ONLINE Das Phänomen Hate Speech und seine Erkennung durch KI - interdisziplinär – international – erklärbar?

Monday, 08. February 2021 um 09:00 Uhr

Wie Hass im Netz den Diskurs gefährdet: Interdisziplinäre Tagung zum Thema Hate Speech

Wo? Die Tagung findet online über das Konferenztool BigBlueButton der Universität Hildesheim statt. Die Anmeldung für die Tagung erfolgt über folgendes Kontaktformular mit dem Betreff „IPSHE 2021“. Weitere Informationen zum Programm sowie Zugangsinformationen zum Konferenztool erfolgen dann per E-Mail. 

Wann? 9:00 Uhr bis 16:15 Uhr

Info: Hate Speech stellt in Online-Medien ein erhebliches Problem dar und wir zunehmend als gesellschaftliche Bedrohung wahrgenommen. Hasserfüllte Botschaften erschweren einen sachlichen öffentlichen Diskurs und gefährden so die demokratische Meinungsbildung. Hate Speech wird dabei als ungezügeltes Kommunikationsverhalten, als ruppige Ausdrucksweise, als hochgekochte Emotionen (Hass) verstanden – diese Sichtweise erfasst aber nur einen Teil des Phänomens. Zur aktuellen gesellschaftlichen Verunsicherung trägt bei, dass Hasskriminalität in Verbindung mit politischer Propaganda steht, die, insbesondere im rechten Spektrum, gezielt und organisiert eingesetzt wird, um das Bild bestimmter Bevölkerungsgruppen nachhaltig zu schädigen, sei es durch gezielte Stereotypisierung, Entmenschlichungsmetaphern o. Ä.. Hassrede steht im Verdacht, das politische Diskursklima im Land nachhaltig zu beschädigen und den Boden für gewaltsame Angriffe auf Politiker*innen, aber auch Minderheiten zu bereiten. Vor diesem Hintergrund greifen Regulierungsforderungen stark um sich. Gegenmaßnahmen gegen hasserfüllte Kommentare im Netz scheinen gerade in der politischen Debatte notwendig. Gleichzeitig kommt auch dieses Schutzbedürfnis nicht ohne Risiko, denn gerade die politische Rede ist vor regulierenden Eingriffen besonders geschützt und stellt das zentrale Schutzziel der Meinungsfreiheit dar. Der Umgang mit Hate Speech im Netz rührt somit an grundlegende Fragen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens und unserer politischen Ordnung, die im Dialog mit der Bevölkerung explizit thematisiert werden müssen.

In zwei Fachtagungen soll jeweils eine internationale und interdisziplinäre Fachdiskussion geführt werden, als auch die Zivilgesellschaft erreicht werden. Die erste Tagung findet am 8. Februar 2021 online statt. Eine zweite Tagung ist für Sommer 2021 geplant.  

Themen der ersten Tagung:

  • Was ist Hate Speech und wie äußert sich Hate Speech sprachlich?
  • Welche Techniken existieren für die Erkennung von Hate Speech?
  • Wie können Tools zur Erkennung von Hate Speech evaluiert werden?
  • Wie kann Hate Speech reguliert werden?
  • Wie können automatisierte Methoden zur Erkennung von Hate Speech reguliert werden ('algorithmic governance')?
  • Welche gesellschaftlichen und letztlich auch demokratischen Gefahren ergeben sich im Zusammenhang mit Hate Speech?

Weitere Infos zur Tagung sowie zum Programm gibt es auf der Website des Instituts für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie sowie unter https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/wie-hass-im-netz-den-diskurs-gefaehrdet-interdisziplinaere-tagung-zum-thema-hate-speech/

*Das Projekt wird im Rahmen der Ausschreibung »Zukunftsdiskurse« des Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab gefördert.