Universität Hildesheim - Meldungen - Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Angewandte Erziehungswissenschaft https://www.uni-hildesheim.de/ Meldungen der Universität Hildesheim - Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Angewandte Erziehungswissenschaft de-de Stiftung Universität Hildesheim Tue, 10 Dec 2019 20:03:17 +0100 Tue, 10 Dec 2019 20:03:17 +0100 TYPO3 EXT:news news-17339 Thu, 05 Sep 2019 18:08:00 +0200 Lehrerausbildung an der Uni Hildesheim: Noch freie Studienplätze für das Lehramt an Haupt- und Realschulen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/lehrerausbildung-an-der-uni-hildesheim-noch-freie-studienplaetze-fuer-das-lehramt-an-haupt-und-reals/ Studieninteressierte können sich noch bis zum 30. September 2019 für einen Bachelorstudienplatz im Bereich Lehramt an Haupt- und Realschulen bewerben. Die frühe Unterrichtspraxis ist seit über 70 Jahren ein Kernelement der Hildesheimer Lehrerausbildung. Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten erhalten in Praxisphasen Einblicke in die Schulrealität. Freie Studienplätze an der Universität Hildesheim sind noch in den folgenden Fächerkombinationen im Bereich Lehramt an Haupt- und Realschulen vorhanden, eine Bewerbung ist bis zum 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++] möglich:
  • Mathematik / Biologie

  • Mathematik / Chemie

  • Mathematik / Geographie

  • Mathematik / Physik

  • Mathematik / Politik

  • Mathematik / Technik

  • Mathematik / Wirtschaft

  • Mathematik / Informatik

Hier geht’s zur Online-Bewerbung um einen Studienplatz

Hildesheim ist seit Jahrzehnten bedeutsam für die Schulentwicklung in Niedersachsen: Mit etwa 2600 Studierenden bildet die Universität Hildesheim rund ein Drittel der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrer aus. Die Universität geht aus der 1946 gegründeten Pädagogischen Hochschule Alfeld hervor.

Die frühe Unterrichtspraxis ist seit über 70 Jahren ein Kernelement der Hildesheimer Lehrerausbildung und bundesweit besonders. Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten erhalten in Praxisphasen Einblicke in die Schulrealität, können die Berufswahl überprüfen und in Seminaren die Unterrichtserfahrungen reflektieren.

Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer studieren in Hildesheim zwei Unterrichtsfächer. In 23 Fächern – von Deutsch, Physik, Biologie und Mathematik über Sport, Theologie, Kunst und Musik bis zu Englisch, Informatik, Psychologie und Politik – bilden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Hildesheim die künftige Lehrergeneration aus. Hinzu kommen Pädagogik, pädagogische Psychologie sowie Politikwissenschaft, Soziologie oder Philosophie.

Besonderen Wert legt die Universität Hildesheim in der Lehrerausbildung auf die Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit Heterogenität und auf schulpraktische Erfahrungen ab dem ersten Studienjahr. Studierende sammeln wertvolle Praxiserfahrungen an Partnerschulen in Hildesheim, Hannover und der Region und verzahnen Theorie und Praxis. Die Studentinnen und Studenten gehen einmal wöchentlich an einem Vormittag in die Schule und lernen Unterrichtsanalysen und Unterrichtsversuche.

Hier finden Sie weitere Informationen
über das Lehramtsfach Mathematik
auf der Website des Instituts für Mathematik und Angewandte Informatik

Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung
der Universität Hildesheim

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Fachbereich 4 Informatik Geographie Biologie & Chemie Mathematik & Angewandte Informatik Physik Technik Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung
news-17365 Tue, 03 Sep 2019 09:16:00 +0200 Sprachlernprojekt für geflüchtete Kinder und Jugendliche https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/sprachlernprojekt-fuer-gefluechtete-kinder-und-jugendliche-1/ Seit vier Jahren qualifiziert ein Team um Annette Lützel Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim für den Sprachunterricht von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. An zwei Standorten in Hildesheim unterstützen die Studierenden täglich geflüchtete Menschen beim Spracherwerb und bei der Integration in Schule, Alltag und Arbeitswelt. Mittlerweile wurden mehr als 400 Studierende qualifiziert. Eine Zwischenbilanz. Im Wintersemester 2015/16 wurde mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur ein Projekt gestartet, dass Studentinnen und Studenten qualifiziert, um geflüchtete Menschen beim Spracherwerb zu unterstützen.

Ein Team der Universität Hildesheim vermittelt Studierenden in theoretischen Modulen die fachlichen Grundlagen, in einer Praxisphase unterrichten sie Schülerinnen und Schüler mit Fluchthintergrund.

Die fachliche Qualifizierung der Studierenden erfolgt in unterschiedlichen Themenbereichen wie zum Beispiel Diversität, Zweitspracherwerb, aufenthalts- und sozialrechtliche Regelungen für Geflüchtete, Hintergrundinformationen zu Fluchtursachen und Herkunftsländern sowie Umgang mit durch Flucht und Verfolgung traumatisierter Menschen. Des Weiteren gibt es Vertiefungsveranstaltungen zum Unterricht im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“, zur Unterrichtsvorbereitung und zum Thema Alphabetisierung. Nach dem Besuch der Einführungsveranstaltung beginnen die Studierenden mit der Unterrichtsassistenz an den Schulen.

400 Studentinnen und Studenten haben im Sprachlernprojekt seit 2015 geflüchtete Kinder und Jugendliche beim Spracherwerb unterstützt

Das Sprachlernprojekt fand zunächst in der Erstaufnahmestelle für Geflüchtete in Hildesheim statt. Im November 2016 wurde die Erstaufnahmestelle geschlossen, viele Geflüchtete haben nun einen dauerhaften Aufenthalt und benötigen Unterstützung bei der Integration in Schule und Arbeitsmarkt.

Insbesondere die Schulen stehen hier vor einer großen Herausforderung. Das Projekt wird deshalb seit Sommer 2016 an zwei Hildesheimer Schulen, der Grundschule Nord und der Walter-Gropius-Berufsschule, fortgesetzt.  Beide Schulen haben einen großen Bedarf an Sprachförderung, das Sprachlernprojekt bietet hier täglich im Anschluss an den Regelunterricht ein ergänzender Sprachunterricht an. Hier wird – anders als im Regelunterricht – sehr intensiv in kleinen Gruppen gearbeitet. Täglich unterrichten 20 Studierende an den beiden Standorten.

Sprachunterricht an Grundschule und Berufsschule

Das Projekt hat sich seit dem Start sehr gut entwickelt, so die Projektkoordinatorin Annette Lützel. Beide Seiten – geflüchtete Schülerinnen und Schüler als auch Studierende – profitieren sehr von dieser Arbeit. Zuerst hatte sich das Projekt nur an Lehramtsstudierende gerichtet, die im Rahmen ihres Sozialpraktikums teilnehmen. Mittlerweile ist das Projekt auch für Studierende anderer Fachrichtungen, wie zum Beispiel Sozial- und Organisationspädagogik und Erziehungswissenschaften, offen. Viele Studierende treffen im späteren Berufsalltag auf Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund, im Sprachlernprojekt erwerben sie wichtige Kompetenzen für diese Arbeit.

Die Schulen werden durch das Projekt sehr gut in ihrer Arbeit unterstützt, deshalb erhält das Projekt auch eine Förderung durch die Stadt und den Landkreis Hildesheim sowie die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung. Mit einer Unterstützung des Europäischen Sozialfonds hat das Uni-Team seit Januar 2019 das Sprachlernprojekt zusätzlich um eine intensive Unterstützung der Schülerinnen und Schüler im Übergang von der Schule in den Beruf erweitert.

Sommerfest

Am Donnerstag, 5. September 2019, ab 14:00 Uhr lädt das Team des Sprachlernprojekts im Neubau am Hauptcampus zum Sommerfest ein. Wer teilnehmen möchte, wird gebeten sich vorher bitte per E-Mail anzumelden (roeben@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Allg. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Deutsche Sprache Fachbereich 3 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Studierendenportal Flüchtlinge
news-17411 Fri, 23 Aug 2019 08:00:00 +0200 HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG berichtet über Lehrerausbildung: Studienplätze für das Lehramt an Haupt- und Realschulen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/hannoversche-1/ HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG berichtet über Lehrerausbildung: An der Universität in Hildesheim wird rund ein Drittel der Grund-, Haupt- und Realschullehrer in Niedersachsen ausgebildet. Es gibt in Hildesheim insgesamt 2600 Lehramtsstudienplätze. Hildesheim ist seit Jahrzehnten bedeutsam für die Schulentwicklung in Niedersachsen. „An der Universität in Hildesheim wird rund ein Drittel der Grund-, Haupt- und Realschullehrer in Niedersachsen ausgebildet. Es gibt dort insgesamt 2600 Lehramtsstudienplätze“, berichtet die HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG. Studieninteressierte können sich noch für freie Studienplätze für angehende Haupt- und Realschullehrer bewerben, zum Beispiel in der Fächerkombination Mathematik mit Biologie, Chemie, Geographie, Physik, Politik, Technik, Wirtschaft oder Informatik.

Hannoversche Allgemeine Zeitung, 23.08.2019, „Die Universität Hildesheim hat noch freie Studienplätze für angehende Haupt- und Realschullehrer“ (print) (Artikel nicht online verfügbar)

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Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung Pressespiegel überregional
news-17317 Mon, 12 Aug 2019 08:11:00 +0200 Sprachförderung in Schulen: Professorin Elke Montanari über das Recht auf Bildung https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/sprachfoerderung-in-schulen-professorin-elke-montanari-ueber-das-recht-auf-bildung/ Zur aktuellen Debatte um Sprachförderung in der Grundschule äußert sich Professorin Elke Montanari. Die Sprachwissenschaftlerin verweist auf das Recht auf Bildung und die Bedeutung qualifizierter Lehrerinnen und Lehrer. „Die Studierenden, denen ich begegne, sind höchst motiviert, allen Kindern die gleichen Chancen für die Teilhabe an Bildung zu ermöglichen“, so Montanari über die Hildesheimer Lehrerausbildung. Lehramtstudentinnen und Lehramtstudenten der Universität Hildesheim befassen sich im Studium mit Diversität, Deutsch als Zweitsprache und Bildungsintegration. Montanari erforscht, wie Kinder und Jugendliche, die ohne oder mit kaum deutschen Sprachkenntnissen in die Schulen kommen, die deutsche Sprache erlernen. Mehr erfahren:
Das Zentrum für Bildungsintegration
an der Uni Hildesheim

Zur aktuellen Debatte um Zweitspracherwerb, Sprachdiagnostik und Sprachförderung äußert sich Professorin Elke Montanari. „Deutschland hat die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen mit verabschiedet. Darin ist in Artikel 28 das Recht auf den Schulbesuch verankert. In Deutschland wird dieses Recht durch die Schulpflicht gesichert“, sagt Montanari.

„Die Studierenden an der Stiftung Unviersität Hildesheim, denen ich begegne, sind höchst motiviert, allen Kindern die gleichen Chancen für die Teilhabe an Bildung zu ermöglichen. Das sehen sie als eine der wichtigsten Aufgaben. Und wenn ein Kind bei der Einschulung etwas noch nicht gut kann – die deutsche Sprache, Zählen, Sport oder was auch immer, dann lernt es dieses Kind eben in der Schule. Dafür bilden wir ja die Lehrkräfte aus, und dafür studieren angehende Lehrkräfte an einer Universität, die Diversität wertschätzt.“ 

Die Sprachwissenschaftlerin forscht und lehrt als Professorin für Deutsch als Zweitsprache an der Universität Hildesheim, wo mit etwa 2600 Lehramtsstudierenden etwa ein Drittel der Grund-, Haupt- und Realschullehrer für Niedersachsen ausgebildet werden. In Hildesheim kann das Lehramtsstudium im Fach Deutsch mit einem Doppelstudium zum Master Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache kombiniert werden. Sie befasst sich zum Beispiel mit der Frage, wie Kinder, die ohne oder mit unterschiedlich umfangreichen deutschen Sprachkenntnissen in die Schulen kommen. Die Wissenschaftlerin bildet Lehrerinnen und Lehrer aus, die im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ qualifiziert sind.

Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache
Studium an der Uni Hildesheim

Kurz erklärt: Masterstudium „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“

Die Universität Hildesheim bildet Experten für die Vermittlung der deutschen Sprache aus. Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ sind stark nachgefragt und arbeiten an Schulen und in Verlagen, unterrichten in Sprachkursen weltweit die deutsche Sprache und Kultur oder arbeiten in internationalen Unternehmen – die Berufswege sind vielfältig. 

Die beruflichen Aussichten seien sehr gut, sagt Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache. „Uns werden die Absolventinnen und Absolventen zum Teil abgeworben, bevor sie ihr Masterverfahren beendet haben, also einige haben schon Arbeitsverträge, während sie noch ihre Masterarbeit schreiben“, sagt die Sprachwissenschaftlerin. Die Wissenschaftlerin der Universität Hildesheim forscht und lehrt zu der Frage, wie Kinder und Erwachsene die deutsche Sprache als zweite Sprache erlernen, etwa in Sprachlernklassen an Gesamtschulen und Grundschulen und in Integrationskursen.

„Unsere Absolventinnen und Absolventen finden zum Beispiel zahlreiche internationale Berufsperspektiven in Goethe-Instituten, deutschen Auslandsschulen und an internationalen Universitäten. Vorbereitend können hierzu bereits im Studium Praktika absolviert werden, die frühzeitig zur beruflichen Vernetzung beitragen“,  sagt Montanari. 

Ein weiteres Berufsfeld sind die Verlage und Bildungsinstitutionen, in denen die Hildesheimer Absolventen Lehrwerke und Lehrmittel weiterentwickeln. Ein weiteres großes Arbeitsfeld ist der Bildungssektor, einige Absolventen sind beim Land Niedersachsen tätig und sehr gefragt als Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Schulen.

Die nächsten Masterstudierenden starten im Oktober 2019 in ihr Studium. Das Masterstudium kann auch im Teilzeitstudium studiert werden, die Universität bietet Lehrveranstaltungen berufsbegleitend am Nachmittag oder in Blockphasen an.

Die Universität Hildesheim arbeitet in dem Studiengang mit internationalen Partnern zusammen und kooperiert zum Beispiel mit der deutschen Abteilung der Ain-Shams-Universität in Kairo in Ägypten.

Zur Person

Prof. Dr. Elke Montanari forscht und lehrt seit 2012 als Professorin für Deutsch als Zweitsprache am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim. Sie ist Mitglied im Vorstand des „Zentrums für Bildungsintegration“.

Die Sprachwissenschaftlerin befasst sich in ihrer Forschung mit der Sprachaneignung in unterschiedlichen Lebensphasen, mit Mehrsprachigkeit und Spracherwerb. Die Wissenschaftlerin untersucht zum Beispiel, wie Mehrsprachigkeit in Schulkonzepten verankert werden kann und wie Kinder und Erwachsene eine zweite Sprache erlernen. Elke Montanari bildet an der Hildesheimer Universität Lehrerinnen und Lehrer im Schwerpunkt „Deutsch als Zweitsprache" aus.

Sie befasst sich zum Beispiel mit der Frage, wie Kinder und Jugendliche, die ohne oder mit kaum deutschen Sprachkenntnissen in die Schulen kommen, die deutsche Sprache erlernen. Die Wissenschaftlerin hat sich im vom Land Niedersachsen geförderten Projekt „Umbrüche gestalten” für die Integration der Sprachenförderung und Sprachenbildung in die Lehrerausbildung in Niedersachsen eingesetzt.

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news-15964 Mon, 14 Jan 2019 08:21:00 +0100 Professor für Empirische Unterrichtsforschung: Christof Wecker https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/professor-fuer-empirische-unterrichtsforschung-antrittsvorlesung-von-christof-wecker/ Professor Christof Wecker untersucht, wie Lehrerinnen und Lehrer guten Unterricht gestalten können. Präsident Wolfgang-Uwe Friedrich sieht in der Berufung von Professor Wecker einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Lehrerbildung: „Wir haben einen exzellenten Wissenschaftler aus Bayern gewinnen können.“ Christof Wecker hat den Ruf aufgrund des hohen Stellenwerts der Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim angenommen. „Beispielsweise sind die praktischen Studienanteile stark ausgeprägt und mit den forschungsbasierten Lehrveranstaltungen verzahnt.“ Prof. Dr. Christof Wecker forscht und lehrt am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim. Er wurde zum Sommersemester 2018 auf die Professur für Empirische Unterrichtsforschung berufen.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unterrichtsmethodische Handlungsformen, fächerübergreifende Kompetenzen und evidenzbasierte Praxis im Bildungsbereich. In seine Arbeit bezieht er den digitalen Wandel mit ein. Beispielsweise befasst er sich mit der Frage, wie digitale Medien im Unterricht lernförderlich eingesetzt werden können.

Christof Wecker bildet Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus. In seinen Vorlesungen und Seminaren lehrt er Unterrichtsmethodik und pädagogische Diagnostik und thematisiert die Arbeitsweisen und Ergebnisse der Lehr-Lern-Forschung und der Unterrichtsforschung. „An meine eigene Lehre stelle ich den Anspruch, dass sie höchst anwendungsrelevant und zugleich forschungsbasiert sein sollte. Ich möchte, dass zukünftige Lehrkräfte daraus Wissen ziehen können, wie sie Unterricht lernwirksam gestalten können, und dass dieses Wissen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Auch eigene Forschungsergebnisse fließen direkt in Lehrveranstaltungen ein“, so Wecker.

Um das Unterrichtsgeschehen zu erforschen, führt der Wissenschaftler Experimente im Unterrichtslabor und in Schulen durch, in denen Unterrichtsmethoden hinsichtlich ihrer Wirkungen auf Lernergebnisse verglichen werden. „Beispielsweise untersuche ich, ob Schülerinnen und Schüler Lerninhalte besser verstehen, wenn sie sich diese angeleitet durch geschickte Fragen ihrer Lehrkraft selbst erschließen“, so Wecker. „Um belastbare Antworten auf derartige Fragen zu erhalten, ist Forschung im Unterricht unabdingbar.“ Die traditionell enge Zusammenarbeit der Universität Hildesheim mit Schulen in Hildesheim und der Region im Bereich der Lehrerbildung will er daher auch im Bereich der Forschung vertiefen.

Christof Wecker hat den Ruf nach Hildesheim aufgrund des hohen Stellenwerts der Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim angenommen. „Beispielsweise sind die praktischen Studienanteile stark ausgeprägt und curricular gut in das Studium integriert, das heißt stark mit den wissenschaftlich orientierten und forschungsbasierten Lehrveranstaltungen verzahnt.“ Die breit vertretenen Fachdidaktiken bieten ihm für seine Forschung ein anregendes Umfeld und vielfältige Kooperationsmöglichkeiten.

Präsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich sieht in der Berufung von Professor Wecker einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Lehrerbildung: „Wir haben einen exzellenten Wissenschaftler aus Bayern gewinnen können, der mit der empirischen Unterrichtsforschung einen zentralen Bestandteil des Lehramtsstudiums abdeckt.“

Christof Wecker ist 41 Jahre alt, geboren in Fürstenfeldbruck, und hat Erziehungswissenschaft, Philosophie und Allgemeine Rhetorik in München, Tübingen und Oxford studiert. Es folgten Promotion und Habilitation an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit der venia legendi für Pädagogik und Pädagogische Psychologie. Vor seinem Wechsel nach Hildesheim hatte er den Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Passau inne. Seit 1. April 2018 ist er Professor für Empirische Unterrichtsforschung an der Universität Hildesheim.

Wer Fragen zu Forschung und Lehre im Bereich der Unterrichtsforschung hat, erreicht Prof. Dr. Christof Wecker unter empirische-unterrichtsforschung@uni-hildesheim.de.

Lesetipp:

Interview: Was passiert im Unterricht?
Der Unterrichtsforscher Christof Wecker erklärt,
welche Rolle Zeit, Störungen, Medien, das Üben
und Sitznachbarn im Unterrichtsverlauf spielen.
Universitätsjournal DIE RELATION, Ausgabe #4, S. 32

Antrittsvorlesung

In seiner öffentlichen Antrittsvorlesung stellt sich der Unterrichtsforscher am Mittwoch, 16. Januar 2019, den Universitätsangehörigen und Bürgern vor und gibt Einblicke in seine Forschung. Die Veranstaltung mit dem Titel „Wozu taugt eine fachunabhängige Unterrichtsforschung?“ beginnt am Mittwoch, 16. Januar 2019, um 18:00 Uhr im Forum am Hauptcampus der Universität Hildesheim.

In seinem Vortrag erläutert Wecker exemplarische Grundformen unterrichtsmethodischen Handelns, deren Beitrag zum Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern und das Zusammenspiel zwischen Fachdidaktiken und empirischer Unterrichtsforschung bei ihrer Erforschung.

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news-15479 Mon, 01 Oct 2018 17:51:00 +0200 Wissenschaftsminister: Hildesheimer Lehrerausbildung ist bedeutsam für Schulentwicklung in Niedersachsen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/wissenschaftsminister-hildesheimer-lehrerausbildung-ist-bedeutsam-fuer-schulentwicklung-in-niedersac/ Minister Björn Thümler sprach mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Studierenden über die Entwicklung der Stiftungsuniversität und das Studium im Lehramt sowie im Bereich „Data Analytics“. Zudem besuchte er das Center for World Music. Der Niedersächsische Wissenschaftsminister unterstrich während seines Antrittsbesuchs an der Universität Hildesheim die Bedeutung der Hildesheimer Lehrerausbildung für Niedersachsen. Der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler informierte sich während seines Antrittsbesuchs in dieser Woche (20. September 2018) an der Universität Hildesheim über die Entwicklung der Hochschule.

Der Minister sprach mit Präsidiumsmitgliedern, mit  Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, auch aus dem akademischen Mittelbau, mit studentischen Vertreterinnen und Vertretern des AStA und des Studierendenparlaments und mit Studierenden über die Entwicklung der Universität Hildesheim, das Studium und die Mitwirkung in hochschulinternen Gremien.

„Minister Thümler erkannte die Notwendigkeit einer Erhöhung unserer Grundfinanzierung an, um unsere Leistungsfähigkeit auch für die Zukunft zu sichern“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Herausforderungen in Lehre, Forschung und akademischer Selbstverwaltung

Als Mitglieder des Senats für die Gruppe der Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Hildesheim berichteten Dr. Torsten Richter und Jonas Ringler dem Minister von den anspruchsvollen Aufgaben ihrer Kolleginnen und Kollegen in Lehre, Forschung und akademischer Selbstverwaltung.

Eine besondere Herausforderung sei es, den eigenen hohen Ansprüchen an eine qualitative Lehre gerecht zu werden und gleichzeitig exzellente Forschung zu betreiben. Auch die zunehmende Heterogenität der Studierenden unter anderem hinsichtlich ihres Alters, ihrer Herkunft, ihrer Vorerfahrungen und ihrer familiären Situation gehe mit zusätzlichen Anforderungen an die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität einher. Die Mittelbauvertreter stellen zum Beispiel einen zunehmenden Beratungsbedarf der Studierenden fest.

Gleichzeitig arbeite die Konferenz der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen mit der Hochschulleitung und den zuständigen Stellen in der Hochschulverwaltung daran, diese Herausforderungen zu meistern. Beispielhaft verwiesen die Mittelbauvertreter auf gemeinsam mit der Hochschulleitung initiierte und wiederholt durchgeführte Erhebungen zur Beschäftigungssituation des akademischen Mittelbaus. Senat, Präsidium und Stiftungsrat haben zudem die Leitlinien „Wissenschaft als Beruf attraktiv machen – Gute und faire Beschäftigungsbedingungen für den akademischen Mittelbau“ beschlossen.

Vom Minister danach gefragt zeigten die Vertreter auf, auf welche Weise die Politik die Arbeit von Lehrenden und Forschenden unterstützen könne: Durch eine dauerhafte Erhöhung der Grundfinanzierung könnte das Lehrdeputat vieler wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von in der Regel zehn Semesterwochenstunden gesenkt werden. Dies trage dazu bei, die wissenschaftliche Forschung zu intensivieren – bei gleichbleibender Qualität der Lehre sowie von Beratung und Service.

Die vom akademischen Mittelbau angesprochenen Herausforderungen decken sich auch mit den Schilderungen der Studierenden. Der Präsident wird das Gespräch mit den Studierenden fortsetzen und dabei die von den Studierenden eingebrachten Themen im Studienalltag besonders in den Blick nehmen. Das Präsidium hat die beim Antrittsbesuch des Ministers anwesenden Studierenden zu einem Gespräch eingeladen.

Hildesheimer Lehrerausbildung bedeutsam für Schulentwicklung in Niedersachsen

Der Minister informierte sich über die Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim. „Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Schulen im Land ausreichend mit hervorragend qualifizierten Lehrkräften zu versorgen und möglichst viele junge Menschen für ein Lehramtsstudium zu begeistern“, betonte Thümler. „Die Universität Hildesheim hat zum Wintersemester 2014/15 als eine von insgesamt sieben niedersächsischen Hochschulen das innovative Konzept zur Lehrerausbildung an Grundschulen sowie an Haupt- und Realschulen (GHR 300) eingeführt. Mit dem neuen Konzept können die Studierenden erheblich besser auf die Anforderungen des Vorbereitungsdienstes und des Berufslebens vorbereitet werden. Umso mehr freue ich mich, dass wir die bisherigen Programmittel für GHR 300 ab diesem Jahr verstetigen konnten und die Universitäten die Studiegänge dauerhaft qualitätsgesichert anbieten können.“

Die Universität Hildesheim bildet Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus. Etwa 2500 Studierende sind derzeit im Lehramt eingeschrieben. Die frühe Unterrichtspraxis ist ein Kernelement der Hildesheimer Lehrerausbildung.

Zentrum für Digitalen Wandel entsteht in Hildesheim

Der Minister informierte sich über die Schwerpunkte in Forschung und Lehre. Die Universität Hildesheim hat sich darauf verständigt, die Digitalisierung als eines von vier Leitthemen – neben Bildung, Kultur und Diversität – in ihre Entwicklungsplanung aufzunehmen, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Zu den ersten Maßnahmen zählt die Gründung des „Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“. Der Gründungsvorstand besteht aus dem Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt, dem Computerlinguisten Professor Ulrich Heid und der Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich mit der Grundstruktur, der Komplexität sowie den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive. Im Zentrum versammeln sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachdisziplinen – von Computerlinguistik über Politikwissenschaft und Unterrichtsforschung bis Softwareentwicklung und maschinellem Lernen.

Studium im Bereich „Data Analytics“: 1900 Bewerbungen aus der ganzen Welt

Gemeinsam mit den Studierenden Eya Boumaiza (Tunesien), Mofassir Ul Islam Arif (Pakistan) und Torben Windler (Deutschland) stellte Informatikprofessor Lars Schmidt-Thieme das englischsprachige Masterprogramm „Data Analytics“ vor. Die Universität Hildesheim verzeichnet eine überwältigende Nachfrage mit etwa 1900 Bewerbungen aus der ganzen Welt für dieses Programm. In dem Masterprogramm sind etwa 120 Studentinnen und Studenten aus mehr als 25 Ländern eingeschrieben: Die erste Generation der Studentinnen und Studenten kommt unter anderem aus Afghanistan, Ägypten, Brasilien, China, Deutschland, Indien, Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Simbabwe und den USA.

„Wir haben ein weltweites Einzugsgebiet, die Nachfrage ist gigantisch, sowohl seitens der Unternehmen als auch der internationalen Studierenden“, so Professor Schmidt-Thieme. Die ersten Absolventinnen und Absolventen beenden im Herbst erfolgreich ihr Studium und arbeiten mit regionalen Unternehmen zusammen.

Professor Lars Schmidt-Thieme und die Studierenden zeigten eindrucksvoll die Leistungen im Bereich Data Analytics in Forschung und Lehre. Dennoch wird „Data Analytics“ im Wissenschaftsministerium formal als eine Studienvariante des Masterstudiengangs „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ geführt und nicht als eigenständiger Masterstudiengang. Ein Umstand, der sich gerade mit Blick auf die hohe internationale Reputation der Hildesheimer Data Science schnellstmöglich ändern sollte, so Schmidt-Thieme.

Denn das Interesse der internationalen wissenschaftlichen Community sowie der Wirtschaft an der Hildesheimer Data Science ist hoch und wächst beständig an: Professor Schmidt-Thieme und die Studierenden berichteten von zahlreichen Kooperationen und Projekten mit Hochschulen und Unternehmen, regional sowie weltweit. Entsprechend soll der Bereich „Data Science“ in Hildesheim weiter ausgebaut werden. Professor Schmidt-Thieme zeigte dem Wissenschaftsminister auf, wie mit einer weiteren Professur in diesem Bereich auch ein englischsprachiges Bachelorprogramm angeboten werden könnte.

„Die Digitalisierung ist das Thema unserer Zeit – hierfür relevante Studienangebote sind vor diesem Hintergrund von großer Bedeutung. Mit ihrem englischsprachigen Angebot leistet die Universität Hildesheim zudem einen wichtigen Beitrag zur Interntionalisierung“, sagt Minister Thümler über die Arbeit der Hildesheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Erhalt von Kulturerbe: „Musiktraditionen bewahren und zugänglich machen"

Der Wissenschaftsminister informierte sich in Hildesheim über die Arbeit des Center for World Music. „Als einziges musikethnologisches Forschungszentrum Deutschlands, das an eine Universität angegliedert ist, leistet das Center for World Music einen wichtigen Beitrag für Integration und Bildung. Gleichzeitig fördert es die kulturelle und musikalische Vielfalt in der Region. Durch die Sammlung einzigartiger Tondokumente, Musikinstrumente und Schriften werden Musiktraditionen bewahrt und zugänglich gemacht. Mit diesem Aufgabenspektrum verfügt das Center über ein einzigartiges Profil in Europa", sagte Wissenschaftsminister Björn Thümler.

Das Hildesheimer Forschungsinstitut bewahrt bedeutende Spuren und Vermächtnisse weltweiten Musikschaffens, setzt sich in der Forschung für den Erhalt der Vielfalt musikalischer Äußerungen ein und macht seine Sammlungen zugänglich.

„Die Sammlungen gehören der Allgemeinheit. Es ist nicht richtig, wenn Universitätssammlungen im Keller liegen. Wir begreifen den Transfer in die Gesellschaft als Kernaufgabe des Center for World Music. Wir wollen mit unserer Arbeit in die Gesellschaft hineinwirken und Begegnungen, Respekt und Anerkennung durch Musik fördern“, sagt der Musikethnologe Professor Raimund Vogels.

Die Hildesheimer Sammlung mit über 6.000 Musikinstrumenten und etwa 50.000 Tonträgern gehört zu einer der größten Sammlungen dieser Art in Europa. In einem lokalen Verbund führen das Center for World Music und das Roemer- und Pelizaeus-Museum derzeit ethnologische und musikethnologische Sammlungsbestände zusammen. Das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt „Wissensspeicher Musik“ leistet einen Beitrag zum Erhalt des immateriellen Kulturerbes. Das Center for World Music sichert und digitalisiert mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und Partnern vor Ort Musikarchive im Ausland, etwa in Iran, Ägypten und Nigeria – auch diese Tonaufnahmen machen die Wissenschaftler zugänglich.

Seit 2011 bildet die Universität Hildesheim in einem Masterstudiengang Berufstätige fort, die die musikalische Vielfalt in Kitas, Schulen, Stadtteilen und Jugendzentren aufgreifen und mit den Sammlungen arbeiten. Sijia Li, eine der Masterstudentinnen, holte eines der Instrumente aus den Vitrinen und spielte auf der Guzheng. Sie ist auch als Dozentin tätig und unterrichtet Studierende im Spiel auf dem traditionellen chinesischen Instrument.

Professor Raimund Vogels und Dr. Michael Fuhr erläuterten dem Minister die internationale Bedeutung des Center for World Music. Sie stellten zum Beispiel die Arbeit der Graduiertenschule vor, die bis 2020 vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Rahmen einer Fördermaßnahme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gefördert wird. 18 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Nigeria und Ghana befassen sich seit einem Jahr mit der Frage, welche Rolle Musik, Theater oder Literatur beim Wiederaufbau von Gemeinschaften nach Konflikten spielen.

Sabour Moradi überreichte dem Minister abschließend das Saiteninstrument Setar, das der 51-jährige Instrumentenbauer in der Werkstatt im Forschungsinstitut der Universität Hildesheim gebaut hat. Moradi wird im Sonderprogramm „Artist in Residence“ vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert, er arbeitet mit dem Roemer- und Pelizaeus Museum und dem Center for World Music zusammen.

Bauprojekte: Mensa-Neubau der Universität Hildesheim im Stadtteil Marienburger Höhe

Der Minister informierte sich außerdem über die Bauprojekte der Universität Hildesheim. Am Hauptcampus entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität.

Seit Mai 2018 laufen die Tiefbauarbeiten. Dann kommt der Rohbau, der Baubeginn ist für Oktober 2018 geplant. Das erste Essen soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

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news-13151 Tue, 28 Aug 2018 10:27:05 +0200 Stellenangebot: Studentische Hilfskraft (40 h/Monat) https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/stellenangeb-2/ An der Stiftung Universität Hildesheim ist am Institut für Erziehungswissenschaft in der Abteilung Angewandte Erziehungswissenschaft zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Stelle als studentische Hilfskraft (40 h/Monat) zu besetzen. Diese Stelle eignet sich besonders für Studierende, die mit dieser Tätigkeit neben ihrem Studium ihre weit reichenden Kompetenzen im IT-Bereich in der Abteilung Angewandte Erziehungswissenschaft einbringen möchten. Nähere Informationen erhalten Sie hier.

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Ang. Erziehungswissenschaft Interne Stellenangebote f. Studierende
news-7720 Fri, 01 Dec 2017 14:18:00 +0100 Vielfalt im Lehrerzimmer: Orientierungstage an der Uni Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/vielfalt-im-lehrerzimmer-orientierungstage-an-der-uni-hildesheim/ Die Universität Hildesheim gibt Jugendlichen während der „Orientierungstage" Einblicke in den Lehrerberuf. Eine Bewerbung ist ab sofort möglich. Ein Ziel ist, Jugendliche für den Lehrerberuf zu interessieren. Die Orientierungstage finden an der Uni am 18. und 19. Januar 2018 statt. Jugendliche können sich ab sofort bewerben Orientierungstage an der Uni Hildesheim: Jetzt anmelden!

Ist der Lehrerberuf für mich passend? Die Universität Hildesheim will Jugendlichen bei der Entscheidung helfen – mit Orientierungstagen. Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in den Lehrerberuf und sollen für das Thema „Vielfalt an Schulen" sensibilisiert werden. Jugendliche können sich für die Orientierungstage „Vielfalt im Klassenzimmer = Vielfalt im Lehrerzimmer" noch bis zum 15. Dezember 2017 bewerben.

An der Universität Hildesheim und an Schulen finden die Orientierungstage am Donnerstag, 18. Januar 2018, und Freitag, 19. Januar 2018, statt. Der zweitägige Kompaktkurs gibt Einblicke in das Lehramtsstudium und zeigt die Chancen des Lehrerberufs. Die Jugendlichen diskutieren mit Professorinnen und Professoren, Lehramtsstudierenden und Lehrerinnen und Lehrern mit Migrationshintergrund über den Lehrerberuf. Bei einer Hospitation in einer Schule werden die Jugendlichen Schule dann einmal aus einer anderen Perspektive kennenlernen. Insgesamt können 20 Jugendliche teilnehmen. Das Angebot richtet sich an Jugendliche aus ganz Niedersachsen; insbesondere aus der Region Hildesheim, da auch an der Universität Hannover und an der Universität Götttingen Orientierungstage stattfinden.

„Dieses Projekt bietet Jugendlichen die Chance, bereits frühzeitig einen Blick ins Studium zu werfen und zeitgleich Fragen zu klären, die entscheidend dafür sein können, ein Studium aufzunehmen: Was erwartet mich genau, wenn ich Lehramt studiere? Was kostet ein Studium? Was genau bedeutet Vielfalt im Studium und im Beruf? Bin ich darauf vorbereitet?“, sagt Dörthe Buchhester vom Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Universität Hildesheim. „Ein Ziel ist, Schülerinnen und Schüler für den Lehrerberuf zu begeistern, damit sich die Vielfalt unserer zunehmend pluralistischen Gesellschaft nicht nur im Klassenzimmer, sondern zukünftig auch im Lehrerzimmer zeigt. Während der Orientierungstage können die Schülerinnen und Schüler reflektieren, ob dieser Beruf zu ihnen passt“, sagt Dörthe Buchhester.

Das Angebot richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe eines Gymnasiums, einer Gesamtschule oder einer berufsbildende Schule (Klasse 10 bis 13). Die Universität ermutigt insbesondere Jugendliche mit ihren unterschiedlichen sozialen, sprachlichen und kulturellen Biografien, sich zu bewerben. Jugendliche, die derzeit die 11., 12. oder 13. Klasse besuchen und Interesse haben, können sich ab sofort für die Orientierungstage in Hildesheim anmelden. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Dezember 2017. Die Teilnahme ist kostenlos. Hier geht's zur Bewerbung: www.uni-hildesheim.de/vielfalt

Die Orientierungstage werden gefördert von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung. An der Universität Hildesheim richtet das Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung die Infotage in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Angewandte Erziehungswissenschaft, dem Zentrum für Bildungsintegration, der Zentralen Studienberatung, dem Gleichstellungsbüro sowie dem Friend- und Fundraising aus.

Schritt für Schritt erklärt: Melden Sie sich ab sofort für die Orientierungstage an!

1. Schritt: Download des Bewerbungsbogens auf der Internetseite der Orientierungstage

2. Schritt: Ausfüllen des Bewerbungsbogens

3. Schritt: Versand des Bewerbungsbogens bis zum 15. Dezember 2017 an die E-Mail-Adresse vielfalt.hi[at]uni-hildesheim.de oder auf dem Postweg an:

Stiftung Universität Hildesheim
Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
Frau Dr. Dörthe Buchhester
Universitätsplatz 1
31141 Hildesheim

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121 883 90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration
news-13692 Sun, 13 Aug 2017 10:19:00 +0200 Weiterbildung: Inklusive Pädagogik in Hildesheim studieren https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/weiterbildung-inklusive-paedagogik-in-hildesheim-studieren/ Die Universität Hildesheim bildet Experten für inklusive Pädagogik aus. Bewerbungen um einen Studienplatz sind bis Ende August 2017 möglich. Das Studium beginnt im Oktober. Die Nachfrage nach umfassender Fort- und Weiterbildung zum Thema „inklusive Pädagogik“ sei hoch und das in verschiedenen Berufsgruppen, so die Erziehungswissenschaftlerin Cindy Bergt. Die Universität Hildesheim bildet Experten für inklusive Pädagogik aus. Eine Bewerbung um einen Studienplatz im Weiterbildungsstudiengang „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“ ist bis Ende August 2017 möglich. Das Studium beginnt im Oktober 2017.

Der Weiterbildungsstudiengang wurde zum Wintersemester 2010/2011 von der Universität Hildesheim in Kooperation mit einer Schweizer Hochschule entwickelt. Die Universität reagiert damit auf die 2009 in Deutschland ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention, ein inklusives Bildungssystem umzusetzen, das keinen Menschen ausschließt, sondern Teilhabe ermöglicht.

Die Universität vermittelt in dem Studiengang Grundlagenwissen zu den Themenfeldern „Grundlagen einer Pädagogik der Vielfalt“ und „Kommunikation, Kooperation, Coaching“, außerdem geht es um den Wandel zur inklusiven Organisation. Alle Veranstaltungen des Studiengangs können im Rahmen einer individuellen Weiterbildung auch einzeln studiert werden.

Über einen Zeitraum von zwei Jahren kommen berufstätige Studentinnen und Studenten jeden Monat in Hildesheim zusammen. Manche sind 25, andere bereits 55 Jahre. Die Nachfrage nach umfassender Fort- und Weiterbildung zum Thema „inklusive Pädagogik“ sei hoch und das in verschiedenen Berufsgruppen, so die Erziehungswissenschaftlerin Cindy Bergt. Die Universität Hildesheim bildet inzwischen neben Lehrerinnen und Lehrern auch Fachleute aus Kindertagesstätten, Hochschulen und Volkshochschulen fort. „Der Austausch in den heterogenen Lerngruppen wird als sehr gewinnbringend erfahren“, so die Studiengangskoordinatorin.

Nun wurde der Hildesheimer Studiengang „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“ durch die Akkreditierungsagentur AQAS für eine Dauer von sieben Jahren bis zum 30. September 2023 erfolgreich reakkreditiert, so Bergt. Die Akkreditierung von Studiengängen ist ein Verfahren zur Sicherung der Qualität von Studienprogrammen. Absolventinnen und Absolventen haben im Gespräch mit der Gutachterkommission die Bedeutung des Studiengangs für die persönliche Weiterentwicklung besonders hervorgehoben.

Zum Wintersemester 2017/18 startet der 7. Jahrgang. Bewerbungen um einen Studienplatz sind noch bis Ende August 2017 möglich. Wer sich für das Studium interessiert oder Fragen hat, kann sich bei der Studiengangskoordinatorin Cindy Bergt melden unter 05121.883-92300.

Studiengang „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“

Weiterbildung: Universität bildet „Schulische Teilhabe-Assistentinnen und Assistenten“ fort

Das Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim arbeitet mit einer Grundschule in Salzgitter zusammen, um Schulische Teilhabe-Assistentinnen und Assistenten fortzubilden. Während der einjährigen Fortbildung lernen die Teilnehmer etwa, wie sie Lernprozesse begleiten und wie sie mit Lehrkräften und weiteren Fachleuten im Schulalltag zusammenarbeiten können. Die Weiterbildung beinhaltet mehrere Praxisphasen an der Grundschule, um Theorie und Praxis zu kombinieren. Im Mittelpunkt steht dabei die Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams. Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerinnen untersuchen, wie die Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen gelingt.

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
news-12870 Wed, 15 Feb 2017 10:41:00 +0100 Einwanderungsgesellschaft: Miteinander in Vielfalt https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/einwanderungsgesellschaft-miteinander-in-vielfalt/ Unter dem Motto „Miteinander in Vielfalt“ fassen unter anderem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Gedanken zur Einwanderungsgesellschaft zusammen. Zur 38-köpfigen Expertenkommission gehört Professorin Viola Georgi von der Universität Hildesheim. In dieser Woche wurde in Berlin das „Leitbild für die Einwanderungsgesellschaft" vorgestellt. „Wir brauchen dieses Leitbild, weil unsere Einstellung zur Einwanderung das Selbstverständnis von Staat und Gesellschaft berührt. Unser Umgang mit Vielfalt und gerechte Teilhabemöglichkeiten sind Gradmesser für unsere Demokratie, den sozialen Frieden und Sicherheit“, sagt Staatsministerin Aydan Özoğuz, Vorsitzende der 38-köpfigen Kommission, die das Leitbild im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung erarbeitet hat. Die Stiftung lud Expertinnen und Experten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, unter anderem aus der Wissenschaft, ein, an der Erarbeitung eines Leitbilds mitzuwirken. Die Kommission nahm im Juni 2016 unter dem Vorsitz von der Staatsministerin ihre Arbeit auf.

Grundpfeiler der Einwanderungsgesellschaft bilden für die Autorinnen und Autoren das Grundgesetz, die Achtung der Menschenrechte, die Einbettung Deutschlands in die Europäische Union und der Respekt vor der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. „Gemeinsamkeiten können nicht allein staatlich verordnet werden“, sie „entstehen im Zusammenleben“. „Rassismus und Diskriminierung stellen eine Verletzung der Grund- und Menschenrechte dar und haben daher keinen Platz in der deutschen Gesellschaft. Der Schutz vor Diskriminierung muss ein Grundpfeiler des Zusammenlebens sein, weil er Zugehörigkeit und Teilhabe ermöglicht“, schreiben die Autorinnen und Autoren.

„Ein Leitbild für die Einwanderungsgesellschaft war längst überfällig. Es eröffnet die Chance einer breiten Debatte über unser Selbstverständnis im Zeichen gesellschaftlichen Wandels, der nicht nur aber auch durch Migration in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geprägt ist“, sagt Professorin Viola Georgi von der Universität Hildesheim. Sie befasst sich in der Forschung mit der Frage, wie eine Geselllschaft organisiert ist, die niemanden ausschließt und Vielfalt als Normalität anerkennt.

Die Erziehungswissenschaftlerin leitet in Hildesheim das „Zentrums für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“. 2017 wurde die Expertin für Fragen der Bildung in der Einwanderungsgesellschaft in den Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration berufen. Professorin Georgi befasst sich in der Forschung unter anderem mit Heterogenität in der Schule, Bildungsmedien, historisch-politischer Bildung in der Migrationsgesellschaft und Demokratiepädagogik.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Zentrum für Bildungsintegration
news-12839 Wed, 04 Jan 2017 15:55:00 +0100 Informatik an Schulen: Niedersachsen sucht IT-Lehrerinnen und Lehrer https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/informatik-an-schulen-niedersachsen-sucht-it-lehrerinnen-und-lehrer/ Jetzt bewerben: Die Universität Hildesheim sucht die Informatik-Lehrerinnen und Lehrer von morgen. „Was wir in Deutschland brauchen ist eine große Anzahl von Lehrern, die ihren Schülern zeigen, was hinter Computern steckt und wie wir mit der Welt der Informationen umgehen", sagt der Informatiker Klaus-Jürgen Förster. Damit Informatik an Schulen aufblüht, bildet die Hildesheimer Uni seit Herbst 2016 Lehrerinnen und Lehrer für das Fach Informatik an Haupt- und Realschulen aus. Informatik an Schulen: jetzt bewerben

Seit Herbst 2016 können Lehramtsstudierende an der Universität Hildesheim erstmals das Lehramtsfach Informatik wählen. Studieninteressierte können sich noch bis zum 15. Januar 2017 um einen Studienplatz im Bereich Lehramt an Haupt- und Realschulen mit der Fächerkombination Mathematik und Informatik bewerben, das Studium an der Uni Hildesheim beginnt im April 2017. Bisher haben in Niedersachsen nur die Universitäten in Göttingen, Oldenburg und Osnabrück Informatiklehrer für den Unterricht an Gymnasien ausgebildet. Eine Ausbildung zur Informatiklehrerin oder zum Informatiklehrer für Haupt- und Realschulen war in Niedersachsen im Gegensatz zu verschiedenen anderen Bundesländern wie Bayern oder Nordrhein-Westfalen bisher nicht möglich.

„Gehören Sie zur ersten Generation der Lehrerinnen und Lehrer, die das Fach in Niedersachsen aufbauen. Das ist eine große berufliche Chance und eine spannende, lebenslange Aufgabe. Kein Beruf ist heute mehr vorstellbar ohne grundlegende und anwendungsorientierte Kenntnisse der Informatik“, sagt der Hildesheimer Informatikprofessor Klaus-Jürgen Förster. In der Schule können zentrale Grundlagen vermittelt werden – wie werden Informationen als Daten repräsentiert und verarbeitet, wie steuern Algorithmen Prozesse? Welche Programmierbefehle braucht ein Roboter, um sich im Raum zu bewegen? Wie funktionieren Programmiersprachen? Wie geht man verantwortungsvoll mit Daten um? Welche Auswirkungen haben Informations- und Kommunikationssysteme auf den Alltag und die Gesellschaft?

Im Studium in Hildesheim geht es um weit mehr als ein bisschen Word und die Gestaltung von Power-Point-Präsentationen. Neben Programmieren und Datenbanken gehören auch Algorithmen und Datenstrukturen, Medieninformatik und Systemadministration zum Studium. Außerdem wählen die Studentinnen und Studenten fachwissenschaftliche Vertiefungen wie Maschinelles Lernen, Robotik, Softwareentwicklung oder Wirtschaftsinformatik. Sie kombinieren die Theorie mit der Praxis und sind schon im ersten Studienjahr an Partnerschulen. Weitere fachdidaktische Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums.

Informatik ist als eigenständiges Unterrichtsfach an Haupt-, Real- und Oberschulen vorgesehen. Derzeit fehlen allerdings die Lehrerinnen und Lehrer, sagt Professor Klaus-Jürgen Förster. Die Universität Hildesheim möchte dazu beitragen, die nächste Generation der IT-Lehrer auszubilden. Wer sich für ein Informatik-Studium entscheidet, sollte Interesse und Freude am Einsatz moderner Informationstechnologien in allen Lebensbereichen haben, so Förster. „Was wir in Deutschland brauchen ist eine große Anzahl von Lehrern, die ihren Schülerinnen und Schülern zeigen, was hinter Computern steckt und wie wir mit der Welt der Informationen umgehen. Sie sollten Wissen um Chancen und Gefahren aufbauen."

