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Orientierungslauf
Herzlich Willkommen auf der Orientierungslauf-Seite des Instituts für Sportwissenschaft!
Aktiv den Galgenberg erleben,
spannende Rätsel lösen,
sich orientieren lernen,
und Spaß an der Bewegung erfahren!
- Begeben Sie sich mit uns an dieser Stelle auf ein neues, spannendes und attraktives Terrain!
- Erfahren Sie mehr über diesen vielseitigen Sport auf den folgenden Seiten
- Lernen Sie die Einsatzmöglichkeiten des einzigartigen Hildesheimer Orientierungslaufpfades für Schul-, Vereins- und auch Freizeitgruppen kennen
1200 Stunden in der Schule und 1600 vor dem Fernseher bzw. Computer – das ist die alarmierende Bilanz zum Thema Bewegung bei Schülern. Kinderärzte kritisieren motorische Auffälligkeiten, der Orientierungssinn des Nachwuchses verkümmert.
Da kann etwas getan werden!
Beim Orientierungslauf können sich alle Mädchen und Jungen ab dem Grundschulalter einbringen und abseits von Klassenzimmer und Spielekonsole ihr Selbstvertrauen stärken: Bei der spannenden Jagd nach einzelnen Posten in der Natur geht es nicht nur um Schnelligkeit, sondern auch um Orientierungsvermögen sowie kluge Köpfe, die im Team die gestellten Aufgaben an den einzelnen Posten lösen können. Ganz nebenbei schulen die Akteure ihr Gedächtnis, die Konzentrationsfähigkeit und ihr Leistungsvermögen. Optimale Bedingungen für einen erfolgreichen Schulalltag!
- Begeben Sie sich mit uns an dieser Stelle auf ein neues, spannendes und attraktives Terrain!
- Erfahren Sie mehr über diesen vielseitigen Sport auf den folgenden Seiten.
- Lernen Sie die Einsatzmöglichkeiten des einzigartigen Hildesheimer Orientierungslaufpfades (kurz OL-Pfad) für Schul-, Vereins- und auch Freizeitgruppen kennen.
Informationen und Wissenswertes zum Orientierungslauf
Wahrscheinlich ist zwar der Begriff ‚Orientierungslauf‘ vielen geläufig, aber was genau steckt hinter diesem Ausdauersport?
Bei einem Orientierungslauf (OL) handelt es sich um eine Natursportart für Einzelläufer oder für Gruppen, die vorwiegend in Wäldern stattfindet. Wie der Begriff schon andeutet, besteht diese Laufsportart aus zwei Komponenten: dem Orientieren und dem Laufen. Die Aufgabe der Läufer besteht darin, sich mit Hilfe einer Karte und ggf. einem Kompass im Gelände zu orientieren und eine bestimmte Anzahl von vorgegebenen Posten schnellstmöglich abzulaufen, die in der Karte markiert sind.
Der Ursprung dieses Laufsports in Wettkampfform liegt im 19. Jahrhundert in Skandinavien. Kulturhistorisch betrachtet, ist der Orientierungslauf jedoch weitaus älter: Schon die ersten Naturvölker waren Orientierer: Sie ritzten Informationen über Fischgründe und Jagdreviere in Bäume, auf Holzbretter, Felswände. Diese Fähigkeit war für die Menschen einst lebensnotwendig, denn nur ein guter Jäger war in der Lage seine Familie zu ernähren.
Die so genannte „Green-Wave-Bewegung“ zurückgehend auf den Philosophen Jean Jaques Rousseau (1712-1778) propagierte erstmalig in den Jahren 1760-1780 unter dem Motto „zurück zur Natur“ das Sporttreiben in in Wäldern und Fluren.
Militärausbilder schätzen Mitte des 19. Jahrhunderts die konditionell/kognitiven Herausforderungen des Orientierens und setzten den OL auf Skiern als effektives Trainingsmittel ein.
Die damaligen Soldaten wurden allerdings entgegen der heutigen Praxis entweder nur mit einer unvollständigen Karte oder ohne eine Karte auf eine Route geschickt, deren Posten ihnen nur zum Teil vorher bekannt waren.
1897 fand ein erster OL-Wettkampf in Norwegen statt. Ernst Killander, einer der Orientierungslauf-Pioniere, organisierte im Jahr 1919 den ersten großen OL rund um Stockholm. An dieser Veranstaltung nahmen 140 Aktive teil.
Mit den Jahren wurde die Sportart immer populärer, was dazu führte, dass im Mai 1961 der internationale Orientierungslaufverband (International Orienteering Federation, kurz IOF) gegründet wurde. Anfangs bestand dieser aus zehn europäischen Mitgliedsstaaten, mittlerweile sind mehr als 67 Landesverbände aus allen Erdteilen registriert. In Deutschland ist der Orientierungslauf unter dem Dach des Deutschen Turnerbundes im Deutschen Olympischen Sportbund organisiert. Außer in Europa und in Nordamerika erfreut sich der Orientierungslauf unter anderem in Australien wachsender Beliebtheit.
Wie kaum eine andere Sportart bietet der Orientierungslauf den Teilnehmern die ständige Herausforderung, die geistige Fähigkeit mit der körperlichen Leistung in Einklang zu bringen. Neben dem selbstständigen Planen der Routen und Anlaufen der einzelnen Posten schätzen die Läufer das Bewegungserlebnis in der freien Natur. All diese Eigenschaften sprechen für den Reiz und die Beliebtheit dieses Ausdauersports. In Skandinavien genießt dieser Volkssport eine ähnliche Popularität wie hierzulande der Fußball. Doch auch in Deutschland finden sich immer mehr Anhänger des Orientierungslaufes.
