Universität Hildesheim - Meldungen - Institut für Psychologie https://www.uni-hildesheim.de/ Meldungen der Universität Hildesheim - Institut für Psychologie de-de Stiftung Universität Hildesheim Thu, 14 Nov 2019 01:34:41 +0100 Thu, 14 Nov 2019 01:34:41 +0100 TYPO3 EXT:news news-17765 Mon, 04 Nov 2019 08:05:00 +0100 Zehn Jahre Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche: Wie entwickelt sich mein Kind? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/zehn-jahre-h/ Ein Team um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ an der Universität Hildesheim seit 10 Jahren, wie Kinder mit Lernschwierigkeiten sich entwickeln. Etwa 1000 Familien aus der Region mit Kindern zwischen 2 bis 17 Jahren nutzten das Angebot bisher, die meisten Kinder sind im Grundschulalter. Nun feiert das Forschungsteam das zehnjährige Jubiläum mit einem öffentlichen Festakt. Zehn Jahre Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche
Öffentlicher Festakt und Empfang
Mittwoch, 6. November 2019, 15:00 Uhr
Audimax, Hauptcampus der Universität Hildesheim

Die Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche „Kind im Mittelpunkt“ feiert ihr zehnjähriges Jubiläum. Neben Einblicken in Forschung und Praxis in der Ambulanz hält Prof. Dr. Manfred Döpfner (Universitätsklinik Köln) den Festvortrag zum Thema „Wenn Lernstörungen auf psychische Störungen treffen – was tun?“. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei.

Ein Team um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ an der Universität Hildesheim seit 10 Jahren, wie Kinder mit Lernschwierigkeiten sich entwickeln. Etwa 1000 Familien aus der Region mit Kindern zwischen 2 bis 17 Jahren nutzten das Angebot bisher, die meisten Kinder sind im Grundschulalter.

Statt im Hörsaal steht Claudia Mähler zwischen Knete, Kinderzeichnungen, Bausteinen. Aus der früheren Uni-Hausmeisterwohnung ist vor zehn Jahren die Forschungs- und Lehrambulanz „Kind im Mittelpunkt“ (KiM) geworden. „Das Gute an der Lage ist: Wir haben einen eigenen Eingang und können die Wohnung gestalten, so wie es passend ist für unsere Arbeit“, sagt die Professorin für Pädagogische Psychologie der Universität Hildesheim.

Täglich kommen und gehen Familien zur Universität. Im Rahmen von Forschungsprojekten und Studien suchen die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen nach bestimmten Kindern. Über sieben Jahre haben sie zum Beispiel die Entwicklungsverläufe von 200 Kindern untersucht – vom Kindergarten bis in das vierte Schuljahr. Die „schulischen Vorläuferfertigkeiten“ tragen maßgeblich zu den Schulleistungen in der Grundschule bei. Zur Zeit läuft eine Studie, in der ein Fragebogen entwickelt wird, der die psychische Belastung von Kindern mit Lernproblemen erfassen soll.

Neben Forschungsprojekten und Studien bietet die Hochschulambulanz KiM einen offenen Zugang für Familien aus der Region

Außerdem bietet die Ambulanz einen offenen Zugang an. Familien können anrufen, wenn sie Entwicklungsschwierigkeiten beobachten, etwa wenn ein Vorschulkind in der Sprachentwicklung zurückliegt. Oder der Kindergarten schlägt vor, das Kind in der Ambulanz vorzustellen, da es Auffälligkeiten in der Motorik, beim Greifen, Halten, Drehen, Sprechen zeigt. Oder in den ersten Schuljahren wird deutlich, dass Kinder mit den Anforderungen nicht klarkommen.

Zentrale Erkenntnisse aus der Forschung in der Ambulanz fasst Professorin Claudia Mähler zusammen: „Lernschwierigkeiten gehen mit zahlreichen emotionalen und Verhaltensschwierigkeiten einher. Das Arbeitsgedächtnis spielt eine wichtige Rolle unter den Ursachen der Lernschwierigkeiten. Lernschwierigkeiten bleiben über die Zeit hartnäckig bestehen. Psychoedukation spielt eine wichtige Rolle in der Diagnostik und Beratung von Familien. Es gibt Interventionsbedarf sowohl zur Verbesserung der betroffenen Schulleistungen durch Lerntherapie. Außerdem müsste beim Umgang mit den sekundären Schwierigkeiten wie Aufmerksamkeitsproblemen, Selbstwertproblemen und Schulangst stärker interveniert werden.“

Wie entwickelt sich mein Kind? – Entwicklungsverläufe von Kindern erforschen

1000 Familien aus der Region haben das offene Angebot des Forschungsteams in den vergangenen zehn Jahren genutzt. Meist kommen Sechs- bis Zehnjährige, seltener auch Kinder höherer Klassenstufen, in die Hochschulambulanz: Weil sie in der Grundschule nicht mitkommen – beim Lesen, Schreiben, Rechnen –, oder Kinder, „bei denen man den Eindruck hat, sie profitieren nicht vom Unterricht, weil sie unaufmerksam sind“.

„Die Familien machen sich Sorgen, sie spüren, ob in den ersten Schuljahren das Lesen oder Schreiben lernen gelingt oder nicht. Beim ersten Gespräch sind alle etwas aufgeregt, sie haben sich endlich auf den Weg gemacht, darüber zu sprechen. Manche hoffen, dass es doch nicht so schlimm ist. Manche hoffen auf Gewissheit, auf Sicherheit“, sagt Claudia Mähler. „Wir nutzen standardisierte Testverfahren. Damit können wir an einer repräsentativen Stichprobe der ganzen Bundesrepublik feststellen, inwiefern ein Kind tatsächlich gravierend mehr Schwierigkeiten als andere Kinder hat“, so die Psychologieprofessorin.

Die Ambulanz hat eine eigene „Testothek“. Die Ergebnisse teilen die Forscherinnen den Kindern und Eltern mit. Kinder haben einen Anspruch auf Nachteilsausgleich in der Schule und benötigen meist eine Lerntherapie. Außerdem bietet die Hochschulambulanz Psychotherapie an. Psychologiestudierende erhalten in der Ambulanz Einblicke in die kindliche Entwicklung, in Lehrveranstaltungen, Praktika und Abschlussarbeiten wirken sie in der Diagnostik mit. Psychologinnen bringen ihre Praxiserfahrungen in die Lehrerausbildung ein, etwa in Seminaren zu Lern- und Verhaltensschwierigkeiten.

Große Heterogenität der kognitiven Kompetenzen und der Vorläuferfertigkeiten, die für einen gelungenen Schulstart wichtig sind

„Eine besondere Herausforderung für die frühkindliche Bildung stellt die große Heterogenität der kognitiven Kompetenzen und der für den gelungenen Schulstart wichtigen Vorläuferfertigkeiten der Kinder dar. Während einige Kinder sehr gut gerüstet sind, zeigen andere Kinder noch Entwicklungsrückstände zum Beispiel in Bezug auf die sprachliche Entwicklung, auf die phonologische Bewusstheit oder auch auf mathematische Basisfertigkeiten. Eine frühe Förderung macht also Sinn, um die Chancengleichheit für alle Kinder zu erhöhen. Eine besondere Rolle spielen dabei alle Formen der alltagsintegrierten Förderung, die im Kita-Alltag und wenn möglich in spielerischer Weise zur frühkindlichen Bildung beitragen. Aber auch zusätzliche Interventionsprogramme für einzelne benachteiligte Kinder können von Bedeutung sein", sagt Professorin Claudia Mähler.

Sind die Kinder dann in der Schule und es treten Schwierigkeiten auf, sind eine frühe Diagnostik und Intervention eine große Hilfe. „Wir investieren viel Zeit in eine gründliche Diagnostik und eine umfangreiche Aufklärung der Familien“, so Professorin Claudia Mähler. Hierzu wurde in einer Studie eigens Material entwickelt und evaluiert, das dabei hilft, auf kindgerechte Weise mit den Eltern und Kindern über die Lernprobleme und vor allem auch über die Bewältigung ins Gespräch zu kommen. Psychotherapeutische Gruppenprogramme wurden in Zusammenarbeit mit Studierenden konzipiert und unterstützen die Kinder dabei, die Frustration über die Lernschwierigkeiten zu bewältigen und ein gutes Selbstwertgefühl zu erhalten oder wieder aufzubauen. Besonders schwer haben es Kinder mit gleichzeitigen Lern- und Aufmerksamkeitsstörungen. Für diese Kinder gibt es ein Angebot, das sich an Kinder in kleinen Gruppen und ebenso an ihre Eltern richtet. Hier heißt es Regulationsstrategien zu entwickeln, zu lernen die Aufmerksamkeit zu steuern auch und gerade in den Lernbereichen, die den Kindern schwerfallen.

Ergebnisse aus der Forschung wieder zurückzuspielen in die Praxis sei „eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt“, sagt Claudia Mähler. Mit der Grundlagenforschung hat das Hildesheimer Team das Ziel „die Entwicklungsunterschiede zwischen Kindern besser zu verstehen“. „Wenn Kinder tatsächlich auf der Strecke bleiben oder ein Risiko in der Entwicklung besteht, ist es wichtig, zu intervenieren. Und das können nur diejenigen machen, die die Kinder am meisten sehen. Das sind die Eltern, denen wir regelmäßig Rückmeldungen geben, und das sind die pädagogischen Fachkräfte in Kitas und Schulen“, sagt die Professorin. Deshalb gehen die Wissenschaftlerinnen in Kitas und Schulen und bieten Fortbildungstage an.

Einige Fakten zur Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“:

Wie viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler + studentische Hilfskräfte arbeiten in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt"?

  • inklusive Leitung 8 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (4 davon auch in Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin oder zur Psychologischen Psychotherapeutin), alle in Teilzeit, da sie auch andere Aufgaben haben (Lehre, Forschung etc.)
  • 1 Verwaltungskraft (medizinische Fachangestellte)
  • 2 Praktikantinnen in Ausbildung zum/zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut_in/ Psychologischen Psychotherapeutin
  • 3 studentische Hilfskräfte
  • immer ca. 3 bis 6 studentische Praktikantinnen und Praktikanten

Wie viele Familien/Kinder wurden in den 10 Jahren erreicht?

  • Insgesamt mehr als 1000 Familien, viele davon waren mehrfach bei der Hochschulambulanz KiM vorstellig.

Die Kinder, die in die Ambulanz kommen, sind im Alter von:

  • 2 bis 17 Jahre
  • die meisten Kinder sind jedoch im Grundschulalter

Was sind wesentliche Ergebnisse aus der Forschungsarbeit an der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“?

Forschungsschwerpunkte sind:

  • differentielle Entwicklungsverläufe von Vor- und Grundschulkindern
  • Sprachentwicklung und Sprachförderung in der frühen Kindheit
  • Ursachen- und Interventionsforschung bei Lernstörungen
  • Entwicklung und Evaluation diagnostischer Instrumente

Wichtige Ergebnisse aus der Hildesheimer Forschung:

  • Psychoedukation spielt eine wichtige Rolle in der Diagnostik und Beratung von Familien
  • Lernschwierigkeiten gehen mit zahlreichen emotionalen und Verhaltensschwierigkeiten einher
  • Das Arbeitsgedächtnis spielt eine wichtige Rolle unter den Ursachen der Lernschwierigkeiten
  • Lernschwierigkeiten bleiben über die Zeit hartnäckig bestehen
  • Es gibt Interventionsbedarf sowohl zur Verbesserung der betroffenen Schulleistungen (Lerntherapie) als auch zum Umgang mit den sekundären Schwierigkeiten (Aufmerksamkeitsprobleme, Selbstwertprobleme, Schulangst u.a.m.)

Worin sehen Sie die Hauptaufgaben der Ambulanz, etwa im Transfer von Forschungserkenntnissen in die Gesellschaft, um in der Region Familien und Kinder mit zum Beispiel Kinder mit Lern- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten in ihrer Entwicklung zu unterstützen und frühestmöglich etwa Lernschwierigkeiten zu diagnostizieren?

  • Verknüpfung von Praxis, Lehre und Forschung
  • Transfer von Forschungserkenntnissen in die Gesellschaft
  • Beratung und Therapie für Kinder mit Lern-, Entwicklungs- und/oder Verhaltensauffälligkeiten
  • Gute Ausbildung für Psychologiestudierende und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung (z.B. durch Einbindung der Studierenden durch Vernetzung mit Lehrveranstaltungen und Praktika)
  • Vernetzung mit Praxispartnern in Schule, Vorschule und außerschulischer Förderung
  • Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften in Schulen und Kindertagesstätten

Gibt es ähnliche Ambulanzen in der Bundesrepublik? Was ist das Alleinstellungsmerkmal in Hildesheim?

  • Ja, es gibt Hochschulambulanzen für Kinder- und Jugendliche und auch für Erwachsene an anderen Universitäten (z.B. in Göttingen oder Braunschweig)
  • Besondere Verzahnung in Hildesheim mit dem Schwerpunkt Pädagogische Psychologie, daher Berücksichtigung des Themas Lernschwierigkeiten und Bewältigung, Gruppenangebote zum Coping mit den emotionalen Folgeproblemen; Gruppenangebote für Kinder mit komorbiden Auffälligkeiten (Lern- und Aufmerksamkeitsprobleme)
  • Besondere Verzahnung mit dem Thema Sprachentwicklung und dem Interventionsprojekt KEA
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news-17728 Tue, 29 Oct 2019 15:38:00 +0100 Studienergebnisse Sozialpsychologie: Macht Hunger egoistisch? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/studienergebnisse-sozialpsychologie-macht-hunger-egoistisch/ Hunger ist ein unangenehmer Zustand. Man wird garstig und gereizt, und je länger man nichts isst, desto tiefer sinkt die Laune. Da liegt es doch auf der Hand, dass Hunger auch egoistisch macht – oder nicht? In einer aufwendigen Studienreihe ist ein internationales Team von Psychologen und Psychologinnen aus Gießen, Hildesheim, Bamberg, Amsterdam und Oxford dieser Frage systematisch nachgegangen. Zum Forschungsteam gehört Andreas Mojzisch, Professor für Sozialpsychologie der Universität Hildesheim. Lesen Sie hier einen Artikel zur Studie: 
Does Hunger Make You Selfish?

Hunger ist ein unangenehmer Zustand. Man wird garstig und gereizt, und je länger man nichts isst, desto tiefer sinkt die Laune.  Da liegt es doch auf der Hand, dass Hunger auch egoistisch macht – oder nicht? Ist jemand, der hungrig ist, wirklich so sehr auf seine eigenen Interessen bedacht, wie einige psychologische Studien und Befunde nahelegen?

In einer aufwendigen Studienreihe ist ein internationales Team von Psychologen und Psychologinnen aus Gießen, Hildesheim, Bamberg, Amsterdam und Oxford dieser Frage systematisch nachgegangen. In zwei experimentellen Studien im Labor wurden die Versuchsteilnehmer angewiesen, mindestens 12 Stunden vor Beginn der Studie nichts zu essen, d.h. die Versuchsteilnehmer kamen sehr hungrig und mit einem niedrigen Blutzuckerspiegel in das Labor. Dort erhielt die eine Hälfte der Versuchsteilnehmer – die Kontrollgruppe – etwas zu essen um eine schnelle Sättigung und einen hohen Blutzuckerspiegel zu erzeugen (zum Beispiel zwei Becher Schokopudding). Die andere Hälfte der Versuchsteilnehmer – die Experimentalgruppe – blieb für den weiteren Versuch hungrig.

Im Folgenden erhielten die Teilnehmer verschiedene Aufgaben. Deren Ziel: herauszufinden, ob die Teilnehmer sich dabei egoistisch verhielten. Bei einigen dieser Aufgaben bekamen sie beispielsweise einen Geldbetrag (zum Beispiel 10€) und konnten diesen zwischen sich und anderen Versuchsteilnehmern aufteilen. Bei anderen Aufgaben ging es darum, sich kooperativ zu verhalten, um dann gemeinsam einen höheren Gewinn zu erzielen. Bei einigen Aufgaben gab es zudem die Möglichkeit, egoistisches Verhalten der anderen Versuchsteilnehmer zu bestrafen.

Die Erwartung des Forscherteams war, dass Hunger egoistisches Verhalten begünstigt. Das Forscherteam fand allerdings keine belastbaren Belege für egoistischeres Verhalten von hungrigen im Vergleich zu satten Versuchsteilnehmern: Hunger führte nicht zu gesteigertem Egoismus.

In einer weiteren Studie wollte das Forscherteam herausfinden, ob sich die egoistischen Tendenzen eher finden lassen, wenn nicht Geld, sondern Essen aufgeteilt werden sollte. Hierfür bauten die Forscher einen Stand vor der Mensa der Uni Gießen auf und ließen Studierende, die entweder gerade in die Mensa gingen (also hungrig waren) und Studierende, die aus der Mensa kamen (also satt waren), Geld oder Essen (kleine Päckchen mit Studentenfutter) aufteilen. Wie in den anderen Studien fanden sich keine Belege dafür, dass Hunger egoistischer macht und zwar unabhängig davon, ob Geld oder Essen aufgeteilt wurde.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass, obwohl akuter Hunger möglicherweise egoistische Impulse verstärkt, diese sich oft nicht im Verhalten niederschlagen. Wir gehen davon aus, dass die sozialen Rahmenbedingungen, zum Beispiel mögliche Sanktionen oder der drohende Verlust von sozialem Ansehen so stark sind, dass solche egoistischen Impulse ausgebremst werden.“ fasst Jan Häusser, Professor für Sozialpsychologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen, die Studienreihe zusammen.  

Dass der Glaube an das egoistische Verhalten hungriger Menschen trotzdem weit verbreitet ist, zeigen die Autoren in einer weiteren Studie. Da dieser aber offensichtlich unzutreffend ist, stellt sich die Frage woher diese Überzeugung kommt. Ein weiterer Autor der Studie, Paul van Lange, Professor für Psychologie an der VU Amsterdam, meint hierzu: „Grundsätzlich neigen Menschen dazu, egoistisches Verhalten und egoistische Motive zu überschätzen. Offenbar gehen Menschen davon aus, dass insbesondere bei knappen Ressourcen das ‚wahre ich‘ gezeigt und egoistischer gehandelt wird. Unsere Studien zeigen, dass dies zumindest für akuten Hunger nichtzutreffend ist.“

Mehr Informationen zur Studie: 

Hunger Does not always Undermine Prosociality. 
In: Nature Communications 
Authors: Jan Häusser (Justus-Liebig University Giessen), Christina Stahlecker (Justus-Liebig University Giessen), Andreas Mojzisch (University of Hildesheim), Johannes Leder (University of Bamberg), Paul A. M. Van Lange (VU Amsterdam), Nadira Faber (Universities of Exeter and Oxford)

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news-17462 Wed, 25 Sep 2019 08:41:13 +0200 Rechtspsychologie: „Das große Ziel ist, Kriminalität zu verhindern“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/rechtspsychologie-das-grosse-ziel-ist-kriminalitaet-zu-verhindern/ Hildesheim hat vor zwei Jahren die erste Professur für Rechtspsychologie an einer staatlichen Universität eingerichtet. Die ersten Masterstudierenden schließen ihr Studium 2019 ab und beginnen mit der Arbeit, unter anderem im niedersächsischen Justiz- und Maßregelvollzug. In dieser Woche tagen etwa 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Psychologie an der Universität Hildesheim. Hildesheim hat vor zwei Jahren die erste Professur für Rechtspsychologie an einer staatlichen Universität eingerichtet. Die erste Bilanz ist sehr positiv: „Damit wird das Fach Rechtspsychologie in der Forschung und Lehre in Deutschland gestärkt und die ersten Erfahrungen zeigen, dass Rechtspsychologie bei den Studentinnen und Studenten auf große Resonanz stößt“, sagt Professor Klaus-Peter Dahle.

Studentinnen und Studenten spezialisieren sich in Hildesheim auf Rechtspsychologie. Die erste Kohorte von Rechtspsychologinnen und Rechtspsychologen schließt das Masterstudium 2019 ab und beginnt mit der Arbeit, unter anderem im niedersächsischen Justiz- und Maßregelvollzug.

Der Rechtspsychologe Klaus-Peter Dahle forscht und lehrt seit zwei Jahren an der Universität Hildesheim. Zuvor war er außerplanmäßiger Professor an der Freien Universität Berlin und hauptberuflich als Wissenschaftler am Institut für Forensische Psychiatrie an der Charité tätig.

Ende September 2019 tagen Fachleute in Hildesheim, um neueste rechtspsychologische Erkenntnisse auszutauschen. Die Universität Hildesheim erwartet anlässlich der 18. Arbeitstagung der Fachgruppe Rechtspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie etwa 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Hildesheim. Die Fachtagung vom 26. bis 28. September 2019 ist nicht öffentlich.

Programm der Tagung

Informationen zum Masterstudium

Interview mit Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle
Professor für Rechtspsychologie am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim

Die Forschungsschwerpunkte von Professor Klaus-Peter Dahle liegen im Bereich der Kriminalpsychologie als ein Teilgebiet der Rechtspsychologie, das sich mit Rechtsbrechern und Straftätern beschäftigt. Klaus-Peter Dahle befasst sich in seiner Forschung mit Fragen der Wirksamkeit therapeutischer Interventionen im Justizvollzug und entwickelt Methoden zur Verbesserung von Kriminalprognosen. Er forscht in den Bereichen kriminelle Entwicklung, Sexual- und Gewaltdelinquenz, Straftäterbehandlung, Methoden der Kriminalprognose und Jugendkriminalität. Im Interview spricht Klaus-Peter Dahle über die rechtspsychologische Forschung und Lehre in Hildesheim.

Herr Professor Dahle, Fachleute aus dem gesamten Bundesgebiet werden während der Hildesheimer Tagung Erkenntnisse über „Die Vollzugsanstalt als Entwicklungsraum“ vorstellen. Warum ist diese Forschung notwendig?

Diese Tagung ist eine regelmäßig stattfindende Konferenz der Fachgruppe Rechtspsychologie in der psychologischen wissenschaftlichen Community. In diesem Jahr ist die Vollzugsanstalt als Entwicklungsraum das Motto der Tagung. Der Hintergrund für dieses Tagungsmotto ist ein Verbund von einigen Wissenschaftlern aus Niedersachsen, die sich seit einiger Zeit regelmäßig treffen, um ein Programm für eine erneuerte Vollzugsforschung zu entwickeln. Wir schlagen vor, dass es sinnvoll sein könnte, einen etwas anderen Blick auf die Vollzugsanstalt zu werfen, als es im Moment der Fall ist.

Nehmen wir die Justizvollzugsanstalt als Beispiel und lassen den Maßregelvollzug einmal außen vor: Seitdem es Gefängnisse gibt, hat das Gefängnis ja den Auftrag, Gefangene zu resozialisieren. Vor rund 450 Jahren, als die ersten Strafvollzugseinrichtungen entstanden, ist diese Resozialisierungsidee gleich mit geboren. Das war zunächst der Gedanke, Gefangene zu Zucht, Ordnung und Gottesfürchtigkeit zu erziehen, aber es hat sich mittlerweile gewandelt in Richtung eines Behandlungsvollzuges. Das heißt, seit den 1960er Jahren versucht man verstärkt, auch therapeutische Mittel im Vollzug einzusetzen.

Das Ziel ist, dass eine Gesellschaft friedlich und sicher zusammenlebt?

Das große Ziel ist, Kriminalität zu verhindern. Daraus ergibt sich an die Justizvollzugsanstalt der Auftrag: Tu etwas, damit der Strafgefangene hinterher nicht wieder straffällig wird und sich resozialisieren kann. Dem Erziehungsgedanken und dem Behandlungsgedanken ist beiden gemein, dass es um ein Ziel geht, das ich von außen an den Strafgefangenen herantrage.

Mit diesem Gedanken erreicht man auch eine Reihe von Strafgefangenen, aber immer wieder einige auch nicht. Einige gehen in diesem Konzept verloren. Die Idee, die wir in der niedersächsischen Gruppe verfolgen, ist es deshalb, zu untersuchen, welche Veränderungsprozesse, welche Entwicklungsprozesse im Vollzug passieren – unter diesen speziellen Rahmenbedingungen bei dieser speziellen Klientel – und wie man vielleicht Entwicklungshemmnisse und Entwicklungsmöglichkeiten gezielter in den Blick nehmen kann.

Jemand hat eine Straftat begangen, wurde verurteilt und ist nun Strafgefangener. Welche Entwicklungsprozesse sind das, die dann folgen?

Der Vollzug trifft Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen, meistens sind es Männer, zu 95 %. Es kann ein junger Mann sein, der gerade an der Schwelle zum Jugendalter steht, 14 Jahre ist das strafrechtliche Eintrittsalter. Und wenn ich in die Einrichtungen für Sicherungsverwahrte blicke, habe ich ein Durchschnittsalter von 58 Jahren. Das heißt, die Strafgefangenen stehen an ganz unterschiedlichen Punkten ihres Lebens. Die Strafhaft selbst ist eine Intervention, damit muss man sich als Strafgefangener auseinandersetzen: Wenn ich in der Justizvollzugsanstalt bin, muss ich die Regeln einhalten. Da gibt es dann unterschiedliche Anforderungen, die auf mich einströmen, an die ich mich anpassen muss – einerseits das Sicherheitsregime der JVA und die Erwartung, dass man Behandlungsangebote mitmachen sollte und mitarbeiten soll am Vollzugsziel der Resozialisierung.

Und dann haben wir auf der anderen Seite eine Subkultur von Strafgefangenen, die sich nicht ausgesucht haben, da miteinander zu leben, aber die auf ziemlich engem Raum fast alles miteinander teilen – die Wohnsituation, die Arbeitssituation, die Freizeitsituation, immer die gleichen Menschen, und das mit einer Selektion von eher schwierigen Menschen.

An diese Situation muss sich der Strafgefangene anpassen und wie jede Anforderung bietet auch diese ein Stück weit eine Chance. Das ist für viele nicht einfach, aber es gibt eine Gruppe von Menschen, die es schafft, allein durch diese Erfahrung einen Weg, den sie bis dahin genommen haben, zu verlassen. Das sind nicht so viele, die das alleine schaffen. Aber da gilt es zu prüfen: Was genau passiert mit diesen rund 11%, die diesen Weg gehen? Wir versuchen gerade, einen Forschungsrahmen zu bilden, der diese Prozesse in den Blick nehmen will. Wir blicken dabei auf Veränderungsprozesse unter einer entwicklungspsychologischen Perspektive, anstatt alleine mit den Ansätzen der klinischen und der pädagogischen Psychologie zu arbeiten. Der entwicklungspsychologische Ansatz scheint uns offener und voraussetzungsärmer; er beschreibt, wie Veränderung überhaupt stattfindet und was sie ausmacht.

Aber die Tagung wird sich nicht nur um das Tagungsmotto drehen, sondern stellt ein Forum dar, in dem sich alle Teildisziplinen der Rechtspsychologie austauschen.

Wie gehen Sie in Ihrer Forschung und Lehre vor? In der Lehrerausbildung arbeitet die Universität Hildesheim eng mit Schulen zusammen und Studierende sammeln Praxiserfahrungen im Klassenzimmer, in den Kulturwissenschaften erarbeiten Studierende Theorien und entwickeln gleichzeitig künstlerische Praxis und in den Informatikstudiengängen sind Studierende in Unternehmen und sammeln Praxiserfahrungen in der regionalen Wirtschaft. Ich kann mir das ungemein komplexer vorstellen, wenn Sie im Feld der Kriminalität arbeiten, da es Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten gibt und wir im Alltag keine Berührungspunkte mit Gefängnissen haben.

Ich habe viele Leiter der niedersächsischen Justizvollzugsanstalten und Maßregelkliniken besucht, um den direkten Kontakt herzustellen – sie haben mich bislang mit offenen Armen empfangen. Niedersachsen ist als Flächenland leider weit größer als Berlin, ich habe noch nicht alle Einrichtungen geschafft. Ich war aber in den JVAen in Hannover, Hameln, Oldenburg und natürlich Hildesheim und in den Maßregelvollzugskliniken in Moringen, Hildesheim und Bad Rehburg. Es geht mir dabei darum, dass ich die einzelnen Einrichtungen und deren Möglichkeiten kennenlerne und auch die Forschungsinteressen der Einrichtungen auslote. Gibt es Kolleginnen und Kollegen, die im Strafvollzug arbeiten und auch an Wissenschaft interessiert sind, vielleicht promovieren wollen?

Und es geht um die Voraussetzungen für die Lehre, also um Praktikumsmöglichkeiten für unsere Studentinnen und Studenten der Rechtspsychologie. Mit den genannten Einrichtungen haben wir Exkursionen organisiert, so dass jeder Studierende die Chance hat, eine Justizvollzugsanstalt, aber auch eine forensische Klinik von innen zu sehen. Und wir laden Kolleginnen und Kollegen in die Lehre ein, wo sie aus der Praxis berichten, aber auch Fragen der Studierenden beantworten; zum Beispiel über ihren persönlichen Weg in diesen Beruf.

Was sind die aktuellen Forschungsschwerpunkte der Arbeitsgruppe Rechtspsychologie in Hildesheim?

In Berlin leite ich noch ein größeres Projekt, in dem die Behandlungseinrichtungen im Justizvollzug evaluiert werden, darunter die sozialtherapeutischen Anstalten und eine Einrichtung für Sicherungsverwahrte. Da untersuchen wir recht breit die Veränderungsprozesse der dort behandelten Strafgefangenen oder Sicherungsverwahrten im Behandlungsverlauf. Mit welchen Konzepten und Ressourcen arbeiten die Einrichtungen und gelingt es tatsächlich, dass was sie sich konzeptuell vornehmen, auch in die Praxis umzusetzen? Was haben die Behandler an kriminaltherapeutischen Methoden gelernt, wie arbeiten sie und wie erleben sie sich als Behandlungsteam? Wir gucken uns aber auch die Klienten genau an, was sind das für Menschen, wie alt sind sie, weswegen sind sie da, welches Risikoprofil und welche motivationalen Voraussetzungen bringen sie mit? Wir begleiten die Strafgefangenen oder Sicherungsverwahrten dann durch den Behandlungsprozess und untersuchen Veränderungen im Risikoprofil, aber auch in weiteren Merkmalen, wie dem Selbstkonzept oder der Motivation bis zur Entlassung – und schließlich: in welches Feld werden sie entlassen? Wir versuchen sie danach über die Bewährungshilfe in ihren Reintegrationsprozess zu begleiten und werden später etwaige Rückfälle auswerten. Diese Forschung braucht Zeit, um zu verstehen, ob und wie Behandlung im Vollzug funktioniert und warum jemand trotzdem rückfällig geworden ist oder nicht.

In Hildesheim bereiten wir nun einige andere Projekte vor. Neben dem eher grundlagenorientierten Forschungsprogramm zum entwicklungspsychologischen Ansatz im Justizvollzug, befasse ich mich zum Beispiel ja schon länger mit Methoden der Kriminalprognosen. Diese Prognosen sind Wahrscheinlichkeitsaussagen und es gibt, das wissen wir mittlerweile, Personengruppen, bei denen diese Prognosen sehr gut funktionieren und andere, bei denen sie weniger gut funktionieren. Eine Idee, die wir hier in Hildesheim aktuell verfolgen, ist es deshalb, die Zuverlässigkeit von Kriminalprognosen für den Einzelfall messbar zu machen. Der Gedanke ist es, Prognosen im Einzelfall mit einem Marker zu versehen – das ist eine zuverlässige Prognose, diese ist möglicherweise weniger zuverlässig. Es gibt ja Personengruppen, die labil sind und bei denen die Prognose eben nicht feststeht, sondern sich von Tag zu Tag ändert, je nachdem ob es gerade gut läuft oder weniger gut. Das wollen wir mess- und beschreibbar machen.

Ein zweites Vorhaben ist, ein diagnostisches Inventar zu Risikoprofil und Bedarfsprofil für den deutschen Sprachraum bei jugendlichen Gefangenen zu entwickeln. Ein solches Instrument soll veränderungssensitiv sein und Veränderungsprozesse sichtbar machen. Hier wollen wir mit einem größeren Pool von Probanden die Forschung starten. Allerdings haben wir in der Rechtspsychologie oft mit der Finanzierung unserer Vorhaben zu kämpfen. Für einige Geldgeber, wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), sind wir oft zu angewandt und zu wenig grundlagenbezogen. Und angewandte Forschung für Strafgefangene wird von sehr wenigen Stiftungen gefördert.

Wie anwendungsnah ist die rechtspsychologische Forschung in Hildesheim?

In der Grundlagenforschung untersuche ich Biografien und Entwicklungsverläufe krimineller Karrieren aus einem biografischen Längsschnitt. Ich hatte das Glück, in Berlin eine Gruppe von Strafgefangenen über eine sehr lange Zeitspanne zu begleiten, da meine Vorvorgängergeneration in den 1970er Jahren ein Forschungsprojekt aufgelegt hat, das ich übernehmen durfte. So konnten wir den biografischen Verlauf über eine Zeitstrecke von 30 Jahren untersuchen. Da ich auch als Gutachter tätig bin, helfen mir diese Erfahrungen aus der Grundlagenforschung, wenn ich Menschen beurteile.

Aber auch unsere Vorhaben in Hildesheim haben einen deutlichen Anwendungsbezug, wenn wir prognostische und diagnostische Methoden für den Vollzug entwickeln, die dann auch anwendbar sind. Und mit der Evaluationsforschung im Vollzug untersuchen wir, was funktioniert und was nicht funktioniert, um unmittelbar Empfehlungen auszusprechen, die dann auch umgesetzt werden.

Für die niedersächsische Justiz müsste es ein Glücksgriff sein, dass Sie hier an der Universität in Hildesheim als Professor für Rechtspsychologie arbeiten. Denn die Forschung kann Veränderungsprozesse unterstützen, indem sie Fakten liefert, kann erklären, was gelingt und nicht gelingt, und welche Ansätze in anderen Regionen oder Ländern verfolgt werden. Ist das eine Chance, die Niedersachsen erkannt hat, freuen Sie sich auf diese Arbeit?

Ich freue mich auf jeden Fall auf diese Arbeit. Ich hoffe – und nehme es im Moment auch so wahr –, dass Initiativen, die wir hier in Hildesheim entwickeln, wahrgenommen werden. Ich sehe auch Chancen, wo es vielleicht noch besser laufen könnte: beispielsweise gibt es in Niedersachsen noch keine forensisch-therapeutischen Nachsorgeambulanzen. Solche Ambulanzen wären für einige ehemalige Strafgefangene, die ein Stück weit therapeutische Unterstützung brauchen für den Übergang aus einer langen Freiheitsstrafe nach draußen und bei denen die sozialarbeiterischen Mittel der Bewährungshilfe allein nicht ausreichen, hilfreich. Dort sind Therapeutinnen und Therapeuten tätig, die rechtspsychologisch geschult sind.

Was treibt Sie an? Was ist Ihre Motivation?

Ich finde die rechtspsychologische Forschung ungemein spannend. Ich finde es spannend, mit Biografien vertraut zu werden, die ich sonst nicht kennen würde. Es handelt sich zum aller großen Teil ja nicht um per se böse Menschen. Oft treffe ich auf Täter, wo man erkennt, dieser Mensch hatte eine Biografie, in der er in eine kriminelle Karriere hineingestolpert ist, oder vielleicht auch keine Chance hatte. Klar, es gibt auch andere. Aber die Menschen, die man hinter dem Täter erkennt, wenn man sich mit ihnen beschäftigt, haben in den allermeisten Fällen Respekt verdient. Und ich finde es spannend, die Praxis, die Forschung und die Lehre miteinander verknüpfen zu können. Ich meine, alles profitiert voneinander – das ist das Reizvolle an dieser Arbeit.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt:

Rechtspsychologie an der Universität Hildesheim

Seit 2017 bildet das Institut für Psychologie der Universität Hildesheim Studentinnen und Studenten im Bereich Rechtspsychologie in einem bundesweit einzigartigen Masterstudiengang aus. Erstmals in der Bundesrepublik wurde an einer staatlichen Universität eine Professur für Rechtspsychologie eingerichtet. Professor Klaus-Peter Dahle arbeitet seit 20 Jahren im Bereich der Kriminalpsychologie und wechselte vom Institut für Forensische Psychiatrie der Charité Universitätsmedizin Berlin nach Hildesheim.

Die Rechtspsychologie beschäftigt sich mit der Anwendung psychologischer Theorien und Erkenntnisse auf Probleme des Rechtswesens. Dabei greift sie auf Wissensbestände aus verschiedenen Bereichen der Psychologie zurück, aber auch auf die Nachbardisziplinen Kriminologie und Forensische Psychiatrie. Die Schwerpunkte des Lehrstuhls liegen im Bereich der Kriminalpsychologie, also der Psychologie von Straftäter und Straftaten. Die Forschung umfasst insbesondere die Evaluation von Straftäterbehandlung und Rückfallprävention, die Methoden der Rückfallprognose sowie die Verläufe und Bedingungen krimineller Fehlentwicklungen im Lebenslauf.

Eine Besonderheit des Hildesheimer Studienschwerpunkte besteht in der engen Verzahnung zur Praxis: Um geeignete und gut ausgebildete Nachwuchskräfte für den Maßregel- und den Justizvollzug zu gewinnen, unterstützt das Land Niedersachsen jedes Jahr jeweils vier Studierende, die die Zulassungsvoraussetzungen für diesen Masterstudiengang erfüllen, mit einem Stipendium.

Das Masterstudium „Psychologie“ dauert vier Semester und wird mit dem Titel „Master of Science“ abgeschlossen. Studentinnen und Studenten wählen zwei von drei möglichen Schwerpunkten, die gleichgewichtig studiert werden (Pädagogische Psychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie und – neu eingeführt seit 2017 – Rechtspsychologie).

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
news-16192 Mon, 18 Feb 2019 12:08:00 +0100 Hildesheimer Forschungserkenntnisse zu frühkindlicher Bildung https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/forschung-zur-fruehkindlichen-bildung/ Die Wissenschaftlerinnen Professorin Meike Baader und Professorin Claudia Mähler diskutieren bei der Veranstaltung „Forschung made in Niedersachsen“ über frühkindliche Bildung. Das Wissenschaftsministerium möchte mit der Veranstaltungsreihe zeigen, wie Erkenntnisse der Forschung unseren Alltag beeinflussen und wie an niedersächsischen Hochschulen innovative und zukunftsweisende Lösungen für aktuelle Fragestellungen erarbeitet werden. Die Erwartungen der Gesellschaft an die frühkindliche Bildung und die vorschulischen Einrichtungen sind vielfältig: bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, frühzeitiges Fördern der Kompetenzentwicklung und der Chancengleichheit. Ebenso wird die Forschung zur frühkindlichen Bildung an niedersächsischen Hochschulen ausgebaut.

Gleich zwei Hildesheimer Expertinnen stellen Forschungserkenntnisse zu frühkindlicher Bildung bei der Reihe „Forschung made in Niedersachsen“ vor. Die des Veranstaltungsreihe des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur zum Thema „Was brauchen unsere Kinder? Frühkindliche Bildung in der Forschung“ findet am Donnerstag, 21. Februar 2019, in der Universität in Osnabrück statt.

Psychologin Claudia Mähler: Während einige Kinder für den Schulstart sehr gut gerüstet sind, zeigen andere Kinder noch Entwicklungsrückstände

„Eine besondere Herausforderung für die frühkindliche Bildung stellt die große Heterogenität der kognitiven Kompetenzen und der für den gelungenen Schulstart wichtigen Vorläuferfertigkeiten der Kinder da. Während einige Kinder sehr gut gerüstet sind, zeigen andere Kinder noch Entwicklungsrückstände zum Beispiel in Bezug auf die sprachliche Entwicklung, auf die phonologische Bewusstheit oder auch auf mathematische Basisfertigkeiten. Eine frühe Förderung macht also Sinn, um die Chancengleichheit für alle Kinder zu erhöhen. Eine besondere Rolle spielen dabei alle Formen der alltagsintegrierten Förderung, die im Kita-Alltag und wenn möglich in spielerischer Weise zur frühkindlichen Bildung beitragen. Aber auch zusätzliche Interventionsprogramme für einzelne benachteiligte Kinder können von Bedeutung sein", sagt Professorin Claudia Mähler.

Claudia Mähler forscht und lehrt als Professorin für Pädagogische Psychologie an der Universität Hildesheim und hat die Forschungsambulanz „Kind im Mittelpunkt“ aufgebaut. Sie wird Erkenntnisse aus den Forschungsprojekten „Differentielle Entwicklungsverläufe kognitiver Kompetenzen (KOKO)“, „Spielorientierte Förderung schulischer Vorläuferfertigkeiten im Kindergarten (ZIKZAK)“ und „Professionalisierung alltagsintegrierter sprachlicher Bildung bei ein- und mehrsprachig aufwachsenden Kindern – Fühlen Denken Sprechen“ vorstellen, in denen sie sich mit Heterogenität und alltagsintegrierter Förderung befasst.

In der Langzeitstudie „KoKo“ hat ein Forschungsteam um Claudia Mähler sieben Jahre lang erfasst, wie Kinder sich entwickeln – von der Kita über die Grundschulzeit bis in die weiterführende Schule. Die Untersuchung gibt Auskunft über Entwicklungsstadien, Entwicklungstempi und über individuelle Entwicklungsvorsprünge und Entwicklungsrückstände. Forschungsfragen sind unter anderem: In welchem Ausmaß bringen Kinder bei der Einschulung die nötigen Kompetenzen mit, um den Anforderungen der schulischen Bildungsmaßnahmen gewachsen zu sein? Wie entwickeln sich diese Kompetenzen im Vorschulalter? Inwieweit lässt sich die Schulfähigkeit voraussagen? Lassen sich Vorläuferfertigkeiten schulischer Kompetenzen beeinflussen?

Die Studie zeigt, dass die „schulischen Vorläuferfertigkeiten“ eine wichtige Rolle spielen bei der Vorhersage von Schulleistungen. Dazu gehören zum Beispiel die phonologische Bewusstheit und numerische Kompetenzen wie Mengenverständnis oder Zählfertigkeiten: Kann ein Kind zum Beispiel hören, dass im Wort „Auto“ kein „i“ enthalten ist, erkennt es Laute und Reime, entwickelt es ein Verständnis für Mengen und Zahlen, etwa für „mehr“ oder „weniger“.

Erziehungswissenschaftlerin Meike Baader spricht über den Wandel von Kindheit: Was brauchen Kinder? Was brauchen Familien?

Die Erziehungswissenschaftlerin Professorin Meike Baader wurde vom Ministerium  insbesondere darum gebeten, über den Wandel von Kindheit zu sprechen und wie sich dieser beschreiben lässt. Sie wird auch die Frage beantworten: Was brauchen Familien?

„Kinder gehen heute immer früher in Einrichtungen der Kinderbetreuung, sie tun dies immer länger und immer mehr Kinder besuchen frühpädagogische Einrichtungen. Kinder gehen heute unter Umständen länger in die KiTa als in die Grundschule. Was dies für Kinder und ihre Familien heißt, ist Thema meines Beitrages, bei dem es auch um die Frage geht, ob die Beschreibung einer ‚Pädagogisierung der Kindheit‘, wie sie in der Fachliteratur vorgenommen wird, den Wandel angemessen erfasst. Ich bezweifle dies, denn die Veränderungen sind meines Erachtens weitreichender, wenn man auch die Eltern einbezieht, denn schließlich wachsen Kinder heute zunehmend in pluralisierten Familien auf, in denen beide Elternteile erwerbstätig sind. Auch Alleinerziehende sind zumeist erwebstätig. Eltern betrachten KiTas aber nicht nur als Dienstleister, sondern leisten auch selbst  Beiträge zur öffentlichen frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung“, so Baader.

In einem vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium finanzierten Forschungsprojekt befasst sich die Professorin aktuell zusammen mit der Wissenschaftlerin Katharina Riechers mit Elterninitiativen in Niedersachsen, die dort 10,5% aller KiTas stellen.

„Eltern sind nicht nur die Adressaten von Appellen zur Verantwortungsübernahme für ihre Kinder, etwa im Rahmen von Erziehungspartnerschaften, sondern leisten selbst Beiträge zum öffentlichen KiTa-System und damit zur Wohlfahrtserbringung. Die Frage der Veranstaltung – was brauchen Kinder – werde ich in meinem Beitrag erweitern und fragen: Was brauchen Familien?“, so Professorin Meike Baader. Zu den Fachgebieten der Hildesheimer Wissenschaftlerin gehören unterem anderem die Kindheits- und Familienforschung, die Forschung zu Übergängen im Bildungssystem und die historische Bildungsforschung.

Bei „Forschung made in Niedersachsen“ geben Expertinnen und Experten aus der Forschung Einblicke in dieses interdisziplinäre Forschungsfeld und diskutieren mit Bürgerinnen und Bürgern. Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler wird die Veranstaltung eröffnen. Die Moderation übernimmt der Bildungs- und Wissenschaftsjournalist Jan-Martin Wiarda.

Forschung mad in Niedersachsen: Es diskutieren am 21. Februar 2019 an der Universität Osnabrück:

  • Professorin Dr. Meike Sophia Baader, Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs und Professorin am Institut für Erziehungswissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim 

  • Professor Dr. Jan Erhorn, Professor am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Osnabrück und Vorstandsvorsitzender des Niedersächsischen Institutes für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe)

  • Professorin Dr. Hedwig Gasteiger, Professorin für Didaktik der Mathematik an der Universität Osnabrück und Direktorin des Forschungszentrums CEDER (Center for Early Childhood Development and Education Research) 

  • Professorin Dr. Claudia Mähler, Professorin für Pädagogische Psychologie und Diagnostik am Institut für Psychologie an der Stiftung Universität Hildesheim

Wissenschaftsministerium: Forschung made in Niedersachsen

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news-16160 Wed, 13 Feb 2019 14:21:48 +0100 Wie kann ein gutes Klassenklima entstehen? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/wie-kann-ein-gutes-klassenklima-entstehen/ Seit über 20 Jahren bietet die Universität Hildesheim in Kooperation mit der Landesschulbehörde Fortbildungen für Klassenlehrkräfte aller Schulformen an. „Die wissenschaftliche Evaluation zeigt, dass das Klassenklima durch unsere Fortbildung nachhaltig verbessert und die Lehrerzufriedenheit erhöht werden konnte“, sagt Professorin Claudia Mähler. Ihr Team setzt die Arbeit fort: Derzeit nehmen rund 80 Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Niedersachsen an der eineinhalbjährigen Fortbildung teil. Schulpsychologische Fachdezernentinnen und Fachdezernenten der Landesschulbehörde bilden unter der wissenschaftlichen Leitung des Instituts für Psychologie der Universität Hildesheim Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer aller Schulformen fort. Seit mehr als 20 Jahren wird die KIK-Fortbildung zu Klassenführung und Klassenklima unter dem Motto „Kompetent soziales Miteinander gestalten“ im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums in Kooperation mit der niedersächsischen Landesschulbehörde als schulpsychologische Fortbildung angeboten. KIK steht für „Kommunikation – Interaktion – Kooperation“.

Fortbildung im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums ist eine Mischung aus Theorie, praktischer Erprobung und Hospitation

Wie kann ein gutes Klassenklima entstehen? „Jährlich beginnen rund 40 Lehrkräfte eine eineinhalbjährige Fortbildung zur Kompetenzerweiterung hinsichtlich psychologischer Klassenführung“, berichtet Professorin Claudia Mähler.

Themen sind hierbei unter anderem die Entwicklung von Gruppen, die Evaluation des Klassenklimas und der Umgang mit Konflikten. Schule ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche lernen können, wie sie mit anderen umgehen und wie sie Konflikte gewaltfrei lösen können.

Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer befassen sich während der Fortbildung etwa mit der Entwicklung von Gruppen und dem Umgang mit Konflikten

In einer Mischung aus Theorie, praktischer Erprobung und gegenseitiger Hospitation tauschen sich die teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer in Gruppen von etwa 12 Personen unter der Leitung von Schulpsychologinnen und Schulpsychologen an 21 Fortbildungstagen und drei Halbwochenkursen aus und erweitern ihre Kompetenzen im Bereich der Klassenführung. „Die stetige wissenschaftliche Evaluation der Fortbildung konnte zeigen, dass das Klassenklima durch unsere Fortbildung nachhaltig verbessert und die Lehrerzufriedenheit erhöht werden konnte“, sagt Mähler.

Jährlich richtet das Institut für Psychologie der Universität Hildesheim auch einen „KIK-Kongress“ aus, an dem Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Niedersachsen teilnehmen. In diesem Jahr (8. Februar 2019) nahmen an der Konferenz rund 140 Lehrkräfte, die an der schulpsychologischen Fortbildung für Klassenlehrkräfte bereits seit einem Jahr teilnehmen, diese gerade begonnen oder schon vor längerem abgeschlossen haben, teil. In seinem Grußwort hob David Haschke, der als Referent für Schulpsychologie und Gender im Niedersächsischen Kultusministerium arbeitet, die Bedeutung einer gelungenen Klassenführung in Zeiten zunehmender Diversität hervor.

Professorin Mähler: „Klassenlehrkräfte können dazu beitragen, Ausgrenzung zu vermeiden “

„Kinder mit Lernschwierigkeiten oder Lernstörungen stehen vor Schwierigkeiten und Herausforderungen“, sagt Professorin Claudia Mähler, wissenschaftliche Leiterin der Fortbildung. „Da Kinder und Jugendliche mit dieser Symptomatik häufig unter einem niedrigen Selbstkonzept eigener Fähigkeiten leiden und in erhöhtem Maße Gewalterfahrungen durch die eigene Peer-Group ausgesetzt sind, stellen diese Schülerinnen und Schülern eine Gruppe dar, der besondere Beachtung bei der Bildung der Klassengemeinschaft geschenkt werden sollte. Klassenlehrkräfte könnten einer Ausgrenzung vermeiden, indem sie positives Feedback einsetzen und die ein kooperatives Lernklima schaffen, in dem alle voneinander lernen und am Unterricht teilhaben können.“ Auch die Aufklärung über die Problematik von Kindern mit Lernschwierigkeiten in Form von Psychoedukation spiele hierbei eine entscheidende Rolle, so Mähler.

Lehrkräfte, die bereits seit einem Jahr an der Fortbildung teilnehmen, haben im Vorfeld der Konferenz Themen zur Verbesserung des Klassenklimas erarbeitet und in ihren jeweiligen Klassen erprobt. Für die Neuankömmlinge bot sich die Gelegenheit, die Themen, die sie in den nächsten eineinhalb Jahren in der KIK-Fortbildung begleiten werden, kennenzulernen und einen Eindruck von der praktischen Umsetzung der Inhalte zu bekommen. Auch rund 20 Lehrkräfte, die die pädagogisch-psychologische Fortbildung bereits abgeschlossen haben, konnten sich in den insgesamt 23 Workshops über ihre Arbeit als Klassenlehrkraft austauschen und erhielten eine thematische Vertiefung, so Claudia Mähler.

Wer Fragen zu der Forschung und Fortbildung hat, erreicht Prof. Dr. Claudia Mähler vom Institut für Psychologie der Universität Hildesheim unter maehler@uni-hildesheim.de.

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news-16075 Wed, 30 Jan 2019 12:28:00 +0100 Rechtspsychologie: Kriminalpsychologe Professor Klaus-Peter Dahle https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/antrittsvorlesung-des-kriminalpsychologen-professor-klaus-peter-dahle/ Der Hildesheimer Professor für Rechtspsychologie Klaus-Peter Dahle forscht und lehrt am Institut für Psychologie. Seit 2017 bildet die Universität Hildesheim Studentinnen und Studenten im Bereich Rechtspsychologie aus. Seit 2017 bildet das Institut für Psychologie der Universität Hildesheim Studentinnen und Studenten im Bereich Rechtspsychologie aus. Erstmals in der Bundesrepublik wurde an einer staatlichen Universität eine Professur für Rechtspsychologie eingerichtet. Professor Klaus-Peter Dahle arbeitet seit 20 Jahren im Bereich der Kriminalpsychologie und wechselte von der Charité Universitätsmedizin in Berlin nach Hildesheim.

Professor Dahles Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Kriminalpsychologie als ein Teilgebiet der Rechtspsychologie, das sich mit Rechtsbrechern und Straftätern beschäftigt. Klaus-Peter Dahle befasst sich in seiner Forschung mit Fragen der Wirksamkeit therapeutischer Interventionen im Justizvollzug und entwickelt Methoden zur Verbesserung von Kriminalprognosen. Er forscht in den Bereichen kriminelle Entwicklung, Sexual- und Gewaltdelinquenz, Straftäterbehandlung, Methoden der Kriminalprognose und Jugendkriminalität.

Die Rechtspsychologie beschäftigt sich mit der Anwendung psychologischer Theorien und Erkenntnisse auf Probleme des Rechtswesens. Dabei greift sie auf Wissensbestände aus verschiedenen Bereichen der Psychologie zurück, aber auch auf die Nachbardisziplinen Kriminologie und Kriminalistik. Die Schwerpunkte des Lehrstuhls liegen im Bereich der Kriminalpsychologie, also der Psychologie von Straftäter und Straftaten. Die Forschung umfasst insbesondere die Evaluation von Straftäterbehandlung und Rückfallprävention, die Methoden der Rückfallprognose sowie die Verläufe und Bedingungen krimineller Fehlentwicklungen im Lebenslauf.

Professor Dahle teilt wissenschaftliche Erkenntnisse und richtete in Hildesheim zum Beispiel die öffentliche Tagung „Neue Herausforderungen an Prognosegutachten im Strafrecht“ aus.

Antrittsvorlesung

Der Hildesheimer Professor für Rechtspsychologie Klaus-Peter Dahle spricht in seiner Antrittsvorlesung über „Evidenz, Prognostik und Nebenwirkungen: Die Vollzugsanstalt als Entwicklungsraum“. Die Vorlesung beginnt am Mittwoch, 30. Januar 2019 um 18:15 Uhr in Hörsaal 4 und ist öffentlich.

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news-17396 Fri, 23 Nov 2018 13:24:00 +0100 Vom Poetry-Slam-Finale zum "Treffen junger Autor*innen" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/vom-poetry-s/ Die Psychologiestudentin Tabea Farnbacher schreibt in ihrer Freizeit und tritt bei Poetry-Slams auf. Pressespiegel regional Psychologie Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft news-17359 Fri, 16 Nov 2018 15:54:00 +0100 Komponieren Frauen schlechter? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/komponieren/ Ein Forschungsprojekt will herausfinden, ob an musikalischen Geschlechter-Vorurteilen etwas dran ist. Pressespiegel regional Musik und Musikwissenschaft Psychologie news-15747 Fri, 09 Nov 2018 08:37:42 +0100 Erst Doktorandin in Hildesheim, heute Professorin in Köln https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/erst-doktorandin-in-hildesheim-heute-professorin-in-koeln/ Karolina Suchowolec hat ihre Doktorarbeit „Sprachlenkung – Aspekte einer übergreifenden Theorie“ am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim mit summa cum laude abgeschlossen. Nur 15 Monate später wurde sie auf eine Professur berufen. „Eine sehr selbstständige und ungewöhnlich umfassende Forschungsarbeit“, sagt Suchowolec‘ Doktorvater Professor Klaus Schubert über die wissenschaftliche Leistung der jungen Forscherin. Während der Promotionsfeier der Universität Hildesheim wurde in dieser Woche Karolina Suchowolec ihre Promotionsurkunde überreicht. Die Sprachwissenschaftlerin ist einer der 70 Doktorandinnen und Doktoranden, die ihre Promotion zwischen 2016 bis 2018 an der Universität Hildesheim erfolgreich abgeschlossen haben.

Während der Promotionsfeier, die in diesem Jahr das Team um Dekan Professor Martin Sauerwein vom Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ ausrichtete, wurden Dr. Josif Grabocka aus der Arbeitsgruppe Maschinelles Lernen von Professor Lars Schmidt-Thieme und Dr. Martin Kreh aus der Arbeitsgruppe „Algebra und Zahlentheorie“ von Professor Jürgen Sander für herausragende wissenschaftliche Arbeiten geehrt.

Vor zwanzig Jahren lag die durchschnittliche Promotionsbilanz bei unter 10 im Jahr – heute bei rund 40. Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich gratuliert allen Promovendinnen und Promovenden und dankt den Professorinnen und Professoren, die die wissenschaftlichen Arbeiten mit viel Mühe und Engagement begleitet haben. Dies sei Ausdruck für die „gewissenhafte Arbeit, die wir als Universität leisten“. „Pflegen und nutzen Sie die Kraft der Vielfalt und tragen Sie Ihren Doktortitel mit Bescheidenheit und Respekt“, so der Appell des Stiftungsratsvorsitzenden Dr. Uwe Thomas.

Forschungsthemen der Doktorandinnen und Doktoranden sind zum Beispiel:

  • „Moderne Kunst in Taiwan. Diskursanalysen zum taiwanesischen Selbstverständnis im Globalisierungsprozess der Kunstwelt seit 1950“, Dr. Lisa Bauer-Zhao, betreut von Prof. Dr. Rolf Elberfeld, Philosophie

  • „Untersuchung zur Vermeidung der Blaulichtanteile bei der Hintergrundbeleuchtung von Displays unter Einsatz von LED-Clustern mit steuerbarem Farbspektrum“, Dr. Nils Habich, betreut von Prof. Dr. Jürgen Böhmer, Technik

  • „Die Mengenlehre im Anfangsunterricht – historische Darstellung einer gescheiterten Unterrichtsreform in der Bundesrepublik Deutschland“, Dr. Tanja Hamann, betreut von Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme

  • „Sozialer Einfluss und therapeutische Wirkmechanismen bei depressiven Störungen“, Dr. Christina Charlotte Hofheinz, betreut von Prof. Dr. Renate Soellner, Psychologie

  • „Analyse contrastive des verbes dans des corpus médicaux et création d’une ressource verbale de simplification de textes“, Dr. Ornella Wandji Tchami, betreut von Prof. Dr. Ulrich Heid, Informationswissenschaft und Sprachtechnologie

Interview mit der Sprachwissenschaftlerin Karolina Suchowolec

Im Interview spricht Karolina Suchowolec über das wissenschaftliche Arbeiten in Hildesheim und die Entstehung einer Doktorarbeit.

Frau Professorin Suchowolec, was untersuchen Sie in Ihrer Forschung?

Sprachen sind nicht statisch, sondern dynamisch und verändern sich mit der Zeit. In meiner Doktorarbeit „Sprachlenkung – Aspekte einer übergreifenden Theorie“ in Hildesheim habe ich untersucht, wie man den Sprachgebrauch von Menschen gezielt und systematisch verändern kann. Zwei Beispiele sind etwa die Rechtschreibreformen einer Standardsprache (wie die neuste deutsche Rechtschreibreform) oder auch Wortschatzstandardisierung für Gebrauchstexte wie Bedienungsanleitungen, damit ein „Ding“ immer mit dem gleichen Wort benannt wird.

Warum erfolgen solche Veränderungen in der Kommunikation?

Solche Maßnahmen sind ganz praktisch begründet und hängen oft, wenn auch nicht ausschließlich, mit dem Wunsch zusammen, die Kommunikation effizienter zu gestalten und zu optimieren. Bei der Wortschatzstandardisierung für technische Texte möchte man unter anderem erreichen, dass die Texte für den Endbenutzer aber auch für den Übersetzer leichter verständlich sind und dabei auch der Schreibprozess für die Textautoren und Textübersetzer einfacher und kostengünstiger ist.

Welche Forschungsfrage steht im Mittelpunkt Ihrer Doktorarbeit?

Speziell habe ich mich in der Doktorarbeit mit der Frage befasst, welche Empfehlungen es in der Forschung gibt, wie man die Durchführung solcher Maßnahmen unterstützen kann. Diese Empfehlungen habe ich in mehreren Gebieten der Linguistik identifiziert, sie dann zusammengetragen, systematisiert und in einer leicht zugänglichen Form dargestellt. Eine allgemeine Empfehlung ist zum Beispiel, dass die späteren Benutzer von Anfang an eine aktive Rolle in der Entwicklung der Maßnahme spielen und nicht erst am Ende des Prozesses mit Resultaten konfrontiert werden sollten.

Eine Erkenntnis, zu der Sie in Ihrer Hildesheimer Doktorarbeit kamen?

Auch wenn das Thema der Sprachlenkung in der Praxis ganz wichtig ist, so ist die Frage nach konkreten Praxisempfehlung in der Linguistik noch recht unsystematisch erforscht. Es gibt viele Teildisziplinen der Linguistik, die sich zwar punktuell mit einzelnen Problemen befassen, aber es gibt zwischen ihnen kaum Austausch. Es ist sinnvoll und möglich, die Empfehlungen aus allen diesen recht unterschiedlichen Teildisziplinen gemeinsam zu betrachten.
Das Hauptergebnis meiner Arbeit sind Ablaufdiagramme, die zeigen, welche Schritte bei der Umsetzung für möglich gehalten werden. Diese Diagramme sind sowohl für Projekte in der Praxis interessant, weil man daraus einfach ablesen kann, was man konkret tun kann und welche Möglichkeit man bis jetzt vielleicht nicht berücksichtig hat. Sie können also als eine Entscheidungshilfe bei der Planung und Umsetzung von Projekten dienen. Aber auch für die Wissenschaft sind sie interessant, weil sie die Formulierung von Forschungshypothesen für empirische Untersuchungen unterstützen.

Warum ist Ihre Forschung keine Zeitverschwendung – warum ist es wichtig, im Bereich der Fachkommunikation zu forschen?

Das Hauptergebnis meiner Arbeit hat eine ganz praktische Anwendung. Aber auch in der angewandten Wissenschaft ist es wichtig, dass man sich einem praktischen Problem systematisch und mit nachvollziehbaren und überprüfbaren Methoden nähert. Zudem ist der Austausch über die Forschungsergebnisse wichtig. Diesen Punkten habe ich mich in meiner Doktorarbeit explizit gewidmet.

Wie viel Zeit haben Sie in Ihre Doktorarbeit investiert?

Ich habe an meinem Promotionsprojekt insgesamt sechseinhalb Jahre gearbeitet, davon habe ich die ersten drei Jahre bei einem Maschinenbauunternehmen in Würzburg verbracht, wo ich ganz praktisch einen standardisierten Wortschatz für die Technische Dokumentation von Druckmaschinen (Betriebsanleitungen) aufgebaut und eingeführt habe. In dieser Zeit habe ich zwar keine „Daten“ für  meine Doktorarbeit gesammelt, da es sich um keine empirische Arbeit im klassischen Sinne handelte, aber die Praxiserfahrungen und Beobachtungen haben mir insgesamt in meinem Promotionsprojekt geholfen. In dieser Zeit habe ich auch viel gelesen, zu linguistischen Themen aber auch darüber hinaus, was dann eine Grundlage für die Doktorarbeit legte. Nach diesen drei Jahren als externe Doktorandin wechselte ich nach Hildesheim und arbeitete als wissenschaftliche Hilfskraft bei Professor Dr. Klaus Schubert. Durch eine stärkere Anbindung an den universitären Betrieb konnte ich mich der Doktorarbeit fokussierter widmen. Ich habe in dieser Zeit mit dem Aufschreiben von Ideen begonnen, was in meinem Fall ein wichtiger Schritt war, weil die Arbeit eher theoretisch ist; durch das Aufschreiben entstanden neue Erkenntnisse und die Arbeit kristallisierte sich immer mehr heraus. Ich stellte kleine Ausschnitte oder Problemfälle aus meiner Arbeit immer wieder auf wissenschaftlichen Konferenzen und Workshops vor, was auch wichtig für das Fortschreiten der Arbeit war. So konnte ich auch die Analysemethode konkretisieren und verfeinern.

Welche Verantwortung tragen Sie als Forscherin?

Vor allem bei qualitativen Arbeiten stellen Nachvollziehbarkeit und Transparenz eine Herausforderung, weil man die Erkenntnisse auf eine intersubjektive Grundlage stellen muss. Deswegen war mir der Einsatz einer klar definierten Analysemethode und eine kleinschnittige Dokumentation der Zwischenschritte und -ergebnisse besonders wichtig.

Nun sind Sie fertig mit Ihrer Promotion an der Universität in Hildesheim und tragen den Doktortitel – werden Sie etwas vermissen?

Die Bibliothek in Hildesheim bietet eine sehr gute Arbeitsatmosphäre und dort arbeiten sehr freundliche und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Welcher Karriereschritt folgt nach der Doktorarbeit?

Natürlich lässt sich die wissenschaftliche Karriere nur bis zu einem gewissen Grad planen und die berufliche Unsicherheit ist in der Wissenschaft schon recht groß. Aber ich habe nach der Promotion eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim erhalten. Und 2018 folgte die Berufung auf die Professur für Terminologie und mehrsprachige Fachkommunikation in Köln. Dort befasse ich mich mit mit dem Fachwortschatz, u.a. aus Standardisierungsperspektive, sowie mit Prozessen, die bei der Kommunikation über fachliche Inhalte stattfinden. Die Berufung auf eine Professur kurz nach der Promotion war dank meiner einschlägigen außeruniversitäten Berufserfahrung möglich.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Zur Person: Prof. Dr. Karolina Suchowolec

Karolina Suchowolec, geboren in Bialystok in Polen, forscht und lehrt seit 2018 an der Fakultät für Informations- und Kommunikationswissenschaften der TH Köln. Die 33-Jährige ist Expertin für Terminologie und mehrsprachige Fachkommunikation.

Die Sprachwissenschaftlerin hat zum Thema „Sprachlenkung – Aspekte einer übergreifenden Theorie“ bei Prof. Dr. Klaus Schubert am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim promoviert. Direkt nach ihrer Promotion 2016 ging die Wissenschaftlerin nach Mannheim an das renommierte Institut für Deutsche Sprache in Mannheim und wurde 2018 auf die Professur in Köln berufen. „Karolina Suchowolec bringt eine für die Berufschancen sehr günstige Kombination aus industrieller Praxiserfahrung und wissenschaftlichem Forscherdrang mit“, sagt ihr Doktorvater Professor Klaus Schubert.

Suchowolec studierte zuvor Angewandte Linguistik und Deutsch als Fremdsprache an der TU Dresden und an der Ohio State University in den USA sowie Mathematik und Informatik an der Fernuniversität Hagen.

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news-17287 Sat, 29 Sep 2018 11:45:00 +0200 Ein Kämpfer steht wieder auf https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/ein-kaempfer/ Tamara Thomsen ist Sportpsychologin an der Universität. Sie hilft ihrem Lebenspartner nach einem Unfall bei der Rehabilitation. Pressespiegel regional Sportwissenschaft Psychologie news-17274 Thu, 20 Sep 2018 10:22:00 +0200 Heute Start für neue Stiftung https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/heute-start-1/ Zu Ehren eines erkrankten Jungen wird die neue Stiftung "Jonathan" zukünftig Kinder mit Behinderung und ihre Familien unterstützen. Neurodidaktik-Professor Dr. Kristian Folta-Schoofs hält bei der Eröffnung eine Rede. Pressespiegel regional Psychologie news-16846 Thu, 19 Jul 2018 15:16:00 +0200 Neue Stiftung will Familien mit schwerstbehinderten Kindern helfen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/neue-stiftun/ Kristian Folta-Schoofs, Neurodidaktik-Professor der Universität spricht bei der Eröffnungsfeier der Stiftung Jonathan. Pressespiegel regional Psychologie news-15635 Thu, 21 Jun 2018 12:34:00 +0200 Universität sucht Stipendiaten https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/universitaet-1/ Das Justiz- und das Sozialministerium bieten vier Stipendien für Psychologiestudierende. Pressespiegel regional Stipendien Psychologie news-15580 Tue, 12 Jun 2018 13:48:00 +0200 Kann jeder umweltfreundlich werden? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/kann-jeder-u/ Ein Vortrag der Fachschaft Psychologie befasst sich mit dem Thema Umweltschutz. Pressespiegel regional Psychologie Vorträge news-15552 Wed, 30 May 2018 17:17:00 +0200 Platzangst und Paartherapie https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/platzangst-u/ Der Psychologie-Professor Christoph Kröger baut an der Universität eine Hochschulambulanz auf. Er stellt seine Forschung bei einem öffentlichen Vortrag vor. Pressespiegel regional BSc PäPsy Psychologie Vorträge news-15547 Mon, 28 May 2018 17:00:00 +0200 Im Spiel die Welt entdecken https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/im-spiel-die/ Professor Klaus-Jürgen Förster und Professorin Claudia Mähler erläutern den kindlichen Umgang mit Spielen. Pressespiegel regional Psychologie Mathematik & Angewandte Informatik news-14831 Wed, 23 May 2018 16:17:12 +0200 Rechtspsychologie: Tagung zu Prognosegutachten im Strafrecht https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/rechtspsychologie-tagung-zu-prognosegutachten-im-strafrecht/ Seit einem Jahr bildet die Universität Hildesheim Spezialisten für Rechtspsychologie aus. Erstmals in der Bundesrepublik wurde an einer staatlichen Universität eine Professur für Rechtspsychologie eingerichtet. Der Kriminalpsychologe Professor Klaus-Peter Dahle diskutiert während einer Konferenz in Hildesheim mit Richterinnen und Richtern aus Niedersachsen sowie Experten aus dem Justiz- und Maßregelvollzug über Prognosegutachten im Strafrecht. Seit 2017 bildet die Universität Hildesheim Studentinnen und Studenten im Bereich Rechtspsychologie aus. Erstmals in der Bundesrepublik wurde an einer staatlichen Universität eine Professur für Rechtspsychologie eingerichtet. Professor Klaus-Peter Dahle arbeitet seit 20 Jahren im Bereich der Kriminalpsychologie und wechselte von der Charité Universitätsmedizin in Berlin nach Hildesheim. Professor Dahle richtet Ende Mai eine Tagung an der Universität Hildesheim aus („Neue Herausforderungen an Prognosegutachten im Strafrecht“, Programm PDF).

Professor Dahle lädt zu der Tagung ein, da in jüngerer Zeit Gesetzesnovellen insbesondere einige der Voraussetzungen für die Unterbringung und Behandlung von Rechtsbrechern im psychiatrischen Maßregelvollzug und in der Sicherungsverwahrung reformiert haben. „Diese Gesetzesnovellen gehen mit veränderten, teilweise neuen Aufgabenstellungen für sachverständige Gutachter einher, die die Gerichte bei solchen Unterbringungs- und Fortsetzungsentscheidungen beraten sollen“, sagt Klaus-Peter Dahle. Bisher sei nicht geklärt, wie die Gerichte die reformierten Vorschriften interpretieren werden und welche Erwartungen sie dabei an ihre prognosesachverständigen Berater stellen.

Professor Klaus-Peter Dahle befasst sich in seiner Forschung mit Fragen der Wirksamkeit therapeutischer Interventionen im Justizvollzug und entwickelt Methoden zur Verbesserung von Kriminalprognosen. Er forscht in den Bereichen kriminelle Entwicklung, Sexual- und Gewaltdelinquenz, Straftäterbehandlung, Methoden der Kriminalprognose und Jugendkriminalität.

Workshoptagung an der Universität Hildesheim
„Neue Herausforderungen an Prognosegutachten im Strafrecht“

Die Konferenz beginnt am Freitag, 25. Mai 2018, auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim um 10:00 Uhr. Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing wird die Teilnehmer begrüßen.

Die Fachvorträge zu den Themen „Neue Anforderungen an Prognosegutachten nach der Reform des Unterbringungsrechts gemäß § 63 StGB“, „Die nach § 119 a StVollzG erforderlichen Behandlungsmaßnahmen und deren gerichtliche Kontrolle“ und „Möglichkeiten und Grenzen prognostischer Einschätzungen im Strafrecht: Sachstand und aktuelle Entwicklungen“ halten Prof. Dr. Andreas Mosbacher (Richter am Bundesgerichtshof Leipzig, Strafsenat), Klaus Michael Böhm (Richter am Oberlandesgericht Karlsruhe) und Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle (Professor für Rechtspsychologie an der Universität Hildesheim). Die Tagung ist kostenlos. Um vorherige Anmeldung per Mail wird aus organisatorischen Gründen gebeten (papenmei@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
news-15448 Sat, 12 May 2018 14:32:00 +0200 Forscherin kritisiert Kita-Pläne im Land https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/forscherin-k/ Die Universität betreibt gemeinsam mit dem Landkreis das Sprachförderkonzept "Kea" (Kinder entwickeln alltagsintegriert Sprache). Pressespiegel regional Psychologie news-15392 Sat, 14 Apr 2018 13:09:00 +0200 Dein Trauma, mein Trauma https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/dein-trauma/ Die Psychologin der Uni Tamara Thomsen konnte in Untersuchungen von 2015 und 2017 zeigen, dass die Empathiefähigkeit von Traumatherapeuten das Risiko für eine sekundäre Traumatisierung erhöht. Pressespiegel regional Psychologie news-14641 Tue, 03 Apr 2018 15:00:00 +0200 Deutscher Hochschulfundraisingpreis geht an die Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/deutscher-hochschulfundraisingpreis-geht-an-die-universitaet-hildesheim/ Der Deutsche Hochschulverband zeichnet die Universität Hildesheim für ihre professionelle Fundraisingstrategie und Stiftungskultur aus. Bis heute konnte die Stiftungsuniversität 13 Stiftungsprofessuren einwerben und die Zahl der Deutschlandstipendien von 23 auf 91 erhöhen. Die Universität dankt allen Hildesheimer Bildungsstifterinnen und Bildungsstiftern, die mit ihren Spenden dazu beitragen, dass Bildungswege junger Menschen unterstützt und neue Forschungsgebiete ausgebaut werden können. Die Universität Hildesheim ist Träger des Deutschen Hochschulfundraisingpreises 2018, den der Deutsche Hochschulverband zum dritten Mal ausgelobt hat. Im Rahmen eines Symposiums in Berlin wurde die Auszeichnung vor 150 Hochschulleitungen sowie Fundraiserinnen und Fundraisern aus Deutschland, Schweiz und Österreich überreicht.

Mit dem Deutschen Hochschulfundraisingpreis wird die konsequente Pflege und Erweiterung des Kreises der Förderinnen und Förderer aus Wirtschaft und Gesellschaft honoriert. Durch exzellente Netzwerkarbeit konnte die Stiftungsuniversität Hildesheim bis heute 13 Stiftungsprofessuren einwerben und die Anzahl der Deutschlandstipendien hat sich von 23 auf 91 erhöht, so die Begründung für die Preisvergabe.

Die Spenderpflege der Universität Hildesheim setze Maßstäbe, weil sie eindrücklich vor Augen führe, wie mit Hilfe einer professionellen Fundraisingstrategie systematisch zum Spenden angeregt werden  könne, sagte Jury-Mitglied Professor Guido Benzler in seiner Laudatio. In hervorragender Weise baue die Universität Hildesheim dank einer gelebten Dankes- und Anerkennungskultur enge persönliche Kontakte zu ihren Förderinnen und Förderern auf. Auf der Basis breit gefächerter Begegnungsformate gelinge es der Universität immer wieder, den Kreis der Spenderinnen und Spender zu einer Stiftergemeinschaft zu formen, aus der heraus größere und namhafte Spenden erfolgten.

Der Deutsche Hochschulfundraisingpreis ist mit 5.000 Euro dotiert. Das Preisgeld soll zweckgebunden für das Hochschulfundraising oder ein laufendes Fundraisingprojekt verwendet werden. Der Preis wurde am heutigen Dienstag dem Präsidenten der Universität Hildesheim, Professor Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich, in Anwesenheit von Vizepräsident Prof. Dr. Martin Schreiner, Fundraiser Markus Langer und Mediengestalter Jan Baumhöfener überreicht.

Stiftungsprofessur für den Bereich „Data Science“

Durch die Einrichtung von Stiftungsprofessuren konnten in den vergangenen Jahren die Forschung und Lehre in Fachgebieten wie Wirtschaftsinformatik, Software Engineering, Neurodidaktik, Klinische Psychologie sowie Sport, Gesundheit und Leistung ausgebaut werden.

„Fundraising gehörte von Anfang an zum besonderen Aufgabenprofil der öffentlich-rechtlichen Stiftungsuniversität Hildesheim. Die Einrichtung eines eigenen Ressorts ‚Stiftungsentwicklung‘ im Präsidium stärkte den Bereich nachhaltig. Die heutige Einwerbung einer 13. Stiftungsprofessur für den Bereich ‚Data Science‘, gefördert durch die Sparkassen-Finanzgruppe, bestätigt unseren Kurs“, sagt Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger engagieren sich für ihre Universität

„Dieser Preis würdigt insbesondere das Engagement der Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger für ihre Universität. Verbunden mit unserer großen Dankbarkeit ist daher auch unsere Hoffnung, dass viele Hildesheimerinnen und Hildesheimer diesen Weg weiter mit uns gehen. Wir sind für Interessierte jedenfalls jederzeit da“, so Prof. Dr. Martin Schreiner und Markus Langer.

Mit dem Deutschen Hochschulfundraisingpreis sollen „Best Practice“-Beispiele prämiert werden, die sich durch herausragende Kreativität bei der Entwicklung von Fundraising-Kampagnen auszeichnen. Über die Vergabe entschied eine fünfköpfige Jury. Ihr gehörten Professor Dr. Guido Benzler (Geschäftsführender Gesellschafter rheform – EntwicklungsManagement GmbH), Brigitte Göbbels-Dreyling (stellvertretende Generalsekretärin der Hochschulrektorenkonferenz), Matthias Daberstiel (Chefredakteur der Zeitschrift „Der Fundraiser“), Professor Dr. Bernd Helmig (Vizepräsident des Deutschen Hochschulverbandes) und Cornelia Kliment (Geschäftsführerin der Deutschen Universitätsstiftung) an.