Informatik an Schulen: Kontakt für Studieninteressierte

Wer sich für das Lehramtsfach Informatik an Haupt- und Realschulen (das umfasst auch Oberschulen und Gesamtschulen) interessiert, kann sich ab sofort bei Prof. Dr. Klaus-Jürgen Förster melden (E-Mail foerster[at]cs.uni-hildesheim.de). Studierende wählen neben dem Fach Informatik ein zweites Fach. Studierende aus höheren Semestern begleiten die Studienanfänger beim Studieneinstieg. Bewerbungen sind zum Sommersemester 2017 möglich, die Bewerbungsfrist endet am 15. Januar 2017 [jetzt bewerben]. Studienbeginn ist im April 2017. Mehr Infos zur Bewerbung findet man online.

„Informatik ist längst in unseren Alltag eingezogen“

Professor Klaus Schmid lehrt Informatik an der Universität Hildesheim und forscht im Bereich Softwareentwicklung. Zur Bedeutung von Informatik an Schulen sagt Schmid:

„Die Entwicklung, Informatik als Fach an Schulen zu unterrichten, ist überfällig. Informatik ist längst in unseren Alltag eingezogen, hat Bedeutung für das tägliche Leben. Schule sollte Kinder und Jugendliche darauf vorbereiten, wie die Welt funktioniert, damit sie diese verstehen. Informatik als Schulfach zu unterrichten, bedeutet auch, sich sowohl mit dem Allmachtsglauben als auch mit der digitalen Panik auseinanderzusetzen, die wir vorfinden. Wir sollten dieser Panik mit Wissen begegnen. Informatik ist ein wichtiges Grundwissen über die Welt, genauso sollten Kinder auch erfahren, wie physikalische Prozesse ablaufen (im Fach Physik), wie eine Sprache aufgebaut ist (im Fach Deutsch) oder wie Klänge entstehen (im Fach Musik).“

Kurz erklärt: Lehrerausbildung in Hildesheim

Mittwochs im Hörsaal – und freitags im Klassenzimmer: Lehramtsstudierende der Universität Hildesheim sind im ersten Studienjahr einmal in der Woche in der Schule, das ist bundesweit besonders. Sie erhalten früh Einblicke in die Schulrealität, können die Berufswahl überprüfen und reflektieren. Im zweiten Semester halten sie eine erste Unterrichtsstunde. Etwa 500 Lehramtsstudierende starten jeden Herbst in ihr erstes Studienjahr.

Mit etwa 2600 Studierenden bildet die Universität Hildesheim rund ein Drittel der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrer aus. Schwerpunkte in der Lehrerausbildung liegen in den Bereichen Deutsch als Zweitsprache, Individuelle Förderung und Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer. Die Universität arbeitet in weiteren Praxisphasen im Verlauf des Studiums mit 250 Partnerschulen in Hannover, Hildesheim und der Region zusammen

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Fachbereich 4 Informatik Maschinelles Lernen Mathematik & Angewandte Informatik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Studierendenportal
news-12788 Fri, 09 Dec 2016 18:25:00 +0100 Vielfalt im Lehrerzimmer: Orientierungstage für Jugendliche https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/vielfalt-im-lehrerzimmer-orientierungstage-fuer-jugendliche/ Die Universität Hildesheim gibt Jugendlichen während der „Orientierungstage" Einblicke in den Lehrerberuf. Eine Bewerbung ist noch bis 19. Dezember 2016 möglich. Ein Ziel ist, Jugendliche für den Lehrerberuf zu interessieren. Im Studium können sie zum Beispiel Fächer wie Mathematik und Kunst, Informatik und Deutsch oder Englisch und Sport kombinieren. Jetzt bewerben für die Orientierungstage

Lehrer werden oder nicht? Die Universität Hildesheim will Jugendlichen bei der Entscheidung helfen – mit Orientierungstagen. Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in den Lehrerberuf und sollen für das Thema „Vielfalt an Schulen" sensibilisiert werden. Jugendliche können sich für die Orientierungstage „Vielfalt im Klassenzimmer = Vielfalt im Lehrerzimmer" noch bis zum 19. Dezember 2016 bewerben.

An der Universität Hildesheim und an Schulen finden die Orientierungstage am Donnerstag, 12. Januar 2017, und am Freitag, 13. Januar 2017, statt. Der zweitägige Kompaktkurs gibt Einblicke in das Lehramtsstudium und zeigt die Chancen des Lehrerberufs. Die Jugendlichen diskutieren mit Professorinnen und Professoren, Lehrkräften und Lehramtsstudierenden. Bei einer Hospitation in einer Schule werden die Jugendlichen Schule dann einmal aus einer anderen Perspektive kennenlernen. Insgesamt können 20 Jugendliche teilnehmen. „Dieses Projekt bietet Jugendlichen die Chance, bereits frühzeitig einen Blick ins Studium zu werfen und zeitgleich Fragen zu klären, die entscheidend dafür sein können, ein Studium aufzunehmen: Was erwartet mich genau, wenn ich Lehramt studiere? Was kostet ein Studium? Was genau bedeutet Vielfalt im Studium und im Beruf? Bin ich darauf vorbereitet?“, sagt Dörthe Buchhester vom Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Universität Hildesheim.

Jugendliche, die derzeit die 10., 11., 12. oder 13. Klasse besuchen und Interesse haben, können sich ab sofort für die Orientierungstage in Hildesheim anmelden. Die Bewerbungsfrist endet am 19. Dezember 2016. Die Teilnahme ist kostenlos, hier geht's zur Bewerbung. Die Initiative des Kultusministeriums startet an mehreren Standorten in Niedersachsen – neben Hildesheim auch in Göttingen, Hannover, Oldenburg und Osnabrück. Die Lotto-Sport-Stiftung fördert die regionalen Orientierungstage. An der Universität Hildesheim richtet das Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung die Tage in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Bildungsintegration aus.

Aus der Forschung: Vielfalt im Schulalltag

Lehrerinnen und Lehrer spielen eine Schlüsselrolle für „gelingende Bildungsintegration, denn sie können ganz maßgeblich zum Wohlbefinden und zum Bildungserfolg ihrer Schüler beitragen", sagt Professorin Viola Georgi vom Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim. Die Erziehungswissenschaftlerin untersucht, welche Erwartungen an Lehrkräfte mit einer Migrationsbiographie gerichtet werden und welche Erfahrungen sie im Schulalltag machen. Nur knapp fünf Prozent der Lehrerinnen und Lehrer haben selbst einen Migrationshintergrund. Vielfalt im Klassenzimmer sei eine Aufgabe für das gesamte Kollegium.

Nachgefragt: Eine Schülerin berichtet von den Orientierungstagen

„Ich möchte mich über den Beruf Lehrerin erkundigen – ich bin mir noch nicht sicher, was ich werden möchte. Das ist hier eine gute Chance, mehr Erfahrungen zu sammeln, was ich noch für ein Studium mitbringen muss, das möchte ich in Erfahrung bringen“, sagt Pinar*. Die 17-jährige Schülerin hat in diesem Jahr an den Hildesheimer Orientierungstagen teilgenommen. „Hier an der Universität kann man mehr Fragen stellen“, sagt die Hildesheimer Schülerin. „Welche Wege kann ich gehen, um Lehramt zu studieren? Diese Frage habe ich im Kopf. Jetzt bin ich mir klar, was ich machen werde“, sagt die Schülerin.

„Ich wollte schon früher in der Grundschule eine gute Lehrerin werden, dann hatte ich viele andere Ideen. Aber jetzt, wo ich hier in der Universität bin, ist mir klar, dass ich Lehrerin werden möchte. Ich will Jugendlichen im Leben weiterhelfen. Ich will Kindern helfen, etwas aus sich zu machen, es ist faszinierend zu sehen, was man schaffen kann. Meine Mutter findet es auch schön, dass ich Lehrerin werden möchte, sie unterstützt mich dabei“, sagt Pinar. An dem Kurs gefalle ihr besonders, dass „zwei Lehramtsstudentinnen der Universität einen Vortrag gehalten haben, wie sie zum Lehrerberuf gekommen sind. Sie machen mir Mut. Wenn ich wirklich studieren möchte, kann ich es schaffen.“

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de).

*Name geändert

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration
news-12708 Fri, 18 Nov 2016 15:40:00 +0100 Nach der Lehrerausbildung: Ab ins Klassenzimmer https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/nach-der-lehrerausbildung-ab-ins-klassenzimmer/ 100 Studentinnen und Studenten schließen ihr Masterstudium ab und starten in den Lehrerberuf. In einer Feierstunde in der Universität Hildesheim erhalten sie ihre Urkunden. Nachgefragt bei drei Studierenden, die künftig täglich im Klassenzimmer stehen. Ab ins Klassenzimmer: Viele Jahre des Studiums liegen nun hinter ihnen – das will gefeiert werden. Bevor die Masterstudierenden in das Referendariat starten, werden sie feierlich in der Universität Hildesheim verabschiedet. Ein studentisches Team hat die Feierstunde vorbereitet. An diesem Wochenende erhalten Studentinnen und Studenten des „Master of Education“ ihre Urkunden. Professorin Barbara Schmidt-Thieme wird während der Feierstunde sprechen, sie zeigt sich beeindruckt von der Vielfalt der Forschungsfragen, denen die Studierenden in den vergangenen Jahren nachgegangen sind. Drei Studierende werden für ihre herausragenden Leistungen ausgezeichnet. Eine Woche später, am 26. November 2016, findet eine Feierstunde für Bachelorstudierende (Lehramt) statt.

Insgesamt erhalten 100 Studierende aus dem ersten viersemestrigen Masterstudiengang am Samstag ihre Abschlussurkunden, sagt Dörthe Buchhester vom Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung. „Wir freuen uns, dass die ersten Absolventinnen und Absolventen nun erfolgreich ihr Studium abgeschlossen haben und wünschen ihnen alles Gute für den weiteren Weg.“

Außerdem baut die Universität ihr bundesweites Ehemaligen-Netzwerk aus: Ehemalige aller Fachbereiche können sich ab sofort online registrieren und werden über aktuelle Entwicklungen informiert.

Nachgefragt – Lehramtsstudierende im Kurzinterview

„Ich möchte, dass meine Schülerinnen und Schüler gerne in die Schule kommen“

Sara Schnüll, 25 Jahre, geboren in Hameln, hat ihr Lehramtsstudium mit den Fächern Mathematik und Musik erfolgreich abgeschlossen, möchte als Lehrerin in Niedersachsen unterrichten – am liebsten in der Region Hildesheim.

Sie starten jetzt in den Lehrerberuf, nach Jahren des Studiums. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Schule?

Ich glaube, dass das Referendariat eine sehr anstrengende und schwierige Zeit wird. Ich hoffe, dass ich viel lerne und routinierter Unterrichtsstunden planen und umsetzen werde. Man hört ja häufig nicht die positivsten Geschichten über die Zeit des Referendariats. Aber ich hoffe sehr, dass ich das meistern kann und freue mich dann auf die Zeit, in der man mit weniger Druck (durch Unterrichtsbesuche und Bewertungen) an die Arbeit gehen kann.

Eine Erkenntnis, zu der Sie jüngst im Masterstudium kamen?

Es wird eine sehr große Herausforderung, meinen eigenen Anforderungen an mich selbst, aber auch den Anforderungen, die von der Gesellschaft, den Eltern und den Kindern an mich gestellt werden, gerecht zu werden. Davor habe ich großen Respekt und ich bin selber noch gespannt, wie ich das alles so umsetzen werde. Ich möchte, dass meine Schülerinnen und Schüler gerne in die Schule kommen. Ich hoffe, dass sie Spaß am Lernen haben und dass ich jedes Kind da abholen kann, wo es gerade steht. Dass das nicht einfach wird, das war eine große Erkenntnis in meinem Masterstudium. Aber versuchen werde ich es auf jeden Fall.

Was haben Sie in Ihrer Masterarbeit untersucht?

Ich habe mich mit Methoden im Instrumentalunterricht beschäftigt. Welche Methoden wenden Lehrerinnen und Lehrer an, um Kindern das Spielen auf einem Instrument beizubringen? Schon in meiner Bachelorarbeit habe ich untersucht, was guten Instrumentalunterricht ausmacht, ich habe Neunjährige und Erwachsene befragt, wie der Unterricht heute und früher ablief. Spannend – es gibt Unterschiede.

Zu welchem Ergebnis kommen Sie?

Ein Ergebnis: Es kommt auf die Schüler und die Lehrer an, wie sie zusammenpassen – einige Schüler brauchen viele Vorgaben und etwas Druck, andere möchten sich die Inhalte selber erarbeiten und entdecken. Das erfordert vom Lehrer viel Flexibilität, weil man sich auf den Einzelnen konzentrieren muss. Es kommt darauf an, auf jeden Schüler individuell einzugehen – was kann das Kind, wo sind seine Stärken?

Musik wird oft fachfremd unterrichtet – wo wollen Sie im Schulalltag ansetzen?

Auf jeden Fall wird es mehr als ein bisschen hin- und herklimpern. Musik schafft auch Selbstvertrauen. Ich merke, dass die Kinder echt Spaß am Musizieren haben. Eine Befürchtung habe ich, was die Vergabe von Noten in diesem auch emotionalen Bereich angeht, das Schulsystem ist ja sehr leistungsorientiert. Ich glaube, man kann mit Musik viel erreichen. Oft ist das Instrumentarium im Schulalltag begrenzt – von Gitarre bis zum Keyboard. Ich spiele Klavier, bin aber offen, eine Oud oder Tombak in den Unterricht zu holen.

Eine Erinnerung an Ihre Studienzeit: Welche Bedeutung haben die Praxisphasen an Schulen im Verlauf des Studiums? Wie haben die Kinder und Jugendlichen auf Sie reagiert?

Ich erinnere mich gerne an die Praktika in meinem Studium zurück! Im ersten Jahr war ich einmal in der Woche im Klassenzimmer – die „Schulpraktischen Studien“ in der Grundschule Hohnsen hier in Hildesheim waren ein guter Start in das Studium. Ich habe hier auch viele tolle Menschen und Freunde kennengelernt. Die Praxisphase im Masterstudium habe ich an der Grundschule Ochtersum verbracht, auch hier habe ich festgestellt, wie wichtig und schön es ist, engagierte und nette Kollegen und Kolleginnen zu haben, mit denen man gut und gerne zusammenarbeitet und sich über den Unterricht austauscht. Die Schüler haben natürlich erstmal getestet, „wie weit man bei einer Praktikantin gehen kann“..., haben mich dann aber schnell als Lehrperson angenommen und es hat viel Freude gemacht, die Kinder so interessiert und konzentriert zu sehen.

Lektüre gehört zum Studium – welche?

Eine gute Frage... Es gibt kein Buch, das mich vom Anfang bis zum Ende durchgehend begleitet hat – da noch am ehesten das Kochbuch meiner Mutter. In Mathematik war es vielleicht das Buch „Didaktik der Arithmetik", das ich sehr sinnvoll fand.

Gab es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Sie besonders gefördert und unterstützt haben auf Ihrem Weg, Lehrerin zu werden?

In meinem Studium hat mich Dr. Andreas Hoppe aus dem Uni-Musikinstitut von Anfang bis zum Ende begleitet. Neben tollen, praxisnahen Seminaren und Übungen (die wirklich hilfreich für den späteren Lehrberuf waren), hat er mich außerdem während meiner Bachelor- und Masterarbeit unterstützt. Ich habe mich da immer sehr wohl und ernstgenommen gefühlt.

Nun starten Sie in das Referendariat. Werden Sie etwas aus der Studienzeit vermissen?

An meinem Studium werde ich mit Sicherheit das längere Schlafen vermissen – dass man den Tagesablauf und Tagesrhythmus so frei wählen konnte, wie man es wollte. Ich habe dieses „freie Leben“ sehr zu schätzen gelernt. Das wird es im Vorbereitungsdienst und im späteren Job so bestimmt nicht mehr geben. War schon eine gute Zeit!

„Die Kinder haben sich schnell an uns gewöhnt und gemerkt: Okay, die bleiben länger hier“

Raimund Hollemann, 24, aus Hildesheim, hat im Masterstudium Mathematik und Sachunterricht (mit Geographie) studiert, ist einer der wenigen Männer, die sich für den Beruf als Grundschullehrer entschieden haben.

Sie starten jetzt in den Lehrerberuf, nach Jahren des Studiums. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Schule?

Ich glaube, dass es eine harte und anstrengende Zeit wird. Bisher habe ich von Freunden aus dem Referendariat fast nur Negatives gehört. Ich hoffe allerdings, dass ich durch das Referendariat noch mehr darüber erfahren kann, wie ich Kindern mit Problemen jeglicher Art helfen kann – besonders auch im Erstunterricht.

Eine Erkenntnis, zu der Sie jüngst im Masterstudium kamen?

Wissenschaftliches Arbeiten ist zu einem großen Teil das Abschreiben von anderen.

Eine Erinnerung an die Studienzeit: Welche Bedeutung haben die Praxisphasen an Schulen im Verlauf des Studiums? Wie haben die Kinder und Jugendlichen auf Sie reagiert?

Ich persönlich fand die Praxisphase sehr gut und wichtig. Durch sie wurde ich nochmals ermutigt diesen Beruf weiter auszuüben, weil die Lehre in der Universität mir zumeist zu theoretisch war. Die Praxisphasen waren zu jedem Zeitpunkt meines Studiums enorm aufmunternd und dort habe ich auch erfahren, wie ich in bestimmten Situationen zu reagieren habe. Ich durfte Schulalltag in der Grundschule Ochtersum, in der Grundschule Moritzberg und im Masterstudium in der Grundschule Nettlingen erleben.

Sie haben im ländlichen Raum Ihre Praxiszeit verbracht – was haben Sie in Nettlingen erlebt?

Die Lehrerin an meiner Praxisschule im Masterstudium war genial, das Kollegium an der einzügigen Grundschule, an der ich meine Praxiszeit verbringen durfte, hat uns Lehramtsstudenten sehr unterstützt. Für die Kinder war es ungewohnt, dass Lehramtsstudierende mit im Klassenzimmer sitzen – aber sie haben sich schnell an uns gewöhnt und gemerkt: Okay, die bleiben länger hier. Die Kinder haben uns wirklich herzlich aufgenommen. In den Pausen suchten vor allem die Kinder, die alleinerzogen wurden, meine Nähe auf. Das ist mir zum Ende meiner Studienzeit erst richtig bewusst geworden.

Lektüre gehört zum Studium: Welche?

Den Klassiker „Was ist guter Unterricht" von Hilbert Meyer fand ich während des Studiums sehr interessant und konnte damit auch häufig Unterrichtssequenzen begründen. Für meine Masterarbeit habe ich das Werk zur Untersuchung guten Mathematik- und Sachunterrichts ebenfalls sehr gut verwenden können.

Was haben Sie in ihrer Abschlussarbeit untersucht?

Ich habe Mathematik- und Sachunterricht in der Schule untersucht und Studierende befragt, die ein halbes Jahr an Schulen verbracht haben. Diese haben den Unterricht an zuvor ausgewählten Kriterien, wie klare Strukturierung, Methodenvielfalt oder vorbereitete Lernumgebung (nach Hilbert Meyer), bewertet und somit konnte eine Einschätzung getroffen werden, ob sie eher schlechten oder guten Unterricht gesehen haben.

Gab es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Sie besonders gefördert und unterstützt haben auf Ihrem Weg, Lehrer zu werden?

Es gab in meiner Zeit als Student mehrere Dozentinnen und Dozenten, die mir in unterschiedlichster Situation geholfen haben. Dabei möchte ich keine einzelne besonders Person hervorheben.

Werden Sie etwas aus der Studienzeit vermissen?

Das liebste an der Studienzeit waren mir die neuen Freunde, die ich in der Zeit kennenlernen durfte (mit denen bleibe ich aber sicherlich in Kontakt). Auch werde ich die freie Wahl meines Tagesablaufs (die man als Student zum Teil genießt) vermissen. In der Zeit während ich in der Universität war, vermisse ich vor allem die Freistunden, die mit Kartenspielen in der Mensa immer ein Highlight waren.

„Für mich war es sehr wichtig, erste Unterrichtserfahrungen im Studium zu sammeln“

Miriam Pasewark,  25 Jahre alt, in Celle geboren, hat Lehramt an der Universität Hildesheim mit den Fächern Wirtschaft und evangelische Theologie studiert, möchte später an einer Realschule unterrichten.

Sie starten in den Lehrerberuf. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Schule?

Mit dem Beginn des Referendariats beginnt eine neue und hoffentlich spannende Phase in meinem Leben. Jetzt wird es ernst! Es wird sicherlich eine Umstellung zum Studentenleben, man trägt nun Verantwortung für die Schüler, Kollegen und für sich selbst. Ich freue mich auf ein freundliches Kollegium und die Möglichkeit, selbst vor einer Klasse zu stehen und mit den Schülern schöne wie auch nicht so angenehme Unterrichtsstunden zu verleben. Ich werde den Schulalltag mit all seinen Facetten kennenlernen und an den Herausforderungen wachsen.

Eine Erkenntnis, zu der Sie jüngst im Masterstudium kamen?

Eine besondere Erkenntnis im Masterstudium, die mir (und vielleicht auch anderen Studenten) in Zukunft hoffentlich noch hilfreich sein wird: Man sollte sich selbst nicht zu sehr mit anderen vergleichen, sondern seine Leistung an den eigenen Ansprüchen und Bemühungen messen. Beispielsweise ist eine 2,7 kein Weltuntergang, es ist eine gute Leistung mit leichten Schwächen, auf die man auf jeden Fall stolz sein kann.

Eine Erinnerung an die Studienzeit an der Universität Hildesheim: Welche Bedeutung haben die Praxisphasen an Schulen im Verlauf des Studiums?

Während meines Studiums habe ich Praktika an der Oberschule Delligsen, der Albertus-Magnus Realschule und der Hauptschule Himmelsthür absolviert. Für mich war es sehr wichtig, die ersten Unterrichtserfahrungen bereits im Studium zu sammeln. Man bekommt schnell ein Gespür dafür, ob man sich vor einer Klasse wohl fühlt. Eine weitere Bereicherung ist die Anleitung durch Mentoren. Man hat die Möglichkeit, den eigenen Unterricht mit einer berufserfahrenen Person zu reflektieren und bekommt hilfreiche Tipps zum eigenen Lehrerverhalten oder der Unterrichtsvorbereitung. Manchmal sieht man auch, was und wie man etwas nicht tun sollte….

Lektüre gehört zum Studium: Welche?

Zwei Bücher, die seit dem ersten Semester immer mal wieder zum Einsatz kamen: Hilbert Meyer „Was ist guter Unterricht?" und „Leitfaden Unterrichtsvorbereitung".

Womit haben Sie sich in Ihrer Abschlussarbeit beschäftigt?

Das Thema meiner Masterarbeit ist: „An den Grenzen des Lehrberufs: Eine empirische Studie zu niedersächsischen Lehrern an Psychiatrien und Krankenhäusern“. Ich habe Interview mit Lehrpersonen geführt, die in Psychiatrien und in Kliniken unterrichten. Vor welchen Herausforderungen stehen sie im Alltag?

Was ist ein Ergebnis?

In Niedersachsen werden die Lehrpersonen mit einer bestimmten Stundenzahl abgeordnet – es gibt keine richtige Schulleitung und Verwaltungsstruktur. Die Lehrer müssen sich selber organisieren. Die Lehrer, die das machen, haben eigentlich keine großen Vorteile, sondern eher mehr Arbeit, deswegen ist das nicht so beliebt. Ich habe in Psychiatrien und in Krankenhausschulen angerufen und gefragt, ob ich dort forschen kann. Die Reaktion: Alle angefragten Lehrer haben zugesagt, sie haben sich sehr gefreut, dass einmal jemand fragt. Ich durfte auch im Unterricht hospitieren.

Wie gelangt man zu Erkenntnissen – lernt man das im Studium?

In Pädagogik habe ich ein Begleitseminar zur Masterarbeit besucht, das war sehr hilfreich. Wir konnten all unsere Fragen stellen und unsere Arbeit auch untereinander diskutieren.

Gab es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Sie besonders unterstützt haben auf Ihrem Weg, Lehrer zu werden?

Es gibt einige Veranstaltungen, die mich sehr interessiert und weitergebracht haben. Dazu gehören sämtliche Psychologie-Vorlesungen und Seminare, welche immer sehr abwechslungsreich und spannend aufbereitet wurden. Die Reli-Seminare im Kloster Drübeck werden mir ebenfalls in Erinnerung bleiben. Außerdem wurde ich während der Masterarbeit sehr von der Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Melanie Fabel-Lamla unterstützt.

Werden Sie etwas aus der Studienzeit vermissen?

Ich werde sehr viel aus der Studienzeit vermissen. In Hildesheim habe ich Freunde kennengelernt, die mich (hoffentlich) ein Leben lang begleiten werden. Die Zeit in meiner WG werde ich auch nicht so schnell vergessen, insbesondere unsere gemeinsamen DVD-Abende und das kollektive Aufregen über Dozenten. Des Weiteren war es schön, seine Zeit selbst einteilen zu können. Meine durchschnittliche Aufsteh-Zeit war 9 Uhr – da werde ich mich im Referendariat noch umgewöhnen müssen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-12372 Tue, 08 Nov 2016 14:03:00 +0100 30 Jahre Lehrerfortbildungen: Hildesheimer Pädagogische Tage https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/30-jahre-lehrerfortbildungen-hildesheimer-paedagogische-tage/ Die Universität Hildesheim war in den 1970er Jahren eine der ersten Universitäten, die „Pädagogische Tage“ angeboten hat, um Lehrerinnen und Lehrer fortzubilden und den fachlichen Austausch anzuregen. Schulen können sich seitdem in das Netzwerk einbringen und Fortbildungsangebote wahrnehmen. Auch zum 30. Jubiläum regt die Universität den Dialog über Schulentwicklung an. Die Universität Hildesheim lädt am Donnerstag, 17. November 2016, zum „Hildesheimer Pädagogischen Tag“ ein. Seit den 1970er Jahren bilden sich Lehrerinnen und Lehrer, Schulleitungen und pädagogisches Personal hier fort. Das 30. Jubiläum steht unter dem Motto „Wir machen Schule“. Die Universität Hildesheim war die erste Hochschule in Niedersachsen, die „Pädagogische Tage“ angeboten hat, um Lehrerinnen und Lehrer fortzubilden und den fachlichen Austausch anzuregen. Schulen können sich in den Dialog und das Netzwerk einbringen und Fortbildungsangebote wahrnehmen.

Zum Auftakt spricht die ehemalige pädagogische Leiterin der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden zum Thema „Wir machen Schule“. Anschließend finden eine Talkrunde und die Fortbildungsangebote für Lehrkräfte, pädagogisches Personal, Leitungen von Schulen und angehende Lehrkräfte statt. In den Workshops geht es zum Beispiel um selbstständiges Lernen in Schullaboren, Zusammenarbeit mit Eltern, Kooperation im Lehrerkollegium, Schulentwicklung und Sprachenlernen in der Schule. Die Hildesheimer Sprachwissenschaftlerin Ulrike Bohle gibt Einblicke in Lese- und Schreibzentren für Jugendliche. Lehrerinnen der Oskar-Schindler-Gesamtschule haben gemeinsam mit dem Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim ein Lese- und Schreibzentrum aufgebaut. „Im Verlauf der Jahre sind hier einzigartige schulische Räume zur sprachlich-literarischen Entfaltung für Jugendliche entstanden“, so Bohle. Andreas Pudlat und Sanne Ziethen vom Uni-Geschichtsinstitut sprechen über Denkmäler als Erinnerungs- und Lernorte.

Die Workshops wurden gemeinsam mit Schulen entwickelt. Lehrerinnen und Lehrer der Grundschule Moritzberg stellen in einem Workshop ein Konzept zum Sprachenlernen von geflüchteten Eltern in der Schule sowie eine Schülerfirma vor. Die Grundschülerinnen und Grundschüler lernen selbst noch schreiben und rechnen, aber übernehmen bereits Verantwortung für ihre eigene Firma. Seit 2014 bereiten Achtjährige in der „Gelben Garage“ der Grundschule Moritzberg alte Fahrräder auf, reparieren und erledigen die selbstentwickelte Buchhaltung. Das Schulprojekt wird von Hubertus von Hoeren, einem ehemaligen Lehramtsstudenten der Universität Hildesheim, betrieben.

Der Fachtag an der Universität findet in Kooperation mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und unterstützt durch die Deutsche Schulakademie statt. Das ausführliche Programm ist online abrufbar. Kontakt bei Fragen zur Lehrerfortbildung: Vicky-Nicoletta Erber (Telefon 05121.883-92500, E-Mail: fortbildung@uni-hildesheim.de), Prof. Dr. Carola Iller und Benjamin E. Luft.

Hildesheimer Pädagogischer Tag 2016 an der Universität

Thema:  „Wir machen Schule. Mitdenken. Mitreden. Mitgestalten“
Wann?  Donnerstag, 17. November 2016
Wo?  Stiftung Universität Hildesheim, Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung
news-12588 Tue, 01 Nov 2016 11:40:00 +0100 Inklusive Schulentwicklung und Lehrerbildung https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/inklusive-schulentwicklung-und-lehrerbildung/ Während eines Fachtags befassen sich Experten aus Schule, Wissenschaft und Bildungspolitik mit inklusiver Schulentwicklung und Lehrerbildung. Seit fünf Jahren bildet die Universität Hildesheim in einem Weiterbildungsstudiengang Lehrerinnen und Lehrer sowie weitere Berufsgruppen fort. Die Universität reagiert damit auf die 2009 in Deutschland ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention, ein inklusives Bildungssystem umzusetzen, das Kinder und Jugendliche nicht ausschließt, sondern Teilhabe ermöglicht. Während eines Fachtags befassen sich Experten aus Schule, Wissenschaft und Bildungspolitik mit inklusiver Schulentwicklung und Lehrerbildung [zum Programm]. Der Fachtag findet am Freitag, 4. November 2016, an der Universität Hildesheim statt. An der Veranstaltung wirken viele Beteiligte aus dem Projekt „Inklusive Lehrer_innenbildung“ mit. Im Projekt haben sie begonnen, Ansätze inklusiver Lehrerbildung zu entwickeln sowie Forschungsimpulse für die Auseinandersetzung mit Fragen inklusiver Unterrichts- und Schulentwicklung zu setzen.

Zum Auftakt des Fachtags spricht Professor Martin Heinrich, Wissenschaftlicher Leiter des Oberstufen-Kollegs in Bielefeld, über inklusive Schulentwicklung im Mehrebenensystem. Anschließend stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – zum Teil gemeinsam mit Studierenden – Ergebnisse aus Forschungswerkstätten vor, die in Workshops besprochen und diskutiert werden. Die Sprachwissenschaftlerinnen Barbara Graßer und Lilia Tschudinovski sprechen über Mehrsprachigkeit in Bildungseinrichtungen.

Wie arbeiten unterschiedliche Berufsgruppen im Schulalltag zusammen? Professorin Melanie Fabel-Lamla hat gemeinsam mit Studierenden multiprofessionelle Zusammenarbeit in Schulen untersucht und gibt Einblicke in die Forschung. Der Sozialpädagoge Andreas Oehme spricht über Schulbegleitung und Schulsozialarbeit in der inklusiven Schule und stellt ein Projekt zur multiprofessionellen Kooperation aus dem Landkreis Hildesheim vor. Über Herausforderungen und Chancen für Inklusion im naturwissenschaftlichen Unterricht sprechen Peter Düker und Professor Jürgen Menthe. Professorin Vera Volkmann und Gianna Wilm geben anhand videographischer Studien Einblicke in Sportunterricht unter den Bedingungen von Heterogenität und Inklusion. Aktuelle Projekte interkultureller Bildungsforschung stellt die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Viola B. Georgi vor. Der Diplompädagoge Jan Voß bietet einen Workshop an, der sich mit dem kommunalen Index für Inklusion befasst. Auch in den Bereichen Politikvermittlung in inklusionsrelevanten Kontexten, Kommunikation, inklusives historisches Lernen sowie inklusionssensible Diagnostik werden Workshops angeboten und es besteht die Möglichkeit, in einen Austausch zu kommen.

„Wir laden ein zum Dialog über inklusive Schulentwicklung und Lehrer_innenbildung“, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Anna Moldenhauer. In einer Podiumsdiskussion diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem Schulleiter der Integrierten Gesamtschule Hannover-Linden, Peter Schütz, der Lehramtsstudentin Maja Vogt sowie Ute Wormland, Referatsleiterin für „Inklusion im Bildungswesen“ im Niedersächsischen Kultusministerium.

Inklusionsstudiengang der Universität Hildesheim feiert fünfjähriges Jubiläum

Seit fünf Jahren bildet die Universität Hildesheim im Weiterbildungsstudiengang „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“ Lehrerinnen und Lehrer sowie weitere Berufsgruppen fort. Im Rahmen des Fachtags feiert der Studiengang sein Jubiläum. Der Weiterbildungsstudiengang wurde zum Wintersemester 2010/2011 in Kooperation mit einer Schweizer Hochschule entwickelt. Die Universität reagiert damit auf die 2009 in Deutschland ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention, ein inklusives Bildungssystem umzusetzen, das Kinder und Jugendliche nicht ausschließt, sondern Teilhabe ermöglicht. Der Umgang mit Heterogenität und der Einsatz einer inklusiven Pädagogik ist heute eine sehr bedeutungsvolle Aufgabe im Bildungswesen. Im Studiengang entwickeln die Pädagoginnen und Pädagogen Wege, um konstruktiv mit den unterschiedlichen sozio-kulturellen, körperlichen und biografischen Voraussetzungen von Kindern und Jugendlichen umzugehen.

Über einen Zeitraum von zwei Jahren kommen berufstätige Studierende jeden Monat in Hildesheim zusammen. Manche sind 25, andere bereits 55 Jahre. „Die Studierenden schätzen den Austausch in den heterogenen Lerngruppen“, sagt die Studiengangskoordinatorin Cindy Bergt. Die Universität Hildesheim bildet inzwischen Personen aus Schulen, Hochschulen, Volkshochschulen und Kindertagesstätten fort. Im aktuellen Jahrgang werden zudem Schulbegleiter qualifiziert. Bisher sind diese oft ohne pädagogische Ausbildung.

Bewerbungen um einen Studienplatz im Weiterbildungsstudiengang „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“ sind noch möglich. Die mehrtägigen Seminare können auch einzeln belegt werden Wer sich für das Studium interessiert oder Fragen zu Fortbildungsmöglichkeiten hat, kann sich bei der Studiengangskoordinatorin Cindy Bergt melden (05121.883-92300).

Weitere Informationen:

Projekt „Inklusive Lehrer_innenbildung“ (iLeb)

Studiengang „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“

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Pressemeldungen Ang. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) MEd (Lehramt) MA IPK
news-11936 Mon, 06 Jun 2016 15:47:00 +0200 Weiterbildung: Uni bildet Schulbegleiter fort https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/weiterbildung-uni-bildet-schulbegleiter-fort/ Die Universität Hildesheim arbeitet mit einer Grundschule in Salzgitter zusammen, um Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter fortzubilden. Bewerbungen für das einjährige Qualifizierungsprogramm sind ab sofort möglich. Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter sind für Kinder da, sie begleiten Kinder mit Beeinträchtigungen und erleben unmittelbar Höhen und Tiefen des Schulalltags, Erfolge und Niederlagen. Sie sollen dazu beitragen, dass ein Kind dem Unterricht folgen kann. Die Heinrich-Albertz-Schule Salzgitter und das Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Universität Hildesheim bilden ab Herbst 2016 Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter fort. Gefördert wird das Qualifizierungsprojekt von der Schulstiftung der EKD Hannover. Während der einjährigen Fortbildung lernen die Teilnehmer etwa, wie sie Lernprozesse begleiten und wie sie mit Lehrkräften und weiteren Fachleuten im Schulalltag zusammenarbeiten können. Die Weiterbildung beinhaltet mehrere Praxisphasen an der Grundschule, um Theorie und Praxis zu kombinieren.

Durch die Einführung der inklusiven Schule ist der Bedarf an Schulbegleitern sprunghaft angestiegen. In den 1980er Jahren haben Schulbegleiter grundpflegerische Leistungen erbracht, um beeinträchtigten Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Heute umfassen die Tätigkeiten nicht nur pflegerische sondern auch pädagogische Aufgaben: Schulbegleiter sollen einen bestimmten Schüler bzw. eine bestimmte Schülerin im schulischen Lernumfeld unterstützen, so dass dieser am Unterricht teilhaben kann – von der Hilfe beim Anziehen und Schlucken über den Toilettengang bis zur Unterstützung während der Unterrichtszeit. „Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter sind für die Kinder bedeutsame Bezugspersonen und haben unmittelbaren Kontakt zum Kind“, sagt Cindy Bergt, Mitarbeiterin am Hildesheimer Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung.

Die Qualifikation der Schulbegleiter sei sehr unterschiedlich. Die Personen wurden in der Regel nicht speziell für diese Aufgaben ausgebildet. „Die Bezahlung ist sehr gering. Von den Lehrerinnen und Lehrern werden Schulbegleiter oftmals nicht als kompetente Ansprechpartner wahrgenommen und eher selten bei der Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team eingebunden, etwa wenn es um die gemeinsame Fallanalyse und die gemeinsame Planung, Durchführung und Reflexion des Unterrichts geht“, sagt Bergt. „Schulbegleiter sind nur für ein Kind zuständig. Bei mehreren Schulbegleitungen in einer Klasse kann es passieren, dass annähernd so viele Erwachsene wie Kinder im Klassenzimmer sind.“ Die Fortbildung soll den Schulbegleitern „mehr Sicherheit und Qualifikationen“ bringen, sagt die Erziehungswissenschaftlerin.

Kurz erklärt: Fortbildung für Schulbegleiter

Gemeinsam mit einer Schule in Salzgitter bildet die Universität Hildesheim Fachleute in einer einjährigen Qualifizierungsreihe „Schulische Teilhabe-Assistent_innen (Schulbegleitungen)“ aus.  Die Qualifizierung besteht aus vier Themen-Blöcken und mehreren praktischen Erkundungswochen in der Heinrich-Albertz-Schule Salzgitter. Mentorinnen und Mentoren begleiten die Praxisphasen.  Die einjährige Qualifizierungsreihe beginnt im Oktober 2016. Zunächst geht es um Grundlagen einer „Pädagogik der Vielfalt“, Widersprüche und Perspektiven der inklusiven Bildung. Anschließend folgen Fortbildungen zu den Themen „Lernprozesse wahrnehmen, verstehen, fördern: neurobiologische Grundlagen des Lernens“, „Konstruktiver Umgang mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen im kognitiven sowie sozio-emotionalen Bereich“, „Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams: Modelle zur Kooperation“, „Kommunikation“ sowie „Unterstützung in der Pflege“. Die Fortbildungsreihe endet im August 2017.

Kontakt und Bewerbung

Wer Interesse an der einjährigen Fortbildung hat, kann sich an die Abteilung Fort- und Weiterbildung des Centrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) der Universität Hildesheim wenden (Cindy Bergt, Tel. 05121.883-92300, E-Mail bergt@uni-hildesheim.de). Eine Bewerbung ist bis zum 11.06.2016 möglich. Die Teilnahme an der Fortbildung kostet 1.200 Euro. Bei erfolgreichem Abschluss der Qualifizierung werden 70% der Kosten erstattet.

Kurz erklärt: Inklusion in der Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung

Die Universität Hildesheim bildet in einem Inklusions-Studiengang Lehrerinnen und Lehrer berufsbegleitend fort und unterstützt Grundschulen, Haupt- und Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien auf dem Weg zur inklusiven Schule. Zwei Jahre statt ein Wochenende: Über einen Zeitraum von zwei Jahren kommen die berufstätigen Lehrer jeden Monat in Hildesheim zusammen. Manche sind 25, andere bereits 55 Jahre. Die Nachfragen von Lehrern nach umfassender Fortbildung sind hoch, einige Schulen bilden 2er- und 4er-Teams weiter. Weitere Informationen über den Studiengang  „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“ finden Sie online.

Nachgefragt: Vertrauen

Seitdem in Niedersachsen seit dem Schuljahr 2013/14 ein Rechtsanspruch gilt und Eltern frei wählen können, ob ihr Kind eine Förder- oder Regelschule besuchen soll, ist Karin Frank-Gerstungs Teamfähigkeit stärker als bisher gefordert. Sie ist eine der ersten Lehrerinnen in Niedersachsen, die berufsbegleitend zwei Jahre „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“ studiert hat. Mehr erfahren: Interview mit der Lehrerin (Uni-Magazin 2015, online, Seite 60).

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung Inklusion
news-11719 Wed, 20 Apr 2016 18:11:00 +0200 Nach der Flucht: Lernen statt warten https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/nach-der-flucht-lernen-statt-warten/ Sozialpraktikum in der Erstaufnahmestelle: Lehramtsstudierende unterstützen Erwachsene und Kinder, die erst seit wenigen Wochen in Deutschland leben, beim Erlernen der deutschen Sprache. Weitere Studierende können mitwirken – ab sofort kann man sich anmelden. Seit Mitte Oktober 2015 gehen Studentinnen und Studenten jeden Tag in eine Erstaufnahmestelle in Hildesheim. Sie unterstützen Erwachsene und ihre Kinder, die erst seit wenigen Wochen in Deutschland leben, beim Erlernen der deutschen Sprache.

Bisher haben die etwa 150 Menschen, darunter viele Familien, die Zeit in der Erstaufnahmeeinrichtung mit Warten verbracht. „Wir wollen die Zeit nutzen, um miteinander und voneinander zu lernen“, sagt Annette Lützel, die das Sprachlernprojekt an der Universität Hildesheim koordiniert. Katharina Melzner leitet den Sprachunterricht und studiert „Deutsch als Zweitsprache“ in Hildesheim. Für Lehramtsstudierende ist dieser Rahmen hilfreich: sie müssen nicht allein einen Sprachkurs auf die Beine stellen, sie vernetzen sich, tauschen sich über Unterrichtsmaterialien aus und die Arbeit liegt auf vielen Schultern verteilt.

Parallel zum Elternkurs gestalten die Studentinnen und Studenten ein Sprachlernangebot für Kinder und Jugendliche (0 bis 12 Jahre).

Lehramtsstudierende aller Fächer können im Rahmen des Projekts ihr Sozialpraktikum absolvieren oder die Leistungspunkte für das Lehramtsstudium (Master, Optionalbereich) erwerben. Außerdem ist es möglich, auf Antrag das Zertifikat für bilinguales Lehren und Lernen zu erhalten. Studierende können im Sprachlernprojekt mitwirken (alle Infos online). Das Projekt wird vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium und der Lotto-Sport-Stiftung gefördert und 2016 durchgängig fortgeführt.

Der nächste Starttermin für das zehnwöchige Sozialpraktikum in der Erstaufnahmestelle ist Ende Mai 2016, dann wieder im Oktober 2016. Wer in dem Projekt mitwirken möchte, kann Annette Lützel unter 05121.883-90018 oder sprachlernprojekt@uni-hildesheim.de kontaktieren.

Interview: Nachgefragt bei Marie-Therese

Eine der ersten, die seit Oktober im Sprachlernprojekt in der Erstaufnahmestelle mitwirkt, ist Marie-Therese Brammer. Die 22-Jährige studiert Grundschullehramt mit den Fächern Deutsch und Englisch an der Universität Hildesheim.

Wie sieht dein Alltag aus?

Marie-Therese: Gemeinsam mit weiteren Lehramtsstudierenden fahre ich mit dem Bus zur Erstaufnahmestelle. Da die Anbindung in das Gewerbegebiet nicht so gut ist, bilden wir auch oft Fahrgemeinschaften. Das geht, wir kommen irgendwie immer hier an. Der Sprachunterricht findet an jedem Nachmittag statt. Ich bin seit Oktober immer montags und dienstags hier, bis Ende des Jahres. Wir bauen den Speiseraum für das Sprachenlernen um, schieben die Tische zusammen, wir haben hier keinen extra Raum für den Sprachunterricht. Dann kommen auch nach und nach schon die Teilnehmer, manche bringen ihre kleinen Kinder mit.

Wie fängt man an? Ihr arbeitet sehr nah am Alltag. Wer bin ich, wie heiße ich – ihr greift viele Alltagsthemen auf.

Das ist richtig. Die Teilnehmer am Sprachkurs sprechen Arabisch, Serbisch, wenige sprechen Englisch. Wir versuchen mit Bildern, Händen und Füßen die Vokabeln zu vermitteln. Wir gehen zum Beispiel einkaufen und lernen dabei die Begriffe für die Lebensmittel – das Ei, die Milch, eine Tomate, ein Salat. Oder wir sprechen über die Uhrzeiten – was bedeutet „Viertel vor“? Heute ging es um den Familienstammbaum: Mutter, Vater, Kinder – wir haben uns die Stammbäume aufgemalt. Das ist manchmal auch sehr persönlich. Aber das geht, weil wir auch in Kleingruppen arbeiten und uns zu zweit unterhalten. Heute habe ich mit einem Mann aus Syrien gesprochen, er ist mit seiner ganzen Familie hier in Hildesheim und hat aufgezeichnet, wie seine Kinder, seine Eltern heißen. Ich habe erfahren, dass er 13 Geschwister hat. Da musste ich erstmal nachfragen – wirklich? Fünf Brüder und acht Schwestern. Wir verstehen uns gut, man lernt sich kennen, mit Händen und Füßen, er spricht ganz wenig Englisch.

Neben dem Sprachkurs – klassisch am Tisch mit einer improvisierten Tafel, Zetteln und einem Stift – lernt ihr die Sprache auch in der Freizeit. Ihr erkundet die Stadt Hildesheim, ihr geht einkaufen, ihr wollte zusammen kochen.

Einmal in der Woche gibt es ein Freizeitangebot. Wer in der Erstaufnahmestelle ankommt, hat bisher noch wenig von Deutschland kennen gelernt. Wir sind der erste Kontakt. Wir gehen raus, lernen Vokabeln im Alltag und wenden sie an.

Man kann die Sprache auch mit technischen Mitteln lernen: Es gibt Apps zum Sprachenlernen, Übersetzungsprogramme. Ihr könntet auch einen Tag in die Erstaufnahmestelle kommen, jedem ein Smartphone in die Hand drücken, erklären, wie der Online-Sprachkurs funktioniert und dann seid ihr wieder weg und lasst die Menschen hier allein. Das ist aber nicht der Ansatz dieses Sprachlernprojekts. Ihr verbringt Zeit miteinander, wollt zusammenkommen. Man lacht zusammen, man ist traurig, wenn man erfährt, dass Familienangehörige nicht mehr leben. Was lernst du dabei?

Man verfolgt das sonst nur im Fernsehen, dass Menschen nach Deutschland fliehen. Hier in den Räumen der Erstaufnahmestelle, beim Sprachenlernen passiert viel Menschliches. Ich finde es sehr spannend zu erleben, wie es funktioniert, sich auszutauschen. Auch wenn man keine gemeinsame Sprache spricht, klappt die Verständigung. Es bringt uns allen viel, wir sind angehende Lehrerinnen und Lehrer. Wenn ich später im Klassenzimmer unterrichte, werde ich auch Kinder unterstützen, die noch kein Wort Deutsch sprechen.

Ist die Frage, wie lernt man als Erwachsener die deutsche Sprache als zweite Sprache für dich frisch und ungewohnt oder hast du dich damit schon im Studium beschäftigt?

Im Bachelor-Studium habe ich einige Seminare im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ besucht. Man lernt, wie es sein müsste – aber dann fehlt die praktische Erfahrung. In den Schulpraktika habe ich mit Kindern und Jugendlichen gelernt, die in einer Phase ihres Lebens sind, in der sie sowieso zur Schule gehen und lernen. Deshalb finde ich es sehr interessant, dass ich in dem Sprachlernprojekt nun mit Erwachsenen arbeiten kann und erfahre, wie das abläuft. Die Arbeit in der Erstaufnahmestelle kann ich mir für mein Studium anrechnen lassen, zum Beispiel als Praxisteil für das „Bilinguale Zertifikat“.

Du bist jetzt im Masterstudium und startest bald in den Beruf. Freust du dich auf die Herausforderung? Fühlst du dich überfordert oder suchst du nach Wegen, wie man mit Vielfalt umgehen kann?

Mein Ziel ist, in Niedersachsen zu unterrichten. Ich freue mich da wirklich drauf. Die Vielfalt an Schulen wird immer sichtbarer, ich interessiere mich sehr für den Bereich Deutsch als Zweitsprache. Wir können an der Universität in Hildesheim das Masterstudium um ein Jahr verlängern und uns im DAZ-Bereich spezialisieren.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Die Interview-Serie über das Sprachenlernen wird fortgeführt. Nächstes Mal: Nachgefragt bei Erwachsenen: Wie erleben sie das Erlernen der deutschen Sprache?