Weitere wichtige Eckdaten in der Geschichte des Orientierungslaufs waren:
- 1900 Wettkampfwesen heutiger Prägung in Skandinavien
- 1928 Erster Club in Schweden
- 1931 Erste nationale Meisterschaft
- 1948 Erste OL-Karten
- 1961 Internationaler Verband
- 1961 Erste EM
- 1966 Erste WM
- 1976 Versuchs-Wettbewerb bei den Olympischen Spielen von Montreal. Dabei ist es geblieben, bis heute ist die Sportart nicht olympisch
- 1994 Elektronische Kontrolle an den Posten
- 2010 67 Nationen betreiben den OL
Zehn gute Gründe für den Orientierungslauf im Schulsport
- gleicher Zugang für alle (unterschiedliches Know-how, Alter, Geschlecht, gesellsch. Herkunft,...)
- unbewusstes Laufen an variablen Orten
- keine teuren Geräte notwendig
- Stärkung von Selbstsicherheit und -vertrauen
- leicht erlernbar, ohne komplizierte Technik
- Förderung sozialer Kompetenzen (z.B. Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit etc.)
- Schulung der Orientierungsfähigkeit
- Training motorischer Grundeigenschaften (Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft, Koordination)
- Sensibilität für Natur
- fächerübergreifendes Lernen möglich
Formen des Orientierungslaufs
„Normal-OL“
- markierte Posten werden auf einer frei wählbaren Route angelaufen
- eine zuvor festgelegte Reihenfolge muss dabei eingehalten werden
- Sieger ist, wer am schnellsten alle Posten angelaufen hat
- Gleichzeitig muss eine Kontrollkarte vorgewiesen werden, mit der das korrekte Ablaufen der Posten überprüft wird
Durchführungsführungstipps:
Damit nicht alle Gruppen hintereinander herlaufen, sind versetzte Startzeiten von Vorteil. Alternativ können die Posten auch in umgekehrter Reihenfolge abgelaufen werden.
„Stern-OL“
- die Teilnehmer kehren nach jedem Anlaufen eines Posten wieder zum Start zurück
- an den Posten ist jeweils eine Aufgabe zu lösen
Durchführungstipps:
Damit ein gleichzeitiges Starten möglich ist, sollte den einzelnen Gruppen eine verschiedene Posten-Ablauf-Reihenfolge vorgegeben werden.
„Schmetterlings-OL“
- Die Teilnehmer müssen eine kleine Schlaufe von 3-4 Posten anlaufen, bevor sie zum Startpunkt zurückkehren
- Danach werden weitere Schlaufen angelaufen
Durchführungstipps:
Damit ein gleichzeitiges Starten möglich ist, sollten die Gruppe verschiedene Schlaufen ablaufen.
Orientierungsschulung
Bevor man einen Orientierungslauf im Freien durchführen kann, sollten die Schüler zunächst die richtige Handhabung der (OL-) Karte und die damit verbundene Orientierungsfähigkeit erlernen.
- Orientierung in bekanntem Terrain (z.B. Klassenraum, Sporthalle, Schulgelände)
- Orientierung in unbekanntem Terrain (z.B. Feld, Wald, Wiese)
Beispiel für einen Hallenorientierungslauf:
Materialien:
- Skizze der Sporthalle mit ihren Markierungslinien und der aufgebauten Geräte
- verschiedene Sportgeräte, die als Posten dienen
Durchführung:
Alternative 1: Die Schüler sollen zunächst anhand der Skizze, die Geräte an richtiger Stelle aufbauen
Alternative 2: Die Schüler bekommen einen Laufzettel und sollen anhand dessen die vorgegebenen Posten in der Halle anlaufen
Alternative 3: Die Schüler müssen sich vor dem Start die Posten-Ablauf-Reihenfolge einprägen und diese Strecke dann ohne Karte ablaufen
weitere Beispiele: http://www.ol-in-baden.de/infos/lehrgang.pdf
Zu jeder der im Folgenden dargestellten Laufformen, gibt es einen Laufzettel. Auf diesen werden Lösungsbuchstaben eingetragen, welche sich aus den zu lösenden Aufgaben an den einzelnen Streckenposten ergeben. Außerdem befindet sich auf jeder Stationskarte ein Tierbild, was zusätzlich auf dem Laufzettel vermerkt werden muss.
Die Aufgaben für Grundschüler sind mit einem grünen Dreieck gekennzeichnet.
Die Aufgaben für Sekundarschüler sind mit einem roten Viereck gekennzeichnet.
