum ersten Bundesland werden, in dem wir digital wählen. Frau Kneuer, darüber sollten wir sprechen. Von diesem Gründungstag des Zentrums für Digitalen Wandel geht ein mutiges Signal aus. Sie sagen nicht: Man müsste mal. Sondern: Sie machen! Ich will Sie nach Kräften unterstützen“, sagte Staatssekretär Stefan Muhle.

Anschließend stellte der Gründungsvorstand – der Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt, der Computerlinguist Professor Ulrich Heid und die Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer – das neue Zentrum vor. Als Zentrum wollen wir erklären und aufklären, so dass weder überzogener Alarmismus noch Hype unsere Debatten über den digitalen Wandel prägen, so Professorin Marianne Kneuer. 

Zahlreiche Forscher und Forscherinnen haben sich für Hildesheim als Arbeitsort entschieden und teilen hier ihr Wissen, damit sich die Gesellschaft in der digitalen Zukunft und Gegenwart zurechtfindet. Der Computerlinguist Professor Ulrich Heid etwa erhielt Rufe an mehrere Universitäten und hat sich für Hildesheim entschieden.

Die Schriftstellerin Kathrin Passig hielt den Festvortrag „Trial und sehr viel Error: Netzgemeinschaften als Politiklabor“. Über die Gesellschaft im Zeitalter der Digitalisierung debattierten der Bibliothekar Ewald Brahms, der Literaturwissenschaftler Guido Graf, der Informatiker Professor Lars Schmidt-Thieme, die Informationswissenschaftlerin Professorin Christa Womser-Hacker und die Sozialpädagogin Professorin Inga Truschkat. Steffen Gurr, Redaktionsleiter von NDR online, moderierte die Diskussion.

Im Zentrum versammeln sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen – von Computerlinguistik, Soziologie, Psychologie und Politikwissenschaft über Unterrichtsforschung und Medienkulturwissenschaft bis Informatik, Softwareentwicklung und maschinellem Lernen.

Die inhaltliche Debatte wurde während einer öffentlichen Fachtagung am Freitag, 23. November 2018,  fortgeführt. Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Bürgerinnen und Bürger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus regionalen Unternehmen erhielten die Chance, sich über spannende aktuelle Fragestellungen zum Digitalen Wandel vor Ort zu informieren. Die Universität Hildesheim freut sich über den Austausch mit dem lokalen Umfeld aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft und möchte diesen fortführen.

Themen der Workshops sind unter anderem:

  • Zukunftsperspektiven für die Digitale Wirtschaft (Adaptive Systeme und Datenschutz, Smart Systems, Produkt-Innovation)

  • Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter

  • Politikforschung mit digitalen Kommunikationsdaten

  • Digitalisierung an Schulen

  • Wieviel Digitalisierung braucht der Mensch?

  • Kulturrezensionen im Digitalen Wandel

  • Digitale Daten in Geographie und Umweltwissenschaften

  • Arbeiten und Lernen 4.0

  • Virtual Reality Games made in Hildesheim: Auf einer 3x3m-Spielfläche können Sie mit einer Virtual-Reality-Brille erfahren, wie man sich in der virtuellen Welt grenzenlos bewegen kann.

Programm der Gründungsfeier und Tagung

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news-15748 Tue, 13 Nov 2018 12:07:00 +0100 „Wer gründet, braucht eine klare Idee und Entschlossenheit“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/wer-gruendet/ Schon einmal darüber nachgedacht, zu gründen? Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche können sich während einer Themenwoche über Gründungen informieren mit Gründerinnen und Gründer austauschen und Netzwerke ausbauen. „Eine klare Idee, Entschlossenheit und ein Netzwerk an Partnern ist wichtig für eine Gründung“, sagt der Hildesheimer Absolvent Patrick Gericke. Er arbeitet heute als freischaffender Regisseur und spricht im Interview über seine Gründungserfahrungen. Während einer Themenwoche an der Universität Hildesheim können sich Studentinnen und Studenten und Lehrende über Gründungen informieren. In kostenlosen Workshops und Diskussionsrunden entwickeln sie vom 12. bis 17. November 2018 eigene Geschäftsideen, informieren sich über die Chancen und Möglichkeiten einer Unternehmensgründung und erweitern ihr Netzwerk. Studentinnen und Studenten können eigene Geschäfts- oder Projektideen mit Fachleuten der Gründungsszene diskutieren und weiterentwickeln. Gründer und Gründerinnen berichten in der Aktionswoche zudem aus ihrem Unternehmensalltag und diskutieren über die Bedeutung von Lehrerinnen und Lehrern, die bei Jugendlichen und Kindern das Interesse und den Gründergeist wecken können.

Die Universität Hildesheim unterstützt mit der Themenwoche die Gründerinnen und Gründer der Zukunft. Der Hildesheimer Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis und die Wirtschaftspsychologin Dr. Astrid Lange gehören gemeinsam mit den Studenten Lukas Sontheimer und Robert Rathke zu dem Team, das die Aktionswoche in Hildesheim seit 2015 einmal im Jahr organisiert. Studierende und Lehrende aller Fachbereiche sowie Interessierte aus der Stadt können kostenlos teilnehmen.

Die „Gründerwoche Deutschland“ ist bundesweit die größte Aktion, um Unternehmertum und Gründergeist zu stärken. Die Universität arbeitet dabei mit der HAWK, der IHK und HI-REG, der Gemeinschaftsinitiative „Mittelstand: Fit für die Zukunft!“ und weiteren Partnern zusammen.

Gründergeist wecken: Themenwoche an der Universität

„Wer gründet, braucht eine klare Idee, Entschlossenheit und ein Netzwerk an Partnern“

Interview mit dem Gründer Patrick Gericke

Patrick Gericke, 47, studierte „Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation“ an der Universität Hildesheim. „Während des Studiums waren Professor Jan Berg und Professor Hanns-Josef Ortheil meine Leuchttürme“, sagt Gericke. Heute arbeitet er als freischaffender Regisseur, Autor und Producer für TV und Werbung. Im Kern arbeitet er die meiste Zeit alleine. In den diversen Projektphasen schließt man sich dann aber mit unterschiedlichen Spezialisten zusammen, etwa Designer, Cutter, Kameraleute, Sprecher und Redakteuren. Im Interview spricht er über Unternehmertum und Selbstständigkeit.

Kurz und kompakt: Was haben Sie wann gegründet? Was bewirken Sie mit Ihrer Gründung heute?

Nach dem Studium war ich sieben Jahre in einer Festanstellung in der Marketing-Agentur der Mediengruppe RTL als Producer. Nachdem ich das Gefühl hatte den Markt ein wenig zu kennen und mich sicher genug fühlte, habe ich 2007 gekündigt, um mich selbstständig zu machen. Persönlich fühle ich mich freier, habe mehr Zeit, mehr Spaß, mehr Abwechslung, mehr Verantwortung. Es fühlt sich nicht mehr wie ein Job an.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag als Gründer aus?

Ich arbeite jetzt seit elf Jahren auf eigene Rechnung. Fazit der letzten Jahre: es gibt keinen typischen Arbeitstag. Was auch der Hauptgrund ist, warum ich mich selbstständig gemacht habe. Einen typischen Arbeitsalltag hatte ich in der Festanstellung. Heute sitze ich den einen Tag am Rechner, arbeite an Konzepten und Treatments, einen anderen Tag laufe ich am Set herum, sitze im Schnitt, in Meetings, bei Sprachaufnahmen, im Studio mit Musikern, beim Casting, Präsentationen beim Kunden, am Telefon, bin auf der Suche nach Locations, sitze beim Motiondesigner im Keller.

Bitte erinnern Sie sich an die Anfänge: Wie entstand die Idee, zu gründen?

Ich hatte keine Lust mehr auf starre Strukturen, Absehbarkeit, auf Sicherheit bedachte Chefs und Zeiterfassung.

Und wie haben Sie den Übergang geschafft, von der Idee zur tatsächlichen Gründung? Welche Schritte gehörten dazu?

Eine klare Idee, Entschlossenheit, ein wenig finanzielle Rücklage nimmt den Druck aus der Sache und wichtig: ein großes Netzwerk an Partnern, sowie potentiellen Kunden.

Gab es Unterstützer, wer hat Ihnen mit Ratschlägen oder Erfahrungen geholfen?

Das Arbeitsamt hatte ein Angebot für Gründer. Man war aus dem Anspruch auf Arbeitslosenhilfe heraus, bekam dafür aber ein zweistündiges Seminar und ein paar Monate finanzielle Unterstützung. Ansonsten habe ich mit meinem Arbeitgeber offen gesprochen und dann im gegenseitigen Einvernehmen den Status gewechselt.

Was möchten Sie mit Ihrer Arbeit in der Gesellschaft bewirken?

Welchen Nutzen hat Werbung? Welchen Auftrag hat Fernsehen in unserer Gesellschaft? Das sollen andere bewerten. Ich habe Spaß an meinem Job. Und wenn mir ein Film gelingt, hoffe ich, dass er auch andere Menschen unterhält.

Welche Chance ergeben sich aus der Gründung, wenn man etwas völlig neu aufbaut und entwickelt?

Man bleibt wach.

Und mit welchen Risiken leben Sie?

Meine Planung geht oft nur ein paar Tage, maximal ein paar Wochen in die Zukunft, die Projekte sind meist nur mündlich fixiert, in der TV-Branche ist es oft unverbindlich. Ich habe keine Rahmenverträge oder ähnliches. Es kann jederzeit vorbei sein. Die Maxime lautet: „Du bist immer nur so gut, wie dein letzter Film.“ Ist ein Projekt schlecht gelaufen, aus welchem Grund auch immer, ist der Kunde weg.

Wie sind Ihre Erinnerungen an den Studienort Hildesheim? Gab es Kommilitonen, die damals auch an eine Unternehmensgründung dachten?

In meinem kulturwissenschaftlichen Umfeld hatte ich nicht das Gefühl, das eine Festanstellung das oberste Ziel war. Im Prinzip waren wir alle mehr oder weniger „Künstler“ und „Freigeister“ und wollten es auch bleiben. Wie man das Leben nach dem Studium weiter führen könnte, darüber haben wir uns wenig konkrete Gedanken gemacht. Alle haben ja neben dem Studium bereits ihre eigenen Projekte realisiert, Förderungen beantragt, kleine Aufträge an Land gezogen, in Bands gespielt. Der Übergang in das Berufsleben war fließend. Meine erste (und einzige) Anstellung war Zufall. Ein Kommilitone, der bereits in Köln arbeitete, hat mich auf das Jobangebot aufmerksam gemacht. Mit meinem breiten Portfolio passte ich ganz gut in die TV-Landschaft, die ja aus zahlreichen Quereinsteigern besteht.

Letzte Frage – wie viel Zeit steckt in einer Gründung und im Unternehmensaufbau?

Die komplette Lebenszeit. Ich habe kein klassisches Unternehmen, ich habe keine Angestellten, keine Firmenstruktur im klassischen Sinne. Es gibt bei mir keine Trennung zwischen Beruf und Person, zwischen Arbeitszeit und Freizeit. Ich mache Filme, weil ich Filme machen will. Somit arbeite ich täglich an meinem Unternehmensaufbau und an meinem Profil, meinem Image.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Aufruf: Jung gründen – erzähl deine Geschichte!

Was sie antreibt, welche Geschäftsideen sie haben und wie junge Leute im kulturellen und sozialen Bereich ein Unternehmen gründen: In einer Serie berichtet die Universität Hildesheim über junge Gründerinnen und Gründer.

Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche, die bereits Gründungserfahrungen gesammelt haben, können sich in der Pressestelle melden (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de). In der Serie geht es nicht nur um klassische Unternehmen, sondern auch um kulturelles Unternehmertum.

Wer Fragen rund um das Thema Gründungen hat, kann sich auch an die Wirtschaftspsychologin Dr. Astrid Lange wenden (E-Mail astrid.lange@uni-hildesheim.de).

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news-15746 Sat, 10 Nov 2018 19:33:00 +0100 Wettstreit der Wissenschaften: Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert gewinnt „Science Slam" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/wettstreit-der-wissenschaften-sportwissenschaftler-sebastian-gehlert-gewinnt-science-slam/ Der Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert, der Kulturjournalist Guido Graf, der Informationswissenschaftler Thomas Mandl und der Mathematiker Boris Girnat traten im „Science Slam“ gegeneinander an und überzeugten mit informativen und kreativen Vorträgen. Die Universität Hildesheim lädt einmal im Jahr zu einem Wettstreit der Wissenschaften ein. Auf der Bühne des „Science Slam“ gaben im November 2018 vier Wissenschaftler aus den Fachdisziplinen Sportwissenschaftl, Kulturjournalismus, Informationswissenschaft und Mathematik Einblicke in ihre Forschung. gelang es den Hildesheimer Forschern, ihre wissenschaftlichen Forschungsfragen, an denen sie arbeiten, einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Prof. Dr. Sebastian Gehlert (Sportwissenschaft), Senior Researcher Dr. Guido Graf (Literarisches Schreiben und Kulturjournalismus), Prof. Dr. Thomas Mandl (Informationswissenschaft und Sprachtechnologie) sowie Prof. Dr. Boris Girnat (Mathematikdidaktik) sprachen im voll besetzten Audimax über ihre Wissenschaftsdisziplinen, dabei kamen neben Worten auch Requisiten und Experimente zum Einsatz. In jeweils 15 Minuten hatten die Kandidaten Zeit, ihre wissenschaftlichen Forschungsschwerpunkte praxisnah und unterhaltsam zu vermitteln.

Warum er am Science Slam mitwirkt, begründet der Literaturwissenschaftler Guido Graf: „Weil Vermittlung wichtig ist.“ Er sprach über die Digitalisierung. „Wir müssen hinter die Eingabemasken (nicht nur) der digitalen Welt schauen, um zu verstehen, wie sie unsere alltägliche kulturelle Praxis bestimmen“, so Graf. Die Vermittlung von Fachwissen in Kürze sei eine Herausforderung und werde immer wichtiger, sagt Professor Thomas Mandl. „Und es macht Spass, die Botschaft auch mal zu verkürzen und zuzuspitzen.“ Die Kernbotschaft des Informationswissenschaftlers war an diesem Abend: „Information wird gebraucht, aber auch missbraucht, verfälscht, verknappt und manipuliert. Je schneller die Digitalisierung voranschreitet, desto mehr muss diese dunkle Seite der Information und ihrer Nutzung in den Fokus rücken. Die Informationswissenschaft liefert dafür Theorien und Lösungsansätze.“

Das Publikum entschied am Ende des Abends durch die Lautstärke des Applauses über den Sieg und kürte den Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert. Er konnte mit seiner kurzen Geschichte über die Biowissenschaften des Sports überzeugen. Dabei beantwortete er die Frage, warum man nicht gleichzeitig ein sehr guter Ausdauer-, Kraft- und Schnellkraftsportler sein kann. Professor Gehlerts Forschungen zeigen, wie die zelluläre Kommunikation nach Kraft- und Ausdauertraining im Skelettmuskel sich gegenseitig behindern kann.

Der Sportwissenschaftler forscht am Institut für Sportwissenschaft der Universität Hildesheim. Gehlert untersucht zum Beispiel die muskuläre Anpassung im Kraft-und Ausdauertraining, die Regulation molekularer Signalwege im Skelettmuskel und befasst sich mit Training und Ernährung im Leistungssport sowie mit molekularen und zellulären Aspekten biologischer Trainingsanpassung.

Vizepräsident Professor Martin Schreiner dankte den Hildesheimer Forschern für ihre allgemeinverständlichen sowie unterhaltsamen Beiträge im „wissenschaftlichen Kurzvortragsturnier“. Der „Science Slam“ wurde von Dörthe Buchhester moderiert, musikalisch von  Lars Störmer begleitet und vom Team um Markus Langer und Jan Baumhöfener organisiert.

Der nächste „Science Slam“ findet im November 2019 statt. Wer Fragen zum Science Slam hat, erreicht Markus Langer unter langerma@uni-hildesheim.de.

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news-15747 Fri, 09 Nov 2018 08:37:42 +0100 Erst Doktorandin in Hildesheim, heute Professorin in Köln https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/erst-doktorandin-in-hildesheim-heute-professorin-in-koeln/ Karolina Suchowolec hat ihre Doktorarbeit „Sprachlenkung – Aspekte einer übergreifenden Theorie“ am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim mit summa cum laude abgeschlossen. Nur 15 Monate später wurde sie auf eine Professur berufen. „Eine sehr selbstständige und ungewöhnlich umfassende Forschungsarbeit“, sagt Suchowolec‘ Doktorvater Professor Klaus Schubert über die wissenschaftliche Leistung der jungen Forscherin. Während der Promotionsfeier der Universität Hildesheim wurde in dieser Woche Karolina Suchowolec ihre Promotionsurkunde überreicht. Die Sprachwissenschaftlerin ist einer der 70 Doktorandinnen und Doktoranden, die ihre Promotion zwischen 2016 bis 2018 an der Universität Hildesheim erfolgreich abgeschlossen haben.

Während der Promotionsfeier, die in diesem Jahr das Team um Dekan Professor Martin Sauerwein vom Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ ausrichtete, wurden Dr. Josif Grabocka aus der Arbeitsgruppe Maschinelles Lernen von Professor Lars Schmidt-Thieme und Dr. Martin Kreh aus der Arbeitsgruppe „Algebra und Zahlentheorie“ von Professor Jürgen Sander für herausragende wissenschaftliche Arbeiten geehrt.

Vor zwanzig Jahren lag die durchschnittliche Promotionsbilanz bei unter 10 im Jahr – heute bei rund 40. Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich gratuliert allen Promovendinnen und Promovenden und dankt den Professorinnen und Professoren, die die wissenschaftlichen Arbeiten mit viel Mühe und Engagement begleitet haben. Dies sei Ausdruck für die „gewissenhafte Arbeit, die wir als Universität leisten“. „Pflegen und nutzen Sie die Kraft der Vielfalt und tragen Sie Ihren Doktortitel mit Bescheidenheit und Respekt“, so der Appell des Stiftungsratsvorsitzenden Dr. Uwe Thomas.

Forschungsthemen der Doktorandinnen und Doktoranden sind zum Beispiel:

  • „Moderne Kunst in Taiwan. Diskursanalysen zum taiwanesischen Selbstverständnis im Globalisierungsprozess der Kunstwelt seit 1950“, Dr. Lisa Bauer-Zhao, betreut von Prof. Dr. Rolf Elberfeld, Philosophie

  • „Untersuchung zur Vermeidung der Blaulichtanteile bei der Hintergrundbeleuchtung von Displays unter Einsatz von LED-Clustern mit steuerbarem Farbspektrum“, Dr. Nils Habich, betreut von Prof. Dr. Jürgen Böhmer, Technik

  • „Die Mengenlehre im Anfangsunterricht – historische Darstellung einer gescheiterten Unterrichtsreform in der Bundesrepublik Deutschland“, Dr. Tanja Hamann, betreut von Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme

  • „Sozialer Einfluss und therapeutische Wirkmechanismen bei depressiven Störungen“, Dr. Christina Charlotte Hofheinz, betreut von Prof. Dr. Renate Soellner, Psychologie

  • „Analyse contrastive des verbes dans des corpus médicaux et création d’une ressource verbale de simplification de textes“, Dr. Ornella Wandji Tchami, betreut von Prof. Dr. Ulrich Heid, Informationswissenschaft und Sprachtechnologie

Interview mit der Sprachwissenschaftlerin Karolina Suchowolec

Im Interview spricht Karolina Suchowolec über das wissenschaftliche Arbeiten in Hildesheim und die Entstehung einer Doktorarbeit.

Frau Professorin Suchowolec, was untersuchen Sie in Ihrer Forschung?

Sprachen sind nicht statisch, sondern dynamisch und verändern sich mit der Zeit. In meiner Doktorarbeit „Sprachlenkung – Aspekte einer übergreifenden Theorie“ in Hildesheim habe ich untersucht, wie man den Sprachgebrauch von Menschen gezielt und systematisch verändern kann. Zwei Beispiele sind etwa die Rechtschreibreformen einer Standardsprache (wie die neuste deutsche Rechtschreibreform) oder auch Wortschatzstandardisierung für Gebrauchstexte wie Bedienungsanleitungen, damit ein „Ding“ immer mit dem gleichen Wort benannt wird.

Warum erfolgen solche Veränderungen in der Kommunikation?

Solche Maßnahmen sind ganz praktisch begründet und hängen oft, wenn auch nicht ausschließlich, mit dem Wunsch zusammen, die Kommunikation effizienter zu gestalten und zu optimieren. Bei der Wortschatzstandardisierung für technische Texte möchte man unter anderem erreichen, dass die Texte für den Endbenutzer aber auch für den Übersetzer leichter verständlich sind und dabei auch der Schreibprozess für die Textautoren und Textübersetzer einfacher und kostengünstiger ist.

Welche Forschungsfrage steht im Mittelpunkt Ihrer Doktorarbeit?

Speziell habe ich mich in der Doktorarbeit mit der Frage befasst, welche Empfehlungen es in der Forschung gibt, wie man die Durchführung solcher Maßnahmen unterstützen kann. Diese Empfehlungen habe ich in mehreren Gebieten der Linguistik identifiziert, sie dann zusammengetragen, systematisiert und in einer leicht zugänglichen Form dargestellt. Eine allgemeine Empfehlung ist zum Beispiel, dass die späteren Benutzer von Anfang an eine aktive Rolle in der Entwicklung der Maßnahme spielen und nicht erst am Ende des Prozesses mit Resultaten konfrontiert werden sollten.

Eine Erkenntnis, zu der Sie in Ihrer Hildesheimer Doktorarbeit kamen?

Auch wenn das Thema der Sprachlenkung in der Praxis ganz wichtig ist, so ist die Frage nach konkreten Praxisempfehlung in der Linguistik noch recht unsystematisch erforscht. Es gibt viele Teildisziplinen der Linguistik, die sich zwar punktuell mit einzelnen Problemen befassen, aber es gibt zwischen ihnen kaum Austausch. Es ist sinnvoll und möglich, die Empfehlungen aus allen diesen recht unterschiedlichen Teildisziplinen gemeinsam zu betrachten.
Das Hauptergebnis meiner Arbeit sind Ablaufdiagramme, die zeigen, welche Schritte bei der Umsetzung für möglich gehalten werden. Diese Diagramme sind sowohl für Projekte in der Praxis interessant, weil man daraus einfach ablesen kann, was man konkret tun kann und welche Möglichkeit man bis jetzt vielleicht nicht berücksichtig hat. Sie können also als eine Entscheidungshilfe bei der Planung und Umsetzung von Projekten dienen. Aber auch für die Wissenschaft sind sie interessant, weil sie die Formulierung von Forschungshypothesen für empirische Untersuchungen unterstützen.

Warum ist Ihre Forschung keine Zeitverschwendung – warum ist es wichtig, im Bereich der Fachkommunikation zu forschen?

Das Hauptergebnis meiner Arbeit hat eine ganz praktische Anwendung. Aber auch in der angewandten Wissenschaft ist es wichtig, dass man sich einem praktischen Problem systematisch und mit nachvollziehbaren und überprüfbaren Methoden nähert. Zudem ist der Austausch über die Forschungsergebnisse wichtig. Diesen Punkten habe ich mich in meiner Doktorarbeit explizit gewidmet.

Wie viel Zeit haben Sie in Ihre Doktorarbeit investiert?

Ich habe an meinem Promotionsprojekt insgesamt sechseinhalb Jahre gearbeitet, davon habe ich die ersten drei Jahre bei einem Maschinenbauunternehmen in Würzburg verbracht, wo ich ganz praktisch einen standardisierten Wortschatz für die Technische Dokumentation von Druckmaschinen (Betriebsanleitungen) aufgebaut und eingeführt habe. In dieser Zeit habe ich zwar keine „Daten“ für  meine Doktorarbeit gesammelt, da es sich um keine empirische Arbeit im klassischen Sinne handelte, aber die Praxiserfahrungen und Beobachtungen haben mir insgesamt in meinem Promotionsprojekt geholfen. In dieser Zeit habe ich auch viel gelesen, zu linguistischen Themen aber auch darüber hinaus, was dann eine Grundlage für die Doktorarbeit legte. Nach diesen drei Jahren als externe Doktorandin wechselte ich nach Hildesheim und arbeitete als wissenschaftliche Hilfskraft bei Professor Dr. Klaus Schubert. Durch eine stärkere Anbindung an den universitären Betrieb konnte ich mich der Doktorarbeit fokussierter widmen. Ich habe in dieser Zeit mit dem Aufschreiben von Ideen begonnen, was in meinem Fall ein wichtiger Schritt war, weil die Arbeit eher theoretisch ist; durch das Aufschreiben entstanden neue Erkenntnisse und die Arbeit kristallisierte sich immer mehr heraus. Ich stellte kleine Ausschnitte oder Problemfälle aus meiner Arbeit immer wieder auf wissenschaftlichen Konferenzen und Workshops vor, was auch wichtig für das Fortschreiten der Arbeit war. So konnte ich auch die Analysemethode konkretisieren und verfeinern.

Welche Verantwortung tragen Sie als Forscherin?

Vor allem bei qualitativen Arbeiten stellen Nachvollziehbarkeit und Transparenz eine Herausforderung, weil man die Erkenntnisse auf eine intersubjektive Grundlage stellen muss. Deswegen war mir der Einsatz einer klar definierten Analysemethode und eine kleinschnittige Dokumentation der Zwischenschritte und -ergebnisse besonders wichtig.

Nun sind Sie fertig mit Ihrer Promotion an der Universität in Hildesheim und tragen den Doktortitel – werden Sie etwas vermissen?

Die Bibliothek in Hildesheim bietet eine sehr gute Arbeitsatmosphäre und dort arbeiten sehr freundliche und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Welcher Karriereschritt folgt nach der Doktorarbeit?

Natürlich lässt sich die wissenschaftliche Karriere nur bis zu einem gewissen Grad planen und die berufliche Unsicherheit ist in der Wissenschaft schon recht groß. Aber ich habe nach der Promotion eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim erhalten. Und 2018 folgte die Berufung auf die Professur für Terminologie und mehrsprachige Fachkommunikation in Köln. Dort befasse ich mich mit mit dem Fachwortschatz, u.a. aus Standardisierungsperspektive, sowie mit Prozessen, die bei der Kommunikation über fachliche Inhalte stattfinden. Die Berufung auf eine Professur kurz nach der Promotion war dank meiner einschlägigen außeruniversitäten Berufserfahrung möglich.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Zur Person: Prof. Dr. Karolina Suchowolec

Karolina Suchowolec, geboren in Bialystok in Polen, forscht und lehrt seit 2018 an der Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften der TH Köln. Die 33-Jährige ist Expertin für Terminologie und mehrsprachige Fachkommunikation.

Die Sprachwissenschaftlerin hat zum Thema „Sprachlenkung – Aspekte einer übergreifenden Theorie“ bei Prof. Dr. Klaus Schubert am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim promoviert. Direkt nach ihrer Promotion 2016 ging die Wissenschaftlerin nach Mannheim an das renommierte Institut für Deutsche Sprache in Mannheim und wurde 2018 auf die Professur in Köln berufen. „Karolina Suchowolec bringt eine für die Berufschancen sehr günstige Kombination aus industrieller Praxiserfahrung und wissenschaftlichem Forscherdrang mit“, sagt ihr Doktorvater Professor Klaus Schubert.

Suchowolec studierte zuvor Angewandte Linguistik und Deutsch als Fremdsprache an der TU Dresden und an der Ohio State University in den USA sowie Mathematik und Informatik an der Fernuniversität Hagen.

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news-14744 Fri, 02 Nov 2018 18:37:00 +0100 Informatiker entwickeln intelligente Digitalplattform für innovative Lehre https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/informatiker-entwickeln-intelligente-digitalplattform-fuer-innovative-lehre/ Die Informatikprofessoren Klaus Schmid, Lars Schmidt-Thieme und Ralf Knackstedt entwickeln eine Digitalplattform für die Lehre in den IT-Studiengängen. Dabei wenden die Wissenschaftler aktuelle Techniken der Künstlichen Intelligenz an, um Studentinnen und Studenten individualisiert im Lernprozess zu unterstützen. Das Niedersächsische Wissenschaftsministerium fördert das Hildesheimer Projekt. Das Niedersächsische Wissenschaftsministerium fördert das Hildesheimer Projekt „Problemlösungs- und Kollaborationskompetenz fördern – Entwicklung einer intelligenten Digitalplattform für innovative Lehre“ mit einer Laufzeit von drei Jahren. Entwickelt wurde das Projekt am Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ von dem Informatiker Professor Klaus Schmid, dem Informatiker Professor Lars Schmidt-Thieme und dem Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt.

Kern des Projekts ist die Entwicklung einer digitalen Plattform, die in besonders flexibler und intelligenter Weise eine neuartige Grundlage für zukünftige innovative Lernszenarien bieten soll. Aufbauend darauf werden verschiedene konkrete Unterstützungen umgesetzt, um so frühzeitig den Mehrwert der Plattform in der Lehre zu analysieren und die weitere Entwicklung optimal auszurichten, sagt Professor Klaus Schmid. Darüber hinaus soll das Projekt zu einer offenen, erweiterbaren Plattform führen, die es erlaubt für eine Vielzahl künftiger Anwendungen in der Lehre eine Basis zu bilden.

Digitalplattform unterstützt Studentinnen und Studenten in ihren Lernprozessen

Im Projekt wenden die Informatiker aktuelle Techniken der Künstlichen Intelligenz an, um Studentinnen und Studenten der IT-Studiengänge optimal und individualisiert im Lernprozess zu unterstützen. Studentinnen und Studenten sollen beim Lernen und Bearbeiten von Übungsaufgaben zum Beispiel schneller als bisher Feedback auf ihre eigenen Problemlösungsversuche erhalten.

So werden die zu entwickelnden Systeme in Zukunft schneller und präziseres Feedback geben, um Studierenden individuelle Fehlerquellen zeitnah aufzeigen zu können und individuell zugeschnittene Empfehlungen für den weiteren Lehr- und Lernpfad geben zu können. Außerdem sollen die Studierenden künftig automatisierte Vorschläge für die Sequenzierung und Bearbeitung von Aufgaben erhalten, um den Lernerfolg und die Lerneffizienz zu optimieren.

Schnelles und präzises Feedback beim Lernen und virtuelle Teamarbeit

Dabei greifen die Hildesheimer Informatiker nicht bloß auf vorhandene Konzepte oder auf dem Softwaremarkt angebotene Anwendungen zurück, sondern tragen mit dem Projekt zur Fortentwicklung der didaktischen und softwaretechnischen Umsetzung digitaler Hochschullehre bei.

Die Digitalisierung der Lehre, die im Rahmen des Projekts umgesetzt wird, soll außerdem zur „Virtualisierung gemeinsamen Forschens und Problemlösens“ beitragen. Gruppen von Studentinnen und Studenten sollen sich in Vorlesungen, Übungen und Seminaren flexibler bilden und zusammenarbeiten können und internationale Studentinnen und Studenten können mit Hilfe digitaler Technologien über längere Zeiträume in die Studierendengruppen eingebunden werden. Dies gilt zum Beispiel für Studierende, die ein Auslandssemester in Hildesheim absolvieren und in ihr Heimatland zurückkehren müssen oder für Hildesheimer Studierende, die sich zum Studium ein Semester im Ausland befinden und die Teamarbeit in einer Gruppe fortführen möchten.

Die Wissenschaftler erhoffen sich für die Lehre eine höhere Zufriedenheit der Studierenden mit dem Studium, eine Verringerung der Abbrecherquote, bessere Lernergebnisse sowie insbesondere eine stärkere Entwicklung der Team- und Sozialkompetenzen.

Wissenschaftsminister: „Digitalisierung verändert unsere Gesellschaft und hat Auswirkungen auf die Lehre an Hochschulen“

Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert das Hildesheimer Projekt im Rahmen des Programms „Qualität Plus – Programm zur Entwicklung des Studiums von morgen“. Mit dem Förderprogramm unterstützt das Ministerium die niedersächsischen Hochschulen bei der Weiterentwicklung von Studiengängen sowie ihrer Gesamtstrategie für Studium und Lehre. Insgesamt wurden 98 Anträge eingereicht. 48 Projekte wurden bewilligt.

„Einflüsse wie die Globalisierung oder die Digitalisierung verändern unsere Gesellschaft – das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Hochschulen. Mit ihren Vorschlägen zur Anpassung ihrer Studienangebote reagieren die niedersächsischen Universitäten und Fachhochschulen in hervorragender Weise auf diese Herausforderung. Für die Studierenden entsteht durch die Projekte ein echter Mehrwert“, so Wissenschaftsminister Björn Thümler.

Das Wissenschaftsministerium fördert zum Beispiel Maßnahmen, die die Studentinnen und Studenten auf die digitale Lebens- und Arbeitswelt vorbereiten. Damit ist das Programm zugleich Bestandteil der Digitalisierungsstrategie für die niedersächsischen Hochschulen, so das Wissenschaftsministerium.

Die Hildesheimer Informatiker bauen auf langjährigen Expertisen auf. So haben die Wissenschaftler zum Beispiel in dem EU-Projekt „iTalk2Learn“ ein intelligentes Tutoring-System entwickelt, in dem Schülern anhand ihres eigenen Lernfortschritts personalisiert neue Aufgaben vorgeschlagen werden. Die Aufgaben werden dabei so gewählt, dass die individuellen Lernziele möglichst effektiv – schnell, aber auch ohne große Frustration – erreicht werden, und den Schüler andererseits nicht langweilen. Die Hildesheimer Expertise im Maschinellen Lernen, insbesondere in Empfehlungssystemen, kann in dem neuen Projekt eingesetzt werden.

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news-14294 Mon, 15 Oct 2018 09:00:00 +0200 Bildungswege: „Ich wollte unbedingt wieder studieren“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/bildungswege-ich-wollte-unbedingt-wieder-studieren/ Sajedeh Khabaz Ghazian und ein weiterer Student werden mit einem Stipendium ausgezeichnet. „Die feierliche Übergabe zum Semesterstart ist ein Zeichen für alle Studienanfängerinnen und Studienanfänger: Die Universität fördert besondere Leistungen“, sagt Vizepräsident Professor Martin Schreiner. Zwei Stipendien vergibt der Rotary-Club Hildesheim im neuen Studienjahr an zwei Studierende der Universität Hildesheim. Das Stipendium beinhaltet einmalig 1000 Euro für das Studienjahr Wintersemester 2018/19 und Sommersemester 2019.

Die Rotary-Stipendien Stipendien erhalten Sajedeh Khabaz Ghazian und ein weiterer Student für ihre besonderen Leistungen auf dem Weg in die Wissenschaft. Beide sind ohne Verwandte nach Deutschland gekommen und haben sich in den letzten Monaten und Jahren sehr darum bemüht, in kurzer Zeit die deutsche Sprache so gut zu erlernen, dass sie jetzt ein Studium in Hildesheim aufnehmen können.

„Die feierliche Übergabe zum Semesterstart ist auch ein Zeichen für alle Studienanfängerinnen und Studienanfänger: Die Universität fördert besondere Leistungen“, sagt Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung. Die Universität Hildesheim vergibt bis zu 200 Stipendien im Studienjahr, darunter das „Deutschlandstipendium“, das „Lore-Auerbach-Stipendium“ sowie das Stipendium im „Minerva-Kolleg“. „Wir sind froh und dankbar, dass es Menschen in der Region Hildesheim gibt, die sich für Bildung engagieren“, sagt Schreiner. Die Universität Hildesheim sucht nun weitere Stifter, die Studentinnen und Studenten auf ihrem Bildungsweg unterstützen.

Sajedeh Khabaz Ghazian studiert ab Oktober 2018 Lehramt mit den Fächern Deutsch und Englisch in Hildesheim. In den letzten Monaten fuhr sie täglich von einer kleinen niedersächsischen Stadt mit Bus und Bahn über Hannover bis nach Hildesheim. Ihr Ziel: der Sprachkurs an der Universität Hildesheim. Nun startet sie im Oktober in ihr Lehramtsstudium. „Ich lebe seit fünf Jahren in Deutschland. In Iran habe ich bereits Englisch studiert und unterrichtet. Als ich in Niedersachsen ankam, wollte ich unbedingt wieder studieren – das war immer mein Ziel. Anna Pulm vom International Office hat mich auf dem Weg an die Universität sehr unterstützt und beraten. In einem Schulpraktikum habe ich die Freude gefunden, mit Kindern zu arbeiten. Ich mag Sprachen, spreche Persisch, Deutsch und Englisch. Ich möchte unbedingt die deutsche Sprache beherrschen, ich werde viele Vorlesungen in Literatur- und Sprachwissenschaft besuchen“, sagt die 34-Jährige.

Dr. Marina Hohage, Präsidentin des Rotary Clubs Hildesheim, über die Rotary-Stipendien:

„Der Rotary Club Hildesheim hat die Förderung junger Menschen zu seinem besonderen Schwerpunkt erklärt. Der gleichmäßige Zugang zur Bildung und beruflicher Perspektive steht dabei im Vordergrund. Studierende, die als Flüchtlinge zu uns gekommen sind, haben nicht selten besondere Hürden zu bewältigen. Dies wird auch bei den in diesem Jahr ausgewählten Stipendiaten deutlich, die ohne ihre Eltern zu uns gekommen sind, sprachliche Barrieren überwinden mussten und bei allen zu organisierenden Details auf sich allein gestellt sind. Beide Stipendiaten haben mit beachtlichem Tempo und Erfolg die deutsche Sprache erlernt, engagieren sich ehrenamtlich an Schulen oder im kirchlichen Bereich und haben durch die Teilnahme an Vorbereitungskursen sowie regelmäßig lange Anreisewege enorme Anstrengungen aufgezeigt, um an der Stiftung Universität Hildesheim studieren zu können. Beide Studierende unterstützen wir sehr gerne und hoffen, damit einen Beitrag leisten zu können, dass sie an der Universität Hildesheim ihren erfolgreichen Weg fortsetzen können“, so Marina Hohage.

Studierende mit einem Stipendium unterstützen

Wer Studierende mit einem Stipendium unterstützen möchte, kann sich direkt an Markus Langer (05121 883 90130, markus.langer@uni-hildesheim.de) oder Prof. Dr. Martin Schreiner (05121 883 11102, martin.schreiner@uni-hildesheim.de) wenden.

Stiftungskultur an der Universität Hildesheim

Die Universität Hildesheim ist Träger des Deutschen Hochschulfundraisingpreises 2018. Der Deutsche Hochschulverband hat die Stiftungskultur in Hildesheim ausgezeichnet. Hildesheimer Bildungsstifterinnen und Bildungsstifter – Bürger aus der Stadt und Region sowie Unternehmen und Stiftungen – tragen mit ihren Spenden dazu bei, dass Bildungswege junger Menschen unterstützt und neue Forschungsgebiete ausgebaut werden können.

Übersicht über Stipendienprogramme der Universität Hildesheim

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news-14536 Mon, 15 Oct 2018 08:05:00 +0200 Sebastian-Thrun-Preis: Torben Windler trifft Sebastian Thrun im Silicon Valley https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/sebastian-thrun-preis-torben-windler-trifft-sebastian-thrun-im-silicon-valley/ Mit dem Sebastian-Thrun-Preis für besonders hervorragende Leistungen im Studium und in der Forschung auf dem Gebiet der Informatik wird der Student Torben Windler ausgezeichnet. Der Preis beinhaltet einen Besuch in den USA bei Sebastian Thrun, dem Erfinder der selbstfahrenden Autos und einem der einflussreichsten Denker in der Welt der künstlichen Intelligenz. Thrun hat in den 1980er Jahren an der Universität Hildesheim Informatik studiert. „Sebastian Thrun ist ein Vorbild für mich, er ist ein exzellenter Forscher und Gründer. Wenn er eine Idee hat, arbeitet er sie aus und setzt sie direkt um“, sagt Torben Windler. Anfang Oktober 2018 wird der 30-jährige in die USA aufbrechen und zwei Wochen lang Sebastian Thrun über die Schulter schauen. Die Forschungsreise ist Teil des „Sebastian-Thrun-Preises“ der Universität Hildesheim. „Ich bekomme einen Einblick in die Führungsetage des Silicon Valley“, freut sich der Informatiker.

„Ich bekomme Einblicke in die Führungsetage des Silicon Valley“

Torben Windler studiert an der Universität Hildesheim im internationalen englischsprachigen Masterstudiengang „Data Analytics“. Zuvor hat Windler „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ in Hildesheim studiert und im Rahmen des Studiums seine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse aus seinem vorherigen Berufsleben um den technischen Bereich erweitert. Das Wirtschaftspraktikum im Bachelorstudium hat Windler bei Bosch absolviert, und er hat ein Logistikprojekt für Rossmann umgesetzt: Wie kann das Lager eines Online-Shops optimiert werden? „Gerade durch die Praxisnähe und die Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen kann ich mit den in meinem Studium erworbenen Kenntnissen direkt an das Berufsleben und die Realität anknüpfen, eine gute Erfahrung.“

Im Masterstudium sei die Atmosphäre auf dem Campus international und persönlich. Er studiert bei dem Informatikprofessor Lars Schmidt-Thieme in einem Jahrgang mit 30 Studentinnen und Studenten, etwa 120 spezialisieren sich insgesamt auf den Bereich „Data Analytics“. „Ich arbeite mit pfiffigen Studierenden aus fast allen Teilen der Welt zusammen – das Umfeld ist dadurch sehr innovativ.“

Informatikerinnen und Informatiker bauen Empfehlungssysteme, die auf Datenanalysen basieren

Algorithmen, Programmieren und Maschinelles Lernen – in Hildesheim befasst sich der Student mit neuen Big-Data-Technologien. „Wir werden hier in der Datenanalyse gut gefordert. Der Studiengang ist forschungsorientiert, es geht darum, dass wir Big-Data-Technologien nicht nur anwenden, sondern Algorithmen nachvollziehen und weitereentwickeln. Unser Professor legt großen Wert darauf, dass wir die Technologien im Detail verstehen und anpassen können“, so Windler.

„Jeder hat ein Smartphone, einen Computer, Unternehmen arbeiten mit Maschinen und Sensoren – es werden immer mehr Daten produziert. Die Herausforderung dabei ist, aus diesen Daten einen bestimmten Mehrwert zu generieren und sinnvolle Handlungen abzuleiten.“ Empfehlungssysteme, die auf Datenanalysen basieren, können aber auch genutzt werden, um Menschen zu manipulieren, warnt Windler.

Torben Windler arbeitet mit weiteren Studentinnen und Studenten des Masterstudiums „Data Analytics“ an Fallbeispielen der Datenanalyse. Mit einer studentischen Gruppe arbeitet er derzeit am „Information Systems and Machine Learning Lab“ der Universität Hildesheim in einem Forschungsprojekt mit Daten aus „Smartwatches“: Was macht ein Nutzer und Träger einer intelligenten Uhr und wie kann man diese Daten auswerten, etwa um individuelle Hinweise zum Gesundheitsverhalten zu geben?

„Wir haben in einigen Jahren die Sensoren nicht mehr auf, sondern unter der Haut – das Stichwort ist Bionik. Mit diesen Sensoren wäre es zum Beispiel möglich, anhand von Bewegungsdaten zu erkennen, ob Personen einen Unfall haben oder stürzen, um dann über eine spezielle Verbindung Hilfe in der Not zu rufen“, sagt Windler. „Menschen können perspektivisch von intelligenten Maschinen, sogenannten Exoskeletten, unterstützt werden. Wenn Maschinen sich an Bewegungen anpassen, können Personen, die körperlich eingeschränkt sind, in ihrer Mobilität unterstützt werden. Es gibt viele Entwicklungen mit teils großem Spielraum für Verbesserungen. Ich möchte mit meiner Arbeit dazu beitragen, dass mithilfe von Echtzeit-Datenanalyse in der Gesellschaft Entwicklungen umgesetzt werden, die für die Zukunft positive und nützliche Veränderungen bringen.“

Kurz erklärt

Informatiker Sebastian Thrun

Sebastian Thrun hat an der Universität Hildesheim von 1986 bis 1988 als einer der ersten Studenten Informatik studiert, in Bonn promoviert und wechselte dann in die Vereinigten Staaten. Er war Assistenzprofessor für Informatik an der Carnegie Mellon University und leitete als Research Professor an der Stanford University den Bereich Künstliche Intelligenz.

Thrun erforscht lernfähige Robotiksysteme, die sich selbstständig bewegen können. Er ist Erfinder des selbstfahrenden Autos und leitete verschiedene Projekte im geheimen Forschungslabor „Google X“, darunter „Google Glass“, und schuf die technischen Grundlagen für „Google StreetView“.

Parallel dazu gründete Thrun die Internet-Universität „Udacity“ und hat seitdem sein Ziel auf die Demokratisierung von weiterführender Bildung ausgerichtet. Die Kurse über Künstliche Intelligenz, Robotik und Maschinelles Lernen erreichen derzeit neun Millionen Menschen.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121 883 90100)

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news-15656 Fri, 12 Oct 2018 21:16:00 +0200 Einblicke für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Wer macht was in der Uni? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/einblicke-fuer-neue-mitarbeiterinnen-und-mitarbeiter-wer-macht-was-in-der-uni/ Wer in den Berufsalltag startet, ob in Wissenschaft oder Verwaltung, sollte den direkten Austausch am 25. Oktober 2018 nicht verpassen: Auf einer Informationsveranstaltung stellen Uni-Verantwortliche ihren Tätigkeitsbereich vor. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag loswerden. Wer macht eigentlich was in der Universität? Bei welchen Fragen hilft das Team aus dem Dezernat für Personal- und Rechtsangelegenheiten, der Universitätsbibliothek oder dem Rechenzentrum weiter? Wie kann ich das Dezernat für Finanzen erreichen? Und wann kontaktiere ich den Forschungsreferenten, den Mitarbeiter aus dem Fundraising und die Gleichstellungsbeauftragte?

Die Universität lädt am Donnerstag, 25. Oktober 2018, von 11:00 bis 13:00 Uhr zu einer Begrüßungsveranstaltung in das Foyer des Verwaltungsgebäudes am Hauptcampus ein. Führungskräfte aus der Verwaltung, den Stabsstellen und den zentralen Einrichtungen stellen ihren Tätigkeitsbereich in zweiminütigen Kurzvorträgen vor.

Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind herzlich eingeladen im Anschluss daran im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag zu stellen. Eingeladen wurden 126 neue oder zurückkehrende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zwischen Oktober 2017 und Oktober 2018 ihre Tätigkeit (wieder) an der Universität Hildesheim aufgenommen haben.

Das Präsidium, das Gleichstellungsbüro und die Referentin für Fort- und Weiterbildung der Universität Hildesheim Gundula Sperling bringen mit der Begrüßungsveranstaltung neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Verantwortlichen aus der Verwaltung und den Einrichtungen zusammen.

„Warum ich an der Mitarbeiterbegrüßung teilnehme? Als jemand, der neu in der Stadt Hildesheim ist, erhalte ich Einblicke in Strukturen der Universität“

Moritz Steinhauer ist seit einem Jahr wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Warum er an der Begrüßungsveranstaltung der Universität Hildesheim teilnimmt, begründet der Kulturwissenschaftler so:

„Die Auftaktveranstaltung hat es mir ermöglicht, als jemand, der neu in der Stadt und der Universität Hildesheim angekommen ist, erste Einblicke in die Strukturen der Universität zu erlangen und die Gesichter zu den Namen kennenzulernen, welche man sonst nur auf Webseiten und Infomaterialien ließt. So habe ich mich bei der Auftaktveranstaltung direkt über die Weiterbildungsmöglichkeiten informiert, Kontakte zum International Office und der Pressestelle geknüpft und mir vom Baudezernenten die Lage auf der – damals gerade erst wieder hochwasserfreien – Domäne Marienburg schildern lassen. Auch bot die Veranstaltung die Möglichkeit, Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachbereichen der Universität kennenzulernen und sich auszutauschen, sodass meinen Start in die Arbeit an der Universität bereichert wurde.“

„Dank der Mitarbeiterbegrüßung kann ich mit den zahlreichen Namen an der Universität nun auch Gesichter, Stimmen und Persönlichkeiten verknüpfen“

Professor Jörg Bölling ist seit Anfang des Jahres Professor für Kirchengeschichte am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim. Hier begründet der Theologe und Historiker, warum er neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Forschung, Lehre und Verwaltung die Begrüßungsveranstaltung der Universität Hildesheim weiterempfiehlt:

„Die Begrüßungsveranstaltung war für mich gleich in dreifacher Hinsicht ein großer Gewinn: Zunächst habe ich einen guten Überblick über zentrale Einrichtungen erhalten und dabei mit zahlreichen bekannten Namen nun auch Gesichter, Stimmen und Persönlichkeiten verknüpfen können. Dann folgten in lockerer, und doch anregender Atmosphäre einzelne Gespräche, bei denen ich auch konkrete Fragen stellen und Kontakte knüpfen konnte, etwa zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universitätsbibliothek oder des Gleichstellungsbüros (zu Fragen der Kinderbetreuung). Schließlich gibt es auch nicht planbare, immer wieder neue Langzeitwirkungen: rein zufällige Begegnungen auf dem Campus, in der Mensa und im Café – Situationen, in denen man ohne Einführungsveranstaltung wohl achtlos aneinander vorbeigelaufen wäre.“

Wie kann ich an der Veranstaltung teilnehmen?

An alle neuen und zurückkehrenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde eine persönliche Einladung, mit der Bitte sich anzumelden, verschickt. Bei Fragen können Sie sich an Gundula Sperling (E-Mail sperling@uni-hildesheim.de) wenden.

Wer macht was? Weitere Informationen

Vom Dezernat für Studienangelegenheiten über das Friend- und Fundraising bis zum Qualitätsmanagement – wer einen Überblick über die vielen Einrichtungen und Aufgabenbereiche an der Universität Hildesheim erhalten möchte, findet online eine Übersicht über die zentrale Verwaltung, zentrale Einrichtungen, Gremien, Fachbereiche, Forschungszentren und Stabsstellen.

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news-15644 Wed, 10 Oct 2018 08:08:00 +0200 Green Office: Die Universität als Reallabor für Nachhaltigkeit https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/green-office-die-universitaet-als-reallabor-fuer-nachhaltigkeit/ Über Nachhaltigkeit und Umgang mit Ressourcen sprechen Julia Witter und Karina Schell vom „Green Office“ der Universität Hildesheim im Interview. Das „Green Office“ stellt am 9. Oktober das erste Klimasparbuch für die Region vor. Die Umweltwissenschaftlerinnen möchten Studierende und Lehrende über Wege informieren, nachhaltig zu studieren und zu arbeiten. Was macht das „Green Office“?

Interview mit der Umweltwissenschaftlerin Julia Witter und der Biologin Karina Schell

Nachhaltigkeit in Forschung, Lehre und Betrieb

Julia Witter und Karina Schell koordinieren das „Green Office“. Wie das Nachhaltigkeitsbüro der Universität Hildesheim arbeitet, erklären die Wissenschaftlerinnen im Interview.

Was machen Sie im „Green Office“?

Karina Schell: Als das Green Office 2015 entstanden ist, wollten wir das Thema „nachhaltige Entwicklung“ in die Universität bringen – in die verschiedenen Bereiche Betrieb, Lehre und Forschung. Wir bieten Seminare an, zum Beispiel das Seminar „Sustainable University“.

Julia Witter: Studierende haben den Antrag auf Errichtung eines „Green Office“ bei der Kommission für Studienqualitätsmittel gestellt und der Antrag wurde bewilligt. Zum Team gehören neben der wissenschaftlichen Koordination auch sechs studentische Hilfskräfte. Nachhaltigkeit betrifft jede und jeden – an der Universität Hildesheim haben wir durch die Lehrerbildung die Besonderheit, dass hier Multiplikatoren ausgebildet werden, die eine Bildung für nachhaltige Entwicklung in die Gesellschaft tragen können.

Das „Green Office“ veranstaltet zum Beispiel Diskussionen, damit die Debatte über nachhaltige Entwicklung in der Universität angestoßen wird.

Karina Schell: Wir möchten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Studierende der Universität an einen Tisch holen – von der Informatikstudentin bis zum Erziehungswissenschaftler, vom Leiter der Universitätsbibliothek bis zum Baudezernenten. Wir hoffen, dass sich in Zukunft Studierende und Lehrende aus allen Fachbereichen an dem Diskurs beteiligen und fächerübergreifend zu dem Thema in Forschung und Lehre arbeiten. Wir verständigen uns darüber, wie nachhaltige Entwicklung an der Universität verankert werden kann: Die Universität Hildesheim kann als Reallabor dienen, wir können gemeinsam verschiedene Konzepte hier in der Universität ausprobieren und anstoßen, das reicht vom Mittagsangebot in der Mensa bis zu einer gesamtuniversitären Nachhaltigkeitsstrategie.

Die Angehörigen der Universität Hildesheim können sich seit 2017 über eine Mitfahrbörse vernetzen und gemeinsam ressourcenschonend zur Uni fahren.

Julia Witter: Wir möchten zeigen, dass es viele Möglichkeiten gibt, kostengünstig und gleichzeitig umweltverträglich unterwegs zu sein. Wir haben 2017 über flinc eine Uni-Mitfahrgruppe gegründet: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Studierende können sich darüber zu Fahrgemeinschaften zusammenschließen. Wir erinnern in unserem „Green-Guide“ daran, dass man in Hildesheim mit dem Fahrrad gut von A nach B kommt und dass es das „Semesterticket“ für alle Studierenden gibt („Green-Guide“ online lesen). Das Semesterticket ist im Studierendenbeitrag enthalten und bringt Studierende mit dem öffentlichen Nahverkehr in die Stadt und ins niedersächsische Umland.

Seit zwei Jahren arbeiten Sie hier im Green Office, mitten auf dem Campus. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Julia Witter: Wir erfahren sehr viel Unterstützung. Die Einrichtung eines Nachhaltigkeitsbüros ist eine freiwillige Aufgabe – die Universität Hildesheim hat entschieden, dafür Geld bereitzustellen. Es gibt außerdem zahlreiche Ideen von Studierenden und Beschäftigten, wie man die Hochschule nachhaltiger gestalten kann. Zum Beispiel haben wir im Seminar mit Studierenden die Aktion „Treppe statt Fahrstuhl“ entwickelt und das Gebäudemanagement der Universität unterstützt uns bei der Umsetzung.

Karina Schell: Nachhaltigkeit betrifft alle Angehörigen der Universität. Wir haben die Idee eine „Plattform für nachhaltige Entwicklung“ zu initiieren, um Studierende, Lehrende, Forschende und Beschäftigte der Verwaltung miteinander ins Gespräch zu bringen.

Julia Witter: Was immer schwierig ist, wenn man nachhaltiges Verhalten anstoßen möchte, ist, dass sich Menschen von Gewohnheiten verabschieden müssen. Das ist die größte Herausforderung. Wir möchten hier Anregungen geben und zum Handeln motivieren. Wir suchen den Austausch und freuen uns immer, wenn am Thema Interessierte auf uns zukommen. Wenn eine Bereitschaft da ist, das eigene Verhalten zu ändern, ist das ein sehr positives Signal.

Das Green Office vergibt einen Nachhaltigkeitspreis und zeichnet studentische Abschlussarbeiten aus. Wie ist die Resonanz, aus welchen Fachgebieten erhielten Sie Einreichungen für die erste Preisvergabe? Was beeindruckte Sie besonders?

Karina Schell: Für den ersten Nachhaltigkeitspreis wurden acht Abschlussarbeiten aus den Fachgebieten Mathematik, Chemie, Geographie, Psychologie, Sozialwissenschaften, Grundschuldidaktik und Kulturpolitik eingereicht. Inhaltlich setzen sich die Studentinnen und Studenten unter anderem mit inklusiver und gerechter Bildung, mit nachhaltigem Wirtschaftswachstum und Konsum, mit lebenslangem Lernen sowie Ressourcen- und Biodiversitätsschutz auseinander. Wir haben bei der ersten Ausschreibung nicht damit gerechnet, so viele beeindruckende und hochwertige Einreichungen aus der gesamten Universität zu bekommen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Universität Hildesheim gehört zu den recyclingpapierfreundlichsten Hochschulen Deutschlands

Die Universität Hildesheim belegt den fünften Platz des Papieratlas-Hochschulwettbewerbs 2018 und gehört damit zu den recyclingpapierfreundlichsten Hochschulen Deutschlands.

In Kooperation mit dem Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt und dem Deutschen Hochschulverband führt die Initiative „Pro Recyclingpapier“ den Hochschulwettbewerb seit drei Jahren durch. Hochschulen mit mehr als 5.000 Studierenden können mit ihrem Papierverbrauch und ihren Recyclingpapierquoten teilnehmen.

In diesem Jahr beteiligten sich erstmals 42 Hochschulen am „Papieratlas“. In allen Einsatzbereichen verwendet die Universität ausschließlich Papier mit dem „Blauen Engel“. Die Verwendung von Recyclingpapier sei eine besonders effektive Maßnahme für den Klima- und Ressourcenschutz, so die Jury. Die Herstellung spart im Vergleich zu Frischfaserpapier rund 70 Prozent Wasser und 60 Prozent Energie. Die Universität Hildesheim bewirkte durch die Verwendung von Recyclingpapier im Jahr 2017 somit eine Einsparung von mehr als 901.000 Liter Wasser und über 185.000 Kilowattstunden Energie.

Veranstaltungstipp

Das „Green Office“ stellt das erste Klimasparbuch für die Region Hildesheim-Peine am Dienstag, 09. Oktober 2018, um 10:00 Uhr im Atrium im Forum der Universität Hildesheim vor. Das erste Klimasparbuch für die Region Hildesheim-Peine informiert anschaulich und alltagsnah darüber, wie man klimafreundlich leben kann und wer in der Region nachhaltige, ökologische und faire Produkte sowie Dienstleistungen anbietet. Das Klimasparbuch soll dabei unter anderem Studentinnen und Studenten und weitere Interessierte dabei unterstützen, nachhaltiger zu leben und zu studieren.

Release des Klimasparbuchs

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Biologie & Chemie Geographie Studierendenportal Green Office
news-15479 Mon, 01 Oct 2018 17:51:00 +0200 Wissenschaftsminister: Hildesheimer Lehrerausbildung ist bedeutsam für Schulentwicklung in Niedersachsen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/wissenschaftsminister-hildesheimer-lehrerausbildung-ist-bedeutsam-fuer-schulentwicklung-in-niedersac/ Minister Björn Thümler sprach mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Studierenden über die Entwicklung der Stiftungsuniversität und das Studium im Lehramt sowie im Bereich „Data Analytics“. Zudem besuchte er das Center for World Music. Der Niedersächsische Wissenschaftsminister unterstrich während seines Antrittsbesuchs an der Universität Hildesheim die Bedeutung der Hildesheimer Lehrerausbildung für Niedersachsen. Der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler informierte sich während seines Antrittsbesuchs in dieser Woche (20. September 2018) an der Universität Hildesheim über die Entwicklung der Hochschule.

Der Minister sprach mit Präsidiumsmitgliedern, mit  Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, auch aus dem akademischen Mittelbau, mit studentischen Vertreterinnen und Vertretern des AStA und des Studierendenparlaments und mit Studierenden über die Entwicklung der Universität Hildesheim, das Studium und die Mitwirkung in hochschulinternen Gremien.

„Minister Thümler erkannte die Notwendigkeit einer Erhöhung unserer Grundfinanzierung an, um unsere Leistungsfähigkeit auch für die Zukunft zu sichern“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Herausforderungen in Lehre, Forschung und akademischer Selbstverwaltung

Als Mitglieder des Senats für die Gruppe der Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Hildesheim berichteten Dr. Torsten Richter und Jonas Ringler dem Minister von den anspruchsvollen Aufgaben ihrer Kolleginnen und Kollegen in Lehre, Forschung und akademischer Selbstverwaltung.

Eine besondere Herausforderung sei es, den eigenen hohen Ansprüchen an eine qualitative Lehre gerecht zu werden und gleichzeitig exzellente Forschung zu betreiben. Auch die zunehmende Heterogenität der Studierenden unter anderem hinsichtlich ihres Alters, ihrer Herkunft, ihrer Vorerfahrungen und ihrer familiären Situation gehe mit zusätzlichen Anforderungen an die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität einher. Die Mittelbauvertreter stellen zum Beispiel einen zunehmenden Beratungsbedarf der Studierenden fest.

Gleichzeitig arbeite die Konferenz der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen mit der Hochschulleitung und den zuständigen Stellen in der Hochschulverwaltung daran, diese Herausforderungen zu meistern. Beispielhaft verwiesen die Mittelbauvertreter auf gemeinsam mit der Hochschulleitung initiierte und wiederholt durchgeführte Erhebungen zur Beschäftigungssituation des akademischen Mittelbaus. Senat, Präsidium und Stiftungsrat haben zudem die Leitlinien „Wissenschaft als Beruf attraktiv machen – Gute und faire Beschäftigungsbedingungen für den akademischen Mittelbau“ beschlossen.

Vom Minister danach gefragt zeigten die Vertreter auf, auf welche Weise die Politik die Arbeit von Lehrenden und Forschenden unterstützen könne: Durch eine dauerhafte Erhöhung der Grundfinanzierung könnte das Lehrdeputat vieler wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von in der Regel zehn Semesterwochenstunden gesenkt werden. Dies trage dazu bei, die wissenschaftliche Forschung zu intensivieren – bei gleichbleibender Qualität der Lehre sowie von Beratung und Service.

Die vom akademischen Mittelbau angesprochenen Herausforderungen decken sich auch mit den Schilderungen der Studierenden. Der Präsident wird das Gespräch mit den Studierenden fortsetzen und dabei die von den Studierenden eingebrachten Themen im Studienalltag besonders in den Blick nehmen. Das Präsidium hat die beim Antrittsbesuch des Ministers anwesenden Studierenden zu einem Gespräch eingeladen.

Hildesheimer Lehrerausbildung bedeutsam für Schulentwicklung in Niedersachsen

Der Minister informierte sich über die Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim. „Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Schulen im Land ausreichend mit hervorragend qualifizierten Lehrkräften zu versorgen und möglichst viele junge Menschen für ein Lehramtsstudium zu begeistern“, betonte Thümler. „Die Universität Hildesheim hat zum Wintersemester 2014/15 als eine von insgesamt sieben niedersächsischen Hochschulen das innovative Konzept zur Lehrerausbildung an Grundschulen sowie an Haupt- und Realschulen (GHR 300) eingeführt. Mit dem neuen Konzept können die Studierenden erheblich besser auf die Anforderungen des Vorbereitungsdienstes und des Berufslebens vorbereitet werden. Umso mehr freue ich mich, dass wir die bisherigen Programmittel für GHR 300 ab diesem Jahr verstetigen konnten und die Universitäten die Studiegänge dauerhaft qualitätsgesichert anbieten können.“

Die Universität Hildesheim bildet Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus. Etwa 2500 Studierende sind derzeit im Lehramt eingeschrieben. Die frühe Unterrichtspraxis ist ein Kernelement der Hildesheimer Lehrerausbildung.

Zentrum für Digitalen Wandel entsteht in Hildesheim

Der Minister informierte sich über die Schwerpunkte in Forschung und Lehre. Die Universität Hildesheim hat sich darauf verständigt, die Digitalisierung als eines von vier Leitthemen – neben Bildung, Kultur und Diversität – in ihre Entwicklungsplanung aufzunehmen, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Zu den ersten Maßnahmen zählt die Gründung des „Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“. Der Gründungsvorstand besteht aus dem Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt, dem Computerlinguisten Professor Ulrich Heid und der Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich mit der Grundstruktur, der Komplexität sowie den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive. Im Zentrum versammeln sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachdisziplinen – von Computerlinguistik über Politikwissenschaft und Unterrichtsforschung bis Softwareentwicklung und maschinellem Lernen.

Studium im Bereich „Data Analytics“: 1900 Bewerbungen aus der ganzen Welt

Gemeinsam mit den Studierenden Eya Boumaiza (Tunesien), Mofassir Ul Islam Arif (Pakistan) und Torben Windler (Deutschland) stellte Informatikprofessor Lars Schmidt-Thieme das englischsprachige Masterprogramm „Data Analytics“ vor. Die Universität Hildesheim verzeichnet eine überwältigende Nachfrage mit etwa 1900 Bewerbungen aus der ganzen Welt für dieses Programm. In dem Masterprogramm sind etwa 120 Studentinnen und Studenten aus mehr als 25 Ländern eingeschrieben: Die erste Generation der Studentinnen und Studenten kommt unter anderem aus Afghanistan, Ägypten, Brasilien, China, Deutschland, Indien, Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Simbabwe und den USA.

„Wir haben ein weltweites Einzugsgebiet, die Nachfrage ist gigantisch, sowohl seitens der Unternehmen als auch der internationalen Studierenden“, so Professor Schmidt-Thieme. Die ersten Absolventinnen und Absolventen beenden im Herbst erfolgreich ihr Studium und arbeiten mit regionalen Unternehmen zusammen.

Professor Lars Schmidt-Thieme und die Studierenden zeigten eindrucksvoll die Leistungen im Bereich Data Analytics in Forschung und Lehre. Dennoch wird „Data Analytics“ im Wissenschaftsministerium formal als eine Studienvariante des Masterstudiengangs „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ geführt und nicht als eigenständiger Masterstudiengang. Ein Umstand, der sich gerade mit Blick auf die hohe internationale Reputation der Hildesheimer Data Science schnellstmöglich ändern sollte, so Schmidt-Thieme.

Denn das Interesse der internationalen wissenschaftlichen Community sowie der Wirtschaft an der Hildesheimer Data Science ist hoch und wächst beständig an: Professor Schmidt-Thieme und die Studierenden berichteten von zahlreichen Kooperationen und Projekten mit Hochschulen und Unternehmen, regional sowie weltweit. Entsprechend soll der Bereich „Data Science“ in Hildesheim weiter ausgebaut werden. Professor Schmidt-Thieme zeigte dem Wissenschaftsminister auf, wie mit einer weiteren Professur in diesem Bereich auch ein englischsprachiges Bachelorprogramm angeboten werden könnte.

„Die Digitalisierung ist das Thema unserer Zeit – hierfür relevante Studienangebote sind vor diesem Hintergrund von großer Bedeutung. Mit ihrem englischsprachigen Angebot leistet die Universität Hildesheim zudem einen wichtigen Beitrag zur Interntionalisierung“, sagt Minister Thümler über die Arbeit der Hildesheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Erhalt von Kulturerbe: „Musiktraditionen bewahren und zugänglich machen"

Der Wissenschaftsminister informierte sich in Hildesheim über die Arbeit des Center for World Music. „Als einziges musikethnologisches Forschungszentrum Deutschlands, das an eine Universität angegliedert ist, leistet das Center for World Music einen wichtigen Beitrag für Integration und Bildung. Gleichzeitig fördert es die kulturelle und musikalische Vielfalt in der Region. Durch die Sammlung einzigartiger Tondokumente, Musikinstrumente und Schriften werden Musiktraditionen bewahrt und zugänglich gemacht. Mit diesem Aufgabenspektrum verfügt das Center über ein einzigartiges Profil in Europa", sagte Wissenschaftsminister Björn Thümler.

Das Hildesheimer Forschungsinstitut bewahrt bedeutende Spuren und Vermächtnisse weltweiten Musikschaffens, setzt sich in der Forschung für den Erhalt der Vielfalt musikalischer Äußerungen ein und macht seine Sammlungen zugänglich.

„Die Sammlungen gehören der Allgemeinheit. Es ist nicht richtig, wenn Universitätssammlungen im Keller liegen. Wir begreifen den Transfer in die Gesellschaft als Kernaufgabe des Center for World Music. Wir wollen mit unserer Arbeit in die Gesellschaft hineinwirken und Begegnungen, Respekt und Anerkennung durch Musik fördern“, sagt der Musikethnologe Professor Raimund Vogels.

Die Hildesheimer Sammlung mit über 6.000 Musikinstrumenten und etwa 50.000 Tonträgern gehört zu einer der größten Sammlungen dieser Art in Europa. In einem lokalen Verbund führen das Center for World Music und das Roemer- und Pelizaeus-Museum derzeit ethnologische und musikethnologische Sammlungsbestände zusammen. Das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt „Wissensspeicher Musik“ leistet einen Beitrag zum Erhalt des immateriellen Kulturerbes. Das Center for World Music sichert und digitalisiert mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und Partnern vor Ort Musikarchive im Ausland, etwa in Iran, Ägypten und Nigeria – auch diese Tonaufnahmen machen die Wissenschaftler zugänglich.

Seit 2011 bildet die Universität Hildesheim in einem Masterstudiengang Berufstätige fort, die die musikalische Vielfalt in Kitas, Schulen, Stadtteilen und Jugendzentren aufgreifen und mit den Sammlungen arbeiten. Sijia Li, eine der Masterstudentinnen, holte eines der Instrumente aus den Vitrinen und spielte auf der Guzheng. Sie ist auch als Dozentin tätig und unterrichtet Studierende im Spiel auf dem traditionellen chinesischen Instrument.

Professor Raimund Vogels und Dr. Michael Fuhr erläuterten dem Minister die internationale Bedeutung des Center for World Music. Sie stellten zum Beispiel die Arbeit der Graduiertenschule vor, die bis 2020 vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Rahmen einer Fördermaßnahme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert wird. 18 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Nigeria und Ghana befassen sich seit einem Jahr mit der Frage, welche Rolle Musik, Theater oder Literatur beim Wiederaufbau von Gemeinschaften nach Konflikten spielen.

Sabour Moradi überreichte dem Minister abschließend das Saiteninstrument Setar, das der 51-jährige Instrumentenbauer in der Werkstatt im Forschungsinstitut der Universität Hildesheim gebaut hat. Moradi wird im Sonderprogramm „Artist in Residence“ vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert, er arbeitet mit dem Roemer- und Pelizaeus Museum und dem Center for World Music zusammen.

Bauprojekte: Mensa-Neubau der Universität Hildesheim im Stadtteil Marienburger Höhe

Der Minister informierte sich außerdem über die Bauprojekte der Universität Hildesheim. Am Hauptcampus entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität.

Seit Mai 2018 laufen die Tiefbauarbeiten. Dann kommt der Rohbau, der Baubeginn ist für Oktober 2018 geplant. Das erste Essen soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

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news-15236 Mon, 10 Sep 2018 10:13:00 +0200 Jetzt bewerben bis zum 21. September – Bachelorstudienplatz an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/jetzt-bewerben-bis-zum-21-september-bachelorstudienplatz-an-der-universitaet-hildesheim/ Übersetzen, Wirtschaftsinformatik, Informationsmanagement, Lehramt – eine Bewerbung um einen Studienplatz ist noch möglich. Hier finden Sie Informationen zu den Bachelorstudiengängen an der Universität Hildesheim. Das Studium beginnt im Oktober 2018. Achtung: Bewerbungsfrist verlängert bis zum 21.9.2018. Bewerben Sie sich um einen Bachelorstudienplatz: „Erziehungswissenschaft“ | „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ | „Internationales Informationsmanagement“ | „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ | „Wirtschaftsinformatik“ | „Angewandte Informatik“ | Freie Studienplätze im Losverfahren für den Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang mit Lehramtsoption 

An der Universität Hildesheim ist eine Bewerbung für die folgenden Bachelorstudiengänge noch möglich. Details zu den Studiengängen erhalten Studieninteressierte auf der Webseite der Universität [hier geht's direkt zur Online-Bewerbung]. „Hildesheim ist keine Massenuniversität, stattdessen ist das Studium geprägt von viel Interaktion, Austausch und Diskurs“, sagt der Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt.

Bis zum 21.9.2018 können sich Studieninteressierte für diese Bachelorstudiengänge bewerben:

  • „Erziehungswissenschaft“ | Bachelor of Arts

    Der Bachelorstudiengang richtet sich an Studentinnen und Studenten, die sich für die Erziehung, Bildung und Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen interessieren. Die Studierenden befassen sich zum Beispiel mit der Frage, wie pädagogische Maßnahmen entwickelt oder pädagogisches Personal unterstützt werden kann. Das Studium der Erziehungswissenschaft greift aktuelle internationale Entwicklungen im Bildungssektor auf. Ein Schwerpunkt ist der Bereich „Diversity Education“. Die freie Wahl eines Nebenfaches ermöglicht Studierenden eine individuelle Profilbildung.

  • „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ | Bachelor of Arts

    Der Bachelorstudiengang ist für Studentinnen und Studenten interessant, die ein Interesse an Sprachen, Texten und verschiedenen Kulturen haben, aber auch an neuen Technologien und Medien interessiert sind. In Hildesheim erlernen sie die Grundlagen des professionellen Übersetzens, ob Filme, Literatur oder technische Benutzerhandbücher. Zum Studium gehört ein Auslandsaufenthalt. Die Universität kooperiert mit Partnerhochschulen in Spanien, Frankreich, Irland, Finnland, Belgien, in der Türkei, Indien und Mexiko.
  • „Internationales Informationsmanagement“ | Bachelor of Arts

    Studentinnen und Studenten können in diesem Bachelorstudiengang ihr Interesse an Sprachen und modernen Informations- und Kommunikationstechnologien verknüpfen. Beruflich stehen internationale Wege offen, die Studierenden bereiten sich auf eine Karriere in internationalen Unternehmen oder zum Beispiel im Wissensmanagement vor.

Bis zum 21.09.2018 können sich Studieninteressierte für diese IT-Bachelorstudiengänge bewerben:

Die Informatik-Studienprogramme der Universität Hildesheim verbinden Theorie mit Praxis. Absolventenbefragungen zeigen regelmäßig, dass Studierende dieser Studiengänge sehr gute Berufschancen besitzen. Ein Wirtschaftspraktikum ist in jedem der Studiengänge fester Bestandteil. Der „Arbeitskreis IT“ unterstützt die Studentinnen und Studenten bei der Kontaktaufnahme zu Unternehmen in der Region.

  • „Angewandte Informatik“ | Bachelor of Science

    Die Studentinnen und Studenten lernen, wie man große Informationsmengen managt, höchst performante Algorithmen umsetzt und Software wartungsfreundlich gestaltet. Absolventinnen und Absolventen beherrschen moderne Technologien der Softwareentwicklung und sind Spezialisten der Softwareentwicklung. Wer technische Aspekte von Softwareprodukten im Detail verstehen und gestalten möchte, wählt diesen Studiengang.
  • „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ | Bachelor of Science

    Das Auffinden relevanter Informationen stellt heute eine Kernherausforderung in vielen Berufen dar. Absolventen werden auf diese Herausforderung optimal vorbereitet, indem dieser Studiengang Inhalte der Informatik und der Informationswissenschaft verknüpft. Darüber hinaus werden den Studierenden viele Freiräume gelassen, um aus einem breiten Studienangebot auf die eigenen Interessen zugeschnittene Studienprogramme zusammenzustellen.
  • „Wirtschaftsinformatik“ | Bachelor of Science

    Die Wirtschaftsinformatik betont die Anwendungsperspektive von Informationssystemen. Absolventinnen und Absolventen können Unternehmensprozesse mit IT kontinuierlich verbessern bzw. gänzlich neue digitale Geschäftsmodelle entwickeln. Sie verstehen sowohl die Möglichkeiten der IT als auch die Bedarfe in der Wirtschaft, um betriebliche Anwendungssysteme erfolgreich auswählen, anpassen, betreiben und neu entwickeln zu können. Der Studienverlaufsplan orientiert sich an bundesweit gültigen Rahmenempfehlungen.

Freie Studienplätze im Losverfahren!

  • Da nach Durchführung des Auswahlverfahrens Studienplätze im Polyvalenten Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang mit Lehramtsoption in bestimmten Fächerkombinationen unbesetzt geblieben sind, besteht die Möglichkeit, sich noch für ein Losverfahren anzumelden. Eine Anmeldung zum Losverfahren ist noch bis zum 21.09.2018 (Ausschlussfrist!) möglich. [hier geht es zum Losverfahren]

Kultur studieren: Bewerbung um einen Studienplatz

  • „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ | Bachelor of Arts

    Von Medien, Musik und Philosophie bis Theater, Literatur und Bildende Kunst: Im Bachelor-Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ der Universität Hildesheim kombinieren Studierende Theorie und Praxis. Der Studiengang ist der älteste dieser Art in Deutschland. Es sind noch Studienplätze frei, ein Studienbeginn ist zum Wintersemester 2018/19 möglich. Die Anmeldefrist endet am 10. September 2018. [Hier finden Sie Informationen zur Anmeldung für die kulturwissenschaftliche Eignungsprüfung]
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news-15336 Thu, 16 Aug 2018 12:53:00 +0200 „Ohne die Frauencharaktere würde der Roman nicht funktionieren“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/ohne-die-frauencharaktere-wuerde-der-roman-nicht-funktionieren/ Nach drei Jahren Forschung schließen acht Doktorandinnen und Doktoranden derzeit ihre Doktorarbeit im Graduiertenkolleg „Gender und Bildung“ ab. Im Interview geben die Doktorandin Alexandra Mieth und der Doktorand Jöran Klatt Einblicke in ihre Forschungsarbeit. Im Graduiertenkolleg „Gender und Bildung“ haben sich die Doktorandinnen und Doktoranden zum Beispiel mit Geschlecht in der Literatur, in Raptexten, in der bildenden Kunst und im Computerspiel auseinandergesetzt.

Im Kolleg fördert die Universität Hildesheim Promotionsprojekte aus den Erziehungs- und Sozialwissenschaften, den Literatur-, Sprach- und Kulturwissenschaften. Professorinnen und Professoren mehrerer Fachrichtungen begleiten die Promovierenden an der Universität Hildesheim, zu ihnen gehören die Erziehungswissenschaftlerinnen Professorin Kathrin Audehm und Professorin Meike Sophia Baader, die Sprachwissenschaftlerinnen Professorin Stefanie Brusberg-Kiermeier und Professorin Beatrix Kreß, der Soziologe Professor Michael Corsten, die Theaterwissenschaftlerin Professorin Annemarie Matzke und der Literaturwissenschaftler Professor Toni Tholen.

Das Kolleg ist interdisziplinär, also fachübergreifend, ausgerichtet. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten tauschen regelmäßig Erkenntnisse aus – auf Tagungen, in Vorlesungsreihen, Workshops und in Arbeitssitzungen.

Während des dreijährigen Graduiertenkollegs haben die Doktorandinnen und Doktoranden an Angeboten der Karriereförderung teilgenommen und  sprachen zum Beispiel mit Professorin Meike Baader anlässlich ihres Vortrages über „Karrierewege in der Wissenschaft" und mit Markus  Weißhaupt über „Fördermöglichkeiten gegen Ende der Promotion“.

Das Graduiertenkolleg „Gender und Bildung“ wurde aus Mitteln des Professorinnenprogramms II finanziert, dass im Juni 2019 ausläuft. Insgesamt wurden acht Promotionsstipendien (monatlich 1250 Euro Unterstützung) vergeben.

„Wenn die Universität mit Ihrer Bewerbung im Professorinnenprogramm III ebenso erfolgreich ist wie im Professorinnenprogramm II, stehen die Chancen für die Fortsetzung des Graduiertenkollegs Gender und Bildung gut“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte Dr. Silvia Lange.

„Ohne die Frauencharaktere würde der Roman nicht funktionieren“
Interview mit der Literaturwissenschaftlerin Alexandra Mieth

Die Literaturwissenschaftlerin Alexandra Mieth schließt derzeit ihre Doktorarbeit zum Thema „Selbstbildungsprozesse und Gender in Graham Greenes Romanen“ ab. In ihrer Forschung befasst sich Mieth mit der Literatur der Postmoderne und Klassischen Moderne und mit Bildungsromanen.

Was untersuchen Sie in Ihrer Promotion?

Ich untersuche Romane des britischen Autors Graham Greene, dessen Werk in Hollywood mit renommierten Schauspielerinnen und Schauspielern wie Elizabeth Taylor, Richard Burton, Richard Attenborough und Helen Mirren verfilmt wurde. Ich fokussiere unter anderem die weiblichen Charaktere in den Romanen „Brighton Rock“, „A Gun for Sale“ und „Travels with My Aunt“.

Warum ist das wichtig?

Greenes literarisches Werk wurde bisher in der Genderforschung kaum beachtet. Der Schriftsteller gilt als katholischer Autor, seine Romane wurden theologisch erforscht, seine männlichen Figuren wurden traditionell untersucht. Auch auf humanistische Aspekte der Romane ist bereits eingegangen worden. Die weiblichen Charaktere wurden bisher kaum betrachtet, ebenso wenig wie die Krise der Männlichkeit in Greenes Werken eingehend erforscht wurde. Als Bildungsromane wurden die Erzählungen noch nicht angemessen gewürdigt. Dabei ist Greene als humanistisch geprägter Autor zu betrachten, der von der Bildungs- und Selbstbildungsfähigkeit des Menschen überzeugt war. Dieser These gehe ich in meiner Doktorarbeit auf den Grund.

