Professor_innen

All these things. Die Dinge der Populären Kultur

Das Forschungsvorhaben geht von der Beobachtung aus, dass der material turn der Kulturwissenschaften offensiver auf die Dinge der Populären Kultur zugehen muss, um deren spezifisch popkulturelle Konstellation zwischen Immersion und Kontingenz am Material zu erforschen. Es bedient sich der Terminologie Michel Serres‘, der mit dem Begriff des ‚Quasi-Objekts‘ einen Vorschlag gemacht hat, die Dinge im Modus des Sowohl-als-auch zu denken: Sowohl kulturell als auch materiell determiniert; sowohl immersiv vor Ort als auch semiotisch weiter verweisend; sowohl vergangen als auch gegenwärtig und zukünftig. In den populären Dingwelten oszilliert somit ein moderner wie vormoderner Umgang mit den Dingen. Die Dinge werden zu lebendigen Aktanten der jeweiligen Beziehungserfahrung; sie bewegen andere und sie bewegen sich. Ihnen wird Handlung zugeschrieben, während die Subjekte unter Umständen zu unbewegten Dingen erstarren. Nicht nur, dass sie begriffen werden indem sie zur Hand sind und durch mehrere Hände gehen, die Handhabung selbst wird zu einem sichtbaren Teil ihrer Materialität.

Die Pop-Provinz. Originalität als Differenzerfahrung in der ästhetischen Moderne

Das Forschungsprojekt arbeitet sich an einem scheinbar inkompatiblen Verhältnis ab, dessen Gegensätzlichkeit von der kulturwissenschaftlichen Forschung selbst naturalisiert wird: dem (Nicht-) Verhältnis zwischen Pop und Provinz. Das Projekt möchte es erste Antworten darauf geben, wie eine genuin urbane Kulturleistung wie die Popkultur im kleinstädtischen Milieu adaptiert und transformiert wurde und wird. Dabei adressiert es den Begriff der Originalität als eine sowohl diskursiv als auch lebensweltlich wirksame Differenzierungsleistung zwischen kleinstädtischen und urbanen Räumen. Kulturethnographisch fundiert, steht im Zentrum der Forschung eine Beschreibung der Gefühlsstruktur der Stadt und ihrer Bewohner, wie sie im popkulturellen Habitus von Kleinstädten und in den Inszenierungen ihrer Akteure zum Ausdruck kommt. Als Leitbegriff dient Die Pop-Provinz, da jenes Kompositum die Anschlussmöglichkeiten an die Originalitätslogik der urbanen Räume aufruft, wie es gleichzeitig den immanenten Ausschluss davon problematisiert.

Prosumers, Participants und Do-It-Yourselfers. Figuren und Figurationen einer deprofessionellen Kultur

Im Rahmen des Forschungsverbunds „Formen der De- (und Re-) Professionalisierung in den Künsten und Medien“ des Herder-Kollegs untersucht das Projekt Figuren und Figurationen, die sich momentan entlang epistemischer Leitdifferenzen von Wissen und Nicht-Wissen, Können und Nicht-Können, Selber-Machen und Gemacht-Werden formieren. Meine Überlegungen gehen davon aus, dass Figuren einer deprofessionellen Kultur etwas Spezifisches zeigen und entsprechend sollen jene Figuren – etwa erweitert durch den Liker – als inszenatorische Momente und Prozesse untersucht werden. Was zeigen die hier untersuchten Figuren und was zeigt sich an ihnen? Betrachtet man den Do-It-Yourselfer, den Prosumer sowie den Participant derart als ästhetisch fundierte Sozialfiguren, so nimmt man sie als eine sinngebende Form wahr: an ihnen wird Gegenwart beobachtbar.

Weitere Forschungs- und Arbeitsinteressen:

  • Erinnerungskulturen der Gegenwart
  • Diskurse der Moderne
  • Europäische Narrative im musealen Kontext