Uni Hildesheim bildet Profis für Digitale Sozialwissenschaften aus

Monday, 15. June 2020 um 09:15 Uhr

Die Universität Hildesheim bildet Studentinnen und Studenten in einem neuen Bachelorstudium „Digitale Sozialwissenschaften“ ab Herbst 2020 aus. Studierende befassen sich zum Beispiel mit Hate Speech, Desinformation und anderen zentralen Fragen der digitalen Gesellschaft.

Studierende am Campus der Universität Hildesheim. Im Wintersemester startet das Bachelorprogramm „Digitale Sozialwissenschaften“. Themenbild (Archiv): Isa Lange (links), Daniel Kunzfeld (rechts)

NDR ONLINE, 12.06.2020, Leben im digitalen Wandel / Digitale Sozialwissenschaften /
Hate Speech, Bots und Datenschutz / Uni: Programm bundesweit einzigartig

Die Studierenden erlernen im Bachelorstudium „Digitale Sozialwissenschaften“, aktuelle soziale Phänomene der Digitalisierung zu untersuchen und zu erklären. Das Studium beginnt erstmals im Oktober 2020, Studierende schließen mit einem „Bachelor of Arts“ ab. Eine Bewerbung um einen der 25 Bachelorstudienplätze ist bis zum 15.08.2020 möglich.

Das Studium ist besonders geeignet für Studierende, die sich für die sozialen und politischen Herausforderungen und Chancen, die der digitale Wandel mit sich bringt, interessieren.

„Wir bilden Fachleute aus, die den digitalen Wandel umfassend, mit einem ganzheitlichen Blick, in seinen technischen als auch gesellschaftlichen Folgen verstehen“, sagt Prof. Dr. Wolf Schünemann. Der Politikwissenschaftler am Institut für Sozialwissenschaften forscht im Bereich Politik und Internet. Derzeit untersucht er im Rahmen von mehreren Verbundprojekten gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus der Informationswissenschaft, Sprachtechnologie und Medienlinguistik, wie Hate Speech durch Künstliche Intelligenz erkannt werden kann und welche Regulierungsansätze es in Europa gibt. Mit dieser fächerübergreifenden Expertise in Hildesheim analysieren Forschungsteams zum Beispiel im „Data Science Lab“, einem Labor für datenwissenschaftliche Analysen, mit spezieller Hard- und Software große Datenbestände der Online-Kommunikation – zum Beispiel Webseiten, Online-Plattformen, soziale Netzwerke – und werten politische Kommunikation in sozialen Netzwerken aus.

Studieninhalte reichen von Politikwissenschaft und Soziologie über Informationswissenschaft bis Sprachtechnologie

Im neuen Bachelorprogramm „Digitale Sozialwissenschaften“ erlernen Studierende die Grundlagen sozial- und informationswissenschaftlicher Theorien und Forschungsmethoden. Das interdisziplinäre Bachelorprogramm bietet eine deutschlandweit einzigartige Verbindung von Politikwissenschaft, Soziologie, Informations- und Sprachwissenschaft. Studierende erwerben im Bachelor ein fundiertes technologisches Wissen gepaart mit sozialwissenschaftlichen Kompetenzen und Analysefähigkeiten.

Neben der Untersuchung und Erklärung aktueller sozialer Phänomene der Digitalisierung beschäftigen sich die Studierenden mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die politische Kommunikation und ihre Akteure. Fragestellungen sind zum Beispiel: „Wie nutzen Politikerinnen und Politiker soziale Medien?“, „Kann Partizipation an politischen Entscheidungen durch digitale Angebote verbessert werden?“ oder „Wie beeinflusst der digitale Wandel die Lebenschancen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen?“.

Analyse von vielfältigen Themen wie Auswirkungen der Digitalisierung auf die politische Kommunikation, Hassrede im Netz, Informationskompetenz oder Datenschutz im internationalen Vergleich

Zentrale gesellschaftliche Herausforderungen der Digitalisierung, zum Beispiel zu den Themen Hassrede im Netz, Fake News, Informationskompetenz oder Formen der Selbstrepräsentation in sozialen Medien werden dabei von den Studierenden wissenschaftlich analysiert und bearbeitet. Auch die neuen digitalen Instrumente auf Grundlage Künstlicher Intelligenz, zum Beispiel Social Bots, stehen im Fokus. Die Studierenden lernen, welche informationswissenschaftlichen und sprachtechnologischen Konzepte dahinterstecken und befassen sich mit digitalpolitischen Regulierungsfragen wie Datenschutz und Netzfreiheit im internationalen Vergleich.

Darüber hinaus vermittelt das Studium ein breites Methodenspektrum – von Informationsmanagement, Datengewinnung und Datenauswertung bis hin zur Erstellung benutzerfreundlicher Webseiten und Anwendungen im internationalen Kontext.

Ein Semester ist vorgesehen, um Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Dies geschieht in der Regel in einem Auslandssemester an einer der über vierzig Partnerhochschulen der Universität Hildesheim.

Das Bachelorprogramm „Digitale Sozialwissenschaften“ ist eine Studiengangsvariante des Studiengangs „Internationales Informationsmanagement“.

Berufsperspektiven

Nach dem Bachelorstudium „Digitale Sozialwissenschaften“ eröffnen sich Absolventinnen und Absolventen vielfältige Berufsperspektiven, etwa im Journalismus und Medien (z. B. Datenjournalismus), in der öffentlichen Verwaltung (z. B. elektronische Verwaltung), in Parteien und Parlamenten (z. B. Newsrooms, digitaler Wahlkampf), bei Stiftungen, Gewerkschaften und Verbänden, in internationalen Institutionen und Organisationen (z. B. digitale Diplomatie), in der Erwachsenenbildung (z. B. digitale Bildung, Medienkompetenz) oder in der Unternehmensberatung und Wirtschaft (z. B. Online-Marketing, Akzeptanz und Einführung innovativer digitaler Lösungen).

Neues Bachelorstudienangebot „Digitale Sozialwissenschaften an der Uni Hildesheim ab Wintersemester 2020/21

Sie möchten aktuelle soziale Phänomene der Digitalisierung untersuchen? Sie interessieren sich für die sozialen und politischen Herausforderungen des digitalen Wandels?

Ab jetzt bewerben unter:

www.uni-hildesheim.de/diso-bachelor
www.uni-hildesheim.de/diso