Was sind erste zentrale Erkenntnisse Ihrer Forschung?

Graham Greene wird vorgeworfen, in sämtlichen Romanen keinen einzigen starken weiblichen Charakter erschaffen zu haben – dem widerspreche ich. Greene zeichnet sehr imposante Frauen, die nicht dem traditionellen Muster als Mutter folgen. Es gibt Frauen, die diesem Muster völlig widersprechen. Ohne die Frauencharaktere in den drei Romanen, die ich untersucht habe, würde der Roman nicht funktionieren. Im Thriller „Brighton Rock“ übernimmt Ida Arnold die Rolle der Detektivin, sie sorgt für Moral und Ordnung und Gerechtigkeit – das macht sie zu einer sehr starken Persönlichkeit.
Greenes Werke sind eine neue Interpretation des Bildungsromans. Mit den in den Romanen dargestellten Schicksalen können sich Leserinnen und Leser identifizieren, das beginnt bei den gängigen Namen der Hauptfiguren im Roman „The Comedians“: Mr Jones, Mr Brown, Mr und Mrs Smith. Der Autor ermöglicht, dass die Schicksale seiner Figuren auf die Schicksale realer Menschen übertragbar sind. In Greenes Romanen durchlaufen die Handelnden unterschiedlichen Geschlechts und verschiedener Altersstufen Bildungsprozesse, die sie zum Teil auch gegen die Widerstände der Gesellschaft verfolgen.

Welche Bedeutung spielt das Graduiertenkolleg Gender und Bildung in Ihrem wissenschaftlichen Werdegang?

Ich habe Lehramt mit den Fächern Anglistik und Germanistik studiert. Professorin Brusberg-Kiermeier und Professor Tholen haben mich während meiner Doktorarbeit sehr unterstützt. Das Graduiertenkolleg bietet darüber hinaus die Chance, hilfreiche Hinweise von den anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu erhalten – die Einflüsse aus anderen Forschungsfeldern sind sehr anregend. Ein Graduiertenkolleg ist vor allem inhaltlich wertvoll, weit mehr als eine finanzielle Unterstützung. Ich schließe meine Doktorarbeit ab. Nun beginne ich meinen Vorbereitungsdienst an einer Grundschule in Niedersachsen – mit der Forschung werde ich am Nachmittag verbunden bleiben.

Die Fragen stellte Isa Lange.

„Im Netz versammeln sich unterschiedliche Menschen und formen Bündnisse“
Interview mit dem Politik- und Kommunikationswissenschaftler Jöran Klatt

Jöran Klatt hat an der Universität Göttingen Geschichte und Germanistik studiert. Seine Doktorarbeit im Rahmen des Hildesheimer Graduiertenkollegs „Gender und Bildung“ trägt den Titel: „Die #GamerGate-Kontroverse – Schmelztiegel der Gamer-Identität?“.

Mit welchem Thema befassen Sie sich in Ihrer Promotion?

Ich habe in meiner Doktorarbeit das Phänomen „#Gamer Gate“ untersucht, ein Streit, der im Internet in sozialen Netzwerken stattgefunden hat. Computerspielerinnen und Computerspieler haben sich seit 2014 organisiert, in der Debatte „#GamerGate“ ging es um Sexismus im Computerspiel, die vermeintliche Verstrickung von Spielejournalismus und Industrie aber auch um den Status des Computerspiels als entweder Kulturgut oder reinem Unterhaltungsprodukt. Die Auseinandersetzung zeigt die fragile Identität dieses jungen Milieus.

Ich forsche online-ethnografisch, ich bin sehr viel im Internet unterwegs, bewege mich in den sozialen Netzwerken, in denen die Kontroverse stattgefunden hat, und untersuche die Argumentationen. Sprachwissenschaftlich analysiere ich die Argumentationslinien.

Warum ist das wichtig?

Das Computerspielen bedeutet für die Computerspielerinnen und Computerspieler Identität. Ich möchte am Beispiel des Computerspiels herausfinden: Wo werden Identitäten verteidigt, herausgefordert, bestätigt, hinterfragt und kreiert?

Was sind erste zentrale Erkenntnisse Ihrer Forschung?

Der „#GamerGate“-Streit ist ein prototypisches Phänomen für viele Entwicklungen, die wir aktuell im Netz beobachten. Unterschiedliche Menschen versammeln sich und setzen sich zu Bündnissen zusammen, ein Interesse eint sie. Dieser Fall im Bereich der Computerspiele ist prototypisch für viele Phänomene des Politischen, das Netz befeuert die Auseinandersetzung – physische Räume werden leicht überwunden, das World Wide Web beflügelt die Bildung von neuen Bündnisketten. 

Welche Bedeutung spielt das Graduiertenkolleg Gender und Bildung in Ihrem wissenschaftlichen Werdegang?

Ich befinde mich derzeit mitten in der Niederschrift meiner Promotion. Mein Doktorvater ist Professor Corsten und meine Doktormutter Professorin Brusberg-Kiermeier, die Gespräche mit Professor Tholen sind äußerst wertvoll – er ist eine Koriphäe auf dem Gebiet der Männlichkeitsforschung. Obwohl das Kolleg inzwischen offiziell vorbei ist, stehen wir Stipendiatinnen und Stipendiaten noch in engem Austausch. Die Gemeinschaft war und ist eine große Hilfe.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-15171 Mon, 06 Aug 2018 07:15:00 +0200 Zahlentheorie: Interview mit Mathematikprofessor Jürgen Sander https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/zahlentheorie-interview-mit-mathematikprofessor-juergen-sander/ Aus der Forschung: Mit den Eigenschaften der ganzen Zahlen befasst sich eine Arbeitsgruppe um Professor Jürgen Sander. Die Zahlentheorie sei faszinierend, da sie „Methoden aus fast allen anderen mathematischen Disziplinen verwendet und innerhalb der Mathematik extrem gut vernetzt ist“. Im Interview verrät der Hildesheimer Mathematiker, wie Forscher zu mathematischen Entdeckungen gelangen. Prof. Dr. Jürgen Sander forscht und lehrt seit 2009 am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik der Universität Hildesheim. Dort leitet er die Abteilung Algebra und Zahlentheorie. Seit 2013 ist Jürgen Sander auch Vizepräsident für Lehre und Studium, was seine Zeit zur Forschung merklich einschränkt.

Zu seinen Forschungsgebieten zählen seit seinem Studium die Elementare und Analytische Zahlentheorie mit Arbeiten zu diversen Fragestellungen aus diesen und verwandten Disziplinen. Einen langjährigen Schwerpunkt bildete dabei das Problem der Primfaktorisierung von Binomialkoeffizienten. In den letzten 15 Jahren hat er sich intensiv der Algebraischen Graphentheorie gewidmet, die ein Bindeglied zwischen Graphentheorie, Algebra und Zahlentheorie bildet.

Im Interview spricht Jürgen Sander über bedeutende mathematische Künstler wie den Bonner Professor Peter Scholze, der in diesem Jahr für seine tiefliegenden Einsichten in der arithmetischen Geometrie mit der Fields-Medaille, dem Nobelpreis für Mathematik, ausgezeichnet wurde. Zudem spricht Sander über seit vielen Jahrhunderten ungelöste Probleme der Zahlentheorie, über die Unterstützung des akademischen Nachwuchs und die Bedeutung von Mathematiklehrerinnen und Mathematiklehrern.

Interview mit dem Mathematiker Prof. Dr. Jürgen Sander

Der Bonner Professor Peter Scholze wurde aktuell für herausragende Entdeckungen in der Mathematik mit der Fields-Medaille, dem „Nobelpreis für Mathematik“, ausgezeichnet. Er arbeitet in der arithmetischen Geometrie. Sie sind Zahlentheoretiker – freut es Sie, dass ein Kollege aus einer Teildisziplin der Zahlentheorie diese hohe Anerkennung erhält?

Jürgen Sander: Es freut mich insofern, als es mein langjähriges Forschungsgebiet für einen Moment in den Fokus einer interessierten Öffentlichkeit rückt – wie es in den 1980ern geschah, als Gerd Faltings nach bedeutenden Fortschritten auf dem Weg zum Beweis der Großen Fermat’schen Vermutung als erster und bislang einziger Deutscher mit der Fields-Medaille ausgezeichnet wurde, oder ein weiteres Mal um die Jahrtausendwende, als Andrew Wiles die über 300 Jahre offene Fragestellung von Fermat schließlich vollständig klären konnte.

Unerfreulich – wie häufig bei Presseberichten über herausragende mathematische Ereignisse – ist jedoch die Art der Berichterstattung über Peter Scholze. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung titelte in einem Artikel auf der ersten Seite: „Der Superrechner“. Das ist despektierlich und vor allem völlig unangemessen. Dem Preisträger in erster Linie bemerkenswerte Rechenfähigkeiten zu attestieren wäre vergleichbar damit, den Pianisten Lang Lang als „Supertonleiternspieler“ zu loben. So wie einfache Fingerübungen selbstverständlich die Basis virtuosen Klavierspiels sind, so ist eine gewisse Rechenfähigkeit Grundlage jeglicher Beschäftigung mit Mathematik, aber Scholze hat die Fields-Medaille für seine grandiosen Einsichten in tiefliegende mathematische Zusammenhänge, die auf seinem ungewöhnlichen Ideenreichtum und bemerkenswerter Kreativität fußen, erhalten. Eine Überschrift wie etwa „Ein bedeutender mathematischer Künstler“ hätte mir gut gefallen.

Weil auch viele Nichtmathematiker dieses Interview lesen – können Sie einmal beschreiben, was Sie an der Welt der Zahlen fasziniert?

Zahlentheorie ist eine der (wenigen) mathematischen Disziplinen, in denen einfach zu formulierende, auch mathematischen Laien zugängliche Fragen schwer oder bislang gar nicht zu beantworten sind. Zwei solche Beispiele aus der Welt der Primzahlen 2, 3, 5, 7, 11, 13, 17, …  sind die Goldbach-Vermutung, wonach sich jede der geraden Zahlen 6,8,10,12,14,16, …  als Summe von zwei ungeraden Primzahlen ergibt (6 = 3+3, 8 = 5+3, 10 = 5+5 =7+3, 12= 7+5, …), und die Primzahlzwillingsvermutung, gemäß der es unendlich viele Primzahlzwillinge, also Primzahlen mit Differenz 2 (wie zum Beispiel die Paare 3,5 oder 5,7 oder 11,13), gibt. Beide Probleme sind viele Jahrhunderte alt und bisher ungelöst. Weiterhin fasziniert mich an der Zahlentheorie, dass sie Methoden aus fast allen anderen mathematischen Disziplinen verwendet, also innerhalb der Mathematik extrem gut vernetzt ist. Dies belegen schon die Namen von Teildisziplinen wie algebraische Zahlentheorie, analytische Zahlentheorie oder probabilistische Zahlentheorie, Geometrie der Zahlen oder auch die arithmetische Geometrie, das Hauptforschungsgebiet von Peter Scholze.

„Mathematik erfordert eine hohe Frustrationstoleranz – das Erfolgskriterium ist ein korrekter Beweis“

Sie befassen sich in der Forschung mit den Eigenschaften der ganzen Zahlen. Wie sind Sie denn zur Zahlentheorie gekommen?

Das geschah eher zufällig, oder besser gesagt aufgrund der Persönlichkeit meines ersten Zahlentheorie-Professors. Die bereits oben genannte enge Verzahnung der Zahlentheorie innerhalb der Mathematik hat dann wesentlich zu einer dauerhaften Faszination beigetragen.

Wie läuft Ihr Alltag in der Forschung als Zahlentheoretiker ab, wie gelangen Sie zu Erkenntnissen und Entdeckungen? Arbeiten Sie mit Stift und Papier, mit Berechnungen am Computer oder Beobachtungen des Alltags?

Es gibt verschiedene Arten von Entdeckungen. Einerseits existieren in der mathematischen Fachliteratur unfassbar viele offene, teilweise jahrzehnte- oder gar jahrhundertealte Fragestellungen, von denen manche aufgrund ihrer Konsequenzen von der Fachwelt als besonders wichtig erachtet werden. Meist gibt es dazu numerisches – heutzutage natürlich computerbasiertes – Datenmaterial, was gewisse Vermutungen nahelegt. Am Beweis solcher Vermutungen versuchen sich oft – und leider meist vergeblich – viele Mathematikerinnen und Mathematiker. Unter solchen Problemen finden sich auch manche, die in  Anwendungsgebieten wie zum Beispiel Physik oder Wirtschaftswissenschaften ihren Ursprung hatten. Während die Jahrtausende zurückliegenden Anfänge der Mathematik nahezu ausschließlich auf Alltagsbeobachtungen basierten, spielen solche heute eine eher geringe Rolle.

Andererseits werfen selbst erarbeitete Antworten auf mathematische Fragen in aller Regel Folgeprobleme auf, denen ich mich dann so lange widme, bis sie geklärt sind oder bis ich es leid bin – Mathematik erfordert eine hohe Frustrationstoleranz, und das Erfolgskriterium ist gnadenlos und ausschließlich ein korrekter Beweis. Es interessiert in der Regel niemanden, was man dafür alles vergeblich versucht hat.

Wie die meisten Mathematikerinnen und Mathematiker arbeite ich mit Stift und Papier, wobei das Notierte in erster Linie als Gedankenstütze für die im Kopf entstandenen Argumentationslinien dient. Exemplarische Beispielberechnungen, um den Phänomenen und Strukturen auf die Spur zu kommen, müssen wir heute nicht mehr von Hand durchführen. Die durch die Verwendung von Computern und Algebra-Systemen gesparte Zeit verbringen wir damit, uns darüber zu ärgern, dass die Rechenmaschine nicht tut was wir möchten. Im Ernst: Der seit einigen Jahrzehnten mögliche Einsatz von extrem effizienten Rechenhilfen hat die Entwicklung der Mathematik und insbesondere die mancher Gebiete wie zum Beispiel der Graphentheorie enorm beflügelt.

„Mathematik ist auch eine Geisteswissenschaft“

Unternehmen Zahlentheoretiker vor allem geistige Ausflüge? Wie greifbar sind die Phänomene, mit denen Sie sich beschäftigen?

Mathematik gilt vielen als Naturwissenschaft insofern, als sie immer schon Phänomene unserer physikalischen Welt zu beschreiben und die dahinter stehenden Gesetzmäßigkeiten zu entdecken versucht hat. Andererseits ist die wesentliche Tätigkeit von Mathematikerinnen und Mathematikern das Beweisen. Wir können aber um Beispiel die Kepler’schen Gesetze der Himmelsmechanik nicht beweisen, da wir die Axiome unseres Universums nicht kennen. Die Mathematik behilft sich damit, dass sie ihre Axiome eigenmächtig festsetzt (und hofft, dass diese die Grundprinzipien des Universums widerspiegeln, aber anderenfalls hätten die Mathematikerinnen und Mathematiker auch kein Problem!). Insofern ist Mathematik definitiv (auch) eine Geisteswissenschaft – seelenverwandt mit der Philosophie. Mein Philosophie-Professor aus Studententagen resümierte einmal: „Philosophie und Mathematik sind eng verwandt. Der Unterschied ist: Philosophie beschäftigt sich mit höchst bedeutsamen Fragen des Lebens, kann aber nichts beweisen. Die Mathematik beweist all ihre Erkenntnisse, aber niemanden interessieren die bewiesenen Aussagen.“

Ich sehe mich eher als Vertreter der geisteswissenschaftlichen Fraktion. Gleichwohl sind die Phänomene für mich greifbar, allerdings auf einem höheren Abstraktionsniveau. Unabhängig davon ist Mathematik seit Jahrtausenden extrem erfolgreich als Zulieferer für diverse andere Wissenschaften, also Hilfswissenschaft auch zum effizienten Lösen von „Alltagsproblemen“.

Die mathematische Theoriebildung sollte also nicht an der unmittelbaren Anwendbarkeit gemessen werden?

Ich halte es für unklug, Wissenschaft zu sehr anhand der kurzfristigen Anwendbarkeit und damit meist mit wirtschaftlichen Maßstäben zu messen. Dass Mathematikerinnen und Mathematiker dies können, haben sie immer wieder nachgewiesen. Ein antikes Beispiel ist Thales, dem nachgesagt wird, die Nutzlosigkeit der Philosophie, zu der nach damaliger Ansicht auch Mathematik und Astronomie zählten, folgendermaßen widerlegt zu haben:  Seine Sternenbeobachtung versprach eine reiche Olivenernte.  Noch im Winter mietete er ohne Konkurrenz für geringes Geld alle Ölpressen in Milet und Chios. Als dann  ein hoher Bedarf an Ölpressen entstand, vermietete er sie zu seinen Bedingungen und erwarb großen Reichtum. Jüngere Beispiele für zunächst „nutzlos“ erscheinende mathematische Erkenntnisse sind solche der Gruppentheorie in der Algebra oder der Primzahltheorie. Beide erwiesen sich erst nach langer Zeit als „anwendbar“, sogenannte Quantengruppen zum Beispiel als Instrument der Quantentheorie und Primzahlen als effektive Bausteine in der modernen Krytographie. Anwendbarkeit ist also ein relativer Begriff.

Der mit der Fields-Medaille ausgezeichnete Bonner Professor ist erst 30 Jahre alt. Wie erleben Sie in Hildesheim den akademischen mathematischen Nachwuchs?

Natürlich lassen sich unsere Lehramtsstudierenden für das Schulfach Mathematik an Grund-, Haupt- und Realschulen hinsichtlich ihrer fachmathematischen Fähigkeiten nicht mit einem Mathematiker messen, dessen Ausbildung ausschließlich dazu diente, ihn zumindest in einigen Gebieten an die aktuelle Forschung der Fachwissenschaft heranzuführen. Wir vom Institut für Mathematik und angewandte Informatik – und zwar unabhängig davon, ob wir stärker fachdidaktisch oder fachmathematisch sozialisiert wurden – sind uns gleichwohl darin einig, dass gutes Unterrichten von Mathematik schon ab der 1. Klasse einer Grundschule eine solide fachmathematische Grundausbildung voraussetzt, die in ihrem Verständnis (auch des Grundrechnens) erheblich mehr Tiefe aufweist, als in der Schule vermittelt werden kann. Es ist zu fragen, warum viele Schülerinnen und Schüler Mathematikunterricht als uninteressant, formelhaft und unverständlich erleben, was bei vielen Erwachsenen eine mulmige, angstbesetzte bis komplett negative Erinnerung zurücklässt. Die Persönlichkeit von Lehrkräften, die erwiesenermaßen der größte Einflussfaktor auf den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern ist, kann sich sicherlich nur dann vorteilhaft entfalten, wenn die Lehrperson eine große fachliche Souveränität ausstrahlt. Fraglos kommen noch viele weitere Eigenschaften und Qualitäten hinzu. Leider haben viele unserer Mathematik-Studierenden in ihrer Schulzeit selbst negative Erfahrungen mit Mathematik gemacht. Sie davon zu überzeugen, dass Mathematik interessant, kreativ und nützlich ist, ist manchmal nicht so einfach.

Was untersuchen Sie und Ihre Doktorandinnen und Doktoranden zum Beispiel aktuell in Hildesheim – welchem Problem sind Sie auf der Spur?

Meine beiden letzten Doktoranden haben 2016 bzw. 2017 mit fachmathematischen Themen promoviert, die sich auf wenigen Zeilen ohne mathematische Fachterminologie (inkl. Formeln) nicht adäquat darstellen lassen (siehe das Interview mit dem Zahlentheoretiker Jan-Hendrik de Wiljes). Vor wenigen Wochen hat meine aktuelle Doktorandin Melissa Windler eine Dissertation beim Fachbereich 4 eingereicht, die der Frage nachgeht, ob andere als die aktuell gemäß niedersächsischem Kerncurriculum an Grundschulen vermittelte Mathematik (konkret: Graphentheorie) vielleicht besser geeignet sein könnte, Kindern mathematisches Denken – und nicht nur Rechnen – zu vermitteln und ihre diesbezügliche Motivation zu erhalten oder gar zu erhöhen. Der Fragestellung entsprechend hat die Arbeit starke Bezüge zur pädagogischen Psychologie unter Verwendung quantitativ empirischer Methoden, was für einen „reinen“ Mathematiker, der im Grunde nur eine Methode (Beweisen!) kennt, durchaus eine Herausforderung darstellt. Nach meiner Einschätzung ist allgemein die Frage, ob diejenigen mathematischen Gebiete, die in unterschiedlichen Klassenstufen oder auch zu Beginn eines jeden Mathematikstudiums traditionell im Vordergrund stehen, tatsächlich jeweils die geeignetsten zum Lernen mathematischer Denk- und Arbeitsweisen sind.

Ich weiß nicht, wie leicht es die Fachdisziplin Mathematik hat – aber die Konkurrenz in den Anwendungsbereichen ist groß. Wie unterstützen Sie junge Mathematikerinnen und Mathematiker, damit diese am Ball bleiben und der Mathematik nicht eines Tages den Rücken kehren?

In Zeiten, in denen ein immer höherer Prozentanteil an Schulabsolventinnen und Schulabsolventen wie auch Berufstätigen an die Hochschulen strömt, können bei weitem nicht alle als Forscherinnen oder Forscher tätig bleiben. Es ist richtig, dass heute Universitäten weniger „Bildungstempel“ und deutlich mehr Wirtschaftsunternehmen als früher sind. Das hängt mit einer ständigen Steigerung der Qualifikationsansprüche an Arbeitskräfte in allen Berufsfeldern und somit einer Akademisierung vieler ehemaliger Lehrberufe zusammen. Unter diesem Gesichtspunkt sehe ich Anwendungsbereiche in keinster Weise als Konkurrenz zur Mathematik, sondern als Tätigkeitsfelder, in denen systematisches Denken und Analysieren helfen, die dort auftretenden Herausforderungen zu meistern. Dies bedeutet also keineswegs eine Abkehr von der Mathematik. Es ist für mich auch überhaupt nicht verwunderlich, dass Mathematikerinnen und Mathematiker in fast allen Berufsfeldern begehrte Arbeitskräfte sind, ein Blick in die Bildungslebensläufe der Vorstände führender DAX-Unternehmen wird vielleicht manche(n) überraschen.

„Mathematikerinnen und Mathematiker sollten sich an der Diskussion über guten Unterricht aus fachlicher Perspektive beteiligen“

Das Institut für Mathematik und Angewandte Informatik bildet Mathematiklehrerinnen und Mathematiklehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus. Welche Bedeutung hat für Sie als Mathematiker die Lehrerausbildung?

Die Zeiten, in denen die (Gymnasial-)Lehrerbildung an vielen – insbesondere technischen – Universitäten als lästige Pflicht betrachtet wurde, liegt in Deutschland noch nicht lange zurück. Unter zahlreichen meiner Kolleginnen und Kollegen aus der Mathematik war die Klage über die ständig sinkenden mathematischen Kompetenzen von Erstsemestern laut, aber mein Einwand, dass wir Fachmathematikerinnen und Fachmathematiker uns dann vielleicht stärker um die zukünftigen Lehrkräfte kümmern sollten, verhallte meist wirkungslos. Die traditionell außerordentlich hohen Abbrecherquoten wurden wie eine Naturkonstante hingenommen.

Ich habe stets versucht, an den Universitäten, an denen ich gearbeitet habe, auch spezielle Vorlesungen für Lehramtsstudierende anzubieten – und dies aus reinem Egoismus in der Hoffnung auf bessere Lehrkräfte und letztlich bessere Mathematikstudierende. Meine Aufforderung an meine Fachkolleginnen und Fachkollegen, das Feld der Schulmathematik nicht allein der Didaktik zu überlassen, sondern sich an der Diskussion über guten Unterricht auch aus fachlicher Perspektive zu beteiligen, war nur in Einzelfällen erfolgreich.

Inzwischen sind wir auf einem besseren Weg, viele Didaktikerinnen und Didaktiker teilen mittlerweile die Einschätzung, dass solide fachmathematische Basiskenntnisse einer gewissen Breite und hinreichenden Tiefe die Voraussetzung für guten Mathematikunterricht sind. Erst damit ist es möglich, sich sinnvoll Gedanken über Lehren und Lernen zu machen, was angesichts der jüngeren vielfältigen Entwicklungen der Bildungswissenschaften wie der Kognitionswissenschaften enorme zusätzliche Qualifizierung erfordert.

Kurz gesagt: Lehrer ist der wichtigste Beruf einer Gesellschaft.  Na gut, Ärztinnen und Ärzte finde ich manchmal auch ganz nützlich.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik Startseite Forschung Personalportal
news-15017 Sun, 22 Jul 2018 10:36:00 +0200 Informatik in Hildesheim: Universität sucht den IT-Nachwuchs https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/informatik-in-hildesheim-universitaet-sucht-den-it-nachwuchs/ Die Universität Hildesheim sucht die nächste Generation der IT-Studentinnen und IT-Studenten und bietet vielfältige Studienmöglichkeiten. Die Informatik-Studienprogramme der Universität Hildesheim verbinden Praxis und Theorie. An der Universität Hildesheim können im IT-Bereich die Studienprogramme „Angewandte Informatik“, „Wirtschaftsinformatik“ und „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ studiert werden. Eine Bewerbung für das Wintersemester 2018/19 ist in den Bachelorprogrammen noch bis zum 15. Juli 2018 und in den Masterprogrammen bis zum 31. August 2018 möglich.

Informationen über die IT-Studiengänge und Bewerbung

Kurz erklärt

Informatik-Studienprogramme: Jetzt bewerben zum Wintersemester

Die Informatik-Studienprogramme der Universität Hildesheim verbinden Praxis und Theorie. Studieninteressierte können sich bis zum 15. Juli 2018 (Bachelorstudium) beziehungsweise bis zum 31. August 2018 (Masterstudium) auf das Studium in Programmen wie Angewandte Informatik, Wirtschaftsinformatik, Data Analytics sowie Informationsmanagement und Informationstechnologie bewerben. Das Studium beginnt im Oktober 2018.

Die Hildesheimer IT-Studiengänge verbinden Praxisorientierung mit universitärem, wissenschaftlichem Anspruch. Ein Wirtschaftspraktikum ist ein fester Bestandteil aller IT-Bachelor-Studiengänge der Universität Hildesheim. Im Praktikum haben die Studentinnen und Studenten die Möglichkeit, praxisnahe Erfahrung zu sammeln. In den IT-Studiengängen arbeitet die Universität im „Arbeitskreis Informationstechnologie“ seit vielen Jahren mit Informatikerinnen und Informatikern der rund 40 Partnerunternehmen aus der Region Hildesheim zusammen.

„Die Hildesheimer Studiengänge decken ein breites Spektrum der IT ab. Außerdem haben die Studentinnen und Studenten umfangreiche Vertiefungsmöglichkeiten, um ihre persönlichen Interessen und Befähigungen besonders zur Geltung zu bringen“, sagt Professor Klaus Schmid, Experte für Softwareentwicklung an der Universität in Hildesheim. Die Studentinnen und Studenten entwickeln zum Beispiel moderne Informationssysteme, dem Teilbereich der Informatik, der sich am rasantesten entwickelt.

Das Studienprogramm „Angewandte Informatik“ ist in dieser Form noch recht jung, wird aber schon jetzt sehr gut angenommen, mit sehr hohen Steigerungsraten. In diesem Programm können sich die Studierenden am stärksten in die Informatikaspekte vertiefen und lernen aktuelle Technologien und Methoden der Informationstechnologie kennen und beherrschen. Im Anwendungsbereich wird vor allem auf Bereiche der Betriebswirtschaftslehre eingegangen. Damit erwerben die Studierenden nicht nur sehr gute Technologiekenntnisse, sondern sind auch direkt auf die Anwendung in der wirtschaftlichen Praxis vorbereitet.

Im Studium „Wirtschaftsinformatik“ befassen sich die Studierenden mit der Frage, wie extrem große Mengen an Informationen und Daten sinnvoll verarbeitet werden können. Die Universität Hildesheim bildet Fachleute aus, die an der Schnittstelle zwischen IT und Wirtschaft arbeiten: Wirtschaftsinformatikerinnen und Wirtschaftsinformatiker entwickeln passende Systeme, damit Unternehmen Datenmengen mit Hilfe des Computers verarbeiten können. Die Studierenden erlernen Grundlagen der Wirtschaftsinformatik, Informatik und Betriebswirtschaft. Ab dem 3. Semester kombinieren sie die Theorie mit Praxiserfahrungen und absolvieren ein zehnwöchiges Wirtschaftspraktikum. Hildesheim sei keine Massenuniversität, stattdessen sei das Studium geprägt von viel Interaktion, Austausch und Diskurs, sagt der Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt.

Die Universität Hildesheim bildet Informatikerinnen und Informatiker zu Experten für „Data Analytics“ aus. Die erste Generation der Studierenden kommt unter anderem aus Italien, Indien, Pakistan, Simbabwe, Tunesien, Ägypten, China, Nigeria, Brasilien, Iran und Deutschland. Für das englischsprachige Master-Studienprogramm „Data Analytics“ haben sich im letzten Jahr Studentinnen und Studenten aus der ganzen Welt beworben, 950 Bewerbungen aus 50 Ländern erreichten die Universität. Für das Studienprogramm „Data Analytics“ können sich EU-Bürgerinnen und EU-Bürger noch bis zum 31. August 2018 bewerben.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Betriebswirtschaft Informatik ESS IIS Maschinelles Lernen SSE Studierendenportal
news-9190 Mon, 16 Jul 2018 08:12:00 +0200 Internationale Summer School: Klimawandel und stadtökologische Herausforderungen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/internationale-summer-school-klimawandel-und-stadtoekologische-herausforderungen/ Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus Polen, Österreich, Slowakei und Deutschland nehmen die Stadt Hildesheim unter die Lupe. Sie untersuchen während einer internationalen Summer School des Instituts für Geographie die ökologische Situation in einzelnen Stadtquartieren. Das Institut für Geographie der Universität Hildesheim richtet vom 13. bis 20. Juli 2018 die internationale Summer School „Urban Ecosystem Services and Management – European Approach” aus. 30 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus Polen, Österreich, Slowakei und Deutschland nehmen die Stadt Hildesheim unter die Lupe und wollen herausfinden, wie die ökologische Situation in einzelnen Stadtquartieren ist und Potenziale für eine Anpassung an den Klimwandel ableiten.

Am Fallbeispiel Hildesheim kartieren 30 Studentinnen und Studenten Mitte Juli 2018 in international gemischten Kleingruppen die ökologische Ausstattung in einzelnen Stadtquartieren. Dabei geht es unter anderem um Anzahl, Größe und Art der Grünflächen, Verbreitung von Baumarten und Größe der Bäume und Anteil versiegelter Flächen. Mit den Kartierungsergebnissen können einerseits Kennzahlen berechnet werden (wieviel „grün“ steht Bewohnern in der Neustadt zur Verfügung zum Beispiel im Vergleich zu Itzum?). Andererseits können auch „Grünpotenziale“ (zum Beispiel Standorte für Bäume oder Baumalleen) identifiziert werden. Effektivstes Mittel zur Anpassung an den Klimawandel mit zukünftig höheren Temperaturen bieten nämlich Grünflächen und Baumbestände.

Die Masterstudierenden und Doktorandinnen und Doktoranden kommen aus Universitäten in Österreich (Salzburg, Wien), Polen (Poznan), Slowakei (Nitra) und Hildesheim. Professorinnen und Professoren aus Österreich, Polen, Slowakei und China werden in zahlreichen Vortägen und Diskussionen ihre Expertise teilen. Die Fachleute referieren unter anderem zu den Themen „Hildesheim and its development in spatial and socio-ecological perspective”, „Green Infrastructure in Urban Landscape Planning“ sowie „Tools for Climate Change Mitigation and Adaptation in Urban Environments“.

Die „5th SURE Summer School 2018 in Hildesheim” wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst finanziell gefördert und von Prof. Dr. Martin Sauerwein (Hildesheim), Dr. Iwona Zwierzchowska und Prof. Dr. Andrzej Mizgajski (beide Poznan) organisiert. Die Veranstaltung ist nicht öffentlich.

Kurz erklärt

Umweltsicherung und Naturschutz in Hildesheim

Ein Team aus Geographie und Biologie hat in den letzten Jahren den Umweltschwerpunkt an der Universität Hildesheim ausgebaut und bildet den Umweltnachwuchs in den Studienangeboten „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung” (Master of Science) sowie „Umweltsicherung” (Bachelor of Science) aus. Die etwa 200 Studentinnen und Studenten befassen sich mit der Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen unseres Planeten. Absolventinnen und Absolventen arbeiten zum Beispiel in den Bereichen Umweltsicherung und Umweltkommunikation, im Natur- und Umweltschutz bei Behörden, Verbänden oder Nichtregierungsorganisationen, in Planungsbüros und in der Umweltbildung bei staatlichen und freien Trägern.

„Alle Ressourcen – ob Wasser, Luft oder Boden – auf unserer Erde sind beschränkt. Wir bilden unsere Studierenden dazu aus, dass sie über den umweltgerechten, nachhaltigen Einsatz dieser Ressourcen wissenschaftlich urteilen und beraten können. Die Nachfrage nach solchen qualifizierten Umweltnaturwissenschaftlerinnnen und Umweltnaturwissenschaftlern ist in den letzten zehn Jahren stetig gestiegen. Begonnen haben wir mit 8 Bachelorstudierenden pro Jahr, heute sind es 40 und darauf aufbauend weitere 20 im Master”, sagt Geographieprofessor Martin Sauerwein über die Entwicklung der Umweltstudiengänge in Hildesheim.

Zu den Studieninhalten im Masterstudium gehören Umwelt- und Naturschutz, die Erfassung und Bewertung biologischer und geoökologischer Systeme, Umweltchemie und Ökotoxikologie sowie Probleme und Perspektiven nachhaltiger Entwicklung. Die Studierenden können sich spezialisieren für die Bereiche Mensch und Umwelt in historischer Perspektive, Angewandter Naturschutz oder Nachhaltigkeitsbildung.

Wer sich für ein Umweltstudium interessiert, erreicht Prof. Dr. Martin Sauerwein unter martin.sauerwein[at]uni-hildesheim.de.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Geographie
news-12759 Wed, 27 Jun 2018 11:22:00 +0200 Mentoring-Programm: „Ich erkenne meine Stärken“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/mentoring-programm-ich-erkenne-meine-staerken/ Bis zum 1. Juli 2018 können sich Studentinnen und Absolventinnen für das Mentoring-Programm bewerben. Über neun Monate werden sie von erfahrenen Mentorinnen und Mentoren begleitet. Hier berichten die Studentinnen Luka Sackmann und Anna Kardziev über ihr Studium in den Bereichen Übersetzen sowie Angewandte Informatik und wie sie sich im Rahmen des Mentorings auf ihren Berufseinstieg vorbereiten. Studentinnen und Absolventinnen können sich aktuell für das „ProKarriere-Mentoring“ bewerben. Das Mentoringprogramm richtet sich an Studentinnen aller Fachrichtungen der letzten beiden Semester ihres Bachelor-Studiums, an alle Master-Studentinnen und an Absolventinnen.

Der Bewerbungsschluss ist der 1. Juli 2018, mehr Informationen finden Sie online. Das Mentoring beginnt dann im Wintersemester 2018/19.

Das Programm funktioniert so: Über neun Monate wird eine „Mentee“ (Studentin oder Absolventin) am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn von einer berufserfahrenen Person begleitet und gefördert, sagt Dr. Silvia Lange, Projektleiterin und Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hildesheim. Mentorinnen und Mentoren aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen geben dabei ihre Erfahrungen weiter. Ergänzt wird die Mentoringbeziehung durch ein an den Bedarfen der Mentees ausgerichtetes Begleitprogramm.

Wer Fragen zu dem Programm „ProKarriere-Mentoring: Karriereförderung für Studentinnen und Absolventinnen mit und ohne Migrationshintergrund“ hat, erreicht die Projektkoordinatorin Sandra Ahnen vom Gleichstellungsbüro der Universität Hildesheim unter 05121 883 92162 und ahnens[at]uni-hildesheim.de.

Jetzt bewerben bis zum 1. Juli 2018

Warum nehmen Sie am Mentoring-Programm teil?

Hier berichten zwei Studentinnen aus dem aktuellen Mentoring-Jahrgang über ihr Studium in den Bereichen Übersetzungswissenschaft sowie Angewandte Informatik. Sie geben einen Einblick, warum sie das Mentoring-Programm anderen Studentinnen weiterempfehlen.

„Ich habe viel in mein Studium investiert und erkenne im Mentoring-Programm meine Stärken“

Luka Sackmann studiert „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ und spezialisiert sich in Hildesheim auf das technische Übersetzen. Im Mentoring-Programm des Gleichstellungsbüros wird die 26-Jährige ein Jahr lang auf ihrem Weg in das Berufsleben gecoacht.

„Viele Fragen mich: Technische Redaktion – ist das nicht langweilig? Ich habe viele Jahre in mein Studium an der Universität Hildesheim investiert. Als technische Übersetzerin bearbeite ich etwa Installationsanleitungen in der Automobilindustrie. Ich schreibe gerne Texte strukturiert, ohne Schnörkel, und habe Freude daran, Texte aufzuräumen und zu erklären, wie eine Maschine funktioniert. Das Mentoring-Programm ist eine ideale Unterstützung im Übergang vom Studium in das Berufsleben. Ich erkenne meine Stärken und konzentriere mich auf das, was ich beruflich erreichen möchte“, sagt die Studentin.

„Meine Mentorin kommt aus dem Maschinellen Lernen und zeigt mir vielfältige Berufswege auf“

Anna Kardziev, 26, studiert „Angewandte Informatik“ an der Universität Hildesheim. Sie schreibt ihre Masterarbeit über künstliche Intelligenz: „Fallbasierte Konfiguration“ und wird ein Jahr lang in ihrer Abschlussphase von einer Mentorin aus der Wirtschaft im Programm „ProKarriere-Mentoring“ begleitet.

„Ich studiere ‚Informationsmanagement und Informationstechnologie‘ mit dem Schwerpunkt Angewandte Informatik. In meiner Masterarbeit setze ich mich mit einem Mechanismus der künstlichen Intelligenz auseinander, der mit Erfahrungswissen arbeitet. Dabei wird Erfahrung aus der Vergangenheit genutzt, um daraus zu lernen und zukünftige ähnliche Probleme zu lösen. Ein Beispiel: Mithilfe von Erfahrungswissen können in der Industrie Diagnosesysteme bei Wartungsarbeiten schneller erkennen, wie eine technische Maschine repariert werden kann. In meinem Bachelorstudium habe ich mich in Magdeburg vor allem mit dem Wissensmanagement beschäftigt, in Hildesheim kann ich die technische Seite stärken, mich spezialisieren. Ich studiere bei Professor Klaus-Dieter Althoff im Bereich ‚Intelligente Informationssysteme‘ am Institut für Informatik und bei Professor Ralf Knackstedt an der Abteilung ‚Informationssysteme und Unternehmensmodellierung‘.

Ich möchte in meiner beruflichen Zukunft im Wissensmanagement in einem Wirtschaftsunternehmen arbeiten. Meine Familie kommt nicht aus dem IT-Bereich, es fiel mir schwer zu wissen, was ich mit einem Informatikstudium beruflich anstreben kann. Ein Jahr lang nehme ich jetzt am ‚ProKarriere‘-Mentoring des Gleichstellungsbüros teil. Das ist ideal: Meine Mentorin kommt aus dem Bereich ‚Maschinelles Lernen‘ und zeigt mir vielfältige Berufswege auf“, sagt die Studentin Anna Kardziev.

TIPP: Wer sich für ein IT-Studium interessierte, sollte den Info-Nachmittag „Studium & Karriere im IT-Bereich" am 4. Juli 2018 an der Universität Hildesheim nicht verpassen.

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news-14816 Fri, 01 Jun 2018 14:06:33 +0200 Geographie: Jahrestagung der Jungen Geomorphologen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/geographie-jahrestagung-der-jungen-geomorphologen/ Das Institut für Geographie hat junge Geomorphologen aus der ganzen Welt zur Exkursion nach Niedersachsen eingeladen. Auf dem Gelände der Domäne Marienburg konnten die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler geoarchäologische Geländemethoden anwenden. Ein Haus mitten im Wald, 25°C im Schatten und 50 mehr oder weniger junge Geomorphologen aus aller Welt: Das Jahrestreffen der Jungen Geomorphologen fand Ende Mai 2018 in Stadtoldendorf statt und wurde in diesem Jahr vom Institut für Geographie der Universität Hildesheim organisiert.

Das Programm war vielfältig: So zeigte Prof. Dr. Andreas Lang (Universität Salzburg) im „After Dinner Talk” mögliche Wege für eine erfolgreiche Wissenschaftskariere auf. Vorträge und Postersessions boten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern darüber hinaus die Möglichkeit ihre Forschungsergebnisse zu diskutieren. Die regionalen Kenntnisse wurden durch eine Exkursion vertieft, die von Prof. Dr. André Kirchner (Universität Hildesheim) geleitet wurde.

Praktisch wurde es anschließend im zweitätigen Workshop „Multidisciplinary subsurface exploration – Direct-Push, Vibracoring and ERT”, der auf dem Gelände der Domäne Marienburg in Hildesheim stattfand und durch Hildesheimer und Mainzer Geographen (Arbeitsgruppe Prof. André Kirchner und Arbeitsgruppe Prof. Andreas Vött) organisiert wurde. Vor historischer Kulisse erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit verschiedene geoarchäologische Geländemethoden zu erlernen. Dazu zählten neben modernen Vermessungsmethoden auch geophysikalische und Direct-Push Verfahren.

Im nächsten Jahr wird das Treffen in der Nähe von Gießen stattfinden. Informationen dazu werden zeitnah online verfügbar sein.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Geographie
news-14841 Mon, 28 May 2018 07:38:00 +0200 Grundlagenforschung: Kommentieren im digitalen Raum https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/grundlagenforschung-kommentieren-im-digitalen-raum/ Ein Hildesheimer Forschungsverbund untersucht, wie sich das Lesen im digitalen Raum verändert. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt „Rez@Kultur“ über drei Jahre. Acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Computerlinguistik, Kulturjournalismus, Wirtschafts- informatik und Kulturpolitik analysieren zum Beispiel Lesevorgänge und Online-Gespräche über Werke der Kunst und Literatur.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim befassen sich mit der Frage, wie sich das Lesen und Kommentieren im digitalen Raum verändert und sich auf kulturelle Bildungsprozesse auswirkt. Die acht Forscherinnen und Forscher kommen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen – von Computerlinguistik über Kulturjournalismus und Kulturpolitik bis Wirtschaftsinformatik. Das Bundesforschungsministerium fördert den interdisziplinären  Forschungsverbund „Rez@Kultur“ über drei Jahre.

Mit Lesen verbundene soziokulturelle Praktiken in digitalen Netzwerken sind bisher kaum national oder international erforscht. Bisher wurde kaum methodisch fundiert und grundlegend die Frage beantwortet, in welcher Form sich kulturelle Bildungsprozesse im Kontext von Digitalisierung konkret verändern, da die empirische Datenbasis fehlt, um wissenschaftlich abgesichert zu Hypothesen zu gelangen.

Welche wirtschaftliche Bedeutung den Kundenrezensionen etwa im Online-Handel zukommt, wurde bereits erforscht – die digitalen Bildungswirkungen von Gesprächen über Literatur und Kunst wurden bisher nicht analysiert.

Lesen und kommentieren im digitalen Raum – bisher kaum international erforscht

Das Hildesheimer Forschungsteam um Guido Graf, Ulrich Heid, Ralf Knackstedt und Vanessa Reinwand-Weiss baut bis 2020 die empirische Grundlagenforschung aus und wendet dabei Methoden aus dem Bereich „Big Data“ an: Mit computerlinguistischen Werkzeugen werten die Forscherinnen und Forscher große Datenbestände aus und analysieren Textmengen, die auf blogs und Online-Portalen (etwa in Kundenrezensionen) im Netz erzeugt werden. Der Fokus liegt auf deutschsprachigen Rezensionen zu Kunst und Literatur.

Wie sieht etwa die Diskussion auf den Internetseiten von Büchershops aus, was hat sich seit 2000 bis heute verändert? Welche Einflüsse haben die digitalen Technologien darauf, wie wir über Texte und Fotografien sprechen? Was bedeutet dies für individuelle Bildungsprozesse? Wie verlaufen Diskussionsprozesse über Literatur im „Social Reading“ – also auf Plattformen, auf denen sich Leseinteressierte treffen, Bücher bis hin  zu einzelnen Textstellen und Sätzen kommentieren und so darüber online ins Gespräch kommen? Seit April 2018 erprobt die Universität Hildesheim das „Social Reading“ in der Lehre, als erste Hochschule in der deutschen Wissenschaftslandschaft.

Digitale Geisteswissenschaften: Forschungsverbund analysiert große Datenbetände und Textmengen

„Immer wieder gerade dann, wenn es um das Lesen geht, hat jede und jeder eine Meinung dazu, wie sich die Digitalisierung darauf auswirkt, ohne eigentlich mehr als die subjektive Wahrnehmung für diese Beurteilung zur Verfügung zu haben. Wir dagegen nähern uns der Frage empirisch und analysieren Lesevorgänge und das Online-Gespräch über literarische Texte und andere künstlerische Gegenstände mit computerlinguistischen und Datenauswertungs-Methoden. Wir möchten Antworten formulieren auf die Frage, wie sich die Digitalisierung auf unsere kulturelle Kommunikation auswirkt, auf die Herausbildung kritischer Kompetenz – kurz: auf die kulturelle Bildung“, sagt Guido Graf. Der promovierte Literaturwissenschaftler leitet das Forschungsprojekt.

In den ersten Monaten haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor allem an der Modellierung der Daten gearbeitet. Dazu gehört die Auswahl der Online-Plattformen aus den Bereichen Kunst und Literatur, die nun mittels Massendatenerhebung untersucht werden. „Wir erarbeiten fein abgestimmte Cluster, also Filter, mit denen diese Massendaten untersucht werden“, sagt Graf.

Die Chance in dem Projekt liegt auch in der Kombination der Forschungsdisziplinen – von Kulturwissenschaft bis Informatik arbeiten die Wissesnchaftlerinnen und Wissenschaftler von Anfang an zusammen. „Da treffen Welten aufeinander“, sagt die Wirtschaftsinformatikerin Kristin Kutzner. „Wir können als Informatikerinnen und Informatiker die kreativen Industrien und Bildungsprozesse mit einen anderen Brille analysieren. Wir helfen dabei, Daten aus Plattformen zu ziehen, mit Informationssystemen zu arbeiten sowie die Prozesse in der Datenflut zu organisieren.“

Die Literaturwissenschaftlerin Kristina Petzold interessiert sich besonders für die Frage, wo das Professionelle in der digitalen Welt verortet ist. „Heute kann jeder Laie Rezensionen veröffentlichen.“ In den vergangenen Jahren sind im Internet verschiedene Protale entstanden, die nicht nur literarische Texte und Werke der Bildenden Kunst verfügbar machen, so dass sie gelesen oder angeschaut werden können. Vielmehr ist heute auch deren Kommentierung und Bewertung sowie Weiterentwicklung (Co-Creation) möglich. Wie bilden sich auf diesen Plattformen kritische Diskurse aus? Wie unterscheiden sie sich von traditioneller Literaturkritik? Kristina Petzold weist darauf hin, dass mit dem World Wide Web neue Wertungsstrukturen entstanden seien, jenseits der Autoritätsansprüche, wie sie etwa im 20. Jahrhundert das Zeitungsfeuilleton etabliert hat. Die Froscher sprechen von einer „Deprofessionalisierung von Kritik“, der kritische Diskurs stützt sich nicht mehr allein auf Gatekeeper und Meinungsführer.

Wie kann im digitalen Raum eine kritische Praxis und Diskursfähigkeit aufgebaut werden?

Guido Graf möchte in dem Forschungsprojekt herausfinden, wie im digitalen Raum eine kritische Praxis und Diskursfähigkeit aufgebaut werden kann. Denn, so die These: Nur wer eine kritische Beurteilungskompetenz für kulturelle Artefakte – ob Bücher oder Fotografie – herausbildet, kann am Bildungsprozess teilhaben.

Das Hildesheimer Forschungsprojekt „Rez@Kultur. Digitalisierung kultureller Rezensionsprozesse: Eine multimethodische empirische Analyse“ läuft von 2017 bis 2020 im Rahmen der Förderrichtlinie „Digitalisierung in der kulturellen Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Mehr über das Forschungsprojekt Rez@Kultur

Kurz erklärt

Wer im Forschungsprojekt „Rez@Kultur“ zusammenarbeitet

Seit 2017 läuft das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Drittmittelprojekt. Um die „Digitalisierung kultureller Rezensionsprozesse“ zu erforschen, haben sich vier Institute der Universität Hildesheim zu einem Forschungsverbund zusammengeschlossen:

  • Institut für literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft (Dr. Guido Graf, Projektleitung)
  • Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie (Prof. Dr. Ulrich Heid)
  • Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik (Prof. Dr. Ralf Knackstedt)
  • Institut für Kulturpolitik (Prof. Dr. Vanessa Reinwand-Weiss)

Das Institut für literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft hat seit 2009 praktische Forschungsarbeiten zu neuen Formen literarischer Kommunikation im digitalen Raum durchgeführt. Untersucht wurde auf Tagungen und in „Social Reading“-Projekten, wie sich die zunehmende Bedeutung des mobilen Internets auf die Praxis des Lesenes, Kommentierens und Diskutierens auswirkt und der Einfluss der Digitalisierung auf den Literaturbetrieb untersucht.

Das Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie hat sich spezialisiert auf die Entwicklung computerlinguistischer Werkzeuge zur Analyse von deutschen und englischen Texten. Im vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt „e-Identity“ wurden Verfahren zur computerlinguistischen Erschließung größerer Textmengen aus elektronischen  Zeitungsarchiven  entwickelt. Auch Verfahren zur Identifikation von Berichts- und Kommentarstrukturen entstanden.

Das Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik hat im vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekt „InDeKo.Navi“ die Kommunikation zu Forschungsprojekten analysiert, um Chancen der Zusammenarbeit von Forschungsgruppen gezielt aufzeigen zu können. Die Wirtschaftsinformatiker haben sich spezialisiert auf die Modellierung von  Prozessen.

Ein zentraler Forschungsschwerpunkt am Hildesheimer Institut für Kulturpolitik ist die kulturelle Bildung. Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchs- wissenschaftler untersuchen im bundesweiten Netzwerk „Forschung Kulturelle Bildung“, wie Kinder und Jugendliche mit Kunst und Kultur aufwachsen und welche Strukturen geschaffen werden, um Teilhabe an Kultur zu ermöglichen.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121 883 90100, presse@uni-hildesheim.de)

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news-14762 Mon, 14 May 2018 10:32:00 +0200 Informatik: Was hinter der Programmiersprache steckt https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/informatik-was-hinter-der-programmiersprache-steckt/ Die Informatikstudentinnen Christina David und Inna Losev gehören zu einem Team, das derzeit eine digitale Berufs- und Studienorientierungsplattform aufbaut. Im Projekt „BeSt F:IT“ können sich Schülerinnen und Schüler Video-Portraits von weiblichen Rollenmodellen aus der Umgebung anschauen, in Spielen erste praktische Erfahrungen in der Informatik sammeln und in einem Assessment-Bereich sich selbst einschätzen und die eigene Einstellung zur Informatik hinterfragen. Ein Team um Professor Ralf Knackstedt entwickelt eine Online-Plattform, auf der Schülerinnen und Schüler ihre Talente entdecken können. Frauen aus Hildesheim, Hannover und der Region berichten in Videointerviews aus ihrem Arbeitsalltag, mit dabei ist zum Beispiel Kristin Kutzner. Die Wirtschaftsinformatikerin der Universität Hildesheim spricht über ihren Bildungsweg und Berufseinstieg, so erhalten Jugendliche Einblicke in den Alltag der Wirtschaftsinformatikerin.

Auf der Online-Plattform können sich zukünftig Jugendliche der Klassen 9 bis 13 aus allen Schulformen über die Berufswege von Informatikerinnen und Informatikern informieren. „Dabei können die Jugendlichen zum Beispiel erkennen: Informatik ist gar nicht so fern von mir“, sagt Charlotte Schiller vom Uni-Gleichstellungsbüro. Schiller ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Frauen in MINT-Fächern“ und arbeitet seit einem Jahr im Projekt „Entwicklung eines virtuellen IT Berufs- und Studienorientierungsangebots für Frauen (BeSt F:IT)“. Viele Heranwachsende wissen nicht genau, was sich hinter dem Begriff Informationstechnologie alles an beruflichen Möglichkeiten verbirgt, sagt Schiller. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt über drei Jahre.

Entwicklung eines virtuellen IT-Berufs- und Studienorientierungsangebots für Frauen

Mareike Köhler studiert Kulturjournalismus in Hildesheim. Sie hat sich vor Ort über das Projekt informiert:

Ein fliegender Roboter reicht mir diverse Disketten an, die ich in das entsprechende Laufwerk am 3D-Drucker stecke. Der Drucker erstellt daraus Gegenstände: eine klappernde Rassel, kleine Raketen, die ich in die Luft steigen lassen kann, Schmetterlinge, die auf meiner Hand landen. Und gerade als ich denke, dass das ewig so weitergehen könnte, löst sich das Bild auf und mir wird schwarz vor Augen. Das alles passiert nicht in meinem Traum, sondern am Stand der Universität Hildesheim bei den IT- und Medientagen. Ich trage eine VR-Brille, eine Studentin gibt mir Anweisungen, außerdem werde ich gefilmt.

Um mehr über das Projekt BeSt F:IT (Berufs- und Studienorientierung für Frauen im IT-Bereich) zu erfahren, spreche ich mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Charlotte Schiller und den beiden Informationsmanagement- und Informationstechnologie-Studentinnen Inna Losev (Bachelor) und Christina David (Master). Ihr Ziel ist, das Interesse junger Frauen (aber auch Männer) an der Informatik zu wecken. Das Team des „BeSt F:IT“-Projekts interessiert sich besonders für die Schülerinnen und Schüler, die die IT- und Medientage besuchen: Was denken die Schülerinnen und Schüler? Welche Exponate finden sie spannend? Worüber lässt sich eine mögliche Hemmschwelle am besten aus dem Weg räumen? Das Ziel ist, das Interesse junger Frauen (aber auch Männer) an der Informatik zu wecken.  Vom BeSt F:IT Team waren Prof. Dr. Ralf Knackstedt, Charlotte Schiller, Carsten Wenzel sowie die studentischen Hilfskräfte Christina David, Inna Losev, Viola Baumgarte und Coralie Werkmeister an den IT- und Medientagen beteiligt.

Trotz der expliziten Nennung von „Frauen“ im Titel möchte das Projekt „BeSt F:IT“ auch die Männer und Jungs nicht ausschließen. Allerdings hätten gerade junge Frauen häufig noch Berührungsängste, sich mit dem Bereich Informatik auseinanderzusetzen. Christina David erklärt, das liege häufig an vorhandenen Stereotypen und Klischees. Informatik werde von vielen als Spielfeld für Nerds angesehen, das eine sehr logische, verkopfte Herangehensweise erfordert. Manche Frauen schrecke das ab. Zudem gebe es in der IT-Branche wenige weibliche Vorbilder.

Christina David und Inna Losev selbst ließen sich aufgrund ihres großen Interesses an der Informatik von solchen Vorurteilen nicht beeinflussen, und konnten diese im Laufe ihres Studiums in Hildesheim widerlegen. „Es ist überhaupt nicht so, dass Frauen in der Informatik nicht gern gesehen sind. Im Gegenteil: Die Unternehmen freuen sich, werben uns richtig an. Man hat tolle Zukunftschancen und die Möglichkeit, in sehr vielfältigen, interessanten Bereichen zu arbeiten“, bestätigt Inna Losev. Und je mehr Frauen in ein Unternehmen kämen, desto leichter ließe sich dort das Arbeitsklima zwischen Männern und Frauen verändern und verbessern, ergänzt David.

Über das Projekt „BeSt F:IT“ möchten die Studentinnen ihre Erfahrungen teilen und vorhandene Bilder in den Köpfen verändern. Möglich wird dies unter anderem durch die Erstellung einer digitalen Berufs- und Studienorientierungsplattform. Seit 2017 ist das Team mit der Konzeption und Erstellung dieser Plattform beschäftigt. 2020, wenn das Projekt „BeSt F:IT“ ausläuft, soll die endgültige Version der Website fertig gestellt sein.

Charlotte Schiller erklärt, dass sie gerade vor der Präsentation des ersten Prototypens stehen. Noch in diesem Jahr soll diese rudimentär benutzbar sein und in Schulen erprobt werden, um sie anhand der Erkenntnisse zu verbessern und zu bestücken. Die Schülerinnen und Schüler können sich Video-Portraits von weiblichen Rollenmodellen aus der Umgebung anschauen, es gibt kleine Spiele, über die erste praktische Erfahrungen in der Informatik gesammelt werden können, sowie einen Assessment-Bereich, in dem sie sich selbst einschätzen, und die eigene Einstellung zur Informatik hinterfragen können.

Viele junge Frauen würden von Vornherein Informatik für sich ausschließen, sich das Studium nicht zutrauen, sogar wenn sie beispielsweise in Mathe gute Leistungen erbringen würden, sagt Schiller. Deshalb sei es besonders wichtig, viele Rollenmodelle zu haben, mit denen sich Schülerinnen identifizieren können: „Je jünger die Rollenmodelle sind, desto leichter fällt die Identifikation mit ihnen, und Schülerinnen können sich leichter vorstellen, ebenso diesen Weg zu ergreifen. Denn eine Frau, die bereits eine Leitungsposition innehat, hat zwar eine Leuchtturm-Funktion, ist aber auch sehr weit weg von der Lebensrealität der Schülerinnen.“ Das „BeSt F:IT“-Team freut sich daher über jede Studentin oder auch Unternehmerin, die Lust hat, sich in den Pool der Rollenmodelle aufnehmen zu lassen.

Zudem sei es wichtig, den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, dass hinter vermeintlich komplizierten Vorgängen und Mechanismen meist eine weniger komplexe Grundsoftware oder eine Programmiersprache dahintersteht, die man erlernen kann. Bei den IT- und Medientagen zeigten die Hildesheimer Informatikerinnen und Informatiker neben einer Virtual Reality-Brille auch ein automatisches Einkaufsregal, das erkennt, wenn man ein Produkt herausnimmt oder eines hineinstellt. Solche „Connected Shelfs“ werden vermutlich in naher Zukunft unsere Einkaufserlebnisse beeinflussen. Wie sie funktionieren, können die Jugendlichen in dem Uni-Projekt erkunden, und nachvollziehen.

Wenn diese erste Hürde abgebaut ist, und Jugendliche erkennen, wie stark die Informatik schon jetzt in alle unsere Lebensbereich hineinwirkt, fehle eigentlich nur noch der nötige Mut, sind sich Christina David und Inna Losev einig. „Man muss sich einfach trauen, es gibt nichts zu verlieren, nur zu gewinnen. Man sollte nicht so viel auf Andere hören und einfach mal machen“, meint David, und Losev ergänzt: „Wenn man Interesse zeigt, bekommt man mehr Unterstützung, als man anfangs vielleicht erwartet.“

Kontakt

Wer sich für das Projekt und Berufs- und Studienorientierungsangebote im Informatikbereich interessiert, erreicht das Projektteam unter bestfit@uni-hildesheim.de.

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Pressemeldungen Studierendenportal Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Gleichstellungsbüro
news-14032 Mon, 30 Apr 2018 08:27:00 +0200 Jubiläum: 10 Jahre Lese- und Schreibzentrum an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/jubilaeum-10-jahre-lese-und-schreibzentrum-an-der-universitaet-hildesheim/ Ein Team um Professorin Irene Pieper unterstützt seit zehn Jahren Studierende aller Fachbereiche beim wissenschaftlichen Arbeiten. Das Lese- und Schreibzentrum der Universität Hildesheim feiert sein zehnjähriges Bestehen. Die Universität richtet eine Jubiläumstagung zu aktuellen Fragen des Lesens und Schreibens aus. Den hochschulöffentlichen Festvortrag hält der renommierte Linguist Professor Konrad Ehlich. Hier geht's zum Programm der Jubiläumstagung

In diesem Jahr feiert das Lese- und Schreibzentrum der Universität Hildesheim sein zehnjähriges Bestehen. Die Universität richtet am 4. Mai 2018 eine Tagung zu aktuellen Fragen des Lesens und Schreibens in Lehre, Forschung und Beratung aus.

Den hochschulöffentlichen Festvortrag „Wissenschaftlich schreiben. Lernen durch Lesen“ hält der Linguist Professor Konrad Ehlich vom Institut für deutsche und niederländische Philologie der Freien Universität Berlin. Zum Auftakt findet am Donnerstag, 3. Mai 2018, um 18:30 Uhr eine Lesung mit der bekannten Autorin Daniela Danz im Rahmen des Literarischen Salons statt. Daniela Danz liest aus dem Roman „Lange Fluchten“, diese Veranstaltung ist öffentlich.

Die Tagung bietet Gelegenheiten zum Austausch über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven des akademischen Lesens und Schreibens, auch angesichts der tiefgreifenden Wandlungsprozesse in der gegenwärtigen Studien- und Wissenschaftskultur – etwa durch die fortschreitende Internationalisierung und Digitalisierung des Studiums sowie die zunehmende Diversität der Studentinnen und Studenten. Was bedeutet etwa die zunehmende Mehrsprachigkeit an Universitäten für eine diversitätssensible Lese- und Schreibdidaktik? Wie verändern sich Lese- und Schreibprozesse im Zeitalter der Digitalisierung und wie kann man diesen Veränderungen begegnen?

Das akademische Lesen und Schreiben stehe im Zuge der Digitalisierung vor Herausforderungen, sagt Professorin Irene Pieper. „Alltägliche Lese- und Schreibpraktiken haben neue Formen angenommen und vor allem an Tempo gewonnen“, so die Literaturwissenschaftlerin vom Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim. „Ändern sich dadurch zum Beispiel die Lesegewohnheiten gegenüber längeren Texten? Wie steht es um Toleranz gegenüber hoch verdichteten Texten, wenn wir uns durch Informationswelten bewegen, die aus der Kürze und dem Hyperlink heraus leben? Komplexe Texte schreibend zu verarbeiten, war schon immer herausfordernd. Was sich da gegenwärtig tut, übersehen wir noch gar nicht. Es scheint jedenfalls derzeit besonders wichtig, Schreib- und Lesegelegenheiten zu suchen und zu pflegen, die auch geeignet sind, einen langen Atem zu entwickeln und zu kultivieren“, sagt Irene Pieper.

Die Hildesheimer Psychologieprofessorin Renate Soellner spricht auf der Tagung über das wissenschaftliche Arbeiten in der Psychologie. Dr. Wiebke von Bernstorff und Dr. Kerstin Böhm vom Institut für deutsche Sprache und Literatur diskutieren über das Thema „Sprecht! Lest! Schreibt! Möglichkeiten des Lesens und Schreibens in der universitären Lehre“. Über die digitale Leseszene spricht der Literaturwissenschaftler Dr. Guido Graf. Über das Problem, die Fremdsprache Theologie zu beherrschen, diskutiert Theologieprofessorin Christina Kalloch.

An der Tagung können Studierende und Lehrende aller Fachbereiche kostenfrei teilnehmen. Die Konferenz „Wissen schaffen. Lesen und Schreiben im Gespräch“ findet am 4. Mai 2018 am Bühler-Campus, dem Sprachencampus der Universität Hildesheim, statt (Lübecker Str. 1, 31141 Hildesheim).  Die Lesung mit Daniela Danz findet in der Leselounge der Universitätsbibliothek (Universitätsplatz 1) statt,

Veranstaltet wird die Konferenz von Prof. Dr. Irene Pieper, Dr. Ulrike Bohle, Denise Reimann, M.A. und dem Team des Lese- und Schreibzentrums der Universität Hildesheim.

Kurz erklärt

Lese- und Schreibzentrum

Das Team des Lese- und Schreibzentrums am Bühler-Campus unterstützt Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche mit Beratung, Workshops und Schreibgruppen. Studentische Lese- und Schreibberaterinnen und Schreibberater helfen mit Feedback und Tipps zu Lese- und Schreibtechniken. Studierende können einfach zu den Sprechzeiten kommen oder einen Termin vereinbaren. Mit dem Literarischen Salon leistet das Lese- und Schreibzentrum gemeinsam mit dem Institut für deutsche Sprache und Literatur einen Beitrag zum literarischen Leben der Universität und der Stadt.

Anmeldung: Teilnahme an der Tagung

Für Angehörige der Universität Hildesheim ist die Tagung kostenfrei. Die Veranstalter bitten um verbindliche Anmeldung bis spätestens zum 24. April 2018 (Anmeldeformular online). Bei Fragen zur Tagung ist Denise Reimann vom Institut für deutsche Sprache und Literatur erreichbar unter denise.reimann@uni-hildesheim.de.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121 883 90100, presse@uni-hildesheim.de)

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news-14707 Fri, 20 Apr 2018 15:33:15 +0200 Programmieren: Erster „Hackathon“ am IT-Campus https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/programmieren-erster-hackathon-am-it-campus/ Die Fachschaft Informatik und Software-Experten der Universität Hildesheim laden Studentinnen und Studenten aller Fachdisziplinen ein, Ende April gemeinsam kleine Alltagshelfer zu programmieren. Eine Anmeldung zum ersten „Hackathon“ an der Universität ist noch möglich. Die Fachschaft Informatik und die Arbeitsgruppe „Software Systems Engineering“ der Universität Hildesheim laden Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche zum ersten „Hackathon“ auf den IT-Campus am Samelsonplatz ein.

Studentinnen und Studenten finden sich in kleinen Teams zusammen, entwickeln zusammen Ideen und programmieren innerhalb von 20 Stunden einen eigenen kleinen Alltagshelfer oder ein erstes Minigame. Der Hackathon beginnt am Freitagnachmittag, 27. April 2018, und endet am Samstagmittag, 28. April 2018 [Anmeldeformular, PDF].

Bei einem „Hackathon“ – eine Kombination der Wörter „hacken“ und „Marathon“ – arbeiten Studierende an einem Wochenende intensiv an einem Projekt in der Software- oder Hardwareentwicklung. Dabei lassen sie ihrer Kreativität freien Lauf und setzen eigene Ideen um. Die eine kann programmieren, der andere designen und die dritte Studentin bringt eine Idee mit. Zusammen bilden sie ein Team. Nach einem Tag blickt man zurück und denkt oftmals: „Ich hätte nie gedacht, dass ich das mit meinem Team in kurzer Zeit schaffe“, sagt der Hildesheimer Informatikstudent Lorenz Habenicht.

„Ich  unterstütze mit meiner Gruppe den Hackathon, da  im Studium nicht vergessen werden sollte: es geht vor allem um den Spass, das gemeinsame Entdecken und Gestalten von IT. Der Hackathon ist eine optimale Möglichkeit, um das in einem Gemeinschaftserlebnis zu erfahren“, sagt Professor Klaus Schmid. Der Informatiker hat in Hildesheim die Arbeitsgruppe „Software Systems Engineering“ aufgebaut und befasst sich mit Entwicklungsmethoden und adaptiven Systemen, die autonom auf Veränderungen reagieren.

Kurz erklärt

Hackathon am IT-Campus in Hildesheim: Wann und Wo?

Der Hackathon beginnt am Freitag, 27. April 2018, um 16:00 Uhr im Raum A09 am IT-Campus am Samelsonplatz in Hildesheim. Der Hackathon endet etwa um 15:00 Uhr am Samstag, 28. April 2018. Etwa 50 Studierende können teilnehmen. Studentinnen und Studenten sollten eigene Laptops mit passender Software wie zum Beispiel „Eclipse“ oder „Visual Studio“ mitbringen. Für das leibliche Wohl wird gesorgt. Wer am Hackathon teilnehmen möchte, füllt das Formular aus. Das Anmeldeformular findet man auch im Learnwebkurs der „Fachschaft Informatik“, die Selbsteinschreibung ist für diesen Kurs aktiviert. Das ausgefüllte Formular kann einfach per E-Mail an fs_winf@uni-hildesheim.de mit dem Betreff „Hackathon“ gesendet werden.

Hier geht's zum Anmeldeformular [PDF]

Interview mit dem Studenten Lorenz Habenicht

„Wir können Hardware und Netzwerke gestalten – viel mehr Menschen sollten den Weg in die IT finden“

Lorenz Habenicht studiert an der Universität Hildesheim „Informations-management und Informationstechnologie“. Er unterstützt IT-Studierende beim Ankommen in der Universität in ihrem ersten Studienjahr als Erstsemestertutor und berät Studieninteressierte bei der Suche nach einem passenden Studiengang.

Sie organisieren gemeinsam mit weiteren Studentinnen und Studenten der Fachschaft Informatik und der Arbeitsgruppe „Software Systems Engineering“ um Professor Klaus Schmid den ersten „Hackathon“ an der Universität Hildesheim. Worum geht es da?

Wir wollen gemeinsam in kleinen Teams Programme entwickeln, die Zeit wird intensiv: Am Freitag und Samstag geht es darum, in Teams Alltagshelfer oder kleine Games zu programmieren, die im Alltag weiterhelfen. Der Reiz dabei ist: Man hat 20 Stunden Zeit, man entwickelt gemeinsam ein Ziel und legt los, seine Ideen im Team umzusetzen.

Wer kann am ersten „Hackathon“ teilnehmen?

Den Hackathon organisieren wir nicht allein für Informatikstudentinnen und Informatikstudenten. Studierende aller Fachdisziplinen – ob Kulturwissenschaft oder Psychologie, ob Übersetzungswissenschaft oder Geographie – können sich anmelden. Wir haben Kapazität für etwa 50 Plätze. Wer teilnehmen möchte, sollte aber Interesse am Programmieren mitbringen. Man muss sich nicht als fertiges Team anmelden, die Teams aus etwa drei bis fünf Personen bilden sich am Freitag, wenn wir erstmals zusammenkommen.

Sie spezialisieren sich im Studium in Hildesheim unter anderem auf den Bereich Systemadministration. Worum geht es da?

Ich finde den technischen Bereich besonders spannend, befasse mich im Studium mit den Grundlagen der Informatik, mit Medieninformatik und maschinellem Lernen. Ich setze mich mit den verschiedenen Hardwarekomponenten eines PCs auseinander und lerne, wie man Netzwerke aufbaut, Fehler findet und Betriebssysteme installiert und wartet. Ich lerne, wie „Virtual Machines“ arbeiten und wie man damit umgeht und ein gesamtes Netzwerk aus mehreren PCs baut. Dabei geht es auch um das Rechtesystem, damit zum Beispiel ein angestellter in einem Unternehmen keinen Zugriff auf sensible Daten bekommt.

Computertechnik ist für das Funktionieren von Gesellschaft und Wirtschaft unverzichtbar geworden. Welche Verantwortung haben Sie, wenn Sie die Hardware, Netzwerke und IT-Strukturen der digitalen Welt zum Beispiel in einem Unternehmen, in einer Behörde oder in einer Schule zusammenhalten und pflegen?

Zunächst einmal muss alles immer zu jederzeit funktionieren, bei einem Stromausfall dürfen keine Daten verloren gehen und die Daten müssen auch vor äußeren Angriffen geschützt werden. Ein weiterer Faktor ist die einfache Erweiterung bestehender Netzwerke, sodass zum Beispiel eine neue Abteilung in einem Unternehmen sehr schnell und einfach in ein Netzwerk eingebracht werden kann. Außerdem geht es um die Schnelligkeit der Datenübertragungen und Einfachheit der Bedienung für den Endbenutzer.

Wie erleben Sie den digitalen Wandel?

Das Digitale wird uns unser ganzes Leben begleiten, ist gar nicht mehr zu stoppen. Wir müssen uns als Gesellschaft auf Regelungsmechanismen verständigen, das ist umso schwieriger, wenn es darum geht, den Datenschutz global zu regeln. Wir können Hardware und Netzwerke gestalten. Frühe Bildung zu Datensicherheit in Schulen ist meiner Meinung nach wichtig, um zu erlernen, wie man mit seinen Daten umgeht und was man in sozialen Netzwerken preisgibt.

Wo steckt das Herz und Hirn der digitalen Welt?

Technisch gesehen könnte man den Prozessor als das „Herz“ der digitalen Welt betrachten, da letztlich alle Berechnungen für die Darstellung von Informationen dort ablaufen. Das „Hirn“ ist aber nach wie vor der Mensch selbst, da ohne ausgeklügelte Algorithmen in Programmen nichts von dem laufen würde, was wir tagtäglich ohne große Überlegung und Wertschätzung benutzen. Schon eine einfache Website, auf der wir uns dutzendfach jeden Tag tummeln, bedarf oft wochenlanger Arbeit und danach fortlaufende Wartungs- und Verbesserungsarbeiten.  Passende Hardware ist nötig, damit all die Programme und Anwendungen vernünftig laufen – dahinter steht aber immer noch der Mensch, der sich Gedanken darum macht, wie es besser laufen könnte und was zu optimieren ist.

Wie wichtig ist es, die Benutzer zu schulen, damit sie sich sicher in der digitalen Welt bewegen?

Meiner Meinung nach sollten auch schon Kinder viel stärker an die digitale Welt herangeführt werden und über Nutzen und Risiken aufgeklärt werden als das jetzt der Fall ist. Viele Grundschüler oder schon Kindergartenkinder können Smartphones und Tablets bedienen, wissen über Risiken bei der Benutzung, aber auch die Möglichkeiten der heutigen Technologie nur sehr wenig. Diese Verantwortung liegt meiner Meinung nach nicht nur bei den Eltern, sondern auch bei den Schulen

Ist der Computer ein Risiko, etwa wenn Sicherheitslücken entstehen?

Der Computer ist ein Risiko, so lange wir ihn als neuartig und fremd ansehen und ihn nicht als das betrachten, wozu er gemacht wurde – als Erweiterung der menschlichen Fähigkeiten. Dass man sich dabei an gewisse Regeln halten sollte muss jedem Benutzer klar werden. Nicht das Smartphone aus fremdartigen Elektronikkomponenten verleiht dem Satz, den man gerade in das Mikrofon gesprochen hat, Bedeutung, sondern das Spracherkennungsprogramm, was von vielen Menschen mit viel Gedankengut dahinter programmiert wurde. Letztendlich muss man sich darüber im Klaren sein, dass alles von Menschen erdacht und hergestellt wurde und dabei entstehen natürlich auch Fehler. Die aber bei der Maschine zu suchen, die von Menschen gemacht wurde, ist naiv und löst auch keine Probleme. Letztlich ist der Computer nur so gut wie das hineingeflossene Know-how und damit möglichst wenig Sicherheitslücken existieren, sollten viel mehr Menschen die Initiative ergreifen und den Weg in die IT finden, es gibt noch genug Probleme, die es zu lösen gilt.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-14702 Fri, 20 Apr 2018 11:12:03 +0200 Ausschreibung: Preis für herausragende studentische Initiativen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/ausschreibun-12/ Das Präsidium der Universität Hildesheim lobt einen Preis für herausragende studentische Initiativen aus. Damit sollen Studentinnen und Studenten ausgezeichnet werden, die sich über das eigentliche Studium hinaus besonders engagieren. Eine Bewerbung ist bis zum 15. Mai 2018 möglich. Der Preis ist mit 3.000 € dotiert. An der Universität Hildesheim gibt es zahlreiche Studierende, die sich über das eigentliche Studium hinaus in vielfacher Weise für die Universität, die Interessen ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen oder die Belange Dritter einsetzen. Um das außerordentliche Engagement dieser Studierenden zu würdigen, lobt das Präsidium einen Preis für herausragende studentische Initiativen aus. Mit dem Preis sollen besonders innovative Initiativen sichtbar gemacht und dazu ermutigt werden, diese weiter zu entwickeln. Darüber hinaus soll mit dem Preis ein weiterer Beitrag zur Verwirklichung des Leitbilds der Universität Hildesheim als Studierendenuniversität geleistet werden.

Studentische Initiativen, die an die Universität Hildesheim gebunden sind, können entweder durch Dritte vorgeschlagen werden oder sich selbst bewerben.

Hier finden Sie die Details der Ausschreibung [PDF]

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news-14665 Mon, 09 Apr 2018 13:36:05 +0200 Verpflegungssituation am Bühler-Campus https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/verpflegungssituation-am-buehler-campus/ Am Bühler-Campus wird bis voraussichtlich Ende April 2018 die Cafeteria saniert. Das Dezernat für Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten der Universität Hildesheim informiert hier über den Sachstand. Aufgrund eines Wasserschadens wird die Cafeteria am Bühler-Campus der Universität Hildesheim momentan saniert und kann zu Semesterbeginn nicht genutzt werden. Ersatzweise steht der studentische Arbeitsraum (Raum L 064) als Verpflegungsraum zur Verfügung, zusätzlich werden im Flurbereich Bistro-Tische und Stühle angeordnet.

Das Studentenwerk fährt mit dem Bistrowagen den Bühler-Campus täglich wie folgt an:

  • 08:45 bis 09:30 Uhr – Zwischenverpflegung
  • 11:45 bis 12:45 Uhr – Mittagsverpflegung, Zwischenverpflegung

Ein provisorischer Betrieb der Cafeteria am Bühler-Campus wird voraussichtlich ab dem 30. April 2018 wieder möglich sein. Die am Samelson-Campus ansässigen Institute werden gebeten sich entweder am Bistrowagen am Bühler-Campus oder an der Mensa am Uni-Hauptcampus zu verpflegen.

Bei Rückfragen erreichen Sie Dipl.-Ing. (FH) Olga Schwarzkopf-Lipp vom Dezernat für Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten telefonisch unter 05121 883 91438.

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news-14649 Thu, 05 Apr 2018 08:38:29 +0200 Öffentliche Ringvorlesung „Digitaler Wandel und Sicherheit“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/oeffentliche-ringvorlesung-digitaler-wandel-und-sicherheit/ Im Sommersemester befassen sich Fachleute an der Uni Hildesheim mit Aspekten der Sicherheit im digitalen Wandel. Von April bis Juli 2018 lädt die Universität zur öffentlichen Ringvorlesung „Digitaler Wandel und Sicherheit“ ein. Einmal wöchentlich geben Expertinnen und Experten Einblicke in aktuelle Entwicklungen in den Bereichen IT-Sicherheit, IT-Grundschutz, IT-Recht, IT-Datenschutz, IT-Compliance und IT-Forensik. Die Universität Hildesheim veranstaltet im Sommersemester 2018 eine öffentliche Ringvorlesung zur Sichterheit im digitalen Wandel. Die Universität hat Experten unter anderem aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung eingeladen, ihre jeweilige Sicht auf das Thema vorzustellen.

Die Referentinnen und Referenten befassen sich unter anderem mit technischen Lösungen zur Gewährleistung von Sicherheit, mit Handlungsvorschriften und Beeinflussungen auf die technischen Instrumente in Organisationen sowie mit rechtlichen Vorschriften und dem notwendigen gesellschaftlichen Bewusstsein für Sicherheitsfragen im digitalen Wandel. Dabei setzen sich die Vorträge mit der Rolle von Unternehmen, Konsumenten, Arbeitnehmern und Verwaltungen auseinander. Bürgerinnen und Bürger, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer sind zur kostenfreien Vorlesungsreihe eingeladen.

Den Eröffnungsvortrag „Cybersecurity – IT-Sicherheit und was wir daraus machen“ hält am 12. April 2018 der Hildesheimer Politikwissenschaftler Wolf Schünemann, Juniorprofessor für Internet und Politik. Über aktuelle Bedrohungen und Gegenmaßnahmen im digitalen Wandel spricht am 19. April 2018 Uwe Claaßen vom Niedersächsischen Verfassungsschutz. Claaßen ist „Gründer“ des Wirtschaftsschutzes im Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, also von Anfang an dabei, und Leiter der Abteilung.

Am 26. April 2018 spricht der Datenschutzexperte Norbert Bornemann über die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union. Am 3. Mai 2018 referiert der IT-Forensiker Nico Müller über Möglichkeiten und Grenzen der IT-Forensik. Am 17. Mai 2018 spricht Stephan Brandes über den „Digitalen Wandel in der Praxis – erfolgreich umdenken, Herausforderungen meistern, Chancen nutzen“.