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Studierendenportal Flüchtlinge Lehrerbildung Bildungsintegration
news-11134 Thu, 14 Jan 2016 19:00:00 +0100 70 Jahre Lehrerausbildung: Mittwochs im Hörsaal, freitags im Klassenzimmer https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/70-jahre-lehrerausbildung-mittwochs-im-hoersaal-freitags-im-klassenzimmer/ Die Universität Hildesheim erinnert in diesen Tagen an die Aufnahme des Studienbetriebs vor 70 Jahren, damals noch in Alfeld. Nach nur einem Jahr schlossen 1947 die ersten 51 Absolventen das Lehrerstudium ab. Frühe Schulpraxis ist seit Gründung der Hochschule bis heute Teil der Lehrerausbildung. In den letzten Wochen haben sich bereits 300 Ehemalige bei der Uni gemeldet, darunter Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Niedersachsen, die seit den 50er Jahren bis heute ihr Studium abgeschlossen haben. 2016 blickt die Universität Hildesheim auf 70 Jahre Lehrerausbildung zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann im Januar 1946 der Studienbetrieb an der Pädagogischen Hochschule Alfeld; im 20 Kilometer entfernten zerstörten Hildesheim waren keine geeigneten Gebäude vorhanden. Die ersten 51 Absolventinnen und Absolventen schlossen 1947 nach nur 400 Studientagen (2 Semester) ihr Studium ab. In den ersten 10 Jahren, bis 1955, absolvierten 510 Personen mit einem Durchschnittsalter von 27 Jahren ihr Studium. Frühe Schulpraxis ist seit Gründung der Hochschule bis heute Teil der Lehrerausbildung. 1970 wurde dann der Semesterbetrieb in Hildesheim aufgenommen.

Die Universität lädt alle ehemaligen und aktuellen Studierenden, ihre Mitglieder sowie die interessierte Öffentlichkeit am Samstag, 16. Januar 2016, um 11:00 Uhr zu einer Festveranstaltung in Audimax der Universität nach Hildesheim ein. Gemeinsam kehren die Teilnehmer zu den Anfängen zurück und erleben die Entwicklung der Hochschule bis heute. Der zweistündige Festakt bietet Raum für Austausch (Programm online). Der Festakt findet im Audimax der Universität Hildesheim (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim) statt. Anlässlich der 70-Jahr-Feier erscheint ein Jubiläumsband.

In den letzten Wochen haben sich bereits fast 300 Ehemalige aus allen Jahrzehnten bei der Universität gemeldet, darunter Schulleiter und Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Niedersachsen, die seit den 50er Jahren bis heute ihr Studium abgeschlossen haben. Viele haben der Universität nun Erinnerungen an ihre Studienzeit und den Berufsalltag zugeschickt. Etwa Rudolf Rückert, der sich nach seinem Studienabschluss 1953 in Alfeld an seine erste Schulklasse in Salzgitter mit 60 Jugendlichen erinnert: „Es gab kaum Schulräume, um die Enge zu überwinden, gingen wir möglichst oft ins Freie“, sagt Rückert, der bis in die 90er Jahre eine Schule in Salzgitter geleitet hat. Sein Tipp an heutige Lehramtsstudierende: „Als Lehrer muss man Kontakt zu den Schülern aufbauen, einen Draht finden, auf sie eingehen. In Schulpraktika merkt man, ob man das kann.“

Derya Akdağ ist heute Klassenlehrerin an einer Schule in Bockenem und unterrichtet Zehntklässler in den Fächern Englisch, Geschichte und Wirtschaft und eine 8. Klasse im Fach Werken. „Die Arbeit mit meiner Klasse und die Zusammenarbeit mit dem Kollegium ist bereichernd. An fast jedem Schultag stehe ich vor neuen Herausforderungen, die mich reich an Erfahrungen gemacht haben. Natürlich kracht es auch hier und da mal, das bleibt nicht aus. Mein Studium an der Universität Hildesheim hat mich vom ersten Semester an mit Hospitationen, Praktika und einer guten Betreuung auf diesen Beruf vorbereitet.“ Was es wirklich heißt, Lehrerin zu sein und über Stunden zu unterrichten, erlebt sie nun nach dem Abschluss ihres Referendariats in der Realität, im Schulalltag. Jeden Morgen fährt sie 60 km zur Schule und das „mit einem guten Gefühl“. „Ich bin froh da zu sein, wo ich jetzt bin“, sagt Derya Akdağ.

Ehemalige können sich noch zu der Festveranstaltung anmelden. Über den Festakt hinaus können sie auch eigeninitiativ Jahrgangstreffen auf dem Campusgelände organisieren. Interessierte erreichen Maike Becker per E-Mail (maike.becker@uni-hildesheim.de) oder auch telefonisch (05121 883-90132). Wer Interesse hat, kann an einer Vorabendveranstaltung am Freitag im „Cooks and Wines“ oder an einer Stadtführung durch Alfeld und Hildesheim am Sonntag, 17. Januar, teilnehmen.

Mit der 70-Jahr-Feier startet die Uni auch ein bundesweites Ehemaligen-Netzwerk. Ehemalige aller Fachbereiche können sich online registrieren und werden über aktuelle Entwicklungen informiert.

Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Stiftung Universität Hildesheim:

Jubiläumsband „70 Jahre im Dienste der Bildung. Von der Pädagogischen Hochschule Alfeld zur Stiftung Universität Hildesheim (1945 bis 2015)“, Wolfgang-Uwe Friedrich und Martin Schreiner (Hrsg.), Universitätsverlag Hildesheim, 72 Seiten

Lehrerausbildung heute:

Mittwochs im Hörsaal – und freitags im Klassenzimmer: Lehramtsstudierende der Universität Hildesheim sind im ersten Studienjahr einmal in der Woche in der Schule, das ist bundesweit besonders. Sie erhalten früh Einblicke in die Schulrealität, können die Berufswahl überprüfen und reflektieren. Im zweiten Semester halten sie eine erste Unterrichtsstunde. 500 Lehramtsstudierende starten jeden Herbst in ihr erstes Studienjahr.

Mit etwa 2600 Studierenden bildet die Stiftung Universität Hildesheim rund ein Drittel der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrer aus. Schwerpunkte in der Lehrerausbildung liegen in den Bereichen Deutsch als Zweitsprache, Individuelle Förderung und Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer. Die Universität arbeitet in weiteren Praxisphasen im Verlauf des Studiums mit 250 Partnerschulen in Hannover, Hildesheim und der Region zusammen.

Mehr über die Lehrerausbildung erfahren:

„Willkommen im Schulalltag. Wie die Universität Hildesheim Lehrerinnen und Lehrer ausbildet", Reportagen und Interviews (Seite 46 bis 67) im Magazin der Universität Hildesheim, 2015 [PDF und epaper online]

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung
news-11131 Tue, 05 Jan 2016 15:16:00 +0100 Begegnung auf dem Postweg https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/begegnung-auf-dem-postweg/ Wer nicht anfängt, kann nichts verändern: In studentischen Gremien, im Studierendenparlament und beim Allgemeinen Studierendenausschuss kann man etwas bewirken, sagen Svenja Brakebusch und Robert Rathke. Manchmal, sind es die kleinen Gesten die zählen – und mehr wiegen als Geld. Studierende der Universität Hildesheim haben Geschenkpakete für Familien gestaltet, die erst seit wenigen Monaten in Hildesheim leben. Manchmal sagen Worte sehr viel – und weitaus mehr als Geld: Auf der Rückseite eines Fotos von Studierenden steht:

„Wir wünschen dir frohe Weihnachten! Wenn du möchtest, würden wir dich gerne einmal treffen.“

Unter der Nachricht haben die Studierenden ihre Kontaktdaten geschrieben. Lasst uns treffen, das ist die Botschaft, die die jungen Erwachsenen an Familien senden, die erst seit wenigen Monaten in Hildesheim leben.

Von dieser Idee ist die Studentin Svenja Brakebusch beeindruckt. „Das finde ich total cool, dass man den Mut hat und sagt: So, ich würde dich gerne kennen lernen. Du bist neu hier? Ich bin gerne dein Ansprechpartner in dieser Stadt.“

Umgeben von Schuhkartons stehen Svenja Brakebusch und Robert Rathke in einem Uni-Büro. Die beiden studieren an der Universität Hildesheim Lehramt und haben gemeinsam mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA), dem Studierendenparlament (StuPa) und in Zusammenarbeit mit dem Hildesheimer Migrationsverein Asyl e.V. Geschenke für Kinder und Jugendliche gesammelt, die nach der Flucht mit ihren Familien oder alleine in Hildesheim angekommen sind. Im Dezember haben sie Studierende und Lehrende dazu aufgerufen, ein Päckchen zu packen: Die Pakete sind in Geschenkpapier umhüllt, liebevoll bemalt, enthalten Spielsachen, Kleidung, Schreib- und Schulmaterialien, dazu handgeschriebene Briefe und Karten. Auf dem Paket kleben kleine Zettel mit einer Altersangabe.

Bis zur Decke stapeln sich die etwa 150 Pakete, täglich wurden es in den letzten Dezemberwochen mehr, bevor sie an Familien in Hildesheimer Flüchtlingsunterkünften verteilt wurden.

„Mit herzlichen Grüßen für ein gutes neues Jahr in Sicherheit und Gesundheit“

steht auf einer Karte in deutscher und englischer Sprache.

Von der Resonanz sind sie überwältigt. „Es ist eine kleine Geste, wir wollen hier vor Ort in Hildesheim etwas tun. Die Leute stehen in unserem Büro: mit welcher Freude sie die Geschenke mitbringen“, sagt Svenja Brakebusch.

Die 23-jährige Lehramtsstudentin engagiert sich seit drei Jahren im Studierendenparlament der Uni. „Wir haben viele Spenden bekommen, auch große Tüten mit Kuscheltieren. Und Mädchen-Schnick-Schnack, Haarbänder, Fußbälle, Lego-Trecker, etwas Süßes mit dazu.“ Außerdem wurden Schulsachen, Stifte, Radiergummis, erste Lesebücher, Anspitzer und Spielzeug eingepackt, ergänzt Robert Rathke. „Die Studierenden haben sich viele Gedanken gemacht, wir haben mit 20 Paketen gerechnet und stehen hier jetzt mit achtmal so viel.“ Die Pakete enthalten auch Grüße und Glückwünsche für das neue Jahr in verschiedenen Sprachen.

„Der große Dank geht an die Studierenden, die sich an solchen Aktionen beteiligen“, sagt Rathke, der an der Universität Lehramt mit den Fächern Wirtschaft, Geschichte und Evangelische Theologie studiert. Seine Hoffnung ist nun, dass über einzelne Feiertage hinaus Freundschaften und Begegnungen entstehen – zum Beispiel durch die Fotokarte mit der handgeschriebenen Einladung: „Lasst uns einmal treffen!“.

Studierende, sagt Robert Rathke, „können die Kompetenzen, die sie an der Universität erwerben, zum Beispiel in den Sprachwissenschaften und im Lehramt, auch im Alltag nutzen und sich einbringen“. Lehramtsstudierende gehen zum Beispiel seit Herbst 2015 in eine Hildesheimer Erstaufnahmestelle und lernen mit Erwachsenen und Familien die deutsche Sprache. 

Studierende aller Fachbereiche können beim Ankommen in der Universität mit Rat zur Seite stehen, sagt Svenja Brakebusch. „Wo muss ich hin, wie stelle ich einen Stundenplan zusammen, was muss ich beantragen, wo sind die Gebäude, in denen das Seminar stattfindet? Wie komme ich zur Universität? Im Alltag geht es darum, zu sagen: ‚Komm doch einfach mit, wir machen das zusammen.‘ Es ist eigentlich gar nicht viel, aber es hat eine riesen Wirkung.“ Das Ziel sei, dann gemeinsam im Hörsaal zu sitzen – um zu lernen.

Studentisches Engagement:

Wer sich für die Mitarbeit in den studentischen Gremien interessiert, kannst sich an Svenja Brakebusch und Robert Rathke wenden. Informationen zum Studierendenparlament findet man online. Den Allgemeinen Studierendenausschuss erreicht man zum Beispiel per E-Mail (kontakt[at]asta-hildesheim.de) und telefonisch unter 05121.883-90184. „Studierende können gerne mit ihren Ideen auf uns zukommen, wir helfen mit Infrastruktur weiter“, sagt Svenja Brakebusch. „Ich lerne hier viel“, sagt Rathke, der beim AStA für Finanzen zuständig ist.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Geschichte Deutsche Sprache Fachbereich 3 Mathematik & Angewandte Informatik Fachbereich 4 Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Flüchtlinge
news-11053 Tue, 15 Dec 2015 15:15:00 +0100 Vielfalt im Lehrerzimmer: Orientierungstage für Jugendliche https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/vielfalt-im-lehrerzimmer-orientierungstage-fuer-jugendliche-1/ Die Universität Hildesheim gibt Jugendlichen während der „Orientierungstage" Einblicke in den Lehrerberuf. Ein Ziel der regionalen Orientierungstage ist, Jugendliche für den Lehrerberuf zu interessieren. Die Initiative des Kultusministeriums startet an mehreren Standorten in Niedersachsen. An den Standorten Braunschweig, Göttingen, Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück bieten die Universitäten und Studienseminare in den nächsten Monaten regionale Orientierungstage an, um Jugendliche – mit Migrationsbiographie oder ohne – Einblicke in den Lehrerberuf zu geben und für das Thema „Vielfalt an Schulen" zu sensibilisieren. Jugendliche können sich für die Orientierungstage „Vielfalt im Klassenzimmer = Vielfalt im Lehrerzimmer" bewerben.

An der Universität Hildesheim und an Schulen finden die Orientierungstage am Samstag, 16. Januar 2016, und am Donnerstag, 21. Januar 2016, statt. Der zweitägige Kompaktkurs gibt Einblicke in das Lehramtsstudium und zeigt die Chancen des Lehrerberufs. Die Jugendlichen diskutieren mit Professorinnen und Professoren, Lehrkräften und Lehramtsstudierenden. Sie erleben Schule während einer Hospitation aus einer anderen Perspektive. Insgesamt können 20 Jugendliche teilnehmen.

Jugendliche, die derzeit die 11., 12., oder 13. Klasse besuchen und Interesse haben, können sich einfach für die Orientierungstage in Hildesheim anmelden (hier geht's zum Bewerbungsbogen).

Vielfalt im Klassenzimmer ist eine Aufgabe für das gesamte Kollegium

Lehrerinnen und Lehrer spielen eine Schlüsselrolle für „gelingende Bildungsintegration, denn sie können ganz maßgeblich zum Wohlbefinden und zum Bildungserfolg ihrer Schüler beitragen", sagt Professorin Viola Georgi vom Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim. Sie untersucht, welche Erwartungen an Lehrkräfte mit einer Migrationsbiographie gerichtet werden und welche Erfahrungen sie im Schulalltag machen. Nur knapp fünf Prozent der Lehrerinnen und Lehrer haben selbst einen Migrationshintergrund.

Welche Rolle nehmen Lehrkräfte in der Schule ein, deren Familien zum Beispiel nach Deutschland eingewandert sind, die selbst mehrsprachig aufgewachsen sind oder im Ausland unterrichtet und interkulturelle Erfahrungen gesammelt haben? Die Erziehungswissenschaftlerin Yvonne Rechter von der Universität Hildesheim sagt, dass die Mehrsprachigkeit, die viele Lehrkräfte mitbringen, ein großer Vorteil für das Unterrichten heterogener Schulklassen sei. Letztlich müssten aber alle Lehrkräfte – unabhängig von ihrer Herkunft – lernen, wie sie mit Vielfalt umgehen, sagt Rechter. Sie fördert Lehramtsstudierende beim Sammeln von zusätzlichen Praxiserfahrungen im Studium. In Hildesheim unterstützen Studierende im Projekt „LernKU(h)LT“ seit 2006 Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen im Team. Zwei Mal in der Woche lernen sie gemeinsam in einer Kleingruppe und halten Kontakt zu den Eltern und Lehrkräften.

Medienkontakt: Pressestelle Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Allg. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Bildungsintegration Lehrerbildung Zentrum für Bildungsintegration
news-11016 Sun, 13 Dec 2015 18:06:00 +0100 Klasse – wir treffen uns! 70 Jahre Lehrerausbildung https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/klasse-wir-treffen-uns-70-jahre-lehrerausbildung/ 2016 jährt sich zum 70. Mal die Aufnahme des Studienbetriebs an der Pädagogischen Hochschule Alfeld. Die Universität Hildesheim startet ihr Ehemaligen-Netzwerk und lädt Mitte Januar 2016 zu einer Festveranstaltung ein. Wer hier studiert hat, kann ab sofort Geschichten aus der eigenen Studienzeit oder Erinnerungen an den Beruf in der Schule an die Uni senden. Die Wurzeln der Lehrerausbildung reichen in Hildesheim weit zurück. „Der Jahreswechsel 1945/46 unmittelbar nach Gründung des Landes Niedersachsen hat für die Stiftung Universität Hildesheim eine hohe Bedeutung“, sagt Markus Langer, der an der Uni für die Universitätsförderung verantwortlich ist und derzeit einen Festakt für Freunde, Förderer und Ehemalige der Universität Hildesheim vorbereitet. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg begann – 20 Kilometer entfernt – der Studienbetrieb in den „Alfelder Kursen der Pädagogischen Hochschule Hildesheim“, denn im zerstörten Hildesheim waren keine geeigneten Gebäude vorhanden. Aus ihr ging 1978 die wissenschaftliche Hochschule und später die Universität Hildesheim hervor. Frühe Schulpraxis ist seit Gründung der Hochschule bis heute Teil der Lehrerausbildung. „Die ‚Alfelder Grundlagen' sind es gewesen, welche die Universität Hildesheim zu dem gemacht haben, was sie heute in der niedersächsischen Bildungslandschaft ist", so Dr. Uwe Thomas, Vorsitzender des Stiftungsrates der Universität und Präsident von Bosch Automotive Aftermarket.

Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums möchte die Universität nun erfahren:
Was wurde aus den Studierenden, die seit den 50er Jahren hier gelernt haben? Wie erleben Studierende heute die Lehrerausbildung? Wie erleben junge Lehrkräfte den Start in Schulen in Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt oder Berlin?

Als erste Absolventin des Studiengangs Kulturpädagogik erinnert sich Lore Auerbach an die Anfangsjahre zurück. „Dieser Studiengang wurde gerade erst aus der ehemaligen Pädagogischen Hochschule heraus entwickelt. Vieles wurde improvisiert, es gab erst sehr wenige Studierende. Die Seminare waren klein, Studierende und Lehrende kannten sich alle. Man hatte das Gefühl, an etwas Neuem mitzugestalten“, so Auerbach. Sie wünscht für die Zukunft der Stiftungsuniversität, dass diese auch weiterhin innovative Studiengänge entwickelt.

Die Universität lädt alle ehemaligen Studierenden, Freunde und Förderer am Sonnabend, 16. Januar 2016, ab 11:00 Uhr zu einer Festveranstaltung nach Hildesheim ein. Gemeinsam kehren die Teilnehmer zu den Anfängen zurück und erleben die Entwicklung der Hochschule. Der zweistündige Festakt auf dem Gelände des Hauptcampus bietet Raum für Austausch (weitere Informationen zum Festakt: 70 Jahre Lehrerausbildung).

Wer Interesse hat, kann an einer Vorabendveranstaltung oder einer Stadtführung durch Alfeld und Hildesheim teilnehmen. Wer sich aktiv an der Veranstaltung mit Ideen einbringen und zum Beispiel ein Jahrgangstreffen organisieren möchte, kann sich an Maike Becker wenden. Sie sammelt auch besondere Geschichten und Erinnerungen aus der eigenen Studienzeit oder an den Beruf in der Schule, die man per E-Mail oder Post zusenden kann. Texte und Bilder werden ggf. ganz oder in Auszügen veröffentlicht. Dabei sucht die Uni nicht nur Schilderungen aus den 50er Jahren, sondern gerade auch aus den Jahren 1960 bis 2000 sowie Schilderungen von aktuell tätigen Lehrkräften oder Referendaren, die an der Uni studiert haben.

Mit der 70-Jahr-Feier für Absolventinnen und Absolventen aller Fächer und aller Jahrgänge der Universität und ihrer Vorgängereinrichtung startet auch ein bundesweites Ehemaligen-Netzwerk. Alumni können sich online registrieren und werden über aktuelle Entwicklungen informiert. Wer sich online registriert, erhält über diesen Weg auch eine persönliche Einladung zum Festakt im Januar.

Interessierte erreichen Maike Becker per E-Mail (maike.becker@uni-hildesheim.de) oder auch telefonisch (05121 883-90132). Auch der Postweg (Universität Hildesheim, z.Hd. Maike Becker, Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim) steht Ehemaligen für die Registrierung und Anfragen zur Verfügung.

Hintergrund / Hildesheimer Lehrerausbildung heute

Lehramtsstudierende sind im ersten Studienjahr jeden Freitag im Klassenzimmer. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

500 Lehramtsstudierende starten jeden Herbst in ihr erstes Studienjahr. Sie sind mittwochs im Hörsaal – und freitags im Klassenzimmer: Die Lehramtsstudierenden der Uni Hildesheim sind im ersten Studienjahr einmal in der Woche in der Schule, das ist bundesweit besonders. Um dies zu gewährleisten arbeitet die Universität eng mit Partnerschulen zusammen. In den „Schulpraktischen Studien“ beobachten die angehenden Lehrkräfte in einer studentischen Kleingruppe im ersten Studienjahr jeden Freitag Unterricht und sprechen darüber mit einer Lehrkraft und mit Lehrenden aus den Erziehungswissenschaften in Seminaren. Die Studierenden erhalten früh Einblicke in die Schulrealität, können die Berufswahl überprüfen und reflektieren. Im zweiten Semester halten sie eine erste Unterrichtsstunde.

Mit etwa 2600 Studierenden bildet die Stiftung Universität Hildesheim rund ein Drittel der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrer aus. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Deutsch als Zweitsprache, Individuelle Förderung und Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer. Die Universität arbeitet in weiteren Praxisphasen im Verlauf des Studiums mit 250 Partnerschulen in Hannover, Hildesheim und der Region zusammen.

Mehr erfahren: „Willkommen im Schulalltag. Wie die Universität Hildesheim Lehrerinnen und Lehrer ausbildet", Reportagen und Interviews (Seite 46 bis 67) im Magazin der Universität Hildesheim, 2015

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung Ang. Erziehungswissenschaft Bildende Kunst und Kunstwissenschaft Deutsche Sprache Englische Sprache Mathematik & Angewandte Informatik Biologie & Chemie
news-11030 Mon, 30 Nov 2015 10:19:00 +0100 Masterarbeiten im Fach Pädagogik im SoSe 2016 https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/masterarbeit/ Informationen zur Themenfindung und zum neuen Masterabschluss-Modul im Rahmen von GHR300.

Liebe Studierende,

planen Sie im SoSe 2016 im Fach Pädagogik Ihre Masterarbeit zu schreiben?

Auf der Homepage der Abteilung Angewandte Erziehungswissenschaft finden Sie unter --> Prüfungen nähere Hinweise zu den verschiedenen Themenbereichen im Fach Pädagogik, in denen das Team der Abteilung Angewandten Erziehungswissenschaft Masterarbeiten betreut.

Studieren Sie nach der Studienordnung von 2014 (GHR300), dann müssen Sie im Rahmen Ihres  Masterabschluss-Moduls auch an einem TM1 Masterseminar teilnehmen. Bitte melden Sie sich dafür bereits jetzt unverbindlich an bei Frau Dr. Klomfaß (Koordination): klomfass(at)uni-hildesheim.de

Weitere Hinweise zum Aufbau des Masterabschluss-Moduls finden Sie in der Rahmenstudienordnung für die Master-Studiengänge Lehramt an Grundschulen sowie Lehramt an Haupt- und Realschulen (M.Ed.) unter --> Studiengänge

Prof. Dr. Melanie Fabel-Lamla

Leiterin der Abteilung Angewandte Erziehungswissenschaft


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Ang. Erziehungswissenschaft
news-10921 Wed, 04 Nov 2015 12:05:00 +0100 Modern, traditionell, vielfältig: Einblicke in afrikanische Kinder- und Jugendbücher https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/modern-traditionell-vielfaeltig-einblicke-in-afrikanische-kinder-und-jugendbuecher/ Lehramtsstudierende haben Jugendliche in Realschulen in Hildesheim und Hannover befragt. Viele verbinden Afrika mit Armut, Krankheit und Hunger. Ein Team der Universität Hildesheim hat daher eine Ausstellung und öffentliche Vorlesungsreihe über Afrikabilder entwickelt. Autorinnen und Autoren afrikanischer Kinder- und Jugendliteratur geben Einblicke in die Vielfalt der Länder und Menschen. Eine einzelne Geschichte, schreibt die nigerianische Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie, schaffe Stereotype („The Danger of the Single Story“, 2009). „Das Problem von verallgemeinernden Urteilen ist nicht, dass sie unwahr sind, sondern, dass sie unvollständig sind. Sie machen eine Geschichte zur einzigen Geschichte." Stattdessen, so die Autorin, sollten wir realisieren, dass nie nur eine einzige Geschichte zu einem Ort existiere.

Sozialwissenschaftlerinnen, Erziehungswissenschaftler, Historiker und Lehramtsstudierende der Universität Hildesheim greifen nun die Gedanken von afrikanischen Autorinnen und Autoren in einer Ausstellung auf. „Wir möchten mit dieser Ausstellung zum Nachdenken über die eigene Vorstellung von Afrika anregen und Ein- und Ausblicke in die Vielfalt Afrikas und afrikanischer Gesellschaften anstoßen", sagt Jessica Schwarz vom Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim.

Im Projekt „Globaler Wandel in der Politischen Bildung“ und im Seminar „Afrikanische Kinder- und Jugendliteratur“ haben sich Lehramtsstudierende der Universität Hildesheim mit der Frage auseinandergesetzt, welches Bild von Afrika Schülerinnen und Schüler haben und inwieweit Schule zu einer differenzierten Vorstellung von Afrika beitragen kann, indem ein ganzer Kontinent nicht einseitig auf Armut, Krankheit und Krieg reduziert wird, erläutert Jessica Schwarz. In Befragungen an Schulen in Hildesheim und Hannover wurde wiederkehrend das Interesse am Alltag der Menschen und an Afrikas Flora und Fauna geäußert. Außerdem sind die befragten Jugendlichen interessiert an einer Darstellung der wirklichen Vielfalt Afrikas, um stereotypen Vorstellungen und Vorurteilen entgegenzuwirken. Ein negatives, wenig differenziertes Afrikabild überwiegt bei den befragten Jugendlichen. Wiederkehrende Begriffe sind Armut, Krankheit und Hunger. Ein Sechstklässler antwortet auf die Frage, was ihm zum Thema Afrika einfällt: „Diese Menschen, die an Krankheiten sterben und die haben halt nicht so viel Geld und nicht so viel Essen wie wir.“

Befragt wurden im Frühsommer 2015 208 Jugendliche aus zehn Schulklassen an zwei Realschulen. Die Lehramtsstudenten Clemens Franke, Benedikt Kiehn und Jan Siefer haben ihre kleine Studie hier zusammengefasst (PDF).

In einer Ausstellung im Hildesheimer Schulmuseum präsentieren die Studierenden nun Projektergebnisse: Sie zeigen das moderne, traditionelle und vielfältige Bild Afrikas anhand von Auszügen aus der Kinder- und Jugendliteratur. In den Kinderbüchern werden zum Beispiel Höflichkeits- und Umgangsformen sowie der Respekt und der Umgang miteinander thematisiert und in Tierfabeln in Kisuaheli vermittelt. Das Projekt wurde begleitet und mit Buchspenden unterstützt vom Verein Initiativen Partnerschaft Eine Welt e.V. in Hildesheim.

Neben den beiden international bekannten nigerianischen Autoren Chinua Achebe und Cyprian Ekwensi, die in kunstvoll illustrierten Kinderbüchern, wie „How the Leopard got his Claws“ (Achebe) und „Masquerade Time“ (Ekwensi), die Mythen und Fabeln ihrer Ahnen nutzen, um Kinder für die Vergangenheit zu sensibilisieren, sind auch autobiographische Erzählungen in der Ausstellung zu sehen. Zum Beispiel die Geschichte des jungen Autoren Mbu Maloni aus Südafrika, der seine Kindheit und Jugend in einem Waisenhaus in einem Township in seinem Buch „Niemand wird mich töten“ beschreibt und mit Unterstützung des Leiters des Waisenhauses Hokisa, Lutz van Dijk, sein Buch auch in Deutschland publizieren konnte.

Neben tansanischen Schulbüchern der Primarstufe und der weiterführenden Schulen werden Kinderbücher gezeigt, die Umweltbewusstsein und Naturschutz in den Mittelpunkt stellen oder Ausgrenzung und Benachteiligung im Kinder- und Jugendalter thematisieren.

Mit der Ausstellung startet auch eine öffentliche Ringvorlesung über Afrikabilder. Ein Thema ist unter anderem die Rolle von länderübergreifenden Schulpartnerschaften. Persönliche Begegnungen haben eine „fundamentale Bedeutung für das biographische Lernen bei Schülerinnen und Schülern“, sagt Jessica Schwarz. Sie hat im vergangenen Jahr ihre Dissertation über „Die Wiederentdeckung der Begegnung in der politischen Bildung“ verteidigt. Die Politikwissenschaftlerin der Universität Hildesheim untersucht, wie Globales Lernen in internationalen Schulpartnerschaften stattfindet. Dabei betrachtet sie die Zusammenarbeit von niedersächsischen Schulen mit Partnern in Brasilien, Costa Rica, Gambia, Kenia, Niger, Tansania und auf den Philippinen. Politische Problembestände seien „nicht mehr lokalisiert oder ausschließlich national geprägt“, so Schwarz. Die Wissenschaftlerin weist darauf hin, dass Schulpartnerschaften geeignet sind, „um Wissensvermittlung über globale Zusammenhängemit persönlichkeitswirksamen Erfahrungen der Begegnung mit einem vormals geographisch entfernten Kulturraum zu verbinden“.

Auf einen Blick / Afrikabilder: Ausstellung und öffentliche Vorlesungsreihe starten in Hildesheim

Jeden Donnerstag: Vorlesungsreihe über Afrikabilder auf der Domäne Marienburg. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Die Ausstellung zu afrikanischer Kinder- und Jugendliteratur wird am Donnerstag, 5. November 2015, um 16:00 Uhr im Schulmuseum auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Hildesheimer Universität eröffnet (Domänenstraße, 31141 Hildesheim). Interessierte Schulklassen und Bürger sind herzlich eingeladen. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Schulmuseums (dienstags 10:00 bis 12:00 Uhr und mittwochs 15:00 bis 17:00 Uhr) geöffnet. Außerdem kann man Termine auf Anfrage vereinbaren. Auch Sonderführungen sind für Gruppen nach telefonischer Anmeldung möglich. Weitere Informationen findet man auf der Internetseite des Schulmuseums. Ansprechpartner ist Dr. Hartmut Schröder (Tel.: 05121-883-10150 oder E-Mail: ssm@uni-hildesheim.de). Der tansanische Künstler John Kilaka, der im November Kunst-Workshops zu tansanischer Malerei in Schulen und Kindergärten in Niedersachsen anbieten wird, ist ebenfalls vor Ort und mit seinen Fabelbüchern und Bildern bei der Auftaktveranstaltung vertreten. Seine Kinderbücher „Gute Freunde", „Frische Fische" und „Der wunderbare Baum" sind auch in deutsche Sprache übersetzt worden.

Mit der Ausstellung startet an der Universität Hildesheim auch eine öffentliche Ringvorlesung über Afrikabilder (Programm als PDF). Jeden Donnerstag von 16:00 bis 18:00 Uhr sprechen Fachleute aus Forschung und Schule. Die Vorträge finden im Burgtheater auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg statt (Haus 2a,Raum 2a). Den Eröffnungsvortrag hält Kirsten Rüther, Professorin für Geschichte und Gesellschaften Afrikas an der Universität Wien, am 5. November 2015, um 16:15 Uhr. Am 12. November spricht Gerhard Meier-Hilbert (Hildesheim) über vielfältige Lebenswelten von Kindern in afrikanischen Ländern. Am 19. November gibt Manfred Loimeier (Heidelberg) Einblicke in Literaturvermittlung und die Förderung der Lesekultur unter Kindern und Jugendlichen in Nigeria und Mali.

Es folgen weitere Vorträge. Professor Wolfgang Schneider (Hildesheim) spricht zum Beispiel über Auswärtige Kulturpolitik und künstlerische Kooperationen und Luise Steinwachs(Berlin) gibt einen Einblick in Lernerfahrungen in Schulpartnerschaften. Auch die Herman-Nohl-Schule (Hildesheim) gibt Einblicke in eine Bildungspartnerschaft in Moshi/Tansania.

Die Vortragsreihe über Afrikabilder ist eine Kooperation des Instituts für Geschichte, der Stiftung Schulmuseum, des Instituts für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim und des Vereins Initiativen Partnerschaft Eine Welt e.V. Die Sparkasse und das Bistum Hildesheim unterstützen die Reihe.

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Migrationspolitik Pressemeldungen Sozialwissenschaften Politik Geschichte Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft
news-10729 Fri, 09 Oct 2015 17:51:00 +0200 Lehrerausbildung: Vielfalt an Schulen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/lehrerausbildung-vielfalt-an-schulen/ Vielfalt im Lehrerzimmer: Die Universität Hildesheim möchte mit „Orientierungstagen" Jugendliche für den Lehrerberuf begeistern. Eine Bewerbung ist ab sofort möglich. Lehrerinnen und Lehrer können zum Wohlbefinden und zum Bildungserfolg ihrer Schüler beitragen, sagt Professorin Viola Georgi. Ein Ziel der regionalen Orientierungstage ist, Jugendliche – vor allem mit Migrationsbiographie – für den Lehrerberuf zu interessieren. Die Initiative des Kultusministerium startet an mehreren Standorten in Niedersachsen. Mit einer Tagung haben im Oktober 2015 etwa 170 Fachleute aus Wissenschaft und Schule ein Zeichen für Vielfalt gesetzt. Die Konferenz des Niedersächsischen Kultusministeriums und der Universität Hildesheim bildet zugleich den Auftakt für die Orientierungstage „Vielfalt im Klassenzimmer = Vielfalt im Lehrerzimmer". An den Standorten Braunschweig, Göttingen, Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück bieten die Universitäten und Studienseminare in den nächsten Monaten regionale Orientierungstage an, um Jugendliche – insbesondere mit Migrationsbiographie – für das Thema „Vielfalt an Schulen" zu sensibilisieren und für den Berufswunsch Lehramt zu interessieren.

Lehrerinnen und Lehrer, sagt Professorin Viola Georgi von der Universität Hildesheim, spielen eine Schlüsselrolle für „gelingende Bildungsintegration, denn sie können ganz maßgeblich zum Wohlbefinden und zum Bildungserfolg ihrer Schüler beitragen".

Nur knapp fünf Prozent der Lehrerinnen und Lehrer haben selbst einen Migrationshintergrund. Das Ungleichgewicht setze sich im öffentlichen Dienst weiter fort, sowohl in Behörden als auch bei der Polizei, sagt die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf. Dies müsse sich ändern. „Oftmals fehlt es an umfassenden Kenntnissen über Bildungswege und Berufsmöglichkeiten. Hier müssen wir ansetzen, Öffentlichkeit herstellen und für das Thema sensibilisieren", so Doris Schröder-Köpf.

„Mit der Fachtagung und den Orientierungstagen unterstreichen wir, dass die interkulturelle Öffnung von Schulen wichtig ist", sagt Claudia Schanz, Referatsleiterin im Niedersächsischen Kultusministerium. „Wir wollen dazu beitragen, dass Bildungserfolg unabhängig von Herkunft gelingen kann. Und wir wollen die Vielfalt im Klassenzimmer auch im Lehrerzimmer erreichen, denn wir wissen, dass Schülerinnen und Schüler mit Migrationsbiographie am Ende der Schulzeit oft andere Berufsinteressen haben, als den Lehrerberuf. Deshalb werben wir aktiv dafür. Sie haben aufgrund ihrer Lebensbiographie ein vertieftes Verständnis für die Lebenswelt der Jugendlichen. Sie sollen aber zuallererst gute Lehrer sein und nicht auf diese Rolle als Brückenbauer festgelegt werden."

Welche Rolle nehmen Lehrkräfte in der Schule ein, deren Familien zum Beispiel nach Deutschland eingewandert sind, die selbst mehrsprachig aufgewachsen sind oder im Ausland unterrichtet und interkulturelle Erfahrungen gesammelt haben? Die Erziehungswissenschaftlerin Yvonne Rechter von der Universität Hildesheim betont, dass die Mehrsprachigkeit, die viele Lehrkräfte mitbringen, ein großer Vorteil für das Unterrichten heterogener Schulklassen sei. Letztlich müssten aber alle Lehrkräfte – unabhängig von ihrer Herkunft – lernen, wie sie mit Vielfalt umgehen, sagt Rechter. Sie fördert Lehramtsstudierende beim Sammeln von zusätzlichen Praxiserfahrungen im Studium. In Hildesheim unterstützen Studierende im Projekt „LernKU(h)LT“ seit 2006 Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen im Team. Zwei Mal in der Woche lernen sie gemeinsam in einer Kleingruppe und halten Kontakt zu den Eltern und Lehrkräften.

Claudia Schanz berichtet von einem Netzwerk, in dem sich etwa 300 Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte engagieren. Erfreulich sei, so Schanz, dass „immer mehr auch Funktionen einnehmen, die Schulleitung übernehmen und im Karriereweg aufsteigen". „Die Lehrkräfte gehen in Schulen und werben aktiv für den Lehrerberuf", so Schanz. Das Niedersächsische Kultusministerium stellt für das „Migranetz" personelle Ressourcen zur Verfügung.

Auf der Hildesheimer Tagung haben sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch mit dem Themenfeld „Bildungswege nach der Flucht" befasst. Derzeit werden viele Kinder und Jugendliche, die eine Flucht hinter sich haben, in sogenannten Willkommens-, Sprachlern- oder Migrationsklassen – die Bezeichnung variiert je nach Bundesland – auf den Schulalltag in Deutschland vorbereitet. Wie unterstützen Schulen und Bildungseinrichtungen Kinder und Jugendliche bei diesem Übergang? „Vielerorts – besonders in den Städten – klappt das gut, weil Schulen in Deutschland vielfältige Erfahrungen im Umgang mit migrationsbedingter sozialer, kultureller und sprachlicher Vielfalt gesammelt haben. Aber es gibt auch Schulen, die überfordert sind, weil ihnen Personal fehlt, Sozialarbeiter, Psychologen und Dolmetscher etwa, die gerade dringend gebraucht werden", sagt Professorin Viola Georgi, die am Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim über „Schule in der Einwanderungsgesellschaft" und „Bildungschancen" forscht.

„Je eher die Kinder und Jugendlichen wieder einen strukturierten Alltag erleben, umso besser", so Prof. Viola Georgi. Sie sind in der Schule unter Gleichaltrigen, lösen Aufgaben gemeinsam, sie spielen zusammen Fußball, gehen ins Theater oder besuchen den Zoo. Der Schulalltag mit all seinen Routinen hilft dabei, sich in der neuen Gesellschaft zu orientieren und entlastet auch die Eltern.

Die Tagung des Niedersächsischen Kultusministeriums und der Universität Hildesheim wurde vom Niedersächsischen Sozialministerium gefördert. Beteiligt sind unter anderem das Zentrum für Bildungsintegration, das Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung und das Institut für Erziehungswissenschaft.

Jetzt anmelden: Orientierungstage / Ministerium und Universität werben für mehr Vielfalt im Lehrerzimmer

Die Initiative des Niedersächsischen Kultutsministeriums kommt auch nach Hildesheim: An der Universität Hildesheim und an Schulen finden die Orientierungstage „Vielfalt im Klassenzimmer = Vielfalt im Lehrerzimmer!" am Samstag, 16. Januar 2016, und am Donnerstag, 21. Januar 2016, statt. Der zweitätige Kompaktkurs gibt Einblicke in das Lehramtsstudium und zeigt die Chancen des Lehrerberufs. Schülerinnen und Schüler von der 11. bis 13. Klasse können sich bis zum 12. Dezember 2015 bewerben. Das Angebot richtet sich vor allem an junge Menschen mit Migrationsbiographie.
Weitere Informationen zur Teilnahme findet man online.

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Lehrerbildung Bildungsintegration
news-10727 Tue, 06 Oct 2015 08:00:00 +0200 Willkommensklasse – und dann? Auf die Schulen kommt jetzt Großes zu: Sie müssen Hunderttausende Flüchtlingskinder integrieren. Wie soll das gehen? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/willkommensk/ HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG und HILDESHEIMER ALLGEMEINE ZEITUNG über Schule in der Einwanderungsgesellschaft: Professorin Viola Georgi untersucht an der Universität Hildesheim, wie Schulen mit Vielfalt umgehen, und bildet Fachleute für den Bildungsbereich aus. Die Politikredakteurin Marina Kormbaki berichtet in einem Schwerpunkt-Artikel (Seite 3) überden Alltag in Sprachlernklassen und wie Schulen Kinder und Jugendliche beim Ankommen in Deutschland unterstützen. „'Wir haben in der Vergangenheit bereits vielfältige Erfahrungen gesammelt und Konzepte entwickelt. Wir müssen jetzt das Rad nicht neu erfinden', sagt Prof. Viola Georgi, Bildungsexpertin an der Uni Hildesheim. 'Schon seit Langem vermitteln wir Lehramtsstudenten eine Pädagogik, die kulturelle Unterschiede und Mehrsprachigkeit von Schülern nicht mehr als Problem betrachtet'“, heißt es in der HANNOVERSCHEN ALLGEMEINEN ZEITUNG.

Hannoversche Allgemeine Zeitung, Willkommensklasse – und dann? Auf die Schulen kommt jetzt Großes zu: Sie müssen Hunderttausende Flüchtlingskinder integrieren. Wie soll das gehen?", Politik Seite 3, 06.10.2015 (print)

Kontakt zu Studierenden und zu Lehrenden, die Studieninteressierte nach der Flucht unterstützen, über die Universität Hildesheim (Isa Lange, presse[at]uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Fachbereich 1 Allg. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Deutsche Sprache Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel überregional Bildungsintegration Lehrerbildung Flüchtlinge
news-10838 Thu, 01 Oct 2015 12:05:00 +0200 Diskriminierung fängt im Schulbuch an https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/diskriminier/ Lehrer müssen sich immer stärker mit Schülern auseinandersetzen, die über einen Migrationshintergrund verfügen. Das bisherige Bildungsmodell ist allerdings nicht mehr zukunftsfähig. Auf der Fachtagung "Vielfalt im Klassenzimmer" an der Universität Hildesheim wurden die aktuellen Probleme diskutiert und mögliche Lösungsstrategien aufgezeigt. Die Tagung richtete sich vor allem an diejenigen, die die Last dieser Integrationsarbeit zu tragen haben: Die Lehrer. Pressespiegel regional Ang. Erziehungswissenschaft Deutsche Sprache Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Allg. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) news-10639 Fri, 25 Sep 2015 15:25:00 +0200 Fachtagung "Vielfalt im Klassenzimmer = Vielfalt im Lehrerzimmer!" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/fachtagung/ Am Donnerstag, den 01. Oktober 2015 findet in der Zeit von 10:00 bis 16:30 Uhr die Fachtagung "Vielfalt im Klassenzimmer = Vielfalt im Lehrerzimmer!" an der Stiftung Universität Hildesheim statt. Die Fachtagung ist der landesweite Auftakt zu den regionalen Orientierungstagen 2015/2016. Diese finden in Hildesheim am 16. Januar und 21. Januar 2016 statt.

Koordination: Dr. Yvonne Rechter

Weitere Infos und das Programm finden sich hier: https://www.uni-hildesheim.de/fachtagungvielfalt/

Veranstaltungsort: Stiftung Universität Hildesheim, Universitätsplatz 1, Forum, 31141 Hildesheim

 

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Ang. Erziehungswissenschaft
news-10709 Wed, 02 Sep 2015 10:50:00 +0200 Uni bietet Inklusions-Pädagogik als Fortbildung an https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/uni-bietet-i/ Die Uni Hildesheim bietet für Lehrer aus allen Schulformen ein zweijähriges berufsbegleitendes Studium für Inklusions-Pädagogik an. Neben einem monatlichen Treffen aller Teilnehmer, stehen neben Fallberatungen auch viele weitere Zusatzangebote wie zum Beispiel ein Job­Shadowing auf dem Programm. Pressespiegel regional Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Einrichtungen Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Schwerpunktthemen Lehrerbildung Inklusion Psychologie news-10582 Thu, 27 Aug 2015 12:50:00 +0200 Inklusion: Uni begleitet Schulen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/inklusion-uni-begleitet-schulen/ Inklusions-Studiengang: Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen können sich bis zum 15. September 2015 bewerben. Erziehungswissenschaftlerinnen der Universität Hildesheim begleiten Lehrkräfte über zwei Jahre – und unterstützen somit Grundschulen, Gesamtschulen und Gymnasien auf dem Weg zur inklusiven Schule. Seit 2009 gilt eine UN-Konvention, seit 2013 ein Rechtsanspruch in Niedersachsen: Alle Kinder sollen gemeinsam die Schule besuchen können. Die Universität Hildesheim unterstützt Schulen auf dem Weg zur Inklusion und bildet Lehrkräfte aller Schulformen in einem zweijährigen berufsbegleitenden Studiengang „Inklusive Pädagogik“ fort. Mittlerweile wurden knapp 80 Lehrkräfte weitergebildet. In Niedersachsen gibt es somit einen der ersten Weiterbildungsstudiengänge für Inklusive Pädagogik: Das zieht Lehrkräfte etwa aus Bayern, Hessen, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein an.

In zwei Jahren lernen sie an der Universität Hildesheim, wie sie mit der Vielfalt im Unterricht umgehen, im Team und mit Fachleuten zusammenarbeiten können. Die Lehrer setzen Studieninhalte schrittweise in den Schulalltag um und werden dabei begleitet.

„Die Qualität der Fortbildungen ist entscheidend für das Gelingen der Reform“, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Britta Ostermann, die über die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule promoviert hat. Es gehe neben didaktischen und methodischen Fragen um eine Haltungsänderung im Lehrerzimmer, die nicht in kurzfristigen Fortbildungen zu erzielen sei.

Etwa einmal im Monat, zwei Jahre lang, kommen die Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen – im Alter von 25 bis 60 Jahren – in Hildesheim zusammen. Zwischendurch stehen Fallberatungen, Austausch in internationalen Lernpartnerschaften und das „Job-Shadowing“ an. Hierbei besuchen sich Lehrkräfte gegenseitig im Unterricht, beobachten und geben Rückmeldungen. Sie lernen, wie eine Schule zur inklusiven Schule wird und befassen sich im Studium mit der Inklusiven Didaktik, Pädagogischen Diagnostik und Förderplanung und mit der Frage, wie sie im Kollegium, mit Fachleuten und mit Eltern zusammenarbeiten und mit Konflikten umgehen können.

„Lehrkräfte dürfen in ihrer Praxis nicht allein gelassen werden. Wir arbeiten mit den Lehrkräften im Studiengang auch auf der Mikroebene, analysieren zum Beispiel Videos, Unterrichtssequenzen, Gespräche mit Kindern, Eltern, Kollegen, um die eigene Reflexionsfähigkeit zu erhöhen“, so Ostermann, geschäftsführende Leiterin dieses Weiterbildungsmasters. Manche Schulen bilden ein Vierer-Team fort, die Lehrer geben ihr Wissen an das Kollegium weiter und sollen als Multiplikatoren wirken.

Einen anderen Weg geht die Oberschule Söhlde im Landkreis Hildesheim: Die Erziehungswissenschaftlerin Ostermann erfasst, wie sich die Bedingungen für inklusives Lernen an der Schule verändern und welche Unterstützungsbedarfe die Lehrkräfte aufweisen. Darauf aufbauend entwickelt die Universität eine passgenaue Fortbildungsreihe für das Kollegium und für die gesamte Schulgemeinschaft.

Am Gymnasium Andreanum in Hildesheim untersucht Ostermann seit Juni 2015 gemeinsam mit Claudia Mähler, Professorin für Pädagogische Psychologie, die Arbeit in den Inklusionsklassen. Die Wissenschaftlerinnen erheben, wie sich alle Schülerinnen und Schüler im Gemeinsamen Unterricht entwickeln. Außerdem untersuchen sie, wie Gymnasial- und Förderschullehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter und Schulbegleiterinnen im Schulalltag kooperieren und wie die Schülerinnen und Schüler sowie Eltern diese Zusammenarbeit erleben. Erste Ergebnisse sollen im Herbst 2015 vorliegen.

Die Universität Hildesheim berät nicht nur Schulen in der Region Hildesheim. Auch die Stadt Wolfsburg, die auf vielen Ebenen des Bildungssystems Teilhabe ermöglichen möchte, hat von den Erfahrungen in Hildesheim gehört. Seit Frühjahr 2015 untersucht Britta Ostermann in Wolfsburg, wie in Kindergärten und Grundschulen die Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams erfolgt und wie pädagogische Fachleute mit Eltern zusammenarbeiten. Ergebnisse sollen im Herbst 2015 vorliegen.

