Tabu?! im Landesmuseum: Klänge aus dem Center for World Music

Tuesday, 09. October 2012 um 08:50 Uhr

Klänge steuert das Center for World Music der Universität Hildesheim zur Ausstellung „Tabu?!“ im Landesmuseum Hannover bei. Die Sounds stammen aus der Sammlung „Music of Man Achive“, die rund 45.000 Tonträger und 1.000 Musikinstrumente umfasst und derzeit in Hildesheim erschlossen wird.

Jenseits offizieller Gesetze bestimmen in allen Kulturen Tabus den Alltag. Informelle Übereinkünfte signalisieren, was innerhalb einer Gesellschaft als unangemessen gilt. Unter dem Namen „Tabu?! Verborgene Kräfte – Geheimes Wissen" zeigt das Landesmuseum Hannover bis April 2013 erstmals rund 160 Exponate aus allen großen ethnologischen Sammlungen in Niedersachsen, darunter heilige Gegenstände, Kleidungsstücke, Totenmasken und Götterfiguren aus der Südsee, Afrika, China, Südamerika und Sibirien.

Klänge von rituellen Instrumenten steuert das Center for World Music (CWM) zur Ausstellung bei, so dass Objekte hörbar werden. Die Sounds stammen aus der Sammlung „Music of Man Achive“ von Wolfgang Laade. Die rund 45.000 Tonträger, 10.000 Bücher und 1.000 Musikinstrumente sind eine Dauerleihgabe der Stiftung Niedersachsen an die Stiftung Universität Hildesheim und werden seit 2008 mit Unterstützung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur erschlossen.

„Wir freuen uns, auf einen reichhaltigen Fundus an Tonaufnahmen zurückgreifen zu können“, sagt Kerstin Klenke. Die wissenschaftliche Koordinatorin des musikethnologischen Forschungszentrums in Hildesheim erläutert die Recherche: „Für einige Instrumente, wie zum Beispiel die tibetische Langtrompete ‚dung chen', die auch im Saal des CWM ausgestellt ist, war es sehr einfach, Sounds zu finden. Davon existieren viele Aufnahmen. Für ein Reibholz aus Neu-Irland, die ‚livika' oder ‚launut', war das nur dank des detektivischen Spürsinns unserer studentischen Mitarbeiter möglich. Das Instrument ist selten auf Tonträgern zu finden. Es hat einen außergewöhnlichen Klang."

„Wir sind mit der Sammlung Wolfgang Laade erstmals im Ausstellungsbereich tätig und hoffen auf langfristige Zusammenarbeit mit den Partnerinstitutionen“, so Klenke. Als Kooperationsprojekt der ethnologischen Sammlungen in Hannover, Göttingen, Hildesheim, Braunschweig und Oldenburg trägt die Ausstellung wesentlich zur Vernetzung des Center for World Music mit weiteren ethnologischen Sammlungsbeständen in Niedersachsen bei. „Gerade die Nähe zum Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim mit seinen umfangreichen ethnologischen Sammlungen ist für uns ein unglaublicher Gewinn. Wir haben ein gemeinsames Konzept für ein Klangmuseum in Hildesheim erarbeitet, aber das ist im wahrsten Sinne des Wortes noch Zukunftsmusik.“

Aktuelle Tabuthemen: Veranstaltungsreihe

Das Landesmuseum Hannover begleitet die Ausstellung mit einer Veranstaltungsreihe über aktuelle deutsche Tabuthemen. Am Dienstag, 13. November, um 19:00 Uhr sprechen u.a. Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim, und Dr. Stephan Opitz, Mitautor des Buches „Kulturinfarkt“, über Provokation und Polemik in kulturpolitischen Debatten. Moderiert wird das Gespräch von Elske Brault, NDR Kultur. Weitere Talkrunden befassen sich mit Sterbehilfe, Integrationspolitik und Migration, Kindesmissbrauch sowie Depression im Sport.


„Wir sind mit der Sammlung Wolfgang Laade erstmals im Ausstellungsbereich tätig und hoffen auf langfristige Zusammenarbeit mit den Partnerinstitutionen“, so Kerstin Klenke vom Center for World Music.

„Wir sind mit der Sammlung Wolfgang Laade erstmals im Ausstellungsbereich tätig und hoffen auf langfristige Zusammenarbeit mit den Partnerinstitutionen“, so Kerstin Klenke vom Center for World Music. „Wir sind mit der Sammlung Wolfgang Laade erstmals im Ausstellungsbereich tätig und hoffen auf langfristige Zusammenarbeit mit den Partnerinstitutionen“, so Kerstin Klenke vom Center for World Music.