Axel Janhoff referiert am 24. Mai 2018 über das Thema „Sichere Identitäten und vertrauenswürdige Dienste für die digitale Wirtschaft in der EU“ und geht auf die EU-Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste für elektronische Transaktionen im Binnenmarkt (eIDAS) ein. Die Rechtsanwältin Eva-Christine Backhaus diskutiert am 31. Mai 2018 über das Thema „Digitale Arbeitswelt – Was ist rechtlich zu beachten?“. Lukas Grundwald befasst sich mit IT-Sicherheit und spricht am 7. Juni 2018 über Angriffe auf Cloud-Infrastrukturen und wie man sich davor schützen kann. Frank Wuttke, Geschäftsführer der Compra GmbH, erläutert am 14. Juni 2018, was bei Softwareentwicklung im Zeitalter der Digitalisierung zu beachten ist. Mit Informationssicherheit und Schutz für Unternehmen befasst sich Kai Viehmeier am 21. Juni 2018 in seinem Vortrag „IT-Security und Digitalisierung – Der VdS Quick-Check für sichere KMUs“. Jens Heidland befasst sich am 28. Juni 2018 mit dem Thema „Informationssicherheit – Eckpfeiler der digitalen Sicherheit“. Am 5. Juli 2018 diskutieren Laura Weidner, Matthäus Niedworok und Vladislav Jartsev über „Datenschutz am Beispiel Versicherungswirtschaft“. Die Vorlesungsreihe endet am 12. Juli 2018 mit einem Vortrag von Frank Knischewski Leiter des Arbeitskreises Cybersecurity bei Hannover IT e.V. über „Cyberangriffe und IT-Sicherheit im Wandel“.

Die Vorlesungsreihe findet jeweils am Donnerstag von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr im Hörsaal 2 der Universität Hildesheim (Hauptcampus Universitätsplatz 1) statt. Die Veranstalter hoffen während der gesamten Reihe auf einen engen Austausch zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und interessierten Bürgern.

Die Ringvorlesung wird durch die Universitätsgesellschaft Hildesheim e.V. gefördert. Veranstalter der Ringvorlesung sind Axel Janhoff und Professor Ralf Knackstedt vom Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik der Universität Hildesheim.

Programm der Ringvorlesung [PDF]

Programm im Überblick: Öffentliche Ringvorlesung „Digitaler Wandel und Sicherheit“

Vorlesungsreihe an der Uni Hildesheim von 12. April 2018 bis 12. Juli 2018

Donnerstag, 12. April 2018
Cybersecurity – IT-Sicherheit und was wir daraus machen
Wolf J. Schünemann, Universität Hildesheim

Donnerstag, 19. April 2018
Digitaler Wandel – Aktuelle Bedrohungen und Gegenmaßnahmen
Uwe Claaßen, Niedersächsischer Verfassungsschutz
[Hinweis: Jörg Peine-Paulsen sollte den Vortrag halten, ist aber leider kurzfristig verhindert]

Donnerstag, 26. April 2018
EU-DSGVO – Fakten und Handlungsfelder
Norbert Bornemann, Contor Management GmbH

Donnerstag, 03. Mai 2018
IT-Forensik – Möglichkeiten und Grenzen
Nico Müller, Digifors GmbH

Donnerstag, 17. Mai 2018
Digitaler Wandel in der Praxis – Erfolgreich umdenken, Herausforderungen meistern, Chancen nutzen
Stephan Brandes, CKC Group

Donnerstag, 24. Mai 2018 [KEIN VORTRAG / DER VORTRAG ENTFÄLLT AUFGRUND DER EXKURSIONSWOCHE]
eIDAS – Sicher Identitäten und vertrauenswürdige Dienste für die digitale Wirtschaft in der EU
Axel Janhoff, DAkkS Fachexperte

Donnerstag, 31. Mai 2018
Digitale Arbeitswelt – Was ist rechtlich zu beachten?
Eva-Christine Backhaus, Rechtsanwältin LEX-it

Donnerstag, 07. Juni 2018
Wolkenbruch 2.0: Angriffe auf Cloud-Infrastrukturen – Wie kann man sich schützen?
Lukas Grundwald, DN Systems Enterprise Internet Solutions GmbH

Donnerstag, 14. Juni 2018
Softwareentwicklung im Zeitalter der Digitalisierung – Was ist zu beachten?
Frank Wuttke, Compra GmbH

Donnerstag, 21. Juni 2018
IT-Security und Digitalisierung – Der VdS Quick-Check für sichere KMUs
Kai Viehmeier, Kai Viehmeier CONSULTING GmbH

Donnerstag, 28. Juni 2018
Informationssicherheit – Eckpfeiler der digitalen Sicherheit
Jens Heidland, Contechnet Ltd.

Donnerstag, 05. Juli 2018
Damoklesschwert des Digitalen Wandels – Datenschutz am Beispiel Versicherungswirtschaft
Laura Weidner, Matthäus Niedworok, Vladislav Jartsev, KPMG AG

Donnerstag, 12. Juli 2018
Digitaler Wandel – Cyberangriffe und IT-Sicherheit im Wandel
Frank Knischewski, Hannover IT e.V.

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news-14641 Tue, 03 Apr 2018 15:00:00 +0200 Deutscher Hochschulfundraisingpreis geht an die Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/deutscher-hochschulfundraisingpreis-geht-an-die-universitaet-hildesheim/ Der Deutsche Hochschulverband zeichnet die Universität Hildesheim für ihre professionelle Fundraisingstrategie und Stiftungskultur aus. Bis heute konnte die Stiftungsuniversität 13 Stiftungsprofessuren einwerben und die Zahl der Deutschlandstipendien von 23 auf 91 erhöhen. Die Universität dankt allen Hildesheimer Bildungsstifterinnen und Bildungsstiftern, die mit ihren Spenden dazu beitragen, dass Bildungswege junger Menschen unterstützt und neue Forschungsgebiete ausgebaut werden können. Die Universität Hildesheim ist Träger des Deutschen Hochschulfundraisingpreises 2018, den der Deutsche Hochschulverband zum dritten Mal ausgelobt hat. Im Rahmen eines Symposiums in Berlin wurde die Auszeichnung vor 150 Hochschulleitungen sowie Fundraiserinnen und Fundraisern aus Deutschland, Schweiz und Österreich überreicht.

Mit dem Deutschen Hochschulfundraisingpreis wird die konsequente Pflege und Erweiterung des Kreises der Förderinnen und Förderer aus Wirtschaft und Gesellschaft honoriert. Durch exzellente Netzwerkarbeit konnte die Stiftungsuniversität Hildesheim bis heute 13 Stiftungsprofessuren einwerben und die Anzahl der Deutschlandstipendien hat sich von 23 auf 91 erhöht, so die Begründung für die Preisvergabe.

Die Spenderpflege der Universität Hildesheim setze Maßstäbe, weil sie eindrücklich vor Augen führe, wie mit Hilfe einer professionellen Fundraisingstrategie systematisch zum Spenden angeregt werden  könne, sagte Jury-Mitglied Professor Guido Benzler in seiner Laudatio. In hervorragender Weise baue die Universität Hildesheim dank einer gelebten Dankes- und Anerkennungskultur enge persönliche Kontakte zu ihren Förderinnen und Förderern auf. Auf der Basis breit gefächerter Begegnungsformate gelinge es der Universität immer wieder, den Kreis der Spenderinnen und Spender zu einer Stiftergemeinschaft zu formen, aus der heraus größere und namhafte Spenden erfolgten.

Der Deutsche Hochschulfundraisingpreis ist mit 5.000 Euro dotiert. Das Preisgeld soll zweckgebunden für das Hochschulfundraising oder ein laufendes Fundraisingprojekt verwendet werden. Der Preis wurde am heutigen Dienstag dem Präsidenten der Universität Hildesheim, Professor Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich, in Anwesenheit von Vizepräsident Prof. Dr. Martin Schreiner, Fundraiser Markus Langer und Mediengestalter Jan Baumhöfener überreicht.

Stiftungsprofessur für den Bereich „Data Science“

Durch die Einrichtung von Stiftungsprofessuren konnten in den vergangenen Jahren die Forschung und Lehre in Fachgebieten wie Wirtschaftsinformatik, Software Engineering, Neurodidaktik, Klinische Psychologie sowie Sport, Gesundheit und Leistung ausgebaut werden.

„Fundraising gehörte von Anfang an zum besonderen Aufgabenprofil der öffentlich-rechtlichen Stiftungsuniversität Hildesheim. Die Einrichtung eines eigenen Ressorts ‚Stiftungsentwicklung‘ im Präsidium stärkte den Bereich nachhaltig. Die heutige Einwerbung einer 13. Stiftungsprofessur für den Bereich ‚Data Science‘, gefördert durch die Sparkassen-Finanzgruppe, bestätigt unseren Kurs“, sagt Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger engagieren sich für ihre Universität

„Dieser Preis würdigt insbesondere das Engagement der Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger für ihre Universität. Verbunden mit unserer großen Dankbarkeit ist daher auch unsere Hoffnung, dass viele Hildesheimerinnen und Hildesheimer diesen Weg weiter mit uns gehen. Wir sind für Interessierte jedenfalls jederzeit da“, so Prof. Dr. Martin Schreiner und Markus Langer.

Mit dem Deutschen Hochschulfundraisingpreis sollen „Best Practice“-Beispiele prämiert werden, die sich durch herausragende Kreativität bei der Entwicklung von Fundraising-Kampagnen auszeichnen. Über die Vergabe entschied eine fünfköpfige Jury. Ihr gehörten Professor Dr. Guido Benzler (Geschäftsführender Gesellschafter rheform – EntwicklungsManagement GmbH), Brigitte Göbbels-Dreyling (stellvertretende Generalsekretärin der Hochschulrektorenkonferenz), Matthias Daberstiel (Chefredakteur der Zeitschrift „Der Fundraiser“), Professor Dr. Bernd Helmig (Vizepräsident des Deutschen Hochschulverbandes) und Cornelia Kliment (Geschäftsführerin der Deutschen Universitätsstiftung) an.

Der Deutsche Hochschulverband ist die Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland mit mehr als 30.700 Mitgliedern.

Bildung stiften: Bildungsstifterinnen und Bildungsstifter unterstützen Hildesheimer Studentinnen und Studenten auf ihren Bildungswegen

Bis zu 111 Deutschlandstipendien kann die Universität Hildesheim vergeben. „Bildung Stiften 111!“ heißt eine Kampagne, die Markus Langer und Vizepräsident Professor Martin Schreiner in Hildesheim ins Leben gerufen haben. Die Universität Hildesheim dankt allen bisherigen Förderern und sucht nun weitere Stifterinnen und Stifter, die Studierende auf ihrem Bildungsweg unterstützen. Die Universität Hildesheim wurde 2017 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Stifterverband für ihre erfolgreiche Stipendienkultur ausgezeichnet.

Wer Studentinnen und Studenten mit einem Stipendium unterstützen möchte, kann sich direkt an Markus Langer (05121 883 90130, markus.langer@uni-hildesheim.de) oder an den Vizepräsidenten, Prof. Dr. Martin Schreiner (05121 883 11102, martin.schreiner@uni-hildesheim.de), wenden.

Das Stipendienprogramm läuft über eine Eigenbewerbung. Ab 1. Juni 2018 können sich Studierende aller Fachbereiche für das nächste Stipendienjahr um ein Deutschlandstipendium bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Juni 2018.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sportwissenschaft Psychologie Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informatik Fachbereich 4
news-14604 Tue, 03 Apr 2018 09:29:00 +0200 SchülerUni - Universität für Jugendliche: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/schueleruni-universitaet-fuer-jugendliche-mathematik-informatik-naturwissenschaft-und-technik/ Bereits zum dritten Mal veranstaltet die Universität Hildesheim die „MINT-Schüler_innen-Universität“. Vom 12. April bis 21. Juni 2018 erhalten Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 bis 13 in den insgesamt 10 spannenden Vorlesungen Antworten auf Fragen in Naturwissenschaft, Wirtschaft, Technik und Informatik. An der beliebten Vorlesungsreihe nahmen in den Vorjahren jeweils rund 500 Schülerinnen und Schüler teil. Schon seit vielen Jahren entscheiden sich zu wenige Schülerinnen und Schüler für ein Studium im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Derzeit ist die „MINT-Fachkräftelücke“ mit fast 300.000 freien Stellen so groß wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 2011 (Quelle: „MINT-Herbstreport“ des IW Köln, Stand 09/2017). Diese Fachkräftelücke ist für unsere Gesellschaft kritisch, da so dauerhaft Fachleute in Schlüsselbranchen fehlen – darauf weisen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hildesheimer Uni hin.

Mit der Veranstaltungsreihe „MINT-Schüler_innen-Universität“ leistet der Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ der Universität Hildesheim einen wichtigen Beitrag zur Studienorientierung und Stärkung des Studienerfolges in den MINT-Fächern. Die Universität Hildesheim möchte mit der Vorlesungsreihe interessierte „Nachwuchswissenschaftlerinnen“ und „Nachwuchswissenschaftler“ der Klassen 9 bis 13 erreichen. Jede Woche wird ein anderes Institut des Fachbereichs interessante Forschungsprojekte vorstellen, in die auch Studentinnen und Studenten eingebunden sind. In Form einer „Ringvorlesung“ berichten die Institute in ansprechender Weise über spannende, aktuelle Forschungsthemen aus Biologie, Chemie, Geographie, Physik, Mathematik, Technik und Informatik bis hin zu Wirtschaftsinformatik und Wirtschaft. Schülerinnen und Schülern soll damit ein Einblick in die Vielfalt des MINT-Bereichs gegeben werden und zugleich ihr Interesse an einem Studium geweckt werden.

  • Termine: Jeden Donnerstag vom 12.04. bis 21.06.2018 (außer 10. Mai), 16:30 Uhr
  • Ort: Hörsaal H2 im 1. Stock des Gebäudes H auf dem Hauptcampus, Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim
  • Dauer: etwa 60 Minuten, maximal bis 18:00 Uhr
  • Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich
  • Einen Lageplan finden Sie online: Lageplan
  • Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 9 – 13 (für jüngere SchülerInnen je nach Vorkenntnissen geeignet). Auch Lehrende, Eltern und Schulklassen sind herzlich willkommen.

Programm der SchülerInnen-Uni 2018

12.04.2018
Chemie: Auf Spurensuche – Umweltschadstoffe im Wasser
Dr. Jan Hinrichs, Institut für Biologie und Chemie, Abteilung Chemie

19.04.2018
Physik: Gravitationswellen
Dr. Corvin Zahn, Institut für Physik

26.04.2018
Informatik: Können Maschinen denken?
Prof. Dr. Dr. Lars Schmidt-Thieme, Institut für Informatik, Arbeitsgruppe Wirtschaftsinformatik und Maschinelles Lernen

03.05.2018
Geographie: Was ist dran am Klimawandel?
Prof. Dr. Martin Sauerwein, Institut für Geographie

10.05.2018 KEINE VORLESUNG

17.05.2018
Wirtschaft spielerisch erleben
Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis, Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik, Arbeitsgruppe Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik

24.05.2018
Technik: Faserkunststoffverbunde – Hochleistungswerkstoffe, die Leben retten können
Dipl.-Ing. (FH) Sascha Ende, Institut für Technik

31.05.2018
Informatik: Wie steuert man einen Roboter? Programmiersprachen zum Selbermachen
Dr. Holger Eichelberger, Institut für Informatik, Arbeitsgruppe Software Systems Engineering

07.06.2018
Wirtschaftsinformatik: Digitaler Wandel
Prof. Dr. Ralf Knackstedt, Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik, Arbeitsgruppe Informationssysteme und Unternehmensmodellierung

14.06.2018
Mathematik: Statistische Nachbereitung von Wetter-Prognosen
Prof. Dr. Jürgen Groß, Institut für Mathematik und Angewandte Informatik, Abteilung Diskrete Mathematik und Stochastik

21.06.2018
Biologie der Meeressäuger
Dr. Peter Zahn, Institut für Biologie und Chemie, Abteilung Biologie

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121 883 90100, presse@uni-hildesheim.de)

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news-14443 Mon, 26 Feb 2018 09:04:00 +0100 Big Data Analytics: Universität und Volkswagen Financial Services kooperieren https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/big-data-analytics-universitaet-und-volkswagen-financial-services-kooperieren/ Die Universität Hildesheim und Volkswagen Financial Services haben einen dreijährigen Kooperationsvertrag geschlossen. Anhand von komplexen Datenanalysen aus dem städtischen Verkehr sollen zum Beispiel Autofahrer bei der Parkplatzsuche unterstützt werden. Die Zusammenarbeit kann nun starten, auch Studentinnen und Studenten aus dem Bereich „Data Analytics“ sollen in die Anwendungsprojekte einbezogen werden. Volkswagen Financial Services und das Information Systems and Machine Learning Lab der Universität Hildesheim kooperieren im Bereich datengetriebener digitaler Dienstleistungen, insbesondere im Versicherungswesen.

Die Universität Hildesheim und Volkswagen Financial Services fördern (1) den Wissenstransfer zwischen Hochschule und Unternehmen in den Studiengängen Data Analytics, Angewandte Informatik und Wirtschaftsinformatik, streben (2) gemeinsame Forschungsprojekte im Bereich „Big Data Analytics“ an und fördern (3) die Anbahnung von Kontakten zwischen Unternehmen und Studierenden und Absolventinnen und Absolventen der Universität. Die Universität Hildesheim und Volkswagen Financial Services haben im Februar einen dreijährigen Kooperationsvertrag geschlossen.

Volkswagen Financial Services und die Universität Hildesheim haben ein gemeinsames Interesse an einer längerfristigen Kooperation. Im Bereich „Big Data Analytics“ werden Anwendungen im Versicherungs- und Bankenwesen sowie im Bereich digitaler Dienstleistungen im Vordergrund der Zusammenarbeit stehen. Welchen unmittelbaren Einfluss diese auf den Alltag haben, beschreibt Stefan Imme am Beispiel des Parkens: Wo ist der nächste freie Parkplatz? Anhand von komplexen Datenanalysen aus dem städtischen Verkehr sollen Autofahrer bei der Parkplatzsuche unterstützt werden.

Statements anlässlich der Vertragsunterzeichnung zwischen der Universität Hildesheim und Volkswagen Financial Services

Prof. Dr. Dr. Lars Schmidt-Thieme, Informatiker an der Universität Hildesheim, sagt:

„Die Digitalisierung bewirkt insbesondere für Unternehmen im Dienstleistungs-bereich, die zu gutem Teil digital erbracht werden können wie Versicherungen und Banken, einen besonders schnellen Wandel. Mittels Methoden des Maschinellen Lernens können die zugrundeliegenden Prozesse oft sehr viel effizienter gestaltet werden und neue Mehrwert-Dienste entwickelt werden. Da sich diese Methoden derzeit rasant entwickeln – man denke nur an Bereiche wie Big Data und Deep Learning –, ist ein stetiger Wissenstransfer seitens der einschlägigen Forschungs-gruppen an den Universitäten wie dem Hildesheimer Information Systems and Machine Learning Lab für Unternehmen oft sehr nützlich. Umgekehrt profitiert die akademische Forschung von einer Verankerung ihrer abstrakten Probleme in konkreten Problemstellungen aus Anwendungen der unternehmerischen Praxis.“

Der Informatiker Lars Schmidt-Thieme hat an der Universität Hildesheim den Bereich „Data Analytics“ mit einem internationalen Team aufgebaut. Hildesheim ist in Deutschland der größte und einzige Standort, an dem ein internationales Studium im Bereich „Data Analytics“ möglich ist. In dem Hildesheimer Masterprogramm studieren derzeit 85 Studentinnen und Studenten aus mehr als 25 Ländern.

Stefan Imme, Chief Digital Officer von Volkswagen Financial Services sagt:

„Bei der Digitalisierung unseres Geschäftsmodells spielt Big Data eine wichtige Rolle. Wir sind darum sehr froh, mit dem Information Systems and Machine Learning Lab der Universität Hildesheim einen hochkompetenten Wissenschaftspartner gefunden zu haben. In unserer Zusammenarbeit werden Anwendungen aus dem Versicherungs- und Bankenwesen sowie digitale Dienstleistungen im Vordergrund stehen.“

 

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news-11896 Thu, 22 Feb 2018 08:40:00 +0100 Wissenschaftliches Arbeiten: Lese- und Schreibzentrum und Universitätsbibliothek unterstützen Studierende https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/wissenschaftliches-arbeiten-lese-und-schreibzentrum-und-universitaetsbibliothek-unterstuetzen-studie/ Ein Team des Lese- und Schreibzentrums und der Universitätsbibliothek berät rund um Recherche-, Lese- und Schreibtechniken. Studierende aller Fachbereiche können sich während der „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ über Strategien für das wissenschaftliche Arbeiten informieren. Im Interview sprechen Elisabeth Tränkler und Denise Reimann über Konzentration beim wissenschaftlichen Schreiben. Die Hildesheimer „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ geht dieses Jahr in die siebte Runde. Sie ist Teil einer bundesweiten Initiative, die jedes Jahr im März an über 50 Universitäten tausende Studierende zum gemeinsamen Schreiben einlädt. Die Lange Nacht findet am Donnerstag, 1. März 2018, in der Universitätsbiblothek Hildesheim statt.

Interview mit Denise Reimann und Elisabeth Tränkler

Denise Reimann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lese- und Schreibzentrum sowie am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim in den Bereichen Literaturwissenschaft, Literatur- und Schreibdidaktik. Elisabeth Tränkler hat Informationswissenschaften an der FH Potsdam studiert und ist Mitarbeiterin in der Universitätsbibliothek Hildesheim. Sie arbeitet in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit sowie Auskunft und Informationsvermittlung. Im Interview geben die beiden Uni-Mitarbeiterinnen Einblicke in ihre Arbeit und die Organisation der „Langen Nacht“.

Warum veranstalten das Lese- und Schreibzentrum und die Universitätsbibliothek die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten" in Hildesheim?

Denise Reimann: Viele Studierende machen die Erfahrung, wie motivierend und anregend es sein kann, über einen längeren Zeitraum hinweg in Gesellschaft zu schreiben. Eine gemeinsame Nachtschicht in der Bibliothek ist eine einmalige Gelegenheit, endlich loszulegen mit der Hausarbeit, begonnene Schreibarbeiten entspannt zu Ende zu bringen und dabei nicht allein zu sein. Es geht darum, in einer inspirierten Atmosphäre zu arbeiten, Ideen und Motivation zu bekommen, einander auszutauschen, MitarbeiterInnen der Universitätsbibliothek und des Lese- und Schreibzentrums (LSZ) der Uni Hildesheim kennenzulernen, sich beraten zu lassen, aber auch, sich zurückziehen zu können, um konzentriert zu arbeiten.

Elisabeth Tränkler: „Aufschieberitis“ kennen wir doch alle. Ich denke, die „Lange Nacht“ ist vor allem ein Anstoß in Form eines festen Termins, endlich mit der Hausarbeit anzufangen oder daran weiter zu arbeiten. Und welcher Ort der Universität wäre dazu besser geeignet als die Universitätsbibliothek? Zentral gelegen am Hauptcampus, Wissen in Form von Büchern, Zeitschriften und natürlich auch E-Medien verfügbar. Arbeitsplätze mit oder ohne PC, sowie unsere Gruppenarbeitsräume, die während der „Langen Nacht“ für die Studierenden auch ohne Reservierung nutzbar sind. Jede/Jeder kann sich in der Universitätsbibliothek einen eigenen Raum schaffen und mit oder ohne Beratung, allein oder gemeinsam Arbeiten.

Was passiert zum Beispiel in der Langen Nacht?

Denise Reimann: In der Langen Nacht unterstützen wir die Studierenden bestmöglich beim Schreiben. In einer offenen und inspirierten Atmosphäre können Studentinnen und Studenten konzentriert an den eigenen Schreibprojekten arbeiten. Wer möchte, kann darüber hinaus die vielfältigen Angebote wahrnehmen, die wir – das aus Tutorinnen und Tutoren und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammengesetzte Team der Bibliothek und des Lese- und Schreibzentrums – uns für die Lange Nacht ausgedacht haben: Allen, die an einer Stelle ihrer Hausarbeit nicht weiterkommen oder einfach Lust auf Input haben, stehen wir mit Rat und Tipps zur Seite. Wir bieten Mini-Workshops zur Literaturrecherche und zum Strukturieren von Arbeiten an, beraten in Einzel- oder Gruppengesprächen und sorgen für ausreichend Entspannungsmöglichkeiten, etwa bei Schreibtischyoga, einer Lesung und einer Nachtwanderung. Natürlich werden auch Kaffee, Tee und leckere Snacks bereitstehen, um munter zu bleiben.

Was ist Ihre Erwartung, mit welchem Gefühl starten die Studierenden in den nächsten Tag?

Denise Reimann: Am nächsten Tag hat man das schöne Gefühl, mit der Hausarbeit ein gutes Stück weitergekommen zu sein und nebenbei einen besonderen Abend in guter Gesellschaft verbracht zu haben.

Eine Nacht kann ein Anstoß sein. Das wissenschaftliche Arbeiten muss doch jeden Tag erprobt und erarbeitet werden – das ist doch der Kern des Studiums. Wie unterstützen Sie Studierende dabei? Was bieten das Lese- und Schreibzentrum und die Bibliothek zum Beispiel an Hilfestellungen an?

Denise Reimann: Das stimmt, die Fähigkeit, wissenschaftlich zu schreiben und zu lesen fliegt einem nicht einfach zu, sondern will gelernt sein – erfahrungsgemäß geht das am besten im Austausch mit anderen Schreibenden und/oder Schreiberfahrenen. Unser studentisches TutorInnenteam vom LSZ ist bestens ausgebildet, um ratsuchende Studierende in allen Fragen rund ums wissenschaftliche Lesen und Schreiben zu unterstützen. Oft kommen Studierende zu uns, die Schwierigkeiten haben, ein Thema für Ihre Hausarbeit zu finden, Schreibblockaden zu überwinden oder die einfach mal mit jemandem über ihren Schreibprozess reden möchten.  Bei uns finden Sie seit 2008 GesprächspartnerInnen.

Elisabeth Tränkler: Schon die Bibliothek als Gebäude kann eine große Hilfe sein. Ort der Ruhe, des Lernens aber auch der Begegnung mit anderen, wie Kommilitonen oder Lehrenden. Man kommt hinaus aus der häuslichen Umgebung in der es oftmals einige Ablenkungen gibt. Des Weiteren liegt der Schwerpunkt natürlich bei der Literaturrecherche und –beschaffung. Das sind in der Universitätsbiblothek zum Beispiel das Projekt „Bücher für Studierende“ oder zielgruppenorientierte Schulungen zur Literaturrecherche. Auch geben wir Hilfestellungen und Einführungen zu den Literaturverwaltungsprogrammen Citavi und Zotero. Außerhalb dieser Veranstaltungen helfen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Auskunft bei auftretenden Fragen gerne weiter.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten 2018

Das Lese- und Schreibzentrum und die Universitätsbibliothek der Universität Hildesheim laden Studierende aller Fachbereiche zur „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ ein. Ein Team aus Schreibberaterinnen und Schreibberatern unterstützt Studentinnen und Studenten mit Schreibberatung, Recherchehilfen und Schreibtischsport.

Umgeben von Büchern können Studentinnen und Studenten von Donnerstagabend auf Freitagnacht ihre aufgeschobenen Hausarbeiten endlich anpacken. Die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ beginnt am Donnerstag, 1. März 2018, um 20:00 Uhr und endet am Freitag, 2. März, um 02:00 Uhr.

An über 50 Universitäten und Hochschulen im deutschsprachigen Raum und in den USA treffen sich seit 2011 einmal im Jahr tausende Studierende, um in motivierender Atmosphäre gemeinsam zu schreiben, sich zu inspirieren, aufgeschobene Arbeiten endlich anzupacken oder begonnene abzuschließen.

Angebote während der Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten:

  • Lese- und Schreibberatung: Das Team des Lese- und Schreibzentrums gibt Feedback, Unterstützung und Anregungen zu Lese- und Schreibtechniken sowie Motivationsschübe.
  • Recherchehilfen: Es stehen sämtliche Bücher der Universitätsbibliothek vor Ort für die Recherche zur Verfügung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bibliothek unterstützen Studierende bei der Literaturrecherche.
  • Tipps und Infos: Strategien für die Literaturbeschaffung und Literaturverwaltung, Schreibtypen und Phasen beim wissenschaftlichen Arbeiten.

Lese- und Schreibzentrum

Das Team des Lese- und Schreibzentrums am Bühler-Campus unterstützt Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche mit Beratung, Workshops und Schreibgruppen. Studentische Lese- und Schreibberaterinnen und Schreibberater helfen mit Feedback und Tipps zu Lese- und Schreibtechniken. Studierende können einfach zu den Sprechzeiten kommen oder einen Termin vereinbaren.

Lernort Universitätsbibliothek

Die Universitätsbibliothek Hildesheim bietet etwa 320 Arbeits- und Lernplätze und mehrere online reservierbare Gruppenarbeitsräume für Studierende an. In Schulungen können Studierende, Lehrende und Bürgerinnen und Bürger aus der Region ihr Wissen rund um Literaturverwaltung, Literaturrecherche und Nutzung digitaler Informationsquellen auffrischen.

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news-14392 Mon, 05 Feb 2018 14:45:24 +0100 Neuropsychologin über Freude beim Problemlösen im Studium https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/neuropsychologin-ueber-freude-beim-problemloesen-im-studium/ Wie lernen wir beim Problemlösen? Jasmin Kizilirmak forscht im Neurolabor der Universität Hildesheim. Die Psychologin befasst sich mit der Frage, was eigentlich im Gehirn passiert, wenn Menschen lernen. Die promovierte Wissenschaftlerin arbeitet derzeit an ihrer Habilitation in der Arbeitsgruppe „Neurodidaktik“ von Professor Kristian Folta-Schoofs. Im Februar hielt sie einen akademischen Festvortrag an der Universität. Die Universitätsgesellschaft zeichnete während einer Feierstunde den wissenschaftlichen Nachwuchs für herausragende akademische Leistungen aus. 14 Bachelor- und 14 Masterarbeiten sowie 5 Dissertationen wurden nominiert. Wer die drei Preisträger sind, wurde im Februar während einer Feierstunde bekannt gegeben. Unter den Nominierten sind junge Forscherinnen und Forscher aus allen Fachbereichen. Den Festvortrag hielt Dr. Jasmin Kizilirmak zum Thema „Kein Studium ohne Probleme – Freude und Lernerfolg beim Problemlösen“.

Die Universitätsgesellschaft ehrt für hervorragende akademische Leistungen folgende drei Preisträgerinnen und Preisträger:

  • Bachelorarbeit: Maximilian Theisen, Institut für Psychologie der Universität Hildesheim

  • Masterarbeit: Annette Leyendecker, Institut für Kulturpolitk der Universität Hildesheim

  • Dissertation: Dr. Anna Kaitinnis, Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim

Hier finden Sie ausführliche Informationen zu den Preisträgerinnen und Preisträgern

Interview mit der Neurowissenschaftlerin Dr. Jasmin Kizilirmak über Freude und Lernerfolg beim Problemlösen

Dr. Jasmin Kizilirmak forscht und lehrt im Neurolabor am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin arbeitet derzeit an ihrer Habilitation in der Arbeitsgruppe „Neurodidaktik“ von Professor Kristian Folta-Schoofs. Die Psychologin hat über den Abruf von Informationen im Langzeitgedächtnis promoviert. Sie befasst sich mit der Frage, was eigentlich im Gehirn passiert, wenn Menschen lernen, wie das Denken funktioniert, welche Regionen im Gehirn daran beteiligt sind und wie diese unter welchen zeitlichen Abläufen miteinander interagieren. Mithilfe von Elektroenzephalografie (EEG) und Kernspintomographie sucht sie nach Antworten. Derzeit beschäftigt sie sich besonders mit dem Problemlösen und wie man durch das Lösen von besonders schwierigen Problemen lernen kann.

Sie sprechen von Freude beim Problemlösen, was steckt hinter diesem Begriff?

Der Begriff der Freude beim Problemlösen hängt mit dem „Aha-Erlebnis“ zusammen. Man kann Probleme auf ganz unterschiedliche Art und Weise lösen. Wir empfinden besonders viel Freude beim „Aha-Erlebnis“, wenn wir in eine Sackgasse beim Problemlösen geraten sind und irgendwann, wenn wir uns vielleicht schon mit etwas anderem beschäftigen, plötzlich alles verstehen und das Problem lösen können.

Lernen und sich in einer wissenschaftlichen Arbeit mit Problemen auseinandersetzen kann große Freude machen, oder?

Das Auseinandersetzen mit Problemen an sich bereitet wahrscheinlich eher Frust, solange wir keine Lösung finden. Doch das plötzliche Verstehen einer Lösung – das ist es, was einem Freude bereitet. Lernen tun wir aber sowohl aus dem Auseinandersetzen mit einem Problem als auch dem Lösen.

Geht es beim Lernen immer um das Lösen von Problemen?

Das würde ich nicht sagen. Man lernt auch ganz viel, ohne Probleme zu lösen. Aber wenn wir Probleme lösen, dann lernen wir eigentlich fast immer. Man unterscheidet zwischen Problemen und Aufgaben. Aufgaben können wir mit unseren vorhandenen Fähigkeiten bewältigen. Bei Problemen besitzen wir nicht alle Fähigkeiten, um sie zu lösen; vielleicht schon, aber wir müssen die Problemlösung erst entwickeln. Wir können nicht einfach auf Abruf eine bestimmte Formel, die wir im Mathematikunterricht gelernt haben anwenden, sondern wir müssen erst darauf kommen, was wir dort brauchen um das Problem lösen zu können.

Frau Dr. Kizilirmak, dieses Interview lesen Studentinnen und Studenten, die vielleicht gerade mitten in der Prüfungsphase sind, in der Bibliothek eine Hausarbeit schreiben oder sich auf eine mündliche Prüfung vorbereiten. Warum fällt es einigen Studierenden leichter, anderen schwerer, zu lernen?

Das hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Manche Menschen lernen generell schwieriger, weil sie beispielsweise Aufmerksamkeitsdefizitstörungen haben, das kommt auch im Erwachsenenalter vor und wurde lange Zeit vernachlässigt. Aber das größte Problem ist, dass wir vielleicht nicht optimale Lernstrategien verwenden, beispielsweise reine Wiederholungsstrategien, wo wir den Stoff einfach immer wieder durchlesen ohne irgendeine weitere Verarbeitung. Besser ist es, sich zu dem Thema Fragen zu stellen, sich zu überlegen: Was weiß ich noch über das Thema? Dann kommt es außerdem auf das Interesse an – wir können leichter lernen bei Themen, die uns emotional berühren, die wir interessant finden.

Was verändert sich im Gehirn, wenn wir Informationen aufnehmen und verarbeiten? Was passiert – grob erklärt – in unserem Kopf, wenn wir lernen und Probleme lösen?

Wenn wir uns mit dem Problem beschäftigen, versuchen wir, Informationen abzurufen, die wir zu den Bestandteilen des Problems schon vorliegen haben. Dann werden Problemlösestrategien abgerufen, die normalerweise funktionieren. Aber man trifft immer wieder auf Probleme, bei denen die gängigen Lösungsstrategien nicht funktionieren – dann muss man kreativ werden. Aber was dann genau im Gehirn passiert, ist relativ schwer zu beantworten. Es sind verschiedene Netzwerke aktiv, wie die Hirnregionen genau kommunizieren, können wir noch nicht erklären.

Sie führen im Hildesheimer Neurolabor eine Studie zum Problemlösen durch.

Ich analysiere in einer Eye-Tracking-Studie die Augenbewegungen von Probanden, während sie Probleme lösen. Es handelt sich um Worträtsel – drei Nomen werden präsentiert, die auf Anhieb scheinbar nichts miteinander zu tun haben, etwa: „Wäsche“, „Hälfte“ und „Erschütterung“. Der Proband muss ein viertes Wort finden, das man als Verbundwort mit all den anderen nutzen kann, vielleicht denkt man an „Wäschekorb“, oder bei „Erschütterung“ an ein Erdbeben. Viele dieser Probleme sind relativ schwer lösbar und frustrierend, weil alle naheliegenden Assoziationen, die uns auf Anhieb einfallen nicht als Lösungswort passen. Es ist eher eine weiter wegliegende Assoziation, da greifen die semantischen Netzwerktheorien: Man geht davon aus, dass unser Wissen in Netzwerken organisiert ist und Dinge, die wir gleichzeitig abrufen, stärker miteinander verknüpft sind. Wir schauen uns an, was passiert, wenn die Probanden graduell zur Lösung kommen oder mit einem plötzlichen „Aha-Erlebnis“ die Lösung schlagartig finden. Das Lösungswort ist übrigens: „Gehirn“ – „Gehirnwäsche“, „Gehirnhälfte“, „Gehirnerschütterung“.

Welche Rolle spielt der Hippocampus beim erfolgreichen Lernen und Erinnern und hat das etwas mit dem Problemlösen zu tun?

Das Problemlösen funktioniert nicht ohne das Gedächtnis. Wir nutzen das deklarative, bewusste Gedächtnis. In einem gewissen Grade ist der Hippocampus immer mit dabei, der Hippocampus ist eine Art Vermittlungszentrale, ein Archivar, der weiß, wo die Informationen gespeichert sind oder eingespeichert werden sollen. Wenn wir beim Problemlösen auf eine neue Lösung kommen, dann spielt der Hippocampus eine Rolle, da er beim Lernen immer mitwirkt und die neue Information mit abspeichert. Interessanterweise scheint dieser „normale“ Einspeicherungsweg via Hippocampus übergangen zu werden, wenn wir Problemlösungen durch eine plötzliche Erkenntnis, also ein „Aha!-Erlebnis“, lösen.

Für manche Menschen ist die Prüfungszeit eine Qual, Sorgen und Ängste begleiten das Lernen. Welche Rolle spielt Freude beim Lernen? Wie kann es gelingen, Probleme beim Lernen mit Freude zu bewältigen? Haben Sie da einen Tipp für Studentinnen und Studenten?

Ich weiß nicht, ob ich die Frage beantworten kann. Denn Freude beim Lernen hängt sehr stark von der Persönlichkeit ab. Bei manchen Menschen ist das Bedürfnis, Nachdenken und Rätseln zu wollen, stärker ausgeprägt und sie beschäftigen sich gerne mit schwierigen Problemen („need for cognition“). Generell ist die Freude beim Lernen wichtig. Wenn wir uns freuen, wird der Botenstoff Dopamin im Gehirn ausgeschüttet, der uns dabei hilft, Informationen im Langzeitgedächtnis abzuspeichern. Auch wenn der Problemlöseprozess noch so frustrierend ist: Wenn wir es schaffen, auf die Lösung zu kommen oder wenn wir nach einem schwierigen Problemlöseprozess die Lösung gezeigt bekommen und sie dann nachvollziehen können, dann ist das Lernen sehr viel effektiver, als wenn wir die Lösung von vorherein einfach nachgeschaut hätten.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-13774 Wed, 24 Jan 2018 14:57:00 +0100 IT-Speed Dating: Studierende sammeln Praxiserfahrungen in der regionalen Wirtschaft https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/it-speed-dating-studierende-sammeln-praxiserfahrungen-in-der-regionalen-wirtschaft/ Studentinnen und Studenten der Hildesheimer IT‐Studiengänge tauschen sich beim „IT-Speed Dating“ an der Universität mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus regionalen Unternehmen aus. „Die Grundlagen, wie all die Informationen, die in Unternehmen zu koordinieren sind, in Planungssystemen gebündelt werden, habe ich in der Universität erlernt – jetzt geht es darum, die Systeme in der Realtität anzuwenden. Hierfür suche ich einen Praktikumsplatz“, sagt die Studentin Coralie Werkmeister. Ein Besuch auf dem IT-Campus am Samelsonplatz. IT in Hildesheim studieren

Donnerstagabend am IT-Campus am Samelsonplatz, etwa 40 Studierende und Mitarbeiterinnnen und Mitarbeiter aus 25 regionalen Partnerunternehmen kommen zusammen. Das Besondere: An diesem Abend wird jeder einmal mit jedem beim „Speed Dating“ miteinander ins Gespräch kommen.

Die Begegnungen sind eng getaktet, nach jeweils fünf Minuten wechselt der Gesprächspartner. „So lernen Studierende auch Unternehmen kennen, die sie vorher eventuell gar nicht auf dem Schirm hatten. Und umgekehrt haben alle Studierenden eine Chance, sich den Unternehmen vorzustellen – das persönliche Gespräch und die Begegnung ist sehr wichtig“, sagt Felix Hahne. Der promovierte Wissenschaftler vom Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik organisiert jedes Jahr diese Zusammentreffen.

Im 5-Minuten-Takt wechseln die Studierenden von Tisch zu Tisch. Stephen Galla ist einer der Teilnehmer, er studiert Wirtschaftsinformatik im 6. Semester. Und schon geht es los, fünf Minuten sind kurz, wenn man seine Fähigkeiten erläutern und einen guten Eindruck hinterlassen möchte. Galla lächelt freundlich, ein kräftiger Händedruck, dann legt er dem Gesprächspartner eine Kurzbewerbung vor. Ihm gegenüber sitzt Moritz Wichmann, Mitarbeiter des regionalen Unternehmens ADITUS, das sich auf das Ticketing und die Zutrittskontrolle spezialisiert hat. In welchen Bereichen er studiert, ob er sich ein Praktikum vorstellen könne möchte Wichmann von dem Studenten wissen und drückt ihm konkrete Praktikumsangebote für dieses Jahr in die Hand. Der Gong ertönt – fünf Minuten sind um.

„Ich habe hier in Hildesheim Wirtschaftsinformatik studiert und nach meiner Masterarbeit direkt bei ADITUS angefangen. Wir sind hauptsächlich für Messegesellschaften tätig und hatten im letzten Jahr den ersten Hildesheimer Praktikanten. Das hat wunderbar funktioniert, weshalb wir die Zusammenarbeit mit der Universität Hildesheim weiter forcieren möchten. Wir suchen junge, talentierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Moritz Wichmann.

Auch Coralie Werkmeister nimmt am „IT-Speed Dating“ teil. Sie studiert Wirtschaftsinformatik im 5. Semester an der Universität in Hildesheim. „Im Studium beschäftige ich mich mit der Herausforderung, wie all die Informationen, Ressourcen und Prozesse, die in Unternehmen zu koordinieren sind, in Planungssystemen gebündelt werden. Die Grundlagen habe ich in der Universität erlernt – jetzt geht es darum, die Systeme in der Realtität anzuwenden. Hierfür suche ich einen Praktikumsplatz.“ 

In das Speed Dating reiht sich ebenso Professor Klaus Ambrosi ein. „Ich sitze hier auch vier Stunden“, lacht der Professor, der in seinen über 30 Jahren an der Universität schon viele Bildungswege begleitet hat. Sein Ziel: Er möchte von den Studierenden Feedback zum Studienverlauf und Hinweise auf Probleme beziehungsweise Verbesserungsmöglichkeiten im Studium einholen. Ihm gegenüber sitzt Karina Reichert. Das Interesse an Informatik wurde bei Reichert in der Schule im Fach Informatik geweckt. Über das Internet wurde sie auf das Studium aufmerksam. „In Hildesheim ist man nicht so verloren wie an anderen großen Unis“, sagt Reichert. Sie studiert im 5. Semester „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ und möchte sich auf die Entwicklung von Software spezialisieren, momentan besucht sie auch einen Kurs zum Maschinellen Lernen – und sucht nun einen Praktikumsplatz. „Informatik ist sehr vielfältig, zum Beispiel die Softwareentwicklung, man erstellt Programme und sieht das Ergebnis.“

In einem der Räume auf dem IT-Campus haben Larissa Meyer und Sascha Carell ihr temporäres Büro eingerichtet, um Studierende kennen zu lernen. Letztes Jahr saß Larissa Meyer noch auf der anderen Seite des Tisches auf der Suche nach einem Praktikumsplatz. Den hat sie der Firma Schlote in Harsum gefunden und ist seitdem dort als Werkstudentin tätig. Und das so erfolgreich, dass sie von ihrem Unternehmen nunmehr selber als Gesprächspartnerin für die IT-Studierenden entsandt wurde. Larissa Meyer studiert Wirtschaftsinformatik an der Universität Hildesheim und arbeitet derzeit als Werkstudentin beim Unternehmen Schlote in Harsum. „Ich habe das Unternehmen beim letzten IT-Speed Dating kennengelernt, man hat im persönlichen Gespräch erkannt, das man zusammenpasst und die Chemie stimmt. Deshalb habe ich mich bei dem Unternehmen beworben, das Praktikum hat so gut funktioniert, dass ich heute als Werkstudentin in dem Unternehmen arbeite – eine riesige Chance, um neben den Vorlesungen im Hörsaal bereits Praxiserfahrungen zu sammeln.“

„Wir können aufgrund unseres starken Wachstums immer neue Mitarbeiter in der IT und den anderen Bereichen des Unternehmens gebrauchen“, sagt Sascha Carell. Er arbeitet neben dem Studium in dem Harsumer Unternehmen und studiert ebenfalls Wirtschaftsinformatik an der Uni in Hildesheim. „Als Zulieferer in der Automobilbranche ist die Schlote-Gruppe auf die Bearbeitung von Gussteilen mit hochpräzisen Bohrern und Maschinen spezialisiert. Die IT-Abteilung ist heutzutage unter dem Aspekt Industrie 4.0 und vernetzter Produktionsstätten unverzichtbar. Hinzu kommen viele verschiedene Informationssysteme mit denen unsere Mitarbeiter kommunizieren und zusammenarbeiten können. Diese gehen von einfachen Office-Anwendungen bis hin zu komplexen Produktionsleitsystemen oder einer Energiemanagement-Software: Wir sehen, wie viel Energie wir verbrauchen. Die Technologie durchdingt alle Bereiche – wir suchen nun den IT-Nachwuchs, der all dies gestalten, verwalten und weiterentwickeln kann.“

„Wir können aufgrund unseres starken Wachstums immer neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der IT und den anderen Bereichen des Unternehmens gebrauchen.“

Sascha Carell, studiert Wirtschaftsinformatik, Werkstudent bei Schlote in Harsum

Auf dem Gang des IT-Campus flitzt einer der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik entlang, die an diesem Abend Studierende und Unternehmen miteinander ins Gespräch bringen. Die Bilanz? Sehr erfreulich. „Unsere IT-Studierenden absolvieren im Bachelorstudium ein Wirtschaftspraktikum. Die Studentinnen und Studenten sind von dem Speed Dating begeistert, viele Unternehmen, die sie vorher nicht kannten, sind jetzt in die engere Auswahl gekommen, weil sie interessante Angebote für Praktika erhalten“, sagt Jan Busse. Der wissenschaftliche Mitarbeiter arbeitet auf dem IT-Campus, sein Forschungsgebiet ist die energiekostenorientierte Ablaufplanung, „man möchte Aufträge in einem produzierenden Unternehmen so terminieren, dass die resultierenden Energiekosten möglichst gering sind“.

Das IT-Speed Dating fand im Januar 2018 erstmals im gerade renovierten B-Trakt am Samelsonplatz – dem IT-Campus der Universität Hildesheim – statt. Damit hatten die Partnerunternehmen auch die Gelegenheit, die Lehr- und Arbeitsräume der IT-Studiengänge direkt kennen zu lernen.

„Die Grundlagen, wie all die Informationen, die in Unternehmen zu koordinieren sind, in Planungssystemen gebündelt werden, habe ich in der Universität erlernt – jetzt geht es darum, die Systeme in der Realtität anzuwenden. Hierfür suche ich einen Praktikumsplatz.“

Coralie Werkmeister, Studentin, Wirtschaftsinformatik

Kurz erklärt

Informationen zum IT-Speed Dating

Die Nachfrage von Unternehmen aus der Region nach Partnerschaften mit den IT-Studiengängen der Universität Hildesheim wächst, sagt Felix Hahne. In Hildesheim lernen über 700 IT-Studentinnen und IT-Studenten in Studienprogrammen wie „Informationsmanagement und Informationstechnologie“, „Wirtschaftsinformatik“ sowie im Bereich „Data Analytics“.

Die Universität Hildesheim arbeitet in den IT-Studiengängen mit über 30 regionalen Partnerunternehmen zusammen. 2018 wird das Netzwerk um etwa fünf bis acht weitere Partnerunternehmen ausgebaut. Ausgangspunkt des Interesses seien laut Hahne oft Absolventinnen und Absolventen der IT-Studiengänge, die in den Unternehmen begonnen haben und bei denen sich die Fachabteilungen fragen: „Wie bekommen wir mehr davon?“

Als sehr erfolgreiches Instrument zur Anbahnung von Wirtschaftspraktika von IT-Studierenden bei Partnerunternehmen habe sich das seit 2013 jeweils zu Jahresbeginn durchgeführte „IT-Speed Dating“ erwiesen, erklärt Felix Hahne. Mehr als 70% der bisher rund 150 teilnehmenden Studierenden haben anschließend ein Praktikum bei einem der anwesenden Unternehmen absolviert.

Die Inhalte der Praktika sind vielfältig – von der Softwareentwicklung und Gestaltung von Weboberflächen bis zur Analyse von Geschäftsprozessen und Unterstützung im IT-Support. „Aus diesen Praktika entstehen nicht selten Werkstudententätigkeiten, Projekt- und Abschlussarbeiten oder auch feste Arbeitsverhältnisse. Für einige Partnerunternehmen ist das Vorhandensein der IT-Studiengänge in Hildesheim zum wichtigen Standortfaktor geworden. Das IT-Speed Dating kann als ein Beitrag der Universität Hildesheim zur Bekämpfung des IT-Fachkräftemangels angesehen werden“, sagt der promovierte Betriebswissenschaftler.

Kontakt: Fragen zum IT-Speed Dating beantwortet Dr. Felix Hahne vom Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik der Universität Hildesheim (Telefon 05121 88340514, E-Mail: hahne@bwl.uni-hildesheim.de).

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121 883 90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik
news-14254 Mon, 22 Jan 2018 11:11:00 +0100 Digitale Zukunft: Uni Hildesheim sucht künftige Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/digitale-zukunft-uni-hildesheim-sucht-kuenftige-informatiklehrerinnen-und-informatiklehrer/ Jetzt bis zum 1. März 2018 bewerben: Die Universität Hildesheim bildet Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer aus, eine Bewerbung zum Sommersemester ist jetzt möglich. Neben Programmieren und Datenbanken gehören auch Algorithmen und Datenstrukturen, Medieninformatik und Systemadministration zum Studium in Hildesheim. Die Debatte um die Fortschritte bei der Digitalisierung in Deutschland betrifft im Kern auch die Schulen – hier wird die nächste Generation ausgebildet. Doch Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer fehlen. Jetzt bewerben bis zum 1. März 2018: Lehramt Informatik in Hildesheim studieren

Die Universität Hildesheim bildet Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer aus. „Was wir in Deutschland brauchen ist eine große Anzahl von Lehrern, die ihren Schülern zeigen, was hinter Computern steckt und wie wir mit der Welt der Informationen umgehen“, sagt der Informatiker Professor Klaus-Jürgen Förster.

Gemäß Statistischem Bundesamt waren im Studienjahr 2016/17 insgesamt weniger als 1500 Studierende in Deutschland in einem Lehramtstudiengang mit Informatik als erstem Fach eingeschrieben. „Es ist also mehr als überfällig das Lehramt Informatik auszubauen und massiv um Studierende für dieses Schulfach zu werben. Dies darf sich nicht nur auf das Lehramt an Gymnasien beziehen und somit etwa die Hälfte unserer Jugendlichen vernachlässigen“, sagt Professor Förster. Ohne durchgehende informatische Ausbildung werde sich die berufliche und persönliche Zukunftsperspektive erheblich verschlechtern, dennoch sei in Deutschland der rechtzeitige Aufbruch bisher versäumt worden. In einigen europäischen Nachbarländern, etwa in Großbritannien und in skandinavischen Ländern, gehören Informatik-Inhalte längst durchgehend zur schulischen Ausbildung. Programmieren (Coding) ist dort meist schon in der ersten Klasse verpflichtend vorgesehen.

Die Niedersächsische Landesregierung hat 2015 beschlossen das Fach Informatik künftig auch an Haupt- und Realschulen einzuführen und ab dem Studienjahr 2016/17 die Universitäten Hildesheim und Oldenburg beauftragt, das Lehramt Informatik an Haupt- und Realschulschulen in Niedersachsen einzurichten. Die Universität Hildesheim bietet das Lehramtsfach Informatik nicht nur für Studienanfängerinnen und Studienanfänger an, sondern auch als vollwertiges Drittfach für ausgebildete Lehrpersonen. Um dem großen Bedarf gerecht zu werden ist eine Einschreibung auch für Erstsemester sowohl im Wintersemester wie auch im Sommersemester möglich. Bewerbungen für das Sommersemester 2018 können noch bis zum 15. Januar 2018, in begründeten Ausnahmefällen auch später, eingereicht werden.

Neben Programmieren und Datenbanken gehören auch Algorithmen und Datenstrukturen, Medieninformatik und Systemadministration zum Studium in Hildesheim. Die Studierenden wählen Schwerpunkte wie Maschinelles Lernen, Softwareentwicklung, Robotik oder Wirtschaftsinformatik. Sie kombinieren die Theorie mit der Praxis und sind schon im ersten Studienjahr an Partnerschulen. Weitere fachdidaktische Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums.

Nicole Döpke gehört als ausgebildete Realschullehrerin mit den Fächern Mathematik und Technik zur ersten Generation der künftigen Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer an Haupt- und Realschulen. Sie studiert seit Oktober 2016 an der Universität Hildesheim das Drittfach Informatik und möchte in der Zukunft Schülerinnen und Schüler im Fach Informatik an Realschulen unterrichten. „Die Jugendlichen kennen gar keine Lebenswelt mehr ohne Smartphone, Laptop und Tablet – sie sollen die Geräte nicht nur passiv nutzen, sondern die Technik verstehen und eine kritische Haltung entwickeln“, sagt Döpke.

Die Studierenden befassen sich im Studium mit Grundlagen der Informatik: Wie werden Informationen als Daten repräsentiert und verarbeitet, wie steuern Algorithmen Prozesse? Welche Programmierbefehle braucht ein Roboter, um sich im Raum zu bewegen? Wie funktionieren Programmiersprachen? Wie geht man verantwortungsvoll mit Daten um? Welche Auswirkungen haben Informations- und Kommunikationssysteme auf den Alltag und die Gesellschaft?

Informatik an Schulen: Bewerbung um einen Studienplatz im Januar 2018 möglich

Die Hildesheimer Universität bildet seit Herbst 2016 Lehrerinnen und Lehrer für das Fach Informatik an Haupt- und Realschulen aus. Studieninteressierte können sich noch bis zum 15. Januar 2018 um einen Informatik-Studienplatz für das Lehramt an Hauptschulen oder Realschulen bewerben, das Studium an der Uni Hildesheim beginnt im April 2018.

Bisher haben in Niedersachsen nur die Universitäten in Göttingen, Oldenburg und Osnabrück Informatiklehrer für den Unterricht an Gymnasien ausgebildet. Eine Ausbildung zur Informatiklehrerin oder zum Informatiklehrer für Haupt- und Realschulen war in Niedersachsen im Gegensatz zu verschiedenen anderen Bundesländern wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen bisher nicht möglich.

Die Hildesheimer Studierenden werden zur ersten Generation der Lehrerinnen und Lehrer gehören, die das Fach Informatik an Hauptschulen und Realschulen sowie Oberschulen und Gesamtschulen in Niedersachsen aufbauen. „Das ist eine große berufliche Chance und eine spannende, lebenslange Aufgabe“, sagt Förster.

Wer sich für das Lehramtsfach Informatik interessiert, kann sich ab sofort bei Prof. Dr. Klaus-Jürgen Förster melden (E-Mail foerster[at]cs.uni-hildesheim.de). Studierende wählen neben dem Fach Informatik ein zweites Fach. Bewerbungen sind zum Sommersemester 2018 möglich, die Bewerbungsfrist endet am 15. Januar 2018, in begründeten Ausnahmefällen können Bewerbungen auch später erfolgen. Studienbeginn ist im April 2018. Mehr Infos zur Bewerbung findet man online.

Jetzt bewerben: Lehramt Informatik studieren

Stellungnahme von Informatikprofessor Klaus-Jürgen Förster

In einem Kommentar nimmt Prof. Dr. Klaus-Jürgen Förster Stellung zur Situation des Schulfachs Informatik in Deutschland und zur Ausbildung professioneller IT-Lehrerinnen und IT-Lehrer. Zu den drei klassischen Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen ist die informatische als vierte gleichwertige Kompetenz längst hinzugekommen, sagt Förster. Er forscht und lehrt als Informatiker am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik der Universität Hildesheim und hat das Lehramtsfach Informatik in Hildesheim gemeinsam mit dem Institut für Mathematik und Angewandte Informatik, dem Institut für Informatik sowie dem Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik aufgebaut.

Lehramt Informatik, ein Beruf mit Zukunft – für eine erfolgreiche digitale Zukunft

Seit mehr als 40 Jahren ist in Niedersachen  Informatik-Unterricht zumindest an Gymnasien vorgesehen. Trotzdem haben die meisten unserer heutigen Abiturientinnen und Abiturienten an kaum mehr (wenn überhaupt) als einem einjährigen Nebenfachkurs Informatik während ihrer gesamten mindestens zwölfjährigen Schulzeit teilgenommen.

Obwohl den verantwortlichen Ministerien seit Jahrzehnten bekannt ist, dass ohne tiefliegende und durchgehende informatische Ausbildung sich die berufliche und persönliche Zukunftsperspektive erheblich verschlechtert, ist in Deutschland der rechtzeitige Aufbruch in den meisten Bundesländern bisher versäumt worden.

Die bisherige politische Vorgehensweise erinnert an die Einführung „Neuer Medien“ in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts (Filmbildstellen, Schulfunk, Bildungsfernsehen). In dieser Tradition werden seit den 80er Jahren „Neue Medien" im Unterricht eingeführt. Dies ist wichtig und unabdingbar und wird mit viel Elan von interessierten Lehrerinnen und Lehrern vorangetrieben, die sich teils durch berufliche Fortbildungskurse, meist aber durch aufwendige Eigeninitiative in den spezifischen informatorischen Anwendungen ihrer Fächer fort- und weiterbilden.

Aber Ausbildung in der sich rasant entwickelnden Informationstechnologie nur in Form des Einsatzes „Neuer Medien im Unterricht" in den einzelnen Fächern reicht bei weitem nicht aus: Zu den drei klassischen Grundkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen ist die informatische als vierte gleichwertige Kompetenz längst hinzugekommen. Vergleicht man die langjährige Argumentation unserer Politik, dass für die Erlangung informatorischer Kompetenz  die Einführung neuer Medien ohne einen durchgehenden Informatikunterricht ausreicht, dann ist dies gleichwertig mit folgender unsinnigen analogen Argumentation zur Abschaffung des schulischen Faches Deutsch: „Wir brauchen kein eigenständiges Fach Deutsch – schließlich wird in allen anderen Unterrichtsfächern auch Deutsch als Sprache eingesetzt und es werden sogar regelmäßig fachliche Ausarbeitungen von den Schülerinnen und Schülern in deutscher Sprache geschrieben."

Inzwischen suchen Industrie und Wirtschaft in Deutschland in großem Umfang intensiv nach entsprechenden Fachkräften und müssen häufig ihre Suche auf den internationalen Bereich ausdehnen.

In einigen europäischen Nachbarländern, insbesondere in Großbritannien und in skandinavischen Ländern, gehören Informatik-Inhalte längst durchgehend zur schulischen Ausbildung. Programmieren (Coding) ist dort meist schon in der ersten Klasse verpflichtend vorgesehen.

Im vergangenen Wahljahr ist die Forderung nach durchgehender informatorischer beziehungsweise digitaler Bildung in der Schule von allen Parteien lautstark aufgenommen worden. Durchgehender Informatik-Unterricht in allen allgemeinbildenenden Schulen ist nun endlich in der intensiven Diskussion. Wir brauchen junge Lehrerinnen und Lehrer, die grundständig und umfangreich in Informatik als eigenständigem Fach ausgebildet worden sind, um nicht nur Informatik zu unterrichten, sondern ihren Schülerinnen und Schülern dies auch im täglichen Leben durch ihre Persönlichkeit vorzuleben („Hier steckt folgende Informatik drin...") – und nicht wie häufig üblich in elementaren informatischen Fragestellungen auf die Nachilfe junger Schülerinnen und Schüler angewiesen sind.

Wie sieht eine mögliche Realisierung aus? Mit Hilfe unserer während der Schulzeit erlangten „Grundkompetenz im Rechnen/Mathematik“ überlegen wir kurz wie folgt:

  1. Gemäß Statistischem Bundesamt werden in Deutschland etwa 11 Millionen Schülerinnen und Schüler in etwa 400.000 Klassen an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen von etwa 800.000 Lehrenden (Vollzeit ca. 500.000, Teilzeit ca. 300.000) unterrichtet. Möchte man durchgehend jede dieser Klassen durchgehend mit nur 2 Stunden Informatik-Unterricht wöchentlich versorgen, dann bedeutet dies bei durchschnittlich wöchentlich 26 Stunden Unterricht pro Lehrkraft den Einsatz von mehr als 30.000 Informatiklehrerinnen und Informatiklehrern (wobei diese dann nur Informatik und nicht ihr zweites Fach unterrichten).

  2. Gemäß Statistischem Bundesamt waren im Studienjahr 2016/17 insgesamt weniger als 1500 Studierende in Deutschland in einem Lehramststudiengang mit Informatik als erstem Fach eingeschrieben.

Es ist also mehr als überfällig das Lehramt Informatik auszubauen und massiv um Studierende für dieses Schulfach zu werben. Dies darf sich nicht nur auf das Lehramt an Gymnasien beziehen und somit etwa die Hälfte unserer Jugendlichen vernachlässigen.

Die Niedersächsische Landesregierung hat daher 2015 beschlossen das Fach Informatik auch an Haupt- und Realschulen einzuführen und ab dem Studienjahr 2016/17 die niedersächsischen Universitäten Hildesheim und Oldenburg beauftragt, das Lehramt Informatik an Haupt- und Realschulschulen einzurichten. Die Universität Hildesheim bietet das Lehramtsfach Informatik nicht nur für Studienanfängerinnen und Studienanfänger an, sondern auch als vollwertiges Drittfach für ausgebildete Lehrpersonen. Um dem großen Bedarf gerecht zu werden ist eine Einschreibung auch für Erstsemester sowohl im Wintersemester wie auch im Sommersemester möglich. Bewerbungen für das Sommersemester 2018 können noch bis zum 15. Januar 2018, in begründeten Ausnahmefällen auch später, eingereicht werden.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121 883 90100, 0177 8605905)

Nachgefragt bei der ersten Generation der Studentinnen und Studenten, die sich auf das Fach Informatik an Realschulen, Hauptschulen und Gesamtschulen an der Universität in Hildesheim spezialisieren

Statements von Studentinnen und Studenten

„Die Welt der Nullen und Einsen besser verstehen“

Er ist einer der ersten Studenten, die in Hildesheim für das Schulfach Informatik ausgebildet werden: Christian Langlott, 25, studiert seit Oktober 2017 Informatik als Drittfach an der Universität Hildesheim. Er studiert außerdem Mathematik am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik sowie Sport am Institut für Sportwissenschaft. Christian Langlott möchte künftig an einer Realschule arbeiten.

„Angefangen hat alles mit den ersten Programmierübungen. Was steckt hinter einem Programm, aus welchen Bausteinen bestehen unsere technischen Geräte? Jetzt befasse ich mich mit der Frage, wie ich Informatik in der Schule unterrichten kann. Ich werde an einer Realschule unterrichten.

Viele Jugendliche benutzen den PC und wissen gar nicht, was dahinter steckt und was passieren kann, wenn sie die Welt der Nullen und Einsen nutzen.

Sie sollten mit Sorgfalt die technischen Möglichkeiten nutzen.“

 

 

„Jugendliche sollen lernen, all die Daten und Algorithmen zu verstehen“

Annalena Schade, studiert im dritten Bachelorsemester Lehramt mit den Fächern Informatik und Mathematik an der Universität Hildesheim.

„Ich kenne das Schulfach Informatik vom beruflichen Gymnasium, wo ich IT als Prüfungsfach belegt habe. Als ich meine Schule abgeschlossen habe, gab es leider keine Möglichkeit, Informatik für Realschulen und Hauptschulen zu studieren.

Dann habe ich den Studienplatz an der Universität in Hildesheim entdeckt. Wir haben viel Praxisbezug – im ersten Studienjahr bin ich einmal in der Woche im Klassenzimmer einer Grundschule, als nächstes gehe ich an eine Realschule. Ich möchte Informatik an einer Schule unterrichten.

Wichtig ist, nicht nur IT zu nutzen, sondern zu verstehen. Die Schülerinnen und Schüler wachsen digital auf. Sie sollen lernen, damit umzugehen, was alles digital passiert – auch in Bezug auf all die gesammelten Daten und die Funktion von Algorithmen.“

 

 

„Die Jugendlichen kennen gar keine Lebenswelt mehr ohne Smartphone, Laptop und Tablet“

Nicole Döpke, 25, hat ihr Masterstudium mit den Fächern Mathematik und Technik an der Universität Hildesheim abgeschlossen. Sie arbeitet in der Abteilung „Mathematik Lehren und Lernen“ am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik bei Professorin Barbara Schmidt-Thieme. Sie studiert parallel in Hildesheim aktuell Lehramt Informatik als Drittfach im Ergänzungsstudium.

„Ich habe Informatik am Gymnasium als Unterrichtsfach aus der Schülerperspektive kennengelernt. Ich habe neben meinem Technikstudium einen freiwilligen Programmierkurs besucht – da konnte man Informatik für das Lehramt noch nicht studieren. Als ich dann gehört habe, dass die Universität Hildesheim Spezialisten für das Lehramtfach Informatik ausbildet, habe ich mich für das Informatikstudium entschieden.

Es macht große Freude – ich möchte Jugendlichen zeigen: Was steckt hinter den Geräten? Ein Blick hinter die Kulissen. Im Alltag nutzen die Schülerinnen und Schüler täglich die Geräte, nun lernen sie kennen, wie aufwendig es ist, zu programmieren, wie etwa Videospiele programmiert werden und Online-Werbung uns beeinflusst. Meine Rolle als Lehrerin? Die Schüler wachsen mit Smartphone und Computer auf – sie sollen nicht nur passiv nutzen, sondern verstehen, was sie da nutzen und eine kritische Haltung entwickeln. Außerdem möchte ich die Berufsorientierung fördern, damit sich mehr Mädchen für technische Berufe begeistern. Hinter den Computern und Stand-PCs in den Kinderzimmern und den Smartphones und Tablets, die unterwegs genutzt werden, steckt die gleiche Struktur, von innen betrachtet sind die Geräte gar nicht so unterschiedlich. Im Kurs ‚Systemadministration‘ beschäftigen wir uns im Studium zum Beispiel mit all den Grundlagen der Geräte – welche Speichermöglichkeiten gibt es, wie arbeiten Festplatten? Aber wir setzen uns nicht nur mit der Hardware auseinander, sondern befassen uns mit den gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung, in der Medieninformatik geht es etwa um virtuelle Welten, Urheberrecht, die Geschichte digitaler Medien, aktuelle Medientheorien und psychologische Grundlagen.

Ein großer Vorteil des Informatikstudiums für das Lehramt sind die Berufschancen – es werden Lehrerinnen und Lehrer gesucht. Es gibt kaum Universitäten, die  IT-Lehrer für Realschulen, Hauptschulen und Gesamtschulen ausbilden. Ich bin froh, in Hildesheim zu studieren, es ist eine super Chance, das Schulfach Informatik in Niedersachsen aufzubauen. Die Schülerinnen und Schüler kennen gar keine Lebenswelt ohne Smartphone, Laptop und Tablet mehr – mit dem Fach Informatik kann ich die Jugendlichen sehr gut erreichen. Informatik ist ein praktisches Fach.“

 

„Informatik ist in unserer Gesellschaft verankert“

Salih Akten, studiert Mathematik und Informatik im zweiten Bachelorsemester an der Universität Hildesheim. Er zog für das Lehramtstudium von Köln nach Hildesheim.

„Ich gehöre zu den Informatikstudenten, die das Studium im Sommersemester begonnen haben. Das ist eine große Chance. Ich bin gebürtiger Kölner. Im Internet habe ich den Hildesheimer Studienplatz entdeckt. Dann ging alles ganz schnell, ich habe die Zusage erhalten und bin von Köln nach Hildesheim gezogen. In Köln habe ich schon an einer Realschule gearbeitet. Hildesheim ist eine kleine Stadt und die Universität bietet mir die Chance, meinem Lebenstraum näher zu kommen. Das erste Semester in Hildesheim bestätigt meinen Berufswunsch. Informatik hat mich von kleinauf begeistert, ich habe schon als Jugendlicher mein Handybetriebssystem geändert und programmiert – die Begeisterung war immer da. Außerdem möchte ich im sozialpädagogischen Bereich aktiv sein – das Schulfach Informatik ist die ideale Schnittstelle.

Ich möchte den Jugendlichen aufzeigen, dass Informatik mehr ist als Computer. Informatik ist in unserer Gesellschaft verankert, viele politische und gesellschaftliche Fragen stammen aus der Informatik: Der Umgang in sozialen Netzwerken und Datenschutz sind wichtige gesellschaftliche Fragen, die wir beantworten müssen. Informatik erkennt man manchmal auf den ersten Blick nicht. Ich steige in die Bahn ein und kaufe mir ein Ticket – allein schon im Automaten steckt das Wissen aus mehreren Jahrzehnten. Vielleicht kann man es so sagen: Informatik steckt wie die DNA in unserem Leben.“

 

„Informatik ist ein sehr lebendiges Fach“

Gia Minh Vo, studiert im zweiten Bachelorsemester Informatik an der Universität Hildesheim. Er spezialisiert sich in Hildesheim auf den Lehrerberuf.

„Ich habe vor meinem Lehramtsstudium bereits mit dem Informatikstudium begonnen und dann entschieden, mich auf Informatik an Schulen zu spezialisieren. Ich habe Kurse mit den professionellen Informatikern zusammen – es ist gut, dass die IT-Experten und die Lehramtinformatiker zusammen in einigen Vorlesungen sitzen. So kann man als Lehramtsstudent auch in die Tiefe der Informatik einsteigen. Ich überlege zurzeit, meinen alten Informatik-Studiengang als Doppelstudium aufzunehmen.

Informatik ist ein sehr lebendiges Fach und entwickelt sich immer weiter, wenn ich etwa daran denke, was in der Informatik vor 50 Jahren und heute passiert. Man muss sich immer selber weiterbilden und als Lehrer am Ball bleiben – das ist ziemlich interessant.

Ich möchte meinen Schülerinnen und Schülern nicht nur das Programmieren beibringen. Programmieren ist ein Teil der Informatik, viele denken vielleicht, Informatiker sitzen nur vor dem PC. Dabei beinhaltet die Tätigkeit von Informatikern viel mehr, man befasst sich mit Gegenständen, die im Verborgenen sind und zu unserem Alltag gehören – vieles sieht man nicht, aber die Berechnungen und Algorithmen prägen unseren Lebensalltag. Ich lerne hier an der Universität in Hildesheim drei Programmiersprachen, die ich bereits abgeschlossen habe. Man steigt da ziemlich tief ein und versteht die Schritte und Prozesse, man lernt, Teilprobleme zu lösen, muss viel nachdenken und legt dann mit dem Programmieren los.

Auf jeden Fall empfehle ich Studieninteressierten, in Hildesheim Informatik für das Lehramt zu studieren, weil man viele Praxisphasen im Studium hat. Ich bin gerade im ersten Jahr in einer Realschule in Hildesheim und beobachte den Unterricht in den schulpraktischen Studien. Informatik ist sehr interessant – man wird angeregt, selber zu arbeiten und sich weiterzubilden.“

 

„Ich möchte Kindern beibringen, wie ein Computer denkt“

Sayde Amirmehrabi, studiert seit einem Jahr Mathematik und Informatik an der Universität Hildesheim. Er ist ausgebildeter Informatiker und unterrichtet seit zehn Jahren als Lehrer Jugendliche in Mathematik in Einrichtungen der Jugendberufshilfe.

„Ich finde das lebenslange Lernen sehr wichtig. Ich bin jetzt 58 Jahre – wenn ich das Studium abschließe, bin ich im Rentenalter. Mein Ziel ist, das Wissen, welches ich an der Universität aufbaue, direkt heute in meinem Alltag als Lehrer anzuwenden, ich begleite Jugendliche im Alter von 15 bis 21 Jahren und unterstütze sie in der Berufsvorbereitung. Ich möchte sie dabei unterstützen, mit Problemen der reellen Welt strukturiert umzugehen. Die Mathematik und Informatik hilft dabei. Es ist mein Ziel, vor allem den jüngeren Kindern beizubringen, auf welche Art und Weise ein Computer denkt. Sie sollen ein Gefühl dafür entwickeln, welche Welt hinter den Geräten steckt – und nicht nur Codes schreiben. Die Kinder gehen ohne ihr Handy nicht mehr aus dem Haus, die Geräte sind nicht nur zum Rumdaddeln und Spielen da, sie sollen sich damit auseinandersetzen, welchen Sinn die Geräte in unserem Alltag haben und welche Geheimnisse in der Technik stecken können.“

 

„Ich besuche die Kurse der Informatik-Spezialisten“

Anastasia Kilich (Mitte) im Seminar am Hildesheimer IT-Campus mit Annalena Schade und Christian Langlott.

Anastasia Kilich, studiert Informatik und Mathematik im dritten Bachelorsemester an der Universität Hildesheim. Sie begleitet die IT-Studienanfänger bei ihrem Start in das Lehramtsstudium.

„Ich bin von Informatik begeistert. Ich kann selber etwas entwickeln und auf die Beine stellen, etwa eine Website und Anwendungen bauen. Es ist ein bisschen wie ein Haus zu bauen, nur das man nicht real Steine aufeinandersetzt. Man kann Programmiersprachen auch mit Legosteinen vergleichen, die man aneinandersetzt, Kinder können das Programmieren lernen. Deshalb habe ich mich entschieden, Lehrerin zu werden – ich möchte das Wissen weitergeben. Ich lerne im Studium in Hildesheim Programmiersprachen, etwa Java. Wir steigen tief in die Programmiersprachen ein – ich besuche die Kurse, die die reinen Informatikerinnen und Informatiker auch belegen. Es ist eine Herausforderung, als erste Studentin das Lehramtsfach Informatik zu studieren – aber gleichzeitig bietet das Studium in Hildsheim viele Chancen. Ich kann den Studiengang mitgestalten und mich einbringen, ich begleite jetzt die IT-Studienanfänger und helfe ihnen, was sinnvoll ist, welche Kurse sie zuerst wählen sollten, welche erst später im Studium.“

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informatik Mathematik & Angewandte Informatik Lehrerbildung Studierende Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
news-14274 Wed, 10 Jan 2018 15:26:31 +0100 Ausgezeichnet: Preise für besondere Leistungen in Lehre, Forschung und Service und Nachhaltigkeitspreis https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/ausgezeichnet-preise-fuer-besondere-leistungen-in-lehre-forschung-und-service-und-nachhaltigkeitspr/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet den Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt, den Kulturwissenschaftler Jochen Bonz und den Entwicklungspsychologen Professor Werner Greve sowie den Hausmeister Gisbert Werth für ihre hervorragenden Leistungen in Forschung, Lehre und Service aus. Die Preise sind mit jeweils 3000 Euro dotiert. Zudem wird erstmals der Nachhaltigkeitspreis des Green Office an die Studentin Julia Horn verliehen. Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich gab im Rahmen des Neujahrsempfangs aktuelle Zahlen bekannt: 86 Professorinnen und Professoren, 437 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie  250 Personen in Technik und Verwaltung sind derzeit an der Stiftungsuniversität Hildesheim tätig. 8403 Studentinnen und Studenten lernen zurzeit in Hildesheim.

Jedes Jahr verleiht die Universität im Rahmen des Neujahrsempfangs Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

Preis für hervorragende Forschung:
Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Ralf Knackstedt

Die Universität Hildesheim zeichnet Prof. Dr. Ralf Knackstedt für seine hervorragende Forschung aus. Seit 2011 forscht und lehrt der Wirtschaftsinformatiker am Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik und hat dort seitdem die Abteilung „Informationssysteme und Unternehmensmodellierung“ aufgebaut.  Habilitiert hat er 2010 an der Universität Münster, an der er 2004 auch promoviert wurde. Ralf Knackstedt ist Experte für die Geschäftsprozessmanagement, Produktions- und Dienstleistungssysteme und Informationssystemmodellierung.

„Der Preis wird ihm für eine Vielzahl von Projekten, die er leitet und koordiniert, verliehen“, so Vizepräsidentin Prof. Dr. Meike Baader in ihrer Laudatio. Die Forschung von Ralf Knackstedt sei geprägt von einer „großen Vielfalt und Breite von Forschungsthemen“, einer „Vielzahl von Förderern“ sowie „einer großen Anzahl von wissenschaftlichen Kooperationspartner und Kooperationspartnerinnen“.  Zu den Förderern gehören unter anderem das Bundesforschungsministerium, das Wissenschaftsministerium des Landes Niedersachsen und die Robert Bosch Stiftung. „Prof. Dr. Ralf Knackstedt ist mit seinen Themen inter- und transdisziplinär unterwegs und offensichtlich hervorragend vernetzt“, so Baader.

Aktuell arbeitet Ralf Knackstedt im Forschungsprojekt „Rez@Kultur“ mit Kollegen und Kolleginnen aus der Literaturwissenschaft, dem literarischen Schreiben, der Kulturpolitik, den Informationswissenschaften und der Sprachtechnologie zusammen. Das interdisziplinäre Team erforscht die Digitalisierung kultureller Rezensionsprozesse. Im Innovationsverbund „SmartHybrid“ erforscht der Wirtschaftsinformatiker mit sechs niedersächsischen Forschungseinrichtungen aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen neue digitale Dienstleistungen für Unternehmen in Niedersachsen. Im Projekt „InDeko.Navi“ geht es um betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel.

Im Forschungsprojekt „BeSt F:IT“ wendet sich der Wirtschaftsinformatiker an Mädchen und junge Frauen mit einer interaktiven Online-Plattform zur Berufs- und Studienorientierung. Das Ziel ist es, Schülerinnen  über regionale IT-Ausbildungsberufe und IT-Studiengänge aufzuklären und für IT zu begeistern. Denn zahlreiche Studien zeigen, dass das Interesse dieser Zielgruppe für IT im Alter zwischen 15 und 18 Jahren signifikant abnimmt. Das „BeSt F:IT“-Konzept soll auch in anderen Regionen angewendet werden. „Damit hat Ralf Knackstedt auch Fragen von Bildungsentscheidungen und Bildungseinrichtungen im Blick“, so Vizepräsidentin Baader. Eine seiner neuesten Publikationen, gerade im Druck, thematisiert „Business Process Management in German Institutions of Higher Education“ (2018).

Preis für hervorragende Lehre:
Kulturwissenschaftler Dr. Jochen Bonz und Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Werner Greve

Für den Preis für hervorragende Lehre im Studienjahr 2016/17 wurden insgesamt 92 Vorschläge eingereicht, wodurch  Studentinnen und Studenten insgesamt 50 Lehrende für den Preis nominierten. „Es ist erfreulich, dass so viele Studierende bereit sind, ihren Dozent*innen hervorragende Lehre durch deren Nominierung sowie eine anschauliche Begründung ihres Vorschlages zu bescheinigen“, sagt Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander. Die Preis-Jury – bestehend aus zwei Studierenden und zwei Studiendekan*innen aller vier Fachbereiche – hat entschieden, den Preis an zwei Lehrende zu vergeben: Der Preis geht an Dr. habil. Jochen Bonz sowie Prof. Dr. Werner Greve.

Dr. Jochen Bonz lehrt und forscht am Institut für Theater, Medien und Populäre Kultur auf dem Kulturcampus. Der habilitierte wissenschaftliche Mitarbeiter wird für seine hervorragende Lehre in den Seminaren „Kulturwissenschaft im Spannungsfeld von ästhetischem und ethnologischem Kulturverständnis“, „Sound Studies: Zur inszenatorischen Qualität des Sounds in Pop, Kunst, Film und Alltagskultur“ sowie „Fans und andere Formen populärer Begeisterung“ ausgezeichnet.