Welche Rolle Lehrkräfte bei der Umsetzung von Inklusion spielen, haben Professorin Katrin Hauenschild und Professor Werner Greve untersucht und 120 niedersächsische Lehrerinnen und Lehrer nach ihrer Haltung gegenüber der Reform befragt: Die Einstellung der befragten Grundschullehrer zur Inklusion wird umso positiver, je mehr Erfahrungen und Kompetenzen sie selber gesammelt haben. Eher skeptisch eingestellt sind jene, die zum Ziel haben, dass „alle das Gleiche lernen sollen“.

Inklusions-Studiengang: Bis zum 15. September 2015 bewerben

Wer Interesse an dem Studium „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“ hat, kann Dr. Britta Ostermann kontaktieren (Tel. 05121.883-92392, E-Mail osterma@uni-hildesheim.de). Der Weiterbildungsstudiengang richtet sich an Lehrkräfte aller Schulformen. Dabei können Schulen auch mehrere Lehrkräfte fortbilden, die an ihrer Schule als Multiplikatoren wirken. Im Oktober 2015 startet der fünfte Jahrgang, eine Bewerbung ist noch bis zum 15. September 2015 möglich.

Zwei Jahre statt ein Wochenende: Lehrerfortbildung

Die Universität Hildesheim bildet seit drei Jahren Lehrerinnen und Lehrer berufsbegleitend fort. Nicht bloß an zwei Wochenenden. Sondern monatlich, über einen Zeitraum von zwei Jahren, kommen die berufstätigen Lehrer in Hildesheim zusammen. Darunter Lehrer aus Grund- und Hauptschulen, Oberschulen, aus Gymnasien. Manche sind 25, andere bereits 55 Jahre. Die Nachfragen von Lehrern nach umfassender Fortbildung sind hoch, einige Schulen bilden nicht Einzelkämpfer, sondern 2er- und 4er-Teams weiter.

Nachgefragt: Vertrauen

Seitdem in Niedersachsen seit dem Schuljahr 2013/14 ein Rechtsanspruch gilt und Eltern frei wählen können, ob ihr Kind eine Förder- oder Regelschule besuchen soll, ist Karin Frank-Gerstungs Teamfähigkeit stärker als bisher gefordert. Sie ist eine der ersten Lehrerinnen in Niedersachsen, die berufsbegleitend zwei Jahre „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“ studiert hat. Mehr erfahren: Interview mit der Lehrerin (Uni-Magazin 2015, online, Seite 60).

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Inklusion Lehrerbildung MA IPK
news-10329 Mon, 03 Aug 2015 09:20:00 +0200 Gemeinsam Familien erreichen und Bildungschancen verbessern https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/gemeinsam-familien-erreichen-und-bildungschancen-verbessern/ Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen lernen im Team: Die Universität, die Volkshochschule und Asyl e.V. kooperieren, um Kinder und Jugendliche in Hildesheim beim Aufwachsen und Lernen zu unterstützen. Sie wollen Bildungschancen verbessern. Eine Hürde: viele Eltern haben Scheu, Anträge zu stellen, etwa um Gelder aus dem Bildungs- und Teilhabepaket zu beantragen. Wer in einer Suchmaschine „Bildungs- und Teilhabepaket“ (BUT) eingibt, der gelangt zu zahlreichen Informationsseiten im Internet, Flyern in deutscher, russischer, arabischer und türkischer Sprache, FAQ-Listen. Die Flyer geben Antworten: Hinter „Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben“ verbirgt sich der Zugang zu Sport- und Musikunterricht, der Begriff „Lernförderung“ fasst in diesen Infomaterialien zusammen, dass manche Kinder Unterstützung brauchen, „um die Lernziele in der Schule zu erreichen“. Familien erfahren hier, wie und wo sie Gelder aus dem Bildungs- und Teilhabepaket beantragen können.

Doch Informationsbroschüren reichen nicht aus, der Verein Asyl e.V., die Volkshochschule (VHS) und die Universität in Hildesheim setzen auf persönliche Beratung: Natalya Surzhik hält Kontakt zu Familien in Stadt und Landkreis Hildesheim, sie berät Eltern, deren Kinder sich für eine Lernförderung anmelden möchten und die dafür einen „BUT-Antrag“ stellen müssen. „Wir bemühen uns, einen Überblick zu schaffen. Die Eltern bauen Vertrauen auf. Ein Flyer reicht nicht aus, die Eltern brauchen persönliche Unterstützung, die Antragstellung ist kompliziert“, sagt Surzhik.

Die Zusammenarbeit der drei Partner steht unter dem Dach „Bildungschancen verbessern" (PDF). Familien, deren Kinder Unterstützung in der Schule brauchen, etwa in Deutsch, Mathematik und Englisch, können ihre Kinder für die Lernförderung anmelden. Der Förderunterricht findet in Gruppen oder einzeln außerhalb der Schulzeit statt, in der Schule, in der Stadtbibliothek. Das Migrationszentrum Asyl e.V. verfüge über vielfältige Erfahrungen und ist mit Sprach- und Kulturvermittlern vernetzt, sagt dessen Leiter Uwe Wedekind. Die VHS verfolgt mit dem Projekt „Lernförderung“ seit längerem das Ziel „Familien dabei zu unterstützen, Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket in Anspruch zu nehmen“, sagt Alexey Ponomarev von der Volkshochschule. Die Universität erreicht seit 2006 mit dem Förderprojekt „LernKU(H)LT“ Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen und verbindet dies mit der Lehrerausbildung. Statt, wie bei der Nachhilfe, kurzfristig zu denken, etwa mit dem Ziel, die nächste Klassenarbeit zu bewältigen, setzen die drei Partner dabei an, Kinder darauf vorzubereiten, selbstständig zu lernen. Das Förderangebot der Verbundpartner ist nicht kommerziell.

Durch die Zusammenarbeit wollen sie die Antragsverfahren vereinfachen, die Anmeldung bündeln und gemeinsam Familien beraten. Sie wollen möglichst wenige Hürden aufstellen, gemeinsam haben sie einen Flyer und einen Elternbrief entwickelt. Natalya Surzhik geht in Schulen, informiert über die Lernförderung. „Schulen sind ein Schlüssel, sie können auf Förderangebote aufmerksam machen, wir stellen unsere Angebote bei Schulsozialarbeitern vor.“ Eltern erhalten, meist über die Schule, einen Elternbrief, sie füllen ein Voranmeldeformular aus. „Das Kind unterschreibt das Formular und teilt mit, welche Uhrzeiten für eine Förderung möglich sind. Ich stelle so fest, ob Familien schon einen BUT-Antrag gestellt haben, frage bei der Schule an. Eltern müssen auch eine Bestätigung der Schule einreichen, dass ihr Kind eine Lernförderung benötigt“, schildert Natalya Surzhik das komplexe Verfahren, um einen Erstantrag zu stellen. „Eltern erhalten dann einen Gutschein, den sie einlösen können, nach einem halben Jahr stellen sie einen Folgeantrag, ich telefoniere hinterher.“

Doch die Kooperationspartner wollen nicht „ausfischen“ und nur Kinder fördern, die BUT-berechtigt sind. Regionale Stiftungen unterstützen das Anliegen, so kann die Universität ihr Angebot weiter öffnen. Denn von der Lernförderung im Bildungs- und Teilhabepaket kann nur ein kleiner Kreis profitieren. Antragsberechtigt sind Familien, die Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld erhalten und Asylbewerber, ihre Kinder müssen außerdem versetzungsgefährdet sein, also Noten im Bereich 4 bis 5 nachweisen.

„Da fallen viele Kinder raus. Wir möchten auch Kinder unterstützen, die ihren Leistungsstand halten wollen oder einen höheren Schulabschluss anstreben“, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Yvonne Rechter, die das LernKU(H)LT-Projekt gemeinsam mit Michaela Büdcher an der Universität vorantreibt. Nur durch die Unterstützung von Stiftungen könne man auch weitere Kinder erreichen – die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung hat eine zweijährige Projektförderung über 40.000 Euro zugesagt, auch die Bürgerstiftung Hildesheim und die Nina Dieckmann Stiftung sind im Boot. So können auch Kinder erreicht werden, deren Eltern oder Großeltern aus einem anderen Land nach Deutschland eingewandert sind, und Familien, die über wenig Geld verfügen, die aber keinen Anspruch auf BUT-Gelder haben.

Dienstags und freitags lernen Mette und Omer mit einer Lehramtsstudentin der Uni. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Kurzinformation: Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen lernen im Team

Lehramtsstudierende der Universität Hildesheim fördern seit 2006 Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen im Team. Zweimal wöchentlich über mindestens ein halbes Jahr begleitet je ein Student eine Gruppe von drei bis fünf Kindern. Die Lehramtsstudierenden werden von Erziehungswissenschaftlerinnen unterstützt. „Ziel ist die schulische Situation von Erst- bis Zehntklässlern, vor allem mit Förderbedarf in der deutschen Sprache, in der Region Hildesheim zu verbessern“, sagt Yvonne Rechter, die das Projekt „LernKU(H)LT“ aufgebaut hat. Etwa 600 Kinder und Jugendliche aus der Region und 200 Studenten nahmen bisher teil. Derzeit laufen 18 Gruppen, drei davon in Hannover.

„Individuelle Förderung“ und „Diagnostik“ geht so leicht über die Lippen – was das wirklich bedeutet, erfahren die angehenden Lehrerinnen und Lehrer in der regelmäßigen Arbeit mit den Kindern. Das Projekt ist keine Hausaufgabenbetreuung, die Studierenden erfassen in einer Eingangsdiagnostik den Lernstand des Kindes und arbeiten für jedes Kind einen Förderplan aus, beschreibt die Projektkoordinatorin Michaela Büdcher. „Die studentischen Hilfskräfte arbeiten nicht allein wegen des Geldes hier, sondern wegen der Relevanz für ihren späteren Berufsalltag.“ Sie wollen auch das Gemeinschaftsgefühl stärken, erarbeiten zum Beispiel Musikstücke und Gedichte.

Im LernKU(H)LT-Projekt besuchen die Studierenden Familien, halten Kontakt zu den Eltern. Übersetzer von Asyl e.V. vermitteln bei sprachlichen Barrieren. Durch die praktischen Erfahrungen setzen sich die Lehramtsstudierenden intensiver mit theoretischen Inhalten aus dem Studienalltag auseinander, etwa mit dem Themenfeld „Unterricht in sprachlich und ethnisch-kulturell heterogenen Klassen«, „Zusammenarbeit mit Eltern“ und „Deutsch als Zweitsprache“. Madeleine Mäbert studiert Musik und Deutsch und fördert fünf Grundschüler, die in die erste, zweite, dritte und vierte Klasse gehen und neben Deutsch auch Arabisch, Bulgarisch, Russisch und Türkisch sprechen. Für sie sei das Projekt eine Chance, um „Theorie auch anzuwenden und die Entwicklung von Kindern zu beobachten“. Mit den Eltern ist sie per Brief, telefonisch und per SMS in Kontakt oder spricht mit ihnen nach der Förderstunde, so hat sie von einem Grundschüler auch die Oma kennen gelernt. „Für die Familien ist es teilweise schwer, zu sagen, was das Kind kann oder was ihm schwerfällt“, sagt Mäbert, die zuvor auch Realschüler beim Lernen unterstützt hat. „Was ich auch lerne? Geduld. Ich gehe auf einzelne Schüler ein, meine Einstellung hat sich verändert.“ Sie besucht Seminare zum Zweitspracherwerb und ein Seminar der Mathematikprofessorin Barbara Schmidt-Thieme und der Sprachwissenschaftlerin Christina Kellner: Wie viel Sprache steckt im Matheunterricht? In Textaufgaben steht „Fruchtsaftgetränk“ oder „Lohn“ – viele Grundschüler kennen die Begriffe nicht aus der Alltagssprache, sagt die Studentin.

Der Lernzuwachs in der Eins-zu-Eins-Situation sei enorm, sagen Studierende. Durch das Projekt lernen sie, dass eine Klasse mit 25 Schülern eben aus 25 Einzelnen besteht. Die Studentin Juliane Belling hat zum Beispiel zwei Jahre lang vier 16- und 17-Jährige gefördert. Weil das Studium praxisnah ist, kam sie aus Sachsen-Anhalt nach Niedersachsen.

Die Universität arbeitet mit Schulen, Lehrkräften, Eltern und Asyl e.V. sowie nun auch mit der VHS zusammen, um die Lernförderung zu ermöglichen.

Lesen Sie mehr über das LernKU(H)LT-Projekt im aktuellen Uni-Magazin auf Seite 21, 25, 50, 86 und ab Seite 40 (zum epaper)

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration
news-10516 Wed, 22 Jul 2015 15:38:00 +0200 Kinder entdecken den Wurm https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/kinder-entde/ Die Schüler der Grundschule Barnten können Sich freuen. In einem neuen Schullabor können die Kinder zukünftig wieder forschen und experimentieren. Bisher musste dies aus Platzmangel in den normalen Unterrichtsräumen stattfinden. Ein ehemaliger Abstellraum für Schulhof-Fahrzeuge wurde nun umgebaut. Neben der Bürgerstiftung Rössing, die das Projekt förderte, freuen sich insbesondere auch die Studenten der Uni Hildesheim, die den Unterricht Pädagogisch und fachlich begleiten. Pressespiegel regional Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Fachbereich 4 Biologie & Chemie Biologie news-10236 Wed, 24 Jun 2015 13:00:00 +0200 Bildungswege von Flüchtlingen: World Refugee Day https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/bildungswege-von-fluechtlingen-world-refugee-day/ Hildesheimer Universitätspräsident fordert eine stärkere Öffnung des Bildungssystems: Seit Frühjahr 2015 ermöglicht die Universität Studieninteressierten mit Fluchterfahrung ein kostenfreies „Schnupperstudium“. Die jungen Erwachsenen haben sehr unterschiedliche Lebensläufe und Bildungsabschlüsse, einige haben noch kein Studium absolviert, manche haben ein Studium in Syrien, Irak, Pakistan oder Sudan begonnen oder abgeschlossen. Am Zentrum für Bildungsintegration arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Schwerpunkt „Bildungsteilhabe von Flüchtlingen" zusammen. „Let’s help refugees thrive, not just survive”, so lautet der Appell von Melissa Fleming vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR). Wir sollten Flüchtlinge dabei unterstützen, zu überleben und ihnen zugleich dabei helfen, ihre Persönlichkeit zu entfalten, um Erfolg zu haben.

Wenn die UN zum „World Refugee Day“ am 20. Juni 2015 weltweit auf die Probleme von Geflüchteten und auf ihre Kraft, ihren Mut und Durchhaltewillen aufmerksam macht, setzt die Universität Hildesheim ebenfalls ein Zeichen: Studierende und Lehrende unterstützen Flüchtlinge auf ihren Bildungswegen und beim Spracherwerb, sie spielen gemeinsam Fußball, Theater und Musizieren.

Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich fordert anlässlich des Weltflüchtlingstages eine stärkere Öffnung des Bildungssystems und mehr Sprachangebote für Flüchtlinge. Dabei weist Friedrich auf die Rolle von Universitäten hin: „Wir wollen unseren Beitrag in Forschung und Lehre, Studium und Weiterbildung leisten, um die Bildungschancen von Menschen aus Einwanderungsfamilien zu verbessern. Wir erkennen gleichzeitig ihre vielfältigen Erfahrungen an. Wir sollten die Ärmsten und Fleißigsten nach Kräften fördern, auch und gerade im Bildungssystem.“

Seit Frühjahr 2015 ermöglicht die Universität Hildesheim Studieninteressierten mit Fluchterfahrung ein kostenfreies „Schnupperstudium“. Unter ihnen ist Iman Ziaudin, die in Afghanistan und Pakistan aufwuchs und mit Anfang 20 nach Deutschland floh. Seit eineinhalb Jahren lebt sie in Hildesheim, seit zwei Monaten geht sie zur Uni. „Die Uni macht mich stärker. Ich höre den ganzen Tag Deutsch. Es ist ein schönes Gefühl: Ich kann studieren, ich fühle mich wie andere Studentinnen. Ich komme zur Uni, sitze im Unterricht und stelle mir meine Zukunft vor. Ich finde das super-schön“, sagt die 25-Jährige Informatik-Studentin. Sie besucht derzeit sechs Vorlesungen und bereitet sich parallel auf eine Sprachprüfung (C1) vor.

Die Studierenden mit Fluchterfahrung haben sehr unterschiedliche Lebensläufe und Bildungsabschlüsse, von Menschen, die noch kein Studium absolviert haben bis zu jenen, die einen Studienabschluss in ihrem Herkunftsland erworben haben. Darunter zum Beispiel Ingenieure und eine Informatikerin aus Syrien, ein Politikstudent aus dem Sudan, ein Arzt und ein Modedesigner aus Syrien. „Das Schnupperstudium gibt Struktur im Tagesablauf, Studierende kommen teilweise aus dem Landkreis zu uns. Sie nehmen am normalen Uni-Betrieb teil. Viele haben einen ungesicherten Status, aber sie bringen den Mut auf, sind hoch motiviert, zu lernen“, sagt Hannes Schammann, Juniorprofessor für Migrationspolitik. Land und Kommunen sollten „Möglichkeiten schaffen, damit sich Flüchtlinge sinnvoll beschäftigen können“.

Studierende („Anker-Peers“) begleiten die Studierenden mit Fluchterfahrung auf ihrem Weg durch die Uni. Sie wurden für die Beratung von der Studienberatung geschult und kennen Unterstützungsprogramme Außerdem bilden sie Sprachtandems. „Studierende aus Irak, Syrien und Somalia suchen Tandempartner. Es geht um den Austausch in der Alltagssprache. In meine Sprechstunden kommen vermehrt junge Flüchtlinge, die einfach gerne Deutsch sprechen möchten und gleichzeitig Kontakt mit anderen jungen Menschen suchen“, sagt Steffi Albrecht vom International Office.

In Hildesheim gibt es keine Zugangsvoraussetzungen, es geht darum, den Einstieg in das Studium zu ermöglichen. Die Universität arbeitet mit Asyl e.V. zusammen, um Flüchtlinge zu erreichen; mit der VHS (Sprachkurse), mit der HAWK, mit dem Arbeitskreis Asyl der Stadt Hildesheim (Ehrenamtliche informieren). Herausforderungen sind zum Beispiel die Sprachkenntnisse oder auch die Anerkennung der Hochschulzugangsberechtigung. Viele, die ein Studium in ihrem Herkunftsland absolviert haben, waren bemüht, ihre Papiere trotz der Flucht mitzunehmen. „Viele Studierende mussten kurz vor ihrem Abschluss aus Syrien, Irak und Sudan, aus Afghanistan und Iran fliehen. Sie sollen die Bindung zur Uni nicht verlieren“, sagt Daoud Naso vom Verein Asyl e.V.

Am Zentrum für Bildungsintegration arbeiten mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Schwerpunkt „Bildungsteilhabe von Flüchtlingen" zusammen. Wie Kinder und Erwachsene die deutsche Sprache als zweite Sprache erlernen, etwa in Sprachlernklassen und Integrationskursen, untersucht ein Team um Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache an der Universität Hildesheim. Gerade haben sich junge Menschen, die erst seit etwa zwei Jahren in Deutschland leben, zusammen mit Studierenden des Masterstudiengangs „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ auf das Deutsche Sprachdiplom vorbereitet und in den mündlichen Prüfungen ein „bestanden“ erreicht (Niveaustufen B1 und A2).

Hilfe für ein Studium nach der Flucht / Spenden und Stipendien

Die Stiftung Universität Hildesheim versucht derzeit, Studierende mit Fluchterfahrung bei der Finanzierung ihres weiteren Studiums zu unterstützen. Bürger, Unternehmen und Organisationen, die ein Deutschlandstipendium stiften möchten, können Markus Langer (markus.langer@uni-hildesheim.de; 05121 88390130) kontaktieren. Das Prinzip ist einfach: 1800 Euro Privatspende werden durch den Bund auf den doppelten Betrag aufgestockt. So entsteht ein Stipendium von 300 Euro monatlich über ein Jahr. Die Spenden sind steuerlich absetzbar. Oder spenden Sie unter dem Stichwort „Studium nach der Flucht“ auf das Konto der Stiftung Universität Hildesheim bei der Nord/LB Hannover (IBAN: DE86250500000106031768 / BIC: NOLADE2HXXX).

Magazin: Themenschwerpunkt Studium nach der Flucht

Mehr erfahren Sie im Magazin der Universität Hildesheim. Die Sommerausgabe 2015 erscheint zum „World Refugee Day“ mit dem Schwerpunktthema „Studium nach der Flucht / Bildungswege von Flüchtlingen“ und ist online kostenfrei als PDF und Epaper abrufbar.

Zwei Beispiele

Projekt „LernKU(H)LT“: Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen lernen im Team

Lehramtsstudierende der Universität Hildesheim fördern seit 2006 Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen im Team. Zweimal wöchentlich über mindestens ein halbes Jahr begleiten sie je eine Gruppe von drei bis fünf Kindern. Die Lehramtsstudenten werden von Erziehungswissenschaftlern begleitet und halten Kontakt zu den Eltern. „Ziel ist die schulische Situation von Erst- bis Zehntklässlern, vor allem mit Förderbedarf in der deutschen Sprache, in der Region Hildesheim zu verbessern“, sagt Yvonne Rechter. Etwa 600 Kinder und Jugendliche aus der Region und 200 Studentinnen und Studenten nahmen bisher teil. Derzeit laufen 18 Gruppen, drei davon in Hannover. Etwa 13 % der Kinder kommen aus Syrien. „Mein Sohn wächst zweisprachig auf. Ich begrüße die Initiative der Universität Hildesheim, für die Studentin sind das wichtige Erfahrungen. Mein Sohn kann in der kleinen Gruppe Fragen stellen, es macht ihm Spaß“, sagt Aiman Ismail, dessen Familie seit vielen Jahren in Deutschland lebt und dessen 9-jähriger Sohn an dem Projekt teilnimmt.

Projekt „Funah“: Im Sport zusammenkommen

Viele Studierende engagieren sich für Flüchtlinge. Über das gemeinsame Fußballspiel wollen Omar Fahmy und Dominik Feer mit Jugendlichen in Niedersachsen Werte erarbeiten wie Teamgeist, Respekt, Vertrauen, Verbindlichkeit, Selbstständigkeit. Ihr Werkzeug gegen Konflikte auf dem Schulhof ist der Sport. „Wir wollen nicht bessere Fußballer aus den Jugendlichen machen, wir wollen eine Gemeinschaft bilden“, sagt Omar Fahmy. Vor dem Auspowern bieten die Lehramtsstudenten der Universität Hildesheim gezielte Förderung im schulischen Bereich an, in Fächern, in denen es bei den teilnehmenden Kindern ab zehn Jahren noch nicht rund läuft. Die Studenten arbeiten seit 2015 mit der Oskar-Schindler-Gesamtschule in Hildesheim zusammen. Dabei erreichen sie Kinder aus Flüchtlingsfamilien. Sie sind wöchentlich in der Schule und arbeiten intensiv mit Kindern aus einer Sprachlernklasse. Die Sportwissenschaftlerin Prof. Vera Volkmann begleitet das Projekt wissenschaftlich. „Sport ist gemeinschaftliches Erleben, auch körperlich und emotional. Sport kann ein guter Anker sein, um Begegnungen anzubahnen.“

Pressemeldung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur

„Wir möchten Flüchtlingen, die persönlich ein schweres Schicksal erleiden, Perspektiven aufzeigen. Es ist im Interesse der ganzen Gesellschaft, wenn wir das Potenzial dieser Menschen nicht brachliegen lassen und ihnen dabei helfen, Bildungschancen zu ergreifen“, sagt die Niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić (zur Pressemeldung). „Damit erleichtern wir es Flüchtlingen, rasch bei uns Fuß zu fassen und geben gleichzeitig einen Anreiz, um zukünftige Fachkräfte in Niedersachsen zu halten.“

Medienkontakt:

Kontakt zu Studierenden mit Fluchterfahrung, zu Familien und Wissenschaftlern über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905).

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Pressemeldungen Allg. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Deutsche Sprache Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Lehrerbildung MA DaZ/DaF Flüchtlinge
news-10146 Thu, 11 Jun 2015 18:29:00 +0200 Schnell, schneller, Angewandte Erziehungswissenschaft! https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/schnell-sch/ Team der Angewandten Erziehungswissenschaft erfolgreich beim Minverva-Lauf am 10.06.2015 Beim diesjährigen Minerva-Lauf starteten als Team der Abteilung Angewandte Erziehungswissenschaft Andre Beck, Carola Lindner-Müller, Anna Moldenhauer und Jonas Ringler. Sie bewältigten die Staffel (4 x 2,5 km) in weniger als 50 Minuten - eine tolle Leistung, ging es doch auf der Strecke stark bergauf und dann wieder bergab. 

Schneller war kein anderes Team in ihrer Klasse, sie starteten dieses Jahr konkurrenzlos. Das Team freut sich schon auf den nächsten Lauf im Jahr 2016 - dann hoffentlich mit mehr Mitstreiter_innen im sportlichen Wettkampf.

Wir gratulieren unseren Sieger_innen!

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Ang. Erziehungswissenschaft
news-10023 Wed, 10 Jun 2015 18:41:00 +0200 „Nach der Schule endet Lernen nicht“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/nach-der-schule-endet-lernen-nicht/ Neu an der Universität: Die Professorinnen Bettina Amrhein und Carola Iller befassen sich an der Universität Hildesheim mit Teilhabe an Bildung und Weiterbildung im Lebensverlauf. Anlässlich der Eröffnung des Centrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung im Beisein der Niedersächsischen Kultusministerin berichten die Wissenschaftlerinnen aus ihrer Forschung. „Der Bereich der Weiterbildung umfasst alle Lerngelegenheiten nach dem Abschluss der Schule, der Erstausbildung“, sagt Carola Iller, Professorin für Fort- und Weiterbildung an der Universität Hildesheim. Wenn man von einer durchschnittlichen Lebenserwartung von etwa 80 Jahren ausgeht, dann verbringen wir ein Viertel dieser Lebenszeit in Kindergarten und Schule, die anderen drei Viertel Lebenszeit haben wir für Bildung im nachschulischen Bereich, so Iller.

Nach der Schule endet Lernen nicht, sagt Carola Iller. „Vor, neben und nach der Schule gibt es Bildungsprozesse, die wichtig sind, um Herausforderungen im Beruf und Alltag zu bewältigen.“ Neben der Schule finden beispielsweise wichtige Lernprozesse im Sportverein statt. „Vereine sind nicht systematisch als Bildungsorte erschlossen. Wenn man Aufgaben als Jugendtrainer übernimmt, dann ist man dafür fachlich ausgebildet. Aber man gibt Heranwachsenden auch Orientierung.“ Diese Menschen sind wichtige Identifikationsfiguren, das zeigen Untersuchungen der Professorin. Biografische Interviews zeigen, wie wichtig diese Schlüsselpersonen in der Jugend sind, sie kommen teilweise aus der Familie, ältere Geschwister und Verwandte werden zu Vorbildern, aber auch Personen aus der Nachbarschaft und aus Sportvereinen. Iller spricht von dem „signifikanten Anderen“, also Personen, die „bedeutungsvoll sind für die eigene Entwicklung, von denen man sich etwas abschaut, an denen man sich orientiert“. In der Schule finden auch außerhalb des Unterrichts wichtige Lernprozesse statt, zum Beispiel in den Pausen im Umgang mit älteren und jüngeren Kindern.

Die Weiterbildung nach der Schule ist dann ein bunter Strauß mit formalen Angeboten im staatlich anerkannten Bildungssystem (etwa an Universitäten), mit non-formalen Angeboten (etwa Kurse an Volkshochschulen und Trainings der Krankenkasse und betriebliche Bildungsangebote). „Unternehmen sind die größten Weiterbildungsanbieter, obwohl sie nicht als Bildungsanbieter anerkannt sind. Vielen Unternehmen ist es auch nicht bewusst, dass interne Weiterbildungen eine wichtige Rolle für die berufliche Weiterentwicklung spielen“, so Professorin Iller. „Es gibt für alle diese vielen Angebote keinen Masterplan, wie in der Schule, wo wir festlegen, was unterrichtet wird. Wir sind darauf angewiesen, dass Erwachsene die Weiterbildung für sich als so relevant einschätzen, dass sie Zeit und Geld investieren. Deshalb muss jemand, der ein Weiterbildungsangebot für eine 40-jährige berufstätige Mutter entwickelt antizipieren: Was wollen die Erwachsenen? Warum könnte das Bildungsprogramm für diese Frau relevant sein?“

Lernen endet nicht nach der Schule: Anwälte, Ärzte und Lehrkräfte müssen sich fortbilden

In einigen Berufen gebe es eine Fortbildungspflicht, etwa für Anwälte, Ärzte und Lehrkräfte. „In diesen Berufen ist so eine Entwicklung über die gesamte Berufslaufbahn hinweg, da muss man Fortbildungen verpflichten. Ein Studium in der Medizin oder im Lehramt reicht nicht aus, um bis zur Rente eine gute Ärztin, ein guter Lehrer zu sein. Das spüren wir gerade auch an Schulen, mit der Reform zur inklusiven Schule“, sagt Carola Iller.

Durch die Schaffung neuer Professuren sitzen in der Universität unterschiedliche Perspektiven an einem Tisch, von der Lehrerausbildung bis zur Weiterbildung, das war für Bettina Amrhein ausschlaggebend, um von Köln nach Hildesheim zu wechseln. Die Professorin für Inklusion und Bildung lehrt an der Hildesheimer Uni nun in den Bereichen Inklusion, Individuelle Förderung, Diagnostik und Umgang mit Heterogenität in der Grundschule. Sie war selbst fast 10 Jahre Lehrerin an Grund- und Hauptschulen im integrativen bzw. inklusiven Unterricht und beobachtet schon lange die Entwicklung hin zu inklusiven Schulen. „Ich habe selber als Lehrerin viel Skepsis erfahren für meinen Weg zurück in die Wissenschaft.“

Dass die Professur mit dem Schwerpunkt „Inklusion und Bildung“ ausgeschrieben wurde, sei besonders, so Amrhein. „Ich wollte mich zunächst eigentlich gar nicht aus Köln weg bewerben, aber die Ausschreibung der Professur hat mich in ihrer Offenheit für das Thema derart angesprochen. Dies bestätigt sich nun auch in den ersten Kooperationen an der Stiftung Universität Hildesheim. Ich treffe hier auf viele Kolleginnen und Kollegen, die Inklusion bereits interdisziplinär denken. Wir denken Inklusion weit, beziehen das, was wir über Migration und Diversity wissen, mit ein und haben die Nachhaltigkeit dieser Bildungsinnovation fest im Blick.“

Mit der Reform des Lehramtsstudiums in Niedersachsen (GHR 300) – das Masterstudium umfasst nun vier statt wie bisher zwei Semester – wurde ein Modul „Inklusion“ verpflichtend eingeführt. „Die Mathematikdidaktikerin, die Sprachwissenschaftlerin, der Sportwissenschaftler befasst sich mit dem Thema. In den Fachdidaktiken passiert derzeit viel“, sagt Professorin Bettina Amrhein. Weiterbildungen seien in der Hochschullehre sehr wichtig. „Wenn sich Lehrende auch als permanent Lernende begreifen, dann gehen sie auf das neue Thema der Inklusion mutiger zu. Sie schauen, wie sie Barrieren für Lernen und Teilhabe abbauen können.“

Es gebe aber auch Lehrende, die solchen Neuerungen mit Zurückhaltung begegnen. „Oft wird das fälschlicherweise als Widerstand bezeichnet. Das ist wenig hilfreich, denn eine eher abwartende Haltung einer großen Neuerung gegenüber dient vielleicht auch zunächst dem verständlichen Schutz der eigenen Ressourcen. Die Weiterbildung des Hochschulpersonals sollte auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden, dazu gehöre auch die Forschung in den Fachdidaktiken, ergänzt Carola Iller. „Universitäten können Inklusion zum Thema der Hochschuldidaktik machen, sie leben das vor, auch die Verwaltung.“

„Inklusive Fachdidaktik“: Umgang mit Vielfalt in Mathematik-, Sprach-, Sportunterricht

Derzeit lehrt Bettina Amrhein in den Seminaren „Schul-Forschungswerkstatt (Pädagogik). Fallstudien zur Entwicklung inklusiver Schulen" und „Inklusion im regionalen Kontext". Studierende seien nicht selten erheblich irritiert, beobachtet sie. „Durch ihre Erfahrungen in der Praxisphase – und in Hildesheim verbringen die Lehramtsstudierenden sehr viel Zeit in der Praxis im Vergleich zu anderen Standorten –, erleben sie häufig, dass der Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer nicht gut gelingt. Gerade aktuell machen sie aufgrund der großen Probleme bei der Umsetzung inklusiver Bildung in der Schule häufig die Erfahrung, dass Lehrkräfte der Bildungsreform sehr skeptisch gegenüberstehen. Lehrkräfte berichten, dass sie häufig allein sind, dass sie Ressourcen nicht erhalten.“ Das erleben Lehramtsstudierende an Schulen und sie wissen, das wird später Alltag sein. Der Einfluss der Mentoren im Praktikum wirke stärker als der der Dozenten in den Begleitveranstaltungen. Im Projektband „Fallstudien zur Entwicklung und Gestaltung inklusiver Schulen“ wolle sie Studierende dabei unterstützen, „einen forschenden Blick zu entwickeln und die Praxiserfahrung immer vor dem Hintergrund der im Rahmen des Studiums kennengelernten Theorien zu reflektieren“. Im Wintersemester 2015/16 folgt eine Ringvorlesung „Inklusion“ mit dem Schwerpunkt „Inklusive Fachdidaktik“. „Die Studierenden haben einen hohen Bedarf, ihre Vorstellungen auszureifen, wie Inklusion in ‚ihrem‘ Fach funktionieren kann“, so Bettina Amrhein. Langfristig wolle sie die Kooperation mit den Praxisschulen ausbauen und in einen gemeinsamen Lernprozess einsteigen, was die Entwicklung hin zu inklusiven Schulen betrifft.

An der Universität in Hildesheim gibt es einen Studiengang, in dem Lehrerinnen und Lehrer, die mitten im Beruf stehen, über einen längeren Zeitraum auf dem Weg zur inklusiven Schule begleitet werden. „Es geht nicht allein darum, wie man Arbeitsblätter größer kopiert, sondern darum, pädagogische Grundhaltungen zu reflektieren“, so Amrhein. „Der Weg zur Inklusion ist ein Paradigmenwechsel im pädagogischen Handeln, viele Lehrkräfte haben sich in der Erstausbildung nicht damit befasst, es ist nicht ausreichend, kurzfristig zu intervenieren. Das gilt für viele Innovationen, die Menschen müssen dahinter stehen“, ergänzt Professorin Carola Iller.

Barrieren aufspüren: Unterricht so gestalten, dass alle teilhaben können

Was bedeutet inklusive Bildung? „Im Kern geht es darum, Barrieren für Teilhabe in einem System, zum Beispiel der Schule oder der Universität, aufzuspüren, sagt Bettina Amrhein. In vielen anderen Bundesländern gehe der Aufbau einer an Inklusion orientierten Lehrerbildung derzeit jedoch in eine etwas andere Richtung. Häufig sollen sich Studierende „sonderpädagogische Kompetenzen“ und Spezialwissen über den Umgang mit Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf aneignen.

„Umgang mit Inklusion bedeutet jedoch, den Blick immer auf alle Schülerinnen und Schüler zu richten. Es liegt in der Verantwortung der allgemeinen Schulpädagogik in Kooperation mit anderen Professionen, den Unterricht so zu gestalten, dass alle teilhaben können. Dass dies funktioniert, wird auch in Deutschland seit fast 40 Jahren immer wieder bewiesen und mit Forschungsergebnissen hinterlegt.“ Dabei sei dies nicht einfach, da das Schulsystem darauf ausgerichtet sei, möglichst homogene Lerngruppen zu bilden. Mit Lehramtsstudierenden und Promovierenden befasst sie sich zurzeit mit dem Schulalltag in anderen Ländern: wie funktioniert das Schulsystem und Teilhabe an Bildung etwa in Canada? „Viele Länder haben schon vor Jahrzehnten umgesteuert, um mit Vielfalt positiv umzugehen“, so Amrhein.

„Das Problem, das ich derzeit sehe, wenn ich Lehrerfortbildungen gebe, ist: Wir erwarten von den Lehrern eine inklusive Haltung. Wir mahnen sie an. Andererseits belässt man sie aber in der Logik eines Schulsystems, das noch sehr wenig inklusiv ausgerichtet ist, das erlebe ich vor allem an Gymnasien“, so die Professorin. „Ich befasse mich daher stark mit dem Handeln von Schulleitungen. Schulleitungen können diesen Prozess mitsteuern, wir sollten sie stärker fortbilden. Viele Bundesländer haben ein Tages-Modul Inklusion an ihre üblichen Fortbildungen drangesetzt, das reicht bei weitem nicht aus", sagt Bettina Amrhein.

Bildung im Erwachsenenalter: Man kann auch noch Bildung nachholen

Eine wichtige Aufgabe der Erwachsenbildung sei, so Carola Iller, die Tür weiter offen zu halten, Abschlüsse nachzuholen. „Man kann auch noch Bildung nachholen im Erwachsenenalter. Aber wir sehen, dass die Schere auseinanderklafft. Diejenigen, die an der Universität Studiengänge im Erwachsenenalter besuchen, das sind die bildungsaffinen. Diejenigen, die früh in eine andere Richtung gebracht wurden und kein positives Verhältnis zu Bildung haben, die nutzen auch Weiterbildungsmöglichkeiten nicht.“ Naja, dann eben nicht – diese Einstellung sei fatal. „Wir wissen aus bildungsökonomischen und soziologischen Untersuchungen, dass Bildung ganz viele positive Effekte hat, das geht einher mit einer besseren Gesundheit und Berufsposition, mit einem höheren Einkommen, einer stärkeren politischen Partizipation und gesellschaftlichem Engagement.“

Die Teilhabe an Bildung, so Carola Iller, habe eine so große, steuernde Wirkung, so dass man nicht einfach sagen kann: Dann bildest du dich halt nicht weiter. „Weiterbildung ist freiwillig, aber wer sich dagegen entscheidet hat erhebliche Nachteile.“

Etwa die Hälfte der Bevölkerung nimmt keine Weiterbildung wahr. So nimmt etwa „fast jeder zweite Niedersachse an Weiterbildung teil“, wie aus einer Studie (2015) im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur hervorgeht. Demnach haben in Niedersachsen 2014 rund 2,3 Millionen Bürgerinnen und Bürger im Alter von 18 bis 64 Jahren (47 Prozent) an einer Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen. Erwerbstätige und Auszubildende profitierten dabei am häufigsten von Weiterbildung. Arbeitslose und sonstige Nicht-Erwerbstätige würden zu 40 bzw. 23 Prozent erreicht. „Der Landesregierung ist es ein besonderes Anliegen, jedem die Chance auf Weiterbildung zu ermöglichen, mehr Menschen für Weiterbildung zu begeistern, das Angebot entsprechend attraktiv zu gestalten und so die Ausbildung von Fachkräften zu sichern“, so die Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić.

Die Studie wurde parallel zur bundesweiten Studie „Weiterbildungsverhalten in Deutschland 2014“ des Bundesbildungsministeriums durchgeführt. „Es gibt Menschen, die sehr aktiv regelmäßig an Weiterbildungen teilnehmen“, sagt Professorin Iller. „Aber die nie Teilnehmenden, etwa 20 bis 25 Prozent, die nach ihrem meistens sehr niedrigen Berufsabschluss aus dem Bildungssystem ausgeschieden sind, die haben große Probleme, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Das macht für mich als Weiterbildungsforscherin das Thema Inklusion so bedeutsam. Damit die Teilhabe an Bildung im Lebensentwurf vorkommt, sollte es eine stärkere Koordination und Steuerung geben. Es gibt keinen Masterplan in der Weiterbildung, welche Angebote für welche Gruppen gemacht werden sollen. Es gibt Angebote, aber es gibt Menschen, die diese Angebote gar nicht finden,  Weiterbildung kommt gar nicht vor in ihrem Lebenskontext.“

In die Uni mit 71: Seniorinnen und Senioren müssen nicht mehr lernen, aber viele wollen es

Anders bei manchen älteren Menschen: Seniorinnen und Senioren etwa müssen gar nicht mehr lernen. „Sie müssen nichts mehr nachweisen und davon einen Nutzen haben. Sie gehen in die Universität, weil sie es gesellig finden mit jungen Studierenden, weil sie Vorlesungen spannend finden“, sagt Carola Iller und weist auf das Gasthörerstudium an der Uni in Hildesheim hin. Rund 80 Prozent sind über 60 Jahre, die älteste der etwa 100 Gasthörenden ist Jahrgang 1930, sie wird dieses Jahr 85 Jahre alt. „Sie würden niemals einer Studentin den Platz wegnehmen wollen, das hat für die Gasthörer oberste Priorität. Aber wenn es einen Platz gibt in der Geschichtsvorlesung oder dem Theologieseminar, dann möchten sie teilhaben, es gehört zu ihrer Freizeitgestaltung, zu ihrem täglichen Leben“, so Iller.

Das bestätigt Hans-Joachim Holz, der 71-Jährige besucht seit sechs Jahren nicht nur Vorlesungen, sondern auch viele Seminare an der Universität Hildesheim. Er fährt zwei bis drei Mal in der Woche von Bad Gandersheim etwa 40 Kilometer mit dem Auto nach Hildesheim. „Nach 30 Jahren als Grundschullehrer gehe ich wieder zur Universität. Das Lernen hört nicht auf. Ich muss aber keine Pädagogik-Seminare mehr besuchen", lächelt er. Hans-Joachim Holz wählt, wie viele der Gasthörenden, die Fächer Geschichte, Soziologie, Philosophie. Beliebt ist zum Beispiel die Vorlesungsreihe „Europagespräche" des Historikers Professor Michael Gehler.

Das Studium biete eine Möglichkeit, nicht von 100 auf 0 zu fallen, nachdem man im Berufsleben ausscheidet. „Ich gehe noch lieber in Seminare. Es ist ein Geben und Nehmen und schön, mit den jungen Leuten gemeinsam zu arbeiten, eigentlich nehme ich alles mit, was zum Studium gehört, Referate, Gruppenarbeiten – nur Klausuren schreibe ich nicht mehr.“ Er habe schon viele Beziehungen zu den Studierenden geknüpft und sieht bekannte Gesichter wieder. Schließlich sei die Uni überschaubar, mit insgesamt 7100 Studierenden. In diesem Sommersemester besucht Hans-Joachim Holz zum Beispiel Lehrveranstaltungen zu den Themenfeldern Religion, Migration und Integration und Politische Kultur, etwa eine Vorlesung von Politikwissenschaftlern über „Demokratie und Islam".

Biographien erforschen: Nicht von 100 auf 0 fallen – Pläne machen für die Phase nach dem Beruf

In der Forschung arbeitet Carola Iller mit Studien, deren Daten (Tonbänder und Transkripte) über Biographien sie weiter auswertet. So untersucht sie anhand von biografischen Interviews aus der „interdisziplinären Längsschnittstudie des Erwachsenenalters“ (ILSE), welche Bedeutung Bildung für das gesunde und zufriedene Altern hat. Dabei wurden Menschen, die um 1930 und um 1950 geboren wurden, über einen Zeitraum von 20 Jahren mehrfach befragt.

Aus ihren Untersuchungen geht hervor, wie sich die Menschen Pläne für die Phase nach dem Beruf machen, welche Rolle Bildung für diese Menschen spielt und welche Erwartungen sie an Weiterbildungen haben. „Mit zunehmendem Alter werden formale Bildungseinrichtungen unbedeutender, weil man die Abschlüsse nicht mehr braucht und man eher gezielt nach einzelnen Veranstaltungen sucht.“ Soziale Beziehungen, Personen, von denen man etwas lernen kann, sind sehr wichtig für den Lernprozess, das ist ein wichtiges Ergebnis der Untersuchungen der Professorin. „Es ist wichtig, dass man Personen im Umfeld, in der Familie, im Freundeskreis hat, die einen unterstützen und sagen, das ist gut, was du machst. Sie können Anregungen geben, Informationen austauschen, das funktioniert auch gut intergenerativ, von den Kindern zu den Eltern, von den Enkelkindern zu den Großeltern und umgekehrt“, so Iller.

Was machen ältere Menschen? „Es gibt eine Reihe von Weiterbildungsanbietern, die gezielt Senioren ansprechen, wobei sie das eigentlich gar nicht so wollen. Es gibt viele Kirchen, die für Senioren kulturelle Angebote machen, etwa ein Theaterbesuch mit einem Gespräch davor. Manche bieten Seminare mit Selbsthilfecharakter an, um in einer besonderen Lebenssituation Austausch mit anderen zu ermöglichen, etwa bei Trauer.“ Es gibt  Seminare für ältere Männer, etwa das Projekt „Baustellen beim Älter werden“ in Bremen. Über zwei Halbtage kommen die Männer zusammen und tauschen sich über das Älter werden aus, was sie mit der Zeit anfangen und wie sie den neuen Lebensabschnitt und den Alltag planen. „Menschen, die Pläne haben, aktiv sind, sich engagieren, die bleiben auch länger gesund und zufriedener. Und sie lernen so auch andere Leute kennen, wenn die beruflichen Kontakte nicht mehr relevant sind“, sagt Iller.

In Hildesheim kommen zum Beispiel in einem wöchentlichen Seniorentreff bei der AWO ältere Migrantinnen zusammen, die sich beim Kaffee über das komplexe Pflegesystem austauschen. Fragen wie, „Was ist eine Pflegestufe?“ werden in türkische Sprache übersetzt, sie befassen sich mit Depression im Alter, mit Sportangeboten. „Es ist wichtig, dass die Fachkräfte im Gesundheitswesen und in der Sozialen Arbeit hier Grundkenntnisse im Bereich der Weiterbildung haben, damit sie nicht allein intuitiv arbeiten“, sagt Carola Iller. „Es sollte noch stärker Multiplikatoren geben, die sich mit hauptberuflich Verantwortlichen in der Weiterbildung vernetzen, die wissen, welche Angebote es gibt. Sie können nicht alles, aber sie können im Vorfeld arbeiten und Menschen erreichen. Diese Brückenpersonen machen Bildungsberatung. Sie können dazu beitragen, dass sich eine Person dazu entscheidet, sich weiterzubilden.“ Über niedrigschwellige Angebote, zeitlich überschaubar, kann man jene erreichen, die bisher nicht im Boot sind. „Wer ganz bildungsungewohnt ist, verpflichtet sich nicht gleich für ein halbes Jahr, einen Kurs zu besuchen. Man sollte auch vertraute Orte wählen, um über Weiterbildung zu informieren, und nicht auch noch räumlich Hürden aufbauen“, sagt Iller. Einige Kirchen arbeiten zum Beispiel mit einem Rollwagen, da ist alles drin für ein Seminar. Auch Betriebe fahren nicht in ferne Schulungszentren, sondern bilden am Arbeitsplatz fort.

Die Professorinnen Bettina Amrhein und Carola Iller sprechen in einer gemeinsamen Antrittsvorlesung über „Inklusive Bildung – ein Leben lang“. Die öffentliche Vorlesung beginnt am Mittwoch, 20. Mai 2015, um 17:00 Uhr im neuen Forum am Hauptcampus und ist Teil der Eröffnung des Centrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung. Diese Eröffnung beginnt mit einem Grußwort der Niedersächsischen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt um 16:15 Uhr.

Informationen zur Eröffnung des Centrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Ang. Erziehungswissenschaft Pressemeldungen Allg. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
news-10302 Thu, 21 May 2015 15:38:00 +0200 Gute Noten für die Lehrer-Schmiede https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/gute-noten-f/ Die Universität Hildesheim spielt eine Vorreiterrolle bei der Ausbildung niedersächsischer Lehrer. Das bescheinigte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt bei der Eröffnung des neuen Centrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB). "Das Hildesheimer Modell der Lehrerbildung ist überregional bekannt", so die Ministerin. Pressespiegel regional Einrichtungen Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Schwerpunktthemen Lehrerbildung Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft news-10084 Wed, 20 May 2015 15:45:00 +0200 Lehrerbildung: Schule ist im Wandel https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/lehrerbildung-schule-ist-im-wandel/ Schule ist im Wandel, sagt die Niedersächsische Kultusministerin anlässlich der Eröffnung des Centrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) an der Universität Hildesheim. Universitäten sollten Lehrkräfte auf vielfältige Anforderungen vorbereiten, etwa auf den Ganztag, das inklusive Unterrichten und den Umgang mit Kindern aus Flüchtlingsfamilien. Das Hildesheimer Modell der Lehrerbildung sei überregional bekannt, so die Ministerin. Etwa 2600 Lehramtsstudierende und Wissenschaftler aus 23 Fächern arbeiten an Wegen, wie sie Barrieren im Bildungsystem abbauen können. Während Studierende in einem Hildesheimer Klassenzimmer sitzen und nach einem guten halben Studienjahr ihre erste Unterrichtsstunde vorbereiten, untersuchen Wissenschaftlerinnen in Grundschulen den Wortschatz von mehrsprachigen Kindern und wie Lehramtsstudierende aller Fächer – ob Mathe oder Sport – mit der sprachlichen Vielfalt umgehen können. Der Forschungsnachwuchs durchforstet derweil in der Uni das Video-Fallarchiv HILDE, analysiert Mathestunden in der 8. Klasse und Sportunterricht mit Fünftklässlern. In einem Promotionskolleg untersuchen Promovierende, wie Bildungsbiographien von Schülerinnen und Schülern an der Schnittstelle von Schule und Ausbildung verlaufen oder wie Lehrkräfte Aufgaben formulieren. Nebenan begleiten und beraten Erziehungswissenschaftlerinnen Schulleitungen und Lehrkräfte auf dem Weg zu inklusiven Schulen, zum Beispiel in einem zweijährigen berufsbegleitenden Weiterbildungsstudium.

