Laufende Projekte

Wintersport in der Rehabilitation krebskranker Kinder

Projektleitung:
Prof. Dr. Nico Kurpiers

Gefördert durch:
Lotto-Sport-Stiftung Niedersachsen, Vor-Tour der Hoffnung Rheinland-Pfalz, MHH, Rotary Club Hildesheim, Inner Wheel Hildesheim, Menschen für Kinder e.V., Bürgerstiftung Hildesheim e.V., Universität Hildesheim, private Spender etc.

Projektlaufzeit:
2012 – Ende offen

Projektbeschreibung:
Die Diagnose „Krebs“ und die folgenden extrem belastenden Monate und Jahre kosten Kinder und ihre Familien sehr viel Kraft. Auch Außenstehende wie Lehrer, Trainer und Mitschüler oder sogar die Eltern wissen oft nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Die Universität Hildesheim veranstaltet in Kooperation mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eine Rehabilitationswoche in den Alpen mit dem sportlichen Aufhänger ‚Skilauf‘. Nach vielen Monaten der Therapie mit teilweise schwersten körperlichen und seelischen Belastungen sowohl für die Kinder als auch für deren Familien, bietet dieses Projekt die Möglichkeit, erstmals wieder zu verreisen, ohne sofort vollkommen auf sich allein gestellt zu sein. Kinder und Eltern sollen die wiedergewonnene Leistungsfähigkeit der Kinder erleben und im Spannungsfeld zwischen übertriebener Rücksicht und gebotener Vorsicht beim Skifahren einzuschätzen lernen.

Die Teilnehmer wohnen in einer Selbstversorgerhütte in den Alpen und werden täglich auf der Piste von Studierenden dosiert geschult, welche zuvor durch ein Theorieseminar und einen Praxiskurs vorbereitet werden. Es werden die drei großen Säulen der Rehabilitation (Physis, Psyche, Soziales) konsequent während unserer Skifahrt verfolgt und bewusst gefördert. Vor Ort werden regelmäßig Studien durchgeführt, etwa hinsichtlich der motorischen Förderung der Patienten, des Immunstatus oder der psychischen Befindlichkeit.

Epigenetische Modifikation durch Sport und Bewegung

Projektleitung:
Prof. Dr. Nico Kurpiers
Prof. Dr. Nils von Neuhoff (Leitung des AML Labors der Kinderklinik III der Universitätsklinik Essen)

Gefördert durch:
interne Finanzierung

Projektlaufzeit:
2019 – Ende offen

Projektbeschreibung:
Die Epigenetik beschäftigt sich mit der Beeinflussung der Gene durch Umwelteinflüsse und ‚Life-Style‘, also auch durch Bewegung und Training. Äußere Einflüsse können Gene chemisch verändern und sie auf diese Art ein- oder ausschalten. Die Epigenetik führt gegenwärtig zu einem neuen Verständnis der menschlichen Biologie und davon, wie Erkrankungen einerseits entstehen, aber andererseits auch verhindert werden können. Man weiß schon seit längerem, dass schadhafte Umwelteinflüsse, sogenannte Promoterfaktoren, zu schwerwiegenden Erkrankungen führen können. Dazu gehören beispielsweise der Genuss von Tabak und Alkohol wie auch von zu viel Zucker oder Fetten sowie Passivität u.a.

Dass sich Sport und Bewegung durchaus positiv auf die Gesundheit auswirken, gehört mittlerweile zum Allgemeinwissen. Dass sie ebenfalls zu einer epigenetischen Modifikation beitragen können, ist anzunehmen und es gibt bereits konkrete Hinweise darauf. Aber welche Art von Sport (z.B. Ausdauer, Kraft oder Koordination) in welcher Intensität (moderat, intermediate oder hochintensiv) und in welchem Umfang (Dauer pro Einheit, Einheiten pro Woche) sich für welche Personen und auf welche Erkrankungen besonders positiv auswirken, kann zwar sehr objektiv im Blut festgestellt werden, muss aber noch in größer angelegten Interventionsstudien umfassend erforscht werden.