„Normal-OL“
Grundschule:
Es starten jeweils zwei Gruppen gleichzeitig
→ Gruppe 1 läuft die Streckenposten in der Reihenfolge 1-10 ab
→ Gruppe 2 läuft die Streckenposten in der Reihenfolge 10-1 ab
alle weiteren Schülergruppen starten zeitversetzt (Zeitabstand frei wählbar)
Sekundarstufe:
Es starten jeweils zwei Gruppen gleichzeitig
→ Gruppe 1 läuft die Streckenposten in der Reihenfolge 1-20 ab
→ Gruppe 2 läuft die Streckenposten in der Reihenfolge 20-1 ab
alle weiteren Schülergruppen starten zeitversetzt (Zeitabstand frei wählbar)
„Schmetterlings-OL“
Sekundarstufe
Es starten jeweils vier Gruppen gleichzeitig
→ Gruppe 1 läuft die Streckenposten in der Reihenfolge 1-10, dann 11-20 ab
→ Gruppe 2 läuft die Streckenposten in der Reihenfolge 10-1, dann 20-11 ab
→ Gruppe 3 läuft die Streckenposten in der Reihenfolge 11-20, dann 1-10 ab
→ Gruppe 4 läuft die Streckenposten in der Reihenfolge 20-11, dann 10-1 ab
alle weiteren Schülergruppen starten zeitversetzt (Zeitabstand frei wählbar)
Der Galgenberg liegt im Südosten der Stadt Hildesheim. Er ist die letzte Erhebung einer Hügelkette auf der rechten Inerstetalseite. Auf seinem Westabhang, der bis an die Grenzen der ehemaligen Neustadt reicht, dehnt sich ein Wohngebiet aus, dass im Volksmund „Galgenbergviertel“ genannt wird.
Dieses Gebiet ist in der Jurazeit vor etwa 195 bis 135 Millionen Jahren geprägt worden. Das Land war damals mit Wasser bedeckt. Auf dem Boden lagerten sich durch immer neue Meereseinbrüche schichtweise Ton, Sand und Kalk ab. Fossilien, die zum Beispiel beim Tonabbau am Galgenberg gefunden wurden, künden noch von dieser Zeit und ruhen heute im Magazin des Roemer-Museums. Der Galgenberg, überwiegend aus Kalkschichtungen entstanden, lieferte bis in unsere Zeit hinein wichtige Rohstoffe für die Bauwirtschaft. Seine stellenweise recht tiefen Kuhlen zeugen noch heute von dieser Nutzung.[1]
Der Name „Galgenberg“ leitet sich von dem Galgen ab, der viele Jahrhunderte auf der Höhe des Berges stand. Ältere Bezeichnungen, wie zum Beispiel Gallberg oder Galchberg sind bekannt aber nicht eindeutig erklärbar. Noch gegen Ende des letzten Jahrhunderts tauchte in den städtischen Akten und Karren bisweilen der Name „Gallberg“ auf, wobei eindeutig der Galgenberg gemeint war und nicht der Gallberg im Westen der Stadt zwischen Bockfeld und Finkenberg.[2]
Der Galgen, schon Anfang des 14. Jahrhunderts erwähnt, diente sowohl der Altstadt wie der Neustadt als Richtstätte. Er war weithin sichtbar, da der Galgenberg früher unbewaldet war.
So erfüllte der über den Berg aufragende Galgen auch einen abschreckenden Zweck.
Die kahle Berghöhe eignete sich auch als Standort für die Warte. Von diesem Wachturm aus konnten Wächter im 14. und 15. Jahrhundert herannahende Feinde erkennen und beobachten und durch Hornsignale die Bevölkerung warnen.
Die Warte wurde im 15. Jahrhundert zerstört und geriet in Vergessenheit. Im 19. Jahrhundert, nach Bergung des Silberfunds am Fuße des Galgenbergs,[3]vermutete man hier sogar germanisches Heiligtum, in welchem Hermann der Cherusker ein in der Varusschlacht erbeutetes römisches Tafelgeschirr als Weihegeschenk heidnischen Priestern übergeben haben sollte.
Nachdem im Jahr 1809 der Galgen auf Weisung der für Hildesheim zuständigen westfälischen Regierung beseitigt worden war, erhielt der Galgenberg schon wenige Jahre später ein neues Wahrzeichen: eine Windmühle. Diese nutzte den kahlen den kahlen Bergrücken, wo der Wind ungehindert in die Flügel greifen konnte. Warum der Galgenberg unbewaldet war, ist bis heute nicht geklärt.
Die Abhänge des Galgenbergs waren früher bis an die Befestigungsanlagen der Neustadt mit Gärten, Äckern und Weiden bedeckt. Das zeigt der Ausschnitt einer Grundrisskarte von 1719.[4]
Auf der Karte sieht man auch einen Teil der befestigten Stadt zwischen Hagentor(oberer Rand) und Goschentor(unterer Rand). Früher umschloß ein fester Ring aus Mauern, Türmen und Wallanlagen mit vorgelagerten Gräben die Stadt. Vom Ostertor führte eine Straße nach Braunschweig (heute Einumer Straße), ein weiterer Weg diagonal über die Steingrube, über die heutige Galgenbergstraße und Windmühlenstraße zum Galgenberg. Damals sind auf dem Galgenberg nur der Galgen und die Pappenheimer Schanze eingezeichnet.
Zwei wichtige Quellen des Galgenbergs sind auf der Karte eingezeichnet. Im Norden, am Fuße des Galgenbergs, entspringt die Ortsschlumpenquelle, die zur Wasserversorgung der der Altstadt Hildesheim beitrug und auch heute noch genutzt wird. Im Süden, in der Senke zwischen Galgenberg und Spitzhut, entspringt die Beuke. Sie versorgte zusammen mit weiteren kleinen Quellen den Neustädter Ziegelhof und und die Neustadt Hildesheim mit Wasser. Heute speist sie die Tonkuhle und fließt zunächst kanalisiert weiter. Erst vor dem Tunnel der Eisenbahnlinie an der Quedlingburger Straße tritt sie zutage und schlängelt sich dann durch das Lönswäldchen zur Innerste.
