Bewertungspraktiken in Lehr- und Lernsettings der Promotionsbetreuung

Projektlaufzeit: 11.2018 - 10.2020

Das Ziel des Projektes ist es, den Prozess des Forschen-Lernens während der Promotionszeit besser zu verstehen. Wir gehen davon aus, dass Lernen und Bewertung eng miteinander verknüpft sind. Auch im Promotionsprozess sind Promovierende und Lehrende bzw. Betreuende intensiv in Bewertungspraktiken eingebunden. Wir fokussieren uns vor allem auf informelle Bewertungspraktiken in der face-to-face Interaktion zwischen Betreuenden, Promovierenden und Mit-Promovierenden und nicht auf die finale Bewertung der Promotionsarbeit in den Gutachten am Ende des Promotionsprozesses. Im Zuge der Veränderung der Promotionswege durch strukturierte Promotionsprogramme hat sich eine größere Varianz von Lehr-Lern-Settings entwickelt (Team-Betreuung von Promotionsvorhaben, Einzelbetreuung etc.). Wir nehmen Bewertungspraktiken in unterschiedlichen Settings oder Situationen in den Blick, in denen sich Promovierende und Betreuende bewegen: das Einzelgespräch zwischen betreuender Person und Promovierender sowie Gruppenveranstaltungen („Kolloquien“), in denen Promovierende ihre Arbeiten vor anderen Promovierenden sowie Betreuenden darlegen. Im Forschungsvorhaben werden wir uns also mit konkreten Interaktionssituationen beschäftigen, in denen die Promotion sowohl als Arbeits- und Lernprozess wie auch als materiales schriftliches Objekt Thema ist. Diese mikrosoziologische Perspektive erhellt die Frage, wie in der Wissenschaft (dem Nachwuchs) Leistung interaktiv zugeschrieben und wie Forschen gelehrt wird.

Das Projekt wird in Kooperation mit der Universität Osnabrück durchgeführt.

Kontakt

Prof. Dr. Wolfgang Schröer

Universität Hildesheim
Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
Bühler Campus
Lübecker Str. 1 
31141 Hildesheim