Der Deutsche Hochschulverband ist die Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland mit mehr als 30.700 Mitgliedern.

Bildung stiften: Bildungsstifterinnen und Bildungsstifter unterstützen Hildesheimer Studentinnen und Studenten auf ihren Bildungswegen

Bis zu 111 Deutschlandstipendien kann die Universität Hildesheim vergeben. „Bildung Stiften 111!“ heißt eine Kampagne, die Markus Langer und Vizepräsident Professor Martin Schreiner in Hildesheim ins Leben gerufen haben. Die Universität Hildesheim dankt allen bisherigen Förderern und sucht nun weitere Stifterinnen und Stifter, die Studierende auf ihrem Bildungsweg unterstützen. Die Universität Hildesheim wurde 2017 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Stifterverband für ihre erfolgreiche Stipendienkultur ausgezeichnet.

Wer Studentinnen und Studenten mit einem Stipendium unterstützen möchte, kann sich direkt an Markus Langer (05121 883 90130, markus.langer@uni-hildesheim.de) oder an den Vizepräsidenten, Prof. Dr. Martin Schreiner (05121 883 11102, martin.schreiner@uni-hildesheim.de), wenden.

Das Stipendienprogramm läuft über eine Eigenbewerbung. Ab 1. Juni 2018 können sich Studierende aller Fachbereiche für das nächste Stipendienjahr um ein Deutschlandstipendium bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Juni 2018.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Sportwissenschaft Psychologie Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informatik Fachbereich 4
news-14548 Mon, 12 Mar 2018 11:29:39 +0100 Uni-Hochschulambulanz sucht ab sofort Familien: Kinder mit Lernstörungen stark machen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/uni-hochschulambulanz-sucht-ab-sofort-familien-kinder-mit-lernstoerungen-stark-machen/ Wissenschaftlerinnen der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ haben ein neues Programm zur emotionalen Stärkung von Kindern mit Lernstörungen entwickelt. Für die Gruppenintervention, die im April 2018 starten soll, sucht die Universität Hildesheim ab sofort noch betroffene Kinder. Die häufigsten Entwicklungsstörungen im Kindes- und Jugendalter sind Lernstörungen. Hierunter versteht man die Lese- und Rechtschreibstörung (Legasthenie), die Rechenstörung (Dyskalkulie) oder eine Kombination aus beiden. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Lernstörungen für die Kinder im Alltag eine Reihe von Problemen mit sich bringen. Sie müssen deutlich mehr für die Schule üben, haben häufig Selbstwertprobleme, werden von Mitschülerinnen und Mitschülern manchmal gehänselt und können oft nicht verstehen, warum ihnen lesen, schreiben oder rechnen überhaupt so schwer fällt. Viele halten sich sogar für dumm.

Die Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt (KiM)“ des Instituts für Psychologie der Universität Hildesheim bietet ab April 2018 ein neues Programm für Kinder mit Lernstörungen an. Das Programm „Lernstörungen verstehen mit Lino Löwe“ haben Studierende der Psychologie unter der Leitung von Prof. Dr. Claudia Mähler, Dr. Kirsten Schuchardt und Conny Griepenburg ausgearbeitet. Unter dem Motto „Kinder mit Lernstörungen stark machen!“ begleitet Lino, eine Löwenfigur, die selbst von einer Lernstörung betroffen ist, die Kinder über fünf Wochen (einmal wöchentlich, 90 Minuten). Die teilnehmenden Kinder sollen verstehen, woher ihre schulischen Schwierigkeiten kommen. Sie werden ihre Stärken entdecken und Ideen zum Umgang mit schwierigen Situationen erhalten (geärgert werden, traurig sein, gestresst sein). Das Programm findet in Kleingruppen mit maximal 8 Kindern am Nachmittag statt. Begleitend wird es einen Elternabend geben.

„Kinder mit Lernstörungen benötigen nicht nur Hilfe für ihre primären Probleme im Lesen, Schreiben oder Rechnen, sondern auch viel Unterstützung dabei, mit den Schwierigkeiten leben zu lernen, ohne dass die Lernfreude verloren geht und ohne dass sie sich als Versager fühlen“, sagt Claudia Mähler, die seit 2008 als Professorin für Pädagogische Psychologie und Diagnostik an der Universität Hildesheim forscht und lehrt. In der Forschung befasst sich die Wissenschaftlerin unter anderem mit kognitiven Bedingungen bei Kindern mit Lernschwierigkeiten und Lernbehinderung, mit der Entwicklung des Arbeitsgedächtnisses bei Kindern und mit der Entwicklungsdiagnostik in der frühen Kindheit. „Mit unserem Programm Lino Löwe wollen wir versuchen, ob es gelingt, durch Aufklärung über die Störung und v.a. durch Stärkung des Selbstwerts die Kinder zu stützen. Mit einer begleitenden Evaluation untersuchen wir die Wirksamkeit des neuen Programms“, so Mähler. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Conny Griepenburg promoviert zu diesem Thema und hat das Programm mit Studentinnen und Studenten erarbeitet.

Programm „Lernstörungen verstehen mit Lino Löwe": Universität sucht Familien

Eltern von Kindern im 2. bis 4. Schuljahr mit einer bereits von einer Fachstelle festgestellten Lernstörung sind herzlich dazu eingeladen sich umgehend zu melden, wenn sie an einer Teilnahme am Programm interessiert sind (Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt (KiM), Tel. 05121 883 11012, montags bis donnerstags, 13:00 bis 14:00 Uhr, oder per E-Mail an kim@uni-hildesheim.de).

Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“

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Pressemeldungen KIM - Kind im Mittelpunkt Psychologie Fachbereich 1
news-14513 Fri, 09 Mar 2018 15:02:20 +0100 Kita-Alltag: Sprachfördernde Situationen schaffen und nutzen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/kita-alltag-sprachfoerdernde-situationen-schaffen-und-nutzen/ Die Universität und der Landkreis Hildesheim kooperieren seit 2011 und unterstützen 160 frühpädagogische Einrichtungen in Stadt und Landkreis Hildesheim bei der Sprachbildung im Alltag. Das Projekt wird durch das Land Niedersachsen gefördert. Alltagsintegrierte Sprachbildung und Sprachförderung sind elementar wichtige pädagogische Aufgaben in Kitas und Krippen, um allen Kindern eine faire Bildungschance zu ermöglichen, sagt die Psychologin Dr. Ann-Katrin Bockmann von der Universität Hildesheim. Der Landkreis und die Universität Hildesheim unterstützen im Kooperationsprojekt „Kea – Kinder entwickeln alltagsintegriert Sprache“ die Fachkräfte der etwa 160 frühpädagogischen Einrichtungen in Stadt und Landkreis Hildesheim seit mehreren Jahren bei dieser wertvollen Aufgabe.

Neben Studientagen, Fortbildungen, Coaching und Vor-Ort-Beratungen finden regelmäßig zwei Mal jährlich Fachtage zu relevanten Themen statt. Am Dienstag, 13. März 2018, lädt das Kea-Team von 14:00 bis 17:30 Uhr alle pädagogischen Fachkräfte zu einem praxisnahen Fachtag „Es rappelt in der Sprachkiste“ auf den Bühler-Campus der Universität Hildesheim ein. Nach einem Impulsvortrag von Beate Hamilton Kohn aus dem Dialogwerk in Braunschweig erhalten Erzieherinnen und Erzieher in fünf Themenworkshops Anregungen zu rhythmisch-musischer Sprachbildung, Handpuppenspiel sowie Gesprächsführung mit Eltern und Kindern. Es gibt noch wenige freie Plätze, bitte kontaktieren Sie bei Interesse Dr. Ann-Katrin Bockmann (E-Mail kea@uni-hildesheim.de oder bockmann@uni-hildesheim.de).

Die Universität und das Jugendamt erreichen mit dem Sprachförderprojekt rund 90 % der Krippen und Kitas im Landkreis Hildesheim. Ziel ist, mit vielen kleinen und großen Sprechanlässen im Alltag die Sprachbildung in der Kindheit zu fördern, etwa durch Rituale bei denen das Miteinander-Sprechen, Aufeinander-Hören und in Worte-Fassen den Tag durchziehen. Zunächst wurden seit 2011 Kindertagesstätten im Landkreis mit dem Projekt erreicht. Seit dem Kindergartenjahr 2013/2014 ist das Jugendamt des Landkreises auch für die Umsetzung der Richtlinie zur Förderung des Erwerbs der deutschen Sprache in Kindertagesstätten im Stadtgebiet Hildesheim zuständig.

Universität und Jugendamt erreichen mit dem Sprachförderprojekt rund 90 % der Kitas im Landkreis Hildesheim

„Wir bilden Erzieherinnen und Erzieher strukturiert und flächendeckend fort und setzen bei dem an, was sich in Praxis und Forschung bewährt hat“, sagt die promovierte Psychologin Ann-Katrin Bockmann. Sie begleitet die Umsetzung wissenschaftlich. Durch Weiterbildung sollen pädagogische Fachkräfte sowie Kita-Leitungen sprachfördernde Situationen und Sprachauffälligkeiten erkennen und Sprache bewusst im Alltag einsetzen. Der Anteil mehrsprachiger Kinder und der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund oder Fluchthintergrund variiert stark zwischen den Einrichtungen sowie städtischem und ländlichen Einzugsgebiet, so Bockmann. Für diese Herausforderung wurden spezielle Fortbildungen entwickelt, die für den Umgang mit Kindern, die Deutsch als zweite Sprache erlernen, vorbereiten.

Das Projekt wird durch das Land Niedersachsen gefördert. Viele der Erzieherinnen und Erzieher bewerten es als positiv, dass sie durch die hilfreichen, praxisnahen Fortbildungen und die Begleitung vor Ort ihr eigenes Handeln reflektieren und ihr Sprachangebot optimieren konnten. Das vorhandene Wissen wird aufgefrischt und im Umgang mit Sprachauffälligen haben sie mehr Sicherheit erhalten. Die freiwilligen Angebote sind überwiegend kostenfrei oder werden mit deutlich ermäßigten Teilnehmergebühren angeboten. Die Themen reichen von Sprachbildung über Sprachstörungen bis zu vertiefenden Einheiten zu Elternarbeit sowie Umgang mit Mehrsprachigkeit und Familien mit Fluchterfahrung.

Anlass für das flächendeckende Sprachförderkonzept ist eine im Mai 2011 in Kraft getretene Richtlinie zur Förderung des Erwerbs der deutschen Sprache im Elementarbereich des Landes Niedersachsen sowie eine ebenfalls vom Land Niedersachsen im Juni 2011 veröffentlichte Handlungsempfehlung zur Sprachbildung und Sprachförderung im Elementarbereich.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121 883 90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 3 Deutsche Sprache Fachbereich 1 Psychologie
news-15248 Sat, 10 Feb 2018 12:18:00 +0100 Wenn im Kopf ein Licht angeht https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/wenn-im-kopf/ Drei Studierende erhalten Auszeichnungen: Maximiliam Theisen mit einer Arbeit zum Thema Willensfreiheit, Annette Leyendecker mit einer Masterarbeit über Kunst für Menschen mit Sehbehinderung, und Anna Kaitinnis mit einer Doktorarbeit über den Einfluss des Goethe-Instituts auf Demokratisierung in Argentinien und Chile. Pressespiegel regional BA KuÄP MA KV Psychologie Preise / Auszeichnungen news-14392 Mon, 05 Feb 2018 14:45:24 +0100 Neuropsychologin über Freude beim Problemlösen im Studium https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/neuropsychologin-ueber-freude-beim-problemloesen-im-studium/ Wie lernen wir beim Problemlösen? Jasmin Kizilirmak forscht im Neurolabor der Universität Hildesheim. Die Psychologin befasst sich mit der Frage, was eigentlich im Gehirn passiert, wenn Menschen lernen. Die promovierte Wissenschaftlerin arbeitet derzeit an ihrer Habilitation in der Arbeitsgruppe „Neurodidaktik“ von Professor Kristian Folta-Schoofs. Im Februar hielt sie einen akademischen Festvortrag an der Universität. Die Universitätsgesellschaft zeichnete während einer Feierstunde den wissenschaftlichen Nachwuchs für herausragende akademische Leistungen aus. 14 Bachelor- und 14 Masterarbeiten sowie 5 Dissertationen wurden nominiert. Wer die drei Preisträger sind, wurde im Februar während einer Feierstunde bekannt gegeben. Unter den Nominierten sind junge Forscherinnen und Forscher aus allen Fachbereichen. Den Festvortrag hielt Dr. Jasmin Kizilirmak zum Thema „Kein Studium ohne Probleme – Freude und Lernerfolg beim Problemlösen“.

Die Universitätsgesellschaft ehrt für hervorragende akademische Leistungen folgende drei Preisträgerinnen und Preisträger:

  • Bachelorarbeit: Maximilian Theisen, Institut für Psychologie der Universität Hildesheim

  • Masterarbeit: Annette Leyendecker, Institut für Kulturpolitk der Universität Hildesheim

  • Dissertation: Dr. Anna Kaitinnis, Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim

Hier finden Sie ausführliche Informationen zu den Preisträgerinnen und Preisträgern

Interview mit der Neurowissenschaftlerin Dr. Jasmin Kizilirmak über Freude und Lernerfolg beim Problemlösen

Dr. Jasmin Kizilirmak forscht und lehrt im Neurolabor am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin arbeitet derzeit an ihrer Habilitation in der Arbeitsgruppe „Neurodidaktik“ von Professor Kristian Folta-Schoofs. Die Psychologin hat über den Abruf von Informationen im Langzeitgedächtnis promoviert. Sie befasst sich mit der Frage, was eigentlich im Gehirn passiert, wenn Menschen lernen, wie das Denken funktioniert, welche Regionen im Gehirn daran beteiligt sind und wie diese unter welchen zeitlichen Abläufen miteinander interagieren. Mithilfe von Elektroenzephalografie (EEG) und Kernspintomographie sucht sie nach Antworten. Derzeit beschäftigt sie sich besonders mit dem Problemlösen und wie man durch das Lösen von besonders schwierigen Problemen lernen kann.

Sie sprechen von Freude beim Problemlösen, was steckt hinter diesem Begriff?

Der Begriff der Freude beim Problemlösen hängt mit dem „Aha-Erlebnis“ zusammen. Man kann Probleme auf ganz unterschiedliche Art und Weise lösen. Wir empfinden besonders viel Freude beim „Aha-Erlebnis“, wenn wir in eine Sackgasse beim Problemlösen geraten sind und irgendwann, wenn wir uns vielleicht schon mit etwas anderem beschäftigen, plötzlich alles verstehen und das Problem lösen können.

Lernen und sich in einer wissenschaftlichen Arbeit mit Problemen auseinandersetzen kann große Freude machen, oder?

Das Auseinandersetzen mit Problemen an sich bereitet wahrscheinlich eher Frust, solange wir keine Lösung finden. Doch das plötzliche Verstehen einer Lösung – das ist es, was einem Freude bereitet. Lernen tun wir aber sowohl aus dem Auseinandersetzen mit einem Problem als auch dem Lösen.

Geht es beim Lernen immer um das Lösen von Problemen?

Das würde ich nicht sagen. Man lernt auch ganz viel, ohne Probleme zu lösen. Aber wenn wir Probleme lösen, dann lernen wir eigentlich fast immer. Man unterscheidet zwischen Problemen und Aufgaben. Aufgaben können wir mit unseren vorhandenen Fähigkeiten bewältigen. Bei Problemen besitzen wir nicht alle Fähigkeiten, um sie zu lösen; vielleicht schon, aber wir müssen die Problemlösung erst entwickeln. Wir können nicht einfach auf Abruf eine bestimmte Formel, die wir im Mathematikunterricht gelernt haben anwenden, sondern wir müssen erst darauf kommen, was wir dort brauchen um das Problem lösen zu können.

Frau Dr. Kizilirmak, dieses Interview lesen Studentinnen und Studenten, die vielleicht gerade mitten in der Prüfungsphase sind, in der Bibliothek eine Hausarbeit schreiben oder sich auf eine mündliche Prüfung vorbereiten. Warum fällt es einigen Studierenden leichter, anderen schwerer, zu lernen?

Das hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Manche Menschen lernen generell schwieriger, weil sie beispielsweise Aufmerksamkeitsdefizitstörungen haben, das kommt auch im Erwachsenenalter vor und wurde lange Zeit vernachlässigt. Aber das größte Problem ist, dass wir vielleicht nicht optimale Lernstrategien verwenden, beispielsweise reine Wiederholungsstrategien, wo wir den Stoff einfach immer wieder durchlesen ohne irgendeine weitere Verarbeitung. Besser ist es, sich zu dem Thema Fragen zu stellen, sich zu überlegen: Was weiß ich noch über das Thema? Dann kommt es außerdem auf das Interesse an – wir können leichter lernen bei Themen, die uns emotional berühren, die wir interessant finden.

Was verändert sich im Gehirn, wenn wir Informationen aufnehmen und verarbeiten? Was passiert – grob erklärt – in unserem Kopf, wenn wir lernen und Probleme lösen?

Wenn wir uns mit dem Problem beschäftigen, versuchen wir, Informationen abzurufen, die wir zu den Bestandteilen des Problems schon vorliegen haben. Dann werden Problemlösestrategien abgerufen, die normalerweise funktionieren. Aber man trifft immer wieder auf Probleme, bei denen die gängigen Lösungsstrategien nicht funktionieren – dann muss man kreativ werden. Aber was dann genau im Gehirn passiert, ist relativ schwer zu beantworten. Es sind verschiedene Netzwerke aktiv, wie die Hirnregionen genau kommunizieren, können wir noch nicht erklären.

Sie führen im Hildesheimer Neurolabor eine Studie zum Problemlösen durch.

Ich analysiere in einer Eye-Tracking-Studie die Augenbewegungen von Probanden, während sie Probleme lösen. Es handelt sich um Worträtsel – drei Nomen werden präsentiert, die auf Anhieb scheinbar nichts miteinander zu tun haben, etwa: „Wäsche“, „Hälfte“ und „Erschütterung“. Der Proband muss ein viertes Wort finden, das man als Verbundwort mit all den anderen nutzen kann, vielleicht denkt man an „Wäschekorb“, oder bei „Erschütterung“ an ein Erdbeben. Viele dieser Probleme sind relativ schwer lösbar und frustrierend, weil alle naheliegenden Assoziationen, die uns auf Anhieb einfallen nicht als Lösungswort passen. Es ist eher eine weiter wegliegende Assoziation, da greifen die semantischen Netzwerktheorien: Man geht davon aus, dass unser Wissen in Netzwerken organisiert ist und Dinge, die wir gleichzeitig abrufen, stärker miteinander verknüpft sind. Wir schauen uns an, was passiert, wenn die Probanden graduell zur Lösung kommen oder mit einem plötzlichen „Aha-Erlebnis“ die Lösung schlagartig finden. Das Lösungswort ist übrigens: „Gehirn“ – „Gehirnwäsche“, „Gehirnhälfte“, „Gehirnerschütterung“.

Welche Rolle spielt der Hippocampus beim erfolgreichen Lernen und Erinnern und hat das etwas mit dem Problemlösen zu tun?

Das Problemlösen funktioniert nicht ohne das Gedächtnis. Wir nutzen das deklarative, bewusste Gedächtnis. In einem gewissen Grade ist der Hippocampus immer mit dabei, der Hippocampus ist eine Art Vermittlungszentrale, ein Archivar, der weiß, wo die Informationen gespeichert sind oder eingespeichert werden sollen. Wenn wir beim Problemlösen auf eine neue Lösung kommen, dann spielt der Hippocampus eine Rolle, da er beim Lernen immer mitwirkt und die neue Information mit abspeichert. Interessanterweise scheint dieser „normale“ Einspeicherungsweg via Hippocampus übergangen zu werden, wenn wir Problemlösungen durch eine plötzliche Erkenntnis, also ein „Aha!-Erlebnis“, lösen.

Für manche Menschen ist die Prüfungszeit eine Qual, Sorgen und Ängste begleiten das Lernen. Welche Rolle spielt Freude beim Lernen? Wie kann es gelingen, Probleme beim Lernen mit Freude zu bewältigen? Haben Sie da einen Tipp für Studentinnen und Studenten?

Ich weiß nicht, ob ich die Frage beantworten kann. Denn Freude beim Lernen hängt sehr stark von der Persönlichkeit ab. Bei manchen Menschen ist das Bedürfnis, Nachdenken und Rätseln zu wollen, stärker ausgeprägt und sie beschäftigen sich gerne mit schwierigen Problemen („need for cognition“). Generell ist die Freude beim Lernen wichtig. Wenn wir uns freuen, wird der Botenstoff Dopamin im Gehirn ausgeschüttet, der uns dabei hilft, Informationen im Langzeitgedächtnis abzuspeichern. Auch wenn der Problemlöseprozess noch so frustrierend ist: Wenn wir es schaffen, auf die Lösung zu kommen oder wenn wir nach einem schwierigen Problemlöseprozess die Lösung gezeigt bekommen und sie dann nachvollziehen können, dann ist das Lernen sehr viel effektiver, als wenn wir die Lösung von vorherein einfach nachgeschaut hätten.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Psychologie Studierendenportal Startseite Forschung
news-14274 Wed, 10 Jan 2018 15:26:31 +0100 Ausgezeichnet: Preise für besondere Leistungen in Lehre, Forschung und Service und Nachhaltigkeitspreis https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/ausgezeichnet-preise-fuer-besondere-leistungen-in-lehre-forschung-und-service-und-nachhaltigkeitspr/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet den Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt, den Kulturwissenschaftler Jochen Bonz und den Entwicklungspsychologen Professor Werner Greve sowie den Hausmeister Gisbert Werth für ihre hervorragenden Leistungen in Forschung, Lehre und Service aus. Die Preise sind mit jeweils 3000 Euro dotiert. Zudem wird erstmals der Nachhaltigkeitspreis des Green Office an die Studentin Julia Horn verliehen. Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich gab im Rahmen des Neujahrsempfangs aktuelle Zahlen bekannt: 86 Professorinnen und Professoren, 437 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie  250 Personen in Technik und Verwaltung sind derzeit an der Stiftungsuniversität Hildesheim tätig. 8403 Studentinnen und Studenten lernen zurzeit in Hildesheim.

Jedes Jahr verleiht die Universität im Rahmen des Neujahrsempfangs Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

Preis für hervorragende Forschung:
Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Ralf Knackstedt

Die Universität Hildesheim zeichnet Prof. Dr. Ralf Knackstedt für seine hervorragende Forschung aus. Seit 2011 forscht und lehrt der Wirtschaftsinformatiker am Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik und hat dort seitdem die Abteilung „Informationssysteme und Unternehmensmodellierung“ aufgebaut.  Habilitiert hat er 2010 an der Universität Münster, an der er 2004 auch promoviert wurde. Ralf Knackstedt ist Experte für die Geschäftsprozessmanagement, Produktions- und Dienstleistungssysteme und Informationssystemmodellierung.

„Der Preis wird ihm für eine Vielzahl von Projekten, die er leitet und koordiniert, verliehen“, so Vizepräsidentin Prof. Dr. Meike Baader in ihrer Laudatio. Die Forschung von Ralf Knackstedt sei geprägt von einer „großen Vielfalt und Breite von Forschungsthemen“, einer „Vielzahl von Förderern“ sowie „einer großen Anzahl von wissenschaftlichen Kooperationspartner und Kooperationspartnerinnen“.  Zu den Förderern gehören unter anderem das Bundesforschungsministerium, das Wissenschaftsministerium des Landes Niedersachsen und die Robert Bosch Stiftung. „Prof. Dr. Ralf Knackstedt ist mit seinen Themen inter- und transdisziplinär unterwegs und offensichtlich hervorragend vernetzt“, so Baader.

Aktuell arbeitet Ralf Knackstedt im Forschungsprojekt „Rez@Kultur“ mit Kollegen und Kolleginnen aus der Literaturwissenschaft, dem literarischen Schreiben, der Kulturpolitik, den Informationswissenschaften und der Sprachtechnologie zusammen. Das interdisziplinäre Team erforscht die Digitalisierung kultureller Rezensionsprozesse. Im Innovationsverbund „SmartHybrid“ erforscht der Wirtschaftsinformatiker mit sechs niedersächsischen Forschungseinrichtungen aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen neue digitale Dienstleistungen für Unternehmen in Niedersachsen. Im Projekt „InDeko.Navi“ geht es um betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel.

Im Forschungsprojekt „BeSt F:IT“ wendet sich der Wirtschaftsinformatiker an Mädchen und junge Frauen mit einer interaktiven Online-Plattform zur Berufs- und Studienorientierung. Das Ziel ist es, Schülerinnen  über regionale IT-Ausbildungsberufe und IT-Studiengänge aufzuklären und für IT zu begeistern. Denn zahlreiche Studien zeigen, dass das Interesse dieser Zielgruppe für IT im Alter zwischen 15 und 18 Jahren signifikant abnimmt. Das „BeSt F:IT“-Konzept soll auch in anderen Regionen angewendet werden. „Damit hat Ralf Knackstedt auch Fragen von Bildungsentscheidungen und Bildungseinrichtungen im Blick“, so Vizepräsidentin Baader. Eine seiner neuesten Publikationen, gerade im Druck, thematisiert „Business Process Management in German Institutions of Higher Education“ (2018).

Preis für hervorragende Lehre:
Kulturwissenschaftler Dr. Jochen Bonz und Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Werner Greve

Für den Preis für hervorragende Lehre im Studienjahr 2016/17 wurden insgesamt 92 Vorschläge eingereicht, wodurch  Studentinnen und Studenten insgesamt 50 Lehrende für den Preis nominierten. „Es ist erfreulich, dass so viele Studierende bereit sind, ihren Dozent*innen hervorragende Lehre durch deren Nominierung sowie eine anschauliche Begründung ihres Vorschlages zu bescheinigen“, sagt Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander. Die Preis-Jury – bestehend aus zwei Studierenden und zwei Studiendekan*innen aller vier Fachbereiche – hat entschieden, den Preis an zwei Lehrende zu vergeben: Der Preis geht an Dr. habil. Jochen Bonz sowie Prof. Dr. Werner Greve.

Dr. Jochen Bonz lehrt und forscht am Institut für Theater, Medien und Populäre Kultur auf dem Kulturcampus. Der habilitierte wissenschaftliche Mitarbeiter wird für seine hervorragende Lehre in den Seminaren „Kulturwissenschaft im Spannungsfeld von ästhetischem und ethnologischem Kulturverständnis“, „Sound Studies: Zur inszenatorischen Qualität des Sounds in Pop, Kunst, Film und Alltagskultur“ sowie „Fans und andere Formen populärer Begeisterung“ ausgezeichnet.

Seine Studierenden begründen die Auszeichnung wie folgt:

  • „Dr. Jochen Bonz hat es in seiner Lehrveranstaltung geschafft, trotz der immensen Kursgröße auf die individuellen Lernbedürfnisse der Seminarteilnehmer*innen einzugehen. Kritische Fragen zu den im Seminar behandelten Texten griff er als Impulse auf und stellte sie zur Diskussion. Zentral in seiner Arbeit war die Aufforderung an die Studierenden, mit den Texten als Material zu arbeiten, im Sinne des Textes zu argumentieren und gerade dadurch auch fähig zu werden, ihre Ansätze womöglich zu kritisieren.“
  • „Das Seminar zu Sound Studies war ein optimales Beispiel, guter universitärer Lehre. In einer Kleingruppe – circa 10 Studierende – gab uns Jochen Bonz jede Sitzung die Möglichkeit, sowohl anhand von wissenschaftlicher Fachliteratur als auch frei zu diskutieren und kritisch über die praktischen Gegenstände nachzudenken. […] Es ergab sich ein freier Austausch zwischen den Studierenden und Jochen Bonz fungierte als eine Art Mediator – mal im Hintergrund, wenn nötig aber auch fokussiert im Vordergrund. So konnte er die teils eher praktischen Diskussionen mit tiefgehendem fachlichen Wissen anreichern und dadurch eine hohe Lehr- und Lernqualität erreichen. Doch alle fachlichen und didaktischen Kompetenzen nützen nichts, wenn der Dozent als sozialer Mensch versagt. Jochen Bonz arbeitet auf Augenhöhe mit den Studierenden, hilft und berät wo er kann und vermittelt (trotz der großen Nähe) eine Autorität, die man sehr gerne respektiert. Ich freue mich auf das nächste Seminar mit ihm!“

Jochen Bonz arbeitet seit Oktober 2016 auf dem Kulturcampus der Universität Hildesheim. Nach der Promotion 2003 an der Universität Bremen folgte 2011 die Habilitation an der Universität Bremen mit der Studie „Vom ‚Text‘ zur ‚Atmosphäre‘: Eine kulturtheoretische Studie an der Gegenwart“.

Seit 2001 forscht und lehrt der Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Werner Greve am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. In Forschung und Lehre befasst sich Werner Greve mit der Erklärung von Handlungen und der Bewältigung von Problemen. Für seine hervorragende Lehre in den Vorlesungen „Einführung in die Psychologie“ und „Einführung in die Entwicklungspsychologie“ wird Werner Greve nun geehrt, seine Studierenden begründen die Auszeichnung wie folgt:

  • „Herr Greve ist ein sehr aufgeschlossener Mensch. Er kann super erklären, egal welche Vorlesung meine Kommilitonen und ich bei ihm hatten, wir sind immer mitgekommen und haben alles verstanden. Die Lernanforderungen sind gut dosiert, er bewertet fair und lässt niemals schlechte Laune an jemandem aus.“
  • „Seine Folien sind nie zu voll und er erklärt auch diese einzeln, nicht zu langsam und nicht zu schnell. Auf seine Vorlesungen hat man sich immer gefreut, sogar wenn sie um acht Uhr morgens waren. Seine immer gute Laune ist ansteckend. Bei Professor Greve lernt man gerne und schnell.“
  • „Der Dozent regt mit seinen Inhalten jeden Studenten zum Nachdenken an. Er benutzt in seinen Vorlesungen so passende Beispiele, sodass man jeden Tag an seine Worte und die dahinterstehenden Theorien denken muss. Er regt außerdem sehr stark zum weiter recherchieren an!“
  • „Herr Greve lehrt Menschen, selbstständig nachzudenken. Er zeigt auf, dass es keine Theorie gibt, die perfekt und fehlerfrei ist – dass es eine solche aber auch nicht geben muss, solange man sich möglicher Schwächen einer Annahme bewusst ist.“

Werner Greve war zuvor von 1994 bis 2003 Stellvertretender wissenschaftlicher Direktor und anschließend amtierender Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen in Hannover (KFN), davor Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Trier.

Zu den Arbeitsgebieten des Professors für Psychologie gehören die Entwicklungspsychologie der Lebensspanne, Rechts- und Kriminalpsychologie und Theoretische Psychologie. Werner Greve befasst sich in Lehre und Forschung mit der Frage, wie wir belastende Erfahrungen, kritische Lebensereignisse und Entwicklungsprobleme bewältigen.

Preis für hervorragende Serviceleistungen:
Gisbert Werth

Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, die sich in ganz besonderem Maße für die Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben.

Der diesjährige Preisträger ist Gisbert Werth. „Als ich Sie vor Weihnachten zuhause anrief, um Ihnen mitzuteilen, dass Ihnen der Servicepreis verliehen wird, haben Sie so reagiert, wie ich es nicht anders erwartet hatte – und wodurch ich in der Preisentscheidung bestärkt wurde. ‚Wie ich?‘ war Ihre ungläubige Reaktion“, so der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing in seiner Laudatio.

Seit seinem Start an der Universität Hildesheim im April 2012, zunächst als Vertretungskraft im Hausdienst und dann seit Januar 2013 als fester Mitarbeiter, setzt sich Gisbert Werth mit „großer Freude und Tatkraft“ für die Universität ein.

Seit 2016 ist er als Mitarbeiter des Hausdiensts auf dem Kulturcampus verantwortlich für die kleinen und großen Sorgen. „Zuletzt hat sich Ihre Tatkraft in außergewöhnlicher Weise beim Hochwassereinsatz auf der Domäne im Juli letzten Jahres gezeigt. Während dieser Zeit waren Sie rund um die Uhr einschließlich Samstags und Sonntags vor Ort und haben für Ihren Kulturcampus gekämpft – Sie waren Dammbauer, Aktenretter, Ansprechpartner, Wegweiser, Organisator und wohl auch Tröster“, sagt Matthias Kreysing.

Green Office verleiht erstmals Nachhaltigkeitspreis

Das Green Office der Universität Hildesheim vergibt erstmals den Nachhaltigkeitspreis und zeichnet studentische Abschlussarbeiten aus.

Erstmals werden Studierende der Universität Hildesheim mit einem Preis für Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Der Preis wurde im Rahmen des Neujahrsempfangs an Julia Horn verliehen. Die Lehramtsstudentin wird für ihre Bachelorarbeit „Nachhaltiger Tourismus aus Sicht deutscher Pauschalreiseveranstalter“ ausgezeichnet. Darin untersucht sie im Rahmen einer Interviewstudie die Einstellung zu und Umsetzung von Nachhaltigkeitskriterien durch Anbieter von Pauschalreisen, die über ihr Angebot jedes Jahr Millionen deutscher Urlauber erreichen. Die erfolgreiche Abschlussarbeit wurde am Institut für Geographie wissenschaftlich betreut durch Dr. Sabine Panzer-Krause, die sich in Forschung und Lehre auf die Humangeographie spezialisiert hat und sich mit Fragestellungen zu Nachhaltigkeitstransformationen im regionalen und globalen Kontext beschäftigt.

Das Green Office zeichnet Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim aus, die sich in ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeit mit nachhaltiger Entwicklung befassen und will damit einen Beitrag leisten, Nachhaltigkeit in den Forschungsfokus gerade des wissenschaftlichen Nachwuchses zu bringen. Bewerben konnten sich Studierende und Absolventinnen und Absolventen aller Fachbereiche, die ihre Abschlussarbeit im Wintersemester 2016/17 oder Sommersemester 2017 an der Universität Hildesheim eingereicht haben. Ausgezeichnet werden Abschlussarbeiten, deren Forschungsgegenstand sich in den Themenfeldern der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen bewegt. Dotiert ist der Preis mit 500 Euro. Der Preis wird einmal im Jahr verliehen. Der Auswahlkommission für den Nachhaltigkeitspreis gehören die Koordinatorinnen des Green Office, die Forschungsgruppe Nachhaltigkeit und Bildung sowie die AStA-Referentin für Umwelt und Nachhaltigkeit an.

Für den Nachhaltigkeitspreis wurden acht studentische Bachelor- und Masterarbeiten aus den Fachgebieten Mathematik, Chemie, Geographie, Psychologie, Sozialwissenschaften, Grundschuldidaktik und Kulturpolitik eingereicht. Inhaltlich setzen sich die Studentinnen und Studenten unter anderem mit inklusiver und gerechter Bildung, mit nachhaltigem Wirtschaftswachstum und Konsum, mit lebenslangem Lernen sowie Ressourcen- und Biodiversitätsschutz auseinander.

„Uns hat dabei positiv überrascht, wie vielfältig, kreativ und ambitioniert durch den wissenschaftlichen Nachwuchs dringende Probleme unserer Zeit angegangen werden. Als der Preis ausgeschrieben wurde haben wir nicht damit gerechnet, bereits im ersten Jahr so viele beeindruckende und hochwertige Einreichungen aus der gesamten Universität zu bekommen. Wir sind zuversichtlich, mit dem Preis einen Anstoß zu geben damit in Zukunft noch mehr Arbeiten in diesem Feld geschrieben werden.“, sagt Dr. Torsten Richter vom Institut für Biologie und Chemie der Universität Hildesheim.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie Fachbereich 2 Medien, Theater und Populäre Kultur Fachbereich 3 Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Geographie Green Office
news-15095 Tue, 02 Jan 2018 14:05:00 +0100 Wie klappt das bloß mit den guten Vorsätzen, Herr Professor Greve? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/wie-klappt-d/ Psychologie-Professor Werner Greve spricht im Interview über Vorsätze und Motivation. Pressespiegel regional Psychologie news-15091 Fri, 22 Dec 2017 13:32:00 +0100 Zwanzig Leben https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/zwanzig-lebe/ Tamara Thomsen und Werner Grewe vom Psychologie-Institut haben zusammen das Buch "Zwanzig Leben" herausgebracht, das sich mit der Frage beschäftigt, wann und wie sich das Leben verändert. Pressespiegel regional Psychologie Publikationen news-15047 Wed, 08 Nov 2017 14:49:00 +0100 Lesung über Wendepunkte https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/lesung-ueber/ Psychologieprofessor Werner Greve und Psychologiedozentin Tamara Thomsen lesen aus ihrem Buch "Zwanzig Leben". Pressespiegel regional Psychologie Publikationen news-14945 Wed, 18 Oct 2017 16:00:00 +0200 Der Meisterin über die Schulter gucken https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/der-meisteri/ Tamara Thomsen, Psychologie-Doktorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Univerität, ist die Deutsche Meisterin im Kraftdreikampf. Pressespiegel regional Personal Psychologie news-14008 Tue, 17 Oct 2017 15:55:00 +0200 Rechtspsychologie: Professor Dahle lehrt und forscht in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/rechtspsychologie-professor-dahle-lehrt-und-forscht-in-hildesheim/ Der Studienschwerpunkt „Rechtspsychologie“ startet an der Universität Hildesheim. Mit Professor Klaus-Peter Dahle konnte ein renommierter Kriminalpsychologe von Berlin nach Hildesheim berufen werden. Die Uni bildet ab dem Wintersemester 2017/18 Psychologinnen und Psychologen für den niedersächsischen Justiz- und Maßregelvollzug aus. Das Justiz- und Sozialministerium vergeben Stipendien. Mit der Rechtspsychologie startet zum Wintersemester 2017/18 an der Universität Hildesheim ein neuer Studienschwerpunkt. Dieser ist Teil einer langfristigen Strategie zur Personalgewinnung des Niedersächsischen Justizministeriums (zuständig für Justizvollzug) und des Niedersächsischen Sozialministeriums (zuständig für Maßregelvollzug). Er soll durch die enge Verzahnung von Forschung und Praxis dazu beitragen, gut ausgebildeten Nachwuchs für die Vollzugseinrichtungen des Landes zu gewinnen.

Das Niedersächsische Justizministerium und das Niedersächsische Sozialministerium unterstützen jedes Jahr jeweils ein bis zwei Studierende im Rahmen eines Stipendiums. Die Stipendiaten erhalten monatlich 1200 Euro und absolvieren während des Studiums eine Praxisphase in Einrichtungen des Maßregel- und Justizvollzuges. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums erhalten sie ein Einstellungsangebot in einer Justiz- oder Maßregelvollzugsanstalt des Landes Niedersachsen.

Für die neu eingerichtete Professur konnte Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle gewonnen werden. Der renommierte Kriminalpsychologe ist anerkannter Spezialist für Kriminalprognosen in Deutschland. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen kriminelle Entwicklung, Sexual- und Gewaltdelinquenz, Straftäterbehandlung, Methoden zur Verbesserung von Kriminalprognosen und Jugendkriminalität. Mit seiner Forschung trägt der Psychologieprofessor dazu bei, die Zuverlässigkeit prognostischer Einschätzungen zu erhöhen. Klaus-Peter Dahle arbeitet seit 20 Jahren im Bereich der Kriminalpsychologie und hat zuvor am Institut für Forensische Psychiatrie der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Freien Universität in Berlin geforscht.

Nachgefragt bei Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle

Seit dem Wintersemester 2017/18 bildet die Universität Hildesheim Spezialisten für Rechtspsychologie aus. Erstmals in der Bundesrepublik wurde eine Professur für Rechtspsychologie eingerichtet. Klaus-Peter Dahle arbeitet seit 20 Jahren im Bereich der Kriminalpsychologie und hat vor seiner neuen Aufgabe in Hildesheim an der Charité Universitätsmedizin in Berlin geforscht.

Warum ist Lehre und Forschung im Bereich der Rechtspsychologie wichtig?

Dahle: Anliegen der Psychologie ist es, menschliches Erleben und Verhalten zu beobachten, zu erklären und auch vorherzusagen. Das Fach Rechtspsychologie beschäftigt sich als Grundlagen- und Anwendungsfach mit menschlichem Erleben und Verhalten in Bereichen, wo es besonders schwierig und konfliktträchtig wird und die deshalb tief in rechtliche Fragen eindringen. Da geht es oft um Entscheidungen von ganz erheblicher Tragweite. Im Bereich des Strafrechts geht es beispielsweise um Fragen des Opferschutzes oder ganz allgemein um Fragen des gesellschaftlichen Sicherheitsinteresses – etwa wenn wir als Sachverständige gefragt werden, ob ein inhaftierter Straftäter, bei dem ein Gericht entscheiden muss, ob eine Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann, weiterhin gefährlich ist. Andererseits geht es um die Möglichkeit zur Früherkennung und Prävention krimineller Fehlentwicklungen, um Fragen nach den Resozialisierungsmöglichkeiten von Tätern mit bereits eingetretener erheblicher Straffälligkeit oder nach den Behandlungsmöglichkeiten psychisch kranker Rechtsbrecher. Auch dies dient letztlich dem Opferschutz und dem gesellschaftlichen Sicherheitsinteresse. Hierfür die erforderlichen Grundlagen zu schaffen und die erforderlichen Methoden zu entwickeln ist Aufgabe rechtspsychologischer Forschung, diese Grundlagen und Methoden zu vermitteln und damit für qualifizierten Nachwuchs in den verschiedenen rechtspsychologischen Arbeitsfeldern zu sorgen, ist eines der Hauptanliegen rechtspsychologischer Lehre.

Was erhoffen Sie sich vom neuen Studiengang?     

Dahle: Interessierte und neugierige Studierende, spannende und kreative Lehrveranstaltungen mit anregenden und erkenntnisreichen Diskussionen. Mein Hauptanliegen wären rechtspsychologisch gut ausgebildete Absolventinnen und Absolventen, die sich auf der Höhe von Wissenschaft und Methodik mit Spaß und Interesse der ja nicht ganz einfachen Arbeit im rechtspsychologischen Feld widmen. Mit der Professur für Rechtspsychologie wurde ja ein in dieser Form in Deutschland einzigartiges Angebot geschaffen. Die sich damit bietenden Chancen und Möglichkeiten sollten genutzt werden.

Wozu tragen Sie mit Ihrer Forschung bei?

Dahle: Meine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Kriminalpsychologie als ein Teilgebiet der Rechtspsychologie, das sich mit Rechtsbrechern und Straftätern beschäftigt. Da geht es einerseits um Fragen nach den Ursachen und den Verlaufsformen krimineller Fehlentwicklungen. Vor allem aber beschäftige ich mich mit den Voraussetzungen und der Wirksamkeit von Institutionen und Methoden der Straftäterresozialisierung und Rückfallprävention. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung und Überprüfung von Methoden der Rückfallprognose mit dem Ziel, die Zuverlässigkeit prognostischer Einschätzungen zu erhöhen. Beide Schwerpunkte hängen zusammen, weil wirksame Resozialisierungs- und Präventionsmaßnahmen an den individuellen Risikomerkmalen des Täters ansetzen sollten und entsprechend dem jeweiligen Rückfallrisiko dosiert werden muss. 

Die Fragen stellte Isa Lange.

Institut für Psychologie

Was sagt das Land zum neuen Studienschwerpunkt?

„Auf der einen Seite brauchen wir qualifizierten Nachwuchs für die fachkompetente Diagnostik, Betreuung und Behandlung unserer Strafgefangenen. Auf der anderen Seite brauchen wir eine systematische Forschung auf dem Gebiet der Wirksamkeit therapeutischer Maßnahmen und der Verbesserung von Kriminalprognosen. Ich bin sicher, dass wir mit diesem Studienschwerpunkt beides auf einmal erreichen“, erklärt Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz, Ideengeberin und Initiatorin des Studienschwerpunktes. „Mit dem neuen Angebot eröffnen wir engagierten Studierenden attraktive und konkrete Karrierechancen beim Land Niedersachsen. Ich danke allen, die dazu beigetragen haben, dieses anspruchsvolle Studienangebot zu realisieren.“

Cornelia Rundt, Niedersächsische Sozialministerin sagt: „Von diesem neuen Studienangebot, das bundesweit einmalig ist, profitieren nicht nur die Gefangenen in Justizvollzugsanstalten und die Patientinnen und Patienten des Maßregelvollzugs, sondern vor allem auch die Bürgerinnen und Bürger. Die praktische Arbeit mit den Betroffenen ist umgesetzte Kriminalprävention. Rechtspsychologinnen und -psychologen, die zum Beispiel auch in Beratungsstellen arbeiten, können die oft traumatisierten Opfer von Straftaten zudem sachkundig und individuell beraten.“

„Mit der Rechtspsychologie wird die an der Universität Hildesheim bereits sehr gut aufgestellte Psychologie um einen weithin besonderen Schwerpunkt erweitert. Es freut mich besonders, dass dieses innovative Feld zukünftig durch eine zusätzliche Professur in Lehre und Forschung sehr kompetent vertreten und entwickelt wird“, erläutert Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić.

Lisann Killig studiert seit Oktober Rechtspsychologie in Hildesheim. Die Psychologie-Studentin an der Universität Hildesheim und Stipendiatin des Niedersächsischen Justizministeriums sagt: „Ich finde es spannend, künftig mit Strafgefangenen zu arbeiten und dazu beizutragen, dass sie nach ihrer Haftentlassung ein straffreies Leben führen können. Die 22-Jährige aus der Region Hannover hat den Bachelor-Studiengang Psychologie an der Universität Osnabrück absolviert und bereits in der JVA Meppen hospitiert. „Durch das Stipendium kann ich mich voll und ganz auf mein Studium konzentrieren, muss nicht mehr nebenbei jobben und kann im praktischen Teil schon erste Erfahrungen in meinem zukünftigen Arbeitsfeld sammeln. Und nach dem Abschluss habe ich einen Arbeitsplatz in dem vielseitigen und herausfordernden Arbeitsfeld des Justizvollzugs sicher. Für mich ist das ideal.“

Hintergrund

Das Masterstudium „Psychologie“ umfasst eine Regelstudienzeit von vier Semestern und wird mit dem Titel „Master of Science Psychologie“ abgeschlossen. Studentinnen und Studenten wählen ab dem Wintersemester 2017/18 zwei von drei möglichen Schwerpunkten, die gleichgewichtig studiert werden (Pädagogische Psychologie, Klinische Psychologie und – neu eingeführt – Rechtspsychologie).

Zu den Studieninhalten der Rechtspsychologie gehören unter anderem Entwicklungs- und Ursachentheorien kriminellen Verhaltens, Aufgaben und Methoden für psychologische Tätigkeiten im Justiz- und Maßregelvollzug, Straftäterbehandlung und Methoden der Kriminalprognose.

Im Niedersächsischen Justizvollzug arbeiten über 100 Psychologinnen und Psychologen in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern als Fach- und Führungskräfte. Im niedersächsischen Maßregelvollzug arbeiten circa 50 Psychologinnen und Psychologen überwiegend in der therapeutischen Arbeit mit Patientinnen und Patienten der forensisch-psychiatrischen Kliniken.

Medienkontakt: Kontakt zum Kriminalpsychologen Prof. Klaus-Peter Dahle und den Studentinnen und Studenten über die Pressestelle der Universität Hildesheim(Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
news-14926 Thu, 12 Oct 2017 15:13:00 +0200 Kann der Häftling wieder raus? Neues Studium soll helfen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/kann-der-haef/ Studierende des Fachs Rechtspsychologie sollen mit Häftlingen kooperieren, um sich auf die Arbeit mit Straftätern vorzubereiten. Pressespiegel regional Psychologie Studierende news-14279 Sat, 26 Aug 2017 16:36:00 +0200 Der Blick unter die Bettdecke https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/der-blick-un/ Christoph Kröger vom Institut für Psychologie hat mit seinem Forschungsteam im Rahmen einer Studie Menschen in Deutschland erstmals umfangreich zu ihren sexuellen Gewohnheiten befragt. Die Ergebnisse der Studie sollen Rückschlüsse auf die Übertragung von sexuellen Krankheiten ermöglichen. Pressespiegel regional Psychologie Forschung news-8479 Fri, 18 Aug 2017 15:53:00 +0200 Verein will Lehrer schulen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/verein-will/ Psychologie-Studentin Sarah Rudolph und ihre Kollegin Marie-Claire Verbeke bieten eine kostenlose Fortbildung zur Prävention von Diskriminierung, Vorurteilen und Radikalisierung für Lehrer und Schulen an. Pressespiegel regional MSc Psy Psychologie Projekte news-13707 Thu, 17 Aug 2017 18:54:00 +0200 Therapieprogramm Willi Waschbär: Lernen und Aufmerksamkeit besser steuern https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/therapieprogramm-willi-waschbaer-lernen-und-aufmerksamkeit-besser-steuern/ Uni-Hochschulambulanz sucht ab sofort Familien: Ein Team um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt", wie Kinder sich entwickeln. Zweit- und Drittklässler können an einem Therapieprogramm teilnehmen. Die Universität Hildesheim sucht dafür interessierte Familien, die sich ab sofort bei den Wissenschaftlerinnen melden können. Die Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ des Instituts für Psychologie der Universität Hildesheim bietet ab August 2017 ein Projekt für Kinder im 2. und 3. Schuljahr mit Schwierigkeiten im Rechnen und in der Aufmerksamkeit an. In kleinen Gruppen von zwei bis vier Kindern sollen die Kinder üben, ihre Aufmerksamkeit bei der Bearbeitung von Rechenaufgaben besser zu steuern. Das Programm ist eine Kurzintervention mit zehn Sitzungen. Für Eltern gehören fünf Informationsabende dazu.

Die Arbeitsgruppe um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht an der Universität Hildesheim, wie Kinder sich entwickeln. Familien aus der Region Hildesheim wenden sich mit Fragen und Sorgen rund um die kindliche Entwicklung an die Universität. „Die Kinder profitieren sehr davon, hier in der Hochschulambulanz andere zu treffen, die mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben, und das gilt auch für die Eltern. Die Eltern sind sehr dankbar für konkrete Hinweise zum Umgang mit schwierigen Alltagssituationen, zum Beispiel mit den Hausaufgaben“, so Professorin Claudia Mähler über die bisherige Arbeit in dem Projekt. Die Kinder lernen, ihre eigenen Impulse, auf alle Reize zu reagieren, besser zu steuern, so Mähler. „Wir helfen ihnen auch das Selbstwertgefühl positiv zu stärken.“ Die Arbeit sei ein Gewinn für alle Seiten, so Mähler, auch für die Studierenden, die in dem Projekt praktische Erfahrungen im Umgang mit der Therapie mit Kindern sammeln und Kenntnisse an Eltern vermitteln.

In der Ambulanz kombinieren die Wissenschaftlerinnen seit 2009 Diagnostik, Beratung und Therapie und verbinden die konkrete Hilfestellung mit Forschung und Lehre. Die Forscherinnen befassen sich mit Lernschwierigkeiten, besonderen Begabungen, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsproblemen sowie Entwicklungsstörungen in der frühen Kindheit, ein Schwerpunkt liegt dabei in der Sprachentwicklung.

Therapieprogramm „Willi Waschbär“: Universität sucht Familien

Familien können sich umgehend bei den Wissenschaftlerinnen melden, wenn sie an einer Teilnahme am Therapieprogramm „Willi Waschbär“ interessiert sind. Eltern können sich an das Team der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ (KiM) wenden (Telefon 05121.883-11012, montags bis donnerstags, 13 bis 14 Uhr).

Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie KIM - Kind im Mittelpunkt
news-8481 Thu, 17 Aug 2017 15:30:00 +0200 Uni hilft Kindern zu rechnen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/uni-hilft-ki/ Das Projekt "Willi Waschbär" der Hochschulambulanz "Kind im Mittelpunkt" des Instituts für Psychologie hilft Kindern im 2. und 3. Schuljahr mit Schwierigkeiten im Rechnen und in der Aufmerksamkeitssteuerung. Pressespiegel regional KIM - Kind im Mittelpunkt Psychologie news-13592 Thu, 27 Jul 2017 14:12:00 +0200 Green Office: Wie wir Ressourcen im Uni-Alltag schonen können https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/green-office-wie-wir-ressourcen-im-uni-alltag-schonen-koennen/ Am Hauptcampus feilt ein Team des „Green Office“ an Wegen, das Hochschulleben und die Universität Hildesheim nachhaltiger zu gestalten. Wer steckt dahinter? Ein Gespräch mit der Biologin Karina Schell, der Umweltstudentin Ester Vogt und dem Psychologiestudenten Simon Böning. Seit 2016 gibt es an der Universität Hildesheim ein Nachhaltigkeitsbüro. Was machen Sie im Green Office?

Karina Schell: Ich leite das Green Office der Uni Hildesheim. Wir setzen uns dafür ein, Nachhaltigkeit im universitären Alltag sichtbar zu machen und zu fördern. Unser neues Forschungsjournal ist ein gutes Beispiel dafür. Ich habe Biologie studiert und war im Natur- und Klimaschutz tätig, aber betrachte Nachhaltigkeit nicht nur aus biologischer Perspektive. Wir arbeiten im Green Office sehr interdisziplinär.

Simon Böning: Im Green Office arbeite ich im Bereich „Netzwerk“: Es wird schon viel gemacht, die Universität ist auf einem guten Weg in Richtung Nachhaltigkeit. Wir möchten diesen Weg unterstützen und nehmen uns als Schnittstelle für nachhaltiges Engagement wahr. Wir freuen uns über jede Unterstützung; Bei Interesse bin ich Ansprechpartner für Freiwillige, die diesen Prozess mitgestalten wollen. Auf Plattformen wie Facebook kann man unsere Projekte verfolgen und sich auf dem Laufenden halten. Ich habe übrigens Sozial- und Organisationspädagogik studiert und studiere nun Psychologie an der Universität Hildesheim.

Ester Vogt: Im Green Office habe ich zusammen mit Saskia Dröge am neuen Forschungsjournal mitgewirkt [Forschungsjournal online lesen]. Aktuell arbeite ich zusammen mit dem Dezernat für Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten an einem Mitarbeiterguide, der den effizienten Umgang mit Ressourcen im Büroalltag erleichtert. Und ich konzipiere eine Kampagne, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studierende dazu ermutigen soll „Treppe statt Fahrstuhl“ zu nutzen. Mit motivierenden Sprüchen möchten wir das Zu-Fuß-Gehen fördern. Ich studiere „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung“ im Masterstudium.

Wie einfach ist es, eine Universität nachhaltiger zu gestalten und wo setzen Sie in Hildesheim an?

Karina Schell: Als wissenschaftliche Mitarbeiterin trage ich nachhaltige Entwicklung als Querschnittsthema an die Studierenden heran. Dieses Semester gebe ich ein Seminar zu der Frage: Wie fair, nachhaltig und zukunftsfähig ist Hildesheim und was bedeuten die UN-Nachhaltigkeitsziele im lokalen Kontext?

Ester Vogt: In Zusammenarbeit mit dem AStA, dem Studentenwerk und einer Projektgruppe aus dem Seminar „Sustainable University“ setzen wir uns dafür ein, Müll durch Pappbecher zu vermeiden und stattdessen Mehrwegbecher zu nutzen. Seit Juni ist ein biologisch-abbaubarer Mehrwegbecher bei uns im Green Office und dem Asta-Büro erhältlich.

Wie können Sie denn die Menschen in der Uni zu mehr Nachhaltigkeit bewegen?

Simon Böning: Wenn von Nachhaltigkeit die Rede ist, sieht man oft, was alles noch passieren muss, und man strebt eine Utopie an. Dann geht häufig verloren, was man alles schon erreicht hat. Ich glaube, es ist wichtig zu zeigen, was schon passiert und wie Ressourcen geschont werden können. Wir möchten das Machbare aufzeigen und weitere Menschen motivieren, auch ihren Teil beizutragen. Wir haben gerade eine Mitfahrgruppe für unsere Uni ins Leben gerufen. Wir möchten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studierende für Fahrgemeinschaften zusammenbringen und so gleichzeitig  das Autoaufkommen reduzieren.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Jetzt mitwirken: Mitfahrnetzwerk der Uni

Kurz erklärt

Mitten auf dem Campus: Green Office der Universität Hildesheim

Am Hauptcampus feilt das interdisziplinäre Team des Green Office an Wegen, um das Campusleben und die Universität Hildesheim nachhaltiger zu gestalten. In diesen Prozess sollen möglichst alle Universitätsangehörige eingebunden werden – Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das Green Office dient dabei als Schnittstelle, um gemeinsam Ideen und Projekte umzusetzen. Das Team setzt bei den Menschen auf dem Campus an. „Wir haben auf unserem Planeten beschränkte Ressourcen. Also müssen wir mit jenen, die wir im Moment auf der Erde haben, schonend umgehen. Unser Auftrag als Universität ist, bei allen Studierenden und Beschäftigten anzusetzen: Wie können wir nachhaltig, energie- und ressourcenschonend leben und agieren, um auch künftigen Generationen deren Zukunft nicht zu verbauen?“, so Geographieprofessor Martin Sauerwein

Das Team des Green Office besteht aus einer Koordinatorin und sechs Studierenden aus den Studienbereichen Kulturwissenschaften und ästhetische Kommunikation, der Psychologie und dem Studiengang „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung“.

In diesem Semester hat das Green Office die erste Ausgabe des „Forschungsjournals Nachhaltigkeit“ herausgeben. Die Publikation gibt einen Einblick in die wissenschaftliche Arbeit unterschiedlicher Fachdisziplinen [online lesen].

Das Team des Green Office organisiert viele Projekte und Aktionen, die zum Umdenken motivieren und berät in Sachen Nachhaltigkeit. Wer zum Beispiel eine Tagung organisiert, kann das Green Office für Informationen zu Verpflegung mit regionalen und ressourcenschonenden Produkten ansprechen. Wer sich theoretisch mit Nachhaltigkeit befassen möchte, kann eine wissenschaftliche Projektarbeit am Green Office planen. Die Universität Hildesheim kann so zu einem Lernort werden, „an dem Nachhaltigkeit beforscht, gelebt und diskutiert wird“. 

Tipps für einen nachhaltigen Uni-Alltag

  • Mehrweg statt Einweg – selbstmitgebrachte Becher für die Kaffeepause in der Unimensa/Cafeteria befüllen lassen oder Becher der Mensa gegen Pfand leihen

  • Lieber Kalorien als Strom verbrennen:  Treppen statt Fahrstühle nutzen

  • Doppelseitiges Ausdrucken und Kopieren

  • Wege zur Uni: Fahrrad und Bus statt Auto

  • Gemeinsam Fahren: Fahrgemeinschaften nutzen (hier geht es zum Mitfahrnetzwerk)

  • Weiterbilden: Zertifikat „Nachhaltigkeit und Bildung“

  • Mehr Tipps im „Green-Guide”

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Pressemeldungen Personalportal Studierendenportal Fachbereich 1 Psychologie Fachbereich 4 Biologie & Chemie Geographie Green Office
news-14002 Tue, 18 Jul 2017 14:04:00 +0200 "Muss ich als Christ Organe spenden?" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/muss-ich-al/ Drei neue Professoren an der Uni Hildesheim: Dr. Alexander Markl ist neuer Juniorprofessor für Theologische Ethik im Institut für Katholische Theologie, Dr. Christoph Kröger lehrt als Professor für Klinische Psycholologie und Psychotherapie und Dr. Sören Ohlhus tritt eine Juniorprofessur für Sprachwissenschaft und -didaktik am Institut für deutsche Sprache und Literatur an. Pressespiegel regional Katholische Theologie Psychologie Deutsche Sprache Professoren news-11669 Mon, 03 Jul 2017 20:00:00 +0200 Rechtspsychologie: Bundesweit einzigartiger Studienschwerpunkt in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/rechtspsychologie-bundesweit-einzigartiger-studienschwerpunkt-in-hildesheim/ Studierende können ab dem kommenden Wintersemester an der Universität Hildesheim den neu geschaffenen und in dieser Form bundesweit einzigartigen Studienschwerpunkt „Rechtspsychologie“ wählen. Das Justizministerium und das Sozialministerium vergeben Stipendien. Studierende des Masterstudiengangs Psychologie können ab dem kommenden Wintersemester an der Universität Hildesheim den neu geschaffenen und in dieser Form bundesweit einzigartigen Studienschwerpunkt „Rechtspsychologie“ wählen und sich damit eine interessante Karrieremöglichkeit im Justiz- oder Maßregelvollzug schaffen.

Die Studienmöglichkeit ist als Teil einer langfristigen Strategie zur Personalgewinnung durch Zusammenarbeit des Niedersächsischen Justizministeriums (zuständig für Justizvollzug), des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (zuständig für Maßregelvollzug) und dem für Hochschulen zuständigen Ministerium für Wissenschaft und Kultur entwickelt worden. Die Universität Hildesheim hat die erforderlichen strukturellen und fachlichen Voraussetzungen geschaffen, um dieses anspruchsvolle Studienangebot zu realisieren.

Eine Besonderheit des neuen Studienschwerpunktes besteht in der engeren Verzahnung zur Praxis: Um geeignete und gut ausgebildete Nachwuchskräfte für den Maßregel- und den Justizvollzug zu gewinnen, werden jedes Jahr jeweils ein bis zwei Studierende, die die Zulassungsvoraussetzungen für diesen Masterstudiengang erfüllen, spezifisch ausgebildet und im Rahmen eines Stipendiums unterstützt.

Das Angebot eines Stipendiums des Justiz- oder Sozialministeriums richtet sich an die besten Absolventinnen und Absolventen, die an einer Universität einen Bachelorstudiengang für Psychologie absolviert haben und die Zulassungsvoraussetzungen für den Masterstudiengang „Psychologie“ an der Universität Hildesheim erfüllen sowie für einen Einsatz im Maßregel- oder Justizvollzug persönlich geeignet erscheinen.

Nach der Zulassung zum Master erhalten die ausgewählten Studierenden monatlich ein Stipendium von 1200 Euro und absolvieren während des Studiums eine Praxisphase in Einrichtungen des Maßregel- und Justizvollzuges. Sie werden dort von kompetenten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern praktisch angeleitet und erhalten nach erfolgreichem Abschluss des Studiums ein Einstellungsangebot in einer Justiz- oder Maßregelvollzugseinrichtung des Landes Niedersachsen.

„Die Vielseitigkeit des Arbeitsplatzes Justizvollzug ist vielen Psychologinnen und Psychologen überhaupt nicht bekannt. Das wollen wir mit dem neuen, praxisorientierten Studienschwerpunkt ändern. Dadurch eröffnen wir engagierten Studierenden attraktive und konkrete Berufs- und Karrierechancen beim Land Niedersachsen“, erklärt Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz, Ideengeberin und Initiatorin des Studienschwerpunktes. „Die Gefängnisse in Niedersachsen brauchen auch in Zukunft gut ausgebildete und engagierte Nachwuchs-Psychologinnen und Psychologen. Nur so können wir unserem Auftrag der Resozialisierung und Kriminalprävention gerecht werden. Ich danke allen, die an der Realisation dieses zukunftsweisenden Projekts mitgewirkt haben.“

Prof. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim, dankt den drei Ministerien für die gute Zusammenarbeit bei der Entwicklung des neuen Studienschwerpunkts.

Für den Studienschwerpunkt wird eine neue Professur eingerichtet. Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Wissenschaftsministerin: „Mit der Rechtspsychologie wird die an der Universität Hildesheim bereits sehr gut aufgestellte Psychologie um einen wichtigen Schwerpunkt erweitert. Dieses innovative Feld wird zukünftig durch eine zusätzliche Professur sowohl in der Lehre als auch in der Forschung sehr kompetent vertreten und entwickelt.“

„Ich freue mich, dass es uns in interministerieller Zusammenarbeit gelungen ist, einen Studienschwerpunkt Rechtspsychologie gemeinsam mit der Universität Hildesheim zu realisieren“, sagt Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt. „Wegweisend ist, dass nun auch die spezifischen Rahmenbedingungen der Patientinnen und Patienten im Maßregelvollzug berücksichtigt werden. Mit diesem neuen Studiengang und der erstmaligen Gewährung von Stipendien sichern wir das Fortbestehen der psychologischen und therapeutischen Kompetenz im Justiz- und Maßregelvollzug.“

„Eine wichtige Besonderheit des Studienschwerpunktes besteht darin, dass die für eine Universität entscheidende Verbindung von Lehre und Forschung hier mit einer engen Verbindung von Theorie und Praxis realisiert wird“, sagt Werner Greve, Professor für Psychologie an der Universität Hildesheim. „Durch die bundesweit erstmalige Einrichtung einer Professur mit dem alleinigen Schwerpunkt Rechtspsychologie kann die wissenschaftliche Fundierung des Studienschwerpunktes mit systematischer Forschung gerade in Bezug auf den Schwerpunkt Justiz- und Maßregelvollzug verbunden werden.“

Kurz erklärt: Rechtspsychologie studieren

Bewerbungsfrist endet am 15. Juli 2017

Das Masterstudium „Psychologie“ umfasst eine Regelstudienzeit von vier Semestern und wird mit dem Titel „Master of Science Psychologie“ abgeschlossen. Studierende wählen ab dem Wintersemester 2017/18 zwei von drei möglichen Schwerpunkten, die gleichgewichtig studiert werden (Pädagogische Psychologie, Klinische Psychologie und – neu eingeführt – Rechtspsychologie). Neben den für die jeweils gewählten Schwerpunkte spezifischen Inhalten werden die methodischen und wissenschaftlichen Grundlagen der Psychologie vertieft, verbreitert und auf Praxis- und Forschungsfelder angewandt.

Für das Wintersemester 2017/18 beginnt die Bewerbungsfrist für Studienplätze am 1.6.2017 und endet am 15.7.2017. Die ersten Zulassungen zum Masterstudiengang „Psychologie“ mit dem Schwerpunkt „Rechtspsychologie“ sollen Anfang August 2017 erfolgen; die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten beginnt unmittelbar danach.

Im niedersächsischen Justizvollzug arbeiten über 100 Psychologinnen und Psychologen in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern als Fach- und Führungskräfte.

Im niedersächsischen Maßregelvollzug arbeiten circa 50 Psychologinnen und Psychologen überwiegend in der therapeutischen Arbeit mit Patientinnen und Patienten der forensisch-psychiatrischen Kliniken.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie
news-11957 Wed, 17 May 2017 20:26:00 +0200 Erziehungs- und Sozialwissenschaften: Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/erziehungs-und-sozialwissenschaften-foerderung-des-wissenschaftlichen-nachwuchses/ Die Uni unterstützt den wissenschaftlichen Nachwuchs und fördert wissenschaftliche Leistungen und Erfolge. Noch bis zum 31. Mai 2017 können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Fachbereich „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ bewerben. Der Fachbereich 1 „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Hildesheim. Diese Art der Förderung gibt es nun zum zweiten Mal. Die erste Förderperiode fand im Wintersemester 2016/17 statt, von der bisher vier Personen profitieren konnten. Bis zum 31. Mai 2017 können sich jetzt wieder alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem „Mittelbau“ des Fachbereichs 1 bewerben.

Die Arbeitsgruppe „Mittelvergabe“ fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. „Mit der Förderung möchten wir wissenschaftliche Leistungen und Erfolge sichtbar machen und einen Anreiz für gute wissenschaftliche Praxis bieten“, sagt Sandra Koch, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft und in der AG aktiv.

Gefördert werden zum Beispiel wissenschaftliche Publikationen, etwa die Veröffentlichung der Dissertation, Habilitation oder einer Monographie sowie wissenschaftliche Vorträge. Außerdem besteht die Möglichkeit, finanzielle Mittel für innovative und unkonventionelle Forschungsideen oder für innovative Lehr-Lern-Formate zu erhalten, um die Umsetzung dieser Ideen zu unterstützen. Die Kommission tagt zweimal im Jahr, die Frist für die Einreichung der Anträge ist der 31. Mai oder der 30. November.

Jetzt Antrag einreichen

Nachgefragt bei Wiebke Hiemesch (Erziehungswissenschaft) und Markus Germar (Psychologie)

Dr. Markus Germar und Dr. Wiebke Hiemesch werden aufgrund ihrer hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen gefördert. Hiemesch dokumentiert in ihrer Dissertation die Kindheit in nationalsozialistischen Zwangslagern und wie Kinder diese Zeit überlebt haben. Sie recherchiert und schreibt, damit Lebens- und Leidensgeschichten nicht vergessen werden. Germar untersucht in seiner Forschung, wie die Meinung, die Entscheidungen oder das Verhalten eines Menschen durch andere Menschen beeinflusst werden.

Der Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften unterstützt in einem Förderprogramm gezielt den „wissenschaftlichen Mittelbau“. Wie haben Sie die Förderung genutzt, was konnten Sie damit umsetzen?

Hiemesch: Mit den Fördergeldern des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften wurde die Veröffentlichung meiner Dissertationsschrift „Kinder im Konzentrationslager Ravensbrück" unterstützt. Das Manuskript wurde für die Schriftenreihe „Beiträge zur Historischen Bildungsforschung“ (Hrsg. Meike Sophia Baader, Rudolf W. Keck, Elke Kleinau und Karin Priem) des Böhlau Verlags angenommen. Eine solch renommierte und einschlägige Schriftenreihe ermöglicht es in meinem Themengebiet besonders gut, dass die vorliegenden Ergebnisse für ein interdisziplinäres Fachpublikum sichtbar und verfügbar sind. Aber die Publikation ist dann auch mit hohen Kosten verbunden, sodass auch ich auf Fördergelder angewiesen war.

Germar: Ich habe durch die Fördersumme nun die Möglichkeit sowohl an einem Kongress als auch an einem wichtigen Workshop teilzunehmen. Beides wird mir helfen, in der Postdoc-Phase mein wissenschaftliches Profil zu schärfen und meine Kompetenzen weiterzuentwickeln.

Ist die Förderung auch ein Signal, eine Anerkennung Ihrer wissenschaftlichen Leistungen?

Hiemesch: Die wissenschaftliche Arbeit findet zumeist im Verborgenen statt und erfährt erst durch ihre Publikation oder durch Vorträge Gehör. Angesichts der unsicheren Beschäftigungsverhältnisse des Mittelbaus kann es ein echtes Problem darstellen, die Publikation der Dissertationsschrift zu finanzieren. Die Förderung ist in jedem Fall eine Anerkennung der Leistung, möglicherweise wird es durch sie auch erst möglich, dass die eigene Forschung in der Scientific Community sichtbar wird, weil Publikationen und aufwendige Forschungs- und Vortragsreisen finanziert werden können.

Germar: Die Förderung ist definitiv eine Anerkennung der wissenschaftlichen Leistungen. Ich habe mich über die Förderung und über die Anerkennung durch meine Kolleginnen und Kollegen im Fachbereich 1 sowie durch die Universität sehr gefreut.

Empfehlen Sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich auch für das Programm zu bewerben?

Hiemesch: Ja, ich kann die Bewerbung empfehlen. Es ist ein unkompliziertes Vorgehen, denn eine Kurzzusammenfassung des Projekts, des Artikels oder der Dissertation hat man meist ohnehin vorliegen.

Germar: Auf jeden Fall. Es handelt sich um ein Förderprogramm „vom Mittelbau für den Mittelbau“. Die Fördermöglichkeiten sind flexibel, die Beantragung unbürokratisch. Außerdem lässt sich mit 1000€ sehr viel machen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-13762 Sat, 13 May 2017 13:05:00 +0200 Auch im hohen Alter geht es noch hoch hinaus https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/auch-im-hohe/ Ergotherapeutin und Psychologie-Studentin Raika Wernecke betreut im Hildesheimer Kletterzentrum Schnupperkurse für Senioren ab 60 Jahren. Pressespiegel regional Psychologie news-13581 Mon, 20 Mar 2017 13:59:00 +0100 Das Leben ist eine Baustelle: Arbeit mit traumatisierten Kindern https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/das-leben-is/ Ann-Katrin Bockmann, Mitarbeiterin am Institut für Psychologie, spricht über den pädagogischen Umgang mit Fluchterfahrungen von Kindern in Krippen und Kitas. Pressespiegel regional Psychologie news-13047 Wed, 22 Feb 2017 10:45:00 +0100 Bildungsforschung: Inklusion in der frühen Kindheit https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/bildungsforschung-inklusion-in-der-fruehen-kindheit/ Land Niedersachsen fördert Forschungsverbund an der Universität Hildesheim: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bauen die Grundlagenforschung zur frühkindlichen Bildung aus. Sie dokumentieren in empirischen Studien das Geschehen in Kitas und den Übergang in die Grundschule. Erkenntnisse sollen schnell in die Praxis gelangen. Bereits 2009 hat Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet und sich damit verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem umzusetzen. Seitdem verändert sich das gesamte Bildungssystem und die Kinder- und Jugendhilfe, einschließlich der Kindertagesstätten. Pädagoginnen und Pädagogen lernen, konstruktiv mit den unterschiedlichen sozialen, sozio-kulturellen, körperlichen und biografischen Voraussetzungen von Kindern und Jugendlichen umzugehen und die Teilhabechancen für alle zu verbessern. Wie das aber im Alltag passiert, etwa in Kindertagesstätten, wird bisher kaum untersucht. Hier setzt der Hildesheimer Forschungsverbund an. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tauchen ein in den Alltag und dokumentieren in empirischen Studien das Geschehen in Kitas und den Übergang in die Grundschule.

„Wir vertiefen die Bildungs- und Teilhabeforschung in der frühen Kindheit“, sagt Peter Cloos, Professor für Pädagogik der frühen Kindheit an der Universität Hildesheim und Sprecher des Kompetenzzentrums Frühe Kindheit Niedersachsen. Gerade im Bereich der Bildung und der sozialen Teilhabe der bis sechsjährigen Kinder gibt es noch erhebliche Forschungslücken in Bezug auf die Inklusion. „Im gesamten Bildungssystem und in der Kinder- und Jugendhilfe geschehen aktuell große Umwälzungen. Inklusion ist eine breit diskutierte Herausforderung. Wir wollen dazu beitragen, das noch geringe empirische Wissen auszubauen und die unterschiedlichen Forschungstraditionen zu verbinden“, so Cloos.

Das Land Niedersachsen fördert am Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen der Universität Hildesheim den Forschungsverbund „Inklusive Bildungsforschung der frühen Kindheit als multidisziplinäre Herausforderung" bis 2020 mit insgesamt 1,3 Millionen Euro. Neben Hildesheim werden Verbundprojekte in Göttingen und Hannover aus dem „Niedersächsischen Vorab“ gefördert.

Der Hildesheimer Forschungsverbund bearbeitet sechs Forschungsprojekte. Beteiligt sind insgesamt acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Erziehungswissenschaft, Entwicklungspsychologie, dem Fremdsprachenerwerb und der Mathematikdidaktik, der Neurodidaktik sowie Sozial- und Organisationspädagogik. „Ich freue mich auf die weitere Vertiefung unserer Zusammenarbeit im Kompetenzzentrum, wir wollen gemeinsam neue Perspektiven für eine inklusive Bildungsforschung der frühen Kindheit entwickeln", sagt Professor Cloos.

Neue Erkenntnisse sollen schnell in die Praxis gelangen – in die Wissenschaft, die Politik, die Kinder- und Jugendhilfe und in die Bildungseinrichtungen. Der Forschungsverbund arbeitet eng mit Partnern aus der Praxis zusammen und entwickelt gemeinsam mit den Praxispartnern Konzepte für den Transfer, unter anderem mit Kindertagesstätten und Grundschulen, der Landesarbeitsgemeinschaft Elterninitiativen Niedersachsen/Bremen e.V. (lagE), dem Kinder- und Jugendbereich der Diakonie Himmelsthür, dem Verein für Frühe Mehrsprachigkeit an Kitas und Schulen (FMKS). Geplant sind ebenso Kooperationen mit Jugendämtern, Fachschulen und Einrichtungen der Fort- und Weiterbildung. In allen Forschungsprojekten werden konkrete Transfermaßnahmen für die pädagogische Praxis entwickelt und umgesetzt. Die Forschungsprojekte laufen bis 2020. Ergebnisse werden auf Tagungen vorgestellt.

Im Forschungsverbund unterstützt die Universität Hildesheim zehn Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler in der Phase  während und nach der Promotion. Sie promovieren in den Projekten, werden vom Uni-Methodenbüro in der Wahl der Forschungsmethoden unterstützt und können sich mit laufenden Vorhaben aus den Graduiertenkollegs „Multiprofessionalität in der Bildungsinfrastruktur und in Sozialen Diensten“, „Gender und Bildung“ und den Promotionskollegs „Bildungsintegration“ und „Unterrichtsforschung" vernetzen. Die im Verbund beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können auch im Promotionsstudiengang Sozial- und Organisationspädagogik, dem bundesweit ersten akkreditierten Studiengang dieser Art, promovieren.

Wer Interesse an dem Forschungsverbund hat, kann sich an Prof. Dr. Peter Cloos wenden (E-Mail cloosp@uni-hildesheim.de).