Seine Studierenden begründen die Auszeichnung wie folgt:

  • „Dr. Jochen Bonz hat es in seiner Lehrveranstaltung geschafft, trotz der immensen Kursgröße auf die individuellen Lernbedürfnisse der Seminarteilnehmer*innen einzugehen. Kritische Fragen zu den im Seminar behandelten Texten griff er als Impulse auf und stellte sie zur Diskussion. Zentral in seiner Arbeit war die Aufforderung an die Studierenden, mit den Texten als Material zu arbeiten, im Sinne des Textes zu argumentieren und gerade dadurch auch fähig zu werden, ihre Ansätze womöglich zu kritisieren.“
  • „Das Seminar zu Sound Studies war ein optimales Beispiel, guter universitärer Lehre. In einer Kleingruppe – circa 10 Studierende – gab uns Jochen Bonz jede Sitzung die Möglichkeit, sowohl anhand von wissenschaftlicher Fachliteratur als auch frei zu diskutieren und kritisch über die praktischen Gegenstände nachzudenken. […] Es ergab sich ein freier Austausch zwischen den Studierenden und Jochen Bonz fungierte als eine Art Mediator – mal im Hintergrund, wenn nötig aber auch fokussiert im Vordergrund. So konnte er die teils eher praktischen Diskussionen mit tiefgehendem fachlichen Wissen anreichern und dadurch eine hohe Lehr- und Lernqualität erreichen. Doch alle fachlichen und didaktischen Kompetenzen nützen nichts, wenn der Dozent als sozialer Mensch versagt. Jochen Bonz arbeitet auf Augenhöhe mit den Studierenden, hilft und berät wo er kann und vermittelt (trotz der großen Nähe) eine Autorität, die man sehr gerne respektiert. Ich freue mich auf das nächste Seminar mit ihm!“

Jochen Bonz arbeitet seit Oktober 2016 auf dem Kulturcampus der Universität Hildesheim. Nach der Promotion 2003 an der Universität Bremen folgte 2011 die Habilitation an der Universität Bremen mit der Studie „Vom ‚Text‘ zur ‚Atmosphäre‘: Eine kulturtheoretische Studie an der Gegenwart“.

Seit 2001 forscht und lehrt der Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Werner Greve am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. In Forschung und Lehre befasst sich Werner Greve mit der Erklärung von Handlungen und der Bewältigung von Problemen. Für seine hervorragende Lehre in den Vorlesungen „Einführung in die Psychologie“ und „Einführung in die Entwicklungspsychologie“ wird Werner Greve nun geehrt, seine Studierenden begründen die Auszeichnung wie folgt:

  • „Herr Greve ist ein sehr aufgeschlossener Mensch. Er kann super erklären, egal welche Vorlesung meine Kommilitonen und ich bei ihm hatten, wir sind immer mitgekommen und haben alles verstanden. Die Lernanforderungen sind gut dosiert, er bewertet fair und lässt niemals schlechte Laune an jemandem aus.“
  • „Seine Folien sind nie zu voll und er erklärt auch diese einzeln, nicht zu langsam und nicht zu schnell. Auf seine Vorlesungen hat man sich immer gefreut, sogar wenn sie um acht Uhr morgens waren. Seine immer gute Laune ist ansteckend. Bei Professor Greve lernt man gerne und schnell.“
  • „Der Dozent regt mit seinen Inhalten jeden Studenten zum Nachdenken an. Er benutzt in seinen Vorlesungen so passende Beispiele, sodass man jeden Tag an seine Worte und die dahinterstehenden Theorien denken muss. Er regt außerdem sehr stark zum weiter recherchieren an!“
  • „Herr Greve lehrt Menschen, selbstständig nachzudenken. Er zeigt auf, dass es keine Theorie gibt, die perfekt und fehlerfrei ist – dass es eine solche aber auch nicht geben muss, solange man sich möglicher Schwächen einer Annahme bewusst ist.“

Werner Greve war zuvor von 1994 bis 2003 Stellvertretender wissenschaftlicher Direktor und anschließend amtierender Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen in Hannover (KFN), davor Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Trier.

Zu den Arbeitsgebieten des Professors für Psychologie gehören die Entwicklungspsychologie der Lebensspanne, Rechts- und Kriminalpsychologie und Theoretische Psychologie. Werner Greve befasst sich in Lehre und Forschung mit der Frage, wie wir belastende Erfahrungen, kritische Lebensereignisse und Entwicklungsprobleme bewältigen.

Preis für hervorragende Serviceleistungen:
Gisbert Werth

Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, die sich in ganz besonderem Maße für die Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben.

Der diesjährige Preisträger ist Gisbert Werth. „Als ich Sie vor Weihnachten zuhause anrief, um Ihnen mitzuteilen, dass Ihnen der Servicepreis verliehen wird, haben Sie so reagiert, wie ich es nicht anders erwartet hatte – und wodurch ich in der Preisentscheidung bestärkt wurde. ‚Wie ich?‘ war Ihre ungläubige Reaktion“, so der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing in seiner Laudatio.

Seit seinem Start an der Universität Hildesheim im April 2012, zunächst als Vertretungskraft im Hausdienst und dann seit Januar 2013 als fester Mitarbeiter, setzt sich Gisbert Werth mit „großer Freude und Tatkraft“ für die Universität ein.

Seit 2016 ist er als Mitarbeiter des Hausdiensts auf dem Kulturcampus verantwortlich für die kleinen und großen Sorgen. „Zuletzt hat sich Ihre Tatkraft in außergewöhnlicher Weise beim Hochwassereinsatz auf der Domäne im Juli letzten Jahres gezeigt. Während dieser Zeit waren Sie rund um die Uhr einschließlich Samstags und Sonntags vor Ort und haben für Ihren Kulturcampus gekämpft – Sie waren Dammbauer, Aktenretter, Ansprechpartner, Wegweiser, Organisator und wohl auch Tröster“, sagt Matthias Kreysing.

Green Office verleiht erstmals Nachhaltigkeitspreis

Das Green Office der Universität Hildesheim vergibt erstmals den Nachhaltigkeitspreis und zeichnet studentische Abschlussarbeiten aus.

Erstmals werden Studierende der Universität Hildesheim mit einem Preis für Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Der Preis wurde im Rahmen des Neujahrsempfangs an Julia Horn verliehen. Die Lehramtsstudentin wird für ihre Bachelorarbeit „Nachhaltiger Tourismus aus Sicht deutscher Pauschalreiseveranstalter“ ausgezeichnet. Darin untersucht sie im Rahmen einer Interviewstudie die Einstellung zu und Umsetzung von Nachhaltigkeitskriterien durch Anbieter von Pauschalreisen, die über ihr Angebot jedes Jahr Millionen deutscher Urlauber erreichen. Die erfolgreiche Abschlussarbeit wurde am Institut für Geographie wissenschaftlich betreut durch Dr. Sabine Panzer-Krause, die sich in Forschung und Lehre auf die Humangeographie spezialisiert hat und sich mit Fragestellungen zu Nachhaltigkeitstransformationen im regionalen und globalen Kontext beschäftigt.

Das Green Office zeichnet Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim aus, die sich in ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeit mit nachhaltiger Entwicklung befassen und will damit einen Beitrag leisten, Nachhaltigkeit in den Forschungsfokus gerade des wissenschaftlichen Nachwuchses zu bringen. Bewerben konnten sich Studierende und Absolventinnen und Absolventen aller Fachbereiche, die ihre Abschlussarbeit im Wintersemester 2016/17 oder Sommersemester 2017 an der Universität Hildesheim eingereicht haben. Ausgezeichnet werden Abschlussarbeiten, deren Forschungsgegenstand sich in den Themenfeldern der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen bewegt. Dotiert ist der Preis mit 500 Euro. Der Preis wird einmal im Jahr verliehen. Der Auswahlkommission für den Nachhaltigkeitspreis gehören die Koordinatorinnen des Green Office, die Forschungsgruppe Nachhaltigkeit und Bildung sowie die AStA-Referentin für Umwelt und Nachhaltigkeit an.

Für den Nachhaltigkeitspreis wurden acht studentische Bachelor- und Masterarbeiten aus den Fachgebieten Mathematik, Chemie, Geographie, Psychologie, Sozialwissenschaften, Grundschuldidaktik und Kulturpolitik eingereicht. Inhaltlich setzen sich die Studentinnen und Studenten unter anderem mit inklusiver und gerechter Bildung, mit nachhaltigem Wirtschaftswachstum und Konsum, mit lebenslangem Lernen sowie Ressourcen- und Biodiversitätsschutz auseinander.

„Uns hat dabei positiv überrascht, wie vielfältig, kreativ und ambitioniert durch den wissenschaftlichen Nachwuchs dringende Probleme unserer Zeit angegangen werden. Als der Preis ausgeschrieben wurde haben wir nicht damit gerechnet, bereits im ersten Jahr so viele beeindruckende und hochwertige Einreichungen aus der gesamten Universität zu bekommen. Wir sind zuversichtlich, mit dem Preis einen Anstoß zu geben damit in Zukunft noch mehr Arbeiten in diesem Feld geschrieben werden.“, sagt Dr. Torsten Richter vom Institut für Biologie und Chemie der Universität Hildesheim.

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news-14248 Mon, 08 Jan 2018 11:06:00 +0100 IT studieren: Angewandte Informatik, Data Analytics, Informationsmanagement, Wirtschaftsinformatik https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/it-studieren-angewandte-informatik-data-analytics-informationsmanagement-wirtschaftsinformatik/ Die Informatik-Studienprogramme der Universität Hildesheim verbinden Praxis und Theorie. Studieninteressierte können sich bis zum 15. Januar 2018 (Bachelor) beziehungsweise bis zum 15. Februar 2018 (Master) auf das Studium in Programmen wie Angewandte Informatik, Data Analytics, Informationsmanagement und Informationstechnologie sowie Wirtschaftsinformatik bewerben. Jetzt bewerben: IT-Studiengänge

Die Hildesheimer IT-Studiengänge verbinden Praxisorientierung mit universitärem, wissenschaftlichem Anspruch. Ein Wirtschaftspraktikum ist ein fester Bestandteil aller IT-Bachelor-Studiengänge der Universität Hildesheim. Im Praktikum haben die Studentinnen und Studenten die Möglichkeit, praxisnahe Erfahrung zu sammeln. Die IT-Studiengänge arbeiten intensiv im Arbeitskreis Informationstechnologie (IT) seit vielen Jahren mit Informatikerinnen und Informatikern aus der Region Hildesheim zusammen.

„Die Hildesheimer Studiengänge decken ein breites Spektrum der IT ab. Außerdem haben die Studierenden umfangreiche Vertiefungsmöglichkeiten, um ihre persönlichen Interessen und Befähigungen besonders zur Geltung zu bringen“, sagt Professor Klaus Schmid, Experte für Softwareentwicklung an der Universität in Hildesheim. Die Studentinnen und Studenten entwickeln zum Beispiel moderne Informationssysteme, dem Teilbereich der Informatik, der sich am rasantesten entwickelt.

„Die Studentinnen und Studenten entwickeln moderne Informationssysteme – dieser Teilbereich der Informatik entwickelt sich am rasantesten.“

Informatiker Prof. Dr. Klaus Schmid

Das Studienprogramm „Angewandte Informatik“ ist in dieser Form noch recht jung, wird aber schon jetzt sehr gut angenommen, mit sehr hohen Steigerungsraten. In diesem Programm können sich die Studierenden am stärksten in die Informatikaspekte vertiefen und lernen aktuelle Technologien und Methoden der Informationstechnologie kennen und beherrschen. Im Anwendungsbereich wird vor allem auf Bereiche der Betriebswirtschaftslehre eingegangen. Damit erwerben die Studierenden nicht nur sehr gute Technologiekenntnisse, sondern sind auch direkt auf die Anwendung in der wirtschaftlichen Praxis vorbereitet.

Die Universität Hildesheim bildet Informatikerinnen und Informatiker zu Experten für „Data Analytics“ aus. Die erste Generation der Studierenden kommt unter anderem aus Italien, Indien, Pakistan, Simbabwe, Tunesien, Ägypten, China, Nigeria, Brasilien, Iran und Deutschland. Für das englischsprachige Studienprogramm „Data Analytics“ haben sich im letzten Jahr Studentinnen und Studenten aus der ganzen Welt beworben, 950 Bewerbungen aus 50 Ländern erreichten die Universität. Für das Studienprogramm „Data Analytics“ können sich EU-Bürger noch bis zum 15. Februar 2018 bewerben.

Im Studium „Wirtschaftsinformatik“ befassen sich die Studierenden mit der Frage, wie extrem große Mengen an Informationen und Daten sinnvoll verarbeitet werden können. Die Universität Hildesheim bildet Fachleute aus, die an der Schnittstelle zwischen IT und Wirtschaft arbeiten: Wirtschaftsinformatikerinnen und Wirtschaftsinformatiker entwickeln passende Systeme, damit Unternehmen Datenmengen mit Hilfe des Computers verarbeiten können. Die Studierenden erlernen Grundlagen der Wirtschaftsinformatik, Informatik und Betriebswirtschaft. Ab dem 3. Semester kombinieren sie die Theorie mit Praxiserfahrungen und absolvieren ein zehnwöchiges Wirtschaftspraktikum. Hildesheim sei keine Massenuniversität, stattdessen sei das Studium geprägt von viel Interaktion, Austausch und Diskurs, sagt der Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt.

Informationen über die IT-Studiengänge und die Bewerbung

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121 883 90100, presse@uni-hildesheim.de)

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news-14260 Mon, 08 Jan 2018 11:00:00 +0100 Geoarchäologische Studie: Karlsgraben blieb unvollendet https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/geoarchaeologische-studie-karlsgraben-blieb-unvollendet/ Vor über 1.000 Jahren wollte Kaiser Karl der Große einen durchgehenden Schifffahrtsweg vom Rhein zur Donau schaffen. Das ambitionierte Projekt ist mit modernen Großprojekten wie dem Panama-Kanal oder dem Berliner Flughafen vergleichbar. Und wie bei diesen Projekten gab es auch damals Verzögerungen und technische Probleme wie aktuelle Forschungen eines Teams aus Leipzig, Hildesheim, Jena, Kiel, Berlin und München belegen. Vor über 1.000 Jahren wollte Kaiser Karl der Große einen durchgehenden Schifffahrtsweg vom Rhein zur Donau schaffen. 792/793 n. Chr. wurde das Verkehrsprojekt, das als eines der bedeutsamsten des Frühmittelalters in Zentraleuropa gilt in Angriff genommen. Der sogenannte Karlsgraben liegt am Fuß der Südlichen Frankenalb in Mittelfranken. Das ambitionierte Projekt ist in seinen Dimensionen mit modernen Großprojekten wie dem Panama-Kanal oder dem Berliner Flughafen vergleichbar. Und wie bei diesen Projekten gab es auch damals Verzögerungen und technische Probleme. Aktuelle Forschungen eines Teams aus Leipzig, Hildesheim, Jena, Kiel, Berlin und München belegen nun, dass das Vorhaben Karls des Großen gescheitert ist und verschiedene Teile des Kanals nicht vollendet wurden.

Seit Jahrzehnten wurde die Frage kontrovers diskutiert, ob der südliche Anschluss des Karls­grabens an die Altmühl und damit an das Donaueinzugsgebiet fertiggestellt war. Nur mit diesem Anschluss wäre eine Befahrung des Kanals möglich gewesen. Durch modernste geophysikalische, archäologische und physisch-geographische Untersuchungen ist es dem Forscherteam gelungen, mit neuen Erkenntnissen diese und weitere Fragen zu beantworten. Die im renommierten Fachmagazin „Quaternary International“ publizierten Forschungen belegen, dass sich der Flussverlauf der Altmühl seit der Karolingerzeit nur geringfügig verändert hat. Auf einer Strecke von mindestens 700 Metern zwischen den nachweisbaren Resten des Kanals im Ort Graben und der Altmühl gibt es jedoch keinerlei Spuren eines schiffbaren Kanals. Das Autorenteam um Prof. Dr. André Kirchner (Universität Hildesheim), Prof. Dr. Christoph Zielhofer (Universität Leipzig) und Dr. Lukas Werther (Friedrich-Schiller-Universität Jena) kommt daher zu dem Ergebnis, dass der Bau in diesem Bereich unvollendet blieb.

Nichtsdestotrotz ist der Karlsgraben eine der bemerkenswertesten Ingenieursleistungen des Frühmittelalters. Die seit 2012 laufenden Forschungen im Rahmen eines Schwerpunktpro­gramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) haben gezeigt, dass Teile des Bau­werks weitgehend fertiggestellt und vermutlich funktionsfähig waren. Andere Abschnitte, wie der Kanalanschluss an die Altmühl, wurden dagegen nicht zu Ende gebaut, so dass der Kanal nie als Ganzes befahrbar war. Erst mehr als 1000 Jahre später gelang es im 19. Jahr­hundert mit dem Ludwig-Donau-Main-Kanal, die Idee Karls des Großen erfolgreich zu Ende zu bringen. 

Die Forschungen am Karlsgraben werden auch 2018 fortgesetzt, um noch offene Fragen an das außergewöhnliche Bauwerk zu beantworten.

„Die Erforschung des mittelalterlichen Bauwerks ist nur möglich, da unterschiedliche Fachdisziplinen eng kooperieren“, sagt Professor André Kirchner, der vor allem die Sedimente in der Altmühlaue untersucht. Seit 2016 arbeitet Kirchner als Juniorprofessor für Angewandte Geoökologie an der Universität in Hildesheim. In seiner Forschung untersucht der Physische Geograph und Geoarchäologe unter anderem, wie Siedlungs- und Nutzungstätigkeiten in der Vergangenheit die Umwelt beeinflusst haben.

Original-Publikation: A multidisciplinary approach in wetland geoarchaeology

Kirchner, A., Zielhofer, C., Werther, L., Schneider, M., Linzen, S., Wilken, D., Wunderlich, T., Rabbel, W., Meyer, C., Schmidt, J., Schneider, B., Berg-Hobohm, S., Ettel, P. (2017): A multidisciplinary approach in wetland geoarchaeology: Survey of the missing southern canal connection of the Fossa Carolina (SW Germany). – Quaternary International, doi.org/10.1016/j.quaint.2017.12.021

Team

Hinter der Studie steckt ein Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mehrerer Universitäten in Deutschland. Kontakt zu den Forscherinnen und Forschern:

Prof. Dr. André Kirchner
Universität Hildesheim/ Institut für Geographie
Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim
E-Mail: andre.kirchner@uni-hildesheim.de
Tel: 05121 883 40922

Prof. Dr. Christoph Zielhofer
Universität Leipzig/ Physische Geographie
Johannisallee 19a, 04103 Leipzig
E-Mail: zielhofer@uni-leipzig.de
Tel: 0341 97 32965

Dr. Lukas Werther
Friedrich-Schiller-Universität Jena/ Seminar Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie
Löbdergraben 24a, 07743 Jena
E-Mail: lukas.werther@uni-jena.de
Tel: 03641 944 889

Dr. Stefanie Berg
Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Hofgraben 4, 80539 München
E-Mail: Stefanie.Berg-Hobohm@blfd.bayern.de
Tel: 089 2114 392

An der Studie waren des Weiteren beteiligt:

  • Michael Schneider, Dr. Sven Linzen
    (Leibniz-Institut für Photonische Technologien, Jena)
  • Dr. Dennis Wilken, Dr. Tina Wunderlich, Prof. Dr. Wolfgang Rabbel (CAU Kiel)
  • Dr. Cornelius Meyer (Eastern Atlas, Berlin)
  • Johannes Schmidt, Dr. Birgit Schneider (Universität Leipzig)
  • Prof. Dr. Peter Ettel (Friedrich-Schiller-Universität Jena)

Medienberichte

Die Studie fand auch in der deutschen Medienlandschaft große Beachtung und wurde u.a. bei „welt online“, ,„mdr online“ oder dem „Hamburger Abendblatt“ erwähnt. Radiobeiträge wurden im „Deutschlandfunk“ (18.01.2018 „Im Mittelalter mit dem Schiff vom Main zur Donau / Interview mit Prof. André Kirchner, Universität Hildesheim“, 8 Min, MP3) und bei „Radio Tonkuhle“ gesendet.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121 883 90100)

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news-14175 Tue, 14 Nov 2017 10:30:00 +0100 Geographie: Regionales Bodenbündnis setzt sich für Bodenschutz ein https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/geographie-regionales-bodenbuendnis-setzt-sich-fuer-bodenschutz-ein/ Das Hildesheimer Geographie-Institut hat sich auf Bodenkunde spezialisiert und befasst sich mit dem Schutz der Böden und dem Umgang mit Böden bei Planungs- und Baumaßnahmen. Fachleute aus ganz Deutschland kamen zur 4. Hildesheimer Bodenkonferenz zusammen. „Ein Boden, der einmal hin und her geschaufelt wurde, hat nicht mehr dieselben Eigenschaften wie ein zuvor über viele Jahrtausende gewachsener Boden“, sagt Professor Martin Sauerwein. Kontakt bei Fragen zum Thema: Prof. Dr. Martin Sauerwein (E-Mail martin.sauerwein[at]uni-hildesheim.de)

Etwa 100 Fachleute aus ganz Deutschland kamen im Oktober zur 4. Hildesheimer Bodenkonferenz zusammen. Eingeladen hatten neben dem Landkreis die Universität Hildesheim sowie der Bundesverband Boden e.V.

Wulf Grube vom Landkreis Hildesheim gab einen Überblick über die Aktivitäten des Landkreises zum vorsorgenden Bodenschutz. Er stellte unter anderem dar, wie der Landkreis die wertvollen Böden der Hildesheimer Börde im Rahmen von Baumaßnahmen besser schützen könne. Dies wird dringend nötig sein, wenn wie geplant in 2021 mit den Baumaßnahmen für die Erdkabeltrasse des SuedLinks be-gonnen werden wird. Seit über einem Jahr ist bekannt, dass die Stromautobahn sehr wahrscheinlich den Landkreis Hildesheim und viele Hektar der hochwertigen Ackerflächen durchqueren wird. Der Bundesverband Boden e.V. hat frühzeitig auf die Auswirkungen aufmerksam gemacht, die mit dem Bau von Erdkabeln verbunden sind. Der Bundesverband ist ein gemeinnütziger Verein, der sich mit Fragen der Bodenkunde und des Bodenschutzes beschäftigt. Als vom Bund anerkannter Umweltverband bietet er eine Plattform zum Meinungsaustausch für Akteure aus den verschiedenen, Böden betreffenden Bereichen.

Als Obmann für die Bundesländer Niedersachsen und Bremen im Bundesverband Boden hat Wulf Grube regionale Vertreter des Landvolkes, des BUND und der Wissenschaft an einen Tisch gerufen, um sich frühzeitig und gemeinsam Gedanken zu machen, wie mit den kommenden Herausforderungen, die der SuedLink bringen wird, umgegangen werden kann. Im Fall der geplanten Erdkabeltrasse sind sich direkt betroffene Bewirtschafter der Böden als auch Bodenkundler und Naturschützer einig, dass das bestmögliche Ergebnis für die Böden der Region erreicht werden muss. Carl-Jürgen Conrad als Geschäftsführer des Landvolkes Hildesheim kritisiert den übereilten und wenig durchdachten Wechsel der gesetzlichen Vorgaben für den Erdkabelvorrang, da ein Großteil der Trasse durch landwirtschaftlich genutzte Regionen führen wird und dort neben den erheblichen Beeinträchtigen der Böden auch zahlreiche Landwirte mit erheblichen Bodenverlusten betroffen sein werden. Immerhin handelt es sich beim geplanten Suedlink nicht nur um ein einziges Erdkabel, sondern um zwei Stammstrecken, die sogenannten Vorhaben 3 und 4, welche über viele hundert Kilometer parallel verlegt werden sollen, damit die Inanspruchnahme von Flächen möglichst gering gehalten wird. Da eine Stammstrecke aus technischen Gründen aus zwei einzelnen Kabelsträngen bestehen muss, die wiederum paarweise in jeweils einem Graben verlegt werden, sind insgesamt vier parallel verlaufende Kabelgräben erforderlich. Die gesamte Breite der Baustelle beträgt einschließlich der Fahrspuren für die Baufahrzeuge voraussichtlich insgesamt etwa 40 bis 50 m. Die genaue Zahl wird letztlich abhängen von den erforderlichen Flächen für die Zwischenlagerung der zeitweise auszubauenden und zwischenzulagernden Bodenmassen. Diese müssen schichtenweise getrennt voneinander gelagert werden, um hinterher wieder schonend und in ihrer ursprünglichen Folge wieder eingebaut zu werden.

Nachhaltiger und schonender Umgang mit den Böden

„Ein Boden, der einmal hin und her geschaufelt wurde, hat nicht mehr dieselben Eigenschaften wie ein zuvor über viele Jahrtausende gewachsener Boden!“, gibt Prof. Dr. Martin Sauerwein vom Institut für Geographie von der Universität Hildesheim die gleichlautende Meinung der Fachleute wider. Daher ist es auch wichtig von vornherein zu regeln, dass die Böden nach Beendigung der Baustelle entsprechend Zeit zur Regenerierung und zur Ausbildung gesunder Strukturen erhalten, bevor sie wieder genutzt werden können.

Die Fachleute sind sich einig, dass durch eine frühzeitige Beteiligung von Experten an der Planung der nachhaltige und schonende Umgang mit den Böden während des Bauens gewährleistet werden kann. Entscheidend ist dabei beispielsweise die laufende Beobachtung der Feuchtigkeit des Bodens. Ist der Boden an einem Tag zu nass, darf dann nicht mit schwerem Gerät auf ihm gefahren werden, damit es im Boden nicht zu Verdichtungen kommen kann, die im Nachhinein nicht mehr beseitigt werden können. Diese Gefahr ist bei den lößhaltigen Böden der Hildesheimer Börde besonders gegeben.

Die Bodenfeuchte ist aber nur ein Aspekt eines gesamten Paketes zum Schutz der Böden beim Bauen. Im Rahmen der Bodenkundlichen Baubegleitung werden darüber hinaus eine ganze Reihe anderer Faktoren zu betrachten sein. Nahezu völlige Unklarheit herrscht bei der Frage nach einer Beeinflussung der Böden durch die hohen Temperaturen, die durch den Betrieb der Erdkabel im Boden auftreten werden. Die Fachleute der Tennet konnten nur wenig befriedigende Auskünfte zu den berechtigten Fragen der anwesenden Landwirte geben, wie stark eine Erwärmung des Bodens ausfallen wird und welche Folgen zum Beispiel für den Bodenwasserhaushalt und damit auch auf die Anbaufrüchte zu erwarten sind. Zwar gibt es erste Erkenntnisse aus anderen Projekten wie beispielsweise dem der Erdkabeltrasse im münsterländischen Raesfeld. Ein unmittelbarer Vergleich zu den Böden der Hildesheimer Börde ist jedoch nicht ohne weiteres möglich, da diese überwiegend aus dem nach der letzten Eiszeit abgelagerten staubartigen Löss bestehen und damit mehr Wasser speichern können als die eher sandigen Böden des Münsterlandes. Außerdem wurde dort ein Wechselstromkabel verlegt, der SuedLink ist dagegen als Gleichstromkabel ausgelegt. Die vielen Unklarheiten und offenen Fragen sollen nach den Vorstellungen der Vertreter des Hildesheimer Bodenbündnisses möglichst im Vorfeld und im Dialog mit den Vertretern der Bundesnetzagentur als Genehmigungsbehörde sowie der Tennet, dem Antragsteller und Betreiber des Erdkabelvorhabens, besprochen werden. Nicht alle Punkte werden im Vorfeld abschließend zu regeln sein. Diese sollen dann fortlaufend im Dialog geklärt werden. Hierfür müssen bereits im derzeit laufenden Verfahren, in welchem die Bundesnetzagentur der Tennet den Rahmen für noch vorzunehmende Betrachtungen und Untersuchungen vorgibt, entsprechende Vorgaben berücksichtigt werden.

Das Bodenbündnis sieht sich als zentraler Ansprechpartner und Koordinator für die regionalen Aktivitäten. Sowohl betroffene Kommunen als auch Grundstückseigentümer wie Landwirte können sich an die Akteure wenden.

Die Vorträge der Hildesheimer Konferenz sind online abrufbar.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Geographie
news-13919 Mon, 25 Sep 2017 08:18:00 +0200 Geographie: Wie der Mensch die Umwelt verändert https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/geographie-wie-der-mensch-die-umwelt-veraendert/ Böden und Sedimente speichern Informationen aus der Vergangenheit. Ein Team um Doktorandin Jasmin Karaschewski und Juniorprofessor André Kirchner kann sie lesen. Im thüringischen Unstrut-Hainich-Kreis untersuchen die Umweltexperten des Instituts für Geographie Felder, die schon seit dem frühen Neolithikum nahezu kontinuierlich besiedelt wurden. Dazu entnehmen sie Proben, die sie im Hildesheimer Uni-Labor untersuchen. Seit Frühjahr 2016 arbeitet André Kirchner als Juniorprofessor für Angewandte Geoökologie an der Universität in Hildesheim. In seiner Forschung untersucht der Geograph, wie Siedlungs- und Nutzungstätigkeiten in der Vergangenheit die Umwelt beeinflusst haben.

Derzeit sind der Professor und die Doktorandin Jasmin Karaschewski zusammen mit Studentinnen und Studenten aus Hildesheim und Gießen auf Feldern zwischen Seebach, Heroldishausen und Großengottern unterwegs, um Bodenprofile anzulegen und Bodenproben zu entnehmen. Zwei Meter tiefe Gruben sind entstanden. Es geht dem Team unter anderem darum herauszufinden, ob und in welchem Maße sich die Landnutzung verschiedener Kulturgruppen auf die Vegetationszusammensetzung oder Bodenerosion ausgewirkt haben – dieses Wissen steckt in Böden und Sedimenten. Sie sind quasi Langzeitarchive und verraten viel über die Vergangenheit.

Hildesheimer Geographen untersuchen Sedimente und Böden aus Thüringen

Durch Grabungen und Bohrungen in der Unstrutaue und daran angrenzenden Hänge haben die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zum Beispiel nachweisen können, dass die ersten neolithischen Ackerbauern – etwa vor 7000 Jahren – anders als heute sicherlich nicht in den Auen der Unstrut ackerten, da sich zu dieser Zeit dort ein großes Feuchtgebiet befand. Weiterhin „liefern die Untersuchungen eindeutige Hinweise dafür, dass es in der Neuzeit zu verstärkter Bodenerosion kam, was aus mächtigen Ablagerungen in den Auen und Unterhang­bereichen geschlussfolgert werden kann“, sagt Professor Kirchner.

Die entnommenen Bodenproben werden im bodenkundlich-sedimentologischen Labor des Instituts für Geographie und in dem gemeinsam mit dem Institut für Biologie und Chemie betriebenen umweltwissenschaftlichen Labor nun auf physikalische und chemische Eigenschaften untersucht. So werden zum Beispiel Korngrößen, Nähr- und Schadstoffe, Gesamtgehalte an Kohlenstoff und Stickstoff sowie der organische Kohlenstoffgehalt bestimmt. Im Uni-Labor können außerdem Schwermetallgehalte mittels „Atomabsorptionsspektrometrie“ und Anionen und Kationen mit Hilfe der „Ionenchromatographie“ gemessen werden. Außerdem werden Standardparameter wie pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit, Kalkgehalt, Lagerungsdichte und Bodenfeuchte erfasst.

Wie arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Gelände und Labor?

Welche Laborgeräte kommen in der Forschung zum Einsatz? Hier gibt das Institut für Geographie Einblicke in die bodengeographischen Geländearbeiten und die Laborausstattung. Neben einer Grundausstattung für bodengeographische Geländearbeiten arbeitet das Uni-Institut zum Beispiel mit einem Bohrgerät zur Durchführung von „Rammkernsondierungen“.

Bodenkonferenz in Hildesheim

Das Hildesheimer Geographie-Institut hat sich auf Bodenkunde spezialisiert. Am 19. Oktober 2017 tagen etwa 50 Fachleute in Hildesheim. Der Schutz der Böden und der Umgang mit Böden bei Planungs- und Baumaßnahmen steht im Mittelpunkt der Hildesheimer Bodenkonferenz. Professor Martin Sauerwein hält den Vortrag „Über Anforderungen an ein nachhaltiges regionales Bodenschutzkonzept für eine Erdkabeltrasse im Landkreis Hildesheim und Gedanken zur Realisierung“. Der Geograph forscht und lehrt seit 2008 an der Universität Hildesheim. Die Tagung ist öffentlich (Programm online). Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenfrei, eine Anmeldung per E-Mail ist bis 13. Oktober 2017 möglich (susanne.ohlendorf[at]uni-hildesheim.de).

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121 883 90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Biologie & Chemie Geographie Forschung Startseite
news-13828 Mon, 28 Aug 2017 18:54:00 +0200 Zahlentheorie: „Und dann kommt die Idee ganz plötzlich“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/zahlentheorie-und-dann-kommt-die-idee-ganz-ploetzlich/ Aus der Forschung: Am Ende hilft oft Zeit, um die Dinge vollständig zu verstehen. Im Interview spricht der Mathematiker Jan-Hendrik de Wiljes über seine Doktorarbeit, die Anwendung mathematischer Theorien und die Förderung des mathematischen Denkens in Grundschulen. Wer Jan-Hendrik de Wiljes zuhört, entdeckt, wie faszinierend mathematisches Denken ist. Da sind zum Beispiel die Primzahlen, von denen der Wissenschaftler mit Begeisterung berichtet. „Primzahlen sind die Bausteine der natürlichen Zahlen". Eine Zahl ist eine Primzahl, wenn man sie nur durch sich selbst und durch 1 teilen kann. Beispielsweise die 2, die 3, die 5, die 7, die 11. Eine ungelöste Frage ist zum Beispiel das Primzahlzwillingsproblem. Gibt es unendlich viele Paare von Primzahlen, die sich nur um 2 unterscheiden, fragt de Wiljes – und nennt Paare wie 3 und 5, 11 und 13, 59 und 61.

Primzahlen sind aber nicht nur von theoretischem Interesse, sondern haben im letzten Jahrhundert in der Kryptographie unerwartet praktischen Nutzen erfahren. „Wie kann man Daten im Internet sicher übertragen? Daten müssen zum Beispiel beim Online-Banking oder beim Austausch von E-Mail-Nachrichten sicher sein. Bekannt ist das RSA-Verfahren, welches auf folgendem Prinzip basiert: Zwei Primzahlen, etwa 11 und 13, kann man leicht multiplizieren – 143. Diese 143 aber dann wieder aufzuteilen ist weitaus schwieriger, das zurückzuverfolgen dauert länger", erläutert der Mathematiker.

Stift und Papier gehören zum Alltag des Wissenschaftlers.  „Ich fange an, probiere aus, suche Prinzipien. Dann führe ich viele Gespräche, es ist wichtig in Kolloquien zusammenzukommen und Ideen unter Fachleuten zu präsentieren." De Wiljes gehört zu einem Team um Professor Jürgen Sander, das regelmäßig Expertinnen und Experten aus der Zahlentheorie an einen Tisch holt, um sich über gelöste und ungelöste mathematische Probleme auszutauschen.

Interview mit dem Zahlentheoretiker Jan-Hendrik de Wiljes

Wie heißt Ihre Doktorarbeit?

Meine Doktorarbeit trägt den Titel „Über maximale Mengen, die keine k+1 Zahlen mit größtem gemeinsamen Teiler ungleich 1 enthalten“.

Was untersuchen Sie in der Forschung?

Ich untersuche die Cliquenzahl in speziellen Hypergraphen – das ist eine graphentheoretische Interpretation des Themas. Man kann das Problem wie folgt verständlich machen: Unter den ersten 20 natürlichen Zahlen suche ich möglichst viele, so dass jede Primzahl höchstens zwei (das entspricht dem k) dieser Zahlen teilt, das wären etwa {1,2,3,4,5,7,9,11,13,17,19}. Jetzt kann man sich natürlich dieselbe Frage stellen, wenn nicht die ersten 20 natürlichen Zahlen, sondern die ersten n natürlichen Zahlen (wobei n eine beliebige natürliche Zahl ist) betrachtet werden. Andererseits kann man auch das k ändern (also kann man fordern, dass jede Primzahl höchstens drei oder vier – oder eben mehr – Zahlen der Menge teilt). Solche Fragen und noch viele weitere – unter anderem unter Betrachtung „verallgemeinerter natürlicher Zahlen“ – untersuche ich.

Eine Erkenntnis, zu der Sie jüngst kamen?

Ganz erstaunlich ist, dass solche maximalen Mengen ab einem genügend großen n (in Abhängigkeit von k) keine Elemente mit mehr als drei Primteilern enthalten (und im Fall von genau drei Primteilern, muss einer dieser Teiler 2 oder 3 sein).

Warum ist Ihre Forschung keine Zeitverschwendung – warum ist Ihre Forschung wichtig?

Das ist eine gute Frage. Erstens ist es ein sehr interessantes Problem. Es gibt viele ähnliche von dem berühmten Paul Erdös untersuchte Fragestellungen, insbesondere die graphentheoretische Interpretation enthält einen Spezialfall, über den Erdös selbst geforscht hat, den sogenannten Coprime Graph of Integers. In der Mathematik geht es nicht zwingend immer um den Nutzen für den Alltag, aber es ist ein Anliegen der Zahlentheorie, die Verteilung der Primzahlen zu verstehen.

Mit der Kryptographie gibt es ein klassisches Anwendungsgebiet, das Resultate aus der Zahlentheorie verwendet, die deutlich früher und ohne jeden Wunsch der Anwendung gefunden wurden. Insofern ist nicht auszuschließen, dass die Ergebnisse meiner Arbeit irgendwann auch eine Anwendung in der „realen Welt“ finden.

Und wie lange dauert Ihre Forschung?

Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal denke ich über ein Problem lange nach – häufig mit vielen Ansätzen, die dann in Sackgassen führen – und lasse es ruhen und dann kommt mir die richtige Idee ganz plötzlich, beispielsweise unter der Dusche. Andere Probleme lassen sich nur durch das Erstellen vieler Beispiele genauer verstehen und lösen, dann ist durchaus einiges an Programmieraufwand und systematischen Ausprobieren gefragt. Am Ende hilft aber oft Zeit – gelegentlich ohne direkte Beschäftigung mit den Fragestellungen –, um die Dinge vollständig zu durchdringen.

Welche Verantwortung tragen Sie als Wissenschaftler?

Um ehrlich zu sein, in meinem Gebiet nicht so furchtbar viel. Es ist lediglich wichtig, dass die Beweise korrekt sind, damit spätere Forschung auf einem sicheren Fundament betrieben werden kann. Deutlich verantwortungsvollere Aufgaben habe ich meiner Meinung nach in der Ausbildung von angehenden Lehrerinnen und Lehrern an der Universität Hildesheim. Der Einfluss auf zukünftige Generationen durch die Ausbildung von (hauptsächlich) Grundschullehrkräften kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Da denke ich natürlich auch als Vater von zwei KiTa-Kindern an mathematische Bildung.

Nun sind Sie fertig mit Ihrer Promotion an der Universität in Hildesheim und tragen den „Doktortitel“ – haben Sie Sorge, wie es nun beruflich weitergeht?

Nicht wirklich, mit Mathematik findet man (fast) immer sehr interessante Aufgaben und es gibt (fast) überall Bedarf. Es geht eher darum, den passenden Bereich zu finden, der einem Spaß macht.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Zur Person

Dr. Jan-Hendrik de Wiljes, 32, geboren in Hannover, Titel der Doktorarbeit „Über maximale Mengen, die keine k+1 Zahlen mit größtem gemeinsamen Teiler ungleich 1 enthalten“, betreut durch Prof. Dr. Jürgen Sander vom Institut für Mathematik und Angewandte Informatik der Universität Hildesheim. Der Mathematiker hat zuvor an Universitäten in Berlin und Hannover geforscht, seit sieben Jahren arbeitet de Wiljes in Hildesheim.

Lehrerausbildung: „Mathematisches Denken fördern“

Hier äußert sich der Mathematiker Jan-Hendrik de Wiljes über mathematische Theorien und ihre Anwendung im Alltag.

Der Wissenschaftler bildet in Hildesheim die nächste Generation der Mathematiklehrerinnen und Mathematiklehrer aus, etwa in Seminaren wie „Vertiefung der Graphentheorie“, „Mathematische Anwendersysteme für den Unterricht“ oder „Kryptographie – Algebraische und zahlentheoretische Methoden“. Wie bringt man Kindern und Jugendlichen mathematisches Denken bei? Die Kryptographie sei ein „dankbares Arbeitsgebiet für Lehrerinnen und Lehrer", eine mathematische Theorie, die Anwendung im Alltag erfährt, beliebt bei den Lehramtsstudierenden, sagt de Wiljes. „Man muss erst ein gewisses Zahlenverständnis aufbauen, man muss wissen, was natürliche Zahlen, Grundrechenarten und Primzahlen sind – dann kann man mit der Kryptographie im Unterricht loslegen, etwa in der sechsten Klasse. Man kann Bezüge zu Computern herstellen, über den sensiblen Umgang mit Daten sprechen. Verschlüsselung ist das Thema überhaupt – auch für Erwachsene."

Mit dieser Nähe zum Alltag, mit der Anwendung mathematischer Theorien haben die Mathematiker aber auch „sehr zu kämpfen". „Mathematik ist viel mehr als Anwendung. Eine ganze Menge an Problemen hat nichts mit der Realität zu tun. Vielen Personen erschließt sich dabei nicht der Sinn“, sagt Jan-Hendrik de Wiljes. Zudem sei die Realität komplex.

De Wiljes nennt als Beispiel das Netz der Deutschen Bahn. „Möglichst viele Züge sollen zu passenden Zeiten die richtigen Orte passieren, Menschen transportieren, Lokführer und Maschinen müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Und dann kommt das Wetter, Eis und Sturm. Ich kann das Problem nicht einfach in ein mathematisches Modell übertragen, es gibt viele Ungewissheiten." In der Mathematik hingegen könne er „störende Nebenfaktoren zunächst reduzieren, Eis und Regen weglassen". Es gehe darum „auch mit Objekten Kontakt zu haben, die keinen Bezug zur Realität haben". Mathematisch zu denken mache einfach große Freude – wie auch die Verbreitung des Rätsels „Sudoku" zeige. „Es muss nicht alles auf Anwendung getrimmt sein. Kinder in der Grundschule wollen ihren Kopf benutzen, sie haben viel Wissensdurst und Spaß beim Denken. Wenn wir Lehrerinnen und Lehrer ausbilden, die das gut transportieren und das mathematische Denken fördern, geht das nicht verloren", sagt der Mathematiker.

Einblicke in Forschung

Das Interview mit Dr. Jan-Hendrik de Wiljes ist Teil einer fortlaufenden Serie über Doktorandinnen und Doktoranden an der Universität Hildesheim. Wer Einblicke in seine Arbeit, Forschungsmethoden und wissenschaftliche Erkenntnisse geben möchte, kann sich gerne in der Pressestelle bei Isa Lange melden (presse@uni-hildesheim.de). So gibt zum Beispiel die Erziehungswissenschaftlerin Dr. Wiebke Hiemesch Einblicke in ihre Dissertation. Die Literaturwissenschaftlerin Dr. Jennifer Clare zeigt in ihrer Doktorarbeit, wie Politik und Literatur ineinandergreifen.

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news-13592 Thu, 27 Jul 2017 14:12:00 +0200 Green Office: Wie wir Ressourcen im Uni-Alltag schonen können https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/green-office-wie-wir-ressourcen-im-uni-alltag-schonen-koennen/ Am Hauptcampus feilt ein Team des „Green Office“ an Wegen, das Hochschulleben und die Universität Hildesheim nachhaltiger zu gestalten. Wer steckt dahinter? Ein Gespräch mit der Biologin Karina Schell, der Umweltstudentin Ester Vogt und dem Psychologiestudenten Simon Böning. Seit 2016 gibt es an der Universität Hildesheim ein Nachhaltigkeitsbüro. Was machen Sie im Green Office?

Karina Schell: Ich leite das Green Office der Uni Hildesheim. Wir setzen uns dafür ein, Nachhaltigkeit im universitären Alltag sichtbar zu machen und zu fördern. Unser neues Forschungsjournal ist ein gutes Beispiel dafür. Ich habe Biologie studiert und war im Natur- und Klimaschutz tätig, aber betrachte Nachhaltigkeit nicht nur aus biologischer Perspektive. Wir arbeiten im Green Office sehr interdisziplinär.

Simon Böning: Im Green Office arbeite ich im Bereich „Netzwerk“: Es wird schon viel gemacht, die Universität ist auf einem guten Weg in Richtung Nachhaltigkeit. Wir möchten diesen Weg unterstützen und nehmen uns als Schnittstelle für nachhaltiges Engagement wahr. Wir freuen uns über jede Unterstützung; Bei Interesse bin ich Ansprechpartner für Freiwillige, die diesen Prozess mitgestalten wollen. Auf Plattformen wie Facebook kann man unsere Projekte verfolgen und sich auf dem Laufenden halten. Ich habe übrigens Sozial- und Organisationspädagogik studiert und studiere nun Psychologie an der Universität Hildesheim.

Ester Vogt: Im Green Office habe ich zusammen mit Saskia Dröge am neuen Forschungsjournal mitgewirkt [Forschungsjournal online lesen]. Aktuell arbeite ich zusammen mit dem Dezernat für Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten an einem Mitarbeiterguide, der den effizienten Umgang mit Ressourcen im Büroalltag erleichtert. Und ich konzipiere eine Kampagne, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studierende dazu ermutigen soll „Treppe statt Fahrstuhl“ zu nutzen. Mit motivierenden Sprüchen möchten wir das Zu-Fuß-Gehen fördern. Ich studiere „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung“ im Masterstudium.

Wie einfach ist es, eine Universität nachhaltiger zu gestalten und wo setzen Sie in Hildesheim an?

Karina Schell: Als wissenschaftliche Mitarbeiterin trage ich nachhaltige Entwicklung als Querschnittsthema an die Studierenden heran. Dieses Semester gebe ich ein Seminar zu der Frage: Wie fair, nachhaltig und zukunftsfähig ist Hildesheim und was bedeuten die UN-Nachhaltigkeitsziele im lokalen Kontext?

Ester Vogt: In Zusammenarbeit mit dem AStA, dem Studentenwerk und einer Projektgruppe aus dem Seminar „Sustainable University“ setzen wir uns dafür ein, Müll durch Pappbecher zu vermeiden und stattdessen Mehrwegbecher zu nutzen. Seit Juni ist ein biologisch-abbaubarer Mehrwegbecher bei uns im Green Office und dem Asta-Büro erhältlich.

Wie können Sie denn die Menschen in der Uni zu mehr Nachhaltigkeit bewegen?

Simon Böning: Wenn von Nachhaltigkeit die Rede ist, sieht man oft, was alles noch passieren muss, und man strebt eine Utopie an. Dann geht häufig verloren, was man alles schon erreicht hat. Ich glaube, es ist wichtig zu zeigen, was schon passiert und wie Ressourcen geschont werden können. Wir möchten das Machbare aufzeigen und weitere Menschen motivieren, auch ihren Teil beizutragen. Wir haben gerade eine Mitfahrgruppe für unsere Uni ins Leben gerufen. Wir möchten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studierende für Fahrgemeinschaften zusammenbringen und so gleichzeitig  das Autoaufkommen reduzieren.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Jetzt mitwirken: Mitfahrnetzwerk der Uni

Kurz erklärt

Mitten auf dem Campus: Green Office der Universität Hildesheim

Am Hauptcampus feilt das interdisziplinäre Team des Green Office an Wegen, um das Campusleben und die Universität Hildesheim nachhaltiger zu gestalten. In diesen Prozess sollen möglichst alle Universitätsangehörige eingebunden werden – Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das Green Office dient dabei als Schnittstelle, um gemeinsam Ideen und Projekte umzusetzen. Das Team setzt bei den Menschen auf dem Campus an. „Wir haben auf unserem Planeten beschränkte Ressourcen. Also müssen wir mit jenen, die wir im Moment auf der Erde haben, schonend umgehen. Unser Auftrag als Universität ist, bei allen Studierenden und Beschäftigten anzusetzen: Wie können wir nachhaltig, energie- und ressourcenschonend leben und agieren, um auch künftigen Generationen deren Zukunft nicht zu verbauen?“, so Geographieprofessor Martin Sauerwein

Das Team des Green Office besteht aus einer Koordinatorin und sechs Studierenden aus den Studienbereichen Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation, der Psychologie und dem Studiengang „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung“.

In diesem Semester hat das Green Office die erste Ausgabe des „Forschungsjournals Nachhaltigkeit“ herausgeben. Die Publikation gibt einen Einblick in die wissenschaftliche Arbeit unterschiedlicher Fachdisziplinen [online lesen].

Das Team des Green Office organisiert viele Projekte und Aktionen, die zum Umdenken motivieren und berät in Sachen Nachhaltigkeit. Wer zum Beispiel eine Tagung organisiert, kann das Green Office für Informationen zu Verpflegung mit regionalen und ressourcenschonenden Produkten ansprechen. Wer sich theoretisch mit Nachhaltigkeit befassen möchte, kann eine wissenschaftliche Projektarbeit am Green Office planen. Die Universität Hildesheim kann so zu einem Lernort werden, „an dem Nachhaltigkeit beforscht, gelebt und diskutiert wird“. 

Tipps für einen nachhaltigen Uni-Alltag

  • Mehrweg statt Einweg – selbstmitgebrachte Becher für die Kaffeepause in der Unimensa/Cafeteria befüllen lassen oder Becher der Mensa gegen Pfand leihen

  • Lieber Kalorien als Strom verbrennen:  Treppen statt Fahrstühle nutzen

  • Doppelseitiges Ausdrucken und Kopieren

  • Wege zur Uni: Fahrrad und Bus statt Auto

  • Gemeinsam Fahren: Fahrgemeinschaften nutzen (hier geht es zum Mitfahrnetzwerk)

  • Weiterbilden: Zertifikat „Nachhaltigkeit und Bildung“

  • Mehr Tipps im „Green-Guide”

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news-13475 Wed, 21 Jun 2017 09:18:05 +0200 Mentoring-Programm: „Ich bin optimal vorbereitet auf das, was kommt“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/mentoring-programm-ich-bin-optimal-vorbereitet-auf-das-was-kommt/ Bis zum 28. Juni 2017 können sich Studentinnen und Absolventinnen für das Mentoring-Programm bewerben. Über neun Monate werden sie von erfahrenen Mentorinnen und Mentoren begleitet. Im Interview sprechen die Studentin Renée Gauer und ihre Mentorin Suzanne Walter über das Mentoring. Studentinnen und Absolventinnen können sich aktuell für das „ProKarriere-Mentoring“ bewerben. Der Bewerbungsschluss ist der 28. Juni 2017, mehr Informationen finden Sie online. Das Mentoringprogramm richtet sich an Studentinnen aller Fachrichtungen der letzten beiden Semester ihres Bachelor-Studiums, an alle Master-Studentinnen und an Absolventinnen.

Das Programm funktioniert so: Über neun Monate wird eine „Mentee“ (Studentin oder Absolventin) am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn von einer berufserfahrenen Person begleitet und gefördert, sagt Dr. Silvia Lange, Projektleiterin und Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hildesheim. Mentorinnen und Mentoren aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen geben dabei ihre Erfahrungen weiter. Ergänzt wird die Mentoringbeziehung durch ein an den Bedarfen der Mentees ausgerichtetes Begleitprogramm.

Interview mit Renée Gauer und Suzanne Walter

Renée Gauer, studiert im Masterstudiengang „Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“ an der Universität Hildesheim. Die 24-Jährige bereitet technische Themen sprachlich so auf, dass sie verständlich sind und kann diese Fähigkeiten zum Beispiel in der Unternehmenskommunikation und bei der Erstellung von Bedienungsanleitungen und Produktleitfäden anwenden. Renée Gauer ist seit neun Monaten Mentee im Mentoring-Programm.

Suzanne Walter, Mentorin im Programm „ProKarriere-Mentoring“. Sie berät Unternehmen im internationalen Personalwesen und unterstützt Unternehmen bei der Suche nach Fach- und Führungskräften. Suzanne Walter hat Betriebswirtschaft studiert und war für das Personalwesen in Europa für ein Unternehmen mit 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tätig.

Was machen Sie im Rahmen des Programms „ProKarriere-Mentoring“?

Renée Gauer: Wir treffen uns einmal im Monat: Wie läuft das Studium? Wie geht es nach dem Studium weiter? Ich bin jetzt am Ende meines Masterstudiums, die Gespräche mit Frau Walter helfen mir sehr. Mit Hilfe von Frau Walter habe ich meinen Wunschplatz gefunden: In einem großen Industrieunternehmen werde ich einen Kommunikationsplan entwickeln. Das passt gut zu meinem Studium im Bereich Sprache und Technik sowie interne Unternehmenskommunikation.

Suzanne Walter: Ich habe schon einmal an dem Programm als Mentorin teilgenommen. Es ist wichtig, dass beide Seiten mitarbeiten, bei uns war es wie „Liebe auf den ersten Blick“. Ich versuche Renée zu unterstützen, etwa in der Frage, wie eigentlich der Bewerbungsprozess verläuft und wie man mit Absagen und Zusagen umgehen kann. Die Bewerbungstrainings, in die man die jungen Leute schickt, sind so standardisiert. Ich kann meine jahrelangen Erfahrungen im internationalen Personalwesen teilen. Und wenn es darum geht, einen Platz zu finden, drücke ich Renée die Daumen.

Wie erleben Sie das Mentoring-Programm, wozu trägt das Mentoring bei?

Renée Gauer: Wenn ich  mit einer Kommilitonin über die Zeit nach dem Studium spreche, ist das ganz anders als die Gespräche, die wir im Mentoring führen. Frau Walter hat langjährige Erfahrungen und sie ist immer ehrlich und direkt und das hilft mir sehr weiter.

Suzanne Walter: Ich habe eine Verantwortung für Renée. Dass das Mentoring so gut funktioniert, liegt auch an dem Engagement der Studentin, die sehr gut mitarbeitet und sich Zeit für das Mentoring nimmt. Wir haben ein gutes Vertrauensverhältnis.

Hat sich durch das Mentoring in den letzten Monaten etwas verändert?

Renée Gauer: Die klaren und offenen Gespräche haben mir ungemein weitergeholfen. Im Rahmenprogramm habe ich an vielfältigen Workshops teilnehmen können, zum Beispiel sprachen wir mit Frauen aus Industrieunternehmen über ihren Werdegang. Im Workshop zur Karriere- und Lebensplanung haben wir Mentees über die eigenen Stärken und Schwächen nachgedacht. Während der neun Monate im Mentoring wird man im positiven Sinne dazu gezwungen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und sich zu entscheiden: Was will ich machen?

Suzanne Walter: Ich lerne auch viel – die Gespräche mit Renée sind sehr erfrischend. Es ist sehr schön zu erleben, wie aufgeschlossen und zuversichtlich die junge Generation ist. Das gibt mir das Gefühl, dass wir auf einem guten Weg sind in die Zukunft. Renée hat meine Adresse und kann mich auch nach Ende des Mentorings erreichen – dann können wir weiter darüber sprechen, wie es weitergeht. Ich hoffe, dass es eine Freundschaft bleibt.

Empfehlen Sie das Mentoring-Programm weiter?

Renée Gauer: Auf jeden Fall! Das Mentoring hat mich weitergebracht. Vor allem empfehle ich das Mentoring Studentinnen, die am Ende ihres Studiums sind. Sie haben die Chance, sich neun Monate intensiv mit ihrer beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen. Ich schreibe jetzt meine Masterarbeit und habe das Gefühl, optimal vorbereitet zu sein auf das, was kommt.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-13451 Sun, 18 Jun 2017 20:10:51 +0200 Studierende wollen Jugendliche für Informatik und Naturwissenschaften begeistern https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/studierende-wollen-jugendliche-fuer-informatik-und-naturwissenschaften-begeistern/ Auch in diesem Jahr hat der Fachbereich 4 der Universität Hildesheim Jugendlichen Einblicke in die Vielfalt der Naturwissenschaften, Technik und Informatik während der Ideen-Expo in Hannover gegeben. Die niedersächsische Wissenschaftsministerin zeigt sich von den „vielseitigen Erfindungen der Studierenden“ beeindruckt. Während der Ideen-Expo in Hannover haben Studentinnen und Studenten und Lehrende der Universität Hildesheim Jugendlichen Einblicke in die Vielfalt der Naturwissenschaften, Technik und Informatik gegeben. Die Universität Hildesheim nimmt seit 2011 regelmäßig an der Ideen-Expo teil. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler für naturwissenschaftliche und technische Berufe zu begeistern.

In diesem Jahr haben Studentinnen und Studenten aus dem Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik der Universität Hildesheim Exponate entwickelt. In den vergangenen Tagen haben sie mit Jugendlichen zum Beispiel zu den Themen „Nanotechnologie unter der Lupe“, „Elektronisches Whiteboard im Smartphone“ und „Sensoren mit dem Smartphone auslesen“ gearbeitet sowie einen „persönlichen intelligenten lernfähigen Servierroboter“ entwickelt.

„Die spannenden Exponate der Universität Hildesheim wecken die Lust auf Naturwissenschaften und Technik. Mich beeindrucken die vielseitigen Erfindungen der Studierenden, die vom selbst entworfenen Servierroboter, der auf Parties und Empfängen eingesetzt werden kann, bis zu den selbst entwickelten Sensoren, die Chemie auf dem Smartphone erlebbar machen, Kreativität mit alltäglichem Nutzen verbinden“, sagte die niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić.

An einem Chemieexponat konnten Schülerinnen und Schüler ihr Smartphone drahtlos mit den Messgeräten der Hildesheimer Forscher verbinden. Die Ergebnisse der Experimente konnten so direkt auf dem Smartphone angezeigt werden. Die Jugendlichen konnten sich gleichzeitig anschauen, wie die Sensoren, die sich mit dem Telefon verbinden, aufgebaut sind und erhielten Einblicke in die technischen Details. An einem anderen Hildesheimer Exponat haben Studierende mit den Jugendlichen einen Ausflug in die Nanodimension unternommen und sich kritisch mit der Anwendung von Nanotechnologie auseinandergesetzt. IT-Studierende gaben den Jugendlichen Einblicke in die Entwicklung von Apps, die zum Beispiel für die Fahrtaufzeichnung entwickelt werden. Dabei wird das Smartphone als Navigationssystem verwendet und zeichnet während der Fahrt Daten wie Geschwindigkeit, Neigungswinkel des Fahrzeugs, Himmelsrichtung und ein Kamerabild auf.

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news-13306 Sun, 04 Jun 2017 08:10:00 +0200 Aus der IT-Forschung: Fehler in Software vermeiden https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/aus-der-it-forschung-fehler-in-software-vermeiden/ Informatiker forschen an der Universität Hildesheim an Techniken, wie Software effizient weiterentwickelt werden kann. Mit ihrer Forschung wollen die Wissenschaftler um Professor Klaus Schmid dazu beitragen, Fehler in Software zu vermeiden. Nun setzen sie ihre Arbeit in einem internationalen Forschungsprojekt fort. Wie Softwaresysteme effizient produziert werden können, damit befasst sich Professor Klaus Schmid auf dem IT-Campus am Samelsonplatz der Universität Hildesheim. „Unternehmen entwickeln oft eine Menge ähnlicher Systeme. Wenn hier Software-Produktlinienansätze genutzt werden, können viele Teile wiederverwendet werden. Dies führt zu enormen Kosteneinsparungen bei gleichzeitig verbesserter Qualität“, sagt der Informatiker.

Ein Team um Klaus Schmid nimmt derzeit die Arbeit im internationalen Forschungsprojekt „REVaMP²" auf. 31 Partner aus sechs Ländern kooperieren in den kommenden drei Jahren in dem Projekt. Die Hildesheimer Informatiker arbeiten dabei mit renommierten Forschungseinrichtungen wie der University Pierre and Marie Curie, der University of Gothenburg, dem Forschungszentrum Informatik und der Université Paris 1 Panthéon Sorbonne sowie großen Industriepartnern wie ABB, Bosch, Saab, Scania und Siemens zusammen.

„Wir beschäftigen uns in dem Projekt mit der automatisierten Erstellung von Software-Produktlinien, die auf bereits existierenden Produkten aufbauen“, sagt Sascha El-Sharkawy, Informatiker an der Universität Hildesheim. „Die effiziente Entwicklung von Software-Produktlinien ist ein Bereich des Software Engineerings. Dabei teilen sich die Produkte einer Produktlinie eine gemeinsame Basis, grenzen sich aber auch durch individuelle Funktionalitäten voneinander ab. Durch eine hohe Wiederverwendung der gemeinsamen Artefakte über die verschiedenen Produkte hinweg soll die Qualität erhöht, Kosten gesenkt und die Entwicklungszeit stark verkürzt werden.“

Aufgrund des Investitionsaufwands zur Planung und Erstellung einer Software-Produktlinie setzen viele Firmen im Alltag häufig noch immer auf „Clone and Own“, sagt El-Sharkawy. „Dieses Prinzip lockt mit einer ebenfalls schnellen Erstellung von ersten Produkten, führt aber in der weiteren Entwicklung zu einem immensen Wartungsaufwand, da ‚geklonte‘ Artefakte nicht systematisch und gemeinsam gewartet werden können. Im REVaMP²-Projekt wollen wir diese Situation verbessern, indem wir den Aufwand zur Migration zu einer Produktlinie reduzieren.“

Das Forschungsprojekt läuft drei Jahre. Das Gesamtprojekt „Round-trip Engineering and Variability Management Platform and Process“ („REVaMP²“) wird im Rahmen des ITEA3-Programms gefördert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Forschung in Hildesheim.

Wer Fragen zu der Forschung hat, kann sich an Prof. Dr. Klaus Schmid wenden (schmid(at)sse.uni-hildesheim.de).

Internationales Forschungsprojekt „REVaMP²“

 

Nachgefragt

„Es geht um Qualität“

Professor Klaus Schmid über die Bedeutung von Software im Alltag:

„Softwaresysteme werden immer komplexer, je größer sie werden. Wir gehen in unserer Forschung in Hildesheim der Frage nach, wie gute Software effizienter entwickelt werden kann. Es geht am Ende immer um die Qualität von Software. IT ist so fundamental in unserer Gesellschaft –  wir haben unsere Welt in den letzten Jahrzehnten so gestaltet, dass sie ohne Computer kaum noch existieren kann. Man muss sich einmal bewusst machen, an wie vielen Tausend Stellen IT-Systeme verborgen sind. Das Auto ist ein fahrendes Rechenzentrum. Computersysteme sind mitten in unserem Alltag.

Wer hier an der Universität in Hildesheim ausgebildet wird und später in der Wirtschaft Softwaresysteme baut, hat Verantwortung. Wenn eine Spiele-App abstürzt ist das nicht so schlimm. Aber wenn das Online-System der Bahn aufgrund von Fehlern abstürzen würde, dann können Sie keinen Zug mehr buchen. Oder ein Student ist plötzlich exmatrikuliert, weil ein Softwarefehler im System steckt. Es ist eine Illusion zu glauben, Menschen arbeiten fehlerfrei. Komplexe Betriebssysteme haben oft Tausende von Fehlern. Einige Softwaretechniken sind relativ fragil, ein Semikolon verändert im Extremfall, was das Programm tut.

Software ist erst einmal nicht greifbar, ist abstrakt – anders als bei klassischen Ingenieurberufen. Das macht es aber auch schwieriger, Fehler zu erkennen. Denn man sieht nicht einfach, wenn ein Trägerbalken am Haus schief ist. Wir arbeiten daher auch mit Verifikationsansätzen, dabei wird mathematisch bewiesen ob bestimmte Arten von Fehlern da sind, oder nicht. Wir stehen aber immer vor einem Dilemma: Es gibt keine absolute Sicherheit. Ich kann nie sicher sein, dass ich alle Fehler in einer Software finde. Deshalb müssen Entwickler von vornherein die Qualität sichern und nicht erst nach dem Programmieren versuchen, Fehler herauszutesten. Für die Ausbildung in der Universität hat dies folgen: Wir befassen uns ab dem ersten Semester mit der Frage: Wie entwickele ich überhaupt Software und reduziere die Fehlerwahrscheinlichkeit? Die Studentinnen und Studenten  sehen nicht nur den Programmcode auf dem Papier sondern müssen verstehen: Was tut die Maschine? Zwei Drittel unserer Studierenden haben vor dem IT-Studium noch nicht programmiert – sie lernen im Studium das Programmieren von Anfang an – und das intensiv. Da kommt man nicht drum herum.“

 

Interview

Nachgefragt bei Sascha El-Sharkawy, Informatiker an der Universität Hildesheim

Software ist mitten in unserem Alltag, oder?

Sacha El-Sharkawy: In der heutigen Zeit ist Software allgegenwärtig um Arbeitsabläufe zu automatisieren und Maschinen zu verbessern. So stecken in einem Auto 30 bis 70 kleine Computer – zur Steuerung des Motors, für Assistenzsysteme bis hin zum Multimediaautoradio mit integriertem Navigationssystem.  Weitere Beispiele sind Produktempfehlungen, mit denen Online-Versandhändler arbeiten oder die Überweisungen im Onlinebanking, die teilweise noch am selben Tag zwischen zwei Banken verarbeitet werden.

Sie beschäftigen sich in der Forschung mit der Frage, wie man Fehler in Software vermeiden kann – warum ist das wichtig? Fehler sollten also möglichst erst gar nicht entstehen, weil man sie schlecht wieder loswird?

Softwarefehler, die spät in der Entwicklung gefunden werden, lassen sich sehr schwer wieder entfernen ohne neue Fehler in das System einzubringen. So können zu Projektende gefundene Fehler rund 100 Mal teurer sein, als Fehler die gleich zu Projektanfang gefunden und beseitigt wurden.

Und wenn die Fehler während der Entwicklung nicht entdeckt werden?

Nicht alle Fehler werden während der Entwicklung gefunden. Fehler in ausgelieferten Produkten können zu immensen Schäden führen: Angefangen von einem Imageschaden, wenn Kunden einem Produkt oder Hersteller nicht mehr vertrauen, über wirtschaftliche Schäden, zum Beispiel in einer fehlerhaften Banking Software, bis hin zu Personenschäden, zum Beispiel in einer fehlerhaften Fahrzeugsteuerung oder Flugzeugsoftware.

Die Fragen stellte Isa Lange. 

Kurz erklärt: Arbeitsgruppe Softwareentwicklung

Informatiker forschen an der Universität Hildesheim an Techniken, wie Software effizient weiterentwickelt werden kann.

Seit 2005 arbeitet die Arbeitsgruppe „Software Systems Engineering“ um Professor Klaus Schmid an der Universität Hildesheim an Methoden und Techniken, wie Software effizient weiterentwickelt werden kann. Die Informatikerinnen und Informatiker wollen Fehler frühzeitig in Software erkennen und vermeiden.

Häufig fließt mehr Aufwand in die Weiterentwicklung von Software, als in die ursprüngliche Entstehung. „Weiterentwicklung ist notwendig, wenn eine Software um Funktionen erweitert oder Fehlverhalten korrigiert werden muss. Geschieht dies nicht, veralten die Systeme oder funktionieren nicht, wie vom Kunden gewünscht. Der Verlust dieser Kunden, Imageschäden, und letztendlich finanzielle Einbrüche sind die logische Konsequenz“, sagt Kröher.

Die Arbeitsgruppe ist an verschiedenen nationalen und internationalen Forschungskooperationen beteiligt. Die Forschung wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.  So haben sich die Hildesheimer Informatiker mit Softwaretechnikern der Universität Bremen in den letzten Jahren in der Forschung auf Softwareproduktlinien konzentriert. Dabei handelt es sich „um eine Menge verwandter Produkte mit einer gemeinsamen Infrastruktur“, sagt der Informatiker Christian Kröher. Die Herausforderung bei deren Weiterentwicklung sei – anders als beim einzelnen Produkt – die „enge Verknüpfung der Produkte und die längere Lebensdauer der Produktlinie. Jede Änderung muss in der Gesamtheit betrachtet werden.“

Informatikerinnen und Informatiker an der Universität Hildesheim arbeiten in Themengebieten wie Software Engineering, Maschinelles Lernen und Data Analytics, intelligente Informationssysteme und „Information Retrieval“.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Informatik SSE Fachbereich 4 Startseite Forschung
news-11228 Wed, 31 May 2017 17:25:00 +0200 Wirtschaftsinformatik: Jugendliche analysieren Geschäftsprozesse https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/wirtschaftsinformatik-jugendliche-analysieren-geschaeftsprozesse/ Seit drei Jahren arbeitet ein Team aus der Wirtschaftsinformatik mit Schulen in der Region zusammen. Die Jugendlichen analysieren, wie nachhaltig Prozesse in Unternehmen ablaufen. Durch das Projekt „Denkwerk“ werden Jugendliche an das wissenschaftliche Arbeiten herangeführt. Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei Ansätze entwickeln, um Schulen, Universitäten und Unternehmen ökologischer und ökonomischer zu gestalten. Einblicke in das „Denkwerk“-Projekt. Ein Gastbeitrag von Professor Ralf Knackstedt und Kristin Kutzner. Gastbeitrag von Professor Ralf Knackstedt und Kristin Kutzner vom Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik der Universität Hildesheim

Wie lassen sich Energie und Rohstoffe einsparen, Durchlaufzeiten reduzieren und Chancengleichheit fördern? Diesen Fragen haben sich in den vergangenen drei Jahren Schülerinnen und Schüler aus Hildesheimer Schulen im Projekt „Denkwerk“ gestellt. In dem Forschungsprojekt untersuchten Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit einem Team um Professor Ralf Knackstedt von der Stiftung Universität Hildesheim und Lehrkräften, wie sich Geschäftsprozesse nachhaltiger gestalten lassen.

Nachhaltiges Wirtschaften erscheint vor dem Hintergrund aktueller Diskussionen zu Klimawandel, Ressourcenerschöpfung und sozialer Gerechtigkeit von wichtiger gesellschaftlicher Bedeutung zu sein. Im Rahmen des Denkwerks lernten die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Aspekte der Nachhaltigkeit kennen: Der Kauf regionaler Produkten ist zum Beispiel besser für die Umwelt, da die Produkte nicht von weither eingeflogen werden müssen. Abwechslungsreiche Arbeit ist vielleicht angenehmer für Arbeitnehmer und kann die soziale Nachhaltigkeit fördern. Spart man Geld im Produktionsprozess ein, so ist das für das Unternehmen ökonomisch nachhaltiger. Mit Hilfe von Prozessanalysen können solche Potentiale systematisch aufgedeckt werden.

Dazu lernten die Schülerinnen und Schüler, wie man Prozesse erhebt und dokumentiert. Zunächst wurde an kleinen Alltagsbeispielen geübt: „Wie bereite ich mich auf eine Klausur vor? Notiere die wesentlichen Prozessschritte.“ Die Jugendlichen dokumentierten ihren gelebten Prozess der Klausurvorbereitung, analysierten ihn und deckten Verbesserungspotentiale auf. Anschließend wurde das Gelernte außerhalb der Schule bei Unternehmen angewandt. Es ging zum Beispiel um die Arbeitsabläufe in der Gastronomie und Großküchen wie Kantinen oder Mensen. 40 Schülerinnen und Schüler besuchten die Mensa der Hildesheimer Universität und befragten in Kleingruppen Mitarbeiter der Mensa, um die Prozesse zu erheben.

„Das war eines der Highlights im Denkwerk“, blickt Marion Herrmann, Lehrerin an der Buhmannschule, auf die Prozesserhebung zurück. Die Schülerinnen und Schüler konnten erste Erfahrungen in der Interviewführung sammeln. „Die Auswahl von wichtigen Informationen aus einer großen Flut an gewonnenen Daten ist schon eine Herausforderung gewesen. Diese Aufgabe wurde aber gut gemeistert. Letztendlich wurden die aufgenommenen Prozesse strukturiert mit einer Modellierungssprache dokumentiert“, sagt Kristin Kutzner, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität.

„Manch ein Teilnehmer erkannte im Denkwerk, dass Studiengänge wie Wirtschaftsinformatik nicht allein auf die Programmierung von Software vorbereiten, sondern auch die Kompetenz zur Entwicklung gänzlich neuer Geschäftsmodelle und/oder die kontinuierliche Verbesserung betrieblicher Abläufe vermitteln. Für manch einen Teilnehmer wurden Optionen der Studien- und Berufswahl erst mit dem Denkwerk bedeutend erweitert. Vor dem Hintergrund ist es gut zu wissen, dass man sich bis zum 15. Juli noch seinen IT-Studienplatz an der Stiftung Universität Hildesheim sichern kann“, sagt Prof. Ralf Knackstedt.

In diesem Halbjahr trafen sich die Schülerinnen und Schüler und betrachteten die erstellten Prozessmodelle. Sie erkannten, dass man die Aspekte der Nachhaltigkeit in dem Prozess bisher nicht optimal abbilden konnte. Man erkannte bisher zum Beispiel, dass die Mensa regelmäßig gereinigt wurde. Jedoch fehlte eine Einschätzung über die Umweltverträglichkeit der Reinigungsmittel.

Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten in Kleingruppen Möglichkeiten, um solche Aspekte im Prozessmodell zu integrieren. Anschließend stellten sie die Ergebnisse auf Plakaten vor. „Bei uns muss ein Baum an den Prozessschritt notiert werden, um die ökologische Nachhaltigkeit darzustellen. Ein Strichmännchen steht für die soziale Nachhaltigkeit und das Euro-Zeichen soll die Ökonomie verdeutlichen. Wenn die Prozessschritte nachhaltig gestaltet sind, werden die Symbole in Grün notiert, sonst in Rot“, erklärte eine Schülerin. Eine andere Gruppe überlegte sich ein Ampel-Element. „Leuchtet die Ampel rot, so ist der Prozessschritt nicht nachhaltig. Leuchtet die Ampel gelb, ist es zwar schon besser, aber noch nicht optimal. Grün zeigt, dass die Nachhaltigkeit perfekt umgesetzt wird“, beschrieb ein Schüler.

Nun stellte sich die Frage: Welche Symbolerweiterungen sind die besten? Um das zu untersuchen, sollten andere Schülerinnen und Schüler außerhalb des Denkwerks befragt werden. Dazu erstellten die Jugendlichen einen Fragebogen, den sie in anderen Jahrgängen ihrer Schulen sowie in einer Denkwerk-Kooperationsschule austeilten. Insgesamt nahmen 52 Personen an der Befragung teil. „Was macht man bei nicht leserlicher Schrift? Wie geht man mit unausgefüllten Feldern um?“ Diese Fragen beschäftigten die Schülerinnen und Schüler unter anderem im Anschluss bei der Auswertung der Fragebögen. Die Auswertung zeigte, dass die entwickelten Ideen einen Mehrwert in den Prozessmodellen darstellten.

Die Robert-Bosch-Stiftung förderte für drei Jahre das Projekt „Denkwerk-SchülerUni: Nachhaltige Geschäftsprozesse gestalten“. Zu den schulischen Partnern zählten die Michelsenschule, die Buhmannschule, das Josephinum und die Marienschule. Das Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik zusammen mit dem Gleichstellungsbüro der Stiftung Universität Hildesheim und weiteren universitären Partnern erforschten die nachhaltige Gestaltung von Prozessen sowie Modellierungssprachen.

Mehr lesen: Bericht vom Denkwerk-Projekt 2016

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Informatik IIS
news-13371 Thu, 04 May 2017 08:43:00 +0200 Alltag im Uni-Sekretariat: kommunizieren und koordinieren https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/alltag-im-uni-sekretariat-kommunizieren-und-koordinieren/ Kommunizieren, organisieren und koordinieren gehören zum Alltag im Institutssekretariat, zählt Helga Burgemeister die Tätigkeiten auf. Sie arbeitet seit 25 Jahren als Sekretärin am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Eine Ausstellung macht ab heute auf den Arbeitsalltag und die Arbeitsbelastung von Sekretärinnen und Sekretären aufmerksam. Kommunizieren, organisieren und koordinieren gehören zum Alltag im Institutssekretariat, zählt Helga Burgemeister die Tätigkeiten auf. Sie arbeitet seit 25 Jahren als Sekretärin am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim, seit 11 Jahren auch am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft. Helga Burgemeister ist eine von derzeit 52 Sekretärinnen und Sekretäre an der Hildesheimer Universität. Bis 2015 waren in den Sekretariaten ausschließlich Frauen beschäftigt, inzwischen auch ein Sekretär. Rund zwei Drittel von ihnen haben einen Arbeitsplatz in Instituten oder Dekanaten, 15 % in den Dezernaten oder der Universitätsleitung und 19 % in sonstigen zentralen Einrichtungen wie zum Beispiel dem Rechenzentrum oder dem Fundraising. Ihr Tätigkeitsspektrum ist vielfältig und reicht von der Kostenerfassung über Abstimmungen mit dem Lehrpersonal bis zur Protokollführung.

Während die Zahl der Studierenden in den Jahren 2010 bis 2015 um 33 % wuchs und die Zahl der Professorinnen und Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich anstieg, erhöhte sich der Anteil des Verwaltungspersonals nur um 11 %.

Das Gleichstellungsbüro der Universität Hildesheim möchte mit einer Ausstellung auf den Arbeitsalltag und die Arbeitsbelastung von Sekretärinnen und Sekretären aufmerksam machen. „Ohne ihr permanentes Wirken im Hintergrund würden weder die Verwaltung noch die Institute im Wissenschaftsbetrieb funktionieren“, sagt Dr. Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte an der Universität Hildesheim. „Dabei hat sich ihr Berufsbild in den letzten 30 Jahren total gewandelt. Aus den ehemaligen Schreibkräften wurden Expertinnen und Experten des universitären Verwaltungsapparates, die hohen und komplexen Arbeitsanforderungen genügen müssen. Vergütung und Anerkennung der Sekretariatstätigkeiten hat in der Regel nicht mit den gestiegenen Anforderungen Schritt gehalten.“ „Sekretär_innen sehen sich oft mit vielen Aufgaben gleichzeitig und mit Termindruck konfrontiert“, ergänzt Karin Burg, Dekanatssekretärin im Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation.

Die Ausstellung ist kostenfrei und für alle Interessierten zugänglich. Die Ausstellung wird am Donnerstag, 4. Mai 2017, um 10:00 Uhr am Uni-Hauptcampus (Gebäude I) eröffnet. Mitglieder der Universität sind auch herzlich zu einer hochschulöffentlichen Podiumsdiskussion am 10. Mai eingeladen.

Wanderausstellung „Mit Schirm, Charme und Methode – Arbeitsplatz Hochschulbüro“

  • 04. – 17. Mai 2017 am Hauptcampus der Stiftung Universität Hildesheim
  • 19. – 29. Mai 2017 am Bühler Campus der Stiftung Universität Hildesheim
  • Veranstalter ist das Gleichstellungsbüro der Stiftung Universität Hildesheim

Wer Fragen zu der Ausstellung hat, kann sich an Dr. Silvia Lange (E-Mail: langes@uni-hildesheim.de) und Karin Burg (E-Mail: dekanat2@uni-hildesheim.de) wenden.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Sozialwissenschaften Fachbereich 3 Fachbereich 4 Personal Personalportal
news-13209 Sat, 01 Apr 2017 16:05:13 +0200 Gemeinsam lesen: Uni Hildesheim startet Aktion „Eine Uni – ein Buch" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/gemeinsam-lesen-uni-hildesheim-startet-aktion-eine-uni-ein-buch/ Dabei sein und mitlesen: Im April startet an der Universität Hildesheim die Aktion „Eine Uni – ein Buch". Aus der Lektüre des Buches „Erfindet euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation" soll ein neues Buch entstehen. „Gemeinsam mit allen Universitätsangehörigen möchten wir das Buch von Michel Serres lesen, daraus Fragen entwickeln und diskutieren", sagt Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung. Alle Hochschulen in Deutschland waren eingeladen, ein Buch zu bestimmen, über das ein Semester lang geredet und debattiert werden soll. Die Universität Hildesheim hat beim Wettbewerb „Eine Uni – ein Buch" gewonnen. Hildesheim gehört zu den zehn ausgewählten Hochschulen. Die Aktion ist ein gemeinsames Programm des Stifterverbandes und der Klaus Tschira Stiftung in Kooperation mit DIE ZEIT.

„Gemeinsam mit allen Universitätsangehörigen möchten wir das Buch von Michel Serres 'Erfindet euch neu! Eine Liebeserklärung an die vernetzte Generation' lesen, daraus Fragen entwickeln und diskutieren", sagt Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung. Nun werden Leiterinnen und Leiter von Lesegruppen gesucht. Diese erhalten ein Freiexemplar des Buches. Wer Interesse hat, eine solche Lesegruppe zu gründen, ist herzlich eingeladen zur Einführungsveranstaltung am Mittwoch, 5. April 2017, um 17:00 Uhr s.t. in die Universitätsbibliothek (Raum B107, 1. Stock). An dem Tag stellt Guido Graf, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft, auch ein Social-Reading-Tool vor, um online über das Buch zu diskutieren.