Im neuen Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) an der Universität Hildesheim sind die Bereiche „Lehre und Studium“, „Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs“ und „Fort- und Weiterbildung“ unter einem Dach. „Die Gründung des CeLeB bündelt die verschiedenen wissenschaftlichen Aktivitäten der Universität in diesem Bereich. Es soll für das Land wichtige Impulse geben“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich.

Über 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 23 Fächern – von Physik und Mathematik über Sport, Kunst und Musik bis zu Psychologie und Politik – arbeiten hier an einem Strang: Sie bilden die künftige Lehrergeneration aus, die heutigen Lehrerinnen und Lehrer fort und erforschen, wie sich Schule verändert. Neue Professorinnen wurden kürzlich berufen, unter anderem für Fort- und Weiterbildung sowie für Inklusion und Bildung.

„Ob Ganztag, Inklusion oder die Zunahme von Flüchtlingskindern – Schule befindet sich im stetigen Wandel und Schülerschaften werden immer heterogener“, darauf weist die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt anlässlich der Eröffnung des CeLeB am heutigen Mittwoch (20. Mai 2015) hin. „Die Niedersächsische Landesregierung unterstützt Lehrkräfte bei der Bewältigung dieser Herausforderungen. Dafür stärken wir beispielsweise im Rahmen des Vorhabens GHR 300 die Praxisnähe und die Wissenschaftsorientierung bei der Ausbildung von Grund-, Haupt- und Realschullehrkräften. Das Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung an der Universität Hildesheim wird für die pädagogische Professionalisierung künftiger Lehrkräfte eine wichtige Rolle spielen. Reformelemente, die die Universität aktiv in die Konzeptentwicklung und Implementierung von GHR 300 eingebracht hat, tragen dazu bei, Lehrerinnen und Lehrer auf ihre vielfältigen Anforderungen vorzubereiten“, so die Kultusministerin.

Lehramtsabsolventen und Lehramtsabsolventinnen der Uni Hildesheim zeichnen sich durch Praxisnähe und ausgeprägte Methodenkompetenz aus, sagte Ministerin Heiligenstadt in Hildesheim. Das sei eine gute Basis für das Referendariat und den Beruf, es gebe sehr viele positive Rückmeldungen aus den Studienseminaren. „Das Hildesheimer Modell der Lehrerbildung ist überregional bekannt."

Eineinhalb Jahre haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Aufbau der Strukturen gearbeitet, neue Konzepte in der Lehrerausbildung entwickelt, Forschungsaktivitäten konsolidiert und zugleich die Reform des Lehramtsstudiums „GHR 300“ umgesetzt. Das Masterstudium umfasst nun vier statt wie bisher zwei Semester. Derzeit sind Lehramtsstudierende in Partnerschulen, von Februar bis Juli, an jeweils drei Tagen in der Woche. Dabei werden sie von Wissenschaftlern und Lehrkräften begleitet. „Die Tandem-Lehre bringt eine Reihe von Herausforderungen mit sich“, so Professorin Barbara Schmidt-Thieme über die Arbeit in den Fachnetzen. „Wir wollen Uni- und Schulalltag weiter verschränken und erhoffen uns viel davon. Lehrerinnen und Lehrer, Seminarleiterinnen und Seminarleiter entwickeln gemeinsam mit Wissenschaftlern Unterricht weiter.

Die Professorinnen Melanie Fabel-Lamla, Kristin Kersten und Barbara Schmidt-Thieme leiten das Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung. Häufig konzentrieren sich solche Zentren, wie sie bundesweit seit einigen Jahren an Universitäten entstehen, vor allem auf die Koordinierung von Fragen des Lehramtsstudiums. Das CeLeB bündelt hingegen auch Aktivitäten im Bereich Bildungsforschung und der Fort- und Weiterbildung. „Wir arbeiten mit Forscherinnen und Forschern aus den Bereichen Frühkindliche Bildung, Bildungsintegration und vielen anderen interdisziplinären Forschungsgruppen zusammen. Das ‚Forum Bildungsforschung‘ ist eine Plattform für den Austausch“, sagt Professorin Kristin Kersten. So organisiert das CeLeB in diesem Jahr zum Beispiel Fachtagungen, um sich über den Spracherwerb und das bilinguale Lernen und über Methoden in der Bildungsforschung auszutauschen, und begleitet Schulen in der Schul- und Unterrichtsentwicklung wissenschaftlich. Ein weiterer Schwerpunkt des CeleB ist der Fort- und Weiterbildungsbereich. Kompetenzzentren an niedersächsischen Universitäten sind seit 2012 für die Lehrerfortbildungen zuständig, der Bereich wird weiterexpandieren.

Der Mehrwert, den die Uni für das Land erreiche, liege in der Ausbildung guter Lehrerinnen und Lehrer und in der Verzahnung von Ergebnissen aus der Bildungsforschung mit dem Schulalltag, so Friedrich. „Unsere Professorinnen sammeln wichtige Erkenntnisse in Forschungsaufenthalten im Ausland, Viola Georgi forscht derzeit in Stockholm und Melanie Fabel-Lamla in Canada, sie bringen wichtige Erkennninisse nach Niedersachsen, wie klassische Einwanderungsländer mit Vielfalt im Bildungsystem umgehen."

Die Universität bildet mit rund 2600 Personen rund ein Drittel der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrer aus. Lehramtsstudierende sind im ersten Studienjahr freitags im Klassenzimmer und beobachten Unterricht. Dann folgen weitere Praxisphasen, die vor- und nachbereitet werden. Dabei arbeitet die Uni mit 250 Partnerschulen in Hildesheim, Hannover und der Region zusammen.

Neue Professorinnen: Nach der Schule endet Lernen nicht, sagen Bettina Amrhein und Carola Iller

Die Hildesheimer Allgemeine Zeitung berichtet in der Mittwochsausgabe (neue Professorinnen) und in der Donnerstagsausgabe (Eröffnung) über die Arbeit am CeLeB.

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Englische Sprache Fachbereich 3 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) MEd (Lehramt) Lehrerbildung Inklusion MA IPK
news-10296 Wed, 20 May 2015 15:38:00 +0200 Nach der Schule geht das Lernen weiter https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/nach-der-sch/ "Inklusive Bildung -ein Leben lang", lautet der Titel einer gemeinsamen Antrittsvorlesung von zwei neuen Professorinnen der Universität. "Der Bereich der Weiterbildung umfasst alle Lerngelegenheiten nach dem Abschluss der Schule, der Erstausbildung", sagt Carola Iller, Professorin für Fort-und Weiterbildung. Pressespiegel regional Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Einrichtungen Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung news-9888 Wed, 06 May 2015 12:40:00 +0200 „Grenzüberschreitende Prozesse bestimmen den Alltag in der Jugendhilfe" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/grenzueberschreitende-prozesse-bestimmen-den-alltag-in-der-jugendhilfe/ Bevor man in das Büro von Professor Gunther Graßhoff gelangt, begegnet man elf orange gekleideten Figuren. Tischfußballspiel im Flur. Schließlich befasst sich der Sozialpädagoge an der Universität Hildesheim mit Entwicklungen in der Kinder- und Jugendhilfe. Man ist jugendnah. Im Gespräch mit Isa Lange weist der Professor darauf hin, dass grenzüberschreitende Prozesse den Alltag in der Jugendhilfe bestimmen und Fachkräfte darauf vorbereitet werden müssen. Mittlerweile ist etwa jedes zehnte Kind in einem Heim als minderjähriger Flüchtling ohne Eltern nach Deutschland gekommen. Sie haben seit einem Jahr eine Professur für Sozialpädagogik an der Universität Hildesheim inne, waren zuvor Professor für außerschulische Bildung in Jena. Vielleicht können Sie einen Einblick in Ihre Forschung geben.

Gunther Graßhoff: Kinder- und Jugendhilfe ist ein Feld, welches mich innerhalb der Sozialpädagogik sehr interessiert, mein Hauptinteresse ist, die Perspektive von Kindern und Jugendlichen stark zu machen. Es geht um Partizipation, es geht darum, die Interessen und Bedarfe von Kindern und Jugendlichen zu besprechen.

Es geht darum, mitzubestimmen? Was meint „Partizipation“ in diesem Bereich?

Es gibt eine Bandbreite von sozialer Infrastruktur, und gesetzliche Rahmenbedingungen, die die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen vorsehen. Das meint zum Beispiel Mitbestimmung in Einrichtungen, etwa Heimen und Jugendzentren. Dass Kinder ihren Alltag hier gleichberechtig mitbestimmen. Das meint aber auch, auf einer politischen Ebene, jugendpolitische Positionierungen der Jugendlichen, da eine Stimme zu haben im demokratischen Prozess der Meinungsbildung. Die Kinderrechte sind ein Rahmen für das Ganze. Ich schätze die kollegiale Struktur im Fachbereich, wir arbeiten kooperativ und tauschen uns aus, etwa was das Themenfeld „Inklusion“ angeht. Vielleicht etwas ungewöhnlich für einen Sozialpädagogen: Ich habe keine großen Berührungsängste mit dem Thema Schule. Ich beschäftige mich mit der Entwicklung der Ganztagsschule und mit der Öffnung zu nicht-schulischen Institutionen und Sozialräumen. Die Veränderung von Schule hat Konsequenzen für das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen und die Grenzen zwischen den einzelnen Feldern Schule, Soziale Arbeit verschiebt.

Wenn wir von der Sozialen Arbeit auf die Entwicklung hin zur Ganztagsschule blicken, was verändert sich? Ist man hier stärker gefordert, zusammenzuarbeiten?

Empirisch ist ganz klar zu sehen: Ganztagsschule funktioniert nur in der Kooperation mit außerschulischen Partnern.

...von der Musikschule über den Sportbereich und künstlerische Einrichtungen wie Museen bis zu Umwelteinrichtungen, etwa Schulbiologiezentren?

Genau. Unterschiedliche Partner werden Teil dieser Ganztagsschule. Es gibt auch in Niedersachsen sehr unterschiedliche Wege und Vorstellungen, wie man dies gestaltet. Grundsätzlich ist es eine Ausweitung von Schule über den ganzen Tag, oder zumindest weiten Teilen. Dies bedeutet eine gewisse Konkurrenz zu Angeboten außerschulischer Bildung. Wenn Kinder bis um 16, 17 Uhr in der Schule sind, können sie nicht um 14 Uhr im Jugendzentrum sein. Da gab es zu Beginn große Bedenken, ob sich eine solche Konkurrenzsituation entwickelt. Für Schule bedeutet das eine ganz neue Form der Zusammenarbeit. Wir arbeiten am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim mit der Erziehungswissenschaftlerin Prof. Melanie Fabel-Lamla zusammen, um zu untersuchen, wie es gelingt, zwischen den Professionen zusammenzuarbeiten – Sozialpädagogen, Lehrer, Schulbegleiter und Erzieher.

Welche Formen der Zusammenarbeit beobachten Sie in Niedersachsen?

Was sich in der Praxis zeigt: Die Kooperation kann für alle Seiten produktiv sein, am Anfang gab es Ängste. Aber für einen Sportverein oder ein Jugendzentrum kann es interessant sein, Angebote aufrecht zu erhalten.

Weil sie vorher gar nicht alle Schülerinnen und Schüler erreicht haben?

Genau, auch die StEG-Studie über Ganztagsschulen zeigt, dass das eher für beide Partner Synergien auslöst, wenn man kooperiert. Man muss nicht immer so parallel denken.

Ein Blick in die Jugendzentren: Was ist deren Aufgabe? Jeder assoziiert etwas mit Jugendzentren, vielleicht können Sie einen Einblick geben: Was ist denn deren Leistung in einem Stadtteil?

Die Arbeit mit Jugendlichen hat sich verändert. Jugendzentren sind Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche, die vor allem die Aufgabe haben, Freizeit zu gestalten, offene Angebote für jene zu schaffen, die wenig Spielräume im kommerziellen Markt der Freizeitgestaltung haben. Bildungsaspekte spielen zunehmend eine Rolle, sie gestalten Übergänge in Ausbildung und Arbeit mit. Im Grunde kann man sagen, diese niedrigschwelligen Zugänge zu Kindern und Jugendlichen werden genutzt, um Beratung im Kontext von Schule und Ausbildung zu gewährleisten. Die Bedeutung vom Jugendzentrum im Sozialraum ist größer geworden. Das sind zum Teil Einrichtungen, in denen Kinder- und Jugendinteressen im Stadtteil gebündelt werden. Man kann nicht mehr davon ausgehen, das sind so Einrichtungen, wo ein Billardtisch im Raum steht und man ein bisschen guckt, dass alles läuft. Es sind schon anspruchsvolle Aufgaben geworden...

...die das Erwachsen werden begleiten. Kommen wir zu weiteren Arbeitsschwerpunkten: Sie haben ein Buch „Soziale Arbeit in Europa“ mitherausgegeben. In dem Band erschienen auch Beiträge über die Krise und Sozialpolitik in Griechenland und über sozialpädagogische Dienste in Spanien. Warum dieser Blick auf Europa? Sie lehren etwa auch im Seminar zu internationalen und transnationalen Perspektiven in der Sozialen Arbeit. Warum endet Ihr Blick nicht an den Grenzen von Deutschland?

Grundsätzlich ist Soziale Arbeit immer schon mit grenzüberschreitenden Prozessen verwoben. Im Zuge von Transnationalisierung und Globalisierung nimmt dies zu. Soziale Arbeit ist eng an sozialstaatliche, nationale Regularien gebunden. Alles was wir tun, ist in einem rechtlichen Rahmen verortet, dieser wird zunehmend auf europäischer und internationaler Ebene verhandelt. Wenn wir uns zum Beispiel Armut und die Flüchtlingsthematik anschauen, sind dies keine Entwicklungen, die an den Grenzen halt machen. Sie werden europaweit diskutiert. In unserem Fach, der Sozialpädagogik, setzen wir uns damit auseinander.

Die Geschichte der Sozialpädagogik werde nationalstaatlich eng geführt und internationale Bezüge bleiben randständig, schreiben Sie in der Kurzerläuterung zu Ihrem Seminar. In einer Stadt wie Hildesheim oder in einer Großstadt wie Hannover, wie ist hier im Alltag spürbar, dass Soziale Arbeit „international gedacht werden muss“?

Wir beschreiben uns als ein Einwanderungsland. Der Blick auf den Alltag in Hildesheim ist davon gekennzeichnet, dass wir es zunehmend mit Migration und heterogenen Gruppierungen zu tun haben. Grenzüberschreitende Prozesse sind nicht nur ein Rahmen, die diese Arbeit bestimmen, sie bestimmen auch den Alltag. Wenn wir uns einzelne Felder der Erziehungshilfe anschauen: In Heimen, in stationären Einrichtungen, ist mittlerweile jedes zehnte Kind ein unbegleiteter minderjähriger Flüchtling. Die Kinder kommen ohne Eltern nach Deutschland. Diese Vielfalt ist kein akademischer Diskurs, sondern das bestimmt die Realität und den Arbeitsalltag von Sozialpädagogen – wie auch Lehrern – jeden Tag. Man sollte das aber nicht überdramatisieren, Vielfalt war schon immer die Realität.

Womit auch diejenigen, die in Heimen, an Schulen und in Jungendeinrichtungen arbeiten und diese Wege der Kinder begleiten und unterstützen sollen, auch die Kompetenzen mitbringen müssen. Etwa mit einem Kind, das eine Flucht erlebt hat, wie können sie hier sorgsam mit umgehen? Wie bereiten Sie denn die künftigen Fachkräfte darauf vor? Ich bin gerade am Informationsbrett des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik vorbeigegangen. Professorin Kirsten Scheiwe lehrt Sozialrecht, Professor Wolfgang Schröer lehrt im Seminar „Weltatlas Soziale Arbeit“ und schafft Zugänge zu unterschiedlichen Regionen der Welt, bei Andreas Oehme befassen sich die Studierenden mit Schulsozialarbeit und Berufsorientierung, bei Lucia Artner und Johanna Krawietz geht es um die Betreuung und Pflege von Älteren mit einer Zuwanderungsgeschichte – das sind einige der Lehrveranstaltungen in diesem Sommersemester. Welches Wissen geben Sie Ihren Studierenden mit?

Studierende sollen diese Prozesse kennenlernen. Die rechtlichen, psychosozialen oder auch sprachlichen Anforderungen sind komplex, sie sollen sich damit intensiv auseinandersetzen.

Die Auseinandersetzung mit transnationalen Fragen ist eine Stärke am Institut, im Team mit Professor Inga Truschkat und Professor Wolfgang Schröer untersuchen Sie etwa in einem Graduiertenkolleg, wie Unterstützung über Grenzen hinweg gestaltet wird (zur Pressemeldung). Ist dies ein Pflichtteil oder Wahlbereich im Studium?

In der Sozial- und Organisationspädagogik starten durchschnittlich 100 Personen in den Bachelor, sie arbeiten später vor allem in unterschiedlichsten sozialen Diensten. Im Master sind es 45 Plätze, dort sind vor allem die Möglichkeiten, eigene Forschungserfahrung im Kontext der Sozial- und Organisationspädagogik wichtig. Innerhalb des Studiums können Studierende Schwerpunkte auswählen.

Sie befassen sich im Hörsaal mit all diesen Fragen. Wie stellen Sie den Übergang zur Praxis her, zu dem was im realen Leben passiert?

Wir legen in den Studiengängen Wert darauf, dass die Studierenden konkrete Einblicke in Handlungsfelder erhalten, in einem mehrwöchigen Praktikum im Bachelor und in einem halbjährigen Praktikum im Masterstudium. Diese Erfahrungen besprechen wir mit den Studierenden vorher und nachher, etwa mit der Kollegin Ulla Bosse.

Wo gehen die Studierenden zum Beispiel hin?

Eine Masterstudentin, die ich im Praktikum gerade begleitet habe, hat im Bundesministerium für Entwicklung sich in einem der Referate mit Entwicklungspolitik befasst. Andere Studierende arbeiten etwa in einer Beratungsstelle für Schwangere, erhalten bei Bosch Einblicke in die Personalentwicklung oder sammeln Erfahrungen in der Migrationsberatung und Zusammenarbeit mit älteren Migrantinnen und Migranten.

Im Masterstudium steht ein Forschungspraktikum an, welche Fragen tauchen auf?

In dem Forschungspraktikum bearbeiten die Studierenden eine eigene Forschungsfrage von A bis Z, noch vor der Masterarbeit. Wir begleiten die Studierenden dabei eng. Dabei gibt es viele Verbindungen zu den praktischen Erfahrungen, sie sollen darüber hinaus aber einen eigenen kleinen Beitrag zur Forschung leisten. Im laufenden Semester haben wir etwa ein Projekt, das sich mit dem Alltag von Flüchtlingen beschäftigt. Die Studierendengruppe war auch in Hildesheim. Sie untersuchen, wie Kinder und Jugendliche in dieser Situation aufwachsen, etwa in Flüchtlingsheimen. Ein anderes Projekt, an der Schnittstelle zur Organisationspädagogik, untersucht, warum sich Menschen überhaupt noch ehrenamtlich engagieren. Weshalb machen sie das, was lernen sie dabei? Die Studierenden haben Interviews mit Menschen geführt, die in sehr anspruchsvollen und psychosozial belastenden Bereichen arbeiten, etwa in der Katastrophenhilfe und beim Deutschen Roten Kreuz. Wieso machen die das überhaupt, was sind ihre Beweggründe? Ein Projekt befasst sich mit Frauen in der Bundeswehr. Wie ist das als Frau in einer männlich dominierten Welt der Bundeswehr? Das studentische Team befragt Frauen, die selbst eine Karriere in der Bundeswehr machen, wie sie ihren Weg in dieser Institutionen – auch mit Hindernissen – beschreiben.

Eine letzte Frage: Der Fall. Sie haben ein Buch über die „sozialpädagogische Fallarbeit“ verfasst. Können Sie noch diese Wortkombination erläutern?

In dem Buch geht es um die Arbeit mit Fällen im Studium. Mit Wolfgang Schröer zusammen arbeite ich an einem Projekt, gemeinsam mit dem Jugendamt des Landkreises Hildesheim, über die Planung von Hilfen. Wenn Kinder und Jugendliche und deren Familien Unterstützung brauchen, dann werden sie dort – in Form von einer Akte – zu einem Fall. Dieser Prozess ist für den Hilfeverlauf ganz zentral. Wir schauen uns an, wie in der Jugendhilfe Hilfen für Kinder und Jugendliche bearbeitet werden. Wir untersuchen etwa vor Ort in der Fallbearbeitung, wie diese Prozesse ablaufen, wie Diagnosen getroffen und Hilfen geplant und wie Kinder und Jugendliche beteiligt werden. Wir wissen aus der Fachdebatte, dass die Beteiligung der Jugendlichen entscheidend ist für das Gelingen der Hilfen. Dies nun sehr nah an der Praxis, im Landkreis Hildesheim, im Jugendamt, im Büro, bei den Mitarbeitern aus der Fallbearbeitung zu untersuchen, wird sehr spannend sein, auch um die Hilfeplanung in der Region gemeinsam zu verbessern.

Öffentliche Antrittsvorlesung

In seiner Antrittsvorlesung spricht Professor Gunther Graßhoff über Partizipation und Verstehen in der sozialpädagogischen Forschung. Er geht der Frage nach, wie junge Menschen selbst im Kontext unterschiedlicher Forschungsprojekte beteiligt werden können. Die Vorlesung beginnt am Mittwoch, 6. Mai 2015, um 18:15 Uhr in der Aula am Bühler Campus der Uni Hildesheim. Interessierte sind herzlich willkommen.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Ang. Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Forschung Bildungsintegration
news-10092 Thu, 30 Apr 2015 13:32:00 +0200 Schulmuseum wieder geöffnet https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/schulmuseum/ Das Schulmuseum der Universität Hildesheim auf der Domäne Marienburg ist ab 3. Mai wieder jeden ersten Sonntag im Monat geöffnet. Auf dem Programm stehen „unterrichtliche Zeitreisen” zurück zur Kaiserzeit. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft news-9803 Wed, 01 Apr 2015 12:54:00 +0200 Anmeldung zu den Modulen im Masterstudium https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/anmeldung-zu/ Erläuterung zum Lehrangebot im SoSe 2015 für die Masterstudierenden (M.Ed.). Liebe Studierende im Masterstudium (M. Ed.),

beachten Sie bitte bei der Anmeldung zu Ihren Lehrveranstaltungen, dass die beiden Module MM1 und MM2 nicht konsekutiv (also in dieser Reihenfolge) studiert werden müssen.

Wir empfehlen stattdessen, parallel zur jeweiligen Vorlesung ein Seminar aus dem gleichen Modul zu belegen.

  • Deshalb bieten wir im Sommersemester verstärkt Lehrveranstaltungen aus dem Mastermodul 2 parallel zur Vorlesung "Entstehung, Struktur und Entwicklung des deutschen Schulsystems" an.
  • Im Wintersemester wird es dann im Mastermodul 1 parallel zur Vorlesung "Einführung in die pädagogische Diagnostik" viele Lehrveranstaltungen zum "Beurteilen und Beraten" geben.

Insbesondere den Studierenden im ersten Semester wird geraten, im SoSe 2015 nicht die Lehrveranstaltung 0551 (Beurteilen und Beraten), sondern das Mastermodul 2 (Vorlesung und Seminar) zu belegen.

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Ang. Erziehungswissenschaft
news-8985 Tue, 24 Mar 2015 10:00:00 +0100 Interkulturelles Lernen: Vielfalt will gelernt sein / Sprachunterricht kann Kindern bessere Chancen bieten und angehende Lehrer auf die kulturelle Vielfalt in den Klassen vorbereiten https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/interkulture/ ZEIT ONLINE über die interkulturelle Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim: Reportage über eine Lehramtsstudentin, die wöchentlich Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen im Team fördert An einem Freitagnachmittag in einer kleinen Bücherei einer Hildesheimer Grundschule: Drei Grundschüler sitzen um einen Tisch, auf dem vierten kleinen Stuhl sitzt die Lehramtsstudentin Madeleine Mäbert. Zweimal die Woche trifft sich diese Lerngruppe, darunter der neunjährige Omer. „Anderthalb Stunden lang übt die Lehramtsstudentin mit den Jungs Lesen, Grammatik oder Texte schreiben", beobachtet Birk Grüling in der ZEIT-Reportage.

Die Kinder sollen in der Gruppe vor allem besser Deutsch und konzentriertes Arbeiten lernen, so ZEIT ONLINE über das Projekt „Lernku(h)lt - Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen lernen im Team" am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim. Dabei begleiten Hildesheimer Lehramtsstudierende Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund über ein Jahr zwei Mal wöchentlich in einer Kleingruppe. Sie halten auch Kontakt zu den Klassenlehrern und Eltern. Lokale Stiftungen unterstützen das Projekt, die Uni arbeitet mit Asyl e.V. zusammen, um den Kontakt zu Familien zu halten.

„An der Universität Hildesheim hat man aus den positiven Praxis-Erfahrungen des LernKU(H)LT-Projekts gelernt. Neben längeren Praxisphasen in den Schulen wurde das Lehrangebot zu den Themen Migration, Sprachenförderung und Bildung stark ausgebaut", beobachtet ZEIT ONLINE. „In den Mathebüchern ist von Fruchtsaftgetränken, Keltereien oder Arbeitslöhnen die Rede. Viele Kinder kennen solche Begriffe aus ihrer Alltagssprache nicht", sagt die Mathematikdidaktikerin Prof. Barbara Schmidt-Thieme im Gespräch mit ZEIT ONLINE.

Prof. Viola Georgi, Leiterin des neugegründeten Zentrums für Bildungsintegration der Uni Hildesheim, sagt ZEIT ONLINE: „Es gibt immer noch Bildungsungleichheit in Deutschland. Deshalb brauchen wir mehr interkulturell ausgebildete und für Diskriminierung sensible Lehrer.‘“  

ZEITonline, „Interkulturelles Lernen: Vielfalt will gelernt sein", Reportage aus Hildesheim, 24.03.2015 (online)

Kontakt zu den Forschern, Lehramtsstudierenden und mehrsprachigen Familien über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

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Ang. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Pressespiegel überregional Bildungsintegration Lehrerbildung Zentrum für Bildungsintegration Flüchtlinge
news-9766 Fri, 20 Mar 2015 16:00:00 +0100 Einwanderung ist in den Büchern noch ein Problem https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/einwanderung/ Das Thema Einwanderung wird in vielen Schulbüchern immer noch als ein Problem und nicht als gesellschaftlicher Normalfall betrachtet. Das zeigt eine neue Studie, die die Universität Hildesheim zusammen mit dem Braunschweiger Georg-Eckert-Institut erstellt hat. Es gelingt vielen Büchern noch nicht, die gesellschaftliche Vielfalt als normal abzubilden und Chancen von Migration aufzuzeigen, sagt Professorin Viola Georgi von der Uni Hildesheim anlässlich der Veröffentlichung der „Schulbuchstudie Migration und Integration“. Untersucht wurden 65 Schulbücher aus fünf Bundesländern in den Fächern Sozialkunde, Politik, Geschichte, Geografie. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Lehrerbildung Inklusion Pressespiegel regional news-9727 Wed, 18 Mar 2015 16:00:00 +0100 Neue Studie: Integration und Migration im Schulbuch https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/neue-studie-integration-und-migration-im-schulbuch/ „Formuliere mögliche Zukunftswege für ausländische Kinder" – steht als Aufgabe in einem Schulbuch. Es gelingt vielen Büchern noch nicht, die gesellschaftliche Vielfalt als normal abzubilden und Chancen von Migration aufzuzeigen, sagt Professorin Viola Georgi von der Uni Hildesheim anlässlich der Veröffentlichung der „Schulbuchstudie Migration und Integration“. Ein Team des Georg-Eckert-Instituts unter der Leitung von Inga Niehaus und die Erziehungswissenschaftlerin haben 65 Schulbücher in den Fächern Sozialkunde, Politik, Geschichte, Geografie aus fünf Bundesländern untersucht. Staatsministerin Aydan Özoğuz hat am 17. März 2015 in Berlin die „Schulbuchstudie Migration und Integration“ vorgestellt. Schulbücher vermitteln nicht nur Fachwissen, sondern auch Werte und Normen. Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration hat das „Georg-Eckert-Institut – Leibniz Institut für Internationale Schulbuchforschung" (GEI) in Zusammenarbeit mit dem „Zentrum für Bildungsintegration" an der Stiftung Universität Hildesheim beauftragt, eine Analyse zur Darstellung von Migration und Integration in Schulbüchern durchzuführen. Die Studie spricht Empfehlungen für die Bildungspraxis und -politik aus, wie eine zeitgemäße Darstellung von Vielfalt in Schulbüchern gelingen kann. „Ich empfehle, dass nicht nur die Schulbuchverlage, sondern auch die Lehrerinnen und Lehrer und Bildungsverwaltungen der Länder die Schulbuchstudie 'Migration und Integration' als Anregung nutzen", so die Staatsministerin Aydan Özoğuz. „Ein ermutigendes Ergebnis der Studie ist, dass in den Sozialkundebüchern Deutschland explizit als ein Einwanderungsland, in dem Menschen unterschiedlichster Herkunft ihre Heimat haben, beschrieben wird."

Dr. Inga Niehaus hat die Studie am Georg-Eckert-Institut geleitet. Zum Team der Schulbuchforscher gehören die Autoren der Studie, Rosa Hoppe und Dr. Marcus Otto. Die Forschungsbibliothek des GEI in Braunschweig umfasst mit 175.000 Schulbüchern aus 160 Ländern eine weltweit einzigartige Sammlung der Fächer Geschichte, Sozialkunde, Geographie und Religion.

Beteiligt an der Studie ist auch Professorin Viola B. Georgi. Mit dem Thema Schulbücher und Bildungsmedien und ihrer Relevanz in der Lehrerausbildung befasst sich die Erziehungswissenschaftlerin an der Universität in Hildesheim. Dabei bindet sie auch Studierende der Erziehungswissenschaften und des Lehramts ein. Sie lehrt und forscht im Bereich Diversity Education, befasst sich mit Vielfalt im Schulalltag, an Kitas und Hochschulen.

Online lesen: „Schulbuchstudie Migration und Integration" (PDF)

Presseinformation des Georg-Eckert-Instituts

Interview mit Professorin Viola Georgi als PDF

Nachgefragt bei Professorin Viola Georgi: Wie Schulbücher Migration und Integration darstellen

Weshalb sind Schulbücher eigentlich ein wichtiger Gegenstand von Forschung?

Viola Georgi: Schulbücher sollen gesellschaftlich als relevant und richtig erachtetes Wissen bereitstellen. Es geht um Weltbilder, gesellschaftliche Werte und Regeln, die via didaktischer Aufbereitung in der Schule an die nächsten Generationen weitergegeben werden sollen. Schulbücher müssen sich an staatlichen Rahmenplänen orientieren und offiziell genehmigt werden. Schulbücher repräsentieren anerkanntes und staatlich legitimiertes Wissen. Sie verfügen daher über eine gewisse Autorität und gelten als lehrreich. Wenngleich Schulbücher nach wie vor ein wichtiges Bildungsmedium darstellen, sollten sie jedoch m.E. in ihrer Wirkung nicht überschätzt werden. Denn was genau aus den Schulbuchinhalten bei den Lernenden ankommt, hängt auch ganz maßgeblich davon ab, wie die Lehrenden mit dem Schulbuch umgehen und welche ergänzenden Materialien sie zum Einsatz bringen. Aufgrund der gesellschaftlichen, bildungspolitischen und bildungspraktischen Relevanz von Schulbüchern ist es für die Umsetzung von diversitätssensibler Bildung aber dennoch notwendig, Lehrmittel zu entwickeln, die einen inklusiven Unterricht unterstützen.

Was haben Sie in der Studie untersucht?

Die Studie geht der Frage nach, wie Migration und Integration in Bezug auf gesellschaftliche Vielfalt in deutschen Schulbüchern dargestellt werden und inwiefern Schulbücher zu einer zunehmenden Akzeptanz von Diversität als gesellschaftlicher Normalität beitragen können. Die Untersuchung bezieht sich auf die Tatsache, dass sich Deutschland in den letzten Jahrzehnten zu einem modernen Einwanderungsland entwickelt hat. Vielfalt im Klassenzimmer ist längst zur Regel geworden und die Auswirkungen auf das Bildungssystem sind nicht zu übersehen. Der Fokus der Studie liegt auf den Schwerpunkten „Diversity – Abbildung einwanderungsbedingter Vielfalt“ und „Partizipation – gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund.

Wie viele und welche Schulbücher haben Sie untersucht?

Insgesamt haben wir 65 aktuell zugelassene Schulbücher aus fünf Bundesländern untersucht. Dazu gehörten Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Berlin und Brandenburg. Die qualitative Analyse bezieht sich auf Schulbücher der Sekundarstufen I in den Fächern Sozialkunde, Politik, Geschichte und Geografie.

Was sind die Befunde?

Die von uns untersuchten Schulbücher spiegeln größtenteils dominante gesellschaftliche Diskurse wider, wie zum Beispiel die sich hartnäckig behauptende Position, dass Migration in erster Linie Probleme verursache und konfliktbeladen sei. Zum Teil hinken die Bücher den neueren Entwicklungen und Erkenntnissen der Wissenschaft hinterher, das heißt, es fällt ihnen schwer die demografische Realität – also die deutsche Einwanderungsgesellschaft – zeitgemäß in Bild und Text zu fassen. Es gelingt ihnen bisher noch nicht, die migrationsbedingte Vielfalt als normal zu begreifen und auch die Potentiale von Migration und Diversität zu erkennen und zu vermitteln. Stattdessen werden wir mit Darstellungen konfrontiert, die sich nur schwer von Stereotypen lösen können. Migranten werden nur selten als aktiv Handelnde, sondern eher als Bedürftige und oft als Opfer gesellschaftlicher Umstände präsentiert. Viele Schulbuchdarstellungen verfallen zudem immer wieder in das Muster „Wir“ und „Sie“, „eigen“ und „fremd“, wobei sich ein Integrationsverständnis offenbart, das davon ausgeht, dass es vor allem die Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sind, die Anpassungsleistungen an die „deutsche Gesellschaft“ erbringen müssen. Dass ist problematisch, da auf diese Weise der Mythos eines homogenen deutschen Kollektivs aufrechterhalten wird. Migranten werden immer wieder als die Anderen, als die diesem Kollektiv Gegenüberstehenden präsentiert. Auch lässt sich ein fahrlässiger Umgang mit Bezeichnungen ausmachen. In manchen Schulbüchern werden die Begriffe „Ausländer“, „Fremde“ und „Menschen mit Migrationshintergrund“ synonym verwendet.

Sie haben auch die Arbeitsaufträge in den Schulbüchern unter die Lupe genommen. Was lässt sich dazu sagen?

Häufig sind die Arbeitsaufträge aus Perspektive der Dominanzgesellschaft formuliert. Besonders augenfällig wird das in Aufgabenstellungen, die die Schüler explizit einer Herkunft zuweisen, wie zum Beispiel „Fragt einen Schüler mit Migrationshintergrund in eurer Klasse, wie seine Familie zu uns nach Deutschland gekommen ist“ oder die Aufforderung, die Klasse mal in ausländische und deutsche Schüler zu teilen, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen. Oft werden Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien zum Untersuchungsobjekt ihrer Mitschüler ohne Migrationshintergrund, die zum Beispiel dazu aufgefordert werden „fremde Kulturen am Schulort“ zu untersuchen oder darüber diskutieren sollen, welche Erfahrungen sie mit Aussiedlern gemacht haben. Für die Schüler aus Einwandererfamilien bedeutet das, ständig die Erfahrung zu machen, auf die Herkunft verwiesen zu werden. Das macht es schwer, ein Zugehörigkeitsgefühl zu entwickeln. Sie werden aus der Klasse herausgehoben, besonders bzw. anders „gemacht“ und müssen – im Gegensatz zu ihren Mitschülern ohne Migrationsgeschichte – häufig private Auskunft über ihre vermeintlich andere Lebensweise, ihre Familie oder ihre Religion geben, in einem Rahmen, in dem sie das vielleicht gar nicht möchten.

Welche Rolle spielt die Lehrerausbildung für das Erlernen eines kritischen Umgangs mit Bildungsmedien? Welche Konzepte können hier tragen?

Der Diversity-Ansatz ist m.E. eine wichtige Strategie auf dem Weg zu einem pluralen demokratischen Gesellschaftsverständnis. In einem solchen Selbstverständnis ist Diversität der Normalfall. Schlicht gesagt: Es ist normal, verschieden zu sein. Die Auseinandersetzung mit Heterogenität ist Teil unseres Alltags. Differenz – etwa die Migrationserfahrung – ist dann nicht als „Abweichung“ zu definieren, sondern stellt lediglich einen Aspekt menschlicher Identität dar. Die vielfältigen individuellen und kollektiven Unterschiede werden als selbstverständlich begriffen und zum Ausgangspunkt von Lernprozessen gemacht. Das gilt für Kita, Schule und Hochschule gleichermaßen. Zugleich handelt es sich bei „Diversity Education“ um eine Perspektive, die bewusst auch die gesellschaftlichen Dominanz- und Ungleichheitsverhältnisse in den Blick nimmt. Durch eine dezidierte Antidiskriminierungsperspektive, die an den Menschenrechten ausgerichtet ist, wird die Gleichstellung von Verschiedenen angestrebt. Das geschieht zum Beispiel auch über die angemessene Repräsentation, Anerkennung, Wertschätzung und Inklusion von Verschiedenheit in Schulbüchern und anderen Bildungsmedien. Ganz entscheidend ist hierbei, dass die Lehr- und Lernmaterialien auf Lehrkräfte treffen, die die notwendigen pädagogischen und fachdidaktischen  Kompetenzen mitbringen, um einen diversitätssensiblen Unterricht zu gestalten. Hier sehe ich aber in der deutschen Lehrerausbildung noch großen Nachholbedarf.  Es bedarf m.E. vielerorts einer systematischen curricularen Verankerung von Diversity-Themen (etwa Migration, Mehrsprachigkeit, Inklusion, Interkulturalität) in der Lehreraus- und -fortbildung. Hier kann dann ein kritischer, ungleichheits- und diversitätssensibler Umgang mit Unterrichtsmaterialen eingeübt werden.

Was kann man tun, damit sich die Inhalte der Schulbücher verändern?

Verlage müssen die Befunde der Schulbuchforschung zunächst einmal überhaupt erst zur Kenntnis nehmen und als mögliches Korrektiv der eigenen Arbeit anerkennen. Darüber hinaus wäre es sehr sinnvoll, Autoren regelmäßig thematisch weiterzubilden und auch Schulbuchautorinnen und -autoren mit Migrationshintergrund zu rekrutieren. Schließlich halte ich ein zusätzliches kritisches Lektorat durch Fachwissenschaftler und Fachdidaktiker für ratsam. Ich möchte aber nicht versäumen, auf den komplexen Produktionsprozess von Schulbüchern hinzuweisen, der sich u.a. an staatlichen Rahmenplänen für die Schulen orientieren muss. Auch in diesen Rahmenplänen – von Bundesland zu Bundesland verschieden – stecken manchmal problematische Vorgaben, wenn z.B. verlangt wird, dass die Lernenden sich mit „Fremdem“ und „Eigenem“ beschäftigen sollen.  Hierzu müssen die Autoren dann eine Themeneinheit oder ein Kapitel entwickeln, ob sie das sinnvoll finden oder nicht. Ich erhoffe mir aber einen Paradigmenwechsel. Zumindest kündigt sich dieser in den jüngsten Empfehlungen der Kultusminister zur interkulturellen Bildung in Erziehung und Schule von 2013 an. Hier heißt es nämlich: „Schule soll Vielfalt zugleich als Normalität und als Potenzial für alle wahrnehmen und Schulbücher sollen geprüft werden „im Hinblick darauf, ob die vielschichtige, auch herkunftsbezogene Heterogenität der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt ist.“ (KMK 2013, 8)

Die Uni Hildesheim bildet einen Großteil der nds. Grund-, Haupt-, Realschullehrer aus. Foto: I. Lange/Uni Hildesheim

Zur Person

Prof. Dr. Viola B. Georgi ist Professorin für Diversity Education an der Stiftung Universität Hildesheim und Direktorin des Zentrums für Bildungsintegration.

Zwischen 2006 und 2012 war sie Juniorprofessorin für Interkulturelle Erziehungswissenschaft an der Freien Universität Berlin. 2010 nahm sie eine Gastprofessur an der York University in Toronto (Kanada) wahr. Zuvor war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe Universität Frankfurt und am Centrum für angewandte Politikforschung der Ludwig Maximilians Universität München tätig. Sie studierte Lehramt, Erziehungswissenschaft und Soziologie an der Goethe Universität Frankfurt, der University of Bristol (England) und der Harvard University (USA). Zu Ihren Arbeits- und  Forschungsschwerpunkten zählen u.a.  Diversity Education, Interkulturelle Bildung und Professionalisierung, Diversity in Bildungsmedien, Holocaust Education, Geschichtsbewusstseinsforschung, Demokratiepädagogik und Citizenship Education.

Lesetipp: Bücher, die verbinden – oder trennen: Integration und Vielfalt in Schulbüchern. Fachleute aus mehreren Ländern analysieren, wie Verschiedenheit (Diversity) in Schulbüchern dargestellt wird. Es gibt Zwischentöne, Schattierungen, Abstufungen – doch leider auch viele Klischees und Vorurteile. (Meldung vom September 2014)

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Lehrerbildung Inklusion
news-9736 Wed, 18 Mar 2015 09:00:00 +0100 Beim Thema Integration sind Schulbücher mangelhaft: Eine Studie zeigt, dass Schulbücher die Vielfalt im Klassenzimmer nur unzureichend abbilden https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/beim-thema-i/ DIE WELT über eine Schulbuchstudie im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration: Das Georg-Eckert-Institut hat in Zusammenarbeit mit der Uni Hildesheim untersucht, wie Schulbücher Migration und Integration darstellen. In der Lehrerausbildung sollten Themen wie Migration, Interkulturalität, Inklusion systematisch im Lehrplan verankert werden, fordert Professorin Viola Georgi vom Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim. DIE WELT über eine neue Studie des Georg-Eckert-Instituts, in der in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim untersucht wurde, wie Migration und Integration in Schulbüchern dargestellt werden. 

Vielfalt in der Gesellschaft und an Schulen werde „nicht als Normalfall dargestellt", das zeige die Studie, berichtet DIE WELT. „Tragen Schulbücher ungewollt zur Diskriminierung von Schülern mit Zuwanderungsgeschichte bei? Das Thema Schulbücher ist ein Arbeitsschwerpunkt von Prof. Viola Georgi von der Universität Hildesheim. Die Erziehungswissenschaftlerin ist deutschlandweit die einzige Professorin für 'diversity education', also für Vielfalt in der Lehrerausbildung", schreibt Freia Peters in der Zeitung DIE WELT.

Deutschland habe sich in den letzten Jahrzehnten zu einem modernen Einwanderungsland entwickelt, sagt Professorin Viola Georgi der Zeitung DIE WELT. In der Lehrerausbildung sollten Themen wie Migration, Interkulturalität, Inklusion systematisch im Lehrplan verankert werden, so die Hildesheimer Professorin. Die Studienleiterin Inga Niehaus vom Georg-Eckert-Institut regt in der WELT an, die Begriffe und Bezeichnungspraxen wie „Ausländer", „Fremde" und „Migranten" zu überdenken.

DIE WELT, „ Beim Thema Integration sind Schulbücher mangelhaft / Eine Studie zeigt, dass Schulbücher die Vielfalt im Klassenzimmer nur unzureichend abbilden", 17./18.03.2015 (print kurz, online lang) (www.welt.de)

Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905) / Kontakt zu den Schulbuchforschern und weitere Infos zur Schulbuchanalyse über das Georg-Eckert-Institut

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Ang. Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel überregional Lehrerbildung Bildungsintegration Inklusion
news-9734 Wed, 11 Mar 2015 16:02:00 +0100 Trotz Krieg: Wissenschaftler an einem Tisch https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/trotz-krieg/ Über Diversität oder die Unterschiedlichkeit der Kulturen und Eigenschaften von Menschen sprachen 17 Forscher, die das dreijährige Projekt namens Tempus betreiben. Dabei saßen auch Wissenschaftler an einem Tisch, deren Regierungen derzeit offen oder verdeckt gegeneinander Krieg führen. Initiatorin des gemeinsamen Forschungsprojektes zur Förderung von Bildung ist die Hildesheimer UNI Professorin Olga Graumann. "Wir erleben hier eine hochspannende Atmosphäre, als wir bei der EU die Projektmittel beantragten, war vom Krieg noch keine Rede", sagte sie. Doch nationale Differenzen beherrschten nicht die die Arbeitstagung in Hildesheim, an der auch Gäste aus Italien, Finnland und Weißrussland teilnahmen. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Lehrerbildung Bildungsintegration Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Ang. Erziehungswissenschaft Fachbereich 3 Interkulturelle Kommunikation International Office news-9730 Mon, 09 Mar 2015 16:02:00 +0100 Stadt Kompakt - Förderkreis Stiftung Schulmuseum bestätigt Vorstand https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/stadt-kompak/ Der Förderkreis Stiftung Schulmuseum der Universität Hildesheim hat seinen Vorstand für die nächsten zwei Jahre bestätigt. Auf der Versammlung wurden zudem die Weiterentwicklung der Sammlung und die zukünftigen Akzente der Ausstellungs-und Bildungsarbeit des Schulmuseums erörtert. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft news-9649 Mon, 02 Mar 2015 19:25:00 +0100 Umgang mit Vielfalt: Forscherinnen halten Beziehungen zu Russland und Ukraine https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/umgang-mit-vielfalt-forscherinnen-halten-beziehungen-zu-russland-und-ukraine/ Forscher aus der Ukraine, aus Russland, Weißrussland und Hildesheim befassen sich mit der Frage, wie Menschen in ihrer Vielfalt zurechtkommen, wie sie mit Unterschieden und Konflikten umgehen. „Es wäre schlimm, wenn gerade wir auseinanderbrächen. Je mehr Verbindungen wir stärken, desto mehr Vorurteile können wir abbauen“, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Olga Graumann angesichts aktueller Konflikte. Die Kulturen Osteuropas werden in unserem Bildungswesen vernachlässigt, meint Beatrix Kreß. Isa Lange sprach mit den Forscherinnen am Rande einer Arbeitstagung. Wissenschaftsbeziehungen ändern die Politik nicht, „aber wir schaffen Begegnungen“, sagt die emeritierte Professorin Olga Graumann. Biographien wie jene der Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigen, dass der Austausch und Sprachkenntnisse helfen, sich Urteile zu bilden und nicht mit Vorannahmen zu arbeiten.

Seit über einem Jahr kommt die Ukraine nicht zur Ruhe, die politische Lage ist angespannt, Beziehungen zwischen Russland, der Ukraine und der Europäischen Union sind belastet.

Als sie ihr gemeinsames Projekt vor zwei Jahren starteten, rechneten sie nicht mit den politischen Entwicklungen. Nun erleben Wissenschaftler, wie das Thema ihrer Forschung – der Umgang mit Vielfalt und Konflikten – sehr präsent im Alltag ist. Etwa in Kiew: Wie kann die Stadt mit Flüchtlingen aus der Ostukraine umgehen? Wie können Lehrer erkennen, dass ein Flüchtlingskind traumatisiert ist?

„Wir sind Wissenschaftler, keine Politiker. Wir haben einen wissenschaftlichen Auftrag, wir denken global und über die Grenzen hinaus. Wir kennen uns persönlich, wir kennen die Menschen. Das ist ein großes Plus“, beschreibt Olga Graumann, wie es gelingt, gemeinsam an einem Tisch zu arbeiten. In diesen Tagen kommen 17 Forscherinnen und Forscher aus der Ukraine, Weißrussland und Russland sowie Vertreter aus EU-Universitäten (Rom, Helsinki, Bremen) an der Universität Hildesheim zusammen. Die Hochschulen arbeiten in einem Netzwerk zusammen (siehe unten).