Folgende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim leiten die sechs Forschungsprojekte:

  • Prof. Dr. Meike S. Baader (Allgemeine Erziehungswissenschaft)
  • Prof. Dr. Peter Cloos (Pädagogik der frühen Kindheit) (Sprecher)
  • Dr. Florian Eßer (Sozialpädagogik)
  • Prof. Dr. Kristian Folta-Schoofs (Neurodidaktik)
  • Prof. Dr. Kristin Kersten (Didaktik des Englischen und Spracherwerb)
  • Prof. Dr. Claudia Mähler (Pädagogische Psychologie und Diagnostik)
  • Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme (Mathematik und ihre Didaktik)
  • Prof. Dr. Wolfgang Schröer (Sozialpädagogik)

 

Die sechs Forschungsprojekte im Überblick:

Wie Kinder sich entwickeln – Kognitive Entwicklung und Förderung in inklusiven Settings

Studie „Frühe Inklusion beim Schriftspracherwerb“ (FRISCH)

Schon lange vor der Einschulung bringen Kinder ganz unterschiedliche Voraussetzungen für die Schriftsprache mit. Ein Team aus der Pädagogischen Psychologie und Diagnostik um Professorin Claudia Mähler untersucht, wie Kindern der Einstieg in den Schriftspracherwerb gelingt. Welche Kinder profitieren in welcher Weise von einer Förderung zu welchem Zeitpunkt?

Claudia Mähler arbeitet mit Kitas und Grundschulen in der Region Hildesheim zusammen. Die Interventionsstudie beginnt im letzten Kindergartenjahr und begleitet 160 Kinder beim Übergang in die Grundschule und in den ersten beiden Schuljahren. Zunächst werden verschiedene Vorläuferkompetenzen erfasst, die für das Erlernen der Schriftsprache wichtig sind, etwa die Leistung des Arbeitsgedächtnisses, der Sprachentwicklungsstand und vor allem die „phonologische Bewusstheit“. Die Wissenschaftlerinnen untersuchen, wie sich ein Training der phonologischen Bewusstheit im letzten Kindergartenjahr und wie sich eine Umstellung des Eingangsunterrichts im Fach Deutsch auf das Erlernen der Schriftsprache auswirken.

„Ich freue mich, das Thema Inklusion nun auch in die frühe Bildung hineinzutragen und den Übergang vom Vorschulalter in die Schule begleiten zu können“, sagt Claudia Mähler. Die Professorin befasst sich in der Forschung seit vielen Jahren mit der Frage, welche frühkindlichen kognitiven Fähigkeiten es genau sind, die am Ende einen Einfluss darauf haben, ob ein Kind in der Schule gut zurechtkommt und erfolgreich ist. Bisherige Hildesheimer Langzeitstudien zeigen, dass die Unterschiede, die zwischen den Kindern in diesen Kompetenzen bestehen, bereits im Alter von vier Jahren sehr groß sind.

Studie „Soziales Training von Raumwahrnehmung und Raumkognition (zur vorschulischen Förderung des mathematischen Grundverständnisses)“ (STARK)

Wie kann das mathematische Grundverständnis in der frühen Kindheit gefördert werden? Professor Kristian Folta-Schoofs und Professorin Barbara Schmidt-Thieme untersuchen, in welcher Weise Kinder im letzten Kindergartenjahr von einem Training der Raumwahrnehmung profitieren können.

„Die vorschulische mathematische Förderung beinhaltet immer noch bevorzugt das Lernen von arabischen Zahlen und rechnerischem Faktenwissen. Wir wollen alternative Zugänge zur Förderung des mathematischen Grundverständnisses in den Blick nehmen, die weniger an Sprache und stärker auf die unmittelbare Lebens- und Erfahrungswelt der Kinder bezogen sind“, sagt Professor Kristian Folta-Schoofs. „Dazu gehört auch die Berücksichtigung der körperlich-sinnlichen Erfassung von Raummerkmalen – auch im Verhältnis zum eigenen Körper – sowie von handlungs- und bewegungsorientierten Lernmöglichkeiten, die im Rahmen der vorschulischen Vorbereitung auf den Mathematikunterricht bislang noch wenig berücksichtigt werden und noch unzureichend wissenschaftlich untersucht sind.“

Barbara Schmidt-Thieme verfügt über Expertise auf dem Gebiet der mathematischen Frühförderung, vor allem zur Didaktik der Geometrie. Kristian Folta-Schoofs forscht im Neurolabor der Universität Hildesheim im Bereich der neuronalen Grundlagen von Wahrnehmungs-, Aufmerksamkeits- und Zeitverarbeitungsprozessen und zu den Ansätzen einer barrierefreien Gestaltung von Lernumgebungen.

Studie „Fremdsprachenlernen in inklusiven Kontexten: Sprachliche und kognitive Entwicklung in zweisprachigen Einrichtungen“ (FLINK)

Wie die sprachliche Entwicklung in ein- und zweisprachigen Kindertagesstätten und im Übergang in die Grundschule verläuft, untersucht Professorin Kristin Kersten in Kooperation mit Professor Werner Greve vom Institut für Psychologie. In der Studie erfassen die Wissenschaftler bis 2019, wie sich Kinder sprachlich und kognitiv entwickeln.

Dabei vergleichen sie die Entwicklungsverläufe von Kindern in einsprachigen und zweisprachigen Kitas und Grundschulen. In den bilingualen Kitas verwenden muttersprachliche Erzieherinnen und Erzieher im gesamten Tagesablauf Englisch im Umgang mit den Kindern, in bilingualen Schulen unterrichten Lehrerinnen und Lehrer zum Beispiel Mathe, Sport, Musik oder Sachkunde auf Englisch. Bislang wenig untersucht ist die Frage, inwieweit die sprachliche Entwicklung mit dem Selbstkonzept von Kindern zusammenhängt. Auch hierzu soll die Studie Erkenntnisse liefern. Durch teilnehmende Beobachtung werden außerdem die Strategien aller pädagogischen Fachkräfte und Lehrkräfte dokumentiert: Wie begleiten sie die Lernprozesse? Wie gestalten sie den sprachlichen Input für inklusiv ausgerichtete Lernergruppen?

„Forschungsergebnisse aus früheren Studien weisen darauf hin, dass die Intensität, Dauer des Kontakts sowie das handlungsbegleitende Erlernen der Fremdsprache an Objekten, Bildern und der Umwelt entscheidend sind. Wir wissen außerdem, dass intensives bilinguales Lernen zu kognitiven Vorteilen führen kann. Ob die Fremdsprache mehrere Stunden pro Tag oder nur zwei Stunden pro Woche angeboten wird und wie sie von der Lehrkraft umgesetzt wird – das macht für die Entwicklung der Kinder viel aus. Dazu kommt, dass jedes Kind individuelle Voraussetzungen zum Lernen mitbringt, die sich nicht nur in den kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten, sondern auch im sozialen Umfeld unterscheiden. Und schließlich ist jedes Schulprogramm ein komplexes Gefüge, in dem auch jede Lehrkraft ihre eigenen Kenntnisse, Einstellungen und Motivation mitbringt“, so Kersten. Die Sprachwissenschaftlerin hat zuvor ein EU-Projekt geleitet und in niedersächsischen Grundschulen den bilingualen Unterricht analysiert.

Der Alltag in Kitas – „Doing inclusion“ – Inklusion als alltägliche Herstellungsleistung

Studie „Inklusive Elterninitiativen“ (IKE)

10 Prozent aller 4500 Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen sind Elterninitiativen. Elterninitiativen sind bislang kaum erforscht, dabei sind sie heute ein fester Bestandteil in der Kita-Landschaft. Eltern bauen somit einen Teil der Strukturen auf, die Bildungsteilhabe befördern oder verhindern können.

Einen Gesamtüberblick, welche Inklusionskonzepte Elterninitiativen im Bundesland Niedersachsen verfolgen, soll die Studie von Professorin Meike Baader liefern. Wer sind die Akteure und Akteurinnen, welches sind ihre Motive, Erfahrungen, Ressourcen aber auch Hindernisse? Wie gehen Eltern und Professionelle in diesen Einrichtungen mit Inklusion um? Die Erziehungswissenschaftlerin führt in den kommenden Monaten Interviews mit 45 Einrichtungsleitungen und analysiert, wie private Elterninitiativen in Niedersachsen handeln. Während sie in den 1970er Jahren anfänglich als Alternative für fehlende Plätze gegründet wurden, hat sich schon in den siebziger Jahren gezeigt, dass Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf und Migrationserfahrungen aufgrund des Betreuungsschlüssels besonders gut versorgt wurden, wie eine DFG-geförderte Studie von Meike Baader zeigt.

Studie „Multiprofessionelle Teams in inklusiven Settings“ (MUPRO)

Zusammen statt allein: Professor Peter Cloos nimmt die Arbeit von multiprofessionell zusammengesetzten Teams in Kindertageseinrichtungen unter die Lupe. Der Erziehungswissenschaftler analysiert in 10 Einrichtungen 20 Teamgespräche.

„Wir tauchen ein in den Alltag“, sagt Cloos. Bisher wurde kaum empirisch untersucht, wie unterschiedliche Berufsgruppen in Organisationen wie Kitas zusammenarbeiten. Wie verständigen sie sich in Teamgesprächen über Zuständigkeiten und Aufgabenbereiche? Teilen sie Aufgaben auf und grenzen sich voneinander ab („Das ist nicht mein Gebiet!“) oder entstehen Räume, um gemeinsam unter Einbeziehung vieler Perspektiven die individuelle Entwicklung von Kindern zu erfassen? Die Forschungsergebnisse sollen in die Beratung von multiprofessionellen Teams fließen.

Studie „Kinder als Inklusionsakteure“ (INKA)

Nicht nur Eltern und pädagogische Fachkräfte, auch Kinder leisten einen Beitrag zu Inklusion: wie sie anderen Kindern begegnen, wie sie selbst handeln. Bisher liegen kaum Studien vor, die Kinder als Handelnde in „inklusiven Settings“ betrachten oder Kinder in den Forschungsprozess einbeziehen. Florian Eßer, Miriam Sitter und Professor Wolfgang Schröer bauen derzeit eine Forschungsgruppe mit acht Kindern auf. Sie stimmen Forschungsfragen, die Erhebung und Präsentation von wissenschaftlichen Erkenntnissen mit den Kindern ab: Wie erleben Kinder Zugehörigkeit und Ausgrenzung, wie nehmen sie den Alltag in Kitas wahr?

Vorurteile, dass man mit Kindern keine partizipative Forschung durchführen kann, gelten mittlerweile als widerlegt. Sie bringen junge Perspektiven in die Forschung ein, die sonst aus dem Blick geraten. Die Kinder ersetzen dabei nicht die Forscher, vielmehr eröffnen sie neue Sichtweisen.

„Differenzdilemma“

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutieren im Forschungsverbund außerdem, inwieweit Wissenschaft selbst Differenzen erzeugt. Die Wissenschaft spricht von „Differenzdilemma“: Jede Thematisierung von Differenz behebt diese nicht nur, sondern kann Differenz durch ihre Betonung erst hervorheben oder verstärken.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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news-13453 Sat, 11 Feb 2017 15:10:00 +0100 Können junge Leute besser verhandeln als Ältere? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/koennen-junge/ Dr. Cathleen Kappes vom Institut für Psychologie untersucht in einer Studie das Verhandlungsgeschick von jungen Menschen - mit einem überraschenden Ergebnis. Nun sucht sie Studienteilnehmer ab 65 Jahren für eine Vergleichsstudie. Pressespiegel regional Psychologie Forschung news-12547 Wed, 18 Jan 2017 14:01:00 +0100 Ausgezeichnet: Preise für besondere Leistungen in Lehre, Forschung und Service https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/ausgezeichnet-preise-fuer-besondere-leistungen-in-lehre-forschung-und-service/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet die Literaturwissenschaftlerin Prof. Irene Pieper, die Übersetzungswissenschaftlerin Isabel Rink und den Psychologen Ryan Hackländer sowie den Systemadministrator Florian Störig für ihre hervorragenden Leistungen in Forschung, Lehre und im Wissenschaftsmanagement aus. Die Preise sind mit jeweils 3000 Euro dotiert. Jedes Jahr verleiht die Universität im Rahmen des Neujahrsempfangs Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

Preis für hervorragende Forschung: Prof. Dr. Irene Pieper

Die Universität Hildesheim zeichnet Professorin Irene Pieper für ihre hervorragende Forschung aus. Seit 2007 forscht und lehrt Irene Pieper als Professorin für Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik am Institut für deutsche Sprache und Literatur. Die Professorin befasst sich zum Beispiel mit der Lesesozialisation von Schülern und Schülerinnen aller Schulformen und dem Spannungsverhältnis zwischen fachlichem Wissen und literarischem Verstehen. Eines ihrer derzeitigen Projekte, das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, widmet sich dem literarischen Verstehen im Umgang mit Metaphorik.

Was reizt Jugendliche am Lesen? Welche Rolle spielt das Lesen im Spektrum ihrer Mediennutzung? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Irene Pieper in einer aktuellen Studie. Die Literaturwissenschaftlerin untersucht, welchen Platz Literatur im Deutschunterricht und in der Freizeit einnimmt. Die Beschäftigung mit Literatur, ihr Stellenwert im Deutschunterricht sowie die Orientierungen der Lehrerinnen und Lehrer stehen selten im Zentrum der Forschung. Bisher ist wenig untersucht, welche Erfahrungen die Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Literatur in der Schule machen, inwiefern Jugendliche mit ihren persönlichen Leseinteressen das Unterrichtshandeln der Lehrkräfte beeinflussen und umgekehrt. „Unterrichtsnahe Forschung zu diesem Bereich fehlt im deutschsprachigen Raum weitgehend, obwohl er für die Entwicklung von Lesemotivation und Lesekompetenz eine zentrale Rolle spielt", sagt Professorin Pieper. In dem Forschungsprojekt, das vom Land Niedersachsen im Rahmen von „Pro Niedersachsen“ gefördert wird, kombiniert die Professorin qualitative und quantitative Zugänge. So werden in den kommenden Monaten Lehrerinnen und Lehrer von etwa 60 achten Klassen aus den Schulformen Gymnasium, Real-, Haupt- und Gesamtschule sowie deren etwa 1200 Schülerinnen und Schüler befragt.

„Frau Pieper ist wissenschaftlich ausgesprochen vernetzt. So hat sie bereits ein europäisches Projekt zum Thema ‚Literary Framework for Teachers in Secondary Education‘ durchgeführt und ist Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzende der ‚International Association for Research in L1 Education (languages, literatures, literacies)‘, ARLE, die ihren Sitz in Hildesheim hat“, sagt Vizepräsidentin Prof. Dr. Renate Soellner in ihrer Laudatio. Seit 2011 leitet Irene Pieper das Promotionskolleg Unterrichtsforschung. Seit 2012 ist sie Mitherausgeberin der wichtigsten Zeitschrift der Deutschdidaktik, „Didaktik Deutsch“. „Neben der Forschung engagiert sie sich auch für das Erlernen von Schreibkompetenzen bei Studienanfängerinnen und Studienanfängern. Sie gründete 2008 und leitet bis heute das Lese- und Schreibzentrum. Aktuell arbeitet sie an der Entwicklung einer elektronischen Plattform für die Einübung in wissenschaftliches Lesen und Schreiben“, hebt Renate Soellner hervor. „Ich freue mich sehr über dieses Zeichen der Anerkennung“, so Irene Pieper. Sie wolle „interdisziplinäre Forschungsräume weiter ausbauen“.

Preis für hervorragende Lehre: Übersetzungswissenschaftlerin Isabel Rink und Psychologe Ryan Hackländer

Ein Rekord – 85 Vorschläge für den Preis für hervorragende Lehre gingen bei der Universität ein. „Nach dem grandiosen Erfolg der Maßnahmen, die unser Qualitätsmanager Torsten Bergt vor einem Jahr vorgeschlagen und umgesetzt hatte, um mehr Studierende zu bewegen, ihre Lehrenden für den Preis für hervorragende Lehre zu nominieren, konnte die Zahl der Anträge noch einmal deutlich gesteigert werden“, freut sich Vizepräsident Prof. Dr. Jürgen Sander. Eine Jury – bestehend aus der Studiendekanin des Fachbereichs 1, dem Studiendekan des Fachbereichs 2 und zwei Studierendenvertretern der Fachbereiche 3 und 4 – hat entschieden, den Preis an zwei Lehrende zu vergeben: Der  Preis geht an Isabel Rink vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation sowie Ryan Hackländer vom Institut für Psychologie.

Isabel Rink wird für ihre hervorragende Lehre im praxisnahen Seminar „Kommunikation und Orientierung von Menschen mit Sinnesbehinderungen“ ausgezeichnet. Die Übersetzungswissenschaftlerin hat Studierende an die Regeln der Leichten Sprache herangeführt – und begeistert. Vizepräsident Sander würdigt ihr „außergewöhnliches Engagement auf einem Gebiet höchster gesellschaftlicher Relevanz“. Die Studierenden haben theoretische Regeln in der Praxis angewendet, Übersetzungen wurden vom NDR veröffentlicht. Die Arbeit mit dem NDR habe den Studierenden „die realen Bedingungen des Übersetzungsmarktes nahe gebracht“.

Isabel Rink studierte „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ in Hildesheim und an der Universidad de Murcia/Spanien. Nach dem Masterstudium „Medientext und Medienübersetzung“ begann sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation. Sie ist Geschäftsführerin der Forschungsstelle Leichte Sprache und koordiniert gleichzeitig das Promotionskolleg Unterrichtsforschung. Isabel Rink hat eine Reihe von Publikationen zum Thema Leichte Sprache – etwa ihre Masterarbeit „Nachteilsausgleich im Bereich Hörschädigung: Zur Übersetzung von Mathematikarbeiten in Leichte Sprache“ – veröffentlicht und promoviert bei Prof. Dr. Christiane Maaß zum Thema „Barrierefreie Rechtskommunikation. Zur Übersetzung juristischer Inhalte in Leichte Sprache am Beispiel des Pilotprojekts ‚Leichte Sprache in der Niedersächsischen Justiz‘“.

Seit zweieinhalb Jahren lehrt Ryan Hackländer als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychologie der Uni Hildesheim. Zuvor lebte der US-Amerikaner in Kentucky, wo er als Doktorand am Department of Cognitive and Brain Sciences der University of Louisville promovierte. Für seine Hildesheimer Lehrveranstaltungen „Psychology of Olfaction” und „Projektband Allgemeine Psychologie: The Efficacy of Podcasts as Supplemental Learning Material” wird er nun ausgezeichnet. In Hildesheim bietet Ryan Hackländer für Masterstudierende im Lehramt ein Projektband mit Experimenten zum Gedächtnis an. Er hält seine Lehrveranstaltungen in englischer Sprache.

„Sehr abwechslungsreich, praxisorientiert, spielerisch lernend – Ryan Hackländer ist einfach ein sehr engagierter Dozent, der motiviert, montags früh um 8 Uhr in die Uni zu fahren“, sagen die Studentinnen Katharina Klabunde und Amira Sultan über ihren Dozenten. Er rege zu „kreativem und kritischem Denken“ an und verwende eine Bandbreite an Lehr- und Prüfungsmethoden. Ryan Hackländer sagt, er wolle in seinen Seminaren Studentinnen und Studenten ermutigen, Fragen zu stellen. Er selber profitiere in seiner Forschung sehr von den Diskussionen mit den Studierenden. „Die Studentinnen und Studenten bringen sich mit neuen Ideen ein, sind engagiert.“

Preis für hervorragende Serviceleistungen: Systemadministrator Florian Störig

Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, „die sich in ganz besonderem Maße für unsere Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben“, sagt der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing.

Der diesjährige Preisträger ist Florian Störig. Als Mitarbeiter im Rechenzentrum ist er für die Datenverarbeitung im Bereich der Uni-Verwaltung zuständig. „Für Ihr herausragendes Engagement, Ihre Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit gepaart mit Ihrer guten Laune möchte ich mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken“, so Vizepräsident Kreysing in seiner Laudatio. „Seit unserem ersten Zusammentreffen habe ich Herrn Störig immer als kompetenten und lösungsorientierten Mitarbeiter erlebt, der sich mit seiner Aufgabe und unserer Universität über die Maßen identifiziert", ergänzt Matthias Kreysing.

Florian Störig sagt, die Arbeit in der Universität bereite ihm große Freude. Besonders bedankt er sich für die gute Zusammenarbeit bei dem Leiter des Rechenzentrums Dr. Dietmar Fox. Florian Störig hat 2002 seine Ausbildung zum Fachinformatiker mit dem Schwerpunkt Systemintegration im Rechenzentrum der Universität Hildesheim begonnen und diese 2005 erfolgreich abgeschlossen. Seitdem ist er als Mitarbeiter in der Uni-Verwaltung tätig. Darüber hinaus hat er sich von 2006 bis 2015 als Schwerbehindertenvertreter der Universität Hildesheim sowie vier Jahre im Uni-Personalrat engagiert.

Neujahrsempfang

Die Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen wurden im Rahmen des diesjährigen Neujahrsempfangs verliehen.

Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich warb während des Neujahrsempfangs der Universität Hildesheim für ein gutes Miteinander. „Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben“, zitierte er Humboldt. „Man kann mit Sorge in die Zukunft blicken. Die Meinungsfreiheit bedeutet aber nicht, dass rassistische Parolen verbreitet werden dürfen.“ Friedrich hob hervor, dass das Grundgesetz die Grundlage für den Alltag und den Umgang miteinander bildet. Er verweist auf das Leitbild der Universität.

499 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie 227 Personen in der Verwaltung, in der Bibliothek und in der Technik sind derzeit an der Stiftungsuniversität tätig. 7930 Studentinnen und Studenten lernen zurzeit in Hildesheim. Die Universität werde in den kommenden Monaten ihre Entwicklungsplanung fortschreiben. „Im Zentrum unserer Arbeit steht die Wissenschaft – Forschung und Lehre. Wie können wir die Universität als forschende und lehrende Einrichtung voranbringen? Aus diesen Fragen ergeben sich Konsequenzen für das Studium“, so Friedrich. „Wir können nicht weiter wachsen, was die Anzahl der Studierenden betrifft. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler brauchen mehr Zeit für ihre Forschung und auch für Beratung und Betreuung von Studierenden. Allerdings sollten wir unser Studienangebot weiter entwickeln. Wir haben die Erziehungswissenschaften und Psychologie gestärkt. Ich freue mich sehr, dass in der Informatik u.a. mit Data Analytics die Entwicklung weiter sehr dynamisch verläuft.“

Universitätspräsident Friedrich zeigte sich sehr erfreut, dass erneut Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Rufe an andere Universitäten abgelehnt und sich für den Universitätsstandort Hildesheim entschieden haben. So habe Vera Volkmann, seit 2012 als Juniorprofessorin am Institut für Sportwissenschaft tätig, einen Ruf nach Kiel abgelehnt und tritt nun eine Professur für Sportwissenschaft in Hildesheim an.

Erstmals hat die Universität Hildesheim einen Seniorprofessor: Wolfgang Christian Schneider lehrt in der Philosophie und Bildenden Kunst im Bereich der Geistes- und Kulturgeschichte. Das Wissen, welches er über jahrelange Forschung angesammelt hat, möchte er teilen. „Alle Dinge sind miteinander verflochten“, sagt Schneider. Wenn er in einem Kunst-Seminar über den italienischen Bildhauer Michelangelo spricht, taucht auch die Lyrik auf. Er befasst sich mit den Fragen, wie Menschen dichten, malen, Architektur entwerfen. Er trage gerne den Titel „Seniorprofessor“ und sieht diesen als Ergänzung zu den bestehenden Juniorprofessuren. „Ich möchte Erfahrungen zurückgeben“, sagt Schneider. „Ich freue mich auf meine kommenden Lehrveranstaltungen in Hildesheim, wir beschäftigen uns mit Naturphilosophie.“

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news-12919 Mon, 16 Jan 2017 09:15:00 +0100 Psychologie: Kochbuch der Gefühle https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/psychologie-kochbuch-der-gefuehle/ Wie schmecken Glück, Wut, Trauer oder Heimweh? Was kann aus Chili, Basilikum, Ingwer, Minze oder Koriander entstehen? Professorin Christina Bermeitinger hat mit jungen Erwachsenen aus Hildesheim Rezepte für ein internationales „Kochbuch der Gefühle" entwickelt und zusammengestellt. 55 Studentinnen und Studenten der Psychologie und 12 Erwachsene, die nach ihrer Flucht – etwa aus Syrien, Afghanistan, dem Libanon oder der Türkei – vor Kurzem oder bereits vor einiger Zeit in Hildesheim angekommen sind, haben in den vergangenen Monaten gemeinsam gekocht und sich über Gefühle und vieles mehr ausgetauscht. Neben Rezeptideen in elf Kapiteln, die jeweils einem Gewürz zugeordnet sind, erhält der Leser einen Einblick in psychologische Aspekte beim Kochen und Essen. Im Buch enthalten sind zudem Informationen zu Esskulturen, Berichte über gemeinsames Kochen, Fakten über Zutaten und deren Wirkungen und Informationen zu Gefühlen.

„Emotionen und Kochen gehören zusammen. Gerüche oder Gerichte wecken Kindheitserinnerungen. Unsere Gefühlslage bestimmt, was wir essen, wie wir essen. Und andersherum beeinflusst das, was wir essen, wiederum unsere Emotionen. Und schließlich machen bestimmte typische Gerüche, gerade diejenigen aus der Küche, unsere kulturelle Identität aus und wir fühlen uns gleich zugehörig, wenn es um uns herum vertraut riecht“, sagt Professorin Christina Bermeitinger vom Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. Die Wissenschaftlerin hat das Projekt geleitet und dabei mit Sonja Wutke und Bernward Kiel von der Koordinierungsstelle Integration der Stadt Hildesheim sowie der Studienberaterin und Integrationslotsin Nina Geelhaar zusammengearbeitet.

„Zu sehen, mit welchem Engagement Professorin Christina Bermeitinger und die Studierenden dieses Projekt mit Leben gefüllt und ein Kochbuch der besonderen Art geschaffen haben, war bemerkenswert. Das Kochen von Gerichten aus unterschiedlicher Kulturen weckt positive Emotionen, die das Miteinander stärken. Das ist ein wichtiger Beitrag, um Integration gelingen zu lassen", sagt Sonja Wutke von der Koordinierungsstelle Integration der Stadt Hildesheim.

Das „Kochbuch der Gefühle – reloaded & international“ ist 2016 im Verlag Una Eigen erschienen und im Buchhandel erhältlich (Hrsg. Christina Bermeitinger, 126 Seiten, 20,00 Euro, ISBN: 978-3-9818015-3-8, www.una-eigen.de). Zahlreiche Illustrationen und Fotos sind enthalten. Kontakt bei Fragen zum Buch: Prof. Dr. Christina Bermeitinger (bermeitinger@uni-hildesheim.de).

Nachgefragt bei Christina Bermeitinger, Professorin für Allgemeine Psychologie an der Universität Hildesheim

Sie haben mit Studierenden und Geflüchteten zusammen ein „Kochbuch der Gefühle“ erstellt – was haben Küche, Herd und Esstisch mit Gefühlen zu tun?

Christina Bermeitinger: Dies haben wir vor allem im ersten Kochbuch der Gefühle, das im Jahr 2012 in einem Kooperationsprojekt von Psychologiestudierenden und Kochauszubildenden entstanden ist, genau ergründet. Es gibt sehr viele Querverbindungen von Essen und Kochen auf der einen Seite und Emotionen auf der anderen Seite. Für das neue, international ausgerichtete Kochbuch ist der wichtigste Aspekt, dass Essen und Kochen genauso wie Emotionen Schlüssel zu (neuen) Welten sind und wir bei beidem ganz grandios miteinander in Beziehung treten und kommunizieren können.

Kochen und Essen geschieht häufig in Gemeinschaft – Essen ist ein äußerst kommunikatives Ereignis, und hinter mancher Essenseinladung steckt eigentlich die Einladung zu einem Gespräch. Wie man isst und was man isst, gibt zudem einiges über den eigenen Seelenzustand preis. Mittels bestimmter Gerichte können wir auch unsere Zuneigung zu jemandem ausdrücken. Und nicht zuletzt ist das gemeinsame Kochen ein sehr interaktiver Akt. Gefühle spielen beim Essen und Kochen eine große Rolle, man drückt beispielsweise allein über emotionale Mimik aus, wie es einem schmeckt – und der Koch oder die Köchin weiß, dass er oder sie nochmal nachwürzen sollte. Manche Gerichte sind außerdem mit sehr emotionalen Erlebnissen verbunden – oft sind bestimmte Gerichte mit Kindheitserinnerungen assoziiert oder man hat plötzlich wieder lebhaft ein Date aus längst vergangenen Zeiten vor Augen, bei dem es etwas ganz Bestimmtes zu essen gab. Ein häufiges Phänomen ist auch, dass wir uns mit gutem (oder „verbotenem“) Essen belohnen. Und so hat sicherlich jeder und jede eigene Beispiele für die Verbindung von Essen/Kochen und Gefühlen.

Sie schreiben, dass Emotionen „Verhaltensrezepte" seien. Emotionen haben eine große soziale Funktion und können das Miteinander sehr erleichtern, indem sie zum Beispiel Hilfestellung dafür sind, was eine Person von einer anderen Person erwartet. Können Sie eine Erkenntnis beschreiben, zu der Sie jüngst in ihrer eigenen Forschung zu Emotionen gelangt sind?

Dass Emotionen Verhaltensrezepte – also Anleitungen dafür, was zu tun ist – sind, ist etabliertes Wissen in der Psychologie. Emotionen haben mehrere Bestandteile. Zum einen spielt die Physiologie eine große Rolle – also alles was mit dem Herz-/Kreislaufsystem oder mit Hormonen zu tun hat, was bei der Aktivierung von Nerven im Gehirn beteiligt ist, was die Schweißregulation betrifft und so weiter. Zum zweiten gehören zu Emotionen Verhaltensaspekte – wir fliehen vor etwas, wir nähern uns jemandem an, wir drohen mit wutgeballter Faust. Drittens hat eine Emotion subjektive Bestandteile, wozu das Gefühl im engeren Sinne zählt, aber beispielsweise auch, was wir in einer emotionalen Situation denken.

In meiner eigenen Forschung geht es im Bereich Emotionspsychologie zum einen darum, herauszufinden, wie Personen in verschiedenen emotionalen Lagen agieren, beispielsweise ob ein Unterschied bei der Entdeckung von unerwarteten Ereignissen besteht in Abhängigkeit davon, ob man wütend oder traurig ist. Zum anderen stellen wir uns etwa die Frage, wie Menschen auf emotionale Ereignisse reagieren und ob sie sich unterschiedlich gut an (Details aus) Episoden mit negativen oder positiven Dingen erinnern. Und drittens versuchen wir die Funktionen einzelner Emotionen noch genauer zu erkunden. Welche Ressourcen werden etwa in welchen Fällen von Wut aktiviert und wie äußert sich dies dann bei der Bearbeitung von frustrierenden Aufgaben. Eine Erkenntnis aus dem emotionspsychologischen Bereich meiner jüngeren Forschung ist, dass wir in guter Stimmung unerwartete Ereignisse häufiger entdecken als in schlechter Stimmung, wobei es keinen Unterschied zwischen verschiedenen guten oder schlechten Stimmungen gibt; es spielt also keine Rolle, ob man wütend oder traurig respektive fröhlich oder zufrieden ist.

In den vergangenen Monaten haben Psychologiestudierende gemeinsam mit Geflüchteten oder Menschen mit Fluchterfahrung gekocht und Rezepte entwickelt. Wie kann das Kochen einander zusammenbringen oder verbinden? Was haben die Beteiligten in dem Projekt zum Beispiel erlebt?

Ganz grundsätzlich haben viele Gruppen berichtet, dass das gemeinsame Kochen und „Tun“ anfängliche Sprachbarrieren sehr schnell überwinden half. Ein Gewürz braucht man nicht unbedingt zu beschreiben, man muss einfach nur daran schnuppern. Es ging darum, voneinander zu lernen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten festzustellen, Erfahrungen aus dem eigenen Leben auszutauschen. Die internationalen Gruppenmitglieder steuerten meist viele Ideen bei, was man denn kochen könnte. Es bestand ein reger Austausch von Rezepten aus der jeweiligen Heimat und Gerichten, die in Deutschland besonders beliebt sind.

In einer Gruppe etwa war ein junges syrisches Paar beteiligt. Die Studierenden haben sehr eindrücklich beschrieben, welchen Respekt sie vor der Leistung, die das junge Paar während und nach der Flucht erbringen musste, haben. Zudem waren sie sehr erstaunt, welcher Unterschied doch zwischen den Kochkünsten der syrischen jungen Frau und ihren eigenen – wesentlich weniger ausgeprägten – Kochfertigkeiten besteht. Daneben hieß es noch, mit den Gepflogenheiten des Ramadan vertraut zu werden. Und schließlich fand die Gruppe nach einigen Unsicherheiten eine gute Basis des Miteinanders. Die studentischen Gruppenmitglieder haben bis heute den Kontakt zu dem syrischen Paar, das inzwischen ein Kind bekommen hat, gehalten. Auch andere Gruppen treffen sich bis heute, um gemeinsam miteinander zu kochen.

Die Kapitel im neuen Kochbuch unterteilen Sie nach Gewürzen – warum?

Das erste Kochbuch der Gefühle war – genau wie Gefühle eben – sehr bunt, launisch und durcheinander. Dem neuen Kochbuch wollten wir etwas mehr Struktur und Einheitlichkeit geben. Damit jedoch auch möglichst flexibel auf die (emotionalen) Bedürfnisse der einzelnen Personen eingegangen werden konnte, sollte die Einteilung nicht mehr nach Gefühlen erfolgen. Die Einteilung nach „würzenden Substanzen“ im weiteren Sinne lag nahe, nachdem Gewürze oftmals die entscheidenden Unterschiede zwischen Gerichten aus verschiedenen Kulturen ausmachen, bei ansonsten teilweise sehr vergleichbaren Grundzutaten. Nehmen wir einfach verschiedene Gemüsesorten wie Zucchini, Champignons, Karotten und Paprika. Hieraus kann man mit den entsprechenden Gewürzen genauso gut ein asiatisches Gericht, ein indisches Curry oder ein arabisches Gericht sowie eine deutsche Gemüsebeilage oder ein herrliches mediterranes Essen zaubern. Jedoch war auch die Gewürzvorgabe nicht starr, so dass nicht jedes Gericht immer zwanghaft das Leitgewürz des jeweiligen Kapitels enthalten musste.

Eines Ihrer Lieblingsrezepte aus dem Kochbuch?

Es gibt eine Vielzahl toller Rezepte im Kochbuch. Allein schon die Anleitung, wie man Reis „super fluffig“ hinbekommt, lohnt sich. Daneben sind einige Gerichte enthalten, bei denen – nicht nur – ich denke, „Mensch, das könnte man ja auch mal wieder machen!“, zum Beispiel Zimt-Apfelringe. Bei anderen Rezepten, wie dem Basilikum-Pesto, bekommen wir rückgemeldet: „Wenn ich gewusst hätte, dass das so einfach geht, hätte ich das schon viel früher selber gemacht!“

Wir hatten das Glück, dass einige Studierende ebenfalls einen internationalen Hintergrund mitbringen, was das Kochbuch sehr bereichert hat. Dadurch sind mindestens asiatische, russische, orientalisch-arabische, typisch deutsche, mediterrane sowie weltweit beliebte Gerichte und Informationen zu den verschiedenen Essgewohnheiten enthalten. Besonders auch die Rezepte aus Russland sowie die Gerichte, die zusammen mit dem Paar aus Syrien gekocht wurden, finde ich persönlich sehr inspirierend.

Am Psychologie-Institut der Uni Hildesheim beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler etwa mit der Frage, wie wir in Gruppen Entscheidungen treffen, wie Kinder sich entwickeln und was das Gehirn beim Lernen macht. Sie untersuchen in Ihrer Forschung: Wie funktioniert der Mensch und sein Denken, Fühlen und Handeln im Normalfall?

Die Allgemeine Psychologie in Hildesheim ist eine international aufgestellte Arbeitsgruppe. Wir widmen uns in unserer Forschung einer Vielzahl an Themen. Unter anderem erforschen wir:

  • die Wahrnehmung von Bewegungen,
  • inwiefern eigene Bewegungen und wahrgenommene Bewegungen interagieren,
  • wie Gerüche und Gedächtnis zusammenwirken,
  • wie wir Informationen verarbeiten, die von unserer Erwartung abweichen,
  • welche Aspekte wir uns merken, wenn wir mit bedrohlichen Dingen konfrontiert werden,
  • wie wir angesichts von Zielen, die nur noch schwer erreichbar sind, reagieren,
  • oder wie wir uns bei gemeinsamen Handlungen abstimmen und die Aufgaben des jeweils anderen auch präsent haben.

Wenn wir den Grundlagenbereich verlassen, führen wir momentan zwei Projekte mit einem Anwendungsbezug durch, bei welchen maßgeblich Studierende beteiligt sind. Gemeinsam mit Ärzten aus dem HELIOS-Klinikum untersuchen wir, welche Bedingungen zu einem möglichst günstigen Gesundungsverlauf nach schwerwiegenden Handverletzungen oder -operationen beitragen. Und in einem weiteren Projekt mit der Koordinierungsstelle Integration der Stadt Hildesheim geht es um die Frage, wie zufrieden und motiviert Geflüchtete sind und inwiefern dies mit einer positiven Assoziation zu Deutschland zusammenhängt. Diese beiden Projekte werden momentan federführend von Dr. Pamela Baess aus meiner Arbeitsgruppe geleitet.

Welches Projekt steht bei Ihnen nun in Forschung und Lehre an?

In meinem Forschungssemester im Sommersemester 2017 werde ich internationale Kollegen besuchen und gemeinsame Projekte anstoßen. Es soll hierbei um eine Fortführung meiner bisherigen Forschung sowie der Forschung meiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gehen und wir wollen unsere internationalen Kooperationen weiter stärken.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
news-13409 Sat, 14 Jan 2017 14:14:00 +0100 "Oskars" für die Wissenschaft https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/oskars-fuer/ Geehrt - Irene Pieper vom Institut für deutsche Sprache und Literatur, Isabel Rink vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation, Ryan Hackländer vom Institut für Psychologie und Florian Störig, Mitarbeiter des Rechenzentrums, werden für ihre Arbeit ausgezeichnet. Außerdem geehrt wird Wolfgang Christian Schneider als erster Seniorprofessor der Universität Hildesheim. Pressespiegel regional Preise / Auszeichnungen Rechenzentrum Psychologie Deutsche Sprache Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Leichte Sprache Bildende Kunst und Kunstwissenschaft Philosophie Lehrpersonal Professoren Fachbereich 2 news-12777 Sun, 11 Dec 2016 15:46:00 +0100 Schulalltag: Aufmerksamkeit und Lernen besser steuern https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/schulalltag-aufmerksamkeit-und-lernen-besser-steuern/ Ein Team um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt" an der Universität Hildesheim, wie Kinder sich entwickeln. Die Wissenschaftlerinnen setzen ein neues Interventionsprogramm für Zweit- und Drittklässler fort. Die Universität sucht dafür interessierte Familien, die sich ab sofort melden können. Viele Grundschulkinder, das haben aktuelle wissenschaftliche Studien gezeigt, leiden gleichzeitig unter Lernstörungen (Lese-Rechtschreibprobleme oder Rechenprobleme) und unter Aufmerksamkeitsstörungen. Diese Kinder haben es in der Schule und auch bei den Hausaufgaben schwer: Eigentlich müssen sie mehr lernen und üben als andere Kinder, denen Lesen, Schreiben und Rechnen keine Probleme bereiten, aber ausgerechnet ihnen fällt es besonders schwer sich zu konzentrieren und ausreichend lange durchzuhalten. So verpassen sie immer wieder wichtige Unterrichtsinhalte und die Lücken und Schwierigkeiten werden immer größer.

In der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ des Instituts für Psychologie bietet ab Dezember 2016 zum zweiten Mal ein Projekt für Kinder mit diesen Schwierigkeiten an. Studierende haben unter der Leitung von Professorin Claudia Mähler, Kirsten Schuchardt und Julia Koenigs ein Programm ausgearbeitet, in dem versucht wird, Therapiebausteine zur Steuerung der Aufmerksamkeit und zum Lernen miteinander zu verbinden. In kleinen Gruppen von zwei bis vier Kindern sollen die Kinder üben, ihr Lernen besser zu steuern und dies in den Bereichen Deutsch und Mathematik anzuwenden. Dieses Programm ist eine Kurzintervention mit zehn Sitzungen und kann keine langfristige Lerntherapie ersetzen, sondern vielleicht ein Einstieg in Veränderungsprozesse sein. Für Eltern gehören fünf Informationsabende dazu.

Familien aus der Region Hildesheim wenden sich mit Fragen und Sorgen rund um die kindliche Entwicklung an die Universität. „Die Kinder profitieren sehr davon, hier in der Hochschulambulanz andere zu treffen, die mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben, und das gilt auch für die Eltern. Die Eltern sind sehr dankbar für konkrete Hinweise zum Umgang mit schwierigen Alltagssituationen, zum Beispiel mit den Hausaufgaben“, so Professorin Claudia Mähler über die bisherige Arbeit in dem Interventionsprojekt. Außerdem sei ein Baustein des Projekts die Verbesserung des Selbstwertgefühls der Kinder, dies sei den Eltern sehr wichtig. Die Arbeit sei ein Gewinn für alle Seiten, so Mähler, auch für die Studierenden, die in dem Projekt praktische Erfahrungen im Umgang mit der Therapie mit Kindern machen und Kenntnisse an Eltern vermitteln.

Therapieprogramm „Willi Waschbär“: Universität sucht Familien

Eltern von Kindern im 2. oder 3. Schuljahr mit Lern- und Aufmerksamkeits-schwierigkeiten sind herzlich eingeladen sich umgehend zu melden, wenn sie an einer Teilnahme am Therapieprogramm „Willi Waschbär“ interessiert sind. Eltern können das Team der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ kontaktieren und sich mit ihren Fragen an Prof. Dr. Claudia Mähler, Dr. Kirsten Schuchardt und Julia Koenigs wenden (05121-883-11012, montags bis donnerstags, 13:00 bis 14:00 Uhr).

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen KIM - Kind im Mittelpunkt Psychologie Fachbereich 1
news-12948 Thu, 08 Dec 2016 15:20:00 +0100 Wenn das Lernen schwer fällt: Uni bietet eigenes Trainingsprogramm https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/wenn-das-ler/ Das Psychologie-Institut entwickelt ein Programm, um Grundschulkindern mit Lernstörungen zu helfen und Eltern in den Trainingsprozess miteinzubeziehen. Psychologieprofessorin Claudia Mähler sucht nun weitere Schüler und Eltern als Teilnehmer. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Projekte Psychologie Forschung news-12447 Mon, 26 Sep 2016 14:00:00 +0200 Universitätsgesellschaft ehrt Forscher und Musik-Dozenten https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/universitaetsgesellschaft-ehrt-forscher-und-musik-dozenten/ Die Universitätsgesellschaft Hildesheim verleiht ihre Preise für besonderes Engagement und herausragende Leistung: Kristian Folta-Schoofs, Professor für Psychologie, und die Musik-Dozenten Jan Hellwig und Willfried Beck tragen zu einer „offenen Bildungslandschaft“ bei. „Mit den Preisen möchten wir Aufmerksamkeit schaffen für Personen aus der Universität, die mit ihren kulturellen und wissenschaftlichen Leistungen unsere Stadt bereichern“, sagt Dr. Rainer Hermeling, Vorsitzender der Universitätsgesellschaft. Professor Kristian Folta-Schoofs und die Dozenten Jan Hellwig und Willfried Beck „bauen täglich Brücken zwischen Universität und Stadt Hildesheim“. Der Preis ist mit jeweils 1000 Euro dotiert. Die Stadt Hildesheim könne „stolz sein auf ihre Uni und auf die Menschen, die hier arbeiten, lehren, forschen“, so Hermeling. „Wir möchten mit dem Preis wertschätzen und sichtbar machen, was Lehrende und Studierende für die Stadt Hildesheim leisten.“

Die Universitätsgesellschaft trägt dazu bei, dass Bürgerinnen und Bürger mit Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Gespräch kommen. Der Verein fördert Projekte und Leistungen von Studierenden und unterstützt Forschung und Lehre. So wurde in diesem Jahr zum Beispiel ein Konzert von Studierenden am Center for World Music unterstützt. Außerdem lädt die Universitätsgesellschaft zu öffentlichen Vorträgen ein – Physikprofessorin Ute Kraus hat etwa neulich über die Relativitätstheorie und ihre Arbeit in der „Raumzeitwerkstatt" gesprochen. In diesem Uni-Labor erklärt eine Arbeitsgruppe Kindern und Jugendlichen die Relativitätstheorie und visualisiert physikalische Erkenntnisse in Computersimulationen und Experimenten. „An der Universität findet faszinierende Forschung statt, wir möchten dazu beitragen, dass die Hildesheimer Öffentlichkeit mit Wissenschaftlern ins Gespräch kommt“, so Hermeling. Wer Fragen zur Universitätsgesellschaft Hildesheim hat, kann sich an Dr. Rainer Hermeling wenden.

Wer sind die diesjährigen Preisträger?

Hier erhalten Sie einen Einblick in die Arbeit von:

  • Prof. Dr. Kristian Folta-Schoofs
  • Jan Hellwig und Willfried Beck

Forschungserkenntnisse aus dem Neurolabor landen in der Stadt

Die Universitätsgesellschaft Hildesheim zeichnet Professor Kristian Folta-Schoofs für sein „besonderes Engagement und seine herausragende Leistung zur Gestaltung einer offenen Bildungsgesellschaft zwischen Universität und Öffentlichkeit“ aus.

Kristian Folta-Schoofs forscht und lehrt seit 2008 an der Universität Hildesheim, zunächst als Juniorprofessor, seit 2013 als Universitätsprofessor für Neurodidaktik. Am Institut für Psychologie hat der Wissenschaftler die Arbeitsgruppe „Neurodidaktik“ aufgebaut und beschäftigt sich in der Forschung und Lehre mit der Informationsverarbeitung des menschlichen Gehirns und mit Lernumgebungen. Mit seinem Team trägt Folta-Schoofs Forschungserkenntnisse in die Stadt und in die Öffentlichkeit. So arbeitet er seit 2015 mit dem Medizinischen Dienst der Diakonie Himmelsthür im Projekt „Training von EEG-basiertem Neurofeedback zur Verbesserung der Teilhabe von schwerstbehinderten Kindern und Jugendlichen“ zusammen.

„Wir schulen Studentinnen und Studenten in EEG-Neurofeedback-Techniken, bevor sie mit dauerbeatmeten und schwerstbehinderten Kindern im Haus Arche der Diakonie Himmelsthür diese Techniken in geeigneter Weise trainieren. Auf diese Weise können wir eine gedankenbasierte einfache Kommunikation, zum Beispiel zur Schmerzmitteilung, herstellen“, erläutert Kristian Folta-Schoofs. „Die Erfahrungen im Projekt dienen der kontinuierlichen technischen Weiterentwicklung eines EEG-basierten Neurofeedbacksystems, das an die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit schwersten Behinderungen angepasst ist.“

Bei Neurofeedback handelt es sich um eine Methode, „bei der wir neurale Ableitungen, meist Elektroenzephalografie, kurz EEG, nutzen, um etwas zu steuern“, sagt Dr. Jasmin Kizilirmak, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe „Neurodidaktik“. So könne man auf diesem Wege Personen beibringen, einen Cursor auf einem Bildschirm zu steuern oder einen Heißluftballon auf und ab fliegen zu lassen. „Wir messen Hirnströme, über die wir dem Probanden in Echtzeit Feedback geben. Wir zeigen ihnen in der Regel eine Animation auf einem Bildschirm, die mit einem bestimmten EEG-Maß gekoppelt ist und sich entsprechend bewegt. Alle Probanden entdecken in der Regel für sich selbst Methoden, wie sie dies bewerkstelligen. Viele können es nicht einmal in Worte fassen. Es handelt sich meist um einen unbewussten Lernvorgang. Mit anderen Worten: Die Probanden können dann zwar mit der Zeit bewusst den Heißluftballon steuern, aber nicht immer genau sagen, wie sie das bewerkstelligen“, sagt Jasmin Kizilirmak.

Die technische Weiterentwicklung erfolgt in Kooperation mit dem Unternehmen Meditech Electronic, das das Projekt finanziell und technisch unterstützt. Zudem arbeiten die Wissenschaftler mit einem Team des „MedAppLab“ der Medizinischen Hochschule Hannover zusammen. „Das Team aus Hannover entwickelt eine technische Lösung für das Einlesen und Auswerten unserer EEG-Daten in und durch ein Smartphone, über das dann später die Rückmeldung der Gedanken erfolgen soll“, sagt Folta-Schoofs.

„Gute Erinnerungen schaffen“ – Uraufführungen am laufenden Band, seit 20 Jahren

Sie musizieren mit Intensität, statt an der Oberfläche zu kratzen: Junge Musikerinnen und Musiker aus der Universität begeistern Hildesheimer Bürger seit 20 Jahren mit Konzerten, mitten in der Stadt. Die beiden Musikdozenten Jan Hellwig und Willfried Beck schaffen den Rahmen für dieses immerwährende Experiment. Für ihre Arbeit werden die beiden Dozenten mit dem Preis der Universitätsgesellschaft Hildesheim ausgezeichnet.

Mit dem Preis zeichnet die Universitätsgesellschaft „das besondere Engagement" der beiden Dozenten und ihre „herausragende Leistung zur Gestaltung einer offenen Bildungslandschaft zwischen Universität und Öffentlichkeit" aus.

Seit 20 Jahren organisieren Jan Hellwig und Willfried Beck vom Musik-Institut der Universität Hildesheim Konzertreihen, jeweils unterstützt von Studententeams, zum Beispiel die Reihe „Bühne frei!“ und das „Wandelkonzert“. „Wir gehen raus in die Stadt, um unser Repertoire an den verschiedenen Weltkultorten den Bürgern und Gästen der Stadt Hildesheim zu präsentieren. Es kann ja nicht sein, dass die jungen Musikerinnen und Musiker nur für die Prüfung an unserem Institut üben“, sagt Jan Hellwig.

„Wir wollen jeweils etwas Einzigartiges schaffen, jede Veranstaltung ist daher quasi eine Premiere. Es entstehen Unikate für die Stadt. Die Konzerte sind ein Weg, um Verbindungen in die Stadt zu schaffen“, ergänzt Willfried Beck. Die Spielorte sind besonders, zum Beispiel die Konzerte im Weltkulturerbe Dom und Michaelis sowie im Roemer- und Pelizaeus-Museum – die Institutionen unterstützen das Uni-Langzeitprojekt mit Offenheit und Vertrauen in die Ideen der jungen Musiker. „Man kann Ort und Zeit vergessen, wenn man den Klängen der Vortragenden lauscht. Im Museum haben wir unter Absprache einen großen Freiraum, und Support vom Wachmann bis zur Direktorin, das ist genial. Wir dürfen den Flügel vor Ort nutzen, uns mit Aktionen in den verschiedenen Museumsbereichen bewegen“, berichtet Hellwig. Die Musikerinnen und Musiker reisen auch zu Konzerten nach Alfeld, nach Gronau, nach Sarstedt. Musik kann auch dort sein, „wo man sie nicht vermutet, wir haben auch in Filialen der Sparkassen gespielt, dann kommt jemand herein und möchte eigentlich nur Geld abheben und stolpert über unsere Klänge“, erinnert sich Beck.

Hellwig ist seit 1989, Beck seit 1984 an der Universität, „jetzt im 64. Semester“, lacht Willfried Beck. „Musik bedeutet, etwas zusammen zu schaffen. Sowohl mit Studierenden als auch mit den Kollegen erlebe ich eine sehr haltbare Zusammenarbeit. Von den Studierenden kommt das Frische, von uns Dozenten kommt das Konstante“, sagt der Instrumentallehrer für Saxophon.

Warum die Musikdozenten seit Jahrzehnten solche Konzertreihen mit Studierenden organisieren? Willfried Beck beschreibt das Anliegen so: „Die Konzerte sind eine Form, um die Leistung der Studierenden sichtbar zu machen und das Glück der Musik zu teilen. Und für die Studierenden selbst ist ein Konzert ein Weg, um sich zu prüfen. Das setzt voraus, dass man sich auch wirklich einbringt.“

Die Studentinnen und Studenten zeigen, welches Spektrum mit einzelnen Instrumenten möglich sei. Wer Konzerte organisiert, der könne „immer wieder Pionier sein, muss aber auch die Baustellen erkennen“, sagt Jan Hellwig. „Ich finde es cool, wenn man sich immer wieder neuen Herausforderungen stellt. Die Studentinnen und Studenten begeistern mich einfach.“ Und so entstehen in jedem Semester Uraufführungen. Mit ihren Seminaren möchten die beiden Dozenten „gute Erinnerungen schaffen“, sowohl für die Zuhörer, als auch für die beteiligten Musiker. Hellwig erinnert sich an ein Experiment in einer alten Scheune in Bodenburg (bekannt als „Bullenstall“, heute als Kunstgebäude im Schlosshof Bodenburg), drei Tage habe man dort gewohnt, geprobt, Stücke von Pink Floyd aufgeführt. Musik, sagt Hellwig, könne Aufbruchstimmung erzeugen. „Man kann Emotion zeigen, dabei kann man auch mal Scheitern, aber man kann auch besondere Momente zu schaffen. In dem Moment, wo etwas entsteht, wird es verletzbar. Manchmal entstehen Momente, die verzaubern. Und dann wieder muss man die Entzauberung, das Scheitern aushalten; hinterfragen, was man mit Leidenschaft tut. Jede Musik, auch Unterhaltung, braucht einen ernsthaften Künstler, eine ernsthafte Auseinandersetzung.“

Jedes Semester sei vollkommen neu, sagt Jan Hellwig. „Die Konstellation der Studentinnen und Studenten ist entscheidend. Wir machen kein Malen-nach-Zahlen. Die Ideen, die man hat sind der Motor. Das Ausprobierenkönnen ist wichtig. Und trotzdem wissen wir mit jedem Semesterbeginn: Das, was wir tun, bringen wir in die Realität, in die Gesellschaft. Wir wollen die Leidenschaft, die in der Musik entsteht, transportieren. Wir möchten auch Grenzen verschieben, im positiven Sinne: Ich werde zum Beispiel keine Obertöne wahrnehmen und damit spielen, wenn ich nicht mit Ihnen experimentiert habe.  Ich brauche jemanden, der mich auf verrückte Art verzaubern kann, neugierig machen kann. Computer sind dazu nicht geeignet, sie machen alles richtig. Das Exakte ist Musik ja gerade nicht. Musiker ziehen und verlängern auch mal Tonhöhen und Tonlängen. – Ein Verbiegen der Zeit für zum Beispiel Harmonien und Melodieverlauf.“

Hellwig unterstreicht die Bedeutung von Musiklehrerinnen und Musiklehrern, er selbst hatte einen tollen Klavierlehrer, „er hat die Autonomie in Gang gebracht, die man als Musiker und auch als Mensch haben sollte“. Nach Stationen in Hannover, Triest, Stuttgart und Jerusalem unterrichtet Hellwig seit 1989 an der Uni in Hildesheim. Die Stärke der Ausbildung in Hildesheim sei die Kombination aus Theorie und praktischem Tun. „Man kann dem Charakter der jungen Menschen folgen und sie bestärken. Es gibt auch Institutionen, die Talente kaputt machen.“ Studierende aus den Musikwissenschaften haben extra Ensembles gegründet, entdecken in solchen Konzertprojekten neue Konstellationen und die Stärken der anderen Kommilitonen. Eine Absolventin arbeitet im Jugendsymphonie-Orchester, eine leitet ein Künstlerbüro, ein anderer hat ein professionelles Jazz-Quintett gegründet.

Musik, sagt Hellwig, sei „das Momentane, das entsteht und dann wieder vergeht“, ein Beziehungsgeflecht zwischen Zeit, Raum und Klang. Mitten in Hildesheim. Seit über 20 Jahren. Man muss die Klänge nur hören, aufsuchen, wahrnehmen.

Tipp: Wer erfahren möchte, wann die nächsten Konzerte stattfinden, kann eine E-Mail schreiben an: info@buehnefrei.net.

Preisverleihung im Center for World Music

Die öffentliche Preisverleihung findet am Mittwoch, 28. September 2016, im Center for World Music der Universität Hildesheim statt. Die Musikerin und Hildesheimer Musikstudentin Min Chen begleitet die Feierstunde musikalisch. Interessierte Lehrende und Studierende sowie Bürger aus der Stadt sind herzlich eingeladen.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Personal Bürgergesellschaft Center for World Music Personalportal
news-12358 Mon, 05 Sep 2016 12:05:00 +0200 Grundschule: Aufmerksamkeit und Lernen besser steuern https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/grundschule-aufmerksamkeit-und-lernen-besser-steuern/ Ein Team um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt" an der Universität Hildesheim, wie Kinder sich entwickeln. Im September 2016 beginnen die Wissenschaftlerinnen ein neues Interventionsprogramm für Zweit- und Drittklässler. Die Universität Hildesheim sucht dafür interessierte Familien, die sich ab sofort melden können. Viele Grundschulkinder, das haben aktuelle wissenschaftliche Studien gezeigt, leiden gleichzeitig unter Lernstörungen (Lese-Rechtschreibprobleme oder Rechenprobleme) und unter Aufmerksamkeitsstörungen. Diese Kinder haben es in der Schule und auch bei den Hausaufgaben schwer: Eigentlich müssen sie mehr lernen und üben als andere Kinder, denen Lesen, Schreiben und Rechnen keine Probleme bereiten, aber ausgerechnet ihnen fällt es besonders schwer sich zu konzentrieren und ausreichend lange durchzuhalten. So verpassen sie immer wieder wichtige Unterrichtsinhalte und die Lücken und Schwierigkeiten werden immer größer.

Die Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ des Instituts für Psychologie der Universität Hildesheim bietet im Herbst (ab September 2016) zum zweiten Mal ein Projekt für Kinder mit diesen Schwierigkeiten an. Studierende haben unter der Leitung von Professorin Claudia Mähler, Kirsten Schuchardt und Julia Koenigs ein Programm ausgearbeitet, in dem versucht wird, Therapiebausteine zur Steuerung der Aufmerksamkeit und zum Lernen miteinander zu verbinden. In kleinen Gruppen von zwei bis vier Kindern sollen die Kinder üben, ihr Lernen besser zu steuern und dies in den Bereichen Deutsch und Mathematik anzuwenden. Dieses Programm ist eine Kurzintervention mit zehn Sitzungen und kann keine langfristige Lerntherapie ersetzen, sondern vielleicht ein Einstieg in Veränderungsprozesse sein. Für Eltern gehören fünf Informationsabende dazu.

Mit welchen Fragen und Sorgen wenden sich die Familien an die Universität? „Die Kinder profitieren sehr davon, andere zu treffen, die mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben, und das gilt auch für die Eltern. Die Eltern sind sehr dankbar für konkrete Hinweise zum Umgang mit schwierigen Alltagssituationen, zum Beispiel mit den Hausaufgaben“ , so Professorin Claudia Mähler über die bisherige Arbeit in dem Interventionsprojekt. Außerdem sei ein Baustein des Projekts die Verbesserung des Selbstwertgefühls der Kinder, dies sei den Eltern sehr wichtig. Die Arbeit sei ein Gewinn für alle Seiten, so Mähler, auch für die Studierenden, die in dem Projekt praktische Erfahrungen im Umgang mit der Therapie mit Kindern machen und Kenntnisse an Eltern vermitteln.

Universität sucht Familien

Eltern von Kindern im 2. oder 3. Schuljahr mit Lern- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten sind herzlich eingeladen sich umgehend zu melden, wenn sie an einer Teilnahme am Therapieprogramm „Willi Waschbär“ interessiert sind. Eltern können das Team der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ kontaktieren und sich mit ihren Fragen an Prof. Dr. Claudia Mähler, Dr. Kirsten Schuchardt und Julia Koenigs wenden (Telefon 05121.883-11012, montags bis donnerstags, 13:00 bis 14:00 Uhr, oder per e-mail an kim@uni-hildesheim.de).

Entwicklungsunterschiede besser verstehen: Eine Stadt unter der Lupe – Wie Kinder sich entwickeln

Erfahren Sie mehr über die Forschung am Institut für Psychologie. In einer Langzeitstudie hat ein Team um Professorin Claudia Mähler sieben Jahre lang erfasst, wie Kinder sich entwickeln – von der Kita über die Grundschulzeit bis in die weiterführende Schule. Ohne Familien und ihre Offenheit für Forschung käme die Wissenschaft nicht weiter, sagt die Professorin. Einblicke in das „Koko“-Forschungsprojekt an der Universität Hildesheim. [zum Artikel]

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen KIM - Kind im Mittelpunkt Psychologie Fachbereich 1 BSc PäPsy MSc Psy
news-12219 Fri, 27 May 2016 17:34:00 +0200 Ärger um Ausbrecher: Jetzt soll die Uni helfen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/aerger-um-aus/ Das Wissenschaftsministerium, das Niedersächsische Justizministerium und die Stiftung Universität Hildesheim beschäftigen sich schon seit einigen Jahren mit der Option, einen neuen Teilstudiengang an der Universität einzuführen. Mithilfe diese Studiengangs "Forensische Psychologie" sollen dann neue Gutachter für den Maßregelvollzug ausgebildet werden, die dem Land bislang fehlen. Die Studierenden würden sich dann beispielsweise mit der Begutachtung der Schuldfähigkeit, verschiedenen Therapie-Möglichkeiten und Auswirkungen von Strafen beschäftigen. Pressespiegel regional Universität Hildesheim Fachbereich 1 Psychologie Präsidium BSc PäPsy MSc Psy Studieninteressierte Weiterbildungsstudiengänge news-12172 Fri, 20 May 2016 15:21:00 +0200 Was macht das Hirn beim Lernen? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/was-macht-da/ Jasmin Kizilirmak ist Forscherin an der Universität und untersucht unter anderem, was im Gehirn passiert, wenn wir lernen. Zudem gibt die Expertin Tipps, wie wir zum Beispiel besser auswendig lernen können. Pressespiegel regional Psychologie Forschung BSc PäPsy MSc Psy news-11572 Thu, 31 Mar 2016 13:40:00 +0200 Beratung im Schulalltag: Was tun bei Gewalt, Konflikten und Mobbing? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/beratung-im-schulalltag-was-tun-bei-gewalt-konflikten-und-mobbing/ Im April tagen über 400 Beratungslehrkräfte an der Universität Hildesheim: Was tun bei Gewalt, Fernbleiben von der Schule, Lernschwierigkeiten oder Mobbing? Schulen sollten ein effektives Beratungs- und Unterstützungssystem aufbauen, sagt Professor Norbert Grewe anlässlich des niedersächsischen Beratungslehrerkongresses 2016. „Angesichts der aktuellen Herausforderungen für die Schulen – Inklusion, traumatisierte Flüchtlingskinder, Medienkonsum und Gewalt –, gewinnt ein effektives Beratungs- und Unterstützungssystem immer mehr an Bedeutung", sagt Norbert Grewe, Professor für Psychologie an der Universität Hildesheim, anlässlich des diesjährigen Beratungslehrerkongresses in Niedersachsen.

Die Universität Hildesheim leitet seit 1978 die Weiterbildung und wissenschaftliche Begleitung von Beratungslehrkräften in Niedersachsen. Diese Lehrerinnen und Lehrer erhalten nach ihrer zweijährigen Weiterbildung drei Verfügungsstunden für die Beratung von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften. Die häufigsten Beratungsanlässe sind Lern- und Verhaltensschwierigkeiten, Konzentrationsprobleme, Mobbing, Unterrichtsstörungen, Gewalt und das Fernbleiben von der Schule. Angesichts der hohen Qualifikation der Beratungslehrkräfte und der großen Akzeptanz in den Schulen sei es bedauerlich, dass nur etwa jede zweite Schule über diese Funktion verfügt und die Beratungsstunden 2003 von fünf auf drei gekürzt wurden. Professor Norbert Grewe appelliert an die Landesregierung diese Lücke im Beratungssystem mittelfristig zu schließen.

Der aktuelle Ausbau der Schulsozialarbeit sei zwar zu begrüßen, so Grewe, aber auch Kinder, die nach einer Flucht im deutschen Schulsystem ankommen, werden in Zukunft mit Schulproblemen konfrontiert werden, bei denen Beratungslehrkräfte die richtigen Ansprechpartner sind. „Wie in anderen Ländern, Finnland, Großbritannien, Niederlande, sollten multiprofessionelle Beratungsteams an jeder Schule eingesetzt werden und nicht mal diese Berufsgruppe und dann wieder eine andere", sagt der Psychologe.

Am Mittwoch, 6. April 2016, kommen etwa 400 Beratungslehrkräfte und 50 Referenten auf dem Niedersächsischen Beratungslehrerkongress 2016 an der Universität in Hildesheim zusammen. Die Teilnehmer bilden sich fort und informieren sich über den aktuellen Stand der Wissenschaft.

Ein Thema auf dem Kongress: Wie kann ein gutes Klassenklima entstehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Professor Norbert Grewe seit 25 Jahren. Schule ist ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche lernen können, wie sie mit anderen umgehen und wie sie Konflikte gewaltfrei lösen können.

„Das Klassenklima ist ein Risikofaktor und eine Ressource schulischen Lernens“, sagt Norbert Grewe. „Bisher ging man davon aus: Das Klassenklima ist wie das Wetter – man kann nichts dagegen tun, man hat eine schwierige Klasse und muss sich eben warm anziehen oder man hat Glück gehabt“, so Grewe. Dabei gebe es eine Menge an Stellschrauben, um ein „prima Klima“ in der Klasse zu fördern. Seit 22 Jahren bieten Psychologen der Universität Hildesheim und Schulpsychologinnen und Schulpsychologen dazu eine Fortbildung. Bisher haben etwa 700 niedersächsische Lehrerinnen und Lehrer aus allen Schulformen die eineinhalbjährige Fortbildung absolviert. Im Februar 2016 ist der neue Jahrgang mit 50 Lehrkräften gestartet.

„Auf den Anfang kommt es an“, sagt Norbert Grewe. Alle großen Gruppen tendieren dazu, schnell Cliquen zu bilden, das „Recht des Stärkeren setzt sich auf dem Schulhof durch“. „Ein Kind auszugrenzen, schweißt die anderen in der Gruppe zusammen.“

Können Lehrer und Mitschüler diese Entwicklung beeinflussen? „Es gibt gute Beispiele, etwa die Einführung eines Klassenrates, der von Neuntklässlern moderiert wird, oder Patenschaften zwischen Schülerinnen und Schülern. Dabei lernen sie, die Schwierigkeiten, aber auch die guten Seiten des anderen zu sehen und auf den anderen einzugehen“, sagt Grewe, der Beispiele aus ganz Niedersachsen in einer Publikation zusammengetragen hat.

„Für Lehrerinnen und Lehrer sind Klassenfahrten und gemeinsame Aktivitäten im Schulalltag mindestens genauso relevant wie für die Kids. Die Burnout-Forschung unter Lehrkräften zeigt, dass das Verhältnis zu den Schülerinnen und Schülern der stärkste Faktor für Erschöpfungs-Gefühle, aber auch zur Gesundung, ist. Lehrerinnen und Lehrer mit Klassen, die ein prima Klima haben, werden seltener krank als jene, die in sogenannten schwierigen Klassen unterrichten.“

Kongress 2016: Beratungslehrer in Niedersachsen

Am Mittwoch, 6. April 2016, kommen etwa 400 Beratungslehrkräfte auf dem Niedersächsischen Beratungslehrerkongress 2016 an der Universität Hildesheim zusammen. Die Teilnehmer bilden sich fort und informieren sich über den aktuellen Stand der Wissenschaft.

Einige Beispiele aus dem Programm: Professor Thomas Bliesener, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN), spricht über Gewalterfahrungen und Gewaltverhalten von Jugendlichen im Web. Jugendliche nutzen moderne Medien und erleben sie als unverzichtbar. Sie werden aber auch mit Fragen und Inhalten konfrontiert, die sie leicht überfordern können, so Bliesener. Die Oberärztin der Hildesheimer Kinder- und Jugendpsychiatrie, Dr. Kathrin Brunhorn, stellt die Zusammenarbeit zwischen Schule und psychiatrischen Einrichtungen vor. Der Schulpsychologe Lutz Kruse von der Niedersächsischen Landesschulbehörde spricht über Gruppenentwicklungen in der Schulklasse.

Der Hildesheimer Psychologieprofessor Werner Greve gibt Einblick in eine Studie, in der derzeit in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt die Einstellungen von Lehrerinnen und Lehrern zur Inklusion untersucht werden. Professorin Claudia Mähler hält einen Vortrag zum Thema „Ich kann’s nicht und ich will nicht mehr“. Sie untersucht an der Hildesheimer Uni psychische Auffälligkeiten bei Kindern mit Lernstörungen. Mehrere Vorträge beschäftigen sich mit den Themen „Traumatisierung von Kindern mit Flüchtlingserfahrungen“ und „Förderung von Flüchtlingskindern im Unterricht“.

Ein weiteres Schwerpunktthema ist die Medienabhängigkeit und Spielsucht von Kindern und Jugendlichen. Der Beratungslehrerkongress 2016 findet auf dem Uni-Hauptcampus statt (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim). 

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung
news-11338 Tue, 09 Feb 2016 17:06:00 +0100 Weniger Stress durch starkes Gruppengefühl https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/weniger-stress-durch-starkes-gruppengefuehl/ Sozialpsychologen der Universität Hildesheim haben untersucht, wie sich das Gefühl von Gruppenzugehörigkeit auf das Stresserleben einer Person auswirkt. Ein Ergebnis der Studie: Je mehr sich Menschen mit ihrer Gruppe identifizieren, umso weniger Stress erleben sie und umso weniger Stresshormone produziert ihr Körper. Die Arbeitsgruppe hat 85 junge Menschen, die sich für ein Sportstudium bewarben, durch den Tag begleitet und deren Stressniveau und Gruppenzugehörigkeitsgefühl dokumentiert. Sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen, eine gemeinsame „soziale Identität“ zu haben, hilft, besser mit Belastungen fertig zu werden. In früheren Studien wurden die Personen miteinander verglichen, die sich mehr oder weniger stark mit einer Gruppe identifizierten. Andreas Mojzisch, Professor für Sozialpsychologie an der Universität Hildesheim, hat gemeinsam mit Charlene Ketturat, Johanna Frisch und Jan Häusser diesen Ansatz erweitert. Die Forscher wollten zusätzlich wissen, wie sich Veränderungen des Identifikationsgefühls über die Zeit innerhalb einer Person auf das Stresserleben auswirken. Dabei kooperierten sie mit den Sportwissenschaftlern Professor Peter Frei und Peter Flemming.

Studie mit 85 angehenden Sportstudenten

In einer realen Belastungssituation untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 85 junge Erwachsene, die an einem eintägigen Aufnahmetest für das Sportstudium an der Universität Hildesheim teilnahmen.

Zu Beginn wurden die Bewerberinnen und Bewerber von den Mitarbeitern des Instituts für Sportwissenschaften zufällig in Gruppen zu je etwa zehn Personen eingeteilt. In diesen Gruppen absolvierten sie über den Tag hinweg sechs verschiedene Sporttests – Schwimmen, Turnen, Basketball, Badminton, Kugelstoßen, 3-km-Lauf. Nach der Gruppeneinteilung sowie jeweils vor vier der sechs Disziplinen wurden die Bewerberinnen und Bewerber per Fragebogen zu ihrem subjektiven Stressempfinden und zu ihrer Identifikation mit der Gruppe befragt.

So sollten die Studierenden zum Beispiel bewerten, inwieweit diese Aussagen über ihren momentanen Gefühlszustand zutreffen: „Ich sehe mich als Mitglied dieser Gruppe“, „Ich bin zufrieden, ein Mitglied dieser Gruppe zu sein“ oder „Ich fühle eine starke Bindung zu den anderen Gruppenmitgliedern“.

Nach vier der sechs Sporttests wurde zusätzlich mittels Speichelproben die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol untersucht. Außerdem sollten die Probanden am Ende des Tages angeben, wie stark sie sich von ihren Gruppenmitgliedern emotional und praktisch unterstützt fühlten."

Weniger Stress durch soziale Identifikation

Es zeigte sich: Je mehr sich die Bewerberinnen und Bewerber mit ihrer Gruppe identifizierten, umso weniger gestresst waren sie. Sie fühlten sich subjektiv weniger belastet und setzten während der Belastungssituationen bei den Sporttests weniger Cortisol frei. Wenn im Tagesverlauf die Identifikation mit der Gruppe anstieg, verringerten sich dementsprechend das Stresserleben und der Cortisol-Level.

Bemerkenswert ist, dass sich diese Effekte finden, obwohl die Gruppen ja erst am Morgen des Bewerbungstest-Tages gebildet wurden. Die Autoren schlussfolgern, dass Gruppen nicht unbedingt auf eine lange gemeinsame Geschichte und geteilte Erfahrungen zurückblicken müssen, um von ihrer Verbundenheit zu profitieren.

„Das Ausmaß, in dem wir uns mit Gruppen identifizieren, sei es am Arbeitsplatz oder in der Freizeit, ist ein Schlüssel für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit“, sagt Andreas Mojzisch. „Gezielte Interventionen bei der Arbeit in Teams oder bei Kindern in Schulklassen können helfen, die Gruppenzugehörigkeit zu stärken und dadurch Stress zu verringern.“

Die Mitglieder des Instituts für Psychologie setzen diese Idee bereits seit längerem in der Praxis um: Sie treffen sich einmal im Monat zu einer Institutsbesprechung und singen gemeinsam ein Geburtstagslied für die Geburtstagskinder des jeweiligen Monats. Ein Ritual, um den Zusammenhalt in der Gruppe zu stärken.

Die Originalstudie finden Sie hier:

Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift „Personality and Social Psychology Bulletin“ veröffentlicht: Ketturat, C., Frisch, J. U., Ullrich, J., Häusser, J. A., van Dick, R., & Mojzisch, A. (2016). Disaggregating within- and between-person effects of social identification on subjective and endocrinological stress reactions in a real-life stress situation. Personality and Social Psychology Bulletin, 42, 147–160.

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

Über aktuelle Forschung informiert auch die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (Pressestelle der DGPs).

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1 Sportwissenschaft
news-11121 Tue, 19 Jan 2016 19:50:00 +0100 Eine Stadt unter der Lupe: Wie Kinder sich entwickeln https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/eine-stadt-unter-der-lupe-wie-kinder-sich-entwickeln/ Entwicklungsunterschiede besser verstehen: In einer Langzeitstudie hat ein Team um Professorin Claudia Mähler sieben Jahre lang erfasst, wie Kinder sich entwickeln – von der Kita über die Grundschulzeit bis in die weiterführende Schule. Ohne Familien und ihre Offenheit für Forschung käme die Wissenschaft nicht weiter, sagt die Professorin. Einblicke in das „Koko“-Forschungsprojekt an der Universität Hildesheim. Wissenschaft ist ein kleines Stofftier, ein Affe – so könnte man das kurz zusammenfassen. Emma ist jetzt elf Jahre. Sie ist mit der Forschung aufgewachsen. Beim Start eines groß angelegten Forschungsprojektes von Psychologinnen der Universität Hildesheim ging Emma noch in den Kindergarten, mittlerweile besucht sie die 6. Klasse. Und sie ist ziemlich stolz, bei der Forschung mitzuhelfen, sagt Emma, während sie „Koko“ in den Arm drückt. „Koko“, das ist ein kleiner Affe aus Stoff, der „eigentlich immer dabei war“, sagt Emmas Mutter Kerstin Taubitz. „Auf Briefköpfen, während der Untersuchung saß das Plüschtier am Tisch.“

Emma und ihre Mutter haben die Uni-Arbeitsgruppe um Professorin Claudia Mähler besonders unterstützt. Sie gehören zu den Familien aus der Region, die über sieben Jahre Einblicke in die kindliche Entwicklung gegeben haben. Die Familien signalisieren durch ihre Teilnahme an der Studie Offenheit für und Interesse an Wissenschaft. „Das ist sehr wichtig, in den Kindergärten war die Bereitschaft noch größer, da die Jungen und Mädchen in der Kindergartenzeit untersucht wurden. Die wirklich engagierten Eltern sind dann auch noch bei der Stange geblieben, als die Kinder in die Schule kamen und die Diagnostik zu Hause durchgeführt wurde. Leider sind manche abgesprungen, aber viele Familien waren weiterhin dabei, das ist großartig“, sagt Claudia Mähler. „Wir machen mit, seit sieben Jahren, sonst geht die Forschung nicht weiter“, begründet Kerstin Taubitz die langfristige Teilnahme an der Studie.

Vor sieben Jahre hat die Hildesheimer Professorin Claudia Mähler gemeinsam mit Professor Dietmar Grube aus Oldenburg das Forschungsprojekt „KOKO“ gestartet, in dem ein Team aus Psychologinnen und Studierenden die „differentielle Entwicklung von Kindern“ vor allem im kognitiven Bereich seit ihrem dritten Lebensjahr untersucht (mehr zum Projekt: siehe Infokasten unten). Über einen Zeitraum von sieben Jahren wurde die Entwicklung von insgesamt 200  Kindern im Raum Hildesheim untersucht. Erst gingen sie in den Kindergarten, dann haben die Wissenschaftlerinnen den Übergang in die Schule und die Grundschulzeit begleitet bis die Kinder nun in weiterführenden Schulen angekommen sind.