Die 2012 erschienene „Liebeserklärung an die vernetzte Generation" des 86-jährigen französischen Philosophen Michel Serres ist ein sehr hoffnungsvolles Buch, das viele aktuelle gesellschaftlich relevante Themen im Kontext der Digitalisierung des Bildungssystems sowie der Arbeits- und Erlebniswelt anspricht. Fern von jeder technikfeindlichen Kulturkritik fordert Serres die junge und ältere Generation auf, ihre Chance zu nutzen und alles neu zu erfinden: die Gesellschaft, das Bildungssystem – und sich selbst.

Die Auseinandersetzung mit dem Buch startet an der Stiftungsuniversität Hildesheim im April 2017 auf der hochschulweiten Social-Reading-Plattform „Lectory". Es schließen sich Ringvorlesungen über digitale Lebenswelten an. An diversen Universitätsorten werden Freiexemplare ausgelegt und laden zum Kommentieren ein. Das Buch wird in der Leselounge der Universitätsbibliothek, im Lese- und Schreibzentrum und an dem von Studierenden organisierten Campustag thematisiert. In Interviews sprechen Angehörige der Universität über ihre Leseerfahrungen – von der Studentin und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter über die Sekretärin und den Haustechniker bis zur Dekanin und dem Präsidenten.

Aus der Leseaktion in Hildesheim soll ein neues Buch entstehen, das im Universitätsverlag in Kooperation mit dem Georg Olms Verlag Hildesheim erscheinen soll. Einen guten Überblick über das Vorhaben in Hildesheim gibt dieses zweiminütige Video. Weitere Informationen findet man auf der Aktionsseite.

Wer an der Aktion mitwirken möchte und Fragen hat, kann sich an Dr. Guido Graf und Prof. Dr. Martin Schreiner wenden (Email: martin.schreiner@uni-hildesheim.de und guido.graf@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Personalportal Studierendenportal
news-13133 Fri, 17 Mar 2017 17:30:00 +0100 Data Analytics: Uni Hildesheim bildet Experten in Data Science aus https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/data-analytics-uni-hildesheim-bildet-experten-in-data-science-aus/ Die Universität Hildesheim bildet Informatikerinnen und Informatiker zu Experten für „Data Science“ aus. Mit Algorithmen analysieren sie ein Geflecht aus Daten. Wo andere den Durchblick verlieren, sehen die Datenanalysten Ordnung und Struktur. Das Interesse am Studium in Hildesheim ist enorm – „wir haben ein weltweites Einzugsgebiet“, freut sich Professor Lars Schmidt-Thieme. Die erste Generation der Studierenden kommt aus Indien, Pakistan, Simbabwe, Nigeria, Brasilien, Iran und Deutschland. Zum Wintersemester 2016/17 haben Studentinnen und Studenten erstmals das Studium im Bereich „Data Analytics“ aufgenommen. Es handelt sich um das erste vollständig englischsprachige Studienangebot der Universität Hildesheim. Studierende schließen mit einem „Master of Science“ ab. Sie haben starke methodische Kompetenzen und entwickeln Analyse- und Vorhersagemodelle.

Das Studium ist weltweit besonders, da die Informatikerinnen und Informatiker in die Tiefen des „Maschinellen Lernens“ einsteigen. „Wir brauchen Experten, die nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern in die Tiefen des maschinellen Lernens einsteigen“, sagt Lars Schmidt-Thieme. Der Informatikprofessor hat eine renommierte internationale Forschergruppe aufgebaut, die sich mit der Frage beschäftigt, wie Daten geordnet und analysiert werden können. Dabei entwickeln sie mathematische Modelle, um Strukturen und Muster in Datenmengen zu erkennen, die zu groß, zu komplex und zu schnelllebig sind für eine manuelle Datenverarbeitung. Ein bekanntes Beispiel sind Online-Suchmaschinen, die großen Unternehmen nutzen zum Beispiel einen „Page-Rank“-Algorithmus, der die Suchergebnisse nach Relevanz sortiert um die Suche zu personalisieren.

Die Analyse von großen Datenmengen ist Teil unseres Alltags. Ein Spezialgebiet der Hildesheimer Arbeitsgruppe sind Empfehlungssysteme (recommender systems), wie man sie etwa vom Online-Handel („Wenn Sie diesen Artikel gekauft haben,…“) und von Musikdatenbanken kennt. Entwicklungen in der Robotik und die Ingenieur- und Umweltwissenschaften greifen auf die Verarbeitung von großen Datenmengen („big data“) zurück. Die Wetterprognose in den Abendnachrichten basiert auf Massen an Klimadaten, die kombiniert werden. Die Informatiker können auch aggressive Bewertungen unter Produkten herausfiltern oder Prognosen zu Absätzen treffen: Wer kauft wann was?

Hildesheimer Absolventinnen und Absolventen aus dem IT-Bereich sind inzwischen weltweit tätig, etwa in Internetunternehmen, in der Automobilbranche und als Professoren in Deutschland, Brasilien und Thailand.

Das weltweite Interesse am neuen Studienangebot in Hildesheim ist enorm: Über 170 Bewerbungen erreichten die Universität für das Wintersemester, über 400 Bewerbungen für den Sommer. „Wir haben ein weltweites Einzugsgebiet“, freut sich Lars Schmidt-Thieme. Die erste Generation der 33 Datenanalytikerinnen und Datenanalytiker kommt aus Indien, Pakistan, Simbabwe, Brasilien, Nigeria, Iran und Deutschland. Ein Studienjahr lang entwickeln sie in multinationalen Arbeitsgruppen eigene Forschungsprojekte. „Sie sehen, dass sie die Theorie anwenden können. Data Analytics ist derzeit einer der interessantesten Bereiche in der Informatik und findet Anwendung in der Industrie. Diese Technologie wird vermutlich die nächsten 50 Jahre bestimmen. Die Studentinnen und Studenten werden exzellente Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben“, so Schmidt-Thieme. „Und für Hildesheim erhoffen wir uns Impulse für regionale Unternehmen.“

Die enormen Datenmengen, so Schmidt-Thieme, seien eine neue Herausforderung für die IT-Welt und unsere digitalisierte Gesellschaft. Daher befassen sich die Studierenden in den zwei Jahren mit Techniken und Werkzeugen, um Daten zu verarbeiten und nützliche Informationen aus ihnen zu gewinnen.

„International Master in Data Analytics”

IT in Hildesheim studieren

Nachgefragt bei dem Studenten Mofassir Arif

„Wir geben Computern ein Gehirn zum Denken“

Mofassir Arif studiert „Data Analytics“ an der Universität in Hildesheim. Der 24-Jährige ist einer von 33 Studentinnen und Studenten, die in zwei Jahren in Hildesheim zu Datenanalytikern ausgebildet werden.

„Ich studiere seit einem halben Jahr Data Analytics an der Universität in Hildesheim. Die Stadt hat die richtige Größe, um zu studieren – ich kann alles gut ohne ein Auto erreichen. Ich habe vorher mein Bachelorstudium in Pakistan abgeschlossen, an einem Austauschprogramm in Japan teilgenommen und zwei Jahre in den USA gelebt.

Mein WG-Zimmer in Hildesheim habe ich via Internet über eine Skype-Konferenz gefunden – meine WG-Mitbewohner haben mir sehr geholfen, neue Freunde in Hildesheim zu finden. Wenn man einmal außerhalb der Komfortzone in einem unbekannten Land lebt, entwickelt man ein Gefühl und Verständnis für Menschen in ihrer Vielfalt. Ich glaube das ist neben den wissenschaftlichen Erkenntnissen das Wichtigste, was ich lernen kann.

Meine Seminare und Vorlesungen in der Informatik sind in englischer Sprache – diese Wissenschaftssprache verbindet uns im Studienalltag in Hildesheim. Würde die Universität die Kurse auf Deutsch unterrichten, so müsste ich ziemlich damit ringen, um zuerst die Sprache und dann den Inhalt zu begreifen. Deshalb ist es sehr wichtig für mich und die anderen internationalen Studenten, dass das Studium in englischer Sprache angeboten wird.

Ich möchte mich in den nächsten zwei Jahren in Hildesheim auf Empfehlungssysteme spezialisieren. Maschinelles Lernen gibt Computern die Fähigkeit, Entscheidungen aus vorhandenen Daten zu treffen. Man könnte also sagen: Wir geben Computern ein Gehirn zum Denken“, sagt der Student Mofassir Arif.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Informatik Maschinelles Lernen Studierendenportal
news-13047 Wed, 22 Feb 2017 10:45:00 +0100 Bildungsforschung: Inklusion in der frühen Kindheit https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/bildungsforschung-inklusion-in-der-fruehen-kindheit/ Land Niedersachsen fördert Forschungsverbund an der Universität Hildesheim: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bauen die Grundlagenforschung zur frühkindlichen Bildung aus. Sie dokumentieren in empirischen Studien das Geschehen in Kitas und den Übergang in die Grundschule. Erkenntnisse sollen schnell in die Praxis gelangen. Bereits 2009 hat Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet und sich damit verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem umzusetzen. Seitdem verändert sich das gesamte Bildungssystem und die Kinder- und Jugendhilfe, einschließlich der Kindertagesstätten. Pädagoginnen und Pädagogen lernen, konstruktiv mit den unterschiedlichen sozialen, sozio-kulturellen, körperlichen und biografischen Voraussetzungen von Kindern und Jugendlichen umzugehen und die Teilhabechancen für alle zu verbessern. Wie das aber im Alltag passiert, etwa in Kindertagesstätten, wird bisher kaum untersucht. Hier setzt der Hildesheimer Forschungsverbund an. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tauchen ein in den Alltag und dokumentieren in empirischen Studien das Geschehen in Kitas und den Übergang in die Grundschule.

„Wir vertiefen die Bildungs- und Teilhabeforschung in der frühen Kindheit“, sagt Peter Cloos, Professor für Pädagogik der frühen Kindheit an der Universität Hildesheim und Sprecher des Kompetenzzentrums Frühe Kindheit Niedersachsen. Gerade im Bereich der Bildung und der sozialen Teilhabe der bis sechsjährigen Kinder gibt es noch erhebliche Forschungslücken in Bezug auf die Inklusion. „Im gesamten Bildungssystem und in der Kinder- und Jugendhilfe geschehen aktuell große Umwälzungen. Inklusion ist eine breit diskutierte Herausforderung. Wir wollen dazu beitragen, das noch geringe empirische Wissen auszubauen und die unterschiedlichen Forschungstraditionen zu verbinden“, so Cloos.

Das Land Niedersachsen fördert am Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen der Universität Hildesheim den Forschungsverbund „Inklusive Bildungsforschung der frühen Kindheit als multidisziplinäre Herausforderung" bis 2020 mit insgesamt 1,3 Millionen Euro. Neben Hildesheim werden Verbundprojekte in Göttingen und Hannover aus dem „Niedersächsischen Vorab“ gefördert.

Der Hildesheimer Forschungsverbund bearbeitet sechs Forschungsprojekte. Beteiligt sind insgesamt acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Erziehungswissenschaft, Entwicklungspsychologie, dem Fremdsprachenerwerb und der Mathematikdidaktik, der Neurodidaktik sowie Sozial- und Organisationspädagogik. „Ich freue mich auf die weitere Vertiefung unserer Zusammenarbeit im Kompetenzzentrum, wir wollen gemeinsam neue Perspektiven für eine inklusive Bildungsforschung der frühen Kindheit entwickeln", sagt Professor Cloos.

Neue Erkenntnisse sollen schnell in die Praxis gelangen – in die Wissenschaft, die Politik, die Kinder- und Jugendhilfe und in die Bildungseinrichtungen. Der Forschungsverbund arbeitet eng mit Partnern aus der Praxis zusammen und entwickelt gemeinsam mit den Praxispartnern Konzepte für den Transfer, unter anderem mit Kindertagesstätten und Grundschulen, der Landesarbeitsgemeinschaft Elterninitiativen Niedersachsen/Bremen e.V. (lagE), dem Kinder- und Jugendbereich der Diakonie Himmelsthür, dem Verein für Frühe Mehrsprachigkeit an Kitas und Schulen (FMKS). Geplant sind ebenso Kooperationen mit Jugendämtern, Fachschulen und Einrichtungen der Fort- und Weiterbildung. In allen Forschungsprojekten werden konkrete Transfermaßnahmen für die pädagogische Praxis entwickelt und umgesetzt. Die Forschungsprojekte laufen bis 2020. Ergebnisse werden auf Tagungen vorgestellt.

Im Forschungsverbund unterstützt die Universität Hildesheim zehn Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler in der Phase  während und nach der Promotion. Sie promovieren in den Projekten, werden vom Uni-Methodenbüro in der Wahl der Forschungsmethoden unterstützt und können sich mit laufenden Vorhaben aus den Graduiertenkollegs „Multiprofessionalität in der Bildungsinfrastruktur und in Sozialen Diensten“, „Gender und Bildung“ und den Promotionskollegs „Bildungsintegration“ und „Unterrichtsforschung" vernetzen. Die im Verbund beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können auch im Promotionsstudiengang Sozial- und Organisationspädagogik, dem bundesweit ersten akkreditierten Studiengang dieser Art, promovieren.

Wer Interesse an dem Forschungsverbund hat, kann sich an Prof. Dr. Peter Cloos wenden (E-Mail cloosp@uni-hildesheim.de).

Folgende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim leiten die sechs Forschungsprojekte:

  • Prof. Dr. Meike S. Baader (Allgemeine Erziehungswissenschaft)
  • Prof. Dr. Peter Cloos (Pädagogik der frühen Kindheit) (Sprecher)
  • Dr. Florian Eßer (Sozialpädagogik)
  • Prof. Dr. Kristian Folta-Schoofs (Neurodidaktik)
  • Prof. Dr. Kristin Kersten (Didaktik des Englischen und Spracherwerb)
  • Prof. Dr. Claudia Mähler (Pädagogische Psychologie und Diagnostik)
  • Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme (Mathematik und ihre Didaktik)
  • Prof. Dr. Wolfgang Schröer (Sozialpädagogik)

 

Die sechs Forschungsprojekte im Überblick:

Wie Kinder sich entwickeln – Kognitive Entwicklung und Förderung in inklusiven Settings

Studie „Frühe Inklusion beim Schriftspracherwerb“ (FRISCH)

Schon lange vor der Einschulung bringen Kinder ganz unterschiedliche Voraussetzungen für die Schriftsprache mit. Ein Team aus der Pädagogischen Psychologie und Diagnostik um Professorin Claudia Mähler untersucht, wie Kindern der Einstieg in den Schriftspracherwerb gelingt. Welche Kinder profitieren in welcher Weise von einer Förderung zu welchem Zeitpunkt?

Claudia Mähler arbeitet mit Kitas und Grundschulen in der Region Hildesheim zusammen. Die Interventionsstudie beginnt im letzten Kindergartenjahr und begleitet 160 Kinder beim Übergang in die Grundschule und in den ersten beiden Schuljahren. Zunächst werden verschiedene Vorläuferkompetenzen erfasst, die für das Erlernen der Schriftsprache wichtig sind, etwa die Leistung des Arbeitsgedächtnisses, der Sprachentwicklungsstand und vor allem die „phonologische Bewusstheit“. Die Wissenschaftlerinnen untersuchen, wie sich ein Training der phonologischen Bewusstheit im letzten Kindergartenjahr und wie sich eine Umstellung des Eingangsunterrichts im Fach Deutsch auf das Erlernen der Schriftsprache auswirken.

„Ich freue mich, das Thema Inklusion nun auch in die frühe Bildung hineinzutragen und den Übergang vom Vorschulalter in die Schule begleiten zu können“, sagt Claudia Mähler. Die Professorin befasst sich in der Forschung seit vielen Jahren mit der Frage, welche frühkindlichen kognitiven Fähigkeiten es genau sind, die am Ende einen Einfluss darauf haben, ob ein Kind in der Schule gut zurechtkommt und erfolgreich ist. Bisherige Hildesheimer Langzeitstudien zeigen, dass die Unterschiede, die zwischen den Kindern in diesen Kompetenzen bestehen, bereits im Alter von vier Jahren sehr groß sind.

Studie „Soziales Training von Raumwahrnehmung und Raumkognition (zur vorschulischen Förderung des mathematischen Grundverständnisses)“ (STARK)

Wie kann das mathematische Grundverständnis in der frühen Kindheit gefördert werden? Professor Kristian Folta-Schoofs und Professorin Barbara Schmidt-Thieme untersuchen, in welcher Weise Kinder im letzten Kindergartenjahr von einem Training der Raumwahrnehmung profitieren können.

„Die vorschulische mathematische Förderung beinhaltet immer noch bevorzugt das Lernen von arabischen Zahlen und rechnerischem Faktenwissen. Wir wollen alternative Zugänge zur Förderung des mathematischen Grundverständnisses in den Blick nehmen, die weniger an Sprache und stärker auf die unmittelbare Lebens- und Erfahrungswelt der Kinder bezogen sind“, sagt Professor Kristian Folta-Schoofs. „Dazu gehört auch die Berücksichtigung der körperlich-sinnlichen Erfassung von Raummerkmalen – auch im Verhältnis zum eigenen Körper – sowie von handlungs- und bewegungsorientierten Lernmöglichkeiten, die im Rahmen der vorschulischen Vorbereitung auf den Mathematikunterricht bislang noch wenig berücksichtigt werden und noch unzureichend wissenschaftlich untersucht sind.“

Barbara Schmidt-Thieme verfügt über Expertise auf dem Gebiet der mathematischen Frühförderung, vor allem zur Didaktik der Geometrie. Kristian Folta-Schoofs forscht im Neurolabor der Universität Hildesheim im Bereich der neuronalen Grundlagen von Wahrnehmungs-, Aufmerksamkeits- und Zeitverarbeitungsprozessen und zu den Ansätzen einer barrierefreien Gestaltung von Lernumgebungen.

Studie „Fremdsprachenlernen in inklusiven Kontexten: Sprachliche und kognitive Entwicklung in zweisprachigen Einrichtungen“ (FLINK)

Wie die sprachliche Entwicklung in ein- und zweisprachigen Kindertagesstätten und im Übergang in die Grundschule verläuft, untersucht Professorin Kristin Kersten in Kooperation mit Professor Werner Greve vom Institut für Psychologie. In der Studie erfassen die Wissenschaftler bis 2019, wie sich Kinder sprachlich und kognitiv entwickeln.

Dabei vergleichen sie die Entwicklungsverläufe von Kindern in einsprachigen und zweisprachigen Kitas und Grundschulen. In den bilingualen Kitas verwenden muttersprachliche Erzieherinnen und Erzieher im gesamten Tagesablauf Englisch im Umgang mit den Kindern, in bilingualen Schulen unterrichten Lehrerinnen und Lehrer zum Beispiel Mathe, Sport, Musik oder Sachkunde auf Englisch. Bislang wenig untersucht ist die Frage, inwieweit die sprachliche Entwicklung mit dem Selbstkonzept von Kindern zusammenhängt. Auch hierzu soll die Studie Erkenntnisse liefern. Durch teilnehmende Beobachtung werden außerdem die Strategien aller pädagogischen Fachkräfte und Lehrkräfte dokumentiert: Wie begleiten sie die Lernprozesse? Wie gestalten sie den sprachlichen Input für inklusiv ausgerichtete Lernergruppen?

„Forschungsergebnisse aus früheren Studien weisen darauf hin, dass die Intensität, Dauer des Kontakts sowie das handlungsbegleitende Erlernen der Fremdsprache an Objekten, Bildern und der Umwelt entscheidend sind. Wir wissen außerdem, dass intensives bilinguales Lernen zu kognitiven Vorteilen führen kann. Ob die Fremdsprache mehrere Stunden pro Tag oder nur zwei Stunden pro Woche angeboten wird und wie sie von der Lehrkraft umgesetzt wird – das macht für die Entwicklung der Kinder viel aus. Dazu kommt, dass jedes Kind individuelle Voraussetzungen zum Lernen mitbringt, die sich nicht nur in den kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten, sondern auch im sozialen Umfeld unterscheiden. Und schließlich ist jedes Schulprogramm ein komplexes Gefüge, in dem auch jede Lehrkraft ihre eigenen Kenntnisse, Einstellungen und Motivation mitbringt“, so Kersten. Die Sprachwissenschaftlerin hat zuvor ein EU-Projekt geleitet und in niedersächsischen Grundschulen den bilingualen Unterricht analysiert.

Der Alltag in Kitas – „Doing inclusion“ – Inklusion als alltägliche Herstellungsleistung

Studie „Inklusive Elterninitiativen“ (IKE)

10 Prozent aller 4500 Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen sind Elterninitiativen. Elterninitiativen sind bislang kaum erforscht, dabei sind sie heute ein fester Bestandteil in der Kita-Landschaft. Eltern bauen somit einen Teil der Strukturen auf, die Bildungsteilhabe befördern oder verhindern können.

Einen Gesamtüberblick, welche Inklusionskonzepte Elterninitiativen im Bundesland Niedersachsen verfolgen, soll die Studie von Professorin Meike Baader liefern. Wer sind die Akteure und Akteurinnen, welches sind ihre Motive, Erfahrungen, Ressourcen aber auch Hindernisse? Wie gehen Eltern und Professionelle in diesen Einrichtungen mit Inklusion um? Die Erziehungswissenschaftlerin führt in den kommenden Monaten Interviews mit 45 Einrichtungsleitungen und analysiert, wie private Elterninitiativen in Niedersachsen handeln. Während sie in den 1970er Jahren anfänglich als Alternative für fehlende Plätze gegründet wurden, hat sich schon in den siebziger Jahren gezeigt, dass Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und Migrationserfahrungen aufgrund des Betreuungsschlüssels besonders gut versorgt wurden, wie eine DFG-geförderte Studie von Meike Baader zeigt.

Studie „Multiprofessionelle Teams in inklusiven Settings“ (MUPRO)

Zusammen statt allein: Professor Peter Cloos nimmt die Arbeit von multiprofessionell zusammengesetzten Teams in Kindertageseinrichtungen unter die Lupe. Der Erziehungswissenschaftler analysiert in 10 Einrichtungen 20 Teamgespräche.

„Wir tauchen ein in den Alltag“, sagt Cloos. Bisher wurde kaum empirisch untersucht, wie unterschiedliche Berufsgruppen in Organisationen wie Kitas zusammenarbeiten. Wie verständigen sie sich in Teamgesprächen über Zuständigkeiten und Aufgabenbereiche? Teilen sie Aufgaben auf und grenzen sich voneinander ab („Das ist nicht mein Gebiet!“) oder entstehen Räume, um gemeinsam unter Einbeziehung vieler Perspektiven die individuelle Entwicklung von Kindern zu erfassen? Die Forschungsergebnisse sollen in die Beratung von multiprofessionellen Teams fließen.

Studie „Kinder als Inklusionsakteure“ (INKA)

Nicht nur Eltern und pädagogische Fachkräfte, auch Kinder leisten einen Beitrag zu Inklusion: wie sie anderen Kindern begegnen, wie sie selbst handeln. Bisher liegen kaum Studien vor, die Kinder als Handelnde in „inklusiven Settings“ betrachten oder Kinder in den Forschungsprozess einbeziehen. Florian Eßer, Miriam Sitter und Professor Wolfgang Schröer bauen derzeit eine Forschungsgruppe mit acht Kindern auf. Sie stimmen Forschungsfragen, die Erhebung und Präsentation von wissenschaftlichen Erkenntnissen mit den Kindern ab: Wie erleben Kinder Zugehörigkeit und Ausgrenzung, wie nehmen sie den Alltag in Kitas wahr?

Vorurteile, dass man mit Kindern keine partizipative Forschung durchführen kann, gelten mittlerweile als widerlegt. Sie bringen junge Perspektiven in die Forschung ein, die sonst aus dem Blick geraten. Die Kinder ersetzen dabei nicht die Forscher, vielmehr eröffnen sie neue Sichtweisen.

„Differenzdilemma“

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutieren im Forschungsverbund außerdem, inwieweit Wissenschaft selbst Differenzen erzeugt. Die Wissenschaft spricht von „Differenzdilemma“: Jede Thematisierung von Differenz behebt diese nicht nur, sondern kann Differenz durch ihre Betonung erst hervorheben oder verstärken.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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news-13062 Tue, 21 Feb 2017 09:39:00 +0100 Nachtschicht für aufgeschobene Hausarbeiten https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/nachtschicht-fuer-aufgeschobene-hausarbeiten/ Ein Team des Lese- und Schreibzentrums und der Universitätsbibliothek berät rund um Recherche-, Lese- und Schreibtechniken. Studierende aller Fachbereiche können sich während der „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ über Strategien für das wissenschaftliche Arbeiten informieren. Nachtschicht am Laptop – aber nicht allein:  Umgeben von Büchern  können Studentinnen und Studenten von Donnerstag- auf Freitagnacht ihre aufgeschobenen Hausarbeiten endlich anpacken. Die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ beginnt am Donnerstag, 2. März 2017, um 20:00 Uhr.

Ein Team der Universitätsbibliothek und des Lese- und Schreibzentrums berät zum Beispiel beim Strukturieren von Texten und Recherchieren nach Literatur. „Wenn man gemeinsam in dieser besonderen Atmosphäre in der Nacht in der Uni schreibt, dann ist das ein Motivationsschub. Man sieht, wie die anderen vorankommen oder verzweifeln, kann sich gegenseitig unterstützen. Wissenschaftliches Arbeiten ist keine einsame Tätigkeit“, sagt Jana Zegenhagen, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Sprache und Literatur. In der Schreibberatung gibt sie mit ihrem studentischen Team vielen Studierenden mit auf den Weg, „dass man sich erste Fassungen erlauben und sich Zeit einräumen sollte für das Bearbeiten von Texten“. „Im Unterschied zum Postkarten schreiben geht es beim wissenschaftlichen Schreiben darum, Erkenntnisse zu gewinnen, das eigene Wissen zu erweitern und für Leser darzustellen. Das braucht Zeit und Gespräche – in allen Phasen von der Themenfindung über die Literaturbeschaffung bis hin zur Überarbeitung.“

Jana Zegenhagen organisiert die „Lange Nacht“ gemeinsam mit der Bibliotheksmitarbeiterin Elisabeth Tränkler und ihren studentischen Teams. „Wir wollen da sein, beraten und einen Raum anbieten, in dem man sich über eine der wesentlichen Tätigkeiten im Studium austauschen kann – das Schreiben.“

An über 50 Universitäten und Hochschulen im deutschsprachigen Raum und in den USA und zum Beispiel in Singapur treffen sich seit 2011 einmal im Jahr tausende Studierende, um gemeinsam zu schreiben, aufgeschobene Arbeiten endlich anzupacken oder begonnene abzuschließen. In Hildesheim findet die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ seit 2011 statt.

Lese- und Schreibzentrum

Das Team des Lese- und Schreibzentrums am Bühler-Campus ist jede Woche ansprechbar und unterstützt Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche mit Beratung, Workshops und Schreibgruppen. Studentische Lese- und Schreibberaterinnen und Schreibberater helfen mit Feedback und Tipps zu Lese- und Schreibtechniken. Studierende können einfach zu den Sprechzeiten kommen oder einen Termin vereinbaren (Learnweb-Kurs „Anmeldung Lese- und Schreibzentrum“).

Lernort Universitätsbibliothek

Die Universitätsbibliothek Hildesheim bietet etwa 320 Arbeits- und Lernplätze und mehrere online reservierbare Gruppenarbeitsräume für Studierende an. In Schulungen können Studierende, Lehrende und Bürgerinnen und Bürger aus der Region ihr Wissen rund um Literaturverwaltung, Literaturrecherche und Nutzung digitaler Informationsquellen auffrischen.

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news-12967 Tue, 07 Feb 2017 17:30:00 +0100 Physik: Wir hören das Universum https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/physik-wir-hoeren-das-universum/ Seit ein internationales Forschungsteam vor Kurzem erstmals Gravitationswellen nachgewiesen hat, ist von einer Jahrhundert-Entdeckung die Rede. Professor Karsten Danzmann aus Hannover sprach an der Universität Hildesheim über den Sensationsnachweis von Gravitationswellen – und berichtete von glücklichen Zufällen. Luca Lienemann saß im Vortrag und schildert hier seine Eindrücke. Gravitationswellen, das ist das, was von allem ausgeht, was eine Masse besitzt. So ungefähr würde die Theorie lauten, die Albert Einstein vor 100 Jahren aufstellte, würde man sie in einem Satz zu erklären versuchen. Weil es natürlich nicht sinnvoll ist, etwas so komplexes wie die Gravitationswellentheorie in nur einem Satz zu erfassen, hat die Universitätsgesellschaft Hildesheim den Physiker und Forscher Professor Karsten Danzmann eingeladen, über den Sensationsnachweis der Theorie zu berichten.

Innerhalb kürzester Zeit füllen sich die Reihen im Audimax; alles was Rang und Namen hat, aber auch viele Studierende, Naturwissenschaft-Interessierte und Gasthörende sind gekommen, um den Vortrag des Physikers zu hören. Karsten Danzmann ist leitender Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in der Abteilung Laserinterferometrie und Gravitationswellenastronomie. In Zusammenarbeit mit weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (unter anderem in den USA) ist es ihm im September 2015 gelungen Gravitationswellen nachzuweisen. Davon und von den sensationellen Möglichkeiten soll sein Vortrag handeln.

„Der Zufall begünstigt den vorbereiteten Geist“ zitiert Universitäts-Präsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich den Chemiker und Mikrobiologen Louis Pasteur in seinen einleitenden Worten. Denn obwohl es scheinbar eine Reihe glücklicher Zufälle gewesen ist, die den Fund der Gravitationswellen am 14. September 2015 möglich gemacht hat, so waren es doch jahrelange Arbeit und eine kräftezehrende Forschung. Danzmann selbst ist den Gravitationswellen schon seit 27 Jahren auf der Spur. Somit war es perfektes Timing, dass die Messanlage genau an diesem 14. September für einen Testlauf angeschaltet wurde, dass genau an diesem 14. September zwei schwarze Löcher, sich erst langsam, aber mit der Zeit immer schneller umeinander kreisend, verschmolzen und diese messbare Gravitationswelle auslösten.

Von einer Jahrhundert-Entdeckung ist die Rede, denn bisher konnte man den Weltraum nur mit elektromagnetischer Strahlung absuchen. Dabei können die elektromagnetischen Wellen leicht abgelenkt oder verschluckt werden. Gravitationswellen aber - und das ist das sensationelle an ihrem Nachweis - haben den Vorteil, dass sie schlicht alles durchdringen. Dadurch wird der Weltraum zu einem extremen Teil vermessbar. „Das ist, als hätte die Astronomie ein neues Sinnesorgan erhalten“, sagt Karsten Danzmann. „Wir können das Universum hören!“

Wer mehr über Gravitationswellen und ihre Auswirkungen lesen möchte: Gravitationswellen.

Über den Autor: Luca Lienemann studiert Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim. Er ist Redaktionsmitglied der Plattform Litradio, des studentischen Feuilletons FALTBLATT. Er gehört zum neuen Redaktionsteam des Uni-Journals.

Mehr zum Thema: Raumzeitlabor in Hildesheim

Ein Labor für Raum und Zeit: Ein Team um Physikprofessorin Ute Kraus und Corvin Zahn von der Universität Hildesheim arbeitet in einem Uni-Labor, der „Raumzeitwerkstatt", an Wegen, die Relativitätstheorie anschaulich zu erklären und zu visualisieren, etwa in Computersimulationen und Experimenten. Vor über 100 Jahren (1915) hat Albert Einstein die Allgemeine Relativitätstheorie veröffentlicht. Die Relativitätstheorie ist ein Teilgebiet der Physik, das bisher kaum Eingang in den Schulunterricht gefunden hat – trotz der grundlegenden Bedeutung dieser Theorie, die unser heutiges Verständnis von Raum, Zeit und Schwerkraft beschreibt (hier geht's zum Raumzeitlabor).

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Physik
news-13018 Thu, 02 Feb 2017 15:34:00 +0100 Sprache im Schulalltag: „Die Professionalität von Lehrern ist extrem kostbar“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/sprache-im-schulalltag-die-professionalitaet-von-lehrern-ist-extrem-kostbar/ Ob Mathematik, Sport oder Chemie – Sprache ist in jedem Schulfach relevant. Die Hildesheimer Professorinnen Elke Montanari und Barbara Schmidt-Thieme setzen in der Lehrerausbildung an. Im Projekt „Umbrüche gestalten“ arbeiten neun Hochschulen in Niedersachsen zusammen. In dieser Woche stellen sie Ergebnisse in Hannover vor. „Schulen können sich jetzt weiterentwickeln – das ist nötig. Die hohe und individuelle Diversität ist ein Ausgangspunkt für zukünftiges Unterrichten. Wir brauchen neue Methoden und Strategien in der Lehramtsausbildung“, sagt Elke Montanari. Hildesheim ist einer der Projektpartner in dem gemeinsamen Verbundprojekt, für das sich neun niedersächsische Hochschulen zusammengetan haben: „Umbrüche gestalten – Sprachenförderung und -bildung als integrale Bestandteile innovativer Lehramtsausbildung in Niedersachsen“. Das Niedersächsische Kultusministerium und das Wissenschaftsministerium unterstützen das Vorhaben nachhaltig. Das Projekt wird gefördert durch das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache. Ziel dabei ist, die Sprachenförderung in ihrer mehrsprachigen Dimension wie auch mit Blick auf Bildungssprache in die Lehrerausbildung aller Fächer – ob Mathematik, Sport, Sachunterricht oder Musik – aufzunehmen.

„Die große Diversität in der Schülerschaft als Ausgangspunkt des pädagogischen Handelns zu nehmen und sie auf Sprachenbildung zu beziehen, ist eines der Zukunftsthemen im Land“, sagt Professorin Elke Montanari. Sie ist Professorin für  Deutsch als Zweitsprache an der Universität Hildesheim und forscht in den Bereichen Mehrsprachigkeit, Sprachaneignung in unterschiedlichen Lebensphasen und sie befasst sich mit der Entwicklung des mentalen Lexikons am Zentrum für Bildungsintegration und am Institut für deutsche Sprache und Literatur.

„Kinder haben den ersten Spracherwerb schon in den frühen Lebensjahren durchlaufen. In der Schule steht bei Sprachenbildung im Mittelpunkt, diese sprachlichen Fähigkeiten zu einer ausgereiften Bildungssprache auszubauen. Bei Schülerinnen und Schülern, die mitten in ihrer Schulbiografie nach Deutschland kommen, bedeutet das, ihnen Gelegenheit zu geben, ihre mehrsprachigen Ressourcen weiterzuentwickeln, gleichzeitig die neue Sprache Deutsch in Wort und Schrift zu lernen“, so Montanari.

Die Wissenschaftlerinnen setzen sich zum Beispiel mit dem Umgang mit Sprache im Mathematikunterricht auseinander. Wie können Lehrerinnen und Lehrer sprachlich dazu beitragen, das mathematische Lernen zu unterstützen? „Unterricht, ob Deutsch oder Chemie, hat immer mit Sprache zu tun. In der Mathematik gibt es eine Besonderheit: Unsere Gegenstände sind Gegenstände des Denkens. Wir arbeiten mit Fachbegriffen und Formeln“, sagt Professorin Barbara Schmidt-Thieme, die in Hildesheim Seminare zum Thema „Wie viel Sprache steckt im Fach Mathematik?“ anbietet. „‘Eine Kugel rollt‘ – das ist Alltagssprache. Dann geht man in die Fachsprache hinein. ‚Eine Kugel hat überall den gleichen Durchmesser. Sie ist die Menge aller Punkte des dreidimensionalen Raumes, die von einem Punkt M (Mittelpunkt) den gleichen Abstand hat.‘ Diesen Übergang zu gestalten, ist Aufgabe der Lehrkräfte, dazu benötigen sie Sprache“, sagt die Mathematikdidaktikerin Schmidt-Thieme. Ein weiteres Beispiel sind die „Päckchen“. „Man denkt an den Paketboten, an Weihnachten (‚Ich packe ein Päckchen für meine Freunde.‘). Aber in der Mathematik rechnen wir Päckchen – das finden Sie in jedem Mathebuch. ‚Rechne Päckchen‘. Hier ist es gut, sich mit Studierenden genau zu überlegen, was dort eigentlich steht und ob das noch einmal erklärt werden soll. Die fachspezifische Lexik ist sehr spannend“, sagt Elke Montanari.

Im Projekt „Umbrüche gestalten“ haben die Wissenschaftlerinnen Lehr-Lern-Konzepte entwickelt und erprobt, so haben sich Studierende etwa in der Vorlesung „Einführung in die Mathematikdidaktik“ oder in einem dreisemestrigen Projektband im Masterstudium in Schulen mit dem Thema Sprachenbildung befasst. Die Lehrveranstaltungen wurden dokumentiert, damit sie übertragbar sind, sie sind künftig in einer Datenbank online abrufbar. Zudem haben die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen national und international auf Tagungen die Frage diskutiert, was Lehrerinnen und Lehrer kennen und wissen müssen, um mit den Schülerinnen und Schülern der Zukunft zu lernen.

„Schulen können sich jetzt weiterentwickeln – das ist nötig. Die hohe und individuelle Diversität ist ein Ausgangspunkt für zukünftiges Unterrichten. Das bedeutet: Wir brauchen neue Methoden, Strategien und Veränderungen in der Lehramtsausbildung“, sagt Elke Montanari. Die Professorin startet nun ein Nachfolgeprojekt, „Umbrüche II“: In einer internationalen Ringvorlesung „Multilingualism and Diversity“ sprechen die Professoren Ofelia Garcia, Jan ten Thije und Harald Clahsen über Mehrsprachigkeit, Lernen und Vielfalt. „Wir sollten Diversität nicht als Hindernis sehen. Wenn Schülerinnen und Schüler mit zwölf Jahren als Seiteneinsteiger in unserem Bildungssystem anfangen, können wir sie nicht fünf Jahren parken und abwarten. Schülerschaft ist heterogen – welche Konzepte haben wir, hier erfolgreich zu unterrichten, um Hochbegabte, Schüler mit sozialem Förderbedarf und Schüler, die vor einem Jahren nach Deutschland gekommen sind auf ihren Wegen zu begleiten?“, so Montanari.

Zur Rolle der Lehrerinnen und Lehrer sagt Professorin Montanari: „Alle Untersuchungen zeigen, dass man die Bedeutung der Lehrpersonen nicht überschätzen kann. Sie sind enorm wichtig darin, wie sie Schülerinnen und Schüler begegnen. Ich spreche hier in Hildesheim mit Studierenden, die mit acht oder zehn Jahren nach Deutschland gekommen sind und sich erinnern: ‚Da war eine Lehrerin, die hat mich abgeholt und sie hat mich verstanden und bestärkt – dann ging das für mich richtig los.‘ Heute studieren sie Deutsch – man sieht, wie erfolgreich Bildungswege verlaufen können, wenn Lehrerinnen und Lehrer Kinder bestärken. Die Professionalität von Lehrern ist extrem kostbar. Und die gute Nachricht ist: Einer reicht. Wenn eine Schülerin eine Lehrperson findet, die sie annimmt und ihre Ressourcen wahrnimmt und stärkt, dann bringt das einen enormen Schub mit sich.“

Kurz erklärt: „Umbrüche gestalten“

Das Projekt „Umbrüche gestalten“ wird seit 2014 gefördert durch das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache. Das Mercator-Institut ist ein von der Stiftung Mercator initiiertes und gefördertes Institut der Universität zu Köln.. Im niedersächsischen Verbundprojekt haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von neun Hochschulen ein strukturiertes Qualifizierungsangebot zu Sprachenbildung und Sprachenförderung sowie Deutsch als Zweitsprache entwickelt. Ziel ist es, die Themen in die niedersächsische Lehramtsausbildung aller Fächer, Schulformen und Schulstufen zu integrieren. Das Projektteam der Universität Hildesheim arbeitet gemeinsam mit den Teams in Braunschweig, Osnabrück und Vechta im Bereich Grund-, Haupt- und Realschulen.

Eine Abschlusstagung findet in dieser Woche in Hannover statt (Februar 2017). Auf der von der VolkswagenStiftung geförderten internationalen Tagung werden die Projektergebnisse vorgestellt. Unter anderem sprechen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Harvard Graduate School of Education, USA, und der Freien Universität Bozen, Italien.

Kurz erklärt: Studium – Deutsch als Zweitsprache

Die Universität Hildesheim bietet den Studiengang „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ an. Der Masterstudiengang macht sichtbar, dass Mehrsprachigkeit zu unserem Alltag gehört. Absolventinnen und Absolventen können an Schulen und Hochschulen im Ausland arbeiten oder in international vernetzten Betrieben die deutsche Sprache und Kultur vermitteln. Sie können sich für die Sprachförderung in Schulen spezialisieren, in der Bildungsplanung in Behörden oder in der Schulbuchherstellung arbeiten und Erwachsene in Integrationskursen unterrichten. Der Studiengang kann auch berufsbegleitend und in Teilzeit studiert werden, zum Beispiel begleitend zu einer Lehrtätigkeit.

Medienkontakt: Kontakt zu den Wissenschaftlerinnen über die Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 3 Deutsche Sprache Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
news-12547 Wed, 18 Jan 2017 14:01:00 +0100 Ausgezeichnet: Preise für besondere Leistungen in Lehre, Forschung und Service https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/ausgezeichnet-preise-fuer-besondere-leistungen-in-lehre-forschung-und-service/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet die Literaturwissenschaftlerin Prof. Irene Pieper, die Übersetzungswissenschaftlerin Isabel Rink und den Psychologen Ryan Hackländer sowie den Systemadministrator Florian Störig für ihre hervorragenden Leistungen in Forschung, Lehre und im Wissenschaftsmanagement aus. Die Preise sind mit jeweils 3000 Euro dotiert. Jedes Jahr verleiht die Universität im Rahmen des Neujahrsempfangs Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

Preis für hervorragende Forschung: Prof. Dr. Irene Pieper

Die Universität Hildesheim zeichnet Professorin Irene Pieper für ihre hervorragende Forschung aus. Seit 2007 forscht und lehrt Irene Pieper als Professorin für Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik am Institut für deutsche Sprache und Literatur. Die Professorin befasst sich zum Beispiel mit der Lesesozialisation von Schülern und Schülerinnen aller Schulformen und dem Spannungsverhältnis zwischen fachlichem Wissen und literarischem Verstehen. Eines ihrer derzeitigen Projekte, das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, widmet sich dem literarischen Verstehen im Umgang mit Metaphorik.

Was reizt Jugendliche am Lesen? Welche Rolle spielt das Lesen im Spektrum ihrer Mediennutzung? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Irene Pieper in einer aktuellen Studie. Die Literaturwissenschaftlerin untersucht, welchen Platz Literatur im Deutschunterricht und in der Freizeit einnimmt. Die Beschäftigung mit Literatur, ihr Stellenwert im Deutschunterricht sowie die Orientierungen der Lehrerinnen und Lehrer stehen selten im Zentrum der Forschung. Bisher ist wenig untersucht, welche Erfahrungen die Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Literatur in der Schule machen, inwiefern Jugendliche mit ihren persönlichen Leseinteressen das Unterrichtshandeln der Lehrkräfte beeinflussen und umgekehrt. „Unterrichtsnahe Forschung zu diesem Bereich fehlt im deutschsprachigen Raum weitgehend, obwohl er für die Entwicklung von Lesemotivation und Lesekompetenz eine zentrale Rolle spielt", sagt Professorin Pieper. In dem Forschungsprojekt, das vom Land Niedersachsen im Rahmen von „Pro Niedersachsen“ gefördert wird, kombiniert die Professorin qualitative und quantitative Zugänge. So werden in den kommenden Monaten Lehrerinnen und Lehrer von etwa 60 achten Klassen aus den Schulformen Gymnasium, Real-, Haupt- und Gesamtschule sowie deren etwa 1200 Schülerinnen und Schüler befragt.

„Frau Pieper ist wissenschaftlich ausgesprochen vernetzt. So hat sie bereits ein europäisches Projekt zum Thema ‚Literary Framework for Teachers in Secondary Education‘ durchgeführt und ist Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzende der ‚International Association for Research in L1 Education (languages, literatures, literacies)‘, ARLE, die ihren Sitz in Hildesheim hat“, sagt Vizepräsidentin Prof. Dr. Renate Soellner in ihrer Laudatio. Seit 2011 leitet Irene Pieper das Promotionskolleg Unterrichtsforschung. Seit 2012 ist sie Mitherausgeberin der wichtigsten Zeitschrift der Deutschdidaktik, „Didaktik Deutsch“. „Neben der Forschung engagiert sie sich auch für das Erlernen von Schreibkompetenzen bei Studienanfängerinnen und Studienanfängern. Sie gründete 2008 und leitet bis heute das Lese- und Schreibzentrum. Aktuell arbeitet sie an der Entwicklung einer elektronischen Plattform für die Einübung in wissenschaftliches Lesen und Schreiben“, hebt Renate Soellner hervor. „Ich freue mich sehr über dieses Zeichen der Anerkennung“, so Irene Pieper. Sie wolle „interdisziplinäre Forschungsräume weiter ausbauen“.

Preis für hervorragende Lehre: Übersetzungswissenschaftlerin Isabel Rink und Psychologe Ryan Hackländer

Ein Rekord – 85 Vorschläge für den Preis für hervorragende Lehre gingen bei der Universität ein. „Nach dem grandiosen Erfolg der Maßnahmen, die unser Qualitätsmanager Torsten Bergt vor einem Jahr vorgeschlagen und umgesetzt hatte, um mehr Studierende zu bewegen, ihre Lehrenden für den Preis für hervorragende Lehre zu nominieren, konnte die Zahl der Anträge noch einmal deutlich gesteigert werden“, freut sich Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander. Eine Jury – bestehend aus der Studiendekanin des Fachbereichs 1, dem Studiendekan des Fachbereichs 2 und zwei Studierendenvertretern der Fachbereiche 3 und 4 – hat entschieden, den Preis an zwei Lehrende zu vergeben: Der  Preis geht an Isabel Rink vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation sowie Ryan Hackländer vom Institut für Psychologie.

Isabel Rink wird für ihre hervorragende Lehre im praxisnahen Seminar „Kommunikation und Orientierung von Menschen mit Sinnesbehinderungen“ ausgezeichnet. Die Übersetzungswissenschaftlerin hat Studierende an die Regeln der Leichten Sprache herangeführt – und begeistert. Vizepräsident Sander würdigt ihr „außergewöhnliches Engagement auf einem Gebiet höchster gesellschaftlicher Relevanz“. Die Studierenden haben theoretische Regeln in der Praxis angewendet, Übersetzungen wurden vom NDR veröffentlicht. Die Arbeit mit dem NDR habe den Studierenden „die realen Bedingungen des Übersetzungsmarktes nahe gebracht“.

Isabel Rink studierte „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ in Hildesheim und an der Universidad de Murcia/Spanien. Nach dem Masterstudium „Medientext und Medienübersetzung“ begann sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation. Sie ist Geschäftsführerin der Forschungsstelle Leichte Sprache und koordiniert gleichzeitig das Promotionskolleg Unterrichtsforschung. Isabel Rink hat eine Reihe von Publikationen zum Thema Leichte Sprache – etwa ihre Masterarbeit „Nachteilsausgleich im Bereich Hörschädigung: Zur Übersetzung von Mathematikarbeiten in Leichte Sprache“ – veröffentlicht und promoviert bei Prof. Dr. Christiane Maaß zum Thema „Barrierefreie Rechtskommunikation. Zur Übersetzung juristischer Inhalte in Leichte Sprache am Beispiel des Pilotprojekts ‚Leichte Sprache in der Niedersächsischen Justiz‘“.

Seit zweieinhalb Jahren lehrt Ryan Hackländer als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychologie der Uni Hildesheim. Zuvor lebte der US-Amerikaner in Kentucky, wo er als Doktorand am Department of Cognitive and Brain Sciences der University of Louisville promovierte. Für seine Hildesheimer Lehrveranstaltungen „Psychology of Olfaction” und „Projektband Allgemeine Psychologie: The Efficacy of Podcasts as Supplemental Learning Material” wird er nun ausgezeichnet. In Hildesheim bietet Ryan Hackländer für Masterstudierende im Lehramt ein Projektband mit Experimenten zum Gedächtnis an. Er hält seine Lehrveranstaltungen in englischer Sprache.

„Sehr abwechslungsreich, praxisorientiert, spielerisch lernend – Ryan Hackländer ist einfach ein sehr engagierter Dozent, der motiviert, montags früh um 8 Uhr in die Uni zu fahren“, sagen die Studentinnen Katharina Klabunde und Amira Sultan über ihren Dozenten. Er rege zu „kreativem und kritischem Denken“ an und verwende eine Bandbreite an Lehr- und Prüfungsmethoden. Ryan Hackländer sagt, er wolle in seinen Seminaren Studentinnen und Studenten ermutigen, Fragen zu stellen. Er selber profitiere in seiner Forschung sehr von den Diskussionen mit den Studierenden. „Die Studentinnen und Studenten bringen sich mit neuen Ideen ein, sind engagiert.“

Preis für hervorragende Serviceleistungen: Systemadministrator Florian Störig

Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, „die sich in ganz besonderem Maße für unsere Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben“, sagt der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing.

Der diesjährige Preisträger ist Florian Störig. Als Mitarbeiter im Rechenzentrum ist er für die Datenverarbeitung im Bereich der Uni-Verwaltung zuständig. „Für Ihr herausragendes Engagement, Ihre Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit gepaart mit Ihrer guten Laune möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken“, so Vizepräsident Kreysing in seiner Laudatio. „Seit unserem ersten Zusammentreffen habe ich Herrn Störig immer als kompetenten und lösungsorientierten Mitarbeiter erlebt, der sich mit seiner Aufgabe und unserer Universität über die Maßen identifiziert", ergänzt Matthias Kreysing.

Florian Störig sagt, die Arbeit in der Universität bereite ihm große Freude. Besonders bedankt er sich für die gute Zusammenarbeit bei dem Leiter des Rechenzentrums Dr. Dietmar Fox. Florian Störig hat 2002 seine Ausbildung zum Fachinformatiker mit dem Schwerpunkt Systemintegration im Rechenzentrum der Universität Hildesheim begonnen und diese 2005 erfolgreich abgeschlossen. Seitdem ist er als Mitarbeiter in der Uni-Verwaltung tätig. Darüber hinaus hat er sich von 2006 bis 2015 als Schwerbehindertenvertreter der Universität Hildesheim sowie vier Jahre im Uni-Personalrat engagiert.

Neujahrsempfang

Die Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen wurden im Rahmen des diesjährigen Neujahrsempfangs verliehen.

Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich warb während des Neujahrsempfangs der Universität Hildesheim für ein gutes Miteinander. „Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben“, zitierte er Humboldt. „Man kann mit Sorge in die Zukunft blicken. Die Meinungsfreiheit bedeutet aber nicht, dass rassistische Parolen verbreitet werden dürfen.“ Friedrich hob hervor, dass das Grundgesetz die Grundlage für den Alltag und den Umgang miteinander bildet. Er verweist auf das Leitbild der Universität.

499 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie 227 Personen in der Verwaltung, in der Bibliothek und in der Technik sind derzeit an der Stiftungsuniversität tätig. 7930 Studentinnen und Studenten lernen zurzeit in Hildesheim. Die Universität werde in den kommenden Monaten ihre Entwicklungsplanung fortschreiben. „Im Zentrum unserer Arbeit steht die Wissenschaft – Forschung und Lehre. Wie können wir die Universität als forschende und lehrende Einrichtung voranbringen? Aus diesen Fragen ergeben sich Konsequenzen für das Studium“, so Friedrich. „Wir können nicht weiter wachsen, was die Anzahl der Studierenden betrifft. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler brauchen mehr Zeit für ihre Forschung und auch für Beratung und Betreuung von Studierenden. Allerdings sollten wir unser Studienangebot weiter entwickeln. Wir haben die Erziehungswissenschaften und Psychologie gestärkt. Ich freue mich sehr, dass in der Informatik u.a. mit Data Analytics die Entwicklung weiter sehr dynamisch verläuft.“

Universitätspräsident Friedrich zeigte sich sehr erfreut, dass erneut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Rufe an andere Universitäten abgelehnt und sich für den Universitätsstandort Hildesheim entschieden haben. So habe Vera Volkmann, seit 2012 als Juniorprofessorin am Institut für Sportwissenschaft tätig, einen Ruf nach Kiel abgelehnt und tritt nun eine Professur für Sportwissenschaft in Hildesheim an.

Erstmals hat die Universität Hildesheim einen Seniorprofessor: Wolfgang Christian Schneider lehrt in der Philosophie und Bildenden Kunst im Bereich der Geistes- und Kulturgeschichte. Das Wissen, welches er über jahrelange Forschung angesammelt hat, möchte er teilen. „Alle Dinge sind miteinander verflochten“, sagt Schneider. Wenn er in einem Kunst-Seminar über den italienischen Bildhauer Michelangelo spricht, taucht auch die Lyrik auf. Er befasst sich mit den Fragen, wie Menschen dichten, malen, Architektur entwerfen. Er trage gerne den Titel „Seniorprofessor“ und sieht diesen als Ergänzung zu den bestehenden Juniorprofessuren. „Ich möchte Erfahrungen zurückgeben“, sagt Schneider. „Ich freue mich auf meine kommenden Lehrveranstaltungen in Hildesheim, wir beschäftigen uns mit Naturphilosophie.“

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news-12917 Mon, 16 Jan 2017 10:06:00 +0100 Lehramt, Kultur, Sprachen, IT: Infotage für Studieninteressierte https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/lehramt-kultur-sprachen-it-infotage-fuer-studieninteressierte/ Infotage am 31. Januar und 1. Februar 2017 an der Universität Hildesheim: Wer Fragen rund um das Studium hat, kann sich an das Team der Zentralen Studienberatung wenden. Während der Infotage geben Lehrende Einblicke in das Studium, Studentinnen und Studenten beantworten Fragen rund um den Uni-Alltag. Den passenden Studiengang und Studienort zu finden ist oftmals eine Herausforderung für Studieninteressierte. Die Zentrale Studienberatung der Universität Hildesheim bietet daher im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung „Studieren auf der Höhe“ am 31. Januar und 1. Februar 2017 gezielt Unterstützung.

Zum Programm gehören Veranstaltungen der Lehrenden (beispielsweise zum Thema Lehramtsstudium) sowie Workshops von Studentinnen und Studenten zu Fragen rund um das Studium. Während der Infotage erhalten Studieninteressierte detaillierte Informationen zum Bewerbungsverfahren, vielfältige Einblicke in den Hochschulalltag und in die Besonderheiten des Studienangebots der Universität Hildesheim.

Am Dienstag, 31. Januar 2017, dreht sich auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg alles um die kulturwissenschaftlichen Studiengänge der Universität Hildesheim. Neben der Vorstellung von Studieninhalten erhalten Studieninteressierte hier wichtige Informationen rund um die künstlerische Eignungsprüfung. Wer in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in Funk- und Fernsehanstalten, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung arbeiten möchte, sollte den Infotag auf dem Kulturcampus nicht verpassen. Studieninteressierte können zum Beispiel an Lehrveranstaltungen teilnehmen - an der Einführung von Professor Jens Roselt in die „Arbeitsfelder der Theaterwissenschaft“, an einem Seminar von Professorin Stefanie Diekmann zur Frage „Was wir unter Feminismus verstehen“, an einer Übung zur musikalischen Analyse des Dozenten Ulrich Bartels oder an einem Seminar von Professor Simon Roloff über „Kleine Formen“ im Kulturjournalismus. Der Kulutr-Infotag beginnt um 09:15 Uhr mit einer Begrüßung den Dekan des Fachbereichs, jeweils um 09:30, 12:30 und 16:00 Uhr zeigen Studierende den Campus, zwischen 10:00 bis 14:00 Uhr können Studieninteressierte in ausgewählte Lehrveranstaltungen hineinschnuppern.

Am Mittwoch, 1. Februar 2017, stehen ab 14:30 Uhr das Lehramtsstudium und die weiteren Studienangebote aus den Erziehungs-, Informations- und Naturwissenschaften im Mittelpunkt. Interessierte können außerdem gemeinsam mit Studentinnen und Studenten den Campus erkunden und Fragen rund um das Studium klären. Zum Abschluss erhalten sie wichtige Informationen zur Bewerbung um einen Studienplatz.

Lehramt, Psychologie, Informatik, Umwelt, Sprachen: Infotage für Studieninteressierte

Das gesamte Programm der Infotage ist im Internet zu finden. Wer Fragen zu den Infotagen hat kann sich an Britta Lehradt von der Zentralen Studienberatung wenden (Telefon 05121.883-92212, E-Mail: lehradt@uni-hildesheim.de). Die Infotage richten sich an alle Studieninteressierten.

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news-12839 Wed, 04 Jan 2017 15:55:00 +0100 Informatik an Schulen: Niedersachsen sucht IT-Lehrerinnen und Lehrer https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/informatik-an-schulen-niedersachsen-sucht-it-lehrerinnen-und-lehrer/ Jetzt bewerben: Die Universität Hildesheim sucht die Informatik-Lehrerinnen und Lehrer von morgen. „Was wir in Deutschland brauchen ist eine große Anzahl von Lehrern, die ihren Schülern zeigen, was hinter Computern steckt und wie wir mit der Welt der Informationen umgehen", sagt der Informatiker Klaus-Jürgen Förster. Damit Informatik an Schulen aufblüht, bildet die Hildesheimer Uni seit Herbst 2016 Lehrerinnen und Lehrer für das Fach Informatik an Haupt- und Realschulen aus. Informatik an Schulen: jetzt bewerben

Seit Herbst 2016 können Lehramtsstudierende an der Universität Hildesheim erstmals das Lehramtsfach Informatik wählen. Studieninteressierte können sich noch bis zum 15. Januar 2017 um einen Studienplatz im Bereich Lehramt an Haupt- und Realschulen mit der Fächerkombination Mathematik und Informatik bewerben, das Studium an der Uni Hildesheim beginnt im April 2017. Bisher haben in Niedersachsen nur die Universitäten in Göttingen, Oldenburg und Osnabrück Informatiklehrer für den Unterricht an Gymnasien ausgebildet. Eine Ausbildung zur Informatiklehrerin oder zum Informatiklehrer für Haupt- und Realschulen war in Niedersachsen im Gegensatz zu verschiedenen anderen Bundesländern wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen bisher nicht möglich.

„Gehören Sie zur ersten Generation der Lehrerinnen und Lehrer, die das Fach in Niedersachsen aufbauen. Das ist eine große berufliche Chance und eine spannende, lebenslange Aufgabe. Kein Beruf ist heute mehr vorstellbar ohne grundlegende und anwendungsorientierte Kenntnisse der Informatik“, sagt der Hildesheimer Informatikprofessor Klaus-Jürgen Förster. In der Schule können zentrale Grundlagen vermittelt werden – wie werden Informationen als Daten repräsentiert und verarbeitet, wie steuern Algorithmen Prozesse? Welche Programmierbefehle braucht ein Roboter, um sich im Raum zu bewegen? Wie funktionieren Programmiersprachen? Wie geht man verantwortungsvoll mit Daten um? Welche Auswirkungen haben Informations- und Kommunikationssysteme auf den Alltag und die Gesellschaft?

Im Studium in Hildesheim geht es um weit mehr als ein bisschen Word und die Gestaltung von Power-Point-Präsentationen. Neben Programmieren und Datenbanken gehören auch Algorithmen und Datenstrukturen, Medieninformatik und Systemadministration zum Studium. Außerdem wählen die Studentinnen und Studenten fachwissenschaftliche Vertiefungen wie Maschinelles Lernen, Robotik, Softwareentwicklung oder Wirtschaftsinformatik. Sie kombinieren die Theorie mit der Praxis und sind schon im ersten Studienjahr an Partnerschulen. Weitere fachdidaktische Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums.

Informatik ist als eigenständiges Unterrichtsfach an Haupt-, Real- und Oberschulen vorgesehen. Derzeit fehlen allerdings die Lehrerinnen und Lehrer, sagt Professor Klaus-Jürgen Förster. Die Universität Hildesheim möchte dazu beitragen, die nächste Generation der IT-Lehrer auszubilden. Wer sich für ein Informatik-Studium entscheidet, sollte Interesse und Freude am Einsatz moderner Informationstechnologien in allen Lebensbereichen haben, so Förster. „Was wir in Deutschland brauchen ist eine große Anzahl von Lehrern, die ihren Schülerinnen und Schülern zeigen, was hinter Computern steckt und wie wir mit der Welt der Informationen umgehen. Sie sollten Wissen um Chancen und Gefahren aufbauen."

Informatik an Schulen: Kontakt für Studieninteressierte

Wer sich für das Lehramtsfach Informatik an Haupt- und Realschulen (das umfasst auch Oberschulen und Gesamtschulen) interessiert, kann sich ab sofort bei Prof. Dr. Klaus-Jürgen Förster melden (E-Mail foerster[at]cs.uni-hildesheim.de). Studierende wählen neben dem Fach Informatik ein zweites Fach. Studierende aus höheren Semestern begleiten die Studienanfänger beim Studieneinstieg. Bewerbungen sind zum Sommersemester 2017 möglich, die Bewerbungsfrist endet am 15. Januar 2017 [jetzt bewerben]. Studienbeginn ist im April 2017. Mehr Infos zur Bewerbung findet man online.

„Informatik ist längst in unseren Alltag eingezogen“

Professor Klaus Schmid lehrt Informatik an der Universität Hildesheim und forscht im Bereich Softwareentwicklung. Zur Bedeutung von Informatik an Schulen sagt Schmid:

„Die Entwicklung, Informatik als Fach an Schulen zu unterrichten, ist überfällig. Informatik ist längst in unseren Alltag eingezogen, hat Bedeutung für das tägliche Leben. Schule sollte Kinder und Jugendliche darauf vorbereiten, wie die Welt funktioniert, damit sie diese verstehen. Informatik als Schulfach zu unterrichten, bedeutet auch, sich sowohl mit dem Allmachtsglauben als auch mit der digitalen Panik auseinanderzusetzen, die wir vorfinden. Wir sollten dieser Panik mit Wissen begegnen. Informatik ist ein wichtiges Grundwissen über die Welt, genauso sollten Kinder auch erfahren, wie physikalische Prozesse ablaufen (im Fach Physik), wie eine Sprache aufgebaut ist (im Fach Deutsch) oder wie Klänge entstehen (im Fach Musik).“

Kurz erklärt: Lehrerausbildung in Hildesheim

Mittwochs im Hörsaal – und freitags im Klassenzimmer: Lehramtsstudierende der Universität Hildesheim sind im ersten Studienjahr einmal in der Woche in der Schule, das ist bundesweit besonders. Sie erhalten früh Einblicke in die Schulrealität, können die Berufswahl überprüfen und reflektieren. Im zweiten Semester halten sie eine erste Unterrichtsstunde. Etwa 500 Lehramtsstudierende starten jeden Herbst in ihr erstes Studienjahr.

Mit etwa 2600 Studierenden bildet die Universität Hildesheim rund ein Drittel der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrer aus. Schwerpunkte in der Lehrerausbildung liegen in den Bereichen Deutsch als Zweitsprache, Individuelle Förderung und Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer. Die Universität arbeitet in weiteren Praxisphasen im Verlauf des Studiums mit 250 Partnerschulen in Hannover, Hildesheim und der Region zusammen

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Fachbereich 4 Informatik Maschinelles Lernen Mathematik & Angewandte Informatik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Studierendenportal
news-12819 Thu, 29 Dec 2016 13:07:00 +0100 Zeitgeschichte: Lebenswerk des früheren Bundesbankpräsidenten Hans Tietmeyer https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/zeitgeschichte-lebenswerk-des-frueheren-bundesbankpraesidenten-hans-tietmeyer/ Hans Tietmeyer war der letzte Bundesbankpräsident, ehe der Euro kam. Von 1993 bis 1999 wirkte er an der Spitze der Zentralbank. Während seiner Präsidentschaft in der Bundesbank stand die Vorbereitung der Euro-Einführung auf seiner Tagesordnung. Der ehemalige Präsident der Bundesbank ist gestorben. Der Diplom-Volkswirt wurde 85 Jahre alt. Ein Nachruf von Joachim Algermissen, der für seine Forschung Zugang zum Privatarchiv Tietmeyers erhielt. Promotion über Hans Tietmeyers Lebenswerk an der Universität Hildesheim

Hans Tietmeyers Leben und sein berufliches Wirken findet bis heute keine angemessene Berücksichtigung in der wissenschaftlichen Literatur. Joachim Algermissen untersucht im Rahmen seiner Dissertation an der Universität Hildesheim das berufliche Lebenswerk von Hans Tietmeyer und hat seine Arbeit noch vor Tietmeyers Tod fertigstellen können. Die Arbeit wird von Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis und Prof. Dr. Michael Gehler betreut. Die Dissertation füllt eine Forschungslücke in der Aufarbeitung der jüngeren wirtschafts-, finanz- und währungspolitischen Zeitgeschichte, die unter anderem die teils drastischen Veränderungen der deutschen Wirtschaftspolitik in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren, die Deutsche Einheit oder auch die Einführung des Euro umfasst.

Hans Tietmeyer (1931-2016)

Ein Nachruf von Joachim Algermissen

Mit Hans Tietmeyer verliert Deutschland einen hartnäckigen ordnungspolitischen Kämpfer und einen überzeugten Stabilitäts-Europäer, der in mehreren leitenden Funktionen im Wirtschafts- und Finanzministerium sowie zuletzt als Präsident der Deutschen Bundesbank agierte. Für ihn war das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Wirtschafts- und Währungspolitik die zentrale Voraussetzung für eine dauerhaft funktionsfähige und freiheitliche Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Deshalb stand für ihn eine Stabilitätskultur stets im Mittelpunkt seiner Aktivitäten. Seine Erfahrung und Expertise werden wir bei der Bewältigung der künftigen europäischen Herausforderungen noch vermissen.

Während seiner Präsidentschaft in der Bundesbank stand die Vorbereitung der Euro-Einführung auf seiner Tagesordnung. Tietmeyer hatte eine klare Vorstellung von den institutionellen Voraussetzungen für die neue Gemeinschaftswährung und formulierte dafür drei zentrale Forderungen: Die Gründung einer unabhängigen und stabilitätsorientierten Europäischen Zentralbank nach dem Modell der Deutschen Bundesbank. Dabei benannte er Stabilitätsorientierung als Zielsetzung und die Geldmengenpolitik als Instrument einer solchen Zentralbank.

Das zweite Anliegen bestand aus einer Flankierung der Währungsunion mit einer weitergehenden politischen Union, denn die Einführung des Euro war für ihn nicht nur eine temporäre Wechselkursbindung, sondern eine irreversible ökonomische und politische Integration auf Dauer. Daher waren gemeinsame wirtschaftspolitische Antworten notwendig, sobald das Wechselkursinstrument mit Eintritt in die europäische Währungsunion nicht mehr zu Verfügung stehen sollte.

Die dritte Forderung bezog sich auf die Gewährleistung der ökonomischen Konvergenz der Mitgliedsstaaten. Insbesondere die fiskalischen Konvergenzkriterien (Schuldenquote von 60% des BIP und das Defizitkriterium von 3%) waren für Tietmeyer nicht sonderlich ambitiös formuliert. Bereits damals vermutete er, dass sie die Währungsunion spalten könnten, wenn Länder beitreten würden, die von der Währung überfordert wären. Eine Sorge, die aktueller nicht sein könnte.

Man sollte Tietmeyer allerdings nicht als Gegner des Euros in Erinnerung behalten, denn er war vielmehr ein ökonomischer Experte, der sich kritisch mit den Vorgängen auseinandersetzte und auf die Risiken hinwies. Tietmeyer selbst bezeichnete sich als europäischen Förderalisten, der sich für die Verwirklichung eines großen europäischen Ideals einsetzte und eine klare Vorstellung hinsichtlich eines stabilen Fundaments für eine tragfähige Währungsunion hatte. In die Geschichtsbücher wird er als ein Bundesbankpräsident eingehen, der sich mit aller Kraft bei großer fachlicher Kompetenz und hoher politisch-moralischer Integrität für einen harten Euro einsetzte und am 1. Januar 1999 eine stabile D-Mark in die Eurozone einbrachte.

Zum Abschluss einige persönliche Worte: Auf Vermittlung von Prof. Michael Gehler von der Universität Hildesheim erhielt ich im Februar 2013 das Privileg, Hans Tietmeyer persönlich kennenzulernen und sein Lebenswerk wissenschaftlich aufzuarbeiten. In den vergangenen dreieinhalb Jahren bekam ich nicht nur exklusiven Zugang zu seinem Privatarchiv, sondern konnte meine Dissertation mit rund 48 Stunden Interview-Material durch von Tietmeyer vermittelte Experten und Weggefährten untermauern. Am häufigsten nutzte er bei unseren Gesprächen das Wort „Stabilitätskultur“, die zweifellos auch sein Privatleben bestimmte. Dies wurde auch daran deutlich, dass er sich stets an dem symbolischen Vergleich mit der „Westfälischen Eiche“ erfreute. Meine Zeit mit ihm war geprägt durch faszinierende wie fesselnde Einblicke in die Hintergründe der wirtschaftspolitischen Umbrüche der 1970er und 1980er Jahre, durch Erfahrung hochspannender Details über den Prozess zur deutschen Einheit und durch einen Blick hinter die Kulissen der Euro-Einführung. Beide Prozesse wurden durch Tietmeyer maßgeblich mitgestaltet. Dafür bin ich ihm mehr als dankbar. Ich werde Hans Tietmeyer nicht nur als erstklassigen wirtschafts- und geldpolitischen Experten vermissen, sondern insbesondere auch als Menschen und väterlichen Freund.

Archiv der Zeitgeschichte

Das Institut für Geschichte der Universität Hildesheim baut ein Online-Archiv der Zeitgeschichte auf: Seit zehn Jahren sprechen Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Diplomatie über aktuelle und historische Themen europäischer (Zeit-)Geschichte sowie über Fragen der europäischen Integration. Die Vorträge sind öffentlich und werden dokumentiert. Auch Hans Tietmeyer sprach in der Vortragsreihe „Europagespräche“ in Hildesheim: Das Institut für Geschichte dokumentiert die Rede „Der Euro. Seine Geschichte und die Chancen seiner Zukunft“ vom 08.11.2011 [zum Video] [zum Bericht].

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Pressemeldungen Geschichte Fachbereich 1 Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik
news-12812 Wed, 21 Dec 2016 17:50:00 +0100 Forschung: Digitale Zukunft des Mittelstands https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/forschung-digitale-zukunft-des-mittelstands/ Wie die Zukunft mittelständischer Unternehmen aussieht, wird vor allem davon abhängen, welche digitalen Technologien sie nutzen – darauf weist ein Team um Professor Ralf Knackstedt hin. Die Wirtschaftsinformatiker der Universität Hildesheim arbeiten in einem niedersächsischen Innovationsverbund mit Praxispartnern aus der regionalen Wirtschaft zusammen. Sechs niedersächsische Forschungseinrichtungen haben sich zum Innovationsverbund „SmartHybrid“ zusammengeschlossen. Ab Januar 2017 befassen sie sich mit der digitalen Zukunft niedersächsischer Unternehmen. In dem Verbund werden Forschungsgruppen aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen mit der regionalen Wirtschaft neue digitale Dienstleistungen und Geschäftsmodelle entwickeln. Das Forschungsprojekt wird im aktuellen EFRE-Programm des Landes Niedersachsen mit insgesamt 1,9 Millionen Euro gefördert. Ein Team um Professor Ralf Knackstedt von der Abteilung „Informationssysteme und Unternehmensmodellierung“ der Universität Hildesheim führt dabei das Teilprojekt „Process Engineering“ durch.

Die Wirtschaftsinformatiker gehen davon aus, dass die Zukunft mittelständischer Unternehmen vor allem davon abhängt, welche digitalen Technologien sie einsetzen und welchen Nutzen diese dem Kunden bringen. Dabei geht es um Technologien wie Internet of Things, cyber-physische Systeme, Virtual Reality oder 3D-Druck, durch die sich neue digitale Services für viele Produktarten entwickeln lassen.

Auf wissenschaftlicher Seite sind unter der Federführung der Universität Osnabrück auch die Leibniz Universität Hannover, die Hochschule Osnabrück, die Universität Hildesheim sowie die technischen Universitäten aus Braunschweig und Clausthal-Zellerfeld in das interdisziplinäre Projekt eingebunden. In dem Innovationsverbund arbeiten Fachleute aus der Betriebswirtschaftslehre, der Wirtschaftsinformatik, der Informatik und den Ingenieurwissenschaften zusammen. Mit dieser Ausrichtung möchten die Verbundpartner branchenübergreifende und ganzheitliche Lösungen aus der anwendungsorientierten Forschung heraus entwickeln und deren kontinuierlichen Transfer in die Praxis gewährleisten.

Die Hildesheimer Arbeitsgruppe um Ralf Knackstedt geht der Frage nach, wie Unternehmen Sach- und Dienstleistungen kombinieren und dabei effektiv und koordiniert zusammenarbeiten können. „Hybride Wertschöpfung leistet mit Servicenetzwerken einen wichtigen Beitrag zur Differenzierungsstrategie von Unternehmen und erschwert das Kopieren des Leistungsangebots im Wettbewerb, wodurch möglicher Produktpiraterie entgegengewirkt werden kann“, sagt Professor Ralf Knackstedt, Projektleitung des Teilprojektes „Process Engineering“. Die Wissenschaftler analysieren in den kommenden Jahren in dem Teilprojekt die Prozesse in den entstehenden Netzwerken. Zur Umsetzung sei insbesondere das Identifizieren von (nötigen) Kompetenzen in Wertschöpfungsnetzwerken sowie das Abstimmen verschiedener Akteure von großer Bedeutung. „Die Koordination und Kooperation in komplexen Netzwerken auch über verschiedene Unternehmen hinweg, erfordert gemeinsam abgestimmte Prozesse“, so der Hildesheimer Wirtschaftsinformatiker Thorsten Schoormann.

Damit der Verbund die Bedarfe der Unternehmen berücksichtigen kann, werden frühzeitig Praxispartner aus der Wirtschaft eingebunden. Bereits vor Starttermin haben sich über 30 Unternehmen dem Verbund angeschlossen. Für weitere Partner ist das Projekt offen. Klein- und Mittelständische Unternehmen (KMUs) aus Niedersachen können sich ab sofort bei den Wirtschaftsinformatikern melden. Thematisch sollten die Unternehmen Interesse oder Bedarfe an der „Hybriden Wertschöpfung“ (Verknüpfung von Sach- und Dienstleistungen) haben. Wer mehr über das Projekt in der Region Hildesheim erfahren möchte, kann Prof. Dr. Ralf Knackstedt (ralf.knackstedt@uni-hildesheim.de) und Thorsten Schoormann (thorsten.schoormann@uni-hildesheim.de) von der Abteilung Informationssysteme und Unternehmensmodellierung der Universität Hildesheim kontaktieren. Der Wissenstransfer in die regionale Wirtschaft ist gewollt. Innovative und branchenspezifische Weiterbildungsveranstaltungen werden bereits jetzt geplant und in regelmäßigen Abständen durchgeführt.

„SmartHybrid“ ist einer von vier Innovationsverbünden, die seitens des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen im Rahmen der kommenden EU-Förderperiode aus Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung gefördert werden.

Mehr Infos zum Innovationsverbund SmartHybrid

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik
news-12804 Mon, 19 Dec 2016 17:14:00 +0100 Interview mit Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/interview-mit-universitaetspraesident-wolfgang-uwe-friedrich/ Die Hildesheimer Allgemeine Zeitung im Gespräch mit Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich über Studierendenzahlen, Digitalisierung und die bauliche Entwicklung der Stiftungsuniversität Hildesheim. Herr Friedrich, von Jahr zu Jahr werden an der Universität immer mehr Studenten aufgenommen. Mittlerweile gibt es Klagen darüber, dass der Studienbetrieb deswegen nicht mehr reibungslos läuft, Seminare überfüllt sind und Studierende Schwierigkeiten haben, ihren Seminarplan einzuhalten. Hat die Uni ihre Aufnahmekapazität überschritten?

Rein rechnerisch ist die Aufnahmekapazität nicht überschritten. Die Aufnahmezahl wird durch die Kapazitätsverordnung des Landes geregelt und durch eine entsprechende Formel berechnet. Mit  7930 Studierenden sind wir heute voll ausgelastet. Hinzu kommen 270 beurlaubte Studierende. Aber die Aussage, rechnerisch "voll ausgelastet", spiegelt nicht die ganze Wirklichkeit wider. Tatsächlich sind Studierende und Lehrende heute deutlich mehr belastet als vor zehn oder fünfzehn Jahren. Wartelisten für Seminare gehören heute ebenso zum Hochschulalltag wie eine riesige Zahl von Bachelor- und Masterarbeiten, die korrigiert werden müssen. Hinzu kommen für die Dozenten Akkreditierungen, Evaluationen, Gutachten, Drittmittelanträge u.v.m. Für alle Hochschulmitglieder ist die Arbeitsbelastung deutlich gestiegen. Klartext: 8000 sind zu viele.

Welche Prognose haben Sie zur Entwicklung der Studierendenzahlen in Hildesheim für die Zukunft angesichts der Prognose eines starken Rückgangs der Geburtenzahlen?

Vor zehn Jahren strömten 360.000 junge Menschen in die deutschen Hochschulen. Heute sind es über 500.000. Hildesheim ist kein Einzelfall. Wir sind Teil dieser Entwicklung und wir können uns natürlich nicht abkoppeln. Bund und Länder unterstützen die Hochschulen. Insgesamt stehen den Hochschulen von 2007 bis 2023 fast 40 Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung, das ist der sogenannte "Hochschulpakt 2020". Wir brauchen dringend eine Verlängerung bis mindestens 2025, denn erst dann ist mit einem demographisch bedingten Rückgang zu rechnen. Dann allerdings wird es für sehr kleine Hochschulen eng werden. Für die wird sich dann wohl die Existenzfrage stellen. Unsere Stiftungsuniversität wird sicher nicht dazu zählen.

Reichen die Gebäudekapazitäten aus, oder muss die Hochschule aus Ihrer Sicht baulich weiter wachsen? Wenn ja, wie?

Das Land hat uns beim Hochschulbau großzügig unterstützt. Dafür sage ich ausdrücklich Ministerin Heinen-Kljajic Dank. Ohne diese Unterstützung hätten wir nicht das Forum am Universitätsplatz 1, würden wir nicht heute den Samelson Campus ausbauen, vom Kulturcampus und dem Bühler Campus ganz zu schweigen.  Und 14 Millionen Euro hat das Land für den Mensaneubau bewilligt. Wir haben allerdings auch den Nachweis erbracht, dass wir unter Einhaltung den Kostenrahmens und des Zeitplans bauen können. Das findet in Hannover Beachtung, und deshalb finden wir für unsere Projekte auch offene Ohren.

Welche Rolle spielen die einzelnen Fachbereiche in der Bildungslandschaft, ist der Schwerpunkt Erziehungs- und Kulturwissenschaften eine zukunftsfähige Entscheidung?

Lehrerbildung und Kulturwissenschaften einschließlich MINT sind traditionell unsere Schwerpunkte. Dabei wird es bleiben. Aber die Sprach- und Informationswissenschaften sowie die Informatik sind Profilelemente von besonderer Bedeutung. Gerade neue Studienangebote wie Data Analytics, übrigens in Englisch gelehrt, sind für die Universität und die regionale Wirtschaft von herausragender Bedeutung. Hier dürfen wir nicht reduzieren, sondern müssen innovativ vorangehen. Big Data ist für die Zukunft unseres Landes von existenzieller Bedeutung. Unser Stiftungsratsvorsitzender Dr. Thomas hat das voll im Blick. Wir müssen mit Studienangeboten dabei sein, im Interesse der Wissenschaft und der Wirtschaft. Es geht auch um Facharbeitsplätze in der Region. Oberbürgermeister Dr. Meyer und Landrat Levonen unterstützen deshalb unsere Initiativen. Drei Themen bestimmen die Zukunft unseres Landes: Demografischer Wandel, Migration und Digitalisierung. Diese Themen bestimmen auch unsere Zukunft.