Aus der Ukraine reisen Forscher gemeinsam im gleichen Zug und Flugzeug an, aus der ostukrainischen Stadt Berdjansk nahe Mariupol am Asowschen Meer, aus Kiew und aus der westukrainischen Stadt Khmelnitzkij. Aus Russland sind Wissenschaftler aus Welikij Nowgorod, Tjumen, Kuban/Krasnodar, Ryazan, Wologda, Kostroma und St. Petersburg beteiligt, sowie aus Weißrussland die Hochschulen in Witebsk, Mosyr und Minsk. „Wir diskutieren nicht über Politik“, sagt Graumann, aber Gespräche, die am Tisch laufen, seien schon manchmal von der Krise geprägt. „Eine Kollegin aus der Ostukraine wurde von einer Russin gefragt, wie es ihnen geht. Sie sagte: Wir haben unsere Wahrheit, ihr habt eure Wahrheit. Damit war das Gespräch beendet“, so Graumann. „Wir bemühen uns, vorsichtig miteinander umzugehen. Ich stehe auf keiner Seite, bin völlig neutral. Das spüren die Kollegen, das ist unsere Arbeitsgrundlage.“

Als der Konflikt begann, schrieb die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerin an alle Kollegen einen Brief, mit dem Appell, „dass wir im Sinne von Comenius denken wollen, weltoffen und wissenschaftlich und alles differenziert betrachten“. Das habe sich bisher bewahrheitet, alle liefern ihre Arbeit.

Dennoch geht so ein Konflikt nicht an den Forschern vorbei, er ist der Rahmen für ihre Zusammenarbeit. „Die Kollegen und Kolleginnen aus der Ostukraine haben Angst um ihre Söhne und Männer, darüber sprechen sie mit uns“, so Graumann. Die Konflikte innerhalb des Landes spüre man. Doch es gibt zum Beispiel, angeregt durch ein gemeinsames EU-Projekt, einen Kooperationsvertrag zwischen der westukrainischen Nationalen Universität Khmelnitzkij und der Staatlichen Universität Nowgorod in Russland, der nach wie vor mit Leben gefüllt ist. „Die Bindungen sind zum Glück nicht durch die politische Situation zerstört worden. Uns verbindet die gemeinsame Arbeit, unser Thema ist Diversity, wir befassen uns mit der Frage, wie Menschen in ihrer Vielfalt zurechtkommen, wie sie mit Unterschieden und Konflikten umgehen. Es wäre schlimm, wenn gerade wir es nicht schaffen würden und auseinanderbrächen“, sagt Olga Graumann. Um das Diversitymanagement an Schulen, in Hochschulen und Unternehmen und um den Umgang mit Heterogenität direkt in einer Schulklasse, darum geht es nun bei der Entwicklung von Modulen für den Bachelor und das Promotionsstudium und bei der Entwicklung eines Masterstudiengangs „Bildungsmanagement in heterogenen Organisationen“.

Forscher aus allen Ost-Partneruniversitäten erarbeiten zurzeit Inhalte für Studiengänge. Dabei geht es etwa um „Subjektive Theorien und Stereotype“. Lehramtsstudierende sollen darauf vorbereitet werden, wie sie mit Stereotypen umgehen können – in einer Lage wie heute sei das besonders aktuell. Kinder kommen mit Meinungen und Vorurteilen über „die Russen“ oder „die Ukrainer“ oder „die Europäer“ oder „die Deutschen“ in die Klassenzimmer, greifen Wortlaute aus Medien oder Familie auf. „Jugendliche sollten lernen, damit umzugehen, dies zu hinterfragen, so dass eine Generation aufwächst, die mit dieser Vielfalt und mit Konflikten offen umgehen kann“, so Olga Graumann. Sie greift dabei auf die jahrelangen Erfahrungen in der Hildesheimer Lehrerausbildung zurück. Die Hildesheimer Professorin Irene Pieper aus den Literaturwissenschaften und Sportprofessor Peter Frei evaluieren Module zu „Diagnostik der Lese- und Schreibfähigkeit“ und „Diagnostik der Motorik“, die in den Partneruniversitäten entwickelt wurden, und beraten die Modulentwickler. Im Juni und November 2015 reisen die Partner erneut nach Hildesheim an, werden in der Bibliothek arbeiten, Dozenten treffen. Ein reges Begegnen.

„Wissenschaftsbeziehungen zu pflegen geht nicht nur über E-Mail. Man muss die Menschen besuchen und persönliche Kontakte aufbauen“, sagt Graumann. Die Sorge und Angst, dass die Politik alle bisherige Arbeit zerschlage sei groß. Sie hofft, „dass von dem, was wir gesät haben, bei den Menschen etwas bleibt, auch wenn die Politik das im Moment nicht zulässt“. In der gemeinsamen Arbeit werde deutlich, dass in der Pädagogik traditionell die gleichen Stränge verfolgt wurden. Das erleichtere nun, zum Beispiel ein gemeinsames Buch über „Vielfalt der Pädagogik“ sowie ein Buch zu „Diversity Management in heterogenen Organisationen“ zu schreiben.

Noch ist der Austausch möglich, die Wissenschaftler können reisen. Kollegen aus der Ukraine fuhren 2014 nach Russland, im September 2014 kamen die Forscher zu einer großen Konferenz der International Academy for Humanization of Education (IAHE) in Witebsk in Weissrussland zusammen. „Es kann sein, dass die Politik das Reisen verbietet. Aber die Menschen, die wollen den Austausch“, so die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerin. In Wien steht im Juli 2015 eine internationale Tagung zu Inklusion bevor, im September 2016 eine Konferenz an der Hildesheimer Universität zu Diversity-Management, in Kooperation mit der IAHE.

Gerade in angespannten Zeiten, sollte man die Bindungen halten. „Das ist das Einzige, was wir als in der Regel differenziert denkende Wissenschaftler tun können. Das ist unser Part, den wir als Universität haben und das Einzige, was wir können“, so Graumann. „Angela Merkel versucht es auf politisch-diplomatischem Wege, Frieden zu schaffen. Wir können zumindest Menschen zeigen: Man kann über Grenzen hinweg denken. Uns verbindet unglaublich viel. Russische Pädagogen diskutieren zum Beispiel unsere alten Philosophen wie Nietzsche, gehen auf gemeinsame Quellen zurück, sehr viel stärker, als wir das selber machen. Etwa Comenius, sie nennen ihn in der nicht latinisierten Weise Komensky, er ist unser gemeinsamer Hintergrund, da fühlt man sich verbunden.“

Erziehungswissenschaftler der Universität Hildesheim haben gemeinsam mit der Universität in Nowgorod, Russland, vor zehn Jahren als erste und bis heute einzige Hochschulen einen Doppelabschluss in Erziehungswissenschaft entwickelt. Wissenschaftler aus den Erziehungswissenschaften, Sozial- und Organisationspädagogik und Psychologie sind an der Lehre beteiligt und gehen auf die Studierenden ein. Der DAAD hat den gemeinsamen Studiengang mit mehr als 800.000 Euro unterstützt. 28 deutsche Bachelor- und Masterabschlüsse wurden bis 2014 an russische Studierende vergeben, sieben weitere folgen 2015, alle verteidigen ihre Abschlussarbeit in deutscher Sprache. 88 deutsche und russische Dozenten lehrten bisher an der jeweiligen Partneruni. Die russische Doktorandin Ekaterina Egorova promoviert in Hildesheim über „Individualisierung im russischen Schulsystem“. Es sei nicht leicht, deutsche Studierende für einen Aufenthalt in Russland und der Ukraine zu gewinnen, denn diese zieht es in westliche Länder. „Der Gedanke, in einem osteuropäischen Land zu studieren löst bei vielen Unsicherheiten und Ängste aus. Es ist leichter vom Osten in den Westen zu gehen, als umgekehrt“, so Graumann. Umso mehr freut sie sich, dass zehn Studierende aus Hildesheim an der Staatlichen Universität Nowgorod in Russland studiert haben und fünf das russische Diplom erworben haben.

Das bestätigt auch Marit Breede. Sie organisiert am International Office die Auslandsaufenthalte von Studierenden. Hildesheim pflege den Kontakt zu Partnerhochschulen in Polen, im ungarischen Budapest. Studierende fragen kaum nach Studienaufenthalten in Russland und Ukraine nach, diese seien auch nicht als Länder in dem großen Förderprogramm Erasmus Plus vertreten. „Das Interesse, in diese Länder zu gehen, ist in der Vergangenheit und auch momentan nicht besonders groß“, so Breede. Mit einer Promos-Förderung ging ein Student im letzten Jahr zum Praktikum nach Sibieren.

Dabei können Begegnungen wie Studien- und Forschungsaufenthalte gerade in politischen Krisen dazu beitragen, Verständnis in bestimmten Fragen zu entwickeln und „die Anderen" differenzierter zu betrachten. Damit dies gelingt, sei aber eine intensive Begleitung dieser Kontakte notwendig, sagt Beatrix Kreß. Bei der Professorin für Interkulturelle Kommunikation mit dem Schwerpunkt Slawische Länder nutzen Studentinnen die zur russischen Partneruniversität in Welikij Nowgorod bereits aufgebauten Kooperationen und gehen im Rahmen eines geplanten Doppelstudiengangs der Interkulturellen Kommunikation im Herbst nach Russland. Zwei russische Studentinnen sind bereits in Hildesheim. Die derzeit geringe Nachfrage sei „vor allem auf fehlende Kenntnisse und stereotype Vorstellungen zurückzuführen", sagt Beatrix Kreß. Die Kulturen Osteuropas werden in unserem Bildungswesen und in der medialen und gesellschaftlichen Wahrnehmung vernachlässigt, so Kreß. „Auch in der historischen Perspektive wird vor allem die geschichtliche Entwicklung im 2. Weltkrieg betont, die Jahrhunderte währenden intensiven kulturellen Kontakte zwischen Deutschland und Russland werden aber vernachlässigt." Dem wolle sie durch Forschung und Lehre entgegenwirken.

Am Institut für Interkulturelle Kommunikation widmen sich mehrere Lehrveranstaltungen der russischen Kultur aus einer kontrastiven Perspektive sowie der deutsch-russischen interkulturellen Kommunikation, so Kreß. „Neben deutschen Studierenden, die sich für Russland und Osteuropa interessieren, haben wir auch zahlreiche Studierende, die familiäre Verbindungen nach Russland haben und ein Interesse für ihre Wurzeln mitbringen." Daher werden Exkursionen, Gastvorträge und Lehrveranstaltungen zum Russischen sehr gut nachgefragt.

Das Team des International Office schickt Studierende nur in Regionen, die sicher sind, so Marit Breede. „Generell gilt, dass wir keine Aufenthalte fördern dürfen in Regionen, für die vom Auswärtigen Amt her eine Reisewarnung besteht.“

Umgang mit Unterschieden, Konflikte und ihre Gründe (Notiz Arbeitstagung). Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Worum geht's? EU-Projekt Tempus: Umgang mit Vielfalt

Hildesheimer Erkenntnisse in der Bildungsforschung kommen in der Ukraine, Weißrussland und Russland an: Bis 2016 arbeiten Erziehungswissenschaftler der Universitäten Hildesheim, Bremen, Wien, Helsinki und Rom gemeinsam mit Hochschulen aus Russland, der Ukraine und Weißrussland an Wegen, wie „Diversity“ in der Aus- und Weiterbildung von Pädagogen und Bildungsmanagern in den östlichen Ländern berücksichtigt werden kann. Auch eine Schule in St. Petersburg und ein Kinderheim in Kiew gehören zu den Projektpartnern.

Zunächst erfassen Soziologen in den Städten der beteiligten Hochschulen, was den Eltern – etwa in St. Petersburg, Welikij Nowgorod, Tjumen, Kiew, Minsk, Witebsk, Berdjansk und Khmelnitzkij – wichtig ist. Was erhoffen sie sich in Bezug auf Umgang mit Vielfalt? Dann sollen Schulungsinhalte für Sozialpädagogen, Erzieher und Lehrer erarbeitet werden, erläutert die Hildesheimer Projektleiterin Professorin Olga Graumann. „Wir beraten die Hochschulen derzeit und begleiten sie dabei, ihre Curricula in den Studiengängen zu modernisieren. Wie können Lehrer mit physischen Beeinträchtigungen, Sprachproblemen, mit kultureller und sozialer Vielfalt, mit Hochbegabung professionell umgehen? In allen drei Ländern ist ein zunehmender Zustrom der Migranten zu verzeichnen.“ Die Mehrzahl der Arbeitsmigranten hat selbst keine höhere Schulbildung. Das bedeutet, dass die Eltern ihren Kindern in der Schule eher nicht helfen können, da sie auch in der Regel die Landessprache nicht oder nur ungenügend beherrschen. In der Ukraine wurde Inklusion in das Bildungsprogramm aufgenommen, doch ausgebildete Pädagogen fehlen weitgehend.

Man wolle in der „länderübergreifenden Vernetzung voneinander lernen“, sagt Olga Graumann. Das Projekt „Aus- und Weiterbildung für Pädagogen und Bildungsmanager im Bereich Diversity" wird seit 2013 bis Ende 2016 mit rund 1,2 Millionen Euro von der Europäischen Kommission gefördert, über 900 Anträge wurden eingereicht – nur 13 Anträge von deutschen Hochschulen wurden bewilligt. Von den 171 bewilligten Anträgen werden nur 27 Universitäten mit über einer Millionen Euro gefördert. Hildesheim wurde ausgewählt, da die Universität umfassende Erfahrungen im Umgang mit Vielfalt nachweisen kann. So läuft in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und Schulen seit mehreren Jahren das Projekt Lernku(h)lt, bei dem Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen gemeinsam in Kleingruppen lernen und Lehramtsstudierende wiederum praxisnahe Erfahrungen im Umgang mit Mehrsprachigkeit, Diagnostik und Eltern sammeln.

Um Diskriminierungen von Menschen abzubauen, um eine möglichst chancengerechte Entwicklung aller zu ermöglichen, könne man gerade im Bildungsbereich ansetzen, so die Erziehungswissenschaftlerin. „Die Pädagogik und Bildungspolitik sind aufgerufen, den Bereich Diversity in den Mittelpunkt ihrer Zielsetzung zu stellen.“ Die Folgekosten gescheiterter Biografien seien auf Dauer höher als die Investitionen in eine gute Erziehung und Bildung, sagt Olga Graumann.

An einem Tisch in Hildesheim: Forscher aus Ukraine, Weißrussland, Russland. Foto: Lange/Uni Hildesheim

Medienkontakt: Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Interkulturelle Kommunikation Lehrerbildung Bildungsintegration Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) International Office Aktuelles IO
news-9646 Sat, 28 Feb 2015 09:30:00 +0100 Praxisnahe Lehrerausbildung: „Ausbildungsort und Tatort rücken zusammen“ https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/praxisnahe-lehrerausbildung-ausbildungsort-und-tatort-ruecken-zusammen/ „Für mich ist das der Start“, sagt Barbara Zeh. Bisher hatte die Lehrerin aus Hannover nichts mit der Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim zu tun. Das ändert sich nun. Das Land Niedersachsen möchte Theorie und Praxis stärker zusammenbringen, an allen Hochschulstandorten, die Grund-, Haupt- und Realschullehrer ausbilden. Bis Juli sind Studierende niedersachsenweit in Klassenzimmern, Hildesheimer Studenten laufen bei 170 Mentoren mit und erleben alle Facetten des Schulalltags: Unterricht, Konferenzen, Ganztagsschule, Elternabende. Die 3. Klasse der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Grundschule in Hannover ist langsam daran gewöhnt, neue Gesichter zu begrüßen. Einige Flüchtlingskinder gehen seit kurzem in diese Schule, sie kommen aus dem Irak, aus Libyen, aus Syrien. An einem Montagmorgen im Februar stehen wieder zwei unbekannte Menschen im Klassenzimmer. „Sie bleiben einige Monate hier, sie lernen auch noch“ – so teilt Barbara Zeh ihren Schülern mit, dass nun vier weitere Augen im Klassenraum sind.

Aus den Kinderstühlen sind die Neulinge aber herausgewachsen, sie sind keine neuen Mitschüler. Sondern Deutsch- und Musikstudentinnen der Universität Hildesheim.

Seit Februar noch bis Mitte Juli sind Lehramtsstudierende im Masterstudium in Niedersachsen 18 Wochen an Schulen. Das schulische Langzeitpraktikum („Praxisblock“) wird in Seminaren an der Universität vor- und nachbereitet und begleitet. Die Studierenden sind drei Tage pro Woche in einer Praktikumsschule – an den anderen zwei Tagen an der Uni – und erleben alle Facetten des Schulalltags: Unterricht, Pausenzeiten, Schulfeste, Elternabende und Konferenzen. Das ist landesweit eine neue Entwicklung. Im Herbst 2014 hatten das niedersächsische Wissenschaftsministerium und das Kultusministerium mit den Hochschulen in Oldenburg, Osnabrück, Lüneburg, Braunschweig, Vechta und Hildesheim eine Kooperationsvereinbarung für eine Reform im Lehramtsstudium unterzeichnet. Die Masterstudienzeit für Grund-, Haupt- und Realschullehrer wurde verdoppelt und beträgt nun zwei Jahre.

Zu dieser Reform gehört neben der Erarbeitung eines Forschungsprojekts eine mehrmonatige Praxisphase, die Mitte Februar startete. Insgesamt 170 Lehrerinnen und Lehrer kamen zum Auftakt an der Universität in Hildesheim zu einer vom Kompetenzzentrum für Regionale Lehrerfortbildung organisierten Schulung mit Fachdidaktikern vom Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung zusammen. Die Lehrer begleiten als Mentoren die Lehramtsstudierenden an den Praktikumsschulen.

Eine von ihnen ist Barbara Zeh. Sie hat sich gleich gemeldet. Pro Student pro Fach erhält sie 0,5 Anrechnungsstunden. Aber sie beginnt nicht mit der Rechnerei. Natürlich sei das mehr Arbeit für sie, sagt Zeh, sie habe nun eine weitere Person im Blick. „Die Anfangsphase im Praktikum ist stressig. Wenn man sich die Mühe aber macht und herausarbeitet, wo jeder seine Schwerpunkte hat und wo man hinwill, dann wird das ein Selbstläufer. Das Klassenzimmer ist kein abgeschlossener Raum. Meine Tür steht immer offen“, sagt die Lehrerin. Unterricht läuft von morgens bis in die Spätbetreuung bis 17:00 Uhr, denn die Schule ist eine „Offene Ganztagsschule“. Etwa 350 Schülerinnen und Schüler lernen in Hannover-Kleefeld. „Unsere Schüler kommen aus dreißig verschiedenen Ländern. Wir unterrichten inklusiv. Wir unterrichten Flüchtlingskinder. Die Lehramtsstudenten können in der Endphase ihres Studiums bei uns die ganze Bandbreite und Realität des Lehrerberufs erleben.“ Die Schule habe Projekte zur Gewaltprävention entwickelt, Fortbildungen für Lehrer und Kinder, die Studentinnen können erfahren, wie die Zusammenarbeit im Schulalltag mit zwei Sozialpädagoginnen an der Schule abläuft.

„Wir sind in die Praxisphase am Faschingsmontag gestartet, das war ein guter Auftakt. Die Schüler lernen und die Studenten lernen auch noch, von den Schülern. Die Kleinen sind darüber schon stolz. Sie nehmen sie gut auf und finden das schön, wenn auch eine andere Stimme zu hören ist. Das stört überhaupt nicht, die Kinder sind trotzdem bei mir, wenn ich Unterricht mache. Das sage ich auch meinen Kolleginnen, die nachfragen, wie das klappt“, sagt die Lehrerin. Sie möchte den Studentinnen „einen Einblick geben, wie ich unterrichte“. „Für mich ist die Zusammenarbeit mit der Universität neu, ich kann Stundenstrukturen und Methoden überdenken und meinen eigenen Unterricht reflektieren.“ Es lohne sich, mit den Studentinnen ins Gespräch zu kommen. Gerade bereitet sie einen Rechtschreibtext und ein Diktat mit den Kindern vor, die Studentinnen beobachten noch, werden aber ab März selbst vier Stunden pro Woche unterrichten und mit einer Unterrichtseinheit zur Bildergeschichte beginnen, auch Unterrichtsbesuche stehen an. „Viele Kinder haben zu Hause niemanden, mit dem sie üben können“, sagt Barbara Zeh. Die Kleinen sind es gewöhnt, eigenverantwortlich zu lernen, sagt Zeh. Mal arbeiten sie alleine, dann in der Gruppe, dann mit einem Partner an Stationen. „Ich zeige den Studentinnen, was die Kinder können, damit sie Anknüpfungspunkte haben: Wie kann ich in diese Klasse reingehen?“

Eine andere Lehrerin unter den 170 Mentoren sagt über die engere Zusammenarbeit zwischen Universität und Schulen: „Ausbildungsort und Tatort rücken zusammen“. Um solche Praxisphasen zu ermöglichen, müssen Strukturen im Uni- und Schulalltag zusammenfinden, sagt Dörthe Buchhester. Sie koordiniert die Reform am Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) der Universität Hildesheim. Das bedeutet: Jeweils zwei Lehramtsstudierende mit möglichst gleicher Fächerkombination mussten an Schulen in Hildesheim, Hannover und dem Umland vermittelt werden, Fahrtwege mit öffentlichen Mitteln sollen maximal eine Stunde dauern. Insgesamt sind das etwa 260 Studierende an 100 Schulen. Je ein Fachdidaktiker und Lehrbeauftragter begleiten nun im Tandem das Studentenpaar, reisen zu Unterrichtsbesuchen an die Schulen. Mentorenfortbildungen sollen nicht in der Zeugniszeit, aber auch nicht in der Prüfungszeit der Forscher liegen. „Wir haben vom Kultusministerium die Auflage, die Mentoren nicht zu belasten, sie aber auch nicht alleine zu lassen. Auch unsere Studenten haben viel zu tun. Sie haben kaum Zeit zwischen Vorlesung, Prüfungen und dem ersten Schultag, der in der vorlesungsfreien Zeit liegt“, so Buchhester. Sie hebt hervor, wie wichtig die Gespräche zwischen Lehrern und Fachdidaktikern der Uni seien. Dabei erinnert sie auch an Grenzen: Studierende dürfen im „Praxisblock“ nicht eigenverantwortlich unterrichten, sie sind auch nicht befugt, eine Pausenaufsicht zu machen. Die Mathematikdidaktikerin Professorin Barbara Schmidt-Thieme spricht von einem Prototyp, der ins Wasser gelassen wurde: „Wir wollen, dass das Schiff fährt. Wir wollen Sie ins Boot holen.“

Das ist bei Mattias Weiß gelungen. Er unterrichtet Englisch und Sport an der IGS Bad Salzdetfurth und sieht in der Zusammenarbeit mit der Uni große Chancen. Schon im ersten Studienjahr arbeitet seine Schule mit der Universität Hildesheim zusammen und holt Lehramtsstudenten in den „Schulpraktischen Studien“ einmal pro Woche ins Klassenzimmer. Seit Februar begleiten zwei Masterstudenten seinen Schulalltag. Von dem Blick aufs Schwarze Brett am Morgen über den Unterrichtsalltag, eine spontane Unterrichtsvertretung wegen Krankheit bis zur Konferenz und Elterngesprächen. „Wenn der Unterricht gut läuft, freut man sich. Wenn er schlecht läuft, denke ich mir: Oh je, was müssen die Studenten nun von mir denken?“, lächelt Mattias Weiß über die Tatsache, dass nun vier Augen mehr in seinem Klassenzimmer sitzen. Er ist selbst erst seit einem Jahr Lehrer, unterrichtet von der 5. Klasse bis zur Oberstufe. „Es gibt nun jemanden, der Kritik üben kann und das ist auch für mich hilfreich. Ich bin da ganz offen. Ich hoffe die Zusammenarbeit mit der Universität bringt mir auch etwas. Wir können zum Beispiel als Team unterrichten.“

Schulen und Uni begleiten den Übergang in den Lehrerberuf: Lehrer im Hörsaal. Foto: Lange/Uni Hildesheim

Lehrerausbildung – Reform des Masterstudiums in Niedersachsen:

Darum geht’s: Angehende Grund-, Haupt- und Realschullehrer studieren seit dem Wintersemester 2014/15 insgesamt zehn Semester. Die Masterzeit verdoppelt sich von einem auf zwei Jahre. Ein Ziel ist, Praxis und Theorie besser zu verzahnen. Als neue Studienelemente werden eine Praxisphase und ein Projektband integriert. Die Niedersächsische Landesregierung hat im August 2014 die vom Kultusministerium und Wissenschaftsministerium erarbeiteten neuen Verordnungen über Masterabschlüsse für Lehrämter beschlossen.

„Der Schritt der Landesregierung, das Masterstudium zu verlängern, ist klug und an der Zeit. Die Universität Hildesheim wird für das Land Niedersachsen rund ein Drittel der künftigen Lehrerinnen und Lehrer ausbilden. Wir stellen uns dieser Herausforderung gern, denn die Reform ist ein sehr wichtiger Schritt in Richtung mehr Praxisnähe“, sagt der Hildesheimer Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Parallel zur Praxisphase verläuft das Projektband. Dabei betreuen Lehrende der Universität Hildesheim die angehenden Lehrerinnen und Lehrer im „forschenden Lernen“. Die Studierenden entwickeln Forschungsarbeiten und vertiefen Kenntnisse und Erfahrungen im wissenschaftlichen Arbeiten, können Schulpraxis, Theorie, Handeln und Reflexion aufeinander beziehen. Aus den Projektfragestellungen kann sich auch die Masterarbeit entwickeln.

Wie Alan (7) rechnet, beobachtet Lehramtsstudent Ali Ünlü ein Jahr in Drispenstedt. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Partnerschulen in der Lehrerausbildung - seit über 30 Jahren

Mittwochs im Hörsaal, freitags im Klassenzimmer: Lehramtsstudierende der Universität Hildesheim sind im ersten Studienjahr einmal in der Woche in der Schule. Die Universität setzt auf die enge Zusammenarbeit mit Partnerschulen in allen Praxisphasen. In den „Schulpraktischen Studien" beobachten die angehenden Lehrkräfte in einer studentischen Kleingruppe im ersten Studienjahr jeden Freitag Unterricht und sprechen darüber mit einem Lehrer und Erziehungswissenschaftler. Etwa 500 Erstsemester starten so jährlich im Oktober in ihr erstes Studienjahr – seit über 30 Jahren – und erhalten früh echte Einblicke in die Schulrealität, können die Berufswahl überprüfen und reflektieren. Ab April stehen die ersten Unterrichtsstunden für die Studienanfänger an. Weitere Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums in mehreren Schulformen. „Unsere Studierenden überprüfen ihre Eignung für den Beruf zu Beginn des Studiums und im Übergang zum Berufsalltag“, sagt Dörthe Buchhester vom Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung.

Die Universität Hildesheim bildet mit etwa 2600 Studierenden einen Großteil der niedersächsischen Grund- Haupt- und Realschullehrer aus. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Deutsch als Zweitsprache, Individuelle Förderung und Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer. Hildesheim leitet zusammen mit Hannover seit diesem Jahr den Verbund der niedersächsischen lehrerbildenden Hochschulen.

Informationen zur Reform „GHR 300“: Häufige Fragen, Studienprofil, Praxisphase, Projektband

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Ang. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Deutsche Sprache Fachbereich 3 Musik und Musikwissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Inklusion Lehrerbildung Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration
news-9635 Tue, 10 Feb 2015 08:25:00 +0100 Sommerakademie geht in die vierte Runde https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/sommerakadem/ Die Betreuung der eigenen Kinder während der Ferienzeiten ist oft ein heikles Thema. Denn um die sechs Wochen Sommerferien zu überbrücken, müssen manche Eltern getrennt Urlaub machen. Hier helfen die Fördervereine der Grundschulen Heinde und Groß Düngen sowie die katholische Pfarrgemeinde St. Cosmas und Damian und bieten ein ganztägiges Betreuungsprogramm an. Jeweils drei Studenten der Universität Hildesheim sind dann wieder täglich für die Kinder da. Die Sommerakademie geht in diesem Jahr mittlerweile in ihre vierte Runde. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft news-9397 Tue, 27 Jan 2015 09:29:00 +0100 Uni informiert: Studieren auf der Höhe https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/uni-informie/ Wirtschaftsinformatik, Umweltsicherung, Übersetzen? Szenische Künste, Lehramt oder Sozialpädagogik? Lehrende und Studierende geben während der Infotage Anfang Februar Einblicke in Studiengänge. Studieninteressierte erhalten außerdem Informationen zu Bewerbung, Finanzierung und Eignungsprüfungen. Die Studienberatung, das Centrum für Lehrerbildung und das Gleichstellungsbüro bieten einen Workshop zur Berufsorientierung an. Anfang Februar lädt die Universität Hildesheim Studieninteressierte zu den Infotagen „Studieren auf der Höhe" (Programm, 4. bis 6. Februar 2015) ein. Die Infotage auf dem Uni-Hauptcampus bieten die Möglichkeit, sich in Themen-Veranstaltungen gezielt über das Studienangebot der Universität zu informieren und anschließend mit Studierenden, Fachvertretern oder der Studienberatung ins Gespräch zu kommen, sagt die Studienberaterin Dinda Fatah. „Studieninteressierte können sich auch über die Bewerbung um einen Studienplatz, Finanzierung und Auslandsaufenthalte sowie Studieren mit Kind informieren. Außerdem bieten wir Führungen über den Campus an." Neben der Vorstellung von Studieninhalten gibt es wichtige Informationen rund um die Eignungsprüfung in den künstlerischen Studiengängen sowie für Musik, Kunst und Sport im Lehramtsstudium.

Der kulturwissenschaftliche Fachbereich informiert über die Verbindung von Theorie und Praxis im Studium [Hinweis: Diese Veranstaltungen finden auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg statt]. Ab 8:00 Uhr können Studieninteressierte am Schnupperstudium teilnehmen und Lehrveranstaltung besuchen, zum Beispiel zu den Themen „Kulturpolitik", „Die Wiederentdeckung des Hörens", „Über das Denken nachdenken" oder „Deutsch-türkische Kulturbeziehungen".

Lehrende geben anschließend Einblicke in die Bachelorstudiengänge „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis", „Szenische Künste", „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus" sowie „Philosophie - Künste - Medien". Außerdem stellen Studierende des Masterstudiengangs „Inszenierung der Künste und der Medien" Forschungsergebnisse öffentlich vor. Der Abend endet mit Werkschauen, Ausstellungen und Filmvorführungen. Der Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ ist der älteste Studiengang in Deutschland, der seit 1978 für kulturwissenschaftliche, künstlerische und kulturvermittelnde Berufe qualifiziert. Absolventen sind in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in Funk- und Fernsehanstalten, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung tätig.

Am Hauptcampus der Universität geben Lehrende am Mittwoch Einblicke in das Studium in den Bereichen Erziehungswissenschaft, Sozial- und Organisationspädagogik sowie Psychologie mit dem  Schwerpunkt Pädagogische Psychologie. Dann geht es weiter mit Informationen zu den Studiengängen Internationales Informationsmanagement, Interkulturelle Kommunikation und Übersetzen sowie English Applied Linguistics. Am Abend informieren Lehrende über die Bachelorstudiengänge Infomationsmanagement und Informationstechnologie, Umweltsicherung sowie Wirtschaftsinformatik. Studierende lernen in Hildesheim zum Beispiel, Informationssysteme zu entwickeln und große Informationsmengen in Unternehmen zu managen. Im Bereich „Angewandte Informatik“ können sie sich auf Programmierung, Datenbanken, Softwaretechnik und Künstliche Intelligenz spezialisieren. Durch Schnuppertage und in Zusammenarbeit mit Schulen versuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim mehr junge Frauen für ein IT-Studium zu interessieren.

Schülerinnen und Schüler sowie alle weiteren Studieninteressierten können sich am Donnerstag über Finanzierungswege informieren. Um 13:00 Uhr beginnt eine Infoveranstaltung zum Thema „Wie bewerbe ich mich um einen Studienplatz?". Am Abend geben Sportwissenschaftler Einblicke in das Studium „Sport, Gesundheit, Leistung". Um 17:00 Uhr informieren Lehrende über Wege in den Lehrerberuf an Grund-, Haupt- und Realschulen. Bundesweit besonders ist die frühe Verbindung von Theorie und Praxis in der Lehrerausbildung. Die Studienanfänger sind im ersten Studienjahr mittwochs im Hörsaal – und freitags im Klassenzimmer. Die Universität arbeitet dafür eng mit Partnerschulen zusammen. In den „Schulpraktischen Studien" beobachten die angehenden Lehrkräfte in einer studentischen Kleingruppe im ersten Studienjahr einmal in der Woche Unterricht und sprechen darüber mit einem Lehrer und Erziehungswissenschaftler in Seminaren. Die Studenten erhalten früh echte Einblicke in die Schulrealität, können die Berufswahl überprüfen und reflektieren. Im zweiten Semester hält jeder Student seine erste Unterrichtsstunde. Weitere Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums in mehreren Schulformen.

In einem mehrstündigen Workshop „Lehramt studieren?!" erhalten Studieninteressierte am Freitagnachmittag Einblicke in den Studienaufbau und die Berufspraxis. Im Mittelpunkt stehen zum Nachdenken anregende Reflexionsangebote rund um das Thema Fähigkeiten und Ressourcen, die Lehrerinnen und Lehrer im Berufsalltag benötigen. Die Studienberaterin Anna-Elise Weiß und Dr. Dörthe Buchhester vom Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung geben Einblicke in den Aufbau des Lehramtsstudiums, Studierende berichten von Praxisphasen. Eine Referentin des Gleichstellungsbüros informiert über das Projekt „Männer und Grundschullehramt“ und ein Grundschullehrer berichtet aus dem Schulalltag. Eine Anmeldung ist erforderlich (bis zum 25. Januar per e-Mail: kock@uni-hildesheim.de). Die Teilnehmerzahl ist auf 30 Personen begrenzt.

Programm der Infotage online

Infoline bei Rückfragen: 05121.883-55555

Bitte beachten Sie: Die Zentrale Studienberatung und weitere Einrichtungen der Universität wie das International Office, das Immatrikulations- und Prüfungsamt ziehen in diesen Tagen um in das neue FORUM am Universitätsplatz 1. In der Woche vom 2. bis 6. Februar 2015 kann es bei der Studienberatung zu Verzögerungen in der Telefon- und Emailbeantwortung kommen (Umzug Immatrikulationsamt: 30. Januar bis 9. Februar, erste Sprechzeit am Universitätsplatz am 10.02.2015 / Umzug Prüfungsamt: von 6. bis 16. Februar). Wir bitten um Verständnis.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Gleichstellungsbüro Männer und Grundschullehramt Lehrerbildung
news-9257 Sat, 06 Dec 2014 10:13:00 +0100 Adventsfeier im Schulmuseum https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/adventsfeier/ In der Atmosphäre eines Klassenzimmers aus der Zeit um 1900 findet diese vorweihnachtliche Feier für Eltern und Kinder statt. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft news-9215 Tue, 25 Nov 2014 20:01:00 +0100 Abfahren – aber wo anfangen? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/abfahren-aber-wo-anfangen/ Wer ein Semester im Ausland studieren oder ein Praktikum im Ausland absolvieren möchte, erhält beim International Office an der Uni einen rundum-Überblick: Wie finanziere ich den Auslandsaufenthalt? Welche Universitäten passen zu meinem Studium in den Kulturwissenschaften, im Bereich Übersetzen oder Informationsmanagement? Wie können Lehramtsstudierende Praxiserfahrungen im Klassenzimmer im Ausland sammeln? Tipps gibt es auch von Studierenden, die gerade aus dem Ausland zurückgekommen sind. Ein Semester im Ausland studieren? Das Team vom International Office der Universität Hildesheim hilft bei der Planung und berät, wie man einen Auslandsaufenthalt finanziert. Beim Go-Out-Tag am Mittwoch, 26. November 2014, können sich Studierende am Hauptcampus umfassend über Universitäten und Fördermöglichkeiten informieren. Studierende und Lehrende geben wichtige Tipps für die Vorbereitung von Studienaufenthalten und Praktika im Ausland. An Ländertischen geben Studierende Einblicke in ihre Studienaufenthalte, etwa in der Türkei, in Litauen, Polen, Norwegen, Argentinien und Frankreich. Sie haben Zeit für individuelle Fragen und Beratung.

Warum Lehramtsstudierende ein Semester im Ausland verbringen sollten, darüber spricht die Erziehungswissenschaftlerin Yvonne Rechter. Um Schulpraktika im Ausland zu absolvieren, gibt es für einige Schulen im Ausland spezielle Förderprogramme. Julia Speckmann stellt vor, welche Wege Studierende der Kulturwissenschaften im Ausland einschlagen und wie sie ein Auslandspraktikum im Kulturbereich vorbereiten können.

Ute Strack von der Botschaft der USA in Berlin informiert über Studienaufenthalte und Praktika in den USA. Wie man Auslandsaufenthalte finanzieren kann, erklärt Marit Breede. Marieke Söffker von der studentischen Initiative Go.Intercultural zeigt, wie Studierende den Aufenthalt im Ausland in interkulturellen Trainings vor- und nachbereiten können.

International Office berät Studierende

Interesse geweckt? Das International Office berät Studierende, wie man einen Auslandsaufenthalt plant und finanziert. Es gibt viele Förderprogramme. Die Stiftungsuniversität Hildesheim ist mit über 160 ausländischen Partnerhochschulen in mehr als 38 Ländern verbunden. Die Universität hat drei Double-Degree-Programme in Kooperation mit der Staatlichen Universität Nowgorod (Russland, Erziehungswissenschaften), der Université de Provence in Marseille (Frankreich, Kulturvermittlung) und der Pai Chai Universität Daejeon (Südkorea, Informationswissenschaften) entwickelt. Die Hochschule wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem europäischen Qualitätssiegel „E-Quality". Für das Projekt „Internationale Schreibparterschaften" erhielt die Universität Hildesheim das Europäische Sprachensiegel.

Sprachbarriere?

Die Universität, die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst und die Volkshochschule in Hildesheim bieten gemeinsam ein Sprachenforum an: In Sprachkursen können sich Studierende auf einen Auslandsaufenthalt vorbereiten. Neben den Sprachkursen kann man an einem Sprachtandem teilnehmen, das geht so: Das Sprachtandem besteht aus zwei Personen mit unterschiedlichen Muttersprachen, die sich gegenseitig beim Erlernen der anderen Sprache helfen. Dabei sollen beide Personen von der gemeinsamen Arbeit profitieren. Das Team bestimmt selbst, was und wie es lernen möchte. Die Tandempartner können zum Beispiel über Zeitungsartikel diskutieren, um den mündlichen Ausdruck zu verbessern, sich auf Prüfungen vorbereiten oder zusammen einen Film in der Fremdsprache oder mit Untertiteln gucken. Interessierte können das Team des International Office kontaktieren.

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Pressemeldungen Lehrerbildung International Office Ang. Erziehungswissenschaft
news-9151 Mon, 29 Sep 2014 08:00:00 +0200 Gefragt aber belächelt - Was ist der Bachelor-Abschluss tatsächlich wert? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/gefragt-aber/ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG behandelt in einem Schwerpunktartikel diese Fragestellung und fängt hierzu die Erfahrung und Einschätzung von sechs Studenten ein. Johann Osel und Roland Preuss gehen in einem Schwerpunktartikel in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG der Frage nach, was der Bachelor Abschluss tatsächlich wert ist. Für den 24-jährigen Studenten Dominik Feer von der Universität Hildesheim ist der Bachelor „Mittel zum Zweck”.  „Schon beim Studienstart war sein Ziel: Lehrer. Sein großes Projekt hat ihn bestätigt: Mit einem Kommilitonen hat er 'Funah' an einer Schule in Peine geründet – ein Angebot für Schüler, das Fußball und Nachhilfe kombiniert,” beobachtet die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG. „Sport hat uns immer viel gegeben im Leben. Wir wollen nicht Ballkünstler aus den Kindern machen, sondern Teamgeist und Fairness üben”, sagt er der SZ. Dominik Feer und der Student Omar Fahmy werden in dem Sportprojekt von Professorin Vera Volkmann im Rahmen der Lehrerausbildung an der Uni Hildesheim begleitet.

Süddeutsche Zeitung, „Gefragt aber belächelt”, 29.09.2014 (print) (www.sueddeutsche.de)

Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

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Pressespiegel überregional Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Bildungsintegration Sportwissenschaft Lehrerbildung Zentrum für Bildungsintegration Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
news-8805 Wed, 24 Sep 2014 14:35:00 +0200 Lehramt: Masterstudium künftig vier Semester https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/lehramt-masterstudium-kuenftig-vier-semester/ Unterricht, Pause, Elternabend: Alle Facetten des Schulalltags erleben. Ab dem Wintersemester 2014/2015 studieren angehende Lehrerinnern und Lehrer im Masterstudium vier Semester. In Tandems gehen die Studierenden an Praktikumsschulen, parallel zur Praxisphase verfolgen sie eine Forschungsfrage. Darum geht’s: Angehende Grund-, Haupt- und Realschullehrer, die im Herbst 2014 ihr Masterstudium aufnehmen, werden insgesamt zehn Semester studieren – statt bisher acht. Die Masterzeit verdoppelt sich von einem auf künftig zwei Jahre. Als neue Studienelemente werden eine Praxisphase und ein Projektband integriert.

„Die Reform des Masterstudiums bietet die Chance, dass angehende Lehrerinnen und Lehrer noch intensiver in den Schulalltag eintauchen und frühzeitig Erfahrungen in ihrem späteren Berufsfeld sammeln. Ziel ist, wissenschaftliche Theorie und schulische Praxis stärker zu verzahnen“, sagt Dörthe Buchhester, Leiterin der Koordinierungsstelle Lehramt am Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB). Sie koordiniert die Reform an der Universität Hildesheim. „Der Schritt der Landesregierung, das Masterstudium zu verlängern, ist klug und an der Zeit. Die Universität Hildesheim wird für das Land Niedersachsen rund ein Drittel der künftigen Lehrerinnen und Lehrer ausbilden. Wir stellen uns dieser Herausforderung gern, denn die Reform ist ein sehr wichtiger Schritt in Richtung mehr Praxisnähe“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich. Derzeit studieren in Hildesheim etwa 2600 angehende Lehrkräfte.

Im ersten Mastersemester beginnt die Praxisphase künftig mit einem Vorbereitungsseminar. Darin werden die Studierenden auf den „Praxisblock“ – das schulische Langzeitpraktikum – vorbereitet. Dieses beginnt im Februar an einer Praktikumsschule in der Region und dauert 18 Wochen. Die Studierenden sind drei Tage pro Woche in der Schule. Dabei schließen sich Studierende zu Tandems (zwei Personen) und Tridems (drei Personen) zusammen und erleben alle Facetten des Schulalltags, erklärt Dörthe Buchhester: Unterricht, Pausenzeiten, die Vor- und Nachbereitung von Unterricht, Projekttage, Schulfeste, Elternabende, Beratungen und Konferenzen. „Aufgrund der Vorerfahrungen im Bachelorstudium – bereits im ersten Studienjahr sind unsere Studienanfänger einmal in der Woche im Klassenzimmer – sind unsere Studierenden gut gewappnet für den Schritt in dieses schulische Langzeitpraktikum. Sie überprüfen ihre Eignung für den Beruf somit zu Beginn des Studiums und nun auch in der letzten Studienphase im Übergang zum Berufsalltag“, sagt Buchhester. Die Praxisphase wird durch ein Begleitseminar an der Universität unterstützt. Jeweils ein Fachdidaktiker und ein Lehrbeauftragter begleiten die Studierenden in der Vorbereitung, während der Praxisphase und in der Nachbereitung (Lehrendentandem). Die Universität arbeitet mit insgesamt etwa 250 Partnerschulen in der Region zusammen.

Parallel zur Praxisphase verläuft das Projektband. Dabei betreuen Lehrende der Universität Hildesheim die angehenden Lehrerinnen und Lehrer im „forschenden Lernen“. Die Studierenden entwickeln Forschungsarbeiten und vertiefen Kenntnisse und Erfahrungen im wissenschaftlichen Arbeiten, können Schulpraxis, Theorie, Handeln und Reflexion aufeinander beziehen. Aus den Projektfragestellungen kann sich auch die Masterarbeit entwickeln.

Direkter Link zum Bewerbungsportal:

Studierende können sich für das Lehramt an Haupt- und Realschulen (Masterstudium) oder für das Lehramt an Grundschulen (Masterstudium) online bewerben (zum Bewerbungsportal).

Kontakt bei Fragen:

Dr. Dörthe Buchhester, Koordinierungsstelle „GHR 300“ (Telefon: 05121.883-90140, E-Mail: koordla@uni-hildesheim.de)

Informationen zu GHR 300 online:

Häufige Fragen, Studienprofil, Praxisphase und Projektband

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
news-8778 Wed, 27 Aug 2014 09:00:00 +0200 Rot-Grün wertet Lehrerstudium auf. Angehende Pädagogen für die Grundschule studieren zwei Semester länger / Mehr Ausbildung in der Praxis https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/rot-gruen-wer/ HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG über die Reform der Lehrerausbildung: Mehr Praxisnähe, mehr Verzahnung von Theorie und Schulpraxis. Die Universität Hildesheim kann auf ihrem Netzwerk aus Partnerschulen aufbauen. Angehende Grund-, Haupt- und Realschullehrer studieren künftig insgesamt zehn Semester. „Wer Grundschüler unterrichten will, studiert in Niedersachsen in Zukunft genauso lang wie angehende Gymnasiallehrer. [...] An der Universität Hildesheim, an der momentan 2600 künftige Grund-, Haupt- und Realschullehrer ausgebildet werden, trifft die Reform auf offene Ohren", beobachtet Kristian Teetz in der HANNOVERSCHEN ALLGEMEINEN ZEITUNG. „Der Schritt der Landesregierung ist klug und an der Zeit. Die Uni Hildesheim wird für das Land rund ein Drittel der künftigen Lehrer ausbilden. [...] Wir stellen uns dieser Herausforderung gern, denn die Reform ist ein sehr wichtiger Schritt hin zu mehr Praxisnähe", sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich der HAZ. Das Masterstudium umfasst ab dem Wintersemester 2014/15 vier Semester und beinhaltet als neue Studienelemente eine Praxisphase und ein Projektband.

„Rot-Grün wertet Lehrerstudium auf. Angehende Pädagogen für die Grundschule studieren zwei Semester länger / Mehr Ausbildung in der Praxis", Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 27.08.2014 (print und online)

Kontakt zur Lehramtsstudierenden und Forschern über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

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Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Präsident Pressespiegel überregional
news-8624 Wed, 09 Jul 2014 14:15:00 +0200 "Helfer werden erst gerufen, wenn´s schon brennt" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/helfer-werd/ Uni-Professorin Melanie Fabla-Lamla im HAZ-Interview über Vertrauen und Teamarbeit in Schulen Pressespiegel regional Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Inklusion Lehrerbildung Ang. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Sozial- und Organisationspädagogik news-8164 Mon, 05 May 2014 12:55:00 +0200 Zusammen statt allein: Wie „Professionelle“ in Schulen zunehmend zusammenarbeiten https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/zusammen-statt-allein-wie-professionelle-in-schulen-zunehmend-zusammenarbeiten/ Ob in Ganztagsschulen, bei der Gestaltung von Übergängen – von der Kita in die Grundschule, von der Schule in die Ausbildung – oder auf dem Weg zu inklusiven Schulen: Lehrerinnen und Lehrer arbeiten zunehmend mit anderen „Professionen“ in der Schule zusammen. Wie die Zusammenarbeit gelingen kann und wo Herausforderungen liegen, damit befasst sich Melanie Fabel-Lamla. Die Professorin für Schulpädagogik stellt sich am Mittwoch, 7. Mai 2014, in ihrer öffentlichen Antrittsvorlesung an der Universität Hildesheim vor. In ihrem Vortrag „Interprofessionelle Kooperation im Kontext schulischer Inklusion: Herausforderungen und Potentiale“ geht die Erziehungswissenschaftlerin auf die Zusammenarbeit von Lehrerinnen und Lehrer mit anderen Professionellen in der Schule ein, also etwa Erzieherinnen und Erzieher, Fachkräfte aus den Bereichen Sozialpädagogik und Sonderpädagogik. „In den letzten Jahren kann man eine Zunahme an interprofessionellen Kooperationen in Schulen beobachten, zum Beispiel im Rahmen von Ganztagsschulangeboten, bei der Gestaltung von Übergängen im Bildungssystem, bei der Öffnung von Schule und der Vernetzung mit außerschulischen Einrichtungen und nicht zuletzt auch bei der Gestaltung inklusiver Schulen“, sagt Prof. Dr. Melanie Fabel-Lamla, die sich in Forschung und Lehre mit Professionalisierung und Kooperationen in der Schule befasst.