Der Psychologiestudent Torsten Erhard gehört seit drei Jahren zum Team. Er führt Testungen bei Familien zu Hause durch, in ihrer vertrauten Umgebung – sie tragen Namen wie „Arbeitsgedächtnistestbatterie“. Etwa eine Stunde dauert die AGTB, Quadrate und Punkte leuchten auf einem Bildschirm auf, das Kind muss sich den Weg merken. Die Testverfahren sind adaptiv, passen sich an, um das Kind nicht zu über- oder zu unterfordern. Nach den Testungen wertet Torsten Erhardt die Tests aus, schreibt Elternbriefe. „Es gibt keine typische Woche“, sagt der Student. Der Kontakt zur Forschung hat bei ihm mit einem Praktikum in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ begonnen. „Es ist eine wichtige Erfahrung und spannend, an einer Längsschnittstudie mitzuwirken und die Entwicklung abzubilden.“

Jeanette Piekny ist seit Beginn des „Koko“-Projekts dabei. „Uns hat vor allem interessiert, welche frühkindlichen kognitiven Fähigkeiten es genau sind, die am Ende einen Einfluss darauf haben, ob ein Kind in der Schule gut zurechtkommt und eine gute Schulleistung zeigt“, sagt die Psychologin. Welche Fähigkeiten sollte man in welcher Weise und vor allem zu welchem Zeitpunkt fördern? „Manche Fähigkeiten erfahren in bestimmten Altersstufen einen besonderen Entwicklungssprung“, sagt Piekny. So ist zum Beispiel für die Entwicklung der phonologischen Bewusstheit das sechste Lebensjahr eine besonders sensible Phase.

Sollte man ein Kleinkind in den mathematischen Vorläuferfertigkeiten jeden Tag fördern – zum Beispiel gemeinsam Mengen vergleichen? Oder bringt das erst etwas, wenn man das Rechnen täglich in der Schule anwendet? Nach sieben Jahren hat die Hildesheimer Arbeitsgruppe herausgefunden: „Schon die frühe Beschäftigung mit Zahlen ist für sehr lange Zeit entscheidend für die Rechenfähigkeiten im Grundschulalter. Solche Hypothesen prüfen wir – wir hätten ja genauso gut als ein Ergebnis herausfinden können: Es macht überhaupt keinen Unterschied, ob man das mit vier Jahren kann oder nicht“, so Piekny.

„Unsere Daten zeigen: Die Unterschiede, die zwischen den Kindern in diesen Kompetenzen bestehen, sind bereits im Alter von vier Jahren sehr groß. Es ist nicht so, dass Vierjährige alle nichts können, was vielleicht manche Leute denken“, so Piekny. Der eine kann erkennen, was mehr oder weniger ist. Manche Kinder können schon Ziffern erkennen, Mengen abzählen, Mengen zusammenzählen – andere können das weniger gut. „Interessant ist, dass diese Unterschiede vergleichsweise stabil bleiben und sich in die Grundschulzeit hineinziehen“, sagt Jeanette Piekny. Es sei nicht so, dass die Mehrheit der Kinder alles aufholt und dann mit sechs Jahren auf dem gleichen Stand eingeschult wird.

Auch im phonologischen Bereich, der die Lese- und Rechtschreibfähigkeiten entscheidend beeinflusst, haben die Wissenschaftlerinnen der Universität Hildesheim früh Unterschiede gefunden, die über längere Zeit erhalten bleiben und spätere Unterschiede erklären. „Auch hier ist die Kindergartenzeit ein sehr entscheidender Zeitraum“, sagt die Psychologin Jeanette Piekny. „Die Zeit zwischen drei und sechs Jahren ist für die späteren Schulleistungen immens bedeutsam. Dieser Altersbereich wurde über lange Zeit unterschätzt, man hat erst der schulischen Bildung eine Bedeutsamkeit zugemessen. Das erfordert ein riesiges Umdenken in Politik und Bildungseinrichtungen.“ Die Startchancen in der ersten Klasse sind sehr unterschiedlich, so Piekny. Es sei „bedeutsam, was Erzieherinnen den Tag über mit Kindern tun“. „Wir untersuchen die Unterschiede nicht, um den Finger auf ein Kind zu zeigen und die Defizite zu erklären. Sondern wir verfolgen einen konstruktiven Ansatz: Was kann man besser machen?“, ergänzt die Wissenschaftlerin Kirsten Schuchardt.

Ergebnisse aus der Forschung wieder zurückzuspielen in die Praxis sei „eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt“, sagt Claudia Mähler. Mit der Grundlagenforschung hat das Hildesheimer Team das Ziel „die Entwicklungsunterschiede zwischen Kindern besser zu verstehen“. „Wenn Kinder tatsächlich auf der Strecke bleiben oder ein Risiko in der Entwicklung besteht, ist es wichtig, zu intervenieren. Und das können nur diejenigen machen, die die Kinder am meisten sehen. Das sind die Eltern, denen wir regelmäßig Rückmeldungen geben, und das sind die Erzieherinnen“, sagt die Professorin. Deshalb gehen die Wissenschaftlerinnen in Kitas und bieten Fortbildungstage für Erzieherinnen und Erzieher an. „Das ist der Sinn der Sache: Das was wir verstehen vom Gedeihen der Kinder, davon sollen die Erzieherinnen auch profitieren“, beschreibt Mähler die Verbindung von Forschung und Praxis. So besuchen die Fachkräfte Fortbildungstage zu verschiedenen Entwicklungsbereichen wie numerische Kompetenzen oder Sprache und Gedächtnis. „Wir bemühen uns, die Forschungsergebnisse nicht nur auf Fachtagungen zu publizieren, sondern in die Kindergärten zu transferieren. Wenn wir bei einem Kind besondere Sorge hatten, haben wir dies zurückgemeldet. Der Transfer ist genauso wichtig wie die Forschung“, ergänzt Jeanette Piekny, die ihre Dissertation über das wissenschaftliche Denken von Kindern verfasst hat.

Die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen werten die vielen Daten, die sie in dem „Koko“-Projekt gesammelt haben, derzeit aus. „Wir haben uns bisher auf die frühe Kindheit konzentriert. Wir möchten nun erfassen, wie die Entwicklung im Schulalter verläuft, das müssen wir jetzt unbedingt betrachten“, sagt Mähler. „Da werden wir eine ganze Menge zu tun haben.“ Ergänzend zu den kognitiven Kompetenzen konnte ihr Team in den letzten zwei Jahren auch die sozial-emotionalen Kompetenzen, die Anpassungsfähigkeiten und Bewältigungskompetenzen untersuchen und somit den Fokus der Forschung erweitern.

Kurz zusammengefasst: Forschungsprojekt „Koko“

7 Jahre hat ein Team aus Hildesheim/Oldenburg die Entwicklung von Kindern untersucht. Foto: Lange/Uni Hildesh.

Psychologinnen der Universität Hildesheim haben 200 Kinder über sieben Jahre zunächst in Hildesheimer Kindergärten untersucht und die unterschiedlichen Entwicklungsverläufe bis in das vierte Schuljahr dokumentiert. Die Studie KOKO („Differentielle Entwicklungsverläufe Kognitiver Kompetenzen") zeigt, dass die „schulischen Vorläuferfertigkeiten“ eine wichtige Rolle spielen bei der Vorhersage von Schulleistungen. Dazu gehören die phonologische Bewusstheit und numerische Kompetenzen: Kann ein Kind hören, dass im Wort „Auto“ kein „i“ enthalten ist, erkennt es Laute und Reime, entwickelt es ein Verständnis für Mengen und Zahlen, etwa für „mehr“ oder „weniger“. Kann das Kind Würfelaugen lesen und einfache Rechenaufgaben machen, wie: Wenn wir vier Menschen in der Familie sind, wie viele Teller und wie viel Besteck muss ich auf einen Tisch legen? Auch die Funktionstüchtigkeit des Arbeitsgedächtnisses (oder Kurzzeitgedächtnisses) spielt eine wichtige Rolle.

„Wir können die Schulleistungen ein Stück weit vorhersagen, nicht vollständig. Die numerischen Vorläuferkompetenzen tragen maßgeblich zu den Mathematikleistungen in der Grundschule bei“, berichtet Claudia Mähler. Die Fähigkeiten kann man früh erkennen und schon im Vorschulalter fördern. Einige Kindergärten trainieren die phonologische Bewusstheit („Hören, Lauschen, Lernen“) im letzten Kindergartenjahr. „Es schadet keinem Kind. In Mathematik sind die Förderungen in Kitas nicht verbreitet“, so Mähler. Ihr Team leistet derzeit Aufklärungsarbeit: sie spiegeln Ergebnisse wieder. Die Doktorandin Christina Jörns hat zehn Spiele entwickelt und evaluiert, um mathematische Vorläuferkompetenzen zu trainieren. „Schon allein die Spiele sechs Wochen im Angebot zu haben, hilft.“

Zum Forschungsteam aus Hildesheim und Oldenburg gehören (Gruppenbild von links nach rechts): Prof. Dr. Claudia Mähler, Dr. Kirsten Schuchardt, Dr. Jeanette Piekny, Nora Lessing (M.Sc.-Psych.), Merle Skowronek (B.Sc.-Psych.) und Prof. Dr. Dietmar Grube.

Kontakt für Familien und Schulen:

Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer können in der Forschungsambulanz „Kind im Mittelpunkt“ Rat suchen. Es gibt tägliche Telefonsprechstunden (montags bis donnerstags, 13 bis 14 Uhr, 05121-883-11012), in denen individuelle Termine abgestimmt werden können.

Mehr erfahren:

„Wie entwickelt sich mein Kind?", Reportage und Interview über Diagnostik im Kindesalter und die Arbeit in der Hochschulambulanz Kind im Mittelpunkt, Uni-Journal (Frühjahr 2016) [PDF]

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie KIM - Kind im Mittelpunkt
news-11376 Tue, 12 Jan 2016 14:19:00 +0100 Frühe Förderung hilft Kindern auf die Sprünge – Hildesheimer Uni-Studie begleitet sieben Jahre lang die Entwicklung vom Kindergarten zur Grundschule https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/fruehe-foerder/ Entwicklungsunterschiede besser verstehen: In einer Langzeitstudie hat ein Team um Professorin Claudia Mähler sieben Jahre lang erfasst, wie Kinder sich entwickeln – von der Kita über die Grundschulzeit bis in die weiterführende Schule. Ohne Familien und ihre Offenheit für Forschung käme die Wissenschaft nicht weiter, sagt die Professorin und gibt Einblicke in das „Koko“-Forschungsprojekt an der Universität Hildesheim. Pressespiegel regional Psychologie KIM - Kind im Mittelpunkt news-11092 Thu, 07 Jan 2016 08:00:00 +0100 Studie: Einstellungen von Lehrern, Eltern und Kindern zu Inklusion https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/studie-einstellungen-von-lehrern-eltern-und-kindern-zu-inklusion/ Welche Einstellungen haben Lehrerinnen und Lehrer zur Inklusion? Lehrer aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt können ab sofort an einer Studie teilnehmen. Bildungschancen sind ein Schlüsselthema für die Gesellschaft. Deshalb haben die Professoren Katrin Hauenschild und Werner Greve nun die Förderzusage der VolkswagenStiftung erhalten: Die Arbeitsgruppe der Universität Hildesheim untersucht an Grundschulen, mit welchen Einstellungen und Überzeugungen Lehrerinnen und Lehrer unterrichten und wie sie sich verändern. Und: Wie erleben Kinder und Eltern die Reform? Welche Rolle Lehrkräfte bei der Umsetzung von Inklusion im Schulalltag spielen, untersucht eine Arbeitsgruppe der Universität Hildesheim in einer Längsschnittstudie an Grundschulen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Welche Einstellungen haben Lehrerinnen und Lehrer zur Inklusion, abhängig von ihren Vorerfahrungen und konkreten Berufserfahrungen? Unterrichten sie derzeit Kinder mit unterschiedlichem Förderbedarf in ihrer Klasse? Lehrer können ab sofort online teilnehmen.

Die VolkswagenStiftung fördert das vierjährige Projekt im Rahmen des Programms „Schlüsselthemen für Wissenschaft und Gesellschaft“ mit insgesamt mehr als 800.000 Euro. „Wir dachten, wenn das kein Schlüsselthema ist, was dann? Wir sind durch das gesamte Begutachtungsverfahren gegangen. Das war ein harter Wettbewerb“, sagt Werner Greve. „Bei der mündlichen Vorstellung waren wir ein ganz kleines bisschen mega-aufgeregt.“ Der Professor für Psychologie leitet gemeinsam mit Professorin Katrin Hauenschild die vierjährige Studie „Einstellungen zu Inklusion. „Wir haben die Zusage erhalten – mit einer Auflage: Wir wurden eingeladen, das Projekt zu erweitern und in der Längsschnittstudie auch Eltern und Kinder zu befragen“, freut sich Katrin Hauenschild.

Die Hildesheimer Arbeitsgruppe startet das Projekt in einer Umbruchphase: Seit 2013 gilt in Niedersachsen ein Rechtsanspruch: Eltern können frei wählen, ob ihr Kind eine Förderschule oder eine Regelschule besuchen soll. „Das Elternwahlrecht ist ausschlaggebend, die Schule und die Lehrkräfte haben keinen Einspruch. Wenn Eltern sagen, mein Kind soll diese Regelschule besuchen, kann die Schule nicht sagen: Nein, das wollen wir nicht“, sagt Werner Greve.

„Wir erwischen jetzt den Zeitpunkt und befragen auch Lehrerinnen und Lehrer, die noch keine Erfahrungen mit Inklusion haben und die sich auch nicht vorgestellt haben, einmal in ihrer Berufslaufbahn sonderpädagogisch mit Kindern mit Förderbedarf und Behinderungen zu arbeiten. Wir begleiten sie in den kommenden vier Jahren und untersuchen, welche Erfahrungen die Lehrkräfte machen und wie und ob sich ihre Einstellungen überhaupt verändern“, so Katrin Hauenschild. So könne man zum Beispiel erfassen, ob sich eine anfängliche Skepsis verstärkt oder ob sie sich zum Positiven wendet.

In einer Pilotstudie haben Hauenschild und Greve schon vor zwei Jahren 120 Lehrerinnen und Lehrer aus Niedersachsen nach ihrer Haltung gegenüber der Reform befragt. Die Einstellung der befragten Grundschullehrkräfte war umso positiver, je mehr Erfahrungen und Kompetenzen sie selbst gesammelt haben. Eher skeptisch eingestellt sind jene, die zum Ziel haben, dass „alle das gleiche lernen sollen“, fasst Werner Greve zusammen. „Inklusion in der Schule“ meint mehr als nur den Zugang von Menschen mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen zu Bildungsangeboten. Zur Teilhabe gehöre zum Beispiel auch die Überwindung sprachlicher Barrieren, etwa wenn ein Kind die deutsche Sprache als zweite Sprache erlernt. Die Idee von Inklusion sei, so Greve, „dass sich durch Kontakt Toleranz und Akzeptanz entwickelt“.

„Wir wollen die Einstellungen nicht beurteilen, sondern dokumentieren, welche Überzeugungen aber auch Sorgen und Befürchtungen Lehrer haben. Was Wissenschaft tun kann, ist, ein differenziertes Bild zu erfassen. Ich vermute, wir werden ein vielfältiges, buntes Bild zeichnen und auch in der Lehrerausbildung darauf reagieren“, sagt Greve. In der Inklusionsstudie befragen die Forscher auch Lehramtsstudierende, die erste Praxiserfahrungen gesammelt haben und bald in den Beruf einsteigen.

Um erfassen zu können, wie sich Einstellungen verändern, arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim mit unterschiedlichen Methoden, kombinieren quantitative und qualitative Verfahren. „Wir arbeiten mit standardisierten Fragebögen in einer großen Stichprobe über vier Jahre“, so Greve. Aussagen und Meinungen werden in der Hildesheimer Studie getrennt erfragt (Beispiel aus dem Fragebogen: 1. „Schülerinnen und Schüler lernen durch inklusiven Unterricht, empathisch miteinander umzugehen.“; 2. „Es ist mir wichtig, dass Schülerinnen und Schüler empathisch miteinander umgehen.“). „Parallel erhoffen wir uns in ausführlicheren offenen Interviews Antworten auf Fragen, die wir im Fragebogen nicht gestellt haben“, so Hauenschild.

Mit der Studie können die Forscher auch erfassen, ob ein Zusammenhang zwischen der Einstellung und der pädagogischen Orientierung besteht. Eine Lehrerin, die mit der Klasse offen arbeitet und die Vielfalt in der Klasse einbezieht, komme vielleicht leichter mit der Heterogenität im Klassenzimmer zurecht. „Wir erfassen auch, ob eine Bereitschaft zur Unterrichtsentwicklung vorhanden ist oder ob es Auswirkungen der Lernumgebung auf den Unterricht gibt“, so Hauenschild. „Außerdem erfahren wir mehr über die Dynamik von Einstellungen“, sagt Werner Greve über Erkenntnisse, die für die Grundlagenforschung relevant sind.

„Auch Kinder sollen zu Wort kommen. Man kann Erstklässler nicht nach ‚Inklusion‘ fragen“, sagt Katrin Hauenschild. Stattdessen fragen sie Kinder ab der ersten Klasse zum Beispiel, wer ihr Freund ist und wer nicht, wen sie warum nett finden, mit wem sie gerne spielen, ob und wie sie Verschiedenheit wahrnehmen.

Zur Arbeitsgruppe gehören neben Greve und Hauenschild vier Doktorandinnen: Die Grundschuldidaktikerin Josephine Götz befasst sich in ihrer Dissertation mit qualitativen Lehrerbefragungen. Lena Ohnesorge hat im Lehramtsstudium in Hildesheim Erfahrungen im Umgang mit Kindern gesammelt, etwa im Projekt „Lernku(h)lt“, in dem sie über ein Jahr Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen im Team gefördert hat. In der Inklusions-Studie befragt sie die Kinder. Welche Sorgen und Ängste, Hoffnungen und Stärken haben Eltern, deren Kinder mit einer Behinderung oder dauerhaften Beeinträchtigung aufwachsen? Die Psychologin Sabine Hellmers untersucht in ihrer Dissertation Bewältigungsstrategien und Lebenslagen von Eltern. In der Inklusions-Studie ist sie für die Eltern-Befragungen zuständig. Lydia Schmieder hat sich ebenfalls mit den Lebenslagen von Eltern befasst; im Projekt übernimmt sie den Fragebogen für die Lehrerinnen und Lehrer.

Jetzt online teilnehmen: Studie startet

Wer in Niedersachsen oder Sachsen-Anhalt an einer Grundschule unterrichtet, wer im Referendariat oder am Ende des Lehramtsstudiums steht, kann an der Studie der Universität Hildesheim mitwirken. „Wir möchten in dieser Untersuchung Ihre Erwartungen, Ihre Bewertungen, Ihre Überzeugungen, auch Ihre Befürchtungen erfahren. Wir alle machen Erfahrungen, die uns beeinflussen, und möglicherweise werden sich manche Ihrer Einstellungen im Laufe der Zeit wandeln“, heißt es in einem Schreiben der Forschergruppe an Lehrerinnen und Lehrer.

Die erste Erhebungsphase startet in diesen Tagen, Grundschulen in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt wurden angeschrieben und Lehrerinnen und Lehrer gebeten, den Online-Fragebogen auszufüllen. Erste Ergebnisse werden im Frühjahr 2016 erwartet. Die zweite Fragebogen-Erhebung startet vor den großen Ferien im Sommer 2016. Die Durchführung der offenen Interviews beginnt im Frühjahr 2016.
Die Teilnahme ist ab sofort möglich. „Bitte nehmen Sie sich etwa 60 Minuten Zeit. Das ist nicht wenig – es ist uns bewusst, dass wir viel Zeit von den Lehrerinnen und Lehrern erbitten. Nur wenn wir genauer zu einzelnen Aspekten fragen, wird es möglich sein, die Chancen und Probleme differenziert einzuschätzen“, sagt Professorin Katrin Hauenschild. Wer neben dem Fragebogen auch an Interviews teilnehmen möchte, kann eine E-Mail-Adresse angeben.

Alle Daten werden absolut anonym behandelt. Eine Zuordnung der Antworten zur Person ist nicht möglich und auch nicht beabsichtigt. Die Datensätze werden nicht online oder in „Clouds“ gespeichert. Die Veröffentlichung der Ergebnisse der Studie wird in anonymisierter Form erfolgen. „Daten einzelner Personen können nicht zugeordnet werden. Wir nehmen keine Auswertung von Einzelfällen vor, sondern untersuchen, welche Aspekte auf Basis der Gesamtstichprobe welchen Einfluss haben“, so Werner Greve. Um die Studie durchzuführen, hat die Hildesheimer Arbeitsgruppe die Genehmigungen der Ethikkommission des Fachbereichs, des Kultusministeriums und der Landesschulbehörde erhalten.
Wer Rückfragen zur Studie hat, kann sich auch telefonisch an Sabine Hellmers (05121.883-10938) und Lydia Schmieder (05121.883-10928) wenden.

Hier gelangen Lehrerinnen und Lehrer zum Online-Fragebogen der Studie „Einstellungen zu Inklusion“.

Hintergrund: Lehrerausbildung in Hildesheim

Die Universität Hildesheim bildet mit etwa 2600 Studierenden ein Drittel der Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen in Niedersachsen aus. In einem Weiterbildungsstudiengang „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“ lernen Lehrkräfte über zwei Jahre, wie sie mit Vielfalt im Klassenzimmer umgehen können. Die Uni versucht, mit weiteren Fortbildungen Grundschulen, Gesamtschulen und Gymnasien auf dem Weg zur inklusiven Schule zu unterstützen.

Medienkontakt: Pressestelle Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie Grundschuldidaktik und Sachunterricht Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Inklusion Lehrerbildung
news-10705 Wed, 02 Sep 2015 10:52:00 +0200 Nur gekocht passt der Kopf in den Topf https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/nur-gekocht/ Es gibt sie doch, die moderne Ästhetik in der Fotografie - jenseits alberner Selfies. Eine Asthetik, die aus der Selbstverständlichkeit entsteht und den Moment unverfälscht lässt. Thorben Sinning, der an der Universität Hildesheim Psychologie und parallel in Braunschweig Freie Kunst studiert, hat in einem Bildband die Schnappschüssen seiner Jugend in eine Art Sammlung melancholischer Gedichte verwandelt. „Horses and Birds” so der Titel eines Werkes großer Foto-Kunst. Pressespiegel regional Psychologie Fachbereich 2 Medien, Theater und Populäre Kultur news-10709 Wed, 02 Sep 2015 10:50:00 +0200 Uni bietet Inklusions-Pädagogik als Fortbildung an https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/uni-bietet-i/ Die Uni Hildesheim bietet für Lehrer aus allen Schulformen ein zweijähriges berufsbegleitendes Studium für Inklusions-Pädagogik an. Neben einem monatlichen Treffen aller Teilnehmer, stehen neben Fallberatungen auch viele weitere Zusatzangebote wie zum Beispiel ein Job­Shadowing auf dem Programm. Pressespiegel regional Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Einrichtungen Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Schwerpunktthemen Lehrerbildung Inklusion Psychologie news-10699 Thu, 27 Aug 2015 13:32:00 +0200 Schnupperstunde bei den Angry Boys https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/schnupperstu/ Endlich gibt es ihn, den Chor für stürmische Jungs! In der Vokalwerkstatt „Angry Boys” ist alles möglich – von der "Schallmauer" bis zur "Flüsterpost". Das ganze ohne starres Konzept. Singen fördert die soziale, sprachliche und emotionale Entwicklung. Mit diesem Ansatz haben die Kursleiter Dagmar Wortmann, die in Hildesheim Kulturwissenschaften studiert hat, und Siggi Stern ein neues Chorprojekt entwickelt. Es wird Jungen gerecht, die bislang nur wenige Möglichkeiten gefunden haben, ihrer Kreativität und Impulsivität Ausdruck zu verleihen. Pressespiegel regional Psychologie Inklusion Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft news-10538 Sat, 01 Aug 2015 17:38:00 +0200 Von wegen ausgeschlafen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/von-wegen-au/ Es gibt nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse, wie sich Schlafmangel auf Gruppenentscheidungen auswirkt. Der Sozialpsychologe Jan Häusser von der Universität Hildesheim untersucht unter anderem Entscheidungsfindungen, soziale Aspekte von Stress und die Belastung durch Arbeit. Nur zu gern würde der Wissenschaftler einmal einen EU-Gipfel analysieren. Pressespiegel regional Psychologie Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Soziologie news-10519 Thu, 23 Jul 2015 15:38:00 +0200 Singen statt sauer sein https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/singen-statt/ Endlich gibt es ihn, den Chor für stürmische Jungs! In der Vokalwerkstatt „Angry Boys” ist alles möglich – von der "Schallmauer" bis zur "Flüsterpost". Das ganze ohne starres Konzept. Singen fördert die soziale, sprachliche und emotionale Entwicklung. Mit diesem Ansatz hat Dagmar Wortmann, die in Hildesheim Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis studiert hat, beim Chorverband Niedersachsen/ Bremen und beim Deutschen Chorverband Berlin offene Türen eingestoßen. Denn Jungs in Chören sind nach wie vor Mangelware. Das Projekt startet ab September in der Volkshochschule Hildesheim. Pressespiegel regional Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Psychologie Inklusion news-10354 Tue, 14 Jul 2015 11:02:00 +0200 Die Unausgeschlafenen: Entscheidungen bei Schlafmangel https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/die-unausgeschlafenen-entscheidungen-bei-schlafmangel/ Wenn die Nacht zum Tag wird: Manchmal werden Entscheidungen, etwa in der Griechenlandkrise oder auf dem internationalen Klimagipfel, mit wenig Schlaf getroffen. Bisher liegen kaum wissenschaftliche Erkenntnisse vor, wie sich Schlafmangel auf Gruppenentscheidungen auswirkt. Der Sozialpsychologe Jan Häusser von der Universität Hildesheim untersucht Entscheidungsfindungen – und würde gerne einmal einen EU-Gipfel analysieren. Isa Lange traf den Forscher. Sie untersuchen gemeinsam mit weiteren Sozialpsychologen, wie Gruppen und politische Gremien Entscheidungen treffen und Informationsaustausch auch bei Schlafmangel gelingt. „Ist das wirklich die beste Zeit, um wichtige Entscheidungen zu treffen?“, fragt die Frankfurter Allgemeine Zeitung um 03:30 Uhr in der Nacht zu Montag in einem Liveblog zu Griechenland. Die Regierungschefs der Euroländer haben einen „17-stündigen Verhandlungsmarathon“ hinter sich, wie die Bundesregierung zusammenfasst. Belgiens Premierminister Charles Michel hatte am Montagmorgen auf Twitter verkündet: „Agreement". Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht von „lang andauernden“ und für die vielen Stunden „eigentlich sehr sachlichen“ Verhandlungen. Wie verkraftet der Körper so einen Marathon? Und wie halten die Entscheidungen das aus?

Jan Häusser: Wie der Körper das aushält, untersuchen vor allem Mediziner. Wir schauen uns eher die Konsequenzen an, wie wirkt sich Schlafmangel auf die Entscheidungsfindung in Gruppen aus? Aus der Forschung wissen wir bisher erstaunlich wenig darüber. Eine Rolle spielt im politischen Bereich die Selbstselektion, wir beobachten eine Art „Survivor-Effekt“: Die Personen, die in der Politik und in solchen Verhandlungspositionen sind, die bringen die Fähigkeit mit, mit dem Entscheidungsdruck unter Schlafentzug zurechtzukommen. Das ist kein offizielles Selektionskriterium. Aber wenn jemand Schwierigkeiten mit wenig Schlaf hat, wird er oder sie früher oder später aus dem politischen Betrieb ausscheiden.

Was verstehen Sie unter Schlafmangel?

Ab 24 Stunden ohne Schlaf sprechen wir von akuter Schlafdeprivation. Schlafforscher nennen das „leichten Schlafmangel“, in den klassischen Studien zu Schlafdeprivation werden die Probanden schon mal gerne 36 oder 48 Stunden vom Schlafen abgehalten. Davon abgrenzen müssen wir die sogenannte „Schlafschuld“. Sie besteht immer dann, wenn man über einen längeren Zeitraum, mehrere Nächte über mehrere Wochen lang pro Nacht weniger als sechs Stunden schläft. Dann baut sich eine Schlafschuld auf, die gesellschaftlich extrem verbreitet ist. Es gibt Erhebungen aus den USA, die zeigen, dass die Schlafschuld für ein gutes Viertel der arbeitenden Bevölkerung ein absoluter Normalzustand ist.

Die Aufmerksamkeit, das Kurzzeitgedächtnis und die Reaktionszeiten werden durch fehlenden Schlaf beeinträchtigt. Was verändert sich, wenn wir wenig Schlaf haben?

Es gibt Befunde, die zeigen, was auf der individuellen Ebene passiert: Zunächst werden grundlegende kognitive Funktionen beeinträchtigt. Unsere Aufmerksamkeit und Konzentration,  unsere Wahrnehmungsgeschwindigkeiten und das Kurzzeitgedächtnis leiden in signifikantem Ausmaß. Aber: Wir betreiben kompensatorischen Aufwand, versuchen den Mangel auszugleichen: Wir trinken viel Kaffee oder versuchen, letzte Kräfte zu mobilisieren, wenn viel auf dem Spiel steht.

Wenn wir auf die Regierungschefs im Verhandlungssaal in der Nacht blicken: Welche Tätigkeiten sind unter Schlafmangel beeinträchtigt?

Die Einschränkungen im Bereich der grundlegenden kognitiven Funktionen spielen in komplexen Verhandlungen im politischen Bereich keine irre große Rolle. Zur Veranschaulichung: Wenn Sie ein Pilot sind, kann eine erhöhte Reaktionszeit fatale Folgen haben. Bei langwierigen Diskussionen hingegen ist eine schnelle Reaktion eher von untergeordneter Bedeutung – wir reden hier über Unterschiede im Millisekunden-Bereich. Der Rahmen in politischen Verhandlungen und auf nächtlichen Gipfeltreffen gibt es her, dass man gegenseitig aufeinander eingehen und nachfragen kann. Was eine größere Rolle spielt in solchen Verhandlungen, das sind höhere kognitive Prozesse. Logisches Schlussfolgern ist zum Beispiel wichtig, es wird von leichtem Schlafmangel kaum beeinträchtigt.

Es gibt aber auch Befunde, die zeigen, dass Schlafmangel negativ auf Entscheidungsprozesse wirken kann. Was mit wenig Schlaf nicht mehr so gut funktioniert, zeigt dieses Beispiel: Personen fällt es schwerer, auf veränderte Begebenheiten zu reagieren, also neue Informationen hinreichend zu berücksichtigen. Wir nennen das „updating information“, das funktioniert nicht so gut bei Unausgeschlafenen. Man schlägt eher auf Grundlage der Informationen, die man eingangs vorliegen hatte, eine bestimmte Richtung ein. Wenn dann im Verhandlungsprozess ein neuer Vorschlag hinzukommt, fällt es den Personen schwer, darauf einzugehen und die neuen Informationen angemessen zu berücksichtigen. Übermüdete Menschen werden zudem risikoaffiner, das heißt, sie sind bereit, Risiken einzugehen. Zudem reagieren müde Menschen auf vermeintlich unfaire Angebote ablehnender als wache Menschen, das ist für Verhandlungen ein interessanter Befund.

Den Schlafmangel kann man kompensieren: Wichtig in großen nächtlichen Verhandlungsrunden ist das „group monitoring“, das meint, dass man gemeinsam antritt und sich gegenseitig in der Spur hält und zusammenreißt, man passt auf, dass alle mitkommen und dass Informationen ausgetauscht werden. Eine Verhandlungsseite, die dies effektiv betreibt, kann hier Vorteile haben.

Sie interessieren sich in der Forschung in Hildesheim vor allem für Entscheidungen in Gruppen, für soziale Anforderungen, für Kommunikation und Informationsaustausch unter Schlafmangel.

Es gibt eine Studie, die zeigt, dass die Kommunikation bei Schlafentzug von deutlich über 30 Stunden weniger effektiv ist. Da kommen wir aber in Bereiche, in denen in politischen Gremien nicht mehr verhandelt wird. Es gibt zudem Untersuchungen, die zeigen, dass in müden Gruppen „social loafing“, also „soziales Faulenzen“, stärker ist als bei Vergleichsgruppen. Man schraubt die eigenen Beiträge in der Gruppe zurück und „lässt die anderen machen“.

Trotz der hohen gesellschaftlichen Relevanz gibt es bisher wenige Studien, wie sich Schlafmangel auf Verhandlungen und Gruppenentscheidungen auswirkt. Sie erforschen Grundlagen, haben untersucht, wie sich Schlafmangel auf die Nutzung von Ratschlägen auswirkt.

Es gibt wenige Untersuchungen, daher arbeiten wir an den Grundlagen. In einer Studie an der Universität Hildesheim habe ich mit Forschern vom Donders Institut in Nijmegen und der Universität Oxford gerade 96 Probanden untersucht. Die Hälfte haben wir unter Schlafmangel gesetzt und eine Nacht lang wach gehalten. Die untersuchten Studierenden wurden in Folge des Schlafdefizits empfänglicher für Ratschläge als die untersuchte Kontrollgruppe. Derzeit untersuchen wir, wie sich Schlafmangel auf gegenseitiges Vertrauen auswirkt. Schlafmangel führt offenbar dazu, dass man skeptischer wird und anderen weniger vertraut. Die Grundskepsis steigt.

Dass wir überhaupt von nächtlichen Entscheidungsfindungen erfahren, da spielen Medien eine wichtige Rolle. Auch Journalisten halten während der nächtlichen Entscheidungen aus und machen die Nacht durch. In sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter berichten sie davon, zum Beispiel Stefan Leifert vom ZDF: „Wichtigste journalistische Quelle zurzeit: Der Kaffeeautomat. #Eurogipfel“. Tweets zu Kaffee und Croissants kursieren.

Ich glaube ohne Kaffee könnte man das nicht durchhalten, das ist meine persönliche Einschätzung. Das wirkt auch kompensatorisch. Von Hillary Clinton wird erzählt, dass sie sich mit extra-scharfen Chilis wachhält.

Welche Verantwortung tragen diejenigen, die Entscheidungen unter Schlafmangel treffen?

Man kann leichten Schlafentzug – also wenn jemand bis zu 24 Stunden wach ist – mit leichtem bis mittlerem Alkoholrausch vergleichen. Wir beobachten ähnliche Ausfälle und Effekte, etwa Ausfälle beim Kurzzeitgedächtnis, eine leichte Euphorisierung, leichte Probleme bei der Wortfindung. Wir würden Entscheidungen von alkoholisierten Politikern aber weniger akzeptieren und ganz klar als verantwortungslos bewerten. Im besten Fall sind die Auswirkungen von Schlafmangel nicht so schlimm, weil wir sie kompensieren können. Positive Auswirkungen sind aber nicht zu erwarten. Wann immer möglich, sollte man nächtliche Verhandlungen vermeiden. Warum haben die Parteien etwa in der Koalitionsbildung nach der letzten Bundestagswahl über Nacht verhandelt? Teilweise hat dies neben strategischen Gründen – die Gegenseite zermürben auch oft eher einen Demonstrationscharakter an das Publikum, in diesem Fall die Wähler: Wir nehmen es sehr Ernst und sind bereit große Opfer zu bringen um das bestmöglich für Euch herauszuholen.

Eine Fragen an den Forscher: Würden Sie den Unausgeschlafenen gerne einmal über die Schulter schauen und solch einen Gipfel auf europäischer Ebene erforschen?

Super gerne! Ich hoffe, dass einmal diese Gelegenheit entsteht. Politische Entscheidungsprozesse finden ja oft hinter verschlossenen Türen statt, ich würde gerne einmal die Prozesse analysieren. Natürlich sind das Einzelfallentscheidungen, sie sind nicht vergleichbar, wir wissen auch nicht: Wie fallen die Entscheidungen aus, wenn Sie am Tag zustande kommen?

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Zur Person

Dr. Jan Häusser hat an der Universität Göttingen studiert und 2010 zum Thema Fehlbeanspruchungen bei der Arbeit promoviert. Seit 2011 arbeitet er als Post-Doc in der Arbeitsgruppe Sozialpsychologie an der Universität Hildesheim. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen neben der Analyse von Gruppenentscheidungen, soziale Aspekte beim Stresserleben, Effekte von Verantwortlichkeit, experimentelle Arbeitspsychologie sowie die Untersuchung von Belastungsfaktoren bei der Arbeit.

Sozialpsychologen untersuchen, wie wir Entscheidungen treffen

Sozialpsychologen der Universität Hildesheim befassen sich mit Entscheidungsfindungen. Jan Häusser untersucht zum Beispiel Effekte von Schlafmangel auf Entscheidungen. „Hier interessieren mich insbesondere Gruppenentscheidungen, da diese anders als Entscheidungen von Einzelpersonen noch zusätzliche ‚soziale‘ Anforderungen haben, zum Beispiel effektive Kommunikation und Informationsaustausch“, so Häusser, der für seine hervorragende Forschung auch mit dem Forschungspreis der Universität ausgezeichnet wurde. In einer Studie, die in Kooperation mit Forschern der Universitäten Nijmegen und Oxford durchgeführt wurde, untersucht der Psychologe, wie sich Schlafmangel auf die Nutzung von Ratschlägen auswirkt.

Die Arbeitsgruppe „Sozialpsychologie“ der Universität Hildesheim kennt sich aus mit Entscheidungen in Gruppen. So untersuchen die Forscher etwa, wie der Informationsaustausch und Entscheidungsprozesse in politischen Gremien ablaufen und verbessert werden können. In Gruppen sei das „Streben nach Einmütigkeit, das Schließen der Reihen“ weit verbreitet, doch es verstellt den Blick für eine kritische Analyse, sagt Professor Andreas Mojzisch. Er forscht zu Gruppenentscheidungen und Gruppenurteilen. Von Abweichlern und Querdenkern könnten Gruppen profitieren. Gremien, die mehr oder weniger einer Meinung sind, können etwa auf den „Advocatus Diaboli“ zurückgreifen und Meinungsdissens künstlich erzeugen. „Meinungsvielfalt bringt allerdings wenig, wenn die Gruppenmitglieder sich nicht trauen, abweichende Meinungen zu äußern“, sagt Mojzisch. Dafür sei Vertrauen nötig.

In einem weiteren Forschungsprojekt, gefördert von der VolkswagenStiftung, untersucht der Hildesheimer Psychologe mit Forschern aus Oxford, London, Heidelberg und Göttingen, warum Menschen fehlerhafte Entscheidungen unter sozialem Einfluss treffen. Dabei gehen die Forscher von der Annahme aus, dass Urteile anderer einen erheblichen Einfluss auf das eigene Verhalten und Denken haben. In einer aktuellen Studie fanden Andreas Mojzisch und Markus Germar heraus, dass bereits basale Wahrnehmungsprozesse durch die Meinung von anderen Menschen beeinflusst werden können.

[Hier finden Sie dieses Interview als PDF-Datei]

Frankfurter Allgemeine Zeitung (print und online), 18.07.2015, Interview über Gruppenentscheidungen von Kornelius Friz mit Jan Häusser von der Universität Hildesheim

DIE WELT (online), 14.07.2015, Artikel „Riskanter Milliardendeal im Übermüdungs-Rausch" von Stephan Maaß: Jan Häusser über nächtliche Entscheidungsfindung

Medienkontakt: Uni Hildesheim, Isa Lange (05121.883-90100 und 0177.8605905, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie
news-10468 Mon, 06 Jul 2015 13:45:00 +0200 Mission erfolgreich: Kinder-Bildung (vorerst) gerettet https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/mission-erfo/ Die Landesregierung rückt von ihren Plänen, die regionalen Institute für frühkindliche Entwicklung (nifbe) zu streichen, ab. Auch Hildesheim wäre von den Streichplänen betroffen, doch "nifbe" -Chefin Margitta Rudolph zeigte sich kämpferisch und erreichte den Erhalt des Standorts. Und so kann der erfolgreiche Transfer von Ergebnisse der Forschung mit den Themen und Problemen der Praxis fortgeführt werden. "Hildesheim hat sich zu einer Forschungshochburg der frühkindlichen Pädagogik entwickelt", so Rudolph. Und das sowohl an der Universität als auch an der HAWK. Pressespiegel regional Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Psychologie Forschung Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Fachbereich 3 Deutsche Sprache news-10444 Sat, 27 Jun 2015 16:02:00 +0200 Uni checkt das Jugendamt https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/uni-checkt-d/ Die Arbeit der Experten in den Jugendämtern gegen den Schulabsentismus, besser bekannt als das Schulschwänzen, möchte die Universität Hildesheim mit einem zweijährigen Forschungsprojekt unterstützen. "Es gibt kaum Erkenntnisse darüber wie Betroffene Hilfeempfänger den Umgang der Behörden mit sich einschätzen", beschreibt Uni-Professor Wolfgang Schröer den Ansatz der Forschungsarbeit. Nun begleiten Uni-Studenten die Sozialpädagogen bei ihrer täglichen Arbeit, analysieren und bewerten die Besuche und Gespräche. Ein Ziel des Projektes ist es, Standards für die Bearbeitung von Fällen zu erarbeiten, das Ganze in enger Zusammenarbeit mit den Fachleuten des Jugendamts. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie Sozial- und Organisationspädagogik Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft news-9889 Thu, 09 Apr 2015 13:32:00 +0200 HAWK als Motor für den Sozialbereich https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/hawk-als-mot/ Die Liste der sozialen Probleme ist endlos – misshandelte Kinder, Drogentote oder einsame Senioren. Es gibt mittlerweile mehr als 450 Berufszweige in diesem Arbeitsfeld. Doch wichtig ist eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung für die Berater, Pfleger und Betreuer im sozialen Arbeitsumfeld. Für einen Großteil deckt hier die Hildesheimer Hochschule, gemeinsam mit der Universität, die Ausbildung ab. Eine Ausstellung in der Arneken Galerie der HAWK gibt einen Überblick. Pressespiegel regional Sozial- und Organisationspädagogik Psychologie news-9835 Thu, 02 Apr 2015 13:32:00 +0200 Uni forscht zu Stress: Gruppe ist ein besserer Puffer https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/uni-forscht/ Stress lässt sich in einem gut funktionierenden Team leichter als allein bewältigen — das belegen neueste Forschungsergebnisse von der Uni Hildesheim. Bisherige Studien betrachteten Stress vornehmlich als ein individuelles Problem, die soziale Komponente wurde meist vernachlässigt, so Professor Andreas Mojzisch vom Institut für Psychologie. Das dreijährige Forschungsprojekt startete 2012 und wurde mit rund 198 000 Euro vom Land Niedersachsen gefördert. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie news-9733 Wed, 11 Mar 2015 16:02:00 +0100 Wie wir funktionieren - 600 Psychologen aus aller Welt diskutieren an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/wie-wir-funk/ Die TEAP-Konferenz ist die größte ihrer Art im deutschsprachigen Raum. Auf der Tagung befassten sich 600 experimentell arbeitende Psychologen und Wissenschaftler mit allgemein- und sozialpsychologischen Fragen. Veranstalter der Konferenz war die Universität Hildesheim. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie news-9717 Sat, 07 Mar 2015 16:02:00 +0100 Unterricht statt Alleingang https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/unterricht-s/ Die Stadt stellt ein neues Programm gegen das Schulschwänzen vor. Eine Offensive gegen den Schulabsentismus, so der korrekte Begriff. Das Wort trifft es in der Tat am besten: Denn die Gründe, nicht zum Unterricht zu gehen, sind vielfältig und haben meist wenig mit "Schulschwänzen" zu tun, weiß Norbert Grewe, Erziehungswissenschaftler an der Uni Hildesheim, zu berichten. Leistungsangst, Mobbing oder schwierige familiäre Verhältnissen können hier Ursache sein. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie news-9670 Sat, 07 Mar 2015 12:05:00 +0100 Denken, Fühlen, Handeln: Wie wir funktionieren https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/denken-fuehlen-handeln-wie-wir-funktionieren/ Wie funktioniert der Mensch und sein Denken, Fühlen und Handeln im Normalfall? Die Allgemeinpsychologie betrachtet gewissermaßen den „Standard-Durchschnittsmenschen“. Emotionen geben uns zum Beispiel eine gute Anleitung dafür, was in einer Situation zu tun ist. Wenn jemand traurig ist, erwartet die Person häufig Zuwendung. Dagegen ist Wut ein Signal für den Beobachter, wie er sich gleich am besten verhalten sollte. Wegrennen? Was Allgemeinpsychologen über den Menschen herausfinden möchten – nachgefragt bei Prof. Dr. Christina Bermeitinger von der Universität Hildesheim. In diesen Tagen kommen auf der „TeaP" etwa 600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 15 Ländern an der Universität Hildesheim zusammen. Sie organisieren mit Ihren Professorenkollegen Andreas Mojzisch und Werner Greve die 57. „Tagung experimentell arbeitender Psychologen". Was ist diesmal anders als bisher?

Christina Bermeitinger: Wir haben erstmals drei „No-data-Sessions“, mein Kollege Andreas Mojzisch regte dieses Format an. Nachwuchswissenschaftler, die noch keine Experimente durchgeführt oder Daten erhoben haben, können hier ihre Ideen vorstellen. Das Format richtet sich vor allem an Doktorandinnen und Doktoranden, die gerne eine Forschungsidee, eine Hypothese oder auch ein konkretes experimentelles Design vorstellen und diskutieren möchten.

Auf der Tagung befassen sich die Teilnehmer größtenteils mit allgemeinpsychologischen oder sozialpsychologischen Fragen. Was möchten denn Allgemeinpsychologen über den Menschen herausfinden?

Mit „allgemeinpsychologisch" ist gemeint: Wie funktioniert der Mensch und sein Denken, Fühlen und Handeln im Normalfall? Es geht um Grundlagenforschung und Prozesse, die grundsätzlich bei allen Menschen in vergleichbarer Weise ablaufen. Wir betrachten gewissermaßen den „Standard-Durchschnittsmenschen“. Es geht um ganz basale Prozesse und Mechanismen, die etwa bei Aufmerksamkeit oder Gedächtnis beteiligt sind. Welche Mechanismen sind beispielsweise involviert, damit wir das eine Objekt bewusst wahrnehmen und anderes dabei ausklammern? Grundsätzlich nimmt man hierfür zwei Mechanismen an, einen verstärkenden – zur Aktivierung der Reize, die gerade von Bedeutung sind – und einen hemmenden – zur Unterdrückung der Reize, die gerade weniger relevant sind. Allgemeinpsychologen betrachten auch numerische Kognition, also wie Menschen mit Zahlen umgehen. Es gibt zum Beispiel das Phänomen, dass wir mit der linken Hand schneller auf kleinere Zahlen reagieren, Zahl und Raum stehen in Beziehung. Wir repräsentieren in unserer Kultur entsprechend Zahlen von links nach rechts.

Die allgemeine Psychologie befasst sich auch mit der Frage, wie eine Emotion funktioniert und was beispielsweise Wut von Trauer von Freude unterscheidet. Was unterscheidet denn diese Emotionen voneinander?

Emotionen sind grundsätzlich als Verhaltensrezepte für bestimmte Situationen zu sehen. Sie geben uns eine gute Anleitung dafür, was in einer Situation zu tun ist. Sie haben auch eine große soziale Funktion und können das Miteinander sehr erleichtern, indem sie zum Beispiel Hilfestellung dafür sind, was eine Person von einer anderen Person erwartet. Wenn jemand beispielsweise traurig ist, erwartet er/sie häufig Zuwendung. Dagegen erwartet jemand, der wütend ist, etwas ganz anderes und seine Wut ist wiederum ein gutes Signal für mich als Beobachter, wie ich mich gleich am besten verhalten sollte (wegrennen?!?). Emotionen unterscheiden sich zunächst darin, ob wir sie positiv oder negativ finden, wie intensiv wir sie erleben und wie viel Erregung mit ihnen einhergeht. Darüber hinaus sind auch die typischen Gedanken, die man in der einen vs. anderen emotionalen Lage hat, natürlich sehr unterschiedlich. Auch die körperlichen Reaktionen (Puls, Schwitzen, Gänsehaut etc.) und die Reaktionen (Flucht vs. Angriff vs. vor Freude jemandem um den Hals fallen) sind je nach Emotion sehr verschieden.

Blicken Sie auch auf bestimmte Szenarien im Alltag, etwa wie Menschen in Ausnahmesituation irgendwie doch funktionieren? Zum Beispiel, wenn im Stadtverkehr ein Unfall passiert oder wenn unerwartet ein Stau entsteht ...

…ja, das ist der angewandte Blick. In Hildesheim werden Forscher beispielsweise auch Erkenntnisse aus der Verkehrspsychologie vorstellen. Zum Beispiel wie Autofahrer während frustrierender Verkehrssituationen reagieren, oder auch aus der Arbeitspsychologie, zum Beispiel geht es um Jobzufriedenheit. Die Grundlagenforschung bietet ungeheuer viele Anknüpfungspunkte für angewandte Fragen, auch aus dem klinischen Bereich: Was bedeutet Aufmerksamkeit bei depressiven Menschen? Bei negativen Reizen laufen hier manche Prozesse beispielsweise zeitlich anders ab als üblich. Depressive Menschen lenken ihre Aufmerksamkeit verstärkt auf negative Reize und sie können sie auch schwerer davon wieder abziehen.

Dann kommen wir zurück zu den Grundlagen. Mit welcher Frage befassen Sie sich in der Forschung zurzeit? Auf der Konferenz sind Sie Koautorin eines Beitrags zum Thema „The moving influence of eyes“ („Der bewegende Einfluss der Augen“). Können Sie einen Einblick in Ihre Forschungserkenntnisse geben?

Wir befassen uns in einem Forschungsschwerpunkt mit der Bewegungsverarbeitung und untersuchen, inwiefern wahrgenommene Bewegungen einerseits die Aufmerksamkeit in die Richtung der Bewegung lenken und andererseits eigene Handlungen vorbereiten. Was passiert, wenn sich Reize bewegen? Wenn sich zum Beispiel ein Punkt bewegt oder eine Person die Augen bewegt oder sie von links nach rechts geht und ich das beobachte? Wenn sich Reize bewegen, dann zeigt sich nach unseren Daten, dass schnell, stark und robust eigene motorische Reaktionen vorbereitet werden. Bei künstlichen Bewegungen (wie etwa Punktebewegungen auf dem Bildschirm) wird zunächst die motorische Reaktion in dieselbe Richtung wie die Bewegungsrichtung angeregt. Kurze Zeit später jedoch wird die Reaktion in die andere Richtung (also hin zum Ursprung der Bewegung) ausgelöst. Dies ist anders, wenn wir einen Menschen oder seine Augen beobachten, der/die sich in die eine oder andere Richtung bewegt/en – hier finden wir diese Umkehrung nicht. Man könnte hieraus schlussfolgern, dass menschliche Bewegungen für uns so wichtig sind, dass wir unsere Reaktionen stets in die Richtung der wahrgenommenen Bewegung vorbereiten.

Dann habe ich ein Poster mit dem Titel „Rotation: Preferred own and perceived motion and their relation“ (Rotation: Bevorzugte eigene und wahrgenommene Bewegung und deren Zusammenhang) entdeckt. Was stellen Sie hier gemeinsam mit Sportwissenschaftlern, unter anderem Professor Thomas Heinen von der Hildesheimer Universität, vor?

Grundsätzlich hat jeder Mensch eine bevorzugte Drehrichtung (entweder im oder gegen den Uhrzeigersinn). Dies fällt im Alltag weniger auf, es ist besonders im Sportbereich evident, wenn bei bestimmten Sportarten Drehbewegungen gefordert sind – beispielsweise beim Turnen, beim Tanzen, aber auch beim Wasserball etc. Es ist bisher unklar, wie diese Präferenz zustande kommt und womit sie zusammenhängt. Wir haben uns nun gefragt, inwiefern diese eigene Drehpräferenz mit der Wahrnehmung von Drehungen zusammenhängt. Es handelt sich also um ein Projekt, bei dem es um die Beziehung von Wahrnehmung und eigener Handlungspräferenz geht.

Können Sie ein Beispiel aus der Allgemeinpsychologie nennen, womit man sich bisher vielleicht noch nicht stark befasst hat, was aber immer mehr ins Forschungsinteresse rückt?

Es gibt in jeder Disziplin Moden und Phasen sowie Themen, die immer wiederkehren und dann wieder eine Zeitlang weniger behandelt werden. Meiner Einschätzung nach wird es in nächster Zeit (wieder) verstärkt darum gehen, die Erkenntnisse aus verschiedenen Forschungsgebieten zusammenzubringen und die momentan teilweise recht getrennt behandelten „Bereiche“ (zum Beispiel Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Handlung, Wahrnehmung) wieder stärker integriert zu betrachten und zu verstehen.

Die Fragen stellt Isa Lange.

Auf der Konferenz kommen 600 Forscherinnen und Forscher zusammen. Foto: Chris Gossmann

Worum geht’s? Informationen zur Konferenz:

Die 57. Tagung experimentell arbeitender Psychologen (die „TeaP") findet vom 8. bis 11. März 2015 an der Universität Hildesheim statt. Auf der größten Tagung dieser Art im deutschsprachigen Raum stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Ergebnisse aus der Grundlagenforschung vor und diskutieren Forschungsmethoden. Die Forscher tauschen sich zum Beispiel über Methoden und Technik aus, etwa im Programmpunkt „Modeling and diffusion models“ oder auch in Workshops und Arbeitskreisen zu Eye-Tracking.

Die Abteilungen Allgemeine Psychologie (Prof. Christina Bermeitinger), Entwicklungspsychologie (Prof. Werner Greve) und Sozialpsychologie (Prof. Andreas Mojzisch) vom Institut für Psychologie der Universität Hildesheim organisieren die TeaP 2015. Marlene Gertz hat die Leitung des Tagungsbüros übernommen und Thomas Gerle ist für die informationstechnischen Belange rund um die Tagung verantwortlich. Für die Forscher ist die Konferenz – im Sinne des Bistumsjahres – ein „heiliges Experiment“, sagt Bermeitinger. Hildesheim war bisher nicht auf der Landkarte dieser Großkonferenz vertreten und richtet sie nun erstmals aus. In 2015 zählt die Konferenz drei Keynote-Sprecher, 25 Symposien, zwei Postersessions, 33 Talk sessions und etwa 375 mündliche Präsentationen. Etwa 600 Teilnehmer aus über 15 Ländern werden erwartet. Die Konferenzsprache ist Englisch. Die Konferenz richtet sich an Fachpublikum und ist nicht öffentlich.

Medienkontakt: Universität Hildesheim (Pressestelle, Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Psychologie KIM - Kind im Mittelpunkt
news-9671 Sat, 07 Mar 2015 11:51:00 +0100 Psychologische Forschung: Handlungen koordinieren, Gruppen entscheiden, emotionales Lernen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/psychologische-forschung-handlungen-koordinieren-gruppen-entscheiden-emotionales-lernen/ Psychologinnen untersuchen, wie Kindergartenkinder einen Turm zusammenbauen und Handlungen koordinieren. Wie Gruppen und politische Gremien Entscheidungen treffen und Informationsaustausch auch bei Schlafmangel gelingt, erfassen Sozialpsychologen. Außerdem erfassen Wissenschaftlerinnen, wie emotionale Reize Lernprozesse verändern. Einblicke in drei aktuelle Forschungsgebiete an der Universität Hildesheim. Beispiel aus der Handlungspsychologie: Wie Kinder eigene Handlungen von jenen ihrer Spielpartner unterscheiden 

Kinder spielen zusammen und bauen gemeinsam einen Turm auf. Wieso funktioniert das so scheinbar mühelos? Eigentlich ist das Turmbauen ein hoch komplexer Vorgang. Schließlich müssen die eigenen Bewegungen, genau gesagt Handlungen wie das Auswählen des nächsten Steines, das Anheben und Ablegen auf den bereits vorhandenen Steinen, geplant und koordiniert werden. Erschwerend kommt noch hinzu, dass der Freund auch Steine legen will. Hierfür müssen die Handlungen des Spielpartners mit berücksichtigt werden bei der Planung der eigenen Handlungen. Um dies zu tun, muss der kleine Turmbauer zwischen seinen eigenen Handlungen und denen seines Spielpartners unterscheiden. Hinter dem einfachen Turm stehen also verschiedene Prozesse der Handlungssteuerung und Handlungskoordination.

Wie zielgerichtete Handlungen ablaufen untersucht Dr. Pamela Baess in der Arbeitsgruppe Allgemeine Psychologie der Universität Hildesheim. Zurzeit laufen Studien mit Kindergartenkindern an. Die Arbeitsgruppe möchte herausfinden, wie Kinder zwischen eigenen Handlungen und denen von Spielpartnern unterscheiden. Hierfür bearbeiten Drei- bis Sechsjährige Kinder verschiedene Aufgaben am Computer, entweder allein oder zusammen mit einer anderen Person. In diesem Alter entwickelt sich auch die Fähigkeit, sich selbst und anderen Personen mentale Zustände wie Wünsche und Überzeugungen zuzuschreiben, die Psychologie spricht von „Theory of Mind". Mit einer entwickelten Theory of Mind ist es möglich, eigenes und fremdes Handeln zu erklären und vorherzusagen.

In einer Reihe von Studien untersuchen die Forscher, ob sich Zusammenhänge zwischen der kindlichen Entwicklung im Verstehen von eigener und fremder Handlung und der kindlichen Theory of Mind-Entwicklung aufzeigen lassen. Interessierte Eltern und Kinder können sich gerne bei der Arbeitsgruppe melden (kinderstudie@uni-hildesheim.de oder 05121.883-11006).

Beispiel aus der Sozialpsychologie: Wie wir Entscheidungen treffen

In Hörsaal 1 stellen Forscher sozialpsychologische Arbeiten rund um das Thema Entscheidungsfindung vor. Jan Häusser untersucht an der Universität Hildesheim zum Beispiel Effekte von Schlafmangel auf Entscheidungen. „Hier interessieren mich insbesondere Gruppenentscheidungen, da diese anders als Entscheidungen von Einzelpersonen noch zusätzliche ‚soziale‘ Anforderungen haben, zum Beispiel effektive Kommunikation und Informationsaustausch“, so Häusser, der für seine hervorragende Forschung auch mit dem Forschungspreis der Universität ausgezeichnet wurde. Auf der TeaP-Konferenz stellt er eine Studie vor, die in Kooperation mit Forschen der Universitäten Nijmegen und Oxford durchgeführt wurde. Die Studie untersucht, wie sich Schlafmangel auf die Nutzung von Ratschlägen auswirkt.

Die Arbeitsgruppe „Sozialpsychologie“ der Universität Hildesheim kennt sich aus mit Entscheidungen in Gruppen. So untersuchen die Forscher etwa, wie der Informationsaustausch und Entscheidungsprozesse in politischen Gremien ablaufen und verbessert werden können. In Gruppen sei das „Streben nach Einmütigkeit, das Schließen der Reihen“ weit verbreitet, doch es verstellt den Blick für eine kritische Analyse, sagt Professor Andreas Mojzisch. Er forscht zu Gruppenentscheidungen und Gruppenurteilen. Von Abweichlern und Querdenkern könnten Gruppen profitieren. Gremien, die mehr oder weniger einer Meinung sind, können etwa auf den „Advocatus Diaboli“ zurückgreifen und Meinungsdissens künstlich erzeugen. „Meinungsvielfalt bringt allerdings wenig, wenn die Gruppenmitglieder sich nicht trauen, abweichende Meinungen zu äußern“, sagt Mojzisch. Dafür sei Vertrauen nötig.

In einem weiteren Forschungsprojekt, gefördert von der VolkswagenStiftung, untersucht der Hildesheimer Psychologe mit Forschern aus Oxford, London, Heidelberg und Göttingen, warum Menschen fehlerhafte Entscheidungen unter sozialem Einfluss treffen. Dabei gehen die Forscher von der Annahme aus, dass Urteile anderer einen erheblichen Einfluss auf das eigene Verhalten und Denken haben. In einer aktuellen Studie fanden Andreas Mojzisch und Markus Germar heraus, dass bereits basale Wahrnehmungsprozesse durch die Meinung von anderen Menschen beeinflusst werden können. In einer aktuellen Untersuchung erfassen die Hildesheimer Sozialpsychologen erstmals wissenschaftlich, ob Hunde Individualisten oder Gruppentiere sind. Bisher wurde nicht untersucht, ob ein Hund eher auf seine eigene Erfahrung vertraut oder sich eher einer Gruppe anschließt.

Johanna Frisch stellt auf der Konferenz Ergebnisse aus dem von der DFG geförderten Projekt zu Prozess- und Ergebnisverantwortlichkeit bei Entscheidungen vor. Die Psychologin der Uni Hildesheim hat zusammen mit Jan Häusser und in Kooperation mit der Universität Göttingen untersucht, ob sich bei einer Kreativitätsaufgabe das Gefühl verantwortlich zu sein und sich rechtfertigen zu müssen auf die Qualität der entwickelten Ideen auswirkt. Dabei wird deutlich, „dass die Studienteilnehmer, die verantwortlich waren und sich rechtfertigen mussten, weniger Ideen und vor allem weniger neuartige Ideen entwickelten als Studienteilnehmer, die nicht verantwortlich waren“, so Johanna Frisch.

Beispiel: Emotionen und Lernen

Im Projekt „EmiL – emotionales implizites Lernen" untersucht die Arbeitsgruppe Allgemeine Psychologie, inwiefern von der Erwartung abweichende Informationen verarbeitet werden und emotionale Reize Lernprozesse verändern. „Etwas konkreter ausgedrückt geht es darum, wie einfache motorische Lernprozesse, die sowohl ohne bewusste Kenntnis über das zu lernende Ereignis als auch ohne Kenntnis darüber, dass überhaupt etwas gelernt werden soll/kann, durch das Vorhandensein emotionaler Reize verändert werden", erklärt Professorin Christina Bermeitinger.

Um die Frage zu beantworten greift das Forschungsprojekt auf ein klassisches Paradigma aus der kognitiven Psychologie zurück: Das implizite Sequenzlernen bezieht sich auf den Befund, dass Personen Sequenzen von wiederkehrenden Reizen nach einer Weile schneller bearbeiten, obwohl sie kein explizites Wissen über das Vorhandensein der Sequenzen haben und diese auch nicht wiedergeben können, wenn man sie dazu auffordert, so Bermeitinger. Inwiefern das plötzliche Auftreten emotionaler Reize oder die Abweichung eines Reizes vom erwarteten emotionalen Reiz hierbei die Lernprozesse verändern, wird in diesem Projekt untersucht.

Nicola Ferdinand (Universität des Saarlandes), Christina Bermeitinger und Clara Hellweg (Universität Hildesheim) haben inzwischen erste Erkenntnisse, dass sich die Reaktionen unterscheiden, je nachdem, welche abweichenden emotionalen Reize auftreten. Selbst wenn man also keine explizite Auskunft über das geben kann, was man gerade wieder und wieder ausgeführt hat, fühlt man sich in Abhängigkeit von der konkreten emotionalen Abweichung unterschiedlich bei der Bearbeitung der Aufgabe gestört. Hierdurch können sowohl Rückschlüsse auf Lernprozesse und Lernen im Allgemeinen als auch auf den Einfluss von plötzlich auftauchenden emotionalen Reizen gezogen werden.

Worum geht’s? Informationen zur Konferenz:

Auf der 57. Tagung experimentell arbeitender Psychologen (die „TeaP") stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die obigen Forschungsprojekte vor. Insgesamt 600 Teilnehmer aus 15 Ländern werden erwartet. Die größte Tagung dieser Art im deutschsprachigen Raum läuft vom 8. bis 11. März 2015 an der Universität Hildesheim. Die Abteilungen Allgemeine Psychologie, Entwicklungspsychologie und Sozialpsychologie der Universität Hildesheim organisieren die Großkonferenz. Die Konferenzsprache ist Englisch. Die Konferenz richtet sich an Fachpublikum und ist nicht öffentlich.

Mehr erfahren: Interview mit Psychologieprofessorin Christina Bermeitinger

Medienkontakt: Universität Hildesheim (Pressestelle, Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
news-9697 Fri, 06 Mar 2015 16:02:00 +0100 Sind Hildesheimer weniger depressiv? - Techniker-Krankenkasse veröffentlicht "Depressions-Atlas" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/sind-hildesh/ In der Region Hildesheim erkranken weniger Menschen an Depressionen als in anderen Teilen des Landes, so steht es im neuen Depressionsatlas der Techniker Krankenkasse. Die hiesige Zahl der entsprechenden Krankschreibungen liegt zudem unter dem Landes- sowie dem Bundesdurchschnitt. Aber ist der Wohnort wirklich als Erkrankungsfaktor relevant? Auch an der Universität Hildesheim forscht man zum Thema Depressionen. Carina Remmers erläutert, wie man das Krankheitsbild und seine Symptome diagnostiziert. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie news-9626 Thu, 26 Feb 2015 09:19:00 +0100 Endlich fragt jemand: Wie geht es dir? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/endlich-fragt-jemand-wie-geht-es-dir/ Wie geht es Studierenden? Psychologinnen der Universität Hildesheim haben vor Ort nachgefragt, denn Daten für einzelne Hochschulstandorte fehlen bisher. Ergebnisse der ersten Gesundheitsstudie zeigen: Drei Viertel der Befragten geht es gesundheitlich gut bis sehr gut, aber manche fühlen sich gestresst, so Professorin Renate Soellner. Derzeit läuft die nächste Erhebungsphase. Studierende können noch bis zum 14. März teilnehmen. Endlich fragt einmal jemand konkret nach, wie Studierende den Alltag wahrnehmen – eine E-Mail mit diesem Wortlaut trifft bei Astrid Bräker mittlerweile häufig ein. Die Psychologin freut sich über diese Rückmeldung. Denn das ist das Anliegen des Hildesheimer Gesundheitsmonitorings „healthy@uni-hildesheim“: genau nachzufragen, um zu erfahren, wie es den Studentinnen und Studenten geht.

Wie achten Studierende auf ihre Gesundheit, wie entspannen sie, wie gehen sie mit Stress um, nehmen sie leistungssteigernde Mittel? Es gibt erstaunlich wenige Daten über Gesundheit im Studium. Verlässliche Zahlen für einen Standort fehlen. Daher hat ein Team um Psychologieprofessorin Renate Soellner an der Universität Hildesheim das Gesundheitsmonitoring gestartet (Pressemeldung zum Auftakt der Studie, Wie geht es dir?). Wie geht es Ihnen? – 1838 Studierende haben geantwortet. Nun liegen erste Ergebnisse vor. „Drei Viertel der Befragten geht es gesundheitlich gut bis sehr gut, sie äußern ein positives allgemeines Wohlbefinden. Aber sie zeigen einen höheren Wert bei der Stressausprägung. Der psychische Druck ist für manche Studierende immens. Konkurrenz, das Gefühl von Belastung und Prüfungsangst gehören für viele zum Studienalltag", sagt Professorin Renate Soellner. Während der Vorlesungszeit ist die Belastung tendenziell eher hoch. Einige studieren „sehr leistungsgetrieben“. Das Studium sei eine wichtige Lebensphase, „die man bewusst ausgestalten sollte, dazu gehören Freiräume“. In dieser Entwicklungsphase beginnen junge Leute, ihr eigenes Leben aufzubauen, verdeutlicht die Psychologin.

Mindestens einmal wöchentlich treiben drei Viertel der Befragten Sport (71%), im Durchschnitt 175 Minuten. 8,7% sind täglich etwa eine Stunde aktiv. Neben Joggen und Krafttraining stehen Rad fahren, Schwimmen und Ballsportarten in der Top Ten der beliebtesten Sportarten. Über 200 Studierende (19,9%) nehmen die Angebote des Hochschulsports wahr. Die Nicht-Nutzung (80% der Studierenden) wird mit zeitlichen Überschneidungen mit Seminaren, Zeitmangel, der Entfernung zwischen Wohnort und Uni oder dem geringen Kursangebot begründet. 21% ernähren sich vegetarisch. Zwei Drittel der befragten Studentinnen und Studenten haben keinen Hausarzt, den sie bei gesundheitlichen Problemen aufsuchen können. Im Schnitt waren sie an sechs Tagen in den letzten drei Monaten krank.

Die Forscherinnen haben auch erfasst, wie Studierende mit Alkohol, Drogen und leistungssteigernden Substanzen umgehen. „Studierende trinken nicht, um ihren Alltag zu bewältigen.“, so Soellner. die sich mit Suchtfragen befasst und in einer Forschergruppe den Alkoholkonsum von Jugendlichen in europäischen Ländern untersucht hat. Allerdings beobachtet sie einen vergleichsweise hohen Alkoholkonsum unter den Hildesheimer Studierenden. Auch episodischer exzessiver Konsum wurde berichtet. Empfehlenswert wäre es wenn mindestens zwei trinkfreie Tage in der Woche eingehalten würden.“ 48 der befragten Studienteilnehmer haben noch nie in ihrem Leben alkoholische Getränke zu sich genommen. „Hochschulen in Berlin haben ganz andere Probleme mit illegalen Substanzen und Drogenkonsum, das fällt hier nicht auf. Auch Hirndoping spielt bei uns keine Rolle“, so Soellner. Drei Viertel der befragten Studierenden in Hildesheim rauchen nicht, Soellner spricht von einer „rauchfreien Uni“. Über 60% haben noch nie in ihrem Leben geraucht, 14% haben aufgehört und nur 13,3% bzw. 11,6% geben an, gelegentlich bzw. regelmäßig zu rauchen. „Hier kommt eine Schülergeneration an die Universität, die von Präventionsmaßnahmen in Schulen begleitet wurde und sich gegen das Rauchen entschieden hat.“

Ein Viertel (1838 insgesamt, davon knapp 1500 weiblich) der 6592 Studierenden hat an der Studie teilgenommen, für Online-Befragungen ist das eine gute Rücklaufquote. „Das Thema stößt auf Resonanz. Wir erhalten E-Mails von Studierenden, die sie persönlich an uns richten und sich bedanken“, so Astrid Bräker. Im Durchschnitt sind die Studierenden 23,7 Jahre alt, der jüngste Teilnehmende ist 16, der älteste 62 Jahre. 95% der Befragten haben keine Kinder, wenn doch dann mehrheitlich ein oder zwei. Sie pflegen nur selten einen Angehörigen (5%). Zwei Drittel der Befragten wohnen in Hildesheim. 15% wohnen bei den Eltern. Die meisten finanzieren ihr Studium aus unterschiedlichen Quellen, die Eltern (66%) und der eigene Verdienst (49%) stehen an erster Stelle.

Die Studierenden konnten zudem angeben, ob sie mit ihrem Studium zufrieden sind. Die Mehrheit der Studierenden sind mit ihren Studienleistungen (55.6%) und ihrer Studiensituation insgesamt (43.4%) „sehr oder eher zufrieden“. Die Rahmenbedingungen ihres Studiums werden zu etwa gleichen Teilen als eher zufriedenstellend (36.4%), eher neutral (35.3%) oder als eher unzufriedenstellend (28%) beurteilt. Gleichzeitig erleben über 50% der Hildesheimer Studierenden ihr Leben zum Befragungszeitpunkt jedoch als „ziemlich“ oder „sehr“ stressig. Der Stressindex liegt auf einer Skala von 0 bis 100 bei 64.

Astrid Bräker spricht von einer „Datenflut“ und betrachtet mithilfe von Masterstudierenden des Fachs Psychologie die anonym erfassten Daten derzeit genauer, zum Beispiel im Rahmen von Abschlussarbeiten. So wollen die Forscherinnen und Psychologiestudierende in Einzelauswertungen tiefere Einblicke in die Gesundheit von Lehramtsstudierenden gewinnen. Eine weitere Untersuchung soll aufschlüsseln, inwiefern die Merkmale des Studienalltags mit dem Stressempfinden zusammenhängen. Die Daten aus dem Gesundheitsmonitoring sollen nicht für den Ordner oder die Regalablage produziert werden. „Wir besprechen die Ergebnisse mit der Hochschulleitung, im Arbeitskreis Gesundheitsmanagement und mit Studierendenvertretern“, so Astrid Bräker. Dann werde eine Prioritätenliste erstellt, welche Maßnahmen bereits vorhanden sind und was man noch verändern kann.

Das Gesundheitsmonitoring wird künftig regelmäßig, alle zwei Jahre durchgeführt. Derzeit läuft eine zweite Erhebungsphase. Studierende der Universität Hildesheim können noch bis zum 14. März 2015 an der Studie online mitwirken und einen Fragebogen ausfüllen (Dauer: etwa 25 Min., ein individueller Link zur Befragung wurde per E-Mail verschickt). Wer regelmäßig teilnimmt, trägt dazu bei, dass Entwicklungen über die Zeit nachvollzogen werden können. Alle Daten werden anonymisiert erfasst und ausgewertet. Wer Fragen hat kann sich an die Forscherinnen wenden (E-Mail: healthy@uni-hildesheim.de).

Hildesheim hat eine ziemlich „rauchfreie Uni“, so Professorin Renate Soellner. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Über das Forschungsprojekt zu riskantem Substanzkonsum

Hinter dem Gesundheitsmonitoring steckt ein Forschungsprojekt. 19 Hochschulen haben sich beim Bundesministerium für Gesundheit beworben – nur drei bundesweit wurden ausgewählt – darunter die Universität Hildesheim, die für das Vorhaben „Prävention von riskanten Substanzkonsum bei Studierenden“ rund 100.000 Euro erhält. Kooperationspartner ist die delphi-Gesellschaft für Forschung, Beratung und Projektentwicklung sowie die Hochschule Magdeburg-Stendal.

Ein Internetportal bündelt Informations- und Beratungsangebote zu sucht- und studienbedingten Problemen. Die Forscherinnen um Prof. Renate Soellner erfassen, welche Wege effektiver sind, um Studierende zum Nachdenken über ihre Gesundheit zu bewegen und dieses Portal zu nutzen. Hildesheim erhebt Daten im Rahmen eines Gesundheitsmonitoring und verweist auf das Präventionsportal, in Magdeburg und Stendal werden vor Ort Werbemaßnahmen durchgeführt, um auf die Webseite aufmerksam zu machen. Erste Auswertungen zeigen, dass Studierende das Angebot der Webseite gut und wichtig finden und Informationen und Unterstützungsangebote zum Thema studienbezogene Belastungen gerne annehmen.

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
news-9678 Fri, 20 Feb 2015 11:10:00 +0100 Fachtagung zum Lesenlernen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/fachtagung-z/ „Literacy-Erzähl-, Sprach-, und Schriftkultur in der Kita” - zu diesem Thema tagten am Dienstag, 3. März, pädagogische Fachkräfte in der Universität Hildesheim. Pressespiegel regional Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Psychologie news-9637 Tue, 10 Feb 2015 08:25:00 +0100 Bald wieder Klassenfahrten? Kontrahenten suchen Einigung https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/bald-wieder/ Nach Monaten heftiger Streitigkeiten suchen die Landesregierung und die Lehrerverbände intensiv nach einem Weg, den Klassenfahrten-Boykott der Gymnasiallehrer zu beenden. Warum Klassenfahrten sowohl für Schüler als auch für Lehrer so wichtig sind, erklärt Prof. Norbert Grewe von der Universität Hildesheim. Pressespiegel regional Psychologie Fachbereich 1 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) news-9564 Fri, 30 Jan 2015 15:15:00 +0100 Bergmans „Schweigen” und die Psychoanalyse https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/bergmans-sc/ Ingmar Bergmans Film gesehen durch die Brille der Psychoanalytik. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie news-9499 Fri, 23 Jan 2015 15:15:00 +0100 Sprachstörungen rasch erkennen — Wissenschaftlerinnen unterweisen angehende Erzieher https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/sprachstoerun/ Was können Erzieher tun, wenn sie bei ihren Kita-Kindern Sprachstörungen oder Auffälligkeiten entdecken? Und wie stellt man diese überhaupt fest? Antworten auf diese und andere Fragen im Zusammenhang mit Sprachförderung im Kita-Alltag bekamen Schüler der BBS-Fachschule Sozialpädagogik im Rahmen eines Workshops. Psychologin Anna Machmer und Erziehungswissenschaftlerin Lena Reese von der Uni Hildesheim, gaben den angehenden Erzieherinnen und Erziehern Auskunft. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie news-9137 Tue, 18 Nov 2014 12:05:00 +0100 Sie müssen nur recht schön leise sein https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/sie-muessen-nur-recht-schoen-leise-sein/ Beim ersten Wissenschaftswettstreit der Universität Hildesheim gaben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Einblicke in Denkweisen ihrer Fächer. Ein Rückblick in Worten. Wer nicht vor Ort war, hat etwas verpasst. Eine Wiederauflage gilt als sicher. An diesem Abend begegnet man in der Universität Hildesheim der „Anglistin mit der goldenen Stimme", dem „Psychologen ohne Unterbewusstsein", dem „Knigge der Musikwissenschaft" und dem „Mathematiker, der Rechnen für überbewertet hält", kündigt die Sprachwissenschaftlerin Kristin Kersten vier „Science Slammer" mit respektvollem Humor an. Mit ihren souveränen Anmoderationen nimmt die Professorin und Moderatorin des Abends das Publikum – über 600 Personen – mit auf eine Reise durch vier Fachdisziplinen: englische Literatur, Entwicklungspsychologie, Kulturwissenschaften und Zahlentheorie.

