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Studentische Einzel-Arbeitplätze am Campus: „Zuhause ist das Internet unstabil“

Monday, 12. April 2021 um 08:00 Uhr

Die Lehramtsstudentin Antonia studiert im vierten Semester und startet in ihr drittes digitales Semester. Im Interview berichtet die Studentin, wie sie die digitale Lehre erlebt und sich im Studienalltag organisiert. Die Lehrenden bemühen sich sehr, die Semester interessant zu gestalten, sagt Antonia. Um ihre Hausarbeit und ein Portfolio zu schreiben, hat die Studentin einen Einzel-Arbeitsplatz für Studierende am Uni-Hauptcampus „gebucht".

Antonia studiert an der Universität Hildesheim die Fächer Deutsch und Politikwissenschaft. Foto: privat

In einer Umfrage des Studierendenparlaments (StuPa) gab unter anderem die Mehrzahl der 1500 befragten Studierenden an, „gut im Selbststudium zurecht zu kommen“. „Sehr positiv“ wurde der Ausbau der elektronischen Uni-Bibliothek aufgenommen und die Entstehung von Arbeitsplätzen, so ein Ergebnis der Umfrage. Das StuPa schlug vor, mehr Arbeitsplätze für Studierende einzurichten.

Die Universität Hildesheim stellt aufgrund der Wünsche von Studierenden seit 1. März 2021 einige Seminarräume als Einzel-Arbeitsplätze für Studierende zur Verfügung. In der Zeit von Montag bis Freitag, jeweils von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr, können diese Einzel-Arbeitsplätze über ein Online-Buchungssystem reserviert und belegt werden.

Es darf sich immer nur eine Person in einem Raum aufhalten. Die Räume müssen beim Verlassen wieder verschlossen werden. Die Räume dürfen nur während der genannten Zeiten genutzt werden.

Das Angebot wird sehr gut angenommen, berichtet Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander. „Das Baudezernat hat kurzfristig ein System etabliert, das vielen Studierenden mit problematischen häuslichen Arbeitsbedinungen nun ermöglicht, an der Uni in Ruhe und mit hinreichender Netzstärke zu arbeiten. Dabei besteht praktisch keinerlei Infektionsrisiko, sofern die seit einem Jahr erfolgreichen Hygieneregeln eingehalten werden“, so Professor Sander, Hauptberuflicher Vizepräsident für Studium, Lehre, studentische Belange und Digitalisierung.

Interview mit Lehramtsstudentin Antonia über das digitale Semester und die Nutzung eines Einzel-Arbeitsplatzes am Uni-Campus

„Trotz der Umstände freue ich mich sehr auf das Sommersemester, in dem ich einige sehr spannende Seminare belegen werde. Ich hoffe, dass wir alle, Studierende sowie Lehrende, das Beste aus der Situation machen können.“

Antonia studiert im polyvalenten 2-Fächer-Bachelor die Fächer Deutsch und Politikwissenschaften im vierten Semester. Die Lehramtsstudentin bereitet sich auf den Beruf als Realschullehrerin vor.

Warum machen Sie Gebrauch von dem Angebot, einen Arbeitsplatz für Studierende am Campus der Universität zu „mieten“?

Antonia: Ein Grund ist das relativ unstabile Internet in meiner Wohnung, das ist in der Universität wesentlich besser. Zudem habe ich Probleme, mich zu Hause wirklich auf die Abgaben zu fokussieren und wollte mal ausprobieren, ob mir die räumliche Trennung von Uni und privat hilft. Es hat erstaunlich gut funktioniert und ich konnte in der Uni sehr gut arbeiten, so dass ich dies im kommenden Semester gern fortführen möchte.

Die Forderung nach Arbeitsplätzen für Studierende war auch Ergebnis einer Umfrage des Studierendenparlaments StuPa. Was konnten Sie während der Nutzung Ihres studentischen Arbeitsplatzes am Campus zum Beispiel bearbeiten?

Antonia: Ich habe in der Uni ein recht umfangreiches Portfolio in Deutsch und eine Hausarbeit in Politik komplett schreiben können.

Wie erleben Sie die digitale Lehre, das digitale Semester und die Zusammenarbeit mit Studierenden und Lehrenden?

Antonia: Die digitale Lehre ist, je nach Lehrenden, teils sehr gut aufgebaut und strukturiert, so dass auch die digitalen Semester durchaus Spaß machen. Es hat natürlich auch Vorteile, gerade für diejenigen, die sonst aus Hannover, Braunschweig oder anderen etwas entfernteren Orten kommen und nach Hildesheim pendeln müssen – diese Pendelei fällt aktuell weg. Zudem ist man nicht an einen Ort gebunden und kann das Semester somit recht frei gestalten. Aber natürlich fehlen die „richtige“ Uni, der direkte Austausch mit den Lehrenden, die Treffen und die lustigen Gespräche mit Kommiliton*innen beim Campuswechsel. All das, was rund um die Lehre geschieht, ist anders denn je und für die Studierenden, die im vergangenen Wintersemester ihr Studium erst aufgenommen haben, ist es sicherlich besonders schwer.

Was bewegt Sie derzeit besonders? Mit welchem Blick schauen Sie in die Zukunft?

Antonia: Die Lehrenden bemühen sich sehr, die Semester interessant zu gestalten – dennoch sehne ich mich sehr nach einer Präsenzlehre, wie ich sie glücklicherweise im ersten Semester noch erleben konnte. Was mich derzeit besonders bewegt, ist die Unsicherheit. Wie lange gehen die Onlinesemester noch? Habe ich in meinem Bachelor überhaupt noch Präsenzlehre? Finden die Klausuren in Präsenz statt oder online? Diese und einige Fragen mehr beschäftigen mich doch sehr, aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es auf diese Fragen natürlich keine Antwort. Trotz der Umstände freue ich mich sehr auf das kommende Semester, in dem ich einige sehr spannende Seminare belegen werde und hoffe, dass wir alle, Studierende sowie Lehrende, das Beste aus der Situation machen können.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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