Die Rolle der Digitalisierung wird derzeit breit diskutiert, sei es unter dem Stichwort Arbeit 4.0 oder auch Modernisierung der Lehramtsausbildung. Wie sieht die Rolle der Universität Hildesheim hierbei aus?

Wir zählen zu den Treibern dieser Entwicklung. Wirtschaft 4.0 klappt nicht ohne Forschung und Lehre im IT- Bereich. Keine Hochschule kann das ignorieren. Mit 660 Studierenden in zwei IT-Studiengängen können wir eine sehr erfolgreiche Entwicklung vorweisen. Arwed Löseke und Gerald Frank sei Dank! Und wir dürfen diesen Weg nicht verlassen, nur weil andere Hochschulen auch entsprechende Angebote vorhalten. Für die Region und die Stiftungsuniversität wäre es ein geradezu katastrophaler strategischer Fehler, hier nachzulassen. Ich bitte die Wirtschaft, die Stiftungsuniversität noch stärker zu unterstützen, z.B. durch eine weitere Stiftungsprofessur. Auch andere Partner wie das Helios Klinikum sind von großer Bedeutung. Hier wollen wir mehr tun, mit Helios und weiteren Partnern.

Welche Rolle spielt die Uni als Wirtschaftsfaktor hierbei auch für die Region Hildesheim?

Das eben diskutierte Beispiel IT zeigt es deutlich. Wir können es auch anders diskutieren. Unser Haushalt beläuft sich auf gut 60 Millionen Euro. Als Wirtschaftsfaktor kalkuliert man eine Hochschule "Haushalt mal drei". Wir entsprechen also von einem Unternehmen mit 180 Millionen Euro Umsatz und über 700 Arbeitsplätzen.

Sie sehen die Universität also als „unternehmerische Hochschule"?

Nein, ausdrücklich nein. Eine Hochschulleitung muss in erster Linie wissenschaftszentriert denken und handeln. Sie muss darüber hinaus auch strategisch und unternehmerisch denken und handeln. Zwei Beispiele: Wir haben über unsere Bauprojekte gesprochen. Diese benötigen wir für Forschung, Lehre und Studium. Und wir planen und führen sie unternehmerisch durch. Universitätsverlag und Olms Verlag haben zum Nutzen beider einen gemeinsamen Publikationsrahmen geschaffen. Unsere Wirtschaftskraft entspricht der eines bedeutenden mittelständischen Unternehmens, aber wir sind kein Unternehmen. Als Universität sind wir in besonderer Weise Träger der Kultur. Die City Kirche, das Theater für Niedersachsen, das Dommuseum sind unsere Partner und jüngst gelang die Einwerbung einer halben Million Euro für ein gemeinsames Projekt unseres Center for World Music mit dem Roemer-Pelizaeus-Museum. Universitäten, auch die jungen, stehen in einer mehr als 800 jährigen europäischen Tradition. Wir sind gleichsam konstitutiver Teil unserer europäischen Kultur.

Wie sehen Sie die Entwicklungschancen der Hildesheimer Hochschullandschaft – auch im Hinblick auf Kooperationen mit der HAWK?

Mit Präsidentin Dienel habe ich eine engagierte und ideenreiche Kollegin verloren. Ich setzte auf Kontinuität. Wir kooperieren z.B. in der Frühpädagogik und in der Psychologie. Das kann ausgebaut werden.

Nach der Diskussion um den Antisemitismus-Vorwurf gegen eine Dozentin der HAWK hat das Wissenschaftsministerium angekündigt, die Qualität der Lehre an den niedersächsischen Hochschulen stärker zu kontrollieren. Ist das überhaupt nötig? Wenn ja, wie kann das in der Praxis aussehen?

Zum Vorwurf: Es wäre schön gewesen, wenn der israelische Gesandte sich im August geäußert hätte und nicht erst jetzt. Mehr als schade! Im Übrigen obliegt die Qualitätssicherung der Lehre einer Fakultät und einem Dekanat. Die Freiheit von Forschung und Lehre ist nach Artikel 5 unseres Grundgesetzes geschützt. Das schließt Fehlverfahren einzelner nicht aus. Man muss nicht wegen eines Einzelfalls das System in Frage stellen. Man sollte die Kirche im Dorf lassen.

Wie ist die Finanzierung der Universität aufgestellt? Können Sie mit Ihrer Sockelfinanzierung die Entwicklung vollständig steuern oder sind Sie von der Drittmittelfinanzierung abhängig?

Die Universität wird auskömmlich finanziert. Sie trägt selbst dazu bei, z.B. durch die Einwerbung von sieben Millionen Euro Drittmittel im Jahr. Aber auf der Tagesordnung bleibt das Missverhältnis zwischen dauerhafter Grundfinanzierung, dem sogenannten Sockel, und befristeten Projektmitteln. Unsere Grundfinanzierung ist jetzt unter die Marke von 50 Prozent gerutscht. Das belastet unsere Personalpolitik erheblich. Je mehr Projektmittel, desto mehr zeitlich befristete Arbeitsverträge. Man kann nur dann von "guter Arbeit" reden, wenn diese mit "gutem Geld" unterlegt wird. Das Missverhältnis sollte spätestens im Rahmen der neuen Zielvereinbarung 2019-2023 korrigiert werden.

Sie sind seit 2002 Präsident der Universität und haben diese zur Stiftungs-Hochschule umgewandelt. Wie lange wollen Sie noch im Amt bleiben und was sind Ihre Pläne für diese Zeit?

Meine dritte Amtszeit läuft bis zum 31.12. 2020. Der Stiftungsrat hat mich beauftragt, unsere Entwicklungsplanung mit den Gremien bis 2025 fortzuschreiben. Die Arbeit bereitet mir Freude. Ich möchte den Mensaneubau eröffnen, mit unserem Team das Center for World Music auf der Domäne errichten, weitere Studienvarianten und -gänge entwickeln, die Bildungsintegration ausbauen, die neue Leitlinie zur Förderung des Mittelbaus und die Internationalisierungstrategie umsetzen, IT mit den Professoren und Partnern aus der Wirtschaft weiter entwickeln, die Zielvereinbarung 2019 ff. verhandeln, an der Neuordnung des Lehramtsstudiums im Land mitwirken - wie viele Druckzeilen habe ich noch ?  Es ist ein wunderbares Amt mit Raum für Kreativität.

Die Fragen stellte Norbert Mierzowsky.

Das Interview von Norbert Mierzowsky erschien in gekürzter Form am 12.12.2016 in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung.

Zur Person: Professor Wolfgang-Uwe Friedrich

Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, 64 Jahre. Studium der Geschichte, Slawistik und Politikwissenschaft. Auslandssemester und Forschungsaufenthalte führten ihn nach Sofia, Istanbul, Wien, London und Paris. Unter anderem forschte er als J.F. Kennedy Fellow an der Harvard Universität über die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Seit 2002 ist er Präsident der Stiftung Universität Hildesheim, seit 2015 Vorsitzender der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen, 2008 bis 2016 Mitglied des ZDF-Fernsehrats, jetzt arte-Programmbeirat.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Informatik Maschinelles Lernen Präsident
news-12663 Mon, 28 Nov 2016 10:59:00 +0100 Uni mitgestalten: Mitarbeit in Gremien https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/uni-mitgestalten-mitarbeit-in-gremien/ Wahlvorschläge für die Gremien der Universität einreichen: Noch bis zum Freitag, 2. Dezember 2016, können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Wissenschaft und Verwaltung sowie Studierende Wahlvorschläge einreichen. Die Gremienwahlen finden im Januar 2017 an drei Campus-Standorten statt. Sie halten die Universität am Laufen: universitäre Gremien. Ohne die Wissenschaftler_innen, Studierende und Mitarbeiter_innen der Universität, die sich hier aktiv mit Zeit und Ideen einbringen und so die Universität Hildesheim mitgestalten, würden diese Gremien nicht funktionieren. Im Senat beschließen sie zum Beispiel Ordnungen, die Entwicklungsplanung der Hochschule und sind an Berufungsverfahren für Professorinnen oder Professoren beteiligt, nehmen Stellung zur Entwicklung von Studiengängen und zum Wirtschaftsplan. In den Fachbereichsräten entscheiden sie über Angelegenheiten der Forschung und Lehre, beschließen Studien- und Prüfungsordnungen des jeweiligen Fachbereichs.

Nun stehen Neuwahlen an. Gewählt werden die Vertreterinnen und Vertreter der Hochschullehrergruppe, der Mitarbeitergruppe, der MTV-Gruppe sowie der Studierendengruppe im Senat und in den Fachbereichsräten. Außerdem wählen die Studierenden das Studierendenparlament neu. Die Amtszeit beträgt für Studierende ein Jahr und für alle übrigen zwei Jahre.

Wahlvorschläge können noch bis Freitag, 2. Dezember 2016 (12.00 Uhr Ausschlussfrist), beim Beauftragten des Wahlleiters, Henning Buitkamp, Justitiar an der Universität Hildesheim, eingereicht werden. Aus dem in der Telefonzentrale und im AStA-Büro ausliegenden Wählerverzeichnis geht hervor, wer wählen darf.

Die Gremienwahlen finden vom 17. bis 19. Januar 2017 jeweils von 09:45 Uhr bis 16:00 Uhr statt. Es gibt drei Wahlräume: Die Fachbereiche 1 und 4 sowie die sonstigen wahlberechtigten Mitglieder aller Gruppen wählen am Hauptcampus, Fachbereich 2 auf der Domäne Marienburg und Fachbereich 3 am Bühler-Campus. Wer nicht persönlich vor Ort sein kann, kann bis zum 10. Januar 2017 Briefwahlunterlagen beantragen.

Vordrucke für die Wahlvorschläge können online heruntergeladen werden.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Personalportal
news-12708 Fri, 18 Nov 2016 15:40:00 +0100 Nach der Lehrerausbildung: Ab ins Klassenzimmer https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/nach-der-lehrerausbildung-ab-ins-klassenzimmer/ 100 Studentinnen und Studenten schließen ihr Masterstudium ab und starten in den Lehrerberuf. In einer Feierstunde in der Universität Hildesheim erhalten sie ihre Urkunden. Nachgefragt bei drei Studierenden, die künftig täglich im Klassenzimmer stehen. Ab ins Klassenzimmer: Viele Jahre des Studiums liegen nun hinter ihnen – das will gefeiert werden. Bevor die Masterstudierenden in das Referendariat starten, werden sie feierlich in der Universität Hildesheim verabschiedet. Ein studentisches Team hat die Feierstunde vorbereitet. An diesem Wochenende erhalten Studentinnen und Studenten des „Master of Education“ ihre Urkunden. Professorin Barbara Schmidt-Thieme wird während der Feierstunde sprechen, sie zeigt sich beeindruckt von der Vielfalt der Forschungsfragen, denen die Studierenden in den vergangenen Jahren nachgegangen sind. Drei Studierende werden für ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet. Eine Woche später, am 26. November 2016, findet eine Feierstunde für Bachelorstudierende (Lehramt) statt.

Insgesamt erhalten 100 Studierende aus dem ersten viersemestrigen Masterstudiengang am Samstag ihre Abschlussurkunden, sagt Dörthe Buchhester vom Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung. „Wir freuen uns, dass die ersten Absolventinnen und Absolventen nun erfolgreich ihr Studium abgeschlossen haben und wünschen ihnen alles Gute für den weiteren Weg.“

Außerdem baut die Universität ihr bundesweites Ehemaligen-Netzwerk aus: Ehemalige aller Fachbereiche können sich ab sofort online registrieren und werden über aktuelle Entwicklungen informiert.

Nachgefragt – Lehramtsstudierende im Kurzinterview

„Ich möchte, dass meine Schülerinnen und Schüler gerne in die Schule kommen“

Sara Schnüll, 25 Jahre, geboren in Hameln, hat ihr Lehramtsstudium mit den Fächern Mathematik und Musik erfolgreich abgeschlossen, möchte als Lehrerin in Niedersachsen unterrichten – am liebsten in der Region Hildesheim.

Sie starten jetzt in den Lehrerberuf, nach Jahren des Studiums. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Schule?

Ich glaube, dass das Referendariat eine sehr anstrengende und schwierige Zeit wird. Ich hoffe, dass ich viel lerne und routinierter Unterrichtsstunden planen und umsetzen werde. Man hört ja häufig nicht die positivsten Geschichten über die Zeit des Referendariats. Aber ich hoffe sehr, dass ich das meistern kann und freue mich dann auf die Zeit, in der man mit weniger Druck (durch Unterrichtsbesuche und Bewertungen) an die Arbeit gehen kann.

Eine Erkenntnis, zu der Sie jüngst im Masterstudium kamen?

Es wird eine sehr große Herausforderung, meinen eigenen Anforderungen an mich selbst, aber auch den Anforderungen, die von der Gesellschaft, den Eltern und den Kindern an mich gestellt werden, gerecht zu werden. Davor habe ich großen Respekt und ich bin selber noch gespannt, wie ich das alles so umsetzen werde. Ich möchte, dass meine Schülerinnen und Schüler gerne in die Schule kommen. Ich hoffe, dass sie Spaß am Lernen haben und dass ich jedes Kind da abholen kann, wo es gerade steht. Dass das nicht einfach wird, das war eine große Erkenntnis in meinem Masterstudium. Aber versuchen werde ich es auf jeden Fall.

Was haben Sie in Ihrer Masterarbeit untersucht?

Ich habe mich mit Methoden im Instrumentalunterricht beschäftigt. Welche Methoden wenden Lehrerinnen und Lehrer an, um Kindern das Spielen auf einem Instrument beizubringen? Schon in meiner Bachelorarbeit habe ich untersucht, was guten Instrumentalunterricht ausmacht, ich habe Neunjährige und Erwachsene befragt, wie der Unterricht heute und früher ablief. Spannend – es gibt Unterschiede.

Zu welchem Ergebnis kommen Sie?

Ein Ergebnis: Es kommt auf die Schüler und die Lehrer an, wie sie zusammenpassen – einige Schüler brauchen viele Vorgaben und etwas Druck, andere möchten sich die Inhalte selber erarbeiten und entdecken. Das erfordert vom Lehrer viel Flexibilität, weil man sich auf den Einzelnen konzentrieren muss. Es kommt darauf an, auf jeden Schüler individuell einzugehen – was kann das Kind, wo sind seine Stärken?

Musik wird oft fachfremd unterrichtet – wo wollen Sie im Schulalltag ansetzen?

Auf jeden Fall wird es mehr als ein bisschen hin- und herklimpern. Musik schafft auch Selbstvertrauen. Ich merke, dass die Kinder echt Spaß am Musizieren haben. Eine Befürchtung habe ich, was die Vergabe von Noten in diesem auch emotionalen Bereich angeht, das Schulsystem ist ja sehr leistungsorientiert. Ich glaube, man kann mit Musik viel erreichen. Oft ist das Instrumentarium im Schulalltag begrenzt – von Gitarre bis zum Keyboard. Ich spiele Klavier, bin aber offen, eine Oud oder Tombak in den Unterricht zu holen.

Eine Erinnerung an Ihre Studienzeit: Welche Bedeutung haben die Praxisphasen an Schulen im Verlauf des Studiums? Wie haben die Kinder und Jugendlichen auf Sie reagiert?

Ich erinnere mich gerne an die Praktika in meinem Studium zurück! Im ersten Jahr war ich einmal in der Woche im Klassenzimmer – die „Schulpraktischen Studien“ in der Grundschule Hohnsen hier in Hildesheim waren ein guter Start in das Studium. Ich habe hier auch viele tolle Menschen und Freunde kennengelernt. Die Praxisphase im Masterstudium habe ich an der Grundschule Ochtersum verbracht, auch hier habe ich festgestellt, wie wichtig und schön es ist, engagierte und nette Kollegen und Kolleginnen zu haben, mit denen man gut und gerne zusammenarbeitet und sich über den Unterricht austauscht. Die Schüler haben natürlich erstmal getestet, „wie weit man bei einer Praktikantin gehen kann“..., haben mich dann aber schnell als Lehrperson angenommen und es hat viel Freude gemacht, die Kinder so interessiert und konzentriert zu sehen.

Lektüre gehört zum Studium – welche?

Eine gute Frage... Es gibt kein Buch, das mich vom Anfang bis zum Ende durchgehend begleitet hat – da noch am ehesten das Kochbuch meiner Mutter. In Mathematik war es vielleicht das Buch „Didaktik der Arithmetik", das ich sehr sinnvoll fand.

Gab es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Sie besonders gefördert und unterstützt haben auf Ihrem Weg, Lehrerin zu werden?

In meinem Studium hat mich Dr. Andreas Hoppe aus dem Uni-Musikinstitut von Anfang bis zum Ende begleitet. Neben tollen, praxisnahen Seminaren und Übungen (die wirklich hilfreich für den späteren Lehrberuf waren), hat er mich außerdem während meiner Bachelor- und Masterarbeit unterstützt. Ich habe mich da immer sehr wohl und ernstgenommen gefühlt.

Nun starten Sie in das Referendariat. Werden Sie etwas aus der Studienzeit vermissen?

An meinem Studium werde ich mit Sicherheit das längere Schlafen vermissen – dass man den Tagesablauf und Tagesrhythmus so frei wählen konnte, wie man es wollte. Ich habe dieses „freie Leben“ sehr zu schätzen gelernt. Das wird es im Vorbereitungsdienst und im späteren Job so bestimmt nicht mehr geben. War schon eine gute Zeit!

„Die Kinder haben sich schnell an uns gewöhnt und gemerkt: Okay, die bleiben länger hier“

Raimund Hollemann, 24, aus Hildesheim, hat im Masterstudium Mathematik und Sachunterricht (mit Geographie) studiert, ist einer der wenigen Männer, die sich für den Beruf als Grundschullehrer entschieden haben.

Sie starten jetzt in den Lehrerberuf, nach Jahren des Studiums. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Schule?

Ich glaube, dass es eine harte und anstrengende Zeit wird. Bisher habe ich von Freunden aus dem Referendariat fast nur Negatives gehört. Ich hoffe allerdings, dass ich durch das Referendariat noch mehr darüber erfahren kann, wie ich Kindern mit Problemen jeglicher Art helfen kann – besonders auch im Erstunterricht.

Eine Erkenntnis, zu der Sie jüngst im Masterstudium kamen?

Wissenschaftliches Arbeiten ist zu einem großen Teil das Abschreiben von anderen.

Eine Erinnerung an die Studienzeit: Welche Bedeutung haben die Praxisphasen an Schulen im Verlauf des Studiums? Wie haben die Kinder und Jugendlichen auf Sie reagiert?

Ich persönlich fand die Praxisphase sehr gut und wichtig. Durch sie wurde ich nochmals ermutigt diesen Beruf weiter auszuüben, weil die Lehre in der Universität mir zumeist zu theoretisch war. Die Praxisphasen waren zu jedem Zeitpunkt meines Studiums enorm aufmunternd und dort habe ich auch erfahren, wie ich in bestimmten Situationen zu reagieren habe. Ich durfte Schulalltag in der Grundschule Ochtersum, in der Grundschule Moritzberg und im Masterstudium in der Grundschule Nettlingen erleben.

Sie haben im ländlichen Raum Ihre Praxiszeit verbracht – was haben Sie in Nettlingen erlebt?

Die Lehrerin an meiner Praxisschule im Masterstudium war genial, das Kollegium an der einzügigen Grundschule, an der ich meine Praxiszeit verbringen durfte, hat uns Lehramtsstudenten sehr unterstützt. Für die Kinder war es ungewohnt, dass Lehramtsstudierende mit im Klassenzimmer sitzen – aber sie haben sich schnell an uns gewöhnt und gemerkt: Okay, die bleiben länger hier. Die Kinder haben uns wirklich herzlich aufgenommen. In den Pausen suchten vor allem die Kinder, die alleinerzogen wurden, meine Nähe auf. Das ist mir zum Ende meiner Studienzeit erst richtig bewusst geworden.

Lektüre gehört zum Studium: Welche?

Den Klassiker „Was ist guter Unterricht" von Hilbert Meyer fand ich während des Studiums sehr interessant und konnte damit auch häufig Unterrichtssequenzen begründen. Für meine Masterarbeit habe ich das Werk zur Untersuchung guten Mathematik- und Sachunterrichts ebenfalls sehr gut verwenden können.

Was haben Sie in ihrer Abschlussarbeit untersucht?

Ich habe Mathematik- und Sachunterricht in der Schule untersucht und Studierende befragt, die ein halbes Jahr an Schulen verbracht haben. Diese haben den Unterricht an zuvor ausgewählten Kriterien, wie klare Strukturierung, Methodenvielfalt oder vorbereitete Lernumgebung (nach Hilbert Meyer), bewertet und somit konnte eine Einschätzung getroffen werden, ob sie eher schlechten oder guten Unterricht gesehen haben.

Gab es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Sie besonders gefördert und unterstützt haben auf Ihrem Weg, Lehrer zu werden?

Es gab in meiner Zeit als Student mehrere Dozentinnen und Dozenten, die mir in unterschiedlichster Situation geholfen haben. Dabei möchte ich keine einzelne besonders Person hervorheben.

Werden Sie etwas aus der Studienzeit vermissen?

Das liebste an der Studienzeit waren mir die neuen Freunde, die ich in der Zeit kennenlernen durfte (mit denen bleibe ich aber sicherlich in Kontakt). Auch werde ich die freie Wahl meines Tagesablaufs (die man als Student zum Teil genießt) vermissen. In der Zeit während ich in der Universität war, vermisse ich vor allem die Freistunden, die mit Kartenspielen in der Mensa immer ein Highlight waren.

„Für mich war es sehr wichtig, erste Unterrichtserfahrungen im Studium zu sammeln“

Miriam Pasewark,  25 Jahre alt, in Celle geboren, hat Lehramt an der Universität Hildesheim mit den Fächern Wirtschaft und evangelische Theologie studiert, möchte später an einer Realschule unterrichten.

Sie starten in den Lehrerberuf. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Schule?

Mit dem Beginn des Referendariats beginnt eine neue und hoffentlich spannende Phase in meinem Leben. Jetzt wird es ernst! Es wird sicherlich eine Umstellung zum Studentenleben, man trägt nun Verantwortung für die Schüler, Kollegen und für sich selbst. Ich freue mich auf ein freundliches Kollegium und die Möglichkeit, selbst vor einer Klasse zu stehen und mit den Schülern schöne wie auch nicht so angenehme Unterrichtsstunden zu verleben. Ich werde den Schulalltag mit all seinen Facetten kennenlernen und an den Herausforderungen wachsen.

Eine Erkenntnis, zu der Sie jüngst im Masterstudium kamen?

Eine besondere Erkenntnis im Masterstudium, die mir (und vielleicht auch anderen Studenten) in Zukunft hoffentlich noch hilfreich sein wird: Man sollte sich selbst nicht zu sehr mit anderen vergleichen, sondern seine Leistung an den eigenen Ansprüchen und Bemühungen messen. Beispielsweise ist eine 2,7 kein Weltuntergang, es ist eine gute Leistung mit leichten Schwächen, auf die man auf jeden Fall stolz sein kann.

Eine Erinnerung an die Studienzeit an der Universität Hildesheim: Welche Bedeutung haben die Praxisphasen an Schulen im Verlauf des Studiums?

Während meines Studiums habe ich Praktika an der Oberschule Delligsen, der Albertus-Magnus Realschule und der Hauptschule Himmelsthür absolviert. Für mich war es sehr wichtig, die ersten Unterrichtserfahrungen bereits im Studium zu sammeln. Man bekommt schnell ein Gespür dafür, ob man sich vor einer Klasse wohl fühlt. Eine weitere Bereicherung ist die Anleitung durch Mentoren. Man hat die Möglichkeit, den eigenen Unterricht mit einer berufserfahrenen Person zu reflektieren und bekommt hilfreiche Tipps zum eigenen Lehrerverhalten oder der Unterrichtsvorbereitung. Manchmal sieht man auch, was und wie man etwas nicht tun sollte….

Lektüre gehört zum Studium: Welche?

Zwei Bücher, die seit dem ersten Semester immer mal wieder zum Einsatz kamen: Hilbert Meyer „Was ist guter Unterricht?" und „Leitfaden Unterrichtsvorbereitung".

Womit haben Sie sich in Ihrer Abschlussarbeit beschäftigt?

Das Thema meiner Masterarbeit ist: „An den Grenzen des Lehrberufs: Eine empirische Studie zu niedersächsischen Lehrern an Psychiatrien und Krankenhäusern“. Ich habe Interview mit Lehrpersonen geführt, die in Psychiatrien und in Kliniken unterrichten. Vor welchen Herausforderungen stehen sie im Alltag?

Was ist ein Ergebnis?

In Niedersachsen werden die Lehrpersonen mit einer bestimmten Stundenzahl abgeordnet – es gibt keine richtige Schulleitung und Verwaltungsstruktur. Die Lehrer müssen sich selber organisieren. Die Lehrer, die das machen, haben eigentlich keine großen Vorteile, sondern eher mehr Arbeit, deswegen ist das nicht so beliebt. Ich habe in Psychiatrien und in Krankenhausschulen angerufen und gefragt, ob ich dort forschen kann. Die Reaktion: Alle angefragten Lehrer haben zugesagt, sie haben sich sehr gefreut, dass einmal jemand fragt. Ich durfte auch im Unterricht hospitieren.

Wie gelangt man zu Erkenntnissen – lernt man das im Studium?

In Pädagogik habe ich ein Begleitseminar zur Masterarbeit besucht, das war sehr hilfreich. Wir konnten all unsere Fragen stellen und unsere Arbeit auch untereinander diskutieren.

Gab es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Sie besonders unterstützt haben auf Ihrem Weg, Lehrer zu werden?

Es gibt einige Veranstaltungen, die mich sehr interessiert und weitergebracht haben. Dazu gehören sämtliche Psychologie-Vorlesungen und Seminare, welche immer sehr abwechslungsreich und spannend aufbereitet wurden. Die Reli-Seminare im Kloster Drübeck werden mir ebenfalls in Erinnerung bleiben. Außerdem wurde ich während der Masterarbeit sehr von der Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Melanie Fabel-Lamla unterstützt.

Werden Sie etwas aus der Studienzeit vermissen?

Ich werde sehr viel aus der Studienzeit vermissen. In Hildesheim habe ich Freunde kennengelernt, die mich (hoffentlich) ein Leben lang begleiten werden. Die Zeit in meiner WG werde ich auch nicht so schnell vergessen, insbesondere unsere gemeinsamen DVD-Abende und das kollektive Aufregen über Dozenten. Des Weiteren war es schön, seine Zeit selbst einteilen zu können. Meine durchschnittliche Aufsteh-Zeit war 9 Uhr – da werde ich mich im Referendariat noch umgewöhnen müssen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) MEd (Lehramt) Lehrerbildung Studierendenportal
news-12683 Sun, 13 Nov 2016 20:03:00 +0100 Jung gründen: „Nicht aufgeben, Ressourcen geschickt kombinieren“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/jung-gruenden-nicht-aufgeben-ressourcen-geschickt-kombinieren/ Gründerwoche an der Universität Hildesheim startet: Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche können sich über Gründungen informieren. „Man kann das schaffen, selbst etwas gründen und auf die Beine stellen“, sagt die Wirtschaftsstudentin Sabrina Mujagic. „Unternehmen gründen ist eine Option – schon im Studium“, sagt Professor Athanassios Pitsoulis. „Unternehmerisches Denken und Handeln bekommt man nicht in die Wiege gelegt, das kann man lernen. Man kann lernen, nicht aufzugeben, weil man leicht sagt: Mir fehlen die Mittel. Stattdessen kann man sich fragen: Welche Ressourcen stehen mir zur Verfügung, wie kann ich das, was ich habe, geschickt kombinieren und mit anderen kooperieren?“

Während einer Aktionswoche an der Universität Hildesheim können sich Studentinnen und Studenten über Gründungen informieren. Vom 14. bis 20. November 2016 erfahren sie, wie sie einen „Business-Plan“ erstellen und wie Lehrerinnenund Lehrer Schülerfirmen begleiten können. Sie tauschen sich über Gründungen im Kulturbereich aus und können erproben, wie man Geschäftsideen entwickeln kann. Studierende und Lehrende aller Fachbereiche können teilnehmen.

„Wir brauchen unternehmerisches Denken und Handeln, um gesellschaftliche Herausforderungen zu meistern. Wo andere nur Probleme sehen, kreieren unternehmerische Studierende mit den vorhandenen Ressourcen neue Gelegenheiten. Sie organisieren zum Beispiel eine Tauschbörse für gebrauchte Lehrbücher. Statt in den Klagekanon über Prüfungsstress einzustimmen, entwickeln sie die Idee für eine App, die Studierenden das Zeitmanagement erleichtert“, sagt die Hildesheimer Wirtschaftspsychologin Astrid Lange.

Dabei sein: Gründerwoche an der Uni Hildesheim

Unternehmertum in der Lehrerausbildung

Der Wirtschaftsprofessor Athanassios Pitsoulis bildet an der Universität Hildesheim Lehrerinnen und Lehrer aus, die unternehmerischesDenken und Handeln in Schulen fördern. „Wir können dazu beitragen, dass künftige Generationen von Lehrerinnen und Lehrern mit einem weniger durch Stereotype geprägten Bild von Unternehmertum an die Schulen kommen. Unser Land kann es sich langfristig schlichtweg nicht leisten, das vorhandene unternehmerische Potenzial verkümmern zu lassen“, sagt Pitsoulis.

„Ich möchte Jugendliche und Studierende darüber informieren und sie ermutigen: Man kann das schaffen und selbst etwas gründen und auf die Beine stellen“, sagt Sabrina Mujagic. Die Lehramtsstudentin schließt derzeit ihr Studium mit den Fächern Englisch und Wirtschaft ab und möchte unternehmerisches Denken und Handeln in den Schulalltag holen. Sie kommt aus einer Unternehmerfamilie, ihre Eltern und Geschwister haben sich selbstständig gemacht. Im Studium an der Universität Hildesheim hat Sabrina Mujagic bereits engagierte Jugendliche in Schülerfirmen begleiten können, sie beschäftigt sich mit dem Aufbau von „Juniorunternehmen“. So entstand in der Michelsenschule in Hildesheim beispielsweise ein Gewürzgeschäft.

Viele Schülerfirmen entwickeln „hochinteressante, ernstzunehmende Produkte“, sagt Professor Athanassios Pitsoulis. „Das sollte man nicht belächeln. Durch Schülerfirmen kommen Jugendliche in Schulen mit einer Welt in Berührung, zu der sie sonst wenig Zugang haben. Sie beschäftigen sich mit Finanz- und Ressourcenplanung und erfahren Wirtschaft und Unternehmertum am eigenen Leib. In Schülerfirmen können alle Fächer zusammenarbeiten.“

„Ich kam vor meinem Studium leider nie mit Selbstständigkeit und Unternehmertum in Berührung – weder durch Verwandte noch in meiner Schulzeit. Dann habe ich zufällig die Veranstaltungen der Gründerwoche in Hildesheim entdeckt – und nun bin ich Teil des Teams. Mit der Aktionswoche möchten wir Studierenden einen Einblick in die Welt der Gründerinnen und Gründer bieten. Vier Gründer erzählen zum Beispiel aus ihren Anfängen, über Scheitern und Erfolge beim Aufbau einer Firma“, sagt Loreen Waller. Sie studiert Lehramt mit den Fächern Wirtschaft und Deutsch und hat im Schulpraktikum an einer Oberschule in Harsum Achtklässler bei der Weiterentwicklung ihrer Schülerfirma begleitet.

Die Jugendlichen bringen Ideen und Freude mit, um selber „etwas auf die Beine zu stellen“ – Lehrerinnen und Lehrern können das Gründungsklima in deutschen Klassenzimmern befördern. Die Hildesheimer Studentinnen Sabrina Mujagic und Loreen Waller wollen in ihrem künftigen Beruf als Lehrerinnen Kinder und Jugendliche unterstützen, sich mit der Idee zu befassen, selbst ein Unternehmen zu gründen.

Jung gründen – erzähl deine Geschichte!

Was sie antreibt, welche Geschäftsideen sie haben und wie junge Leute im kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Bereich ein Unternehmen gründen: In einer Serie berichtet die Universität Hildesheim über junge Gründerinnen und Gründer. So geben Studierende des Kreativen Schreibens zum Beispiel die bundesweite Literaturzeitschrift „Bella triste“ heraus. Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche, die bereits Gründungserfahrungen gesammelt haben, melden sich bitte bei Isa Lange (presse@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik
news-12610 Fri, 04 Nov 2016 19:13:00 +0100 Einblicke – Wer macht was? Willkommen in der Universität https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/einblicke-wer-macht-was-willkommen-in-der-universitaet/ Wer in den Berufsalltag startet, ob in Wissenschaft oder Verwaltung, sollte den direkten Austausch am 10. November 2016 nicht verpassen: Auf einer Informationsveranstaltung stellen Uni-Verantwortliche ihren Tätigkeitsbereich vor. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag loswerden. Wer in den Berufsalltag startet, ob in Wissenschaft oder Verwaltung, sollte den direkten Austausch am 10. November 2016 nicht verpassen: Auf einer Informationsveranstaltung stellen Uni-Verantwortliche ihren Tätigkeitsbereich vor. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag loswerden.

Wer macht eigentlich was in der Universität? Bei welchen Fragen hilft das Team aus dem Dezernat für Personal- und Rechtsangelegenheiten, der Universitätsbibliothek oder dem Rechenzentrum weiter? Und wann kontaktiere ich die Mitarbeiterin aus der Hochschulplanung, den Forschungsreferenten und die Gleichstellungsbeauftragte?

Statt lediglich online aufzulisten, wer für welche Aufgaben zuständig ist, bringen das Präsidium, das Gleichstellungsbüro und die Referentin für Fort- und Weiterbildung der Universität Hildesheim neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Verantwortlichen aus der Verwaltung und den Einrichtungen zusammen. Die Universität lädt am Donnerstag, 10. November 2016, ab 11:00 Uhr zu einer Begrüßungsveranstaltung in das Verwaltungsgebäude ein. Das Angebot findet bereits zum dritten Mal statt. Führungskräfte aus der Verwaltung, den Stabsstellen und den zentralen Einrichtungen stellen ihren Tätigkeitsbereich in einem zweiminütigen Kurzvortrag vor. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind herzlich eingeladen im Anschluss daran im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag loszuwerden.

„Über die Willkommens-Veranstaltung für die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen wir den persönlichen Austausch mit der Verwaltung stärken. Hinter den E-Mail-Adressen und Telefonnummern befinden sich immer Menschen. Diese auch kennenzulernen, hilft der Kommunikation", sagt Matthias Kreysing, hauptberuflicher Vizepräsident für Verwaltung und Finanzen.

Insgesamt haben 112 neue oder zurückkehrende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter  seit Oktober 2015 ihre Tätigkeit an der Universität aufgenommen oder starten derzeit in ihren Berufsalltag. Mittlerweile arbeiten an der Universität 726  hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Wissenschaft und Verwaltung.

Wie kann ich an der Veranstaltung teilnehmen?

An alle neuen und zurückkehrenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde eine persönliche Einladung, mit der Bitte sich anzumelden, verschickt. Bei Fragen können Sie sich an Gundula Sperling (E-Mail sperling@uni-hildesheim.de) wenden.

Wer macht was? Weitere Informationen

Vom Dezernat für Studienangelegenheiten über das Friend- und Fundraising bis zum Qualitätsmanagement – wer einen Überblick über die vielen Einrichtungen und Aufgabenbereiche an der Universität Hildesheim erhalten möchte, findet online eine Übersicht über die zentrale Verwaltung, zentrale Einrichtungen, Gremien, Fachbereiche, Forschungszentren und Stabsstellen.

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news-12654 Fri, 04 Nov 2016 10:09:00 +0100 Wettstreit in der Wissenschaft: Science Slam in der Uni https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/wettstreit-in-der-wissenschaft-science-slam-in-der-uni/ Auf der Bühne geben vier Professorinnen und Professoren in einem „Science Slam" Einblicke in ihre Forschung. Wie sie sich auf den Uni-Wettstreit vorbereiten? Nachgefragt bei der Theaterwissenschaftlerin Annemarie Matzke, dem Soziologen Michael Corsten, dem Chemiedidaktiker Jürgen Menthe und der Sprachwissenschaftlerin Bettina Kluge. An der Universität Hildesheim treten am Dienstag, 8. November 2016, vier Professorinnen und Professoren in einem „Science Slam" [PDF] gegeneinander an. Michael Corsten, Annemarie Matzke, Bettina Kluge und Jürgen Menthe vertreten die vier Fächer Soziologie, Theaterwissenschaft, Sprachwissenschaft sowie Chemiedidaktik. Auf der Bühne geben sie Einblicke in ihre Forschung. Mit Worten, Requisiten oder auch Live-Experimenten soll das Publikum über die Arbeit und Denkweisen in den vier Wissenschaftsdisziplinen informiert werden – am Ende entscheidet das Publikum über den besten Vortrag. Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Science Slam beginnt um 18:00 Uhr im Audimax der Universität Hildesheim und dauert etwa zwei Stunden. Der Eintritt ist frei.

Über 600 Studierende, Lehrende und Hildesheimer Bürger verfolgten den ersten Wissenschaftswettstreit an der Hildesheimer Universität. Nun, zwei Jahre später, hoffen die Veranstalter um Vizepräsident Professor Martin Schreiner erneut auf großen Zuspruch.  „Der zweite Hildesheimer Science Slam lässt erneut viermal die Eule der Minerva mit weichen Boxhandschuhen in den Ring steigen und allgemeinverständlich sowie unterhaltsam Wissenschaft erleben", sagt Schreiner.

Den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern: Stipendium stiften

Wer die künftige Generation der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützen möchte, kann schon im Studium junge Leute fördern – mit dem Deutschlandstipendium. Wer die Studierenden auf ihrem Weg in die Wissenschaft unterstützen möchte, kann sich an Prof. Dr. Martin Schreiner (Vizepräsident für Stiftungsentwicklung, martin.schreiner@uni-hildesheim.de, 05121.883-11102) und Markus F. Langer von der Universitätsförderung wenden (markus.langer@uni-hildesheim.de, 05121.883-90130).

Science Slam – Wie bereiten Sie sich vor?

Die Spannung steigt, der Wissenschaftswettstreit steht kurz bevor. Isa Lange hat nachgefragt bei den vier Science Slammern:

  • Worum geht es in Ihrem Vortrag?
  • Vor welcher Herausforderung stehen Sie – der Science Slam ist ja sprachlich ein anderes Format als die übliche Vorlesung...
  • Nutzen Sie in Ihrem Vortrag nur Sprache – oder auch Requisiten, Experimente und Hilfsmittel?

Soziologe Prof. Dr. Michael Corsten:

  • In meinem Vortrag erläutere ich, weshalb die Soziologie (mein Fachgebiet) davon lebt, sich auf Distanz zur Gesellschaft zu halten, ihr in bestimmter Weise fremd zu bleiben.

  • Vor welcher Herausforderung ich stehe? Vor allem sind es nur zehn Minuten Zeit, die ich habe –  das ist ganz schön knapp. Ich hoffe, dass es mir gelingt, dem Publikum einen aus meiner Sicht ganz zentralen Satz der Soziologie auf unterhaltsame Weise nahe zu bringen.

  • Ich weiß noch nicht so recht, ob ich nur Sprache, oder auch Requisiten/Hilfsmittel im Vortrag nutze. Am liebsten würde ich es allein dem Wort überlassen. Aber vielleicht sollte doch der eine oder andere Satz über Power-Point an die Wand geworfen werden. Ich lasse mich da noch überraschen.

Theaterwissenschaftlerin Prof. Dr. Annemarie Matzke:

  • In meinem Vortrag wird es um den Theaterzuschauer gehen und darum wie auf der Bühne und im Zuschauerraum Emotionen entstehen. Dabei wird es nicht nur um das Feld der Theaterwissenschaft gehen, sondern ich untersuche auch Phänomene der Populären Kultur, der Bildenden Kunst und aus unserem Alltag.

  • Der Science Slam ist eigentlich eine Vorlesung in kondensierter Form: Auch dort geht es darum die Studierenden für ein Thema zu begeistern und das geht oft am besten auch über Humor. Da allerdings nicht 90 Minuten sondern nur 10 Minuten zur Verfügung stehen, gilt es, schnell zum Punkt zu kommen.

  • Neben Bildern und Text wird es wahrscheinlich auch Musik geben, in der Hoffnung echte Emotionen hervorzubringen.

Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Bettina Kluge:

  • In meinem Vortrag erläutere ich, dass auch „kleinere“ Wortarten wie etwa Pronomen spannend sein können. Daher der Arbeitstitel: „Wer (b)ist du?“  Denn wenn man genauer hinhört, merkt man, dass „du“ (oder „Sie“) nicht nur für die Anrede verwendet werden...

  • Vor welcher Herausforderung ich stehe? Mein Hauptproblem ist, dass ich in meiner Forschung vorwiegend zum Spanischen und Französischen arbeite und nicht davon ausgehen kann, dass diese Sprachen von allen Zuschauerinnen und Zuschauern verstanden werden. Die Beispiele, die ich gerne besprechen möchte, müssen daher eher aus dem Deutschen oder Englischen sein (und sogar hier: geht Englisch?).

  • In meinem Vortrag verwende ich auch eine Powerpoint-Präsentation, insbesondere für die Analyse von Gesprächsausschnitten. Aber ich zeige – wenn die Zeit dafür reicht, das ist noch nicht ganz klar – auch Internet-Memes zum Thema (und ja, es SIND süße Kätzchen auf den Bildern...).

Chemiedidaktiker Prof. Dr. Jürgen Menthe:

  • In meinem Vortrag erläutere ich leuchtende Beispiele chemiedidaktischer Inhalte („Let there be light“).

  • Die Herausforderung, beim Science Slam in der Universität anzutreten, ähnelt der, vor der Lehrkräfte der Chemie jeden Morgen stehen, wenn sie in der Schule einem skeptischen Publikum komplexe Sachverhalte spannend und verständlich näher zu bringen versuchen.

  • Ob ich Hilfsmittel verwende? Ich kombiniere Experimente, Sprache und Musik. Tanzen sollen aber vornehmlich die Moleküle...

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news-12508 Wed, 12 Oct 2016 14:51:00 +0200 Gebärdensprache lernen: Geschichten erzählen mit dem Körper https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/gebaerdensprache-lernen-geschichten-erzaehlen-mit-dem-koerper/ Gestern, heute, morgen: Wer am Gebärdensprachkurs an der Universität teilnimmt, kann Geschichten in verschiedenen Zeitformen erzählen. Studierende aller Fachbereiche können an den Kursen teilnehmen. In den Sprachkursen sind noch wenige Plätze frei. Wer sich dafür interessiert, kann sich bis zum 13. Oktober 2016 anmelden. Marieke Einheuser lernt Sprachen. Nach Spanisch und Englisch arbeitet sich die 29-Jährige in den nächsten 12 Monaten in die Grammatik der Gebärdensprache ein. Das ist möglich, da Studentinnen und Studenten an der Universität Hildesheim die Gebärdensprache erlernen können. Marieke Einheuser, die in Hildesheim „Medientext und Medienübersetzen" studiert und auf barrierefreie Kommunikation spezialisiert, nimmt ab November ein Jahr lang an dem Sprachkurs teil, eine wichtige Erfahrung, hofft sie. Es ist so, als würde man eine neue Fremdsprache erlernen, nur dass man stetig den Blickkontakt halten muss, da sonst wichtige Informationen fehlen. „Ich möchte die Grundlagen der Gebärdensprache erlernen, um mit Gehörlosen ohne große Hemmungen kommunizieren zu können. Man erwartet immer, dass jemand, der nicht hören kann, sich durch die Schriftsprache wurschtelt oder von den Lippen abliest", sagt Marieke Einheuser. Sie möchte sich den Nuancen der Sprache annähern und „genau hingucken".

„Die Studierenden können die Gebärdensprache von erfahrenen, gehörlosen Gebärdensprachdozenten erlernen", sagt Professorin Christiane Maaß. Es gibt erstmals fünf Kurse, darunter vier Anfängerkurse, an denen Studierende ohne Vorkenntnisse teilnehmen können, sowie einen Aufbaukurs. Besonders sinnvoll ist der Sprachkurs für alle Studiengänge, die etwas mit dem Thema Sprachen oder Inklusion zu tun haben, sagt die Medienlinguistin. Lehramtsstudierende können fünf Punkte erwerben, aber auch Studentinnen und Studenten aus anderen Fächern sind willkommen und können sich die Teilnahme attestieren lassen, so Maaß. „Wir wollen diese Kurse dauerhaft an der Universität installieren." Nachdem in den Vorjahren die Anfragen weit über den vorhandenen Kursplätzen lagen (auf 15 Plätze kamen über 110 Einschreibwünsche), bietet die Universität nun erstmals fünf Kurse parallel an: 64 Plätze für Einsteiger und 16 Plätze im Aufbaukurs.

Im Anfänger-Kurs lernen Studierende die Deutsche Gebärdensprache samt Gehörlosenkultur und Geschichte kennen, sagt Isabel Rink, die am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Hildesheimer Uni arbeitet. Sie lernen das Fingeralphabet und „enorm viel Vokabular in Form von Gebärden", so Rink. Wer erfolgreich teilnimmt, kann kürzere Gespräche darüber führen, wer man ist, woher man kommt und wo man die Sprache gelernt hat. Außerdem beschäftigen sich die Studierenden mit Sprache; sie lernen zum Beispiel Possessivpronomen, Satzstellung, Aufbau von Geschichten und Idiome kennen, so Isabel Rink. „Im Fortgeschrittenen-Kurs lernen Studierende die Monate und Uhrzeiten, machen mit der Bildbeschreibung weiter, wo was platziert ist – links, rechts, gegenüber. Sie können ganze Bildergeschichten erzählen mit Zeitform – gestern, heute, morgen – und zum Beispiel berichten, wie reichhaltig ein Frühstückstisch gedeckt ist oder was es alles in einem Kaufhaus gibt, samt Inventar wie Mode, Herrenanzug, Krawatte, Restaurant. Und man kann sagen, wie man wohnt, ob im Haus der Eltern, in der eigenen Wohnung oder WG."

Die Universität arbeitet mit dem Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte in Hildesheim zusammen. Die Dozenten Dana Apel und Jörg Apel leiten die Gebärdensprachkurse. Das Landesbildungszentrum ist eine bilinguale Schule, der Unterricht erfolgt durchgängig zweisprachig in deutscher Sprache und deutscher Gebärdensprache. Am Ende des Gebärdensprachkurses werden die Studierenden ihre Fertigkeiten im Landesbildungszentrum erproben können.

Bisher nahmen unter anderem Studierende aus den Studiengängen „Medientext und Medienübersetzung", „Internationales Informationsmanagement", „Internationale Kommunikation und Übersetzen", „Erziehungswissenschaften“ sowie „Sozial- und Organisationspädagogik" an den Kursen teil. Für die Medienstudierenden ist der wöchentliche Gebärdensprachkurs Teil des Schwerpunkts „Barrierefreie Kommunikation". Aber auch Studierende aller anderen Studiengänge und Fachrichtungen  können teilnehmen.

Jetzt anmelden: Gebärdensprache erlernen

Der Kurs geht über zwei Semester (DGS1 + DGS2) und umfasst je 2 Semesterwochenstunden. Der Anmeldeschluss ist am 13. Oktober 2016, es sind noch Plätze frei. Wer an einem der Kurse teilnehmen möchte, kann sich über das übliche Anmeldeverfahren des LSF anmelden. Das Startdatum der Kurse wird den Teilnehmern nach Anmeldeschluss mitgeteilt. Für Fragen steht Marieke Einheuser (einheuse@uni-hildesheim.de) zur Verfügung, die die Kurse koordiniert. Die Gebärdensprachkurse sind ein universitätsübergreifendes Angebot, das aus zentralen Studienqualitätsmitteln finanziert wird.  Studierende können sich an die jeweilige Fachstudienberatung wenden, um die Anerkennungsmodalitäten zu besprechen.

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news-12503 Wed, 12 Oct 2016 08:59:00 +0200 Fenster zur Erdgeschichte: Uni richtet Boden-Schauprofile ein https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/fenster-zur-erdgeschichte-uni-richtet-boden-schauprofile-ein/ Wissenschaftler weisen auf die Besonderheiten der regionalen Böden hin, sie erstellen begehbare Boden-Schauprofile in Hildesheim. Die Alcoa Stiftung fördert das Uni-Projekt. Analysen von Bodenproben zeigen, wie unterschiedlich schon auf kleinem Raum die Böden und damit die Standortbedingungen zum Beispiel für die Vegetation sind. Täglich bewegen wir uns über den Boden, nehmen ihn aber kaum wahr. Ein Team um Professor Martin Sauerwein und Professor Horst Kierdorf von der Universität Hildesheim befasst sich in einem Projekt mit der Bodenentstehung, Bodenbelastung und nachhaltigen Bodennutzung in Hildesheim. Die Alcoa-Stiftung fördert das Projekt mit 28.000 Euro. Damit können Laborgeräte und studentische Hilfskräfte finanziert werden.

Die Forscher richten in Hildesheim Bodenschauprofile ein, einige bis etwa 2 Meter tief. Die Bodenprofile sind alle zugänglich und im Raum Hildesheim an diesen Standorten zu finden: Giesener Berge, Finkenberg/Lerchenberg und Hildesheimer Wald. Studierende und Wissenschaftler um Nico Herrmann haben – im Rahmen von Geländeseminaren und zwei Bachelorarbeiten – alle Profile im Hildesheimer Wald wissenschaftlich dokumentiert und werden sie bis zum nächsten Frühjahr mit einer wetterfesten Informationstafel ausstatten. Wer am Bodenprofil vorbeikommt, kann weitere Informationen auch über einen QR-Code online abrufen oder sich vorab informieren. Im Labor wurden die Bodeneigenschaften untersucht. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich schon auf kleinem Raum die Böden und damit die Standortbedingungen zum Beispiel für die Vegetation sind.

„Wir hoffen, dass auch Schulen auf diese Informationen vor Ort zurückgreifen, sich mit der Frage auseinandersetzen, was eigentlich unter den Böden steckt und die Bodenprofile auf Exkursionen erkunden“, sagt Martin Sauerwein, Professor für Geographie. Der Boden sei die „dünne Haut unserer Erde“. Und er ist eine Art Geschichtsbuch: Informationen zur Landnutzung und Entstehungsgeschichte könne man recht einfach aus ihm „herauslesen“.

Die Hildesheimer Forscher sind Fachleute im Erstellen von Bodenprofilen und erforschen den Boden – sein Wachstum, seine Entstehung, seine Belastung und das Zusammenspiel zwischen Umwelt und Mensch. Gerade erst wurde ein Juniorprofessor für Angewandte Geoökologie berufen.

„Aus einem Bodenprofil kann man ablesen, was in der Vergangenheit passiert ist“, sagt Sauerwein. In Folge des Erzbergbaus sind in den Auenbereichen im Hildesheimer Raum, entlang der Innersten, zum Beispiel Ablagerungen von Schwermetallen nachweisbar. Böden können extrem belastet sein, etwa durch nahegelegene Mülldeponien oder Pestizide und Düngemittel, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. „Manche Bodentypen halten die Pestizide und Düngemittel fest. Ein sandiger Typ lässt sie hingegen, wenn wir Pech haben, ins Grundwasser kommen. Nicht jeder Boden kann das abpuffern“, so Sauerwein. Die Wissenschaftler graben Bodenprofile und können daran erkennen, wie ertragreich oder belastet der jeweilige Boden ist.

Spuren der Erdgeschichte: Boden-Schauprofile in Hildesheim erkunden

Die Geographen und Bodenkundler der Universität Hildesheim arbeiten seit mehreren Jahren mit dem Landkreis und der Stadt zusammen, um auf die Besonderheiten der regionalen Böden aufmerksam zu machen. Dazu gehören zum Beispiel die Betreuung des Schwarzerde-Schauprofils in Asel, des Auengleys an der Domäne Marienburg und Exkursionen. Seit vier Jahren können Bürger und Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Böden der Innerste-Aue erhalten, Ablagerungen und Prozesse der Bodenbildung seit dem Mittelalter und die mit dem Harzer Bergbau verbundenen Schwermetallbelastungen anschaulich nachvollziehen. Dieses Boden-Schauprofil befindet sich auf der Domäne Marienburg – eine 2,20 Meter tiefe Grube, der Zugang erfolgt über eine Treppe, eine Tafel mit Fakten gibt erste Auskunft. zwischen Theaterneubau und Kernburg/Hohes Haus.

Weitere Informationen findet man online. Schulen, die mehr Informationen über die Bodenprofile erhalten möchten, können sich an Professor Martin Sauerwein (E-Mail martin.sauerwein@uni-hildesheim.de) wenden.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Geographie Biologie & Chemie
news-12293 Tue, 04 Oct 2016 09:21:00 +0200 In die Zukunft denken: Wie die Welt morgen sein könnte https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/in-die-zukunft-denken-wie-die-welt-morgen-sein-koennte/ Die Wissenschaftlerinnen Irene Leser und Jessica Schwarz laden zur Debatte über Utopien und Dystopien ein. „Sowohl Politiker als auch Literaten zeichnen Szenarien von gesellschaftlichen Verbesserungen“, sagt Leser. Auf einer öffentlichen Konferenz an der Universität Hildesheim diskutieren im Oktober etwa 60 Fachleute über das wissenschaftliche und alltägliche Verständnis von gesellschaftlicher Entwicklung, technischen Innovationen und politischer Ordnung. „Meist werden Utopien in Zeiten geschrieben, in denen gesellschaftliche Umbrüche stattfinden“, sagt Irene Leser. Unter Utopien versteht die Soziologin ein „positiv gewendetes Zukunftsdenken“. Anders als ihr Gegenbild: die „Dystopie“. Dystopien sind das Katastrophendenken und Ängste eigen, sie leben vom Szenario des negativen Ausgangs.

Aber wer schreibt Utopien? „Sowohl Politiker als auch Literaten zeichnen Szenarien von gesellschaftlichen Verbesserungen“, sagt Irene Leser. Die Sozialwissenschaftlerin der Universität Hildesheim lädt im Oktober 2016 gemeinsam mit der Politikwissenschaftlerin Jessica Schwarz zur öffentlichen Konferenz „utopisch dystopisch – Visionen einer ‚idealen‘ Gesellschaft“ ein. Die Tagung nimmt das Jubiläum des vor 500 Jahren von Thomas Morus verfassten Buches „Utopia“ zum Anlass, um über das wissenschaftliche und alltägliche Verständnis von gesellschaftlicher Entwicklung, technischen Innovationen und politischer Ordnung zu diskutieren.

Etwa 60 Fachleute werden erwartet. „Wir freuen uns über das große Interesse. Wir haben Zuschriften aus den Fachdisziplinen Architektur, Film, Literatur und historische Erziehungswissenschaft bis zu Biologie, Forstwirtschaft, Migrationspolitik und Soziologie erhalten“, sagt Jessica Schwarz.

Ein Blick in das Konferenzprogramm spiegelt diese vielfältigen Annäherungen an utopisches und dystopisches Denken wider: Der Hildesheimer Politikwissenschaftler Professor David Salomon spricht über „das Utopische in der Demokratie“. „Politische Begriffe sind nie nur beschreibend, sondern sind normative, programmatische Begriffe. Sie fungieren als umkämpfte Strategiekerne in politischer Praxis“, so Salomon.

Hannes Schammann, Juniorprofessor für Migrationspolitik an der Universität Hildesheim, spürt in seinem Vortrag der utopistischen Ader der Migrationspolitik in realem politischem Handeln nach. „Migrationspolitik hat es auch nicht leicht: So sehr sie sich auch bemüht, Widersprüchlichkeit bleibt Teil ihres Charakters. Dies liegt daran, dass nationalstaatliche Migrationspolitik per se ein utopistisches Projekt ist. Schließlich ist aus der Sicht der Migrationsforschung schon die Prämisse gewagt, dass man die Bewegung von Menschen über internationale Grenzen mittels unilateraler Maßnahmen steuern könne. Aber auch das Recht auf Asyl oder neue Entwicklungen wie ein ‚Migrationsmanagement‘,  beispielsweise  über  multilaterale Abkommen, sind im Grunde utopistische Projekte, deren vollständige Realisierung kaum jemand erwartet“, sagt Schammann.

Ein weiterer Tagungsschwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit Städten, Umwelt und Nachhaltigkeit. Über die ideale Stadt, Träume und Albträume des Städtebaus spricht Aljoscha Hofmann, Wissenschaftler am Center for Metropolitan Studies der Technischen Universität Berlin. Über „Mikro-Utopismus in der Architektur“ spricht die Berliner Doktorandin Sandra  Meirei. Der Hildesheimer Biologe Torsten Richter referiert über biologische Alterungsprozesse und die Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt.

Weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich mit Utopien aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive. Jana Trumann von der Universität Duisburg-Essen erläutert „Perspektiven des Lebens und Lernens in Gemeinschaftsprojekten“. In seinem Vortrag „Zur Utopie des virtuellen Lernens: Was von Schule übrig bleibt“ referiert Matthias Rürup von der Universität Wuppertal über virtuelle Lernumgebungen. Über die inklusive Schule als „Ort des Möglichen“ spricht Professor Robert Schneider von der Pädagogischen Hochschule Salzburg.  Erziehungs-und Bildungsideen kommentiert Professor Hans-Ulrich Grunder von der Universität Basel („Alle gleich oder jede(r) anders?“). „In jedem utopischen Text der vergangenen fünfhundert Jahre, sei es eine Skizze oder ein Roman, finden sich Textstellen, Abschnitte oder ganze Kapitel zum Thema Kindheit und Jugend, Sozialisation und Enkulturation, Erziehung und Bildung“, sagt Grunder.

Gesellschaftspolitische Analyse: Konferenz in Hildesheim

Auf der Hildesheimer Tagung „utopisch dystopisch“ (7. und 8. Oktober 2016, Uni-Hauptcampus) analysieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Visionen einer „idealen Gesellschaft“.  In etwa 35 Vorträgen diskutieren die Fachleute, welche Innovationskraft aus utopischen und dystopischen Gesellschaftsentwürfen hervorgeht. Die Hauptvorträge halten unter anderem Greta Taubert, Buchautorin aus Leipzig, und Ulrike Guerot, Publizistin und Professorin für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Universität Krems. Details zur interdisziplinären Tagung, zu einzelnen Vorträgen und zur Anmeldung finden Sie online.

Bei Fragen zur Konferenz kann man sich an Irene Leser und Jessica Schwarz vom Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim wenden (utopia@uni-hildesheim.de).

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Soziologie Politik Fachbereich 2 Fachbereich 4 Biologie & Chemie
news-12236 Mon, 01 Aug 2016 14:00:00 +0200 „Die Studierenden sind Botschafter für die Vielfalt der Natur“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/die-studierenden-sind-botschafter-fuer-die-vielfalt-der-natur/ Die Universität Hildesheim baut ihre Wissenschaftsbeziehungen nach Madagaskar aus. Eine Forschergruppe entwickelt Strategien zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Derzeit sind Studierende aus Madagaskar in Hildesheim. Natur zu schützen, sei eine Aufgabe jedes Einzelnen, sagt der renommierte Professor Jonah Ratsimbazafy von der Universität Antananarivo. Außerdem geben zwei Studenten im Kurzinterview Einblicke in ihr Umwelt-Studium. „Wir wollen die künftige Generation dabei unterstützen, mit den Umweltproblemen umzugehen. Wir haben nicht mehr viel Zeit übrig, um die Natur zu erhalten. Nur noch ein Zehntel der einzigartigen biologischen Vielfalt auf Madagaskar ist übrig. Wir müssen Studierende darin ausbilden, Lösungen zu entwickeln“, sagt Professor Jonah Ratsimbazafy von der Universität Antananarivo.

Der renommierte Primatologe ist einer der wichtigsten Naturschützer Madagaskars und derzeit im Zuge einer Lehrkooperation mit madagassischen Studierenden in Hildesheim. Neben Theorie und Vorlesungen stehen Exkursionen zum Biosphärenreservat Elbe, in die Lüneburger Heide und auf die Hallig Langeneß auf dem zweiwöchigen Programm der insgesamt 24 Studierenden und Forscher aus Madagaskar und Hildesheim. Die Studierenden aus Madagaskar kommen von drei Institutionen: der Universität Antananarivo, der Universität Toamasina und dem Lemuren-Forscherverband GERP. Der Studiengang in Toamasina hat ähnliche Studieninhalte wie der Masterstudiengang „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung“ der Universität Hildesheim.

„Der Austausch mit der Universität Hildesheim ist sehr produktiv, unsere Studierenden lernen voneinander“, sagt Professor Ratsimbazafy. „Hildesheim ist eine wundervolle Stadt – mit vielen Bäumen und Wald, ich liebe diesen Ort.“ „Die Forschung ist ein Teil, der Austausch und die Diskussionen zwischen den Menschen ist eine weitere wichtige Erfahrung“, ergänzt Eustache Miasa, Biologe von der Universität Toamasina.

Jasmin Mantilla-Contreras, Juniorprofessorin für Ökologie und Umweltbildung an der Universität Hildesheim, und der Biologe Torsten Richter haben das fünfjährige Programm in Kooperation mit ihren madagassischen Partnern entwickelt. Lehrende und Studierende aus drei madagassischen Forschungsinstituten und aus Hildesheim kommen mehrmals im Jahr zusammen. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert den Austausch. „Wir wollen unseren Studierenden den Austausch ermöglichen, damit sie in Kontakt zu anderen jungen Wissenschaftlern kommen und ihre Erfahrungen teilen“, sagt Richter.

Die Arbeitsgruppe „Ökologie und Umweltbildung" der Universität Hildesheim untersucht, wie Lebensräume erhalten und Ökosysteme nachhaltig genutzt werden können. Auf Madagaskar versucht eine Forschergruppe gemeinsam mit madagassischen Wissenschaftlern an einem Seeökosystem im Nordwesten der Insel die einzigartige Flora und Fauna zu erhalten. Gleichzeitig versuchen sie, den Menschen vor Ort neue Nutzungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Die invasive Wasserhyazinthe verursacht am Alaotra-See ökologische Probleme, bietet aber ein ungeahntes Nutzungspotential, so ein Ergebnis der Forschung von Tsiry Rakotoariso, der derzeit seine Promotion an der Universität in Hildesheim abschließt. Aus der Wasserpflanze kann zum Beispiel auch Kompost hergestellt werden, Bauern können diesen als Dünger nutzen.

„Madagaskar ist ein gutes Beispiel für den zunehmenden Konflikt zwischen Mensch und Natur“, sagt Professorin Jasmin Mantilla-Contreras. „Die Insel zählt zu den artenreichsten Gebieten der Erde und weist eine Natur auf die sonst nirgendwo auf der Erde zu finden ist. Gleichzeitig zählt Madagaskar jedoch auch zu einem der ärmsten Länder und ist dadurch besonders vom Rückgang der Biodiversität betroffen. Inzwischen sind dort über 90% der natürlichen Lebensräume zerstört." Die internationale Forschergruppe entwickelt Lösungsansätze, wie man den verbleibenden Rest „Originalnatur“ schützen und die einzigartige Biodiversität des Landes erhalten kann, sagt Torsten Richter. Beinahe jedes Jahr werden neue Lemurenarten entdeckt, auch Amphibien und Reptilien haben eine sehr starke Sonderentwicklung genommen, etwa der Blattschwanzgecko, der sich exzellent verstecken und seiner Umgebung anpassen kann.

Warum der Austausch für die Hildesheimer Biologen wichtig ist? „Unsere Schnittmengen liegen in den Bereichen Management von Natur und Umweltbildung. Die Universität in der Hauptstadt Madagaskars bildet Naturkundelehrer aus – wir ebenfalls“, sagt Torsten Richter.

Menschen können Natur schützen, aber auch zerstören. „Wir sind alle entsetzt über den Verlust von Arten. Naturschutz ist eine kollektive Aufgabe, die die Beteiligung jedes Einzelnen erfordert. Lasst uns gemeinsam Lösungen entwickeln, bevor es zu spät ist. Als Wissenschaftler wollen wir Teil des Erfolgs sein, die Erde zu schützen. Unsere Aufgabe ist es, Multiplikatoren auszubilden. Die Studierenden aus Hildesheim und Madagaskar sind Botschafter. Sie sollten ihr Wissen teilen und nicht für sich selbst behalten. Unsere Hoffnungen ruhen auf ihren Ideen. Sie sind verantwortlich für Morgen, wir müssen heute anfangen. Wir hoffen, dass sie etwas verändern, dort wo sie einmal arbeiten werden“, sagt Professor Ratsimbazafy.

Wer mehr über Naturschutz in Madagaskar erfahren möchte, kann am 8. August 2016 mit Professor Ratsimbazafy an der Universität Hildesheim sprechen. Um einen Termin zu vereinbaren, können Interessierte eine E-Mail senden an mantilla@uni-hildesheim.de.

Naturschutz studieren: Kurzinterview mit zwei Studenten aus Hildesheim

Nachgefragt bei...

... Simon Emken, 27, studiert Umweltwissenschaft und Naturschutz an der Universität Hildesheim

... Roderic Heriandrianina Mahasoa, 29, studiert „Erhalt von Biodiversität und Nachhaltiger Tourismus“ an der ISSEDD Universität in Toamasina, Madagaskar

Was macht ihr zurzeit in Hildesheim?

Roderic: Ich nehme mit weiteren Studierenden aus Madagaskar an einem internationalen Austausch an der Universität Hildesheim teil. Wir sprechen über das Umweltmanagement, über Forschungsmethoden und Bildungsansätze.

Simon: Im vorigen Jahren waren Hildesheimer Studierende auf Madagaskar. Ich war dabei, das war sehr beeindruckend. Im August fahre ich wieder für drei Monate nach Madagaskar. Ich untersuche die Artzusammensetzung von Mistkäfern in intaktem und zerstörtem Regenwald.  Mittlerweile wurden über 90 Prozent des Waldes abgeholzt.

Roderic: Wir treffen uns dann schon das dritte Mal. Dazwischen bleiben wir via Facebook, Email und Co in Kontakt. Wir haben die gleichen fachlichen Ziele. Ich hoffe, dass ich in der Zukunft auch wieder nach Hildesheim reisen kann. Viele Studierende haben sich beworben, weit mehr als es Plätze in der „Summer School“ gibt.

Ihr beschäftigt euch mit dem Schutz der biologischen Diversität. Was untersucht ihr zurzeit?

Roderic: Ich untersuche in meiner Abschlussarbeit, wie sich Amphibien verbreiten. Ich dokumentiere hier im Osten Madagaskars in einem der ersten Schutzgebiete, wie der „Mantella laevigata“, ein schlanker Buntfrosch, lebt. Die Art wurde 2006 das erste Mal in diesem Gebiet entdeckt. Ich bin der erste, der hier ihren Lebensraum genauer untersucht.

Simon: Das ist einzigartig, der Frosch lebt nur in Madagaskar – sonst nirgends auf der Welt.

Roderic: Ich bin mehrfach im Feld und erhebe Daten: Was frisst der Frosch, wo lebt her, wer lebt und wächst im Umfeld? Ich fotografiere die Tiere und die Vegetation. Ich möchte herausfinden: Warum lebt dieser Frosch nur an diesem Ort?

Warum ist die Erforschung dieser einheimischen Arten wichtig?

Simon: Die Forschung von Roderic ist sehr wichtig. In Deutschland haben wir recht wenige Arten, die nur hier vorkommen, sie haben ein großes Verbreitungsgebiet, etwa in Nordeuropa, im mediterranen Raum. Madagaskar hingegen ist ein Hotspot der Biodiversität. Ein Großteil der Arten – etwa die Halbaffen, Lemuren – leben nur dort. Ein großer Teil der Tier- und Pflanzenarten ist wissenschaftlich noch nicht beschrieben, sozusagen noch nicht entdeckt. Es muss geforscht und Wissen erarbeitet werden.

Roderic, du willst also herausfinden: Wo lebt das Tier, warum lebt es nur dort?

Roderic: Hier in Hildesheim wissen wir, wie zum Beispiel der Feldsperling lebt. Wir wissen viel über das Zugverhalten der „Spatzen“, über das Paarungsverhalten, warum sie im Winter in warme Gebiete migrieren. Auf Madagaskar gibt es Arten, über die die Menschheit nichts weiß – gar nichts. Sie sind unbeschrieben. Man kann sie vielleicht grob einordnen. Aber über das komplette Verhalten der Tiere, über die Lebensraumansprüche und die Interaktionen der Tiere – mit Fressfeinden, mit Futterpflanzen –, also die Ökologie, ist aber nichts bekannt.

Warum ist es spannend, auf Madagaskar zu forschen?

Simon: Wir haben unseren ursprünglichen Wald degradiert und verloren, der ist weg – wir leben in von Menschen geschaffenen, künstlichen Landschaften. Der große Schatz auf Madagaskar ist: Dort ist unberührter, sogenannter Primärwald erhalten. Leider wird heute sehr viel Regenwald abgeholzt, er steht kurz vor dem Verschwinden. Als Biologe ist es wichtig das Wissen über Ökologie und Arten zu erweitern. Außerdem ist es für mich persönlich von großem Wert, diesen letzten verbleibenden Regenwald mit eigenen Augen zu sehen solange das noch geht.

Welche Nachricht nehmt ihr aus dem internationalen Studierendenaustausch mit in euer Heimatland?

Roderic: Es ist eine Ehre, hier in Hildesheim zu sein. So ein Austausch ist sehr wertvoll und mehr als das Aneignen von Wissen. Ich lerne etwas über die Geschichte der Stadt, über das Studentenleben an der Universität, über den Alltag in Deutschland. Ich weiß nun, wie der europäische Wald aussieht – ich habe natürlich nur ein Stück Hildesheimer Wald erlebt, der von Menschen gepflanzt und gepflegt wird. Auch auf Madagaskar haben wir gepflanzten Wald – aber auch noch den ursprünglichen primären Wald. Wenn wir weiter Wald abholzen, müssen wir dafür sorgen, Wald auch anzupflanzen und zu schützen.

Du lebst heute im Osten Madagaskars – hast du in deiner Kindheit erlebt, wie Wald abgeholzt wurde?

Roderic: Als ich neun Jahre alt war, habe ich den Wald in meinem Dorf erkundet:  Bäume im Park – gepflegt von Menschen. Als ich zehn Jahre alt war, bin ich mit meiner Familie in den Südosten gezogen – wir lebten an der Grenze zwischen der Stadt und dem unberührten Primärwald. Hinter unserem Haus lebten Schlangen, Lemuren, Chamäleons. Jahre später kam ich zurück: ich war erschreckt, alles war abgeholzt, um daraus Holzkohle und Baumaterial zu fertigen. Alles war verschwunden, außer ein paar Vögel. Ich war sehr traurig – das war ein Teil meiner Kindheit, dort habe ich gespielt, mich zwischen Bäumen versteckt.

Und dann hast du dich für ein Umweltstudium entschieden?

Roderic: So habe ich meinen Berufswunsch entdeckt: Ich möchte Natur schützen. Es geht nicht alleine. Auf Madagaskar führe ich Studenten und Touristen durch die Natur. Ich bin in der Natur aufgewachsen, sie hat mich geprägt. Wenn diese Natur zerstört wird, schwindet ein Teil von mir. Ich bin ein modern-wilder Mensch. Darauf bin ich stolz, weil ich erfahren habe, welchen Wert die Natur hat. In meinem Studium – auch durch diesen Forschungsaufenthalt in Hildesheim – lerne ich, was meine Generation tun kann, um die Umwelt zu schützen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt: Studium Umweltsicherung und Naturschutz

Die Universität Hildesheim bildet im Masterstudiengang „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung“ und in der Bachelor-Studienvariante „Umweltsicherung“ Fachleute aus, die sich mit der Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen unseres Planeten befassen. Absolventen arbeiten zum Beispiel in den Bereichen Umweltsicherung und Umweltkommunikation, im Natur- und Umweltschutz bei Behörden, Verbänden oder Nichtregierungsorganisationen, in Planungsbüros und in der Umweltbildung bei staatlichen und freien Trägern.

Zu den Studieninhalten im Masterstudium gehören Umwelt- und Naturschutz, Biologie, Geographie, Umweltchemie/Ökotoxikologie und Nachhaltigkeit. Die Studierenden können sich spezialisieren für die Bereiche Mensch und Umwelt in historischer Perspektive, Angewandter Naturschutz oder Nachhaltigkeitsbildung.

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Biologie & Chemie Studieninteressierte Studierende Studierendenportal
news-12055 Fri, 08 Jul 2016 17:55:00 +0200 Archive der Umwelt: Aus der Vergangenheit lernen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/archive-der-umwelt-aus-der-vergangenheit-lernen/ Auf Spurensuche – aus Sedimenten kann Juniorprofessor André Kirchner Umweltgeschichte rekonstruieren. In Hildesheim baut er ein Bodenproben-Archiv auf. Das Archiv enthält Informationen aus der Vergangenheit. Ein Besuch im Uni-Labor. Es ist eine mühsame Tätigkeit und sie erinnert an die Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. André Kirchner sammelt – nicht Bücher, Gemälde oder Musik, sondern Böden und Sedimente. Nicht jeden x-beliebigen Boden, doch dazu später mehr. In seinem Archiv reiht sich Sedimentprobe an Sedimentprobe, beschriftet und verpackt in durchsichtigen Tüten. Brasilien neben Thüringen, Franken neben Ägypten.

An diesem Vormittag liegen Bodenproben aus dem Hildesheimer Umland auf dem Labortisch in der 4. Etage am Hauptcampus der Universität. Das Institut für Geographie liegt inmitten einer der fruchtbarsten Flächen der Bundesrepublik Deutschland: Die Hildesheimer Börde hat sehr ertragreiche Böden, doppelt so nährstoffreich wie die Marschen an der Nordseeküste oder die Heidelandschaften.

Seit April 2016 arbeitet André Kirchner als Juniorprofessor für Angewandte Geoökologie an der Universität in Hildesheim. In seiner Forschung untersucht der Geograph, wie Siedlungs- und Nutzungstätigkeiten in der Vergangenheit unsere Umwelt beeinflusst haben. „Mich interessieren Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt", sagt Kirchner. Wie haben frühere Kulturen die Umwelt beeinflusst? Und andersherum – wie haben veränderte Umweltbedingungen frühere Kulturen beeinflusst?“.

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, nutzt Kirchner „Geoarchive“: Böden, Fluss- oder Seeablagerungen. „Sie speichern Informationen aus der Vergangenheit, die man mit Hilfe von Feld- und Laboruntersuchungen wieder ans Tageslicht befördern kann“, sagt der 34-Jährige. „Böden und Sedimente speichern die Informationen, die wir lesen können“, sagt Kirchner. Er bestimmt Korngrößen, stellt fest, ob ein Boden sandig, tonig oder schluffig ist, wie viel Kalk und Organik ein Boden hat. „Wenn ich Sedimente als Archiv nutzen möchte, dann muss ich außerdem natürlich wissen, wie alt diese Sedimente sind.“

Im Rahmen seiner Promotion hat Kirchner Flusssedimente in Brasilien untersucht. „Die Sedimente speichern klimatische Signale. Ich kann klar erkennen, wenn das Klima deutlich feuchter wird, weil der Fluss dann andere Sedimente ablagert als zu trockenen Zeiten. Aus Flusssedimenten können wir also das Klima rekonstruieren“, sagt Kirchner und zeigt auf Aufnahmen aus Brasilien, die in seinem Büro hängen. Das alte Moor im Hinterland der Megacity Rio de Janeiro etwa speichert die Information über die Vegetationsentwicklung der letzten 4500 Jahre. „Vegetation hängt immer auch vom Klima ab. Wenn ich also die Vegetation aus diesem Moor rekonstruiere, kann ich etwas über das Klima in dieser Zeit sagen.“ In Brasilien hat Kirchner am Rio Guapiaçu und Rio Macacu geforscht, diese Flüsse haben sich tief in den Boden geschnitten und Sedimente hinterlassen, die Kirchner dann Schicht für Schicht untersucht hat. Dabei hat er herausgefunden, dass Klimaverhältnisse das Ökosystem maßgeblich beeinflussen und es in der Vergangenheit zu einem mehrfachen Wechsel von landschaftlich stabileren und aktiveren Phasen kam.

Die Sedimente liefern weitere Hinweise: Wann kamen die Menschen ins Spiel? Im oberen Bereich hat der Wissenschaftler ältere Keramiken und Holzkohlen gefunden, an ihnen kann man ablesen, dass vor allem die intensive Landnutzung seit der portugiesischen Kolonialisierung die Landschaft massiv verändert hat. Kirchner hangelt sich mit den Bodenproben durch die Labormethoden. „Die Spuren sind meist nicht offensichtlich, sondern eher versteckt. Ich kombiniere eine Kette an Daten.“

André Kirchner blickt nicht bloß bis zur Industrialisierung, sondern geht weiter zurück. War etwa die Landnutzung der Sambaqui oder Tupi-Guarani-Kultur in Brasilien nachhaltiger als unsere heutige? Der Juniorprofessor untersucht derzeit auch Bodenproben aus Nordwestthüringen. „Ich will in die Steinzeit. Ich wäre froh, wenn mir das gelingen würde, aber es ist nicht sicher. Ich möchte gerne wissen, wie stark war der Einfluss der Steinzeitler, der Bronzezeitler auf die Umwelt? Ich suche nach punktuellen Informationen. Großen Einfluss auf die Landschaft beobachten wir dann, wenn die Bevölkerungsdichte hoch ist. In der Römerzeit springt die Bevölkerungszahl nach oben, aus dieser Zeit kennen wir, großflächige Waldrodungen und signifikante Bodenerosionsraten.“

Universitäten wird oft vorgeworfen, die Arbeit finde „im Elfenbeinturm" statt. Dazu sagt Kirchner: „Ich kann diesen Vorwurf durchaus nachvollziehen. Ich halte es für sehr wichtig, dass die universitäre Forschung eine gewisse Transparenz für die Öffentlichkeit besitzt und universitäre Forschung auch allgemeinverständlich kommuniziert wird. Trotzdem sollte eine Universität aber auch in Zukunft eine Institution sein, in der eine fachliche Spezialisierung möglich ist und wo ergebnisoffen an innovativen Ansätzen gearbeitet werden kann. Hier kommt es auf eine ausgewogene Balance an.“

Über sein Ankommen in Hildesheim sagt Kirchner: „Ich schätze es sehr, dass verschiedene Fachdisziplinen hier an der Universität Hildesheim quasi Tür an Tür sitzen. Ich freue mich auf die fächerübergreifende Zusammenarbeit. Und ich bin sehr gespannt auf die Arbeit mit den Studierenden, da mich diese Tätigkeit mit besonderer Freude erfüllt.“ Derzeit leitet Kirchner zum Beispiel ein Seminar zur Regionalen Geographie Südamerikas und bereitet zusammen mit seinem Kollegen Professor Martin Sauerwein eine Studentenexkursion an die Ost- und Nordsee vor. Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus der Chemie und Biologie möchte er an der Universität Hildesheim ein naturwissenschaftliches Schülerlabor aufbauen, in dem Jugendliche eigene Erfahrungen beim selbständigen Experimentieren und Forschen sammeln können.

Kirchner ist oft „im Gelände“ unterwegs. Die Digitalisierung ist aber auch in der Geographie längst angekommen. Geographische Informationssysteme, Fernerkundungssoftware und Modellierungsprogramme gehören mittlerweile zum festen Arbeitsalltag und Handwerkszeug eines Naturwissenschaftlers, sagt Kirchner. „Die Digitalisierung birgt große Chancen, etwa bei der Modellierung der globalen Klimaentwicklung. Diese Modelle sind aber immer nur so gut, wie die Daten die sie speisen, weshalb man regionale Untersuchungen in der Natur auch zukünftig nicht vernachlässigen sollte.“ Also sammelt Kirchner weiter Bodenproben, denn in ihnen stecken unverzichtbare Information, das Gedächtnis des Bodens ist eine unverzichtbare Datengrundlage für realistische Zukunftsprognosen, sagt Kirchner.