Die erste Kandidatin des Abends „setzt sich nicht nur als Geschlechterforscherin für Gender-Fragen ein, sie ist wohl deutschlandweit die einzige anglistische Literaturwissenschaftlerin mit einer Ausbildung als Opernsängerin", so die Moderatorin. Stefani Brusberg-Kiermeier taucht in Kostümierung auf der Bühne auf, mit Feder, Hut und Tinte, singt und nimmt die Zuhörer mit auf eine Reise in das 16. Jahrhundert. Die Professorin gibt Einblicke in ein laufendes Forschungsprojekt, in dem sie die Lebenslagen und Werke von englischen Dichterinnen untersucht, deren Gedichte in der Frühen Neuzeit im neuen Druck-Medium erschienen sind. Sie schlüpft in die Rolle der Schriftstellerin Isabella Whitney, die ihre Gedichte 1567 und 1573 als erste Frau hat drucken lassen, und trägt aus einem poetischen Testament vor: ...I whole in body, and in minde, but very weake in purse. Die Dichterin ist dem Publikum vermutlich völlig unbekannt und die Englischprofessorin gibt an diesem Abend einen Einblick in geisteswissenschaftliche Genderforschung.

Zehn Minuten, dann folgt der nächste Kandidat. Im wissenschaftlichen Diskurs übernehme er „die Rolle des Gegenargumentierers, rein aus Freude an der Diskussion", so die Moderatorin. „Und der Vollständigkeit halber, denn es könnte einem ja eine Erkenntnis entgehen, wenn man nicht jede Position bis zum Ende durchgedacht hat."

Werner Greve sitzt an einem Tisch und liest aus seinem Tagebuch, Notizen, die seit dem Sommer entstanden sind. Ein Tagebuch mache die Entwicklung nachvollziehbar. Der Psychologieprofessor überlegt, wie Psychologen Entwicklung beschreiben können, obwohl sie doch so bunt ist. Die menschliche Entwicklung vollzieht sich über die gesamte Lebensspanne. Was ist eigentlich der Sinn von Individualität? Warum sind wir so verschieden? „Wieso entwickeln sich Menschen so wie sie das tun, man könnte sich auch anders entwickeln. Zebras zum Beispiel können schon eine Stunde nach ihrer Geburt schnell laufen und ich kann das heute noch nicht. Dass wir uns überhaupt entwickeln hat sich entwickelt. Bakterien tun das nicht, und die gibt es viel länger und mehr als Säugetiere. Wozu soll Entwicklung überhaupt gut sein?" Eine Antwort: Das macht uns flexibler. Wir können uns ändern und anpassen, wenn sich die Umstände verändern, so Greve.

„Kommen Sie, wir machen ein Gruppenfoto zu diesem Ereignis" und „Sie müssen nur recht schön leise sein", sagt Johannes Ismaiel-Wendt in Richtung Publikum. Er dreht seinen Laptop um. Ob alle auf dem Bild sind, die Bildqualität? Das sei egal. Kleine Irritationen baut er in den „zeremoniellen Akt des Gruppenfotos" ein und bricht übliche Rituale auf. So bittet er das Publikum um Ruhe und sagt nicht: „Bitte recht schön lächeln".

Kulturwissenschaft sei Ritualforschung, sagt er. Klick. Ein Foto des Publikums. Klick, ein Selfie des Redners erscheint auf dem Bildschirm. „Haben Sie das gehört, diesen Sound, der unmittelbar nach dem Auslösen kommt? Es ist ein sehr kurzer Soundfile, den mein Compuer abspielt, den viele digitale Kameras abspielen, wenn sie ein Foto errechnen. Es ist das digital simulierte Geräusch, das eigentlich entsteht, wenn bei der Spiegelreflexkamera der Spiegel hochschnellt."

In dem Beitrag „Was zum guten Ton in der Kulturwissenschaft gehört“ zeigt Professor Johannes Ismaiel-Wendt, warum wir diesen Sound auch bei digitalen Kameras benutzen. Der Musiksoziologe arbeitet sich an diesem „Klick" der Kamera kulturwissenschaftlich ab und verrät Universalkommentare, die man immer, in Bezug auf jede kulturwissenschaftliche Fragestellung und jeden Gegenstand platzieren kann. Auch, und das ist wichtig, wenn Sie keine Ahnung vom Gesamten haben, sagt er. Er nennt das „Inkompetenzkompensationskompetenz". Zehn Minuten sind nicht viel Zeit  – „Inhalte geht nicht, wir haben keine Zeit viel zu lesen". Daher fordert er seine Zuhörer auf, die an die Wand projizierten Universalkommentare mit dem Smartphone abzufotografieren, um sie – Stichwort Nachhaltigkeit eines Science Slams – in den nächsten Tagen einüben zu können.

Zurück zum Kameraklicksound, dem guten Ton, der akkustisch symbolisiere, dass in dem Augenblick ein qualitativ hochwertiges Foto entstehe. Ismaiel-Wendt spielt youtube-Bilder ab: William mit Baby George, Charles mit Baby William und das Klicken der Boulevardpresse, welches die Worte der Väter übertönt. Am youtube-Bildschirmrand sieht man mahnend schon die Aufnahmen des Autounfalls von Diana, das ist was bei dem ganzen klick, klick, klick rauskommen kann, sagt der Professor. Dann taucht er ein in das Internet und wie user in Foren sich darüber austauschen, wie man die klick-Geräusche an Smartphones abstellen könne. Er stößt auf Dialoge und Typen ohne Satz und Komma, etwa quoki77, der dazu auffordere, den „ganzen kulturwissenschaftlichen Werkzeugkasten aufzufächern". Da heißt es: „wollte fragen wie stelle ich beim s3 ein wenn ich fotos machen will das ich Klick sage und aufnahme das er auf sprache hört". Johannes Ismaiel-Wendt arbeitet sich an dem Kommentar ab: Sprechakttheorie (s3 Telefon soll auf Sprache hören); human-non-human-Diskurse; das Ich, also das menschliche Subjekt, will jetzt selber klick sagen; und warum sage ich eigentlich er zu quoki (Genderdiskurs)?

Schnitt. Der nächste Kandidat. „Als Hardcore-Mathematiker befasst er sich mit unglaublich spannenden Themen, die für den Laien immer mal wieder eine lebensbereichernde Diskussion wert sind, zum Beispiel ob sich Asymptoten in der Unendlichkeit schneiden oder nicht. Ich muss sagen, als religiös orientierter Mensch bin ich dankbar, einen Kollegen gefunden zu haben, der mir aus wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen heraus meine brennenden Fragen nach der Unendlichkeit beantworten kann", beginnt die Moderatorin und holt Professor Jürgen Sander auf die Bühne. Der Zahlentheoretiker taucht in Sonnenbrille, Jeans und Kapuzenpulli auf und lädt zur „happy hour“ ein. Er macht sich Gedanken, wie man aus einer Alltagssituation heraus zu einer Problemstellung und dann auf unterschiedlichen Wegen zu Lösungen und Erkenntnissen gelangen kann. Wer diesen Beitrag verfolgt, weiß, wo der Schwerpunkt eines Cocktailglases liegt und wie es kippsicher steht. 

Was Mathematiker machen, wenn man ihnen eine Frage aus dem Alltag stellt? Sie ändern die Spielregeln solange, bis sie irgendetwas rechnen können, so Sander. In diesem Fall: aus dem Glas wird ein Glaszylinder mit beiden Enden offen, der Schwerpunkt liegt also auf dem halben Niveau. Wenn man nun oben „Luft durch Flüssigkeit ersetzt", also etwas abtrinkt, dann ändere sich der Schwerpunkt. Jürgen Sander kommt nach wenigen Minuten bei der Funktion an, zunächst müsse man „einige Sonderfälle betrachten, ob die Funktion auch tut, was wir wollen". Etwa die Probe: Glas ohne Masse. Das werde schon etwas esoterisch, aber ist doch plausibel: ein Cocktailbecher aus Plastik wiegt nichts, also hängt der Schwerpunkt vom Schwerpunkt der Flüssigkeit ab. Vermutung, Formelherleitung, Probe – kann man das auch ohne Rechnen herausfinden? Ja. Keine Erfurcht vor Integralen, lautet Sanders überzeugende Botschaft an diesem Abend.

Fortsetzung folgt: Science Slam soll 2015 weitergehen

Die Erlebnisse sind außerhalb des Tagebuchs, hat Werner Greve zu Beginn seines Beitrags gesagt. Aber im Tagebuch könne man von Ereignissen zusammenhängend berichten. Was er wohl über diesen Abend im Audimax vor 600 Leuten notiert haben mag? Der Entwicklungspsychologe hat den Science Slam nach knapper Publikumsentscheidung gewonnen, 101 Dezibel zeigt am Ende das Messgerät an. Greve sagt: „Ich habe mich schwer getan damit, dass es einen Sieger geben musste – irgendwie fühlte es sich unrichtig an, gerade angesichts dieser so verschiedenen und allesamt so heiter bewegenden Beiträge. Andererseits: so war das Publikum auch ein aktiver Teil des Abends." 

Mathematik sei ein schwieriges Fach, er wolle nicht dazu beitragen, dass Mathematik lächerlich gemacht wird und dass man das Gefühl habe, Mathematik sei banal oder unverständlich. „Ich wollte etwas über Denkweisen des Faches vermitteln", sagt Jürgen Sander. Der Science Slam war für alle Beteiligten eine Herausforderung. „Wir sind zwar schon immer darauf bedacht, unsere Lehre so anschaulich wie möglich zu gestalten – Anschauungsmaterial und auch Humor sind natürlich wichtige Teile davon –, aber ein Format, in dem es vor allem um diese Dinge geht, das ist uns fremd. Darin sind wir wenig geübt. Im Vorfeld haben wir ernsthaft darüber diskutiert, ob und wie das unserem Selbstverständnis angemessen ist. Der Unterhaltungsaspekt auf der einen Seite und die Ernsthaftigkeit im Umgang mit unseren Disziplinen auf der anderen – das war schon ein ziemlicher Spagat", sagt die Sprachwissenschafterin Kristin Kersten. „Ich bin unglaublich beeindruckt, wie die Kollegen das gelöst haben, jede und jeder auf ihre und seine eigene Weise. Das war 'großes Tennis'".

Und nun – wie geht es weiter? „Nach diesem fulminanten Auftakt sollte dies eine jährliche Veranstaltung werden. Es war wirklich sehr anstrengend, aber in jeder Hinsicht lohnend. Ich denke, die Belastung war für uns als Versuchskaninchen besonders groß", sagt Stefani Brusberg-Kiermeier. Auch Johannes Ismaiel-Wendt würde „die jährliche Wiederholung empfehlen". Dass sich der Science Slam auf die Lehre auswirken könnte, dazu sagt der Kulturwissenschaftler: „Das wäre fatal. Unsere Lehrveranstaltungen müssen immer hochschuldidaktisch vorbereitet und reflektiert sein. Sie müssen aber doch über reines Edutainment hinausgehen. Da bin ich tatsächlich recht konservativ und glaube an so etwas wie Studieren, lesen, probieren, Aspekte und Fragen, die ich an anderer Stelle kennengelernt habe miteinander in Verbindung bringen, auch nicht durch Lacher abgelenkt sein."

Science Slam: Erster Wissenschaftswettstreit an der Universität

Mit Hilfsmitteln, Requisiten oder auch Live-Experimenten geben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beim Science Slam einen kleinen Einblick in die Denkweisen ihrer Fachdisziplinen. Über den Sieger entscheidet das Publikum. Der Eintritt ist kostenlos. Die Begrüßung zum ersten Science Slam erfolgte am 11. November 2014 durch Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung an der Universität Hildesheim. Der Abend wurde musikalisch begleitet vom Saxophonisten Lars Stoermer. Eine Fortsetzung ist geplant, am 11. November 2015. Interessierte Studierende und Lehrende können sich an Markus Langer und das studentische Team von der Stipendienberatung wenden (markus.langer@uni-hildesheim.de).

Hildesheimer Allgemeine Zeitung, „Das Unterbewusstsein trägt den Sieg davon", 13.11.2014

Hildesheimer Allgemeine Zeitung, „Slam-Schlacht mit vier Verbal-Athleten", 08.11.2014

Hildesheimer Allgemeine Zeitung, Filmbeitrag

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Fachbereich 3 Englische Sprache Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik
news-9123 Thu, 13 Nov 2014 09:17:00 +0100 Das Unterbewusstsein trägt den Sieg davon - erster Science-Slam der Universität https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/das-unterbew/ Vier Wissenschaftler aus vier Fachbereichen haben Dienstagabend im Audimax der Uni verbal die Klingen gekreuzt – im Ringen darum vom Publikum zum Besten gekürt zu werden. Wortwitz, Talent, Geistesblitze und Show zählten zu den Waffen beim ersten Science-Slam auf der Marienburger Höhe. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Fachbereich 3 Englische Sprache Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik news-9115 Tue, 11 Nov 2014 16:22:00 +0100 Science-Slam - Die Redeschlacht der Wissenschaftler https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/science-slam/ Nicht nur Poeten, auch Wissenschaftler liefern sich gerne Wortgefechte oder Redeschlachten. Poetry Slams haben Einzug auch ins Fernsehen genommen. Einen Prediger- Slam hat es in Hildesheim bereits gegeben. Nun zieht die Uni nach – mit einem Science-Slam. Vier Verbal-Athleten vertreten die vier Fachbereiche. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Fachbereich 3 Englische Sprache Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik news-9108 Sat, 08 Nov 2014 15:04:00 +0100 Science-Slam mit vier Verbal-Athleten – Universität startet neues Slam-Format im Wettstreit der Wissenschaften https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/science-slam-1/ Drei Männer und eine Frau – Bond-Experte, Hamlet-Liebhaberin, Zahlenästhet und Weltmusiker. Das Publikum entscheidet über Wortwitz und geistigen Reichtum und vergibt Noten.  

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Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik Fachbereich 3 Englische Sprache
news-9028 Thu, 30 Oct 2014 10:43:00 +0100 „Akademische Beziehungen zu Russland aufrecht erhalten“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/akademische-beziehungen-zu-russland-aufrecht-erhalten/ Die Universitäten in Hildesheim und Nowgorod kooperieren seit zehn Jahren. Die aktuellen politischen Beziehungen der beiden Länder sind wegen der Ukraine-Krise angespannt. „Je mehr Verbindungen wir stärken, desto mehr Vorurteile können wir abbauen", sagt die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Olga Graumann. Doch es sei nicht leicht, deutsche Studierende für einen Studienaufenthalt in Russland zu gewinnen, denn diese zieht es in westliche Länder. In Zeiten politischer Spannungen darf dieser Kontakt nicht abreißen, so Universitätspräsident Prof. Wolfgang-Uwe Friedrich. Seit zehn Jahren arbeiten die Universitäten Hildesheim und Nowgorod zusammen. „Wir sollten wissenschaftliche und kulturelle Beziehungen aufrecht erhalten und keinesfalls aufgrund von aktuellen politischen Ereignissen abbrechen“, sagt Prof. Dr. Olga Graumann anlässlich einer Feierstunde mit 90 Gästen aus beiden Städten. „Je mehr wir Verbindungen stärken, desto mehr Vorurteile können wir abbauen –  etwa durch Studierendenaustausch. Unsere Wissenschaftsbeziehungen ändern die Politik nicht, aber wir schaffen Begegnungen.“ Biographien wie jene der Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigen, dass der Austausch und Sprachkenntnisse helfen, sich Urteile zu bilden und nicht mit Vorannahmen zu arbeiten.

Die sehr erfolgreiche Zusammenarbeit in Studiengängen und Forschungsprojekten hob Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich hervor: „Unser Austausch ist ein kleiner Mosaikstein auf der Karte der Wissenschaften in Europa. Er trägt auch zum besseren Verständnis bei. Gerade in Zeiten politischer Spannungen darf dieser Kontakt nicht abreißen. Er muss gepflegt werden, um zu einer besseren Zukunft beizutragen.“

Der Austausch zwischen Nowgorod und Hildesheim sei deshalb so lebendig, weil man sich „persönlich kennen und wertschätzen gelernt hat“, so die Erziehungswissenschaftlerin, die seit fast zwanzig Jahren an der Universität Hildesheim lehrt. Olga Graumann erinnert sich an die erste Begegnung mit ihrem russischen Kollegen aus den Erziehungswissenschaften, Prof. Dr. Michael Pewsner, in den 90er Jahren: „Mit einem russischen Wissenschaftler in deutscher Sprache über Politik sprechen zu können und über die Bedeutung der Perestroika, das hat mich fasziniert. Ich habe berühmte russische Autoren gelesen und russische Psychologen und Pädagogen studiert, aber das Land Russland und die Menschen kannte ich bis dahin nicht.“

Gemeinsam haben die Erziehungswissenschaftler dann den „Doppelabschluss in Erziehungswissenschaft“ entwickelt. Die Zeit war günstig, denn in Hildesheim und Nowgorod stellten sich die Universitäten auf das Bachelor- und Mastersystem um. Die Staatliche Universität Nowgorod und die Stiftungsuniversität Hildesheim sind die ersten und bis heute die Einzigen geblieben, die einen Doppelabschluss in Erziehungswissenschaft zwischen Deutschland und Russland haben. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat den gemeinsamen Studiengang mit  500.000 Euro unterstützt. 28 deutsche Bachelor- und Masterabschlüsse in Erziehungswissenschaft wurden bis 2014 an russische Studierende vergeben, 7 weitere folgen. Die deutschen Studierenden sind zurückhaltender. „Es ist nicht leicht, deutsche Studierende zu gewinnen, denn diese zieht es in westliche Länder. Der Gedanke, in einem osteuropäischen Land zu studieren ist ungewohnt und löst Unsicherheiten und Ängste aus. Umso mehr freuen wir uns, dass 10 deutsche Studierende, doch den Mut aufbrachten. Sie haben alle mit großem Erfolg studiert und sich hervorragend integriert“, so Graumann. Einer der Studenten hat ein rotes Diplom erhalten, das heißt einen Abschluss mit einer besonderen Auszeichnung. „Ohne die Unterstützung von vielen Kolleginnen und Kollegen in der Erziehungswissenschaft, der Sozial- und Organisationspädagogik und der Psychologie und aus dem Prüfungsamt wäre dies nicht möglich gewesen. Sie waren immer bereit, an dem gemeinsamen Curriculum mitzuarbeiten und auf die russischen bzw. deutschen Studierenden einzugehen und sie zu unterstützen. Das ist keineswegs selbstverständlich“, so die Erziehungswissenschaftlerin.

Was solche Kooperationen mit Menschen machen? Olga Graumann zeigt sich von den Studierenden beeindruckt und nennt zwei Beispiele: „Alle russischen Studenten und Studentinnen im Doppelabschlussprogramm verteidigten ihre Abschlussarbeit in der Abschlussprüfung in Nowgorod in deutscher Sprache. Sie sind selbstsicher und weltoffen durch ihren Aufenthalt in einem zunächst fremden Land geworden. Drei deutsche Studentin hat in Russland mit behinderten Menschen ein Märchen gestaltet und sich in die Sprache und die Landestraditionen eingelebt.“ Auch länderübergreifende Promotionen entstanden: Die russische Doktorandin Ekaterina Egorova hat im Promotionskolleg „Interkulturalität in Bildung. Ästhetik, Kommunikation“ der Universität Hildesheim ihre Dissertation über „Individualisierung im russischen Schulsystem“ in deutscher Sprache geschrieben.

Allein 88 deutsche und russische Lehrende lehrten jeweils an der Partneruni. „Wir arbeiten im russisch-deutschen Team, stehen zu zweit vor den Studierenden. Es ist wichtig, sich verständlich und klar auszudrücken. Wenn mein Kollege einen Satz nicht ins Russische übersetzen kann, dann wusste ich, dass der Satz auch im Deutschen nicht gut ist und ich den Gedanken nicht ausreichend durchdacht habe. Das sind neue Lernerfahrungen“, so Olga Graumann. Auch ein deutsch-russisches Wörterbuch „Schul- und Hochschulmanagement. 100 aktuelle Begriffe“ ging aus der Kooperation hervor.

Viele Kooperationsvereinbarungen mit einem ausländischen Partner stehen oft nur auf dem Papier. „Projekte werden nicht lebendig, wenn man nur digitale Kommunikationsmittel nutzt und sich nicht persönlich kennen lernt“, sagt Olga Graumann. Nicht alle Ideen für die Zusammenarbeit entstehen am Schreibtisch: auf einem Donauschiff bei einer gemeinsamen Kulturfahrt entstand ein Projekt zur Aus- und Weiterbildung im Bildungsmanagement, das im Rahmen des EU Programms TEMPUS gefördert wurde.

Mittlerweile haben die Universitäten Hildesheim und Nowgorod gemeinsam ein Netz aus 20 Universitäten in West- und Osteuropa gespannt (siehe Projekt unten).

Beispiel: EU-Projekt Tempus startet: Hildesheimer Erkenntnisse kommen in Ukraine, Weißrussland und Russland an

Hildesheimer Erkenntnisse in der Bildungsforschung kommen in der Ukraine, Weißrussland und Russland an: Bis 2016 arbeiten Erziehungswissenschaftler der Universitäten Hildesheim, Bremen, Wien, Helsinki und Rom gemeinsam mit Hochschulen aus Russland, der Ukraine und Weißrussland an Wegen, wie „Diversity“ in der Aus- und Weiterbildung von Pädagogen und Bildungsmanagern in den östlichen Ländern berücksichtigt werden kann. Auch eine Schule in St. Petersburg und ein Kinderheim gehören zu den Projektpartnern.

Zunächst erfassen Soziologen in den Städten der beteiligten Hochschulen, was den Eltern – etwa in St. Petersburg, Welikij Nowgorod, Tjumen, Kiew, Minsk, Witebsk, Berdjansk und Khmelnitzkij – wichtig ist. Was erhoffen sie sich in Bezug auf Umgang mit Vielfalt? Dann sollen Schulungsinhalte für Sozialpädagogen, Erzieher und Lehrer erarbeitet werden, erläutert die Hildesheimer Projektleiterin Prof. Dr. Olga Graumann. „Die Curricula in den Studiengängen sollen modernisiert werden – dabei beraten wir die Hochschulen. Wie können Lehrer mit physischen Beeinträchtigungen, Sprachproblemen, mit kultureller und sozialer Vielfalt, mit Hochbegabung professionell umgehen? In allen drei Ländern ist ein zunehmender Zustrom der Migranten zu verzeichnen.“ Die Mehrzahl der Arbeitsmigranten hat selbst keine höhere Schulbildung. Das bedeutet, dass die Eltern ihren Kindern in der Schule eher nicht helfen können, da sie auch in der Regel die Landessprache nicht oder nur ungenügend beherrschen. In der Ukraine wurde Inklusion in das Bildungsprogramm aufgenommen, doch ausgebildete Pädagogen fehlen weitgehend.

Man wolle in der „länderübergreifenden Vernetzung voneinander lernen“, sagt Olga Graumann. Das Projekt „Aus- und Weiterbildung für Pädagogen und Bildungsmanager im Bereich Diversity" wird bis Ende 2016 mit rund 1,2 Millionen Euro von der Europäischen Kommission gefördert, über 900 Anträge wurden eingereicht – nur 13 Anträge von deutschen Hochschulen wurden bewilligt. Von den 171 bewilligten Anträgen werden nur 27 Universitäten mit über einer Millionen Euro gefördert. Hildesheim wurde ausgewählt, da die Universität umfassende Erfahrungen im Umgang mit Vielfalt nachweisen kann. So läuft in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und Schulen seit mehreren Jahren das Projekt Lernku(h)lt, bei dem Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen gemeinsam in Kleingruppen lernen und Lehramtsstudierende wiederum praxisnahe Erfahrungen im Umgang mit Mehrsprachigkeit, Diagnostik und Eltern sammeln.

Um Diskriminierungen von Menschen abzubauen, um eine möglichst chancengerechte Entwicklung aller zu ermöglichen, könne man gerade im Bildungsbereich ansetzen, so die Erziehungswissenschaftlerin. „Die Pädagogik und Bildungspolitik sind aufgerufen, den Bereich Diversity in den Mittelpunkt ihrer Zielsetzung zu stellen.“ Die Folgekosten gescheiterter Biografien seien auf Dauer höher als die Investitionen in eine gute Erziehung und Bildung, sagt Olga Graumann.

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Pressemeldungen Psychologie Sozial- und Organisationspädagogik Erziehungswissenschaft Fachbereich 1
news-9073 Thu, 25 Sep 2014 14:02:00 +0200 Lernförderung in Schulen:Projekt soll in Grundschulen fortgeführt werden https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/lernfoerderun/ Schüler mit Lese-Rechtschreibschwäche oder Teilleistungsstörung werden in der Schule besonders gefördert / Psychologen untersuchen Entwicklung von Kindern Pressespiegel regional Psychologie KIM - Kind im Mittelpunkt Fachbereich 1 news-8795 Tue, 16 Sep 2014 09:06:00 +0200 Weiterleben nach einschneidenden Ereignissen: Wie Menschen mit Traumata umgehen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/weiterleben-nach-einschneidenden-ereignissen-wie-menschen-mit-traumata-umgehen/ Wie kann man Menschen helfen, die Gewalt, einen Unfall, Krieg oder andere einschneidende Ereignisse erlebt haben? 100 Fachleute befassen sich in dieser Woche auf einem Symposium des Zentrums für Gesundheit mit der Frage, wie Menschen mit Traumatisierungen behandelt werden können. Jan-Peter Braun, Chefarzt in der Klinik für Anästhesie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie am Klinikum Hildesheim spricht darüber, welche Folgen die Intensivstation hinterlässt. Professorin Christine Knaevelsrud spricht über die Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen. Sie leitet das Behandlungszentrum für Folteropfer an der Freien Universität Berlin. Hier suchen Menschen aus über 40 Ländern Hilfe, etwa aus Tschetschenien, der Türkei, dem Iran, Irak, Syrien, Afghanistan, dem Kosovo und Irak. Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder erhalten medizinische und psychotherapeutische Hilfe, auch Sozialarbeiter und Dolmetscher gehören zum Team. Einen Einblick, wie man komplexen Traumafolgestörungen mit Achtsamkeit und Mitgefühl begegnen kann, gibt die international Renommierte Traumatherapeutin Luise Reddemann, die Honorarprofessorin an der der Universität Klagenfurt ist.

„Patienten mit Traumafolgestörungen stellen Psychotherapeuten und Ärzte häufig vor große Herausforderungen. Wir möchten aktuelle Behandlungsmöglichkeiten gerade für schwierige Behandlungsfälle in diesem Symposium vorstellen und diskutieren“, sagt der Psychologieprofessor Johannes Michalak.

Das „Zentrum für Gesundheit" organisiert diesen Austausch über Herausforderungen und neue Ansätze bei der Behandlung von Traumatisierungen. Das AMEOS Klinikum, das Klinikum Hildesheim und die Universität Hildesheim arbeiten im Zentrum für Gesundheit zusammen. Ziel ist, die Einrichtungen des Gesundheitssystems in Hildesheim und die Forschung am Institut für Psychologie an der Universität Hildesheim besser zu vernetzen. Das Symposium ist gleichzeitig eine Abschiedsveranstaltung von Prof. Michalak, der zum 1. Oktober eine Professur für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Witten/Herdecke antreten wird.

Die Tagung „Wenn Körper und Seele erschüttert werden. Herausforderungen und neue Ansätze bei der Behandlung von Traumatisierungen" ist öffentlich und kostenfrei. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Es sind nur noch wenige Plätze verfügbar (10 Plätze!). Die Tagung ist von der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen anerkannt.

Studienteilnehmer gesucht

Die Arbeitsgruppe Klinische Psychologie der Universität Hildesheim sucht Menschen, die aktuell unter depressiven Symptomen leiden und sich momentan nicht in einer ambulanten Psychotherapie befinden. Die Studie beschäftigt sich mit der Frage, wie bestimmte therapeutische Übungen genau wirken. Die Studienteilnehmer erlernen in zwei gruppentherapeutischen Sitzungen eine therapeutische Übung, welche sich in früheren Studien bereits als wirksam bei der Behandlung von Depressionen erwiesen hat.  Die Teilnahme beinhaltet drei Termine an der Universität Hildesheim (Dauer etwa 1 bis 2,5 Stunden). Zudem sollten die Probanden bereit sein, täglich etwa 30 Minuten für eine therapeutische Übung aufzuwenden. Interessierte können sich an Christine Hofheinz wenden (E-Mail depstud@uni-hildesheim.de, Telefon 0179.6186490; bitte auf die Mailbox sprechen). Daten werden streng vertraulich behandelt.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie
news-8731 Mon, 25 Aug 2014 09:56:00 +0200 Einfach nur zur Uni https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/einfach-nur-zur-uni/ Studieren mit einer Krankheit: Henrike Hillmer möchte einmal im Bereich Umwelt- und Naturschutz arbeiten. Manchmal muss sie ihre Krankheit im Uni-Alltag erklären. Oft passiert es aber, dass Kommilitonen ihre Einschränkungen einfach „vergessen" und sie nichts Anderes an ihr wahrnehmen. Isa Lange sprach mit der Studentin über den Studienalltag, Barrieren und Ansprechpartner, die weiterhelfen. So können sich Studierende mit Behinderung oder chronischer Krankheit an Petra Sandhagen von der Uni-Beratungsstelle „Handicampus" wenden. Im Studium an der Universität Hildesheim befassen Sie sich mit Umwelt- und Naturschutz. Wo soll es einmal beruflich für Sie hingehen?

Ich habe in Göttingen den Bachelor of Science in Biologie erworben. Mit diesem Abschluss ist es schwierig erfolgreich in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Vom Masterstudium im Bereich Umweltwissenschaft und Naturschutz in Hildesheim erhoffe ich mir beruflich einmal in Behörden, Ministerien oder einem Planungsbüro einzusteigen. Im Studium geht es zum Beispiel um Umweltplanung, Naturschutzrecht und Renaturierung. Es ist eine Mischung aus biologischen und geographischen Inhalten. Meine Vertiefungsrichtung ist der angewandte Naturschutz.

Sie haben „Arthrogryposis multiplex congenita" (AMC), eine angeborene Versteifung der Gelenke, die relativ selten auftritt bei etwa einem von 3000 Kindern. Ist Krankheit eigentlich im Uni-Alltag unter den vielen jungen Leuten ein Thema, oder wird das  eher verschwiegen? Welchen Umgang wünschen Sie sich?

Je nach persönlichen Naturell meiner Kommilitonen werde ich hin und wieder Dinge gefragt. Ich soll dann meine Krankheit erklären, ich darf etwas erklären, oder es gibt keine besonderen Kommentare. Oft merke ich, dass mein Studium – obwohl wir alle das gleiche machen – als besondere Leistung anerkannt wird. Noch öfter passiert es, dass Kommilitonen meine Einschränkungen einfach „vergessen" und sie nichts Anderes an mir wahrnehmen. Wenn ich um Hilfe bitte, bekomme ich diese. Wenn man sich denn einen „Umgang wünschen" kann, dann diesen.

Wenn Sie mit Studierenden unterwegs sind, welche Barrieren erschweren das Studium?

Auf umweltwissenschaftlichen Exkursionen und im Geländepraktikum ist meine Behinderung natürlich ein größeres Thema. Hier stoße ich immer an die Grenze meiner Leistungsfähigkeit und muss alles geben, um mithalten zu können. Trotzdem muss man oft auf mich im Gelände warten. Hierfür haben meine Kommilitonen meist ein größeres Verständnis als der ein oder andere Dozent. Viel größere Barrieren sind etwa der häufig defekte Aufzug hinauf zur Abteilung Geographie im 3. Obergeschoss sowie ungenaue Absprachen, die dann zum Beispiel ein unnötiges Hin- und Hergelaufe nach sich ziehen, das für mich sehr anstrengend ist. Ich pendel außerdem täglich von Hannover nach Hildesheim – ich habe Anspruch auf „Hilfen zur Teilhabe“, das nennt man Eingliederungshilfe, dazu gehört etwa die Unterstützung bei Fahrtkosten. Das Zugfahren fällt mir schwer, ist mit großen Unsicherheiten in allen Bewegungsabläufen und Kraftaufwand verbunden, was schon beim Hebeldrücken beginnt, um aussteigen zu können. Daher fährt mich mein Freund mit dem Auto – weitaus günstiger ist das als mit dem Behindertentransport, der pro Strecke etwa 60 Euro kosten würde – die Unterstützung der Fahrtkosten bei der Stadt Hannover zu erhalten, war leider mühselig. Mir wurden viele Steine in den Weg gelegt und ich habe mich wie eine Schnorrerin gefühlt. Dabei will ich nur zur Universität und studieren.

Erfahren Sie auch Unterstützung in der Universität?

So ziemlich jeder Dozent hatte bisher Verständnis und war in der Lage sich auf meine Bedürfnisse einzustellen. Die Geographie- und Biologieprofessoren Martin Sauerwein und Horst Kierdorf halfen mir von Anfang an bei dem Behördenwahnsinn und stellten jede noch so seltsame aber vom Amt verlangte Bescheinigung aus.

An der Universität gibt es Ansprechpartner für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung (Handicampus). Nutzen Sie solche Angebote, wie holt man sich Rat?

Von dieser Beratungsstelle zog ich mir ganz zu Beginn meines Studiums die Info, dass es eine Möglichkeit gibt, von den Studiengebühren befreit zu werden. Ich kam darüber in Kontakt zum deutschen Studentenwerk und erhielt den entscheidenden Tipp, was ich beantragen muss um den Transport von Hannover nach Hildesheim gewährleistet zu bekommen. Rat holte ich mir vom Studentenwerk und dem Beratungszentrum des Sozialverbands Deutschland.

Sie haben einen Begleithund, den neunjährigen Labrador Nico. Wie hilft der Hund Ihnen, was macht er zum Beispiel?

Nico ist inzwischen krankheitsbedingt sozusagen in Frührente, er hat Coxarthrose und begleitet mich aus diesem Grund nicht mehr in die Uni. Früher war er in jeder Vorlesung dabei. Zuhause hilft er weiterhin wo er kann, hebt Gegenstände auf – Messer und Münzen oder Papier –, räumt die Waschmaschine aus, stabilisiert mich beim Treppe gehen und sorgt für einen größeren Freiraum in großen Menschenmengen. Weiterhin hilft er momentan bei der Erziehung und Ausbildung seines Nachfolgers. Cooper ist vier Monate alt, ich bilde ihn selbst mithilfe von Fachtrainern aus und Nico passt auf, dass ich alles richtig mache.

Vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Mit Behinderung oder chronischer Krankheit studieren: Anlaufstelle „Handicampus“ / Von: Antonia Schreiner, Praktikantin Pressestelle

An der Universität Hildesheim gibt es die Anlaufstelle „Handicampus – Studieren mit Behinderung oder chronische Krankheit“. Dr. Petra Sandhagen vom Institut für Psychologie berät betroffene Studierende und Studieninteressierte. Studierende kommen vorbei oder mailen der Psychologin und auch Lehrende und Mitarbeiter in den Dezernaten sind offen für Fragen, individuelle Lösungen und Informationen. Je Semester erreichen Petra Sandhagen Anfragen von etwa 20 Studierenden, dann folgen längere telefonische oder persönliche Gespräche und E-Mails. „Die häufigste Frage ist die nach einem Nachteilsausgleich. Studierende können beim Prüfungsamt beantragen, dass sie in einer Prüfung eine Zeitverlängerung erhalten oder eine andere Prüfungsform wählen dürfen, um einen durch ihr Handicap entstandenen Nachteil auszugleichen“, sagt Sandhagen. Eine sehbehinderte Studentin könne etwa beantragen, dass sie eine Klausur auf einem Rechner schreiben darf, der die Schrift besonders groß darstellt, oder dass sie eine mündliche Prüfung statt einer schriftlichen ablegen darf. Neben der Beschreibung reichen betroffene Studierende ein fachärztliches Gutachten ein, das die Einschränkungen benennt. „Hier kann ich in der Beratung erläutern, welche Möglichkeiten es gibt und an wen sich die Anträge richten. Ob die Studierenden einen Antrag stellen, liegt in ihrer eigenen Entscheidung.“ Häufig drehen sich die Fragen auch um die Studienorganisation: Wie viele Prüfungen soll ich planen? Ist es schlimm ein Semester länger zu brauchen? Diese Fragen können in der Anlaufstelle nicht beantwortet werden, aber „ich kann Studierende in ihren Überlegungen begleiten, damit sie selbst herausfinden, wie ein guter Studienverlauf für sie aussieht“.

„Die Anlaufstelle ist ein Angebot, das Studierende nutzen können aber nicht müssen. Der Kontakt geht immer von den Studierenden aus. Es gibt sicherlich etliche Studierende an der Universität Hildesheim, die die Anlaufstelle nie nutzen. Das kann bedeuten, dass sie gut klar kommen und keinen Beratungsbedarf haben. Das kann aber auch bedeuten, dass Scheu und Unsicherheit bestehen. Manche Studierende möchten nicht, dass jemand von ihrer Erkrankung weiß“, sagt die Psychologin. Andere hingegen gehen sehr offen damit um, vor allem Studierende mit einem körperlichen Handicap. Sie nehmen frühzeitig Kontakt auf und informieren sich nach Barrierefreiheit. „Wenn noch Fragen zu Beginn des Studiums ungeklärt sind, kontaktieren sie den ‚Handicampus‘ und wenn ich nichts mehr höre, dann weiß ich, dass alles läuft“, so Sandhagen. Auch Mitstudierende und Lehrende können die Anlaufstelle kontaktieren. „Ein Gespräch nimmt Unsicherheiten auf beiden Seiten. In Seminaren erlebe ich es, dass es für Studierende und Dozenten schnell normal wird.“ Petra Sandhagen ist via E-mail erreichbar (petra.sandhagen@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Biologie & Chemie Geographie Psychologie Fachbereich 1
news-8756 Sun, 24 Aug 2014 12:48:00 +0200 Friede, Freude, Eierkuchen? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/friede-freu/ Wie es Eltern wirklich geht: Forscher der Universität Hildesheim wollen mehr über das Elternsein herausfinden. Pressespiegel regional Universität Hildesheim Fachbereich 1 Psychologie news-8755 Sat, 23 Aug 2014 12:45:00 +0200 Haben es Eltern schwer? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/haben-es-elt/ Ein Forschungsteam um den Psychologieprofessor Werner Greve sucht Teilnehmer für eine Studie. Pressespiegel regional Universität Hildesheim Fachbereich 1 Psychologie news-8712 Fri, 15 Aug 2014 14:45:00 +0200 Friede, Freude, Eierkuchen: Wie leben Eltern? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/friede-freude-eierkuchen-wie-leben-eltern/ Psychologen der Universität Hildesheim möchten mehr über die Lebenslagen von Eltern und über ihre Erfahrungen als Elternteil herausfinden. Für das Forschungsprojekt „Leben" suchen sie bundesweit Eltern, die einen Fragebogen online ausfüllen. Die Forscher untersuchen in einer weiteren Studie die Situation von Eltern, deren Kinder mit einer Behinderung aufwachsen. Ergebnisse aus einer Vorstudie zeigen: Je mehr Belastung die Eltern empfinden, desto schlechter fühlen sie sich. Bei Eltern, die ihre Perspektive wechseln können, fällt die Belastung niedriger aus. „Elternsein ist eine wunderbare Aufgabe, die Verantwortung, Fürsorge und Betreuung mit sich bringt. Aber auch mögliche Belastungen, die mit der Elternschaft einhergehen können unterschätzt oder übersehen werden. Außerdem gehen Eltern unterschiedlich mit Belastungen um. Wir möchten mehr über die Lebenslagen von Eltern und über ihre Erfahrungen als Elternteil herausfinden. Dafür brauchen wir bereitwillige Eltern, die an unserer Online-Studie teilnehmen. Wir sind an jeder einzelnen Stimme interessiert", sagt Sabine Hellmers, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Leben" von der Universität Hildesheim. Gemeinsam mit Psychologieprofessor Werner Greve sucht sie derzeit Eltern, die an der Studie teilnehmen.

Alle Eltern, die an der Studie teilnehmen möchten, füllen einzeln einen Online-Fragebogen aus. Der Fragebogen kann ab sofort online bearbeitet werden. Dabei machen Eltern Angaben zum Alltag mit ihrem Kind, etwa ob es Verhaltensweisen zeigt, die stören, ob sie das Gefühl haben, selten frei zu haben, ob sie Zweifel haben. Sie äußern sich zum Beispiel, wie sie in der Familie miteinander umgehen, ob sie ihr Kind loben und sich als freiwillige Helfer in der Sport- oder Musikgruppe des Kindes engagieren. Die Eltern können zum Beispiel belastende Ereignisse schildern wie Mobbing, weniger Freunde, die Familie zieht sich zurück, eine schwere Krankheit und Schulden. Und sie können Ereignisse schildern, die das Familienleben auf schöne Weise beeinflussen, wie Unterstützung von Freunden, ein neuer Partner, eine schöne Wohnung, Erhöhung des Einkommens oder gute Schulleistungen des Kindes.

Wie Kinder sich entwickeln, dazu liegen bereits viele Erkenntnisse vor. Die Hildesheimer Forscher hingegen untersuchen die bisher weniger beachtete psychische Lebenssituation von Eltern. Der eigene Alltag verändert sich und es gibt manche Einschränkungen: Wer ein Kind betreut, braucht Zeit und Mühe. Wie gehen Eltern damit um, wenn weniger Zeit für ihre persönlichen Interessen bleibt? Wie meistern sie Konflikte mit ihrem Kind? Woraus schöpfen sie Zufriedenheit und Wohlbefinden?

Einige Fragen sprechen persönliche Punkte an. Die Angaben im Fragebogen werden streng vertraulich und entsprechend der Datenschutzgesetzgebung behandelt. Eine Identifikation der Person, die den Fragebogen ausgefüllt hat, ist nicht möglich und auch nicht beabsichtigt. An der Studie können Eltern aus dem gesamten Bundesgebiet teilnehmen, ihre Kinder sollten möglichst noch minderjährig sein.

Kontakt für Eltern

Bei Rückfragen können Eltern die Forscher Sabine Hellmers (M.Sc. Psych.) und Prof. Dr. Werner Greve telefonisch, per Email oder Brief kontaktieren (Telefon: 05121.883-10938, E-Mail: hellmers@uni-hildesheim.de, Institut für Psychologie der Universität Hildesheim am Marienburger Platz 22, 31141 Hildesheim).

Studie zu Eltern von Kindern mit Beeinträchtigungen

Die Forscher untersuchen in einer weiteren bundesweiten Studie die Lebenslagen von Eltern, deren Kinder mit einer Behinderung oder dauerhaften Beeinträchtigung aufwachsen. Dabei geht es um die Frage, wie Eltern diese Situation bewältigen, welche Strategien sie entwickeln und in welchen Lebenslagen sie leben. Ergebnisse aus einer Vorstudie in Niedersachsen zeigen: Je mehr Belastung die Eltern empfinden, desto schlechter fühlen sie sich. Aber: Bei Eltern, die ihre Perspektive wechseln und sich etwa von einem früheren Ziel lösen können, fallen die Effekte von Belastung deutlich niedriger aus. Die Universität Hildesheim sucht auch für diese Studie über die Lebenslagen von Eltern beeinträchtigter Kinder noch Teilnehmer, auch hierbei füllen sie einen Online-Fragebogen aus (hier geht's zum Fragebogen).

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
news-8680 Mon, 04 Aug 2014 07:54:00 +0200 Geschickt verhandeln https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/geschickt-verhandeln/ Psychologen suchen 65- bis 85-Jährige für eine Studie: Ändert sich mit dem Älterwerden auch das Verhandlungsgeschick? Jan Häusser und Cathleen Kappes vom Institut für Psychologie der Universität Hildesheim untersuchen, wie Menschen unterschiedlichen Alters verhandeln. Psychologen der Universität Hildesheim beschäftigen sich in einer Studie mit dem Thema Verhandlungsgeschick. Dr. Jan Häusser und Dr. Cathleen Kappes von den Abteilungen für Sozialpsychologie und Entwicklungspsychologie gehen gemeinsam mit Studierenden der Frage nach, wie Menschen unterschiedlichen Alters in Verhandlungen vorgehen – zum Beispiel beim Autokauf. Sie untersuchen, welche Faktoren einen Einfluss auf den Verhandlungsverlauf und das Ergebnis der Verhandlung haben.

Für die derzeit laufende Studie werden noch Männer und Frauen im Alter von 65 bis 85 Jahren gesucht, die gerne an der Studie teilnehmen und ihr Verhandlungsgeschick erproben möchten. Die Durchführung der Studie dauert etwa eineinhalb Stunden. Teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung von 10 Euro. Interessierte können sich unverbindlich unter der Telefonnummer 05121.883-10978 (Anrufbeantworter) melden und werden dann zurückgerufen.

„Wir können untersuchen, wann Einigungen in Verhandlungen entstehen und welche Bedingungen dazu führen, dass eine Abmachung der Verhandlungspartner nicht zustande kommt. In dieser Untersuchung interessieren wir uns dafür, ob und wie sich das Verhandlungsgeschick mit zunehmendem Alter verändert“, sagt die Psychologin Cathleen Kappes. Die Forscher begleiten die Probanden nicht beim Autokauf oder auf dem Wochenmarkt, sondern in diesem Fall findet die Studie unter kontrollierten Bedingungen in den Studienräumen der Uni statt.

Verhandeln und Entscheiden

Die Arbeitsgruppe „Sozialpsychologie“ der Universität Hildesheim kennt sich aus mit Entscheidungen in Gruppen. So untersuchen die Forscher etwa, wie der Informationsaustausch und Entscheidungsprozesse in politischen Gremien ablaufen und verbessert werden können. In der Politik sei das „Streben nach Einmütigkeit, das Schließen der Reihen“ weit verbreitet, doch es verstellt den Blick für eine kritische Analyse, sagt Professor Andreas Mojzisch. Er forscht zu Gruppenentscheidungen und Gruppenurteilen. Von Abweichlern und Querdenkern könnten Gruppen profitieren.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie
news-8701 Thu, 31 Jul 2014 16:36:00 +0200 Kaufen ältere Menschen geschickter ein? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/kaufen-aelter/ Uni-Forscher suchen Senioren für eine Studie zum Verhandlungsgeschick Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie news-8634 Tue, 22 Jul 2014 11:47:00 +0200 Fremdsprache lernen: „Inhalte und Sprache verbinden“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/fremdsprache-lernen-inhalte-und-sprache-verbinden/ Wie Grundschulkinder eine Fremdsprache erlernen, untersuchen die Professoren Kristin Kersten und Werner Greve. Ab Herbst dokumentieren sie an niedersächsischen Schulen Unterricht, erfassen die Haltung der Lehrkräfte und in den Lehrerkollegien und befragen Schüler. Dabei haben es junge motivierte Lehrkräfte, die an ihrer Schule Methoden der bilingualen Sprachvermittlung anwenden möchten, manchmal schwer. Wann beginnt man wie mit dem Erlernen einer Fremdsprache? Am effektivsten sind intensive Formen von bilingualem Lernen. Ergebnisse aus Kanada zeigen, dass sie nicht nur die Fremdsprachenkompetenz, sondern auch die Muttersprache, das Sachfachlernen und die allgemeine Kognition fördern. „Inhaltslernen und Sprachlernen werden dabei miteinander verknüpft. Man lernt Sachinhalte in einer Fremdsprache", sagt Professorin Kristin Kersten. Die Sprachwissenschaftlerin untersucht an der Universität Hildesheim, unter welchen Bedingungen der Erwerb einer zweiten Sprache erfolgt. Dabei geht sie der Frage nach, wie Fremdsprachenlernen früh und erfolgreich beginnen kann, etwa in bilingualen Kindergärten und Grundschulen (mehr dazu im Uni-Journal „Kinder sind in der Lage, mehrsprachig aufzuwachsen"). „Praxisbeispiele in Göttingen und Tübingen zeigen: Die Sprachkompetenz der Kinder am Ende dieser intensiven Grundschulprogramme ist so hoch, dass sich die Kinder oft fließend, wenn auch nicht fehlerfrei, ausdrücken können. An der Umsetzung hapert es in Deutschland", sagt Kristin Kersten. Weder werden intensive Programme des Sprachenlernens flächendeckend in Grundschulen angewandt, noch sind sie Teil der Lehrerausbildung.

Für junge motivierte Lehrkräfte, die die Methoden der bilingualen Sprachvermittlung anwenden möchten, wird es deswegen manchmal schwer. „Sie stehen vor großen persönlichen Herausforderungen. Im schulischen Umfeld sind nicht alle auf innovative Ansätze vorbereitet, und vielleicht auch nicht alle dafür offen", sagt Psychologieprofessor Werner Greve. Welche Schwierigkeiten Lehrer hier besonders belasten und welche Ressourcen dabei hilfreich sind, soll im psychologischen Teil eines neuen Forschungsprojektes untersucht werden, das im Herbst 2014 startet.

Die beiden Forscher der Uni Hildesheim untersuchen die Lage in Niedersachsen. Dabei kombinieren sie sprachwissenschaftliche, fachdidaktische und entwicklungspsychologische Ansätze. Bisher liegen wenige Forschungsergebnisse vor, wie das Erlernen einer Fremdsprache in nur einigen Stunden und wenigen Fächern im Schulalltag erfolgt. In dem neuen Forschungsprojekt erheben Kristin Kersten und Werner Greve die regionale Verbreitung von „Content and Language Integrated Learning“ (CLIL) an niedersächsischen Schulen und dokumentieren, wie Fremdsprachenlernen an der jeweiligen Schule umgesetzt wird. Sie erfassen die Haltung und Motivation bei den Lehrkräften und in den Lehrerkollegien. Dabei befragt die Forschergruppe ab Oktober 2014 Schüler und Lehrkräfte an niedersächsischen Schulen mit Fragebögen. Außerdem begleiten sie einige von ihnen drei Jahre wissenschaftlich. Parallel zur Studie werden die Lehrkräfte fortgebildet.

Das Land Niedersachsen fördert das Forschungsprojekt „Die Implementierung von CLIL (Content and Language Integrated Learning) in Niedersachsen: Entwicklungsperspektiven" mit 200.000 Euro. In dem Landesprogramm „Pro Niedersachsen“ werden drei Hildesheimer Forschergruppen gefördert, sie haben sich gegen insgesamt 64 eingegangene Bewerbungen erfolgreich durchgesetzt. Damit unterstreiche das Land „die Bedeutung der Geistes-, Kultur und Sozialwissenschaften für die kulturelle und soziale Entwicklung unserer Gesellschaft“, so Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić.

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 3 Englische Sprache Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung
news-8560 Fri, 11 Jul 2014 18:25:00 +0200 Wie Bewegung und Stimmung sich beeinflussen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/wie-bewegung-und-stimmung-sich-beeinflussen/ Psychologen der Universität Hildesheim gehen der Frage nach, wie sich Bewegungen auf die Psyche und umgekehrt das Wohlbefinden und die Stimmung auf den Körper auswirken. Sie suchen 18- bis 65-jährige Studienteilnehmer. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert die Studie. Psychologen der Universität Hildesheim gehen der Frage nach, wie sich Bewegungen auf die Psyche und umgekehrt auch Wohlbefinden und Stimmung auf den Körper auswirken. Für die Studie „Embodiment und Depression“ suchen sie ab sofort Teilnehmer mit akuter Depression sowie Teilnehmer, die noch nie in ihrem Leben eine Depression hatten. Die Teilnehmer der Depressionsgruppe sollten zwischen 18 bis 65 Jahre alt sein, die der gesunden Gruppe zwischen 35 und 65 Jahren; beide sollten keine Erkrankungen des Bewegungsapparates aufweisen. Die Teilnehmer sollten sich gegenwärtig nicht in teilstationärer oder stationärer Behandlung befinden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Forschungsprojekt. Die Datenerhebung erfolgt noch bis Ende September.

„Wir untersuchen den Zusammenhang von Stimmung und Motorik unter Alltagsbedingungen. Damit wollen wir einen Beitrag zur Aufklärung der Entstehung von Depression liefern und herausfinden, welche Faktoren die Erkrankung aufrechterhalten. Wir hoffen nun Menschen zu erreichen, die an der Studie teilnehmen, und wollen so einen Beitrag zur Erforschung der Krankheit leisten“, sagt Dr. Helen Niemeyer von der Arbeitsgruppe „Klinische Psychologie“. So weiß man bisher aus der Grundlagenforschung, dass es komplexe Wechselwirkungen zwischen Körper und Seele gibt. Diese Kreisläufe will das Team um Psychologieprofessor Johannes Michalak nun ebenfalls für psychische Erkrankungen erfassen.

Dabei läuft die Untersuchung so ab: Der Studienteilnehmer trägt ein Aufnahmegerät am Körper, damit werden physiologische Parameter gemessen. Das Tragen des Gerätes ist von außen nicht sichtbar. Die Stimmung wird über den Tag hinweg mithilfe eines kleinen tragbaren Handcomputers erhoben. Die Teilnehmer der Studie erhalten die Geräte am Vorabend der Untersuchung und legen sie an zwei Versuchstagen direkt nach dem Aufstehen am Morgen bis zum Zubettgehen an. Über den Tagesablauf gehen sie dann ihren normalen Tätigkeiten nach, sie können während des Erhebungszeitraums alle gewohnten Aktivitäten ausführen. Nach sechs Monaten erfolgt ein telefonisches Interview, um depressive Symptome zu erfassen.

Kontakt für Studienteilnehmer

Für die Studie werden am Standort Hildesheim und Berlin Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit akuter Depression gesucht, wie auch Teilnehmer, die bis jetzt noch keine Depression in ihrem Leben hatten. Sie können sich telefonisch oder via E-Mail an die Forscher wenden. Die Psychotherapeutin Dr. Helen Niemeyer von der Universität Hildesheim informiert gerne persönlich über diese Untersuchung (Telefon 0176.6209.9791, Email embodimentstudie@web.de). Studienteilnehmer erhalten nach Durchführung der vollständigen Erhebung eine Vergütung von 50 Euro. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig und kann jederzeit ohne Angabe von Gründen durch den Teilnehmer beendet werden. Es sind keine Risiken, Beschwerden oder Begleiterscheinungen bei dieser Untersuchung zu erwarten. Der Umgang mit persönlichen Daten und Aufzeichnungen unterliegt strengsten Schutzbestimmungen.

Klinische Psychologie in Hildesheim

Prof. Dr. Johannes Michalak ist seit 2011 Professor für Klinische Psychologie an der Universität Hildesheim. Das AMEOS Klinikum und das Klinikum Hildesheim fördern die Stiftungsprofessur. Um die Einrichtungen des Gesundheitssystems in Hildesheim und die Universität zu vernetzen, wurde das „Zentrum für Gesundheit" gegründet. Menschen und Unternehmen in der Region sollen so auf die Ursachen und Symptome von Krankheiten wie Depression aufmerksam gemacht werden – um besser vorbeugen zu können. Johannes Michalak befasst sich in der Forschung mit der Behandlung von Depressionen und dem Zusammenspiel von Körper und Psyche bei psychischen Störungen.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie
news-8623 Tue, 08 Jul 2014 14:10:00 +0200 Forscher suchen Freiwillige für Uni-Studie https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/forscher-suc/ Bewegung und Depression: Gibt es Wechselwirkungen? Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie Sportwissenschaft news-8304 Tue, 20 May 2014 08:40:00 +0200 Laufen auf Hochtouren: Laufanalysen und Belastungsmessungen ergänzen Laufstrecken https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/laufen-auf-hochtouren-laufanalysen-und-belastungsmessungen-ergaenzen-laufstrecken/ Gemeinsames Laufen beflügelt – am Freitag, 23. Mai 2014, lädt die Universität Hildesheim zum Minerva-Lauf ein. Auf Strecken rund um den Uni-Campus können Hobby-Läufer, Neueinsteiger und Ausdauersportler aller Altersgruppen sich sportlich messen – die Distanzen reichen von 700 Meter bis zu 10 Kilometer. Sportwissenschaftler bieten Laufanalysen mit Videoauswertung und Laktatmessungen an, um die Belastung zu bestimmen. Im Rahmen des Bachelorstudiums „Sport, Gesundheit und Leistung“ organisieren die Studenten Simon Oys und Robert Kuligowski den Lauf. „Für jeden ist etwas dabei und vielleicht wecken wir bei dem ein oder anderen das Interesse am Laufsport“, sagt Robert Kuligowski. Seminare zu Leistungsdiagnostik, Ernährung, Biowissenschaft, Sportpädagogik und -psychologie gehören zu den Studieninhalten. Nun kann der Sportstudent die Theorie unter echten Bedingungen anwenden.

Eröffnet wird der sechste Minerva-Lauf um 17:00 Uhr direkt vor dem Uni-Sportgebäude am Marienburger Platz. Neben den Einzelwettbewerben über 10, 2 und 5 Kilometer können Sportler in diesem Jahr an einem Teamwettbewerb auf der 5-Kilometer-Strecke teilnehmen (ein Team besteht aus mindestens drei Personen). Die ersten drei Zeiten des gesamten Teams werden dabei in der Wertung summiert. Außerdem können Unternehmen und Organisationen ihr Team ins Rennen schicken. Beim Firmen-Lauf unterstützen sie mit ihrem Startgeld in Höhe von 150 Euro die Sportstudierenden. Für die Kleinsten eignet sich der Bambini-Lauf, eine 700 Meter lange Strecke für Kinder. Die Schule mit den meisten Teilnehmern gewinnt den „Fun-Cup“, ein Sportvormittag in der Turnhalle.

Rund 140 Läufer haben sich bereits angemeldet. „Ganz vorne mit dabei ist wieder der Röderhof mit etwa 40 Teilnehmern. Die jungen Frauen und Männer mit geistiger Behinderung wollen nicht separat laufen, sondern in der Hauptklasse mitrennen und gewertet werden“, sagt Bettina Lamers vom Institut für Sportwissenschaft und hebt den Sportgeist der jungen Läufer hervor. Die Sportwissenschaftler der Hildesheimer Universität haben in den vergangen Jahren einen Schwerpunkt im Bereich „Inklusion“ entwickelt. Angehende Lehrer lernen in Seminaren, wie Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam sportlich aktiv sein können. Aber auch weitere Grundschulen aus Hildesheim glänzen bereits mit hohen Anmeldezahlen für den Minerva-Lauf, so Lamers.

Der Lauf ist auch Teil des „Healthy Campus“ (Gesunder Campus). Sportwissenschaftler haben das Gesundheitsprogramm in diesem Jahr an der Universität in Kooperation mit dem Institut für Psychologie gestartet. Dabei drehen sich die Maßnahmen rund um die Themen regelmäßige Bewegung, Ernährung und Stressreduktion. Damit möchte das Team um Dr. Marc Nicolaus nicht punktuell, sondern kontinuierlich Studierende, Lehrende und Mitarbeiter motivieren, etwas für ihre Gesundheit zu tun. So gibt es etwa jeden Mittwochnachmittag einen Lauftreff, der sich auch für Anfänger eignet.

Wie belastet sind die Läufer? Während des Minerva-Laufs bieten die Sportwissenschaftler Laufanalysen mit Videoauswertung, Laktatmessungen direkt nach dem Lauf, Testungen, um Koordination und Beweglichkeit zu bestimmen, und kostenfreie Massagen an. Zudem untersucht ein Team um Psychologieprofessorin Renate Soellner in einer Studie, wie Studierende auf ihre Gesundheit achten, ob sie sich gestresst fühlen, wie sie gut abschalten können und wie Studienbedingungen das Wohlbefinden beeinflussen. Das „Gesundheitsmonitoring“ wird derzeit für den Universitätsstandort Hildesheim ausgewertet.

Weitere Anmeldungen zum Minerva-Lauf sind vor Ort am Veranstaltungstag möglich (Teilnahmegebühr Studierende 7 Euro, Erwachsene 10 Euro). Die VGH-Versicherung, Regionaldirektion Hildesheim, unterstützt den Lauf, sodass für Schülerinnen und Schüler keine Teilnahmegebühr anfällt. Für die medizinische Betreuung steht ein Sanitätsdienst bereit. Der Lauf wird nach den Regeln des Deutschen Leichtathletikverbandes durchgeführt.

Ergebnisse des 6. Minerva-Laufs

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Pressemeldungen Psychologie Sportwissenschaft
news-8336 Thu, 08 May 2014 12:38:00 +0200 Wird der Erfolg in die Wiege gelegt? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/wird-der-erf/ Ringvorlesung an der Universität thematisiert soziale Herkunft und Verlauf des Bildungswegs Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie Erziehungswissenschaft Sozialwissenschaften news-8146 Fri, 11 Apr 2014 17:25:00 +0200 Sorgen und Ängste der Eltern https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/sorgen-und-ae/ Projekt der Uni widmet sich der Krisenbewältigung im Leben mit beeinträchtigten Kindern Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie Erziehungswissenschaft news-8049 Tue, 08 Apr 2014 10:54:00 +0200 Eltern von Kindern mit Beeinträchtigungen: Studie untersucht Bewältigungsstrategien und Lebenslagen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/eltern-von-kindern-mit-beeintraechtigungen-studie-untersucht-bewaeltigungsstrategien-und-lebenslagen/ Wie geht es Eltern beeinträchtigter Kinder? Welche Sorgen und Ängste, Hoffnungen und Stärken haben sie? Ein Forschungsprojekt der Universität Hildesheim stellt diese Fragen – und sucht betroffene Eltern aus allen Bundesländern. Ergebnisse aus einer Vorstudie zeigen: Bei Eltern, die ihre Perspektive wechseln und sich etwa von einem früheren Ziel lösen können, fallen die Effekte von Belastung deutlich niedriger aus. Wie können Menschen Krisen und unvorhergesehene schwierige Ereignisse bewältigen – das untersuchen Forscher der Universität Hildesheim. Werner Greve, Professor für Psychologie und sein Team befassen sich in ihrer Forschung mit der Frage, wie Opfer von Kriminalität mit den Folgen umgehen und wie Menschen kritische Lebensereignisse bewältigen.

Aktuell untersuchen die Wissenschaftler in einem Forschungsprojekt mit dem Namen „Leben“ aus psychologischer Sicht die Lebenslagen von Eltern, deren Kinder mit einer Behinderung oder dauerhaften Beeinträchtigung aufwachsen. Sie interessieren sich dabei für alle Formen von Beeinträchtigungen: beim Hören, Sehen, im Sozialverhalten, in Bewegungsabläufen und in der geistigen Entwicklung. In Deutschland liegen bisher kaum Untersuchungen dazu vor, welche Belastungen dies für Eltern mit sich bringen kann und wie Eltern sie meistern können. „Uns interessiert, wie Menschen mit Konfrontationen umgehen, mit denen sie nicht gerechnet haben“, sagt Sabine Hellmers, die die Studie „Leben“ gemeinsam mit Werner Greve leitet. „Die Belastungen, die mit der Fürsorge und Betreuung des Kindes verbunden sind, werden von anderen Menschen nicht immer wahrgenommen, manchmal auch unterschätzt. Zudem müssen die Eltern damit leben, dass der Zustand über einen langen Zeitraum überdauert oder sich auch vielleicht verschlechtert, manche Lebensziele nicht mehr erreichbar sind – wie machen sie das? Wir möchten in unserem Forschungsprojekt subjektive Erfahrungen und Belastungen untersuchen“, sagt Hellmers.

Die Eltern haben Anforderungen zu meistern, sie kämpfen darum, dass Anträge bewilligt werden und werden psychisch auf eine Probe gestellt – wie schaffen sie es, ein Gefühl der Zufriedenheit zu erreichen? In einer Pilotstudie haben die Psychologen 124 Eltern im Alter von 24 bis 86 Jahre in Niedersachsen befragt mit Kindern jeden Alters; vom Grundschul- bis ins Erwachsenenalter – das älteste Kind ist 42 Jahre. Die Befunde dieser Vorstudie haben die Entwicklungspsychologen in mehreren Punkten überrascht. Unabhängig von der Beeinträchtigung und dem Alter zeigt sich zwar erwartungsgemäß: Je mehr Belastung die Eltern empfinden, desto schlechter fühlen sie sich. Aber: Bei Eltern, die ihre Perspektive wechseln können – etwa indem sie nicht an einem früheren Ziel festhalten, sondern sich von ihrem Ziel lösen können –, fallen die Effekte von Belastung deutlich niedriger aus. Vor allem aber deuten die Befunde darauf hin, dass sich Bewältigungsstrategien bei besonders belasteten Eltern dann erst entwickeln, wenn sie gebraucht werden, so Hellmers. „Die Strategien im Umgang mit widrigen Umständen sind eine entscheidende Stellschraube, wie zufrieden Eltern von Kindern mit Beeinträchtigungen durch das Leben gehen. Wer seine Ziele und Perspektiven auf die Lebenslage anpassen kann, kann ein gutes Befinden erzielen und so auch eher alltagspraktische Herausforderungen lösen“, sagt die Psychologin.

In der nun anschließenden größeren Studie des Leben-Projektes wollen die Forscher in einer größeren Stichprobe auf die Bewältigungsstrategien und den alltagspraktischen Umgang eingehen. Dabei werden Eltern befragt, deren Kinder bis zu 18 Jahre alt und beeinträchtigt sind oder bei denen eine Beeinträchtigung vermutet wird. Zum Forschungsteam gehören auch Psychologiestudierende, die ihre Abschlussarbeiten zum Thema schreiben und an der Erhebung mitwirken. Hellmers, die an der Uni Hildesheim Psychologie studiert hat und vor allem zu Bewältigungsstrategien im Erwachsenenalter forscht, schreibt ihre Promotion auf Grundlage dieses Projekts.

Forschungsprojekt „LEBen – Lebenslagen von Eltern Besonderer Menschen“:

Die Forschergruppe sucht für die Durchführung der Studie Eltern von beeinträchtigten Kindern, die derzeit bis zu 18 Jahre alt sind. Zur Teilnahme gibt es zwei Wege: Entweder die Eltern füllen einen Fragenbogen aus, der ihnen auf dem Postweg zugeschickt wird. Betroffene können sich an Sabine Helmers und Prof. Dr. Werner Greve vom Institut für Psychologie der Uni Hildesheim wenden und den Fragebogen anfordern (Email leben@uni-hildesheim.de, Tel. 05121.883-10938). Oder Eltern können den Fragebogen online ausfüllen. Die Fragen im Online- und Papierfragebogen sind identisch.

Die Studie wird bundesweit durchgeführt, jeder Fragebogen geht in die Untersuchung ein. „Wir sind an jeder einzelnen Stimme interessiert“, sagt Sabine Hellmers. Der Fragebogen wurde in Zusammenarbeit mit betroffenen Eltern und Betreuern entwickelt, etwa der Diakonie, der Schule im Bockfeld, der St. Ansgar Kinder- und Jugendhilfe, dem Röderhof und der Heimaufsicht der Stadt. Für Betroffene in der Region Hildesheim: Die Psychologen kommen auch persönlich zu Elternabenden oder ähnlichen Informationsrunden, um über die Studie zu informieren. Daten werden vertraulich und anonym behandelt.

Beispiele aus dem Fragebogen der Studie

Ist die Beeinträchtigung/Behinderung angeboren oder erworben, etwa durch einen Unfall oder eine Erkrankung? Empfinden Sie die Pflege Ihres Kindes als belastend? Wie häufig ist Ihr Kind aktuell in medizinischer oder therapeutischer Behandlung? Nimmt die Beeinträchtigung des Kindes im zeitlichen Verlauf zu? Wie sehr können Sie sich finanziell die Dinge leisten, die für die gute Versorgung des Kindes notwendig sind? Wie gut werden Sie den Bedürfnissen von ggf. den Geschwistern des beeinträchtigten Kindes gerecht? Der Schwerpunkt der Fragen liegt darin, wie Eltern konkret mit ihrer Lebenslage umgehen, welche Motive sie leiten, mit welchen Plänen und Zielen sie leben und wie der Alltag mit ihrem Kind abläuft und wie sie in der Familie miteinander umgehen.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie
news-8149 Sat, 05 Apr 2014 22:07:00 +0200 Depressive gesucht https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/depressive-g/ Universität erforscht die Behandlung von Erkrankten / Kinder erhalten kostenlos Hilfe beim Lernen und Konzentrieren Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie news-8025 Wed, 02 Apr 2014 16:24:00 +0200 Antriebslos: Studie untersucht Wirkung von Therapien bei akut depressiven 18- bis 65-Jährigen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/antriebslos-studie-untersucht-wirkung-von-therapien-bei-akut-depressiven-18-bis-65-jaehrigen/ Die Arbeitsgruppe Klinische Psychologie sucht für eine Studie zur Wirkweise von therapeutischen Übungen Personen, die akut depressiv sind. Das Projekt ist das erste der neuen Uni-Hochschulambulanz. „Ob Psychotherapie wirksam ist, konnte eindeutig positiv nachgewiesen werden. Wie Psychotherapie wirkt – also über welche psychologischen Prozesse – ist allerdings noch nicht zufriedenstellend beantwortet. Wir wollen Wirkmechanismen verstehen und die Therapieansätze weiter verbessern“, sagt Professor Johannes Michalak. Die Universität Hildesheim gründet eine Hochschulambulanz für Erwachsene – für Kinder und Jugendliche gibt es dieses Modell bereits mit der Lehr- und Forschungsambulanz „Kind im Mittelpunkt“. Eltern und Kinder aus Stadt und Landkreis Hildesheim wenden sich an die Universität, Psychologen untersuchen, ob das Kind eine altersgemäße Entwicklung beim Sprechen, Bewegen und im sozialen Miteinander zeigt oder warum es Schwierigkeiten beim Lesen oder Rechnen hat. Kitas und Schulen erhalten Informationen zu Diagnostik und Beratung bei Lernschwierigkeiten und Entwicklungsstörungen in der frühen Kindheit. Viele der Kinder nehmen an Studien teil.

Einen ähnlichen Weg geht nun ein Forscherteam um Prof. Dr. Johannes Michalak. Die Psychologen der Arbeitsgruppe Klinische Psychologie wenden sich mit der psychotherapeutischen Hochschulambulanz an Erwachsene, zunächst an depressive Menschen aus der Region. „Die Frage, ob Psychotherapie wirksam ist, konnte in den letzten Jahrzehnten durch tausende von Forschungsarbeiten eindeutig positiv nachgewiesen werden. Die Frage, wie Psychotherapie wirkt – also über welche psychologischen Prozesse – ist allerdings derzeit noch nicht zufriedenstellend beantwortet. Dieser Frage wenden wir in den geplanten Forschungsprojekten der Hochschulambulanz zu. Ziel ist es dabei, durch das Verständnis der Wirkmechanismen, die Therapieansätze weiter zu verbessern!“, verdeutlicht Michalak. Er forscht zu Präventions- und Behandlungsmethoden bei Depressionen, das AMEOS Klinikum und das Klinikum Hildesheim fördern diese Stiftungsprofessur für Klinische Psychologie über fünf Jahre bis 2016.

„In dem ersten Projekt der Ambulanz untersuchen wir, wie verschiedene therapeutische Übungen bei depressiven Menschen, die an Niedergeschlagenheit, Interessensverlust und Antriebslosigkeit leiden, wirken“, sagt Christine Hofheinz, wissenschaftliche Mitarbeiterin. Dafür sucht die Uni nun Personen zwischen 18 bis 65 Jahren, die akut depressiv sind. „Wir sind auf Betroffene angewiesen – sie leisten mit ihrer Teilnahme an der Untersuchung einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der Depressionsbehandlung und wir hoffen auf viele Kontakte“, so Hofheinz. Die Studienteilnehmer erlernen in zwei gruppentherapeutischen Sitzungen eine therapeutische Übung, welche sich in früheren Studien bereits als wirksam bei der Behandlung von Depressionen erwiesen hat.

Anschließend führen die Probanden die Übung über zwei Wochen hinweg selbstständig zu Hause durch. „Zu Beginn der Studie, währenddessen und nach den zwei Wochen bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einige Fragebögen zum Ausfüllen. Wir untersuchen, was sich durch die Durchführung der Übung innerhalb dieser zwei Wochen verändert“, so Hofheinz. Nach der Studienteilnahme besteht die Möglichkeit einer Weiterbehandlung in Form einer Gruppentherapie mit etwa 20 Doppelsitzungen in der Hochschulambulanz. Die Behandlungskosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen.

Studienteilnehmer gesucht

Die Arbeitsgruppe Klinische Psychologie der Universität Hildesheim sucht Menschen, die aktuell unter depressiven Symptomen leiden und sich momentan nicht in einer ambulanten Psychotherapie befinden. Insgesamt werden rund 60 Probanden gesucht. Die Teilnahme beinhaltet drei Termine an der Universität Hildesheim (Dauer etwa 1 bis 2,5 Stunden). Zudem sollten die Probanden bereit sein, täglich etwa 30 Minuten für eine therapeutische Übung aufzuwenden. Interessierte können sich an Christine Hofheinz wenden (E-Mail depstud@uni-hildesheim.de, Telefon 0179.6186490; bitte auf die Mailbox sprechen). Daten werden streng vertraulich behandelt.

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Pressemeldungen Psychologie
news-8028 Thu, 27 Mar 2014 21:23:00 +0100 Eine Tür macht den Unterschied https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/eine-tuer-mac/ Wissenschaftler der Universität Hildesheim untersuchen das Verhalten von Hunden Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie Biologie & Chemie Forschung news-8018 Sun, 23 Mar 2014 08:00:00 +0100 Museum der Sinne: Kultur für alle / Kultur mit den Sinnen begreifen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/museum-der-s/ Inklusion im Kulturbereich: Roemer- und Pelizaeus-Museum / Vorreiterrolle für ganz Deutschland / Stationen sind mit kurzen Informationen versehen, die Studenten der Uni Hildesheim in Leichte Sprache übersetzt haben. Das kommt nicht nur Menschen mit geistigen Einschränkungen zugute, sondern auch Kindern oder Menschen, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen Pressespiegel regional Psychologie Leichte Sprache Inklusion Fachbereich 3 Fachbereich 1 news-8016 Wed, 19 Mar 2014 08:00:00 +0100 Museum der Sinne: Offene Ohren für Menschen im Dunkeln / Texte in Leichte Sprache übersetzen / Mit Sinnen erfassen erleichtert lernen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/museum-der-s-1/ Medienlinguisten und Neurowissenschaftler der Uni Hildesheim arbeiten an Entstehung des barrierefreien Museums mit / RPM eröffnet Dauerausstellung Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie Leichte Sprache Inklusion Fachbereich 3 news-7979 Mon, 17 Mar 2014 16:45:00 +0100 Barrierefreies Museum https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/barrierefreies-museum/ Das Roemer- und Pelizaues-Museum hat künftig eine barrierefreie Dauerausstellung. An der Entstehung wirken Neurowissenschaftler und Medienlinguisten der Uni Hildesheim mit. Sie übersetzen Texte über Altägypten und die Erdgeschichte in leicht verständliche Sprache. Zudem wurde untersucht, wie Ausstellungsobjekte von Menschen mit Behinderung wahrgenommen und Räume barrierefrei gestaltet werden können. Die Schau wird Ende der Woche eröffnet und ist bundesweit besonders, denn bisher sind barriefreie Ausstellungen häufig zeitlich begrenzt und meist nur für einzelne Gruppen ausgerichtet. Ende der Woche eröffnet das Roemer- und Pelizaeus-Museum (RPM) Hildesheim das „Museum der Sinne“. In der neuen Dauerausstellung, über Altägypten, Altperu, China, Frühe Menschen und die Erdgeschichte setzt das Museum auf Barrierefreiheit und bietet ein Guidesystem für Blinde, eine Bodenlinie hilft bei der Orientierung. „Für Gehörlose stehen Informationen in Gebärdensprache zur Verfügung und für Rollstuhlfahrer haben wir auf geeignete Betrachtungs- und Greifhöhen geachtet. Texte sind in Groß- und Brailleschrift verfasst, auf Monitoren laufen Informationen in Gebärdensprache. Und Assistenzhunde sind natürlich erlaubt“, beschreibt Dr. Marion Hesse, die gemeinsam mit Julia Kruse die Ausstellung kuratiert, einige Maßnahmen.

Die Objekte können angefasst werden. In „Sinnesführungen“ leiten Fachleute durch die Kultur- und Erdgeschichte – dort kann man hören, sehen, tasten. Und das Museum bietet Führungen in Gebärdensprache, in leicht verständlicher Sprache und für blinde Menschen an. Ermöglicht wurde die Dauerausstellung durch das Niedersächsische Sozialministerium. Daneben unterstützen viele weitere Sponsoren das Projekt. Die Mitarbeiter des Museums begeben sich mit der Dauerausstellung auf einen Pionierweg, denn bisher seien „wenige einzelne Sonderausstellungen, zeitlich begrenzt und für eine bestimmte Gruppe ausgerichtet, die Regel in der Museumslandschaft“, so Hesse. „Wir wollen Kultur für alle nicht punktuell, sondern langfristig anbieten.“

Wissenschaftler und Studierende der Universität Hildesheim haben an der Entstehung der Ausstellung maßgeblich mitgewirkt. So haben sich Psychologiestudierende um Prof. Dr. Kristian Folta-Schoofs zwei Semester lang mit barrierefreier Raumgestaltung und der Auswahl von Ausstellungsobjekten, die mit allen Sinnen erfasst werden können, auseinandergesetzt. Dabei haben die Studierenden die Erfordernisse barrierefreien Lernens bei Menschen mit Behinderung diskutiert und Präsentationsweisen von Objekten daraufhin untersucht, in welchem Ausmaß sie ihren speziellen Wahrnehmungs- und Lernbedürfnisse gerecht werden können. „Durch die Zusammenarbeit mit der Uni haben wir gelernt, unsere Annahmen und Routinen (‚Das machen wir Kuratoren immer so‘) zu hinterfragen“, sagt Marion Hesse, die von Haus aus Ägyptologin ist. „Pharao, Grabreliefs und Hieroglyphen – wir lassen diese Fachbegriffe nun nicht mehr so stehen, sondern erklären, was das ist. Zunächst wollten wir unheimlich viele Inhalte in die Ausstellung nehmen. Das haben wir reduziert und versuchen nun, die Kernpunkte deutlicher darzustellen.“

In einer weiteren Arbeitsgruppe wurden kulturelle Informationen für Menschen mit Behinderungen, mit geringen Deutschkenntnissen oder Lernschwierigkeiten erstellt. Prof. Dr. Christiane Maaß und Isabel Rink von der Forschungsstelle Leichte Sprache der Uni Hildesheim wissen, wie man schwere Texte verständlich macht. Darum haben vier Studierende aus dem Studiengang „Medientext und Medienübersetzung" sechzehn kurze Texte, etwa über Alt-Peru, Alt-Ägypten und Naturkunde, in Leichte Sprache übersetzt. „Eine Herausforderung ist, die Informationen über Kulturgüter aus tiefster Vergangenheit zu übersetzen und den Leser in die entsprechende Epoche zu holen. Zudem ist die Sprache mitunter sehr fachspezifisch und hat auch metaphorische und manchmal sogar mystische Anteile", sagt Isabel Rink, selbst Absolventin des Studiengangs. „Wir wollen aus sprachwissenschaftlicher Sicht etwas zum barrierefreien Museum beitragen. Museumstexte haben oft eine recht ausgeprägte Fachlichkeit. Viele Museen sind Textwüsten. Man hat ganz ausführliche und keineswegs besonders leichte Erklärungen zu den Exponaten", sagt die Medienlinguistin Christiane Maaß.

