MSc Studiengangsbeschreibung

1.1 Studienprofil

Der Masterstudiengang Psychologie (M.Sc.) schließt an einen Bachelorabschluss im Fach Psychologie (B.Sc.) an. An der Universität Hildesheim können seit dem Wintersemester 2017/18 drei Schwerpunkte studiert werden, von denen jede/r Studierende mit der Immatrikulation zwei Schwerpunkte auswählt: (1) Pädagogische Psychologie, (2) Klinische Psychologie und Psychotherapie, (3) Rechtspsychologie.

Der Masterstudiengang Psychologie orientiert sich in der wissenschaftlichen und arbeitsmarktbezogenen Zielsetzung an den für Psychologinnen und Psychologen mit Master- oder Diplomabschluss möglichen Berufsfeldern der Psychologie, darunter insbesondere der Pädagogischen Psychologie, der Klinischen Psychologie und Psychotherapie sowie der Rechtspsychologie. In seiner Forschungsorientierung qualifiziert der Masterstudiengang für eine nachfolgende Promotion in Psychologie. Der an Standards der Deutschen Gesellschaft für Psychologie ausgerichtete Aufbau des Masterstudiengangs ermöglicht den Zugang zu daran anschließenden weiterführenden Aus-/Weiterbildungen in diesen Schwerpunktbereichen, z. B. als Psychologische_r Psychotherapeut_in, als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut_in, als Klinische_r Neuropsychologe_in oder als Fachpsychologin/e für Rechtspsychologie.

 

1.2 Lehre & Forschung

Das Institut für Psychologie der Universität Hildesheim bietet seit 2003 einen eigenständigen Studiengang in Psychologie an (BA), seit 2006 B.Sc. und M.Sc. Darüber hinaus übernimmt das Institut die Psychologie-Ausbildung der Lehramtsstudierenden und bietet Lehre für Studierende in zahlreichen anderen Studiengängen (u. a. Sozial- und Organisationspädagogik, Erziehungswissenschaft, Kulturwissenschaften, Kommunikationswissenschaften) an.

In der Forschung wird ein thematisch und methodisch breites Spektrum bearbeitet: Neben pädagogisch- und klinisch-psychologischen Themen werden entwicklungspsychologische, neuropsychologische, allgemeinpsychologische, gesundheitspsychologische, rechtspsychologische und sozialpsychologische Fragestellungen verfolgt.

Das Institut für Psychologie betreibt eine Hochschulambulanz für Erwachsene, eine Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche (»Kind im Mittelpunkt«, KiM), ein neurobiologisches Labor, ein Reaktionszeit- & Multisensoriklabor und ein sozialpsychologisches Labor Darüber hinaus ist das Institut an Kooperationen mit verschiedenen außeruniversitären Einrichtungen beteiligt, so z. B. mit dem Helios Klinikum Hildesheim, dem AMEOS-Klinikum Hildesheim, der Burghof-Klinik Rinteln, dem Leibniz-Institut für Primatenforschung (DPZ) Göttingen und dem Landespräventionsrat Niedersachsen. Innerhalb der Universität wirkt es an fachbereichsübergreifenden Kooperationen z. B. im »Kompetenzzentrum frühe Kindheit Niedersachsen« und im »Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung« (CeLeB) der Universität Hildesheim mit.

Im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums wird die Niedersächsische Beratungslehrerweiterbildung und die Klassenlehrerfortbildung (KIK) zur Verbesserung des Klassenklimas von Mitarbeiter_innen des Instituts geleitet und wissenschaftlich begleitet.

Eine gute Verzahnung von grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung und Lehre ist ein besonderes Anliegen des Instituts.

 

1.3 Berufsfelder & Chancen

In seiner Anwendungsausrichtung orientiert sich der Masterstudiengang in der wissenschaftlichen und arbeitsmarktbezogenen Zielsetzung am Berufsfeld von Diplompsycholog_innen mit pädagogisch-psychologischem, klinisch-psychologischem und rechtspsychologischem Ausbildungs- und Tätigkeitsschwerpunkt. Ziel der Ausbildung ist eine Qualifizierung für Leitungsverantwortung und selbständige Tätigkeiten in allen hier angesprochenen Bereichen sowie in weiteren Berufsfeldern der Psychologie. Dies sind für das pädagogisch-psychologische Arbeitsfeld neben dem Bereich der Kindertagesstätten und der Schule u. a. die Erwachsenenbildung sowie die Lehrerfort- und Weiterbildung. Im klinisch-psychologischen Arbeitsfeld qualifiziert der Abschluss für Tätigkeiten im Bereich der Diagnostik und Intervention bei Entwicklungs-, Lern- und Leistungs- sowie Verhaltensstörungen in allen Altersgruppen. Auch für die Prävention und Behandlung von somatischen und psychischen Symptomen sowie für die Beratung und Betreuung von Klient_innen in Rehabilitationsmaßnahmen bereitet das Studium vor. Der rechtspsychologische Schwerpunkt qualifiziert insbesondere für spätere Tätigkeiten im Straf- und Maßregelvollzug, wozu beispielsweise die Bearbeitung diagnostischer Fragestellungen, die Vollzugsplanung, die therapeutische Arbeit mit rückfallgefährdeten Rechtsbrechern oder die Einschätzung von Rückfallrisiken und ihrer Ursachen gehören. Der Studienschwerpunkt bereitet ferner für sachverständige Tätigkeiten für Gerichte vor. Weiterhin sind Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement, Organisationsentwicklung sowie Personalentwicklung und Unternehmensberatung Tätigkeitsfelder, die in Folge des Studiums aufgenommen werden können. Das Studium bereitet außerdem auf eine Tätigkeit in der Forschung, in Arbeitsbereichen zur Mensch-Maschine-Interaktion, in der Marktforschung und für weitere psychologische Tätigkeiten vor.