Interessant ist, dass 1719 noch keine Besiedlungsgebiete auf dem Galgenberg zu erkennen sind. Das ist verständlich, denn früher fühlten sich die Hildesheimer nur innerhalb der Befesftigungsanlagen geschützt. Auch durften außerhalb der Stadtmauern jahrhundertelang keine festen Gebäude errichtet werden, da sie als Stützpunkte von Feinden mißbraucht werden konnten.
Im Jahre 1757, während des Siebenjährigen Krieges, besetzten die Franzosen Hildesheim. Prinz Heinrich von Preußen konnte ein Jahr später die Franzosen vertreiben.[5] Da seine Truppenstärke aber im Falle einer erneuten Besatzung durch die Franzosen für eine nochmalige Eroberung nicht ausgereicht hätte, befahl er die Schleifung der Befestigungsanlagen. Das Goschentor wurde daraufhin 1761 gesprengt. Ein Wiederaufbau lohnte sich in den folgenden Jahren nicht. Durch die fortschreitende Kriegstechnik verloren die veralteten Befestigungsanlagen ihren Sinn.
Durch steigende Einwohnerzahlen in Hildesheim von 1850 15.000 bis 1900 43000 wurde der Platz innerhalb der Stadt immer enger und so musste sich das Stadtgebiet zwangsläufig vergrößern.
Auch das damalige Neustadtfeld mit dem Galgenberg wurde 1864 mit dem Stadtgebiet vereinigt.
Störende Wallanlagen ließ die Stadt einebnen, so auch im Jahr 1872 die östliche Wallanlage der Neustadt, die zur Sedanallee umgewandelt wurde.
Bedingt durch die drangvolle enge im Stadtzentrum von Hildesheim veranlaßten die damaligen Stadtväter, stadtnahe Erholungsgebiete für die Bevölkerung einzurichten. Mitte des 19. Jahrunderts begann die Aufforstung des Galgenbergs.
Zur Beaufsichtigung der Anpflanzung wurde ein Forstaufseher eingestellt. Für den auch 1864/65 ein einfaches Forsthaus mit Gastzimmer auf dem Galgenberg gebaut wurde, in dem er außerdem auch Getränke ausschenken durfte. Das war die Keimzelle des heutigen Galgenbergrestaurants.
1886 wurde anlässlich des Abschlusses der Aufforstung der „Gelbe-Turm“ auf dem Spitzhut, einem Teil des Galgenberg Höhenzugs, errichtet. Er war für die Hildesheimer ein beliebtes Ausflugsziel.[6]
Nach vielen Jahren der Nutzung war der Turm baufällig geworden und der Eingang zum Turm abgesperrt. Die Absicht der Hildesheimer Bauverwaltung, den Turm endgültig zu beseitigen, führte 1996 zur Gründung einer Bürgerinitiative – dem Verein zur Rettung des Gelben Turms.
Durch Geldspenden der Hildesheimer Bürger und Unternehmen konnte eine umfassende Sanierung des Turmes erfolgen. Zudem wurde auf dem Turm als Metallkonstruktion eine Sternwarteerrichtet, die weithin sichtbar ist. Die Sternwarte kann seit dem Frühjahr 1999 unter Leitung der Volkshochschule Hildesheim regelmäßig besucht werden und beherbergt das größte Spiegelteleskop in Südniedersachsen.
Quellen:
Johannes Heinrich Gebauer: Geschichte der Stadt Hildesheim.
Zwei Bände, Lax, Hildesheim/Leipzig 1922/24.
Boetzkes, Manfred; Stein, Helga(Hrsg): Der Hildesheimer Silberfund.Gebrüder Gerstenberg, Hildesheim 1997.
Brinkmann, Freidrich; Germer, Andrea; Meier-Hilbert, Gerhard; Nolte, Josef; Overesch, Manfred; Toetzke, Christof; Voßeler; Wolfgang: Hildesheim – Stadt und Raum zwischen Börde und Bergland.
Verlag Gebrüder Gerstenberg, Hildesheim 2001.
de.wikipedia.org/wiki/Galgenberg_(Hildesheim)
www.facebook.com/pages/Galgenberg/131585323558239
www.bismarcktuerme.de/ebene4/nieders/hildesh.html
www.hildesheim.city-map.de/02010800/gelber-turm-und-sternwarte
www.vhs-hildesheim.de/gelber_turm/turm.htm
www.spiegel.de/spiegel/print/d-46266059.html
[1] Pelzer, Guido: Dem Jurameer entsprungen – Erdgeschichte zum Glagenberg, 2003, S. 72.
[2] Gerland, Otto: Was uns der Galgenberg erzählt, in: Alt Hildesheim, 3, 1929, S.14.
[3] Zugriff am 29.03.2011 unter: www.facebook.com/pages/Galgenberg/131585323558239
[4] Gebauer, Johannes Heinrich: Niedersächsicher Städteatlas, II. Einzelne Städte: Hildesheim, Tafel 1, Braunschweig und Hamburg 1933.
[5] Germer, Andrea: Geschichte der Stadt Hildesheim bis 1945, in Hildesheim Stadt und Raum zwischen Börde und Bergland. 2001. S.83.
[6] Zugriff am 18.04.2011 unter www.hildesheim.city-map.de/02010800/gelber-turm-und-sternwarte
Vor zwei Jahren ist die Idee eines Orientierunglauf-Pfades im benachbarten Hildesheimer Galgenberg geboren worden. Ausgangspunkt unserer Überlegungen war die Absicht, den Wald in das Zentrum einer sportlichen Aktivität zu stellen. Dabei standen variable Zielgruppen im Fokus, die zu individuellen Zeiten das stadtnahe Erholungsgebiet besuchen nutzen sollen. Seitdem haben die Autoren zusammen mit einer Gruppe Studenten viele Stunden Zeit in die theoretische und praktische Umsetzung investiert.