Das sei aber im Museum der Sinne des Roemer- und Pelizaeus-Museums von vornherein vermieden worden. „Die Ausgangstexte sind überwiegend sehr gut gelungen. Dennoch sind auch einfühlsame und knapp schildernde Texte noch lange keine Texte in Leichter Sprache", so Maaß. Deshalb hat das Museum die Hildesheimer Uni, mit der ein Kooperationsvertrag besteht, ins Boot geholt. Die Studentinnen aus dem Seminar „Barrierefreie Kommunikation" – Anna Muus, Maria Heybutzki, Shirley Peglow und Danja Philine Prahl – haben die Informationstexte für das Museum übersetzt.

Die Information über Höhlenmalerei und die Lebenswelt der frühen Menschen – etwa die Aussage „Mit welchen Tieren die Menschen zum Beispiel in der Steinzeit vertraut waren, zeigen uns Höhlenmalereien aus verschiedenen Ländern der Welt.“ – übersetzt Anna Muus so: „Früher haben die Menschen in Höhlen gewohnt. Die Menschen haben Bilder gemalt. Auf den Bildern sind zum Beispiel Tiere. Früher hatten die Menschen noch kein Papier. Darum haben die Menschen die Bilder auf die Wände von den Höhlen gemalt. Die Bilder von den Tieren gibt es noch heute. Die Bilder zeigen uns: Diese Tiere haben früher gelebt.“ Die Schrift ist größer, es gibt keine Nebensätze. Jede Aussage beginnt mit einem neuen Satz. Seltene Wörter werden vermieden, in Texten steht das Wichtigste oben.

Info: Zusammenarbeit zwischen Museum und Universität

Die Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Universität Hildesheim und dem Roemer- und Pelizaeus-Museum an der barrierefreien Dauerausstellung ist ein Beispiel für die Umsetzung des Kooperationsvertrages, der zwischen Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich und Prof. Dr. Regine Schulz am im April 2013 geschlossen wurde. Ein Ergebnis der wissenschaftlichen Kooperation ist auch die Sonderausstellung „Gegenwelten: Die unsichtbare Seite der Dinge“, die noch bis zum 15. Juni 2014 besucht werden kann. Kunstwissenschaftler und Studierende der Kulturwissenschaften waren an der Entstehung beteiligt.

Ausstellung „Museum der Sinne. Kultur- und Erdgeschichte barrierefrei erleben!“

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Pressemeldungen Psychologie Leichte Sprache Inklusion
news-7978 Mon, 17 Mar 2014 11:10:00 +0100 Entscheidungsfindung: Sind Hunde Individualisten oder Gruppentiere? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/entscheidungsfindung-sind-hunde-individualisten-oder-gruppentiere/ Psychologen der Uni Hildesheim untersuchen, wie das Verhalten anderer Hunde die Entscheidungen eines einzelnen Hundes beeinflusst: Was ist einem Hund wichtiger, ein Leckerli oder die Gemeinschaft mit anderen? Und welche Rolle spielt dabei seine „Persönlichkeit“? Nun suchen die Forscher Studienteilnehmer. Die Sozialpsychologen kennen sich aus mit Entscheidungen in Gruppen. So untersuchen sie etwa, wie Entscheidungsprozesse in politischen Gremien ablaufen und wie basale Wahrnehmungsprozesse durch die Meinung von anderen Menschen beeinflusst werden können. Sind Hunde Individualisten oder Gruppentiere – das wollen Andreas Mojzisch, Professor für Sozialpsychologie, und Markus Germar herausfinden. Es gibt bereits viele Studien, die zeigen, dass Hunde voneinander lernen können. Hunde können demnach das Verhalten anderer Hunde nutzen, um Probleme zu lösen. So können sie etwa per Beobachtung von anderen lernen, wie sie an verstecktes Futter herankommen, sagt Markus Germar. Bisher wurde aber nicht untersucht, ob Hunde andere Hunde auch aus ausschließlich sozialen Gründen nachahmen. Folgt ein Tier seiner eigenen Erfahrung, oder schließt es sich der Gruppe an? Spielt dabei die „Persönlichkeit“ des Hundes eine Rolle? Diese Fragen untersuchen die Psychologen nun erstmals wissenschaftlich. Dabei arbeiten die Forscher, gemeinsam mit der Hundetrainerin Amira Sultan, mit Verhaltensexperimenten, etwa jenem: Der Hund steht vor der Wahl, einen Raum durch die linke oder die rechte Tür zu verlassen. Hinter der einen liegt immer ein Leckerli. Nun beobachtet der Hund, wie drei andere Hunde eine Entscheidung treffen, sie wählen stets die rechte Tür – hinter der kein Leckerli versteckt ist. Wie reagiert der Hund, folgt er seiner eigenen Erfahrung – oder schließt er sich der Mehrheit an?

Die Arbeitsgruppe „Sozialpsychologie“ der Universität Hildesheim kennt sich aus mit Entscheidungen in Gruppen. So untersuchen die Forscher etwa, wie der Informationsaustausch und Entscheidungsprozesse in politischen Gremien ablaufen und verbessert werden können. In der Politik sei das „Streben nach Einmütigkeit, das Schließen der Reihen“ weit verbreitet, doch es verstellt den Blick für eine kritische Analyse, sagt Andreas Mojzisch. Er forscht zu Gruppenentscheidungen und Gruppenurteilen. Von Abweichlern und Querdenkern könnten Gruppen profitieren. Gremien, die mehr oder weniger einer Meinung sind, können etwa auf den „Advocatus Diaboli“ zurückgreifen und Meinungsdissens künstlich erzeugen. „Meinungsvielfalt bringt allerdings wenig, wenn die Gruppenmitglieder sich nicht trauen, abweichende Meinungen zu äußern“, sagt Mojzisch. Dafür sei Vertrauen nötig.

In einem weiteren Forschungsprojekt, gefördert von der Volkswagenstiftung, untersucht der Hildesheimer Psychologe mit Forschern aus Oxford und London, warum Menschen und Affen fehlerhafte Entscheidungen unter sozialem Einfluss treffen. Dabei gehen die Forscher von der Annahme aus, dass Urteile anderer einen erheblichen Einfluss auf das eigene Verhalten und Denken haben. In einer aktuellen Studie fanden Andreas Mojzisch und Markus Germar heraus, dass bereits basale Wahrnehmungsprozesse durch die Meinung von anderen Menschen beeinflusst werden können. In eine Reihe von Experimenten konnten sie zeigen, dass die Meinung einer Mehrheit dazu führte, dass einzelne Personen vor allem das wahrnahmen, was für die Mehrheitsmeinung sprach (Studienergebnisse online: Germar, Schlemmer, Krug, Voss & Mojzisch, 2014).

Teilnehmer gesucht

Die Forscher suchen nun Hundehalter, die Lust haben mit ihren Hunden an der Studie teilzunehmen. Während eine Hundetrainerin mit dem Hund ein kleines Verhaltensexperiment durchführt, möchten die Psychologen bei Kaffee und Kuchen von den Besitzern erfahren, was ihren Hund individuell ausmacht. Die Studie ist für die Hunde absolut stressfrei, da die Hundetrainerin nur mit positiver Verstärkung (d.h. ohne Bestrafung) arbeitet. Es können allerdings nur Hunde teilnehmen, die keine massiven Verhaltensauffälligkeiten zeigen, wie etwa aggressives Verhalten. Die Studie läuft von Mitte März bis Ende Mai 2014. Nach Abschluss der Studie sind alle Teilnehmer zu einer Vortragsreihe über die Forschungsergebnisse eingeladen. Interessierte Hundebesitzer können sich bei Markus Germar, Amira Sultan und Prof. Dr. Andreas Mojzisch melden (unter 05121.883-10932 oder germar[at]uni-hildesheim.de, Informationen zur Studie online). 

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
news-7951 Mon, 10 Mar 2014 15:48:00 +0100 Wenn Schmerz und Depression nicht enden https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/wenn-schmerz-und-depression-nicht-enden/ „Chronische Schmerzen sind sehr belastend – für Betroffene, Familie und Gesundheitssysteme“, sagt Johannes Michalak. Um Menschen in der Region auf Ursachen und Symptome von Depressionen aufmerksam zu machen und besser vorbeugen zu können, hat der Professor für Klinische Psychologie der Universität Hildesheim mit dem AMEOS Klinikum und dem Klinikum Hildesheim das Zentrum für Gesundheit gegründet. Neue psychologische Behandlungsansätze bei chronischen Leiden stellen Fachleute am Mittwoch, 19. März 2014, auf einer öffentlichen Tagung des Zentrums für Gesundheit vor. Dabei richten die Psychologen und Ärzte den Blick auf chronische Formen der Depression und Schmerzstörungen.

„Chronische Schmerzen sind sehr belastend – für Betroffene, Familie und Gesundheitssysteme. Eine Verbesserung zu erzielen, ist herausfordernd. Denn neben körperlichen wirken psychologische und soziale Faktoren“, sagt Prof. Dr. Johannes Michalak. Nicht Biologie allein sei entscheidend, so der Professor für Klinische Psychologie der Universität Hildesheim. Psychologische Faktoren, wie zum Beispiel die Arbeitszufriedenheit, haben häufig einen wichtigen Einfluss auf die Schmerzsymptomatik. „Bei chronischen Erkrankungen ist es mit Ratschlägen nicht getan. Mit einer sorgfältigen Diagnose sollten die Ursachen erfasst werden“, so Michalak, der die Tagung gemeinsam mit dem ärztlichen Direktor des Klinikums Hildesheim, Prof. Dr. Axel Richter, organisiert. Dort angesiedelt ist eine Schmerzklinik. Ziel von Therapien ist die Schmerzlinderung, die Wiederaufnahme der Alltagsaktivitäten und eine verbesserte Lebensqualität.

Mit dem Zentrum für Gesundheit – welches vom AMEOS Klinikum, dem Klinikum Hildesheim und der Stiftungsuniversität Hildesheim getragen wird – soll der Austausch zwischen Forschung und Gesundheitssystem in Hildesheim, gefördert werden – etwa durch solche Fachtagungen.

Über die Bedeutung von Achtsamkeit in der Behandlung von chronischen Schmerzen spricht auf der Hildesheimer Tagung Dr. Anke Diezemann. Achtsamkeit ist ein wichtiges Prinzip östlicher Meditationsansätze und wird zunehmend auch in der Behandlung von Patienten mit chronischen Schmerzen integriert, so die stellvertretende leitende Psychologin des DRK-Schmerz Zentrums in Mainz. Bei achtsamkeitsbasierter Behandlung geht es darum, dass Patienten lernen sich in einer offenen und mitfühlenden Haltung den Erfahrungen des gegenwärtigen Augenblicks zuzuwenden, anstatt sie zu vermeiden und sich in Grübeln über die Vergangenheit oder Sorgen über die Zukunft zu verfangen. Anke Diezemann gibt einen Einblick in die Behandlung von Schmerzen mit diesem Behandlungsprinzip. Prof. Dr. Ulrich Egle von der Celenus Klinik Kinzigtal behandelt in seinem Vortrag den Zusammenhang zwischen Körper- und Seelenschmerz bei Traumatisierungen. Prof. Dr. Eva-Lotta Brakemeier von der Psychologischen Hochschule Berlin stellt einen Therapieansatz bei chronischen Verlaufsformen von Depressionen vor.

Die Tagung ist von der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen anerkannt und richtet sich an Ärzte, Psychotherapeuten und Pflegekräfte. Auch interessierte Bürger können an der kostenfreien Tagung teilnehmen, eine Anmeldung ist erforderlich (Anmeldung online). Bei Fragen können sich Interessierte an Johannes Michalak wenden (E-Mail johannes.michalak[at]uni-hildesheim.de).

Info: Klinische Psychologie in Hildesheim

Prof. Dr. Johannes Michalak ist seit 2011 Professor für Klinische Psychologie an der Universität Hildesheim. Das AMEOS Klinikum und das Klinikum Hildesheim fördern die Stiftungsprofessur. Um die Einrichtungen des Gesundheitssystems in Hildesheim und die Universität zu vernetzen, wurde das „Zentrum für Gesundheit" gegründet. Menschen und Unternehmen in der Region sollen so auf die Ursachen und Symptome von Krankheiten wie Depression aufmerksam gemacht werden – um besser vorbeugen zu können. Johannes Michalak befasst sich in der Forschung mit der Behandlung von Depressionen und dem Zusammenspiel von Körper und Psyche bei psychischen Störungen.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie
news-7579 Mon, 03 Feb 2014 14:30:00 +0100 Analphabetismus Leseförderung in der Grundschule. In Hildesheim arbeiten Universität, Grundschulen und das Jugendamt gemeinsam an einer Lösung https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/analphabetis/ DEUTSCHLANDFUNK über Lernförderung in Grundschulen statt Nachhilfe am Nachmittag Universität, Jugendamt und neun Grundschulen aus der Region bieten eine besondere Art der Lernförderung an: Statt diese auszulagern in den Nachmittag und an außerschulische Einrichtungen, gehört der Unterricht im Lesen und Schreiben zum Schulalltag. Zwei Jahre lang lernen die Dritt- und Viertklässler in Kleingruppen, die Grundschule Barnten setzt das Programm nun fort. 

„Hinter der Idee steckt die Uni Hildesheim. Die Wissenschaftler haben knapp 500 Kinder aus der Umgebung untersucht. Das Ergebnis: jeder dritte Drittklässler hat Probleme mit dem Lesen, Schreiben und Verstehen", notiert der DEUTSCHLANDFUNK. In einer Hörfunk-Reportage berichten die Grundschüler Levin und Inga, wie der Schulalltag abläuft.

Claudia Mähler, Professorin für Pädagogische Psychologie, sagt im DEUTSCHLANDFUNK: „Diese Risiko-Kinder muss das Bildungssystem mehr in den Blick nehmen. Wenn diese Kinder nicht diese Förderung bekommen in der Grundschulzeit, dann ist die Gefahr groß, dass sie später den Schritt in richtiges, flüssiges Lesen nicht schaffen." 

„Analphabetismus. Leseförderung in der Grundschule notwendig", Deutschlandfunk, Campus und Karriere, 03.02.2014 (Hörfunk-Beitrag 5 Min, Text)

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Psychologie Pressespiegel überregional Lehrerbildung Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
news-7827 Sat, 01 Feb 2014 11:48:00 +0100 "Ekel ist größtenteils erlernt" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/ekel-ist-gr/ Wieso das Dschungelcamp für die Zuschauer Training ist Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie news-7794 Fri, 24 Jan 2014 20:06:00 +0100 Ehemalige Heimkinder an der Universität https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/ehemalige-he/ Wissenschaftsministerium fördert Universität für Forschungsprojekt Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Psychologie news-7713 Thu, 16 Jan 2014 18:34:00 +0100 Wie geht es dir? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/wie-geht-es-dir/ Psychologinnen starten eine Studie über Gesundheit im Studium. Wie achten Studierende auf ihre Gesundheit, wie beeinflussen Studienbedingungen das Wohlbefinden? Ab sofort können Studierende teilnehmen. Hinter dem Gesundheitsmonitoring steckt ein Forschungsprojekt: Nur drei Hochschulen bundesweit wurden vom Bundesministerium für Gesundheit ausgewählt – darunter die Universität Hildesheim. Das Team um Prof. Dr. Renate Soellner hat Erfahrungen in der Forschung zu Suchterkrankungen – so wurde etwa der Alkoholkonsum von Jugendlichen in europäischen Ländern untersucht. Mit dem Gesundheitsmonitoring, das in dieser Woche startet, schaffen die Forscherinnen erstmalig eine Datengrundlage – denn verlässliche Zahlen, gar für einen ausgewählten Standort, fehlen. „Wir erfassen gesundheitliche Verhaltensweisen und das Befinden im Studienalltag, um Bedarfe, Ressourcen und Probleme zu erkennen“, sagt Prof. Dr. Renate Soellner von der Universität Hildesheim. Gefragt werden die Studierenden etwa, ob sie auf dem Campus Rückzugsmöglichkeiten und Orte zur Entspannung aufsuchen können. Fühlen sich Studierende gestresst, wie ist das miteinander, wie können sie gut abschalten und wie gehen sie mit Prüfungsdruck und Schreibblockaden um – all das wollen die Psychologinnen nun für die Hildesheimer Uni herausfinden. „Es geht auch um Konsum, etwa von Alkohol, Tabak und verschreibungspflichtigen Medikamenten wie Schlaf- und Aufputschmittel“, so Soellner.

Im Zuge der Bologna-Reform und der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge wurde vermehrt über die Belastung von Studierenden berichtet, von gestiegenen Abbrecherquoten, einer verstärkten Nachfrage nach Studien- und psychologischer Beratung und gestiegenem Lernstoff. Die Endnote setzt sich nun aus vielen Hausarbeiten und Prüfungsleistungen im gesamten Verlauf des Studiums zusammen. Studien – etwa ZEITlast, in der Wissenschaftler der Universitäten Hamburg und Hildesheim Tagesverläufe von Studierenden dokumentierten – zeigten: Es gibt keine größere zeitliche Belastung im Vergleich zu den ausgelaufenen Magister- und Diplomstudiengängen. Die Zeit, die Studierende in das Studium investieren, liegt unter den von Bologna geforderten Werten. Andere Studien dokumentieren eine höhere Zeitbelastung.

„Der psychische Druck ist für manche Studentinnen und Studenten immens“, weiß Renate Soellner. Konkurrenz, das Gefühl von Belastung und Prüfungsangst gehören für viele zum Studienalltag. In Hildesheim befasste sich kürzlich bereits der Senat in einem Tagesordnungspunkt „Psychische Probleme von Studierenden“ mit diesem Befund; der Arbeitskreis Gesundheitsmanagement unter Leitung des Hauptberuflichen Vizepräsidenten ist eingebunden. Psychologe Andreas Witte berichtete vom Alltag in der Beratungsstelle des Studentenwerks OstNiedersachsen. Mit dem Gesundheitsmonitoring sollen nun umfangreichere Daten eingeholt werden. Die Untersuchung soll kommendes Jahr und anschließend alle zwei Jahre wiederholt werden, um Bedarfe frühzeitig erkennen und Auswirkungen struktureller Veränderungen erfassen zu können. Geplant ist, die Befragung auf weitere Statusgruppen auszuweiten.

Hinter dem Gesundheitsmonitoring steckt ein Forschungsprojekt. 19 Hochschulen haben sich beim Bundesministerium für Gesundheit beworben – nur drei bundesweit wurden ausgewählt – darunter die Universität Hildesheim, die nun für das Vorhaben „Prävention von riskanten Substanzkonsum bei Studierenden“ bis Mitte 2015 rund 100.000 Euro erhält. Kooperationspartner ist die delphi-Gesellschaft sowie die Hochschule Magdeburg-Stendal.

Anlass, bei der Gesundheit von Studierenden genauer hinzuschauen und Präventionsangebote zu entwickeln, boten besorgniserregende Untersuchungen. So hat etwa eine vom Deutschen Studentenwerk in Auftrag gegebene HISBUS-Studie das Belastungserleben von Bachelorstudierenden in Studium und Alltag untersucht. Der überwiegende Teil der Studierenden berichtet von starken Belastungen im Studium, auch Erwerbstätigkeit und Geldmangel erzeugen Stress (Hisbus 2013). Wie junge Erwachsene mit Stress und Leistungssteigerung umgehen, zeigt eine  Untersuchung im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums (Hisbus 2012). Die meisten Studierenden (84%) haben schon einmal davon gehört, dass Substanzen mit dem Ziel der „geistigen Leistungssteigerung“ genommen werden. Die große Mehrheit hat allerdings keine Erfahrung mit „Hirndoping“; doch ein Teil (17%) könne sich vorstellen, „leistungssteigernde Mittel zu nehmen“.

Die Universität Hildesheim ist nun eine der ersten Hochschulen in Deutschland, die Gesundheitsförderung und Prävention gezielt angeht. Bisher wurde dieser Bereich an Universitäten vernachlässigt, öffentlich geförderte Projekte waren kaum vorhanden. In Schulen ist dies anders – Initiativen wie die „Klasse 2000“ haben Gesundheitsförderung und Suchtvorbeugung zum Ziel. „Wir meinen das ernst“, sagt Renate Soellner. Man wolle es nicht dabei belassen, Daten zu generieren. „Es macht Sinn, dann auch zu handeln“, so Soellner, die im Bereich Sucht und Gesundheit von Jugendlichen forscht. Auch das Sportinstitut der Universität beginnt in diesem Jahr mit mehreren Maßnahmen – von Ernährungsberatung über Rückentraining bis zum Lauftreff („Healthy Campus“, Infoveranstaltung am 29. Januar). Die Sportwissenschaftler wollen nicht punktuell, sondern kontinuierlich Studierende und Lehrende aktivieren, etwas für ihre Gesundheit zu tun.

Die Psychologinnen legen derzeit die Datengrundlage. Seit Mitte Januar können Studierende an der Befragung teilnehmen. „Ich habe viele Studien gelesen über die Gesundheit von jungen Erwachsenen. Und mich gefragt, ob die Befunde auch auf Hildesheim zutreffen und wie Studierende vor Ort mit Stress umgehen, ob sie in das Hirndoping einsteigen oder Suchtprobleme haben“, sagt Siv Waldeck. Die Psychologiestudentin gehört zu der Forschergruppe. „Und es ist spannend, jetzt echte Daten zu erheben, mitzuerleben, wie Forschung gemacht wird und wie viel Arbeit dahinter steht.“ Man wolle „keine Gruppe als Problemfall herauspicken“, unterstreicht Astrid Bräker, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie. „Wir behandeln die Daten anonym und hoffen auf ehrliche Auskunft. Es geht nicht darum, zu diagnostizieren, wir wollen die Lage in Hildesheim in ihrer Gesamtheit erfassen.“ Astrid Bräker hat in einem europäischen Forschungsprojekt den Substanzkonsum von Jugendlichen mit seinen individuellen und strukturellen Einflussfaktoren erfasst. Die Forschergruppe der Universität Hildesheim verglich dabei den Alkoholkonsum von Jugendlichen in 26 Ländern. Nach dem Ausflug ins internationale Terrain möchte Bräker nun „vor der Haustür etwas tun“.

Studentinnen und Studenten können sich bei Fragen zum Gesundheitsmonitoring „healthy@uni-hildesheim“ an die Forschergruppe wenden (E-Mail: healthy@uni-hildesheim.de).

www.hisbus.de/about/pdf/2012_01_Hirndoping.pdf

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1 Sportwissenschaft
news-7747 Thu, 16 Jan 2014 17:38:00 +0100 Hirndoping mit bunten Pillen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/hirndoping-m/ Universität Hildesheim beteiligt sich als eine von 19 deutschen Hochschulen an Studie über Gesundheit im Studium Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie news-7745 Wed, 15 Jan 2014 17:26:00 +0100 Online macht 500 000 Quadratmeter https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/online-macht/ IHK-Vizepräsident Jens Koch warnt vor toten Städten / Konjunktur sei sehr posititv / Drei Glücksfälle Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie news-7743 Tue, 14 Jan 2014 17:21:00 +0100 Lauter, schneller, moderner https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/lauter-schn/ Studie: Musik im Lebenslauf - Morgen Vortrag an Uni Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie news-7810 Sat, 11 Jan 2014 08:00:00 +0100 Lauter, schneller, moderner: Studie über Musik im Lebenslauf https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/lauter-schn-1/ WESER KURIER über eine Studie der Uni Hildesheim: Psychologen erfassen, welche Rolle Musik im Lebenslauf spielt „Musik hören oder machen ist für die meisten Menschen aller Altersgruppen sehr wichtig, allerdings aus unterschiedlichen Gründen“, sagt Bernhard Leipold im WESER KURIER. „Der Psychologe der Universität Hildesheim untersucht, wie sich ältere von jüngeren Erwachsenen in der Musikrezeption unterscheiden und wie sich Musik auf Stressbewältigung und Lebensqualität auswirkt. [...] Die Kommunikation über Musik sei für die älteren Menschen genauso wichtig wie für jüngere Erwachsene. Sehr deutliche Altersunterschiede zeigen sich hingegen beim Hören von Rock-, Pop- oder Rapmusik", fast der WESER KURIER zusammen. In einer Studie wurden 470 Leute zwischen 19 und 85 Jahren aus Niedersachsen, der Region Hildesheim und Berlin untersucht.

„Studie über Musik im Lebenslauf wird in Hildesheim vorgestellt. Lauter, schneller, moderner", Weser Kurier, 11.01.2014 (print und online)

Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

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Psychologie Pressespiegel überregional
news-7666 Fri, 10 Jan 2014 12:06:00 +0100 Lauter, schneller, moderner https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/lauter-schneller-moderner/ 65-Jährige hören genauso aufmerksam zu wie 19-Jährige – wie sie hören, da gebe es kaum Altersunterschiede, so Bernhard Leipold. Der Psychologe untersucht, welche Rolle Musik im Lebenslauf spielt. Was sie hören – da gehen die Vorlieben von Jüngeren und Älteren auseinander. Jüngere Erwachsene bevorzugen „das Lautere, Schnellere, Modernere". „Musik hören oder machen ist für die meisten Menschen aller Altersgruppen sehr wichtig, allerdings aus unterschiedlichen Gründen", sagt Dr. Bernhard Leipold. Der Psychologe der Universität Hildesheim untersucht, wie sich ältere von jüngeren Erwachsenen in der Musikrezeption unterscheiden und wie sich Musik auf Stressbewältigung und Lebensqualität auswirkt. „Menschen hören Musik, weil sie die Stücke mögen, um sich abzulenken oder aus kommunikativen Gründen", so ein Forschungsergebnis.

In einer Studie untersuchte Bernhard Leipold 470 Leute zwischen 19 und 85 Jahren aus Niedersachsen, der Region Hildesheim und Berlin. Ergebnisse stellt er am Mittwoch, 15. Januar 2014, in einer öffentlichen Vorlesung im Rahmen des Habilitationsverfahrens an der Universität Hildesheim vor. Dann spricht der Psychologe über die Bedeutung und Funktion von Musik im Lebenslauf.

Wenn man erfasst, was die Menschen hören, sind die Altersunterschiede groß. „Fragt man jüngere und ältere Erwachsene danach, wie sie Musik hören, sind die altersbezogenen Unterschiede geringer oder verschwinden völlig“, so Leipold.

Ältere Menschen ab 65 Jahren reagieren genauso emotional auf Musik wie jüngere Menschen, also die 19- bis 35-Jährigen. Und sie hören genauso aufmerksam zu, fasst Leipold ein Studienergebnis zusammen. Auch die Kommunikation über Musik sei für die älteren Menschen genauso wichtig wie für jüngere Erwachsene. Sehr deutliche Altersunterschiede zeigen sich hingegen beim Hören von Rock-, Pop- oder Rapmusik. „Die jüngeren Erwachsenen bevorzugen diese Musikstile, also das Lautere, Schnellere, Modernere. Die befragten Über-65-Jährigen präferieren eher Klassik oder volkstümliche Musik.“

Bernhard Leipold lehrt und forscht am Institut für Psychologie. In seiner Promotion an der Freien Universität Berlin untersuchte er, wie pflegende Angehörige ihre Lebenslage bewältigen und wie die Persönlichkeit dabei wächst. Seit 2005 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Entwicklungspsychologie der Hildesheimer Universität. In dieser Zeit hatte er Vertretungsprofessuren in Berlin, Trier, Münster und München inne. In seiner Forschung untersucht er schwerpunktmäßig die Persönlichkeitsentwicklung im Erwachsenenalter, wie Menschen kritische Lebensereignisse bewältigen und auf ihr Leben zurückblicken. Er befasst sich mit psychischen Störungen im Alter und Konsequenzen für die Angehörigen, vor allem bei Demenz.

Die öffentliche Vorlesung findet am Mittwoch, 15. Januar 2014, um 18:15 Uhr im Hörsaal 1 der Universität Hildesheim statt (Marienburger Platz 22, Hauptcampus). Bernhard Leipold spricht über „Bedeutung und Funktion von Musik im Lebenslauf“.

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Pressemeldungen Psychologie
news-7652 Thu, 09 Jan 2014 03:53:00 +0100 Stellenausschreibung als Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/stellenaussc/ Arbeitsbereich Methodenlehre und Evaluation 2014/1 Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (TV-L E 13, 50%)

im Institut für Psychologie

An der Stiftung Universität Hildesheim ist im Institut für Psychologie - am Arbeitsbereich Methodenlehre und Evaluation - zum 01.04.2014 eine Stelle als

wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in

(TV-L E 13, 50%)

für den Zeitraum von 3 Jahren zu besetzen.

Aufgaben:

  -    Konzeption und Durchführung von Lehrveranstaltungen im Bereich Forschungsmethoden, Evaluation und Gesundheitspsychologie im Studiengang Psychologie (Bachelor, Master) sowie Lehrexport der Psychologie für andere Studiengänge

-    Abnahme von Prüfungen

-    Unterstützung und Mitarbeit an Forschungsaufgaben des Arbeitsbereichs, der Entwicklung neuer Projektanträge, Präsentation von Forschungsergebnissen und Vorbereitung wissenschaftlicher Publikationen

 

Voraussetzungen:  

- Überdurchschnittlicher Abschluss in Psychologie (Diplom oder Master)

- Interesse an Forschungsmethoden, Evaluation und Gesundheitspsychologie

- Sehr gute Methoden- (quantitativ) und Statistikkenntnisse

- Erfahrung mit qualitativen Methoden erwünscht - Fortgeschrittene Kenntnisse im Umgang mit statistischer Analysesoftware

- Erfahrung mit wissenschaftlichem Arbeiten

- Lehrerfahrung  

Die Stiftung Universität Hildesheim will die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern besonders fördern. Sie strebt eine Erhöhung des Männeranteils an in Bereichen, in denen Männer unterrepräsentiert sind. Daher sind Bewerbungen von Männern besonders erwünscht.  

Bewerbungen von Bewerberinnen und Bewerbern mit Schwerbehinderung werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.  

Weitere Auskünfte erteilt Frau Prof. Dr. Renate Soellner, Tel.: 05121/883-10916, E-Mail: soellner@uni-hildesheim.de .  

Bewerbungen sind auf dem Postweg bis zum 21.01.2014 unter Angabe der Kennziffer 2014/1 zu richten an den Präsidenten der Universität Hildesheim, Dezernat für Personal- und Rechtsangelegenheiten, Marienburger Platz 22, 31141 Hildesheim. Bewerbungsunterlagen senden wir Ihnen zurück, wenn Sie einen ausreichend frankierten und adressierten Rückumschlag beifügen. Eingangsbestätigungen/Zwischennachrichten werden nicht versandt.

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Psychologie
news-7659 Mon, 06 Jan 2014 11:25:00 +0100 Schwache sollen wieder Anschluss kriegen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/schwache-sol/ Schreib- und Leseförderung in Grundschulen: Modellprojekt von Uni, Jungendämtern und Schulen zeigt Erfolge Pressespiegel regional Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Grundschuldidaktik und Sachunterricht Psychologie news-7689 Mon, 06 Jan 2014 10:03:00 +0100 Vorbeugen statt hinterherhinken https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/vorbeugen-statt-hinterherhinken/ Lesen und Schreiben lernen, manchen Kindern fällt das schwer. Ohne gezielte Unterstützung verlieren sie in diesem Bereich den Anschluss an ihre Klassenkameraden. Die Universität und Jugendämter aus Stadt und Landkreis beugen vor: ein Modellprojekt an neun Hildesheimer Schulen zeigt erfreuliche Entwicklungen. „33% der untersuchten Kinder zeigen im Lesen oder Schreiben unterdurchschnittliche Leistungen verglichen mit anderen Schülern ihrer Klassenstufe. Sie tragen ein hohes Risiko, dauerhaft im Lesen und Schreiben hinter ihren Klassenkameraden zurück zu bleiben“, sagt Prof. Dr. Claudia Mähler. Dies ist ein deutliches Ergebnis einer Lernstanderhebung an neun Grundschulen in Stadt und Landkreis Hildesheim. Folgen können Schulunlust, Verhaltensauffälligkeiten und seelische Probleme sein. Die Kinder erleben wiederkehrend Misserfolge – und die Eltern, die nicht mehr wissen, wie sie ihrem Kind helfen können, stehen ebenfalls unter Druck. Häufig folgen Nachmittage mit kostspieliger Nachhilfe und Lerntherapie.

Damit diese „Risikokinder“ – immerhin ein Drittel – eine Chance erhalten, ziehen die Jugendämter von Stadt und Landkreis mit der Universität Hildesheim seit 2011 an einem Strang und entwickelten das Modellprojekt „LeFiS – Lernförderung in Schulen“. Statt Probleme auszulagern, entstand eine schulinterne Lösung. „Wir wollen Kinder, die im Lesen und Schreiben Schwierigkeiten haben, möglichst frühzeitig unterstützen – bevor sie weitere Probleme bekommen“, sagt Claudia Mähler. Zunächst untersuchten Dr. Kirsten Schuchardt und Christina Balke-Melcher von der Abteilung für Pädagogische Psychologie und Diagnostik der Uni Hildesheim insgesamt 476 Kinder zu Beginn der dritten Klasse in den neun teilnehmenden Schulen.

Die auffälligen Kinder wurden dann während der Unterrichtszeit zwei Stunden pro Woche in einer Kleingruppe von professionellen Lerntherapeuten gefördert. „Somit entfällt die Belastung für Eltern und Kind durch einen zusätzlichen Termin am Nachmittag. Und die Kinder können das in der Einzeltherapie Erlernte später leichter auf die Unterrichtssituation anwenden“, sagt Claudia Mähler, die an der Universität Hildesheim auch dafür zuständig ist, künftige Lehrergenerationen im Bereich Diagnostik auszubilden.

Über zwei Jahre wurden die Kinder bis zum Ende des vierten Schuljahres begleitet. Fortschritte im Lesen und Schreiben wurden durch die Universität überprüft. Nun können die Forscher eine erfreuliche Entwicklung feststellen. 62 % der Kinder, die über die gesamten zwei Jahre an der Förderung teilnahmen, konnten ihre Schwächen überwinden. „Das bedeutet, ihre Leistungen im Lesen und/oder Schreiben haben sich an die ihrer Mitschüler angeglichen und sind nun im durchschnittlichen Bereich“, kommentiert Mähler. Genauer betrachtet wird deutlich: Kinder, die sich nicht verbessern konnten, hatten schon in der zweiten Klasse deutliche Schwierigkeiten. „Sie konnten von der Arbeit in Kleingruppen nicht ausreichend profitieren, um ihre Leistungen zu verbessern.“

Frühe Lernförderung in Schulen sei eine sehr gute Möglichkeit, Kinder mit Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben zu unterstützen und ihnen beim Überwinden ihrer Schwächen zu helfen, so das Fazit der Mitarbeiter der Jugendämter und der Uni Hildesheim. Kinder mit gravierenden Schwierigkeiten sollte man jedoch eine längerfristige Einzeltherapie anbieten. Die Rückmeldungen der beteiligten Schulen und Lerntherapeuten unterstreichen dieses Ergebnis.

Forschergruppe Pädagogische Psychologie und Diagnostik

Die Forschergruppe um Claudia Mähler befasst sich an der Universität Hildesheim mit der Verschiedenheit vor Schuleintritt. Die Wissenschaftler untersuchen etwa in einer Langzeitstudie die unterschiedlichen Entwicklungsverläufe von Kindern, welche kognitiven Kompetenzen in der frühen Kindheit für spätere Schulleistungen entscheidend sind und wie vor der Einschulung Entwicklungsrückstände erkannt werden können.

In der Lehr- und Forschungsambulanz „Kind im Mittelpunkt" begleiten die Forscher Eltern und Kinder aus Stadt und Landkreis Hildesheim. Die Betroffenen wollen herausfinden, ob ihr Kind eine altersgemäße Entwicklung beim Sprechen, Bewegen und im sozialen Miteinander zeigt oder warum es Schwierigkeiten beim Lesen oder Rechnen hat. Kitas und Schulen erhalten hier Informationen zu Diagnostik und Beratung bei Lernschwierigkeiten und Entwicklungsstörungen in der frühen Kindheit. Kontakt zur Ambulanz für Betroffene telefonisch (05121.883-10982, Mo bis Do von 13 bis 14 Uhr) und via E-Mail (kim[at]uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Psychologie
news-7656 Tue, 31 Dec 2013 11:23:00 +0100 Blick zurück in die Zukunft https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/blick-zurueck/ Vor einem Jahr ließ Viki sich die Karten legen - was ist daraus geworden? Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie news-7681 Thu, 19 Dec 2013 17:12:00 +0100 Bin im Stress https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/bin-im-stress/ Manchen bereiten Festtage wie Weihnachten Stress. Mit Psychologieprofessor Johannes Michalak sprach Isa Lange über Stress an Feiertagen und am Arbeitsplatz – und wie man ihn vermeidet. Der Professor für Klinische Psychologie fordert von Arbeitnehmern und -gebern „mehr Anstrengungen im Bereich Prävention und Behandlung von Erschöpfung und Überforderung". Hektik in Geschäftsstraßen, übertriebener Konsum, Streit – manchen Menschen bereitet die Weihnachtszeit Stress. Warum lösen Feiertage Stress aus?

Johannes Michalak: Stress entsteht immer dann, wenn ich das Gefühl habe, dass mich eine Situation überfordert. Dass sie meine Verarbeitungskapazitäten übersteigt. Das wird begünstigt durch einen Hang zum Perfektionismus – und gerade an Feiertagen wie Weihnachten und an Geburtstagen haben wir dann häufig den inneren Anspruch, dass alles perfekt laufen soll.

Wie kann man denn mit solchen Erwartungen umgehen?

Indem man den Perfektionismus ein Stück weit in Frage stellt. Häufig ist das ja eine Frage der Schwerpunktsetzung. Geht es wirklich darum, dass das Essen, die Geschenke, die Atmosphäre oder das Weihnachtszimmer
perfekt sind? Aber geht es bei Weihnachten nicht um ganz andere Dinge? Außerdem ist es gut, ganz bewusst Gelegenenheiten für Besinnung und Ruhe
zu schaffen: etwas lesen, was einen auf Weihnachten vorbereitet, ein Konzert besuchen, in die Kirche gehen oder auch nur am Abend eine Pause machen, die einen zu sich kommen lässt und in der die Agenda des Tages keine Rolle spielt.

Viele fühlen sich am Arbeitsplatz gestresst. Psychische Erkrankungen sind ein häufiger Grund für Frührente. Was raten Sie Arbeitnehmern und -gebern?

Mehr Anstrengungen im Bereich Prävention und Behandlung von Erschöpfung und Überforderung sind notwendig. Betriebe sollten an den Arbeitsbedingungen ansetzen, zum Beispiel indem man zu hohe Arbeitsverdichtung vermindert, wertschätzend im Arbeitsteam miteinander umgeht und Gesundheit durch Angebote fördert. Den Zustrom von Informationen zu reduzieren, kann eine sinnvolle Maßnahem sein – etwa E-Mails nur während der Arbeitszeit abzurufen. Bei Betroffenen, die merken, dass ihre Batterien erschöpft sind und sich auch nicht mehr so ohne weiteres wieder aufladen, können Therapieverfahren wie die Kognitive Verhaltenstherapie oder die Achtsamkeitsbasierte Therapie zum Einsatz kommen. Daran forschen wir in Hildesheim.

Vielen Dank für das Gespräch.

Lesen Sie das Interview im aktuellen Uni-Journal, Ausgabe Dezember 2013

Klinische Psychologie in Hildesheim

Prof. Dr. Johannes Michalak ist seit 2011 Professor für Klinische Psychologie an der Universität Hildesheim. Das AMEOS Klinikum und das Klinikum Hildesheim fördern die Stiftungsprofessur. Gemeinsam entsteht das „Zentrum für Gesundheit", um die medizinischen Einrichtungen in Hildesheim, Patientenversorgung und die Universität stärker zu vernetzen. Menschen und Unternehmen in der Region sollen so auf die Ursachen und Symptome von Krankheiten wie Depression aufmerksam gemacht werden – um besser
vorbeugen zu können. Johannes Michalak befasst sich in der Forschung mit der Prävention von Burnout und Depression und mit persönlichen Zielen von Psychotherapiepatienten. Psychologiestudierende erhalten praxisnahe Einblicke in den Klinikalltag. Der Hildesheimer Masterabschluss berechtigt, nach einer Ausbildung den Berufsweg als Kinder-, Jugend- oder Psychologischer Psychotherapeut einzuschlagen.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4
news-7661 Wed, 18 Dec 2013 11:50:00 +0100 Berührungspunkte bleiben https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/beruehrungspu/ Ameos-Klinikum verabschiedet nach mehr als vier Jahren seinen Ärztlichen Direktor Fachbereich 1 Pressespiegel regional Psychologie news-7598 Tue, 03 Dec 2013 09:24:00 +0100 Ehrung für die zwei Minuten extra https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/ehrung-fuer-d/ Ehrenplakette der Ärztekammer für Prof. Dr. Höfer, Dr. Thum und Dr. Schnüttrumpf Pressespiegel regional Fachbereich 1 Psychologie news-7105 Thu, 31 Oct 2013 11:09:00 +0100 Entscheidungsprozesse in politischen Gremien https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/entscheidungsprozesse-in-politischen-gremien/ Nach der Wahl, die Würfel sind gefallen. Koalitionen und politische Gremien gruppieren sich, neue Abgeordnete starten in den Politikbetrieb. Wie entstehen Fehlentscheidungen in politischen Gremien, wie lassen sie sich verhindern? Andreas Mojzisch, Professor für Sozialpsychologie an der Universität Hildesheim, und sein Mitarbeiter, Dr. Jan Häusser, forschen über Entscheidungsprozesse in Gruppen. Wenn „das Wir" entscheidet. Wichtige politische Entscheidungen werden häufig in Gruppen getroffen. Davon verspricht man sich bessere Entschlüsse, getreu dem Motto „vier Augen sehen mehr als zwei". Die Forschung zeigt jedoch, dass Gruppen diesen Vorteil häufig nicht nutzen und teils eklatante Fehlentscheidungen treffen. Hildesheimer Psychologen gehen der Frage nach, wie der Informationsaustausch und Entscheidungsprozesse in der politischen Praxis verbessert werden können.

„Wichtige Entscheidungen können bei einer Gruppe starken Stress hervorrufen, Zweifel werden unterdrückt. Das Streben nach Einmütigkeit, das bekannte 'Schließen der Reihen', ist ein Mittel, um Stress abzubauen. Es verstellt den Blick für eine kritische Analyse der Sachlage und kann zu kritikloser Anerkennung der Gruppenmeinung führen", sagt Prof. Dr. Andreas Mojzisch. Auch engstirniges Vorgehen und die Tendenz zur Selbstüberschätzung kann vorschnell in vermeintlich „alternativlose" Entscheidungen münden. Viele Untersuchungen der vergangenen 30 Jahre zeigen, dass meinungshomogene Gruppen, also jene, deren Mitglieder die gleiche Alternative favorisieren, stärker nach meinungsbestätigenden Informationen suchen als heterogene Gruppen – was einer unvoreingenommenen Herangehensweise an ein Problem im Wege steht.

Im Vergleich zu Einzelpersonen haben Gruppen den Vorteil, unterschiedliche Einschätzungen in den Entscheidungsprozess einzubeziehen. Andreas Mojzisch schildet das Problem von vielen Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und anderen Lebensbereichen: „Diskussionen beginnen oft damit, dass die Mitglieder ihre Entscheidungspräferenzen austauschen. Dann heißt es: 'Ich bin für Projekt B'. Häufig verhandeln Mitglieder die Entscheidung unmittelbar auf Grundlage ihrer Präferenzen – anstatt zunächst Sachargumente auszutauschen. Sind alle in der Runde zu Beginn der gleichen Meinung, wird häufig überhaupt kein Bedarf für eine vertiefende Diskussion gesehen."

Wenn Gruppen unter Schlafmangel und Stress entscheiden

In der Arbeitsgruppe Sozialpsychologie an der Universität Hildesheim leitet Dr. Jan Häusser ein DFG-Projekt zum Thema Gruppenentscheidungen, forscht über Schlafmangel bei Entscheidungen und geht sozialen Aspekten beim Stresserleben nach. Er ergänzt: „Gruppen sprechen mehr über geteilte und meinungsbestätigende Argumente als über konträre Meinungen. Plakativ formuliert: Die Gruppe spricht vor allem über das, was ohnehin schon alle wissen. Die ungeteilten Informationen, also das Spezialwissen einzelner Mitglieder, bleibt dagegen auf der Strecke. Geteilte Informationen werden außerdem tendenziell als wichtiger bewertet als ungeteilte Informationen.“

Die Lösung klingt simpel: Gruppen sollten ihre Diskussion in zwei Phasen aufteilen, sagt Mojzisch. „In der ersten Phase werden alle vorhandenen Informationen zusammengetragen, ohne auf Entscheidungspräferenzen einzugehen. Erst nach dem vollständigen Informationsaustausch sollen sich die Gruppenmitglieder über die Entscheidung Gedanken machen." In einer Studie, bei der die Gruppe ein schwieriges Entscheidungsproblem zu lösen hatten,  konnte so die Lösungsrate von 7% auf 40% gesteigert werden (Mojzisch/Schulz-Hardt 2010, Journal of Personality and Social Psychology).

Abweichler und Querdenker – Gruppen können von Störenfrieden profitieren

Die Untersuchungen zeigen auch, dass Gruppen meist bessere Entscheidungen treffen, wenn ihre Mitglieder zu Beginn unterschiedliche Entscheidungsalternativen favorisieren. Abweichler, Neinsager, Querdenker, Außenseiter – profitieren politische Gremien also von diesen „Störenfrieden", die sich nicht der Mehrheitsmeinung anpassen? „In der Regel ja", sagt Jan Häusser. Gremien, die mehr oder weniger einer Meinung sind, können auf den „Advocatus Diaboli" sogar „künstlich" zurückgreifen. „Sie erzeugen Meinungsdissens, in dem ein Gruppenmitglied die Rolle des 'Teufelsanwalts' übernimmt und konsequent die Gegenmeinung vertritt. So werden die Argumente einer kritischen Probe unterzogen und Alternativen nicht aus den Augen verloren", sagt Andreas Mojzisch.

Doch Meinungsvielfalt bringt wenig, wenn die Gruppenmitglieder sich nicht trauen, abweichende Meinungen zu äußern, sagt Mojzisch. „Damit sich die Mitglieder diese Freiheit nehmen, ist Vertrauen nötig. Kritik sollte innerhalb der Gruppe konstruktiv, wertschätzend und sachbezogenen erfolgen."

Lesetipps

„Wenn das Wir entscheidet: Wie politische Gremien ihre Meinungen bilden. Von Thomas Klug", Deutschlandradio Kultur, Sendung „Zeitfragen. Das politische Feature", 24.03.2014

„Fehlentscheidungen in politischen Gremien: Wie sie entstehen und wie sie sich verhindern lassen" (Andreas Mojzisch/Jan Häuser, Spezialausgabe Politische Psychologie der Online-Zeitschrift „The Inquisitive Mind")

„Gruppen entscheiden meistens schlecht", ZEIT ONLINE, 24.10.2013

„Regierungsbildung: Die Tücken nächtlicher Verhandlungsmarathons", ZEIT ONLINE,13.10.2013

Zur Person

Prof. Dr. Andreas Mojzisch hat an der LMU München Psychologie und Philosophie studiert und dort 2003 promoviert. Danach hat er als Post-Doc an der TU Dresden und der Georg-August-Universität Göttingen gearbeitet. Seit 2011 ist er Professor für Sozialpsychologie an der Universität Hildesheim. Schwerpunkte seiner aktuellen Forschung sind Informationsverarbeitung und Entscheidungsprozesse in Gruppen, neuro-kognitive Grundlagen sozialer Konformität sowie soziale Identität, Stress und Gesundheit. Mojzisch untersucht in Laborexperimenten und Feldstudien, wie sich die Qualität von Gruppenentscheidungen verbessern lässt. Gruppen haben das Potential gute Entscheidungen zu treffen: Durch die gemeinsame Diskussion können individuelle Fehlannahmen korrigiert und neue Perspektiven eingebracht werden. Die Forschung zeigt jedoch, dass Gruppen dieses Potential häufig nicht nutzen und nicht selten Fehlentscheidungen treffen. Deswegen untersucht der Psychologe, mit welchen Maßnahmen man den Austausch und die Verarbeitung von Informationen bei Gruppenentscheidungen optimieren kann.

Dr. Jan Häusser hat an der Universität Göttingen studiert und 2010 zum Thema Fehlbeanspruchungen bei der Arbeit promoviert. Seit 2011 arbeitet er als Post-Doc in der Arbeitsgruppe Sozialpsychologie an der Universität Hildesheim. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen neben der Analyse von Gruppenentscheidungen, soziale Aspekte beim Stresserleben, Effekte von Verantwortlichkeit, experimentelle Arbeitspsychologie sowie die Untersuchung von Belastungsfaktoren bei der Arbeit.

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
news-7342 Tue, 29 Oct 2013 14:20:00 +0100 "Der Blick auf Kinder ist oft zu einseitig" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/der-blick-a/ Debatte über frühe Entwicklung und deren Erforschung Pressespiegel regional Psychologie Erziehungswissenschaft Kompetenzzentrum Frühe Kindheit news-7268 Wed, 23 Oct 2013 14:01:00 +0200 Ringvorlesung "Psychologie in Hildesheim: Auf gute Nachbarschaft!" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/ringvorlesun-18/ Dienstags, 18-20 Uhr c.t., Raum H1

"Psychologie in Hildesheim: Auf gute Nachbarschaft!"

Ringvorlesung des Instituts für Psychologie der Universität Hildesheim, Wintersemester 2013/2014

Dienstags, 18-20 Uhr c.t., Raum H1

Plakat der Veranstaltung (PDF-Dokument)

Termine:

29.10.2013: Prof. Dr. Nina Heinrichs, Braunschweig
"Mut steht Dir gut! ... oder etwa nicht?" Die Störung mit sozialer Ängstlichkeit im Kindesalter

12.11.2013: Prof. Dr. Ralf Rummer, Erfurt
Einflüsse des Arbeits- und des Langzeitgedächtnisses auf das Lernen mit Multimedia

19.11.2013: Prof. Dr. Arnold Lohaus, Bielefeld
Einflüsse auf psychische und physische Symptomangaben im Kindes- und Jugendalter

26.11.2013: Prof. Dr. Julius Kuhl, Osnabrück
Willensbahnung und Selbstwachstum - oder: Dürfen experimentell arbeitende Psychologen Märchen erzählen?

03.12.2013: Prof. Dr. Elfriede Billmann-Mahecha, Hannover
Symbolkompetenz - eine zu wenig beachtete Basiskompetenz: Begriffliche Überlegungen und entwicklungspsychologische Befunde

10.12.2013: Prof. Dr. Hannes Rakoczy, Göttingen
Theory of Mind - Entwicklung über die Lebensspanne

17.12.2013: Prof. Dr. Katja Mackowiak, Hannover
Selbstregulation - eine zentrale Entwicklungsaufgabe im Kindes- und Jugendalter


07.01.2014: Prof. Dr. Silja Vocks, Osnabrück
Das Internet als Problem oder als Lösung bei Essstörungen?


14.01.2014: Prof. Dr. Stefan Schulz-Hardt, Göttingen
Prozessgewinne bei Gruppenurteilen und Gruppenentscheidungen: Wann sich Zusammenarbeit in Gruppen lohnt (und wann nicht)


21.01.2014: Prof. Dr. Stefan Treue, Göttingen
Die Physiologie der visuellen Aufmerksamkeit. Vom Sehen zur Wahrnehmung


04.02.2014: Prof. Dr. Florian Kaiser, Magdeburg
Das Campell Paradigma: Verhalten als Einstellung

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Psychologie
news-7459 Wed, 23 Oct 2013 13:53:00 +0200 Geprüft im Röntgen-Blick https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/geprueft-im-r/ Der Psychologie-Professor Werner Greve über sein Fach, die Forshcung und Vorurteile Pressespiegel regional Psychologie BSc PäPsy MSc Psy news-7421 Wed, 25 Sep 2013 00:00:00 +0200 Inklusion in den Köpfen verankern: Fachgruppentagung Pädagogische Psychologie in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/inklusion-in-1/ DEUTSCHLANDFUNK über Heterogenität in der Schule und eine Fachgruppentagung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie an der Hildesheimer Universität Die Sendung Campus und Karriere im Deutschlandfunk berichtet über die Fachgruppentagung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie an der Universität Hildesheim mit 400 pädagogische Psychologen. Psychologieprofessor Werner Greve weist im Deutschlandfunk auf erste Ergebnisse einer aktuellen Studie der Universität Hildesheim hin. Grundschullehrer wurden zu ihrer Haltung gegenüber inklusiven Schulen befragt. „Je mehr Erfahrungen sie haben, desto positiver sind sie dem Unternehmen gegenüber eingestellt, je weniger sie Erfahrungen mit Inklusion und inklusivem Unterricht haben, desto skeptischer sind sie", so Greve. Claudia Mähler, Professorin für Pädagogische Psychologie, fordert im Deutschlandfunk, in der Lehrerausbildung zu reagieren: „Dazu gehört auch die Diagnose und Intervention bei Verhaltensschwierigkeiten."

„Inklusion in den Köpfen verankern: Fachgruppentagung Pädagogische Psychologie in Hildesheim", Deutschlandfunk, 25.09.2013 (Hörfunk-Beitrag 4:30 Minuten, Artikel)

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Fachbereich 1 Psychologie Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Pressespiegel überregional Erziehungswissenschaft Inklusion
news-7465 Tue, 24 Sep 2013 16:27:00 +0200 Damit das Lernen bei allen klappt https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/damit-das-le/ Herausforderungen in Schule und Kita: 350 Psychologen tagen bis morgen an der Uni Pressespiegel regional Psychologie news-6864 Fri, 20 Sep 2013 10:46:00 +0200 Heterogenität in der Schule https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/heterogenitaet-in-der-schule/ Alle zwei Jahre stellen Psychologen neueste Forschungsergebnisse auf der Fachgruppentagung Pädagogische Psychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie vor. Erstmals findet die Konferenz vom 23. bis 25. September 2013 an der Universität Hildesheim statt. In Hildesheim ist der Bereich Diagnostik und Intervention bei Lernstörungen ein Schwerpunkt in der Psychologen- und Lehrerausbildung, eine Ambulanz „Kind im Mittelpunkt" wurde aufgebaut. Rund 350 Forscher aus ganz Deutschland stellen aktuelle Forschungsergebnisse zum Schwerpunktthema Heterogenität in Bildung und Entwicklung (Tagungsmotto „gemeinsam verschieden") vor und skizzieren Herausforderung für Schulen und Kitas. Es handelt sich um die wissenschaftliche Fachkonferenz – allein 27 Arbeitsgruppen, 140 Beiträge, über 100 Forschungsreferate nehmen die frühe Kindheit und Schulzeit in den Blick. Neben dem Themenschwerpunkt ist die gesamte Breite der pädagogisch-psychologischen Forschung vertreten. Die Hildesheimer Professorin Dr. Claudia Mähler leitet die Konferenz. Renommierte Forscher halten vier öffentliche Hauptvorträge.

Unterschiede beim Start in die erste Schulklasse erheblich

Kinder kommen mit unterschiedlichen Startbedingungen in die erste Schulklasse. Forscher verweisen auf eine zunehmende Zahl von Kindern, bei denen bereits vor der Einschulung schulrelevante Entwicklungsrückstände zu beobachten sind. In Baden-Württemberg sollen mit einem flächendeckenden Modellprojekt „Schulreifes Kind“ Verzögerungen in der Entwicklung frühzeitig erkannt und durch gezielte Fördermaßnahmen ausgeglichen werden. Bereits etwa zwei Jahre vor der Einschulung legen Erzieher fest, ob Förderbedarf bei einem Kind besteht. Schule, Kindergarten, Gesundheitsamt und die betroffenen Eltern beraten über das Förderangebot für das jeweilige Kind und entscheiden. Dann folgt beispielsweise eine Sprachförderung, Schulung der Feinmotorik oder Übungen zur Förderung der Konzentrationsfähigkeit. Prof. Dr. Marcus Hasselhorn, Geschäftsführender Direktor des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), hat das Projekt wissenschaftlich begleitet und berichtet in einem öffentlichen Hauptvortrag von Forschungsergebnissen und wie Entwicklungsrückstände, wenn sie früh erkannt werden, erfolgreich kompensiert werden können.

Von der Kita in die Schule

Mit unterschiedlichen Ausgangsbedingungen von Grundschülern und dem Übergang von der Kita in die Schule befasst sich auch Prof. Dr. Kathy Sylva vom Department of Education der University of Oxford. Prof. Dr. Peter Farrell von der School of Education der University of Manchester geht in seinem Hauptvortrag auf Forschungsergebnisse zur inklusiven Bildung in England ein. Für Deutschland liegen noch wenige Ergebnisse vor. In Niedersachsen gilt seit August 2013 ein Rechtsanspruch, Eltern können wählen, ob ihr Kind eine Förder- oder Regelschule besuchen soll.

Stark, begabt, aber unerkannt

Prof. Dr. Haci Halil Uslucan vom Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung der Universität Duisburg-Essen spricht in einem weiteren Hauptvortrag über „verkannte Potenziale von jungen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte". Unter dem Titel „Stark, begabt, aber unerkannt" zeigt der Integrationsforscher, wie der Diskurs über mehrsprachige Kinder im Bildungswesen nach wie vor auf deren angebliche Defizite hervorhebt. Es gibt „psychisch ziemlich robuste und hoch begabte Migranten – und zwar unabhängig vom symbolischen Kapital der Eltern –, doch sie sind kaum im öffentlichen Diskurs wahrnehmbar und werden zu wenig gefördert", sagt  Uslucan.

Mit der Verschiedenheit vor Schuleintritt befasst sich eine Forschergruppe um Claudia Mähler, Professorin für Pädagogische Psychologie und Diagnostik an der Universität Hildesheim. In mehreren Projekten gehen die Forscher der Frage nach, wie bereits vor der Einschulung schulrelevante Entwicklungsrückstände erkannt werden können. Inwieweit sind Schulleistungen vorhersagbar? Im Vorschulalter unterscheiden sich Entwicklungsverläufe erheblich, so das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung.

Forscher der Universität Hildesheim haben über fünf Jahre rund 200 Kinder in einer Langzeitstudie „KoKo" begleitet, sie gehen heute in die dritte Klasse. Ziel war es herauszufinden, welche kognitiven Kompetenzen in der frühen Kindheit für spätere Schulleistungen entscheidend sind. Für das Lesen-, Schreiben- und Rechnenlernen spielen die sogenannten Vorläuferfähigkeiten eine Rolle – kann das Kind zum Beispiel hören, dass im Wort „Auto" kein „i" enthalten ist? Erkennt es Laute und Reime? Hat es ein Verständnis für Mengen und Zahlen entwickelt und kann einschätzen, was „mehr" oder „weniger" ist? Diese kann man trainieren.

Außerdem, das zeigt die Untersuchung, spielt das Arbeitsgedächtnis in der frühen Kindheit eine wichtige Rolle bei der Vorhersage von späteren Schulleistungen. Intelligenz ist weniger entscheidend. „Risikokinder“ können früh erkannt und gefördert werden – was bislang zu wenig beachtet wird, sagt Mähler. Die Studie gibt Auskunft über Entwicklungsstadien, -tempi und über individuelle Vorsprünge und -rückstände im Vor- und Grundschulalter. In einer zweiten Studie prüft das Psychologenteam derzeit, ob das Arbeitsgedächtnis bei Schulkindern trainiert werden kann.

Eltern suchen Forschungsambulanz „Kind im Mittelpunkt" gezielt auf

In Hildesheim hat das Forscherteam um Claudia Mähler die Lehr- und Forschungsambulanz „Kind im Mittelpunkt" aufgebaut. Diagnostik, Beratung und Intervention bei Lernstörungen werden von Eltern und Kindern in der Region stark nachgefragt. Bisher konnten etwa 400 Kinder mit Entwicklungsstörungen aus der Region in der Uni Hildesheim untersucht und begleitet werden. Eltern suchen die Ambulanz gezielt auf. Zudem nehmen zahlreiche Kinder an Forschungsprojekten teil und werden begleitet, wie zum Beispiel etwa 600 Babys an der FREDI-Studie. Die Forscher entwickeln derzeit einen Test, der die Bereiche Sprache, Motorik, kognitive, soziale und emotionale Entwicklung von Unter-Dreijährigen erfasst und in der Praxis eingesetzt werden kann.

„Wir stellen fest, dass die Aufklärung von Lehrern und Erziehern greift. Vor vier Jahren kamen eher Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe in unsere Forschungsambulanz. Heute sind es vermehrt Grundschüler. Lehrer entwickeln zunehmend einen Blick dafür, dass sie Lernstörungen früh erkennen und handeln müssen", sagt Claudia Mähler.

Um Grundschulkinder gezielt zu fördern, unterstützt die Universität zum Beispiel in einem gemeinsamen Projekt mit den Jugendämtern von Stadt und Landkreis Hildesheim Schulen bei der Erstellung und Umsetzung von Fördermaßnahmen. Seit 2011 nehmen 9 Grundschulen teil. Klassen- und jahrgangsübergreifend erhalten Dritt- und Viertklässler wöchentlich Unterstützung im Bereich Lesen und Rechtschreiben. Risikokinder mit ausgeprägtem Förderbedarf erhalten eine Legasthenie-Therapie durch externe Fachkräfte. Die Kosten für diese Förderung werden vom Jugendamt und den Schulen getragen.

An der Universität Hildesheim ist der Bereich Lern- und Verhaltensstörungen ein Schwerpunkt im Lehramtsstudium: Studierende sammeln Kenntnisse über Symptomatik, Ursachen, Diagnostik und Interventionsmöglichkeiten bei Lernstörungen. Studierende der Psychologie werden in der Ursachenforschung und praxisnah in der Diagnostik und Begutachtung von Lernschwierigkeiten ausgebildet und sind in den Forschungsprojekten beteiligt. Die Universität Hildesheim feiert am 18. Oktober das zehnjährige Bestehen des Studiengangs Psychologie in Hildesheim.

Auf einem Blick:

Die 14. Fachgruppentagung Pädagogische Psychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie findet vom 23. bis 25. September 2013 an der Universität Hildesheim (Hauptcampus, Marienburger Platz 22, 31141 Hildesheim) statt. Interessierte sind zu den vier wissenschaftlichen Hauptvorträgen im Audimax herzlich eingeladen. Die vier Keynotes sind öffentlich und kostenfrei:

Prof. Dr. Marcus Hasselhorn, Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung, Frankfurt am Main | „Umgang mit Verschiedenheit: Kompensatorische Förderung der Schulbereitschaft von Risikokindern" | Montag, 18.00 bis 19.00 Uhr

Prof. Dr. Haci Halil Uslucan, Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung, Universität Duisburg-Essen | „Stark, begabt, aber unerkannt: Resilienzfaktoren und verkannte Potenziale von jungen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte" | Dienstag, 17.00 bis 18.00 Uhr

Prof. Dr. Peter Farrell, School of Education, University of Manchester | „Research and inclusive education - implications for practice" | Mittwoch, 9.00 bis 10.00 Uhr

Prof. Dr. Kathy Sylva, Department of Education, University of Oxford | „Giving ALL children a good start to school" | Mittwoch, 12.00 bis 13.00 Uhr

Programm und Abstracts online

Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle (Isa Lange, 05121.883-102, 0177.8605905, presse@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie Kompetenzzentrum Frühe Kindheit MSc Psy BSc PäPsy Polyv. 2-Fäch.BA Bildungsintegration Lehrerbildung
news-3367 Fri, 20 Sep 2013 09:47:00 +0200 Halbzeitbilanz: Sprachförderung künftig in Stadt und Landkreis https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/halbzeitbilanz-sprachfoerderung-kuenftig-in-stadt-und-landkreis/ Universität und Jugendamt erreichen mit einem Sprachförderprojekt rund 90 % der Krippen und Kitas im Landkreis Hildesheim. Besonders die Team-Fortbildungen kommen gut an. Nun erreicht „Kea“ auch Kita-Fachkräfte in der Stadt. Mit vielen kleinen und großen Sprechanlässen im Alltag. Je stärker Kinder in der Gestaltung des Kita-Alltages beteiligt werden, je intensiver sie eingebunden werden, dest mehr sprechen sie. „Daher ist es wichtig, im Alltag Sprechanlässe zu schaffen: Rituale bei denen das Miteinander-Sprechen, Aufeinander-Hören und in Worte-Fassen, den Tag durchziehen“, sagt Christina Gerlach-Sufin vom Jugendamt des Landkreises Hildesheim. Gemeinsam mit der Universität Hildesheim wurde ein Sprachförderkonzept entwickelt, das für kleine und große Sprechanlässe des Alltages sensibilisiert. Bisher wurden ausschließlich Kindertagesstätten im Landkreis mit dem Projekt „Kea – Kinder entwickeln alltagsintegriert Sprache“ erreicht. Seit dem Kindergartenjahr 2013/2014 ist das Jugendamt des Landkreises nun auch für die Umsetzung der Richtlinie zur Förderung des Erwerbs der deutschen Sprache in Kindertagesstätten im Stadtgebiet Hildesheim zuständig.

„Wir bilden Erzieherinnen und Erzieher strukturiert und flächendeckend fort und setzen bei dem an, was sich in Praxis und Forschung bewährt hat,“ sagt Dr. Ann-Katrin Bockmann vom Institut für Psychologie der Uni Hildesheim. Sie begleitet die Umsetzung wissenschaftlich. Seit 2011 nehmen Sprachförderkräfte, Erzieher, Kita-Leitungen und Sozialpädagogen im Landkreis teil. Durch Weiterbildung sollen sie sprachfördernde Situationen und Sprachauffälligkeiten erkennen, Sprache bewusst einsetzen.

600 Erzieher sollen bis 2015 erreicht werden. Das Projekt wird ausgeweitet auf die Stadt Hildesheim, dadurch kommen seit August 2013 weitere Fachkräfte aus 49 Kitas hinzu. Der Anteil mehrsprachiger Kinder und der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund ist in der Stadt höher als auf dem Land. Für diese Herausforderung wurden spezielle Fortbildungen entwickelt, die für den Umgang mit Kindern, die Deutsch als zweite Sprache erlernen, vorbereiten. Das Projekt  wird durch das Land Niedersachsen mit 150.000 Euro jährlich gefördert.

Erste Bilanz: Mehr Sicherheit im Umgang mit Sprachauffälligkeiten

Nach zweieinhalb Jahren ziehen die Beteiligten eine erste Bilanz: Viele der Erzieher bewerten es als positiv, dass sie durch die Fortbildungen ihr eigenes Handeln reflektiert haben. Das vorhandene Wissen wird aufgefrischt und im Umgang mit Sprachauffälligen haben sie mehr Sicherheit erhalten. Sprachlehrstategien wurden eingeübt, Anregungen gelangen unmittelbar in die Praxis. Die teilnehmenden Kitas heben hervor, dass die Weiterbildung von kompletten Teams besonders wirksam ist. Die Fachkräfte wünschen sich, dass der Bereich Sprachbildung und Sprachförderung in der Ausbildung zukünftig einen größeren Rahmen einnimmt.

Von den 110 Krippen und Kindertageseinrichtungen im Landkreis Hildesheim nehmen rund 90% an den Weiterbildungen teil. Die freiwilligen Angebote sind überwiegend kostenfrei oder werden mit deutlich ermäßigten Teilnehmergebühren angeboten. Die Themen reichen von Basiseinheiten zu Sprachbildung und Sprachkultur über Sprachstörungen bis zu vertiefenden Einheiten zu Elternarbeit sowie Umgang mit Mehrsprachigkeit.

Einige weitere Beispiele: Insgesamt wurden bereits mehr als 100 Erzieher im Landkreis im Rahmen des HIT (Heidelberger-Interaktions-Training) zertifiziert. Die Nachfrage ist weiterhin groß. Über 40 Kita-Teams haben einen Fortbilder in ihre Einrichtung geholt, um das Thema Sprachförderung und Sprachbildung aufzufrischen. An Fachtagen mit insgesamt etwa 200 Besuchern wurden neue wissenschaftliche Erkenntnisse über Spracherwerb diskutiert und Beispiele aus gelungener Praxis weitergegeben. 60 Erzieherinnen und Erzieher im Krippenbereich haben eine eintägige Fortbildung zum Thema Sprachentwicklung von 0 bis 3 Jahren besucht.

Zukünftig wird neben den Fort- und Weiterbildungsangboten ein weiterer Schwerpunkt auf Begleitung, Coaching und Beratung der Praxis vor Ort gelegt. „Wir unterstützen die Kitas in der internen Evaluation, begleiten die Konzeptfortschreibung“, so Gerlach-Sufin.

Anlass für das flächendeckende Sprachförderkonzept ist eine im Mai 2011 in Kraft getretene Richtlinie zur Förderung des Erwerbs der deutschen Sprache im Elementarbereich (Erlass des MK vom 2.5.2011) des Landes Niedersachsen sowie eine ebenfalls vom Land Niedersachsen im Juni 2011 veröffentlichte Handlungsempfehlung zur Sprachbildung und Sprachförderung im Elementarbereich.

In dieser Woche kamen sozialpädagogische Fachkräfte der Kitas aus Stadt und Landkreis zum ersten gemeinsamen Fachtag in der Universität Hildesheim zusammen. Interessierte können an künftigen Veranstaltungen teilnehmen und sich an die Wissenschaftler der Uni Hildesheim wenden (E-Mail kea@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie
news-6980 Sun, 08 Sep 2013 12:10:00 +0200 Sprachlernwege von Kindern https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/sprachlernwege-von-kindern/ „Wir fördern den Austausch zwischen Erziehern, Lehrern und Wissenschaftlern aus der Region Hildesheim und beziehen Forschungsergebnisse auf den Alltag in Bildungseinrichtungen", sagt Prof. Dr. Irene Pieper. Weiterbildungen der Universität, die eine Brücke in die Praxis schlagen, kommen gut an. Allein der Fachtag „Sprachlernwege" vom Forum Bildung U10 lockte 150 Teilnehmer an und bot Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse. Der Andrang ist groß – 150 Fachkräfte aus Kitas und Schulen besuchten in dieser Woche den Fachtag „Sprachlernwege". Darunter Christine Krawinkel-Oehlschlägel von der Grundschule Hohnsen und Birgit Backwinkel von der Städtischen Kita Villa Weinhagen. „Die Wissenschaftler geben ihr Wissen an uns weiter. Statt zu trennen, wendet sich die Uni Hildesheim an Erzieher und Lehrer in einer gemeinsamen Veranstaltung", sagt die Grundschullehrerin.

Die Anfragen von Fachkräften, die Rat benötigen sind gestiegen, seitdem ein Erlass zur Sprachförderung im letzten Kindergartenjahr gilt. „Wir treffen uns wöchentlich mit den Lehrern der anliegenden Grundschule und geben unser Wissen über die Kinder und die Zusammenarbeit mit Eltern an die nächste Einrichtung weiter. Dieser Austausch ist wichtig", ergänzt Backwinkel. Beide sind in der Fachberatung „Übergang Kita und Grundschule" vom Kultusministerium tätig und zuständig für Stadt und Landkreis Hildesheim. Zukünftig wollen sie Wissenschaftler einladen und „weiterhin Rat holen, es ist toll, dass die Uni vor Ort ist, die Wege sind kurz".

Rund 20 Psychologen, Erziehungs- und Sprachwissenschaftler, Fachdidaktiker aus den Bereichen Deutsch, Englisch und Kunst sowie zahlreiche Studierende wollen mit dem Fachtag eine Brücke in die Praxis schlagen. „Wir fördern den Austausch zwischen Erziehern, Lehrern und Wissenschaftlern aus der Region Hildesheim und beziehen Forschungsergebnisse auf den Alltag in Bildungseinrichtungen. Wir stellen neue Erkenntnisse vor, wie man Sprachfähigkeiten von Kindern erkennen, Sprachwissen erkunden und Sprache in Interaktion fördern kann", skizziert Prof. Dr. Irene Pieper die Grundidee der Initiative. Dabei spiele reicher Input eine Schlüsselrolle.

Wie würdest du handeln? – Über Bilder und Geschichten sprechen

Die Literaturwissenschaftlerin forscht zum Umgang mit Literatur in der Schule. Mit ihren Masterstudierenden hat sie aktuelle Bilderbücher untersucht und solche ausgesucht, die für Vorlesegespräche geeignet sind: Das richtige Medium soll sich mit dem richtigen Format treffen. Im Vorlesegespräch können Kinder in eine Geschichte hineingeholt werden und entwickeln fast beiläufig ihre sprachlichen und literarischen Fähigkeiten weiter. „Kita und Schule können Kinder unterstützen, sich in die Welt der Geschichten hineinzubegeben", so Pieper. Auch im Elternhaus finden Gespräche über Gelesenes statt. Durch Gespräche – Stellt euch mal vor, was dann passiert? Wie würdest du handeln? – kann ein intensiver Kontakt zum behandelten Thema entstehen. Zum Beispiel über Gewalt in der Schule. Der Autor Bart Moeyaert hat eine kleine Geschichte dazu geschrieben, Mona und das Biest: Drei Erstklässler werden täglich von einer Zehnjährigen auf dem Schulhof getreten und geschlagen – ohne jeden Grund. Die gepeinigten Kinder trauen sich nicht, zu den Lehrern zu rennen. Dabei bleibt die Erzählung durchgängig bei ihrer Erzählerin, einem Mädchen, das eine Lösung finden muss. „Liest eine Schulklasse eine Geschichte über das aggressive Mädchen Mona, das friedlich sein soll, und spricht darüber, ist dies eine völlig andere Form, als wenn ein Lehrer vor der Klasse steht und über Konfliktlösung referiert", sagt Irene Pieper.

Daran knüpft Prof. Dr. Bettina Uhlig an: „Bilderbücher bieten Gesprächsanlässe. Man sieht ein Bild. Alles ist unmittelbar präsent und dennoch ist nicht alles sofort sichtbar. Ein Bild wirklich zu betrachten braucht Zeit und Ausdauer." Im Bilddidaktischen Forschungsstudio auf der Domäne Marienburg entwickelt sie in Zusammenarbeit mit Hildesheimer Kindergärten und Grundschulen Formate für Bild-Gespräche. „Erzieher und Lehrer sollten Kindern die Möglichkeit geben, sich in Bilder hineinzusehen, über Bilder nachzudenken und darüber gemeinsam ins Gespräch zu kommen", sagt Uhlig.

Lehrer wollen sich weiterhin Rat holen, die Wege zur Uni sind kurz

Erzieher und Grundschullehrer tragen viel Verantwortung. „Man muss wissen, was man tut und kompetent sein im Bereich Spracherwerb, gerade weil in der Grundschule teils fachfremd unterrichtet wird und wir zunehmend mit Kindern umgehen müssen, die Deutsch als zweite Sprache lernen. Wir legen doch die Grundlagen", meint die Grundschullehrerin Ortrun Werner, bevor sie in den Seminarraum geht.

Dort warten schon Studierende. Sie tragen knallblaue Brillen und zeigen gemeinsam mit Prof. Dr. Ursula Bredel, was Kleinkinder über Laute, Wörter und Grammatik wissen. „Wir Erwachsenen schauen aus der Schrift heraus auf den Spracherwerb und nicht wie ein Kind, das von den Lauten her kommt. Wir sollten die Brille der Schrift abnehmen. Dann versteht man, warum ein Kind statt 'Maler' 'Mala' schreibt und wie man dem Kind beim Schreiben lernen helfen kann", sagt Hubertus von Hoeren. Sophie Stiller ergänzt: „Es ist eine Herausforderung, Wissen aufzubereiten, Theorie nicht runterzurattern, sondern den Bezug zur Praxis herzustellen. Die Erzieher und Grundschullehrer in unserem Workshop bringen viel Alltagserfahrung mit, an der wir anknüpfen."