 

Die theoretische Ausbildung wird dabei ergänzt durch praktische Studienelemente in den Hochschulambulanzen und den Laboren des Instituts. Das Masterstudium stellt somit eine Kombination von wissenschaftlicher Vertiefung der im Bachelorstudium erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen einerseits und wissenschaftlich fundierter praktischer Umsetzung andererseits dar. Das Studium beinhaltet auch ein wissenschaftlich begleitetes Praktikum, das wahlweise als Anwendungs- oder Forschungspraktikum geleistet werden kann.

 

1.4 Aufbau des Studiums

Das Masterstudium gliedert sich inhaltlich in zwei Bereiche:

Im Basisstudium werden theoretische Grundlagen und methodische Verfahren sowie deren Anwendung auf psychologische Handlungsfelder studiert. Darüber hinaus soll bereits im Basisstudium in zwei Grundlagenvertiefungsbereichen die Möglichkeit individueller Schwerpunktsetzungen und interessen-geleiteten Studierens geboten werden.

 

Im Vertiefungsstudium werden drei Ziele verfolgt: Zum Ersten sollen in Vertiefungsveranstaltungen selbstgewählte thematische Schwerpunkte studiert werden. Zweitens sollen die erworbenen Fähigkeiten durch selbständige wissenschaftliche Praxis vertieft und gefestigt sowie die Anwendung der Fertigkeiten weiter geübt werden. Der Zusammenhang von Theorie und Praxis, die Probleme konkreter Forschungsplanung und -durchführung sowie die Anforderungen an Ergebnissicherung und -darstellung (mündliche und schriftliche Präsentation) sollen bearbeitet werden. Drittens wird im Rahmen des Vertiefungsstudiums die Masterarbeit angefertigt.

Das Masterstudium ist modular aufgebaut. Thematisch zusammengehörige Lehrveranstaltungen bilden Module mit klar definierten Lernzielen. Die Prüfungen erfolgen studienbegleitend. Studienleistungen bestehen aus Klau­suren, Hausarbeiten, mündlichen Prüfungen, einem Projektbericht oder weiteren Leistungen.

 

Folgende Studieninhalte werden gelehrt:

 

Forschungsmethoden und Evaluation (14 LP) (obligatorisch)

Die Studierenden lernen anhand ausgewählter Verfahren die theoretischen Grundlagen und praktischen Anwendungsmöglichkeiten multivariater Verfahren kennen. Des Weiteren werden die Grundlagen der Evaluationsforschung in psychologischen Handlungsfeldern vermittelt.

 

Diagnostik (8 LP) (obligatorisch)

Das Modul umfasst eine praxisorientierte diagnostische Fallarbeit, in der vertiefte Kenntnisse der Diagnostik von Lern-, Entwicklungs- und Verhaltensstörungen sowie der Durchführung und Dokumentation pädagogisch-psychologischer Diagnostik vermittelt werden.

 

Rechtspsychologie I (8 LP) (obligatorisch)

Das Modul bietet neben einer Übersichtsveranstaltung zum Gesamtgebiet der Rechtspsychologie ein fallbasiertes Seminar zu Ursachen- und Entwicklungsmodellen delinquenten Verhaltens sowie ein Seminar zu den Institutionen der Strafrechtspflege und den Aufgaben der Psychologie in diesen Institutionen mit der Möglichkeit zu Exkursionen.

 

Grundlagenvertiefung I: Allgemeine und Neuropsychologie (8 LP) (obligatorisch)

Das Modul beinhaltet Seminare zur fortführenden Erarbeitung von Inhalten und Methoden aus den zwei möglichen Vertiefungsbereichen Allgemeine Psychologie und Neuropsychologie.

 

Grundlagenvertiefung II: Sozial- und Entwicklungspsychologie (8 LP) (obligatorisch)

Das Modul beinhaltet Seminare zur fortführenden Erarbeitung von grundlegenden Inhalten und Methoden aus den zwei möglichen Vertiefungsbereichen Sozialpsychologie und Entwicklungspsychologie.

 

Gesundheits- und Arbeitspsychologie (8 LP) (obligatorisch)

Das Modul befasst sich mit Theorien und Modellen sowie Forschungsansätzen und Anwendungsfeldern der Arbeits- und Gesundheitspsychologie.

Pädagogische Psychologie (14 LP) (optional)

Den Schwerpunkt des Moduls bilden die Planung, Durchführung und Auswertung eines eigenen Projektes zum Verhaltensaufbau, zur Verhaltensänderung oder zur Prävention in mehreren aufeinander bezogenen Veranstaltungen.

 

Klinische Psychologie (14 LP) (optional)

Studierende erwerben in diesem Modul vertiefte Kenntnisse im Bereich der Behandlung psychischer Störungen. Für Studierende mit Schwerpunkt in der Klinischen Psychologie wird ein Forschungsseminar angeboten, in dem Forschungsmethoden und aktuelle Forschungsfelder der Klinischen Psychologie vermittelt werden.

 

Rechtspsychologie II (14 LP) (optional)

Studierende erwerben in diesem Modul vertiefte Kenntnisse im Bereich der diagnostischen Beurteilung und prognostischen Einschätzung von Rechtsbrechern und im Bereich der (therapeutischen) Behandlung von Tätern in Institutionen der Strafrechtspflege.

 

Praktikum (8 LP) (obligatorisch)

Das Modul umfasst ein sechswöchiges Praktikum, das entweder mit einem forschungsbezogenen oder einem berufspraxisbezogenen Schwerpunkt gewählt werden kann.

 

Masterarbeit und -kolloquium (30 LP) (obligatorisch)

Die Masterarbeit und ein Kolloquium bilden den Abschluss des Studiums.