Die Universität Hildesheim verzeichnet in den Umweltstudiengängen stetig wachsende Studierendenzahlen. Die Universität bildet Umwelt-Fachleute in den Bereichen „Umweltsicherung“ und „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung“ sowie Lehrerinnen und Lehrer für Biologie, Chemie und Sachunterricht aus. Studentinnen und Studenten können sich in Hildesheim in den Bereichen „Mensch und Umwelt in historischer Perspektive“, „Angewandter Naturschutz“ und „Nachhaltigkeitsbildung“ spezialisieren. Eine Forschergruppe um Professorin Jasmin Mantilla-Contreras befasst sich mit der biologischen Vielfalt und untersucht Wechselwirkungen zwischen Klima, Böden, Beweidung und Biodiversität, etwa auf Madagaskar und im Mittelmeerraum. „Wenn wir die Landschaften, in die der Mensch eingegriffen hat, verstehen, dann können wir aus der Vergangenheit für die Zukunft lernen. Aus Fehlern kann man lernen. Wir versuchen zu verstehen, welche Auswirkungen menschliches Handeln auf Umwelt hatte. Wir können Szenarien entwickeln: Was würde etwa passieren, wenn man den Hildesheimer Wald abholzt?“, sagt Professor Martin Sauerwein. Er forscht zu Bodenschutz und Flächenverbrauch sowie Altlasten. „Mit Unterstützung des Präsidiums ist es gelungen, die Umweltstudiengänge in Hildesheim auszubauen. Wir freuen uns sehr über die professorale Verstärkung durch André Kirchner“, so Sauerwein.

Antrittsvorlesung am 22. Juni 2016

Am Mittwoch, 22. Juni 2016, stellt sich Juniorprofessor Dr. André Kirchner der Hildesheimer Öffentlichkeit vor. Der Juniorprofessor für Angewandte Geoökologie spricht in seiner Antrittsvorlesung über Fragen und Herausforderungen der Mensch-Umwelt-Forschung. Die Vorlesung ist öffentlich und beginnt um 18:00 Uhr in Hörsaal 2 (Hauptcampus am Universitätsplatz 1). Schwerpunkte in Kirchners Forschung sind Geomorphologie, Paläoumweltforschung, Geoarchäologie und Bodengeographie sowie Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung.

Mehr erfahren: Was der Boden über das Leben verrät

Wir laufen täglich herum, ohne zu wissen, was sich eigentlich genau unter unseren Füßen abspielt. Wir vertrauen der Rasenfläche, dem Beton, dem Waldweg. Die „dünne Haut unserer Erde“ nennt Professor Martin Sauerwein den Boden, der auch Informationsträger ist. „Von der Bakterie bis zum Maulwurf leben Tiere in Böden. Der Boden entscheidet, wer darin lebt. Er ist die Grundlage jeglichen Lebens.“ [zum Artikel]

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Geographie
news-12061 Fri, 08 Jul 2016 13:00:00 +0200 IT an Schulen: Niedersachsen sucht Informatik-Lehrerinnen und Lehrer https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/it-an-schulen-niedersachsen-sucht-informatik-lehrerinnen-und-lehrer/ Mehr als ein bisschen „Word“ oder „Excel“: Die Universität Hildesheim sucht die Informatik-Lehrerinnen und Lehrer von morgen. Lesen, Rechnen, Schreiben – und Informatik: Letztere wird inzwischen als die „vierte Kulturtechnik“ bezeichnet. Damit diese an Schulen aufblüht, bildet die Hildesheimer Uni ab Herbst 2016 Lehrer für das Fach Informatik an Haupt- und Realschulen aus. Die niedersächsische Landesregierung hatte die Einführung des Faches Informatik für das Lehramt an Haupt- und Realschulen vor kurzem beschlossen. Ab Herbst 2016 können Lehramtsstudierende an der Universität Hildesheim erstmals das Fach Informatik wählen (Informatik an Schulen: hier geht's zur Bewerbung). Bisher bilden in Niedersachsen die Universitäten in Göttingen, Oldenburg und Osnabrück Informatiklehrer aus – allerdings nur für den Unterricht an Gymnasien. Eine Ausbildung zur Informatiklehrerin oder zum Informatiklehrer für Haupt- und Realschulen war in Niedersachsen im Gegensatz zu verschiedenen anderen Bundesländern wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen bisher nicht möglich. Das ändert sich nun ab dem Wintersemester 2016/17 an den Universitäten Hildesheim und Oldenburg.

Die Informatik-Professoren der Universität Hildesheim suchen derzeit nach jenen, die es sich zur Aufgabe machen wollen, Jugendliche zukunftsorientiert und berufsvorbereitend in Informatik in Schulen zu unterrichten. „Gehören Sie zur ersten Generation der Lehrerinnen und Lehrer, die das Fach in Niedersachsen aufbauen. Das ist eine große berufliche Chance und eine spannende, lebenslange Aufgabe. Kein Beruf ist heute mehr vorstellbar ohne grundlegende und anwendungsorientierte Kenntnisse der Informatik“, sagt der Hildesheimer Informatiker Klaus-Jürgen Förster. In der Schule können zentrale Grundlagen vermittelt werden – wie werden Informationen als Daten repräsentiert und verarbeitet, wie steuern Algorithmen Prozesse? Welche Programmierbefehle braucht ein Roboter, um sich im Raum zu bewegen, wie arbeiten Informationssysteme und wie funktionieren Programmiersprachen? Wie geht man verantwortungsvoll mit Daten um? Welche Auswirkungen haben Informations- und Kommunikationssysteme auf den Alltag und die Gesellschaft?

Dass es um weit mehr als ein bisschen Word und die Gestaltung von Power-Point-Präsentationen geht, zeigt ein Blick in die Studieninhalte. In Hildesheim gehören neben Programmieren und Datenbanken auch Bereiche wie Algorithmen und Datenstrukturen, Medieninformatik und Systemadministration zum Studium. Außerdem wählen die Studentinnen und Studenten fachwissenschaftliche Vertiefungen wie Maschinelles Lernen, Robotik, Softwareentwicklung oder Wirtschaftsinformatik. Die Studierenden kombinieren die Theorie mit der Praxis und sind schon im ersten Studienjahr an Partnerschulen. Weitere fachdidaktische Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums.

Um das Studium anzubieten, arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus mehreren Bereichen zusammen, darunter die Informatiker Professor Klaus-Jürgen Förster (Algorithmen), Professor Klaus-Dieter Althoff (Datenbanken), Professor Klaus Schmid (Softwareentwicklung), Professor Lars Schmidt-Thieme (Maschinelles Lernen), Professor Ralf Knackstedt (Informationssysteme), Dr. Jörg Cassens (Medieninformatik), Dr. Norman Weiss (Robotik) und Manfred Gottschalk (Systemadministration).

Studierende wählen neben dem Fach Informatik ein zweites Fach (Chemie, Deutsch, Englisch, Kunst, Mathematik, Musik oder Physik). Wer sich für ein Informatik-Studium entscheidet, sollte Interesse und Freude am Einsatz moderner Informationstechnologien in allen Lebensbereichen haben, sagt Professor Klaus-Jürgen Förster.

Informatik an Schulen: Kontakt für Studieninteressierte

Wer sich für das Lehramtsfach Informatik an Haupt- und Realschulen (das umfasst auch Oberschulen und Gesamtschulen) interessiert, kann sich ab sofort bei Prof. Dr. Klaus Förster melden (E-Mail foerster[a]cs.uni-hildesheim.de, Telefon: 05121.883-40100). Bewerbungen sind zum Wintersemester 2016/17 möglich, die Bewerbungsfrist endet am 15. Juli 2016. Studienbeginn ist im Oktober 2016. Mehr Infos zu Fächerkombinationen und zur Bewerbung findet man online.

Kurz erklärt: Lehrerausbildung in Hildesheim

Mittwochs im Hörsaal – und freitags im Klassenzimmer: Lehramtsstudierende der Universität Hildesheim sind im ersten Studienjahr einmal in der Woche in der Schule, das ist bundesweit besonders. Sie erhalten früh Einblicke in die Schulrealität, können die Berufswahl überprüfen und reflektieren. Im zweiten Semester halten sie eine erste Unterrichtsstunde. 500 Lehramtsstudierende starten jeden Herbst in ihr erstes Studienjahr.

Mit etwa 2600 Studierenden bildet die Stiftung Universität Hildesheim rund ein Drittel der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrer aus. Schwerpunkte in der Lehrerausbildung liegen in den Bereichen Deutsch als Zweitsprache, Individuelle Förderung und Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer. Die Universität arbeitet in weiteren Praxisphasen im Verlauf des Studiums mit 250 Partnerschulen in Hannover, Hildesheim und der Region zusammen.

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informatik Mathematik & Angewandte Informatik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung Studierendenportal
news-12019 Sat, 18 Jun 2016 20:20:00 +0200 IT: Jugendliche analysieren Geschäftsprozesse https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/it-jugendliche-analysieren-geschaeftsprozesse/ Seit zwei Jahren arbeitet ein Team um Professor Ralf Knackstedt mit Schulen in der Region zusammen. Die Jugendlichen erlernen an der Universität Visualisierungstechniken und analysieren, ob Prozesse in Unternehmen nachhaltig ablaufen. Einblicke in das „Denkwerk“-Projekt in Hildesheim. Bachelorstudium: Wirtschaftsinformatik an der Universität Hildesheim studieren – jetzt bis zum 15. Juli 2016 bewerben

5000 Teile Geschirr pro Tag, die Spülmaschine läuft von 11 bis 14 Uhr ohne Unterbrechung. Mittags ist in der Mensa der Hildesheimer Universität – die mittlerweile etwa 7500 Studierende und 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt – der Bär los. In diesem Trubel sitzen sechs Hildesheimer Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Jahrgangsstufe. Statt Tablett, Besteck und Teller sind sie ausgerüstet mit Stift, Aufnahmegerät und einem zweiseitigen Fragenkatalog. Ihr Sitznachbar: Mario Dobberkau. Er leitet die Hochschulgastronomie des Studentenwerks in Hildesheim und stellt sich an diesem Tag den Fragen der Jugendlichen. „Es steht und fällt mit dem Personal, wenn alle gesund sind, ist es ruhiger“, so Dobberkau.

„Wir haben zu 99 Prozent Geschirr. Einzig die Pappbecher für den Coffee-to-go nehmen Studenten mit. Alles, was in der Küche war, darf nach 72 Stunden nicht mehr verkauft werden“, erklärt der Mensaleiter das Hygienemanagement. Wer reinigt die Mensa, wann wird das erste Mal gereinigt und wie oft am Tag?

„Es gibt so viele Prozesse hier, die wiederum eigene Prozesse haben. Die Hälfte der Mitarbeiter ist um halb sieben am Arbeitsplatz, andere kommen später, Hilfsköche arbeiten zu“, sagt eine Schülerin. Sie ist erstaunt, wie viele komplexe Prozesse durch die Analyse sichtbar werden. Die 18-jährige Berufsschülerin fragt sich aber auch, wie man all diese denn nun kurz und knapp erklären soll.

Seit September 2014 arbeiten Wirtschaftsinformatikerinnen und Wirtschaftsinformatiker der Universität Hildesheim mit Unternehmen und Betrieben in der Region zusammen. In Kleingruppen lernen Schülerinnen und Schüler vor Ort Arbeitsabläufe kennen, und erfahren von Mitarbeitern, wie diese Prozesse aufeinander abgestimmt werden. Ziel des Projekts ist es, sich gemeinsam darüber auszutauschen, wie Geschäftsprozesse ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltiger gestaltet werden können. Die Jugendlichen erhalten außerdem erste Einblicke in das wissenschaftliche Arbeiten. „Die Anwendungsnähe hilft für das Verständnis ungemein“, sagt Professor Ralf Knackstedt.

„In unserer Forschung haben wir eine These erarbeitet: Eine Prozessorientierte Betrachtung von Unternehmen und Betrieben führt zu besseren Ergebnissen hinsichtlich der Identifizierung von Nachhaltigkeitspotenzialen. Um Abläufe nachhaltig zu gestalten sind Informationen über beispielsweise Aktivitäten, Ressourcen und Akteure sehr hilfreich“, so Knackstedt. Nachhaltigkeit bedeute, sowohl ökonomische und ökologische, aber auch soziale Faktoren zu berücksichtigen.

Ein Schüler möchte von dem Koch zum Beispiel wissen, wie die Stimmung im Betrieb ist und ob Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit haben, Probleme anzusprechen. Können Mitarbeiter auf Grundlage ihrer Arbeitserfahrungen Verbesserungsvorschläge einbringen, werden sie gehört? Eine andere Schülerin möchte wissen, ob beim Reinigen Chemikalien verwendet werden.

An diesem Nachmittag geht es also um Arbeitsabläufe in der Gastronomie und in Großküchen wie Kantinen oder Mensen. Sechs weitere Kleingruppen, insgesamt 40 Schülerinnen und Schüler, nehmen Geschäftsprozesse auf. Jede Kleingruppe konzentriert sich am Ort des Geschehens auf bestimmte Arbeitsfelder: Die einen befassen sich mit dem Kassenwesen, wie Preise und Produkte im System hinterlegt werden oder Bargeld verwahrt wird. Nebenan drehen sich die Interviews um Menüplanung, eine Mitarbeiterin erklärt, wie die Mensa des Studentenwerks saisonal und regionale Produkte einkauft, vegetarische und Fleischangebote mit einplant und wie die Mensa vermeidet, Menüangebote zu wiederholen. Ein Mitarbeiter gibt Einblicke in die Warenannahme – stimmt die Qualität der Produkte, wer prüft dies, wie werden Bestellung und Lieferung abgeglichen? Die Interviews sind die Grundlage, um die Prozesse des Großbetriebs darzustellen. Die Jugendlichen visualisieren die Prozesse zunächst mit Hilfe einer Prozessmodellierungssprache – der „Ereignisgesteuerten Prozesskette“. Dann analysieren sie die Prozesse hinsichtlich der Nachhaltigkeit. Die Resultate werden schließlich in halbjährigen Symposien in einer größeren Runde präsentiert.

Im Prozessmanagement sei dies eine schwierige Phase, so Knackstedt. „Die Schüler haben in ihren Interviews kluge Fragen gestellt und allerhand Details herausgefunden. Nun müssen sie den Überblick über das Ganze gewinnen. Die Herausforderung besteht darin, diese reichhaltigen Fakten zu strukturieren.“ Wie ein Puzzle. Teil für Teil wird sichtbar, wie Prozesse aufeinander abgestimmt und aufgebaut sind.

Die Arbeitsgruppe um Professor Ralf Knackstedt hat sich darauf spezialisiert, den Überblick im komplexen Arbeitsalltag zu behalten. Die Fachleute setzen IT-Technologien ein, um Geschäftsprozesse zu modellieren. An der Universität Hildesheim bauen sie den Lehr- und Forschungsschwerpunkt im Bereich „Informationssysteme und Unternehmensmodellierung“ auf. Bei der Vielzahl an Daten und, teils länderübergreifenden, Kooperationen zu anderen Unternehmen, können es sich Unternehmen kaum leisten, ohne IT im Hintergrund zu operieren, um beispielsweise Informationen in der Zusammenarbeit auszutauschen. Damit werden Geschäftsprozesse aber auch komplexer – um den Überblick zu behalten, seien Visualisierungen sinnvoll, so Knackstedt.

Ihr Wissen geben die Wirtschaftsinformatikerinnen und Wirtschaftsinformatiker an Lehrkräfte und Jugendliche weiter. Dabei arbeiten sie mit dem Projekt „Frauen in den MINT-Fächern“ des Gleichstellungsbüros der Universität Hildesheim zusammen: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen in Schulen, um anhand von praktischen Übungen die Aufgabengebiete der Wirtschaftsinformatik vorzustellen. Die Themen sind nah an der Lebenswelt der Jugendlichen, zum Beispiel erprobt eine Master-Studentin mit ihnen, wie man eine Party plant und was dies mit Unternehmensabläufen zu tun haben kann. Ob solche anwendungsnahen Projekte auch Einfluss auf die Berufsorientierung der Jugendlichen hat, wird in einer wissenschaftlichen Begleitforschung analysiert.

Die Jugendlichen erkunden an solchen Nachmittagen auch die Universität und sprechen mit Studierenden aus dem Anker-Peer-Programm der Studienberatung. Unter ihnen ist der 19-jährige Berufsschüler Nils, er möchte nach seinem Fachabitur an der Universität Informationsmanagement und Informationstechnologie studieren. Wo es genau hingeht, weiß er noch nicht, aber die Richtung stimmt und solche Praxisangebote nehme er gerne an. „Beim IT-Info-Tag habe ich mit Absolventen gesprochen. Und im Schnupperstudium kann ich an Vorlesungen teilnehmen. Ich nutze die Angebote, um zu schauen, wie das hier abläuft in der Universität. Die Gespräche in der Mensa über Geschäftsprozesse waren sehr direkt, persönlich, ich lese dann nicht nur etwas sondern kann mir mehr darunter vorstellen. Das ist enorm, so ein großes Unternehmen, so viele Prozesse täglich, die funktionieren müssen, damit das Essen schmeckt.“

Was bisher geschah: Jugendliche wenden Techniken aus der Prozessmodellierung an

Im ersten Jahr des „Denkwerk“-Projekts haben die Jugendlichen Prozesse vor Ort in Unternehmen aufgenommen und eine Modellierungssprache erlernt, um Prozesse zu visualisieren. Darüber hinaus haben sie die Abläufe auf Nachhaltigkeit überprüft. In regelmäßigen Treffen erarbeiten die Schülerinnen und Schüler in schulübergreifenden Gruppen, welche Aspekte bei einer nachhaltigen Prozessanalyse relevant sind und wie diese durch eine Modellierung unterstützt werden können. Dieser kreative Vorgang verlangt vor allem die Kombination des bestehenden Wissens mit guten Ideen, da die Jugendlichen eigene Maßnahmen grafisch umsetzen. Gleichzeitig erhalten die Schülerinnen und Schüler Praxiseinblicke bei regionalen Partnerunternehmen wie zum Beispiel der Bosch Car Multimedia GmbH oder der Schlote GmbH.

Im zweiten Jahr des Projektes haben die Jugendlichen den Fokus auf Geschäftsmodelle gelegt. Im dritten Jahr stehen detaillierte Analysen der Geschäftsprozesse an.

Auf einem bundesweiten Symposium der Robert-Bosch-Stiftung haben Schülerinnen und Schüler aus Hildesheim im Frühjahr 2016 ihre Ergebnisse und Erfahrungen aus den ersten Jahren der Projektdurchführung vorgestellt und mit Schulen aus anderen Bundesländern geteilt. Aus Hildesheim waren Jugendliche von der Michelsenschule, der Lehrer Christof Husmann sowie Universitätsprofessor Ralf Knackstedt dabei.

Die Robert-Bosch-Stiftung fördert das Projekt „Denkwerk – Schüler-Uni: Nachhaltige Geschäftsprozesse gestalten“ mit 30.000 Euro. Zu den schulischen Partnern zählen die Michelsenschule, die Buhmann Schule, das Josephinum und die Marienschule.

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Pressemeldungen Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Fachbereich 4
news-11515 Fri, 01 Apr 2016 10:00:00 +0200 Digitale Welt und demografischer Wandel: Wie Betriebe reagieren https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/digitale-welt-und-demografischer-wandel-wie-betriebe-reagieren/ Uni-Team holt bundesweites Forschungsprojekt nach Hildesheim: Die Professoren Ralf Knackstedt und Inga Truschkat koordinieren das „InDeKo.Navi“-Projekt, in dem bundesweit untersucht wird, wie Betriebe mit Nachwuchssorgen und Personalentwicklung umgehen. Wie verändert sich Arbeit? Im BMBF-Förderschwerpunkt „Betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel“ befassen sich bundesweit Fachleute in 31 Verbundprojekten mit den Folgen des demografischen Wandels und der modernen digitalisierten Arbeitswelt. Und in der lebt und arbeitet noch immer der Mensch – mit all seinen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen. Wie sehen Arbeitsumgebungen aus, die Gesundheit und Lernen fördern? Wie geben ältere Ärzte, IT-Führungskräfte oder Fachleute im Maschinenbau ihr Wissen weiter? Wie erleben Jüngere nach Abschluss der ersten Bildungsphasen ihre Karriereperspektiven? Und wie entwickeln Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in mittelständischen Betrieben – ob im Handwerk, in der Landwirtschaft oder in der Pflege – notwendige Kompetenzen?

Professorin Inga Truschkat und Professor Ralf Knackstedt leiten die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,2 Millionen Euro geförderte wissenschaftliche Begleitforschung. Um das bundesweite Forschungsprojekt nach Hildesheim zu holen, war der interdisziplinäre Wissensaustausch wertvoll. Der Wirtschaftsinformatiker Ralf Knackstedt entwickelt schon seit seiner Promotion Forschungsportale im Internet und wendet diese Kenntnisse nun weiter an. „Wissenskarten sind ein Mittel, um sichtbar zu machen, wo das Wissen in Deutschland wächst und wer sich mit welchen Forschungsfragen tatsächlich beschäftigt. Wir können Trends erkennen“, sagt Knackstedt. Die Sozial- und Organisationspädagogin Inga Truschkat geht in ihrer Forschung der Frage nach, wie Übergänge in Arbeit gelingen und wie Organisationen ihr Personalmanagement weiterentwickeln. „Wir haben gemeinsam eine Skizze und eine aufwendige Vorhabensbeschreibung erarbeitet und damit den Zuschlag vom Bundesministerium bekommen“, erinnert sich Knackstedt an das Antragsverfahren. Das fünfköpfige Team der Stiftungsuniversität Hildesheim leitet die wissenschaftliche Begleitforschung gemeinsam mit einem Team der RWTH Aachen.

Das Hildesheimer Team, das die 31 Verbundprojekte – von Hamburg und Chemnitz über Stuttgart bis nach Wuppertal – koordiniert, kombiniert IT-Perspektiven und pädagogische sowie sozialwissenschaftliche Sichtweisen. „Unsere Kompetenzen fließen zusammen. Nur gemeinsam können wir untersuchen, wie sich Organisationen in einer digitalisierten Welt entwickeln“, beurteilt Inga Truschkat die interdisziplinäre Zusammenarbeit. „Wir werfen unsere Fähigkeiten, Erfahrungen und Vorarbeiten in einen Topf und können damit eine innovative Begleitforschung entwickeln.“

So bringen die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Luisa Peters und Miriam Sitter sowohl ihr sozial- und organisationspädagogisches als auch ihr diskursanalytisches Wissen in das Forschungsprojekt ein. „Wir beobachten etwa die Debattenlage rund um das betriebliche Kompetenzmanagement im demografischen Wandel. Wir fragen uns dabei, Welche Akteure sind an dieser Debatte beteiligt, wie arbeiten sie zusammen? Und welche Rolle spielen darin Themen wie Migration und eine humane Arbeitswelt?“, so Sitter.

Wer forscht zu welcher Frage? Der Wirtschaftsinformatiker Julien Hofer entwickelt Wissenskarten für das Projekt. Derzeit entsteht eine interaktive Forschungslandkarte, sie zeigt, wo Wissen „liegt“ und verschafft einen Überblick. Dieser moderne „Atlas“ ist über das Internet verfügbar. „Ich baue interaktive Grafiken, über sie können sich Beteiligte aus Forschung und Praxis vernetzen“, sagt der Wissenschaftler, der für die Forschung von Hamburg nach Hildesheim gezogen ist. „Wir wollen Wissen besser verfügbar machen und Forschungserkenntnisse in die Breite tragen.“

Warum sich die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mit dem Kompetenzmanagement in Betrieben beschäftigen, verdeutlicht ein Blick in die Praxis. Harsum, im Frühjahr 2016 – der Personalchef eines mittelständischen Unternehmens zwischen Hannover und Hildesheim gibt Einblicke, wie der Betrieb zu seinen Auszubildenden gelangt. Derzeit entstehen die Kontakte über regionale Bewerbermessen und Veranstaltungen in Gymnasien. Viele der 20 Azubis der Schlote GmbH kommen aus dem Großraum Hannover, sagt der Personalleiter Torge Brandenburg. Bundesweit zählt das Unternehmen etwa 1200 Mitarbeiter, etwa 20 Prozent sind Industriekaufleute, der Rest arbeitet in gewerblich-technischen Berufen. „Sie beherrschen es nicht nur, große Dreh- und Fräsanalagen zu bedienen, sondern auch die Instandhaltung, die Wartung von mechanischen und elektronischen Teilen“, sagt Brandenburg. Etwa 90 Prozent der Auszubildenden sind Männer.

Wie gelangen Betrieb und Arbeitnehmer zueinander? Das Harsumer Unternehmen setzt auf Auswahlverfahren, in denen zunächst „soft skills" abgefragt werden. Erst im zweiten Schritt blicken die Entscheider auf die formalen Voraussetzungen. Der Personalverantwortliche sagt, das sei ein Vorteil, jeder Bewerber habe somit die Chance, das Auswahlverfahren zu durchlaufen. „Wir richten uns nach den Talenten. Wir prüfen, wie der Bewerber und die Ansprüche an die Arbeitsstelle zueinander passen, zum Beispiel, ob jemand zu Genauigkeit neigt und sich somit in der Endkontrolle von Maschinen gut konzentrieren kann“, sagt Torge Brandenburg. „In der Regel bewirbt sich der Topingenieur nicht auf den Posten als Staplerfahrer und umgekehrt.“ Um Vergleichbarkeit zwischen den Bewerbern zu schaffen, führt der Personalverantwortliche strukturierte Interviews.

Es werde „im Zuge des demografischen Wandels immer schwieriger, die Ausbildungs- und Arbeitsplätze gut zu besetzen, weshalb auch neue Auswahlmethoden zum Zuge kommen“, sagt Professorin Inga Truschkat. Das Harsumer Unternehmen startet gemeinsam mit der Industrie- und Handwerkskammer und etwa 20 Mittelständlern in Niedersachsen im Frühjahr 2016 einen regionalen Bewerberpool. Wenn ein Bewerber bei einem Unternehmen nur die „zweite Wahl" – aber dennoch gut qualifiziert – ist und nicht eingestellt werden kann, da nur eine Stelle zur Verfügung steht, erhält der Bewerber keine Absage, sondern kann sich bei den anderen Unternehmen in dem Netzwerk bewerben. „Auch andere Mittelständler fragen sich, wie sie in dieser Region im ländlichen Raum neben den Großen aus Hannover oder Wolfsburg zum Zuge kommen. Wir sind oft nicht sichtbar als Zulieferer. Wir wollen aufeinander aufmerksam machen. In Hannover sieht man uns nicht. In Langenhagen wissen die nichts von uns“, sagt der Personalchef. „Wir teilen uns die Bewerber, wir geben Hinweise auf andere freie Stellen.“

Wie sinnvoll sind solche Verfahren und Netzwerke auf der Suche nach qualifiziertem Personal? Das „vernetzte und regionale Kompetenzmanagement“ sei ein derzeit „heiß diskutiertes Thema“, aber bislang kaum im Alltag angekommen, sagt Truschkat. „Wie kann hier Kooperation entstehen, wenn man eigentlich um die klugen Köpfe konkurriert?“, beschreibt die Wissenschaftlerin den Konflikt.

Unternehmen seien zunehmend dem Fachkräftemangel im Zuge des demografischen Wandels ausgesetzt. „Lange Zeit wirkte dies eher als Floskel, doch die zunehmenden Aktivitäten in diesem Bereich zeigen, dass die Auswirkungen langsam spürbar werden. Ein typisches Zitat, dass ich hierzu gehört habe, war: ‚Früher haben wir um die Aufträge konkurriert, jetzt um die Fachkräfte‘“, berichtet Inga Truschkat.

Info: Über das Forschungsprojekt

Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Förderschwerpunkt befasst sich mit dem betrieblichen Kompetenzmanagement im demografischen Wandel. Hierzu forschen bundesweit 31 Verbundprojekte im Zeitraum von 2014 bis 2018.

Die wissenschaftliche Begleitforschung „Integratives demografiesensibles Kompetenzmanagement (InDeko.Navi)“ startete Ende 2015 und verbindet das Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik und das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim mit dem Lehrstuhl für Technik- und Organisationssoziologie gemeinsam mit der Professur für Innovations- und Zukunftsforschung der RWTH Aachen. Mitte Februar 2016 fand in Hildesheim die erste Förderschwerpunkttagung „Kompetenzen vernetzen“ statt.

Mit dem demografischen Wandel stellen sich für die Unternehmenspraxis im Hinblick auf ihre Innovationskraft sowie Produktivität neue Fragen unter anderem zu flexibleren Produktionszyklen, Technologiewechseln und neuen Formen der Unternehmensorganisation. Arbeitsprozesse werden immer schneller, flexibler und autonomer. Damit werden altersübergreifend hohe Anforderungen an das Wissen und Können von Beschäftigten gestellt. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, entwickeln die Fachleute zum Beispiel Online-Coachings und Präsenztrainings zum nachhaltigen Kompetenzaufbau. Wenn ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ruhestand gehen, kann eine Menge an Wissen verloren gehen. Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit dem Erhalt und der Weitergabe von Erfahrungswissen von älteren Beschäftigten.

Neben der Betrachtung auf nationaler Ebene wurden auf der Hildesheimer Tagung regionale Aspekte des Kompetenzmanagements aufgegriffen. Mehr Einblicke in die Forschung bietet die Internetseite des Projekts.

Info: Wirtschaftsinformatik und Sozial- und Organisationspädagogik: Gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit geht weiter: Inga Truschkat und Ralf Knackstedt setzen auch in der Lehre an und bieten im Sommersemester gemeinsam ein Seminar für Studentinnen und Studenten in den Bereichen Wirtschaftsinformatik, Informationstechnologie und Sozial- und Organisationspädagogik an. Warum sie zusammen im Seminar sitzen? „Es geht schließlich um Organisationsgestaltung, wir haben nur unterschiedliche Methoden und Instrumente, die im Vordergrund stehen. In der Wirtschaftsinformatik können wir zum Beispiel sehr gut Prozesse dokumentieren und formal aufschreiben und anhand von Visualisierungen konkret diskutieren, was sich in Unternehmen verändern muss“, sagt Professor Knackstedt. „Während wir uns auf Informationssysteme konzentrieren, rücken andere Bereiche in den Hintergrund, wie man sinnvoll Gespräche führt, wie man Menschen so abholt, dass sie auch veränderungsbereit sind für die Organisationsgestaltung. Hier kommen die Fachleute für Sozial- und Organisationspädagogik ins Spiel. Sie denken sich in die menschliche Komponente für Organisationsgestaltung rein und davon können unsere Wirtschaftsinformatiker heftig profitieren. Denn letztlich müssen sie das auch können, damit ihre IT-Projekte funktionieren.“ Sozial- und Organisationspädagogik zeigt, „dass das, was in Organisationen geschieht, etwas mit Machtdynamiken und informellen Regeln zu tun hat und öffnet den Blick für eine partizipative Organisationsgestaltung“, so Professorin Truschkat.

Info: Forschungsschwerpunkt in Hildesheim: Übergänge in Arbeit

Was bedeutet der Übergang – zum Beispiel von der Schule in einen Ausbildungsplatz und später in einen Arbeitsplatz – eigentlich für eine Person? Übergänge sind „Veränderungsphasen im Leben, die biographisch bewältigt werden müssen“, sagt die Sozial- und Organisationspädagogin Inga Truschkat. Oftmals erleben junge Erwachsene mehrere Veränderungen gleichzeitig, etwa die Ablösung von den Eltern, eine erste eigene Wohnung, Liebesbeziehungen und Freundschaften.

„Die Gestaltung des Übergangs endet nicht mit dem unterschriebenen Arbeitsvertrag, sondern muss auch nach Eintritt in das Unternehmen gestaltet werden“, so Truschkat über die Verantwortung der Arbeitgeber. Größere Unternehmen setzen zum Beispiel „Ausbildungsbegleiter“ ein, die Ansprechpartner für die Azubis sind. „Oftmals sind diese auch am Auswahlprozess beteiligt. Aktuelle Forschungen zeigen aber auf, dass das Selbstverständnis dieser Begleiter sehr unterschiedlich sein kann. Sie agieren einerseits als Vorgesetzte und als Vertreter der Organisation und andererseits als Pädagogen. Das erzeugt durchaus Ambivalenz“, sagt die Hildesheimer Professorin.

In der Grundlagenforschung im Bereich „Übergänge“ untersuchen die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen derzeit in einem DFG-Projekt gemeinsam mit den Universitäten Flensburg, Frankfurt, Tübingen und Luxemburg, wie Übergänge von der Schule in den Beruf und Übergänge in Arbeit im Erwachsenenalter verlaufen.  Dabei blicken sie vor allem auch auf die „Pädagogisierung der Übergänge“ durch eine Zunahme der Beratungs- und Begleitungsdienstleistungen in diesem Bereich.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informationssysteme und Unternehmensmodellierung
news-11312 Sun, 07 Feb 2016 19:06:00 +0100 Hildesheim startet ins Leibniz-Jahr 2016 https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/hildesheim-startet-ins-leibniz-jahr-2016/ Mathematiker aus Niedersachsen geben erstmals aus kulturhistorischer Sicht Einblicke in den berühmtesten Urheberrechtsstreit der Wissenschaftsgeschichte: Wer hat’s erfunden? – Gottfried Wilhelm Leibniz oder Isaac Newton? Im Zentrum des „Prioritätsstreits" steht die Entdeckung der Differenzial- und Integralrechnung. Sie ermöglichte grundlegende Innovationen in Physik und Technik – vom Eisenbahnbau bis zur heutigen Raumfahrt. Die Projektgruppe „Geschichte der Mathematik“ an der Uni Hildesheim bettet mathematische Entwicklungen in die Kulturgeschichte ein. Eine Entdeckung zu machen, ist eine Freude und oft ist es unerheblich, ob schon andere zuvor dieses Neue entdeckt haben. „Doch in unserer kommerzialisierten Welt schließt sich nicht selten der Gedanke an eine möglichst ertragreiche Vermarktung der neuen Idee an. In Wissenschaft und Wirtschaft spielt es eine wichtige Rolle, sich den Fakt, die jeweilige Idee als Erster formuliert zu haben, durch eine unabhängige Institution bestätigen zu lassen“, sagt der bekannte Hildesheimer Wissenschaftshistoriker Karl-Heinz Schlote.

Mathematiker aus Niedersachsen geben nun erstmals aus kulturhistorischer Sicht einen umfassenden Einblick in die Geschichte des berühmtesten Urheberrechtsstreits der Wissenschaftsgeschichte.

Im Zentrum dieses Streits steht die Entdeckung der Differenzial- und Integralrechnung. Wer hat’s erfunden? – Gottfried Wilhelm Leibniz oder Isaac Newton?

Auf 600 Seiten beschreibt das Buch „Die Geschichte des Prioritätsstreits zwischen Leibniz und Newton“ auch die Vorgeschichte und die Auswirkungen des Streits, die bis in das 20. Jahrhundert hinein wirkten.

Für den Braunschweiger Autor Professor Thomas Sonar ist diese Geschichte „faszinierend“. „Wie jeder Konflikt, beginnt auch dieser langsam zu reifen, lebt von Missverständnissen und Eifersüchteleien, und schaukelt sich auf“, so Sonar.

In dem Buch werden die politischen und kulturellen Entwicklungen in Europa, insbesondere in England und Deutschland, skizziert und die Ansätze der Mathematik Leibnizens und Newtons im Detail erklärt. Manche Wissenschaftshistoriker bezeichnen den berühmten Streit zwischen den zwei Gelehrten gar als „Krieg“ – etwa Alfred Rupert Hall („Philosophers at war“, 1980). Das Forscherteam aus Braunschweig und Hildesheim greift zu einem sachlicheren, seit Jahrhunderten üblichen Titel, und spricht vom „Prioritätsstreit“.

„Differential- und Integralrechnung ist die Basiswissenschaft, auf der unter anderem die technische Revolution beruht“, sagt Professor Klaus-Jürgen Förster, Mathematiker an der Universität in Hildesheim. Die Mechanik war vor mehr als 300 Jahren in den Zeiten von Newton und Leibniz noch eine junge Wissenschaft. Die neue Differential- und Integralrechnung wurde nun zur „Handwerkskiste“, um viele grundlegende Innovationen in Physik und Technik – vom Eisenbahnbau bis zur heutigen Raumfahrt – zu ermöglichen. „Die Differential- und Integralrechnung ist bis heute einer der wichtigsten anwendungsorientierten Bereiche der Mathematik“, so Förster.

Hildesheim startet in das Leibniz-Jahr: Buchvorstellung am 10. Februar 2016

Thomas Sonar gibt Einblicke in den Streit zwischen Leibniz und Newton. Buchcover: Springer Verlag

2016 jährt sich der Geburtstag des Universalgelehrten und Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz zum 370. Mal und der Todestag zum 300. Mal. Am Mittwoch, 10. Februar 2016, startet Hildesheim in das Leibniz-Jahr 2016: Die Projektgruppe „Geschichte der Mathematik“ an der Universität Hildesheim stellt das Buch „Die Geschichte des Prioritätsstreits zwischen Leibniz und Newton“ vor. Der Autor Prof. Dr. Thomas Sonar von der Technischen Universität Braunschweig gibt einen Einblick in den berühmtesten Urheberrechtsstreit in der Wissenschaftsgeschichte.

Anschließend besteht Gelegenheit zu Gesprächen und Fragen. Der Vortrag richtet sich nicht allein an Wissenschaftshistoriker und Mathematiker, sondern auch an interessierte Jugendliche, Familien oder Lehrerinnen und Lehrer. Die öffentliche und kostenfreie Veranstaltung beginnt um 17:00 Uhr im Hörsaal 1 (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim).

Das Buch:

„Die Geschichte des Prioritätsstreits zwischen Leibniz und Newton“, Thomas Sonar, 2016, Springer Spektrum Verlag, 596 Seiten, 250 meist farbige Abbildungen

Erschienen in der Reihe:

„Vom Zählstein zum Computer“, Reihen-Hrsg.: Heinz-Wilhelm Alten, Klaus-Jürgen Förster, Jürgen Sander,  Karl-Heinz  Schlote, Barbara Schmidt-Thieme, Thomas Sonar, Erwin Wagner, Heiko Wesemüller-Kock

Hintergrund: Vom Zählstein zum Computer – Geschichte der Mathematik

Viele Bücher über Mathematik und ihre Geschichte sind auch für Fachleute oft schwer verständlich. Vor allem die Einbettung in die Kulturgeschichte und alltägliche Bedeutung fehlen oft. „Ob 5000 Jahre Geometrie, 4000 Jahre Algebra oder 3000 Jahre Analysis – unsere Bücher sollen in großen Teilen nicht nur für Fachmathematiker und Wissenschaftshistoriker sondern auch für Jugendliche lesbar und spannend sein“, sagt Professor Klaus-Jürgen Förster von der Projektgruppe „Geschichte der Mathematik“. Die Mathematiker der Universität Hildesheim arbeiten mit einem führenden Wissenschaftsverlag zusammen, der das Mammutprojekt seit 2005 umsetzt. So sind bereits sieben Bände in der Reihe „Vom Zählstein zum Computer“ erschienen. Die Hildesheimer Uni ist für die Konzeption dieser Teilserie „Vom Zählstein zum Computer“ des Springer-Verlags verantwortlich, bindet Fachleute etwa aus Braunschweig, Hamburg, Leipzig, Berlin und München ein.

Dahinter steckt ein kluger Kopf und beherzter Mathematiker: Seit über 40 Jahren ist Heinz-Wilhelm Alten, Professor für Mathematik, in Hildesheim tätig und an der historischen Einbettung seines Faches interessiert. Sachverstand bringt der renommierte Wissenschaftshistoriker Karl-Heinz Schlote mit, der von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften an die Universität Hildesheim gewechselt ist. Der lebendige Eindruck der oft als „trockene“ Wissenschaft bekannten Mathematik wird in der Buchreihe durch zahlreiche Abbildungen hervorgehoben, für deren künstlerisches Konzept und Bearbeitung der Hildesheimer Medienwissenschaftler Heiko-Wesemüller-Kock verantwortlich zeichnet.

Lebendig und verständlich stellt die Reihe „Vom Zählstein zum Computer“ die Entstehung im Laufe der Jahrtausende dar und beschreibt die Entwicklung mathematischer Erkenntnisse, Begriffe und Methoden als kulturgeschichtlichen Prozess. Die Wechselwirkungen etwa mit den Naturwissenschaften, mit Kunst, Wirtschaft und Technik werden aufgezeigt.

Die Reichweite der Buchreihe ist beachtlich: Wo üblicherweise eine mathematische Fachpublikation oft nur weniger als tausend Exemplare umfasst, ist die gelbe Reihe der Hildesheimer Mathematiker mit insgesamt mehr als 30.000 Exemplaren verbreitet. Und so stehen die Bücher nicht nur in Universitätsbibliotheken, sondern auch in Schulen und Privathaushalten. „Wir wollen auch für fächerübergreifenden Unterricht die Anknüpfung ermöglichen, etwa in Physik und Chemie, aber auch in Soziologie und Politik“, sagt Förster, dessen Hildesheimer Institut auch in der Lehrerausbildung tätig ist. An der Universität in Hildesheim wird ein Großteil der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrkräfte ausgebildet.

Gerade die Geschichte der Mathematik biete sich an, die Bedeutung von mathematischen Prozessen zu vermitteln, so Klaus-Jürgen Förster. Vielen Jugendlichen und auch Studienanfängerinnen und Studienanfängern mangele es am Verständnis mathematischer Grundlagen. Mathematik sei ein „Handwerkszeug und eine grundlegende Kompetenz“. „Man lernt durch Mathematik, streng logisch und formal sauber zu argumentieren, zu prüfen und zu begründen.“

Mathematik begegnet uns übrigens tagtäglich – etwa in der Tagesschau. „Die Wettervorschau ist einer der komplexen Fälle, wie mathematische Prozesse angewendet werden, um Vorhersagen zu treffen“, sagt Heinz-Wilhelm Alten.

2016 erschien der Band „Die Geschichte des Prioritätsstreits zwischen Leibniz und Newton“. Der Geometrie-Band ist in englischer Sprache im Birkhäuser-Verlag erscheinen. In Vorbereitung sind unter anderem Bände zur Zahlentheorie und zur Geschichte des mathematischen Unterrichts.

Wer sich für die Geschichte der Mathematik interessiert, kann sich gern an Prof. Dr. Klaus-Jürgen Förster und Dr. Karl-Heinz Schlote vom Institut für Mathematik und Angewandte Informatik der Universität Hildesheim wenden (Tel. 05121.883-40100).

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik
news-11311 Sun, 07 Feb 2016 17:28:00 +0100 Online und offline publizieren: Zugang zu Wissen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/online-und-offline-publizieren-zugang-zu-wissen/ Zukünftig können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim ihre Erkenntnisse aus der Forschung auch im Georg Olms Verlag in gedruckter Form publizieren. Die Printmedien sind außerdem kostenfrei online zugänglich. „Den Hildesheimer Olms Verlag als Partner zu gewinnen, ist ein Glücksfall, besonders wegen seines internationalen Vertriebs“, sagt Universitätspräsident Prof. Wolfgang-Uwe Friedrich anlässlich der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung Anfang Februar 2016. „Als ein renommierter Wissenschaftsverlag bietet Olms eine erhöhte Sichtbarkeit der Publikationen durch nationale und internationale Werbung sowie durch einen weltweiten Vertrieb“, sagt Ewald Brahms, Direktor der Universitätsbibliothek Hildesheim. Der Satz und das Layout werden zwischen Universität und Verlag abgestimmt, der Universitätsverlag vermittelt den Kontakt zu den Autorinnen und Autoren, der Olms-Verlag übernimmt den Druck und Vertrieb der Werke. Die Druckkosten können auf diese Weise gesenkt werden.

„Seit über drei Jahrzehnten arbeitet der Georg Olms Verlag erfolgreich mit verschiedenen Instituten der Stiftung Universität Hildesheim zusammen. Daraus entstand eine Vielzahl von wissenschaftlichen Publikationen. Um einen kontinuierlichen und nachhaltigen Ausbau der Kooperation zu gewährleisten, entschlossen sich jetzt beide Partner zu dem geschilderten innovativen Publikationsmodell. Dieses dient als Beispielcharakter und lädt andere wissenschaftliche Einrichtungen zum Mitwirken ein“, sagt Dietrich Olms.

Vereinbart wurde zudem, dass alle gemeinsam publizierten Printmedien parallel als kostenfreie elektronische Ressource angeboten werden. „Damit folgt die Universität Hildesheim den Erwartungen von Politik und Förderorganisationen, ohne die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Open-Access-Publikation zu verpflichten wie jüngst die Universität Konstanz“, sagt Ewald Brahms. Die Kooperationsvereinbarung sei ein „weiterer wichtiger Schritt der Stiftungsuniversität, um die Sichtbarkeit ihrer wissenschaftlichen Publikationen national und international zu steigern“.

Bisher konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse in gedruckter Form im Universitätsverlag Hildesheim publizieren. Seit 2014 ermöglicht der Uni-Verlag die kostenfreie Erstveröffentlichung als „Open Access-Publikation“: Das Wissen ist somit offen und kostenfrei unter Wahrung der Urheberrechte im Internet zugänglich.

Kurzinfo: Weltweiter Zugang zu Wissen – Universitätsverlag Hildesheim

Weltweit und kostenfrei verfügbar – seit 2014 baut Mario Müller an der Universität Hildesheim den Bereich „Online-Publishing“ verstärkt aus. Die Inhalte reichen von Publikationen aus der Sportwissenschaft über die Musikwissenschaft bis zu Anglistik, Geographie und Physik. Ein Klick ins Netz – die vollen 300 oder 500 Seiten stehen online. Etwa zwei Drittel der Bücher des Hildesheimer Universitätsverlags sind Online-Publikationen. Sammelbände erscheinen meist online und print. Derzeit entsteht der Sammelband „Zäsuren der Weltgeschichte“.

Auf dem Publikationsserver „HilDok“ sind sämtliche Publikationen kostenfrei online zugänglich, etwa eine aktuelle Studie zu einem Sportentwicklungskonzept für die Stadt Hildesheim (von Peter Frei und Carina Eichele) und eine Untersuchung zu Naturerfahrungen von Jugendlichen in Hildesheim (von Ann-Christin Schock). Auch gelangt man mit einem Klick zu den Ergebnissen aus der bundesweiten Postdoc-Studie: Julia Gundlach und Svea Korff geben Einblicke in die Lebenslagen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nach der Promotion. Nutzer können mit wenigen Klicks nach Dokumenttypen, Schriftenreihen, Fachbereichen und Themen suchen.

„Oft entscheiden sich Doktorandinnen und Doktoranden für die Online-Publikation. Der Preis entscheidet“, sagt Mario Müller. Digital zu veröffentlichen biete für alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neue Möglichkeiten. „Die Werke sind wie im Printbereich über Fachportale recherchierbar und in der Deutschen Nationalbibliothek verzeichnet. Der Universitätsverlag arbeitet nicht gewinnorientiert, wir wollen Wissen flexibel und transparent zur Verfügung stellen“, so Müller.

Wer sich für die Arbeit des Universitätsverlags interessiert und ein Buch sucht oder publizieren möchte, kann sich an PD Dr. Mario Müller (Editorial Director Print & Digital Publishing, E-Mail: mario.mueller@uni-hildesheim.de) und an den Direktor der Universitätsbibliothek Dr. Ewald Brahms wenden (E-Mail: brahms@uni-hildesheim.de). Der Universitätsverlag bietet Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universität Hildesheim eine kostenfreie redaktionelle Betreuung und Veröffentlichung ihrer wissenschaftlichen Ergebnisse.

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Pressemeldungen Sportwissenschaft Fachbereich 3 Englische Sprache Fachbereich 4 Geographie Universitätsbibliothek
news-11269 Fri, 29 Jan 2016 13:32:00 +0100 Die Universität trauert um Arwed Löseke https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/die-universitaet-trauert-um-arwed-loeseke/ Die Stiftung Universität Hildesheim trauert um ihren langjährigen Förderer Dr. h.c. Arwed Löseke, Ehrendoktor der Universität Hildesheim und Träger des HAWK-Ehrenpreises. Der Unternehmer Dr. h.c. Arwed Löseke hat sich in herausragender Weise für die nachhaltige Stärkung des Wissenschaftsstandortes Hildesheim engagiert und beide Hochschulen in besonderer Weise gefördert.

An der Stiftungsuniversität galt sein besonderes Engagement dem Bereich Wirtschaft und Informatik, den er u. a. durch eine Stiftungsprofessur „Informatik“ förderte. In regelmäßigen Besuchen überzeugte er sich von der Entwicklung des Fachgebiets, förderte kontinuierlich einzelne Projekte und gab immer wieder Anregungen für die enge Zusammenarbeit mit der Hildesheimer Wirtschaft. Die Stiftungsuniversität ehrt sein Andenken durch die jährliche Vergabe des Arwed-Löseke-Preises für Wirtschaftsinformatik.

Durch die Gründung der Kulturfabrik Löseke im Jahr 1992 schuf er einen unverzichtbaren Treffpunkt für studentisches Leben in Hildesheim. Mit der 2006 gegründeten Hochschulstiftung stärkte er die Förderung der beiden wissenschaftlichen Institutionen.

Dr. h.c. Löseke zählt zu den herausragenden Mäzenen der Stadt Hildesheim und ihrer Hochschulen. Wir werden sein Andenken in Ehren halten.

Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich
Präsident
Stiftung Universität Hildesheim

Prof. Dr. Martin Sauerwein
Dekan

Prof. Dr. Klaus Ambrosi
Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik

Prof. Dr. Dr. Lars Schmidt-Thieme
Institut für Informatik

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Pressemeldungen Fachbereich 4
news-11159 Tue, 19 Jan 2016 19:40:00 +0100 Mathematik ist ein Teamsport https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/mathematik-ist-ein-teamsport/ Forum zum wissenschaftlichen Austausch: Fachleute aus Ulm, Graz, Würzburg bis Hannover tauschen sich in dieser Woche über gelöste und ungelöste mathematische Probleme aus. Auch griechische Mathematiker geben Einblicke in ihre Forschung. Sie diskutieren zum Beispiel über Primzahlen, die „Bausteine der natürlichen Zahlen". Täglich greift Jan-Hendrik de Wiljes zu Stift und Papier. „Man fängt an, probiert aus, sucht Prinzipien. Dann führe ich viele Gespräche, es ist wichtig zusammenzukommen und Ideen unter Fachleuten zu präsentieren", sagt der Doktorand der Universität Hildesheim. Er ist in den Endzügen seiner Doktorarbeit, hat zuvor an Universitäten in Berlin und Hannover geforscht. Seit fünf Jahren arbeitet der Wissenschaftler am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik der Universität Hildesheim. Er bildet Lehrerinnen und Lehrer aus, die Mathematik an Grund-, Haupt- und Realschulen unterrichten.

De Wiljes gehört zu einem Team um Professor Jürgen Sander, das regelmäßig Fachleute aus der Zahlentheorie an einen Tisch holt, um sich über gelöste und ungelöste mathematische Probleme auszutauschen. Mathematikerinnen und Mathematiker von Graz über Ulm und Würzburg bis Hannover kommen Mitte Januar wieder zum Mathematischen Kolloquium an der Universität Hildesheim zusammen (Programm des Kolloquiums „Arithmetik an der A7").

Wer Jan-Hendrik de Wiljes zuhört, entdeckt, wie faszinierend mathematisches Denkens ist. Da sind zum Beispiel die Primzahlen, von denen der Doktorand mit Begeisterung berichtet. „Primzahlen sind die Bausteine der natürlichen Zahlen". Eine Zahl ist eine Primzahl, wenn man sie nur durch sich selbst und durch 1 teilen kann. Die 2, die 3, die 5, die 7, die 11. Während des mathematischen Kolloquiums „Arithmetik an der A7“ spricht unter anderem Helmut Maier von der Universität Ulm über die Lücken zwischen zwei aufeinanderfolgenden Primzahlen. Wie groß oder wie klein können diese Lücken sein? „Eine ungelöste Frage ist das Primzahlzwillingsproblem. Gibt es unendlich viele Paare, die sich nur durch 2 unterscheiden?", sagt de Wiljes über Paare wie 3 und 5, 11 und 13, 59 und 61.

Primzahlen sind aber nicht nur von theoretischem Interesse, sondern haben im letzten Jahrhundert in der Kryptographie unerwartet praktischen Nutzen erfahren. „Wie kann man Daten im Internet sicher übertragen? Daten müssen zum Beispiel beim Online-Banking oder beim Austausch von E-Mail-Nachrichten sicher sein. Bekannt ist das RSA-Verfahren. Zwei natürliche Primzahlen, etwa 11 und 13, kann man leicht multiplizieren: 143. Diese 143 aber dann wieder aufzuteilen ist weitaus schwieriger, das zurückzuverfolgen dauert länger", erläutert der Mathematiker.

Wie bringt man Kindern und Jugendlichen mathematisches Denken bei? Mit dieser Frage befassen sich Fachwissenschaftler und Fachdidaktiker in Hildesheim. Die Kryptographie sei ein „dankbares Arbeitsgebiet für Lehrerinnen und Lehrer", eine mathematische Theorie, die Anwendung im Alltag erfährt, beliebt bei den Lehramtsstudierenden, sagt de Wiljes. „Man muss erst ein gewisses Zahlenverständnis aufbauen, man muss wissen, was natürliche Zahlen, Grundrechenarten und Primzahlen sind – dann kann man mit der Kryptographie im Unterricht loslegen, etwa in der sechsten Klasse. Man kann Bezüge zu Computern herstellen, über den sensiblen Umgang mit Daten sprechen. Verschlüsselung ist das Thema überhaupt, auch für Erwachsene."

Mit dieser Nähe zum Alltag, mit der Anwendung mathematischer Theorien haben die Mathematiker aber auch „sehr zu kämpfen". „Mathematik ist viel mehr als Anwendung. Eine ganze Menge an Problemen hat nichts mit der Realität zu tun. Vielen Personen erschließt sich dabei nicht der Sinn“, sagt Jan-Hendrik de Wiljes.

Zudem sei die Realität komplex. De Wiljes nennt als Beispiel das Netz der Deutschen Bahn. „Möglichst viele Züge sollen zu passenden Zeiten die richtigen Orte passieren, Menschen transportieren, Lokführer und Maschinen müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Und dann kommt das Wetter, Eis und Sturm. Ich kann das Problem nicht einfach in ein mathematisches Modell übertragen, es gibt viele Ungewissheiten." In der Mathematik hingegen könne er „störende Nebenfaktoren zunächst reduzieren, Eis und Regen weglassen".

Es gehe darum „auch mit Objekten Kontakt zu haben, die keinen Bezug zur Realität haben". Mathematisch zu denken mache einfach große Freude – wie auch die Verbreitung des Rätsels „Sudoku" zeige. „Es muss nicht alles auf Anwendung getrimmt sein. Kinder in der Grundschule wollen ihren Kopf benutzen, sie haben viel Wissensdurst und Spaß beim Denken. Wenn wir Lehrerinnen und Lehrer ausbilden, die das gut transportieren und das mathematische Denken fördern, geht das nicht verloren", sagt der Mathematiker. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Jürgen Sander und Prof. Barbara Schmidt-Thieme unterstützen Studierende besonders im ersten Studienjahr, die fachlichen Grundlagen aufzufrischen und Methoden mathematischen Arbeitens zu vermitteln. Sie erwarten von den angehenden Grund-, Haupt- und Realschullehrern, dass sie in der Lage sind, ihr Fach mit Überzeugung und in seiner gesamten Breite zu unterrichten.

Weitere Informationen: Geschichte der Mathematik

Derzeit arbeiten Mathematiker der Universität Hildesheim an einem Band „6000 Jahre Zahlentheorie“. Die Arbeitsgruppe „Geschichte der Mathematik“ möchte darin verdeutlichen, wie zunächst Zahlen durch äußerst unterschiedliche Zeichen in den verschiedenen Kulturkreisen dargestellt wurden: Striche, Kerben, Zahlen in Keilschrift und Hieroglyphen, griechische und römische Zahlzeichen, indische und arabische Ziffern und Knoten der Inkas.

Die Zahlentheorie als Lehre von der Teilbarkeit natürlicher Zahlen findet sich in ersten Ansätzen schon bei den Babyloniern, später bei den Griechen. Noch heute stellt der „euklidische Algorithmus“ des griechischen Mathematikers Euklid einen Weg dar, um den größten gemeinsamen Teiler zweier Zahlen zu ermitteln. In Europa erfuhr die Zahlentheorie zu Beginn der Neuzeit Aufschwung. Viète, Fermat und Euler leisteten die Pionierarbeit für das Werk des Braunschweiger Mathematikers Carl Friedrich Gauß und seine zahlentheoretische Untersuchungen „Disquisitiones Arithmeticae“ von 1801. Sie lieferten die Grundlage für den gewaltigen Aufschwung der Zahlentheorie im 19. und 20. Jahrhundert und ihre Erweiterungen in Gestalt der Algebraischen, Analytischen und der Additiven Zahlentheorie.

Dabei macht die Hildesheimer Forschergruppe deutlich: Viele Bereiche der Zahlentheorie haben im Zeitalter der Computer unerwartet praktischen Nutzen zum Beispiel in der Kryptographie erfahren. Dabei geht es um die Sicherheit der Übertragung von Daten im Internet. Einst wurde die Zahlentheorie als „l’art pour l’art“ wegen ihrer Schönheit gepriesen, aber wegen ihrer geringen Anwendbarkeit oft gering geschätzt.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
news-11134 Thu, 14 Jan 2016 19:00:00 +0100 70 Jahre Lehrerausbildung: Mittwochs im Hörsaal, freitags im Klassenzimmer https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/70-jahre-lehrerausbildung-mittwochs-im-hoersaal-freitags-im-klassenzimmer/ Die Universität Hildesheim erinnert in diesen Tagen an die Aufnahme des Studienbetriebs vor 70 Jahren, damals noch in Alfeld. Nach nur einem Jahr schlossen 1947 die ersten 51 Absolventen das Lehrerstudium ab. Frühe Schulpraxis ist seit Gründung der Hochschule bis heute Teil der Lehrerausbildung. In den letzten Wochen haben sich bereits 300 Ehemalige bei der Uni gemeldet, darunter Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Niedersachsen, die seit den 50er Jahren bis heute ihr Studium abgeschlossen haben. 2016 blickt die Universität Hildesheim auf 70 Jahre Lehrerausbildung zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann im Januar 1946 der Studienbetrieb an der Pädagogischen Hochschule Alfeld; im 20 Kilometer entfernten zerstörten Hildesheim waren keine geeigneten Gebäude vorhanden. Die ersten 51 Absolventinnen und Absolventen schlossen 1947 nach nur 400 Studientagen (2 Semester) ihr Studium ab. In den ersten 10 Jahren, bis 1955, absolvierten 510 Personen mit einem Durchschnittsalter von 27 Jahren ihr Studium. Frühe Schulpraxis ist seit Gründung der Hochschule bis heute Teil der Lehrerausbildung. 1970 wurde dann der Semesterbetrieb in Hildesheim aufgenommen.

Die Universität lädt alle ehemaligen und aktuellen Studierenden, ihre Mitglieder sowie die interessierte Öffentlichkeit am Samstag, 16. Januar 2016, um 11:00 Uhr zu einer Festveranstaltung in Audimax der Universität nach Hildesheim ein. Gemeinsam kehren die Teilnehmer zu den Anfängen zurück und erleben die Entwicklung der Hochschule bis heute. Der zweistündige Festakt bietet Raum für Austausch (Programm online). Der Festakt findet im Audimax der Universität Hildesheim (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim) statt. Anlässlich der 70-Jahr-Feier erscheint ein Jubiläumsband.

In den letzten Wochen haben sich bereits fast 300 Ehemalige aus allen Jahrzehnten bei der Universität gemeldet, darunter Schulleiter und Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Niedersachsen, die seit den 50er Jahren bis heute ihr Studium abgeschlossen haben. Viele haben der Universität nun Erinnerungen an ihre Studienzeit und den Berufsalltag zugeschickt. Etwa Rudolf Rückert, der sich nach seinem Studienabschluss 1953 in Alfeld an seine erste Schulklasse in Salzgitter mit 60 Jugendlichen erinnert: „Es gab kaum Schulräume, um die Enge zu überwinden, gingen wir möglichst oft ins Freie“, sagt Rückert, der bis in die 90er Jahre eine Schule in Salzgitter geleitet hat. Sein Tipp an heutige Lehramtsstudierende: „Als Lehrer muss man Kontakt zu den Schülern aufbauen, einen Draht finden, auf sie eingehen. In Schulpraktika merkt man, ob man das kann.“

Derya Akdağ ist heute Klassenlehrerin an einer Schule in Bockenem und unterrichtet Zehntklässler in den Fächern Englisch, Geschichte und Wirtschaft und eine 8. Klasse im Fach Werken. „Die Arbeit mit meiner Klasse und die Zusammenarbeit mit dem Kollegium ist bereichernd. An fast jedem Schultag stehe ich vor neuen Herausforderungen, die mich reich an Erfahrungen gemacht haben. Natürlich kracht es auch hier und da mal, das bleibt nicht aus. Mein Studium an der Universität Hildesheim hat mich vom ersten Semester an mit Hospitationen, Praktika und einer guten Betreuung auf diesen Beruf vorbereitet.“ Was es wirklich heißt, Lehrerin zu sein und über Stunden zu unterrichten, erlebt sie nun nach dem Abschluss ihres Referendariats in der Realität, im Schulalltag. Jeden Morgen fährt sie 60 km zur Schule und das „mit einem guten Gefühl“. „Ich bin froh da zu sein, wo ich jetzt bin“, sagt Derya Akdağ.

Ehemalige können sich noch zu der Festveranstaltung anmelden. Über den Festakt hinaus können sie auch eigeninitiativ Jahrgangstreffen auf dem Campusgelände organisieren. Interessierte erreichen Maike Becker per E-Mail (maike.becker@uni-hildesheim.de) oder auch telefonisch (05121 883-90132). Wer Interesse hat, kann an einer Vorabendveranstaltung am Freitag im „Cooks and Wines“ oder an einer Stadtführung durch Alfeld und Hildesheim am Sonntag, 17. Januar, teilnehmen.

Mit der 70-Jahr-Feier startet die Uni auch ein bundesweites Ehemaligen-Netzwerk. Ehemalige aller Fachbereiche können sich online registrieren und werden über aktuelle Entwicklungen informiert.

Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Stiftung Universität Hildesheim:

Jubiläumsband „70 Jahre im Dienste der Bildung. Von der Pädagogischen Hochschule Alfeld zur Stiftung Universität Hildesheim (1945 bis 2015)“, Wolfgang-Uwe Friedrich und Martin Schreiner (Hrsg.), Universitätsverlag Hildesheim, 72 Seiten

Lehrerausbildung heute:

Mittwochs im Hörsaal – und freitags im Klassenzimmer: Lehramtsstudierende der Universität Hildesheim sind im ersten Studienjahr einmal in der Woche in der Schule, das ist bundesweit besonders. Sie erhalten früh Einblicke in die Schulrealität, können die Berufswahl überprüfen und reflektieren. Im zweiten Semester halten sie eine erste Unterrichtsstunde. 500 Lehramtsstudierende starten jeden Herbst in ihr erstes Studienjahr.

Mit etwa 2600 Studierenden bildet die Stiftung Universität Hildesheim rund ein Drittel der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrer aus. Schwerpunkte in der Lehrerausbildung liegen in den Bereichen Deutsch als Zweitsprache, Individuelle Förderung und Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer. Die Universität arbeitet in weiteren Praxisphasen im Verlauf des Studiums mit 250 Partnerschulen in Hannover, Hildesheim und der Region zusammen.

Mehr über die Lehrerausbildung erfahren:

„Willkommen im Schulalltag. Wie die Universität Hildesheim Lehrerinnen und Lehrer ausbildet", Reportagen und Interviews (Seite 46 bis 67) im Magazin der Universität Hildesheim, 2015 [PDF und epaper online]

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung
news-11155 Thu, 14 Jan 2016 18:30:00 +0100 Preise für besondere Leistungen in Lehre, Forschung und Service https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/preise-fuer-besondere-leistungen-in-lehre-forschung-und-service/ Bettina Uhlig untersucht, wie Kinder Bilder wahrnehmen und produzieren. Guido Graf eröffnet in seinen Seminaren „neue Wissenswelten, fordert heraus, ohne zu überfordern". Angelika Obstoj kennt die Universität aus all ihren Facetten. Die Universität Hildesheim zeichnet Graf, Uhlig und Obstoj für ihre hervorragenden Leistungen in Lehre, Forschung und im Wissenschaftsmanagement aus. Die Preise sind mit jeweils 3000 Euro dotiert. „Universität bedeutet Gemeinschaft, wir sind eine große Familie. Wir freuen uns, dass neue Professorinnen und Professoren unser Team verstärken, unter anderem in den Bereichen Chemiedidaktik, Philosophie, Politikdidaktik und Weiterbildung“, sagte Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich in dieser Woche während des Neujahrsempfangs der Universität Hildesheim. Jedes Jahr verleiht die Universität Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Preise sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert.

Die Preisträger sind:

Preis für hervorragende Forschung: Prof. Dr. Bettina Uhlig, Professorin für Kunstpädagogik

Der Preis für hervorragende Forschung geht an Prof. Dr. Bettina Uhlig vom Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft. Bettina Uhlig ist seit 2010 als Professorin für Kunstpädagogik und Didaktik der Bildenden Kunst an der Stiftung Universität Hildesheim tätig. Sie untersucht, wie Kinder Bilder wahrnehmen, produzieren und wie sich dies verändert. „Hierfür hat sie auf der Domäne ein bilddidaktisches Forschungsstudio eingerichtet. In Kooperation mit Grundschulen und Kindergärten führt sie ein Feldforschungsprojekt durch, das Aufschluss über die anthropologischen und kulturellen Grundlagen der Entwicklung von Bildlichkeit geben soll“, erläutert Vizepräsidentin Prof. Dr. Renate Soellner in ihrer Laudatio. Ihre Grundlagenforschung habe „einen hohen Anwendungsbezug“.

Die Forschungsergebnisse zeigen, dass Kinder über spezifische Imaginationsprofile verfügen. „So gibt es Kinder, deren narrative Imagination besonders prägnant ist, andere wiederum können sich Szenisches oder technische Zusammenhänge besonders gut vorstellen. Je nach Imaginationstyp differiert die bildnerische Praxis und führt bei einer gezielten Begleitung zu entsprechend unterschiedlich großen Fortschritten in der individuellen Bildpraxis von Kindern“, erläutert Soellner. Professorin Uhlig sei „ausgesprochen vernetzt“ und ist unter anderem Mitbegründerin des Forschungsnetzwerks IMAGO. „Ihre Forschungsergebnisse fließen sowohl in die fachdidaktische Diskussion als auch in die Praxis in Kindergärten und Schulen ein. Ihre Arbeiten sind somit im besten Hildesheimer Sinne an der Schnittstelle von Theorie und Praxis angesiedelt“, sagt Renate Soellner.

So arbeitet die Professorin zum Beispiel mit dem Hildesheimer Dommuseum in der Lehrerausbildung zusammen. Lehramtsstudierende gehen gemeinsam mit Schulklassen und Kindergärten in das Museum, um über die Objekte zu sprechen. „Die Kinder und ihre Fragen sind uns wichtig", sagt Bettina Uhlig. In den vergangenen 30 Jahren ging es häufig um die Vermittlung zeitgenössischer Kunst. Wie entwickeln Kinder ein historisches Bewusstsein für die Stadt, in der sie leben? Wie kann man die für Kinder vermeintlich schwierige und ferne alte Geschichte adäquat vermitteln? Die Professorin verlegt ihre Seminare für angehende Lehrerinnen und Lehrern aus dem Hörsaal in das Museum. Die Studierenden der Universität Hildesheim sammeln wertvolle Praxiserfahrungen in der Zusammenarbeit mit dem Dommuseum. „Jede Forschung braucht Resonanz, ich möchte mich bei den Kolleginnen und Kollegen für den Austausch und bei der Universitätsleitung für das positive Forschungsklima bedanken“, sagt Uhlig.

Preis für hervorragende Lehre: Dr. Guido Graf lehrt Kulturjournalismus

So viele Nominierungen wurden bisher noch nie eingereicht, freut sich Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander. 69 Vorschläge von Studierenden für den Preis für hervorragende Lehre gingen bei der Universität ein.

Eine Jury – bestehend aus zwei Studierenden der Fachbereiche 1 (Nadine Federschmidt) und 2 (Simon Böker), der Studiendekanin des Fachbereichs 3 (Prof. Dr. Annette Sabban) und dem Studiendekan des Fachbereichs 4 (Prof. Dr. Klaus Schmid) – hat entschieden: Der  Preis geht an Dr. Guido Graf, der seit 2008 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft tätig ist. Er hat Germanistik, Kunstgeschichte und Politikwissenschaft in Braunschweig studiert und seine Dissertation über den Briefwechsel zwischen den Schriftstellern Arno Schmidt und Hans Wollschläger (Lehrer-/Schülerverhältnis) geschrieben. Bevor er  nach Hildesheim kam, arbeitete er als freier Journalist für Zeitungen und den Rundfunk. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Literaturvermittlung, Sound-Poetik, Social Reading, Radio, Medientheorie, Gegenwartslyrik und Übersetzung.  

Guido Graf „eröffnet in seinen Seminaren neue Wissenswelten, fordert heraus, ohne zu überfordern, er ist aufgeschlossen gegenüber Studierenden“, sagt der Student Jacob Teich über seinen Dozenten. „Guido Graf hört sich jede Idee an, gibt ihr Raum, diskutiert. Es geht ihm in der Lehre um individuelle Interessen, um Gemeinschaft, um Freiräume, in denen jeder sein Netz auswerfen kann, in denen ‚Hobbyangler‘ und ‚Profifischer‘ voneinander lernen.“ Der Dozent entgegnet auf die Laudatio: „Dass mir die Lehre so viel Spaß macht, hat vor allem etwas mit den hervorragenden Studierenden zu tun.“

Preis für hervorragende Serviceleistungen: Dezernentin Dr. Angelika Obstoj

Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, „die sich in ganz besonderem Maße für unsere Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben“, sagt der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing.

Die Preisträgerin ist Dr. Angelika Obstoj, Leiterin des Dezernats für Studienangelegenheiten. Seit 1988 arbeitet sie an der Universität Hildesheim. 1993 übernahm sie alle Sekretariats- und Verwaltungsaufgaben im Dezernat 3, Studium und Lehre, und war Ansprechpartnerin in der zentralen Studienberatung, „um Studieninteressierten im Erstkontakt Rede und Antwort zu stehen“, so Matthias Kreysing. „Ihr Engagement reichte und reicht immer noch über die ‚normalen‘ Aufgaben hinaus.“ So ist sie zum Beispiel Mitglied in der ständigen Senatskommission Lehramt (SKoLA) „und sehr aktiv in der Umsetzung eines Projekts zur Sprachlernunterstützung von Flüchtlingen, das vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium gefördert wird“.

„In der für unsere Universität besonders wichtigen Phase der Stiftungswerdung war sie Vizepräsidentin für Lehre. Sie kennt die Universität aus all ihren Facetten wie sonst kaum jemand“, sagt Vizepräsident Kreysing über die Leistungen der Uni-Dezernentin im Wissenschaftsmanagement. „Ich schätze Frau Obstoj wegen ihres hohen Organisationstalents, ihrer ausgeprägten Fähigkeit zu selbständigen und selbstbewussten Arbeiten sowie für ihre allgemein geschätzte Kooperationsbereitschaft, die immer mit einem Blick fürs Ganze kombiniert ist.“

Angelika Obstoj freut sich über den Preis für hervorragenden Service, denn „der Preis stellt eine hochschulöffentliche Würdigung meiner Arbeit an einer der Schnittstellen von Wissenschaft und Verwaltung, dem Dezernat für Studienangelegenheiten, dar". „Diese Arbeit findet zwar zumeist eher im Hintergrund statt, leistet aber gleichwohl einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der universitären Aufgaben in Lehre, Forschung und Weiterbildung. In meinem Dezernat spielt natürlich gerade auch der Service gegenüber den Studierenden eine große Rolle. Insofern ist die Ehrung für mich auch eine Anerkennung unseres Beitrages zur Umsetzung des im Leitbild der Universität formulierten Profilelements der Studierendenuniversität", so Obstoj.

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Bildende Kunst und Kunstwissenschaft Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Fachbereich 1 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Personalportal
news-11131 Tue, 05 Jan 2016 15:16:00 +0100 Begegnung auf dem Postweg https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/begegnung-auf-dem-postweg/ Wer nicht anfängt, kann nichts verändern: In studentischen Gremien, im Studierendenparlament und beim Allgemeinen Studierendenausschuss kann man etwas bewirken, sagen Svenja Brakebusch und Robert Rathke. Manchmal, sind es die kleinen Gesten die zählen – und mehr wiegen als Geld. Studierende der Universität Hildesheim haben Geschenkpakete für Familien gestaltet, die erst seit wenigen Monaten in Hildesheim leben. Manchmal sagen Worte sehr viel – und weitaus mehr als Geld: Auf der Rückseite eines Fotos von Studierenden steht:

„Wir wünschen dir frohe Weihnachten! Wenn du möchtest, würden wir dich gerne einmal treffen.“

Unter der Nachricht haben die Studierenden ihre Kontaktdaten geschrieben. Lasst uns treffen, das ist die Botschaft, die die jungen Erwachsenen an Familien senden, die erst seit wenigen Monaten in Hildesheim leben.

Von dieser Idee ist die Studentin Svenja Brakebusch beeindruckt. „Das finde ich total cool, dass man den Mut hat und sagt: So, ich würde dich gerne kennen lernen. Du bist neu hier? Ich bin gerne dein Ansprechpartner in dieser Stadt.“

Umgeben von Schuhkartons stehen Svenja Brakebusch und Robert Rathke in einem Uni-Büro. Die beiden studieren an der Universität Hildesheim Lehramt und haben gemeinsam mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA), dem Studierendenparlament (StuPa) und in Zusammenarbeit mit dem Hildesheimer Migrationsverein Asyl e.V. Geschenke für Kinder und Jugendliche gesammelt, die nach der Flucht mit ihren Familien oder alleine in Hildesheim angekommen sind. Im Dezember haben sie Studierende und Lehrende dazu aufgerufen, ein Päckchen zu packen: Die Pakete sind in Geschenkpapier umhüllt, liebevoll bemalt, enthalten Spielsachen, Kleidung, Schreib- und Schulmaterialien, dazu handgeschriebene Briefe und Karten. Auf dem Paket kleben kleine Zettel mit einer Altersangabe.

Bis zur Decke stapeln sich die etwa 150 Pakete, täglich wurden es in den letzten Dezemberwochen mehr, bevor sie an Familien in Hildesheimer Flüchtlingsunterkünften verteilt wurden.

„Mit herzlichen Grüßen für ein gutes neues Jahr in Sicherheit und Gesundheit“

steht auf einer Karte in deutscher und englischer Sprache.

Von der Resonanz sind sie überwältigt. „Es ist eine kleine Geste, wir wollen hier vor Ort in Hildesheim etwas tun. Die Leute stehen in unserem Büro: mit welcher Freude sie die Geschenke mitbringen“, sagt Svenja Brakebusch.

Die 23-jährige Lehramtsstudentin engagiert sich seit drei Jahren im Studierendenparlament der Uni. „Wir haben viele Spenden bekommen, auch große Tüten mit Kuscheltieren. Und Mädchen-Schnick-Schnack, Haarbänder, Fußbälle, Lego-Trecker, etwas Süßes mit dazu.“ Außerdem wurden Schulsachen, Stifte, Radiergummis, erste Lesebücher, Anspitzer und Spielzeug eingepackt, ergänzt Robert Rathke. „Die Studierenden haben sich viele Gedanken gemacht, wir haben mit 20 Paketen gerechnet und stehen hier jetzt mit achtmal so viel.“ Die Pakete enthalten auch Grüße und Glückwünsche für das neue Jahr in verschiedenen Sprachen.

„Der große Dank geht an die Studierenden, die sich an solchen Aktionen beteiligen“, sagt Rathke, der an der Universität Lehramt mit den Fächern Wirtschaft, Geschichte und Evangelische Theologie studiert. Seine Hoffnung ist nun, dass über einzelne Feiertage hinaus Freundschaften und Begegnungen entstehen – zum Beispiel durch die Fotokarte mit der handgeschriebenen Einladung: „Lasst uns einmal treffen!“.

Studierende, sagt Robert Rathke, „können die Kompetenzen, die sie an der Universität erwerben, zum Beispiel in den Sprachwissenschaften und im Lehramt, auch im Alltag nutzen und sich einbringen“. Lehramtsstudierende gehen zum Beispiel seit Herbst 2015 in eine Hildesheimer Erstaufnahmestelle und lernen mit Erwachsenen und Familien die deutsche Sprache. 

Studierende aller Fachbereiche können beim Ankommen in der Universität mit Rat zur Seite stehen, sagt Svenja Brakebusch. „Wo muss ich hin, wie stelle ich einen Stundenplan zusammen, was muss ich beantragen, wo sind die Gebäude, in denen das Seminar stattfindet? Wie komme ich zur Universität? Im Alltag geht es darum, zu sagen: ‚Komm doch einfach mit, wir machen das zusammen.‘ Es ist eigentlich gar nicht viel, aber es hat eine riesen Wirkung.“ Das Ziel sei, dann gemeinsam im Hörsaal zu sitzen – um zu lernen.

Studentisches Engagement:

Wer sich für die Mitarbeit in den studentischen Gremien interessiert, kannst sich an Svenja Brakebusch und Robert Rathke wenden. Informationen zum Studierendenparlament findet man online. Den Allgemeinen Studierendenausschuss erreicht man zum Beispiel per E-Mail (kontakt[at]asta-hildesheim.de) und telefonisch unter 05121.883-90184. „Studierende können gerne mit ihren Ideen auf uns zukommen, wir helfen mit Infrastruktur weiter“, sagt Svenja Brakebusch. „Ich lerne hier viel“, sagt Rathke, der beim AStA für Finanzen zuständig ist.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Geschichte Deutsche Sprache Fachbereich 3 Mathematik & Angewandte Informatik Fachbereich 4 Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Flüchtlinge
news-11016 Sun, 13 Dec 2015 18:06:00 +0100 Klasse – wir treffen uns! 70 Jahre Lehrerausbildung https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/klasse-wir-treffen-uns-70-jahre-lehrerausbildung/ 2016 jährt sich zum 70. Mal die Aufnahme des Studienbetriebs an der Pädagogischen Hochschule Alfeld. Die Universität Hildesheim startet ihr Ehemaligen-Netzwerk und lädt Mitte Januar 2016 zu einer Festveranstaltung ein. Wer hier studiert hat, kann ab sofort Geschichten aus der eigenen Studienzeit oder Erinnerungen an den Beruf in der Schule an die Uni senden. Die Wurzeln der Lehrerausbildung reichen in Hildesheim weit zurück. „Der Jahreswechsel 1945/46 unmittelbar nach Gründung des Landes Niedersachsen hat für die Stiftung Universität Hildesheim eine hohe Bedeutung“, sagt Markus Langer, der an der Uni für die Universitätsförderung verantwortlich ist und derzeit einen Festakt für Freunde, Förderer und Ehemalige der Universität Hildesheim vorbereitet. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg begann – 20 Kilometer entfernt – der Studienbetrieb in den „Alfelder Kursen der Pädagogischen Hochschule Hildesheim“, denn im zerstörten Hildesheim waren keine geeigneten Gebäude vorhanden. Aus ihr ging 1978 die wissenschaftliche Hochschule und später die Universität Hildesheim hervor. Frühe Schulpraxis ist seit Gründung der Hochschule bis heute Teil der Lehrerausbildung. „Die ‚Alfelder Grundlagen' sind es gewesen, welche die Universität Hildesheim zu dem gemacht haben, was sie heute in der niedersächsischen Bildungslandschaft ist", so Dr. Uwe Thomas, Vorsitzender des Stiftungsrates der Universität und Präsident von Bosch Automotive Aftermarket.

Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums möchte die Universität nun erfahren:
Was wurde aus den Studierenden, die seit den 50er Jahren hier gelernt haben? Wie erleben Studierende heute die Lehrerausbildung? Wie erleben junge Lehrkräfte den Start in Schulen in Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt oder Berlin?

Als erste Absolventin des Studiengangs Kulturpädagogik erinnert sich Lore Auerbach an die Anfangsjahre zurück. „Dieser Studiengang wurde gerade erst aus der ehemaligen Pädagogischen Hochschule heraus entwickelt. Vieles wurde improvisiert, es gab erst sehr wenige Studierende. Die Seminare waren klein, Studierende und Lehrende kannten sich alle. Man hatte das Gefühl, an etwas Neuem mitzugestalten“, so Auerbach. Sie wünscht für die Zukunft der Stiftungsuniversität, dass diese auch weiterhin innovative Studiengänge entwickelt.