Zum Auftakt des Fachtags gab Prof. Dr. Rosemarie Tracy von der Universität Mannheim einen Einblick in linguistische Grundlagen zur Förderung sprachlicher Kompetenzen; am Abend folgte ein Konzert von Dota Kehr. Mehrere Forschungszentren der Uni Hildesheim veranstalteten den Fachtag im Rahmen der Initiative Forum Bildung U10 gemeinsam: das Centrum für Bildungs- und Unterrichtsforschung, das Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen, das Forum Fachdidaktische Forschung sowie das Kompetenzzentrum für regionale Lehrerfortbildung.

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Pressemeldungen Psychologie Erziehungswissenschaft Fachbereich 2 Bildende Kunst und Kunstwissenschaft Fachbereich 1 Deutsche Sprache Englische Sprache Fachbereich 3 Forum Bildung U10 Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
news-6998 Sat, 07 Sep 2013 15:21:00 +0200 Wie Kinder Sprache lernen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/wie-kinder-s/ 150 Lehrer und Erziher besuchen den Fachtag "Sprachlernwege" an der Universität Hildesheim Pressespiegel regional Psychologie Erziehungswissenschaft Grundschuldidaktik und Sachunterricht Deutsche Sprache Fachbereich 3 Master-Studiengänge news-7033 Mon, 26 Aug 2013 13:14:00 +0200 "Vorgänge im Hirn des Betrachters" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/vorgaenge-im/ Pressespiegel regional Psychologie MSc Psy BSc PäPsy news-6936 Mon, 26 Aug 2013 11:03:00 +0200 Was Kinder über Sprachen wissen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/was-kinder-ueber-sprachen-wissen/ Wie Kinder bis zum Alter von zehn Jahren Sprachen lernen und mit Sprache umgehen, untersuchen Wissenschaftler an der Universität Hildesheim. Am 5. September geben sie mit dem Fachtag „Sprachlernwege" einen Einblick in aktuelle Forschungsergebnisse. Wie gehen Kleinkinder und Zehnjährige mit mehreren Sprachen um? Was denken sie über die Schrift? Wie sprechen Grundschulkinder über Literatur und Bilder? Einen verständlichen Einblick in wissenschaftliche Erkenntnisse geben, diese vermitteln und für die tägliche Umsetzung in Bildungseinrichtungen nutzbar machen – das ist das Ziel des Fachtags (Programm) am Donnerstag, 5. September. Psychologen, Erziehungs- und Sprachwissenschaftler sowie Fachdidaktiker aus den Bereichen Deutsch, Englisch und Kunst der Universität Hildesheim haben ein Weiterbildungsangebot für Fachkräfte aus Kindergärten und Schulen entwickelt. Das Besondere: Rund 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler leiten ein Dutzend Workshops zusammen mit Studierenden. Diese sind in drei Themenfelder unterteilt: „Sprachfähigkeiten von Kindern erkennen“, „Sprachwissen von Kindern kennenlernen“ und „Sprache in Interaktion fördern“.

Wenn Lesen und Schreiben nicht gelingen – Claudia Mähler, Professorin für Pädagogische Psychologie und Diagnostik, erklärt, mit welchen diagnostischen Instrumenten Stolpersteine beim Schreiben lernen erkannt werden können. Anhand von Film- und Hörbeispielen erklärt Psychologin Ann-Katrin Bockmann Sprach- Stimm- und Schluckstörungen. Erziehungswissenschaftler um Carola Lindner-Müller erläutern, wie Sprach-, Lese- und Rechtschreibleistungen mit Testverfahren erfasst werden können. Studierende um Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache, diskutieren anhand von Erzählungen von Vorschulkindern, welche Impulse geeignet sind, um die sprachlichen Fähigkeiten von Kindern einzuschätzen.

Professorin Ursula Bredel zeigt mit ihren Studierenden, was Kleinkinder über Laute, Wörter und Grammatik wissen und wie man grammatisches Wissen spielerisch erarbeiten kann. Ursula Bredel untersucht in ihrer Forschung, wie Kinder Lesen und Schreiben lernen und was Schreibnovizen über Schrift denken.

Vorlesegespräche mit Kindern – im Workshop von Irene Pieper, Professorin für Literaturwissenschaft und ihre Didaktik, und ihren Studierenden, lernen die Teilnehmer aktuelle geeignete Bilderbücher für den Elementar- und Primarbereich und das Format Vorlesegespräch kennen. „Es ist einfach nur dunkel, sonst nichts“ sagt ein Kind über ein Bild – Bettina Uhlig, Professorin für Kunstpädagogik, untersucht im Bilddidaktischen Forschungsstudio der Uni Hildesheim, wie Kinder über Bilder sprechen und Bilder sprachlich produzieren. Im Workshop werden anhand von Bildern und Bilderbüchern methodische Varianten des Bildgesprächs vorgestellt und erprobt. Zweisprachiges Lernen: Ein Team um Kristin Kersten, Juniorprofessorin für Fremdsprachenunterricht und Zweitspracherwerb, erklärt, wie Inhalte in einer Fremdsprache in Kita und Grundschule vermittelt werden können.

Anne-Katrin Stolle vom Centrum für Bildungs- und Unterrichtsforschung freut sich über das große Interesse an der Veranstaltung: „Es sind bereits über 100 Anmeldungen eingegangen. Mit diesem Fachtag möchten wir den Austausch zwischen Erziehern, Lehrern und Wissenschaftlern aus der Region fördern.“

Prof. Dr. Rosemarie Tracy von der Universität Mannheim spricht einleitend über „Theorie und Praxis: linguistische Grundlagen der Förderung sprachlicher Kompetenzen“. Sie bietet auch einen Workshop zu Sprachstanderhebung an. Der Fachtag endet mit einem Konzert der Sängerin Dota Kehr (Kleingeldprinzessin). Interessierte wenden sich an Anne-Katrin Stolle (annekatrin.stolle[at]uni-hildesheim.de, 05121.883-415). Veranstaltungsort ist der Uni-Hauptcampus (Marienburger Platz 22, 31141 Hildesheim). Für Studierende ist die Teilnahme kostenfrei.

Mehrere Forschungszentren der Universität Hildesheim veranstalten den Fachtag im Rahmen der Initiative Forum Bildung U10 gemeinsam: das Centrum für Bildungs- und Unterrichtsforschung, das Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen, das Forum Fachdidaktische Forschung sowie das Kompetenzzentrum für regionale Lehrerfortbildung.

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Bildende Kunst und Kunstwissenschaft Fachbereich 2 Deutsche Sprache Fachbereich 3 Englische Sprache Forschung Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Forum Bildung U10 Lehrerbildung
news-7517 Fri, 12 Jul 2013 17:35:00 +0200 Wenn Benno mal nicht weiter weiß https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/wenn-benno-m/ Zwei Psychologinnen der uni untersuchen, wie Kinder ihre Probleme bewältigen Pressespiegel regional Psychologie news-7516 Fri, 12 Jul 2013 17:34:00 +0200 Benno hilft spielend: Uni erforscht, wie Kinder mit Problemen umgehen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/benno-hilft/ Pressespiegel regional Psychologie news-7494 Sun, 07 Jul 2013 12:39:00 +0200 Moderner Dreikampf: WM, Hochzeit, Doktorarbeit https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/moderner-dre/ Tamara Meyer ist gerade von der Kraftsport-WM aus Russland zurück - und hat dieses Jahr noch mehr vor Pressespiegel regional Psychologie news-7069 Thu, 27 Jun 2013 17:08:00 +0200 Agent in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/agent-in-hil/ Entwicklungsgeschichte einer Filmreihe: Universität tagt ab morgen öffentlich zur "Evolution des James Bond" Pressespiegel regional Psychologie Medien, Theater und Populäre Kultur Englische Sprache news-6679 Tue, 25 Jun 2013 16:41:00 +0200 Agent in Hildesheim: James-Bond-Konferenz https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/agent-in-hildesheim-james-bond-konferenz/ Seit 50 Jahren jagt James Bond durch die Filme – und unsere Köpfe. Anlass für eine Konferenz an der Universität Hildesheim. Unter dem Motto „Stabilität und Wandel: Die Evolution des James Bond" diskutieren Lehrende und Studierende Ende Juni die Entwicklungsgeschichte der Filmreihe. Sie begeben sich auf die Spuren des berühmten fiktiven Agenten und stellen erstmals Forschungsergebnisse vor. Die 23 Filme zeigen wundervoll, „wie sich der Zeitgeist im letzten halben Jahrhundert gewandelt hat, in Mode und Politik, Frauenbild und Moralvorstellungen“, so die Forscher. „Die James-Bond-Filmreihe ist weltweit eine einmalige Erfolgsgeschichte, deren kulturelle Bedeutung in Deutschland hoch ist. Deutschland ist nicht nur ein Markt, sondern brachte international beliebte Schauspielerinnen und Schauspieler hervor, wie etwa Karin Dor, Gerd Fröbe und Curd Jürgens.", sagt Prof. Dr. Stefani Brusberg-Kiermeier. Die Begeisterung für britische Kultur in allen Fachbereichen der Universität ist groß, die Tagung sei ein Beispiel für fächerübergreifende Zusammenarbeit, so die Professorin für englische Literatur an der Universität Hildesheim. „Die Universität knüpft an eine James-Bond-Tradition an. Neben einer Reihe von Publikationen entstand 1998 eine große Ausstellung", erläutert Prof. Dr. Werner Greve. In seinem neuesten Buch untersucht der Psychologie-Professor James Bond als „Agent des Zeitgeistes". „Die Struktur der Bond-Filme hat sich zwar über 50 Jahre kaum verändert, doch ist frappant, wie sich Strömungen und Moden der jeweiligen Zeit im Detail darin spiegeln", erklärt Greve. Die 23 Filme zeigen wundervoll, „wie sich der Zeitgeist im letzten halben Jahrhundert gewandelt hat, in Mode und Politik, Frauenbild und Moralvorstellungen“.

Erstmals werden auf der Tagung Ergebnisse aus anglistischer und psychologischer Forschung vorgestellt. Analysiert werden zum Beispiel Machtverhältnisse und Geschlechterkonstruktionen. Zudem erproben die Organisatoren ein neues Dialogformat: Nach jedem der vier Hauptreferate von Professorinnen und Professoren folgt ein Ko-Referat von Studierenden. „Unsere Studierenden bringen inhaltlich ungewöhnliche, junge Perspektiven in die Tagung ein und werden ‚das letzte Wort‘ haben – nicht den Kommentar der Lehrenden erwarten, sondern ihrerseits die Lehrenden kommentieren“, freut sich Stefani Brusberg-Kiermeier. Die Kommentare werden im Tagungsband publiziert, für den eine Veröffentlichungszusage vorliegt.

Prof. Dr. Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung, und Prof. Dr. Stefan Krankenhagen, Professor für Kulturwissenschaften und Populäre Kultur in Hildesheim, eröffnen die Konferenz am Freitag, 28. Juni, um 13:30 Uhr. Um 15:00 Uhr hält Prof. Dr. Jörg Helbig von der Universität Klagenfurt den Eröffnungsvortrag „Das Spiel heißt Bond". Der Professor für Englische und Amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft forscht zu Intermedialität und Popkultur und leitet den Arbeitskreis für visuelle Kultur in Klagenfurt. Den Festvortrag am Samstag, 29. Juni, um 14:00 Uhr hält Prof. Dr. Barbara Korte zu „James Bond als Held". Die Professorin für Anglistische Literaturwissenschaft von der Universität Freiburg ist Vizesprecherin des DFG-Sonderforschungsbereichs 948 „Helden – Heroisierungen –  Heroismen".

Ausgerichtet wird die Konferenz von Stefani Brusberg-Kiermeier (Institut für englische Sprache und Literatur) und Werner Greve (Institut für Psychologie), die seit längerem, aber bislang unabhängig voneinander, dieses Phänomen untersuchen. Alle Interessierten sind zu den Vorträgen herzlich willkommen und erhalten Gelegenheit zum Mitdiskutieren. Die Tagung findet am Bühler-Campus der Universität Hildesheim (Lübecker Straße, 31141 Hildesheim) statt.

Weitere Informationen zur James-Bond-Tagung

„James Bond - Der Agent des Zeitgeistes. Tagung der Universität Hildesheim", Deutschlandradio Kultur, Sendung Fazit, Interview mit Prof. Dr. Werner Greve (5 Min.)

Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse(at)uni-hildesheim.de, 05121.883-102, 0177.8605905).

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie Fachbereich 3 Englische Sprache Fachbereich 2 Medien, Theater und Populäre Kultur
news-7063 Sun, 23 Jun 2013 16:22:00 +0200 Sie entwickeln die Uni weiter https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/sie-entwicke/ An der Universität nehmen vier neue Vizepräsidenten ihre Arbeit auf Pressespiegel regional Universität Hildesheim Psychologie Evangelische Theologie Mathematik & Angewandte Informatik Präsident Präsidium news-7057 Thu, 20 Jun 2013 15:49:00 +0200 Neue Vizepräsidenten an der Universität https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/neue-vizeprae/ Hochschulleitung für neue Amtszeit komplett Pressespiegel regional Evangelische Theologie Psychologie Mathematik & Angewandte Informatik Fachbereich 4 Stiftungsuniversität Präsident news-6539 Tue, 18 Jun 2013 07:59:00 +0200 Neue Vizepräsidenten starten in ihre Amtszeit https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/neue-vizepraesidenten-starten-in-ihre-amtszeit/ Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs stehen bei Prof. Renate Soellner auf der Agenda. Prof. Jürgen Sander ist für Lehre und Studium, Prof. Martin Schreiner für Stiftungsentwicklung zuständig. Drei nebenamtliche Vizepräsidenten starten in ihre Amtszeit. Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich dankte den bisherigen Mitgliedern der Hochschulleitung für Ihr besonderes Engagement. Gleichzeitig drückte er seine Freude darüber aus, dass die Gremien und der Stiftungsrat den Vorschlägen für die neuen Präsidiumsmitglieder einstimmig gefolgt seien. „Wir bilden ein Team, und gemeinsam werden wir die gute Entwicklung der Stiftungsuniversität fortsetzen.“ Besonders wies er auf das neue Ressort Stiftungsentwicklung hin. „Mit Prof. Dr. Martin Schreiner konnte ein Wissenschaftler gewonnen werden, der wie kaum ein Zweiter für die enge Verbindung zwischen der Hildesheimer Bürgergesellschaft und der Universität steht.“ Wolfgang-Uwe Friedrich begann am 1. Januar 2013 seine dritte Amtszeit als Präsident.

„Ich freue mich über diesen Vertrauensbeweis, in Hildesheim auf der Leitungsebene mitwirken zu dürfen und möchte zunächst erfahren, wo in den Fachbereichen Bedarfe liegen“, sagt Prof. Dr. Renate Soellner, die das Amt als Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs von Prof. Dr. Toni Tholen übernimmt. Tholen hat die Forschungsförderung aufgebaut: 2013 wurde eine Stabsstelle Forschungsmanagement eingerichtet, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Antragstellung unterstützt. Darauf aufbauend möchte Soellner die uni-interne Forschungsvernetzung ankurbeln. „Wir können voneinander lernen, von gelungenen Studien, von gescheiterten Antragsverfahren. Auch sollten wir stärker prüfen, wo wir uns in Verbünden zusammenschließen können.“ Seit 2009 ist Renate Soellner Professorin für Methodenlehre am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim und damit Expertin in einem Kerngebiet von Forschung. „Wie kann man Studien so planen, dass man interpretierbare Antworten erhält? Wie wird Wissenschaft betrieben und wie gelangt sie zu gültigen Ergebnissen?“, skizziert sie ihr Forschungsinteresse. Wie Veränderungen gemessen, Fragebögen erstellt, Daten erhoben und aufbereitet werden – das ist Forschung pur. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses – vom Methodentraining bis zur Beratung bei der Karriere- und Zeitplanung – stellt für Soellner einen weiteren wichtigen Aufgabenschwerpunkt dar.

Für Lehre und Studium ist Mathematikprofessor Dr. Jürgen Sander zuständig. „Eine meiner ersten Amtshandlungen war der Besuch der vier Fachbereiche, und ich freue mich auf die Gespräche mit Lehrenden und Studierenden über alle wesentlichen Fragen bezüglich Lehre und Studium“, sagt Sander, der den MINT-Bereich aus der Gremienarbeit gut kennt. „Kommunikation und Transparenz im Handeln sollen die Grundlage meiner Arbeit sein.“ Die Umstrukturierung des Lehramtsstudiums steht im ersten Jahr auf der Agenda. Ein Team um Amtsvorgängerin Prof. Dr. Katrin Hauenschild hat den viersemestrigen Master mit Projektband und Praxisphase (Start zum Wintersemester 2014/15) vorbereitet. „Durch möglichst frühzeitige Information werde ich um Verständnis und Unterstützung bei Studierenden wie Lehrenden werben. Die bereits bestehende ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Schulen wird in der Lehrerausbildung noch an Bedeutung gewinnen“, meint Sander. Außerdem möchte er die Studierenden ermuntern, „die vielfältigen Bildungs- und Qualifikationsangebote unserer Universität über das eigene Studium hinaus wahrzunehmen und Auslandsaufenthalte einzuplanen“.

„2003 haben wir uns zur Umwandlung in eine Stiftungshochschule entschieden und dadurch mehr Entscheidungsspielräume bei der inhaltlichen Ausgestaltung der Fachbereiche gewonnen. Es macht Freude, den von Präsident Friedrich eingeschlagenen Weg mitgestalten zu können, Verantwortung zu übernehmen und den Dialog mit der Bürgergesellschaft zu fördern“, sagt Prof. Dr. Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung. Damit folgt er auf das Amt des Vizepräsidenten für Internationalisierung, Prof. Dr. Thomas Lange. „Es gibt einen bunten Fächer an Möglichkeiten, junge Menschen auf ihrem Bildungsweg und Wissenschaft zu unterstützen: von der Vergabe von Deutschlandstipendien über Spenden an den Sozialfonds und die Mitgliedschaft in der Universitätsgesellschaft bis zur Finanzierung einer Stiftungsprofessur und einer Zustiftung zum Stiftungsvermögen.“ Seit 1997 ist Martin Schreiner Professor für Evangelische Theologie an der Universität Hildesheim. Unter anderem forscht er über Gottesbilder von Kindern, Religionsunterricht heute, Theorie und Praxis evangelischer Schulen sowie Kindertheologie. Von 2005 bis 2011 war er Dekan des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften.

Auf einem Blick – dem Präsidium der Stiftung Universität Hildesheim gehören an:

Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Universitätspräsident

Dr. Christoph Strutz, Hauptberuflicher Vizepräsident

Prof. Dr. Jürgen Sander, Vizepräsident für Studium und Lehre

Prof. Dr. Renate Soellner, Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs

Prof. Dr. Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie Evangelische Theologie Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik
news-7048 Mon, 10 Jun 2013 15:26:00 +0200 Nach dem Lauf zur Speichelprobe https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/nach-dem-lau/ Kombi-Veranstaltung an der Universität: Lauf und Tests zugleich Pressespiegel regional Psychologie Fachbereich 1 Sportwissenschaft news-6833 Fri, 15 Mar 2013 13:11:00 +0100 Schulscheitern ist vorhersehbar - jedenfalls zum Teil https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/schulscheite/ Forscher der Uni Hildesheim finden heraus: Schon bei Vierjährigen sind Risiken erkennbar / Migrantenkinder können oft bis zur Einschulung nicht mehr aufholen Psychologie Pressespiegel regional Erziehungswissenschaft news-6288 Fri, 15 Mar 2013 13:10:00 +0100 „Im Vorschulalter unterscheiden sich Entwicklungsverläufe erheblich“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/im-vorschulalter-unterscheiden-sich-entwicklungsverlaeufe-erheblich/ Inwieweit sind Schulleistungen vorhersagbar? Psychologen der Universität Hildesheim haben in einer Längsschnittstudie herausgefunden, dass in der frühen Kindheit vor allem die Leistung des Arbeitsgedächtnisses – und weniger Intelligenz – spätere Schulleistungen beeinflusst. Über fünf Jahre wurden 200 Kinder begleitet. Ein Ergebnis: „Risikokinder“ können früh erkannt und gefördert werden – was bislang zu wenig beachtet wird. Kinder kommen mit erheblich unterschiedlichen Startbedingungen in die Grundschule. Eine Studie gibt nun Auskunft über Entwicklungsstadien, -tempi und über individuelle Vorsprünge und -rückstände im Vor- und Grundschulalter.

Psychologen der Universität Hildesheim untersuchen seit 2008, welche Kompetenzen in der frühen Kindheit für spätere Schulleistungen – zum Beispiel im Lesen, Schreiben und Rechnen – entscheidend sind. Eine Forschergruppe um Psychologieprofessorin Dr. Claudia Mähler hat in der Längsschnittstudie „Koko“ die Entwicklungsverläufe von Vor- und Grundschulkindern betrachtet. Etwa 200 Kinder aus Hildesheim werden seit ihrem Eintritt in den Kindergarten über fünf Jahre halbjährlich getestet; inzwischen besuchen sie das zweite Schuljahr.

In der Studie „Differentielle Entwicklungsverläufe kognitiver Kompetenzen im Vor- und Grundschulalter (Koko)“ wurden bereichsübergreifende (u.a. Intelligenz, Arbeitsgedächtnis, Konzentrationsfähigkeit) und bereichsspezifische (u.a. Mengenverständnis, Zählfertigkeiten, phonologische Verarbeitung, sprachliche Fertigkeiten) Vorläuferfertigkeiten untersucht. Seit Beginn der Schulzeit werden auch die Schulleistungen im Lesen, Schreiben und Rechnen mit erhoben. Auch der Einfluss von Umweltvariablen wie soziökonomischer Status, Migrationshintergrund und häusliche Lernumgebung wurde erfasst.

Startbedingungen in Grundschule unterscheiden sich erheblich

Wie unterschiedlich die Startbedingungen in der Grundschule sind, offenbart die Untersuchung: „Schulanfänger kommen mit Wissen über Mengen, Zahlen und Laute in die Schule – das Ausmaß an numerischem und phonologischem Vorwissen unterscheidet sich jedoch erheblich voneinander“, sagt Claudia Mähler. Welche Merkmale bedingen diese unterschiedliche Entwicklung bis zum Schulanfang, wo liegen Risikofaktoren? „Anders als früher angenommen hat weniger Intelligenz, sondern die Leistung des Arbeitsgedächtnisses Einfluss auf spätere Schulleistungen.“ Bereits 4- bis 6-Jährige mit hoher Arbeitsgedächtniskapazität zeigen in allen Bereichen bessere Leistungen und stärkere Entwicklungssprünge. Sie haben stärker entwickelte numerische und phonologische Kompetenzen, kennen sich also mit Zahlen und mit den Klängen der Sprache besser aus.

Kinder mit Zuwanderungsgeschichte haben im Bildungssystem Nachteile gegenüber Kindern deutscher Herkunft, wobei besonders Kinder mit schwachen Deutschkenntnissen betroffen sind (vgl. schulische Leistungen PISA, IGLU, TIMMS). „Die Benachteiligung tritt nicht erst mit Schulbeginn ein, sondern beginnt in der Entwicklung schulrelevanter Vorläuferkompetenzen“, unterstreicht Mähler. Die Forschergruppe der Uni Hildesheim hat die Entwicklungsverläufe von 115 deutschen Kindern mit 52 Kindern mit „Migrationshintergrund“ verglichen: „Trotz vergleichbarer Lernmöglichkeiten während der zwei Jahre im Kindergarten bleiben Kinder mit Zuwanderungsgeschichte in den schulischen Vorläuferkompetenzen hinter den deutschen Kindern zurück.“ Daraus schließen die Forscher: „Eine niedrige Arbeitsgedächtniskapazität und Migrationshintergrund sind Risikofaktoren. Der sozio-ökonomische Status der Familie und die häusliche Lernumwelt sind schon im Kindergartenalter für die Ausbildung von Vorläuferkompetenzen bedeutsam.“

Frühe Diagnostik mit 4 Jahren möglich

Was heißt das für den Kita-Alltag? „Frühe Diagnostik ist mit 4 Jahren möglich und sollte nicht erst kurz vor Schuleintritt beginnen. Risikokinder könnten bis zum Schuleintritt in ihren Arbeitsgedächtnisleistungen, phonologischen und numerischen Kompetenzen gefördert werden, um das Risiko von Schulversagen zu vermindern“, fordert Claudia Mähler. Wenn ein Kind deutliche Entwicklungsverzögerungen zeige, dies früh erkannt und mit Fördermaßnahmen kombiniert werde, steigen die Entwicklungschancen beträchtlich. Die „phonologische Bewusstheit“ zu trainieren, gelinge etwa mit Präventionsprogrammen wie „Hören, lauschen, lernen". Dabei entwickeln die Kinder ihren Sinn für die Lautstruktur von Sprache, hören Melodien und Silben, Erkennen dass im Wort „Auto" kein „i" ist, dies ist eine wichtige Voraussetzung, um Schriftsprache zu erlernen. Numerische Kompetenzen können mit Programmen wie „Mengen, zählen, Zahlen“ gefördert werden. Dabei geht es darum, eine Vorstellung von Mengen und Zahlen zu entwickeln, zu wissen was zum Beispiel mehr oder weniger ist. Ob es auch möglich sei, basale Defizite im Arbeitsgedächtnis mit Trainingsmaßnahmen zu kompensieren, müsse erst noch nachgewiesen werden. In einer weiteren Studie prüft das Hildesheimer Forscherteam deshalb, ob das Arbeitsgedächtnis bei Schulkindern trainiert werden kann.

In einem zweiten Teil der Studie wurde geprüft, ob sich Schulleistungen aus den vorschulischen Kompetenzen vorhersagen lassen. „Schulleistungen am Ende der 1. Klasse können wir zu 25 % aus der Leistung des Arbeitsgedächtnisses im Alter von 4 Jahren vorhersagen. Die Prognose wird nicht sicherer, wenn sie erst mit 6 Jahren erfolgt“, sagt Psychologin Dr. Ariane von Goldammer. Das Arbeitsgedächtnis sei ein „guter Prädikator“. Es ist für die kurzfristige Speicherung und Bearbeitung von lautlichen und visuellen Informationen und deren Transfer (z.B. vom Phonologischen ins Visuelle = Schreiben) zuständig und damit „von zentraler Bedeutung für das Lesen-, Schreiben- und Rechnenlernen“, so von Goldammer.

Auffällig ist, dass Mathematikleistungen bereits „sehr früh im Alter von 4 Jahren anhand von numerischen Vorläuferkompetenzen wie Zählen, Mengenvergleich und Benennen von Ziffern vorhergesagt werden können“ (35 %). Ein signifikanter Einflussfaktor auf Lese-, Rechtschreib- und Rechenleistungen sei mit 10-16 % der sozioökonomische Status der Familie.

„Insgesamt können durch Erfassen von Arbeitsgedächtnis, phonologischen und numerischen Kompetenzen, sozioökonomischem Status und Migrationshintergrund bei 4-jährigen Kindern bereits 34 % der Lese-, 52 % der Rechtschreib- und 35 % der Mathematikleistung am Ende der 1. Klasse vorhergesagt werden“, so das Fazit der Forscher der Uni Hildesheim. Mit dem Alter der Kinder verbessere sich die Güte einer solchen Prognose nicht wesentlich. Dabei weisen die Forscher auf die Bedeutung weiterer Einflussfaktoren wie Motivation, Selbstkonzept, Unterrichtsqualität und Klassenklima hin.

In einem dritten Teil der Studie wurde geprüft, wie wirksam die Förderung von numerischen Kompetenzen im Kindergarten in zahlen- und mengenbezogenen Spielen ist. Dabei gingen die Forscher in „Brennpunktkindergärten“ und „Mittelschichtskindergärten“. „Kinder aus Brennpunktkindergärten weisen vor Beginn des Trainings geringere numerische Kompetenzen aus, profitieren aber in etwas höherem Maße von der Förderung“, so ein Ergebnis.

Claudia Mähler hat mit ihrem Team an der Universität Hildesheim die Forschungsambulanz „Kind im Mittelpunkt" aufgebaut. Diagnostik, Beratung und Intervention bei Lernstörungen werden von Eltern und Kindern in der Region stark nachgefragt. Bisher konnten etwa 300 Kinder untersucht und begleitet werden.

Was bedeuten die Ergebnisse für den Alltag in Kitas für die pädagogischen Fachkräfte? „Erzieherinnen haben einen anspruchsvollen und sehr verantwortungsvollen Beruf. Von ihren diagnostischen Kompetenzen und ihrer Fähigkeit und Bereitschaft, die Kinder im Alltag zu fördern, hängen die Entwicklungschancen der Kinder ab. Für die Ausbildung und Anerkennung dieser Berufsgruppe muss in Deutschlang noch viel getan werden. “, sagt Prof. Mähler.

Diagnostik in der Lehrerausbildung

Auch die Lehrerbildung müsse den Bereich „Diagnostik“ ernst nehmen, fordert Prof. Mähler: „Lernfortschritte von Schülerinnen und Schülern sollten aufmerksam beobachtet werden, um Symptome von Lernstörungen frühzeitig zu erkennen.“ Etwa 4 bis 8 % der Kinder einer Altersstufe leiden unter einer Lernstörung im Lesen, Rechtschreiben, Rechnen oder einer Kombination dieser Probleme. „Hinzu kommen Kinder mit Aufmerksamkeits- oder anderen Verhaltensstörungen. Das gehört zum Alltag von Lehrerinnen und Lehrern.“ An der Universität Hildesheim erwerben Lehramtsstudierende deshalb Kenntnisse über Symptomatik, Ursachen, Diagnostik und Interventionsmöglichkeiten bei Lernstörungen. Studierende der Psychologie werden in der Ursachenforschung sowie praxisnah in der Diagnostik und Begutachtung von Lernschwierigkeiten ausgebildet.

Forschungsprojekt „Differentielle Entwicklungsverläufe kognitiver Kompetenzen im Kindergartenalter (Koko)“

Das Projekt „Koko“ wird im Forschungsverbund „Frühkindliche Bildung und Entwicklung Niedersachsen“ durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit Mitteln aus dem VW-Vorab von 2008 bis 2013 gefördert. Die Projektleitung haben Prof. Dr. Claudia Mähler (Uni Hildesheim) und Prof. Dr. Dietmar Grube (Uni Oldenburg) inne. Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen sind Dr. Ariane von Goldammer, Dr. Kirsten Schuchardt und Dipl. Psych. Jeanette Piekny.

Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 0177.8605905, 05121.883-102, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
news-6293 Wed, 13 Mar 2013 11:29:00 +0100 Frühkindliche Bildung erforschen: Sieben Hochschulen ziehen Bilanz https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/fruehkindliche-bildung-erforschen-sieben-hochschulen-ziehen-bilanz/ „Die frühkindliche Bildung ist ein noch junges aber für unsere Gesellschaft bedeutendes Forschungsfeld. Der niedersächsische Verbund hat dazu beigetragen, Forschung und Transfer zu intensivieren“, sagt die niedersächsische Wissenschaftsministerin Dr. Gabriele Heinen-Kljajić. In Hannover stellen Wissenschaftler erstmals öffentlich Ergebnisse aus dem Forschungsverbund „Frühkindliche Bildung und Entwicklung Niedersachsen" vor. Im Forschungsverbund „Frühkindliche Bildung und Entwicklung Niedersachsen" arbeiten seit 2008 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in interdisziplinären Projekten. Auf einer Abschlusstagung stellen sie vom 13. bis 15. März 2013 erstmals öffentlich die Ergebnisse aus den drei Forschungsclustern vor:

1. Erwerb (vor)schulischer Kompetenzen

2. Profession und Professionalisierung

3. Heterogenität

„Die frühkindliche Bildung ist ein noch junges aber für unsere Gesellschaft bedeutendes Forschungsfeld. Der niedersächsische Verbund ermöglicht, dass unsere Hochschulen ihre wissenschaftlichen Aktivitäten zur frühkindlichen Bildung systematisieren, austauschen und untereinander abstimmen. Diese Initiative hat dazu beigetragen, Forschung und Transfer zu intensivieren und somit den Ansprüchen von Kindern, Eltern und Fachkräften gerechter zu werden“, sagt die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur Dr. Gabriele Heinen-Kljajić.

„Im Verbund konnten wir das Grundlagenwissen über die frühe Kindheit ausbauen“, so Prof. Dr. Peter Cloos, Professor für Pädagogik der frühen Kindheit. Gemeinsam mit Prof. Dr. Claudia Mähler, Professorin für Pädagogische Psychologie, leitet er die Geschäftsstelle des Forschungsverbundes an der Universität Hildesheim.

Forscher haben zum Beispiel empirisch untersucht, welche kognitiven Kompetenzen in der frühen Kindheit für Schulerfolg entscheidend sind, wie Lernen in Kitas durch Beobachtung professionell begleitet wird, welche Lernerfahrungen Kinder in Übergängen machen und welche Sprachförderprojekte für Migrantenkinder im Elementarbereich wirken. Die acht Projekte sind an sechs Hochschulstandorten (Braunschweig, Göttingen, Hannover, Hildesheim, Lüneburg und Oldenburg) angesiedelt. „Psychologen befassen sich mit der Entwicklung des Kindes, Erziehungs- und Sozialwissenschaftler untersuchen professionelles Handeln von Fachkräften und institutionelle Bedingungen“, sagt Mähler.

Der Forschungsverbund wird vom niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit mehr als 2,5 Millionen Euro aus Mitteln des Niedersächischen Vorabs der Volkswagenstiftung gefördert. Drei Projekte wurden bereits abgeschlossen. Fünf Projekte laufen bis September 2013 und stellen auf der Tagung erste Ergebnisse vor.

Forschungsergebnisse der acht Projekte im Internet (PDF, eine Seite je Projekt)

Abschlusstagung vom 13. bis 15. März 2013

Nach der Eröffnung am Mittwoch, 13. März, um 17:45 Uhr folgt ein öffentlicher Vortrag über die Entwicklung im Kindesalter von Prof. Dr. Sabine Weinert, Universität Bamberg. Neben der Vorstellung der Forschungsergebnisse halten internationale Referenten zu den Forschungsclustern „Heterogenität“, „Erwerb (vor)schulischer Kompetenzen“ und „Professionalisierung“. Darunter sind: Prof. Dr. Jan Kampmann (Roskilde Universitet, Dänemark), Prof. Dr. Susanne Denham (University Fairfax, Virginia/USA),  Prof. Dr. Tanja Betz (Universität Frankfurt a.M.), Prof. Dr. Michael-Sebastian Honig (Abschlussvortrag, Université de Luxembourg).

Veranstaltungsort: Gebäude Kesselhaus, Uni Hannover, Schloßwender Str. 1 / Königsworther Platz, 30159 Hannover

Kontakt zu den Forschern: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 0177.8605905, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Tagungen & Kongresse
news-6867 Fri, 25 Jan 2013 10:18:00 +0100 Burn-out: Handy erhöht Risiko https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/burn-out-ha/ 180 Ärzte und Psychologen diskutieren in Hildesheim Pressespiegel regional Psychologie news-6866 Thu, 24 Jan 2013 10:13:00 +0100 "Arbeitsstress macht depressiv" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/arbeitsstre/ Pressespiegel regional Psychologie news-6046 Wed, 23 Jan 2013 21:56:00 +0100 Mehr Anstrengungen gefordert https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/mehr-anstrengungen-gefordert/ Prof. Dr. Johannes Michalak forscht an der Universität Hildesheim zu Präventions- und Behandlungsmethoden von Burnout und Depression. Der persönliche und volkswirtschaftliche Schaden ist immens. Das NDR Fernsehen hat die Forschergruppe der Uni Hildesheim besucht und berichtet über die Zusammenarbeit mit Kliniken vor Ort. Prof. Dr. Johannes Michalak fordert mehr Anstrengungen, um Burnout und Depressionen entgegenzuwirken. Maßnahmen müssen „auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen“, so der Professor für Klinische Psychologie an der Universität Hildesheim. Eine Strategie sei, bei den Arbeitsbedingungen in den Betrieben anzusetzen. „Indem man zu hohe Arbeitsverdichtung vermindert, wertschätzend im Arbeitsteam miteinander umgeht und Gesundheit durch entsprechende Angebote fördert“, sagt Michalak, der zu Präventions- und Behandlungsmethoden von Burnout und Depression forscht.

Psychische Erkrankungen führen immer häufiger in die Frührente. Zahlen der Deutschen Rentenversicherung vom Januar 2013 zeigen: Im Bundesland Niedersachsen liegt der Anteil der Erwerbsminderungsrenten, die Arbeitnehmer wegen psychischer und Verhaltensstörungen beantragten, bei rund 40 % (bundesweit bei 41 %). Wenn emotionale Erschöpfung, Überforderung und zunehmende Frustration über längere Zeit anhalten und Erholungszeiten nicht zu einer Regeneration führen, ist das Risiko erhöht, dass sich eine psychische Erkrankung wie eine Depression entwickelt. „Fehlzeiten und frühzeitige Berufsunfähigkeit sind die Folge.“ Der persönliche und volkswirtschaftliche Schaden sei immens, so Michalak.

Über 200 Wissenschaftler, Psychologen und Ärzte diskutieren in dieser Woche auf einer zweitägigen Konferenz in Hildesheim über Möglichkeiten der Prävention und Behandlung. Die Tagung ist zugleich die Auftaktveranstaltung für das „Zentrum für Gesundheit". Dabei kooperieren die Universität Hildesheim, das AMEOS Klinikum und das Klinikum Hildesheim, um Forschung, Lehre und Patientenversorgung im Raum Hildesheim stärker zu verzahnen. Projekte zur Förderung der psychischen Gesundheit in Betrieben der Region sollen entwickelt, im Psychologiestudium können praxisorientierte Vertiefungen angeboten werden. „Wir wollen die Studierenden für das Fach, für eine klinische Tätigkeit am Patienten, begeistern und ihnen während des Studiums Einblicke in den Klinikalltag ermöglichen", sagt Dr. Christian Tettenborn, stellvertretender Ärztlicher Direktor des AMEOS Klinikums.

Forschung zu „Burnout". Uni Hildesheim kooperiert mit Krankenhäusern, Filmbeitrag von Antje Schmidt in den Sendungen Hallo Niedersachsen und Niedersachsen 18:00 (NDR Fernsehen, 23.01.2013)

„Gute Balance aus Arbeit und Entspannung schützt vor Burnout", dpa, Autor David Kluthe, 22.01.2013

Presseinformation zur Fachtagung

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie
news-5890 Wed, 16 Jan 2013 13:03:00 +0100 Burnout und Depression behandeln https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/burnout-und-depression-behandeln/ Wie Burnout und Depression behandelt werden können und welche Maßnahmen zur Prävention geeignet sind, diskutieren Wissenschaftler, Psychologen und Ärzte auf einer zweitägigen Konferenz am 23. und 24. Januar 2013 in Hildesheim. Diese ist zugleich die Auftaktveranstaltung für das „Zentrum für Gesundheit". Emotionale Erschöpfung, Überforderung, fehlende psychische und körperliche Reserven, zunehmende Frustration und Distanzierung von der Arbeit – zählt Prof. Dr. Johannes Michalak als Symptome für Burnout auf. „Wenn diese Beschwerden über längere Zeit anhalten und auch Erholungszeiten nicht zu einer spürbaren Regeneration führen, ist das Risiko erhöht, dass sich aus dem Burnout eine psychische Erkrankung wie eine Depression oder eine Angststörung entwickelt“, unterstreicht der Professor für Klinische Psychologie an der Universität Hildesheim. Aktuelle Daten der Krankenkassen weisen auf die bundesweit hohe Relevanz des Problems „Burnout“ hin. „Fehlzeiten und frühzeitige Berufsunfähigkeit sind die Folge“, sagt Michalak. Nicht nur der persönliche, auch der volkswirtschaftliche Schaden ist immens.

Deshalb fordert Michalak mehr Anstrengungen im Bereich der Prävention und Behandlung von Burnout. Diese Maßnahmen müssen „auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen“. Eine Strategie ist, die Arbeitsbedingungen in den Betrieben so zu gestalten, dass der Entstehung eines Burnouts entgegenwirkt wird. „Zum Beispiel indem man zu hohe Arbeitsverdichtung vermindert, wertschätzend im Arbeitsteam miteinander umgeht und Gesundheit durch entsprechende Angebote fördert.“

Wenn das Burnoutsyndrom bereits entstanden ist, müsse „der Betroffene frühzeitig gestärkt, und in seinen Bewältigungsfähigkeiten unterstützt werden“. Therapieverfahren können zum Einsatz kommen, die sich bei der Behandlung von Depressionen bewährt haben. „Die Forschung zu Prävention und Behandlung von Burnout steht allerdings noch am Anfang. Unsere Tagung im Januar 2013 stellt neuere Entwicklungen vor und lädt zur Diskussion ein."

Die Universität Hildesheim, das AMEOS Klinikum Hildesheim und das Klinikum Hildesheim haben 2010 das „Zentrum für Gesundheit“ gegründet. „Wir wollen den Gesundheitsstandort Hildesheim stärken durch gemeinsame Forschung, die Kooperation im Bereich der Lehre (z.B. praxisorientierte Vertiefung im Psychologiestudium) und durch Projekte zur Förderung der psychischen Gesundheit in Betrieben der Region“, fasst Prof. Michalak zusammen.

Depressive Erkrankungen verhindern, früh erkennen, nachhaltig behandeln ist eines der Gesundheitsziele, das von Bund, Ländern und unterschiedlichen Akteuren des Gesundheitswesens formuliert wurde. Es wurden Maßnahmen getroffen, die die Lage von Menschen mit Depression verbessern können, zum Beispiel die Einrichtung von regionalen Bündnissen gegen Depression, auch in Hildesheim. „Viel bleibt allerdings immer noch zu tun, um Betroffenen eine zeitnahe und wirksame Hilfe bieten zu können“, fordert Prof. Michalak.

Experten tagen in Hildesheim: „Land in Sicht – Perspektiven zur Prävention und Behandlung von Burnout und Depression“

Die Tagung am 23. und 24. Januar 2013 liefert einen wissenschaftlich fundierten und zugleich praxisrelevanten Überblick über Ansätze zur Prävention und Behandlung von Burnout und Depression. Die Tagung richtet sich an Psychologen, Ärzte, im psychosozialen Bereich Tätige sowie Personen, die in Betrieben für die Gesundheit von Beschäftigten Verantwortung tragen und an interessierte Laien.

Informationen zur Tagung und Programm

dpa, 22.01.2013

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie Tagungen & Kongresse
news-6006 Tue, 15 Jan 2013 08:23:00 +0100 Wahl im Blick https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/wahl-im-blick/ „Wahrscheinlich geht der Blick erst einmal aufs Gesicht, dann liest man sich durch, was auf dem Plakat steht", vermutet Psychologie-Student Florian. Wo der Blick beim Betrachten von Wahlplakaten landet, wollten Studierende der Uni Hildesheim wissen. Ein Kamerateam von RTL hat sie begleitet. In den Wochen vor der Landtagswahl zählen sie zum Stadtbild: Plakate. Überall hängen die Botschaften und Gesichter der Parteien, werden Wahlsprüche und Aufrufe platziert. 

Psychologie-Studierende der Universität Hildesheim haben mit Prof. Dr. Kristian Folta-Schoofs untersucht, was Betrachter von Wahlplakaten im Blick haben. Ein Fernsehteam von RTL hat sie begleitet: Welche Wahlwerbung bleibt wirklich hängen? Was in Sekundenbruchteilen im Vorbeigehen oder Vorbeifahren wirklich im Hirn hängen bleibt, haben Psychologiestudierende der Uni Hildesheim untersucht (RTL, 16.01.2013).

„Wahrscheinlich geht der Blick erst einmal aufs Gesicht, dann liest man sich durch, was auf dem Plakat steht", vermutet Psychologie-Student Florian. Zum Einsatz kam ein hochmoderner Augenscanner. Reporter Patrick Stijfhals hat die Tests begleitet.

Filmtipp: Hirnforschung

Prof. Kristian Folta-Schoofs, Juniorprofessor für Neurobiologische Grundlagen des Lernens, entwickelt in Forschungsseminaren mit Studierenden der Psychologie spannende Forschungsprojekte. Dabei lernen die Studierenden, wie sie die modernen Methoden der Hirnforschung außerhalb des Labors einsetzen können. So haben sie 2012 in Zusammenarbeit mit dem Dom-Museum und dem Roemer- und Pelizaeus-Museum Hirnströme und Blickbewegungen beim Betrachten von Kunstwerken gemessen und ausgewertet (Artikel über die Messergebnisse im Uni-Journal, Filmbeitrag „Hirnforschung vor der Bernwardtür", NDR, 16.11.2012).

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
news-5933 Mon, 07 Jan 2013 08:45:00 +0100 Zum Hörer greifen: Angehörige, die Demenzerkrankte pflegen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/zum-hoerer-greifen-angehoerige-die-demenzerkrankte-pflegen/ Wie können Angehörige unterstützt werden, die Menschen mit Demenzerkrankung pflegen? Forscherinnen der Universitäten Hildesheim und Jena untersuchen, wie wirksam telefonische psychologische Unterstützung ist. Erste Ergebnisse zeigen: Die Telefongespräche werden stark nachgefragt. Vier von fünf Angehörigen bewerten sie als sehr hilfreich. „Einen an Demenz erkrankten Menschen zu pflegen, ist eine herausfordernde Aufgabe. Untersuchungen zeigen, dass pflegende Angehörige häufig körperlich und seelisch überfordert sind“, sagt Prof. Dr. Renate Soellner, Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. „Sie denken nicht mehr an das eigene Wohlergehen, obwohl dies Voraussetzung ist, um die Rund-um-die-Uhr-Pflege bewältigen zu können. Wir können es uns nicht leisten, pflegende Angehörige allein zu lassen.“ In Deutschland leben 1,4 Millionen Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind. Über 70 % von ihnen werden zu Hause von einem Familienmitglied betreut oder gepflegt.

Hilft ein Griff zum Telefonhörer? Ergebnisse aus dem Projekt „Tele.TAnDem“ (2008 – 2010) des Forscherteams zeigen: Angehörige können durch die Hilfe qualifizierter Psychologinnen leichter mit Schwierigkeiten im Pflegealltag umgehen – was sich wiederum positiv auf die Gesundheit auswirkt. Über 100 Angehörige wurden drei Monate lang in insgesamt sieben Telefongesprächen beraten. Sie berichteten danach von einem verbesserten Gesundheitszustand, einer Reduktion depressiver Symptome und einer besseren Lebensqualität. 91 % würden die telefonische Unterstützung anderen weiterempfehlen und vier von fünf Angehörigen bewerteten die Unterstützung als sehr hilfreich.

Dabei erleben die pflegenden Angehörigen gerade die regelmäßigen Telefonate als Hilfe, so Prof. Soellner, die das Projekt gemeinsam mit Prof. Dr. Gabriele Wilz (Universität Jena) leitet. „Ein Telefonat können sie flexibler in ihren Pflegealltag integrieren.“ „Die Telefonate beinhalten aber keine praktischen Pflegeanleitungen und keinen Crashkurs in der Krankenpflege. Die Pflegenden selbst sollen gestärkt werden“, sagen die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Dr. Monika Ludwig und Anna Machmer.

Nun startet eine zweite Studie: „Tele.TAnDem.Transfer“. Erstmals soll das qualifizierte psychologische Unterstützungsangebot in bestehenden Versorgungsstrukturen erprobt werden. Über ein Jahr werden 120 Studienteilnehmer in drei Vergleichsgruppen begleitet. Zwei Gruppen erhalten über sechs Monate psychotherapeutische Beratung – eine davon via Telefon. Die persönliche Beratung findet in Jena, München und Berlin statt, die telefonische bundesweit. Die Inhalte der Gespräche orientieren sich an den jeweiligen Bedürfnissen der pflegenden Angehörigen wie z.B. dem Umgang mit belastenden Gedanken und Sorgen oder auch mit sozialer Isolation. „Wir vergleichen die Wirkungen der telefonischen Unterstützung mit denen einer persönlichen Begegnung“, so das Forscherteam.

Das Bundesministerium für Gesundheit fördert das Forschungsprojekt von 2012 bis 2015 mit 480.000 Euro. Kooperationspartner sind die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. und die Alzheimer Gesellschaft München e.V.. In Kooperation mit dem Helmholtz Zentrum München erfolgt eine gesundheitsökonomische Bewertung der Studienergebnisse.

Zweite Studie startet: Pflegende Angehörige gesucht

Für die gemeinsame Studie der Universitäten Hildesheim und Jena werden bundesweit Angehörige gesucht, die einen demenzerkrankten Menschen zu Hause pflegen und bisher keine therapeutische Unterstützung erhielten. Interessierte wenden sich an die Kooperationspartner in Jena: Dipl.-Psych. Kathi Albrecht (Tel. 03641.945175; Montag 13:00 – 14:00 und Dienstag 9:00 – 10:00) oder Dipl.-Psych. Franziska Meichsner  (03641.945178; Mittwoch 10:00 – 11:00 und 16:30 – 17:30) sowie nach Vereinbarung. Per E-Mail: teletandem@uni-jena.de.

Lesen Sie diesen Artikel im aktuellen Uni-Journal (PDF).

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
news-5921 Wed, 02 Jan 2013 16:01:00 +0100 "Vielleicht wäre der Frühling besser...!" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/vielleicht/ Neukahr ist der Tag derguten Vorsätze. Neun bekannte Hildesheimer haben uns verraten, was sie sich für 2013 so alles vornehmen - und eine Psychologin erklärt im Interview, ob ein guter Vorsatz zum Jahreswechsel überhaupt eine gute Idee ist. Pressespiegel regional Psychologie Präsident news-5919 Sat, 29 Dec 2012 15:51:00 +0100 Wie das Leben so spielt https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/wie-das-lebe/ Zu wissen was die Zukunft bringt - gerade zum Jahreswechsel wünschen sich das viele. und dann gibt es Menschen, die ehaupten die Antworten zu kennen. Aber stimmen die auch? Ein Experiment. Pressespiegel regional Psychologie news-5903 Sun, 16 Dec 2012 10:14:00 +0100 Uni: Vorlesung zu Weihnachten https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/uni-vorlesu/ Pressespiegel regional Psychologie news-5899 Wed, 12 Dec 2012 10:08:00 +0100 Behandlung von Depressionen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/behandlung-v/ Pressespiegel regional Psychologie news-5718 Sun, 11 Nov 2012 16:24:00 +0100 Bei Wut: Kräuter hacken https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/bei-wut-krae/ "Kochbuch der Gefühle" von Studenten und Azubis Pressespiegel regional Psychologie Universität Hildesheim news-5600 Wed, 31 Oct 2012 09:17:00 +0100 Kochen Sie vor Wut? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/kochen-sie-vor-wut/ Wie schmeckt Glück, Wut, Trauer oder Fernweh? Studierende der Pädagogischen Psychologie und Koch-Auszubildende haben eineinhalb Jahre lang gemeinsam Rezepte für ein „Kochbuch der Gefühle" entwickelt. Nun ist das Buch erschienen – und Psychologieprofessorin Christina Bermeitinger begeistert vom Engagement der Beteiligten. „Emotionen und Kochen gehören zusammen. Gerüche oder Gerichte wecken Kindheitserinnerungen. Unsere Gefühlslage bestimmt, was wir essen, wie wir essen. Und andersherum beeinflusst das, was wir essen wiederum unsere Emotionen“, sagt Prof. Dr. Christina Bermeitinger vom Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. Gemeinsam mit Lasse Althaus, Fachpraxislehrer für Köche an der Walter-Gropius-Berufsschule, hat die Professorin das Koch-Projekt geleitet. „Die Atmosphäre beim gemeinsamen Kochen und Essen war beeindruckend. Studierende und Auszubildende haben sich wechselseitig Ideen geliefert. Ihr Wissen und die Herangehensweisen haben sich wunderbar ergänzt“, so Bermeitinger.

Vom Engagement der 24 Studierenden der Pädagogischen Psychologie und der 24 Koch-Auszubildenden ist Bermeitinger begeistert. Um Stolz, Glück, Leidenschaft und Trauer in Menüfolgen umzusetzen, haben sie viele spontane Assoziationen wie zum Beispiel Farben einbezogen, die Wirkungen von Nahrungsmitteln recherchiert und getestet, gekocht, verändert – und alles in Bildern und Worten festgehalten.

Am 7. November stellen sie das Kochbuch erstmals vor. Neben Rezeptideen für 15 Gefühle erhält der Leser einen Einblick in psychologische Aspekte beim Kochen und Essen.  Das „Kochbuch der Gefühle“ ist im Oktober im Verlag Gebrüder Gerstenberg erschienen und im Buchhandel erhältlich (Hrsg. Christina Bermeitinger, Lasse Althaus, 144 Seiten, 19,80 Euro).

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1 MSc Psy BSc PäPsy Vernetzung
news-5739 Wed, 17 Oct 2012 16:10:00 +0200 Greve liest aus seinem James-Bond-Buch https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/greve-liest/ Pressespiegel regional Psychologie Universität Hildesheim news-5491 Mon, 15 Oct 2012 18:37:00 +0200 Rekordzahl an Studienanfängern an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/rekordzahl-an-studienanfaengern-an-der-universitaet-hildesheim/ 100 Tutoren – Studierende aus höheren Semestern – begleiten in diesen Tagen 1349 Bachelor-Studienanfänger beim Studieneinstieg an der Stiftung Universität Hildesheim. Zudem beginnen 699 Studierende ihr Master-Studium. Die Universität zählt in diesem Wintersemester insgesamt 6300 Studierende, so viele wie nie zuvor (vorläufige Zahl). „Von Aristoteles lernen wir: Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen, ein zoon politikon. Sie studieren an der Universität in einer Gemeinschaft, helfen Sie sich gegenseitig“, wandte sich Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich im Rahmen der Immatrikulationsfeier am Montag an die Studienanfänger. „Nehmen Sie unsere Unterstützung an, die Stipendienprogramme, die Angebote des Lese- und Schreibzentrums, die Beratung für Auslandsaufenthalte. Überlegen Sie auch, was Sie zurückgeben können.“

1349 Bachelorstudierende und 699 Masterstudierende beginnen in diesen Tagen ihr Studium an der Universität Hildesheim. Damit steigt die Gesamtstudierendenzahl auf 6317. Rund 9200 Studieninteressierte hatten sich auf rund 2000 Studienplätze beworben. „Wir erreichen eine Rekordzahl und damit die Grenzen unserer Kapazität. In dieser Größenordnung wollen wir uns weiter bewegen“, so Präsident Friedrich, der den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den zentralen Einrichtungen und Dezernaten für ihre engagierte Arbeit dankte.

Aus Leipzig und Magdeburg nach Hildesheim

Jonathan Mamo-Wilhelmy, 18, und Sophia Schönberger, 19, aus Leipzig freuen sich auf das Studium der „Pädagogischen Psychologie“, da die Uni die gesamte Bandbreite – vom Kind bis zu älteren Menschen – abdeckt. „Wir haben uns in Leipzig, Dresden, Berlin, Chemnitz beworben“, listen sie auf. Beide erhalten Unterstützung von ihren Eltern, um die Studiengebühren zu finanzieren. „Ich will mir in Hildesheim einen Job suchen, aber der Fokus bleibt beim Studium“, sagt Sophia.

Victoria Forberger schätzt die persönliche Atmosphäre auf dem Uni-Campus. „Nach der Aufnahmeprüfung für das Fach Kunst habe ich mich über die Zusage gefreut, vor allem, weil ich Seminare auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg belegen werde.“ Die 20-Jährige kommt aus der Nähe von Magdeburg und ist eine der über 500 neuen Lehramtsstudierenden. Dabei verbringt sie das Studium nicht nur im Hörsaal: Ab Anfang November erleben die Lehramtsstudierenden ihre ersten Schultage in Partnerschulen. Victoria Forberger wird im ersten und zweiten Semester jeden Freitagvormittag Unterricht beobachten und mit Lehrern und Wissenschaftlern in Seminaren analysieren. Insgesamt studieren rund 2500 angehende Grund-, Haupt- und Realschullehrer in Hildesheim. Zum Wintersemester 2012/13 hatten sich mehr als 3000 Studieninteressierte beworben.

Etwa ein Viertel der neuen Lehramtsstudierenden ist männlich, die Universität Hildesheim möchte mit dem Projekt „Männer und Grundschullehramt“ das Berufsfeld für mehr Männer öffnen. Marius Marutschke will Grundschullehrer werden und hofft im Studium auf den Umgang mit Schülern vorbereitet zu werden, die Deutsch als Zweitsprache erlernen.

100 Tutoren – Studierende aus höheren Semestern – begleiten die Erstsemester beim Studieneinstieg und helfen zum Beispiel bei der Stundenplangestaltung. Die Zentrale Studienberatung will damit den Übergang von der Schule in die Hochschule erleichtern. Der Allgemeine Studierenden Ausschuss (AStA) und das Studierenden-Parlament (StuPa) stellen in dieser Woche vor, wie Studierende die Uni mitgestalten können.

„Lieblingsfach Mathematik“: Preis des DAAD

Weiwan Zhuang aus China wurde während der Immatrikulationsfeier für ihre hervorragenden Studienleistungen im Studiengang „Wirtschaftsinformatik“ ausgezeichnet. Sie erhält den mit 1000 Euro dotierten Preis des DAAD für herausragende ausländische Studierende. Das Lieblingsfach von Weiwan Zhuang ist die Mathematik. Prof. Dr. Klaus Ambrosi zeigt sich begeistert von ihren „außergewöhnlichen Leistungen und dem sorgfältigen und gewissenhaften Studium, das sie mit Ehrgeiz und großem zeitlichen Engagement betreibt“. Außerdem unterstützt sie das International Office ehrenamtlich bei der Betreuung neuer chinesischer Studierender.

Im Wintersemester 2012/13 studieren an der Universität Hildesheim 23 % mehr ausländische Studierende als im Vorjahr. Die 116 Programmstudierenden kommen aus 22 Ländern, 33 aus Spanien, 16 aus Frankreich und 10 aus der Türkei. Die meisten ausländischen Vollzeitstudierenden kommen aus der Türkei, Polen, der Ukraine und Russland.

Brief der Niedersächsischen Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka an die Studienanfängerinnen und Studienanfänger (PDF)

Eine Bildergalerie zum Studienbeginn finden Sie hier ab Freitag.

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1 Lese- und Schreibzentrum Fachbereich 2 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Fachbereich 4 BSc PäPsy Polyv. 2-Fäch.BA BSc WInfo
news-5745 Tue, 02 Oct 2012 16:26:00 +0200 Die Rolle von Körper und Geist https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/die-rolle-vo/ Pressespiegel regional Psychologie news-6763 Sat, 08 Sep 2012 09:00:00 +0200 Die Blaumacher. Immer mehr Schüler schwänzen den Unterricht. die Politik ruft nach der harten Hand – anstatt den Kindern endlich einmal zuzuhören https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/die-blaumach/ Süddeutsche Zeitung über Schulverweigerung, Ausmaß, Verlauf und Prävention Über Sanktionen bei Schulverweigerern, Ausmaß, Verlauf und Prävention von Schulschwänzen führt Johann Osel in der Süddeutschen Zeitung ein Interview mit Prof. Dr. Norbert Grewe vom Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. „Mit einem Bußgeld kommt man nicht weiter; zumal dann die Schwänzerkarriere längst begonnen hat und die Chance, die Ursache zu beheben, in der Regel vertan ist", sagt Grewe der Süddeutschen Zeitung. Er fordert ein „systematisches Unterstützungssystem vor Ort" aus „Lehrern, Sozialarbeitern und Schulpsychologen, die Problemfälle identifizieren und einschreiten".

Süddeutsche Zeitung, 08./09.09.2012 (print, Titelthema)

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Fachbereich 1 Psychologie Pressespiegel überregional
news-5327 Mon, 27 Aug 2012 18:58:00 +0200 Schulfrust ist "dramatisch hoch" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/schulfrust-i/ Uni-Forscher: Viele geschwänzte Stunden fallen gar nicht auf / Kritik am Abzug der Schulpsychologen Pressespiegel regional Psychologie news-5326 Mon, 27 Aug 2012 18:57:00 +0200 IHK ehrt die Jahrgangsbesten https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/ihk-ehrt-die/ Pressespiegel regional Psychologie news-5856 Sun, 26 Aug 2012 14:30:00 +0200 Damit kein Kind sprachlos bleibt https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/damit-kein-k/ Sprachförderung in Krippen und Kitas: Fortbildungen für Erzieherinnen starten in Stadt und Landkreis Pressespiegel regional Psychologie news-5332 Sun, 26 Aug 2012 14:17:00 +0200 Damit kein Kind sprachlos bleibt https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/damit-kein-k-1/ SPrachförderung in Krippen und Kitas: Fortbildungen für Erzieherinnen starten in Stadt und Land Pressespiegel regional Universität Hildesheim Psychologie news-5110 Wed, 22 Aug 2012 15:57:00 +0200 Schulfrei, wenn ich es will https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/schulfrei-wenn-ich-es-will/ Sollen Eltern, wie jüngst gefordert, Bußgelder zahlen, wenn ihre Kinder die Schule schwänzen? Prof. Dr. Norbert Grewe forscht an der Universität Hildesheim seit Jahren über Schulabstinenz, deren Ausmaß und Verbreitung, Verlauf und Prävention. „Wir haben bei unseren Forschungen festgestellt, dass sowohl die Schulen als auch die Eltern das Problem oft nicht so wichtig nehmen", sagt Prof. Dr. Norbert Grewe im Gespräch mit Miriam Hollstein, DIE WELT („Bußgeld für Schwänzer 'politisches Armutszeugnis', 22.08.2012).

Der Hildesheimer Psychologe berichtet, wie Schulen in Großbritannien mit Schulabstinenz umgehen. Die Schulen registrieren, wie oft ein Kind fehlt. „Ist eine bestimmte Grenze überschritten, findet sofort ein Gespräch mit dem Kind statt. Egal, ob Krankheit oder andere Gründe für die Abwesenheit von der Schule verantwortlich sind." Fehltage der Schülerinnen und Schüler werden an den Schulen dokumentiert. Im Interview mit der Zeitung DIE WELT fordert Grewe ein besseres Frühwarnsystem in Deutschland. Es wäre wichtig, ein „Hilfesystem zu entwickeln, das schnell reagieren kann, durch direkte Gespräche mit den Kindern, durch Beratungskonferenzen".

Die Universität Hildesheim hat einen Schwerpunkt in der Lehrerbildung. Am Institut für Psychologie forscht Prof. Dr. Norbert Grewe seit Jahren über Schulabstinenz, deren Ausmaß und Verbreitung, Verlauf, Prävention und Projekte.

Einige Institutionen bieten Sondermaßnahmen zur Beschulung von schulmüden und schulverweigernden Jugendlichen an. Zurzeit findet eine Recherche statt, um das Angebot für diese Schülergruppe in Niedersachsen zu erfassen. In der Broschüre „Praxisprojekte für schulmüde und schulverweigernde Jugendliche in Niedersachsen" werden erste Ergebnisse zusammengefasst.

"Schulfrei, wenn ich es will", NDR, Interview, 29.08.2012

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1
news-5109 Mon, 20 Aug 2012 11:49:00 +0200 Sprache im Alltag entwickeln https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/sprache-im-alltag-entwickeln/ Im Landkreis Hildesheim beschreiten Sprachförderkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Kita-Leitungen und Sozialpädagogen einen neuen Weg. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Hildesheim und dem Jugendamt des Landkreises wurde ein Konzept für die Sprachbildung und -förderung im Landkreis Hildesheim entwickelt. 600 Erzieher sollen bis 2015 fortgebildet werden. Das Projekt „Kea – Kinder entwickeln alltagsintegriert Sprache“ läuft von 2011 bis 2015. Ziel ist es, Erzieher strukturiert und flächendeckend fort- und weiterzubilden, um die Sprachförderung und Sprachbildung im Alltag in Kindertageseinrichtungen zu stärken. Etwa 600 Erzieher sollen bis 2015 erreicht werden. Das Projekt wird durch das Land Niedersachsen zunächst mit rund 190.000 Euro gefördert.

Die 110 Krippen und Kindertageseinrichtungen im Landkreis Hildesheim können im Rahmen von themenbezogenen Studientagen ihre pädagogischen Fachkräfte als Team vor Ort und praxisnah weiterbilden. Die Themen reichen von Basiseinheiten zu Sprachbildung (Sprachkultur, -vorbild, Sprache als Querschnittsaufgabe), Sprachentwicklung und Sprachstörungen, bis zu vertiefenden Einheiten über die Zusammenarbeit mit Eltern sowie den Umgang mit Mehrsprachigkeit. Studierende der Pädagogischen Psychologie (Master) haben jüngst einen Studientag Sprachförderung in Hildesheim und Hannover in Berufsbildenden Schulen für Sozialassistenten durchgeführt.

„Die Fachkräfte können sich zudem intensiv im Heidelberger Interaktionstraining – ein wissenschaftlich erprobtes Konzept zur alltagsintegrierten Sprachförderung – ausbilden lassen. Bis Ende des Jahres werden 70 Erzieherinnen aus 45 Kitas dieses Angebot nutzen“, so Ann-Katrin Bockmann vom Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. Sie begleitet die Umsetzung von „Kea“ wissenschaftlich.

Darüber hinaus werden seit Januar 2012 Fachkräfte als Multiplikatoren ausgebildet. „Sie sollen die Erzieherinnen bei ihrer Arbeit praxisnah mit ihrem zusätzlichen Fachwissen unterstützen, zum Beispiel durch regelmäßige Telefonsprechstunden oder mit Materialsammlungen“, sagt Christina Gerlach-Sufin, Fachberaterin vom Landkreis Hildesheim. Zu den Inhalten der Ausbildung zählen Gesprächsführung, Mehrsprachigkeit, Elternarbeit, Umgang mit Kindern mit besonderem Förderbedarf und Diagnostik.

Anlass für das neue flächendeckende Sprachförderkonzept ist eine im Mai 2011 in Kraft getretene Richtlinie zur Förderung des Erwerbs der deutschen Sprache im Elementarbereich des Landes Niedersachsen sowie eine ebenfalls vom Land Niedersachsen 2011 veröffentlichte Handlungsempfehlung zur Sprachbildung und Sprachförderung im Elementarbereich.

„Sprachbildung und Sprachförderung müssen stärker in den Alltag von Kindern integriert und Fachkräfte im herausfordernden Kita-Alltag dabei unterstützt werden, wie sie Situationen im Alltag nutzen können, die sich für das Erlernen von Sprache eignen“, sagt Ann-Katrin Bockmann. „Die Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas sind durch steigende Anforderungen der Politik und Praxis (Dokumentation, Elternarbeit, Schutzauftrag, Orientierungsplan) stark gefordert und stoßen zum Teil an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Neben Sprache sollen sie Vorläuferfertigkeiten für die Schule, die sozial emotionale Entwicklung, motorische Kompetenzen und Alltagsfertigkeiten individuell fördern und hierbei auch die Kinder mit besonderem Förderbedarf entsprechend unterstützen. Die frühe Begleitung von Kindern mit Migrationshintergrund und Mehrsprachigkeit sowie die Integration von verhaltensschwierigen Kindern wird als eine besondere Herausforderung empfunden.“

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Pressemeldungen Psychologie Fachbereich 1 BSc PäPsy MSc Psy
news-4925 Thu, 16 Aug 2012 08:34:00 +0200 Nachbarskind kann’s auch? / Frühdiagnostik: 700 Unter-Drei-Jährige für Forschungsprojekt gesucht https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/nachbarskind-kanns-auch-fruehdiagnostik-700-unter-drei-jaehrige-fuer-forschungsprojekt-gesucht/ Viele Eltern sind verunsichert, wenn sie feststellen: Das Nachbarskind kann etwas, was mein gleichaltriges Kind noch nicht beherrscht. „Kinder unterscheiden sich in ihrer Entwicklungsgeschwindigkeit voneinander“, beruhigt Prof. Dr. Claudia Mähler. Dennoch gilt: Wenn sprachliche oder kognitive Entwicklungsrückstände früh erkannt – und mit Förderung kombiniert – werden, steigen die Entwicklungschancen der Kinder beträchtlich. Psychologen der Universität Hildesheim erarbeiten bis 2013 einen neuen Entwicklungstest für Unter-Drei-Jährige. Wann können Kinder sitzen, stehen, laufen? Wann sprechen sie die ersten längeren Sätze? Wann erkennen sie sich selbst im Spiegel? Wann schließen sie erste Freundschaften? „Wir interessieren uns für den Entwicklungsverlauf von Säuglingen und Kleinkindern“, sagt Prof. Dr. Claudia Mähler. „Manche Kinder können sehr früh sprechen, jedoch erst recht spät laufen – oder anders herum. Kinder unterscheiden sich in ihrer Entwicklungsgeschwindigkeit voneinander.“ Viele Eltern und Bezugspersonen seien verunsichert, wenn sie Unterschiede beobachten und fragen sich, ob ihr Kind altersentsprechend entwickelt ist – oder ob sich die Entwicklung verzögert. „Da kommen schnell Ängste auf.“

Wissenschaftler des Instituts für Psychologie der Universität Hildesheim untersuchen die unterschiedlichen Entwicklungsverläufe von Kleinkindern. Das Ziel des dreijährigen Forschungsprojekts „FREDI 0-3“ (Frühkindliche Entwicklungsdiagnostik von 0 bis 3 Jahren) ist es, bis 2013 einen aktuellen Entwicklungstest für Unter-Drei-Jährige zu erarbeiten. Für die aufwändige Normierung suchen die Forscher nun nach 700 Kindern. „Wir stellen jeweils den Entwicklungsstand fest, indem wir mit den Kindern kleine Aufgaben und Beobachtungen durchführen und auch die Eltern befragen. Für die Kinder sind es kleine Spiele mit ansprechendem Material.“

Das Manko an vorhandenen Testverfahren? „Viele Tests sind veraltet oder aus Amerika übersetzt, nicht an Kindern in Deutschland normiert. Es ist nicht gesichert, dass die amerikanischen Ergebnisse auch für deutsche Kinder zutreffend sind, weil ja die Erfahrungen ganz andere sein können. Wenn wir Frühdiagnostik ernst nehmen, benötigen wir ein aktuelles Messinstrument“, unterstreicht die Hildesheimer Entwicklungspsychologin Claudia Mähler.

Warum die Frühdiagnostik an Bedeutung gewonnen hat? „Wir wissen um die Plastizität des Gehirns. Wenn wir Entwicklungsrückstände früh erkennen und mit geeigneten Fördermaßnahmen kombinieren, können die Entwicklungschancen von Kindern beträchtlich steigen. Sprachentwicklungsrückstände könnte man beispielsweise lange vor der Einschulung behandeln und damit die Chancen für einen guten Schulstart verbessern“, erklärt Mähler. Dafür seien Diagnoseinstrumente unabdingbar, die auch nutzbar und von allen Beteiligten akzeptiert werden.

Der Entwicklungstest soll ab 2014 zum Beispiel bei Kinderärzten oder Beratungsstellen eingesetzt werden. Die Entwicklung des Tests wird durch den Hogrefe-Verlag finanziell gefördert.

Gesucht werden 700 Kinder zunächst in Hildesheim, später auch in anderen Städten, von der Geburt bis zum Alter von 36 Monaten. Auch Eltern werden gebeten, einige Fragen zur Entwicklung ihres Kindes zu beantworten. Das Treffen dauert etwa eine Stunde und kann sowohl in der Lehr- und Forschungsambulanz „KiM – Kind im Mittelpunkt" an der Universität Hildesheim (Marienburger Platz 22) als auch bei den Eltern zuhause oder nach Absprache in der KiTa oder beim Kinderarzt stattfinden. „Wir berichten den teilnehmenden Eltern von den Ergebnissen und bieten, falls nötig, eine individuelle Beratung an“, wendet sich Mähler an die Eltern.

Das Entwicklungsspektrum im Alter von 0 bis 3 Jahren umfasst zum Beispiel die Motorik, die Sprache, das Denken und die sozial-emotionale Entwicklung. Kinder lernen in diesem Alter viele grob- und feinmotorische Bewegungen, erwerben Wortschatz und Grammatik der Muttersprache, können erste Denkprobleme lösen, lernen mit den eigenen Gefühlen umzugehen und Gedanken und Gefühle von anderen zu erkennen. Am Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen der Universität Hildesheim leitet Prof. Claudia Mähler die Forschungseinheit „Entwicklung und Diagnostik“.

Interessierte Eltern melden sich bitte bei Friederike Cartschau (E-Mail: cartscha[at]uni-hildesheim.de) oder in der Forschungs- und Lehrambulanz KiM.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie Kompetenzzentrum Frühe Kindheit KIM - Kind im Mittelpunkt
news-5309 Tue, 07 Aug 2012 16:42:00 +0200 "Bond zeigt uns, wie wir sind" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/bond-zeigt/ Pressespiegel regional Psychologie news-5307 Mon, 06 Aug 2012 16:39:00 +0200 Spiel für Marie, Hoffnung für andere https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/spiel-fuer-ma/ Die Universität sucht Kinder für einen Test, der Entwicklungsverzögerungen zutage bringen soll Pressespiegel regional Psychologie news-5294 Fri, 27 Jul 2012 13:51:00 +0200 Abschluss für Psychotherapie https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/abschluss-fue/ Pressespiegel regional Psychologie news-5033 Fri, 27 Jul 2012 13:33:00 +0200 Vom Gelingen der Inklusion bis zur Mehrsprachigkeit in Grundschulen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/vom-gelingen-der-inklusion-bis-zur-mehrsprachigkeit-in-grundschulen/ Impulse für die Lehrerbildung: Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) fördert im Programm „Forschen, Lehren und Lernen in Fachdidaktik und Bildungswissenschaft“ gleich vier Forschungsprojekte der Stiftung Universität Hildesheim mit ca. 140.000 Euro. Gelingensbedingungen von Inklusion im Grundschulunterricht: Erwartungen und Überzeugungen von Lehrerinnen und Lehrern

Mit der UN-Behindertenrechtskonvention ist die Vorgabe politisch bindend, die soziale Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen so weit wie möglich „inklusiv“ zu gestalten. Die Konsequenzen für Bildungseinrichtungen sind weitreichend.

Welche Bedingungen auf Seiten der Lehrkräfte tragen zum Gelingen von Inklusion in Grundschulen bei? Welche Erwartungen und Überzeugungen bestimmen ihr Handeln bei der Einführung und Umsetzung? Dieser Forschungsfrage gehen Prof. Dr. Werner Greve (Institut für Psychologie) und Prof. Dr. Katrin Hauenschild (Institut für Grundschuldidaktik und Sachunterricht) an der Universität Hildesheim nach. In einer geplanten Längsschnittstudie sollen von 2013 bis 2018 Lehramtsstudierende und Lehrkräfte untersucht werden. Das MWK fördert ab Juni 2012 eine Pilotstudie mit Probeerhebungen, die die Hauptstudie vorbereitet.

„Die Diversität der Schülerinnen und Schüler wird sich in der Grundschule spürbar erhöhen“, so die Wissenschaftler. „In Zeiten des Umbruchs ist diese Studie besonders wichtig, letztmalig können wir unterschiedliche Kontexte – Schulklassen und Lehrkräfte mit und ohne Inklusionserfahrung – erforschen.“ Die Studie soll insbesondere die Handlungs- und Bewältigungskompetenzen von Lehrkräften im Primarbereich sowie Erwartungen, Überzeugungen und Bewertungen bei Eltern und Kindern untersuchen. Individuelle Bewertungen, politische und moralische Überzeugungen werden als Handlungsvoraussetzungen in der Ausbildung oft wenig beachtet, obwohl sie möglicherweise eine entscheidende Bedingung für gelingende Inklusion darstellen. Vergleichbare Studien existieren bisher nicht.

Forschendes Lernen im Studium: Das mehrsprachige Lexikon bei Schülern

Auffälligkeiten im Wortschatz von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund werden häufig beschrieben (z.B. DESI 2008). „In der Schulpraxis führen Wortschatzauffälligkeiten u.a. dazu, dass Arbeitsanweisungen nicht vollständig verstanden werden und Texte nur unzureichend verfasst werden können“, erklärt Prof. Dr. Elke Montanari. „Es fehlen Erkenntnisse, welche Wortschatzbereiche besonders schwierig zu erwerben sind. Unbekannt ist, ob der Fach- oder der alltägliche Bildungswortschatz problematisch ist.“ Eine gezielte Förderung in der Schule ist somit nicht möglich.

Im Rahmenforschungsprojekt „Das mehrsprachige Lexikon: Substantive“ untersucht die Professorin für Deutsch als Zweitsprache am Institut für deutsche Sprache und Literatur von 2012 bis 2018, wie Schüler einen mehrsprachigen Wortschatz aufbauen. Daten werden u.a. institutionsbezogen in der Schule, fachbezogen im Sprach- und Mathematikunterricht sowie im Handlungsbereich Alltag und Familie erhoben (Deutsch, Italienisch, Türkisch und Englisch). Die mündliche wie schriftliche Kommunikation, u.a. in freien Erzählungen, wird erfasst.

Im vom MWK geförderten Projekt „Forschendes Lernen im Studium“ nehmen Hildesheimer Lehramtsstudierende eine wichtige Rolle ein. Im Wintersemester 2012/13 testen sie den Wortschatz von 200 Schülern in niedersächsischen Grundschulen in mehreren Sprachen (Familiensprache Russisch und Erstsprache Deutsch). „Wir wollen Ressourcen und Lernbedarfe der Kinder mit Migrations-hintergrund empirisch ermitteln. Die Studierenden setzen sich mit grundlegenden Fragen der Spracherwerbsforschung auseinander und übernehmen einen wichtigen Teil des Forschungsprojektes als studentische Forschungsarbeit“, so Montanari.

