Tools für Translatolog*innen

Innovative Lehr- und Lernkonzepte: Innovation plus

Die Translationswissenschaft ist infolge des in den letzten beiden Jahrzehnten zu verzeichnenden digital turn im Wandel begriffen. Der Bereich der maschinellen und computergestützten Übersetzung hat erhebliche Fortschritte gemacht, die zur Veränderung des Berufsbilds von Übersetzer*innen bzw. Kommunikationsexpert*innen führen. Diese Dynamik muss sich in den Kurrikula translatologischer Studiengänge widerspiegeln. Aus rechtlichen und organisatorischen Gründen tendieren Studiengangskonzeptionen allerdings eher zu Statik und Stabilität. Das Projekt soll es ermöglichen, neues Wissen und neue Wege der Wissensaneignung in den übersetzungswissenschaftlichen Kurrikula des Instituts für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation zu implementieren. In 2021 startet eine Schulungsoffensive in digitalen Tools für Translatolog*innen: Es gilt, die MA-Studierenden am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation nachhaltig auf den neuesten Stand bezüglich aktueller und innovativer Anwendungsbereiche des Faches zu bringen und die Inhalte, verknüpft mit neuen Lehrformen, kurrikular zu verankern bzw. als extrakurrikulare, zertifizierte Workshops uniweit anzubieten.

Das durch das Ministerium für Wissenschaft und Kultur geförderte zehnmonatige Projekt startet in 2021 unter der Federführung von Prof. Dr. Nathalie Mälzer.

Folgende Tools werden im Rahmen des Programms Innovation Plus in die Lehre ider Masterstudiengänge Barrierefreie Kommunikation, Medientext und Medienübersetzung, Sprache und Technik implementiert:

  • Smartglass-Software Spectitular: Der Einsatz von Smartglasses in Verbindung mit einer Software zur Einblendung von Schrift und Bild in einem virtuellen 3-dimensionalen Raum erlaubt es, multimodale Inhalte in mehrsprachigen Kontexten oder in der Barrierefreien Kommunikation zugänglich zu machen.
  • Audiodeskription-Software Accessibility Studio: Für die Bildbeschreibung, einer der diffizilsten Aufgaben in der Barrierefreien Kommunikation, ist die digital gestützte Translation unerlässlich, um auf die sich rasant ausweitenden Bedürfnisse des Marktes zu reagieren. Insbesondere die Verknüpfung mit Text-to-Speech-Technologien und mit Maschineller Übersetzung bietet ein vielversprechendes Forschungs- und Praxisfeld.
  • Statistik-Tool SPSS: In den letzten zehn Jahren lässt sich ein erheblicher Anstieg von Rezeptionsstudien im Bereich der Übersetzungswissenschaft verzeichnen. Diese Studien befinden sich an der Schnittstelle zur sozialwissenschaftlichen Forschung. Forschende müssen daher Kompetenzen zu grundlegenden Methoden sowie Datenauswertungsinstrumenten mitbringen. 
  • Korpus-Tool EXMARaLDA: Immer häufiger basieren Untersuchungen in Abschlussarbeiten auf großen Sammlungen authentischer Texte. Neben deren Einsatz im Übersetzungsprozess selbst (etwa in Form von Translation Memory Systemen) bieten Korpora wertvolle Informationen über Sprache im Gebrauch und über sprachliche Einheiten im Kontext.
  • Kooperatives CAT-Tool Lexeri: Lexeri ist eine Software zum kollaborativen Terminologiemanagement. Durch sie können themenspezifische (und zum Beispiel auch firmeninterne) Terminologiedatenbanken zentral angelegt, gepflegt und unter allen Nutzern verbreitet werden. Termini werden auf diese Weise im Kontext gemeinsamer Nutzung verbindlich festgelegt.
  • XML-Redaktions- und Component-Content-Management-System Schema ST4 für die Technische Dokumentation: Es handelt sich hierbei um ein professionelles Werkzeug zur Erstellung und Verwaltung von Inhalten, vor allem im Bereich der Technischen Dokumentation. 
  • Post-Editing maschineller Übersetzungen über MemoQ: Maschinelle Übersetzung (MÜ) wird nicht nur von vielen Kunden verlangt, sondern auch von zahlreichen Sprachdienstleistern und Agenturen eingesetzt. Dennoch kann MÜ keine hochwertige konventionelle Übersetzung ersetzen. Deswegen steigt der Bedarf am Post-Editing von MÜ und somit auch der Bedarf an professionell geschulten Post-Editor*innen.
  • Verständlichkeitsanalyse mittels Textlab: Die Software analysiert Texte auf Verständlichkeit, Terminologie und Sprachstil, zeigt Optimierungspotenzial auf und mahnt Verstöße an. Sie unterstützt Sprachmessungen und Textanalyse, vernetztes Arbeiten, Autorenunterstützung, Terminologiearbeit und Corporate Language.