Fachkräfteinitiative International

Für eine Internationalisierung und mehr Europa in der Kinder- und Jugendhilfe, in Kooperation mit der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (IJAB)

Projektlaufzeit: 11.2020 - 12.2023

Projektbeschreibung

Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland hat die Aufgabe, die gesellschaftliche Teilhabe und Teilhabegerechtigkeit für alle jungen Menschen zu ermöglichen. Sie ist darauf ausgerichtet, dass junge Menschen befähigt werden, mit den Herausforderungen moderner Gesellschaften eigenständig und verantwortungsbewusst umzugehen. Die gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen ist dabei eng verknüpft mit der Befähigung, sich in einer globalisierten Welt besser orientieren zu können und auf die europäisierte und internationalisierte Lebenswirklichkeit überzeugende Antworten in Bezug auf die eigene Lebensführung und das soziale Umfeld zu finden. Der Erwerb interkultureller Kompetenzen ist dafür eine wichtige Voraussetzung und wird vor allem durch Formate der europäischen und internationalen Lernmobilität erworben.

Damit aber grenzüberschreitende Mobilität von einer Chance für wenige zu einem Angebot für alle jungen Menschen wird, ist es ein zentrales jugendpolitisches Anliegen, die Europäisierung und Internationalisierung der Kinder- und Jugendhilfe zu stärken. In diesem Sinne formuliert das Leitbild des Kinder- und Jugendplans des Bundes, dass die Träger in allen Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe jungen Menschen und Fachkräften adäquate Angebote unterbreiten sollen, Europäisierungs- und Globalisierungsprozesse zu erfahren und sich differenziert mit ihnen auseinanderzusetzen. Gleichzeitig soll die Praxis der Kinder- und Jugendhilfe durch europäische und internationale Impulse weiterentwickelt und das Voneinander-Lernen gestärkt werden.

Im Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) zur Umsetzung europäischer Jugendpolitik in Deutschland ab 2019 wird die Relevanz des Austauschs von Fachkräften für die Weiterentwicklung und Verbesserung der Praxis vor Ort beschrieben. Damit dieser einen wichtigen Beitrag zur Qualitätsentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe insgesamt leistet, müssen die Träger und die dort handelnden Fachkräfte mitgenommen und unterstützt werden, grenzüberschreitende Lernerfahrungen zu machen, um die eigene Arbeit weiterzuentwickeln, zu reflektieren und Jugendliche dazu zu motivieren, selbst an europäischem und internationalem Austausch teilzunehmen. Denn die Motivation, Begleitung und Unterstützung Jugendlicher beim Lernen durch internationalen Jugendaustausch sowie die Organisation von Mobilitätsprojekten kann nur gelingen, wenn Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe gut qualifiziert sind und eigene Mobilitätserfahrungen gemacht haben.

Projektziele

Ein zentrales Anliegen des Projekts ‚Fachkräfteinitiative International. Für eine Internationalisierung und mehr Europa in der Kinder- und Jugendhilfe‘ besteht in der Förderung der europäischen und internationalen Öffnung der Organisationen der Kinder- und Jugendhilfe. Dies geschieht über die Mobilisierung und Qualifizierung von Fachkräften unterschiedlicher Handlungsfelder der Kinder- und Jugendhilfe, um sie in die Lage zu versetzen, selbst an Angeboten transnationaler Fachkräftemobilität teilzunehmen sowie Austausch und Begegnung für junge Menschen zu ermöglichen, sie adäquat zu beteiligen und hierfür entsprechende Angebote bereitzustellen. Ziel ist es hierbei, grenzüberschreitendes Voneinander-Lernen als festen Bestandteil in der Praxis zu etablieren.

Vorgehen

Das Projekt wird in Kooperation mit der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (IJAB) mit einer Laufzeit von November 2020 bis Dezember 2023 durchgeführt und umfasst neben einer formativen Beratung und Begleitung des Projektverlaufs eine quantitative Befragung zu den Bedarfen und Barrieren von Fachkräftemobilität sowie Gruppendiskussionen und Interviews im Kontext einer Digitalisierung des Fachkräfteaustauschs. Hierbei wird ein anerkennungsorientiertes Verständnis von wissenschaftlicher Begleitung zugrunde gelegt, welches die Erarbeitung und Festlegung der Fragestellungen empirischer Erhebungen gemeinsam mit den Akteuren des Projektvorhabens aus dem jeweiligen Stand des Entwicklungsprozesses herleitet.

Kontakt

Senka Karic
Dr. Agnetha Bartels

Universität Hildesheim
Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
Bühler Campus
Lübecker Str. 3
31141 Hildesheim
kj_international@uni-hildesheim.de

Gefördert durch