Mehrsprachigkeit in Kita und Schule

Wie kann früher Fremdspracherwerb gelingen? Was passiert eigentlich mit der Erstsprache, wenn ein Großteil des Unterrichts in einer Fremdsprache, z.B. Englisch, durchgeführt wird? „Mehrsprachigkeit zu fördern, ist ein Ziel der EU-Bildungspolitik. Am Ende der Schullaufbahn soll künftig jeder Bürger zwei Fremdsprachen beherrschen. Derzeit diskutiert Baden-Württemberg, ob Englisch ab Klasse 1 wieder abgeschafft werden soll, andere Konzepte sehen den frühen Fremdspracherwerb schon in der Kita vor“, sagt Prof. Dr. Kristin Kersten (Institut für englische Sprache und Literatur).

„Langjährige Untersuchungen deuten darauf hin, dass ein Kind keineswegs darunter leidet, wenn eine zweite Sprache im Kleinkindalter erlernt wird. Im Gegenteil: In besonders intensiven Programmen kann sich neben kognitiven Vorteilen sogar die Erstsprache verbessern.“ Andererseits liegen bisher kaum belastbare empirische Ergebnisse in Deutschland vor, ob beispielsweise mehrsprachig aufwachsende Kinder Vor- oder Nachteile beim Erlernen weiterer (schulischer) Fremdsprachen haben.

In einem dreijährigen Forschungsprojekt, u.a. gefördert vom MWK, untersucht Kristin Kersten, welche Variablen Einfluss auf den frühen Fremdspracherwerb bei Kindern mit und ohne Migrationshintergrund sowie bei Lernern mit einer Sprachentwicklungsstörung haben. Kooperationspartner sind die Hochschulen in Erlangen-Nürnberg, Köln, Ludwigsburg, Paderborn und Weingarten. „Erste Ergebnisse aus bilingualen Kindergärten weisen darauf hin, dass die Intensität, Dauer des Kontakts sowie das kontextualisierte, handlungsbegleitende Erlernen der Fremdsprache an Objekten, Bildern und der Umwelt entscheidend sind. Ob die Fremdsprache drei Stunden pro Tag oder eine Stunde pro Woche angeboten wird, ob die jeweilige Erzieherin in der Kita für fünf oder 25 Kinder zuständig ist – das macht viel aus“, sagt die Juniorprofessorin für Fremdsprachenunterricht und Zweitspracherwerb und weist auf Ergebnisse ihres jüngst abgeschlossenen EU-Projekts hin. „Keinen Einfluss hatten hingegen die Faktoren Geschlecht und Migrationshintergrund.“

Welchen Einfluss die Herkunft in der Schule genau einnimmt, wollen die Forscher empirisch herausfinden. Welche Potentiale bringen gerade mehrsprachige Kinder für erfolgreichen frühen Fremdspracherwerb mit?

Ein besonderer Fokus der Studie liegt zudem auf dem Übergang von der Kita in die Grundschule und die weiterführende Schule. „Fremdsprachenlernen im deutschsprachigen Raum stellt kaum ein tragfähiges Kontinuum dar. In Klasse 5 ist die Heterogenität sehr hoch und reicht von Schülern, die bisher zweimal in der Woche Englisch gesprochen haben bis zu Schülern, die bilingual oder immersiv unterrichtet wurden. Die Einrichtungen scheinen jedoch von stärker geregelten Übergänge zu profitieren“, erläutert Kersten.

Einem Fall auf der Spur… Forschungsorientierte Lehrerbildung mit dem Videoarchiv HILDE

Seit 2009 baut die Universität Hildesheim ein umfangreiches Fallarchiv HILDE auf, mit Videos aus dem Schulunterricht. „Bisher stehen Forschern 50 Unterrichtsstunden der Fächer Deutsch, Mathematik, Sachunterricht und Sport der Primar- und Sekundarstufe mit vollständigen Transkriptionen und Begleitmaterialien zur Verfügung“, erklärt Prof. Dr. Irene Pieper vom Forum Fachdidaktische Forschung. „Studierende beteiligen sich an den Unterrichtsanalysen, bringen eigene Unterrichtserfahrungen mit ein und reflektieren ihre Schulerfahrungen.“ Durch die Arbeit an konkreten, alltäglichen „Unterrichtsfällen“ werden bereits im Lehramtsstudium Theorie, Praxis und Forschung eng verzahnt. Studierende nehmen die Beobachterperspektive ein, um auf Basis der Fallarbeit Erkenntnisse für den eigenen Unterricht zu gewinnen.

Im Forschungsprojekt „Zur Sache kommen“ sollen künftig noch stärker eigene videobasierte Fälle in das Fallarchiv aufgenommen und das Fächerspektrum der Unterrichtsaufzeichnungen erheblich erweitert werden. Im Wintersemester 2012/13 erweitern Lehramtsstudierende das Video-Fallarchiv und arbeiten, begleitet von Wissenschaftlern, in Fallstudien mit dem Videomaterial. Dann können zum Beispiel Fälle verglichen, Stundeneinstiege und ihre Funktion im Unterrichtsprozess oder die Einführung in ein neues Thema durch den Lehrer analysiert werden.

Ab dem Wintersemester 2013/14 wird das Masterstudium (Master of Education) von zwei auf vier Semester erweitert, eine halbjährige Praxisphase und ein forschungsorientiertes „Projektband" werden integriert. Videobasierte Fallarbeit zählt dann zum Curriculum, Studierende können bei Bedarf auf das Fallarchiv in ihren Forschungsarbeiten zurückgreifen. Das vom MWK geförderte Projekt wird von den Hildesheimer Professoren Dr. Katrin Hauenschild, Dr. Peter Frei, Dr. Irene Pieper und Dr. Barbara Schmidt-Thieme geleitet.

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Pressemeldungen Psychologie Grundschuldidaktik und Sachunterricht Bildungsintegration Forum Bildung U10 Forschung Deutsche Sprache Englische Sprache Inklusion
news-5292 Tue, 24 Jul 2012 13:43:00 +0200 Vergnügen, verreisen, vergessen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/vergnuegen-v/ Pressespiegel regional Psychologie news-5290 Sun, 22 Jul 2012 13:37:00 +0200 Aus der Sicht des Fans, mit dem Blick des Forschers https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/aus-der-sich/ Werner Greve hat ein äußerst aufschlussreiches und unterhaltsames Buch über James Bond geschrieben Psychologie Pressespiegel regional news-5289 Sun, 22 Jul 2012 13:32:00 +0200 Auf der Suche nach der Bond-Formel https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/auf-der-such/ Uni-Professor veröffentlicht unterhaltsame Analyse des enormen 007-Erfolgs Pressespiegel regional Psychologie news-4920 Tue, 03 Jul 2012 16:09:00 +0200 „dick, dumm, abhängig, gewalttätig – und schuld sind die Medien!?“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/dick-dumm-abhaengig-gewalttaetig-und-schuld-sind-die-medien/ Welche Auswirkungen hat ein exzessiver Medienkonsum auf Kinder und Jugendliche? Leiden die Schulleistungen – insbesondere der Jungen – weil sie mehr Zeit mit Computerspielen und TV verbringen? Erhöht Medienkonsum die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen? Dr. Thomas Mößle, stellvertretender Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, geht am Donnerstag, 5. Juli, in seiner öffentlichen Antrittsvorlesung an der Stiftung Universität Hildesheim auf diese Fragen ein. Dr. phil. Thomas Mößle ist stellvertretender Direktor am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) in Hannover und ist dort für den Forschungsbereich Medienwirkungsforschung verantwortlich. Er studierte Diplompsychologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und promovierte dort „zur Entwicklung des Personenwiedererkennens“ am Lehrstuhl für Entwicklungs- und Pädagogische Psychologie.

Seit 2005 ist er neben seiner Tätigkeit am KFN Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim und habilitierte zu den Auswirkungen digitaler Bildschirmmedien am Institut für Psychologie im Fachbereich I, Erziehungs- und Sozialwissenschaften. Dekan Prof. Dr. Werner Greve erklärt: „Seit über zehn Jahren kooperieren wir erfolgreich mit dem KFN, derzeit entstehen eine Reihe an Doktorarbeiten und ein Habilitationsprojekt. Die Nachfrage der Studierenden ist groß – Thomas Mößle lehrt über Mediennutzungsverhalten und übernimmt an der Universität einen Teil der Methodenausbildung.“

Thomas Mößle wird in seinem Vortrag „dick, dumm, abhängig, gewalttägig, … und schuld sind die Medien!?“ unter anderem auf folgende Fragen eingehen: Welche Auswirkungen hat ein quantitativ und qualitativ exzessiver Medienkonsum auf Kinder und Jugendliche? Leiden die Schulleistungen, insbesondere der Jungen, weil sie mehr Zeit mit Computerspielen und TV verbringen? Erhöht ein derartiger Medienkonsum auch die Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen? Der Vortrag bildet den Abschluss des Habilitationsverfahrens.

Interessierte Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zur öffentlichen Antrittsvorlesung herzlich eingeladen. Sie beginnt um 18:15 Uhr im Hörsaal 3 auf dem Hauptcampus der Stiftung Universität Hildesheim (Marienburger Platz 22, 31141 Hildesheim).

"Weder Medien-Feind noch Freund", TAZ Die Tageszeitung, 04.07.2012

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie Antrittsvorlesungen Ankündigungen
news-5075 Sun, 17 Jun 2012 14:02:00 +0200 Die Tür zum Hirn https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/die-tuer-zum/ Universität und Museum kooperieren bei neurobiologischem Forschungsprojekt Pressespiegel regional Psychologie news-5068 Thu, 14 Jun 2012 13:02:00 +0200 Lidstrich mag der Eyetracker nicht https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/lidstrich-ma/ Bernwardstür dient im RPM als Vorlage für neuroästhetische Untersuchungen der Universität Pressespiegel regional Psychologie MSc Psy news-5067 Thu, 14 Jun 2012 13:00:00 +0200 Kunst beeinflusst Hirn: https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/kunst-beeinf/ Psychologen suchen im RPM neue Erkennnisse Pressespiegel regional Psychologie news-5066 Thu, 14 Jun 2012 12:52:00 +0200 Lob aus Berlin: Universität ist familiengerecht https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/lob-aus-berl/ Teilzeitstudiengänge und Familienraum helfen Müttern und Vätern / Besonders viele Professorinnen Pressespiegel regional audit familiengerechte hochschule Psychologie news-4798 Wed, 13 Jun 2012 13:45:00 +0200 Bernwardtür im Fokus der Hirnforschung / NDR berichtet https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/bernwardtuer-im-fokus-der-hirnforschung-ndr-berichtet/ Die Hildesheimer Bernwardtür wird 2015 tausend Jahre alt. Studierende der Universität Hildesheim erforschen, was im Gehirn von Menschen vor sich geht, wenn sie das bronzene Portal betrachten. Dabei interessiert sie besonders, welche Effekte Hintergrundinformationen über die Bernwardtür auf die Blicksteuerung, Aufmerksamkeit und Gedächtnisprozesse der Betrachter ausüben können. Ein Team des NDR Fernsehens hat die Messungen der Hirnströme und Blickbewegungen begleitet. Die Hildesheimer Bernwardtür gehört zu den bedeutendsten Kunstschätzen des Bistums Hildesheim. 2015 feiert sie ihr tausendjähriges Bestehen. Studierende des Instituts für Psychologie der Universität Hildesheim erforschen im Sommersemester, was im Gehirn von Menschen vor sich geht, wenn sie das bronzene Portal und seinen biblischen Figurenschmuck erstmalig betrachten. 

Dabei interessiert die 16 Studierenden der Pädagogischen Psychologie besonders, ob die Menge und Art von Hintergrundinformationen zur Tür, die den Probanden vor der Betrachtung vermittelt werden, unterschiedlich positive oder negative Effekte auf die Blicksteuerung, die Aufmerksamkeit sowie die Verankerung des Wahrgenommenen in das Gedächtnis der Betrachter ausüben können.

Wie wirken sich die Informationen, die zum Beispiel ein Museumspädagoge, ein Stadtführer oder ein Kunstlehrer vor dem Betrachten der Bernwardtür gibt, auf Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprozesse der Besucher aus? An welchen Stellen fokussiert sich die Aufmerksamkeit und wann verankert sich das Gehörte und Gesehene besonders fest im Gedächtnis?

Die Idee zur Studie entwickelten die Studierenden in einem Forschungsseminar, dass der Neurowissenschaftler und Psychologe Prof. Dr. Kristian Folta-Schoofs gemeinsam mit dem Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim durchführt. An der Universität hat er die Juniorprofessur für Neurobiologische Grundlagen des Lernens inne.

Die Museumspädagogin Julia Kruse und der Museums-Geologe Dr. Jürgen Vespermann führten die Studierenden in den letzten Monaten durch die Ausstellungsräume und Archive des Museums und waren bei der Suche nach einer museumspädagogisch wertvollen Fragestellung sowie einem geeigneten „Forschungsobjekt" behilflich. 

Im Neurolabor der Universität erfolgte die praktische Einarbeitung in die neurowissenschaftlichen Apparate und Methoden, die während der Messung vor der Bernwardtür in dieser Woche zum Einsatz kamen. Dazu gehören moderne Apparate zur Registrierung von Blickbewegungen und Hirnströmen. Vor der Messung erhielt eine Versuchsgruppe strukturierte Hintergrundinformationen über die Bernwardtür (zur Geschichte, zu abgebildeten biblischen Figuren und zu den einzelnen Bildsequenzen), eine zweite Gruppe der Probanden näherte sich der Bernwardtür unbefangen. Die Psychologiestudierenden von Prof. Folta-Schoofs werten die Daten nun aus. Ergebnisse sollen Ende Juli bekannt gegeben werden.

Während der Domsanierung ist die fünf Meter hohe Bernwardtür, die normalerweise das Westportal des Mariendoms ziert, im Roemer- und Pelizaeus-Museums ausgestellt. Der Direktor des Dom-Museums, Prof. Dr. Michael Brandt, und die Direktorin des Roemer- und Pelizaeus-Museums, Prof. Dr. Regine Schulz, unterstützen das Forschungsvorhaben.

Medienberichte:

NDR Fernsehen, Hallo Niedersachsen, „Studenten der Uni Hildesheim wollen herausfinden, wie Vorwissen die Wahrnehmung beeinflusst. Objekt der Hirnforschung: die Bernwardstür des Hildesheimer Doms", 13.06.2012 (Film, Langfassung, 5 Min.)

NDR Fernsehen, NDR aktuell, „Was merken sich Museumsbesucher? Studenten der Uni Hildesheim führen außergewöhnliches Forschungsprojekt durch", 13.06.2012 (Film Kurzfassung und Text)

Bistum Hildesheim, „Ein Blick ins Hirn. Studierende erforschen Augenbewegungen beim Betrachten der Bernwardtür", 12.06.2012

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie MSc Psy Forschung
news-5064 Wed, 13 Jun 2012 12:45:00 +0200 Kultur - Neuropsychologische Experimente vor der Bernwardstür https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/kultur-neu/ Pressespiegel regional Psychologie news-5050 Thu, 07 Jun 2012 11:32:00 +0200 Mehr als ein Kapitel für sich https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/mehr-als-ein/ Werner Greve legt Buch über James-Bond-Filme vor Pressespiegel regional Psychologie news-4998 Tue, 22 May 2012 19:11:00 +0200 198 000 Euro gegen Stress https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/198-000-euro/ Pressespiegel regional Psychologie news-4719 Tue, 15 May 2012 18:08:00 +0200 Psychologen erforschen, ob ein Wir-Gefühl im Studium vor Stress schützt https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/psychologen-erforschen-ob-ein-wir-gefuehl-im-studium-vor-stress-schuetzt/ Ob und wie ein Wir-Gefühl in sozialen Gruppen Schutz vor Stress im Studium bieten kann, daran forschen Hildesheimer Psychologen in Labor- und Feldstudien bis 2015. „Gruppen wirken nur dann als Stresspuffer, wenn sich in der Gruppe ein Wir-Gefühl entwickelt“, so die Annahme von Prof. Dr. Andreas Mojzisch und Dr. Jan Häusser. Das Land Niedersachsen fördert mit dem Programm „PRO*Niedersachsen“ das Forschungsvorhaben „Uns macht Stress nichts aus“ mit rund 200.000 Euro. Aus den Studienergebnissen sollen Interventionen abgeleitet werden, mit denen sich Stress im Studium reduzieren lässt. Prof. Dr. Andreas Mojzisch und Dr. Jan Häusser vom Institut für Psychologie untersuchen bis Mai 2015 in Labor- und Feldstudien, wie Gruppen als Stresspuffer wirken können und welche Rolle ein Wir-Gefühl dabei spielt. Damit erweitern sie die traditionellen Ansätze in der Stressforschung um eine sozialpsychologische Komponente. Zugleich lassen sich aus den Ergebnissen der vier Studien konkrete Interventionen ableiten, mit denen sich Stress im Studium reduzieren lässt.

Gefördert wird das dreijährige Forschungsvorhaben „Uns macht Stress nichts aus: eine geteilte soziale Identität als Stresspuffer im Studium“ mit 198.000 Euro durch das Land Niedersachsen.

„Niedersachsen hat hervorragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften. Die Qualität der geförderten Projekte spiegelt den Ideenreichtum und die Forschungsleistung des Landes wider“, betonte Wissenschaftsministerin Professor Dr. Johanna Wanka. Das PRO*Niedersachsen-Programm fördert 16 geistes-, kultur- und sozialwissenschaftliche Forschungsvorhaben mit insgesamt 2,3 Millionen Euro.

„Im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens steht die Hypothese, dass eine geteilte soziale Identität – ein Wir-Gefühl – einen Schutz vor Stress im Studium darstellt“, erklären die Hildesheimer Psychologen Andreas Mojzisch und Jan Häusser. Damit steht das Forschungsvorhaben im Gegensatz zu den traditionellen Ansätzen in der Stressforschung, die Stress als ein individualpsychologisches Phänomen betrachten. „Diesen Ansätzen liegt die Annahme zugrunde, dass es der einzelne Student ist, der mit der Belastung im Studium nicht umgehen kann. Wir verfolgen dagegen einen sozialwissenschaftlichen Ansatz und argumentieren, dass es darauf ankommt, den sozialen Kontext des Stresserlebens zu berücksichtigen“, unterstreicht Mojzisch. Der Professor für Sozialpsychologie forscht seit 2011 an der Stiftung Universität Hildesheim über Entscheidungsprozesse in Gruppen und experimentelle Gesundheitspsychologie.

Die bisherige Forschung zur sozialen Unterstützung in Gruppen zeigt, dass Gruppen auch eine Bedrohung darstellen können („Der andere ist besser“). „Gruppen wirken nur dann als Stresspuffer, wenn sich in der Gruppe ein Wir-Gefühl entwickelt – zum Beispiel ‚Wir stehen das gemeinsam durch‘“, so die Annahme der Hildesheimer Psychologen. Das Studium stellt eine biografische Übergangsphase dar, daher untersuchen die Hildesheimer Psychologen bis 2015 insbesondere Studienanfänger. „Bestehende Gruppenmitgliedschaften drohen verlorenzugehen, zum Beispiel der Freundeskreis aus der Schulzeit“, erklärt Jan Häusser. „Neue Gruppenmitgliedschaften müssen erschlossen werden. Wir nehmen an, dass sich ein Wir-Gefühl innerhalb der Gruppe der Studierenden als auch zwischen den Studierenden und Lehrenden entwickeln kann.“ Beide wirken als Stresspuffer.

In Laborstudien werden die Wissenschaftler des Instituts für Psychologie das subjektive Stresserleben und die hormonelle Stressreaktion erfassen. In Feldstudien soll anschließend zum Beispiel eine reale mündliche Prüfung als stressinduzierende Situation untersucht werden. Über einen Zeitraum von zwei Jahren überprüfen die Wissenschaftler in einer Längsschnittstudie die Annahme, dass sich beim Übergang ins Studium sowohl das Bewahren bestehender Gruppenmitgliedschaften als auch das Erschließen neuer Gruppenmitgliedschaften positiv auf das Wohlbefinden und die Gesundheit auswirken.

Presseinformation des Wissenschaftsministeriums und Liste der geförderten 16 Forschungsvorhaben

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie Forschung
news-4883 Wed, 25 Apr 2012 19:48:00 +0200 Unser Geist in der Maschine https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/unser-geist/ Hildesheimer Psychologe über Nutzen und Gefahren der Mensch-Computer-Technologie Pressespiegel regional Psychologie news-4641 Tue, 24 Apr 2012 11:40:00 +0200 Computersteuerung durch Gedankenkraft https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/computersteuerung-durch-gedankenkraft/ Der Hildesheimer Psychologe und Neurowissenschaftler Prof. Dr. Kristian Folta-Schoofs leitet die Neurowissenschaften-Sektion beim 5. Sino-German Frontiers of Science Symposium 2012 in China. 2013 wird er die Neurowissenschaften-Sektion in Deutschland, gemeinsam mit einer chinesischen Kollegin, leiten. Neuartige Headsets registrieren und interpretieren die Hirnströme ihrer Benutzer und erlauben es, einen Computer, ein i-Pad oder ein Smart-Phone nur noch mit der Kraft der eigenen Gedanken zu bedienen. Die Hersteller von Spielekonsolen zeigen sich begeistert: Die ersten Headsets sollen noch in diesem Jahr auf dem Markt erhältlich sein. Doch die Entwicklung eines solchen Headsets, das in Fachkreisen „Brain-Computer-Interface“ (BCI) genannt wird, steckt in den Kinderschuhen. Weltweit arbeiten Forscher an einer schnellen Weiterentwicklung und Nutzbarmachung dieser zukunftsweisenden Technik.

Im Rahmen des 5. Sino-German Frontiers of Science Symposiums, einem interdisziplinär ausgerichteten Treffen von 54 eingeladenen Forschern aus Deutschland und China, soll über den wissenschaftlichen Nutzen und die Weiterentwicklung der Brain-Computer-Interfaces und über die gesellschaftliche Bedeutung und die Gefahren dieser Technik diskutiert werden. Das von der Alexander von Humboldt Stiftung und der Chinese Academy of Sciences organisierte Symposium findet vom 26. bis 29. April im chinesischen Nanjing statt.

Auf Wunsch der Alexander von Humboldt Stiftung werden in diesem Jahr der Psychologe und Neurowissenschaftler Prof. Dr. Kristian Folta-Schoofs vom Institut für Psychologie der Stiftung Universität Hildesheim und Prof. Dr. Luo Han, seine chinesische Fachkollegin vom Institut für Biophysik der Chinese Academy of Sciences in Beijing, die Neurowissenschaften-Sektion des Symposiums leiten.

Die „Neurowissenschaften" gehören, ebenso wie die Sektionen „Geowissenschaften", „Mikrobiologie", „Biochemie", „Computerwissenschaften" und der „Astrophysik" zu den inhaltlichen Schwerpunkten der Konferenz. Folta-Schoofs erklärt: „Für jede Sektion wurde eine zukunftsweisende Entwicklung identifiziert, die von den teilnehmenden Wissenschaftlern disziplinübergreifend diskutiert werden kann. Die gemeinsamen Diskussionen sollen das Nachdenken über bedeutende wissenschaftliche Entwicklungen und gesellschaftliche Herausforderungen fördern, die weit über den Tellerrand der eigenen Forschung herausragen".

Der Hildesheimer Forscher konnte in den vergangenen Jahren bereits zweimal an diesem Symposium teilnehmen – einmal wurde er von der Leibniz-Gemeinschaft für eine Teilnahme vorgeschlagen. Folta-Schoofs ist von den chinesischen Universitäten und Forschungseinrichtungen begeistert und nutzt das Symposium auch zur wissenschaftlichen Netzwerkbildung. Es sei beeindruckend, so Folta-Schoofs, welche umfangreichen Maßnahmen China gegenwärtig unternehme, um den Anschluss an die internationale Spitzenforschung zu finden. Was die Zahl der wissenschaftlichen Publikationen angehe, so werde China sicherlich sehr bald an den USA vorbeiziehen können.

Prof. Folta-Schoofs arbeitet derzeit an den inhaltlichen Vorbereitungen zum 6. Sino-German Frontiers of Science Symposium, das 2013 in Deutschland stattfinden soll. Dabei zeigt er sich optimistisch: „Der Erkenntnisfortschritt der Neurowissenschaften geht immer noch ungebremst weiter. Besonders im Bereich der Methoden sind gegenwärtig viele spannende Neuentwicklungen zu beobachten, die zukünftig eine noch bessere Darstellung von neuronalen Prozessen oder den steuernden Eingriff in die Informationsverarbeitung des Gehirns ermöglichen werden. Da wird sich sicher ein spannendes Thema für das nächste Treffen finden."

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Pressemeldungen Forschung Psychologie
news-4558 Thu, 22 Mar 2012 14:05:00 +0100 Forscherdrang siegt https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/forscherdran/ Zwei Hildesheimer Schülerinnen punkten bei Landeswettbewerb Pressespiegel regional Psychologie news-4161 Sat, 25 Feb 2012 16:14:00 +0100 Werner Greve liest im MGH https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/werner-greve/ Pressespiegel regional Psychologie news-4057 Fri, 10 Feb 2012 16:49:00 +0100 Wie schmeckt Glück? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/wie-schmeckt-glueck/ Psychologie-Studierende und Koch-Azubis entwickeln gemeinsam Rezepte für ein „Kochbuch der Gefühle". Wie schmeckt Wut, Nostalgie, Trauer oder Stolz? Der NDR begleitet das Projekt. Im Sommer soll das Kochbuch im Verlag Gebrüder Gerstenberg erscheinen. „Wie selbstverständlich verbinden wir Emotionen und Kochen miteinander. Jeder von uns kann bestimmte Ereignisse oder Erinnerungen mit speziellen Gerüchen oder Gerichten verbinden. Kindheitserinnerungen oder einfach die Freude, die ein Essen bei uns auslöst", erläutert Juniorprofessorin Dr. Christina Bermeitinger vom Institut für Psychologie der Stiftung Universität Hildesheim. Genau mit dieser Schnittstelle zwischen Emotionen und Kochen beschäftigen sich derzeit 24 Studierende der Pädagogischen Psychologie und ebenso viele Kochazubis der Walter Gropius Schule Hildesheim. 

In dieser interdisziplinären Zusammenarbeit entwickeln sie Rezept-Ideen zu Emotionen wie Freude, Nostalgie, Glück, Trauer, Wut, Neugier oder Leidenschaft. „Dabei nehmen Sie Bezug auf die Wirkungen bestimmter Nahrungsmittel auf unseren Körper, lassen psychologische Themen mit einfließen", erklärt Bermeitinger.

„Wir entwickeln und veröffentlichen ein Kochbuch, welches je nach Emotion auf kreative Art in Gestaltung, Wortwahl und Rezepten das Themengebiet beschreibt. Gerade kochen wir das Gefühl 'Geborgenheit'", erklärt Psychologie-Studentin Cornelia Seiberl. „In bestimmten emotionalen Zuständen mögen wir gewisse Lebensmittel. Einige assoziieren wir mit Emotionen, die wir durch das Konsumieren hervorzurufen wünschen. Geborgenheit, Nostalgie, Lust, Freude. Sie regen Erinnerungen an, rufen Wärme hervor, beruhigen oder wirken anregend", erläutert die 25-Jährige, die im ersten Mastersemester Pädagogische Psychologie studiert. Die Koch-Azubis seien den Psychologie-Themen gegenüber sehr aufgeschlossen, bekräftigt Cornelia Seiberl. „Sie sind unglaublich engagiert, diskussionsfreudig, motiviert. Eine tolle Truppe – ich hab sehr viel von ihnen gelernt."

Lasse Althaus, Fachpraxislehrer für Köche an der Walter-Gropius-Schule, freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Psychologie-Institut der Universität Hildesheim. „Stolz, Glück oder Trauer haben wir in der Ausbildung bisher noch nicht in Menüfolgen umgesetzt", sagt Althaus. Einige der Ideen möchte er in die künftige Ausbildung von Köchen einfließen lassen.

Das Kochbuch soll im Sommer 2012 im Verlag Gebrüder Gerstenberg erscheinen und ist im Buchhandel erhältlich.

Der NDR begleitet das Psychologie-Projekt:

„Seit zwei Wochen kochen wir Gefühle". Ein Film von Eric Klitzke.

Wie schmeckt eigentlich Glück? Ein Beitrag von Andrea Heussinger, NDR 1 Niedersachsen.

Bildergalerie des NDR „Hildesheimer Studenten kochen mit Gefühl"

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie Forschung BSc PäPsy MSc Psy Vernetzung
news-4105 Fri, 10 Feb 2012 15:15:00 +0100 Mit Kochlust kommt der Ekel auf den Teller https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/mit-kochlust/ Psychologie-Studenten und Koch-Azubis bereiten gemeinsam ein "Kochbuch der Gefühle" vor Pressespiegel regional Psychologie news-4011 Mon, 30 Jan 2012 16:10:00 +0100 Bringt der Storch die Babys und hat der Chef immer Recht? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/bringt-der-s/ Prof. Dr. Andreas Mojzisch erforscht mit Experimenten Ursache und Wirkung in der Sozialpsychologie Pressespiegel regional Psychologie news-4010 Mon, 30 Jan 2012 16:08:00 +0100 Psychologe hält Antrittsvorlesung https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/psychologe-h/ Pressespiegel regional Psychologie news-3904 Thu, 26 Jan 2012 17:07:00 +0100 Achtsamkeit und psychische Gesundheit https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/achtsamkeit-und-psychische-gesundheit/ „Mit unseren Gedanken sind wir in vielen Situationen in der Zukunft oder der Vergangenheit. Dabei verlieren wir häufig den lebendigen Kontakt mit dem Hier und Jetzt“, sagt Prof. Dr. Johannes Michalak und unterstreicht: „Achtsam zu sein, das kann man lernen.“ Der Professor für Klinische Psychologie spricht am Dienstag, 31. Januar, in seiner Antrittsvorlesung über „Körper, Achtsamkeit und psychische Gesundheit“. Seit dem Wintersemester 2011/12 ist Dr. Johannes Michalak Professor für Klinische Psychologie am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. Die Professur wird als Stiftungsprofessur von dem AMEOS Klinikum Hildesheim und dem Klinikum Hildesheim gefördert. Sie bietet damit ideale Vorrausetzung für eine Integration von Wissenschaft und Praxis in den Bereichen Forschung, Lehre und Patientenversorgung. Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich dankt besonders den ärztlichen Direktoren beider Kliniken, Prof. Dr. med. Axel Richter und Prof. Dr. med. Detlef Dietrich, für ihr großes persönliches Engagement, das dem Ziel dient, die medizinischen Einrichtungen und die Universität stärker zu vernetzen.

Johannes Michalak lehrte an den Universitäten Bochum und Heidelberg und hatte eine Gastprofessur an der kanadischen Queen’s University Kingston inne. Am Zentrum für Psychotherapie der Universität Bochum war er als Supervisor tätig und hat u.a. mit Angstpatienten und depressiven Patienten gearbeitet.

Im aktuellen Forschungsprojekt „Achtsamkeitsbasierte Therapie bei chronischen Depressionen“, welches von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird, untersucht der Professor für Klinische Psychologie bis 2013 die Wirksamkeit der „Achtsamkeitsbasierten Kognitiven Therapie“. „Die achtsamkeitsbasierte Therapie hat zum Ziel, depressive Menschen dabei zu unterstützten aus negativen grüblerischen Gedankenmustern auszusteigen und sich der lebendigen Erfahrung des Hier-und-Jetzt zuzuwenden“, erklärt Michalak. „Menschen mit einer Depression fällt es häufig schwer, sich aus starken Grübeln-Schleifen zu lösen. Diese Fähigkeit wird im Rahmen der Therapie mit Achtsamkeitsübungen intensiv geübt.“

An der Universität Hildesheim möchte Prof. Michalak neben grundlagenorientierter  und Psychotherapieforschung auch im pädagogischen Bereich forschen. „Vielleicht kann Achtsamkeit sowohl Lehrerinnen und Lehrer, als auch Schülerinnen und Schüler, dabei unterstützen, im immer anspruchsvoller werdenden Bereich von Schule und Ausbildung, nicht nur Wissen, sondern auch einen besseren Umgang mit sich und anderen zu erwerben."

Die Öffentliche Antrittsvorlesung findet im Rahmen der Ringvorlesung „Gesundheit“ des Instituts für Psychologie ab 18:15 Uhr in Hörsaal 2 statt.

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Pressemeldungen Psychologie Antrittsvorlesungen
news-3987 Tue, 24 Jan 2012 18:05:00 +0100 Demokratie und Schokolade https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/demokratie-u-2/ Neue Professoren für Politik und Gesundheit halten ihre Antrittsvorlesungen Pressespiegel regional Psychologie Politik news-3936 Fri, 20 Jan 2012 16:20:00 +0100 Experimentelle Gesundheitspsychologie https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/experimentelle-gesundheitspsychologie/ „Ich greife in meiner Forschung sozialpsychologische Fragestellungen aus der Wirtschaft und Politik auf und versuche diese mit laborexperimentellen Methoden zu beantworten", sagt Prof. Dr. Andreas Mojzisch. In seiner öffentlichen Antrittsvorlesung spricht er am Dienstag, 24. Januar 2012, zum Thema „Wein hält jung und Schokolade macht schön... Ein Plädoyer für eine experimentelle Gesundheitspsychologie“. „In meiner Forschung und Lehre folge ich dem Credo Kurt Lewins (einer der Gründungsvater der Sozialpsychologie), wonach Grundlagenforschung und angewandte Forschung nicht als isolierte Bestandteile zu sehen sind, sondern zu einem harmonischen Ganzen integriert werden sollten“, sagt Prof. Dr. Andreas Mojzisch. „Ich greife in meiner Forschung sozialpsychologische Fragestellungen aus der Wirtschaft und Politik auf und versuche diese mit laborexperimentellen Methoden zu beantworten. In meiner Lehre achte ich auf eine ausgewogene Mischung zwischen Theorie und Praxis. Mein Anspruch ist dabei, nicht nur Wissen, sondern besonders auch berufsspezifische Kompetenzen zu vermitteln.“

Der Professor für Sozialpsychologie forscht am Institut für Psychologie unter anderem über Entscheidungsprozesse in Gruppen, experimentelle Gesundheitspsychologie und „Social Neuroscience“. Nach dem Studium und der Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Habilitation im Jahr 2009 an der Georg-August-Universität Göttingen forschte er in Birmingham und Oxford. Seit März 2011 hat er die Professur für Sozialpsychologie an der Stiftung Universität Hildesheim inne.

„Viele gesundheitspsychologische Studien untersuchen korrelative Zusammenhänge zwischen Variablen. Aus solchen Zusammenhängen lassen sich aber keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen ableiten. Der Befund, dass Schokolade-Liebhaber im Durchschnitt einen niedrigeren Blutdruck haben als Menschen, die keine Schokolade essen, bedeutet zum Beispiel nicht, dass Schokolade ursächlich den Blutdruck senkt. So könnte es (rein hypothetisch) sein, dass Schoko-Liebhaber mehr Obst essen, und dieses wiederum für den niedrigeren Blutdruck verantwortlich ist“, erläutert Mojzisch das Thema seiner Antrittsvorlesung. „Ich plädiere daher dafür, den dominierenden korrelativen Ansatz in der Gesundheitspsychologie durch Experimente zu ergänzen. Experimente bieten gegenüber korrelativen Studien den Vorteil, dass sie eindeutige Rückschlüsse auf Ursache-Wirkungs-Beziehungen erlauben.“ Nicht nur psychologische, sondern auch physiologische Parameter gilt es dabei zu messen. „In einem aktuellen Experiment konnten wir zum Beispiel nachweisen, dass ein Wir-Gefühl in Gruppen signifikant die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol reduziert“, sagt Mojzisch.

Die Antrittsvorlesung findet im Rahmen der Ringvorlesung „Gesundheit“ des Instituts für Psychologie statt. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Öffentliche Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Andreas Mojzisch

Wann? Dienstag, 24. Januar 2012, um 18:15 Uhr
Wo?     Hauptcampus, Hörsaal 2

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Psychologie Antrittsvorlesungen
news-3114 Mon, 20 Jun 2011 19:37:00 +0200 Diskutieren und lernen im Café https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/diskutieren/ Pressespiegel regional Psychologie news-3112 Sun, 19 Jun 2011 19:35:00 +0200 "Grundlage des Lernens" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/grundlage-d/ Pressespiegel regional Psychologie news-3082 Fri, 17 Jun 2011 16:59:00 +0200 Weises Plädoyer für die Liebe https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/weises-plaedo/ Werner Greve legt "Wahlverwandt. Eine wundersame Liebesgeschichte" vor Pressespiegel regional Psychologie news-3080 Fri, 17 Jun 2011 16:57:00 +0200 Grundlagen des Lernens https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/grundlagen-d/ Pressespiegel regional Psychologie news-3012 Thu, 09 Jun 2011 23:18:00 +0200 Sparkassen-Werbeheld singt Fäkal-Text https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/sparkassen-w/ Hildesheimer ist empört über das Duo Joko und Klaas und sorgt sich um seinen zwölfjährigen Sohn / Bank weist Kritik zurück Psychologie news-2969 Thu, 26 May 2011 00:00:00 +0200 Uni sucht Kinder mit Lernstörung https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/uni-sucht-ki/ Psychologin Claudia Mähler will Ursachen erforschen Pressespiegel regional Psychologie news-2941 Thu, 19 May 2011 00:00:00 +0200 Interview https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/interview/ "Manche Kinder geben sich selbst die Schuld" Pressespiegel regional Psychologie news-2875 Sat, 07 May 2011 00:00:00 +0200 Schwerverbrecher, schwere Aufgaben https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/schwerverbre/ Kriminologe Greve und Richter Pohl über ein Dilemma Pressespiegel regional Psychologie news-2830 Tue, 03 May 2011 00:00:00 +0200 Ist Kriminalität etwa angeboren? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/ist-kriminal/ Vortrag im Gericht - auch über Sarrazins Thesen Pressespiegel regional Psychologie news-2809 Sat, 30 Apr 2011 00:00:00 +0200 " Ist Kriminalität angeboren?" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/ist-krimin/ Pressespiegel regional Psychologie news-2789 Tue, 26 Apr 2011 00:00:00 +0200 "Zurück in die Zukunft" im Café https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/zurueck-in-d/ Pressespiegel regional Psychologie news-2542 Thu, 03 Mar 2011 00:00:00 +0100 Greve spricht über Jugendkriminalität https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/greve-sprich/ Pressespiegel regional Psychologie news-2514 Sun, 20 Feb 2011 00:00:00 +0100 "Angst ist nicht unbedingt etwas Schlechtes" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/angst-ist-n/ Pressespiegel regional Psychologie news-2510 Fri, 18 Feb 2011 00:00:00 +0100 Der Türspalt mit dem warmen Licht https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/der-tuerspalt/ Niedersachsens Stiftung Opferhilfe feiert Zehnjähriges / 120 Fälle jährlich im Hildesheimer Büro Pressespiegel regional Psychologie news-2520 Fri, 18 Feb 2011 00:00:00 +0100 Was Forscher wissen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/was-forscher/ Pressespiegel regional Psychologie news-2499 Thu, 10 Feb 2011 00:00:00 +0100 Teilnehmer für Studie gesucht https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/teilnehmer-f/ Pressespiegel regional Psychologie news-2290 Sat, 08 Jan 2011 00:00:00 +0100 Einer heißen Geschichte auf der Spur https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/einer-heissen/ Kann man ADHS messen? Ein Hildesheimer Forscher glaubt: Die Augen verraten die Störung Pressespiegel regional Psychologie news-1843 Fri, 19 Nov 2010 00:00:00 +0100 Antrittsvorlesung der Professorin https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/antrittsvorl/ Pressespiegel regional Psychologie Antrittsvorlesungen news-1781 Wed, 03 Nov 2010 15:00:00 +0100 Gründung "Zentrum für Gesundheit" / Stiftungsprofessur "Klinische Psychologie" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/gruendung-zentrum-fuer-gesundheit-stiftungsprofessur-klinische-psychologie/ Zur Urkundenübergabe anlässlich der Gründung des "Zentrums für Gesundheit" lud Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich am Mittwoch, 27. Oktober 2010, in das Präsidium der Stiftung Universität Hildesheim ein.

"Das Zentrum für Gesundheit soll Ausdruck und Ort der Zusammenarbeit, der Forschung und Lehre der drei Hildesheimer Institutionen sein", so der Präsident. Im Beisein der Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Johanna Wanka, wurden die Gründungsurkunden ausgetauscht.

Gemeinsam mit den Kooperationspartnern Prof. Dr. Axel Richter, Ärztlicher Direktor des Klinikums Hildesheim, Prof. Dr. Detlef Dietrich, Ärztlicher Direktor des AMEOS Klinikums Hildesheim, und Michael Dieckmann, Mitglied des Vorstands AMEOS Gruppe Zürich, skizzierte Prof. Dr. Werner Greve, Institut für Psychologie der Universität Hildesheim, die Zielsetzung des "Zentrums für Gesundheit" sowie die Perspektiven der Kooperation.

Prof. Dr. Richter hob hervor, dass sich die Kliniken für Forschungsvorhaben öffnen und zukünftig Studierende der Stiftung Universität Hildesheim in Forschungsprojekte mit praktischem Bezug einbinden werden.

Durch die vereinbarte Zusammenarbeit der drei oben genannten Institutionen soll eine Intensivierung der interdisziplinären Forschung insbesondere in den Bereichen der Gesundheits-, Human-, Bildungs- und Verhaltenswissenschaften erreicht werden. Ziel dabei ist unter anderem, den Gesundheitsstandort Hildesheim zu stärken, den wissenschaftlichen Transfer unter den Partnern zu fördern, Forschungen zu unterstützen und sichtbar zu präsentieren sowie das disziplinäre Profil der Stiftung Universität Hildesheim im Profilbereich Bildungswissenschaften um den Schwerpunkt Gesundheit zu erweitern. „Das Zentrum für Gesundheit soll insbesondere gemeinsame Forschungsvorhaben, wissenschaftliche Veröffentlichungen, die Durchführung von Fachtagungen, öffentliche Informationsveranstaltungen sowie Veranstaltungen zur Fort- und Weiterbildung koordinieren. Es ist eine riesige Chance für die Region und die Stadt Hildesheim“, so Prof. Dr. Greve.

Mit der Gründung des Zentrums für Gesundheit wird die Kooperation in Forschung, Lehre und (Kranken-) Versorgung institutionell gebündelt und verstetigt. Ausgangspunkt der Kooperation ist die Schaffung des Schwerpunktes "Klinische Psychologie" im Institut für Psychologie an der Universität Hildesheim. Hierzu wird eine Professur "Klinische Psychologie" am Institut für Psychologie neu geschaffen. Diese Stiftungsprofessur wird vom AMEOS Klinikum Hildesheim und dem Klinikum Hildesheim GmBH finanziert. Der Grundstein zu einem neuen Arbeitsschwerpunkt im Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften ist somit gelegt. Im Fach Psychologie tritt der Schwerpunkt "Gesundheit" jetzt sichtbar neben den bisherigen und weiterhin zentralen Schwerpunkt "Pädagogische Psychologie", so Prof. Dr. Greve. Der Präsident hob hervor: "Das Institut für Psychologie zählt nunmehr sieben Professuren. Die Stiftungsuniversität Hildesheim belegt im Bereich Psychologie neben der TU Dresden und der Universität Marburg einen vorderen Platz in der Spitzengruppe." Rund 250 Studierende sind derzeit in den Studiengängen „Pädagogische Psychologie“ Bachelor of Science und Master of Science an der Stiftung Universität Hildesheim eingeschrieben.

Universitätspräsident Prof. Dr. Friedrich dankte den Stiftern während der Urkundenübergabe für Ihr besonderes Engagement. Das Zusammenwirken von Universität, Klinikum Hildesheim und AMEOS Klinikum ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg der Vernetzung der Universität mit externen Kooperationspartnern. Friedrich hob besonders das Engagement von Prof. Axel Richter hervor, der seit einigen Jahren bemüht ist, die Zusammenarbeit des Klinikums mit der Universität zu fördern. „Beiden Kliniken gebührt unser Dank. Persönlich möchte ich ganz besonders Axel Richter dafür danken, dass er unbeirrt das Kooperationsprojekt verfolgt hat, welches nun durch die Zugewinnung eines weiteren Partners zum Erfolg geführt wurde“, bemerkte der Präsident. Die Partnerinstitutionen sind sich zudem einig, dass die Wirkung des Zentrums über die beteiligten Institutionen hinausreichen soll: es geht, wie AMEOS-Vorstandsmitglied Michael Diekmann bei der Feier der Gründung ausdrücklich betonte, auch darum, den Gesundheitsstandort Hildesheim zu stärken und inhaltlich zu profilieren. So wird die Stadt gewinnen und die Vernetzung der Universität mit ihr durch eine weitere Verbindung verstärkt – und Studieren in Hildesheim wird durch eine neue und zukunftsträchtige Facette nochmals attraktiver.

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Universität Hildesheim Psychologie Pressemeldungen Präsident
news-1799 Thu, 28 Oct 2010 00:00:00 +0200 Die Universität will noch mehr Einblicke ins Gehirn https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/die-universi-1/ Konzerne Rhön und Ameos stiften neune Psychologie-Lehrstuhl / Start im Mai Pressespiegel regional Präsident Psychologie news-1094 Mon, 25 Jan 2010 00:00:00 +0100 Honorarprofessur an Dr. Eberhard Höfer verliehen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/honorarprofessur-an-dr-eberhard-hoefer-verliehen/ In einer akademischen Feierstunde verlieh der Fachbereich 1 "Erziehungs- und Sozialwissenschaften" der Stiftung Universität Hildesheim den Titel eines Honorarprofessors an Dr. Eberhard Höfer.

Dekan Professor Dr. Martin Schreiner bedankte sich zu Beginn der akademischen Feierstunde explizit bei Universitätspräsident Professor Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich und dem Präsidium für das Engagement beim Ausbau und der Ausweitung des Studiengangs "Pädagogische Psychologie".
Der Präsident lobte das bürgerschaftliche Engagement von Dr. Eberhard Höfer und betonte, dass durch die Gewinnung von Bürgerpersönlichkeiten im Dienste der Gemeinschaft die Bildung und Ausbildung an der Stiftung Universität Hildesheim verbessert werde.
In seiner Laudatio hob auch der Direktor des Instituts für Psychologie der Stiftung Universität Hildesheim, Professor Dr. Werner Greve, das besondere Engagement von Dr. Eberhard Höfer hervor, der als kompetenter und zuverlässiger Kollege die Verleihung des Titels eines Honorarprofessors verdiene und durch dessen Anwesenheit die Institutsatmosphäre ungemein bereichert werde.
Im Rahmen seiner Antrittsvorlesung hielt Professor h.c. Dr. Eberhard Höfer einen Vortrag mit dem Titel "Das Vulnerabilitäts-Stress-Konzept – ein Beitrag zum Verständnis psychischer Störungen".
Seit 1994 ist Eberhard Höfer als Lehrbeauftragter am Institut für Psychologie der Stiftung Universität Hildesheim beschäftigt, vor allem im Bereich der (Sozial-) Psychiatrie sowie der Neurobiologie. Er ist neben seiner Berufstätigkeit im Landkreis Hildesheim als Leiter des sozialpsychiatrischen Dienstes mit einer weitgespannten Vortrags-, Fort- und Weiterbildungstätigkeit zu zahlreichen Themenbereichen (unter anderem "psychiatrische Versorgung", "Krisenintervention", "Begutachtung") aktiv und hat vielfach fachlich veröffentlicht.
Eberhard Höfer hat seit ungewöhnlich langer Zeit das fachliche Profil des Instituts für Psychologie der Universität Hildesheim nicht nur in der Lehre, sondern auch durch Fortbildungsangebote und andere Aktivitäten erweitert und bereichert.

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Pressemeldungen Psychologie Bürgergesellschaft
news-1063 Mon, 14 Sep 2009 00:00:00 +0200 Preise für Forschung und Lehre im Fach Entwicklungspsychologie https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/preise-fuer-forschung-und-lehre-im-fach-entwicklungspsychologie/ Preisverleihung der Fachgruppe Entwicklungspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie Die Fachgruppe Entwicklungspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) verleiht im Rahmen ihrer diesjährigen Fachtagung (14.-16.9.2009) an der Universität Hildesheim zwei wissenschaftliche Auszeichnungen. Je ein Preis wird für eine außergewöhnliche Dissertation und für besonderes Engagement bei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses verliehen. Professorin Dr. Heidi Keller, Universität Osnabrück, erhält den Mentoring Preis der Fachgruppe Entwicklungspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie
Die Fachgruppe Entwicklungspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie verleiht in diesem Jahr erstmals den "Mentoring Preis" für hervorragende Leistungen bei der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Er geht im Jahr 2009 an Professorin Dr. Heidi Keller von der Universität Osnabrück. Prof. Keller ist Expertin auf den Gebieten der frühkindlichen Entwicklung und der Entwicklung im Kulturvergleich. In zwei Jahrzehnten hat sie rund zwei Dutzend Doktorandinnen und Doktoranden betreut, von denen etliche inzwischen selbst Professorinnen und Professoren sind. Besondere Auszeichnung verdient jedoch nicht nur die Quantität der betreuten Nachwuchswissenschaftler/innen, sondern vor allem auch die Qualität der Förderung, die diese durch Prof. Keller erhalten haben. Durch rückhaltlose Begeisterung für die Forschung und großes Vertrauen in die Fähigkeiten der Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen fordert Prof. Keller eine eigenständige Profilbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses heraus. Mit einem Umgangsstil, der als unkonventionell, familiär, egalitär, großzügig und kommunikationsbereit beschrieben wird, versteht es Prof. Keller, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die in ihrem Team forschenden Studierenden zu motivieren. Das Ergebnis von Prof. Kellers ansteckender Begeisterung sind aufwändige kulturvergleichende Längsschnittstudien, die wesentliche Erkenntnisse über das Zusammenspiel von Natur und Kultur in der menschlichen Entwicklung erbracht haben.

Frau Dr. Julia Karbach, Universität des Saarlandes, erhält den Margret-und-Paul-Baltes Preis für hervorragende entwicklungspsychologische Dissertationen.
Der Margret-und-Paul-Baltes Preis für hervorragende entwicklungspsychologi-sche Dissertationen wird in diesem Jahr von der Fachgruppe Entwicklungspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie an Julia Karbach (Universität des Saarlandes) verliehen. Julia Karbach erhält den Preis für ihre aufwändige Studie zum Training exekutiver Kontrollfunktionen mit unterschiedlichen Altersgruppen (Kinder, junge und ältere Erwachsene). Die Arbeit, die auf höchstem wissenschaftlichem Niveau durchgeführt wurde, leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis altersbedingter Veränderungen in der Trainierbarkeit exekutiver Kontrollfunktionen und zeigt die Möglichkeiten und Grenzen unterschiedlicher Trainingsvarianten auf. Somit sind die vorliegenden Befunde nicht nur von grundlagenwissenschaftlicher, sondern auch in hohem Maße von anwendungsbezogener Bedeutung.

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Pressemeldungen Psychologie Preise / Auszeichnungen
news-2102 Thu, 27 Aug 2009 15:34:00 +0200 Tagung: Dialog der Generationen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/tagung-dialog-der-generationen/ 19. Tagung der Fachgruppe Entwicklungspsychologie an der Universität Hildesheim Der demografische Wandel der Gesellschaften, vielen voran unserer eigenen, ist gewiss eine der zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Wir müssen lernen, die Potenziale aller Kohorten besser zu nutzen, und wir müssen lernen, dabei die Reibungsverluste zu verringern.

Beide Aufgaben setzen entwicklungspsychologisches Wissen an vielen Punkten notwendig voraus -entwicklungspsychologische Kompetenz wird damit zu einer Schlüsselqualifikation unserer Zeit. Die Hildesheimer Tagung lädt Psychologinnen und Psychologen vom 14. bis 17. September ein, über Möglichkeiten und Schwierigkeiten nachdenken, die Kooperation der Generationen, der Lebensphasen, zu befördern. Um dieses Motto - "Dialog der Generationen" - wurde ein interessantes Programm zusammengestellt. In erster Linie aber bietet die Tagung den Experten Gelegenheit, das Neueste aus allen Arbeitsbereichen der Entwicklungspsychologie in Deutschland zu präsentieren.

Mehr zu der Tagung finden Sie hier.

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Pressemeldungen Psychologie Tagungen & Kongresse
news-1417 Thu, 18 Jun 2009 00:00:00 +0200 Blick in Zappelphilipps Gehirn https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/blick-in-zap/ Uni-Psychologe Folta sucht biologischen Nachweis für ADHS / Verräterische Augenbewegungen Pressespiegel regional Psychologie news-1050 Wed, 17 Jun 2009 00:00:00 +0200 Kooperation Universität und Kliniken https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/kooperation-universitaet-und-kliniken/ Lokale Initiative zur Erforschung der Grundlagen von Aufmerksamkeit und Lernen im Gehirn von Kindern begründet Geschätzte 3-10% aller Schulkinder in Deutschland leiden unter einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätstörung (ADHS). Die Störung gilt als bedeutendste Entwicklungsstörung des Kindesalters, die in 30-70% aller Fälle aber auch im Erwachsenenalter weiter bestehen kann. Die Störung lässt sich insbesondere durch eine dem Alter unangemessene Unaufmerksamkeit und Impulsivität charakterisieren, die das schulische Lernen und die Integration der betroffenen Kinder in die Schulgemeinschaft deutlich beeinträchtigen.

Obwohl die Störung inzwischen gut diagnostiziert und medikamentös eingestellt werden kann, sind die neuronalen Ursachen der entwicklungsbedingten Störung von Aufmerksamkeitsprozessen im Gehirn heranwachsender Kinder noch weitestgehend unverstanden. Durch die nun beschlossene Forschungskooperation zwischen dem Forschungsbereich Neurobiologische Grundlagen des Lernens (Prof. Dr. Folta) an der Stiftung Universität Hildesheim, dem Klinikum Hildesheim und dem Ameos-Klinikum Hildesheim können die fachlichen und strukturellen Ressourcen aller beteiligten Hildesheimer Institutionen gebündelt werden, um die Entwicklung von Aufmerksamkeitsprozessen im Gehirn heranwachsender Kinder umfassend und auf internationalem Spitzenniveau untersuchen zu können. Das Klinikum Hildesheim bietet mit der dort verorteten Kinderklinik (Prof. Dr. Harms, Dr. Degenhardt) und das Ameos-Klinikum mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (Dr. Felbel, Dipl.-Psych. Bethge) exzellente Voraussetzungen für das gemeinsame Forschungsvorhaben. An der Universität Hildesheim ist die neu eröffnete Forschungs- und Lehrambulanz "Kind im Mittelpunkt" (Prof. Dr. Mähler) des Instituts für Psychologie fachlich und strukturell eingebunden. Zudem ist das Forschungsnetzwerk mit dem Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen assoziiert, das ebenfalls an der Universität Hildesheim verortet ist. Damit bieten sich für den lokalen Verbund ideale Voraussetzungen für eine exzellente Aufmerksamkeitsforschung an Kleinkindern die durchaus mit exzellenten Universitätsstandorten wie Göttingen gleichziehen – diese vielleicht sogar übertreffen kann. Im Neuro-Labor der Universität Hildesheim werden in den kommenden Monaten die neuronalen Prozesse der Aufmerksamkeit mit modernsten neurowissenschaftlichen Methoden untersucht. Dazu zählen auch ein Hochgeschwindigkeits-Präzisionsblickmessgerät zur Erfassung kleinster unbewusster Augenbewegungen und ein EEG-System zur gesundheitlich unbedenklichen Messung von Hirnpotenzialen. Gemeinsames Ziel ist es, auf Basis der kombinierten Betrachtung und Integration von Verhaltensdaten und neurobiologischen Daten neue computergestützte Lern- und Förderprogramme zum altersgerechten Training von Aufmerksamkeitsfunktionen zu entwickeln. Zudem erhofft man sich, aussagekräftige biologische ADHS-Marker identifizieren zu können, die zu einer verbesserten Diagnostik der Entwicklungsstörung beitragen könnten.

Für das Forschungsprojekt werden gesunde und von einer ADHS betroffene Kinder der zweiten bis vierten Klassenstufe gesucht, die freiwillig an einer 1-tägigen Untersuchung teilnehmen wollen. Interessierte sind herzlich aufgefordert, sich unter der Telefonnummer 0531-7014758 (Frau Rüter) bzw. 0531-7014784 (Herr Polowinski) oder per mail unter polowins@uni-hildesheim zu melden.

Weitere Informationen unter: http://www.neuro-hildesheim.de

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Pressemeldungen Psychologie KIM - Kind im Mittelpunkt Kompetenzzentrum Frühe Kindheit
news-1048 Thu, 11 Jun 2009 00:00:00 +0200 KiM eröffnet https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/kim-eroeffnet/ Eröffnung der Forschungs- und Lehrambulanz "KiM – Kind im Mittelpunkt" an der Universität Hildesheim Am 10. Juni wurde die Forschungs- und Lehrambulanz an der Universität Hildesheim "KiM – Kind im Mittelpunkt" eröffnet. Eine bereits im April begonnene Vortragsreihe hat die thematischen Schwerpunkte, mit denen sich auch die Forschungs- und Lehrambulanz in Zukunft beschäftigen wird, bekannt gemacht: Es ging um Sprachentwicklung, um Legasthenie und Dyskalkulie, Hochbegabung sowie um das Klassenklima als Einflussfaktor auf das Lernen.

 

Zur offiziellen Eröffnung am 10.6.2009 um 18.00 Uhr betonte Professor Dr. Werner Greve in seiner Begrüßung, dass das Projekt KiM durch Professorin Dr. Claudia Mähler an Fahrt gewonnen habe und durch ihren dynamischen Einsatz und ihre begeisterungsfähige Art realisiert wurde, obwohl die Professorin erst seit 14 Monaten an der Universität Hildesheim tätig ist. Greve betonte, das durch Institutionen wie "KiM" die Uni Hildesheim weniger ein "Elfenbeinturm" sei und an "Bodenhaftung" gewinne.

Nach Grußworten von Präsident Wolfgang-Uwe Friedrich und Dekan Professor Dr. Martin Schreiner hob Professor Dr. Peter Cloos die Bedeutung von "KiM" im Dreiklang von Forschung, Lehre und Praxis sowie deren Vernetzung hervor, Professor Dr. Norbert Grewe unterstrich den wichtigen Beitrag der neu geschaffenen Institution im Bereich der Problemlösungen.

Anschließend stellte Professorin Dr. Claudia Mähler die Tätigkeitsfelder innerhalb der neuen Forschungs- und Lehrambulanz "KiM" vor, darunter die mobile Verzahnung von den drei Bereichen Forschung, Lehre und Praxis, die neue Erkenntnisse in Diagnostik und Beratung ermöglicht.

Zur Eröffnung von "KiM" und Abschluss der Vortragsreihe sprach Professor Dr. Manfred Döpfner (Köln) in seinem Vortrag "Wackelpeter und Trotzkopf" über Aufmerksamkeitsstörungen und ihre Behandlung. Im Anschluss an den Vortrag wurde die Möglichkeit geboten, die Räume des "KiM" im F-Gebäude des Hauptcampus zu besichtigen. Ab September 2009 wird "KiM" täglich von 13-14 Uhr zu erreichen sein.

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Pressemeldungen KIM - Kind im Mittelpunkt Psychologie
news-1396 Tue, 21 Apr 2009 00:00:00 +0200 Uni: Ambulanz für Lerngestörte https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/uni-ambulan/ Psychologie-Professorin verspricht neueste Tests Pressespiegel regional Psychologie news-1024 Wed, 21 Jan 2009 00:00:00 +0100 Ausstellung https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/ausstellung-1/ Studentische Gehirne im Kreishaus Hildesheim Besucher des Landkreises Hildesheim wundern sich seit vergangenem Montag über die Sammlung menschlicher Gehirne, die Studierende des Instituts für Psychologie der Stiftung Universität Hildesheim der interessierten Öffentlichkeit im Foyer des Kreishauses präsentieren. 

Die selbstgebastelten Exponate, die in Gruppenarbeiten unter der Leitung von Prof. Dr. Kristian Folta (Forschungsschwerpunkt Neurobiologische Grundlagen des Lernens) entstanden, veranschaulichen hirnanatomische und neurophysiologische Grundlagen menschlichen Erlebens und Verhaltens. "Die Lage bedeutender anatomischer Gehirnstrukturen und neuronaler Verschaltungen lässt sich nur schwer anhand einer zweidimensionale Lehrbuchabbildung erfassen", begründet Folta das Konzept seiner Lehrveranstaltung. Die Studierenden waren sich einig, dass die Anfertigung der 3-dimensionalen Modelle nicht nur ein tiefgehendes Verständnis des Weltsichtapparates, sondern auch Kreativität und Spaß förderten. Dr. Eberhard Höfer, Fachdienstleiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes des Landkreises Hildesheim, eröffnete die Ausstellung und gratulierte den Studierenden zu Ihren gelungenen Exponaten, die noch bis zum 30.1.2009 im Foyer des Kreishauses bewundert werden können.

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Pressemeldungen Psychologie Ausstellungen
news-1306 Thu, 25 Sep 2008 00:00:00 +0200 "Ein dramatischer Moment im Leben" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/ein-dramati/ HAZ-Interview zum Fimstart vom "Baader Meinhof Komplex" mit dem Psychologen Dr. Werner Greve Pressespiegel regional Psychologie news-1176 Tue, 15 Apr 2008 00:00:00 +0200 Hirnforschung und Lernen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/hirnforschun/ Dr. Kristian Folta ist neuer Juniorprofessor an der Universität Hildesheim Pressespiegel regional Psychologie news-962 Wed, 02 Apr 2008 11:27:00 +0200 Forschungsschwerpunkt "Neurobiologische Grundlagen des Lernens" wird im Bereich Bildungswissenschaften etabliert https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/forschungsschwerpunkt-neurobiologische-grundlagen-des-lernens-wird-im-bereich-bildungswissenschaft/ Berufung von Dr. Kristian Folta zum Juniorprofessor Die Hirnforschung hat in den vergangenen Jahrzehnten detaillierte Erkenntnisse darüber gewinnen können, wie das menschliche Gehirn unser Fühlen, Denken und Verhalten verursacht und steuert. Diese aktuellen Erkenntnisse der Hirnforschung liefern auch für die Untersuchung und das genaue Verständnis von Aufmerksamkeits-, Sprach- und Lernprozessen wichtige Impulse, von denen eine moderne Bildungs- und Unterrichtsforschung profitieren kann.

Aktuelle Forschungsarbeiten, in denen Neurowissenschaftler und Bildungswissenschaftler in miteinander verzahnten Forschungsprojekten arbeiten, zeigen, dass aktuelles neurobiologisches Wissen wichtige Impulse und weiterführende Beiträge für die pädagogisch-psychologische Förderung von Kindern und Jugendlichen liefern kann. Die enge Verzahnung von neurobiologischer Forschung und Bildungsforschung lässt auch für die Zukunft wissenschaftliche Erkenntnisse erwarten, die entscheidende Beiträge zur Entwicklung von Lernförderprogrammen oder der Behandlung kindlicher Störungen (Aufmerksamkeits- oder Sprachstörungen) liefern.

An der Stiftung Universität Hildesheim wurde es durch eine private Zustiftung in Höhe von 500.000 Euro möglich, eine Juniorprofessur "Neurobiologische Grundlagen des Lernens" zum 1. Mai 2008 einzurichten und mit Dr. Kristian Folta (33) einen Wissenschaftler zu berufen, der sich aufgrund seiner bisherigen Forschungstätigkeit in besonderem Maße für die Verzahnung von Neurobiologie, Psychologie, Pädagogik und Kindheitsforschung eignet.

Nach seinem Studium der Psychologie (Universität Münster) und anschließender Promotion zum Dr. rer. nat. (Institut für Kognitive Neurowissenschaften, Universität Bochum) hat sich Dr. Folta am Deutschen Primatenzentrum in Göttingen mit den neurobiologischen Grundlagen von Aufmerksamkeits-, Lern- und Zeitverarbeitungsprozessen im Gehirn von Kindern, Erwachsenen und Rhesusaffen vergleichend auseinandergesetzt. Seine Erkenntnisse tragen entscheidend dazu bei zu verstehen, wie Sprach- und Aufmerksamkeitsprozesse sich von der Kindheit bis zum jungen Erwachsenenalter wechselseitig beeinflussen. Dieses Wissen liefert neue Impulse für die Behandlung von Aufmerksamkeits- oder Sprachstörungen. An der Stiftung Universität Hildesheim wird Dr. Folta seine Forschungen in den Schwerpunkten "Aufmerksamkeit und Sprache" und "Stress und Kognition" fortsetzen und diese eng mit der Bildungs- und Unterrichtsforschung und dem Zentrum "Frühe Kindheit Niedersachsen" verzahnen.

Ein wesentliches Merkmal der neuen Arbeitsgruppe um Dr. Folta bildet die wissenschaftliche Kooperation mit bekannten regionalen und überregionalen Forschungsgruppen und Forschungsinstituten. So wird Dr. Folta im Forschungsschwerpunkt "Aufmerksamkeit und Sprache" mit der Abteilung Kognitive Neurowissenschaften (Prof. Dr. Stefan Treue) des Deutschen Primatenzentrums (Leibniz Institut für Primatenforschung) in Göttingen kooperieren, sowie im Forschungsschwerpunkt "Stress und Kognition" mit der Abteilung Kognitionspsychologie (Prof. Dr. Oliver T. Wolf) der Ruhr-Universität Bochum.

Weitere Kooperationen sind mit medizinischen Einrichtungen und Krankenhäusern der Region Hildesheim/ Göttingen geplant. Dr. Folta beurteilt diese kooperative fachliche Zusammenarbeit als besonders wertvoll für den gemeinsamen Forschungserfolg.

Der Präsident der Stiftung Universität Hildesheim sieht in der Einrichtung des neuen Forschungsschwerpunktes "Neurobiologische Grundlagen des Lernens" und mit der Berufung von Dr. Kristian Folta eine zukunftsweisende Profilierung der Bildungsforschung an der Stiftung Universität Hildesheim.

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Pressemeldungen Psychologie
news-2192 Tue, 07 Nov 2006 14:29:00 +0100 Prof. Dr. Werner Greve etabliert "Pädagogische Psychologie" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/psychologie/institut/aktuelles/einzelansicht/artikel/prof-dr-werner-greve-etabliert-paedagogische-psychologie/ Erfolgreiche Bleibeverhandlungen: Professor Greve formuliert Ziele Professor Dr. Greve wurde von den Universitäten Trier und TU Dresden umworben und ist ihren Rufen dennoch nicht gefolgt. Was ihn bewogen hat,weiterhin an der Stiftung Universität Hildesheim zu forschen und zu lehren und wie seine Ziele aussehen, dazu wurde er im Interview von Uni-Sprecherin Dr. Iris Klaßen befragt.

Dr. Klaßen: Herr Professor Greve, Sie wurden von den Universitäten Trier und TU Dresden umworben und sind ihren Rufen dennoch nicht gefolgt. Was hat Sie bewogen, weiterhin an der Stiftung Universität Hildesheim zu forschen und zu lehren?
Prof. Dr. Greve: Solche Entscheidungen haben viele Gründe - das Leben ist, wie einer meiner Lehrer gesagt hat, entmutigend komplex. Vier Punkte sind aber besonders wichtig gewesen. Zum ersten haben sich in Hildesheim viele Menschen sehr für mein Bleiben engagiert: der Präsident, die Kolleginnen und Kollegen im Institut für Psychologie, viele Kollegen und Kolleginnen im Fachbereich, auch einige Menschen in der Uni-Verwaltung - das ist ganz und gar nicht selbstverständlich, und ich schulde vielen hier Dank. Besonders berührt und sehr gefreut hat mich eine kreative und witzige Plakataktion der Studierenden. Der Alltag besteht, jenseits materieller Ausstattung, in menschlichen Kontakten - hier hat Hildesheim sein vielleicht größtes Kapital. Ich glaube nicht, dass es derzeit irgendwo eine bessere und kollegialere Zusammenarbeit, ein stärkeres "Wir-Wollen-Etwas"-Gefühl gibt als in unserem Institut, und ich sehe das auch im Fachbereich und in der Uni insgesamt. Es ist schön, dabei zu sein. Die Entscheidung der Hochschulleitung, das Institut im Zusammenhang mit dem neuen Studiengang personell um- und auszubauen, hat, und dies ist der zweiten Punkt, eine wirklich spannende und aussichtsreiche Perspektive eröffnet. Damit verbunden sind, drittens, auch bessere Arbeitsbedingungen - nicht zuletzt der bevorstehende den Umzug ins W-Gebäude, auf den wir uns freuen. Aber viertens, auch das hat eine Rolle gespielt, setze ich in den schwierigen Umbruchzeiten auf kleinere Profiluniversitäten: Die Änderungsbereitschaft ist hier nach meinem Eindruck besonders hoch, und das macht Mut. 

Dr. Klaßen: Herr Professor Greve, Sie wurden von den Universitäten Trier und TU Dresden umworben und sind ihren Rufen dennoch nicht gefolgt. Was hat Sie bewogen, weiterhin an der Stiftung Universität Hildesheim zu forschen und zu lehren?
Prof. Dr. Greve: Solche Entscheidungen haben viele Gründe - das Leben ist, wie einer meiner Lehrer gesagt hat, entmutigend komplex. Vier Punkte sind aber besonders wichtig gewesen. Zum ersten haben sich in Hildesheim viele Menschen sehr für mein Bleiben engagiert: der Präsident, die Kolleginnen und Kollegen im Institut für Psychologie, viele Kollegen und Kolleginnen im Fachbereich, auch einige Menschen in der Uni-Verwaltung - das ist ganz und gar nicht selbstverständlich, und ich schulde vielen hier Dank. Besonders berührt und sehr gefreut hat mich eine kreative und witzige Plakataktion der Studierenden. Der Alltag besteht, jenseits materieller Ausstattung, in menschlichen Kontakten - hier hat Hildesheim sein vielleicht größtes Kapital. Ich glaube nicht, dass es derzeit irgendwo eine bessere und kollegialere Zusammenarbeit, ein stärkeres "Wir-Wollen-Etwas"-Gefühl gibt als in unserem Institut, und ich sehe das auch im Fachbereich und in der Uni insgesamt. Es ist schön, dabei zu sein. Die Entscheidung der Hochschulleitung, das Institut im Zusammenhang mit dem neuen Studiengang personell um- und auszubauen, hat, und dies ist der zweiten Punkt, eine wirklich spannende und aussichtsreiche Perspektive eröffnet. Damit verbunden sind, drittens, auch bessere Arbeitsbedingungen - nicht zuletzt der bevorstehende den Umzug ins W-Gebäude, auf den wir uns freuen. Aber viertens, auch das hat eine Rolle gespielt, setze ich in den schwierigen Umbruchzeiten auf kleinere Profiluniversitäten: Die Änderungsbereitschaft ist hier nach meinem Eindruck besonders hoch, und das macht Mut. 

Dr. Klaßen: "Auch Cambridge war einmal ein Ort nahe der Hauptstadt", mit diesen Worten eröffneten Sie im letzten Semester die Promotionsfeier des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften. Sehen Sie die Universität Hildesheim auf einem ähnlich guten Weg?
Prof. Dr. Greve: Das ist die Chance, auf die ich setze. Die Baumeister des Kölner Dom wussten, dass das Gebäude, das sie planten, auch von ihren Enkeln nicht fertig gestellt werden würde - erst die Urenkel würden das Dach decken. Das hat mich immer tief beeindruckt: es kommt nicht darauf an, fertig zu werden, sondern darauf, anzufangen. Hildesheim hat eine lange Geschichte, seine Universität hat eine kurze Vergangenheit und eine offene Zukunft - mehr braucht man nicht, um zu beginnen.

Dr. Klaßen: Noch zum Ende des Sommersemesters hat der Senat die Einführung des Studienangebots "Pädagogische Psychologie" als Bachelor- und Masterstudiengang beschlossen. War dieser positive Beschluss wichtig für Ihre Entscheidung, in Hildesheim zu bleiben?
Prof. Dr.Greve: Ganz gewiss! Der Studiengang passt hervorragend zum bildungswissenschaftlichen Schwerpunkt des Hauses, das erweiterte und verbesserte Lehrangebot wird nicht nur der Lehramtsausbildung und anderen Studiengängen (Sozialpädagogik, Anthropologie, Kulturwissenschaften, Informationsmanagement usw.) zugute kommen, sondern auch durch eigene Profilierung die Stiftungsuniversität im zunehmenden Wettbewerb stärken.

Dr. Klaßen: Sollten Sie einen Werbetext für das neue Studienangebot "Pädagogische Psychologie" formulieren, welches wären Ihre drei Sätze?
Prof. Dr. Greve: Lebenslanges Lernen ist die zentrale Erfolgsbedingung in der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts. In diesem Studium kann man lernen, welches die Voraussetzungen und hilfreiche Bedingungen dafür sind - so können Sie sich und anderen den notwendigen Lernprozess ermöglichen oder erleichtern. An einer kleinen Einrichtung zu studieren, wo man sich für Sie interessiert und wo man sich für die Entwicklung der Einrichtung stark engagiert, ist anspruchsvoll und vergnüglich zugleich - die Chance, einen aufsteigenden Stern zu besteigen hat man nicht oft!

Dr. Klaßen: Und wenn die Studierenden nun ihrer Werbung gefolgt sind, was erwartet sie im Studium und welche Berufschancen haben sie?
Prof. Dr. Greve: Sie werden alle methodischen, inhaltlichen und theoretischen Grundlagen der Psychologie kennenlernen, die man in pädagogischen Arbeitsfeldern braucht, durchaus nicht nur in der Schule, sondern in allen Phasen des lebenslangen Lernens. Sie werden Wissenschaft und Praxis konkret erfahren und üben, nicht nur über Wissenschaft und Praxis lesen und reden. Es geht darum, wichtige Inhalte und Ergebnisse zu lernen, aber auch darum, Argumente und Studien kritisch beurteilen zu lernen, damit man auch nach dem Ende des Studiums weiter lernen kann - und will. Die Berufschancen werden ganz sicher wachsen - neben klassischen Feldern, etwa der psychologischen Beratung in Schule und Ausbildung oder der Evaluation von Bildungsangeboten, wird es viele neue Felder geben; einige sind heute schon offensichtlich. Zum ersten: Konflikte nehmen zu, innerhalb der Gesellschaft, zwischen Kulturen und sozialen Bedingungen - Psychologen werden gefragt sein, wenn es darum geht, Lösungen zu finden und zu vermitteln, bei denen keine Seite verliert. Zum zweiten: Die Gesellschaft altert, gerade in unserem Land. Wir müssen lernen, dies nicht nur als Belastung, sondern als Chance zu sehen. Hier werden Pädagogische und Entwicklungspsychologen besonders gebraucht. Zum dritten: Die Menge an Informationen, die täglich auf uns einstürzt, wächst und wächst - wie soll man damit umgehen, was muss ich wissen, was kann, was soll ich ignorieren? Auch dies, die Kanalisierung der Informationsfluten, ist eine psychologische Herausforderung.

Dr. Klaßen: Sie sind ein von den Medien gefragter Experte im Bereich der Psychologie. Liegt das an guten Kontakten aus beispielsweise noch aus ihrer Zeit am Kriminologischen Institut Niedersachsen, oder weil Sie keine Scheu haben, wissenschaftliche Statements populär zu formulieren?
Prof. Dr. Greve: Oft ist die Basis der Attraktivität bei Medien einfach schon dies, dass man sie beim letzten Mal nicht abgewimmelt hat. Und - im Ernst - eigentlich schulden wir als öffentlich bezahlte Wissenschaftler dieser öffentlichkeit ja mindestens den Versuch, etwas zu erklären. So gut es eben geht.

Dr. Klaßen: Kommen wir noch einmal zurück auf die Institution "Stiftung Universität Hildesheim". Was steht für Sie auf der politischen Agenda der Hochschule? Haben Sie persönlich Ambitionen, sich im Hochschulmanagement stärker zu engagieren?
Prof. Dr. Greve: Der Hochschule stehen ganz sicher keine leichten Zeiten bevor, die Sparzwänge sind gewaltig. Ich bin überzeugt, dass ihr am besten gedient ist, wenn zum einen die Lehre hier anspruchsvoll, verantwortlich, anregend und - sagen wir: lächelnd gestaltet wird, und zum anderen die Forschung weiter vorangetrieben wird. Wir brauchen mehr Fördermittel und wir sollten mehr international veröffentlichen. Vor allem in diesen drei Bereichen - Lehre, Fördermittel, Publikationen - will ich mich noch stärker engagieren. Das ist ganz sicher anspruchsvoll genug, und ich will dankbar sein, wenn ich hier etwas erreiche.

Dr. Klaßen: Herr Professor Greve, "lächelnd gestaltete und anspruchsvolle Lehre", schön gesagt und umgesetzt. Noch besser, dass Sie bleiben und sich mit Ihrem Engagement weiterhin für die junge Stiftungsuniversität und ihre Studierenden einsetzen. Vielen Dank für das Gespräch.

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