Herausgekommen sind zwei nach Altersklassen differenzierte Rundkurse mit jeweils 10 beziehungsweise 20 Stationen, die nicht nur Schulklassen, sondern auch Vereine und andere Gruppen vor die Tore der Stadt einladen sollen. Im Zentrum steht der Gelbe Turm, die Sternwarte, die mit ihrer Metall-Kuppel weit sichtbar aus dem Wald des Galgenbergs herausragt. Rund um dieses Wahrzeichen eröffnen die beiden Orientierungslauf-Pfade die Möglichkeit einer „Sportstunde in Bewegung“.
Unterwegs sollen die Teilnehmer spannende Rätsel und Aufgaben lösen, die Natur erleben und ganz nebenbei sogar noch Stress abbauen – dies sind nur einige positive Eigenschaften, die einen Orientierungslauf charakterisieren. Sozialpädagogische Inhalte, konditionelle Eigenschaften und koordinative und kognitive Fähigkeiten gefördert werden auf der „Raterunde“ gleichermaßen gefördert. Das macht den Reiz dieser sportlichen Betätigung aus.
Für die beiden Touren müssen Sie je Tempo (Walker oder Jogger) zwischen 30 Minuten und zwei Stunden einkalkulieren. Es bleibt Ihnen jedoch freigestellt, die Reihenfolge der Posten zu ändern beziehungsweise nur einzelne wenige Stationen der Gesamtroute anlaufen zu lassen.
Damit der Orientierungslauf (OL) auch beim mehrmaligen Besuch noch spannend bleibt, werden wir die Stationskästen etwa alle drei Monate aktualisieren und dies auch an prominenter Stelle anzeigen.
Wir wünschen Ihnen auf den folgenden Seiten viel Spaß beim Schmökern oder sogar bei der Vorbereitung Ihrer ersten OL-Runde im Galgenberg! Die entsprechenden Downloads stellen wir bereit.
Für Rückmeldungen, Hinweise oder konstruktive Verbesserungsvorschläge steht Ihnen unser virtueller Briefkasten zur Verfügung. Wir freuen uns über elektronische Post!
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die bisherigen und aktuellen studentischen Helfer dieses Projekts, die sich engagiert für die Realisierung des Projekts eingesetzt haben: Stefanie Oks, Sebastian Kedziora, Manuel Danneberg, Lars Perlbach, Lena Bartel (vor allem als Urheberin des OL-Drachens und der Stationssmbole), Sarah Kollmetz, Giovanna Saluci, Stefanie Mandry, Stefanie Helms und Stephan Köhne….
Mit sportlichem Gruß
gez. Silke Keller und Peter Flemming
Dozenten am Institut für Sportwissenschaft
Ratefüchse in blau haben die Nase vorn
Den 2. Orientierungslauf der Grundschulen am Galgenberg gewinnt ein Mixed-Team der 3b und 3c der Grundschule Auf der Höhe.
Text und Fotos: Dr. Silke Keller
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Ein Mixed-Team der 3b und 3c der Grundschule Auf der Höhe hat den 2. Orientierungslauf der Hildesheimer Grundschulen gewonnen. Für die etwa drei Kilometer lange Runde um den Gelben Turm benötigten die Schüler nur 22,23 Minuten.
Unterwegs galt es, anhand einer Karte insgesamt zehn verschiedene Kästen zu finden. Studierende des Fachs Sport begleiteten die einzelnen Gruppen, halfen jedoch nur, wenn die gewählte Route zu stark vom nächsten Zielpunkt abwich. Nicht nur das Lesen einer Karte ohne Handy-Unterstützung, sondern auch das Laufen nach der geografischen Ansicht war für die Acht- bis Zehnjährigen ein ums andere Mal eine Herausforderung, der sie sich mutig stellten.
An den Stationen war unter anderem Sachkundewissen gefragt. „Wie viele Beine hat eine Spinne?“, lautete einer der Aufgaben, die richtig beantwortet zu einem Lösungsbuchstaben führte. Alle Schriftzeichen zusammen gesetzt ergaben am Schluss den Namen eines lautstark hämmernden Waldbewohners.
Das nicht nur die schnellste, sondern gleichzeitig auch die Mannschaft mit den besten Ratefüchsen erfolgreich sein durfte (falschen Antworten bedeuteten jeweils eine 30-Sekunden-Strafe) war ganz im Sinn der Organisatoren: In Gemeinschaft zusammen auf ein Ziel hinzusteuern und Sport auszuüben, lautet die Intention der angehenden Sportlehrer der Universität Hildesheim. Sie zeichneten im Bachelor-Seminar „Projektarbeit im Gesundheitssport“ unter der Leitung von Dr. Marc Nicolaus für das Naturerlebnis im Galgenberg verantwortlich. Die 15 Männer und Frauen hatten in wochenlanger Vorbereitung neue Aufgaben konzipiert, alte Kästen erneuert bzw. diese mit neuen Stationskarten ausgestattet und entlang der Strecke zugewachsene Wege freigeschnitten.
Dank „frischer“ Aufgaben starteten alle Teilnehmer unter den gleichen Bedingungen. Im Ziel freuten sich die Orientierer über Medaillen, Urkunden und Sachpreise. Die Sieger der Grundschule auf der Höhe erhielten zusätzlich einen Sparkassen-Gutschein für eine mittelalterliche Stadtführung mit „Hille & Huck“.
