Innovationen in der Hochschullehre: Universität Hildesheim baut digital unterstützte Lehre aus

Thursday, 10. June 2021 um 14:05 Uhr

Die Universität Hildesheim ist mit zwei Anträgen in der Förderlinie „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“ erfolgreich. In den kommenden drei Jahren kann die Universität nun neue digitale Innovationen in der Lehre realisieren.

Themenbilder: Daniel Kunzfeld (2), Clemens Heidrich, Bildkombo: Isa Lange

In den kommenden drei Jahren kann die Universität Hildesheim die Hochschullehre im Bereich der Digitalisierung stärken.

Die „Stiftung Innovation in der Hochschullehre“ fördert die Universität Hildesheim im Programm „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“: Der Hildesheimer Einzelantrag „Digital C@MPUS-le@rning: Implementierung und Transfer digital unterstützter Lehrformate für selbstgesteuertes, virtuellräumliches und kokreativ-kollaboratives Lernen“ und die Mitwirkung im Verbund „Souver@nes digitales Lehren und Lernen in Niedersachsen“ wurden bewilligt.

Prof. Dr. Jürgen Sander, Vizepräsident für Studium, Lehre, studentische Belange und Digitalisierung der Universität Hildesheim, sagt anlässlich der erfolgreichen Bewilligung: „Mit den von der ‚Stiftung Innovation in der Hochschullehre‘ bewilligten gut 3 Millionen Euro (Einzelantrag) und ca. 380.000 Euro (Verbundantrag) wird die Universität Hildesheim in den nächsten drei Jahren – wie von der Förderlinie vorgesehen – Hochschullehre durch Digitalisierung stärken. Wir möchten dazu die vielfältigen Impulse digitaler Lehre aus drei Corona-Semestern aufgreifen, beleuchten und reflektiert weiterentwickeln und damit zur nachhaltigen Verbesserung von Präsenzlehre und -studium – auch an anderen Hochschulen – beitragen. Austausch und Vernetzung niedersächsischer Hochschulen im Bereich der Digitalisierung sollen dabei signifikant und dauerhaft intensiviert werden. Die Bundesmittel sowie die zusätzlichen Fördermittel des MWK eröffnen unserer Universität in Zeiten knapper Ressourcen enorme Möglichkeiten zur Verbesserung der Lehre.“

Digitalisierung in der Lehre: Konzepte wurden von Studierenden mitentwickelt

Lehrende aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Psychologie, Chemie, Fremdsprachen, katholische Theologie und Literaturwissenschaften lieferten ideenreiche, zum Teil mit dem „Preis für hervorragende digitale Lehre“ ausgezeichnete Einzelprojekte, die nun mit Unterstützung aus Rechenzentrum und Universitätsbibliothek zu einem Netz digitaler Lehr- und Lernformate entwickelt werden sollen, erläutert Vizepräsident Sander.

Das Redaktionsteam für den Einzelantrag bildeten neben dem Vizepräsidenten für Studium, Lehre, studentische Belange und Digitalisierung die Mitarbeiterinnen Annette Lützel (Koordinatorin des Sprachlernprojekts) und Birgit Oelker (Geschäftsführerin des Zentrums für Digitalen Wandel) sowie als studentischer Vertreter Yannic Gerken. Im Antragsteam des Verbundprojektes mit sieben anderen niedersächsischen Hochschulen vertrat Dr. Jörg Diederich (Leiter des Rechenzentrums) die Uni Hildesheim.

Überblick über das Einzelprojekt „Digital C@MPUS-le@rning“ und das Verbundprojekt „Souver@nes digitales Lehren und Lernen in Niedersachsen“

Digital C@MPUS-le@rning

Die Digitalisierung der Lehre an der Universität Hildesheim war bis zu Beginn der COVID-19-Pandemie 2020 von innovativen Einzelprojekten geprägt. Mit dem Vorhaben „Digital C@MPUS-le@rning“ wird die Universität Hildesheim den Innovationsschub der pandemiebedingten Digitalsemester nutzen, um auf Basis studentischer Rückmeldungen und wissenschaftlich gestützter Empfehlungen systematisch einen digitalen Lehr- und Lerncampus aufzubauen.

Mehrere Fachdisziplinen werden Lehrformate für selbstgesteuertes, virtuell-räumliches und kokreativ-kollaboratives Lernen entwickeln und in weitere Bildungsbereiche transferieren. Ein Fokus liegt in der für Niedersachsen wichtigen Lehramtsausbildung.

Die Ergebnisse inklusive Support werden anderen Fächern, Hochschulen und Bildungseinrichtungen – etwa den 300 Partnerschulen der Universität Hildesheim – zugänglich gemacht.

Daneben baut die Uni zentrale Support- und Servicestrukturen nachhaltig auf. Eine Co-Working Area soll zu einem analogen Treffpunkt zu Austausch und Beratung in der digitalen Lehre werden.

Die Universität Hildesheim plant, ein „Social Intranet“ aufzubauen, das als zentrale uniweite Plattform zur Vernetzung von Lehrenden, Studierenden und anderen Universitätsangehörigen dient. Das „Social Intranet“ eröffnet neue Wege im Austausch von Materialien, in der Kokreation und Kollaboration im digitalen Raum sowie in der professionellen universitären Kommunikation und Zusammenarbeit.

Verbundprojekt: Souver@nes digitales Lehren und Lernen in Niedersachsen

Gemeinsam mit weiteren Hochschulen in Osnabrück, Clausthal, Lüneburg, Oldenburg, Vechta und Hannover fördert die Universität Hildesheim in einem Verbund das „souveräne digitale Lehren und Lernen“. Digitale Werkzeuge sollen kompetent und lernzielorientiert von Lehrenden und Studierenden im Sinne einer Digital Literacy genutzt und die digitale Souveränität der Hochschulen als Institutionen gestärkt werden. Das Verbundprojekt wird von der Universität Osnabrück koordiniert.

Mit der intensiven Nutzung digitaler Lerntechnologien in den vergangenen Semestern sind Erfahrungswissen und digitale Kompetenzen, aber auch didaktische, rechtliche sowie technische Bedarfe und Anforderungen massiv gestiegen.

Als Folge des gestiegenen Einsatzes digitaler Werkzeuge in Verbindung mit dem Anspruch an eine hohe Lehrqualität sind auch die Support- und Serviceleistungen wie zum Beispiel IT-Basisdienste, die Medientechnik und die Hochschuldidaktik stark nachgefragt. An der Universität Hildesheim erreichten das im März 2020 spontan gebildete Projekt-Team „E-Learning“ im Sommersemester 2020 rund 1100 Anfragen. Die Anfragen an den Support für das Lernmanagementsystem stiegen im Sommersemester 2020 um das 4-fache.

Mit Beginn der COVID-19-Pandemie hat die Universität Hildesheim ihr bestehendes Lernmanagementsystem erweitert und kurzfristig Webkonferenzen bereitgestellt und somit in Pandemiezeiten einen schnellen und flächendeckenden Einstieg in die digitale Lehre ermöglicht. Die Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen soll nun vertieft werden, um kollaborativ Lösungen für die Gestaltung von Studium und Lehre zu entwickeln.