Diese zunehmende Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen wird für Lehrkräfte zu einer neuen Herausforderung. „Viele Lehrkräfte sind darauf bisher kaum vorbereitet. Auch in der Lehrerbildung werden Kenntnisse und Fähigkeiten zu Teamarbeit und zur Gestaltung interprofessioneller Zusammenarbeit an Schulen bisher kaum systematisch vermittelt“, sagt Melanie Fabel-Lamla, die in diesem Themenfeld weiter forschen und Konsequenzen für die Lehrerbildung aufzeigen möchte. Derzeit liegen vor allem Forschungsergebnisse vor, die auf die Schwierigkeiten und Entwicklungsbedarfe verweisen. Im Vortrag erläutert die Professorin an einem Fallbeispiel die Zusammenarbeit zwischen einer Grundschullehrerin und einer Sonderpädagogin exemplarisch – und zeigt die Potentiale dieser Kooperationsbeziehung auf. So bieten sich etwa der Grundschullehrerin eine Reihe von Lerngelegenheiten in der Zusammenarbeit und sie kann ihr pädagogisches Handlungsrepertoire erweitern.

Die Forschungsschwerpunkte spiegeln sich auch in ihren Lehrveranstaltungen wider. Lehramtsstudierende befassen sich etwa mit der Frage, über welche Kompetenzen Lehrkräfte verfügen sollten, wie Professionalisierungs- und Lernprozesse im Lehrerberuf verlaufen, wie Lehrkräfte sich auf das Unterrichten in inklusiven Schulen, auf Teamarbeit und Kooperation vorbereiten und welcher Zusammenhang zwischen professionellem Lehrerhandeln, Unterrichtsqualität und Schülerleistung besteht. Die Studierenden gehen in den Seminaren der Frage nach, wie Lehrkräfte mit anderen pädagogischen Berufsgruppen zusammenarbeiten, ob Schulpsychologen, Sonderpädagogen oder Sozialarbeitern, vor welchen Konflikten sie stehen und wie Arbeitsprozesse ablaufen können – schließlich werden sie selber einmal vor dieser Aufgabe stehen. In einem Seminar haben die Lehramtsstudierenden in Forscherteams zu zweit oder zu dritt Interviews mit Akteuren in interprofessionellen Teams an Schulen geführt, diese ausgewertet und ihre Ergebnisse in Projektberichten verschriftlicht. Überraschend für die Studierenden war, dass Lehrkräfte bereits vielfach mit anderen Berufsgruppen an Schulen zusammenarbeiten und sich hierbei höchst unterschiedliche Kooperationsformen zeigen.

Am Institut für Erziehungswissenschaft hat Melanie Fabel-Lamla seit Herbst 2012 die Professur für Schulpädagogik inne. Sie erforscht Biographien von Lehrerinnen und Lehrern, untersucht die Bedeutung von Vertrauen in pädagogischen Beziehungen und Kooperationen und befasst sich in Forschung und Lehre mit Fragen der Schulentwicklung und der Zusammenarbeit von Lehrkräften mit anderen Professionen.

Nach ihrem Lehramtsstudium mit den Fächern Mathematik und Geschichte an der Universität Marburg absolvierte sie das Referendariat in Berlin. Von 1998 bis 2004 war sie Doktorandin und Post-Doktorandin im Promotionskolleg „Biographische Risiken und neue professionelle Herausforderungen" an den Universitäten Halle-Wittenberg und Magdeburg. 2002 promovierte sie mit dem Prädikat „summa cum laude" zum Thema „Ostdeutsche LehrerInnen im doppelten Modernisierungs-prozess. Berufsbiographische Pfadverläufe und Professionalisierungspotentiale" . An der Universität Kassel spezialisierte sie sich im Bereich Sekundarstufe I und beschäftigte sich unter anderem mit Risikogruppen und Risikofaktoren. Dort übernahm sie 2011 die Professur für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Schul- und Unterrichtsentwicklung. Anschließend wurde sie als Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Pädagogische Professionalität und Professionsforschung an die Universität Duisburg-Essen berufen.

An der Universität Hildesheim baut die Erziehungswissenschaftlerin derzeit gemeinsam mit einem fachbereichsübergreifenden Team das Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZLB) auf [Artikel im Uni-Journal, pdf]. Das Zentrum fußt auf drei Abteilungen: die Professorinnen Melanie Fabel-Lamla, Kristin Kersten und Barbara Schmidt-Thieme bilden den Vorstand und sind für Lehre und Studium, Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs sowie für Fort- und Weiterbildung zuständig. „Im ZLB bündeln wir Fragen der Lehrerbildung und beziehen Ausbildung, Forschung und Weiterbildung stärker aufeinander“, sagt Fabel-Lamla. Mehr als fünfzehn Fächer sind in die Lehrerbildung involviert. Mit etwa 250 Partnerschulen arbeitet die Hochschule zusammen, angehende Lehrerinnen und Lehrern sammeln ab dem ersten Studienjahr schulpraktische Erfahrungen. Niedersachsen ist mitten in einer Reform der Lehrerausbildung („GHR 300“). So wird der Masterstudiengang ab dem Wintersemester 2014/15 von zwei auf vier Semester verlängert, eine Praxisphase integriert und Forschendes Lernen intensiviert. „Die drei an der Lehrerausbildung beteiligten Institutionen Uni, Studienseminare und Schulen werden enger zusammenarbeiten und daran arbeiten wird derzeit“, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Melanie Fabel-Lamla.

Öffentliche Antrittsvorlesung

Der Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim lädt am Mittwoch, 7. Mai 2014, um 18:15 Uhr ein zur öffentlichen Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Melanie Fabel-Lamla. Sie spricht über „Interprofessionelle Kooperation im Kontext schulischer Inklusion: Herausforderungen und Potentiale“ (Hörsaal 2, Hauptcampus Marienburger Platz 22).

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Lehrerbildung MEd (Lehramt) Polyv. 2-Fäch.BA Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
news-8290 Sun, 04 May 2014 08:00:00 +0200 Museum zeigt Schulalltag in aller Welt https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/museum-zeigt/ DPA über Schulalltag weltweit und ein Ausstellungsprojekt von angehenden Lehrern und Erziehungswissenschaftlern der Uni Hildesheim „Dem Schulalltag in fremden Ländern ist eine Ausstellung im Schulmuseum der Universität Hildesheim gewidmet. [...] Dazu befragten Studenten insgesamt 17 Menschen unter anderem aus Holland, Südafrika, dem Iran, der Türkei, Finnland und Nicaragua zu ihren Erinnerungen an die Schulzeit", so die DEUTSCHE PRESSE-AGENTUR DPA. Die Lehramtsstudierenden zeigen nun nach der Recherche Ausschnitte aus den Interviews, Bildmaterial sowie Lernmittel aus den verschiedenen Ländern, auch Schulklassen besuchen die Ausstellung, die bis Oktober 2014 läuft.

„Museum zeigt Schulalltag aus aller Welt", DPA, 04.05.2014 (print)

Kontakt zu den Forschern und Lehramtsstudierenden über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

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Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Pressespiegel überregional Lehrerbildung Bildungsintegration Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
news-8211 Thu, 01 May 2014 07:09:00 +0200 Ende der Kreidezeit https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/ende-der-kreidezeit/ Kreidetafel oder Technik – wie verändert sich der Lehrerberuf technisch? In Bad Salzdetfurth sieht die Lösung so aus: Das Lehrerkollegium nutzt die Technik unterschiedlich stark – einige sind neugierig, andere skeptisch. In jedem Klassenraum steht eine mit Stiften beschreibbare weiße Tafel sowie eine interaktive Tafel mit allen technischen Möglichkeiten. Lehramtsstudierende erproben die Technik, Siebtklässler helfen ihnen dabei. Die Studierenden der Uni Hildesheim sind im ersten Studienjahr jeden Freitag im Klassenzimmer und beobachten Unterricht. Nun stehen die ersten Unterrichtsstunden an. Früher gab es grüne Klapptafeln, beginnt Johannes Kozinowski und wird stutzig: „Ich rede ja, als wäre das hundert Jahre her.“ Der Lehramtsstudent der Uni Hildesheim ist gerade mal 20 Jahre jung, die Schulzeit liegt noch nicht weit zurück. Und nun sitzt er wieder im Klassenzimmer, jeden Freitag, seit sechs Monaten und erfährt den technischen Wandel hautnah. In einigen Wochen steht seine erste Unterrichtsstunde an, statt Kreide und Schwamm kommen dann elektronische Tafeln zum Einsatz. Wischen, klicken, tippen – das Klassenzimmer betritt Neuland. Und Johannes Kozinowski ebenfalls, er möchte einmal Deutsch, Wirtschaft und Sachunterricht unterrichten. „Die schulpraktischen Erfahrungen ab dem ersten Semester helfen, die Berufswahl zu überprüfen. Bisher ist es ungewohnt, keine Kreide zu verwenden. Die Technik ist nur ein Aspekt, den ich hier kennenlerne, ich kann einmal in der Woche beobachten, wie Lehrer den Unterricht organisieren, mit Jugendlichen sprechen, wie eine Unterrichtsstunde überhaupt strukturiert ist.“

Mit „hier“ meint der Lehramtsstudent die Gesamtschule in Bad Salzdetfurth. Die Schule mit etwa 30 Schulklassen und 800 Schülern, südlich von Hannover gelegen, ist mittlerweile mit der neuesten Technik ausgestattet. Seit drei Jahren sind nach zunächst drei digitalen Tafeln („Boards“) nun 60 % der Klassenräume mit dieser Technik versehen. Martin Knospe – er war lange Zeit als medienpädagogischer Berater in Niedersachsen tätig – hat für die Schule ein Medienkonzept entwickelt. Dazu gehören neben den interaktiven Tafeln auch Schulserver mit Sicherheitsschutz sowie eine Medientechnik-AG. Dabei werden Fünft- bis Neuntklässler als Technikdienst ausgebildet, die nun auch Lehramtsstudenten der Universität Hildesheim in kleinen Fortbildungen die ungewohnten Tafeln nahebringen.

Ein Freitagmorgen, Ende April: ein Klick, ein Button gedrückt und die Tafel ist an. Die ein dutzend Schüler – darunter Gian und Paul – sind fit im Umgang mit den technischen Geräten und stellen an diesem Vormittag fast 40 Studierenden in Kleingruppen die Technik vor, beurteilen sie und arbeiten an Praxisübungen. Es geht um Funktionen und Grenzen des Boards, um die Einbettung von Text- und Bilddateien und um den Motivations- und Aufforderungscharakter durch gezielten Medieneinsatz.

Wenn benötigt, kann man etwa Tafelbilder speichern und mit einem Klick in der nächsten Unterrichtsstunde wieder aufrufen, erklärt der 13-Jährige Paul den Lehramtsstudentinnen Louisa Brand und Lisa Grunau. „Wir können Filme und mathematische Zeichengeräte einbauen“, so der Siebtklässler. „Manchmal sind wir fitter als unsere Lehrer“, schmunzelt Paul. Kreide vermisse man nicht, die Hände sind nicht mehr rau, das Tafelwischen fällt weg, sagt die 14-jährige Nele. Gian und Thessa finden es „gut, dass die Lehramtsstudenten auch noch lernen und am Anfang der Ausbildung stehen“. Sie seien noch nicht so professionell, können eben nicht alles perfekt und das mache sie sympathisch, meint Thessa. „Heute bringen wir ihnen etwas bei“, sagt Gian stolz und wechselt zum Tisch von Robert Rathke und Kevin Schröder, der heute seine erste Unterrichtsstunde hielt, es ging um Kausalketten und das Erfassen von Folgen. Auch die Technik kam zum Einsatz, wenngleich er zu Beginn Zeit verloren habe. „Ich muss mich als Lehrer darauf verlassen können und die Technik gut kennen. Die Boards bieten extrem viele Möglichkeiten – aber man muss wissen, welcher Einsatz sinnvoll ist“, sagt der Geschichtsstudent.

Wie verändert sich der Lehrerberuf technisch? Verdrängen Bildschirme die klassische grüne Tafel? In Bad Salzdetfurth sieht die Lösung so aus: Da das Lehrerkollegium die Technik unterschiedlich stark nutzt – einige mit Neugier, andere mit Skepsis – stehen in jedem Klassenraum eine weiße Tafel, die mit Stiften beschrieben werden kann, und eine interaktive Tafel mit allen technischen Raffinessen und Möglichkeiten. Die Schule ist beinahe kreidefrei, denn „Computer und Kreide verstehen sich nicht“. „Aber die Klasse ist nicht ohne Tafel – sie ist mittlerweile einfach weiß. Wir können auch bei Stromausfall flexibel reagieren“, sagt Martin Knospe.

Für die Studienanfänger der Hildesheimer Uni ist die Fortbildung an diesem Vormittag auch eine technische Vorbereitung auf die ersten eigenen Unterrichtsversuche, die von Mai bis August anstehen. Sie sollen Berührungsängste abbauen und die zahlreichen medialen Möglichkeiten kennenlernen, um passend zu den gewählten Stundenzielen angemessene Medienentscheidungen treffen zu können. In den Seminarsitzungen seit Oktober 2013 haben sich die Studierenden bereits mit Methoden- und Medienentscheidungen im Unterricht sowie „traditionellen" Medien befasst.

Klassenzimmer in der IGS Bad Salzdetfurth mit interaktiver Tafel. Studierende beobachten hier Freitags Unterricht. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Mittwochs im Hörsaal, freitags im Klassenzimmer – bundesweit besonders

Im ersten Studienjahr verbringen die insgesamt 2600 Lehramtsstudierenden der Universität Hildesheim jeden Freitag in einer Kleingruppe im Klassenzimmer. Sie arbeiten sich schrittweise in methodische und didaktische Grundlagen ein, hospitieren und führen erste eigenständige Unterrichtsversuche durch, die begleitet werden. Das „Hildesheimer Modell" bietet den Studierenden die Möglichkeit, die eigene Berufswahl zu überprüfen. Etwa 500 Erstsemester starten so jeden Oktober in ihr erstes Studienjahr – und erhalten früh echte Einblicke in die Schulrealität. Seit etwa 30 Jahren setzt die Universität auf die enge Zusammenarbeit mit derzeit etwa 250 Partnerschulen aus Hannover und der Region Hildesheim in allen Praxisphasen, das ist bundesweit besonders.

Die IGS Bad Salzdetfurth ist eine dieser Partnerschulen. „Hin und wieder kommt es vor, dass die Studienanfänger merken: Der Lehrerberuf ist nichts für mich, das kann ich nicht. Dass die Universität Hildesheim ihre Lehramtsstudenten so früh in die Schulpraxis einbindet, ist ein richtiger Schritt. Denn wenn man fertig ausgebildeter Lehrer ist, und dann erst vor einem Schüler steht – ist das zu spät", sagt die stellvertretende Schulleiterin Corinna Ostmann. Auch sie öffnet ihr Klassenzimmer für die Lehrerausbildung. Derzeit besuchen fünf Kleingruppen, insgesamt fast 40 Lehramtsstudierende aus dem zweiten Fachsemester, die Schule ein Jahr lang an jedem Freitag von 7:30 Uhr bis 11:00 Uhr. Dr. Anne-Elisabeth Roßa und Elisabeth Rasche begleiten die Studentinnen und Studenten in den „Schulpraktischen Studien" seitens der Uni, die Unterrichtsbeobachtungen werden im Seminar vor- und nachbereitet und gemeinsam mit dem jeweiligen Lehrer besprochen. Dabei geht es etwa um die Lehrerrolle und den Lehrerberuf, um Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler, um Sprache im Unterricht, um methodische Entscheidungen und Medieneinsatz. Darauf aufbauend stehen nun die Planung, Durchführung und Analyse der ersten eigenen Unterrichtsversuche im Vordergrund, die gemeinsam vor- und nachbereitet werden.

Die Gesamtschule kooperiert mit der Universität auch in den Bereichen Musik und Wirtschaft. „Für die Kollegen ist die Zusammenarbeit mit der Hildesheimer Universität seit etwa fünf Jahren ein Schatz. Sie können in den eigenen Klassen hospitieren, wenn Studierende unterrichten. Und für den eigenen Unterricht erhalten sie einmal wöchentlich Feedback von den angehenden Lehrkräften“, sagt der Schulleiter Leonhard Soppa.

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Fachbereich 4 Deutsche Sprache Fachbereich 3 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
news-8189 Mon, 28 Apr 2014 09:58:00 +0200 Schulgeschichten aus aller Welt https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/schulgeschichten-aus-aller-welt/ Wie läuft Schule an anderen Orten der Welt ab? An was erinnern sich Menschen, die heute in Deutschland leben, aber ihre Schulzeit in der Türkei, Kasachstan, Afghanistan, Finnland oder Namibia verbracht haben? Eine neue Ausstellung zeigt Schulvergangenheiten, die in Interviews mit Personen aus 14 Herkunftsländern erhoben wurden. Die VGH-Stiftung verleiht dafür den Preis für Museumspädagogik. Der Fundus des Schulmuseums der Universität Hildesheim beinhaltet Schulbänke, Fibeln, Rechenmaschinen und ein digitales Archiv mit rund 60.000 Bilddokumenten seit 1450. Unter dem Titel „1001 Schulgeschichten – Schulvergangenheiten aus verschiedenen Ländern“ widmet sich das Schulmuseum der Universität Hildesheim dem Schulalltag anderer Länder. Kinder und deren Familien sollen einen Einblick in schulische Lebenswelten anderer Länder und Kulturen erhalten. Pausenspiele, Schuluniformen, Disziplin und Strafe sind nur einige der vielfältigen Themen, die in Stationen vorgestellt werden. Im Anschluss an den Rundgang können Besucher ihre Eindrücke in einem „Erzählcafé“ teilen. Mit diesem Format möchte die Universität den Dialog zwischen den Generationen fördern, unterschiedliche kulturelle Bräuche thematisieren sowie deren Akzeptanz stärken. Die neue Ausstellung kann ab Mai 2014 bis Oktober kostenfrei besucht werden.

Lehramtsstudierende der Universität Hildesheim haben bei den Erziehungswissenschaftlern Dr. Sabine Kirk und Dr. Hartmut Schröder in den Seminaren „Schulvergangenheiten im Ländervergleich“ und „Lehren und Lernen im Schulmuseum“ die neue Ausstellung vorbereitet. Die Studierenden führten insgesamt 17 Interviews mit Personen, die in den Niederlanden, in Südafrika, Kasachstan, Iran, Türkei, England, Finnland, Usbekistan, Afghanistan, Peru, Sri Lanka, Namibia, Nicaragua und Deutschland zur Schule gegangen sind. Viele Interviewteilnehmer sind Mitwirkende der Hildesheimer Initiative „Brücke der Kulturen". In der Ausstellung werden die unterschiedlichen Schulvergangenheiten nun durch Interviewausschnitte, Bildmaterial und Lernmittel veranschaulicht.

„Gefragt wurde zum Beispiel nach den Erinnerungen an die Einschulung, an den Klassenraum, an den Ablauf eines Schultages, an Disziplin und Strafmaßnahmen, an Zeugnisse und die Notenvergabe“, berichtet Sabine Kirk. „Die eigenen Schulerfahrungen bieten besondere Anknüpfungspunkte, um miteinander ins Gespräch zu kommen über Schule damals und heute sowie über Schulalltag in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern.“

Schulmuseum an der Universität Hildesheim

Eintritt in eine andere Zeit – Malte Ewert auf dem Weg zu einem seiner Lieblingsstücke: Eine Fingerrechenmaschine mit rötlichen Lederstreifen, die die Form einer Hand einnehmen. „Von 1929, mit Begleitbuch, wie man die Maschine bedient. Eine Neuauflage.“ Der 75-jährige ehemalige Realschullehrer – sein letzter Standort war die Realschule Gronau, wo er Sozialkunde und Englisch unterrichtete – ist seit Gründung des Schulmuseums dabei. Er ist einer von etwa 30 Ehrenamtlichen, ohne die die regelmäßigen Öffnungszeiten und Führungen nicht möglich wären. „Viele Besucher interessieren sich für die alte Schrift, Sütterlin. Wir wecken ihre Erinnerungen an die eigene Schulzeit, ob bei alt oder jung“, sagt Ewert, der sich mit Schulchroniken befasst und wöchentlich Schulklassen, Rentnergruppen und Klassen-Ehemaligentreffen durch das Museum führt. Er wechselt in einen zweiten Raum – darin Schulbänke von Schulen aus Niedersachsen. „Sie wurden von Schreinern im jeweiligen Dorf gebaut, daher die unterschiedliche Bauart“, kommentiert er. Lehramtsstudent Max Engelking, der an diesem Tag im April mit auf Entdeckungsreise geht, sitzt Probe auf einer alten Bank. Dann entdeckt er eine Weltkugel. Der angehende Realschullehrer für Geographie schreibt seine Abschlussarbeit über Globen. Sein Lieblingsstück in der Sammlung? Engelking zeigt auf etwa 30 handgroße transparente Gläser in einem Holzkasten. „Anschauungsmaterial Chemie: Die Milch“ steht dort. „Butter, Milch, Käse – wir sehen die Bestandteile. Die Glasröhren mit Pulver im Innern hat seit Jahrzehnten niemand geöffnet.“

Entdecken – im Schulmuseum der Universität Hildesheim erhalten Kinder, Jugendliche und ihre Familien Einblicke in die schulische Lebenswelt in verschiedenen Ländern und im Wandel der Zeit. Uni, Volkshochschule und Schulen kooperieren miteinander. „In der Begegnung mit Geschichte erfährt man, welche Veränderung Schule erlebt. Die Modernität ist in unserem Museum zu greifen, jede Zeit hat ihre Schule“, sagt der emeritierte Hildesheimer Universitätsprofessor Dr. Rudolf Keck, der das Museum 2003 gründete und bis Ende 2013 leitete. Seine Nachfolge treten Dr. Hartmut Schröder und Dr. Sabine Kirk in der Museumsleitung und Hartwig Kemmerer in der Leitung des Förderkreises an. „Wir alle haben etwas gemeinsam, darüber wollen wir ins Gespräch kommen“, so Kemmerer. Etwa 100 Schulmuseen gebe es in Deutschland, in Niedersachsen zum Beispiel in Steinhorst, Zetel und Folmhusen. Im Herbst waren Leiter der Schulmuseen aus Süd- und Norddeutschland zu Gast in Hildesheim.

In Hildesheim ergriff Rudolf Keck die Chance, eine Sammlung aufzubauen und mit Theorie und Forschung zu verknüpfen, als massenhaft Dorfschulen aufgelöst wurden. So gehört zum Museum neben den Gegenständen und Textdokumenten auch ein Bildarchiv, das im Rahmen eines DFG-Projekts erforscht wurde. Etwa 60.000 Bilder sind enthalten, die früheste Abbildung stammt von 1450 und zeigt eine Klosterschule. Erziehungswissenschaftlerinnen und Erziehungswissenschaftler der Hildesheimer Universität haben sie in Zusammenarbeit mit der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung digital erschlossen und eine Online-Plattform aufgebaut (Datenbank online: Bildarchiv zur Bildungsgeschichte).

„Forschungsanfragen aus ganz Deutschland erreichen uns“, sagt Hartmut Schröder. Zahlreiche Doktorarbeiten und Abschlussarbeiten von Lehramtsstudierenden sind entstanden. Auch Schule im Ländervergleich und Migrationsgeschichten werden untersucht. „Auf den Bildern dargestellt sind Szenen aus dem Schulalltag, aus dem Privat- und Rechenunterricht, Titelblätter von Schulbüchern. Wir planen, Schulen aus anderen Städten den Zugang besser zu ermöglichen, etwa über eine Art ‚virtuelles Klassenzimmer‘“, sagt Schröder. Für 2015 plant das Schulmuseum die Schulgeschichte der Stadt Hildesheim gestern und heute für die Öffentlichkeit aufzubereiten.

Förderpreis Museumspädagogik der VGH-Stiftung

Das Schulmuseum der Stiftung Universität Hildesheim erhält als eine von sechs Einrichtungen den Förderpreis Museumspädagogik der VGH-Stiftung (Begründung der Jury als PDF). Er ist mit 3.500 Euro dotiert und dient zur Umsetzung des Vorhabens „1001 Schulgeschichten - Schulvergangenheiten aus verschiedenen Ländern". Der Preis wird am 28. April 2014 um 15:00 Uhr in den Räumen des Schulmuseums auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim verliehen (Domänenstraße, 31141 Hildesheim).

Interessierte Familien, Schulen, Bürgerinnen und Bürger können sich an das Schulmuseum wenden (E-Mail: ssm[at]uni-hildesheim.de). Öffnungszeiten: Dienstags sind die Räume von 09.00 bis 12.00 Uhr, Mittwochs von 15.00 bis 18.00 Uhr und am 1. Sonntag der Monate Mai bis Oktober von 15.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Schulklassen können sich für Führungen anmelden (jeweils Dienstag und Donnerstag).

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Geographie Fachbereich 4 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
news-7939 Wed, 05 Mar 2014 09:21:00 +0100 Inklusion: Oberschulen setzen auf stete Weiterbildung https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/inklusion-oberschulen-setzen-auf-stete-weiterbildung/ Auf Unsicherheit folgt Aufbruchsstimmung im Lehrerzimmer: Oberschulen im Landkreis Hildesheim holen die Uni ins Boot und bilden über mehrere Monate ihre Kollegien fort. Das Programm könnte für weitere Schulen in der Region ein Modell sein. Zunächst waren da Angst und Sorge, man „wurde überrollt". Als bekannt wurde, dass in Niedersachsen inklusive Schulen eingeführt werden, fragten sich die Söhlder Lehrerinnen Rebecca Hammecke und Kathrin Harms, wie sie dies schaffen sollen. Schließlich haben sie „nicht Sonderpädagogik studiert“, so Harms.

Seit August leitet die 37-jährige Harms nun eine 5. Klasse, in der Kinder mit Autismus, mit Lese- und Rechtschreibschwächen, mit Lernverzögerungen und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten – aber auch jene, die den Sprung aufs Gymnasium schaffen können – gemeinsam lernen. „Ich finde es unbefriedigend, wenn ich aus der Stunde gehe und ich nicht allen Kindern gerecht werden konnte“, sagt die Lehrerin der Oberschule Söhlde. Lehrer sollten sich „nicht entziehen und vielmehr Rücksicht auf den einzelnen Schüler und jeden ernst nehmen“. Wie sie mit der „weiten Streuung“ im Schulalltag umgehen und „Unterricht zieldifferent gestalten“ können, das kann das Lehrerkollegium „nicht ohne Hilfestellung von außen lernen“, verdeutlicht Harms. Sie nennt Beispiele aus dem Unterrichtsalltag: So werden nun Arbeiten differenzierter bewertet, Textlängen und Bilder auf Arbeitsblättern in mehreren Versionen angepasst, der Kontakt zu den Eltern gepflegt und Lernformen eingesetzt, bei denen Mitschüler einander unterstützen „Täglich tauchen neue Fragen auf“, fasst Harms zusammen. Und deshalb seien weniger kurzfristige Lösungen denn eine „kontinuierliche Begleitung hilfreich“.

Beide Lehrerinnen nehmen an einem Programm teil, das für weitere Schulen in der Region ein Modell sein könnte. Seit Schuljahresbeginn im Herbst 2013 begleitet die Universität Hildesheim die Oberschulen Söhlde und Nordstemmen auf dem Weg zur inklusiven Schule. Dabei setzen die Schulen auf eine zweijährige Weiterbildungsreihe für Lehrende, pädagogisches Personal sowie Schüler- und Elternvertreter. In dieser Woche informierten sich an der Uni 60 Lehrkräfte aus beiden Kollegien, wie sie Lernprozesse besser wahrnehmen und fördern können. Die Uni setzt dabei auf anerkannte Referenten und auf die Qualität der Schulungen. „Es sind ja nicht nur die gravierenden Fälle. Manche Verhaltensauffälligkeiten tauchen erst nach und nach auf“, sagt Rebecca Hammecke und verweist auf eine Schülerin, die „einfach nicht spricht, sie redet bei keinem Lehrer“. Ein nächster Schritt sei auch, den Unterricht voneinander zu beobachten und zu besprechen sowie mit Fachleuten zusammenzuarbeiten, ergänzt Hammecke. So hat das Kollegium etwa das Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte besucht.

„Nicht alle laufen mit Begeisterung los, aber das gesamte Kollegium weiß, dass wir uns bewegen müssen", sagt Uwe Meinhardt. Nach einem halben Jahr äußert sich der Schulleiter aus Söhlde vorsichtig optimistisch. Besonders freut sich Meinhardt über die Aufbruchsstimmung im Lehrerzimmer. „Jetzt muss ich als Schulleiter die Rahmenbedingungen gestalten und Weiterbildungen ermöglichen. Wir setzen auf den Anstoß von außen durch die Uni und gehen einen Schritt nach dem anderen."

Seine Oberschule ist eine der ersten, die nicht nur das gesamte Kollegium umfassend fortbildet, sondern auch die Eltern und Schülerinnen in den Veränderungsprozess einbezieht. So steht als nächstes für die Lehrer eine Weiterbildung an, um auf der Bewertungsebene mit der Verschiedenheit der Schülerinnen und Schüler umzugehen. Für Eltern und Schülervertreter steht eine weitere Veranstaltung über die Bedeutung von inklusiver Schule bevor, um Transparenz zu schaffen und an den Einstellungen zu verändern. Und die kollegiale Beratung soll verstärkt werden, Feedback und die Reflexion von Unterricht solle vermehrt in den üblichen Schulalltag eingebunden werden. Bereits vor etwa fünf Jahren war die Schule Vorreiter im Landkreis und hat in Integrationsklassen Kinder mit Behinderungen aufgenommen. Nun arbeiten die Partner auch an einem schulübergreifenden Netzwerk für die Region, so nahmen bereits in dieser Woche Seminarleiter und Lehrer der IGS und Realschule Lengede an der Weiterbildung teil.

Die Weiterbildungen werden von der Universität speziell für die Schulen angeboten und ergeben sich aus der wissenschaftlichen Begleitung. Erziehungswissenschaftler dokumentieren die Entwicklungsprozesse von Lehrern, Veränderungen in Unterricht und Schulleben und erfassen Gelingensbedingungen und Voraussetzungen für inklusives Lernen. „Dabei fällt auf, dass die Lehrkräfte der zunehmenden Vielfalt der Schülerinnen und Schüler mit Unsicherheit begegnen. Zum ersten Zeitpunkt der Untersuchung im Juli 2013 stimmten sie eher selten den Unterricht auf die individuellen Voraussetzungen der Schüler ab. Kooperative Lernformen und Formen offenen Unterrichts wurden unregelmäßig angewendet“, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Britta Ostermann von der Uni Hildesheim. „Zudem bestanden grundlegende Fragen hinsichtlich einer angemessen Leistungsbeurteilung, insbesondere beim konstruktiven Umgang mit Nachteilsausgleich. Bei der Analyse der Untersuchungsergebnisse des nächsten Untersuchungszeitpunkts wird es interessant sein, zu beobachten, inwieweit die Haltung gegenüber der Verschiedenheit der Schüler offener geworden ist und sich die Planung sowie Durchführung des Unterrichts verändert hat“, so Britta Ostermann.

Kontakt für Schulen

Interessierte Schulen und Lehrer können sich an die Erziehungswissenschaftlerin Britta Ostermann wenden (osterma@uni-hildesheim.de). Das Kompetenzzentrum für regionale Lehrerfortbildung der Universität Hildesheim bietet passgenaue Fortbildungen für Schulen an.

Info: Inklusive Pädagogik in Hildesheim

Seit 2009 gilt eine UN-Konvention, seit 2013 ein Rechtsanspruch in Niedersachsen: Alle Kinder sollen gemeinsam die Schule besuchen können. Die Universität Hildesheim bildet Lehrkräfte aller Schulformen in einem zweijährigen berufsbegleitenden Studiengang „Inklusive Pädagogik“ fort. Einmal im Monat kommen die bisher 70 Lehrerinnen und Lehrer im Alter von 25 bis 60 Jahren zusammen. Sie lernen, wie eine Schule zur inklusiven Schule wird: Von der Zusammenarbeit mit Eltern und Fachleuten bis zu Diagnostik und Umgang mit Konflikten. Unterrichtsbesuche und Lerntandems mit Lehrkräften aus der Schweiz und Italien gehören zum Studienprogramm. Manche Oberschulen bilden ein Vierer-Team fort, die Lehrer geben ihr Wissen an das Kollegium weiter.

Auch die Lehrerausbildung ist gefragt: In Hildesheim – hier wird ein großer Teil der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrer ausgebildet – wird derzeit eine Professur für Inklusion besetzt. Außerdem setzt die Uni auf die enge Zusammenarbeit mit Partnerschulen: Lehramtsstudenten sind im ersten Studienjahr jeden Freitag im Klassenzimmer. In diesen „Schulpraktischen Studien" beobachten die angehenden Lehrer ein Mal in der Woche Unterricht. Danach besprechen sie die Beobachtungen in einer studentischen Kleingruppe mit dem Lehrer und einem Erziehungswissenschaftler. Etwa 500 Erstsemester starten so jeden Oktober in ihr erstes Studienjahr – und erhalten früh echte Einblicke in die Schulrealität, etwa an inklusiven Schulen.

In einer Studie erfassen die Professoren Kathrin Hauenschild und Werner Greve von der Universität Hildesheim, welche Rolle Lehrer bei der Umsetzung von Inklusion spielen. Dabei hat das Forscherteam 120 Grundschullehrer befragt, welche Erwartungen ihr Handeln bestimmen. In einem weiteren Projekt untersuchen Psychologen, wie Eltern von behinderten Kindern mit Belastungen umgehen und welche Schulform sie sich für ihre Kinder wünschen.

Medienkontakt: Was Inklusion im Schulalltag bedeutet und wie Lehrkräfte aus- und fortgebildet werden – Kontakt zu Lehrern, Schulen, Lehramtsstudenten und Forschern über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905).

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Inklusion
news-7933 Tue, 04 Mar 2014 12:04:00 +0100 Uni-Lehrerfortbildung in Niedersachsen gefragt https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/uni-lehrerfortbildung-in-niedersachsen-gefragt/ Seit zwei Jahren werden Lehrkräfte in neun Kompetenzzentren fortgebildet, landesweit angedockt an Universitäten. Eine erste Zwischenbilanz zeigt: Etwa 250 Veranstaltungen finden jährlich statt, rund 2000 Lehrkräfte kann die Uni so erreichen. Doch vor allem werden jene erreicht, die ohnehin fortbildungsaffin sind. Daher setzt die Universität verstärkt auf die direkte Abfrage der Fortbildungsbedarfe in den Schulen. Seit zwei Jahren werden Lehrkräfte in neun Kompetenzzentren fortgebildet, landesweit angedockt an Universitäten – in Hildesheim an die Abteilung Fort- und Weiterbildung des neu gegründeten Zentrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung. Die Universität Hildesheim zieht nun eine erste Zwischenbilanz: Derzeit werden verstärkt Fortbildungen zu Deutsch als Zweitsprache und Inklusion nachgefragt. Dass die Uni passgenaue Weiterbildungen für die jeweilige Schule strickt, kommt an – doch vor allem bei jenen, die ohnehin fortbildungsaffin sind. Rund 300 Schulen aus der Region Peine, Hameln-Pyrmont, Holzminden und Hildesheim sowie aus dem Südkreis Hannovers nehmen die Fortbildungen wahr.

„Es gibt immer einige, die man nicht erreicht. Denn viele Fortbildungen – außer Pflichtteile wie Erste Hilfe und Auffrischen der Rettungsfähigkeit – sind freiwillig“, weiß Vicky-Nicoletta Erber. Sie koordiniert die Fortbildungen des Hildesheimer Kompetenzzentrums. „Wir wenden uns sowohl an gestandene Lehrer, die vor einem Viertel Jahrhundert in den Staatsdienst übernommen wurden, wie an Lehrkräfte in der Berufseingangsphase“, sagt Erber. Dabei reichen die Angebote von Stimmtraining über Burnout-Prophylaxe bis zur Arbeit mit den Kerncurricula. Allein in den nächsten drei Monaten stehen etwa 70 weitere Fortbildungen in Hildesheim an. Dann geht es zum Beispiel um Körpersprache im Klassenraum, Choreografien in Sport und Musik, Streitschlichtung und die Förderung von Lernprozessen in inklusiven Schulen.

Die „frisch gebackenen Lehrer“ greifen vor allem auf Angebote wie Selbstmanagement, Stimmübungen und Eltern-Gespräche zurück. Etwa 250 Veranstaltungen finden jährlich statt, rund 2000 Lehrkräfte kann die Uni so erreichen. „Fortbildungen gehören zum Schulalltag. Wir möchten mehr Lehrkräfte erreichen – auch jene, die bisher fernblieben – und wir arbeiten an mehr Kontinuität im Fortbildungsverhalten“, so Erber. Daher setzt das Zentrum verstärkt auf die direkte Abfrage der Fortbildungsbedarfe in den Schulen und auf die persönliche Weiterempfehlung durch bereits fortgebildete Kolleginnen und Kollegen. Schließlich bewirke eine Schulung alle drei Jahre wenig.

Jedes Kompetenzzentrum für regionale Lehrerfortbildung ist für eine Region Niedersachsens zuständig und für die Entwicklung, Durchführung und Evaluation der Fortbildung für öffentliche Schulen verantwortlich. Mit den Zentren sollen Fortbildungsangebote des Landes und der Hochschulen enger verzahnt werden. Ziel ist es, auf Erkenntnisse aus der Forschung zu reagieren und „passgenaue fachspezifische und methodisch-didaktische Angebote“ für die Schulen zu entwickeln. So bietet die Universität Hildesheim viele Fortbildungen zum gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern an, darunter etwa einjährige Weiterbildungsreihen für Oberschulen. Und die Uni kann aus Erfahrungen aus dem Weiterbildungsstudiengang „Inklusive Pädagogik“ schöpfen – an dem seit drei Jahren Lehrkräfte aller Schulformen teilnehmen. Ab Mai werden für alle Schulen in der Bildungsregion Fortbildungsmodule angeboten, um den Weg zur inklusiven Schule zu begleiten.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt in Hildesheim ist der Umgang mit Sprache: Dabei arbeitet die Universität mit Schulen mit mehrsprachiger Schülerschaft zusammen, die im Netzwerk DaZNet aktiv sind. So werden an fünfzehn Schulen Sprachlernkoordinatoren ausgebildet, die Förder- und Forderbedarfe feststellen – und an ihren Schulen auf die Erwerbsbedingungen der deutschen Sprache als zweite Sprache aufmerksam machen. In Fortbildungen lernen sie, wie sie mit zugewanderten Eltern besser kooperieren und Sprachbildung in der Schulentwicklung verankern können.

Hildesheimer Pädagogische Tage

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und das Kompetenzzentrum für regionale Lehrerfortbildung der Universität Hildesheim laden zu den „Hildesheimer Pädagogischen Tagen 2014“ ein. Dies ist eine der jährlichen Großveranstaltungen. Rund 200 Lehrkräfte befassen sich in dieser Woche  auf der zweitägigen Fortbildung mit Leistungsbeurteilung und Urteilen im pädagogischen Alltag. In Fortbildungen für Lehrkräfte, pädagogisches Personal, Leitungen von Schulen und Studierende geht es um Lernstanderhebung im Englisch- und Musikunterricht und in der Grundschule, um Beurteilen und Benoten im Kunstunterricht und Leistungsbeurteilung im Fach Deutsch.

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Pressemeldungen Ang. Erziehungswissenschaft Inklusion Lehrerbildung Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
news-9178 Mon, 03 Mar 2014 15:49:00 +0100 Multicultural classrooms: An opportunity not a problem https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/multicultura/ QANTARA.DE - DEUTSCHE WELLE reports about Multicultural classrooms. Experts at the University of Hildesheim in Germany are considering how teachers can better prepare themselves for this kind of diversity. QANTARA.DE - DEUTSCHE WELLE reports about Multicultural classrooms. „An opportunity not a problem: Students from different nations, cultures and religions sit together in the same classroom. Experts at the University of Hildesheim in Germany are considering how teachers can better prepare themselves for this kind of diversity”,  said the online magazine.

„For a number of years now, the University of Hildesheim has been paying particular attention to intercultural teacher training. The university offers its students seminars and lectures on multilingualism and intercultural educational theory. It has set up a project called "LernKU(H)LT" (the German acronym stands for "children with different native languages learn in a team"), in which trainee teachers help children with a migrant background with their homework and promote their language skills”, continues the magazine QANTARA.DE.

Qantara.de, Medienprojekt von Deutsche Welle „Multicultural classrooms: An opportunity not a problem”, 03.03.2014 (online) (www.Qantara.de)

Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

 

 

 

 

 

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Pressespiegel regional Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Zentrum für Bildungsintegration Ang. Erziehungswissenschaft
news-7954 Sat, 01 Mar 2014 08:00:00 +0100 Vielfalt will gelernt sein: Durch das neue Zentrum für Bildungsintegration will die Uni Hildesheim angehende Lehrerinnen besser auf das Spektrum kultureller Unterschiede im Klassenzimmer vorbereiten https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/vielfalt-wil/ TAZ über das neue Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim und interkulturelles Lernen in der Lehrerausbildung „In Deutschland kommt heute jedes dritte Kind unter fünf Jahren aus einer Einwandererfamilie. Damit sich das Bildungssystem an die damit einhergehenden Veränderungen anpassen kann, hat die Uni Hildesheim Mitte Februar ein 'Zentrum für Bildungsintegration - Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften' gegründet.  [...] In der Ausbildung von Grund- und Mittelschullehrerinnen beschäftigt sich die Hochschule bereits mit interkulturellem Lernen", beobachtet die TAZ. So laufen empirische Studien und ein Promotionskolleg startet. „Geplant ist die Verbindung von Theorie, Lehre und Praxis. Wir wollen unsere Forschungsergebnisse in die Lehrerausbildung und die Gestaltung von Schulbüchern tragen", so Viola Georgi, Professorin für Diversity Education an der Uni Hildesheim, in der TAZ.

„Vielfalt will gelernt sein: Durch das neue Zentrum für Bildungsintegration will die Uni Hildesheim angehende Lehrerinnen besser auf das Spektrum kultureller Unterschiede im Klassenzimmer vorbereiten“, TAZ die tageszeitung, (01.03.2014) (print und online)

Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

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Allg. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel überregional Bildungsintegration Lehrerbildung
news-9194 Thu, 27 Feb 2014 15:51:00 +0100 Die Uni Hildesheim und die interkulturelle Lehrerausbildung https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/die-uni-hild-1/ DEUTSCHEN WELLE berichtet über das Thema Integration als wichtigen Schwerpunkt in der Lehrerausbildung. „Nicht nur die deutschen Hochschulen werden immer internationaler. Auch in den deutschen Schulen sitzen mittlerweile viele Kinder unterschiedlicher Herkunft zusammen. Doch auf diese Vielfalt im Klassenzimmer sind Lehrer noch nicht gut vorbereitet. An der Uni Hildesheim haben jetzt Bildungsexperten aus aller Welt darüber diskutiert, wie sich das ändern lässt”, sagt Sabine Damaschke von der DEUTSCHEN WELLE in einem Hörfunk-Beitrag.

„Das Thema Integration ist ein wichtiger Schwerpunkt in der Lehrerausbildung an der Hochschule. Für mich ist es immer wichtig historische, politische, gesellschaftliche Hintergründe den Studierenden deutlich zu machen,” erklärt die Professorin für Schulpädagogik an der Uni Hildesheim, Melanie Fabel-Lamla.

Deutsche Welle, „Die Uni Hildesheim und die interkulturelle Lehrerausbildung”, 27.02.2014 (online) (www.deutsche-welle.de)

Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

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Zentrum für Bildungsintegration Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Pressespiegel überregional Lehrerbildung
news-9193 Thu, 27 Feb 2014 15:13:00 +0100 Vielfalt in den Schulen https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/vielfalt-in/ DEUTSCHLANFUNK berichtet darüber, wie Schulen mit der Einwanderung umgehen, und wie Lehrer auf die Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer reagieren können. „Wie gehen Schulen mit der Einwanderung um? Wie können Lehrer auf die Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer reagieren? Fragen, mit denen das Bildungssystem immer mehr konfrontiert wird. Das neue Zentrum für Bildungsintegration an der Universität Hildesheim feierte seine Gründung mit einer internationalen Auftaktkonferenz zum Umgang mit migrationsbedingter Vielfalt an Schulen vor”, berichtet Dörte Hinrichs vom DEUTSCHLANDFUNK.

„Das neugegründete "Zentrum für Bildungsintegration - Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften" an der Universität Hildesheim, soll deshalb eine wichtige Forschungslücke schließen”, so die Leiterin des Zentrums, Professor Viola Georgi

Deutschlandfunk, „Vielfalt in den Schulen”, 13.09.2014 (online) (www.deutschlandfunk.de)

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Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel überregional Bildungsintegration
news-7949 Tue, 25 Feb 2014 12:05:00 +0100 Multi-Kulti im Klassenzimmer – Problem oder Chance? https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/multi-kulti/ DEUTSCHE WELLE über die Gründung des Zentrums für Bildungsintegration und interkulturelle Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim „Immer öfter sitzen Schüler verschiedener Nationen, Kulturen und Religionen in einem Klassenzimmer. An der Uni Hildesheim überlegt man, wie man Lehrer besser auf diese Vielfalt vorbereiten kann [...]. Schon seit einigen Jahren hat die Hochschule in Hildesheim ein besonderes Augenmerk auf die interkulturelle Lehrerausbildung. Sie bietet ihren Studierenden Seminare und Vorlesungen zu Mehrsprachigkeit und interkultureller Pädagogik an. Im Projekt 'LernKU(H)LT - Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen lernen im Team' helfen angehende Lehrer Schülern mit Migrationshintergrund bei Hausaufgaben und fördern ihre Sprachfähigkeit", beobachtet die DEUTSCHE WELLE.

„Es ist wichtig, dass Studenten sich auch mit den Hintergründen der Zuwanderung beschäftigen", sagt Melanie Fabel-Lamla, Professorin für Schulpädagogik an der Uni Hildesheim, der DEUTSCHEN WELLE. „Nur so könnten sie vorbereitet sein auf mögliche Konflikte im Klassenzimmer, verschiedene kulturelle und religiöse Werthaltungen."

„Multi-Kulti im Klassenzimmer – Problem oder Chance?", Deutsche Welle, 25.02.2014 (Artikel)

Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

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Ang. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel überregional Lehrerbildung Bildungsintegration
news-7771 Mon, 27 Jan 2014 11:27:00 +0100 Feierstunde zur Eröffnung der ersten Tagung im Rahmen des EU-Projekts "Aus- und Weiterbildung für Pädagogen und Bildungsmanager im Bereich Diversity" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/feierstunde/ Am Mittwoch, den 5. Februar von 10:00 Uhr bis 11:30 Uhr im Musiksaal (Gebäude K) am Hauptcampus (Marienburger Platz 22). Diversity und Pluralität sind derzeit weltweit brisante politische und wirtschaftliche Themen. Binnenmigration, internationale Migration, Förderung intellektueller Ressourcen (Humankapital), Ausgleich soziokultureller Probleme haben nicht nur politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Bedeutung, sondern sind auch relevante Herausforderungen für die Bildungspolitik. Daraus folgt der Anspruch, die Diskriminierungen von Menschen jeder Art und auf allen Ebenen abzubauen, um eine weitgehend chancengerechte Entwicklung aller Menschen zu ermöglichen. In erster Linie sind hier die Pädagogik und die Bildungspolitik aufgerufen, den Bereich Diversity in den Mittelpunkt ihrer Zielsetzung zu stellen. Die Berücksichtigung der Vielfalt im Bildungssektor ist wesentlich für die Gesellschaft, denn die Folgekosten nicht genutzter Chancen und gescheiterter Biografien sind auf Dauer höher als die Investitionen in eine möglichst leistungsfähige und gerechte Erziehung und Bildung.

Im Projekt wird die regionale Priorität Bildung für östliche Nachbarländer und die nationale Priorität Lehrerausbildung und Erziehungswissenschaft für die Russische Föderation abgedeckt.

Das Ziel dieses Projektes ist die Qualifizierung von Pädagogen und Bildungsmanagern im konsekutiven Aus- und Weiterbildungssystem für den konstruktiven Umgang mit Diversity in Bildungseinrichtungen und Organisationen. Zielgruppen in der Ausbildung sind Studierende des BA- und MA-Studiengangs in den Bereichen Lehramt, Pädagogik, Sozialpädagogik sowie Doktoranden; in der Weiterbildung sind es Lehrer, Bildungsmanager, Vertreter von Behörden (Kommune, Stadt, Sozialamt, Migrationsdienst etc.). Nutznießer dieser Maßnahmen sind Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen, ihre Eltern, Hochschule, heterogene Organisationen/Unternehmen, Sozialämter und Migrantendienste, kommunale Behörden.