Die Universität lädt alle ehemaligen Studierenden, Freunde und Förderer am Sonnabend, 16. Januar 2016, ab 11:00 Uhr zu einer Festveranstaltung nach Hildesheim ein. Gemeinsam kehren die Teilnehmer zu den Anfängen zurück und erleben die Entwicklung der Hochschule. Der zweistündige Festakt auf dem Gelände des Hauptcampus bietet Raum für Austausch (weitere Informationen zum Festakt: 70 Jahre Lehrerausbildung).

Wer Interesse hat, kann an einer Vorabendveranstaltung oder einer Stadtführung durch Alfeld und Hildesheim teilnehmen. Wer sich aktiv an der Veranstaltung mit Ideen einbringen und zum Beispiel ein Jahrgangstreffen organisieren möchte, kann sich an Maike Becker wenden. Sie sammelt auch besondere Geschichten und Erinnerungen aus der eigenen Studienzeit oder an den Beruf in der Schule, die man per E-Mail oder Post zusenden kann. Texte und Bilder werden ggf. ganz oder in Auszügen veröffentlicht. Dabei sucht die Uni nicht nur Schilderungen aus den 50er Jahren, sondern gerade auch aus den Jahren 1960 bis 2000 sowie Schilderungen von aktuell tätigen Lehrkräften oder Referendaren, die an der Uni studiert haben.

Mit der 70-Jahr-Feier für Absolventinnen und Absolventen aller Fächer und aller Jahrgänge der Universität und ihrer Vorgängereinrichtung startet auch ein bundesweites Ehemaligen-Netzwerk. Alumni können sich online registrieren und werden über aktuelle Entwicklungen informiert. Wer sich online registriert, erhält über diesen Weg auch eine persönliche Einladung zum Festakt im Januar.

Interessierte erreichen Maike Becker per E-Mail (maike.becker@uni-hildesheim.de) oder auch telefonisch (05121 883-90132). Auch der Postweg (Universität Hildesheim, z.Hd. Maike Becker, Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim) steht Ehemaligen für die Registrierung und Anfragen zur Verfügung.

Hintergrund / Hildesheimer Lehrerausbildung heute

Lehramtsstudierende sind im ersten Studienjahr jeden Freitag im Klassenzimmer. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

500 Lehramtsstudierende starten jeden Herbst in ihr erstes Studienjahr. Sie sind mittwochs im Hörsaal – und freitags im Klassenzimmer: Die Lehramtsstudierenden der Uni Hildesheim sind im ersten Studienjahr einmal in der Woche in der Schule, das ist bundesweit besonders. Um dies zu gewährleisten arbeitet die Universität eng mit Partnerschulen zusammen. In den „Schulpraktischen Studien“ beobachten die angehenden Lehrkräfte in einer studentischen Kleingruppe im ersten Studienjahr jeden Freitag Unterricht und sprechen darüber mit einer Lehrkraft und mit Lehrenden aus den Erziehungswissenschaften in Seminaren. Die Studierenden erhalten früh Einblicke in die Schulrealität, können die Berufswahl überprüfen und reflektieren. Im zweiten Semester halten sie eine erste Unterrichtsstunde.

Mit etwa 2600 Studierenden bildet die Stiftung Universität Hildesheim rund ein Drittel der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrer aus. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Deutsch als Zweitsprache, Individuelle Förderung und Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer. Die Universität arbeitet in weiteren Praxisphasen im Verlauf des Studiums mit 250 Partnerschulen in Hannover, Hildesheim und der Region zusammen.

Mehr erfahren: „Willkommen im Schulalltag. Wie die Universität Hildesheim Lehrerinnen und Lehrer ausbildet", Reportagen und Interviews (Seite 46 bis 67) im Magazin der Universität Hildesheim, 2015

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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news-11070 Tue, 08 Dec 2015 17:14:00 +0100 Graduiertenkolleg startet: „Wir wollen selbst dabei klüger werden“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/graduiertenkolleg-startet-wir-wollen-selbst-dabei-klueger-werden/ Das Graduiertenkolleg „Gender und Bildung" startet in eine zweite Runde: Die acht Promovierenden untersuchen in den kommenden drei Jahren zum Beispiel Geschlecht in der Literatur, in Raptexten, in der bildenden Kunst und im Computerspiel. „Ich freue mich auf die individuelle Betreuung, auch methodisch", sagt Professorin Kathrin Audehm, die zwei Promotionsprojekte betreut. Das Graduiertenkolleg „Gender und Bildung" startet in eine zweite Runde. Das Kolleg ist erneut interdisziplinär ausgerichtet und fördert Promotionsprojekte aus den Erziehungs- und Sozialwissenschaften, den Literatur-, Sprach- und Kulturwissenschaften. „Ich hoffe, Sie, liebe Stipendiatinnen und Stipendiaten können die nächsten drei Jahre gut nutzen. Sie haben einen enormen Freiraum, um zu forschen und ihre Schwerpunkte zu entwickeln“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte Silvia Lange.

Professorinnen und Professoren mehrerer Fachrichtungen begleiten die Promovierenden an der Universität Hildesheim. Es gebe „genügend zu erforschen“, sagt Professor Toni Tholen. „Auf vielen Ebenen des Bildungssystems und in Medien können wir die (Re-)Produktion von problematisierwürdigen Geschlechterpraktiken und Geschlechterbildern beobachten. Das Graduiertenkolleg bietet vielfältige Möglichkeiten, der Konstruktion von Geschlechterrollen nachzugehen“, so der Literaturwissenschaftler.

Das Kolleg ist interdisziplinär, also fachübergreifend, ausgerichtet. Das sei „kein vordergründiges Label, sondern wird gelebt“, sagt Toni Tholen. Er verweist auf die Diskussionsrunden, die in den kommenden Monaten anstehen.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten können sich wissenschaftlich auseinandersetzen – auf Tagungen, in Vorlesungsreihen, Workshops und in Arbeitssitzungen im zweiwöchigen Abstand. „Wir wollen selbst dabei klüger werden“, freut sich Tholen auf den Austausch.

Das Graduiertenkolleg – eines der wenigen dieser Art bundesweit – kann durch eine Förderung des Bundesforschungsministeriums und aus Mitteln des Niedersächsischen Wissenschaftsministeriums im Rahmen des Professorinnenprogramm II in eine zweite Runde starten. Insgesamt wurden für die neue Runde acht Promotionsstipendien (monatlich 1250 Euro Unterstützung) vergeben. Die Promovierenden untersuchen in den kommenden drei Jahren zum Beispiel Geschlecht in der Literatur, in der bildenden Kunst, in spirituellen Diskursen und im Computerspiel, Raptexte als Orte informeller Bildung und das Selbstverständnis der Sexualpädagogik der 1980er. Weitere Wissenschaftlerinnen untersuchen, welche Rolle Geschlecht in der Sterbebegleitung spielt und mit welchen Begrifflichkeiten und Verständnissen von Identität in der pädagogischen Praxis gearbeitet wird.

Heidi Süß ist eine der Stipendiatinnen. Sie hat in Hildesheim „Internationales Informationsmanagement“ studiert, mit einem Schwerpunkt in der Sprachwissenschaft. Sie beschäftigt sich mit der Hip-Hop-Kultur. „Es geht um soziale Ungleichheit. Innerhalb der Hip-Hop-Kultur gibt es Exklusionsprozesse, die diskursiv stattfinden“, sagt Heidi Süß. Wer wird außen vorgehalten? – das ist eine ihrer Forschungsfragen. In ihrer Dissertation möchte sie herausfinden, „ob jemand durch Musik ausgeschlossen wird“. Ihr Datenmaterial sind Raptexte in deutscher Sprache. Welche Texte sie analysieren wird, wird sie in den kommenden Monaten festlegen. „Das ist ein Vorteil des Kollegs – wie ich das Datenmaterial erhebe, können wir ausdiskutieren.“

Sie wolle dann untersuchen, ob Personen aufgrund ihres Geschlechts, der Herkunft, des Bildungsgrades oder des Alters Ungleichheit erfahren. Sie sei selber mit Hip-Hop aufgewachsen und habe erfahren, „dass es schon dazu kommt, dass bestimmte Personengruppen als nicht zugehörig betrachtet werden“. „Ich möchte aber kein Hip-Hop-Bashing machen. Ich untersuche auch, welche positiven Strategien es gibt, wieder teilzuhaben in der Szene, etwa indem Begriffe rückerobert und positiv gedeutet werden“, sagt Heidi Süß, die bereits in ihrer Abschlussarbeit bei der Sprachwissenschaftlerin Prof. Beatrix Kreß über „Gangsta-Rap“ geforscht hat und nun im Graduiertenkolleg „ganz viel Austausch und neue Erfahrungen“ erwartet. „Ich möchte viel lernen von den anderen.“

Eine der Professorinnen, die den wissenschaftlichen Nachwuchs in den kommenden drei Jahren begleitet, ist Kathrin Audehm. Die Erziehungswissenschaftlerin forscht zu Autoritätsverhältnissen in pädagogischen Organisationen und Genderkonstruktionen im Film. Sie unterstützt zwei Promovendinnen auf dem Weg, die Forschung zu beginnen und abzuschließen: Eva Reuter erforscht kritische Bildungsdiskurse in der außerschulischen Jugendarbeit und Melanie Pierburg befasst sich mit der Ausbildung von Ehrenamtlichen, die in Hospizen in der Sterbebegleitung tätig sind. „Die meisten, die im Hospiz arbeiten sind Frauen. In der letzten Lebensphase und im Umgang mit Tod und der Vergänglichkeit des Lebens müssen wir auch Geschlechteraspekte beachten.“

Was man erlebt, wenn man eine Promotion begleiten kann? „Ich freue mich auf die individuelle Betreuung, auch methodisch. Und ich bin gespannt, wie die ganz jungen Wissenschaftlerinnen ihr Feld erarbeiten und ihre Fragen entwickeln. Wichtig ist am Anfang in der Beratung, auch einzugrenzen. Dann sagt man auch: Jetzt ist genug mit Theorie, jetzt geht es ins Feld und darum, Material zu sichten. Man kann sich auch auf den Weg machen, ohne ihn vollständig zu kennen, es geht auch darum, das Selbstvertrauen zu stärken“, sagt Kathrin Audehm.

Graduiertenkolleg startet mit Auftaktveranstaltung

Im Rahmen einer feierlichen Auftaktveranstaltung im Hohen Haus auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg kamen die unterschiedlichen Fachdisziplinen im November 2015 zusammen. Vizepräsident Prof. Martin Schreiner hob die „interdisziplinäre Zusammenarbeit“ und die Bedeutung der „strukturierten Nachwuchsförderung“ hervor. Zum Auftakt sprach unter anderem Professorin Kerstin Palm von der Humboldt-Universität zu Berlin über „Naturwissenschaften und Gender Studies". Außerdem wurde der gut 450 Seiten starke Sammelband „Bildung – Selbst(bild) – Geschlechterbilder“, der in der ersten Runde des Kollegs entstanden ist, vorgestellt.

Mit ihrer Forschung starten Marcus Felix, Sarah-Christina Glücks, Jöran Klatt, Alexandra Mieth, Melanie Pierburg, Eva Reuter, Heidi Süß und Nina von Wildenradt. Die Professorinnen und Professoren Kathrin Audehm, Meike Sophia Baader, Stefani Brusberg-Kiermeier, Michael Corsten, Beatrix Kreß, Annemarie Matzke und Toni Tholen begleiten die Stipendiatinnen und Stipendiaten in den nächsten drei Jahren. Wer mehr über die einzelnen Forschungsvorhaben erfahren möchte, wird auf der Internetseite des Kollegs fündig.

Wer Fragen zu dem Promotionsprogramm hat, kann die Projektkoordinatorin Dr. Kerstin Bueschges kontaktieren (E-Mail bueschge@uni-hildesheim.de).

Rückblick auf das erste Graduiertenkolleg „Gender und Bildung“

Medienkontakt: Pressestelle Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik Sozialwissenschaften Soziologie Fachbereich 2 Medien, Theater und Populäre Kultur Fachbereich 3 Deutsche Sprache Interkulturelle Kommunikation Fachbereich 4 Gleichstellungsbüro
news-11026 Thu, 26 Nov 2015 17:25:00 +0100 Hackathon: Niemals zu spät – wie Ideen real werden https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/hackathon-niemals-zu-spaet-wie-ideen-real-werden/ Wie gelangt man schnell an ein Ziel, wenn das Fahrrad einen Platten hat? Erwischt man die nächstgelegene Bahn oder nimmt man doch eher den Bus? Nach 29 Stunden haben IT-Studierende der Universität Hildesheim eine Lösung präsentiert, um sich von A nach B zu navigieren. Bosch unterstützt sie nun bei der Weiterentwicklung ihres Unternehmenskonzepts. Wie gelangt man schnell an ein Ziel – selbst dann noch, wenn durch einen Stau der Straßenverkehr still steht oder das Fahrrad mitten auf dem Weg einen Platten hat? An einer verkehrsübergreifenden Navigationslösung haben Studierende der Universität Hildesheim während des ersten Studierenden-Hackathons in Hildesheim gearbeitet. In 29 Stunden haben Judith Michael, Maren Stadtländer, Kevin Stahr, Moritz Flöter und Johannes Ude ihre Idee im Bosch-Werk im Hildesheimer Wald so weiter entwickelt, dass sie nun von einem Inkubatorpreis profitieren können. Die Studierenden der Universität Hildesheim haben eine Fachjury überzeugt und können in den kommenden Monaten ihr Unternehmenskonzept weiterentwickeln. Ihre Idee nennen die Studierenden „NeverToLate“ – niemals zu spät. „Das System passt sich adaptiv der aktuellen Verkehrslage an. So werden beispielsweise je nach Stausituation alternative Zuganbindungen aufgezeigt und auf Wunsch passende Routen zum nächstmöglichen Bahnhof angeboten. Bosch ist von dieser Idee überzeugt und möchte die Teilnehmer unterstützen“, freut sich Sascha El-Sharkawy, Mitarbeiter am Institut für Informatik.

Etwa 100 Studierende aus Hildesheim, Hamburg und Hannover kamen im November 2015 beim ersten „Hackathon“ von Bosch und Universität zusammen. Ein Wochenende lang haben Studierende – ein großer Teil kommt von der Hildesheimer Universität – nach Lösungen im Themenfeld „vernetzte Mobilität“ („Connected Mobility“) gesucht. Dabei haben sie Unterstützung von Fachleuten von Bosch SoftTec erhalten. Ein Team der Arbeitsgruppe „Software Systems Engineering“ hat während des Hackathons drei Projekte entwickelt.

Bei einem Hackathon – eine Kombination der Wörter „hacken“ und „Marathon“ – arbeiten Studierende ein Wochenende lang intensiv an einem Projekt in der Software- oder Hardwareentwicklung. Dabei lassen sie ihrer Kreativität freien Lauf und setzen eigene Ideen um. Die eine kann programmieren, der andere designen und die dritte Studentin bringt eine Idee mit. Zusammen bilden sie ein Team.  Nach eineinhalb Tagen blickt man zurück und denkt: Ich hätte nie gedacht, dass ich das mit meinem Team in kurzer Zeit schaffe.

„Im Vordergrund stand der Spaß an der Entwicklung von Software und neuen Ideen“, sagt der Hildesheimer Informatikprofessor Klaus Schmid. „Ziel der Veranstaltung war es, innerhalb von 30 Stunden neue Ideen rund um das Thema ‚Connected Mobility‘ zu erstellen und anschließend in einem dreiminütigen Vortrag diese als Gründungsidee überzeugend darzustellen. Die entwickelten Prototypen konnten auch in Fahrzeugen vor Ort ausprobiert werden“, sagt der Informatiker Sascha El-Sharkawy. Die drei besten Präsentationen hat Bosch SoftTec mit Preisgeldern in Höhe von 2400 Euro prämiert. Außerdem wurden zwei Sonderpreise an Projektteams vergeben, die nun Unterstützung bei der Entwicklung eines Firmenkonzepts erhalten.  

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Informatik SSE
news-10728 Fri, 13 Nov 2015 08:00:00 +0100 Jung gründen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/jung-gruenden/ Schon einmal an eine Gründung gedacht? Während einer Themenwoche können sich Studierende vom 16. bis 22. November 2015 über Gründungen informieren. Wie sieht es eigentlich an Universitäten und Schulen mit dem unternehmerischen Handeln aus? Nachgefragt bei der Psychologin Astrid Lange. Die Abteilung „Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik" bildet an der Universität Hildesheim Lehrerinnen und Lehrer aus, die Unternehmergeist in Schulen tragen sollen. Die Uni sucht derzeit junge Gründerinnen und Gründer, die von ihren Erfahrungen berichten möchten. Sie gehen der Frage nach, warum Studentinnen und Studenten gründen und wie sie Geschäftsideen umsetzen. Apropos, haben Sie eigentlich schon einmal über eine Gründung nachgedacht?

Astrid Lange: Ja, tatsächlich wollte ich mich nach meinem Studium in der Hochbegabtenberatung selbstständig machen; zugleich hat mich aber die Wissenschaft interessiert. Damals gab es noch nicht die Angebote für gründungsinteressierte Studierende, wie wir sie heute kennen, zum Beispiel Teambörsen oder kostenfreie Qualifizierung für betriebswirtschaftliches Know-How. Ich fühlte mich noch nicht bereit zur Gründung. Seither habe ich viel gelernt; und irgendwann möchte ich neben meiner Tätigkeit in Wissenschaft und Lehre gern beratend tätig sein, zum Beispiel in Form einer nebenberuflichen Selbstständigkeit.

„Karriereziel Unternehmer/Unternehmerin" – ist das ein Thema an Universitäten? Welche Erfahrungen machen Sie in Hildesheim?

Universitäten sollen die Studierenden fachlich qualifizieren und auf das spätere berufliche Leben vorbereiten. Alle Studierenden sollten während ihres Studiums die Möglichkeiten haben, eigene Gründungsneigungen zu reflektieren, eigene Geschäftsideen und eigene unternehmerische Kompetenzen zu entwickeln. Universitäten sollten Berührungspunkte mit diesem Thema schaffen und unreflektierte stereotype Meinungen mit den realen Chancen und Risiken von „Gründen“ und „Nicht-Gründen“ konfrontieren. Ziel dabei ist es nicht, alle Studierenden zur eigenen Gründung zu treiben, sondern sie für die beruflichen Optionen des Unternehmertums in all ihren Varianten so zu sensibilisieren, dass sie später alle Chancen zur beruflichen Selbstverwirklichung und vorhandene Innovationspotentiale vorurteilsfrei und qualifiziert nutzen können.

Wir versuchen, wann immer möglich Berührungspunkte mit dem Thema Unternehmertum zu schaffen, beispielsweise befassen wir uns mit Unternehmertum im Seminar „Wirtschaftspsychologie“, zu dem Thema entstehen Abschlussarbeiten und wir informieren über regionale Angebote zur Unterstützung von Gründungsinteressierten. Im November bieten wir eine volle Woche Diskussionen und Beratung im Rahmen der „Global Entrepreneurship“-Woche an (16. bis 22. November 2015 an der Uni Hildesheim). Die Inhalte reichen vom Workshop „Business-Plan“ über Gründungen im Kulturbereich bis zur Frage, wie Lehrerinnen und Lehrer Schülerfirmen begleiten können. Ein Wirtschaftsinformatiker zeigt zum Beispiel, wie man Geschäftsideen visualisieren und weiterentwickeln kann. Studierende und Lehrende aller Fachbereiche können teilnehmen.

Welche Rolle spielen die Universitäten?

Es ist wichtig, ein positives Gründungsklima an Universitäten zu schaffen. Das heißt, unternehmerisches Denken und Handeln wertzuschätzen und unternehmerisch Handelnde in ihrer Vielfalt zu zeigen. Hier setzt beispielsweise die Initiative „Frauen unternehmen“ vom Bundeswirtschaftsministerium an. Unternehmerinnen aus ganz Deutschland arbeiten zusammen, um Mädchen und Frauen für Unternehmertum zu sensibilisieren. Eine wichtige Aufgabe der Wissenschaft dabei ist es, die Wirksamkeit solcher Initiativen  wissenschaftlich zu begleiten, um weiter daraus zu lernen.

Worum kreisen denn die Gedanken, wenn man sich für eine berufliche Selbstständigkeit entscheidet?

Zum Beispiel geht es darum, wie die eigene Geschäftsidee verbessert werden kann, wie man das passende Team findet, wer einem das erforderliche Know-How knackig und gut vermitteln kann. Die Gedanken kreisen um die eigenen Ressourcen, die eigene Person, die eigene Idee.

Und was ist mit jenen, die gar nicht über Unternehmertum nachdenken?

Es ist eine spannende Frage, welche Gedanken Studierende haben, die sich klar gegen eine berufliche Selbstständigkeit entscheiden. Sie sind sich häufig sicher, kein „Unternehmertyp“ zu sein, sie halten sich selbst für zu vorsichtig und nicht risikobereit oder kreativ genug. Die Gedanken kreisen um die Befürchtungen, sich finanziell zu ruinieren und sein Gesicht zu verlieren und sich andere berufliche Chancen zu verbauen. Das sind alles wichtige Gedanken. Aber Fragen nach Erfolgsaussichten, dem Verlustrisiko, erforderlichen Ressourcen und persönlicher „Eignung“ können nicht pauschal beantwortet werden, sondern hängen vom konkreten unternehmerischen Projekt ab. Die Frage „Bin ich ein Gründungstyp“ ist keine konstruktive Frage; besser ist es, sich zu fragen „Wer bin ich? Was ist mir im Leben wichtig? Wie kann mir Unternehmertum dabei helfen, meine Ziele in meinem Leben zu erreichen?“.

Wie kann man junge Leute auf Ihrem Weg zur Unternehmung unterstützen – wie sollte das lokal organisiert sein? Ist es sinnvoll, spezielle Angebote für Frauen anzubieten – etwa über die regionale Wirtschaftsförderung?

Unternehmertum muss als Thema präsent sein. Es müssen Räume da sein, sich auszuprobieren, „Fehler“ zu machen und daraus zu lernen. Dabei sollte es Angebote für eine breite Masse ebenso wie Angebote für bestimmte Zielgruppen geben. Angebote speziell für Frauen sprechen meiner Erfahrung nach einen Teil der Frauen an und schrecken zugleich einen anderen Teil der Frauen ab. Es gibt eben nicht die eine Fördermaßnahme für alle. Wir brauchen also vielfältige Angebote, zugeschnitten für verschiedene Zielgruppen.

Regionale Akteure spielen hier eine wichtige Rolle, weil die Förderung von Unternehmertum und unternehmerischen Frauen nur gemeinsam erfolgreich sein kann. Über die Gemeinschaftsinitiative „Mittelstand: Fit für die Zukunft!“ der HI-REG gibt es einen engen Austausch zwischen Akteuren der Hildesheimer Wirtschaft, Wirtschaftsförderung und Hochschulen. Seit einem Jahr werden die Gründungsseminare der HI-REG für die Studierenden kostenfrei angeboten – das ist ein guter Schritt. Auch an der Uni Hildesheim tut sich einiges. So hat sich im Sommersemester 2014 eine Arbeitsgruppe „Entrepreneurship“ zusammengefunden; hier beraten wir, was wir tun können und welche Partnerinnen und Partner wir brauchen, um das immense unternehmerische Potential unserer Uni zu fördern, sichtbar zu machen und weiter wachsen zu lassen.

Können die Familie und Vorbilder weiterhelfen bei der Entscheidung für oder gegen eine Gründung oder dazu beitragen sich diese Frage überhaupt zu stellen? Ich vermute, viele spielen noch nicht einmal mit dem Gedanken, sich selbstständig zu machen.

Die Mehrheit der Studierenden lehnt eine eigene Unternehmensgründung pauschal ab – allerdings ohne sich tatsächlich mit Unternehmertum zu beschäftigen. Stattdessen ist diese Ablehnung in persönlichen Überzeugungen begründet, die eben zu oft nicht auf Erfahrungen und Durchdenken beruhen, sondern zum Beispiel auf kurzsichtigen, stereotypen Darstellungen von Unternehmerinnen und Unternehmern. Vorbilder können dazu beitragen, vorhandene Fehlüberzeugungen herauszufordern, zu durchbrechen und zu ändern, indem die tatsächliche Vielfalt von Unternehmertum aufgezeigt wird. Vorbilder können inspirieren und sensibilisieren und so die Beschäftigung mit eigenem unternehmerischen Denken und Handeln fördern.

Welche Rolle spielen zielgerichtete Informationen? Sie machen auf der Internetseite der Arbeitsgruppe Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik auf Unterstützungsangebote und Wettbewerbe aufmerksam, an denen Studierende teilnehmen können.

Wir hoffen, über unser Informationsangebot Studierende zu aktivieren und zum Engagement zu motivieren. Wahrscheinlich erreichen die meisten Informationen mit Bezug zum Unternehmertum aber eher diejenigen, die schon Gründungsinteresse haben. Das ist auch wichtig. Um aber eine breitere Masse und unentschlossene Studierende zu erreichen, sind andere Informationskanäle und eine andere Sprache nötig. Beispielsweise schrecken die Begriffe „Unternehmertum“ und „Gründung“ Studierende mitunter ab. Meine Erfahrung ist, dass Studentinnen, die von außen betrachtet klar als unternehmerisch tätig bezeichnet werden, sich selbst oftmals nicht als Unternehmerinnen bezeichnen würden, weil sie damit unter anderem ein männlich geprägtes, auf Eigennutz ausgerichtetes Verhaltensbündel assoziieren. Um diese Studentinnen zu erreichen und sie zu unterstützen, müssen wir anders informieren und anders kommunizieren.

Sie bilden Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus. Im Masterstudium arbeiten sie über einen Zeitraum von jeweils eineinhalb Jahren mit Studierenden in der Forschung zusammen. Sie befragen Schülerinnen und Schüler, was sie sich unter Wirtschaft vorstellen. Sie befassen sich mit den Themen „Frauen in der Wirtschaft: Rollenmodelle für Schülerinnen und Schüler" und „Förderung von unternehmerischem Denken und Handeln im Wirtschaftsunterricht: Chancen und Risiken". Parallel dazu sind die Lehramtsstudierenden im Klassenzimmer. Welche Rolle spielen Lehrkräfte, um unternehmerisches Interesse zu wecken?

Die Schule kann ein Raum sein, der Inspiration fördert und Selbstentfaltung in Gang bringt, oder auch ein Raum, der Chancen verbaut und Inspiration im Keim erstickt. Natürlich spielen Lehrerinnen und Lehrer hier eine große Rolle. Darum sollen unsere Studierenden im Lehramt Wirtschaft ein offenes, nicht stereotypes Bild von Unternehmertum erwerben. Sie sollen Initiativen wie das „Junior-Projekt“ oder „Frauen unternehmen“ kennen. Sie sollen Unternehmungsgeist in die Schulen tragen können. Sie müssen für Themen wie Gender und Migration sensibilisiert werden und selbst fachlich fundierte Kompetenzen im Bereich der Berufsorientierung entwickeln.

Was zeichnet Studierende aus, die unternehmerisch denken?

Unternehmerisches Denken und Handeln bedeutet, Gelegenheiten zur Bewältigung von Herausforderungen dort zu erkennen, wo andere nur Probleme sehen, und auch neue Gelegenheiten unter Nutzung der vorhandenen Ressourcen selbst zu kreieren. Statt sich beispielsweise darüber zu ärgern, dass die Literatur der Bibliothek nicht ausreicht, organisieren unternehmerische Studierende eine Tauschbörse für gebrauchte Lehrbücher. Oder statt in den Klagekanon über Prüfungsstress einzustimmen, entwickeln sie die Idee für eine App, die Studierenden intuitiv das Zeitmanagement erleichtert und bringen dann die Menschen zusammen, die die App-Idee umsetzen können. Unternehmerisches Denken und Handeln umfasst also ein Kompetenzcluster aus Verantwortungsbereitschaft, Eigeninitiative, Kreativität, guter Selbstkenntnis und Selbstmanagementfähigkeit – alles Merkmale, die wir in Deutschland brauchen, um mit aktuellen Wandlungsprozessen erfolgreich umzugehen. Das mündet nicht nur in wirtschaftlichen Neugründungen, sondern ebenso in Innovationsprozessen in Unternehmen oder in sozialen und kulturellen Engagementprojekten. Dies an der Universität Hildesheim zu fördern, bringt die Studierenden ebenso wie die Wirtschaft und unsere Region als Ganzes voran.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Zur Person

Dr. Astrid Lange forscht und lehrt gemeinsam mit Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis an der Universität Hildesheim im Bereich Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik. In ihrer Promotion an der BTU Cottbus hat die Wirtschaftspsychologin untersucht, warum Studierende gründen. Die Wissenschaftlerin in der Postdoc-Phase wurde bereits vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie als Expertin für die Sensibilisierung weiblicher Studierender für Unternehmertum zu einem Workshop im Beisein des Bundeswirtschaftsministers eingeladen.

Unternehmertum – ein Thema in der Lehrerausbildung

Vor genau einem Jahr wurde der neue Lehramts-Masterstudiengang in Niedersachsen eingeführt. Das Masterstudium umfasst vier statt bisher zwei Semester sowie eine Praxis- und Forschungsphase. Das sei eine große Chance, sagt Professor Athanassios Pitsoulis.  „Wir können nun besser dazu beitragen, dass künftige Generationen von Lehrerinnen und Lehrern mit einem weniger durch Stereotype geprägten Bild von Unternehmertum an die Schulen kommen. Unser Land kann es sich langfristig schlichtweg nicht leisten, das vorhandene unternehmerische Potenzial verkümmern zu lassen“, so der Wirtschaftsprofessor der Uni Hildesheim. „Weil Berufsorientierung eine Querschnittsaufgaben an Schulen ist, sollten idealerweise alle Lehramtsstudierenden und nicht nur die im Fach Wirtschaft an Unternehmertum als einem Teilbereich schulischer Berufsorientierung herangeführt werden.“

An der Universität Hildesheim können Lehramtsstudierende aller Fächer beispielsweise am 16. November 2015 Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern über die Schulter schauen, die im Rahmen des „Junior“-Projektes in Schülerfirmen aktiv sind. Das ist eines der vielfältigen Angebote in der „Global Entrepreneurship Week“ an der Universität Hildesheim. Das Team vom career service der Zentralen Studienberatung unterstützt darüber hinaus Studierende bei Fragen zur beruflichen Entwicklung.

Aufruf: Jung gründen – erzähl deine Geschichte!

Was sie antreibt, welche Geschäftsideen sie haben und wie junge Leute im kulturellen und sozialen Bereich ein Unternehmen gründen: In einer Serie berichtet die Universität Hildesheim über junge Gründerinnen und Gründer. Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche, die bereits Gründungserfahrungen gesammelt haben, können sich in der Pressestelle melden (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de). Wie hast du ein Unternehmen aufgebaut – dein Ratschlag an junge Gründerinnen und Gründer? Überlegst du zu gründen – was ist deine Idee? Was treibt dich an? Wer unterstützt dich dabei? In der Serie geht es nicht nur um klassische Unternehmen, sondern auch um kulturelles Unternehmertum. So geben Studierende des Kreativen Schreibens zum Beispiel die Literaturzeitschrift „Bella triste“ heraus und vertreiben die Ausgaben bundesweit.

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Fachbereich 4 ZSB Career Service
news-10945 Tue, 10 Nov 2015 18:13:00 +0100 Nachtaktiv: Abenteuerurlaub für Entwickler https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/nachtaktiv-abenteuerurlaub-fuer-entwickler/ Beim ersten „Hackathon“ von Bosch und Uni suchen Studierende nach Lösungen im Themenfeld „Mobilität“. Studierende aus allen Fachbereichen, ob Informatik, Umweltbildung, Kultur-, Sprach- oder Sozialwissenschaften können Mitte November 2015 ihren Ideen freien Lauf lassen und zum Beispiel Software entwickeln. Dabei erhalten sie auch Unterstützung von Fachleuten. In eineinhalb Tagen die Welt retten? Die eine kann programmieren, der andere designen und die dritte Studentin bringt eine Idee mit. Zusammen bilden sie ein Team.

Studierende aus allen Fachbereichen können erstmals an einem „Hackathon“ teilnehmen. Die Informatiker um Professor Klaus Schmid von der Universität Hildesheim setzen damit ihre Zusammenarbeit mit dem Hildesheimer Unternehmen Bosch SoftTec fort. Bei einem Hackathon – eine Kombination der Wörter „hacken“ und „Marathon“ – arbeiten Studierende ein Wochenende lang intensiv an einem Projekt in der Software- oder Hardwareentwicklung. Dabei lassen sie ihrer Kreativität freien Lauf und setzen eigene Ideen um. Unterstützt werden die Studierenden von Spezialisten von Bosch. Das Unternehmen veranstaltet einen „Hackathon“ erstmals für Studierende. „Wir wollen mit dieser Veranstaltung Industrie und Hochschulen zusammenbringen. Wir möchten Leute, die Ideen und Sachverstand haben, unterstützen und ihnen eine Plattform zum Austausch bieten“, begründet Dietmar Meister von Bosch-Softtec das Angebot.

„Man kann ohne Team und ohne Idee kommen oder mit Team und mit Idee. Wir unterstützen bei der Bildung eines Teams, das entsteht vor Ort“, sagen die Studierenden Nils Tertling und Katharina Renner. Renner studiert in Hildesheim „Internationales Informationsmanagement“ und absolviert derzeit ein Praktikum bei Bosch.

Nachtaktiv: Wie läuft der „Hackathon“ in Hildesheim ab?

Studentinnen und Studenten kommen am Freitagvormittag zu Bosch, können in der Nacht durcharbeiten. Essen, Getränke, Duschen und eine Sitzecke für „Powernapping" werden vor Ort bereitgestellt. Am Samstagnachmittag werden die Ideen und Ergebnisse einer Jury vorgestellt. Die besten drei Ergebnisse werden prämiert.

„Studierende aus unterschiedlichen Fachbereichen kommen mit dem Ziel, etwas in kurzer Zeit unter Gleichgesinnten entwickeln zu wollen, auch die Nacht hindurch. Was will ich bis zum nächsten Tag erreichen? Irgendeiner werkelt und tippt immer, das motiviert enorm. Es geht darum, spielerisch, aber mit Ehrgeiz zu entwickeln. Da nicht hinzugehen ist ein verpasstes Wochenende“, beschreibt Dietmar Meister die „positive Anspannung“.

Und nach eineinhalb Tagen blickt man zurück und denkt: Ich hätte nie gedacht, dass ich das mit meinem Team in kurzer Zeit schaffe. Die Studierenden bringen ihren eigenen Rechner oder weitere Materialien mit, eine vertraute Entwicklungsumgebung.

Auto, Fahrrad, Barrierefreiheit: Wie stellen sich Studierende die Mobilität von morgen vor?

Inhaltlich geht es bei dem ersten Studierenden-Hackathon um das Thema „Connected Mobility“. „Die Gruppen arbeiten an ihren Projekten und entwickeln Ideen, wie sie sich die Mobilität von morgen vorstellen“, sagt Dietmar Meister.

Professor Klaus Schmid von der Arbeitsgruppe „Software Systems Engineering“ nennt den „Hackathon“ einen „Abenteuerurlaub für Entwickler“. Der Informatiker hat bereits im Sommersemester die Lehre an der Universität durch Praxiskooperationen ergänzt. IT-Studierende sammeln schon während des Studiums Erfahrungen, wie Software entwickelt wird und lernen die Bedingungen für Apps und Systeme im „realen Leben“ kennen.

Der Hildesheimer Informatiker hofft, dass auch Studentinnen und Studenten aus den Geistes-, Sprach-, Kultur- und Sozialwissenschaften an dem „Hackathon“ teilnehmen. Das Thema „vernetzte Mobilität“ ist sehr weit, die Entwicklungen müssen nicht mit einem Auto zusammenhängen. Egal ob öffentlicher Nahverkehr oder Fahrradkurier, all das kann „Connected Mobility“ sein. Die Grenze ist nur durch die Phantasie der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesetzt, so Schmid.

Neben der Programmierung können Teams auch an der Entwicklung von Konzepten arbeiten und zum Beispiel nach Lösungswegen suchen, wie man durch Teilen („Sharing“) von A nach B kommt. Oder Studierende aus dem Schwerpunkt „Barrierefreie Kommunikation“ entwickeln Anwendungen, die durch den Alltag oder ein Museum führen, wenn man kaum oder gar nicht mehr Sehen und Hören kann.

Ein Beispiel: Nach der Flucht – wie kommt man täglich vom Dorf zum Lernort in der Stadt?

Ein Thema, mit dem sich Studierende beschäftigen können, ist zum Beispiel die Mobilität von Menschen, die neu in Deutschland ankommen: Wie kommt man ohne Busticket und mit wenig Geld von Bad Salzdetfurth, Alfeld, Algermissen, Diekholzen oder Nordstemmen in die nächstgelegene Großstadt, um zu lernen? Junge Erwachsene, die nach der Flucht in einem Dorf in Niedersachsen angekommen sind und nun die Universität und den Sprachkurs an der Volkshochschule besuchen wollen, haben Schwierigkeiten überhaupt aus dem Landkreis nach Hildesheim zur Vorlesung zu gelangen.

Das Schnupperstudium ist zwar kostenfrei – aber wie gelangt man täglich zu dem Lernort? „Wichtig ist, dass wir für Mobilität sorgen“, sagt Hannes Schammann, Juniorprofessor für Migrationspolitik. „Mobilität ist ein großes Thema. Viele Studieninteressierte wohnen im Landkreis. Teilweise wohnen sie zwei Stunden entfernt von Hildesheim, sie dürfen nicht weg von ihrem Wohnsitz. Bei der Zuweisung wird nicht darauf geachtet, was die Leute können.“ Könnte man eine Mitfahrvermittlung geschickt mit einer APP organisieren? Während des „Hackathons“ können Studierende aus den Bildungs-, Sozial- und Sprachwissenschaften gemeinsam mit IT-Studierenden an Lösungen arbeiten.

„Wie es nach dem Hackathon weitergeht, ist offen. Bosch ist interessiert, auch danach mit den Studierenden an ihren Ideen zusammenzuarbeiten. Praktika oder eigene start-ups – alles ist möglich“, sagt Dietmar Meister.

„Hackathon“ am 13. und 14. November 2015 in Hildesheim

Lösungen entwickeln: Dietmar Meister, Bosch Softtec; Uni-Professor Klaus Schmid. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Der Hackathon in Hildesheim findet vom 13. bis 14. November 2015 im Bosch-Werk im Hildesheim Wald (Robert-Bosch-Straße 200, Hildesheim) statt. Er steht allen Studierenden offen. Wer teilnehmen möchte, kann sich noch anmelden (E-Mail: Hackathon.BSOT@bosch.com).  Dabei können Studierende auch auf eine App-Plattform für Fahrzeuge zurückgreifen. Weitere Hochschulen aus Hannover, Hildesheim und Hamburg nehmen teil. Die Gewinner werden ihr Ergebnis dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies und dem Hildesheimer Oberbürgermeister Ingo Meyer sowie weiteren Vertretern von Industrie, Politik und Hochschulen aus der Region vorstellen.
Weitere Informationen findet man online.

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Pressemeldungen Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Fachbereich 4 SSE Informatik Fachbereich 3
news-10760 Sun, 11 Oct 2015 09:31:00 +0200 Studienstart: Brief der Wissenschaftsministerin https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/studienstart-brief-der-wissenschaftsministerin-1/ Los geht's, das Semester startet mit der Einführungswoche. Studierende aus höheren Semestern helfen beim Studieneinstieg und unterstützen bei Fragen rund um den Uni-Alltag. Dr. Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, wendet sich in einem Brief an alle Studienanfängerinnen und Studienanfänger. [lesen Sie den Brief der Niedersächsischen Wissenschaftsministerin als PDF]

Liebe Studierende,

für Sie beginnt nun ein spannender, neuer Lebensabschnitt. Ich freue mich, dass Sie Niedersachsen als Studienort gewählt haben und wünsche Ihnen einen guten Start an Ihrer Hochschule.

Niedersachsen wird für Studierende immer attraktiver. Die hervorragenden Studienbedingungen ermutigen eine wachsende Zahl junger Menschen, an unsere Hochschulen zu kommen. Mit mehr als 190.000 Studierenden haben wir in Niedersachsen einen neuen Höchststand erreicht. Dies ist auch auf die Abschaffung der Studienbeiträge zum Wintersemester 2014/15 zurückzuführen, die Ihnen wieder ein gebührenfreies Studium in Niedersachsen ermöglicht.

Aktuell stehen die Hochschulen vor einer besonderen Herausforderung. Es kommen derzeit viele Flüchtlinge nach Deutschland. Viele von ihnen haben in ihrer Heimat eine gute Schulbildung genossen oder bereits ein Studium begonnen. Die Landesregierung möchte diesen jungen Menschen Bildungschancen eröffnen und ihnen Wege ins Studium ermöglichen. Wir erleichtern Flüchtlingen den Hochschulzugang und bieten Hilfe beim Spracherwerb an. Hochschulen sind Orte des zivilgesellschaftlichen Engagements. Dies zeigen eindrücklich die vielen Initiativen zur Unterstützung von Flüchtlingen, die überall in Niedersachsen von Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitern jenseits des eigentlichen Hochschulbetriebs auf die Beine gestellt werden. Die Projekte reichen von Gasthörerschaften über gemeinsamen Sport bis hin zu Study Buddies, die Flüchtlinge im Hochschulalltag begleiten und unterstützen. Ehrenamtliches Engagement ist außerordentlich wichtig, um Zuwanderer in unsere Gesellschaft zu integrieren. Wir unterstützen solche Projekte, die Flüchtlingen bei der Orientierung für unterschiedliche Bildungswege helfen. [Info der Uni: mehr Informationen: Studierende und Lehrende der Uni Hildesheim wollen durch gemeinsamen Sport, Theaterspielen, Musizieren und Sprachenlernen Begegnungen fördern]

Die niedersächsischen Hochschulen nutzen ihre Stärken und übernehmen in hohem Maße gesellschaftliche Verantwortung. Wer sich engagiert einbringt und dabei hilft, die Herausforderungen seiner Hochschule bestmöglich zu meistern, sollte aber auch mehr Möglichkeiten haben, an der Gestaltung seiner Hochschule aktiv teilhaben zu können. Deshalb wollen wir die Demokratisierung der Hochschulen weiter vorantreiben und die Hochschulautonomie stärken. Dazu ändern wir das Niedersächsische Hochschulgesetz. Der Name der Novelle ist Programm: „Gesetz zur Stärkung der Beteiligungskultur innerhalb der Hochschulen“. Sie eröffnet Studierenden, Promovierenden, Personalvertretungen und Gleichstellungsbeauftragten neue Möglichkeiten, sich stärker als bisher an den hochschulinternen Entscheidungsprozessen – insbesondere in den Bereichen Studium und Lehre – zu beteiligen und ihren Anliegen mehr Gewicht zu verleihen.

Damit Sie Ihr Studium erfolgreich abschließen können, wollen wir die Studienbedingungen stetig verbessern. Denn wir sind überzeugt, dass der Schlüssel zum Erfolg in einer guten Qualität von Studium und Lehre liegt. Für ein erfolgreiches Studium ist z.B. ein angenehmes und dem Stand der Technik entsprechendes Lernumfeld wichtig. Wenngleich bereits viele Neubauten entstanden sind, stammen manche Gebäude der niedersächsischen Hochschulen noch aus den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts und sind sanierungsbedürftig. Mit dem neuen Programm HP-INVEST können wir in diesem Jahr rund 115 Millionen Euro zusätzlich für Sanierungen an den Hochschulen zur Verfügung stellen – Geld, mit dem die Hochschulen ergänzend zu den regulären Bauvorhaben Hörsäle, Fassaden, Werkstätten und Sportanlagen instand setzen können. Die Landesregierung leistet damit einen weiteren wichtigen Beitrag zur zukunftssicheren Gestaltung des Hochschulstandorts Niedersachsen.

Für exzellente Studienbedingungen sorgen auch die Studienqualitätsmittel von jährlich rund 130 Mio. Euro, die das Land den Hochschulen als Ersatz für die weggefallenen Studiengebühren zahlt. Um die Qualität der Studienangebote weiter zu verbessern, entwickeln die Hochschulen zum Beispiel neue Lehr- und Lernkonzepte, bieten zusätzliche Tutorien an oder weiten die Beratung zum späteren Berufsweg aus. Dafür gilt der Dank des Landes den Präsidien, den Gremienmitgliedern, den Lehrenden und sonstigen Hochschulmitarbeiterinnen und -mitarbeitern sowie auch den Studierenden, die sich beispielsweise als Tutorinnen und Tutoren oder als Ansprechpartnerinnen und -partner für Erstsemester engagieren.

Wir arbeiten an guten Bedingungen für Ihr Studium. Ich wünsche Ihnen für Ihr Studium alles Gute und viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihre Gabriele Heinen-Kljajić

Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur

 

Es geht los! Willkommen! Studienstart an der Universität Hildesheim

Die Immatrikulationsfeier beginnt am Montag, 12. Oktober 2015, um 11:30 Uhr im Audimax am Uni-Hauptcampus (Universitätsplatz 1). Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich begrüßt die Studierenden, gibt die aktuellen Studierendenzahlen bekannt und informiert über Entwicklungen an der Universität Hildesheim. Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer begrüßt die Studienanfängerinnen und Studienanfänger. Der DAAD-Preis und der Preis der Universitätsgesellschaft werden verliehen. Zum Abschluss der Feierlichkeiten fällt der offizielle Startschuss für die jährlich stattfindende Einführungswoche. Etwa 100 Tutorinnen und Tutoren, Studierende aus höheren Semestern, helfen beim Studieneinstieg, bei der Stundenplanung und beim Erkunden der Stadt Hildesheim. Zuvor beginnt um 09:30 Uhr im Mariendom Hildesheim (Domhof) ein Ökumenischer Gottesdienst für Studienanfängerinnen und Studienanfänger [weitere Informationen zum Studienstart finden Sie online].

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 4 Fachbereich 3 Fachbereich 2
news-10708 Fri, 02 Oct 2015 16:53:00 +0200 Software entwickeln https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/software-entwickeln/ Informatiker der Universität Hildesheim kooperieren in der Lehre mit Unternehmen aus der Region. IT-Studierende sammeln schon während des Studiums wertvolle Erfahrungen, wie Software entwickelt wird und lernen die Bedingungen für Apps und Systeme im „realen Leben“ kennen. Die Welt der Software-Entwicklung bewegt sich extrem schnell, sagt Professor Klaus Schmid. Daher sei ein „intensiver Austausch zwischen industrieller Software-Entwicklung und universitärer Lehre umso wichtiger“. Dies habe die Universität Hildesheim bereits seit längerem erkannt, daher gibt es bereits seit mehr als 15 Jahren den Arbeitskreis Informationstechnologie, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende mit mittlerweile mehr als 30 Unternehmen aus Hildesheim, Hannover und Umgebung zusammenkommen.

Klaus Schmid ist Informatiker, er forscht an der Universität Hildesheim zu der Frage, wie erfolgreich komplexe Anwendungen entwickelt und gestaltet werden können. Und er setzt dabei auf Kooperationen mit der Wirtschaft. Im Sommersemester haben die Wissenschaftler zum Beispiel die Lehre im Bereich „Software Engineering“ durch Praxiskooperationen angereichert.

In der Veranstaltung „Grundlagen des Softwaretestens“ konnten Studierende bei den Lehrbeauftragten Dirk Herrmann und Uwe Walkling, die für dieses Gebiet auch bei der Robert Bosch GmbH verantwortlich sind, von den praxisnahen Einsichten und Erfahrungen der Dozenten profitieren. Sie kombinierten die praktische Durchführung mit den theoretischen Grundlagen. „Besonders belebt hat die Veranstaltung, dass sowohl die Studenten als auch wir Dozenten von eigenen Erfahrungen berichten und den vorgestellten Methoden gegenüberstellen konnten”, sagt Dirk Herrmann.

Im „Projektpraktikum“ arbeitete die Universität dieses Mal mit Bosch SoftTec zusammen. IT-Studierende haben sich im Sommersemester mit „agilen Software-Entwicklungsmethoden“ auseinandergesetzt und ihre technischen Kenntnisse ausgebaut. Dabei konnten sie eine Plattform des Unternehmens nutzen: „mySPIN“ ist eine App-Plattform für Fahrzeuge und erlaubt dem Fahrer so die Bedienung von Apps auch während des Betriebs des Fahrzeugs. Das Unternehmen hat den Studierenden eine Software- und Hardware-Referenzplattform bereitgestellt. Eine von den Studierenden entwickelte App kombiniert zum Beispiel Video-Aufnahmen mit Karten- und Bewegungsdaten und zeigt beides während der Fahrt an. Zugleich wird alles aufgezeichnet und man kann somit später eine Fahrt komplett nachvollziehen. Darüber hinaus gab es regelmäßige Treffen, um Zwischenergebnisse abzunehmen und die nächsten Entwicklungsschritte zu besprechen. Durch den kurzen Draht konnten auch technische Schwierigkeiten, die mit solch innovativen Plattformen auftreten können, schnell geklärt werden. „Die Studierenden haben gezeigt, wie man mit Motivation und Spaß beim Entwickeln zu jeder Herausforderung auch die passende Lösung findet“, sagt Robin König. Konzeptionell unterstützt wurde das Praktikum auch durch Dietmar Meister. Der Produktbereichsleiter der Bosch SoftTec GmbH hat sich über den Erfolg der Studierenden informiert und sich ein eigenes Bild bei der Endabnahme gemacht. „Das Praktikum hat perfekt das Trainieren von Software Entwicklungsmethoden mit der prototypischen Produktentwicklung kombiniert. Die Studierenden haben in den 4 Wochen viel gelernt und ein respektables Ergebnis abgeliefert“, so Dietmar Meister.

Auch für die Studierenden war das Praktikum ein besonderes Erlebnis. „In dem Praktikum haben wir gelernt, als Team zu agieren und gemeinsam ein spannendes Projekt zu realisieren“, sagt die IT-Studentin Lea Gerling. Die Ergebnisse aus dem Praktikum stellen die Studierenden Ende Oktober auch der Hochschulöffentlichkeit in einem realen Fahrzeug vor.

Im Wintersemester 2015/16 setzen die Informatiker die Zusammenarbeit fort: Mit Bosch SoftTec startet die Hildesheimer Arbeitsgruppe „Software Systems Engineering“, gemeinsam mit weiteren Hochschulen in der Region, ein „Hackathon“ zum Thema „Connected Mobility“. Bei einem Hackathon – eine Kombination der Wörter „hacken“ und „Marathon“ – arbeiten Programmierer ein Wochenende lang an einem Projekt in der Software- oder Hardwareentwicklung, dabei lassen sie ihrer Kreativität freien Lauf und setzen eigene Ideen um. Der Hackathon in Hildesheim findet vom 13. bis 14. November 2015 statt. Er steht allen Studierenden offen. Dabei können Studierende auch auf die App-Plattform für Fahrzeuge zurückgreifen. Die Gewinner des Hackathons werden Gelegenheit haben, ihr Ergebnis dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies und dem Hildesheimer Oberbürgermeister Ingo Meyer sowie weiteren Vertretern von Industrie, Politik und Hochschulen aus der Region vorzustellen.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Informatik SSE
news-10579 Tue, 25 Aug 2015 17:45:00 +0200 Campus unter Strom: Carsharing mit Elektroautos https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/campus-unter-strom-carsharing-mit-elektroautos/ Seit fast zwei Jahren erprobt die Universität Hildesheim die Alltagstauglichkeit von Carsharing mit Elektroautos. Nach Feierabend und am Wochenende können Uni-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Autos privat nutzen, tagsüber greifen weitere Beschäftigte auf die Fahrzeuge zurück. Über ein Webportal erfolgen die Buchungen. Auf den Erfahrungen aus dem „innerbetrieblichen Carsharing" können Pflegedienste, Taxiunternehmen oder Nachbarschaftsverbünde im ländlichen Raum aufbauen. Wissenschaftler des Instituts für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik untersuchen, wie elektrisch betriebene Fahrzeuge auf Hildesheimer Straßen zum Einsatz kommen. An der Universität untersuchen sie seit Oktober 2013 im Verbundvorhaben „e-Autarke Zukunft" ein innerbetriebliches Carsharing mit Elektrofahrzeugen. Dabei wird das Fahrzeug zwischen dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer geteilt. Zurzeit stehen für das „Tandem"-Modell fünf Elektrofahrzeuge den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Universität zur Verfügung. Ein Tandempartner kann dabei das Auto für die private Nutzung nach der Arbeit und am Wochenende verwenden, erzählt Olexander Filevych. Während der Arbeitszeit steht das Elektrofahrzeug anderen Beschäftigten der Universität für die dienstliche Nutzung bereit, zum Beispiel um vom Kulturcampus zu einem Termin in die Innenstadt zu gelangen. Die anfallenden Gesamtkosten werden geteilt.

„Die Begeisterung für die leisen, umweltfreundlichen und durchaus agilen Fahrzeuge ist groß. Zwei unserer fünf Fahrzeuge werden an einem Solarcarport geladen“, sagt Filevych. Über ein Internetportal kann man einsehen, wie viel Energie erzeugt wird und wie viel Energie das Auto zu welcher Tageszeit verbraucht hat. Auch die dienstliche Nutzung hat seit Oktober 2013 stark zugenommen. Mittlerweile sind rund 100 Nutzer – das sind etwa 14% aller Beschäftigten – im eigens entwickelten Buchungsportal angemeldet. „Die Elektromobilität kommt also gut an und das mit großen Schritten“, meint Filevych.

Um Elektromobilität in die Breite zu tragen, sucht die Arbeitsgruppe um Professor Helmut Lessing zurzeit Organisationen, Unternehmen und Einrichtungen, die das Carsharing-Modell mit Elektrofahrzeugen als Partner der Universität Hildesheim testen. Die Forschung ist Teil der im Juni ausgeschriebenen Förderrichtlinie Elektromobilität.

Die Wissenschaftler konzentrieren sich dabei auf die Wirtschaftlichkeit von Elektromobilität im Landkreis Hildesheim. Nach Auslauf des Projekts soll ein Start-up die Betreuung, Buchung und Abrechnung der Fahrzeuge und Beratungsdienste übernehmen. Das Ziel der Forscher: Sie wollen Elektromobilität aus Hildesheim nun in die weiteren Landkreise in Niedersachsen tragen. Dabei erhalten die Wissenschaftler viele Rückmeldungen von interessierten Privatpersonen, die Elektroautos bereits nutzen oder nutzen möchten sowie von Betrieben, etwa Reinigungsunternehmen und Pflegedienste. Nach einem Aufruf in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung meldeten sich unmittelbar ein Dutzend interessierte Betriebe und Familien.

Und wie reagieren Menschen auf die neue Technologie? In einem weiteren Projekt ist Britta Reinecke beteiligt, in einem Wohngebiet am Moritzberg untersucht sie die Akzeptanz von neuer Energietechnik. Die Sozialwissenschaftlerin erfasst, wie akzeptiert Elektromobilität und Energietechnik, wie Elektroautos genutzt und geteilt werden. Ändert sich dadurch das Mobilitätsverhalten? Die Hildesheimer Wissenschaftlerin untersucht, welche Erfahrungen die Bewohner nach dem Einzug in den Bereichen Technik, Energie, Mobilität sammeln.

Wer Interesse an einer Kooperation hat, kann die Forscher kontaktieren. Auch Privatpersonen sind willkommen an dem Elektroauto-Projekt teilzunehmen, denn in Zukunft könnten sich auch mehrere Familien zusammen tun, um die Nutzungskosten des Elektrofahrzeugs somit untereinander zu teilen. Dabei steht insbesondere der ländliche Raum im Fokus. Kontakt zu den Forschern: Prof. Helmut Lessing (Tel. 05121 883 40512; E-Mail: lessing@cs.uni-hildesheim.de) oder Olexander Filvych (Tel. 05121 883 40644; E-Mail: filevy@uni-hildesheim.de).

Mit Elektrofahrrädern über den Universitätsplatz. Foto: Marian Schrader/Uni Hildesheim

Elektrofahrräder an der Universität

Seit dem Frühjahr stellen die Forscher um Professor Helmut Lessing vier Elektrofahrräder (Pedelecs) für Dienstfahrten innerhalb der Kernarbeitszeit kostenfrei zur Verfügung. Wie schon bei den Elektroautos sind auch die Fahrräder wieder einem Tandem-Partner zugeordnet. Gegen einen kleinen Beitrag von voraussichtlich zwanzig Euro im Monat können die Tandem-Nutzer die Pedelecs auch nach Feierabend privat nutzen. Die Forscher der Uni Hildesheim untersuchen nun, ob die Elektrofahrräder in Unternehmen dazu führen können, dass die Umwelt geschützt wird, weil sie Autos ersetzen. Erste Erfahrungen zeigen, dass im Kurz- bis Mittelstreckenbereich das Auto problemlos stehen gelassen werden kann. Erste Langstrecken-Testfahrten der Hildesheimer Arbeitsgruppe  haben ergeben, dass im Hildesheimer Raum eine Streckenlänge von max. 50 km bei mittelstarker Unterstützungsleistung zurück gelegt werden kann, wenn nicht zwischengeladen wird.  „Es besteht also ein hohes Potential für Pendler im Mittelstreckenbereich“, so das Fazit der Forscher.

Medienkontakt: Pressestelle Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Sozialwissenschaften Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Betriebswirtschaft
news-10347 Wed, 15 Jul 2015 11:39:00 +0200 Die dünne Haut der Erde https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/die-duenne-haut-der-erde/ Die Haut der Erde ist sehr zart und kann leicht zerstört werden. Der Boden ist die „Grundlage des Lebens“, sagt Professor Martin Sauerwein. Die Vereinten Nationen haben deshalb das „Jahr des Bodens“ ausgerufen. Geographen der Universität Hildesheim erklären Bürgern auf Geländeexkursionen (zum Beispiel am 18. Juli 2015) Bodenprofile. Ihre Mission: der Bodenschutz. Täglich bewegen wir uns über den Boden, nehmen ihn aber kaum wahr. Isa Lange traf die Forscher. Wir laufen täglich herum, ohne zu wissen, was sich eigentlich genau unter unseren Füßen abspielt. Ziemlich riskant, aber es hat sich bewährt. Wir vertrauen der Rasenfläche, dem Beton, dem Waldweg.

Die „dünne Haut unserer Erde“ nennt Martin Sauerwein den Boden, der auch Informationsträger ist. Informationen zur Landnutzung und Geschichte könne man recht einfach aus ihm herauslesen. Der Geographieprofessor der Universität Hildesheim zeigt auf Bodenhorizonte und erklärt die Sprache der Erde. „Schon in der Farbabfolge kann man den Bodenreichtum erkennen. Im Mutterboden, der oberen braun-schwarzen Schicht, stecken viele Nährstoffe. Wo wir einen mächtigen Humushorizont haben, werden wir auch eine relativ gute Nutzung, insbesondere für die Landwirtschaft, haben.“ Neben den Nährstoffen erfasst der Forscher die Bodenphysik: Wie fest ist der Boden, wie steil ist die Fläche? Wie viel Wasser kann der Boden speichern? „Auf Böden mit geringer Speicherkapazität kann sich kaum Landwirtschaft entwickeln. Wald wächst nicht überall ertragreich, welche Pflanzen und Tiere wo wachsen und gedeihen, hängt von der Beschaffenheit des Bodens ab“, sagt Sauerwein, der zu Bodenschutz und Flächenverbrauch sowie Altlasten forscht. „Von der Bakterie bis zum Maulwurf leben Tiere in Böden. Der Boden entscheidet, wer darin lebt. Er ist die Grundlage jeglichen Lebens.“

Und er ist uralt, im Vergleich zum Lebensalter des Menschen. „Boden wächst“, sagt Martin Sauerwein und fügt hinzu. „Seit etwa 12.000 Jahren.“ Seit der letzten Eiszeit haben sich unsere Böden entwickelt, sie sind aber eigentlich sehr jung, wenn man bedenkt, dass die Erde viereinhalb Milliarden Jahre alt ist. „Während der Eiszeit gab es kaum Leben, kaum Vegetation. Erst wuchsen Moose und Flechten, dann Gräser, Bäume. Sie warfen Blätter ab, damit bildet sich stetig der Humus“, erklärt Sauerwein. Das Ergebnis dieses Wachsens sieht man in einem Bodenprofil, die Hildesheimer Forscher sind Fachleute im Erstellen von Bodenprofilen. „Aus ihnen kann man ablesen, was in der Vergangenheit passiert ist“, sagt der Professor. In Folge des Erzbergbaus sind in den Auenbereichen im Hildesheimer Raum, entlang der Innersten, zum Beispiel Ablagerungen von Schwermetallen nachweisbar. Böden können extrem belastet sein, etwa durch nahegelegene Mülldeponien oder Pestizide, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. „Manche Bodentypen halten die Pestizide fest. Ein sandiger Typ lässt sie hingegen, wenn wir Pech haben, ins Grundwasser kommen. Nicht jeder Boden kann das abpuffern“, so Sauerwein.

Wissenschaftler vom Institut für Geographie der Universität Hildesheim graben Bodenprofile und können daran erkennen, wie ertragreich oder belastet der jeweilige Boden ist. Gerade erst haben sie auf einer italienischen Mittelmeerinsel mit einem Bohrer Proben bis in 8 Meter Tiefe entnommen, um die Entstehung von Tälern zu ergründen. Der Bohrer kommt nun auch in Hildesheim zum Einsatz. Das Institut liegt inmitten einer der fruchtbarsten Flächen der Bundesrepublik: Die Hildesheimer Börde hat sehr ertragreiche Böden, so Sauerwein. Der nährstoffreiche Löss und die Böden, die sich in den letzten 12.000 Jahren darauf entwickelt haben, bieten optimales Wachstum für besonders anspruchsvolle Kulturen – zum Beispiel Zuckerrüben. Ein Vergleich: Während in der Hildesheimer Börde Ackerzahlen bis nahe dem Maximalwert von 100 erreicht werden, liegen die Werte bei Böden der Marschen an der Nordseeküste oder den Heidelandschaften zwischen 30 und 50. „Wo eine Halde für ein Bergwerk oder eine ICE-Trasse entsteht, ist der Boden für eine ackerbauliche Nutzung verloren.“ Auch die Erdverkabelung, um im Zuge der Energiewende Strom vom windreichen Norden in den Süden Deutschlands zu transportieren, ist ein Bodenfresser: 40 Meter breite Schneisen für die Erdkabel werden in den Boden geschlagen.

Alle Flächen in Deutschland sind im Katasteramt hinterlegt. Ganz Itzum war einmal landwirtschaftliche Fläche und ist heute Wohngebiet. „Von 1993 bis 2009 hat sich der Anteil der versiegelten Siedlungs- und Verkehrsfläche im Stadtgebiet von Hildesheim von 29% auf 32% erhöht“, sagt Sauerwein. Das ist fatal für den Boden: Die oberen ein bis zwei Meter sind entscheidend, in ihnen sind die Nährstoffe gespeichert. Gerade sie gehen bei Bauprojekten verloren, sind nicht wieder herbeizuschaffen. „Einen Boden, den ich mit einem Parkplatz versiegele, der ist fast immer unwiederbringlich verloren. Da ist kein Regenwurm drin, da kann keine Pflanze wachsen, da wird kein Regenwasser gespeichert. Dieser Flächenverbrauch ist besonders in unserer Region problematisch, da wir so ertragreiche Böden haben.“

Wenn Studierende aus den Bereichen Umweltsicherung, Nachhaltigkeitsbildung und Naturschutz sich erstmals mit Böden befassen, dann beobachtet Nico Herrmann oft einen „Aha-Effekt“. So nennt er den Moment, in dem die jungen Erwachsenen bemerken, dass sie ja täglich über Böden gehen, aber kaum wissen, „was da unten abläuft“, sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter.

Studierende aus dem Bereich Umweltsicherung und Naturschutz haben eine Arbeitsgruppe „BokuHiLa“ gegründet, in der sie das Hildesheimer Land erkunden, Interessierten auf Exkursionen Relief, Gestein, Organismen und Bodentypen erläutern, eine Datenbank zu bodengeographischen Abschlussarbeiten aufbauen und auf Bodenschutz aufmerksam machen. In Geländearbeiten schauen sich die Studierenden Böden an und nehmen an verschiedenen Punkten Bodenproben, im Labor weisen sie Schadstoffe und Nährstoffe nach. Mit den Studierenden ergräbt Nico Herrmann auch Bodenprofile, die die Hildesheimer Bevölkerung erkunden kann. In einem Geländeseminar haben sie gerade erst vier Bodenprofile im Hildesheimer Wald angelegt, ein Meter tief, ein Meter breit. „Unsere Seminare sind sehr physisch. Erfahren, Erfühlen, Riechen, Schmecken – und daraus Schlussfolgerungen treffen“, sagt Nico Herrmann. Das sei „wie ein Krimi“. Sie gehen zum Beispiel der Frage nach: Warum ist dort ein Hügel, warum hat ein Landwirt sein Feld nicht am Oberhang angelegt (weil dort weniger Ertrag ist)? „Warum ist Hildesheim hier 1200 Jahre alt geworden und nicht bergauf? Die guten, ertragreichen Flächen, die Ressourcen der Umgebung und das Wasser der Innerste waren damals wie heute entscheidende Faktoren für die Wahl des Standorts. In Bad Salzdetfurth hingegen haben wir es mit einem engen Tal zu tun, wo kaum Landwirtschaft betrieben werden kann“, ergänzt Martin Sauerwein. „Wir sollten ökologisch wertvolle Böden schützen und dies in der Planung beachten“, lautet sein Appell.

Exkursion: Boden erkunden im Hildesheimer Wald / „Jahr des Bodens 2015“

Zum „Jahr des Bodens 2015“, das von den Vereinten Nationen ausgerufen wurde, lädt das Institut für Geographie der Universität Hildesheim am Samstag, 18. Juli 2015, in Zusammenarbeit mit den Niedersächsischen Landesforsten - Forstamt Liebenburg und den Unteren Naturschutzbehörden der Stadt und des Landkreises Hildesheim Interessierte zu einer bodengeographischen Exkursion ein. Im Raum des „Naturschutzgebietes Finkenberg/Lerchenberg“ werden typische Böden im Bereich des Hildesheimer Waldes sowie dessen Umgebung  allgemeinverständlich vorgestellt. Mit der Exkursion soll der Blick auf den allgegenwärtigen und doch wenig beachteten Untergrund gerichtet werden. Die Entstehungsgeschichte der Landschaft und die daraus resultierenden Standortunterschiede, aus denen sich auch die Verteilung von Feld und Forst ergeben, werden anhand von Bodenprofilen präsentiert, die die Hildesheimer Forscher und Studierende sowie die studentische Arbeitsgruppe „BoKuHiLa (Bodenkunde Hildesheimer Land)“ in den vergangenen Wochen aufgegraben haben. Eine Anmeldung zu der etwa drei- bis vierstündigen Exkursion, die kostenfrei ist und bei jedem Wetter stattfindet, ist nicht notwendig. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Beginn ist um 10:00 Uhr auf dem Parkplatz der Sportanlage Neuhof an der Robert-Bosch-Straße.

Boden-Schauprofil in Hildesheim erkunden

Geographen und Bodenkundler der Universität Hildesheim arbeiten seit mehreren Jahren mit dem Landkreis zusammen, um auf die Besonderheiten der regionalen Böden aufmerksam zu machen. Dazu gehören zum Beispiel die Betreuung des Schwarzerde-Schauprofils in Asel und Exkursionen. Seit zwei Jahren können Bürger und Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Böden der Innerste-Aue erhalten, Ablagerungen und Prozesse der Bodenbildung seit dem Mittelalter und die mit dem Harzer Bergbau verbundenen Schwermetallbelastungen anschaulich nachvollziehen. Das Forscherteam um Martin Sauerwein hat ein Boden-Schauprofil erstellt. Eine 2,20 Meter tiefe Grube, der Zugang erfolgt über eine Treppe, eine Tafel mit Fakten gibt erste Auskunft. Dabei wurden sie vom Niedersächsischen Umweltministerium unterstützt. Das Profil befindet sich auf der Domäne Marienburg der Universität Hildesheim, zwischen Theaterneubau und Kernburg/Hohes Haus. Weitere Boden-Schauprofile sollen niedersachsenweit erschlossen werden, zunächst im Raum Hildesheim und Osnabrück. Die Bingo-Umweltstiftung fördert die Hildesheimer Aktivitäten mit 10.000 Euro.

Medienkontakt: Universität Hildesheim, Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Biologie & Chemie Geographie
news-10238 Wed, 24 Jun 2015 12:50:00 +0200 Flugroboter wecken Interesse an Technik https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/flugroboter-wecken-interesse-an-technik/ Er schafft locker 1000 Meter Entfernung und kann selbstständig landen, wenn der Akku leer wird: Technik-Studierende der Uni Hildesheim bauen Flugroboter. Nils Habich gibt während der Ideen-Expo in Hannover und während der SchülerInnen-Universität in Hildesheim Einblicke in die Technik – und lässt die Roboter im Hörsaal fliegen. Während der Ideen-Expo vom 4. bis 12. Juli 2015 möchte er Schülerinnen und Schüler für Technik begeistern. Nils Habich forscht über Drohnen im Alltag. Der wissenschaftlicher Angestellte vom Institut für Technik der Universität Hildesheim hält anlässlich der Universität für Schülerinnen und Schüler am Donnerstag, 25. Juni 2015, einen Vortrag über Flugroboter. Matthias Friedrich sprach mit ihm über die Didaktik des Fachs Technik.

Was sollte Ihre Vorlesung idealerweise bewirken?

Nils Habich: Grundsätzlich möchte ich das Interesse der Schülerinnen und Schüler an technischen Themen wecken. Zu dem Thema „Flugroboter“ wird es Informationen geben, die über das, was man allgemein in der Presse liest, hinaus gehen. Wir möchten den Schülern der neunten bis zur dreizehnten Klasse, die kurz vor dem Schulabschluss stehen, Anregungen für ihre Zeit nach dem Schulabschluss geben, und sie mit unserem Praxisbeispiel „Flugroboter“ für eine technische Zukunft motivieren.

Wie wollen Sie Ihr Thema didaktisch aufbereiten? Bringen Sie einen Flugroboter mit und lassen ihn im Hörsaal steigen?

Ich werde den Einsatz von Flugroboten anhand vieler Beispiele aus dem Alltag illustrieren. Heutzutage werden beispielsweise viele Filmaufnahmen mit einem Quadrocopter gemacht. Man kennt das aus der Autowerbung: Das Auto fährt vorweg und der Quadrocopter fliegt mit einer Kamera hinterher. Natürlich werde ich einen einsatzbereiten Flugroboter mitbringen. Auch eine praktische Einbindung der Schüler in den Vortrag, wie wir das bereits bei Lehrerfortbildungen praktizieren, ist geplant. Wie das im Detail durchgeführt werden kann, wird derzeit geprüft.

Was möchten Sie selbst von der Schüleruni lernen?

In einer Vorlesung oder einem Seminar muss man sich immer wieder neu auf seine Zuhörer einstellen. Hier sind es nun relativ junge Schülerinnen und Schüler, möglicherweise unsere zukünftigen Studierenden. Für mich ist es interessant, ob es gelingt, die Schüler mit diesem Thema für technische Fragestellungen zu begeistern. Vielleicht inspiriert mich die Schüleruni auch für meine universitäre Lehre. Ich bin gespannt auf das Feedback.

Ideen-Expo 2015

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim geben in Hannover Einblicke in ihre Forschung: Während der Ideen-Expo vom 4. bis 12. Juli 2015 können Jugendliche einen Quadrocopter, den Studierende entworfen haben, steuern. Ein Quadrocopter ist sozusagen ein Helicopter mit vier Rotoren. Am Stand LR-16 können sie außerdem einen ökologischen Fußabdruck berechnen, mit Computern reden und Smartphones programmieren.

Universität für Schülerinnen und Schüler

Der Fachbereich 4 der Universität Hildesheim berichtet in Form einer „Ringvorlesung" über aktuelle Forschungsthemen und möchte Interesse an Wissenschaft wecken. Die Spannweite reicht von Biologie, Chemie, Geographie, Physik, Mathematik, Technik, Informatik bis zu Wirtschaftsinformatik und Betriebswirtschaft. Schülerinnen und Schüler erhalten damit einen Einblick in die Vielfalt des „MINT"-Bereiches (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Jede Woche stellt ein anderes Fach Forschungsprojekte vor, in die auch Studierende eingebunden sind. Man kann auch nur zu einzelnen Vorlesungen gehen oder später noch einsteigen.

Nach dem Vortrag über Flugroboter am 25. Juni 2015 geht es am 2. Juli weiter mit dem Informatiker Holger Eichelberger und dem Thema Software-Entwicklung für Smartphones. Am 9. Juli zeigt der Mathematikprofessor Thomas Richthammer anhand von Computerviren, Waldbränden und Infektionen, wie solche räumlichesn Ausbreitungen mathematisch mit stochastischen Modellen erklärt werden können. Am 16. Juli endet die Vorlesungsreihe mit einem Einblick in die Biologie der Wale durch den Biologen Peter Zahn. Die kostenfreien Vorelsungen beginnen um 16:15 Uhr im Hörsaal H1 (Hauptcampus Universitätsplatz 1) und dauern etwa eine Stunde. Die Vorlesungen Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 13 (für Jüngere je nach Vorkenntnissen geeignet). Auch Lehrkräfte, Eltern und Schulklassen sind herzlich willkommen.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Technik
news-10177 Fri, 12 Jun 2015 18:55:00 +0200 Gehen Jugendliche in die Natur? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/gehen-jugendliche-in-die-natur/ Geographiedidaktiker der Universität Hildesheim haben in einer Vollerhebung alle Fünft- und Neuntklässler an Hildesheimer Haupt-, Real- und Gesamtschulen befragt, ob sie in die Natur gehen. Erdkundeunterricht findet meist im Klassenraum statt, so ein Ergebnis. Man befasst sich mit der Umwelt, aber ist kaum in der Natur. Was würdest du für Naturschutz und gegen Umweltprobleme tun, wenn du könntest? „Jeden Öltanker mit Klebeband abkleben, damit nie wieder ein Öltanker ausläuft.“  Die Idee stammt von einer Siebtklässlerin, Was verstehen Jugendliche unter „Natur“ und „Umwelt“? Etwa 70 % der Schülerinnen und Schüler können nicht beschreiben, was „Umwelt“ ist. Viele Jugendliche verbinden mit dem Begriff Umweltverschmutzung, meist begründen sie diese Zerstörung der Umwelt mit Verkehr, Müll und Atomkraft. Jugendliche sammeln nur wenige Naturerfahrungen in der Schule, Erdkundeunterricht findet meist im Klassenraum statt. Man befasst sich mit der Umwelt, aber ist kaum in der Natur.

Das ist ein Ergebnis einer Studie von Geographiedidaktikern der Universität Hildesheim. Ann-Christin Schock hat untersucht, wie Lehrerinnen und Lehrer Geomedien und außerschulische Lernorte – etwa Schulbiologiezentren – in den Unterricht einbeziehen können. „Wie können Jugendliche sensibilisiert werden, um die Welt für nachfolgende Generationen zu erhalten? Schulen können über Medien Interesse für die Natur wecken“, sagt Schock. Dazu hat sie in einer Vollerhebung 1200 Fünft- und Neuntklässler aus allen Hildesheimer Haupt-, Real- und Gesamtschulen befragt. Der Schülerfragebogen bezog sich auf die Bereiche Freizeitgestaltung, Umweltbewusstsein, Naturerfahrung und Mediennutzung in Freizeit und Unterricht. Außerdem wurden 53 Geographielehrkräfte befragt. „Ich wollte wissen, was machen die Schüler eigentlich in ihrer Freizeit, gehen sie raus ins Grüne?“ 11- und 12-Jährige seien noch sehr offen für die Natur, möchten raus in den Wald, ob Mädchen oder Jungen. Ältere, die stark medienaffin sind, haben hingegen kaum Lust auf Naturerfahrungen in der Schule und mit der Familie. Die Mädchen seien im höheren Alter aber eher naturaffin, gehen reiten oder mit dem Hund Gassi. Ein Junge sagte, Natur sei die Fußgängerzone.

„Nur Klicken in das Internet reicht nicht aus, um Natur zu erleben. Ich muss einen Regenwurm auch anfassen“, sagt Geographieprofessor Martin Sauerwein, der in der Lehrerfortbildung ansetzt. Ann-Christin Schock hat ihre Promotion im Graduiertenkolleg „Gender und Bildung“ abgeschlossen und zuvor an der Hildesheimer Uni Lehramt mit den Fächern Geographie und Englisch studiert. Da die Mediennutzung bei Jugendlichen in starker Konkurrenz zur Naturerfahrung steht, sollte im Unterricht das mediale Interesse genutzt werden, um den zum Teil verlorengegangenen Naturzugang wiederherzustellen, etwa durch Geocaching. „Dabei ist bedeutsam, die Lebenswelt, Interessen sowie die Diversität im Klassenzimmer zu berücksichtigen.“

Hildesheimer Geographische Studien

Wer mehr über Naturerfahrungen von Jugendlichen und den Einsatz von Medien im Erdkundeunterricht erfahren möchte, findet Informationen in Band 3 der „Hildesheimer Geographischen Studien“. Die Darstellung und Analyse der Befragung von Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I zu Naturerfahrungen und Geomedien von Ann-Christin Schock umfasst 250 Seiten.

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Geographie Biologie & Chemie Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
news-10176 Fri, 12 Jun 2015 18:33:00 +0200 Griechenland und die Schuldenkrise https://www.uni-hildesheim.de/en/fb4/aktuelle-neuigkeit-fachbereich-4/artikel/griechenland-und-die-schuldenkrise/ Professor Athanassios Pitsoulis erforscht die griechische Schuldenkrise. Auf Einladung der Universitätsgesellschaft Hildesheim gibt der Wissenschaftler Einblicke in die derzeitige Lage in Griechenland und Europa. Mit dem Professor für Wirtschaftswissenschaften und Didaktik sprach Matthias Friedrich vorab. Die Universitätsgesellschaft lädt zu einem öffentlichen Vortrag ein: Professor Athanassios Pitsoulis spricht am Dienstag, 16. Juni 2015, über „Griechenland, Währungsstabilität und Politik in Europa“. Der Vortrag im Audimax ist öffentlich und eintrittsfrei. Pitsoulis geht auf die Situation und Stimmung in Griechenland ein und beschreibt den Zahlungsplan für Griechenland und was in naher Zukunft ansteht. In seinem Vortrag berücksichtigt der Wirtschaftswissenschaftler auch die Frage „Worauf lässt sich Europa ein?“, die Währungsstabilität und den Einfluss des europäischen Wahlkalenders auf Entscheidungen. Athanassios Pitsoulis ist Professor für Wirtschaftswissenschaften und Didaktik an der Universität Hildesheim. Er besitzt die griechische und deutsche Staatsangehörigkeit. Erst kürzlich hat er im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung eine Reise nach Griechenland unternommen. „Über die Unterstützung besonderer Projekte der Studierenden hinaus, möchte die Universitätsgesellschaft Hildesheim e.V. auch die Verbindung von Universität und Öffentlichkeit fördern. Daher lädt die Universitätsgesellschaft zu diesem Vortrag zu einem hochaktuellen Thema ein“, sagt Dr. Rainer Hermeling, Vorsitzender der Universitätsgesellschaft.

Interview über die griechische Schuldenkrise und Europa

Worin sehen Sie die Ursachen der griechischen Schuldenkrise?

Athanassios Pitsoulis: Aus meiner Sicht ist die Krise dadurch entstanden, dass die Griechen 2009 nach einer Parlamentswahl ihre Defizitzahlen nachträglich korrigiert haben. Vorher hatte man ein viel niedrigeres Defizit nach Brüssel gemeldet, was die nachfolgende Regierung mehrmals nach oben korrigieren musste. Nach der Lehman-Pleite in den USA war das genau das falsche Signal aus Griechenland: „Wir sind als Schuldner nicht glaubwürdig. Man kann den Daten, die unsere finanzielle Tragfähigkeit betreffen, nicht wirklich vertrauen.“ Ab diesem Moment war es für Griechenland kaum mehr möglich, sich international zu verschulden. Bei fast allen Volkswirtschaften auf der Welt ist es aber so, dass man alte Schulden durch neue ablöst. Man schiebt also immer eine Bugwelle von Staatsschulden vor sich her. Solange das Weltwirtschaftsklima gut ist, ist das ein beherrschbares Problem. Aber in dem Moment, wo die Investoren Risiken sehen, funktioniert das nicht mehr unbedingt.

Die Schuldenkrise ist ja inzwischen längst zur Sache der europäischen Pol