Der Endpunkt ist evidenzbasiert zielgerichtete Bewegungsempfehlungen aussprechen zu können, die detaillierte Belastungsmodalitäten und Periodisierungen speziell für einzelne Erkrankungsbilder beschreiben.

Dynamics of Skiing – Equipment Development and Injury Prevention Strategies

Projektleitung:
Prof. Dr. Nico Kurpiers
Prof. Dr. Uwe Kersting (Direktor des Instituts für Biomechanik und Orthopädie, Deutsche Sporthochschule Köln)

Mitarbeiter*innen:

Prof. Dr. Nicola Petrone (Department of Industrial Engineering, University of Padova/Italien)
Prof. Dr. Matej Supej (Faculty of Sport, University of Ljubljana/Slowenien)

Gefördert durch:

Head Sport GmbH, DSHS, University of Padova

Projektlaufzeit:
2007 – Ende offen

Projektbeschreibung:
Skifahren ist ein sogenannter ‚Life-Time-Sport‘, der sich in den Wintermonaten weltweit besonderer Beliebtheit erfreut. Leider ist dieser Sport auch mit einem Verletzungsrisiko verbunden (vorwiegend im Bereich der Knie). Die typischen Verletzungsmechanismen sind bekannt und hängen oftmals mit der eingeschränkten Beweglichkeit beim Beugen der Beine durch die festen Skischuhe zusammen. Über Materialmodifikationen und anschließenden Bewegungsanalysen und Kraftmessungen wird multizentrisch erforscht, welche Materialcharakteristika einen natürlicheren Bewegungsablauf ermöglichen und dadurch die jährlich weltweit auftretenden 70 000 Kreuzbandrisse (entspricht etwa 1 Mrd. USD Kosten) reduzieren können.


In bisherigen Studien wurden verschiedene Situationen bzw. Disziplinen des Skisports analysiert wie beispielsweise Buckelpiste, Slope Style, Sprünge und auch Anfängerunterricht. Es wurde eine Dissertation angefertigt und verschiedene internationale Publikationen.

Kurpiers, N., McAlpine, P., & Kersting, U. G. (2009). Perspectives for comprehensive biomechanical analyses in mogul skiing. Research in Sports Medicine, 17(4), 231-244.

Kurpiers, N., McAlpine, P., & Kersting, U. G. (2011). The effect of a ski boot intervention on three-dimensional joint loading in mogul skiing. Paper presented at the 5th International Congress on Science and Skiing, St. Christoph, Austria.

Kurpiers, N., Boehm, H., Kiefmann, A., McAlpine, P., & Kersting, U. G. (2009). Biomechanical Assessment of a modified Ski Boot for Mogul Skiing. Paper presented at the XVIII ISSS Congress 2009 - International Society for Skiing Safety, Garmisch-Partenkirchen, Germany.

Kurpiers, N., Petrone, N., Wisser, A., Hansen, J., Matej, S., & Kersting, U. G. (2018). The effects of ski boot flexion stiffness on jump landings in skiing. In E. Müller, J. Kroell, S. Lindinger, J. Pfusterschmied, J. Spörri, & T. Stöggl (Eds.), Science and Skiing VII (Vol. 7). Maidenhead: Meyer  & Meyer.

Nedergaard, N. J., Heinen, F., Sloth, S., Holmberg, H.-C., & Kersting, U. G. (2015). Biomechanics of the ski cross start indoors on a customised training ramp and outdoors on snow. Sports biomechanics, 14(3), 273-286.

Kersting, U. G., McAlpine, P., & Kurpiers, N. (2010). Effect of ski boot modifications on ankle joint loading during mogul skiing. Paper presented at the 5th International Congress on Science and Skiing, St. Christoph, Austria.

Abbildung 1: Grundidee – Vorverlagerung des KSP durch größere Fußgelenksflexibilität
Abbildung 2: Computersimulation – Modellierung/ Berechnung der Gelenkbelastung