Die weiteren Platzierungen: 2. GS Auf der Höhe Gruppe 2 (25:28 Minuten); 3. GS Neuhof Gruppe 1 (26:15 Minuten); 4. GS Neuhof Gruppe 2 (27:20 Minuten).
Ratefüchse flitzen über den Galgenberg
Healthy-Campus-Projekt des Sportinstituts präsentiert einen Präventions-Baustein gegen Bewegungsmangel – Schüler der GS Alter Markt gewinnen die Premiere des 1. Orientierungslaufs der Hildesheimer Grundschulen
Fotos: Dr. Silke Keller
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Hildesheim (sis). Welche Sprache sprechen die Menschen in Brasilien? – diese und andere knifflige Fragen galt es beim 1. Orientierungslauf der Hildesheimer Grundschulen im Galgenberg zu beantworten.
Mal nicht an Handy oder Spielkonsole daddeln, sondern aktiv im moderaten Ausdauertempo unterwegs. So agierend erlebten 30 begeisterte Mädchen und Jungen einen Lauf-Nachmittag unterm schattigen Blätterdach,
kombiniert mit spannenden Rätseln. Die wurden an den Stationen im Team gelöst, denn das Miteinander stand bei dieser Offerte gegen Bewegungsmangel in der Primarstufe ebenfalls im Fokus.
Wochenlang hatten 15 Uni-Studenten des Bachelor-Seminars „Healthy Campus - Projektarbeit im Gesundheitssport“ unter der Leitung von Dr. Marc Nicolaus den Orientierungslauf vorbereitet. Dazu gehörten unter anderem das Erstellen eines Konzepts, die Organisation und das Durchführen der Veranstaltung. Neben der Revision von insgesamt 20 Stationskästen entlang der Strecke (einige Kästen wurden wiederholt mutwillig von Unbekannten abgerissen und demoliert) stellten die Organisatoren neue Aufgaben zusammen. Darüber hinaus akquirierten die angehenden Sportwissenschaftler ihr Projekt über elektronische Kanäle an den städtischen Grundschulen.
Am Wettkampftag knallte die Startklappe über den Galgenberg. Zeitversetzt und in wechselnder Laufrichtung (damit jedes Team selbständig und ohne Nachlaufen den Weg anhand der Karte selber erarbeitet) gingen die jungen Orientierer von der Schutzhütte nahe der Jahnwiese aus motiviert ans Werk.
Auf der etwa drei Kilometer langen Tour um den Gelben Turm half das durch die Bäume schimmernde Bauwerk neben der Karte als örtlicher Fixpunkt beim Finden und schnellstmöglichen Ansteuern der Posten. Jeweils zwei bis drei Studierende begleiteten die Teams, griffen jedoch nur ein, wenn die Ratefüchse einmal zu weit vom Pfad abkamen. Sogar die Erwachsenen kamen angesichts des Tempos einiger Läufer das eine oder andere Mal selber ins Schwitzen.
Das einladende Prinzip des Orientierungslaufs, eine Ausdauerstrecke gespickt mit kognitiven Herausforderungen, ging auf: An den Stationskästen mit dem Lösen der Aufgaben beschäftigt und abgelenkt von der Strecke, ruhten sich die Akteure kurz aus bevor sie ihre Raterunde rasant fortsetzten
Nach einer halben Stunde erreichten die ersten Mädchen und Jungen erschöpft mit zufriedenen Minen die Ziellinie. Für jede falsche Antwort kassierten die Schüler von der Jury jeweils eine Strafminute.
Dass nicht bloß schnelle Beine über den Erfolg entscheiden, erkannte Team eins der Grundschule auf der Höhe. Zu ihrer Tages-Bestzeit von 32,17 Minuten erhielten sie wegen fünf falscher Antworten die gleiche Anzahl Strafminuten und landeten am Ende auf Rang fünf. Sieger wurde die Vertretung der Grundschule Alter Markt in 30:11 Minuten. Im Team standen Leo Blanke, Mariom Darwich, Yuki Andresen, Hannah Michalski, Shania Folgado und Leni Springmann. Sie hatten nicht nur Portugiesisch als Sprache der Brasilianer an Station 2 angekreuzt, sondern auch die übrigen Fragen richtig beantwortet. Ihr Preis: eine mittelalterliche Stadtführung mit „Hille & Huck“ für die ganze Klasse. Für den zweiten und dritten Platz nahmen die Schüler 100 bzw. 80 Euro für die Klassenkasse in Empfang.
„Das war toll, dürfen wir nächstes Jahr in der Fünften auch noch einmal mitmachen?“, fragten Celine Lazarew (9) und Darim Khalil (10) von der Grundschule Alter Markt, als sie von Student Yannik Richel Medaillen und Urkunden entgegennahmen. Ob das Metall denn aus echtem Gold sei, wurde immer wieder gefragt. Richel und seine Kommilitonen lachten, sie waren vom Engagement der Schüler überrascht.
„Es war viel Arbeit für uns alle, ich habe viel gelernt und die freudestrahlenden Gesichter der Kinder entschädigen für alles“, so der Moderator. Den Orientierungslauf im Rahmen des Praxis-Projektes Healthy Campus halte er für eine sehr gute Sache. In erster Linie gehe es darum die Kinder zu bewegen, ihnen ein gesundes Maß an Bewegung und Spaß an der Sache nahezubringen. Der OL kombiniere viele wichtige Aspekte wie das Sich-Zurechtfinden, gemeinsames Handeln welches im schnelllebigen Alltag immer mehr an Wert verlieren würde. Der Student dazu: „Die Kinder sind in der freien Natur, weg von den Bildschirmen und dem Schreibtisch.“
Überrascht war Yannik Richel vom Elan der jungen Schüler. Sobald sie die Aufgabe lasen, waren alle anderen Dinge völlig irrelevant, auch das Handy in der Tasche. Alles was zählte, seien die Bewegung und natürlich die Belohnung im Ziel.