Weitere Informationen:

Projektleiterin: Prof. Dr. Dr. h.c. Olga Graumann/ Stiftung Universität Hildesheim

Projektmanager: Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Pewsner/ Staatliche Universität Nowgorod

Tempus-Projekt (Zusammenfassung)

 

 

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Ang. Erziehungswissenschaft
news-7769 Mon, 27 Jan 2014 09:15:00 +0100 Stellenausschreibung: Wissenschaftliche/ Mitarbeiter/in (TV-L E 13, 50%) https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/stellenaussc-1/ An der Stiftung Universität Hildesheim ist im Institut für Erziehungswissenschaft des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften zum 01.04.2014 eine Stelle einer/eines Wissenschaftlichen Mitarbeiterin/Mitarbeiters (TV-L E 13, 50%) für den Zeitraum von drei Jahren zu besetzen mit der Option einer Verlängerung von zwei Jahren. Aufgaben:

  • Mitarbeit in der Lehre im Fachgebiet Schulpädagogik (2 SWS)
  • Mitarbeit bei der Erstellung von Drittmittelanträgen und bei der    
  • Durchführung von Forschungsprojekten

Inhaltlicher Schwerpunkt in einem oder mehreren der folgenden Bereiche

  • Individuelle Förderung
  • Umgang mit Heterogenität
  • Professionsforschung in pädagogischen Handlungsfeldern

Übernahme wissenschaftlicher Dienstleistungen und Mitwirkung bei organisatorischen und administrativen Aufgaben in der Abteilung Angewandte Erziehungswissenschaft.

Voraussetzungen:

  • abgeschlossenes einschlägiges Hochschulstudium (z. B.Lehramtsstudium, Magister-/ Diplom-/ Masterstudium der Erziehungswissenschaft, Sozialpädagogik oder Soziologie) mit mindestens gutem Abschluss
  • Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich qualitativer Forschungsmethoden
  • Bereitschaft zur wissenschaftlichen Weiterqualifizierung (Promotion)
  • möglichst erste Erfahrungen in Lehre und Forschungsprojekten im Bereich der Schulpädagogik

Die Stiftung Universität Hildesheim will die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern besonders fördern. Sie strebt eine Erhöhung des Männeranteils an in Bereichen, in denen Männer unterrepräsentiert sind. Daher sind Bewerbungen von Männern besonders erwünscht.

Bewerbungen von Bewerberinnen und Bewerbern mit Schwerbehinderung werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Weitere Auskünfte erteilt Prof. Dr. Melanie Fabel-Lamla

Bewerbungen sind elektronisch an melanie.fabellamla[at]uni-hildesheim.de und auf dem Postweg bis zum 15.02.2014 unter Angabe der Kennziffer 2014/9 zu richten an den Präsidenten der Universität Hildesheim, Dezernat für Personal- und Rechtsangelegenheiten, Marienburger Platz 22, 31141 Hildesheim. Bewerbungsunterlagen senden wir Ihnen zurück, wenn Sie einen ausreichend frankierten und adressierten Rückumschlag beifügen.

www.uni-hildesheim.de/service/stellenmarkt/stellenanzeige/artikel/20149-wissenschaftliche-mitarbeiterin-tv-l-e-13-50/

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Ang. Erziehungswissenschaft
news-7644 Wed, 18 Dec 2013 11:46:00 +0100 Gastvortrag "Wege zu einer geschlechtergerechten Schule" an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/gastvortrag-6/ Wir laden Sie herzlich ein zum Gastvortrag von Prof. Dr. Hannelore Faulstich-Wieland am 15. Januar 2014 um 8 Uhr c.t. im Audimax. Um Antworten auf die Frage nach den Wegen zu einer geschlechtergerechten Schule geben zu können, sollen im Vortrag folgende Punkte ausgeführt werden: Was ist überhaupt "doing gender"? Wie kommt es dazu, dass wir uns "geschlechtsspezifisch" verhalten? Woher wissen wir, was "geschlechtsadäquat" ist? Im zweiten Teil soll die Rolle, die Geschlecht im Schulalltag spielt, genauer beleuchtet werden. Dies betrifft zum einen die Bewertung des sozialen Verhaltens von Mädchen und Jungen, zum anderen die unterschiedlichen Leistungen und die mit ihnen einhergehenden Interessen. Als drittes werden dann die Möglichkeiten aufgezeigt, wie eine geschlechtergerechte Schule gestaltet werden kann. Dazu ist erst einmal zu klären, was unter Geschlechtergerechtigkeit verstanden wird.  Die Debatte um Koedukation oder Monoedukation ist nach wie vor aktuell und steht zugleich im Widerspruch zur Forderung nach einer inklusiven Schule.  Die vorgebrachten Argumente für eine Geschlechtertrennung sollen daher ausführlicher dargestellt und hinterfragt werden. An konkreten Beispielen sollen zudem die Probleme der Geschlechtertrennung aufgezeigt und als Alternative die Notwendigkeit des Umgangs mit Heterogenität betont werden.Abschließend geht es um Konsequenzen für Schulpolitik und LehrerInnenbildung.

Der Vortrag findet im Rahmen der Vorlesung "Einführung in die Schulpädagogik und Didaktik" (Prof. Dr. Fabel-Lamla) statt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Termin: Mittwoch, der 15.1.2014, 8.15-9.45 Uhr

Ort: Audimax Universität Hildesheim, Marienburger Höhe

Eine Kooperation zwischen dem Institut für Erziehungswissenschaft, Abt. Angewandte Erziehungswissenschaft und dem Projekt "Männer und Grundschullehramt.

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Ang. Erziehungswissenschaft
news-7329 Thu, 31 Oct 2013 09:21:00 +0100 Förderpreis Museumspädagogik der VHG-Stiftung 2013 für das Schulmuseum https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/foerderpreis-1/ Dem Schulmuseum der Stiftung Universität Hildesheim ist einer von sechs Preisen der VHG-Stiftung zuerkannt worden. Er ist mit 3.500 Euro dotiert und dient zur Umsetzung des Vorhabens "1001 Schulgeschichten - Schulvergangenheiten aus verschiedenen Ländern". Der Förderpreis Museumspädagogik wird 2013 zum 12. Mal durch die VGH-Stiftung verliehen. Im Rahmen einer Feierstunde wird das Preisgeld im Frühjahr 2014 übergeben.  Bis dahin können schon erste Schritte in die Wege geleitet werden, um das museumspädagogische Vorhaben "1001 Schulgeschichten - Schulvergangenheiten aus verschiedenen Ländern"umzusetzen:

Schule gehört zu den Sozialisationskontexten, die zu den Basiserfahrungen von allen Kindern und Jugendlichen gehören. Damit bieten die eigenen Schulerfahrungen besondere Anknüpfungspunkte, um miteinander ins Gespräch zu kommen über Schule damals und heute sowie über Schulalltag in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern. Das museumspädagogische Vorhaben zielt darauf ab, in der Stiftung Schulmuseum der Universität Hildesheim Grundschulkindern und ihren Familien die schulische Lebenswelt in verschiedenen Ländern im Wandel der Zeit näher zu bringen und damit den Dialog zwischen den Kulturen und Generationen zu fördern.

Das Konzept ist mehrstufig angelegt und vernetzt die Bildungsinstitutionen Universität, Volkshochschule und Grundschule miteinander

Weitere Auskunft erteilen Frau Dr. Sabine Kirk und Herr Dr. Hartmut Schröder.

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Ang. Erziehungswissenschaft
news-7031 Sat, 24 Aug 2013 12:35:00 +0200 "Inklusion beginnt bei dir" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/inklusion-b/ Pressespiegel regional MA IPK Ang. Erziehungswissenschaft Lehrerbildung Inklusion news-7009 Sun, 18 Aug 2013 16:20:00 +0200 Keine Angst vor Inklusion https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/keine-angst/ Öffentlicher Informationsabend über die Einführung der "inklusiven Schule" Pressespiegel regional MA IPK Ang. Erziehungswissenschaft Inklusion Lehrerbildung news-6918 Thu, 01 Aug 2013 09:00:00 +0200 Weiterbildung Inklusion https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/weiterbildun-2/ DIE ZEIT über Inklusive Pädagogik an der Uni Hildesheim „Die Universität Hildesheim bietet für Schulleiter, Lehrer und Pädagogen den berufsbegleitenden Studiengang 'Inklusive Pädaogik und Kommunikation' an", schreibt die Wochenzeitung DIE ZEIT. Die Berufstätigen lernen in Hildesheim, „wie eine Schule zur 'inklusiven Schule' wird, von der Zusammenarbeit mit Eltern bis zu Qualitätsmanagement".

Die Zeit, 01.08.2013 (print)

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Pressespiegel überregional Ang. Erziehungswissenschaft Lehrerbildung Inklusion
news-6830 Sat, 27 Jul 2013 09:00:00 +0200 Die Qual der Wahl: Eltern können ihre behinderten Kinder bald auch auf Regelschulen schicken. Der Rechtsanspruch wird die Schullandschaft verändern https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/die-qual-der/ DIE WELT über Inklusive Pädagogik an der Uni Hildesheim Am 1. August 2013 tritt in Niedersachsen ein Rechtsanspruch in Kraft, Eltern können wählen, ob ihr Kind eine Regel- oder Förderschule besuchen soll. Die Tageszeitung DIE WELT beobachtet: „Vielen Lehrern macht die Inklusion Angst, [...] sie müssen weit stärker zu Team-Arbeitern werden. [...] Karin Frank-Gerstung absolviert derzeit einen zweijährigen Aufbaustudiengang an der Universität Hildesheim. Dort lernt sie, wie das überhaupt geht, inklusives Unterrichten. 'Das Studium hat mir die Augen dafür geöffnet, dass wir es immer schon mit ganz heterogenen Klassen zu tun hatten', sagt sie. 'Unser Unterricht berücksichtigt zu oft nur die Schüler im mittleren Leistungsspektrum, leider. Deshalb ändert sich jetzt auch mein Blick auf die ,normalen' Klassen.'"

Erziehungswissenschaftlerin Britta Ostermann sagt der WELT: „Damit Inklusion gelingt, müssen Lehrer, Sonderpädagogen und Sozialarbeiter im Team zusammenarbeiten, sich gegenseitig beraten und ergänzen. [...] Wir brauchen Lehrer, die die Unterschiedlichkeit der Schüler als Chance begreifen." Lehramtsstudentin Sophia König von der Uni Hildesheim fordert in der WELT die Ausbildung der nachwachsenden Lehrergeneration auf inklusives Unterrichten in Theorie und Praxis vorzubereiten.

„Die Qual der Wahl: Eltern können ihre behinderten Kinder bald auch auf Regelschulen schicken. Der Rechtsanspruch wird die Schullandschaft verändern", Die Welt, 27.07.2013 (print und online)

Kontakt zu den Forschern und Lehrern über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905).

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Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft MA IPK Pressespiegel überregional Lehrerbildung Inklusion
news-6775 Thu, 04 Jul 2013 08:15:00 +0200 Zusätzliche Öffnungszeit des Schulmuseums https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/zusaetzliche/ Am 8. September öffnet das Schulmuseum von 14:00 bis 18:00 Uhr im Rahmen des Tags des offenen Denkmals und des Entdeckertags der Region Hannover. Zum Programm gehören unterrichtliche Zeitreisen in die wilhelminische Schule, Führungen durch die Dauerausstellung "Schule im Hildesheimer Land", ein Skriptorium mit einer Einführung in die Sütterlin-Schrift mit Schreibübungen sowie Spiele aus "alter" Zeit für Jung und Alt. Adresse:

Stiftung Schulmuseum der Universität Hildesheim
Domäne Marienburg Domänenstr.,
31141 Hildesheim

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Ang. Erziehungswissenschaft
news-6675 Mon, 24 Jun 2013 15:07:00 +0200 Stellenausschreibung: Wiss. Mitarbeiter_in (50%) https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/stellenaussc-2/ An der Stiftung Universität Hildesheim ist im Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Angewandte Erziehungswissenschaft zum 01.10.2013 eine Stelle einer/eines Wissenschaftlichen Mitarbeiterin/Mitarbeiters (TV-L E 13, 50%) für den Zeitraum von drei Jahren zu besetzen mit der Option einer Verlängerung von zwei Jahren. Hier gelangen Sie direkt zu der Stellenausschreibung (Link öffnet in einem neuen Fenster).

Weitere Auskünfte erteilt Prof. Dr. Melanie Fabel-Lamla.

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Ang. Erziehungswissenschaft
news-6538 Wed, 19 Jun 2013 11:54:00 +0200 Blockpraktikum in den SPS https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/blockpraktik/ Das Blockpraktikum im Rahmen der Schulpraktischen Studien (SPS) startet 14 Tage vor den Herbstferien und dauert vom 19. September bis zum 2. Oktober 2013. Ansprechpartnerin für die Schulpraktischen Studien in der Abteilung für Angewandte Erziehungswissenschaft:

Dr. Yvonne Rechter

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Ang. Erziehungswissenschaft
news-6657 Fri, 14 Jun 2013 22:00:00 +0200 Projekt "LernKU(H)LT" sucht neue studentische Förderlehrkräfte! https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/projekt-ler/ Im Projekt "LernKU(H)LT" der Stiftung Universität Hildesheim fördern Studierende Kleingruppen von 3 bis 5 Schüler_innen aus der 1. bis 10. Klasse (zweimal pro Woche je 1,5 Stunden). Es handelt sich um eine Kombination zwischen sprachlicher sowie schulfachlicher Förderung und der Förderung des selbstregulierten Lernens. Eine Besonderheit des Projektes besteht darin, dass sich die Fördergruppen aus Kindern nicht-deutscher Herkunftssprache und Muttersprachlern zusammensetzen.

Die teilnehmenden Studierenden sammeln zusätzliche Praxiserfahrungen im Studium, werden als studentische Hilfskraft bezahlt und können die Tätigkeit als Förderlehrkraft mit dem regulären Studium kombinieren. Somit entsteht eine Win-Win-Situation, in der sowohl Kinder und Schulen als auch Studierende und Universität von der Förderung profitieren.

Jetzt bewerben und eine E-Mail schreiben an: LernKUHLT(at)uni-hildesheim.de!

Weitere Informationen unter: www.uni-hildesheim.de/LernKUHLT

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Ang. Erziehungswissenschaft
news-6650 Fri, 14 Jun 2013 13:32:00 +0200 Aktualisierung der Webseiten https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/aktualisieru-1/ In der Abteilung Angewandte Erziehungswissenschaft werden derzeit die Webseiten umfassend aktualisiert. Dies kann kurzfristig zu Übergangsproblemen in der Darstellung führen. Beachten Sie, dass ggf. auch Inhalte verschoben wurden. Wir bitten um etwas Geduld.

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Ang. Erziehungswissenschaft
news-5331 Thu, 16 Aug 2012 12:33:00 +0200 Uni macht Lehrer fit für Inklusion https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/uni-macht-le/ Inklusive Pädagogik an Uni Hildesheim studieren Pressespiegel regional Weiterbildungsstudiengänge MA IPK Ang. Erziehungswissenschaft Inklusion Lehrerbildung news-3734 Fri, 25 Nov 2011 16:20:00 +0100 Beirat wählt Hildesheimerin https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/beirat-waehlt/ Pressespiegel regional Ang. Erziehungswissenschaft Vernetzung news-3707 Wed, 23 Nov 2011 19:52:00 +0100 Prof. Graumann ist stellvertretende Vorsitzende des Integrationsbeirats https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/prof-grauma/ Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan hat den Integrationsbeirat ins Leben gerufen. Aufgabe des Gremiums ist es, die Integrationspolitik in Niedersachsen mit zu gestalten. Die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Olga Graumann, Universität Hildesheim, ist stellvertretende Vorsitzende. Integrationspolitische Akzente sollen u.a. in den Bereichen „Bildung und Elternarbeit", „Ausbildung, Arbeit und Wirtschaft", „Teilhabe, Engagement, Partizipation und Kultur" sowie „Altern, Pflege und Gesundheit" gesetzt werden. Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan hat den Integrationsbeirat ins Leben gerufen. Aufgabe des Gremiums ist es, zu beraten, Impulse zu geben und die Integrationspolitik in Niedersachsen mit zu gestalten. „Wir entwickeln die Integrationspolitik weiter", sagt Ministerin Aygül Özkan anlässlich der konstituierenden Sitzung des Gremiums, dessen Vorsitz sie übernommen hat. „Kluge Integrationspolitik kann nur gelingen, wenn auch die Menschen, die sich tagtäglich vor Ort engagieren, Gehör finden und sich einbringen. Wir setzen auf gegenseitige Toleranz und ein friedliches Zusammenleben aller Menschen unabhängig von ihrer Herkunft."

Die 47 Mitglieder des Beirats haben am 23. November 2011 die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Olga Graumann von der Universität Hildesheim zu ihrer stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

„Die Integration von Menschen, die Teil unserer Gesellschaft sind, es aber aus unterschiedlichen Gründen schwer haben, in dieser Gesellschaft als vollwertige Mitglieder akzeptiert und anerkannt zu werden, beschäftigt mich mein gesamtes Berufsleben. Viele Jahre habe ich in einer Obdachlosensiedlung im Norden von München als Sonderschullehrerin gearbeitet und mich mit der gesellschaftlichen Ausgrenzung insbesondere von Romas und Sintis auseinandergesetzt", sagt Prof. Dr. Olga Graumann nach der Wahl. Die Integration von Menschen mit einer Behinderung hat ihr Berufsleben als Lehrerin – Graumann hat mehrere Jahre eine Integrationsklasse geführt und war in Ostwestfalen maßgeblich an der Umsetzung der Idee „Gemeinsam leben – gemeinsam lernen“ beteiligt – wie auch ihre Forschungsarbeiten zum Thema „Umgang mit Heterogenität“ geprägt. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Erziehungswissenschaftlerin verstärkt um die Integration und Inklusion von Menschen mit einer Migrationsgeschichte insbesondere im Bildungsbereich bemüht. Beispielhaft ist das Projekt LernKU(H)LT (Kinder unterschiedlicher Herkunftssprache lernen im Team). Viele ihrer Doktoranden promovieren zum Thema „Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit Migrationsgeschichte“.

„Wie jede Gesellschaft, so lebt auch jede Schulklasse von der Vielfalt. Den angehenden Lehrerinnen und Lehrern zu vermitteln, diese Vielfalt nicht als Last, sondern als Bereicherung anzusehen, war immer mein größtes Anliegen", unterstreicht Graumann und ergänzt: „Wir alle können nur gewinnen, wenn wir über den Tellerrand hinaussehen, wir können uns selbst nur erkennen, wenn wir das zunächst Fremde anerkennen und akzeptieren." 

„Der erste Schritt zu einer inklusiven Gesellschaft ist die wertfreie Anerkennung von Ressourcen, die Menschen aus anderen Ländern und Kulturen in unsere Gesellschaft einbringen. Solange wir beispielsweise in den Schulen honorieren, wenn ein Kind die englische oder französische Sprache schon in der Grundschule beherrscht, es aber als störend bezeichnen, wenn ein Kind die türkische oder russische Sprache spricht, sind wir von einer inklusiven Gesellschaft noch weit entfernt. Die Kenntnis mehrerer Sprachen (auch wenn nicht jede der Sprachen perfekt beherrscht wird) ist mehr, als sich in mehreren Sprachen ausdrücken zu können, denn jede Sprache beinhaltet auch eine besondere Weltsicht und das ist eine Ressource, der Wertschätzung gebührt", bekräftigt Graumann.

Was sich die Erziehungswissenschaftlerin von dem neuen Integrationsbeirat erhofft? „Ich wünsche mir, dass der Integrationsbeirat einen wichtigen Beitrag dazu leistet, dass die Politik einen großen Schritt in die Richtung einer für Alle offenen und inklusiven Gesellschaft geht."

Die Mitglieder des Beirats repräsentieren die Migrantenselbstorganisationen, Kirchen, Religionsgemeinschaften und landesweite Interessenvertretungen. Einzelpersönlichkeiten aus den Bereichen Wissenschaft und Kultur sind ebenfalls vertreten. Die Mitglieder üben ihr Amt ehrenamtlich aus. Die Sitzungen des Integrationsbeirats finden mindestens zweimal jährlich statt. Das Referat für Grundsatzfragen der Integration führt die Geschäfte des Integrationsbeirats.

Der Integrationsbeirat hat in seiner konstituierenden Sitzung beschlossen, in Niedersachsen besondere integrationspolitische Akzente zu setzen. Vier Arbeitsgruppen werden sich u.a. mit den Schwerpunktthemen „Bildung und Elternarbeit", „Ausbildung, Arbeit und Wirtschaft", „Teilhabe, Engagement, Partizipation und Kultur" sowie „Altern, Pflege und Gesundheit" beschäftigen.

Mitglieder des Niedersächsischen Integrationsbeirats

  • Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration

Migrantenselbstorganisationen:

  • Afrikanischer Dachverband Norddeutschland e.V.
  • Afrikarat Norddeutschland e. V.
  • Arbeitsgemeinschaft Migranten und Flüchtlinge Niedersachsen e.V.
  • Griechische Gemeinde
  • Italienische Gemeinde
  • Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V.
  • Rat der türkischen Vereine Niedersachsen
  • Türkische Gemeinde in Niedersachsen

Verbände und Interessenvertretungen, die keine MSO, aber in der Integrationsarbeit aktiv sind:

  • Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Braunschweig e.V.
  • Caritasverband für die Diözese Hildesheim e. V.
  • Deutsches Rotes Kreuz Landesverband Niedersachsen e.V.
  • Diakonisches Werk der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover e.V.
  • Integrationsbeauftragter des Landkreises Osnabrück
  • Jüdische Wohlfahrt
  • Niedersächsischer Flüchtlingsrat e. V.
  • Niedersächsischer Integrationsrat
  • Paritätischer Wohlfahrtsverband Niedersachsen e.V.

Bildung und Arbeit:

  • Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung
  • Bundesagentur für Arbeit
  • Bund Türkisch-Europäischer Unternehmer e.V.
  • Deutscher Gewerkschaftsbund Niedersachsen-Mitte
  • ElternNetzwerk
  • Lehrernetzwerk
  • NiedersachsenMetall - Verband der Metallindustrie e.V.
  • Unternehmerverband Niedersachsen e.V.
  • Volkswagen

Verbände und Interessenvertretungen, die landesweit übergeordnete Interessen vertreten:

  • iaf e.V. Verband binationaler Familien und Partnerschaften
  • Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen
  • Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur in Niedersachsen e.V.
  • Landesbeirat für Menschen mit Behinderungen
  • Landesfrauenrat Niedersachsen e.V.
  • Landesjugendring Niedersachsen e.V.
  • Landesseniorenrat Niedersachsen e. V.
  • Landessportbund Niedersachsen e.V.
  • Niedersächsischer Landkreistag
  • Niedersächsischer Städtetag
  • Niedersächsischer Städte- und Gemeindebund

Einzelpersönlichkeiten

  • Prof. Dr. Olga Graumann von der Universität Hildesheim
  • Ramazan Salman vom Ethno-Medizinischen Zentrum e.V.
  • Prof. Dr. Karen Schönwälder vom Max-Planck-Institut

Kirchen / Religionsgemeinschaften

  • DITIB Landesverband Niedersachsen und Bremen e.V.
  • Katholisches Büro Niedersachsen
  • Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen
  • Landesverband der Muslime in Niedersachsen, Schura
  • Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen
  • Landesverband der israelitischen Kultusgemeinden von Niedersachsen
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Pressemeldungen Ang. Erziehungswissenschaft
news-3264 Mon, 01 Aug 2011 08:00:00 +0200 Schülercampus „Mehr Migranten werden Lehrer“ in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/schuelercampus-mehr-migranten-werden-lehrer-in-hildesheim/ Vom 30. November bis 3. Dezember 2011 findet an der Stiftung Universität Hildesheim der Schülercampus „Mehr Migranten werden Lehrer“ statt. Der Schülercampus, 2008 von der Hamburger ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius initiiert, ist ein viertägiger Kompaktkurs und bietet Einblicke in das Lehramtsstudium und den Lehrerberuf. Ziel ist es, junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte für den Lehrerberuf zu interessieren. Die Universität Hildesheim realisiert das Orientierungsangebot vom 30. November bis 3. Dezember 2011. Die Ausschreibung beginnt Anfang September 2011. Dies ist nach Oldenburg der zweite niedersächsische Schülercampus.

Das Projekt zielt auf ein Grundproblem allgemeinbildender Schulen in Deutschland: Fast jeder dritte Schüler ist nichtdeutscher Herkunft. In manchen Großstadt-Schulen liegt der Anteil über 60%, in einzelnen Klassen bis zu 90%. Die Lehrerzimmer sehen dagegen weniger heterogen aus: Bundesweit wird der Anteil der Lehrkräfte mit Migrationshintergrund auf 4-6 % geschätzt.

Das soll sich ändern: Um mehr Oberstufenschüler mit Migrationshintergrund für den Lehrerberuf zu interessieren, hat die Hamburger ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius 2008 den Schülercampus initiiert. Der viertägige Kompaktkurs bietet Einblicke in das Lehramtsstudium und den Lehrerberuf, um junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte für den Lehrerberuf zu interessieren. Der Schülercampus zeigt Wirkung: Von den 121 Teilnehmern der Hamburger und Düsseldorfer Schülercampus-Kurse haben 90 ein Lehramtsstudium aufgenommen.

„Die Bundesrepublik Deutschland ist Einwanderungsland. Der Schlüssel für eine gelingende Integration liegt in der Bildung. Die Stiftungsuniversität hat dies mit der Ergänzung ihres Leitbildes um den Schwerpunkt Bildungsintegration deutlich unterstrichen", sagt Professor Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim. Mit dem Kompetenzzentrum „Frühe Kindheit Niedersachsen“, dem „Centrum für Bildungs- und Unterrichtsforschung“, neuen Professuren mit den Schwerpunkten „Neurobiologische Grundlagen des Lernens“, „Heterogenität und Unterricht“, „Deutsch als Zweitsprache“, „Kulturelle Bildung“ und „Diversity Education“ kann die Universität einen wichtigen Beitrag zur Bildungsintegration leisten, so der Präsident.

Die Stiftung Universität Hildesheim bietet Lehramtsstudierenden in Kooperation mit über 250 Partnerschulen theoriebasierte praktische Erfahrungen vom ersten Semester an. Ein Schwerpunkt in der Lehrerausbildung an der Stiftungsuniversität liegt im Bereich Interkulturelle Kompetenz, Deutsch als Zweitsprache und Individuelle Förderung. Viele der Studierenden mit Zuwanderungsgeschichte bringen ihre spezifischen Kompetenzen in das Projekt LernKUhLT ein, in dem seit 2006 Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund von Lehramtsstudierenden zweimal in der Woche gefördert werden.

Der Schülercampus in Niedersachsen ist eine Initiative der ZEIT-Stiftung in Kooperation mit dem Niedersächsischen Kultusministerium, der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung, der TUI Stiftung und der Universität Hildesheim. Die Sparkasse Hildesheim und die Bürgerstiftung Hildesheim unterstützen den Hildesheimer Schülercampus.

Weitere Informationen finden Sie unter www.uni-hildesheim.de/schuelercampus und www.mehr-migranten-werden-lehrer.de

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan, ist Schirmherrin des Schülercampus „Mehr Migranten werden Lehrer“.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Dr. Yvonne Rechter, Stiftung Universität Hildesheim, Institut für Erziehungswissenschaft/Abteilung Angewandte Erziehungswissenschaft (Telefon 05121.883.439, E-Mail yvonne.rechter@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Ang. Erziehungswissenschaft Bildungsintegration Veranstaltungen
news-3185 Sun, 17 Jul 2011 16:55:00 +0200 Promotionskolleg Unterrichtsforschung https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/promotionskolleg-unterrichtsforschung/ An der Stiftungsuniversität werden im Rahmen des interdisziplinären Promotionskollegs „Unterrichtsforschung“ zum 1. Oktober 2011 sieben Promotionsstipendien für eine Laufzeit von max. drei Jahren ausgeschrieben. Drei der derzeitigen StipendiatInnen berichten über ihre Forschung im Promotionskolleg. „Interdisziplinärer Austausch, optimale Betreuung, tolle Koordination“, beginnt Monika Steinhoff die Vorteile aufzuzählen, die sie seit Aufnahme in das Promotionskolleg Ende 2010 erfährt. „Meine Dissertation thematisiert den Einfluss biographischen Wissens einzelner Akteure auf Erziehungs- und Bildungsprozesse im Sportunterricht und dessen Äußerung in der Kommunikation an Schulen mit sportlichem Profil“, formuliert sie selbstbewusst.

„Wir betreiben strukturierte Promotionsförderung“, unterstreicht Prof. Dr. Karl-Heinz Arnold, seit 2003 Professor für Schulpädagogik an der Stiftungsuniversität und Leiter des Centrums für Bildungs- und Unterrichtsforschung (CeBU). Er hebt die Doppelstruktur dieses Erfolgsmodells hervor: Im Promotionskolleg betreuen die Stipendiatinnen und Stipendiaten als Wissenschaftliche Hilfskräfte Studierende im Allgemeinen Schulpraktikum (ASP), führen Unterrichtsbeobachtungen und -analysen durch und sind somit im Handlungsfeld Unterricht tätig. Zudem erhalten sie für die Dauer von maximal drei Jahren eine finanzielle Unterstützung in Form eines Stipendiums, nehmen an Seminaren, Workshops und Exkursionen sowie am akademischen Leben der Universität teil.

Auch Manuela Diers und Sabine Zwanzig sind seit Ende des vergangenen Jahres Promotionsstipendiatinnen. Die 24-jährige Sabine Zwanzig beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit Aufgabenstellungen im Deutsch- und Sportunterricht und der unterrichtlichen Kommunikation. „Ich will ein Forschungsziel erreichen und zügig vorankommen“, hebt Manuela Diers hervor und lobt die gute Organisation und Unterstützung durch die Koordinatorin Dr. Britta Schmidt.

„Wir unterstützen die Doktorandinnen und Doktoranden und behalten zugleich die Machbarkeit der einzelnen Dissertationsvorhaben im Blick“, unterstreicht Professor Arnold. Innerhalb von drei Jahren müsse die Dissertation abgeschlossen werden. 

Die Bewerbungen für ein Promotionsstipendium sind bis zum 8. August 2011 zu richten an: cebu(at)uni-hildesheim.de und arnold(at)uni-hildesheim.de.

Lesen Sie mehr über die drei neuen Promotionsstipendiatinnen im aktuellen UniJournal Juli/August 2011, das gedruckte Journal liegt am Campus aus.

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Pressemeldungen Ang. Erziehungswissenschaft Promotions- / Graduiertenkollegs & Post-Doc Stipendien
news-2526 Sat, 26 Feb 2011 00:00:00 +0100 Interview "Ein Kampf ist sinnvoll" https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/interview-e/ Pressespiegel regional Ang. Erziehungswissenschaft news-1090 Mon, 25 Jan 2010 00:00:00 +0100 Education in Diverse School Settings https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/education-in-diverse-school-settings/ Ein Lehrprojekt im Rahmen des Eurolecture-Gastdozentenprogramms der Alfred-Toepfer-Stiftung F.V.S an der Universität Hildesheim Im Wintersemester 2009/2010 wird an der Universität Hildesheim das Lehrprojekt "Education in Diverse School Settings" realisiert. Das Projekt, das mit ca. 35000 Euro von der Alfred-Toepfer-Stiftung F.V.S finanziell unterstützt wird, ist Ergebnis eines erfolgreichen Antrags von Prof. Dr. Anatoli Rakhkochkine (Institut für Erziehungswissenschaft) im Rahmen des Eurolecture-Gastdozentenprogramms zur Innovation in der Lehre.

Als Eurolecture-Gastdozentin ist Dr. Nicoleta L. Popa am Institut für Erziehungswissenschaft tätig. Nicoleta Dr. Popa studierte Erziehungswissenschaft und Bildungspolitik an der Alexandru-Ioan-Cuza Universität in IaÅŸi (Rumänien). Sie promovierte an der Radboud Universität Nijmegen (Niederlande) mit einer Arbeit über Begabtenförderung, anschließend war sie als Dozentin an der Alexandru-Ioan-Cuza Universität in IaÅŸi an der Fakultät für Pädagogik und Psychologie tätig. Nicoleta Popa absolvierte Lehr- und Forschungsaufenthalte in den USA und in Norwegen. Die Schwerpunkte ihrer Lehre und Forschung sind interkulturelle Bildung und Begabtenförderung.
Das gemeinsame Lehrprojekt mit der Universität Hildesheim beinhaltet zwei gemeinsame bilinguale Lehrveranstaltungen sowie zwei Lehrveranstaltungen, die eigens von der Gastdozentin angeboten werden ("Education for Gifted Children" und "Intercultural Education"). Darüber hinaus findet im Rahmen des Projektes am 25.2.2010 die Tagung "Mobilität, Migration und Schule. Bildungsangebote und pädagogische Unterstützung für Kinder beruflich Reisender und zirkulärer Migranten" statt.
Das Lehrprojekt leistet einen Beitrag zur Umsetzung von Innovationen in der Lehre, unterstützt den Einsatz von Lehrmethoden, die die Reflexion und das Forschende Lernen der Studierenden fördern, und bereichert das Studienangebot für erziehungswissenschaftliche Studiengänge thematisch. Die Gastdozentur leistet damit auch einen Beitrag zur Internationalisierung der Lehre an der Universität Hildesheim und eröffnet den Studierenden in besonderer Weise multilinguale und interkulturelle Zugänge zum Themenfeld "Heterogenität" und dient darüber hinaus der Förderung der akademischen Sprachkompetenz (Englisch) der Studierenden. Auch werden mit diesem Lehrprojekt die internationalen Kooperationen vertieft, insbesondere im laufenden Forschungsprojekt "Bildungsangebote und pädagogische Unterstützung für Kinder der zirkulären Migranten", und der Bereich "Diversity und Bildung" im Profil der Universität gestärkt.

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Pressemeldungen Ang. Erziehungswissenschaft
news-1088 Tue, 19 Jan 2010 00:00:00 +0100 Tagung https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/tagung-1/ "Mobilität, Migration und Schule. Bildungsangebote und pädagogische Unterstützung für Kinder beruflich Reisender und zirkulärer Migranten" Angesichts der zunehmenden Mobilität in unserer Gesellschaft wächst die Zahl der Kinder, die sich mit ihren beruflich reisenden Eltern oder allein vorübergehend und teilweise auch grenzüberschreitend umziehen. Diese Kinder erleben unterschiedliche Barrieren bei der Nutzung der Bildungsangebote in den Systemen, die in erster Linie für die Bedürfnisse der dauerhaft sesshaften und sprachlich-kulturell homogenen Bevölkerung konzipiert sind. Zugleich wächst die Zahl der Kinder, deren Eltern berufsbedingt allein verreisen (müssen) und die Kinder für längere Zeit zurücklassen.

Am 25. Februar findet an der Universität Hildesheim zu diesem Thema eine Tagung unter dem Motto "Mobilität, Migration und Schule. Bildungsangebote und pädagogische Unterstützung für Kinder beruflich Reisender und zirkulärer Migranten" statt. Die Tagung behandelt aktuelle Entwicklungen in Bezug auf die Beschulung der Kinder beruflicher Reisender und zirkulärer und temporärer Migranten in der EU. Dabei integriert die Tagung zwei bislang separat betrachtete Perspektiven auf die Mobilität als Risikofaktor für schulische Leistungen sowie für die emotionale und soziale Entwicklung der Kinder der zirkulären Migranten und der beruflich Reisenden, beleuchtet Probleme des Schulwechsels und des "Seiteneinstiegs" in etablierte Klassen- und Schulgemeinschaften und zeigt ferner Möglichkeiten für neue institutionelle Lösungen und pädagogisch-didaktische Interventionen für geographisch mobile Schülerinnen und Schüler. Die gemeinsamen Probleme und Möglichkeiten der Bildungsangebote für diese Kinder werden unter Berücksichtigung der vorliegenden Forschungsergebnisse, der bildungs-politischen Entwicklungen und der Erfahrungen der Betroffenen diskutiert.
Die Tagung ist ein Teil des Lehrprojektes "Education in Diverse School Settings" im Rahmen des Eurolecture-Gastdozentenprogramms der Alfred-Toepfer-Stiftung F.V.S. Ansprechpartner: Professor Dr. Anatoli Rakhkochkine.


Weitere Informationen hier: 

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Pressemeldungen Ang. Erziehungswissenschaft
news-1083 Wed, 11 Nov 2009 17:38:00 +0100 Angewandte Erziehungswissenschaft wirbt Millionen-Projekt ein https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/angewandte-erziehungswissenschaft-wirbt-millionen-projekt-ein/ Der Universität Hildesheim ist es gelungen, ein Millionen-Projekt im EU-Programm "TEMPUS IV" zu gewinnen. Tempus Projekte haben zum Ziel, die Kooperationen in der Hochschulbildung zwischen der Europäischen Union und ihren Partnerländern (u.a. Osteuropa) sowie die Verständigung zwischen den Kulturen zu fördern. Sie richten sich an Wissenschaftler, die im internationalen persönlichen Austausch bereit sind, neue Netzwerke zu knüpfen und die akademische Landschaft von morgen zu gestalten. Nur zehn Prozent der in Brüssel eingereichten Anträge wurden in diesem Durchgang angenommen – Hildesheim gehört dazu. Neben den deutschen Universitäten in Freiburg, Dresden, München, u.a. werden auch Universitäten in Turin, Sevilla, Brüssel, Salzburg und Wien gefördert. Von der maximalen Fördersumme von 1,5 Mio. Euro pro Projekt warb die Universität Hildesheim 1,3 Mio Euro ein, damit fast die Höchstfördersumme. Das Projekt startet Anfang 2010 und hat eine Laufzeit von 3 Jahren. Die Projektleitung des gesamten Projektes liegt bei Frau Professorin Dr. Olga Graumann, Direktorin des Instituts für Erziehungswissenschaft, das Management der osteuropäischen Universitäten bei Professor Dr. Michael Pewsner von der Staatlichen Universität Nowgorod in Russland.
Anlässlich der Vertragsunterzeichnung waren am 17. und 18. Dezember zahlreiche namhafte Vertreter aus Nowgorod in Hildesheim zu Gast. Im Einzelnen waren dies: Prof. Dr. Viktor Weber, Rektor der Universität Nowgorod; Swetlana Weber, Dozentin des Lehrstuhls für Krankenschwesterausbildung; Prof. Dr. Anatolij Gawrikov, Präsident der Universität Nowgorod; Marina Gawrikova; Prof. Dr. Michael Pewsner, Prorektor für internationale Angelegenheiten; Dr. Nikolaj Kurmyshev, Prorektor für Informationstechnologien; Prof. Dr. Anatolij Dontschenko, Direktor der Hochschule für Geisteswissenschaften; Dr. Mikhail Ranenko, Prorektor für soziale Entwicklung und außerunterrichtliche Arbeit, Leiter des Fachbereichs Musik; Prof. Dr. Alexander Schirin, Direktor der Hochschule für Lehrerbildung; Dr. Irina Alexashenkova, Dezernentin für internationale Angelegenheiten; Dr. Pjotr Petrjakov, Vertreter des Prorektors für internationale Angelegenheiten; Leiter des Lehrstuhls für Pädagogik, Technologien und Künste; Dr. Elvira Kaminskaja, Leiterin der Abteilung für internationale Bildungsprogramme und Dr. Irina Wladimirova, Dozentin des Lehrstuhls für Soziologie und bilingualen Unterricht. Am Abend des 17. Dezember traten sich die Gäste aus Russland mit Universitätspräsident Professor Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, um die Verträge zu unterzeichnen und auszutauschen.

Das Hauptziel des Projektes besteht darin, ein Netzwerk mit 11 west- und osteuropäischen Universitäten zu bilden und neue Curricula für ein vernetztes Aus- und Weiterbildungsangebot, einschließlich einer Doktorandenausbildung, im Bildungsmanagement zu entwickeln. Jede der osteuropäischen Partner wird unter Mitarbeit und Beratung der EU-Universitäten ein Kompetenzzentrum "Lebenslanges Lernen" aufbauen, das für die nachhaltige Qualitätssicherung der transnationalen Weiterbildungsangebote im Netzwerk der Universitäten sorgen wird. Zu den Partnern gehören: Universität Bielefeld, Donau-Universität Krems (österreich), die Polytechnische Universität Lodz (Polen) und die osteuropäischen Universitäten: Staatliche Universität Nowgorod, Akademie für Weiterbildung St. Petersburg und Staatliche Universität Smolensk aus Russland sowie die Nationalen Universitäten Dnipropetrowsk und Chmelnitzki aus der Ukraine und die Staatliche Universität Brest sowie Nationale Universität Vitebsk aus Weißrussland. Darüber hinaus konnten Experten wie Professorin Dr. Ada Pellert von der Deutschen Weiterbildungs-Universität Berlin und Experten von den Universitäten Dortmund, Oldenburg und Liepaja (Lettland) gewonnen werden. Von der Universität Hildesheim werden im Bereich Bildungsmanagement neben Professorin Olga Graumann Professor Dr. Anatoli Rakhkochkine, im Bereich Promotionsstudium Professor Dr. Wolfgang Schroer und im Bereich Weiterbildung Dr. Herbert Asselmeyer und Dr. Margitta Rudolph mitarbeiten und die osteuropäischen Partner beraten.
Olga Graumann erarbeitete zusammen mit dem langjährigen russischen Partner und Ehrendoktor der Universität Hildesheim, Michael Pewsner, den ca. 100 Seiten umfassenden Antrag. Bis ins kleinste Detail wurden alle Schritte geplant, die dazu führen, das Netzwerk zwischen den Universitäten mit Leben zu füllen.
Das ebenfalls von Frau Prof. Dr. Graumann und Professor Dr. Pewsner eingeworbene Vorgänger-Projekt in TEMPUS III zu "Konsekutive Ausbildung in Bildungsmanagement" wird nach einer dreijährigen Laufzeit Ende 2009 erfolgreich beendet. An der Staatlichen Universität Nowgorod können Studierende seit 2008 ein Masterstudium mit dem Schwerpunkt Bildungsmanagement absolvieren, dessen Curriculum in diesem Projekt unter Beratung der Wissenschafter aus den EU-Universitäten Hildesheim, Dortmund und Krems (österreich) entwickelt wurde. Es ist gelungen, dieses Projekt mit dem vom DAAD unterstützen Projekts "Integrierter Studiengang Erziehungswissenschaft mit Doppelabschluss" zu verknüpfen, so dass bereits sechs russische Studierende der Universität Nowgorod im nächsten Jahr ihr Studium mit einem russischen und einem deutschen Master abschließen werden.
Zahlreiche gemeinsame Veröffentlichungen der Erziehungswissenschaftler der Universitäten Hildesheim und Nowgorod wie zum Beispiel das deutsch-russische Wörterbuch zum Schul- und Hochschulmanagement (2004), aber auch die Tagungen und die daraus hervorgehenden Veröffentlichungen der von Olga Graumann und Michael Pewsner geleiteten International Academy for the Humanization of Education (IAHE), bilden die wissenschaftliche Basis, aus der heraus sich die Inhalte der gemeinsamen Projekte entwickeln.

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Pressemeldungen Ang. Erziehungswissenschaft
news-1065 Wed, 23 Sep 2009 00:00:00 +0200 Wissenschaftliche Fachtagung https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/wissenschaftliche-fachtagung/ Wissenschaftliche Fachtagung zur Unterrichtsforschung an der Universität Hildesheim International gesehen gehören die Grundschulen in Deutschland zwar nicht in die Spitzengruppe, aber die Lesefähigkeit der deutschen Grundschüler liegt im oberen Viertel. Das sind die guten Nachrichten aus der IGLU-Studie. Wie sich Kinder in den vielfältigen Lern- und Erfahrungsbereichen einer modernen Grundschule entwickeln und wie der Unterricht auf die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Kinder ausgerichtet werden kann, stellt eine interessante Frage dar, der sich eine dreitägige wissenschaftliche Fachtagung an der Universität Hildesheim widmete. Die 18. Jahrestagung der DGfE-Kommission "Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe" trug den Titel "Zwischen Fachdidaktik und Stufendidaktik: Perspektiven für die Grundschulpädagogik".
Vom 21. – 23. September 2009 trafen sich 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Bereich der Grundschulforschung und präsentierten und diskutieren aktuelle Forschungsergebnisse. "Uns interessiert besonders" erläuterte Dr. Karl-Heinz Arnold, Professor für Schulpädagogik an der Universität Hildesheim, "wie Kinder den Übergang vom eher ganzheitlichen Lernen in den Kindertageseinrichtungen hin zum eher fachgebundenen Lernen in der Grundschule bewältigen. Klar ist, dass wir fachdidaktischen Unterricht brauchen. Ebenso wichtig ist jedoch, dass Sechs- oder Siebenjährige die Welt nicht nach Schulfächern sortiert erleben und dass deshalb das fachliche Lernen mit dem sprachlichen, dem sozialen und dem gestalterisch-musischen Lernen verknüpft sein sollte." 
In drei Hauptvorträgen gaben renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Überblick über den Stand der Fachdiskussion. So erinnerte Prof. Dr. Rainer Dollase (Universität Bielefeld) daran, dass bereits in den 1960er Jahren intensive Forschungsarbeit zur Vorschulerziehung auch in Deutschland stattgefunden hat. Was damals herausgefunden wurde, scheint heute zum Teil vergessen worden zu sein. Die Effekte von früher schulfachlicher Förderung der Fünfjährigen waren nur anfänglich und verschwanden im Verlauf der Grundschulzeit; das galt für das Frühlesen und Frühschreiben ebenso. 
Der zweite Themenschwerpunkt der Tagung lag im Bereich der Lehrerbildungsforschung. Wie müssen künftige Grundschullehrkräfte ausgebildet sein, um die Anforderungen der Schule in einem gestuften Bildungssystem einer multikulturellen Gesellschaft gewachsen zu sein? "Die Antwort der Universität Hildesheim auf diese Frage ist sehr klar" so Professor Arnold. "Wir bieten unseren Studierenden eine Verknüpfung von wissenschaftlich orientiertem Studium und unterrichtsbezogenen Praktika. Neben den Wissenschaften und den Fachdidaktiken der Unterrichtsfächer sind Pädagogik, Psychologie und Sozialwissenschaften zu studieren. Unsere Studierenden schließen mit dem Master of Education ihr Studium ab - sie werden also Pädagogen."

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Pressemeldungen Ang. Erziehungswissenschaft Tagungen & Kongresse
news-1013 Fri, 07 Dec 2007 15:34:00 +0100 IGLU-Studie 2006 mit Hildesheimer Beteiligung https://www.uni-hildesheim.de/en/fb1/institute/institut-fuer-erziehungswissenschaft/department-of-applied-educational-science/news/detailansicht/artikel/iglu-studie-2006-mit-hildesheimer-beteiligung/ Prof. Dr. Karl-Heinz Arnold untersucht als IGLU-Konsortiumsmitglied den diagnostischen Aspekt der Schulformempfehlung Wie schon IGLU 2001 erfasst auch IGLU 2006 die Lesekompetenz von Grundschülern der vierten Jahrgangsstufe. Damit können wertvolle Vergleichsinformationen über die Veränderungen des Fähigkeitsniveaus am Ende der Grundschulzeit gewonnen werden. Die umfassende Beobachtung von Bildungsergebnissen ist wichtig, um die Unterrichtsqualität langfristig sichern und verbessern zu können. Mit Prof. Dr. Karl-Heinz Arnold war die Hildesheimer Bildungsforschung in der IGLU-Projektgruppe vertreten.

Um sich international vergleichen zu können, ist in Deutschland eine repräsentative Stichprobe von ca. 150 Grundschulen erforderlich. Diese Stichprobe wurde für die Hauptuntersuchung in 2006 auf 405 Schulen aufgestockt, um zusätzlich einen Vergleich zwischen den einzelnen Bundesländern zu ermöglichen. Die Ergebnisse der Studie wurden jetzt als Buchpublikation herausgegeben und in Berlin von der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, vorgestellt.

Als Mitglied des Konsortiums hat Prof. Dr. Arnold den diagnostischen Aspekt der Schulformempfehlungen bearbeitet und wurde dabei von seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Dr. Peggy Richert unterstützt.

Arnolds persönliches Resümee: "Für mich ist es immer wieder auch ein Anlass zum Nachdenken, dass die jungen Menschen, die wir mit Mühe und gelegentlich zu ihrem Unwillen durch eine praxisorientierte, gleichwohl primär wissenschaftlich ausgerichtete Lehrerbildung führen, späterhin eine solch beeindrucke Berufsleistung in den Schulen erbringen." Die Lehrerausbildung ist seiner Einschätzung nach gut aufgestellt und bereitet die Studierenden nachhaltig auf die hohen Anforderungen im Arbeitsfeld Schule vor. DerLeistungszuwachs von IGLU 2001 zu IGLU 2006 ist sicherlich auch der Erfolg der vielen engagierten und gut asgebildeten Lehrerinnen und Lehrer.

Die international großen Erfolge kann Deutschland vor allem für "seine" Grundschulen vorweisen. Für dieSekundarstufenschulen sieht die Lage nicht so günstig aus.


Bos, W., Hornberg, S., Arnold, K.-H., Faust, G., Fried, L., Lankes, E.-M., Schwippert, K. & Valtin, R. (Hrsg.). (2007). IGLU 2006. Lesekompetenzen von Grundschulkindern in Deutschland im internationalen Vergleich. Münster: Waxmann.

 

 

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