Netzeffektbasierte Diffusionsmodelle (Lüke)

 

Promotionsvorhaben Karl-Heinz Lüke (Betreuer: Prof. K. Ambrosi, Dr. H.-P. Quadt, Telekom-FH Leipzip)

Für die strategische und operative Planung und auch speziell für absatzrelevante Fragestellungen ist die Erklärung von Diffusionsverläufen bei konkurrierenden, netzeffektbasierten Telekommunikationsdiensten von großem Interesse. Grundsätzlich können als Netzeffektgüter mit direkten Netzeffekten diejenigen positiven Anwenderexternalitäten verstanden werden, die aus einem unmittelbaren Nutzenzuwachs durch eine zunehmende Nutzeranzahl entstehen (z.B. Telefon, eMail). Daher ist die Entwicklung und Modellierung einer geeigneten Methodik in Form eines Simulationsmodells aus praxisrelevanter Sicht für verschiedene Planungsabteilungen, wie z.B. das Innovationsmanagement und das Produktmanagement, von hoher Bedeutung.

Aus wissenschaftlicher Sicht lassen sich verschiedene Anforderungen an ein Simulationsmodell formulieren. Zum einen sollen mehrere in Konkurrenz stehende Alternativen und dynamische Nutzenfunktionen in einem integrierten Ansatz berücksichtigt werden. Zum anderen soll auf Grundlage von empirischen Daten eine Kalibierung des Simulationsmodells, d.h. die Schätzung von Parametersätzen, durch geeignete Optimierungsverfahren erfolgen. Die Anpassung des Modells an empirische Datensätze bildet die Grundlage für die sich daran anschließende Prognose. Je nach Zielsetzung erfolgt eine Entscheidungsunterstützung für strategische oder operative Fragestellungen durch „What-If-Analysen“ oder „How-To-Achieve-Analysen“.

Die praktischen Erfahrungen mit dem Simulationsmodell haben gezeigt, dass durch die Flexibilität des Ansatzes unterschiedliche Fragestellungen in Bezug auf die zeitliche Entwicklung von Technologien methodisch unterstützt werden können. Folgende Szenarien sind bereits bisher durchgeführt worden: Teilnehmerentwicklung des Mobilfunks in Deutschland und die Entwicklung von Breitbandzugängen.