Er plädiere für mehr solcher Initiativen. Im Hinblick auf den aktuellen und künftigen Alltag seien Mangel an Bewegung und Stress die Faktoren, die der Gesundheit schadeten. Er habe im Sport eine Identität gefunden und schätze dies gleichzeitig als Ausgleich zum teilweise stressigen Alltag, so der Footballer. Solche Events könnten dazu beitragen, die Aufmerksamkeit auf Mängel an Bewegung und Gesundheit im Kindesalter zu lenken und diese gemeinsam im sozialen Miteinander zu beseitigen.
Dass die Premiere des Sportwettkampfes bei den Sportlern ankam, bestätigte auch Katrin Trümper, pädagogische Fachkraft der Grundschule auf der Höhe: „Die Schüler wären sofort wieder am Start. Sie tragen ihre Orientierungslauf-Shirts mit Stolz in der Schule.“
Seminar-Leiter Dr. Marc Nicolaus lobte den Einsatz der Studenten. „Der Orientierungslauf war ein voller Erfolg. Die Kinder waren mit großer Begeisterung am Start und es hat allen viel Spaß gemacht, nicht nur den Kindern, auch den Studierenden des Sportinstituts.“ Somit solle einer Neuauflage im kommenden Jahr nichts im Wege stehen, so Nicolaus. Er wünsche sich, das in Zukunft noch viele weitere Schulen an der Aktion teilnehmen würden.
Der 1. Orientierungslauf der Hildesheimer Grundschulen wurde gefördert durch: EVI Hildesheim, Sparkasse Hildesheim-Goslar-Peine, die Volksbank Hildesheim-Lehrte-Pattensen und die Techniker-Krankenkasse.
Liebe Freunde des Orientierungslaufs und diejenigen, die es werden wollen,
wir haben den Orientierungslauf-Pfad im Galgenberg in den vergangenen Wochen einer umfangreichen Revision unterzogen. Bei der Kontrolle aller Stationen haben wir marode bzw. mutwillig beschädigte Kästen erneuert. Die komplette Route mit ihren 20 Stationen wurde darüber hinaus mit neuen Bildern und Aufgaben bestückt. Auf diese Weise finden nun auch gestandene Ratefüchse auf der seit Jahren vertrauten Route wieder eine neue Herausforderung.
An den Stationen eins bis zehn finden Grundschüler wie Mädchen und Jungen weiterführender Schulformen gleichermaßen auf die jeweilige Altersstufe abgestimmte Aufgaben. Unter dem grünen Dreieck-Symbol auf der linken Seite des Stationszettels stehen die Aufgaben für die Klassenstufen eins bis vier. Auf der rechten Seite unter dem roten Quadrat sind die Aufgaben für die Schüler höherer Jahrgänge abgedruckt. Die Stationen elf bis 20 sind nur mit den Aufgaben für die älteren Jahrgänge beschriftet.
Als Download stellen wir Ihnen nachfolgend die beiden Laufkarten (1-10, 11-20) mit den eingetragenen 20 Stationen (Fahnen) zur Verfügung. Daneben erhalten Sie die Laufzettel für die jeweiligen Schulformen, Lösungszettel für Sie als Lehrer und Betreuer sowie eine Einzelübersicht aller 20 Stationen.
Viel Spaß beim Orientieren!
An dieser Stelle folgen zeitnah neue Karten, Stations- und Lösungszettel.
Literatur
- Keller, S. (2014). Läufer und Ratefüchse im Wald - Einführung in den Orientierungslauf. Sport & Spiel, 54, 4-7. pdf-Download
Die Entstehungsgeschichte des OL-Pfades
Im Jahr 2008 ist die Idee eines Orientierungslauf-Pfades im Hildesheimer Galgenberg geboren worden. Ausgangspunkt der Überlegungen war die Absicht, den Wald vor der Haustür der Universität in das Zentrum einer sportlichen Aktivität zu stellen. Dabei standen variable Zielgruppen im Fokus, die zu individuellen Zeiten das stadtnahe Erholungsgebiet besuchen und nutzen sollen. Seitdem haben die Autoren zusammen mit einer Gruppe Studenten viele Stunden Zeit in die theoretische und praktische Umsetzung investiert.
Herausgekommen sind zwei nach Altersklassen differenzierte Rundkurse mit jeweils mit 10 beziehungsweise 20 Stationen. Nicht nur Schulklassen, sondern auch Vereine und andere Gruppen sind nun eingeladen, vor den Toren der Stadt auf Erkundungstour zu gehen.
Im Zentrum der Route für die kleinen Entdecker (Stationen 1 - 10) steht der Gelbe Turm, die Sternwarte, die mit ihrer Metall-Kuppel weit sichtbar aus dem Wald des Galgenbergs herausragt. Westlich dieses Wahrzeichens bis in den Teil des Areals zwischen Silberfund-Denkmal und des Bismarck-Turmes eröffnet die zweite, große Runde eine "Sportstunde in Bewegung" für Mädchen und Jungen ab der 5. Schulstufe.
Auf beiden Ausdauer-Runden sollen die Teilnehmer entlang der auf der Karte vorgegebenen Bahn spannende Rätsel und Aufgaben lösen und die Natur erleben. Sie als Lehrerin und Lehrer, bzw. Jury werden erfahren, dass die Kombination aus Motorik und geistiger Herausforderung bei den Kindern ganz nebenbei Stress abbaut und Zufriedenheit und Selbstbestätigung weckt - dies sind nur einige positive Eigenschaften, die einen Orientierungslauf charakterisieren. Sozialpädagogische Inhalte, konditionelle Eigenschaften sowie koordinative und kognitive Fähigkeiten werden auf dem "Rate-Parcours", gefördert. Das macht den Reiz dieser sportlichen Betätigung aus, denn in vielen anderen Sportarten stehen entweder konditionelle bzw. technische Elemente im Vordergrund, jedoch selten in der genannten Verknüpfung wie beim OL. In motivierender Weise wird die Entwicklung psychisch-physischer Eigenschaften gepaart mit sozialen und fächerübergreifenden Kompetenzen aufgebaut. Neben der Wahrnehmung und der Gedächtnisleistung werden durch das Anforderungsprofil gleichermaßen die Leistungsbereitschaft, das Wohlbefinden sowie die Teamfähigkeit und das Konzentrationsvermögen begünstigt.
Für die beiden Touren im Galgenberg müssen Sie je Tempo (Walker oder Jogger) zwischen 30 Minuten und zwei Stunden einkalkulieren. Die Autoren empfehlen die kleine Runde "rund um den Gelben Turm" mit den Stationen 1-10 für die Teilnehmer der Grundschuljahrgänge. Je nach Entwicklungsstand und Cleverness der Schüler ist diese Runde erfahrungsgemäß ab dem zweiten Schuljahr in Gruppen ab 4 Kindern praktikabel. Entscheidend ist das vorhandene Vorstellungsvermögen der Jungen und Mädchen, d.h. inwieweit sind sie in der Lage, eine zweidimensionale Karte mit der Natur zu vergleichen. Es geht darum, einen Wald als grüne Fläche auf der Karte zu erkennen bzw. einen Turm oder ein Gebäude als Kreis oder Rechteck zu identifizieren. Je nach geistiger Reife sind die Kinder etwa ab dem 8. Lebensjahr in der Lage, anhand der Informationen auf der Karte ein Ziel auf die dreidimensionale Natur zu übertragen und umgekehrt (Kontrolle, bin ich auf dem richtigen Weg?). Eine gute Vorübung auf die Natur ist ein erster Orientierungslauf im Klassenzimmer (Informationen hierzu finden sie in unseren Literaturangaben).
Informationen zu den Stationen
Die Stationskarten sind so konzipiert, dass die Grundschüler jeweils auf der linken Spalte unter einem grünen Dreieck ihre Frage finden. Die Aufgaben auf der rechten Spalte der Posten unter einem roten Quadrat stellen die Rätsel für die älteren Schüler dar. Hinter den verschiedenen Antwortmöglichkeiten stehen Lösungsbuchstaben, die die Teilnehmer auf ihren Laufkarten notieren. Als Zusatzaufgabe können die Bilder der Stationen notiert werden. Aus den Buchstaben der Posten 1 bis 10 bzw. 1 bis 20 ergeben sich zwei Lösungswörter.
Weitere Informationen
Start und Ziel beider Runden ist die Schutzhütte, in der Nähe der Jahnwiese. Die Hütte ist als Foto auf beiden Karten abgebildet. Zusätzliche Orientierungshilfen bieten die fotografischen Ergänzungen des Bismarck-Turmes, des Silberfund-Denkmals, des Gelben Turmes sowie der beiden Restaurants Galgenberg und Brockenblick.
Es bleibt Ihnen als Organisatoren selbstverständlich freigestellt, je nach konditionellem Vermögen ihrer Kinder die Reihenfolge der Posten zu ändern beziehungsweise nur einzelne wenige Stationen der Gesamtroute anlaufen zu lassen. Auf diese Weise erhalten die Sportler zwar nur Teile des Lösungswortes, doch das Nennen der Abbildungen der Stationen bietet eine Alternative bei der Bewertung des Wettstreits. Bei ungeübten Akteuren ist es sinnvoll, ältere Begleiter einzusetzen, die die Jüngeren bei Bedarf bei der Suche bzw. dem Lösen der Rätsel zu helfen.
Wir wünschen Ihnen auf den folgenden Seiten viel Spaß beim Schmökern oder sogar bei der Vorbereitung Ihrer ersten OL-Runde im Galgenberg! Die entsprechenden Downloads stellen wir bereit.
Für Rückmeldungen, Hinweise oder konstruktive Verbesserungsvorschläge steht Ihnen unser virtueller Briefkasten zur Verfügung. Wir freuen uns über elektronische Post!
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die bisherigen und aktuellen studentischen Helfer dieses Projekts, die sich engagiert für die Realisierung des Projekts eingesetzt haben: Stefanie Oks, Sebastian Kedziora, Manuel Danneberg, Lars Perlbach, Lena Bartel (vor allem als excellente Urheberin des OL-Drachens und mehrerer Stationssymbole), Sarah Kollmetz, Giovanna Saluci, Stefanie Mandry, Stefanie Helms, Stephan Köhne und Viktoria Zimmermann.
Mit sportlichem Gruß gez. Dr. Silke Keller und Peter Flemming
Institut für Sportwissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim