Universität Hildesheim - Meldungen - Zentrum für Bildungsintegration https://www.uni-hildesheim.de/ Meldungen der Universität Hildesheim - Zentrum für Bildungsintegration de-de Stiftung Universität Hildesheim Sat, 07 Dec 2019 22:43:43 +0100 Sat, 07 Dec 2019 22:43:43 +0100 TYPO3 EXT:news news-17317 Mon, 12 Aug 2019 08:11:00 +0200 Sprachförderung in Schulen: Professorin Elke Montanari über das Recht auf Bildung https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/sprachfoerderung-in-schulen-professorin-elke-montanari-ueber-das-recht-auf-bildung/ Zur aktuellen Debatte um Sprachförderung in der Grundschule äußert sich Professorin Elke Montanari. Die Sprachwissenschaftlerin verweist auf das Recht auf Bildung und die Bedeutung qualifizierter Lehrerinnen und Lehrer. „Die Studierenden, denen ich begegne, sind höchst motiviert, allen Kindern die gleichen Chancen für die Teilhabe an Bildung zu ermöglichen“, so Montanari über die Hildesheimer Lehrerausbildung. Lehramtstudentinnen und Lehramtstudenten der Universität Hildesheim befassen sich im Studium mit Diversität, Deutsch als Zweitsprache und Bildungsintegration. Montanari erforscht, wie Kinder und Jugendliche, die ohne oder mit kaum deutschen Sprachkenntnissen in die Schulen kommen, die deutsche Sprache erlernen. Mehr erfahren:
Das Zentrum für Bildungsintegration
an der Uni Hildesheim

Zur aktuellen Debatte um Zweitspracherwerb, Sprachdiagnostik und Sprachförderung äußert sich Professorin Elke Montanari. „Deutschland hat die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen mit verabschiedet. Darin ist in Artikel 28 das Recht auf den Schulbesuch verankert. In Deutschland wird dieses Recht durch die Schulpflicht gesichert“, sagt Montanari.

„Die Studierenden an der Stiftung Unviersität Hildesheim, denen ich begegne, sind höchst motiviert, allen Kindern die gleichen Chancen für die Teilhabe an Bildung zu ermöglichen. Das sehen sie als eine der wichtigsten Aufgaben. Und wenn ein Kind bei der Einschulung etwas noch nicht gut kann – die deutsche Sprache, Zählen, Sport oder was auch immer, dann lernt es dieses Kind eben in der Schule. Dafür bilden wir ja die Lehrkräfte aus, und dafür studieren angehende Lehrkräfte an einer Universität, die Diversität wertschätzt.“ 

Die Sprachwissenschaftlerin forscht und lehrt als Professorin für Deutsch als Zweitsprache an der Universität Hildesheim, wo mit etwa 2600 Lehramtsstudierenden etwa ein Drittel der Grund-, Haupt- und Realschullehrer für Niedersachsen ausgebildet werden. In Hildesheim kann das Lehramtsstudium im Fach Deutsch mit einem Doppelstudium zum Master Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache kombiniert werden. Sie befasst sich zum Beispiel mit der Frage, wie Kinder, die ohne oder mit unterschiedlich umfangreichen deutschen Sprachkenntnissen in die Schulen kommen. Die Wissenschaftlerin bildet Lehrerinnen und Lehrer aus, die im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ qualifiziert sind.

Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache
Studium an der Uni Hildesheim

Kurz erklärt: Masterstudium „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“

Die Universität Hildesheim bildet Experten für die Vermittlung der deutschen Sprache aus. Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ sind stark nachgefragt und arbeiten an Schulen und in Verlagen, unterrichten in Sprachkursen weltweit die deutsche Sprache und Kultur oder arbeiten in internationalen Unternehmen – die Berufswege sind vielfältig. 

Die beruflichen Aussichten seien sehr gut, sagt Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache. „Uns werden die Absolventinnen und Absolventen zum Teil abgeworben, bevor sie ihr Masterverfahren beendet haben, also einige haben schon Arbeitsverträge, während sie noch ihre Masterarbeit schreiben“, sagt die Sprachwissenschaftlerin. Die Wissenschaftlerin der Universität Hildesheim forscht und lehrt zu der Frage, wie Kinder und Erwachsene die deutsche Sprache als zweite Sprache erlernen, etwa in Sprachlernklassen an Gesamtschulen und Grundschulen und in Integrationskursen.

„Unsere Absolventinnen und Absolventen finden zum Beispiel zahlreiche internationale Berufsperspektiven in Goethe-Instituten, deutschen Auslandsschulen und an internationalen Universitäten. Vorbereitend können hierzu bereits im Studium Praktika absolviert werden, die frühzeitig zur beruflichen Vernetzung beitragen“,  sagt Montanari. 

Ein weiteres Berufsfeld sind die Verlage und Bildungsinstitutionen, in denen die Hildesheimer Absolventen Lehrwerke und Lehrmittel weiterentwickeln. Ein weiteres großes Arbeitsfeld ist der Bildungssektor, einige Absolventen sind beim Land Niedersachsen tätig und sehr gefragt als Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Schulen.

Die nächsten Masterstudierenden starten im Oktober 2019 in ihr Studium. Das Masterstudium kann auch im Teilzeitstudium studiert werden, die Universität bietet Lehrveranstaltungen berufsbegleitend am Nachmittag oder in Blockphasen an.

Die Universität Hildesheim arbeitet in dem Studiengang mit internationalen Partnern zusammen und kooperiert zum Beispiel mit der deutschen Abteilung der Ain-Shams-Universität in Kairo in Ägypten.

Zur Person

Prof. Dr. Elke Montanari forscht und lehrt seit 2012 als Professorin für Deutsch als Zweitsprache am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim. Sie ist Mitglied im Vorstand des „Zentrums für Bildungsintegration“.

Die Sprachwissenschaftlerin befasst sich in ihrer Forschung mit der Sprachaneignung in unterschiedlichen Lebensphasen, mit Mehrsprachigkeit und Spracherwerb. Die Wissenschaftlerin untersucht zum Beispiel, wie Mehrsprachigkeit in Schulkonzepten verankert werden kann und wie Kinder und Erwachsene eine zweite Sprache erlernen. Elke Montanari bildet an der Hildesheimer Universität Lehrerinnen und Lehrer im Schwerpunkt „Deutsch als Zweitsprache" aus.

Sie befasst sich zum Beispiel mit der Frage, wie Kinder und Jugendliche, die ohne oder mit kaum deutschen Sprachkenntnissen in die Schulen kommen, die deutsche Sprache erlernen. Die Wissenschaftlerin hat sich im vom Land Niedersachsen geförderten Projekt „Umbrüche gestalten” für die Integration der Sprachenförderung und Sprachenbildung in die Lehrerausbildung in Niedersachsen eingesetzt.

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news-16183 Thu, 07 Mar 2019 20:02:00 +0100 Bundesregierung beruft Professorin Viola Georgi in Fachkommission Integrationsfähigkeit https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/bundesregierung-beruft-professorin-viola-georgi-in-fachkommission-integrationsfaehigkeit/ Die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerin Professorin Viola Georgi wurde vom Bundeskabinett in die „Fachkommission Integrationsfähigkeit“ berufen. Die Kommission erarbeitet Empfehlungen für Bund, Länder, Kommunen und Zivilgesellschaft. Den ersten Bericht legt die Kommission 2020 vor. Professorin Georgi ist in der Forschung zur Bildungsintegration international sehr gut vernetzt und leistet zugleich Basisarbeit in der Kommune, so Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich. Die Bundesregierung hat die Berufung einer Fachkommission zu den Rahmenbedingungen der Integrationsfähigkeit beschlossen. Das Bundesinnenministerium, das Bundesarbeitsministerium sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration haben dem Bundeskabinett die Mitglieder vorgeschlagen.

Zu den Mitgliedern der Fachkommission wurde Professorin Viola Georgi berufen. Die Erziehungswissenschaftlerin ist Expertin für Fragen der Bildung in der Einwanderungsgesellschaft und leitet an der Universität Hildesheim das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“. Georgi befasst sich in der Forschung unter anderem mit Heterogenität in der Schule, Bildungsmedien, historisch-politischer Bildung in der Migrationsgesellschaft und Demokratiepädagogik.

Den ersten Bericht mit Empfehlungen legt die Kommission 2020 dem Deutschen Bundestag vor

Professorin Viola Georgi wird einen Bericht mit Empfehlungen mitverfassen, den die Fachkommission 2020 vorstellt. Diesen Bericht legt die Bundesregierung dann dem Deutschen Bundestag vor. Die konstituierende Sitzung der Fachkommisssion war am 20. Februar 2019 in Berlin. Die Fachkommission soll die Standards für gelingende Integration erarbeiten. Dazu gehören Strukturen, wie die ausreichende Versorgung mit Kitas, Schulen und Wohnraum und der Zugang zum Arbeitsmarkt. Es geht aber auch um politische Bildung, um Werte, Respekt und Regeln, die ein friedliches Miteinander bestimmen, so die Staatsministerin Annette Widmann-Mauz anlässlich der ersten Sitzung in Berlin.

„Ich freue mich sehr auf die interdisziplinäre Kommissionsarbeit. Ich bin vor allem gespannt, auf die Entwicklung von innovativen Empfehlungen für das Handlungsfeld Bildungsintegration“, sagt Professorin Viola Georgi.

„Die Fachkommission ist zu beglückwünschen, denn mit Professorin Georgi gewinnt sie eine Wissenschaftlerin, die international sehr gut vernetzt ist und zugleich Basisarbeit in der Kommune leistet – eine seltene Kombination“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Professorin Viola Georgi erarbeitet Empfehlungen für den Bereich Bildungsintegration

Die Kommission wird die wirtschaftlichen, arbeitsmarktpolitischen, gesellschaftlichen und demografischen Rahmenbedingungen für Integration beschreiben und erarbeitet Vorschläge für Standards, wie diese verbessert werden können. Die Kommission befasst sich sowohl mit der Neu-Zuwanderung – etwa von Geflüchteten und EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern – als auch mit den bereits länger in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund.

Die Empfehlungen können sich an die Bundesressorts, aber auch an Länder, Kommunen sowie die Zivilgesellschaft richten.

Der unabhängigen Fachkommission gehören renommierte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Praxis an. Den Vorsitz übernehmen Derya Çağlar, Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, und Ashok-Alexander Sridharan, Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn.

Zu den Mitgliedern der Fachkommission der Bundesregierung gehören neben Professorin Viola Georgi unter anderem die Politikwissenschaftlerin Professorin Petra Bendel, die Sprachwissenschaftlerin Professorin Havva Engin und der Rechtswissenschaftler Professor Daniel Thym.

Weitere Informationen

Gemeinsame Pressemitteilung der
Integrationsbeauftragten der Bundesregierung,
des Bundesministeriums des Innern und
des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim

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news-16093 Mon, 04 Feb 2019 14:06:00 +0100 Allianzen für Demokratie in der Schule: Minister spricht über Demokratiebildung https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/allianzen-fuer-demokratie-in-der-schule-minister-spricht-ueber-demokratiebildung/ Der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne spricht an der Universität Hildesheim über Demokratiebildung. Das Zentrum für Bildungsintegration lädt zu der öffentlichen Veranstaltung „Allianzen für Demokratie in der Schule“ ein. „Wer mitwirken möchte an der großen Idee eines Demokratienetzwerkes in und für Niedersachsen, ist herzlich eingeladen“, sagt Professorin Viola Georgi. Erwartet werden über 200 Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Grußwort des Präsidenten der Stiftung Universität Hildesheim
anlässlich der Veranstaltung „Allianzen für Demokratie in der Schule“

Rede des niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne vom 7. Februar 2019

Schulen und Hochschulen in Niedersachsen sehen sich derzeit verstärkt mit demokratiefeindlicher Rhetorik, rechtspopulistischer Hetze und rassistisch motivierten Übergriffen konfrontiert. Darauf weisen Wissenschaftlerinnen des Zentrums für Bildungsintegration der Universität Hildesheim hin.

Studierende und Lehrende beschäftigt der aktuelle Vorfall an der Robert-Bosch-Gesamtschule Hildesheim. Nach einer UNESCO-Fotoaktion „Wir sind mehr!“ war der Schulleiter massiven Anfeindungen ausgesetzt – viele Schulleiter und Schulleiterinnen, Lehrkräfte, Elternvertretungen, Schüler und Schülerinnen bekundeten daraufhin ihre Solidarität.

Ausgehend von diesem Ereignis diskutiert ein Bündnis aus Studierenden, Lehrkräften sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Hildesheim die Möglichkeiten der demokratischen Schulentwicklung und gegenseitigen Unterstützung.

Demokratienetzwerk startet in Hildesheim

Die  Veranstaltung „Allianzen für Demokratie in der Schule – Reflektieren, Diskutieren, Handeln“ ist öffentlich und beginnt am Donnerstag, 7. Februar 2019, um 16.00 im Audimax der Universität Hildesheim.

Die Erziehungswissenschaftlerin Professorin Viola Georgi berichtet über aktuelle Studien zur demokratischen Verfasstheit unserer Gesellschaft und erläutert, wie demokratische Handlungskompetenz in Bildungsinstitutionen gefördert werden kann. Der Hildesheimer Wissenschaftler Michael Wrase, Professor für Öffentliches Recht mit den Schwerpunkten Sozial- und Bildungsrecht, spricht über die Frage, wie politisch Lehrende an Schulen sein dürfen. An einer Podiumsdiskussion nimmt unter anderem Dr. René Mounajed, Schulleiter der Robert-Bosch-Gesamtschule teil.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne spricht über Demokratiebildung in Niedersachsen

Als Gastredner wird um 17:45 Uhr der Niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne über Demokratiebildung in Niedersachsen sprechen. Anschließend befassen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam in kleinen Arbeitsgruppen mit der Frage, was an Schulen und Hochschulen in Hinblick auf Demokratiebildung und Auseinandersetzung mit der demokratischen Verfasstheit der Gesellschaft fehlt. Die Ideen aus diesen Zukunftswerkstätten werden gesammelt.

„Es ist ein großes Experiment“, sagt Professorin Viola Georgi, Direktorin des Zentrums für Bildungsintegration. „Wir möchten Menschen zusammenbringen, die sich mit der Frage auseinandersetzen, wie man ein starkes Bündnis für Demokratie schmieden kann. Unsere Hoffnung ist, dass wir einen Anstoß für ein Demokratienetzwerk in Niedersachsen geben können und diesen Prozess aktiv begleiten können.“

„Unsere Demokratie wird derzeit vom Rechtspopulismus herausgefordert. Deshalb ist das Demokratielernen in Schule und Hochschule eine Aufgabe von großer gesellschaftlicher Relevanz und Dringlichkeit. Demokratie muss gelebt werden, um gelernt werden zu können. Jeden Tag und überall. Wir wollen mit der Veranstaltung den Anstoß für ein breites Bündnis für Demokratiebildung in Niedersachsen geben. Durch Vernetzung von Hochschule, Schule, Zivilgesellschaft und Politik können wir unsere Demokratie nachhaltiger machen und stärken, damit wir den Demokratiefeinden trotzen können. Jeden Tag und überall“, so Georgi.

Studentin: „Wir möchten eine Allianz für Demokratie schmieden“

„Wir möchten eine Allianz für Demokratie schmieden, es geht darum, dass Menschen reflektieren und eingreifen, wenn extremistische Ansichten und Hetze sich verbreiten“, sagt Lewia Gerlinger. Die Psychologiestudentin ist AStA-Referentin für Politische Bildung. „Ich finde diese Veranstaltung sehr wichtig. Wir hoffen, dass viele Menschen teilnehmen und uns bei dieser Arbeit helfen. Jeder ist im Alltag gefragt, hinzuschauen und hinzuhören und von Diskriminierung betroffenen Personen beizustehen. Wichtig ist, dass man den Mut hat, aufzustehen, wenn etwas in der Demokratie schief läuft“, so Gerlinger.

Die Organisatoren, das Zentrum für Bildungsintegration und der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Uni, laden alle Interessierten Bürgerinnen und Bürger, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Studierende und Lehrende zu der Veranstaltung ein. Die Veranstalter haben in den letzten Wochen mehrere Dutzend Schulen angeschrieben und hoffen, dass auch Schülerinnen und Schüler an dem Netzwerk mitwirken.

„Allianzen für Demokratie in der Schule – Reflektieren, Diskutieren, Handeln“

Wann? Donnerstag, 7. Februar 2019 16:00 bis 19:30 Uhr

Wo? Audimax, Hauptcampus der Universität Hildesheim

Allianzen für Demokratie in der Schule – ausführliche Programmübersicht

Zentrum für Bildungsintegration – Demokratie und Diversität in Migrationsgesellschaften

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news-14296 Mon, 15 Oct 2018 07:34:00 +0200 Mehrsprachigkeit in der Unterrichtsforschung: Kooperation mit der Ain Shams Universität Kairo https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/mehrsprachigkeit-in-der-unterrichtsforschung-kooperation-mit-der-ain-shams-universitaet-kairo/ Eine Delegation der Deutschen Abteilung der Ain Shams Universität Kairo in Ägypten ist derzeit zu Gast auf dem Sprachencampus der Universität Hildesheim. Eine Frage, die die Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler verbindet ist die Mehrsprachigkeit in Schulen und in der Gesellschaft. Mehrsprachigkeit im Unterricht als ein Thema, das über die Kontinente hinausreicht – das ist die Grundidee der Forschungskooperation zwischen dem Zentrum für Bildungsintegration, dem Institut für deutsche Sprache und Literatur und dem Institut für Interkulturelle Kommunikation der Universität Hildesheim mit der Deutschen Abteilung der Ain Shams Universität in Kairo, Ägypten. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert über zwei Jahre den Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und dem wissenschaftlichen Nachwuchs, der von der Universität Hildesheim aus von den Professorinnen Elke Montanari und Beatrix Kreß betreut wird.

Eine Delegation der Deutschen Abteilung der Ain Shams Universität Kairo in Ägypten ist derzeit zu Gast auf dem Sprachencampus der Universität Hildesheim. Eine Woche lang (vom 8. bis 12. Oktober 2018) tauschen sich die Wissenschaftlerinnen Dr. Heba Ahmed Mahmoud Emam und Fatma Al-Zahraa Muhammad Abdulazim sowie die Wissenschaftler Prof. Dr. El Sayed Madbouly, Dr. Basem Schoaib, Dr. Abdelrahman Nagi und von der Ain Shams Universität mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Hildesheim aus.

Ziel der Gespräche ist es, Kooperationsmöglichkeiten in Forschung und Lehre zu diskutieren und den wissenschaftlichen internationalen Austausch in der Lehrerbildung zu befördern. Wie lässt sich zum Beispiel das Studium institutionell verknüpfen? Vorbilder können die gemeinsamen Studienprogramme der Universität Hildesheim mit der Pai Chai University in Daejeon und der Chungbuk National University in Chungbuk in Südkorea in den Informationswissenschaften, mit der Staatlichen Universität Nowgorod in Russland in den Sprachwissenschaften und mit der Université de Provence in Marseille in Frankreich in den Kulturwissenschaften sein. Ein Teil des Studiums absolvieren die Studierenden in Hildesheim und einen Teil an der jeweiligen Partneruniversität.

Eine Frage, die an den Universitäten in Kairo und Hildesheim diskutiert wird, betrifft die Rolle der Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht. Sollte Mehrsprachigkeit einbezogen werden, weil es das Sprachenlernen befördert, wenn Erst- und neue Sprachen verknüpft werden? Oder sollte möglichst viel Zeit mit der neu zu lernenden, deutschen Sprache zur Verfügung stehen? Welche Rolle darf und soll Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht einnehmen?

In diesem Jahr war als erster Gaststudent bereits Hassan Reyad aus Kairo für ein Semester in Hildesheim, um seine Masterarbeit zu beenden, er kehrte mit einem fertigen Dokument und vielen neuen Kontakten zurück nach Kairo, so Elke Montanari. „Wir arbeiten auch im Bereich der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses zusammen und betreuen gemeinsam eine Doktorandin. Wir haben in Kairo und Hildesheim gemeinsame wissenschaftliche Biografien – die Funktionale Pragmatik verbindet uns.“

Die beiden Universitäten in Kairo und Hildesheim unterzeichnen im Oktober 2018 ein „Memorandum of Understanding“, darin heißt es:

„Ain Shams University and the University of Hildesheim believe that mutual benefit can be derived from scholarly interaction, cultural interchange, co-operative research, and other forms of academic collaboration. Therefore, both parties agreed on the following: The Parties see advantages in the development of strong academic links and relationships and agree in principle to enter into discussions to establish ties of friendship and cooperation for the purpose of promoting mutual understanding and academic, cultural and personal exchange in various sectors and disciplines. […]”

Prof. Dr. El Sayed Madbouly, Kairo

El Sayed Selmy Madbouly ist Professor an der Deutschen Abteilung der Pädagogischen Fakultät der Ain Shams Universität in Kairo. Zuvor hat der Sprachwissenschaftler in Hamburg und Siegen promoviert. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Grammatik als kontrastive Linguistik. Zwei Jahre hat er am Landesspracheninstitut Bochum und acht Jahre an einer Sprachen- und Übersetzungsfakultät in Saudi-Arabien gearbeitet. Er sagt:

„Mit Professorin Montanari habe ich das Kooperationsprojekt zwischen Hildesheim und Kairo beantragt. Gemeinsam möchten wir die Lehrerausbildung im mehrsprachigen Kontext ausbauen. Der Zwecke der Reisen ist, sich eng abzusprechen, was wir in der Zukunft gemeinsam in Forschung und Lehre machen können.

Mehrsprachigkeit ist ganz klar da – schauen Sie in die Klassenzimmer in deutschen Schulen, es ist wichtig, dass man den sprachlichen und kulturellen Hintergrund der Schülerinnen und Schüler kennt, bevor man unterrichtet. Bei uns in Ägypten ist der deutsche Arbeitsmarkt auch eine Berufschance für Sprachlehrerinnen und Sprachlehrer, viele Ägypter sind jetzt in Deutschland und unterrichten geflohene Syrer. In Ägypten ist die deutsche Sprache sehr verbreitet, es gibt siebzehn deutsche Abteilungen an den staatlichen Universitäten, die privaten nicht eingerechnet. Wir versuchen, unsere Studentinnen und Studenten durch die Literatur zum Sprechen zu bringen. Unser Ziel ist, dass auch die deutschsprachige Literatur zur Förderung der Sprachfähigkeit führt.

Kairo ist eine riesige Stadt – wir freuen uns auf Hildesheim als kleine Stadt. Man kann die Stadt zu Fuß einfach besichtigen und Natur erleben – das ist wirklich anders als in Kairo. Ich genieße die Ruhe hier in Hildesheim.“

Fatma Al-Zahraa Muhammad Abdulazim, Kairo

Fatma Al-Zahraa Muhammad Abdulazim arbeitet als Oberassistentin der Deutschen Abteilung der Pädagogischen Fakultät der Ain Shams Universität in Kairo. Ihre Doktorarbeit möchte sie an den Universitäten Hildesheim und Kairo schreiben. Sie sagt:

„Ich habe meine Abschlussarbeit über das alltägliche Erzählen in arabischer und deutscher Sprache geschrieben. Jetzt arbeite ich an meiner Doktorarbeit. Das Thema meiner Arbeit ist ‚Präsuppositionmarker im Deutschen und Arabischen‘. Der kontrastive Vergleich zweier Sprachen ist immer interessant. Das finde ich toll, in der Forschung gelangt man zu Perspektiven und Erkenntnissen in beiden Sprachen. Die Forschungserkenntnisse sollen beim Deutschunterricht helfen. Wenn Lehrerinnen und Lehrer die Sprachen verstehen, ist es einfacher zu unterrichten.

Die Kooperation zwischen der Ain Shams Universität in Kairo und der Universität in Hildesheim ist eine Chance. Unterstützt vom Deutschen Akademischen Austauschdienst können wir unsere gemeinsame Arbeit im Bereich der Mehrsprachigkeit stärken – auf verschiedenen Ebenenen, es entstehen gemeinsame Publikationen. Wir sprechen über die Zusammenarbeit in Studiengängen oder in der Forschung. Heutzutage sind die Begegnungen wichtig.

Meine Hoffnung ist, dass diese Kooperation fortbesteht und dass wir gegenseitig profitieren – auf der kulturellen und wissenschaftlichen Seite. Wir möchten auch ein Vorbild für andere Universitäten sein, internationale Kooperationen zu pflegen. Ich bin das erste Mal in Hildesheim und freue mich sehr, dass ich in Hildesheim sein kann. Es ist eine große Chance, ich lerne von den Kollegen vieles und hoffe, im Laufe der Zeit kann ich etwas zurückgeben.“

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121 883 90100, presse@uni-hildesheim.de)

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news-14860 Thu, 14 Jun 2018 08:27:00 +0200 Juniorprofessorin für Bildungssoziologie: Janna Teltemann https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/juniorprofessorin-fuer-bildungssoziologie-janna-teltemann/ Janna Teltemann forscht und lehrt als Juniorprofessorin für Bildungssoziologie an der Universität Hildesheim. Die Soziologin analysiert die Entstehung von Bildungsungleichheiten. Janna Teltemann forscht und lehrt seit 2016 als Juniorprofessorin für Bildungssoziologie am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Ein Forschungsinteresse der Soziologin liegt in der Analyse der Entstehung von Bildungsungleichheiten.

Die Entstehung von Bildungsungleichheit erforschen

Juniorprofessorin Janna Teltemann forscht in den Bereichen Bildungsungleichheit, Bildungspolitik, Migration, Integration, empirische Stadtforschung und quantitative Methoden der empirischen Sozialforschung. Die 37-Jährige kommt gebürtig aus Lüchow-Dannenberg. Nach dem Studium der Soziologie in Bremen folgte 2012 die Promotion an der Universität Bremen. Teltemann hat sich in ihrer Dissertation mit dem Thema „Gleichheit oder Leistung? Wie Bildungssysteme, Wohlfahrtsstaatsregime und Integrationspolitiken die Schulleistungen junger Migranten beeinflussen“ befasst. Teltemann arbeitete als Gastwissenschaftlerin am Amsterdam Centre for Inequality Studies der Universiteit van Amsterdam, war Fellow des College for Interdisciplinary Educational Research und Gastwissenschaftlerin am Wissenschaftszentrum Berlin.

Austausch mit anderen Fachdisziplinen in Hildesheim

„Als Nachwuchswissenschaftlerin freue ich mich, in Hildesheim die Möglichkeit zum eigenständigen Forschen und Lehren zu bekommen. Besonders reizvoll finde ich den Austausch mit anderen Disziplinen, der an einer kleineren Universität wie Hildesheim viel besser möglich ist“, sagt Teltemann.

Die Soziologin arbeitet viel mit Schulleistungsstudien. Internationale Vergleichsstudien wie „PISA“ sind oft nur eine Momentaufnahme. Wie kann man diese Querschnittstudien in eine Langzeitbeobachtung überführen, um zu untersuchen, wie etwa die Gliederung der Schulsysteme mit dem Grad der Chancengleichheit in einem Land zusammenhängt? „Im Hörsaal arbeite ich mit vielen Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten zusammen. Ich möchte sie für soziologisches Denken begeistern und ihnen für ihre künftige Tätigkeit im Klassenzimmer Grundlagenwissen über die Entstehung von Ungleichheiten im Schulsystem vermitteln.“ Denn, sagt Teltemann, ein grundlegendes Prinzip unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens sei, dass „alle die gleichen Chancen haben, alle gesellschaftlichen Positionen zu erreichen“. Herkunft, Geschlecht oder sozialer Status sollten keinen Einfluss auf Teilhabemöglichkeiten haben. Ein Hauptinteresse der Bildungssoziologie liegt darin, zu zeigen, inwieweit diese Forderung erfüllt oder nicht erfüllt wird, und welche Gründe dafür ausschlaggebend sind.

Wer Fragen zu Forschung und Lehre im Bereich der Bildungssoziologie hat, erreicht Prof. Dr. Janna Teltemann unter janna.teltemann[at]uni-hildesheim.de.

Antrittsvorlesung

Am Mittwoch, 13. Juni 2018, hält Professorin Janna Teltemann ihre öffentliche Antrittsvorlesung und gibt Einblicke in ihre Forschung. Der Vortrag mit dem Titel „Zum Verhältnis von Bildungsstandards und Bildungsgerechtigkeit“ beginnt um 18:00 Uhr im Hörsaal 4 (Forum am Uni-Hauptcampus, Universitätsplatz 1 in Hildesheim).

In der Antrittsvorlesung stellt sich die Wissenschaftlerin den Hildesheimer Universitätsangehörigen und Bürgern vor und gibt Einblicke in ihr Forschungsgebiet. Dabei erläutert sie unter anderem, wie regelmäßige, landesweite Leistungskontrollen an Schulen helfen können, die Kopplung von Schulerfolg und sozialem Hintergrund abzuschwächen. Auch Leistungsunterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern mit und ihne Migrationshintergrund können auf diese Weise verringert werden. Dabei kommt es jedoch auf die Art der Leistungskontrolle an, so Teltemann.

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news-14223 Tue, 05 Jun 2018 18:37:00 +0200 Konferenz „Sport als Heimat?“: Interview mit Professorin Vera Volkmann https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/konferenz-sport-als-heimat-interview-mit-professorin-vera-volkmann/ Die Fußball-WM läuft. Was kann Sport bewirken – nachgefragt bei Vera Volkmann. Die Professorin organisiert die Jahrestagung des Zentrums für Bildungsintegration zum Thema „Sport als Heimat?“. Die Sportwissenschaftlerin hofft auch auf die Teilnahme zahlreicher Studentinnen und Studenten, da sie „die Gestalterinnen und Gestalter unserer gesellschaftlichen Zukunft sind“. Die Jahrestagung des „Zentrums für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“ der Universität Hildesheim findet vom 29. bis 30. Juni 2018 statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich in Vorträgen, Diskussionen und Workshops mit dem Thema „Sport als Heimat? Biographische Navigationen in gesellschaftlichen Rahmungen“. Eine Anmeldung ist bis 15. Juni 2018 möglich.

Konferenz „Sport als Heimat?“

Interview mit der Sportwissenschaftlerin Prof. Dr. Vera Volkmann

Frau Professorin Volkmann, Sie befassen sich in Ihrer Forschung mit der Rolle von Sport im Lebensverlauf und in der Gesellschaft. Sport ist nicht nur körperliche Leistung, sondern kann auch dazu beitragen, Zugehörigkeit zu schaffen?

Im Sport ist es möglich, sich jenseits sprachlicher Barrieren und sozialer Herkunft zu verständigen und sich für ein gemeinsames Ziel, wie zum Beispiel den Sieg beim Fußball, zu engagieren. Sport kann unter bestimmten Voraussetzungen positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung und auch integrierend wirken. Dafür ist es jedoch notwendig, dass er entsprechend pädagogisch gerahmt und didaktisch aufbereitet wird. Zugehörigkeit entsteht auch dadurch, dass man sich mit einer Sportgruppe identifiziert, das heißt, dass man auf diese Weise ein Teil von ihr wird und sich diese Gruppe als Gemeinschaft versteht.

Ende Juni 2018 richten Sie in Hildesheim gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Konferenz „Sport als Heimat? Biographische Navigationen in gesellschaftlichen Rahmungen“ aus. Warum rückt die Jahrestagung des Zentrums für Bildungsintegration dieses Thema in den Mittelpunkt wissenschaftlicher Auseinandersetzung?

Der historisch vorbelastete Heimatbegriff hat aktuell Hochkonjunktur und befindet sich offensichtlich im Wandel. Er gerät nicht nur durch die aktuellen Fluchtbewegungen verstärkt in den Mittelpunkt wissenschaftlicher, aber auch gesellschaftlicher und sogar politischer Diskussionen. Interessant finde ich, dass selbst Politikerinnen und Politiker entgegengesetzter Couleur den Begriff aktuell aufgreifen. Gerade hat sich der ehemalige Bundespräsident Gauck erneut zu dem Begriff geäußert, indem er in einem Interview sagte, dass für ihn Heimat das Gefühl einer ganz eigenen Sicherheit und eines Zutrauens sei. Durch dieses verstärkte Aufgreifen wird deutlich, dass das, was Heimat sein kann in einer globalisierten und entgrenzten Welt definitionsbedürftig, aber auch definitionsfähig zu sein scheint. Heimat heute ist auch als „Heimat 2.0“ im Sinne von Lebensmöglichkeiten und nicht mehr als Herkunftsnachweis zu denken. Die Heimat der Zukunft ist Patchwork und ein zentraler Bestandteil dieses Patchwork ist in vielen Biographien der Sport, der als wichtige Sozialisationsinstanz und Wertevermittler gehandelt wird. Sport kann Zugehörigkeit und Teilhabe ermöglichen. Er kann dazu beitragen, sich heimisch zu fühlen und kommt den grundsätzlichen Bedürfnissen nach Raumorientierung, Zugehörigkeit und Konstitution von Gruppenidentität entgegen.

Sport kann Zugehörigkeit und Teilhabe ermöglichen – worauf deuten Ihre Forschungserkenntnisse hin? Sie haben in den letzten Jahren etwa Kinder und Jugendliche befragt, was sie durch Sport erleben und erfahren.

Wir haben Kinder und Jugendliche befragt, die an unserem FuNah-Projekt zur Förderung von Bildungsintegration an Schulen durch eine Kombination von Sport und individueller Förderung teilnehmen. Es wird sehr deutlich, wie positiv sie die Anerkennungsprozesse und Erfolgserlebnisse innerhalb des Sports bewerten. Sehr wichtig ist ihnen der wertschätzende Umgang, den sie sonst in der Schule oftmals vermissen. Das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Erfahrung, dass es sich unmittelbar lohnt, sich aktiv für etwas einzusetzen, übertragen die Kinder und Jugendlichen auch auf den schulischen Bereich.

Wer kann an der Konferenz teilnehmen, wen möchten Sie erreichen?

Bei der Tagung ist jeder willkommen, der sich für das Thema interessiert und Lust auf wissenschaftliche Einblicke und weiterführende Diskussionen hat. Wir freuen uns, wenn auch viele Studierende teilnehmen, da sie ja die Gestalterinnen und Gestalter unserer gesellschaftlichen Zukunft sind und somit Teil der Diskussionen sein sollten. Wir haben uns deshalb zum Beispiel auch bemüht, die Tagungskosten, die auch das gemeinsame Abendessen beinhalten, gering zu halten. Sie sollten keine Hürde für die Teilnahme darstellen. Bis Freitag kann man sich noch anmelden.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt

Tagung „Sport als Heimat? Biographische Navigationen in gesellschaftlichen Rahmungen“

Die Jahrestagung des Zentrums für Bildungsintegration der Universität Hildesheim findet vom 29. bis 30. Juni 2018 statt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich in Vorträgen, Diskussionen und Workshops mit dem Thema „Sport als Heimat? Biographische Navigationen in gesellschaftlichen Rahmungen“. Eine Anmeldung ist noch bis 15. Juni 2018 möglich.

Die Hauptvorträge (Keynotes) halten renommierte Fachleute. Die Bielefelder Wissenschaftlerinnen Professorin Joanna Pfaff-Czarnecka und Professorin Christa Kleindienst-Cachay sprechen über „Sport als Heimat? Möglichkeiten biographischer Navigation in Zuwanderungsgesellschaften“. Professor Sebastian Braun von der Humboldt-Universität zu Berlin referiert zum Thema „Sportvereine als Räume zur Bildung von Sozialkapital“.

Hier geht's zum Programm und zur Anmeldung

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news-15197 Sat, 27 Jan 2018 11:12:00 +0100 Der Holocaust? "Krass, so krass" https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/der-holocaus/ Die Direktorin des Zentrums für Bildungsintegration an der Uni, Prof. Viola B. Georgi, spricht über die historisch-politische Bildung an Schulen. Pressespiegel regional Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration news-7720 Fri, 01 Dec 2017 14:18:00 +0100 Vielfalt im Lehrerzimmer: Orientierungstage an der Uni Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/vielfalt-im-lehrerzimmer-orientierungstage-an-der-uni-hildesheim/ Die Universität Hildesheim gibt Jugendlichen während der „Orientierungstage" Einblicke in den Lehrerberuf. Eine Bewerbung ist ab sofort möglich. Ein Ziel ist, Jugendliche für den Lehrerberuf zu interessieren. Die Orientierungstage finden an der Uni am 18. und 19. Januar 2018 statt. Jugendliche können sich ab sofort bewerben Orientierungstage an der Uni Hildesheim: Jetzt anmelden!

Ist der Lehrerberuf für mich passend? Die Universität Hildesheim will Jugendlichen bei der Entscheidung helfen – mit Orientierungstagen. Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in den Lehrerberuf und sollen für das Thema „Vielfalt an Schulen" sensibilisiert werden. Jugendliche können sich für die Orientierungstage „Vielfalt im Klassenzimmer = Vielfalt im Lehrerzimmer" noch bis zum 15. Dezember 2017 bewerben.

An der Universität Hildesheim und an Schulen finden die Orientierungstage am Donnerstag, 18. Januar 2018, und Freitag, 19. Januar 2018, statt. Der zweitägige Kompaktkurs gibt Einblicke in das Lehramtsstudium und zeigt die Chancen des Lehrerberufs. Die Jugendlichen diskutieren mit Professorinnen und Professoren, Lehramtsstudierenden und Lehrerinnen und Lehrern mit Migrationshintergrund über den Lehrerberuf. Bei einer Hospitation in einer Schule werden die Jugendlichen Schule dann einmal aus einer anderen Perspektive kennenlernen. Insgesamt können 20 Jugendliche teilnehmen. Das Angebot richtet sich an Jugendliche aus ganz Niedersachsen; insbesondere aus der Region Hildesheim, da auch an der Universität Hannover und an der Universität Götttingen Orientierungstage stattfinden.

„Dieses Projekt bietet Jugendlichen die Chance, bereits frühzeitig einen Blick ins Studium zu werfen und zeitgleich Fragen zu klären, die entscheidend dafür sein können, ein Studium aufzunehmen: Was erwartet mich genau, wenn ich Lehramt studiere? Was kostet ein Studium? Was genau bedeutet Vielfalt im Studium und im Beruf? Bin ich darauf vorbereitet?“, sagt Dörthe Buchhester vom Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Universität Hildesheim. „Ein Ziel ist, Schülerinnen und Schüler für den Lehrerberuf zu begeistern, damit sich die Vielfalt unserer zunehmend pluralistischen Gesellschaft nicht nur im Klassenzimmer, sondern zukünftig auch im Lehrerzimmer zeigt. Während der Orientierungstage können die Schülerinnen und Schüler reflektieren, ob dieser Beruf zu ihnen passt“, sagt Dörthe Buchhester.

Das Angebot richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe eines Gymnasiums, einer Gesamtschule oder einer berufsbildende Schule (Klasse 10 bis 13). Die Universität ermutigt insbesondere Jugendliche mit ihren unterschiedlichen sozialen, sprachlichen und kulturellen Biografien, sich zu bewerben. Jugendliche, die derzeit die 11., 12. oder 13. Klasse besuchen und Interesse haben, können sich ab sofort für die Orientierungstage in Hildesheim anmelden. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Dezember 2017. Die Teilnahme ist kostenlos. Hier geht's zur Bewerbung: www.uni-hildesheim.de/vielfalt

Die Orientierungstage werden gefördert von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung. An der Universität Hildesheim richtet das Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung die Infotage in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Angewandte Erziehungswissenschaft, dem Zentrum für Bildungsintegration, der Zentralen Studienberatung, dem Gleichstellungsbüro sowie dem Friend- und Fundraising aus.

Schritt für Schritt erklärt: Melden Sie sich ab sofort für die Orientierungstage an!

1. Schritt: Download des Bewerbungsbogens auf der Internetseite der Orientierungstage

2. Schritt: Ausfüllen des Bewerbungsbogens

3. Schritt: Versand des Bewerbungsbogens bis zum 15. Dezember 2017 an die E-Mail-Adresse vielfalt.hi[at]uni-hildesheim.de oder auf dem Postweg an:

Stiftung Universität Hildesheim
Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
Frau Dr. Dörthe Buchhester
Universitätsplatz 1
31141 Hildesheim

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121 883 90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration
news-15081 Sat, 25 Nov 2017 12:04:00 +0100 Uni: viele Sprachen, eine Identität https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/uni-viele-s/ Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Brücken schlagen: Mehrsprachigkeit, Interkulturelle Kommunikation und Sprachvermittlung". Pressespiegel regional Vorträge Inklusion Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration news-13933 Mon, 02 Oct 2017 18:12:00 +0200 Sprachlernprojekt in der Berufsschule und Grundschule https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/sprachlernprojekt-in-der-berufsschule-und-grundschule/ 270 Studentinnen und Studenten haben im Sprachlernprojekt der Universität Hildesheim seit 2015 eine wertvolle Zusatzqualifikation aufgebaut, sie begleiten Kinder und Jugendliche beim Erlernen der deutschen Sprache. Die Uni kooperiert dabei mit einer Hildesheimer Berufsschule und Grundschule. Die Klosterkammer Hannover unterstützt das Uni-Projekt. Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim unterstützen im Sprachlernprojekt seit Herbst 2015 Kinder und Jugendliche, die erst seit kurzem in Deutschland leben, beim Erlernen der deutschen Sprache. Zunächst haben die Studierenden täglich in einer Erstaufnahmestelle Deutschkurse für Geflüchtete angeboten. Nach der Schließung der Erstaufnahmeeinrichtung hat sich das Sprachlernprojekt auf zwei Standorte in Hildesheim konzentriert und arbeitet seit Herbst 2016 mit der Grundschule Nord und der Walter-Gropius Berufsschule zusammen, an beiden Schulen hat sich das Projekt sehr gut etabliert, sagt Annette Lützel, die das Sprachlernprojekt an der Universität Hildesheim koordiniert.

Für die Schulen sei der zusätzliche Unterricht durch das Projekt sehr wichtig und hilfreich, da der Unterricht in den Sprint- und Sprachlernklassen aufgrund der unterschiedlichen Sprachniveaus und Bildungshintergründe eine große Herausforderung darstelle. Vor allem die Berufsschule steht mit zwölf Sprint- und Sprachlernklassen vor einer großen Aufgabe, sagt Lützel. Mit dem Sprachlernprojekt kann die Universität Hildesheim Schülerinnen und Schüler in kleinen Gruppen und zum Teil mit einer Eins-zu-Eins-Betreuung intensiv fördern und so den Anschluss an den Regelunterricht ermöglichen.

An beiden Schulen führen die Studentinnen und Studenten nach dem regulären Unterricht einen Sprachunterricht durch, der den Unterricht in den Sprachlernklassen ergänzt und vertieft. „Dabei können wir – anders als in den Sprachlernklassen selbst – einen sehr intensiven Unterricht gestalten, in dem die Schülerinnen und Schüler individuell betreut werden“, sagt Annette Lützel. In der Berufsschule arbeiten täglich zehn Studierende, auch in der Grundschule unterrichten täglich zehn Studierende. Die Studentinnen und Studenten werden dabei immer von zwei Lehrkräften angeleitet, die auf den Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ spezialisiert sind. Nach einer gemeinsamen Einführungsphase zu den jeweiligen Unterrichtsinhalten beginnt die Arbeit in kleinen Gruppen. „Die Jugendlichen können dadurch sehr intensiv lernen und wir können leistungsheterogene Gruppen auch leistungsdifferenzierter unterrichten“, so Lützel.

Neben den für den Unterricht angemeldeten Schülerinnen und Schülern kommen täglich auch viele Jugendliche aus eigener Initiative in den Unterricht, berichtet Annette Lützel. Deren Engagement ist so groß, dass die Universität in den Sommerferien eine Sommerschule an der Uni für die Jugendlichen der Berufsschule angeboten hat.

Bei den Studentinnen und Studenten – viele aus dem Lehramtsbereich – ist das Projekt sehr beliebt, da sie hiermit eine Zusatzqualifikation erwerben, die für die spätere Berufspraxis sehr hilfreich ist und die sonst nicht im Rahmen des Studiums erworben werden kann, so Lützel. „Wir haben deshalb statt der geplanten Zahl von 120 Studierenden für dieses Jahr schon 140 Studierende zugelassen, weitere befinden sich noch auf unserer Warteliste oder haben sich bereits für die ersten beiden Durchgänge 2018 angemeldet.“ Seit Projektbeginn im Oktober 2015 wurden, mit den Durchgängen Januar und April 2017, insgesamt 191 Studierende qualifiziert, bis Ende des Jahres werden es 271 Studierende sein. Das Sprachlernprojekt an der Universität Hildesheim ist ein durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördertes Projekt zur Qualifizierung von Studierenden für den Sprachunterricht von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Das Projekt wird finanziell unterstützt von der Klosterkammer Hannover und der Niedersächsischen Lotto-Sport Stifung.

Die Universität bildet mit rund 2600 Studierenden einen Großteil der Grund-, Haupt- und Realschullehrer in Niedersachsen aus.

Wie kann ich im Sprachlernprojekt mitwirken? Hier erfahren Sie mehr!

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 3 Deutsche Sprache Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Flüchtlinge Lehrerbildung
news-12762 Tue, 13 Jun 2017 08:11:00 +0200 Mehrsprachigkeit und Vielfalt im Unterricht https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/mehrsprachigkeit-und-vielfalt-im-unterricht/ Internationale Tagung mit Videodokumentation an der Universität Hildesheim: Professorinnen und Professoren unter anderem aus New York und Utrecht sprechen am Bühler-Campus über Mehrsprachigkeit und Vielfalt im Unterricht. Die Vorträge werden auch online zum Nachhören veröffentlicht. Für die „The Multilingualism & Diversity Lectures" laden das Institut für deutsche Sprache und Literatur und das Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie an die Universität Hildesheim ein. Für die Veranstaltung konnten international sehr profilierte Gastredner gewonnen werden, die Mehrsprachigkeit mit Blick auf Bildungszusammenhänge beleuchten. So spricht Professorin Ofelia Garcia von der City University of New York (USA) über „Translanguaging", einem neuen Weg mehrsprachiger Unterrichtskommunikation. Prof. Jan ten Thije von der Universität Utrecht (NL) stellt rezeptive Mehrsprachigkeit in der didaktischen Anwendung vor. Prof. Jeanine Treffers-Daller und Michael Daller von der University of Reading (UK) beschäftigen sich mit dem Erwerb von zwei Sprachen. Über bilinguale Sprecher in Deutschland wird Prof. Harald Clahsen von der Uni Potsdam vortragen.

Die Veranstaltung unter der Leitung von Professorin Elke Montanari und Professor Joachim Griesbaum von der Uni Hildesheim stellt die Sprachenförderung und Sprachenbildung als integrale Bestandteile der Lehramtsausbildung in den Mittelpunkt (Projekt Umbrüche gestalten II). Das Projekt wird vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst Niedersachsen gefördert. Die Vorträge werden aufgezeichnet und online veröffentlicht.

Wann & Wo

Vom 6. bis 9. Juni 2017 finden am Bühler-Campus der Universität Hildesheim (Raum LN 004, Lübecker Str. 1) die lectures statt. Die Veranstaltung ist kostenfrei, interessierte Studierende und Lehrende sind herzlich eingeladen. Die Vorträge werden als Video aufgezeichnet, wer an der Veranstaltung teilnimmt, erklärt sich mit der Videoaufzeichnung und Veröffentlichung einverstanden. Wer nicht dabei sein kann, wird die Vorträge ab Oktober 2017 online abrufen können. Das Team um Professorin Elke Montanari zeichnet alles auf und stellt die Vorträge frei zugänglich für Fortbildungen, wissenschaftliche Lehre und Diskussionen zur Verfügung.

Programm und Speaker

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Pressemeldungen Deutsche Sprache Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Zentrum für Bildungsintegration
news-13402 Mon, 08 May 2017 10:18:00 +0200 US-Generalkonsul Richard Yoneoka zu Gast an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/us-generalkonsul-richard-yoneoka-zu-gast-an-der-universitaet-hildesheim/ Der US-Generalkonsul Richard Yoneoka hat sich über die Forschung und Lehre am Zentrum für Bildungsintegration und am Center for World Music informiert. „Es gibt hier an der Universität Hildesheim eine hervorragende Sammlung von Musikinstrumenten und Wissenschaftler, die den kulturellen Reichtum und die Diversität der Welt erforschen und das Wissen teilen. Diese Arbeit ist sehr wichtig, denn sie zeigt, wie die Vielfalt unser Zusammenleben bereichert“, so der US-Generalkonsul. Der US-Generalkonsul Richard Yoneoka hat sich Anfang Mai 2017 über die Forschung und Lehre am Zentrum für Bildungsintegration und am Center for World Music der Universität Hildesheim informiert.

Richard Yoneoka, der bereits seit 18 Jahren im diplomatischen Dienst tätig ist und auf vier Kontinenten gearbeitet hat, zeigte sich beeindruckt: „Es gibt hier an der Universität Hildesheim eine hervorragende Sammlung von Musikinstrumenten und Wissenschaftler, die den kulturellen Reichtum und die Diversität der Welt erforschen und das Wissen teilen. Diese Arbeit ist sehr wichtig, denn sie zeigt, wie die Vielfalt unser Zusammenleben bereichert.“ Yoneoka spricht aus Erfahrung: „Als Diplomat erlebe ich immer wieder neu, in welchem hohem Maße Kultur Menschen über sprachliche und geographische Grenzen hinweg verbindet.“

„Wissenschaftler, die den kulturellen Reichtum und die Diversität der Welt erforschen und das Wissen teilen“

Richard Yoneoka ist seit Juli 2016 US-Generalkonsul in Hamburg. Sein Amtsbezirk umfasst fünf Bundesländer: Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Etwa drei Stunden verbrachte der US-Generalkonsul an der Universität, sprach mit Universitätspräsident Prof. Wolfgang-Uwe Friedrich. Bei Studierenden und Wissenschaftlerinnen, darunter Professorin Viola Georgi, Professorin für Diversity Education, und Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache, erkundigte sich der Generalkonsul über die Bemühungen der Universität, angehende Lehrerinnen und Lehrer für den Schulalltag im Einwanderungsland vorzubereiten.

Viola Georgi gab Einblicke in aktuelle Studien. Ihre Forschungsergebnisse zeigen etwa, wie Vielfalt und Migration in deutschen Schulbüchern dargestellt werden. In einem neuen Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit dem Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung plant Georgi Erinnerungspraktiken und Geschichtskulturen in der Migrationsgesellschaft zu untersuchen.

Die Sprachwissenschaftlerin Elke Montanari befasst sich mit Mehrsprachigkeit aus kognitiver Perspektive und untersucht, wie Kinder und Jugendliche ein mehrsprachiges mentales Lexikon aufbauen. „Diversität ist  in der Mitte der Universität Hildesheim platziert. Der Transfer von der Forschung in das Lehramtsstudium ist ganz besonders eng und schnell“, so Professorin Montanari. Etwa 2600 Lehrerinnen und Lehrer bildet die Universität derzeit für die Tätigkeit in Grund-, Haupt- und Realschulen aus – die Fächer reichen von Deutsch und Wirtschaft über Englisch und Sport bis Informatik und Kunst. Die internationale Ausrichtung des Lehramtsstudiums spiegelt sich auch in der Veranstaltungsreihe „Multilingualism and Diversity Lectures“ wider. Anfang Juni 2017 diskutieren in Hildesheim internationale Referenten, unter anderem aus den USA, über Mehrsprachigkeit im Unterricht.

„Das ist mit der Kraft der Musik möglich“

Im Gespräch mit dem Musikethnologen Michael Fuhr vom Center for World Music erfuhr der US-Generalkonsul, wie das Hildesheimer Forschungszentrum Spuren und Vermächtnisse der Musikgeschichte digitalisiert, Kulturerbe mit Partnern in Teheran (Iran), Kairo (Ägypten) und Maiduguri (Nigeria) erhält und Wissen zugänglich macht. „Musik kann jungen Menschen eine Stimme geben“, so Yoneoka. Er berichtete, wie er als Gesandter in Gambia mit der lokalen Musikszene kooperiert hat: „Künstlerinnen und Künstler in Gambia haben zum Beispiel Musikstücke zum Gedenken an Martin Luther King, Jr. produziert und ein Stück aus Sierra Leone in zwei gambische Lokalsprachen übersetzt, um Menschen aufzuklären, wie sie sich vor dem Ebolavirus schützen können. Das ist mit der Kraft der Musik möglich.“

Beide Hildesheimer Forschungseinrichtungen bilden den wissenschaftlichen Nachwuchs in zwei Graduiertenschulen aus. Dabei kooperieren die Musikethnologen mit Partneruniversitäten in Cape Coast (Ghana) und Maiduguri (Nigeria). Sie untersuchen, welche Rolle die Künste beim Wiederaufbau von Gemeinschaften in und nach Konflikten und Kriegen spielen.‎

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Center for World Music Bildungsintegration Lehrerbildung Zentrum für Bildungsintegration
news-13595 Fri, 31 Mar 2017 11:24:00 +0200 Eltern vor der Schulauswahl: Uni will Antworten geben https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/eltern-vor-d/ 13 Doktoranden stellen ihre Forschungsergebnisse zu den Themen Integration und Migration öffentlich vor. Die Ergebnisse können unter anderem Eltern dabei helfen, eine weiterführende Schule für ihr Kind auszuwählen. Pressespiegel regional Bildungsintegration Erziehungswissenschaft Promotionskolleg Zentrum für Bildungsintegration news-13094 Fri, 17 Mar 2017 17:06:00 +0100 Promotionskolleg Bildungsintegration: Erste Ergebnisse aus der Forschung https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/promotionskolleg-bildungsintegration-erste-ergebnisse-aus-der-forschung/ Doktorandinnen und Doktoranden berichten Ende März 2017 während einer Konferenz des Zentrums für Bildungsintegration aus der empirischen Forschung. Sie untersuchen zum Beispiel, wie Bildungsbiographien zwischen zwei Ländern und Bildungssystemen verlaufen, welche Kriterien Eltern mit und ohne Migrationshintergrund bei der Schulwahl für ihre Kinder anlegen, welche Inhalte in Integrationskursen vermittelt werden und welche Motivation hinter dem Engagement für Geflüchtete steckt. Während der Konferenz „Bildungsteilhabe im Zeichen von Diversität: Diskurse, empirische Zugänge und Handlungsfelder“ geben 13 Doktorandinnen und Doktoranden des „Promotionskollegs Bildungsintegration“ Einblicke in ihre empirische Forschung. Seit 2014 untersuchen sie in ihren Dissertationen wichtige bildungspolitische Fragestellungen der Migrationsgesellschaft.

„Wir leben in einer Zeit, in der die Themen Migration und Integration die Gesellschaft stark polarisieren und spalten. Forschung kann hier einen Beitrag zur empirischen Aufklärung politischer Herausforderungen in der Migrationsgesellschaft leisten“, sagt Professorin Viola Georgi. Die Erziehungswissenschaftlerin ist Expertin für Fragen der Bildung in der Einwanderungsgesellschaft und leitet an der Universität Hildesheim das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“.

Die Konferenz ist öffentlich und findet am Freitag, 31. März 2017, ab 10:30 Uhr im Forum am Universitätsplatz 1 in Hildesheim statt. Etwa 100 Fachleute aus Wissenschaft, Bildungspolitik und pädagogischer Praxis werden erwartet. Wer Fragen zur Konferenz hat, kann sich bei Filiz Keküllüoğlu melden (E-Mail: filiz.kekuellueoglu@uni-hildesheim.de, Tel. 05121.883-10120). Eine Anmeldung zur Konferenz ist bis zum 15. März möglich, die Teilnahmegebühr beträgt 20 Euro.

Programm der Konferenz

Promotionskolleg Bildungsintegration

Nachgefragt bei Doktorandinnen und Doktoranden

Was untersuchen Sie? Erste Ergebnisse aus der Forschung

Eintauchen in den Alltag: Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich in empirischen Studien mit Teilhabe und Benachteiligung in Bildungssystemen. Hier geben fünf Doktorandinnen und Doktoranden der Universität Hildesheim Einblicke in ihre Forschung.

Wie Eltern über Schulwege entscheiden

Dilek İkiz, 29, Doktorarbeit „Strategien bildungsprivilegierter Eltern in Berlin-Kreuzberg beim Übergang ihres Kindes auf die weiterführende Schule“ bei Prof. Dr. Viola Georgi (Hildesheim) und Prof. Dr. Naika Foroutan (HU Berlin).

Wie verlaufen Bildungswege? Dilek İkiz untersucht, wie Eltern nach der Grundschulzeit eine Schule für ihr Kind auswählen. Die Sozialwissenschaftlerin spricht mit Eltern in Berlin-Kreuzberg, die das Abitur und einen akademischen Abschluss erworben haben. Nach welchen Kriterien orientieren sie sich bei der Schulwahl für ihr Kind? So sind zum Beispiel pädagogische Spezialprofile, Nachmittagsangebote oder schlicht die Wohnortnähe mitentscheidend.

Dilek İkiz rückt Eltern in den Fokus der Forschung und spricht mit ihnen über ihre „Schulpräferenzen“. Welche Schule ist die beste für mein Kind? „Eines der spannenden Ergebnisse meiner Analysen sind die widersprüchlichen Ausführungen der Eltern“, sagt İkiz, die derzeit ihre Doktorarbeit im Promotionskolleg Bildungsintegration der Universität Hildesheim abschließt. Die in Einzelinterviews befragten Eltern verknüpfen mit dem Wohnort Kreuzberg äußerst positive Assoziationen und beschreiben ihn als „multi-kulturell“ und „weltoffen“, als „nicht bieder“. „Die Familien leben aus Überzeugung in Kreuzberg. Wenn es um die Kreuzberger Schulen geht, wird es widersprüchlich. Die zuvor als besonders und positiv für Kreuzberg hervorgehobene migrantisch geprägte Struktur der Einwohnerinnen und Einwohner wird in der Schulwahlentscheidung zum Problem. Mit der Vielfalt werden negative Bilder verknüpft, die es zu vermeiden gelte, sowohl für ein gutes Lernumfeld als auch für ein angenehmes ‚Schulklima‘“, sagt die Wissenschaftlerin. Das Zauberwort sei eine „gesunde und gute Mischung“, die befragten Eltern wünschen sich eine Zusammensetzung, die den „gesellschaftlichen Verhältnissen“ entspricht. „Die Eltern sind sich über diese Ambivalenz im Klaren“, sagt İkiz.

Ihre Forschung sei keine Zeitverschwendung: „Das Bildungssystem ist eines der wenigen Bereiche, welches das Ziel verfolgt, herkunftsbedingten Ungleichheiten entgegenzuwirken und Bildungsgerechtigkeit zu gewährleisten.“ Die Sozialwissenschaftlerin möchte mit ihrer Forschung herausarbeiten, wie Bildungsungleichheit entsteht. „Wenn Eltern Schulen mit einem hohen Anteil an Jugendlichen mit Migrationshintergrund meiden und somit ,ethnisch’ basierte schulische Segregationsprozesse mitverursachen, weisen sie im Grunde genommen auf wahrgenommene Defizite im Bildungssystem hin, denen versucht wird aus dem Weg zu gehen.“

Das Promotionskolleg „Bildungsintegration“ beschreibt Dilek İkiz als „ersten Testraum“ für neue Ideen. „Außerdem ist das Kolleg ein Schutzraum, in dem man seine Frustrationserlebnisse und Verwerfungen, die im mühseligen Promotionsprozess nicht selten auf der Tagesordnung stehen, besprechen kann.“ Manchmal gehe man „ganz verwirrt“ aus den Kollegtreffen heraus und realisiert später, dass man „einen Schritt weiter“ gekommen sei.

Biografische Erzählungen: Warum sich Menschen engagieren

Sabine Hoffmann, 30, Doktorarbeit „Refugees Welcome? Selbstdeutungen freiwillig Engagierter in der Unterstützung von Geflüchteten in Deutschland“ bei Prof. Dr. Viola B. Georgi (Hildesheim) und Prof. Dr. Iman Attia (Berlin).

Sabine Hoffmann spricht mit Frauen und Männern, die sich für Menschen engagieren, die nach der Flucht in Deutschland ankommen. Wie reflektieren sie ihr eigenes Handeln und welche Ereignisse spielen eine Rolle für ihr Engagement? Unter den 18 biographischen Erzählungen sind auch Frauen und Männer, deren Leben selbst von den Erfahrungen der Flucht geprägt ist.

Die Erziehungswissenschaftlerin hat Interviews in deutschen Großstädten und kleinen Gemeinden geführt. „Mich interessieren die Erzählungen von Menschen, , die sich seit längerer Zeit oder erst seit den medial sehr präsenten Fluchtbewegungen im Sommer 2015 engagieren“, sagt Hoffmann. Die Motive, sich zu engagieren, seien sehr unterschiedlich und reichen „von Erfahrungen der eigenen Migration bis zu humanistisch geprägten Ideen einer gerechten Gesellschaft aus einer weißen, privilegierten Perspektive“. Da ist etwa eine Frau, die sich engagiert, da sie sich schon seit ihrer Schulzeit für Bildungsgerechtigkeit einsetzt. In ihrer Doktorarbeit möchte Sabine Hoffmann auch herausfinden, ob die Hilfsangebote zu den Bedürfnissen der geflüchteten Menschen passen.

„Es tut gut, sich mit den anderen im Kolleg über das tägliche wissenschaftliche Arbeiten auszutauschen“, sagt Hoffmann. „Wir werten alle gerade unsere Daten aus und schreiben.“ Die Universität sei „ein Bildungsraum, an dem Emanzipation und persönliche Entwicklung für viele möglich wird“. „Ohne ein Umfeld, das sich füreinander einsetzt und sich gegenseitig unterstützt ist dies jedoch unmöglich.“ Sie wünscht sich „mehr Mut für strukturelle Veränderungen, um sozialen Ungleichheiten entgegen zu wirken und jungen Erwachsenen den Weg zu ihren Zielen zu erleichtern“.

Qualität im Bildungssystem: Was ist eine gute Schule?

Anne Piezunka, 30, Doktorarbeit „Entwicklung von Bewertungskriterien in Bezug auf Inklusion durch die Schulinspektionen“ bei Prof. Dr. Vera Moser (HU Berlin) und Prof. Dr. Melanie Fabel-Lamla (Universität Hildesheim).

Anne Piezunka untersucht, was Schulinspektionen unter einer guten Schule verstehen. Fast jedes Bundesland hat eine Schulinspektion, die dafür zuständig ist die Qualität einzelner Schulen zu bewerten – sie setzt Standards und überprüft diese. Dafür besuchen Inspektorinnen und Inspektoren den Unterricht, werten Dokumente aus, führen Interviews. „Aber man weiß wenig über die Bewertungskriterien der Schulinspektion. Mich interessiert, inwiefern die Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler sowie Nicht-Diskriminierung in den Kriterien berücksichtigt werden. Verstehen Schulinspektionen unter einer guten Schule eine inklusive Schule?“ Piezunka hat Gespräche mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Schulinspektionen aus ganz Deutschland geführt, um zu erfahren, wie und was sie messen.

Die Sozialwissenschaftlerin befindet sich derzeit mitten in der Datenanalyse. Ein erstes Ergebnis: „Die Bundesländer unterscheiden sich darin, wie sie Inklusion definieren und in den Bewertungskriterien berücksichtigen.“ Warum diese Forschung keine Zeitverschwendung ist? „Oft entsteht der Eindruck, dass es Konsens darüber gibt, was man unter einer guten Schule versteht: Eine Schule ist gut, wenn Kinder dort viel lernen, sich entfalten und wohlfühlen. Wenn man sich jedoch überlegt, wie man diese Ziele erreichen möchte, werden unterschiedliche Vorstellungen sichtbar“, sagt Piezunka. Manche machen etwa die Qualität von Schulen an Schulleistungstests fest und andere halten es für wichtig, dass die Eltern zufrieden sind.

Im Promotionskolleg erfahre sie nicht nur Einblicke in andere Forschungsthemen und methodische Zugänge. „Auch die emotionale Seite ist wichtig. Wir unterstützen uns gegenseitig bei Herausforderungen.“

Ankommen in Deutschland: Der erste Kontakt

Nicholas Paul Stone, 32, Doktorarbeit „Teaching tolerance, gender equality and religious freedom in German civic orientation courses“ bei Prof. Dr. Viola B. Georgi (Hildesheim) und Prof. Dr. Audrey Osler (Leeds).

Nicholas Paul Stone untersucht, welche Inhalte in Orientierungskursen vermittelt werden. „In Integrationskursen lernen newcomers etwas über die Geschichte, das politische System, die Rechtsordnung und die Kultur der deutschen Gesellschaft“, sagt der Politikwissenschaftler. Er selbst hat vor drei Jahren, als er für die Forschung von Canada nach Deutschland gezogen ist, einen Orientierungskurs in Bremen besucht. „Das war ein wichtiger Moment auf meinem Bildungsweg und tatsächlich der erste Schritt meiner Forschung. Ich habe dadurch die deutsche Sprache gelernt und zugleich ein Verständnis für den Orientierungskurs aufbauen können“, sagt Stone. „Das Bundesamt BAMF und das Bundesinnenministerium unterstreichen, dass Gleichberechtigung, Religionsfreiheit und Toleranz Grundwerte der deutschen Gesellschaft sind. Es ist deswegen unbedingt erforderlich, kritisch zu analysieren, wie diese Themen in den Texten dargestellt werden.“ Die Kurse seien „oftmals der erste Kontakt zur deutschen Gesellschaft“.

Stone hat eine Fragebogen-Matrix entwickelt, mit der er die Bücher systematisch durchgegangen ist. „Momentan bin ich dabei, die Daten auszuwerten und meine Dissertation zu schreiben.“ Eine interessante Erkenntnis: „Die Bücher sagen wenig darüber aus, was typisch Deutsch ist. Die Texte über Normen und Werte bleiben vage. Es gibt kaum Informationen, außer, dass die Deutschen sehr pünktlich sind“, sagt Stone. Der Austausch im Promotionskolleg sei „außerordentlich wertvoll“. „Dass sich unsere Themen unterscheiden, ist ein Vorteil. Unsere Diskussionen auf Deutsch und Englisch sind geprägt von neuen und kritischen Perspektiven. Ich erlebe, wie meine Kollegen mich fördern und fordern.“

Nachwuchstalente: Wie Jugendliche den Zugang zum Leistungssport erleben

Lena Tessmer, 32, Doktorarbeit „Selektion und Teilhabe im institutionalisierten Leistungssport“ bei Prof. Dr. Peter Frei und Prof. Dr. Vera Volkmann (beide Sportinstitut der Universität Hildesheim).

Höher, schneller, weiter – der Leistungssport ist „ein exklusives System, das nicht vielen Nachwuchsathletinnen und Nachwuchsathleten Zugang gewährt“, sagt Lena Tessmer. Die Sportwissenschaftlerin schließt derzeit ihre Doktorarbeit im Promotionskolleg Bildungsintegration an der Universität Hildesheim ab. Sie befragt seit drei Jahren junge Sportlerinnen und Sportler mit körperlicher Behinderung oder Migrationshintergrund zu ihren Erfahrungen im Leistungssport, etwa in den Disziplinen Kunstturnen, Tischtennis, Judo, Basketball, Leichtathletik und Schwimmen.

Wie gelingt es den Jugendlichen, Zugang zum Leistungssport zu erhalten? Tessmer hat acht Jugendliche mehrfach befragt, wie sie selbst den Übergang und erfolgreichen Verbleib im Sportinternat erleben. So hat etwa eine Sportlerin auf Empfehlung ihrer Trainerin den Standort und somit den Wohnort gewechselt, um an einem Internat optimale Trainingsbedingungen vorzufinden. Hierfür hat sie mit zwölf Jahren das Elternhaus verlassen. Eine Erkenntnis aus der qualitativen Längsschnittstudie: „Die jungen Talente sind – unabhängig von Migrationshintergrund oder Behinderung – mit den gleichen Themen in ihrem Sportlerleben konfrontiert. Alle jonglieren zwischen dem Wunsch nach Unabhängigkeit und dem selbstgewählten Abhängigkeitsverhältnis im System des Leistungssports, das durchaus geschätzt wird.“

Warum diese Forschung wichtig ist? Lena Tessmer sagt: „In der Sportpsychologie und Sportpädagogik wird viel zum Belastungserleben von jungen Sportlern und Sportlerinnen geforscht. Hier geht es dann immer um den Zeitpunkt, in dem sie sich bereits im Fördersystem befinden. Selten kommen die Jugendlichen dabei selbst zu Wort.“ Ihr Interviewmaterial habe sie im Kolleg in kleinen Arbeitsgruppen interpretiert, „um den eigenen Blick auf die Daten zu schärfen und gleichzeitig aus anderen Perspektiven zu erweitern“.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100 und presse@uni-hildesheim.de)

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news-12870 Wed, 15 Feb 2017 10:41:00 +0100 Einwanderungsgesellschaft: Miteinander in Vielfalt https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/einwanderungsgesellschaft-miteinander-in-vielfalt/ Unter dem Motto „Miteinander in Vielfalt“ fassen unter anderem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Gedanken zur Einwanderungsgesellschaft zusammen. Zur 38-köpfigen Expertenkommission gehört Professorin Viola Georgi von der Universität Hildesheim. In dieser Woche wurde in Berlin das „Leitbild für die Einwanderungsgesellschaft" vorgestellt. „Wir brauchen dieses Leitbild, weil unsere Einstellung zur Einwanderung das Selbstverständnis von Staat und Gesellschaft berührt. Unser Umgang mit Vielfalt und gerechte Teilhabemöglichkeiten sind Gradmesser für unsere Demokratie, den sozialen Frieden und Sicherheit“, sagt Staatsministerin Aydan Özoğuz, Vorsitzende der 38-köpfigen Kommission, die das Leitbild im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung erarbeitet hat. Die Stiftung lud Expertinnen und Experten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, unter anderem aus der Wissenschaft, ein, an der Erarbeitung eines Leitbilds mitzuwirken. Die Kommission nahm im Juni 2016 unter dem Vorsitz von der Staatsministerin ihre Arbeit auf.

Grundpfeiler der Einwanderungsgesellschaft bilden für die Autorinnen und Autoren das Grundgesetz, die Achtung der Menschenrechte, die Einbettung Deutschlands in die Europäische Union und der Respekt vor der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. „Gemeinsamkeiten können nicht allein staatlich verordnet werden“, sie „entstehen im Zusammenleben“. „Rassismus und Diskriminierung stellen eine Verletzung der Grund- und Menschenrechte dar und haben daher keinen Platz in der deutschen Gesellschaft. Der Schutz vor Diskriminierung muss ein Grundpfeiler des Zusammenlebens sein, weil er Zugehörigkeit und Teilhabe ermöglicht“, schreiben die Autorinnen und Autoren.

„Ein Leitbild für die Einwanderungsgesellschaft war längst überfällig. Es eröffnet die Chance einer breiten Debatte über unser Selbstverständnis im Zeichen gesellschaftlichen Wandels, der nicht nur aber auch durch Migration in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geprägt ist“, sagt Professorin Viola Georgi von der Universität Hildesheim. Sie befasst sich in der Forschung mit der Frage, wie eine Geselllschaft organisiert ist, die niemanden ausschließt und Vielfalt als Normalität anerkennt.

Die Erziehungswissenschaftlerin leitet in Hildesheim das „Zentrums für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“. 2017 wurde die Expertin für Fragen der Bildung in der Einwanderungsgesellschaft in den Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration berufen. Professorin Georgi befasst sich in der Forschung unter anderem mit Heterogenität in der Schule, Bildungsmedien, historisch-politischer Bildung in der Migrationsgesellschaft und Demokratiepädagogik.

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news-13530 Fri, 10 Feb 2017 14:21:00 +0100 Sie will das Lehramt neu gestalten https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/sie-will-das/ Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Fremdsprache, arbeitet an neuen Methoden, um Sprachenförderung stärker in die Lehramtsausbildung und das deutsche Bildungssystem einzubinden. Pressespiegel regional Lehrerbildung Deutsche Sprache Zentrum für Bildungsintegration news-13396 Fri, 13 Jan 2017 19:09:00 +0100 Neu im Rat für Migration https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/neu-im-rat-f/ Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) hat ein neues Mitglied: Viola B. Georgi, Professorin für Erziehungswissenschaften an der Universität Hildesheim. Pressespiegel regional Pressespiegel Inklusion Flüchtlinge BA ERZ MA ERZ Fachbereich 1 Zentrum für Bildungsintegration news-12788 Fri, 09 Dec 2016 18:25:00 +0100 Vielfalt im Lehrerzimmer: Orientierungstage für Jugendliche https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/vielfalt-im-lehrerzimmer-orientierungstage-fuer-jugendliche/ Die Universität Hildesheim gibt Jugendlichen während der „Orientierungstage" Einblicke in den Lehrerberuf. Eine Bewerbung ist noch bis 19. Dezember 2016 möglich. Ein Ziel ist, Jugendliche für den Lehrerberuf zu interessieren. Im Studium können sie zum Beispiel Fächer wie Mathematik und Kunst, Informatik und Deutsch oder Englisch und Sport kombinieren. Jetzt bewerben für die Orientierungstage

Lehrer werden oder nicht? Die Universität Hildesheim will Jugendlichen bei der Entscheidung helfen – mit Orientierungstagen. Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in den Lehrerberuf und sollen für das Thema „Vielfalt an Schulen" sensibilisiert werden. Jugendliche können sich für die Orientierungstage „Vielfalt im Klassenzimmer = Vielfalt im Lehrerzimmer" noch bis zum 19. Dezember 2016 bewerben.

An der Universität Hildesheim und an Schulen finden die Orientierungstage am Donnerstag, 12. Januar 2017, und am Freitag, 13. Januar 2017, statt. Der zweitägige Kompaktkurs gibt Einblicke in das Lehramtsstudium und zeigt die Chancen des Lehrerberufs. Die Jugendlichen diskutieren mit Professorinnen und Professoren, Lehrkräften und Lehramtsstudierenden. Bei einer Hospitation in einer Schule werden die Jugendlichen Schule dann einmal aus einer anderen Perspektive kennenlernen. Insgesamt können 20 Jugendliche teilnehmen. „Dieses Projekt bietet Jugendlichen die Chance, bereits frühzeitig einen Blick ins Studium zu werfen und zeitgleich Fragen zu klären, die entscheidend dafür sein können, ein Studium aufzunehmen: Was erwartet mich genau, wenn ich Lehramt studiere? Was kostet ein Studium? Was genau bedeutet Vielfalt im Studium und im Beruf? Bin ich darauf vorbereitet?“, sagt Dörthe Buchhester vom Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Universität Hildesheim.

Jugendliche, die derzeit die 10., 11., 12. oder 13. Klasse besuchen und Interesse haben, können sich ab sofort für die Orientierungstage in Hildesheim anmelden. Die Bewerbungsfrist endet am 19. Dezember 2016. Die Teilnahme ist kostenlos, hier geht's zur Bewerbung. Die Initiative des Kultusministeriums startet an mehreren Standorten in Niedersachsen – neben Hildesheim auch in Göttingen, Hannover, Oldenburg und Osnabrück. Die Lotto-Sport-Stiftung fördert die regionalen Orientierungstage. An der Universität Hildesheim richtet das Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung die Tage in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Bildungsintegration aus.

Aus der Forschung: Vielfalt im Schulalltag

Lehrerinnen und Lehrer spielen eine Schlüsselrolle für „gelingende Bildungsintegration, denn sie können ganz maßgeblich zum Wohlbefinden und zum Bildungserfolg ihrer Schüler beitragen", sagt Professorin Viola Georgi vom Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim. Die Erziehungswissenschaftlerin untersucht, welche Erwartungen an Lehrkräfte mit einer Migrationsbiographie gerichtet werden und welche Erfahrungen sie im Schulalltag machen. Nur knapp fünf Prozent der Lehrerinnen und Lehrer haben selbst einen Migrationshintergrund. Vielfalt im Klassenzimmer sei eine Aufgabe für das gesamte Kollegium.

Nachgefragt: Eine Schülerin berichtet von den Orientierungstagen

„Ich möchte mich über den Beruf Lehrerin erkundigen – ich bin mir noch nicht sicher, was ich werden möchte. Das ist hier eine gute Chance, mehr Erfahrungen zu sammeln, was ich noch für ein Studium mitbringen muss, das möchte ich in Erfahrung bringen“, sagt Pinar*. Die 17-jährige Schülerin hat in diesem Jahr an den Hildesheimer Orientierungstagen teilgenommen. „Hier an der Universität kann man mehr Fragen stellen“, sagt die Hildesheimer Schülerin. „Welche Wege kann ich gehen, um Lehramt zu studieren? Diese Frage habe ich im Kopf. Jetzt bin ich mir klar, was ich machen werde“, sagt die Schülerin.

„Ich wollte schon früher in der Grundschule eine gute Lehrerin werden, dann hatte ich viele andere Ideen. Aber jetzt, wo ich hier in der Universität bin, ist mir klar, dass ich Lehrerin werden möchte. Ich will Jugendlichen im Leben weiterhelfen. Ich will Kindern helfen, etwas aus sich zu machen, es ist faszinierend zu sehen, was man schaffen kann. Meine Mutter findet es auch schön, dass ich Lehrerin werden möchte, sie unterstützt mich dabei“, sagt Pinar. An dem Kurs gefalle ihr besonders, dass „zwei Lehramtsstudentinnen der Universität einen Vortrag gehalten haben, wie sie zum Lehrerberuf gekommen sind. Sie machen mir Mut. Wenn ich wirklich studieren möchte, kann ich es schaffen.“

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de).

*Name geändert

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news-12465 Thu, 29 Sep 2016 10:38:00 +0200 Studie: Kommunale Flüchtlingspolitik in Deutschland https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/studie-kommunale-fluechtlingspolitik-in-deutschland/ Kommunen organisieren Wohnungen, Sprachkurse und Arbeitsgelegenheiten. Sie sind Orte der Debatte und der Begegnung. Eine Studie hat nun die Gestaltungsspielräume von Städten, Landkreisen und Gemeinden in der Flüchtlingspolitik untersucht. „Kommunen werden häufig als letztes Glied in der Kette deutscher Flüchtlingspolitik betrachtet. Dies ist jedoch eine Fehlwahrnehmung“, sagt Hannes Schammann, Juniorprofessor für Migrationspolitik an der Universität Hildesheim und einer der beiden Autoren der Studie. Kommunen stehen im Fokus der Flüchtlingszuwanderung. Sie organisieren Wohnungen, Sprachkurse und Arbeitsgelegenheiten. Sie sind Orte der Debatte und der Begegnung. Hier entscheidet sich, ob Integration gelingt. Eine Studie der Universität Hildesheim im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung hat nun die Gestaltungsspielräume von Städten, Landkreisen und Gemeinden in der Flüchtlingspolitik untersucht. Die Expertise ist ab sofort online verfügbar [hier geht's zur Studie]. Die Autoren spüren den aktuellen Entwicklungen in der kommunalen Flüchtlingspolitik anhand zahlreicher Beispiele nach. Die Arbeit der Ausländerbehörden wird ebenso betrachtet, wie die Koordination des ehrenamtlichen Engagements, der Ausbau von KiTa-Plätzen, die Gesundheitsversorgung oder die Frage der Finanzierung. Insgesamt analysieren sie elf Handlungsfelder kommunaler Flüchtlingspolitik und entwickeln Empfehlungen für Politik und Praxis.

Kommunen gestalten Flüchtlingspolitik

„Kommunen werden häufig als letztes Glied in der Kette deutscher Flüchtlingspolitik betrachtet. Dies ist jedoch eine Fehlwahrnehmung“, sagt Hannes Schammann, Juniorprofessor für Migrationspolitik an der Universität Hildesheim und einer der beiden Autoren der Studie. „Weil Bund und Länder ungelöste Konflikte auf die Kommune delegieren, wird die Kommune zur eigenständigen Politikgestalterin.“ Die letzten Monate hätten gezeigt, dass die Kommunen willens und in der Lage seien, Verantwortung für die Integration der Flüchtlinge zu übernehmen, so Schammann weiter. Ein Blick in die flüchtlingspolitische Praxis zeige aber auch, dass sich Kommunen ihrer Spielräume nicht immer bewusst seien. Manchmal scheuten sich Behörden auch davor, ihre Spielräume auszunutzen und verwiesen auf die vermeintliche Zuständigkeit von Land oder Bund. „Daraus entsteht dann ein Teufelskreis der Verantwortungsverschiebung“, so Schammann.

Flüchtlingszuwanderung als Katalysator für Neuorganisation vor Ort

Boris Kühn, Flüchtlings- und Integrationsbeauftragter in der kommunalen Praxis und Co-Autor der Studie, betont die schwierige Koordination zwischen verschiedenen Akteuren innerhalb der Verwaltung: „Während manche Behörden auf Integration setzen, versuchen andere in derselben Kommune eine abschreckende Wirkung zu entfalten. Mancherorts haben sich so über die Jahre unterschiedliche Handlungslogiken etabliert und zahlreiche Widersprüche angesammelt.“ Vor diesem Hintergrund sei die Flüchtlingszuwanderung des Jahres 2015 ein regelrechter Katalysator gewesen: „Das Thema steht im Fokus und man erkennt die Bedeutung eines kohärenten Vorgehens innerhalb der Kommune. Darin liegt eine große Chance.“ Es führe auch dazu, dass die Organisation lokaler Flüchtlings- und Integrationspolitik neu strukturiert wird. Kühn: „Hier ist viel in Bewegung. Wenn sich Kommunen über ihre Praxis intensiv austauschen, können sich erfolgreiche Modelle verbreiten.“

Unterstützung durch den Bund

Die Studie gibt auch Anregungen, was der Bund tun könnte, um die Kommunen in ihren anstehenden Aufgaben der Integration zu unterstützen. Für Schammann sind drei Punkte zentral: „Erstens muss der Bund seinen eigenen Aufgaben in effizienter Weise nachkommen: Schnelle Asylverfahren helfen den Kommunen ganz direkt. Zweitens sollten vorwiegend symbolische Regelungen, wie das Asylbewerberleistungsgesetz oder die Orientierung an der Bleibeperspektive, auf ihre Sinnhaftigkeit und Praxistauglichkeit überprüft werden. Sie verkomplizieren die Arbeit vor Ort und bewirken faktisch wenig. Drittens geht es darum, Integrationsprozesse von Geflüchteten nachhaltig zu unterstützen. Dazu ist neben genügend finanzieller Unterstützung auch ein enger inhaltlicher Austausch zwischen Bund, Ländern und Kommunen notwendig.“

Autoren:

Medienkontakt: Prof. Dr. Hannes Schammann, Juniorprofessur für Migrationspolitik am Institut für Sozialwissenschaften über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905).

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news-12235 Sat, 30 Jul 2016 19:10:00 +0200 Ministerin: „Uni Hildesheim leistet wichtigen Beitrag für Verständigung“ https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/ministerin-uni-hildesheim-leistet-wichtigen-beitrag-fuer-verstaendigung/ „Die Universität Hildesheim leistet mit ihren Projekten zu Spracherwerb und musikalischer Bildung einen wichtigen Beitrag für Verständigung und Austausch“, so die Niedersächsische Wissenschaftsministerin anlässlich ihres Besuches an der Hildesheimer Universität. „Sprachförderung, Bildungsangebote und kulturelle Teilhabe sind entscheidend für die Integration von Zugewanderten. Die Universität Hildesheim leistet mit ihren Projekten zu  Spracherwerb und musikalischer Bildung einen wichtigen Beitrag für Verständigung und Austausch. Die drei Projekte, die ich mir heute angesehen habe, sind herausragende Beispiele dafür, dass Integration, Teilhabe und Diversität an der Universität Hildesheim gelebt und als gesamtuniversitäre Aufgabe definiert werden. Mein Dank gilt den engagierten Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und Studierenden, die in ihren Bereichen daran arbeiten, dass der gesellschaftliche Wandel positiv gestaltet wird“, sagte die Niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić anlässlich ihres Besuches an der Universität Hildesheim.

Die Ministerin hat in dieser Woche die Universität Hildesheim besucht, um sich über den Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung" zu informieren. Darüber hinaus informierte sie sich über die Qualifizierung von Geflüchteten, die ein Studium aufnehmen möchten. Außerdem sprach die Ministerin mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Bereich Mehrsprachigkeit über aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung.

Musikalische Wege: Aus der Not heraus den Gesang entdeckt

„Mit Musik kann man etwas bewegen, was man mit Worten nicht erreichen kann“, sagte Tinatin Tsereteli. Als Zehnjährige kam sie mit ihrer Familie in einer Flüchtlingsunterkunft in Deutschland an, da in Georgien ein Bürgerkrieg ausbrach. „Wenn ich allein war, bin ich eingetaucht in meine Musikwelt. In Georgien hatte ich Klavier- und Geigenunterricht. Die Musikwelt meiner Kindheit war sehr vielfältig. In Deutschland hatte ich kein Instrument, eine völlige Leere, wir hatten ein Zimmer für die ganze Familie. Aus meiner Not heraus habe ich den Gesang für mich entdeckt.“ Nach dem Abitur hat sie Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim und anschließend im Weiterbildungsstudiengang „musik.welt" studiert. Die Sängerin und Musikpädagogin kombiniert die musikalische mit der sprachlichen Bildung in Kitas und Grundschulen. „Die Kinder wollen lernen und alles wie ein Schwamm aufsaugen, wir müssen ihnen nur die Chance geben“, sagt Tsereteli.

Über Bildungschancen sprach auch Abbass Anoor. „Ich bin in Darfur aufgewachsen. Ich wollte zur Schule gehen, aber ich durfte nicht. Ich wollte nicht als Kuhhirt enden und rannte mehrfach ohne Erfolg von zu Hause weg, bis es mir mit 13 Jahren gelang. Ich wollte in die Schule gehen. Erst mit 20 Jahren lernte ich richtig, Texte und meinen Namen zu schreiben.“ 25 Jahre später spricht Anoor vier Sprachen: Arabisch, Französisch, Englisch und Deutsch. Er ist ein bekannter Rapper aus dem Sudan und musste wegen seiner kritischen Liedtexte das Land verlassen. In seinen Texten spricht der Musiker und Dichter trotz einer positiven Grundeinstellung auch die Probleme seines Landes an. „Ich kann mich durch Musik am besten ausdrücken, was ich fühle, was ich auf den Straßen gesehen habe zu der Zeit, als ich noch im Sudan war.“

Heute studiert der Rapper Musik an der Universität Hildesheim. „Die universitäre Sprache ist etwas schwierig für mich, der Weg von Frankfurt nach Hildesheim ist zeit- und kostenaufwändig“, sagt der 43-Jährige. „Aber für mich ist das Studium eine große Chance. Wirklich, eine große Chance. Ich lerne viele neue Dinge über Musik, Geschichte und kulturelle Diversität. Ich lerne ein neues Instrument, jetzt spiele ich E-Bass. Die Leute an der Universität sind sehr hilfreich, auch in anderen Lebensbereichen. Das Center for World Music hat mir eine Chance, eine neue Familie gegeben. Mein Dank gilt Professor Raimund Vogels und Morena Piro – ich habe zum Glück diesen Ort gefunden. Jetzt habe ich eine zweite Heimat – hier in Deutschland.“

Seit 2011 bildet das Center for World Music der Universität Hildesheim Berufstätige aus, die Musik in ihrem Arbeitsumfeld aufgreifen – zum Beispiel in Kitas, Schulen, Stadtteilen, Flüchtlingsunterkünften und Jugendzentren. „Das Wissenschaftsministerium hat den Studiengang musik.welt ermöglicht. Die Stiftung Niedersachsen fördert diese Arbeit, dafür bedanken wir uns sehr“, sagte Universitätspräsident Prof. Wolfgang-Uwe Friedrich. Ohne die Unterstützung der Stiftung Niedersachsen könnten die Studentinnen und Studenten nicht an der Universität Hildesheim lernen, da viele den Betrag für ein berufsbegleitendes Studium nicht finanzieren könnten. Insgesamt erhalten 20 Studierende jeweils ein Stipendium. Eine wichtige Landesstiftung habe die Bedeutung von Musik und kultureller Diversität in der Gesellschaft erkannt und handelt entsprechend, so der Musikethnologe und Direktor des Hildesheimer Forschungszentrums, Professor Raimund Vogels. Dadurch konnten in Hildesheim Strukturen aufgebaut werden, um Bildungswege von Menschen, von denen viele ihre Bildungsabschlüsse im Ausland (etwa Georgien, Kamerun, Marokko, Russland, Sudan, Iran, Irak, China, Mongolei) erworben haben, zu fördern und gleichzeitig ihre vielfältigen Erfahrungen anzuerkennen.

Universität begleitet Wege in das Studium – Ministerin: „Sie sind Pioniere“

Während Tinatin Tsereteli und Abbass Anoor den Übergang in das Studium bereits geschafft haben, sind einige junge Erwachsene mitten auf ihrem Weg an die Universität. Die Wissenschaftsministerin sprach mit jungen Erwachsenen aus Syrien, Ruanda und dem Iran, die sich derzeit in einem sechsmonatigen Intensivsprachkurs auf ein Studium vorbereiten. Sie gaben Einblicke in ihren Lebensweg und erklärten, welche Chancen, aber auch Schwierigkeiten sie erleben.

Seit Frühjahr 2015 begleitet die Universität Hildesheim Studieninteressierte mit Fluchterfahrung auf ihrem Weg ins Studium. Derzeit nehmen 15 junge Erwachsene an einem Intensivsprachkurs und einer Studienvorbereitung teil. „Wir begleiten Studierende auf ihrem Weg an die Universität. Die Studienvorbereitung umfasst eine individuelle Beratung zu Themen wie Bewerbung, Finanzierung und Stundenplangestaltung. Wie orientiere ich mich auf dem Campus, wie nutze ich die Bibliothek und das Rechenzentrum? Außerdem gehören Veranstaltungen zum wissenschaftlichen Arbeiten, Treffen mit Studierenden und Ausflüge dazu“, sagte Anna-Maria Pulm, Mitarbeiterin im International Office der Uni Hildesheim.

„Ich persönlich habe einen Plan, Schritt für Schritt“, berichtete der 24-jährige Majed. Seit eineinhalb Jahren lebt er in Deutschland. „Erst muss ich die deutsche Sprache besser sprechen und schreiben. Ich möchte gut in der Sprache sein. Dann möchte ich mein Informatikstudium abschließen und einen Beruf finden. Ich konnte mein Studium in Aleppo in Syrien nicht fortsetzen, Ich habe viel Zeit verloren und möchte endlich wieder lernen. Ich habe zufällig über eine Freundin von dem Intensivsprachkurs in Hildesheim erfahren – das ist ein großes Glück. Das Uni-Angebot ist selten, ich kenne viele Freunde, die keinen Sprachkurs machen und sich nicht auf ein Studium vorbereiten können. Ich mache mir aber Sorgen, wie ich mein Studium finanzieren kann.“

Auch Nareen, Sajadeh und Ahlam möchten ihr Studium fortsetzen. Als Nareen vor eineinhalb Jahren in Hildesheim ankam, war der Wunsch groß, wieder zu lernen. „Wegen des Krieges in Syrien konnte ich mein Mathematikstudium nicht fortsetzen“, so die 24-Jährige. „Am Anfang war es einfach mit der Sprache, ich habe eine B1-Prüfung abgeschlossen. Dann gab es eine lange Pause – und nun habe ich endlich den Sprachkurs an der Universität gefunden. Man muss sich bemühen, um sein Ziel zu erreichen.“ Sajadeh bereitet sich derzeit auf das Lehramtsstudium vor, ein zweimonatiges Praktikum an einer Grundschule in Hannover habe ihren Berufswunsch bestätigt. An einer iranischen Universität hat die 31-Jährige Englisch und Literatur studiert. Dann habe sie viel Zeit verloren. Nun möchte sie „unbedingt weiterstudieren“. Täglich fährt sie vier Stunden durch Niedersachsen, um an dem Sprachkurs in Hildesheim teilzunehmen. Auch Ahlam hat „viel gewartet“, um ihren Bildungsweg fortsetzen zu können. „Das Schwierige ist die Sprache. Ich habe viel alleine gelernt und habe mir die Sprache selbst beigebracht. Ich habe nach einem Sprachkurs gesucht. Viele Schulen haben mir gesagt: Nein, du kannst nicht studieren. Dann habe ich diesen Intensivsprachkurs der Universität Hildesheim gefunden, ich bereite mich jetzt auf mein Studium vor. Es ist eine tolle Gelegenheit. Wir lernen gemeinsam und wir diskutieren in der Gruppe“, sagt die 24-jährige Ahlam. Sie lebt seit zweieinhalb Jahren in Deutschland.

„Sie sind Pioniere, sie haben jetzt angefangen, ihren Bildungsweg an der Universität fortzusetzen. Ich wünsche Ihnen alles Gute“, sagte die Niedersächsische Wissenschaftsministerin zu den jungen Erwachsenen.

Mehrsprachigkeit: Maßnahmen sollten auf Forschungserkenntnissen aufbauen

Es sei wichtig, so Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache, aktuelle Bildungsmaßnahmen auf Erkenntnissen aus der Forschung aufzubauen. Derzeit tagen etwa 40 Promovenden sowie Professorinnen und Professoren aus den USA, dem Irak, Schweden, Island, Italien, England und Deutschland an der Universität Hildesheim. Darunter Koryphäen wie die Linguisten Professor Konrad Ehlich, Professorin Rita Franceschini und Professorin Aneta Pavlenko.

„Es gibt viele Personen, die aktuell beim Spracherwerb helfen möchten. Damit wir jetzt nicht in eine Phase kommen, in der sich viele Personen engagieren, dann aber merken, dass sie nicht weiterkommen oder an Widerstände stoßen, braucht es eine Professionalisierung von Lehrpersonen, die in verschiedenen Altersstufen unterrichten können – für Kinder, Jugendliche, Erwachsene – und Personen, die sich auch mit Traumata befassen“, sagte die Schweizer Professorin Rita Franceschini, die an der Freien Universität Bozen in Südtirol, Italien, forscht und lehrt.

„Wir müssen die gesamte Lernbiografie eines mehrsprachigen Kindes betrachten, und können ein Kind nicht allein auf Sprache oder Migrationshintergrund reduzieren. Eine interdisziplinäre Perspektive ist wichtig. Jeder Lerner bewegt sich innerhalb eines soziokulturellen Umfeldes, bringt eine bestimmte Persönlichkeit, bestimmte kognitive Fähigkeiten und psychologische Bewältigungsstrategien mit“, sagte Professorin Kristin Kersten. Die Hildesheimer Sprachwissenschaftlerin untersucht derzeit in zwei Forschungsprojekten gemeinsam mit Psychologen, wie Kinder mehrsprachig lernen. An bilingualen Schulen und Kindertagesstätten dokumentiert das Forscherteam zurzeit, wie der Spracherwerb funktioniert und wie Lehrer diese Lernprozesse begleiten und bilinguale Programme implementieren [mehr Infos zur Studie 1 und Studie 2]. Die Projekte werden im Rahmen der Programme „PRO Niedersachsen“ und „VW Vorab“ gefördert.

Wie können Lehrerinnen und Lehrer den Spracherwerb begleiten? „Es sollte Plattformen geben, um sich über gelungene Maßnahmen auszutauschen. Jede Person lehrt für sich alleine. In einem ‚Center for meetings‘ könnten sich Lehrer treffen und ihr Wissen und Materialien teilen: Was funktioniert gut? Das ist sehr simpel, aber effektiv“, kommentierte Professorin Aneta Pavlenko von der Universität Philadelphia, USA. Sie ist selbst in einem Flüchtlingscamp aufgewachsen und hatte in den 90er Jahren Englisch in einer Flüchtlingsunterkunft in Italien unterrichtet. Solch ein Austausch sollte sowohl online wie auch offline, im persönlichen Gespräch, möglich sein. „Lehrer sollten sowohl gelungene Materialien und Stundenplanungen teilen als auch ihre Erfahrungen, wenn etwas nicht klappt", so Professorin Pavlenko.

„Der Bedarf an abgesichertem Wissen zu Fragen der Migration und Integration ist groß“, so Elke Montanari. Daher fördert die Universität den wissenschaftlichen Nachwuchs.

An der internationalen „Summer School: Multilingualism and Diversity Education" sind das Zentrum für Bildungsintegration, das Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung, das Institut für deutsche Sprache und Literatur, das Institut für englische Sprache und Literatur sowie das Institut für Interkulturelle Kommunikation beteiligt.

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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news-12166 Wed, 20 Jul 2016 12:30:00 +0200 Bildungswege: Studium nach der Flucht https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/bildungswege-studium-nach-der-flucht/ Wie finde ich eine passende Lehrveranstaltung? Muss ich Zeugnisse vorlegen? Wie gut muss ich die deutsche Sprache sprechen? Wie kann ich Kontakt zu Studierenden aufbauen? Auch im Wintersemester 2016 können geflüchtete Studieninteressierte wieder an Kursen der Universität Hildesheim und der Hochschule HAWK teilnehmen. Die Universität Hildesheim und die Hochschule HAWK laden Studieninteressierte mit Fluchterfahrung am Donnerstag, 4. August 2016, zu einer Informationsveranstaltung „Studium nach der Flucht" ein. Die Veranstaltung wird in den Sprachen Deutsch, Englisch und Arabisch angeboten und findet im FORUM der Universität Hildesheim (Universitätsplatz 1) statt. Auch Ehrenamtliche und Multiplikatoren, die in der Flüchtlingshilfe tätig sind, können sich informieren. 

Die Veranstaltung beginnt um 14:00 Uhr in Hörsaal 4 mit der Begrüßung und Vorträgen zum Thema Bildungswege in Deutschland. Danach geben Studierende Einblicke in das Studium nach der Flucht und Fachleute beraten an Info-Tischen über Voraussetzungen für das Studium sowie für eine Ausbildung. Im Anschluss zeigen Studentinnen und Studenten den Studieninteressierten während einer Campusführung die Universität. Beteiligt sind neben dem studentischen Uni-Welcome-Team auch das International Office der Universität, die Hochschule HAWK (Projekt HAWK open), die Agentur für Arbeit, die Handwerkskammer, die Flux-Flüchtlingshilfe, der Verein Asyl e.V. und das Studentenwerk Ostniedersachsen. Interessierte können sich gerne bei Fragen zur Veranstaltung an Steffi Albrecht (Universität, 05121.883-92010, aain@uni-hildesheim.de) und Frauke Drewes (HAWK, 05121.881-603, frauke.drewes@hawk-hhg.de) wenden.

Seit Frühjahr 2015 ermöglicht die Universität Hildesheim Studieninteressierten mit Fluchterfahrung ein kostenfreies „Schnupperstudium“. Beim Schnupperstudium müssen keinerlei Bedingungen erfüllt werden. Das Studium soll dabei helfen, die Studienstrukturen und andere Studierende kennen zu lernen, interessante Seminare und Vorlesungen zu besuchen und dabei die deutsche Sprache und Wissenschaftssprache zu lernen. Mit dem kostenfreien Gasthörerstudium ermöglicht die Uni jungen Erwachsenen außerdem, bereits Credits (Leistungspunkte) zu erwerben, die sie für ein späteres reguläres Studium anrechnen können. Die jungen Erwachsenen haben sehr unterschiedliche Lebensläufe und Bildungsabschlüsse, einige haben noch kein Studium absolviert, manche haben ein Studium in Syrien, Irak, Pakistan oder Sudan begonnen oder abgeschlossen. Lehrende und Studierende unterstützen die jungen Erwachsenen dabei, im Uni-Alltag anzukommen und Perspektiven für den weiteren Bildungsweg zu entwickeln. Studierende („Anker-Peers“ und „Welcome-Team“) begleiten die Studierenden mit Fluchterfahrung auf ihrem Weg durch die Universität. Sie wurden für die Beratung von der Studienberatung geschult und kennen Unterstützungsprogramme. Außerdem bilden sie Sprachtandems.

Seit Juni 2016 nehmen junge Erwachsene an einem Intensivsprachkurs inklusive Studienvorbereitung teil. Die Universität Hildesheim und die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) haben insgesamt 15 Stipendien für Geflüchtete vergeben, die studieren möchten. Der Sprachkurs dauert sechs Monate und umfasst jeweils 24 Stunden Deutschunterricht pro Woche plus etwa fünf Stunden Studienvorbereitung pro Woche. Weitere Sprachkurse sind in Planung. Von Mitte September bis Mitte Oktober 2016 bietet die Universität Hildesheim eine vierwöchige „Summer School“ zur intensiven Vorbereitung der Gasthörerschaft an.

Aus der Forschung: Wege an die Universität

Forscher der Universität Hildesheim haben Angebote deutscher Hochschulen für Studieninteressierte mit Fluchterfahrung untersucht: Die qualitative Erhebung fand an neun deutschen Hochschulen statt, darunter sieben Universitäten und zwei Fachhochschulen. Aus den Befunden der Studie „Studium nach der Flucht?" haben die Autoren 15 Handlungsempfehlungen formuliert. Diese richten sich primär an die Hochschulen selbst, aber auch an die Landes- und Bundespolitik. Die Ergebnisse der Studie finden Sie online.

Was passiert in Hildesheim? Überblick über Projekte an der Uni

Am Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Schwerpunkt „Bildungsteilhabe von Flüchtlingen“ zusammen. Die Sprache lernen, der Zugang zur Universität, Teilhabe durch Sport, Künste und Musik – einen Überblick über Projekte zur Bildungsteilhabe nach der Flucht finden Sie online. Die Projekte sind interdisziplinär und breit gefächert und umfassen Forschung, Transfer in die Praxis, Evaluationen und Begleitung.

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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news-11831 Fri, 13 May 2016 10:45:00 +0200 Bildungswege: Studium nach der Flucht? https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/bildungswege-studium-nach-der-flucht-1/ Forscher der Universität Hildesheim haben Angebote deutscher Hochschulen für Studieninteressierte mit Fluchterfahrung untersucht: Die qualitative Erhebung fand an neun deutschen Hochschulen statt, darunter sieben Universitäten und zwei Fachhochschulen. Aus den Befunden der Studie „Studium nach der Flucht" haben die Autoren 15 Handlungsempfehlungen formuliert. Diese richten sich primär an die Hochschulen selbst, aber auch an die Landes- und Bundespolitik. Hildesheim – Seit dem Anstieg der Flüchtlingszahlen im Jahr 2015 engagieren sich viele deutsche Hochschulen für Asylsuchende. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Geflüchteten die Aufnahme oder Fortsetzung ihres Studiums ermöglicht werden kann. Es geht darum, Potenziale der neu Zugewanderten zu heben und ihnen eine Perspektive zu geben.

Eine Studie der Universität Hildesheim, gefördert von der Stiftung Mercator, hat die Angebote für Studieninteressierte mit Fluchterfahrung nun erstmals untersucht. Die qualitative Erhebung fand an neun deutschen Hochschulen statt, darunter sieben Universitäten (Bremen, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Freiburg, München, Oldenburg) und zwei Fachhochschulen (Lübeck, Magdeburg-Stendal). Analysiert wurden Ausprägung und Zielgruppen der Angebote, aber auch Konfliktlinien und organisatorische Herausforderungen.

Von der Gasthörerschaft für alle zur Studienvorbereitung für wenige

Im Sinne einer „Soforthilfe“ öffnete die Mehrheit der untersuchten Hochschulen zunächst die Gasthörerprogramme für alle Geflüchteten. Hinzu kamen Deutschkurse, Mentoren-Projekte oder Sportangebote. Ziel war es anfangs vor allem, den Flüchtlingen Beschäftigung im Alltag zu geben. Mittlerweile lässt sich aber eine Konzentration auf das „Kerngeschäft“ der Hochschulen ausmachen: „Die Hochschulen wählen ihre Zielgruppe heute viel bewusster aus als noch vor wenigen Monaten. Dabei spielen Studierfähigkeit und aufenthaltsrechtliche Bleibeperspektive eine wichtige Rolle“, so Hannes Schammann, Juniorprofessor für Migrationspolitik in Hildesheim und Leiter der Studie. „Die Zeit der reinen Beschäftigungsprogramme ist vorbei.“

Ein Beispiel für diesen Wandel ist die Universität Bremen, die bereits seit 2014 ein Gasthörerprogramm angeboten hatte. Zum Wintersemester 2016 stellt sie ihr Angebot komplett um. Demnächst gibt es ein „Hochschulbüro“ für ganz Bremen, bei dem sich Geflüchtete beraten lassen können.

Engagement von Mitarbeitenden und Studierenden treibt Öffnung voran

Alle untersuchten Angebote haben ihre Wurzeln im freiwilligen Engagement von Studierenden, Dozierenden oder Verwaltungsmitarbeitenden. Ihre Motivation ist es, sich an der Flüchtlingsaufnahme beteiligen zu wollen, wie ein Zitat aus einem der Interviews belegt: „Es geht um Humanität. Also ernst gemeinte Integration.“

Kooperationen notwendig – aber ausbaufähig

Bislang werden Synergien mit Integrationsangeboten außerhalb des Campus nur punktuell genutzt, vereinzelt entstehen sogar Konkurrenzen. Besuchen anerkannte Flüchtlinge beispielsweise einen Deutschkurs an der Hochschule anstatt des offiziellen Integrationskurses des Bundes, kann das dazu führen, dass sie gegen ihre „Integrationskurspflicht“ verstoßen – und Leistungen gekürzt werden. Hannes Schammann betont daher: „Es ist wichtig, dass sich Hochschulen als Teil der lokalen Flüchtlings- und Integrationsarbeit begreifen.“

Auffällig ist, dass die untersuchten Fachhochschulen wesentlich intensiver mit Akteuren aus der Praxis zusammenarbeiten als die Universitäten. In Magdeburg-Stendal steht eine intensive Kooperation mit dem JobCenter im Vordergrund, in Lübeck die Zusammenarbeit mit der Volkshochschule. „Von den effizienten Kooperationen zwischen Fachhochschulen und Integrationspraxis können die Universitäten lernen“, so Schammann.

Empfundene Rechtsunsicherheit hemmt Öffnungsprozesse

Das Leben geflüchteter Studieninteressierter ist durch besondere rechtliche Herausforderungen gekennzeichnet. Wegen der „Wohnsitzauflage“ haben sie manchmal besonders lange und umständliche Anfahrtswege. Außerdem haben sie selbst nach erfolgreicher Anerkennung als Flüchtling erhebliche Schwierigkeiten, um das Studium zu finanzieren: Sie erhalten wegen der kurzen Zeit in Deutschland selten BAföG, verlieren aber bei einer Immatrikulation alle Sozialhilfeansprüche („BAföG-Falle“). An den untersuchten Hochschulen war vor diesem Hintergrund eine große Unsicherheit hinsichtlich rechtlicher Spielräume festzustellen. Da es bislang kaum Leitlinien für die Verwaltungspraxis gibt, wird eine zurückhaltende, tendenziell restriktive Auslegung begünstigt. Schammann: „Die Hochschulen wünschen sich hier Hilfe von Bund und Land.“

Weg ins Studium ist weit

Die rechtlichen Hürden und die notwendigen Sprachkenntnisse bedeuten, dass der Weg ins Studium für die meisten Flüchtlinge noch weit ist. „Die Hochschulen warnen daher vor der überzogenen Erwartung, sie könnten eine Art ‚Integrationsturbo‘ sein“, so Schammann. Die untersuchten Hochschulen stellten sich daher auf einen langen Prozess ein. Dies unterstreicht ein Zitat aus den Interviews: „Rasches Futter für die Wirtschaft kann nicht geliefert werden.“

Handlungsempfehlungen für Hochschulen und Politik

Aus den Befunden haben die Autoren gemeinsam mit Praktikern 15 Handlungsempfehlungen formuliert. Diese richten sich primär an die Hochschulen selbst, aber auch an die Landes- und Bundespolitik. Die Handlungsempfehlungen können, wie die gesamte Studie, unter diesem Link als PDF abgerufen werden.

Die Stiftung Mercator engagiert sich für mehr Bildungsgerechtigkeit im deutschen Schul- und Hochschulsystem und hat die Studie vor diesem Hintergrund unterstützt. „Bildung ist die zentrale Voraussetzung für die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund. Sie ist daher auch für die Integration von Flüchtlingen elementar. Viele Geflüchtete bringen großes Interesse an einem Studium mit, dem die deutschen Hochschulen verantwortungsvoll begegnen können. Die von uns geförderte Studie hat hierfür einige wichtige Ansatzpunkte identifiziert", sagt Dr. Felix Streiter,  Leiter Bereich Wissenschaft der Stiftung Mercator.

Die Autoren: Hannes Schammann, Juniorprofessor für Migrationspolitik an der Universität Hildesheim / Christin Younso, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hildesheim

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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news-12078 Fri, 22 Apr 2016 13:00:00 +0200 Uni-Tagung zum Thema Integration von Flüchtlingen https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/uni-tagung-z/ Unter dem Motto "Lernen statt warten" widmet sich eine Konferenz zur Integration von Geflüchteten deren Zukunftsperspektiven an Bildungseinrichtungen. Die Professorin für Diversity Education an der Universität Hildesheim, Viola B. Georgi, plädiert dafür, an die individuellen Vorkenntnisse der jungen Geflüchteten anzuknüpfen. Ein wichtiges Thema ist unter anderem auch die Vermittlung der deutschen Sprache. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Zentrum für Bildungsintegration Inklusion Flüchtlinge Lehrerbildung Bildungsintegration news-11719 Wed, 20 Apr 2016 18:11:00 +0200 Nach der Flucht: Lernen statt warten https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/nach-der-flucht-lernen-statt-warten/ Sozialpraktikum in der Erstaufnahmestelle: Lehramtsstudierende unterstützen Erwachsene und Kinder, die erst seit wenigen Wochen in Deutschland leben, beim Erlernen der deutschen Sprache. Weitere Studierende können mitwirken – ab sofort kann man sich anmelden. Seit Mitte Oktober 2015 gehen Studentinnen und Studenten jeden Tag in eine Erstaufnahmestelle in Hildesheim. Sie unterstützen Erwachsene und ihre Kinder, die erst seit wenigen Wochen in Deutschland leben, beim Erlernen der deutschen Sprache.

Bisher haben die etwa 150 Menschen, darunter viele Familien, die Zeit in der Erstaufnahmeeinrichtung mit Warten verbracht. „Wir wollen die Zeit nutzen, um miteinander und voneinander zu lernen“, sagt Annette Lützel, die das Sprachlernprojekt an der Universität Hildesheim koordiniert. Katharina Melzner leitet den Sprachunterricht und studiert „Deutsch als Zweitsprache“ in Hildesheim. Für Lehramtsstudierende ist dieser Rahmen hilfreich: sie müssen nicht allein einen Sprachkurs auf die Beine stellen, sie vernetzen sich, tauschen sich über Unterrichtsmaterialien aus und die Arbeit liegt auf vielen Schultern verteilt.

Parallel zum Elternkurs gestalten die Studentinnen und Studenten ein Sprachlernangebot für Kinder und Jugendliche (0 bis 12 Jahre).

Lehramtsstudierende aller Fächer können im Rahmen des Projekts ihr Sozialpraktikum absolvieren oder die Leistungspunkte für das Lehramtsstudium (Master, Optionalbereich) erwerben. Außerdem ist es möglich, auf Antrag das Zertifikat für bilinguales Lehren und Lernen zu erhalten. Studierende können im Sprachlernprojekt mitwirken (alle Infos online). Das Projekt wird vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium und der Lotto-Sport-Stiftung gefördert und 2016 durchgängig fortgeführt.

Der nächste Starttermin für das zehnwöchige Sozialpraktikum in der Erstaufnahmestelle ist Ende Mai 2016, dann wieder im Oktober 2016. Wer in dem Projekt mitwirken möchte, kann Annette Lützel unter 05121.883-90018 oder sprachlernprojekt@uni-hildesheim.de kontaktieren.

Interview: Nachgefragt bei Marie-Therese

Eine der ersten, die seit Oktober im Sprachlernprojekt in der Erstaufnahmestelle mitwirkt, ist Marie-Therese Brammer. Die 22-Jährige studiert Grundschullehramt mit den Fächern Deutsch und Englisch an der Universität Hildesheim.

Wie sieht dein Alltag aus?

Marie-Therese: Gemeinsam mit weiteren Lehramtsstudierenden fahre ich mit dem Bus zur Erstaufnahmestelle. Da die Anbindung in das Gewerbegebiet nicht so gut ist, bilden wir auch oft Fahrgemeinschaften. Das geht, wir kommen irgendwie immer hier an. Der Sprachunterricht findet an jedem Nachmittag statt. Ich bin seit Oktober immer montags und dienstags hier, bis Ende des Jahres. Wir bauen den Speiseraum für das Sprachenlernen um, schieben die Tische zusammen, wir haben hier keinen extra Raum für den Sprachunterricht. Dann kommen auch nach und nach schon die Teilnehmer, manche bringen ihre kleinen Kinder mit.

Wie fängt man an? Ihr arbeitet sehr nah am Alltag. Wer bin ich, wie heiße ich – ihr greift viele Alltagsthemen auf.

Das ist richtig. Die Teilnehmer am Sprachkurs sprechen Arabisch, Serbisch, wenige sprechen Englisch. Wir versuchen mit Bildern, Händen und Füßen die Vokabeln zu vermitteln. Wir gehen zum Beispiel einkaufen und lernen dabei die Begriffe für die Lebensmittel – das Ei, die Milch, eine Tomate, ein Salat. Oder wir sprechen über die Uhrzeiten – was bedeutet „Viertel vor“? Heute ging es um den Familienstammbaum: Mutter, Vater, Kinder – wir haben uns die Stammbäume aufgemalt. Das ist manchmal auch sehr persönlich. Aber das geht, weil wir auch in Kleingruppen arbeiten und uns zu zweit unterhalten. Heute habe ich mit einem Mann aus Syrien gesprochen, er ist mit seiner ganzen Familie hier in Hildesheim und hat aufgezeichnet, wie seine Kinder, seine Eltern heißen. Ich habe erfahren, dass er 13 Geschwister hat. Da musste ich erstmal nachfragen – wirklich? Fünf Brüder und acht Schwestern. Wir verstehen uns gut, man lernt sich kennen, mit Händen und Füßen, er spricht ganz wenig Englisch.

Neben dem Sprachkurs – klassisch am Tisch mit einer improvisierten Tafel, Zetteln und einem Stift – lernt ihr die Sprache auch in der Freizeit. Ihr erkundet die Stadt Hildesheim, ihr geht einkaufen, ihr wollte zusammen kochen.

Einmal in der Woche gibt es ein Freizeitangebot. Wer in der Erstaufnahmestelle ankommt, hat bisher noch wenig von Deutschland kennen gelernt. Wir sind der erste Kontakt. Wir gehen raus, lernen Vokabeln im Alltag und wenden sie an.

Man kann die Sprache auch mit technischen Mitteln lernen: Es gibt Apps zum Sprachenlernen, Übersetzungsprogramme. Ihr könntet auch einen Tag in die Erstaufnahmestelle kommen, jedem ein Smartphone in die Hand drücken, erklären, wie der Online-Sprachkurs funktioniert und dann seid ihr wieder weg und lasst die Menschen hier allein. Das ist aber nicht der Ansatz dieses Sprachlernprojekts. Ihr verbringt Zeit miteinander, wollt zusammenkommen. Man lacht zusammen, man ist traurig, wenn man erfährt, dass Familienangehörige nicht mehr leben. Was lernst du dabei?

Man verfolgt das sonst nur im Fernsehen, dass Menschen nach Deutschland fliehen. Hier in den Räumen der Erstaufnahmestelle, beim Sprachenlernen passiert viel Menschliches. Ich finde es sehr spannend zu erleben, wie es funktioniert, sich auszutauschen. Auch wenn man keine gemeinsame Sprache spricht, klappt die Verständigung. Es bringt uns allen viel, wir sind angehende Lehrerinnen und Lehrer. Wenn ich später im Klassenzimmer unterrichte, werde ich auch Kinder unterstützen, die noch kein Wort Deutsch sprechen.

Ist die Frage, wie lernt man als Erwachsener die deutsche Sprache als zweite Sprache für dich frisch und ungewohnt oder hast du dich damit schon im Studium beschäftigt?

Im Bachelor-Studium habe ich einige Seminare im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ besucht. Man lernt, wie es sein müsste – aber dann fehlt die praktische Erfahrung. In den Schulpraktika habe ich mit Kindern und Jugendlichen gelernt, die in einer Phase ihres Lebens sind, in der sie sowieso zur Schule gehen und lernen. Deshalb finde ich es sehr interessant, dass ich in dem Sprachlernprojekt nun mit Erwachsenen arbeiten kann und erfahre, wie das abläuft. Die Arbeit in der Erstaufnahmestelle kann ich mir für mein Studium anrechnen lassen, zum Beispiel als Praxisteil für das „Bilinguale Zertifikat“.

Du bist jetzt im Masterstudium und startest bald in den Beruf. Freust du dich auf die Herausforderung? Fühlst du dich überfordert oder suchst du nach Wegen, wie man mit Vielfalt umgehen kann?

Mein Ziel ist, in Niedersachsen zu unterrichten. Ich freue mich da wirklich drauf. Die Vielfalt an Schulen wird immer sichtbarer, ich interessiere mich sehr für den Bereich Deutsch als Zweitsprache. Wir können an der Universität in Hildesheim das Masterstudium um ein Jahr verlängern und uns im DAZ-Bereich spezialisieren.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Die Interview-Serie über das Sprachenlernen wird fortgeführt. Nächstes Mal: Nachgefragt bei Erwachsenen: Wie erleben sie das Erlernen der deutschen Sprache?

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Studierendenportal Flüchtlinge Lehrerbildung Bildungsintegration
news-10669 Tue, 19 Apr 2016 18:10:00 +0200 Bildungswege nach der Flucht – Jahreskonferenz am Zentrum für Bildungsintegration https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/bildungswege-nach-der-flucht-jahreskonferenz-am-zentrum-fuer-bildungsintegration/ Auf der Jahreskonferenz des Zentrums für Bildungsintegration der Uni Hildesheim befassen sich Fachleute mit Bildungswegen von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland. Professorin Viola B. Georgi kritisiert die unzureichende Datenlage, die aber für eine vernünftige Bildungsplanung dringend notwendig sei. „Wir wissen zum Beispiel gar nicht, was die Willkommensklassen wirklich leisten.“ Die Flüchtlingsbewegung hält Europa in Atem. Mehr als eine Million Menschen suchen derzeit in Deutschland Schutz vor Krieg, Armut und Verfolgung. Schätzungen gehen davon aus, dass knapp die Hälfte der Menschen, die derzeit nach Deutschland zuwandern, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind. Sie müssen nicht nur untergebracht und versorgt werden, ihnen ist auch eine Zukunftsperspektive zu eröffnen. Dabei spielt die Frage der Integration durch Bildung eine Schlüsselrolle.

Die Integration der jungen Geflüchteten entsprechend ihrer Altersgruppen, Bildungsetappen und Bildungsvoraussetzungen in die jeweiligen Bildungsinstitutionen verläuft noch nicht zufriedenstellend. Bemängelt werden unter anderem begrenzte schulische Ressourcen, unterschiedliche Beschulungsmodelle für Neuzugewanderte in den Bundesländern, fehlende Konzepte und Bildungsmaterialien sowie akuter Lehrkräftemangel.

Kindertageseinrichtungen fordern zudem psychologische Beratung und Dolmetscherdienste. Hochschulen, die sich darum bemühen, Geflüchteten Zugänge zum Studium zu eröffnen, ringen mit bürokratischen Barrieren.

Die Konferenz „Nach der Flucht: Bildungspartizipation neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher“ (am 22. April 2016 an der Universität Hildesheim) führt bisherige Bedarfsanalysen, Strategien und Modelle zur Bildungspartizipation geflüchteter Kinder und Jugendlicher zusammen. Ausgangspunkt ist eine Bestandsaufnahme der Bildungssituation von der Kita bis zur Hochschule. Fachleute aus Wissenschaft, Praxis und Bildungspolitik diskutieren, welche nächsten Schritte erforderlich sind, um das Recht auf Bildung einzulösen.

Die Konferenz wird von der Bertelsmann Stiftung und der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert. Die Konferenz ist damit auch ein Beitrag zum Themenjahr „Teil haben, Teil sein: Partizipation in der Einwanderungsgesellschaft“ der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Staatsministerin Aydan Özoğuz: „Das Themenjahr soll weitere Impulse für eine bessere Teilhabe für alle Menschen, die in Deutschland leben, geben. Seit Monaten erleben wir eine überwältigende Hilfsbereitschaft für Menschen, die in unserem Land Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen. Nachdem in den letzten Monaten hauptsächlich Fragen der Unterbringung im Fokus standen, müssen wir jetzt noch viel mehr auf Integration setzen. Gerade bei der Einbindung neu-zugewanderter Kinder und Jugendliche in Kitas und Schulen dürfen wir keine Zeit verlieren. Hier zeigen sich in der Praxis je nach Bundesland große Unterschiede. Eines wird deutlich: Interkulturelle Vielfalt als gesellschaftliche Normalität funktioniert nur mit Personal, das für diese Aufgabe gut vorbereitet wurde. Ich freue mich, diese Konferenz zu unterstützen und hoffe auf wichtige Anregungen für alle Akteure im Bildungsbereich.“

Die Konferenz ist öffentlich. Um Anmeldung bis zum 8. April 2016 wird gebeten.

Mehr Infos: Jahreskonferenz: Programm und Anmeldung

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

Nachgefragt bei Prof. Viola B. Georgi, Erziehungswissenschaftlerin an der Universität Hildesheim

Nach der Flucht: Etwa 340.000 Kinder und Jugendliche sind in den vergangenen Monaten in Deutschland angekommen. Was sind die ersten Schritte im deutschen Schulsystem?

Viola Georgi: Die Wege für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche sind sehr unterschiedlich: Es gibt Schulen, an denen die Kinder sofort in Regelklassen aufgenommen werden. Es gibt Schulen, wo die Kinder nur in ausgewählten Fächern, etwa Sport und Kunst, am Regelunterricht teilnehmen, sonst aber separaten Unterricht erhalten. Und es gibt Schulen, in denen die Kinder zunächst ganz separat unterrichtet werden. Die Bezeichnungen von gesonderter Beschulung variieren von Bundesland zu Bundesland. Während man in Nordrhein-Westfalen von Vorbereitungsklassen und in Hessen von Intensivklassen spricht, haben wir in Niedersachsen den Begriff der Sprachlernklassen. Er fasst m.E. am besten, worum es zunächst geht, nämlich den Erwerb und die Förderung der deutschen Sprache.  

Und danach – wie gelingt der Übergang in Regelklassen?

Georgi: Die Übergänge in die Regelklassen sind von vielfältigen Faktoren an der jeweiligen Schule abhängig: Hat die Schule überhaupt die Kapazität, neue Schüler aufnehmen? Wie gut sind die Deutschkenntnisse des jeweiligen Kindes? Gibt es in den Regelklassen Lehrkräfte, die die Sprachbildung der Kinder professionell begleiten können? Schulrechtlich betrachtet bewegen wir uns hier in einer Grauzone. Denn es gibt kaum Vorgaben für die Einrichtung von Sprachlernklassen, deren Schülerzahl, Unterrichtsinhalte und Lernziele und auch keine festen Regelungen für die maximale Verweildauer von Kindern in diesen Klassen. Deshalb gestaltet sich der  Übergang in Regelklassen von Schule zu Schule unterschiedlich. Die Schulen haben hier große Handlungsspielräume und viel Eigenverantwortung.  

Wo liegen die Schwerpunkte der Jahreskonferenz des Zentrums für Bildungsintegration?

Georgi: Es geht uns um eine dringend notwendige Bestandsaufnahme der Bildungsteilhabe neu zugewanderter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland. Dabei diskutieren wir anhand von Fachvorträgen und in einzelnen Foren die Bildungssituation in Kita, Schule, Berufsschule und Hochschule, nehmen aber auch die Teilhabe Geflüchteter an kultureller Bildung in den Blick.
Die Bildungsintegration entlang der verschiedenen Bildungsetappen verläuft nicht nur in den einzelnen Bundesländern, sondern auch von Bildungseinrichtung zu Bildungseinrichtung höchst unterschiedlich. So hängt es derzeit vom Zufall ab, wieviel sprachliche und individuelle Förderung Geflüchtete erhalten und auf welche Unterstützungsstrukturen sie treffen. Wir müssen uns daher, etwa für das Feld Schule, über Mindeststandards verständigen: Wie viele Stunden Deutschförderung in der Woche sollten einem Kind zuteilwerden? Welche Inhalte sollten vermittelt werden? Wie lange sollten Kinder maximal in Willkommensklassen lernen? Welchen Prinzipien sollte die Gestaltung des Übergangs in Regelklassen folgen?

Wir werden auch über die völlig unzureichende Datenlage in Hinblick auf den Bildungsbedarf und die Bildungssituation geflüchteter Kinder und Jugendlicher sprechen, ohne die eine vernünftige Bildungsplanung schwierig ist. Wir wissen zum Beispiel gar nicht, was die Willkommensklassen tatsächlich leisten.

Und wir werden über die notwendigen bildungspolitischen Weichenstellungen sprechen. Die Bildungsintegration junger Geflüchteter ist eine gesamtgesellschaftliche, eine nationale Aufgabe. Denn es geht hier auch um die Bereitstellung von finanziellen Ressourcen. Bund und Länder müssen zusammenarbeiten. Das Kooperationsverbot erweist sich hier als großes Hindernis.

Ein Schulleiter einer Grundschule in Niedersachsen sagte mir neulich: „Wir sind in einer Experimentierphase, es gibt keine Patentrezepte im Augenblick. Wir gehen den bestmöglichen Weg." Die Bundesländer stellen gerade fast alle Lehrerinnen und Lehrer für Deutsch als Fremdsprache an, bieten Fortbildungen für Lehrer an. Welche Kompetenzen müssen diese Lehrer noch haben?

Georgi: Lehrkräfte spielen eine Schlüsselrolle für gelingende Bildungsintegration. Sie können ganz maßgeblich zum Wohlbefinden und zum Bildungserfolg der Lernenden beitragen. Voraussetzung dafür ist, dass sie die Potentiale, die die Heranwachsenden mitbringen, erkennen und weiterentwickeln können. Es ist daher wichtig, dass sich angehende Lehrkräfte bereits im Studium intensiv mit dem Phänomen Migration und den damit einhergehenden vielfältigen Lebenslagen, Sozialisationskontexten, Familienkulturen und Bildungsvoraussetzungen ihrer Schüler und Schülerinnen von morgen vertraut machen. Dazu gehören auch Kenntnisse über die Lebenssituationen von Heranwachsenden, die mit ihren Familien oder allein nach Deutschland geflüchtet sind. Die Einbindung von Studierenden in Bildungsprojekte für Geflüchtete ist hier eine echte interkulturelle Lerngelegenheit. An der Universität Hildesheim haben die Studierenden daher die Möglichkeit, ihr Sozialpraktikum in einer Flüchtlingsunterkunft zu absolvieren und ganz konkrete Erfahrungen im direkten Austausch mit den Menschen vor Ort zu sammeln.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Zur Person:

Wie gehen Kitas, Schulen und Hochschulen mit Vielfalt um? Prof. Dr. Viola B. Georgi ist Professorin für Diversity Education an der Universität Hildesheim und Gründungsdirektorin des „Zentrums für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“. Zwischen 2006 und 2012 war sie Juniorprofessorin für Interkulturelle Erziehungswissenschaft an der Freien Universität Berlin. 2010 nahm sie eine Gastprofessur an der York University in Toronto (Kanada) wahr. Zuvor war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe Universität Frankfurt und am Centrum für angewandte Politikforschung der Ludwig Maximilians Universität München tätig. Sie studierte Lehramt, Erziehungswissenschaft und Soziologie an der Goethe Universität Frankfurt, der University of Bristol (England) und der Harvard University (USA). Zu Ihren Arbeits‐ und Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem: Diversity Education, Interkulturelle Bildung, Diversity in Bildungsmedien, Holocaust Education und Demokratiepädagogik (Citizenship Education).

Worum geht’s? Kurz zusammengefasst:

Am Zentrum für Bildungsintegration arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Schwerpunkt „Bildungsteilhabe von Flüchtlingen“ zusammen. Auf der Jahreskonferenz des Forschungszentrums der Universität Hildesheim am 22. April 2016 befassen sich Fachleute mit Bildungswegen von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland. „Wir müssen uns über Mindeststandards für Bildungsintegration verständigen", fordert die Hildesheimer Erziehungswissenschaftlerin Prof. Viola B. Georgi. Wie viele Stunden Sprachförderung sollten Kinder mindestens erhalten? Wie lange sollten Kinder maximal in einer Willkommensklasse lernen? Georgi kritisiert die unzureichende Datenlage, die aber für eine vernünftige Bildungsplanung dringend notwendig sei. „Wir wissen zum Beispiel gar nicht, was die Willkommensklassen wirklich leisten.“

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Pressemeldungen Zentrum für Bildungsintegration
news-11935 Mon, 21 Mar 2016 15:26:00 +0100 Für das Leben lernen - aber ohne Mindeststandards? https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/fuer-das-lebe/ "Nach der Flucht: Bildungspartizipation neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher": Die Jahreskonferenz des Zentrums für Bildungsintegration an der Uni Hildesheim setzt den Schwerpunkt auf Bedarfsanalysen und Strategien zur Beteiligung. Professorin Viola Georgi engagiert sich für Mindeststandards, die bei der Inklusion von Kindern mit Fluchterfahrung angewendet werden sollen. Bislang sind der Umgang und die Förderung in jedem Bundesland unterschiedlich, wobei die einzelnen Schulen viel Eigenverantwortlichkeit aufbringen müssen. Pressespiegel regional Inklusion Flüchtlinge Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration news-11470 Sat, 05 Mar 2016 07:23:00 +0100 Bildungswege: Studium nach der Flucht https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/bildungswege-studium-nach-der-flucht-2/ Wie finde ich eine passende Lehrveranstaltung? Muss ich Zeugnisse vorlegen? Wie gut muss ich die deutsche Sprache sprechen? Wie kann ich Kontakt zu Studierenden aufbauen? Auch im Sommersemester 2016 können geflüchtete Studieninteressierte wieder an Kursen der Universität Hildesheim teilnehmen. Die Universität Hildesheim lädt Studieninteressierte mit Fluchterfahrung am Donnerstag, 10. März 2016, zu einer Informationsveranstaltung „Studium nach der Flucht" ein (im FORUM der Universität Hildesheim, Universitätsplatz 1). Auch Ehrenamtliche und Multiplikatoren, die in der Flüchtlingshilfe tätig sind, können sich informieren.

Ab 16:00 Uhr zeigen Studentinnen und Studenten den Studieninteressierten während einer Campusführung die Universität (Treffpunkt im Eingangsbereichs des FORUMs). Anschließend beginnt um 17:00 Uhr die Begrüßung in Hörsaal 4. Studierende geben Einblicke in das Studium nach der Flucht und sprechen über Bildungswege in Deutschland. Danach informieren Fachleute über Voraussetzungen für das Studium sowie für eine Ausbildung. Außerdem kann man sich individuell an verschiedenen Info-Tischen beraten lassen. Beteiligt sind neben dem studentischen Uni-Welcome-Team auch das International Office, die Hochschule HAWK, die Agentur für Arbeit und die Handwerkskammer Hildesheim. Interessierte können sich gerne bei Fragen zur Veranstaltung an Steffi Albrecht wenden (05121.883-92010, aain@uni-hildesheim.de).

Seit Frühjahr 2015 ermöglicht die Universität Hildesheim Studieninteressierten mit Fluchterfahrung ein kostenfreies „Schnupperstudium“. Beim Schnupperstudium müssen keinerlei Bedingungen erfüllt werden. Das Studium soll dabei helfen, die Studienstrukturen und andere Studierende kennen zu lernen, interessante Seminare und Vorlesungen zu besuchen und dabei die deutsche Sprache und Wissenschaftssprache zu lernen. Mit dem kostenfreien Gasthörerstudium ermöglicht die Uni jungen Erwachsenen außerdem, bereits Credits (Leistungspunkte) zu erwerben, die sie für ein späteres reguläres Studium anrechnen können.

Die Universität unterstützt die Studieninteressierten auch bei der Anfahrt zum Studienort, da viele aus dem Landkreis kommen. Die jungen Erwachsenen haben sehr unterschiedliche Lebensläufe und Bildungsabschlüsse, einige haben noch kein Studium absolviert, manche haben ein Studium in Syrien, Irak, Pakistan oder Sudan begonnen oder abgeschlossen. Lehrende und Studierende unterstützen die jungen Erwachsenen dabei, im Uni-Alltag anzukommen und Perspektiven für den weiteren Bildungsweg zu entwickeln. Studierende („Anker-Peers“ und „Welcome-Team“) begleiten die Studierenden mit Fluchterfahrung auf ihrem Weg durch die Universität. Sie wurden für die Beratung von der Studienberatung geschult und kennen Unterstützungsprogramme. Außerdem bilden sie Sprachtandems.

Am Zentrum für Bildungsintegration arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Schwerpunkt „Bildungsteilhabe von Flüchtlingen“ zusammen. Auf der Jahreskonferenz des Forschungszentrums der Universität Hildesheim im April 2016 befassen sich Fachleute mit Bildungswegen von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland.

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100 und presse@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration
news-11428 Sat, 27 Feb 2016 10:30:00 +0100 Bildungs- und Sozialforschung: Wie wir uns der Realität annähern https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/bildungs-und-sozialforschung-wie-wir-uns-der-realitaet-annaehern/ Ob in der Kita, Familie oder Schule, im Jugendzentrum oder im Altenheim: Wer ethnographisch forscht, beobachtet vor Ort, was sich abspielt, sagt Professorin Kathrin Audehm. Etwa 170 Fachleute tagen an der Uni Hildesheim: Wie gewinnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Daten im „Feld“, wie halten sie dennoch Distanz? Sie gehen raus – ihre Forschung findet nicht am Schreibtisch statt, sondern in der Wirklichkeit, im „Feld". Im Wohnzimmer einer Familie, in der Kinder mehrsprachig aufwachsen. In der 2. Schulklasse, die sich um ein gutes Klassenklima bemüht. Während einer Schulkonferenz, in der Zeugnisnoten besprochen werden. In einer WG der Jugendhilfe, die Jugendliche auf dem Weg in das Erwachsenenleben unterstützt.

Wer ethnographisch forscht, nimmt teil, hält Beobachtungen schriftlich fest und wertet die Daten dann aus und schreibt. Die Methoden sind mittlerweile vielfältig. Während Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich heute eher wiederholt und für jeweils kürzere Zeit in einheimische Felder begeben oder transnational und vergleichend beobachten, bedeutete ethnographische Feldforschung vor 100 Jahren noch einen langen Aufenthalt von etwa zwei Jahren in einer fremden Kultur.

„Bestimmte Dinge lassen sich nur schwer erfragen, sind den Befragten oft auch nicht bewusst oder eine Erwähnung wert, wie zum Beispiel Körperhaltungen und Bewegungen in Gebäuden und auf Plätzen, Selbstverständliches oder Gewohntes, die Routinen und tatsächlichen Regeln des Alltags. Die ethnographische Forschung trägt Daten nicht von außen an ihre Forschungsfelder heran, sondern beobachtet direkt vor Ort, was sich abspielt", so die Erziehungswissenschaftlerin Kathrin Audehm. „Dabei können immer Überraschungen passieren. Es kommt darauf an, sich auf diese einzulassen und nicht mit vorgefassten Meinungen und Überzeugungen ins Feld zu gehen und diesen zu folgen. Die Schwierigkeit besteht darin, eine Nähe zu den Personen im Feld aufzubauen, zu ihren Ansichten und Aussagen, ihren Rhythmen, ihren Zeiten und Orten und dennoch reflexive Distanz zu wahren", sagt die Hildesheimer Professorin.

In dieser Woche kommen etwa 170 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur fünften Tagung der deutschsprachigen ethnographischen Bildungs- und Sozialforschung an der Universität Hildesheim zusammen.

Die Fachleute reflektieren dabei den eigenen Zugang zum „Feld": Wie erforscht man, was in Kindergärten, Schulen und Jugendeinrichtungen oder in Familien geschieht?

Die Fachleute befassen sich auf der Tagung „Ethnographie der Praxis – Praxis der Ethnographie" (22. bis 24. Februar 2016, Programm und Abstracts online) mit der Frage, wie sie Themen entwickeln, welche empirische Forschungsfelder in das Blickfeld der Wissenschaft geraten und welche Haltung sie zum Feld einnehmen. Sie reflektieren die Eigenart und Standards ethnographischer Analysen und Beschreibungen.

Professor Georg Breidenstein (Halle) spricht auf der Tagung über die ethnographische Forschungspraxis, die sich „in vielen Varianten um Praktiken der Feldforschung, manchmal auch der Datenanalyse dreht". Der Erziehungswissenschaftler beschäftigt sich mit der Frage, wie Forscher Daten gewinnen und wieder auf Distanz zum Feld gehen, wie sie an Protokollen arbeiten und Überraschungen entdecken. Sein Vortrag beschäftigt sich mit Routinen in der Forschung und dem „Interpretieren" von Beobachtungsprotokollen.

Wie erhalten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Zugang zum Feld und mit welcher Haltung gehen sie ins Feld? Mit dieser Frage befasst sich der Hildesheimer Erziehungswissenschaftler Peter Cloos. Der Professor für frühe Kindheit hat unter anderem untersucht, wie Lernprozesse in Kitas dokumentiert werden und wie Kinder auf Beobachtung reagieren.

Mit der Rolle der Forscherin bzw. des Forschers im Forschungsprozess beschäftigen sich Katharina Mangold und Hanna Rettig. Sie zeigen anhand ihrer Dissertationsprojekte, in denen sie sich mit Jugend und transnationalen Erfahrungen beschäftigen, ob die Anwesenheit der Forscherin das Geschehen beeinflusst. Die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen verwenden den Begriff „inbetween" und sehen es als Leistung des Ethnographen/der Ethnographin, die Spannung zwischen Teilnahme und Beobachtung und zwischen Drinnen- und Draußen-Sein aufrechtzuerhalten.

Über die eigenen Rollen im Feld spricht auch die Berliner Wissenschaftlerin Grit Petschick. Die Feldforschung stellt Bedingungen an die Forschenden, neben Ort und Zeit sind dies Fragen der Finanzierung (Wie viel Feldforschung wird finanziert?) und allgemeine formale Fragen des Zugangs zum Feld. Ist eine Familie, eine Schulklasse, ein Altenheim etwa bereit, die Türen zu öffnen für die Forschung? „Auch andere Faktoren, wie das Alter der Forschenden und ihre bisherige Ausbildung können eine Rolle für die Position im Feld spielen und damit zwischen Nähe und Distanz bzw. beobachtender Teilnahme und teilnehmender Beobachtung entscheiden", so Petschick.

Die Konferenz greift auch internationale Fragen auf. In dem Vortrag „Paris. Eine soziale Geographie der Gewalt" befasst sich Fabien Jobard vom Centre Marc Bloch (Berlin) mit den Terroranschlägen in Paris im November 2015. Die neuere Gewaltforschung weist seit einigen Jahren auf die entscheidende Rolle des Raumes in der Entstehung und Entfaltung von Gewalt hin, sagt Jobard. In solchen „Gewalträumen" präge physische Gewalt den Alltag und die Wahrnehmungen der Menschen. In seinem Vortrag widmet sich der Politikwissenschaftler einem „friedlichem Raum, der aber von einer hohen Gewaltintensität auf einer sehr engen Fläche betroffen wurde".

„Wir erwarten spannende Vorträge und Diskussionen und erhoffen uns auch Anregungen für unser nächstes Hildesheimer Projekt. Jessica Schülein und ich wollen die materiellen Dimensionen der Schulkultur einer Ganztagsschule erforschen. In einer ethnographischen Einzelfallstudie wollen wir untersuchen, welche Bedeutung Architekturen, Räume, der Umgang mit Mobiliar und Medien, die Kleidung, Gesten oder das gemeinsame Mittagessen für die Hervorbringung von Geschlechtlichkeit haben", blickt die Erziehungswissenschaftlerin Kathrin Audehm auf anstehende Forschung. Die Professorin arbeitet auf dem Gebiet der pädagogischen Anthropologie und ethnographischen Bildungsforschung. Sie analysiert unter anderem Macht- und Autoritätsverhältnissen in pädagogischen Institutionen und Organisationen. Kathrin Audehm hat im Sonderforschungsbereich „Kulturen des Performativen“ an der Freien Universität Berlin mitgewirkt und in der „Berliner Ritualstudie" untersucht, wie Rituale und Gesten in Bildung und Erziehung wirken. Die Forscherinnen und Forscher sind „ins Feld gegangen" und haben Familien, Jugendeinrichtungen und Schulen aufgesucht. Audehm hat dabei vor allem Rituale in Familien erforscht und betrat damals wissenschaftliches Neuland, denn solche Analysen lagen bisher in Deutschland nicht vor.

Wer sich für ethnographische Bildungsforschung interessiert, kann Kontakt zu Prof. Dr. Kathrin Audehm aufnehmen (05121.883-10110, ethno@uni-hildesheim.de).

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Allg. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Sozialwissenschaften Soziologie Methodenbüro Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration
news-11774 Mon, 22 Feb 2016 11:36:00 +0100 Deutschlehren will gelernt sein https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/deutschlehre/ Die Uni Hildesheim hat beim Wissenschaftsministerium das Projekt "Sprachlernunterstützung für neu eingereiste Flüchtlinge" beantragt. Hier können Lehramtsstudierende ein zehnwöchiges Sozialpraktikum ablegen, bei dem die Gestaltung von Deutschunterricht für Geflüchtete vermittelt wird. Danach können die Lernamtsstudierenden auch während ihres Studiums Deutschkurse anbieten, etwa an der VHS, wo dringend Lehrkräfte gesucht werden. Trotz zahlreicher Online-Materialien sind ehrenamtlichen Helfer_innen oft von einer koordinierten Herangehensweise an die Sprachvermittlung überfordert. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Flüchtlinge Zentrum für Bildungsintegration news-11573 Sat, 30 Jan 2016 12:30:00 +0100 Kultur für die Flüchtlinge in der Kaserne https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/kultur-fuer-d/ Die neu gegründete Koordinationsstelle in der Musikschule soll Kulturangebote für die in der Mackensen-Kaserne untergekommenen Geflüchteten bündeln und bereitstellen. Kooperationspartner sind die Musikschule, die Universität Hildesheim und der Arbeiter-Samariter-Bund Hannover. Parallel untersucht der Unesco-Lehrstuhl der Universität den Dialog zwischen Kultur-und Bildungsinstitutionen und wie Kunst und Kultur den Integrationsprozess fördern kann. Pressespiegel regional Kulturpolitik Center for World Music Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Inklusion Flüchtlinge news-11462 Sat, 16 Jan 2016 14:19:00 +0100 Thema: Integration von Flüchtlingen am Arbeitsmarkt https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/thema-integ/ Die Hildesheimer Bundestagsabgeordnete Brigitte Pothmer (Grüne) hat zu einem Fachgespräch zum Thema „Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt" in die Volkshochschule eingeladen. Eine Einleitung ins Thema gab Professor Dr. Hannes Schammann, Migrationsforscher der Universität Hildesheim. Migrationspolitik Pressespiegel regional Sozialwissenschaften Politik Forschung Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Flüchtlinge news-11375 Mon, 11 Jan 2016 14:19:00 +0100 ,,Das kann Söhlde besser" https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/das-kann-s/ Jugendkriminalität, Wahlbeteiligung und die Dorfgemeinschaft waren Themen beim Söhlder Neujahrsempfang des Ortsrates. Um ein Zeichen für ein größeres Miteinander zusetzen, beschreitet die Oberschule Söhlde besondere Wege und setzt auf Dorfkooperationen. Neben diversen Gemeinschaftsaktionen bietet die Schule ihren Schülern moderne Unterrichtsformate. So gibt es in Sachen Tablet­Klassen eine Kooperation mit der Universität Hildesheim. Die Schule ist nahezu komplett mit W-Lan ausgestattet. Derzeit werden fünf Flüchtlingskinder an der Schule unterrichtet, zwei weitere sollen noch hinzukommen. Pressespiegel regional Bildungsintegration Flüchtlinge Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Forschung Zentrum für Bildungsintegration news-11053 Tue, 15 Dec 2015 15:15:00 +0100 Vielfalt im Lehrerzimmer: Orientierungstage für Jugendliche https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/vielfalt-im-lehrerzimmer-orientierungstage-fuer-jugendliche-1/ Die Universität Hildesheim gibt Jugendlichen während der „Orientierungstage" Einblicke in den Lehrerberuf. Ein Ziel der regionalen Orientierungstage ist, Jugendliche für den Lehrerberuf zu interessieren. Die Initiative des Kultusministeriums startet an mehreren Standorten in Niedersachsen. An den Standorten Braunschweig, Göttingen, Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück bieten die Universitäten und Studienseminare in den nächsten Monaten regionale Orientierungstage an, um Jugendliche – mit Migrationsbiographie oder ohne – Einblicke in den Lehrerberuf zu geben und für das Thema „Vielfalt an Schulen" zu sensibilisieren. Jugendliche können sich für die Orientierungstage „Vielfalt im Klassenzimmer = Vielfalt im Lehrerzimmer" bewerben.

An der Universität Hildesheim und an Schulen finden die Orientierungstage am Samstag, 16. Januar 2016, und am Donnerstag, 21. Januar 2016, statt. Der zweitägige Kompaktkurs gibt Einblicke in das Lehramtsstudium und zeigt die Chancen des Lehrerberufs. Die Jugendlichen diskutieren mit Professorinnen und Professoren, Lehrkräften und Lehramtsstudierenden. Sie erleben Schule während einer Hospitation aus einer anderen Perspektive. Insgesamt können 20 Jugendliche teilnehmen.

Jugendliche, die derzeit die 11., 12., oder 13. Klasse besuchen und Interesse haben, können sich einfach für die Orientierungstage in Hildesheim anmelden (hier geht's zum Bewerbungsbogen).

Vielfalt im Klassenzimmer ist eine Aufgabe für das gesamte Kollegium

Lehrerinnen und Lehrer spielen eine Schlüsselrolle für „gelingende Bildungsintegration, denn sie können ganz maßgeblich zum Wohlbefinden und zum Bildungserfolg ihrer Schüler beitragen", sagt Professorin Viola Georgi vom Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim. Sie untersucht, welche Erwartungen an Lehrkräfte mit einer Migrationsbiographie gerichtet werden und welche Erfahrungen sie im Schulalltag machen. Nur knapp fünf Prozent der Lehrerinnen und Lehrer haben selbst einen Migrationshintergrund.

Welche Rolle nehmen Lehrkräfte in der Schule ein, deren Familien zum Beispiel nach Deutschland eingewandert sind, die selbst mehrsprachig aufgewachsen sind oder im Ausland unterrichtet und interkulturelle Erfahrungen gesammelt haben? Die Erziehungswissenschaftlerin Yvonne Rechter von der Universität Hildesheim sagt, dass die Mehrsprachigkeit, die viele Lehrkräfte mitbringen, ein großer Vorteil für das Unterrichten heterogener Schulklassen sei. Letztlich müssten aber alle Lehrkräfte – unabhängig von ihrer Herkunft – lernen, wie sie mit Vielfalt umgehen, sagt Rechter. Sie fördert Lehramtsstudierende beim Sammeln von zusätzlichen Praxiserfahrungen im Studium. In Hildesheim unterstützen Studierende im Projekt „LernKU(h)LT“ seit 2006 Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen im Team. Zwei Mal in der Woche lernen sie gemeinsam in einer Kleingruppe und halten Kontakt zu den Eltern und Lehrkräften.

Medienkontakt: Pressestelle Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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news-10972 Tue, 15 Dec 2015 14:00:00 +0100 Nach der Flucht: Lernen statt warten https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/nach-der-flucht-lernen-statt-warten-1/ Sozialpraktikum in der Erstaufnahmestelle: Lehramtsstudierende unterstützen Erwachsene, die erst seit wenigen Wochen in Deutschland leben, beim Erlernen der deutschen Sprache. Weitere Studierende können mitwirken – ab sofort kann man sich anmelden. Seit Mitte Oktober 2015 gehen Lehramtsstudierende jeden Tag in eine Erstaufnahmestelle in Hildesheim. Sie unterstützen Erwachsene und ihre Kinder, die erst seit wenigen Wochen in Deutschland leben, beim Erlernen der deutschen Sprache. Bisher haben die etwa 150 Menschen, darunter viele Familien, die Zeit in der Erstaufnahmeeinrichtung mit Warten verbracht. „Wir wollen die Zeit nutzen, um miteinander und voneinander zu lernen“, sagt Annette Lützel, die das Sprachlernprojekt an der Universität Hildesheim koordiniert. Katharina Melzner leitet den Sprachunterricht und studiert „Deutsch als Zweitsprache“ in Hildesheim. Für Lehramtsstudierende ist dieser Rahmen hilfreich: sie müssen nicht allein einen Sprachkurs auf die Beine stellen, sie vernetzen sich, tauschen sich über Unterrichtsmaterialien aus und die Arbeit liegt auf vielen Schultern verteilt. Parallel zum Elternkurs gestalten die Studierenden ein Angebot für Kinder und Jugendliche.

Lehramtsstudierende aller Fächer können die Tätigkeit als Sozialpraktikum anrechnen lassen. Studierende können im Sprachlernprojekt mitwirken (alle Infos online). Das Projekt wird vom Land Niedersachsen gefördert und 2016 durchgängig fortgeführt.

Der nächste Starttermin für das zehnwöchige Sozialpraktikum in der Erstaufnahmestelle ist Anfang Januar, dann wieder im März, Mai, Juli und September 2016. Am 4. Dezember 2015 findet eine Informationsveranstaltung für Studierende statt.

Interview: Nachgefragt bei Marie-Therese

Eine der ersten, die seit Oktober im Sprachlernprojekt in der Erstaufnahmestelle mitwirkt, ist Marie-Therese Brammer. Die 22-Jährige studiert Grundschullehramt mit den Fächern Deutsch und Englisch an der Universität Hildesheim.

Wie sieht dein Alltag aus?

Marie-Therese: Gemeinsam mit weiteren Lehramtsstudierenden fahre ich mit dem Bus zur Erstaufnahmestelle. Da die Anbindung in das Gewerbegebiet nicht so gut ist, bilden wir auch oft Fahrgemeinschaften. Das geht, wir kommen irgendwie immer hier an. Der Sprachunterricht findet an jedem Nachmittag statt. Ich bin seit Oktober immer montags und dienstags hier, bis Ende des Jahres. Wir bauen den Speiseraum für das Sprachenlernen um, schieben die Tische zusammen, wir haben hier keinen extra Raum für den Sprachunterricht. Dann kommen auch nach und nach schon die Teilnehmer, manche bringen ihre kleinen Kinder mit.

Wie fängt man an? Ihr arbeitet sehr nah am Alltag. Wer bin ich, wie heiße ich – ihr greift viele Alltagsthemen auf.

Das ist richtig. Die Teilnehmer am Sprachkurs sprechen Arabisch, Serbisch, wenige sprechen Englisch. Wir versuchen mit Bildern, Händen und Füßen die Vokabeln zu vermitteln. Wir gehen zum Beispiel einkaufen und lernen dabei die Begriffe für die Lebensmittel – das Ei, die Milch, eine Tomate, ein Salat. Oder wir sprechen über die Uhrzeiten – was bedeutet „Viertel vor“? Heute ging es um den Familienstammbaum: Mutter, Vater, Kinder – wir haben uns die Stammbäume aufgemalt. Das ist manchmal auch sehr persönlich. Aber das geht, weil wir auch in Kleingruppen arbeiten und uns zu zweit unterhalten. Heute habe ich mit einem Mann aus Syrien gesprochen, er ist mit seiner ganzen Familie hier in Hildesheim und hat aufgezeichnet, wie seine Kinder, seine Eltern heißen. Ich habe erfahren, dass er 13 Geschwister hat. Da musste ich erstmal nachfragen – wirklich? Fünf Brüder und acht Schwestern. Wir verstehen uns gut, man lernt sich kennen, mit Händen und Füßen, er spricht ganz wenig Englisch.

Neben dem Sprachkurs – klassisch am Tisch mit einer improvisierten Tafel, Zetteln und einem Stift – lernt ihr die Sprache auch in der Freizeit. Ihr erkundet die Stadt Hildesheim, ihr geht einkaufen, ihr wollte zusammen kochen.

Einmal in der Woche gibt es ein Freizeitangebot. Wer in der Erstaufnahmestelle ankommt, hat bisher noch wenig von Deutschland kennen gelernt. Wir sind der erste Kontakt. Wir gehen raus, lernen Vokabeln im Alltag und wenden sie an.

Man kann die Sprache auch mit technischen Mitteln lernen: Es gibt Apps zum Sprachenlernen, Übersetzungsprogramme. Ihr könntet auch einen Tag in die Erstaufnahmestelle kommen, jedem ein Smartphone in die Hand drücken, erklären, wie der Online-Sprachkurs funktioniert und dann seid ihr wieder weg und lasst die Menschen hier allein. Das ist aber nicht der Ansatz dieses Sprachlernprojekts. Ihr verbringt Zeit miteinander, wollt zusammenkommen. Man lacht zusammen, man ist traurig, wenn man erfährt, dass Familienangehörige nicht mehr leben. Was lernst du dabei?

Man verfolgt das sonst nur im Fernsehen, dass Menschen nach Deutschland fliehen. Hier in den Räumen der Erstaufnahmestelle, beim Sprachenlernen passiert viel Menschliches. Ich finde es sehr spannend zu erleben, wie es funktioniert, sich auszutauschen. Auch wenn man keine gemeinsame Sprache spricht, klappt die Verständigung. Es bringt uns allen viel, wir sind angehende Lehrerinnen und Lehrer. Wenn ich später im Klassenzimmer unterrichte, werde ich auch Kinder unterstützen, die noch kein Wort Deutsch sprechen.

Ist die Frage, wie lernt man als Erwachsener die deutsche Sprache als zweite Sprache für dich frisch und ungewohnt oder hast du dich damit schon im Studium beschäftigt?

Im Bachelor-Studium habe ich einige Seminare im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ besucht. Man lernt, wie es sein müsste – aber dann fehlt die praktische Erfahrung. In den Schulpraktika habe ich mit Kindern und Jugendlichen gelernt, die in einer Phase ihres Lebens sind, in der sie sowieso zur Schule gehen und lernen. Deshalb finde ich es sehr interessant, dass ich in dem Sprachlernprojekt nun mit Erwachsenen arbeiten kann und erfahre, wie das abläuft. Die Arbeit in der Erstaufnahmestelle kann ich mir für mein Studium anrechnen lassen, zum Beispiel als Praxisteil für das „Bilinguale Zertifikat“.

Du bist jetzt im Masterstudium und startest bald in den Beruf. Freust du dich auf die Herausforderung? Fühlst du dich überfordert oder suchst du nach Wegen, wie man mit Vielfalt umgehen kann?

Mein Ziel ist, in Niedersachsen zu unterrichten. Ich freue mich da wirklich drauf. Die Vielfalt an Schulen wird immer sichtbarer, ich interessiere mich sehr für den Bereich Deutsch als Zweitsprache. Wir können an der Universität in Hildesheim das Masterstudium um ein Jahr verlängern und uns im DAZ-Bereich spezialisieren.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Die Interview-Serie über das Sprachenlernen wird fortgeführt. Nächstes Mal: Nachgefragt bei Erwachsenen: Wie erleben sie das Erlernen der deutschen Sprache?

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Deutsche Sprache MA DaZ/DaF Flüchtlinge Lehrerbildung Bildungsintegration Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration
news-10944 Wed, 11 Nov 2015 10:00:00 +0100 Haltung zeigen: Weltoffene Hochschule – gegen Fremdenfeindlichkeit https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/haltung-zeigen-weltoffene-hochschule-gegen-fremdenfeindlichkeit/ In einer bundesweiten Aktion der Hochschulrektorenkonferenz wenden sich Hochschulen gegen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland, darunter die Universität Hildesheim. Was ist eine weltoffene Hochschule und wie können sich Lehrende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Studierende dafür einsetzen – nachgefragt bei Studierenden, Lehrenden und der Universitätsleitung. Die Hochschulen reagieren mit der bundesweiten Aktion „Weltoffene Hochschulen – Gegen Fremdenfeindlichkeit“ auf Vorkommnisse rassistisch motivierter verbaler und physischer Gewalt in den letzten Wochen und Monaten.

Was ist für Sie/für dich eine weltoffene Hochschule? Wer sich mit einem Statement an der Aktion „Weltoffene Hochschulen – gegen Fremdenfeindlichkeit“ beteiligen möchte, kann eine E-mail an presse@uni-hildesheim.de senden. Bitte geben Sie Ihren Namen an, gerne können Sie ein Bild im Querformat (inkl. Rechte zur honorarfreien Verwendung) mitsenden. Diese Internetseite wird regelmäßig aktualisiert und um Statements und Erfahrungen zu dem Thema ergänzt.

 

Universitäten bleiben weltoffen, sagt der Hildesheimer Universitätspräsident

Prof. Wolfgang-Uwe Friedrich, Universitätspräsident Hildesheim:

„Es gelten zwei Grundsätze:

  1. Deutschlands historische Verantwortung macht Widerstand gegen Rassismus und Fremdenhass zur Bürgerpflicht.
  2. Wissenschaft ist international und Universitäten waren, sind und bleiben weltoffen.“

 

Universitäten sollten regelmäßig und selbstkritisch über ihre Strukturen und Routinen reflektieren

Unis sollten Strukturen reflektieren, die Diskriminierung verursachen, so Viola Georgi. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Prof. Viola B. Georgi vom „Zentrum für Bildungsintegration" der Universität Hildesheim:

„Für mich ist eine ‚Weltoffene Hochschulen – Gegen Fremdenfeindlichkeit' vor allem eine inklusive Hochschule. Diese reflektiert regelmäßig und selbstkritisch über ihre Strukturen und täglichen Routinen, die Teilhabe und Partizipation erschweren und institutionelle Diskriminierung verursachen können. Durch das offene Gespräch auf allen Ebenen des universitären Lebens,  das Monitoring von Rassismus und eine klare Antidiskriminierungshaltung baut sie aktiv Barrieren ab.

Wie kann sich jeder, ob Lehrende oder Studierende, für Vielfalt im Alltag einsetzen? Die Auseinandersetzung mit diesen Themen beginnt im Seminar, zum Beispiel damit, dass man über Rassismus spricht, den Begriff in seiner Komplexität diskutiert sowie konkrete Beispiele aus den aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten (zum Beispiel das Phänomen Pegida) oder dem Umfeld der Studierenden analysiert.

Häufig entstehen dadurch auch Brücken in die Praxis und Studierende engagieren sich in konkreten Projekten vor Ort. An der Stiftung Universität Hildesheim gibt es zum Beispiel die Initiative für einen ‚Raum der Stille‘, der für Angehörige unterschiedlicher Religionen, aber auch nicht-gläubige Studierende einen nicht-konfessionellen spirituellen Ort für Rückzug bieten soll. Andere Studierende bilden Tandems mit neuzugewanderten Studierenden mit Fluchterfahrung und unterstützen diese bei den ersten Schritten im Hörsaal oder erteilen Sprachunterricht. Jedes Jahr organisiert das Zentrum für Bildungsintegration einen ‚Diversity Tag‘. Dieser Tag adressiert alle Mitglieder der Hochschule und greift jeweils ein relevantes Thema von gesellschaftlicher Diversität  auf. Dabei wechseln die Formate von der Podiumsdiskussion über Workshops, Lesungen bis hin zu Ausstellungen. In diesem Jahr geht es um religiöse Pluralität in der Schule. Wir wollen nach den Zusammenhängen von interkultureller und interreligiöser Bildung fragen und die Rolle von Religionslernen in der Schule im Kontext der Migrationsgesellschaft reflektieren.“

 

Woher kommen solche negativen Vorurteile?

Auf dem Weg zur Uni: Moussa, im Bild mit Kulturwissenschaftsstudent Robin (li). Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Moussa Ibrahim geht seit April 2015 zur Universität Hildesheim und besucht Seminare in den Bereichen Migrationspolitik und Umwelttechnik. Er ist einer der ersten jungen Erwachsenen, die nach der Flucht am Schnupperstudium in Hildesheim teilnehmen. Er wartet seit fast zwei Jahren auf eine Entscheidung, ob er in Deutschland weiterhin lernen und leben darf. Die Ungewissheit ist schwierig, statt zu warten, warten, warten, nutzt Moussa die Zeit, um zu lernen. Er geht zum Sprachkurs und zur Universität. Moussa Ibrahim sagt:

„Zu Fremdenfeindlichkeit sage ich definitiv ‚Nein', da ich damit nur schlechte Erfahrungen hatte. Na ja, ich frage mich sowieso, woher kommen solche negativen Vorurteile? Zum Beispiel wir ausländischen Studentinnen und Studenten auf dem Campus, besonders Flüchtlinge: Gibt es etwas, was an unserem Verhalten ungewöhnlich ist, weshalb deutsche Studentinnen und Studenten mit uns ernst, vorsichtig, misstrauisch umgehen? Schade! Manche Studenten und Menschen hier in Deutschland behandeln uns, als ob wir eine Münze mit zwei Seiten wären. Eine Seite von uns hat viele Probleme mit der deutschen Sprache. Deutsch ist die erste Hürde, wenn wir recht gut Deutsch sprechen können, dann können wir einen Kompromiss erreichen und uns besser verstehen. Ich lerne deshalb die deutsche Sprache, täglich. Noch eine kurze Frage: Warum brauchen wir viel Zeit beim Deutschlernen? Haben wir daran Schuld?

War Deutschland ein Ziel für viele von uns? Als wir von unseren Heimatkriegen geflüchtet waren? Diese Frage ist schwierig zu beantworten.

Wir kommen zurück zu unserem Thema ‚Weltoffene Hochschule'. An einer weltoffenen Hochschule zu studieren, davon träumt jeder. Dort können wir zusammen studieren, leben, uns unterhalten, diskutieren, andere Menschen akzeptieren, einander helfen usw. bis wir uns fühlen, als ob wir eine Familie wären. Diese Familie besteht aus Respekt, der Vater, und aus Liebe, die Mutter. Weil wir alle Menschen sind, und ohne Liebe und Respekt kann keiner leben. Ich bin froh, dass es Menschen gibt, die mich in dieser Lebensphase unterstützen und mir dabei helfen, dass ich zur Universität gehen kann.“

 

Jeder sollte die gleichen Bildungschancen haben

Es geht um Fairness, sagt die Lehramtsstudentin Jenny O’Gorman. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Jenny O’Gorman studiert Grundschullehramt mit den Fächern Englisch und Mathematik und sagt:

„Es geht darum, wie wir im Alltag miteinander umgehen. Es muss nicht unbedingt extra Kurse gegen Rassismus oder Diskriminierung geben. Das Thema sollte Teil jeder Lehrveranstaltung sein. Wie gehen wir miteinander um? Wer zum Beispiel eine Frage am Infotresen stellt, sollte gleich behandelt werden. Eine weltoffene Hochschule sollte Bildungschancen ermöglichen, unabhängig von der Herkunft. In Hildesheim können Flüchtlinge ein Schnupperstudium machen, wenn jemand nicht beweisen kann, dass er das Abi hat weil die Zeugnisse weg sind und die Lebensphase gerade schwierig ist, sollte es Möglichkeiten geben, dennoch den Bildungsweg fortzuführen. Die Uni sollte offen sein.“

 

Historische Verantwortung: Wissenschaft hat zu Ausschluss beigetragen 

Hochschulen sollten Sorge dafür tragen, dass niemand ausgeschlossen wird, so Meike Baader. Foto: Julia Moras

Prof. Meike Sophia Baader lehrt und forscht in der Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim und sagt:

„Hochschulen als Orte von Wissenschaft und Forschung, von Lehre und Ausbildung sind gefordert, sich mit sozialer, kultureller, religiöser und sprachlicher Heterogenität auf verschiedensten Ebenen auseinanderzusetzen, Heterogenität kennzeichnet und bereichert die Forschung und Lehre. Nicht nur die zunehmende Internationalisierung der Studierenden und des Personals an Hochschulen verpflichtet diese dazu, sich gegen Fremdenfeindlichkeit zu positionieren, sondern auch die gesellschaftliche Verantwortung von Hochschulen. Eine weltoffene Hochschule ist eine, die sich dazu verpflichtet und Sorge dafür trägt, dass Menschen verschiedener Herkunft grundsätzlich zu allen Ebenen der Organisation Zugang erhalten und nicht aufgrund von gruppenbezogenen Zugehörigkeiten ausgeschlossen oder benachteiligt werden. Hier gilt es Barrieren abzubauen und Zugänglichkeit und Teilhabe zu erleichtern. 

Zu einem umfassenden Engagement von Hochschulen gegen Fremdenfeindlichkeit gehört für mich auch, die historische Verantwortung dafür zu übernehmen, dass Hochschulen und die Wissenschaft selbst in der deutschen Geschichte zu Fremdenfeindlichkeit und Ausschluss beigetragen haben. Ich habe an der Universität Heidelberg studiert. Dort wurde 1933 das Motto der Universität ‚Dem lebendigen Geist' durch ‚Dem deutschen Geist' ersetzt. Erst Ende der 1980er Jahre wurde in der Universität eine Gedenktafel für die vertriebenen Wissenschaftler_ innen errichtet. Wie eine Verantwortungsübernahme  von Wissenschaftsorganisationen für ihre eigene Geschichte aussehen kann, zeigt beispielsweise die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Im Rahmen eines Forschungsprojektes wird ihre eigene Involviertheit in die Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus untersucht und in einer unlängst in Berlin in der ‚Topographie des Terrors' präsentierten Ausstellung ‚Wissenschaft, Planung, Vertreibung' thematisiert. Die Universität Frankfurt hat vor einem Monat beschlossen, dass alle ihre Bereiche sich am Tag der Befreiung von Auschwitz, am 27. Januar, der Erinnerung und der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus zuwenden. 

Zudem sollten Hochschulen als Orte der Wissenschaft auch Orte der Kritik und der Ausbildung von Kritikfähigkeit und damit der Aufmerksamkeit für Mechanismen und Muster der Ausschließung sein.  Hochschule und die Wissenschaft im 21. Jahrhundert braucht die Vielfalt von Perspektiven auf ihre Themen und Gegenstände.

Wir bieten an unserem Institut und unserer Abteilung einen erziehungswissenschaftlichen Master-Studiengang an, der einen Schwerpunkt ‚Diversity Education‘ aufweist. Themen wie ‚Inklusion‘, die ‚Konstruktion von Fremdheit‘ bzw. von ‚Andersheit‘, ‚antirassistische Bildungsarbeit‘, ‚Migration und Pädagogik‘ oder auch ‚Erziehung nach Ausschwitz‘ gehören bei uns zum festen Studienprogramm und damit zu unserem Alltag in der Lehre. Dazu gibt es auch eine ganze Reihe von gemeinsamen Projekten an der Abteilung. Etwa das Projekt ‚Erinnerungskulturen als pädagogische und bildungspolitische Herausforderung‘ (2015). Aktuell habe ich mit der Promovendin Wiebke Hiemisch gemeinsam einen Forschungsantrag zu ‚Unterricht in Ravensbrück‘ in Zusammenarbeit mit der Mahn- und Gedenkstätte gestellt. Auch diese Themen werden bei uns in der Lehre angeboten und wir beziehen die Studierenden in solche Projekte ein.

Der Umgang mit Verschiedenheit ist eine permanente Herausforderung für alle Lehrenden und Studierenden. Nicht nur, dass Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit und Mechanismen der Ausschließung zum Thema in Lehrveranstaltungen gemacht werden, darüber hinaus geht es auch darum, dass in der Praxis von Lehrveranstaltungen zum Beispiel ausgrenzendes Sprechen und andere Praktiken sich nicht durchsetzen. Null Toleranz gegenüber Fremdenfeindlichkeit  ist m.E. ein wichtiges Prinzip. Darauf können sowohl Lehrende als auch Studierende achten, dies gilt aber auch für andere Formen der Abwertung und Ausgrenzung von Zugehörigkeiten. Konkret kann es aber auch bedeuten, sich zum Beispiel flexibel in Prüfungsformen zu zeigen, wenn Studierende nicht Deutsch als Muttersprache sprechen und nach entsprechenden Wegen und alternativen Möglichkeiten für Prüfungen und Leistungsnachweise zu suchen. Hier haben wir beispielsweise schon mit Übersetzer_ innen gearbeitet.

Ich setze mich für diesen Studiengang und die damit verbundenen Themen ein, aber auch dafür, dass Studierende mit unterschiedlicher Herkunft hier studieren können und darin, dass wir ihnen dies ermöglichen und erleichtern sowie flexibel auf ihre Bedarfe reagieren. Dies ist etwas, was wir an unserer Abteilung gemeinsam tun. Konkret haben wir in diesem Semester im Rahmen einer Ringvorlesung Personen eingeladen, die Flüchtlingsarbeit in Hildesheim leisten, um darüber die Stadt und die Hochschule miteinander ins Gespräch über Flüchtlingsarbeit zu bringen. Dies findet am 3. Dezember statt und ist hochschulöffentlich. In der letzten Woche habe ich gemeinsam mit Irene Leser vom Institut für Sozialwissenschaften einen Workshop durchgeführt auf einer Veranstaltung der  Bundeszentrale für politische Bildung, die sich Fragen des zeitgeschichtlichen Lernens mit Kindern gewidmet hat und bei der es auch darum ging, wie mit Kindern zu Themen wie dem Nationalsozialismus gearbeitet werden kann. Die erwähnte Idee der Universität Frankfurt, einen Gedenktag am 27. Januar einzuführen, könnte vielleicht auch für die Universität Hildesheim eine Option sein.“

 

Studierende durch gezielte Lernpartnerschaften auf ihren Bildungswegen unterstützen

Sabrina Zourelidis (Studentin), Annette Lützel und Katharina Melzner. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Seit Herbst 2015 sind Katharina Melzner und Annette Lützel gemeinsam mit Lehramtsstudierenden jeden Tag in einer Erstaufnahmestelle in Hildesheim. Melzner studiert „Deutsch als Zweitsprache“ und leitet den Sprachunterricht. Studentinnen und Studenten unterstützen Erwachsene, die seit wenigen Wochen in Deutschland leben, beim Sprachenlernen im Rahmen ihres Sozialpraktikums. Das Projekt wird 2016 fortgeführt, Studierende können mitwirken. Am 4. Dezember 2015 findet eine Informationsveranstaltung für Studierende statt.

Katharina Melzner und Annette Lützel sagen anlässlich der HRK-Initiative:

„Eine Hochschule hat die Aufgabe, junge Menschen auf ein akademisch ausgerichtetes Berufsleben vorzubereiten. Sie spiegelt daher einen Teil der Gesellschaft wider. Und dazu gehören alle Menschen, die in Deutschland leben – auch Migranteninnen und Migranten und Flüchtlinge!

Man könnte deren Situation an Hochschulen verbessern durch zum Beispiel:

  • explizitere Sprachförderung durch die Uni
  • besserer Hochschulzugang
  • Unterstützung dieser Studierenden durch gezieltere Lernpartnerschaften.“

 

Mehrsprachigkeit von Jugendlichen und Erwachsenen als Chance aufgreifen



... sagt Prof. Elke Montanari über das Sprachlernprojekt in der Erstaufnahmestelle in Hildesheim.

Die Professorin für Deutsch als Zweitsprache bildet an der Universität Hildesheim Lehrerinnen und Lehrer aus und befasst sich in der Forschung mit der Frage, wie Kinder und Jugendliche mehrsprachig aufwachsen.

 

Wertschätzung und Neugierde im Alltag

Vera Volkmann untersucht, wie Teilhabe durch und im Sport gelingen kann. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Prof. Vera Volkmann lehrt und forscht am Institut für Sportwissenschaft der Universität Hildesheim. Die Sportwissenschaftlerin unterstützt Lehramtsstudierende beim Aufbau von Sportprojekten und untersucht derzeit in einer Begleitforschung an Schulen in Peine und Hildesheim, wie Sport Jugendliche zusammenbringen kann.

Die Professorin sagt:

„Für mich ist eine ‚weltoffene Hochschule‘ eine Hochschule, die die Unterschiedlichkeit ihrer Studierenden als Bereicherung ansieht und nicht nur den bildungsbürgerlichen Habitus reproduziert. Es ist eine Hochschule, die durch Forschung und Lehre dazu anregt, ‚Normalität' als relativ und variabel zu erkennen und Irritationen bereit hält.

Am deutlichsten bemerkt man dies im alltäglichen Umgang miteinander, der durch Wertschätzung und Neugierde auf ‚den anderen' geprägt sein sollte. Man kann dies besonders durch die entsprechende Auswahl von Themen für Lehrveranstaltungen und Tagungen, aber auch durch eine ausgeprägte Diskussionskultur erreichen. Wenn Studierende ihrerseits Impulse geben, kann man als Lehrperson eine förderliche Rahmung und Unterstützung bieten.

Ich bemühe mich, einen wertschätzenden und fördernden Umgang mit den Studierenden zu pflegen, der sich auch nicht nur auf die Lehrveranstaltungen und ähnliches beschränkt. Ich versuche, auch als Person mit entsprechenden Werten zur Verfügung zu stehen, wo immer mir dieses möglich ist. Im Zentrum für Bildungsintegration bin ich zum Beispiel für den Focal Point ‚Sport - Teilhabe – Perspektiven‘ verantwortlich und befasse mich in Forschung – aber auch Interventionsprojekten damit, unter welchen Bedingungen die Teilhabe an der Bewegungs-, Spiel- und Sportkultur für alle in unserer Gesellschaft gesteigert werden kann.“

 

Dialog und Begegnung fördern

Marit Breede und ihr Team ermutigen Studierende, ins Ausland zu gehen. Foto: Clemens Heidrich

Marit Breede vom International Office der Universität Hildesheim:

„Eine weltoffene Hochschule – daran arbeiten wir im International Office tagtäglich! Ganz konkret dadurch, dass wir unser Bestmögliches tun, um internationalen Studierenden ihren Aufenthalt an der Universität Hildesheim zu einem unvergesslichen und angenehmen Erlebnis zu machen. Und im Gegenzug möglichst viele hiesige Studierende ermutigen, das Abenteuer Ausland zu wagen. So bringen wir Menschen verschiedener Kulturen miteinander in Kontakt, in Hildesheim und im Ausland, und fördern den Dialog und die Begegnung – meiner Ansicht nach ist dies immer noch die effektivste Möglichkeit, Fremdenfeindlichkeit vorzubeugen.“

Wer im Ausland studieren möchte, erhält beim Go-Out-Tag am 18. November 2015 alle Information rund um Planung, Studienmöglichkeiten und Finanzierung.

 

Respekt!

Es beginnt in der Schule, man lernt, einander zu respektieren, sagt Nadine Raygrotzki. Foto: Lange/Uni Hildesheim

Nadine Raygrotzki studiert in Hildesheim Lehramt mit den Fächern Mathematik und Englisch.

Die Studentin sagt:

„Eine weltoffene Hochschule? Alle sollten zusammen studieren können und einander respektieren. Ich arbeite bald im Klassenzimmer – an Schulen sollte es fair zugehen. Ich möchte Lehrerin werden und alle gleich behandeln. Man darf niemanden wegen seiner Herkunft benachteiligen.“

 

Vielfalt ist eine Chance, um voneinander und miteinander zu lernen

Morena Piro vom Center for World Music an der Universität Hildesheim:

„Eine weltoffene Hochschule stellt sich den gesellschaftlichen Herausforderungen und sieht die Vielfalt als Chance, voneinander und miteinander zu lernen. Der berufsbegleitende Weiterbildungsstudiengang ‚musik.welt - Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung' am Center for World Music reagiert auf die aktuellen Herausforderungen unserer sich kulturell wandelnden Gesellschaft. Musik schafft hier Räume, in denen sich die Studierenden aus unterschiedlichsten Herkunftsländern auf Augenhöhe begegnen."

 

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news-10938 Tue, 10 Nov 2015 17:04:00 +0100 Diversity-Tag: Religiöse Vielfalt in Schulen https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/diversity-tag-religioese-vielfalt-in-schulen/ Auseinandersetzung mit Religion, mit unterschiedlichen Glaubensvorstellungen und Wertorientierungen ist für eine plurale Gesellschaft unverzichtbar, sagt Professorin Viola Georgi. In einer Podiumsdiskussion an der Universität sprechen Fachleute am Donnerstagabend, 12. November 2015, über religiöse Vielfalt im Schulalltag. Auseinandersetzung mit Religion, mit unterschiedlichen Glaubensvorstellungen und Wertorientierungen ist für eine plurale Gesellschaft unverzichtbar, sagt Professorin Viola Georgi. „Lehrerinnen und Lehrer müssen vor allem Gelegenheiten haben, sich in Studium und Praxis mit unterschiedlichen Glaubensvorstellungen und Wertorientierungen intensiv zu beschäftigen, zum Beispiel im Rahmen von Seminaren zur Interkulturellen Schul- und Unterrichtsentwicklung, so wie wir sie an der Universität Hildesheim anbieten.“ Dabei gehe es um die Reflexion der „eigenen“ religiösen und kulturellen Prägung, so Georgi, aber auch um das Wahrnehmen und Kennenlernen von religiösen Traditionen und Praxen, mit denen man nicht so vertraut ist. „Wir wollen die Neugier der Studierenden wecken, Kenntnisse vermitteln und interkulturelle Kompetenzen fördern.“

Viola Georgi leitet an der Hildesheimer Universität das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“. Jährlich lädt sie mit ihrem Team zum „Diversity-Tag“ ein. Fachleute, Lehrende und Studierende tauschen sich aus, im Vorjahr haben sie sich mit dem Themenfeld „Mehrsprachigkeit“ auseinandergesetzt. Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, berichteten zum Beispiel in einer Ausstellung über ihren Alltag und ihre Sprachen. In diesem Jahr befassen sich die Wissenschaftlerinnen  mit der religiösen Vielfalt an Schulen und laden am Donnerstagabend, 12. November 2015, zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion mit anschließendem Konzert (PDF) im neuen Forum am Universitätsplatz 1 ein.

Am Freitag tauschen sich 20 namhafte Experten und Expertinnen aus dem Bereich der Religionswissenschaften und der Interkulturellen Bildung aus. Gemeinsam mit dem Europarat, dem „European Wergeland Centre“ und der „Coordinating Group for Religion and Education in Europe“ (CoGREE) lädt das Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim zu einer nichtöffentlichen „Nationalen Konsultation“ (PDF) ein.

Die Fachleute diskutieren, wie man der religiösen Pluralität im Klassenzimmer gerechter werden kann. „Gerade angesichts der derzeitigen Neuzuwanderung von Menschen mit vornehmlich muslimischen religiösen Prägungen rückt die Frage nach der Rolle von Religion und ihrer Vermittlung erneut ins Zentrum gesellschaftspolitischer Debatten“, sagt Viola Georgi. Deutschland habe, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, etwa im Vergleich zum laizistisch geprägten Frankreich, „ein sehr spezielles Modell von schulischem Religionsunterricht“, so die Erziehungswissenschaftlerin. Religion sei in Frankreich Privatangelegenheit und wird daher nicht als Fach in der Schule unterrichtet. „In Deutschland findet religiöse Unterweisung in der Schule statt und wird zudem konfessionell unterrichtet. Angesichts der rasanten Diversifizierung religiöser Gruppen und Glaubensgemeinschaften sowie starken Säkularisierungsprozessen werden wir im Rahmen der Nationalen Konsultation diskutieren, wie zeitgemäß dieses Modell religiösen Lernens ist. Es muss gefragt werden, ob Ethikunterricht und Religionskunde oder ein integrativer Religionsunterricht, der Schülerinnen und Schüler aller Glaubensrichtungen einbezieht, nicht eine inklusivere Alternative für Religionslernen in der Einwanderungsgesellschaft darstellen könnte. Wir wollen nach den Zusammenhängen von interkultureller und interreligiöser Bildung fragen und dabei die Chancen und Rahmenbedingungen für gelebte religiöse Vielfalt in der Schule ausloten, aber auch Konfliktfelder und Fallstricke benennen“, sagt die Professorin.

Im Rahmen des Symposiums werden die Fachleute ein neues Konzept des Europarates beraten und Empfehlungen zur Weiterentwicklung und Implementierung dieses Konzeptes für den deutschen Kontext formulieren.

Diversity-Tag an der Universität Hildesheim

Die öffentliche Podiumsdiskussion „Religion und Schule: Kontroversen – Standpunkte – Perspektiven" beginnt am Donnerstag, 12. November 2015, um 18:00 Uhr im neuen Forum am Universitätsplatz 1. Es diskutieren die Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track (Landeskirchenamt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers), Annett Abdel-Rahman (Universität Osnabrück), Theologieprofessor Martin Schreiner (Stiftung Universität Hildesheim), Riem Spielhaus (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen Centre for Islam & Law in Europe) sowie Professor Wolfram Weiße (Universität Hamburg, Akademie der Weltregionen). Professorin Viola B. Georgi (Zentrum für Bildungsintegration, Stiftung Universität Hildesheim) und Peter Schreiner (Comenius-Institut, Münster, Coordinating Group for Religion in Education in Europe) moderieren die Diskussion.

Anschließend geben Maximilian Guth und Ehsan Ebrahimi Einblicke in ein interkulturelles Musikprojekt für Chor und Instrumentalensemble.

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Evangelische Theologie Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration
news-10941 Sat, 07 Nov 2015 08:31:00 +0100 Deutsch als Zweitsprache: Mehrsprachigkeit wertschätzen https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/deutsch-als-zweitsprache-mehrsprachigkeit-wertschaetzen/ Wer hilft beim Spracherwerb nach der Flucht? Schulen sollten Mehrsprachigkeit von Jugendlichen als Chance aufgreifen, sagt Elke Montanari anlässlich der Jahreskonferenz der Integrationsbeauftragten. Die Professorin bildet an der Hildesheimer Universität Lehrerinnen und Lehrer im Schwerpunkt „Deutsch als Zweitsprache" aus. Auf ihrer Jahreskonferenz, die diesmal von Niedersachsen in Göttingen ausgerichtet wurde, haben die Integrations-, Ausländer- und Migrationsbeauftragten der Bundesländer mehrere Resolutionen, unter anderem eine Resolution zum Thema Sprache, beschlossen. Die Integrationsbeauftragten sprechen sich für differenzierte Maßnahmen aus, um alle Altersgruppen beim Sprachenlernen zu unterstützen. Mehrsprachigkeit und der Schulbesuch für alle Kinder von Anfang an sind wichtige Ziele in dem Papier.

Für die Sprachwissenschaftlerin Elke Montanari ist diese Resolution das Ergebnis einer „spannenden Entwicklung“. „Betrachtet werden sowohl akute Maßnahmen als auch nachhaltige Lösungen entlang des ganzen Lebens“, sagt die Professorin für Deutsch als Zweitsprache von der Universität Hildesheim. Sie ist auch Mitglied des Vorstands des „Zentrums für Bildungsintegration“.

„Es kommt darauf an, die Chancen in der aktuellen Situation zu sehen, die sich eröffnen. Diese liegen zum Beispiel in den Möglichkeiten, mehrsprachige Modellschulen stärker als bisher zu fördern und Mehrsprachigkeit in Schulkonzepten zu verankern. Mehrsprachigkeit schlägt sich auf die gesamte Sprachentwicklung nieder“, so Elke Montanari. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die schnelle Umsetzung des Kinderrechts auf Bildung, das in der UN-Kinderrechtskonvention verankert ist.

Elke Montanari bildet an der Hildesheimer Universität Lehrerinnen und Lehrer im Schwerpunkt „Deutsch als Zweitsprache" aus und fort. Lehramtsstudierende unterstützen gemeinsam mit einer DAZ-Sprachlehrerin seit Herbst 2015 Erwachsene täglich beim Spracherwerb in einer Hildesheimer Erstaufnahmestelle und haben dafür ein spezifisches Konzept erarbeitet. Weitere Studentinnen und Studenten kombinieren das Sprachenlernen mit dem Sport (Fußball) an Hildesheimer Schulen.

Professorin Elke Montanari hat im Rahmen der Jahreskonferenz in Göttingen am Freitag (6. November 2015) einen Vortrag zum Thema „Willkommen in der Schule!“ gehalten. Sie hebt hervor, dass Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungs- oder Fluchterfahrung eine Bereicherung für die Schule sind. Damit der Spracherwerb gelingt, müssten zukünftige Lehrerinnen und Lehrern bereits im Studium auf den Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer vorbereitet werden.

Die Niedersächsische Landesbeauftragte Doris Schröder-Köpf zeigte sich in einer Stellungnahme am Freitag zufrieden mit dem Verlauf und den Ergebnissen der Herbstkonferenz: „Ich freue mich sehr, dass wir Landesbeauftragten in so vielen grundlegenden Punkten an einem Strang ziehen. Die Beauftragten sind sich einig, dass ein wirtschaftlich starkes Deutschland auch weiterhin seiner besonderen Verantwortung in Europa gerecht werden muss. Und es muss uns gelingen vom Krisenmanagement zu einem langfristigen Integrationsmanagement überzugehen. Mir liegt die Botschaft von Resolution vier besonders am Herzen: Rassismus und Gewalt gegen Flüchtlinge und ihr soziales Umfeld haben in Deutschland keinen Platz."

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100 und presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Deutsche Sprache Zentrum für Bildungsintegration Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Flüchtlinge Lehrerbildung Bildungsintegration MA DaZ/DaF
news-10729 Fri, 09 Oct 2015 17:51:00 +0200 Lehrerausbildung: Vielfalt an Schulen https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/lehrerausbildung-vielfalt-an-schulen/ Vielfalt im Lehrerzimmer: Die Universität Hildesheim möchte mit „Orientierungstagen" Jugendliche für den Lehrerberuf begeistern. Eine Bewerbung ist ab sofort möglich. Lehrerinnen und Lehrer können zum Wohlbefinden und zum Bildungserfolg ihrer Schüler beitragen, sagt Professorin Viola Georgi. Ein Ziel der regionalen Orientierungstage ist, Jugendliche – vor allem mit Migrationsbiographie – für den Lehrerberuf zu interessieren. Die Initiative des Kultusministerium startet an mehreren Standorten in Niedersachsen. Mit einer Tagung haben im Oktober 2015 etwa 170 Fachleute aus Wissenschaft und Schule ein Zeichen für Vielfalt gesetzt. Die Konferenz des Niedersächsischen Kultusministeriums und der Universität Hildesheim bildet zugleich den Auftakt für die Orientierungstage „Vielfalt im Klassenzimmer = Vielfalt im Lehrerzimmer". An den Standorten Braunschweig, Göttingen, Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück bieten die Universitäten und Studienseminare in den nächsten Monaten regionale Orientierungstage an, um Jugendliche – insbesondere mit Migrationsbiographie – für das Thema „Vielfalt an Schulen" zu sensibilisieren und für den Berufswunsch Lehramt zu interessieren.

Lehrerinnen und Lehrer, sagt Professorin Viola Georgi von der Universität Hildesheim, spielen eine Schlüsselrolle für „gelingende Bildungsintegration, denn sie können ganz maßgeblich zum Wohlbefinden und zum Bildungserfolg ihrer Schüler beitragen".

Nur knapp fünf Prozent der Lehrerinnen und Lehrer haben selbst einen Migrationshintergrund. Das Ungleichgewicht setze sich im öffentlichen Dienst weiter fort, sowohl in Behörden als auch bei der Polizei, sagt die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf. Dies müsse sich ändern. „Oftmals fehlt es an umfassenden Kenntnissen über Bildungswege und Berufsmöglichkeiten. Hier müssen wir ansetzen, Öffentlichkeit herstellen und für das Thema sensibilisieren", so Doris Schröder-Köpf.

„Mit der Fachtagung und den Orientierungstagen unterstreichen wir, dass die interkulturelle Öffnung von Schulen wichtig ist", sagt Claudia Schanz, Referatsleiterin im Niedersächsischen Kultusministerium. „Wir wollen dazu beitragen, dass Bildungserfolg unabhängig von Herkunft gelingen kann. Und wir wollen die Vielfalt im Klassenzimmer auch im Lehrerzimmer erreichen, denn wir wissen, dass Schülerinnen und Schüler mit Migrationsbiographie am Ende der Schulzeit oft andere Berufsinteressen haben, als den Lehrerberuf. Deshalb werben wir aktiv dafür. Sie haben aufgrund ihrer Lebensbiographie ein vertieftes Verständnis für die Lebenswelt der Jugendlichen. Sie sollen aber zuallererst gute Lehrer sein und nicht auf diese Rolle als Brückenbauer festgelegt werden."

Welche Rolle nehmen Lehrkräfte in der Schule ein, deren Familien zum Beispiel nach Deutschland eingewandert sind, die selbst mehrsprachig aufgewachsen sind oder im Ausland unterrichtet und interkulturelle Erfahrungen gesammelt haben? Die Erziehungswissenschaftlerin Yvonne Rechter von der Universität Hildesheim betont, dass die Mehrsprachigkeit, die viele Lehrkräfte mitbringen, ein großer Vorteil für das Unterrichten heterogener Schulklassen sei. Letztlich müssten aber alle Lehrkräfte – unabhängig von ihrer Herkunft – lernen, wie sie mit Vielfalt umgehen, sagt Rechter. Sie fördert Lehramtsstudierende beim Sammeln von zusätzlichen Praxiserfahrungen im Studium. In Hildesheim unterstützen Studierende im Projekt „LernKU(h)LT“ seit 2006 Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen im Team. Zwei Mal in der Woche lernen sie gemeinsam in einer Kleingruppe und halten Kontakt zu den Eltern und Lehrkräften.

Claudia Schanz berichtet von einem Netzwerk, in dem sich etwa 300 Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte engagieren. Erfreulich sei, so Schanz, dass „immer mehr auch Funktionen einnehmen, die Schulleitung übernehmen und im Karriereweg aufsteigen". „Die Lehrkräfte gehen in Schulen und werben aktiv für den Lehrerberuf", so Schanz. Das Niedersächsische Kultusministerium stellt für das „Migranetz" personelle Ressourcen zur Verfügung.

Auf der Hildesheimer Tagung haben sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch mit dem Themenfeld „Bildungswege nach der Flucht" befasst. Derzeit werden viele Kinder und Jugendliche, die eine Flucht hinter sich haben, in sogenannten Willkommens-, Sprachlern- oder Migrationsklassen – die Bezeichnung variiert je nach Bundesland – auf den Schulalltag in Deutschland vorbereitet. Wie unterstützen Schulen und Bildungseinrichtungen Kinder und Jugendliche bei diesem Übergang? „Vielerorts – besonders in den Städten – klappt das gut, weil Schulen in Deutschland vielfältige Erfahrungen im Umgang mit migrationsbedingter sozialer, kultureller und sprachlicher Vielfalt gesammelt haben. Aber es gibt auch Schulen, die überfordert sind, weil ihnen Personal fehlt, Sozialarbeiter, Psychologen und Dolmetscher etwa, die gerade dringend gebraucht werden", sagt Professorin Viola Georgi, die am Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim über „Schule in der Einwanderungsgesellschaft" und „Bildungschancen" forscht.

„Je eher die Kinder und Jugendlichen wieder einen strukturierten Alltag erleben, umso besser", so Prof. Viola Georgi. Sie sind in der Schule unter Gleichaltrigen, lösen Aufgaben gemeinsam, sie spielen zusammen Fußball, gehen ins Theater oder besuchen den Zoo. Der Schulalltag mit all seinen Routinen hilft dabei, sich in der neuen Gesellschaft zu orientieren und entlastet auch die Eltern.

Die Tagung des Niedersächsischen Kultusministeriums und der Universität Hildesheim wurde vom Niedersächsischen Sozialministerium gefördert. Beteiligt sind unter anderem das Zentrum für Bildungsintegration, das Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung und das Institut für Erziehungswissenschaft.

Jetzt anmelden: Orientierungstage / Ministerium und Universität werben für mehr Vielfalt im Lehrerzimmer

Die Initiative des Niedersächsischen Kultutsministeriums kommt auch nach Hildesheim: An der Universität Hildesheim und an Schulen finden die Orientierungstage „Vielfalt im Klassenzimmer = Vielfalt im Lehrerzimmer!" am Samstag, 16. Januar 2016, und am Donnerstag, 21. Januar 2016, statt. Der zweitätige Kompaktkurs gibt Einblicke in das Lehramtsstudium und zeigt die Chancen des Lehrerberufs. Schülerinnen und Schüler von der 11. bis 13. Klasse können sich bis zum 12. Dezember 2015 bewerben. Das Angebot richtet sich vor allem an junge Menschen mit Migrationsbiographie.
Weitere Informationen zur Teilnahme findet man online.

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Lehrerbildung Bildungsintegration
news-10832 Fri, 09 Oct 2015 12:05:00 +0200 Uni macht den Weg für Flüchtlinge frei https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/uni-macht-de/ Die Universität Hildesheim und die HAWK bieten Flüchtlingen die Möglichkeit eines Schnupperstudiums an. In zulassungsfreien Studiengängen können ohne Sprachvoraussetzungen Seminare und Vorlesungen belegt werden. Für ein ebenfalls kostenloses Gasthörerstudium müssen Bewerber eine kleine Sprachprüfung bestehen, die an der HAWK abgenommen werden kann. In das Konzept miteinbegriffen sind die kostenlose Nutzung der Busse im Regionalverkehr und Tandem-Partnerschaften, bei denen Studierende Patenschaften für Geflüchtete übernehmen. Pressespiegel regional Anker Peers Universität Hildesheim Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Flüchtlinge news-10726 Wed, 07 Oct 2015 08:00:00 +0200 Studium nach der Flucht: Uni-Zugang für Flüchtlinge / #UninachFlucht https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/studium-nach-2/ N24 Nachrichten über Bildungswege nach der Flucht: Die Universität Hildesheim bietet seit Frühjahr 2015 ein Schnupperstudium an. „Ich möchte weiterlernen und den Master machen, darum besuche ich die Uni Hildesheim", sagt Moussa dem Nachrichtensender N24. Er lebt seit eineinhalb Jahren in Hildesheim und interessiert sich für Umwelt, Naturschutz und Politikwissenschaft. Seit April 2015 geht er zur Universität Hildesheim, „auch, um Deutsch zu lernen", so N24. „Den Einstieg ins Uni-Leben will die Universität ihnen so weit wie möglich vereinfachen", so N24. Ein Professor aus dem Institut für Sozialwissenschaften, Hannes Schammann, berät Moussa bei der Wahl der Seminare und Vorlesungen.

„Flüchtlinge, die ohne Papiere kommen, die möglicherweise auch noch nicht die Sprachkenntnisse haben, haben die Möglichkeit zu einem Schnupperstudium, zu einem Gaststudium", sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich dem Nachrichtensender N24. Etwa ein Dutzend weitere Flüchtlinge lernten mit ihm im Schnupperstudium an der Universität Hildesheim in Niedersachsen.

N24, „Uni-Zugang für Flüchtlinge", 07.10.2015 (Filmbeitrag, ~ 1:30 Min.) [zeitlich begrenzt online abrufbar]

Kontakt zu Studierenden und zu Lehrenden, die Studieninteressierte nach der Flucht unterstützen, über die Universität Hildesheim (Isa Lange, presse[at]uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Migrationspolitik Sozialwissenschaften Politik Biologie & Chemie Fachbereich 4 MSc Umwelt Pressespiegel überregional Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration Flüchtlinge
news-10727 Tue, 06 Oct 2015 08:00:00 +0200 Willkommensklasse – und dann? Auf die Schulen kommt jetzt Großes zu: Sie müssen Hunderttausende Flüchtlingskinder integrieren. Wie soll das gehen? https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/willkommensk/ HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG und HILDESHEIMER ALLGEMEINE ZEITUNG über Schule in der Einwanderungsgesellschaft: Professorin Viola Georgi untersucht an der Universität Hildesheim, wie Schulen mit Vielfalt umgehen, und bildet Fachleute für den Bildungsbereich aus. Die Politikredakteurin Marina Kormbaki berichtet in einem Schwerpunkt-Artikel (Seite 3) überden Alltag in Sprachlernklassen und wie Schulen Kinder und Jugendliche beim Ankommen in Deutschland unterstützen. „'Wir haben in der Vergangenheit bereits vielfältige Erfahrungen gesammelt und Konzepte entwickelt. Wir müssen jetzt das Rad nicht neu erfinden', sagt Prof. Viola Georgi, Bildungsexpertin an der Uni Hildesheim. 'Schon seit Langem vermitteln wir Lehramtsstudenten eine Pädagogik, die kulturelle Unterschiede und Mehrsprachigkeit von Schülern nicht mehr als Problem betrachtet'“, heißt es in der HANNOVERSCHEN ALLGEMEINEN ZEITUNG.

Hannoversche Allgemeine Zeitung, Willkommensklasse – und dann? Auf die Schulen kommt jetzt Großes zu: Sie müssen Hunderttausende Flüchtlingskinder integrieren. Wie soll das gehen?", Politik Seite 3, 06.10.2015 (print)

Kontakt zu Studierenden und zu Lehrenden, die Studieninteressierte nach der Flucht unterstützen, über die Universität Hildesheim (Isa Lange, presse[at]uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Fachbereich 1 Allg. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Deutsche Sprache Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel überregional Bildungsintegration Lehrerbildung Flüchtlinge
news-10702 Sun, 04 Oct 2015 16:58:00 +0200 Bildungswege: Studium nach der Flucht https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/bildungswege-studium-nach-der-flucht-3/ Seit Frühjahr 2015 ermöglicht die Universität Hildesheim Studieninteressierten mit Fluchterfahrung ein kostenfreies „Schnupperstudium“. Lehrende und Studierende unterstützen junge Erwachsene aus Syrien, Irak, Pakistan oder Sudan dabei, im Uni-Alltag anzukommen und Perspektiven für den weiteren Bildungsweg zu entwickeln. Wie finde ich eine passende Lehrveranstaltung? Muss ich Zeugnisse vorlegen? Wie gut muss ich die deutsche Sprache sprechen? Wie kann ich Kontakt zu Studierenden aufbauen?

Auch im Wintersemester 2015/16 wird es für Asylsuchende und Flüchtlinge wieder die Möglichkeit geben, an Kursen der Universität Hildesheim teilzunehmen.

Beim Schnupperstudium müssen keinerlei Bedingungen erfüllt werden. Das Studium soll dabei helfen, die Studienstrukturen und andere Studierende kennen zu lernen, interessante Seminare und Vorlesungen zu besuchen und dabei die deutsche Sprache und Wissenschaftssprache zu lernen", sagt Hannes Schammann, Juniorprofessor für Migrationspolitik. Wichtig sei es aber auch, um Struktur in den Alltag zu bekommen und Perspektiven für das eigene Leben zu entwickeln. „Dabei helfen wir durch studentische Beratung und die Vermittlung von Tandempartnern", so Steffi Albrecht, Mitarbeiterin im International Office der Uni. Beliebt sind Studienfächer wie Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften, aber auch die Sozialwissenschaften.

Studierende („Anker-Peers“) begleiten die Studierenden mit Fluchterfahrung auf ihrem Weg durch die Universität. Sie wurden für die Beratung von der Studienberatung geschult und kennen Unterstützungsprogramme Außerdem bilden sie Sprachtandems. „Studierende aus Irak, Syrien, Sudan und Afghanistan suchen Tandempartner. Es geht um den Austausch in der Alltagssprache. In meine Sprechstunden kommen vermehrt junge Flüchtlinge, die einfach gerne Deutsch sprechen möchten und gleichzeitig Kontakt mit anderen jungen Menschen suchen“, sagt Steffi Albrecht.

Seit Frühjahr 2015 ermöglicht die Universität Hildesheim Studieninteressierten mit Fluchterfahrung ein kostenfreies „Schnupperstudium“. Die etwa 20 jungen Erwachsenen haben sehr unterschiedliche Lebensläufe und Bildungsabschlüsse, einige haben noch kein Studium absolviert, manche haben ein Studium in Syrien, Irak, Pakistan oder Sudan begonnen oder abgeschlossen. Am Zentrum für Bildungsintegration arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Schwerpunkt „Bildungsteilhabe von Flüchtlingen" zusammen.

Wege in die Universität: Kontakt für Studieninteressierte

Die Universität Hildesheim lädt Studieninteressierte mit Fluchterfahrung am Mittwoch, 7. Oktober 2015, um 16:00 Uhr zu einer Infoveranstaltung an die Universität ein (Forum am Universitätsplatz 1, Hildesheim). Auch Ehrenamtliche und Multiplikatoren, die in der Flüchtlingshilfe tätig sind, können sich bei den Lehrenden und Forschern der Uni informieren. Interessierte können sich gerne bei Rückfragen an Steffi Albrecht vom International Office der Uni (steffi.albrecht@uni-hildesheim.de) und Prof. Dr. Hannes Schammann (hannes.schammann@uni-hildesheim.de) wenden.

Hilfe für ein Studium nach der Flucht / Spenden

Die Stiftung Universität Hildesheim versucht derzeit, Studierende mit Fluchterfahrung bei der Finanzierung ihres weiteren Studiums zu unterstützen. Bürger, Unternehmen und Organisationen, die helfen möchten, können steuerlich absetzbare Spenden unter dem Stichwort „Studium nach der Flucht“ auf das Konto der Stiftung Universität Hildesheim bei der Nord/LB Hannover (IBAN: DE86250500000106031768 / BIC: NOLADE2HXXX) überweisen. Wer Fragen hat, kann Markus Langer (markus.langer@uni-hildesheim.de; 05121.883-90130) kontaktieren.

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Migrationspolitik Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Politik Sozialwissenschaften Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Flüchtlinge
news-10838 Thu, 01 Oct 2015 12:05:00 +0200 Diskriminierung fängt im Schulbuch an https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/diskriminier/ Lehrer müssen sich immer stärker mit Schülern auseinandersetzen, die über einen Migrationshintergrund verfügen. Das bisherige Bildungsmodell ist allerdings nicht mehr zukunftsfähig. Auf der Fachtagung "Vielfalt im Klassenzimmer" an der Universität Hildesheim wurden die aktuellen Probleme diskutiert und mögliche Lösungsstrategien aufgezeigt. Die Tagung richtete sich vor allem an diejenigen, die die Last dieser Integrationsarbeit zu tragen haben: Die Lehrer. Pressespiegel regional Ang. Erziehungswissenschaft Deutsche Sprache Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Allg. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) news-10640 Wed, 30 Sep 2015 08:06:00 +0200 Schule in der Einwanderungsgesellschaft https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/schule-in-der-einwanderungsgesellschaft/ Lehrerinnen und Lehrer spielen eine Schlüsselrolle für „gelingende Bildungsintegration", sagt Professorin Viola Georgi. Anfang Oktober befassen sich Fachleute an der Universität Hildesheim mit dem Themenfeld „Schule in der Einwanderungsgesellschaft". Unter anderem sprechen sie über „Bildungswege nach der Flucht". Außerdem geht es um die Frage, welche Rolle Lehrkräfte spielen, deren Familienbiografie selbst von Migration geprägt ist, die mehrsprachig aufgewachsen sind oder im Ausland unterrichtet und interkulturelle Erfahrungen gesammelt haben. Am Donnerstag, 1. Oktober 2015, befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Pädagoginnen und Pädagogen aus der Schule und dem Bereich Migration und Teilhabe mit dem Thema „Vielfalt an Schulen". Die Tagung des Niedersächsischen Kultusministeriums und der Universität Hildesheim (zum Programm) wird vom Niedersächsischen Sozialministerium gefördert. Beteiligt sind unter anderem das Zentrum für Bildungsintegration, das Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung und das Institut für Erziehungswissenschaft. Zur Begrüßung spricht die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf.

Die Fachtagung bildet den Auftakt für die Orientierungstage „Vielfalt im Klassenzimmer = Vielfalt im Lehrerzimmer": An den Standorten Braunschweig, Göttingen, Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück bieten die Universitäten und Studienseminare regionale Orientierungstage an, um Jugendliche – insbesondere mit Migrationsbiographie – für das Thema „Vielfalt an Schulen" zu sensibilisieren und für den Berufswunsch Lehramt zu interessieren.

Lehrerinnen und Lehrer, sagt die Hildesheimer Professorin Viola Georgi, spielen eine Schlüsselrolle für „gelingende Bildungsintegration, denn sie können ganz maßgeblich zum Wohlbefinden und zum Bildungserfolg ihrer Schüler beitragen".

Die Fachtagung soll ein Zeichen für Vielfalt und die interkulturelle Öffnung von Schulen setzen, sagt Claudia Schanz, Referatsleiterin im Niedersächsischen Kultusministerium. Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei. Die Tagung richtet sich insbesondere an Fachleute aus Schulen, Bildungseinrichtungen und Hochschulen sowie an Lehramtsstudierende und am Lehrerberuf Interessierte. Eine Anmeldung ist erforderlich bei Marina de Greef (via E-Mail bis zum 30.09.2015: Marina.deGreef[at]mk.niedersachsen.de).

Derzeit werden viele Kinder und Jugendliche, die eine Flucht hinter sich haben, in sogenannten Willkommens-, Sprachlern- oder Migrationsklassen – die Bezeichnung variiert je nach Bundesland – auf den Schulalltag in Deutschland vorbereitet. Wie unterstützen Schulen und Bildungseinrichtungen Kinder und Jugendliche bei diesem Übergang? „Vielerorts – besonders in den Städten – klappt das gut, weil Schulen in Deutschland vielfältige Erfahrungen im Umgang mit migrationsbedingter sozialer, kultureller und sprachlicher Vielfalt gesammelt haben. Aber es gibt auch Schulen, die überfordert sind, weil ihnen Personal fehlt, Sozialarbeiter, Psychologen und Dolmetscher etwa, die gerade dringend gebraucht werden", sagt Professorin Viola Georgi, die an der Universität Hildesheim zum Thema  „Schule in der Einwanderungsgesellschaft" forscht.

Auf der Fachtagung geht es auch um die Frage, welche Rolle Lehrkräfte in der Schule einnehmen, deren Familien zum Beispiel nach Deutschland eingewandert sind, die selbst mehrsprachig aufgewachsen sind oder im Ausland unterrichtet und interkulturelle Erfahrungen gesammelt haben.

Die Erziehungswissenschaftlerin Yvonne Rechter von der Universität Hildesheim betont, dass die Mehrsprachigkeit, die viele Lehrkräfte mit Migrationshintergrund mitbringen, ein großer Vorteil für das Unterrichten heterogener Schulklassen sei. Letztlich müssten aber alle Lehrkräfte – unabhängig von ihrer Herkunft – lernen, wie sie mit Vielfalt umgehen, sagt Rechter. Sie fördert unter anderem Lehramtsstudierende beim Sammeln von zusätzlichen Praxiserfahrungen im Studium. In Hildesheim unterstützen Studierende im Projekt „LernKU(h)LT“ seit 2006 Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen im Team. Zwei Mal in der Woche lernen sie gemeinsam in einer Kleingruppe und halten Kontakt zu den Eltern und Lehrkräften.

Themen der Tagung sind zum Beispiel:

  • Schule in der Migrationsgesellschaft
  • Umgang mit durch Flucht traumatisierten Kindern und Jugendlichen in Schule
  • Mehrsprachigkeit von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern im Unterricht/in der Schule
  • Rassismus- und antisemitismuskritische Jugendarbeit
  • Diversity in Schulbüchern und Unterrichtsmaterialien

Lesetipp / Aktuelle Reportagen und Interviews: Sport kann verbinden

Nach der Flucht – Sport gibt Kraft und kann verbinden: Zwei Lehramtsstudenten der Universität Hildesheim begleiten Jugendliche, die geflohen sind, beim Ankommen in Deutschland. Jede Woche gehen sie gemeinsam auf den Sportplatz. Viele weitere Studierende wollen durch Theaterspielen, Musizieren und Sprachenlernen Begegnungen fördern. Lesen Sie aktuelle Reportagen und Interviews im Uni-Magazin (2015, epaper online).

Medienkontakt: Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100, 0177.8605905).

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration
news-10646 Tue, 29 Sep 2015 11:47:00 +0200 Rat für Migration: Stellungnahme zu Flucht und Asyl https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/rat-fuer-migration-stellungnahme-zu-flucht-und-asyl/ Berlin, Hildesheim. Migrationsforscher_innen aus dem Rat für Migration haben heute in Berlin das aktuelle Gesetzesvorhaben der Bundesregierung im Bereich Flucht und Asyl kommentiert. Darunter auch Hannes Schammann, Juniorprofessor für Migrationspolitik an der Universität Hildesheim. Der Rat für Migration hat heute in der Bundespressekonferenz in Berlin (Stellungnahme anhören: Phoenix) das aktuelle Gesetzesvorhaben der Bundesregierung im Bereich Flucht und Asyl kommentiert (zur ausführlichen Stellungnahme und Presseinformation des Rats für Migration vom 29.09.2015). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kritisieren, dass die Gesetzesvorschläge zur Beschleunigung des Asylverfahrens ihr Ziel verfehlten. „Um schnellere Verfahren zu gewährleisten, muss Bürokratie abgebaut werden. Die Vorschläge sehen aber eher ein Mehr an Bürokratie vor. Das bedeutet auch: Längere Wartezeiten bei Behörden und Belastung der kommunalen Haushalte", so Professor Hannes Schammann von der Universität Hildesheim. Beispielsweise werde die maximale Dauer einer sogenannten Duldung von bislang sechs auf drei Monate verkürzt. Dadurch könne aber niemand schneller abgeschoben werden. Stattdessen müssten die Menschen einfach doppelt so häufig zur Ausländerbehörde.

Auch die Wiedereinführung von Sachleistungen in Erstaufnahmeeinrichtungen – beispielsweise durch Essenspakete anstelle von Bargeld – sei ein Rückschritt in Sachen Effizienz: „Erst im März 2015 hat man Sachleistungen abgeschafft, weil sie unpraktisch und zu teuer waren. Jetzt führt man sie wieder ein", kritisiert Schammann. Zudem gebe es keinerlei Belege, dass Sachleistungen tatsächlich abschreckende Wirkung hätten, wie der Gesetzentwurf unterstellt. Schammann ist sich sicher: „Die Menschen werden trotzdem kommen."

Auch von der Einstufung von Staaten des Westbalkan als „sichere Herkunftsstaaten" versprechen sich die Wissenschaftler keine wesentliche Erleichterung. Stattdessen setzen sie auf eine unbürokratische Anerkennung aller syrischen Flüchtlinge. Bislang werden diese zwar bereits zu fast 100 % anerkannt, müssen aber durch ein aufwändiges Verfahren. „Wenn man syrische Kriegsflüchtlinge aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit pauschal anerkennen würde, wäre das Asylsystem mit einem Schlag entlastet und wieder leistungsfähig. Diese Option fehlt aber im Gesetzentwurf," so Hannes Schammann.

Die gesamte Stellungnahme des Rats für Migration mit zehn Forderungen für eine Neujustierung des Asylsystems ist hier online abrufbar.

Info: Rat für Migration

Neben Prof. Dr. Hannes Schammann engagiert sich auch Prof. Dr. Viola Georgi (Professorin für Diversity Education an der Universität Hildesheim) im Rat für Migration. Der Rat für Migration
 ist ein bundesweiter Zusammenschluss von über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen. Seine zentrale Aufgabe sieht der Rat für Migration unter anderem darin, politische Entscheidungen und öffentliche Debatten über Migration, Integration und Asyl kritisch zu begleiten.

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Migrationspolitik Pressemeldungen Fachbereich 1 Politik Sozialwissenschaften Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Flüchtlinge Erziehungswissenschaft
news-10852 Fri, 25 Sep 2015 12:05:00 +0200 Was ist so schlimm am "Negerkuss"? https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/was-ist-so-s/ In der „HAZ Kids“ Kinderserie erklärt Hannes Schammann, Juniorprofessor für Migrationspolitik an der Hildesheimer Universität, wie schnell man selbst in das rassistische Schubladendenken rutscht. Migrationspolitik Pressespiegel regional Bildungsintegration Sozialwissenschaften Politik Zentrum für Bildungsintegration Soziologie news-10850 Sat, 19 Sep 2015 12:05:00 +0200 Kreis soll deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/kreis-soll-d/ Die Zahl der FlüchtIinge, die das Land Niedersachsen dem Kreis Hildesheim in diesem Jahr zuweist, ist mit 1850 deutlich gestiegen. Die Stadt wird davon in etwa ein Fünftel aufnehmen und es wurden wichtige Weichen gestellt. Um Flüchtlingen bei der Integration zu helfen, sind kreisweit 20 Sprachkurse geplant. Die berufliche Integration soll angekurbelt werden: Universität und HAWK suchen Paten für Flüchtlinge, die ein Studium beginnen. Pressespiegel regional Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration Flüchtlinge news-10848 Fri, 18 Sep 2015 12:05:00 +0200 Bis zum Umfallen gekämpft: Im wahrsten Sinne des Wortes https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/bis-zum-umfa/ Die Erleichterung beim Fußball-Regionalligisten VfV Borussia 06 Hildesheim ist groß. Nach sechs Niederlagen in Folge konnte der Aufsteiger gegen den HSV II mit einem 2:1 den zweiten Saisonsieg einfahren. Stümer Omar Fahmy erzielte kurz nach der Pause seinen zweiten Saisontreffer. Der Lehramtsstudent an der Uni Hildesheim hat derzeit viel um die Ohren. Neben seinem Studium hat er zusammen mit Dominik Feer ein Projekt Fußball und Nachhilfe ins Leben gerufen, kurz Funah genannt. Das Konzept verbindet in idealer Weise Sport und Lernen. Pressespiegel regional Bildungsintegration Sportwissenschaft Zentrum für Bildungsintegration news-10565 Thu, 17 Sep 2015 14:40:00 +0200 Nach der Flucht: Sport gibt Kraft und kann verbinden https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/nach-der-flucht-sport-gibt-kraft-und-kann-verbinden/ Mikad hat es von einer Sprachlernklasse in die Regelklasse geschafft, für seine Freunde ist er ein Vorbild. Daria liebt das gemeinsame Fußballspiel. Orjan fühlt sich durch den Sport gestärkt. Firaz Mama wird vermisst, im Sport findet er Halt, um damit umzugehen. Zwei Lehramtsstudenten der Uni Hildesheim begleiten Jugendliche, die geflohen sind, beim Ankommen in Deutschland. Ihr Werkzeug: der Sport. Viele weitere Studierende wollen durch Theaterspielen, Musizieren und Sprachenlernen Begegnungen fördern. Darüber informierte sich Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić. Mikad* ist mit seiner Familie aus Syrien geflohen. Von der Sprachlernklasse hat der Zwölfjährige gerade den Übergang in die Regelklasse geschafft. Er besucht eine Gesamtschule in Niedersachsen, lebt seit etwa zehn Monaten in Deutschland. Er hat eine schwierige Vergangenheit, wie eigentlich alle Kinder in dieser Fußballgruppe, die Krieg und Flucht erlebt haben. „Er spricht die deutsche Sprache immer besser", beobachtet der Student Omar Fahmy. „Mikad ist ein Vorbild für die anderen Kinder, er spricht fließend die arabische Sprache in Wort und Schrift und lernt sehr fleißig."

Daria* ist ein sehr aufgewecktes Mädchen, sie besucht die Sprachlernklasse erst seit zwei, drei Monaten, kam mitten im Schuljahr hinzu. Die 12-Jährige spricht Arabisch und Kurdisch und ist mit ihrer Familie aus Syrien geflohen. „Sie macht im Fußball gut mit", freut sich Omar Fahmy.

Auch Orjan* macht große Entwicklungsfortschritte. Zunächst war es gar nicht so einfach, Freunde zu finden, er hat sich wenig zugetraut. Der Sport stärkt den Jungen. Er geht nun mehr auf Menschen zu.

Der 15-jährige Firaz* ist auf der Suche – seine Mutter wird vermisst, sein Vater ist gestorben. Der Junge lebt seit seiner Flucht aus Syrien bei seinem Onkel und dessen Sohn. Firaz kommt regelmäßig zurück auf den Sportplatz, erzählt den Lehramtsstudenten von seiner verzweifelten Lage. Seine Mama ist nicht auffindbar. „Es ist ihm sehr wichtig, am Sport teilzunehmen“, sagt Fahmy.

Die vier Jugendlichen nehmen in den Sommerferien an einem Sportcamp der Lehramtsstudenten Dominik Feer und Omar Fahmy teil. Etwa 36 Jugendliche kicken und lernen zusammen, viele Kinder kommen aus Syrien, einige aus dem Irak, andere aus Serbien. Sie leben mit ihren Familien im Flüchtlingsheim, einige wohnen in einer Wohnung in der Stadt, andere im Landkreis, 10 km entfernt von Hildesheim.

Was kann Sport auslösen? Kann Bewegung dazu beitragen, dass die Jugendlichen Kraft finden, um in Deutschland anzukommen?

Es ist August. Täglich sind Omar Fahmy und Dominik Feer auf dem Fußballplatz eines Hildesheimer Vereins. Ab 7 Uhr bereiten sie das Sportcamp vor, am Abend bauen sie ab. Dazwischen passiert viel. Nach einer Woche, es ist Samstag, fällt Omar Fahmy erschöpft ins Bett. „Ich muss das erst einmal verarbeiten. Ich bekomme immer mehr Geschichten mit. Es ist Wahnsinn, man denkt nicht, man spricht mit einem 11-Jährigen, sondern mit einem 20-Jährigen“, sagt der Student.

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur unterstützt diese Arbeit im Rahmen einer Soforthilfe für lehrerausbildende Universitäten, die Flüchtlinge beim Spracherwerb und beim Einstieg in ein Studium begleiten. Über die Arbeit an der Universität Hildesheim hat sich die Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić im August (19.08.2015) informiert. „Es geht darum, Flüchtlingen Bildungschancen zu eröffnen. Viele von ihnen verfügen über Bildungsqualifikationen und -potenziale, die wir nutzen wollen. Wir wollen Talente fördern“, so Ministerin Heinen-Kljajić. „Die Universität verfolgt Bildungsintegration mit hoher Priorität. Sie verfügt über Schwerpunkte im Lehramtsstudium, in den Erziehungswissenschaften und in der pädagogischen Psychologie.“ Ein großer Erfolg sei die Förderung des Projektes „Bildungsintegration“ aus dem niedersächsischen VW-Vorab über 2,85 Mio. Euro bis 2016.

Das Projekt FuNah („Fußball & Nachhilfe“) sieht die Ministerin als gelungenes Beispiel, wie man junge Flüchtlinge über den Sport erreicht. Das Projekt zeige, „dass Sport bestimmte Bildungsprozesse in Gang setzen kann“. Er kann das Selbstwertgefühl steigern, und im Spiel erlernen die Teilnehmer Werte wie Fairplay, Respekt und Teamgeist, so die Ministerin.

Der Hildesheimer Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich fordert eine stärkere Öffnung des Bildungssystems: „Die Universität Hildesheim hat bereits 2008 ihr Leitbild den Anforderungen des Einwanderungslandes angepasst. Wir haben Professuren für Deutsch als Zweitsprache, Interkulturelle Kommunikation, Diversity Education und Migrationspolitik eingerichtet. Wir haben ein Zentrum für Bildungsintegration gegründet und wir stärken die Fächer Sport und Musik, weil diese für Integration besonders geeignet sind. Heute steht die deutsche Gesellschaft vor ihrer größten Herausforderung seit der Wiedervereinigung. Wir wollen unseren Beitrag leisten, um unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.“

Die Studenten arbeiten im FuNah-Projekt nicht nur in den Ferien, sondern auch in der Schulzeit mit Mädchen und Jungen zusammen und wollen die Verbindungen zwischen den Jugendlichen stärken, gemeinsam an Teamgeist und Vertrauen arbeiten. In einer Realschule in Peine lernen sie seit einem Jahr jeden Montagnachmittag gemeinsam, dann geht es auf den Sportplatz. In einer Hildesheimer Gesamtschule wollen sie seit Jahresbeginn Jugendliche aus einer Sprachlernklasse und aus den Regelklassen im Sport zusammenbringen.

Das sei sehr wichtig, sagt Omar Fahmy und berichtet von einem Vorfall im August. Auf dem Sportplatz fielen Beleidigungen wie „Kanacke“, „Asylantenkinder“ und „Neger“. „Wir haben das Spiel sofort abgebrochen und gemeinsam über die Bedeutung der Wörter gesprochen. Ein Stück weit erzwingen wir diese Situation in einer heterogenen Gruppe. Wir müssen darüber reden, bevor es zu spät ist und solche Begriffe zum Alltag gehören", sagt Omar Fahmy. Die Schüler würden solche Äußerungen aus dem Elternhaus, von Freunden oder im Internet aufschnappen. Oft wissen sie gar nicht, sagt Fahmy, was sie da eigentlich sagen.

„Wir wollen nicht bessere Fußballer aus den Jugendlichen machen, wir wollen eine Gemeinschaft bilden“, sagt Omar Fahmy, dessen Familie aus dem Libanon und Ägypten kommt. Dass er Arabisch spricht, ist nun ein Vorteil.  Dominik Feer ergänzt: „Die Kinder sollen lernen, dass sie ihre Mitspieler brauchen, alleine geht es nicht.“ Warum er neben seinem Lehramtsstudium das Sport-Projekt entwickelt hat? Er wolle etwas zurückgeben und habe selber früh Sport getrieben. „Wir können dazu beitragen, dass Kinder schnell Fuß fassen in Hildesheim. Wir sollten jetzt die Kraft aufwenden, nicht dagegen arbeiten, sondern dafür. Die Kinder und Jugendlichen können nicht mehr zurück, sie lernen und leben in Hildesheim", sagt Fahmy.

Hazim liebt Fußball, schon in Irak hat er gespielt – im Bild mit Lehramtsstudent Omar. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Sport im Lebenslauf – Sport und Sprache – Forschung von Vera Volkmann

Über, auf, unter, zwischen – im Sport kann man wunderbar Präpositionen und die deutsche Sprache lernen. Aber im Sport braucht man nicht immer viele Worte und kann sich dennoch begegnen.
„Durch Bewegung im Raum und Vormachen kann man Sprache erfahrbar machen. Regeln im Sport sind international. Das Runde muss ins Eckige. Das ist auch eine Entlastung, weil Sprache nicht zwangsläufig im Fokus ist. Ich kann durch Gesten, Mimik und einen guten Pass viel sagen“, sagt die Sportprofessorin Vera Volkmann, die das „FuNah“-Projekt wissenschaftlich begleitet und untersucht, welche Rolle Sport im Lebensverlauf spielt. „Sport ist gemeinschaftliches Erleben, auch körperlich und emotional. Sport kann ein guter Anker sein, um Begegnungen anzubahnen.“

Schwerpunkt: Bildungsteilhabe von Flüchtlingen / Beispiel: Sport-Bildungs-Projekt „FuNah“

Die Universität Hildesheim unterstützt Integration und Bildung von Flüchtlingen – zum Beispiel durch gemeinsamen Sport: Im Projekt FuNah („Fußball & Nachhilfe“) spielen Kinder aus Flüchtlingsfamilien und Lehramtsstudenten nach individuellen Förderstunden gemeinsam Fußball. Die Niedersächsische Wissenschaftsministerin ist bei einem solchen Fußballspiel zu Gast und unterhält sich nach Abpfiff mit Flüchtlingen und Studierenden über Erfahrungen, Lernerfolge und die Integrationskraft von Sport.

Omar Fahmy, Dominik Feer und Vera Volkmann wollen ihre Initiative ausbauen. Es gibt schon sechs weitere Studierende, die sich für FuNah engagieren wollen. In Kooperation mit dem Deutschinstitut haben die Studierenden an einer Fortbildung im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ teilgenommen. Das Projekt soll auf weitere Schulen in Hildesheim ausgedehnt werden. Zudem bestehen Kontakte zum Netzwerk niedersächsischer Lehrkräfte mit Migrationsgeschichte und darüber zu einer Schule in Oldenburg, einer Schule im Landkreis Peine und drei Schulen in Hannover. Das Sportteam sucht nun nach Wegen, um das Sport-Bildungs-Projekt auch an diesen Standorten in Niedersachsen anzubieten.

Die beiden Sportstudenten stehen stellvertretend für viele weitere Studierende, die Flüchtlinge auf dem Weg an die Universität in einem Schnupperstudium unterstützen, die gemeinsam Theater spielen oder im Sprachtandem Deutsch lernen. Einige Studierende arbeiten mit künstlerischen Mitteln, um Jugendliche und junge Erwachsene zusammenzubringen, etwa im gemeinsamen Theaterspiel und beim Musizieren. Am Zentrum für Bildungsintegration arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler u.a. aus den Bereichen Deutsch als Zweitsprache, Migrationspolitik, Diversity Education, Musik und Sport im Schwerpunkt „Bildungsteilhabe von Flüchtlingen" zusammen und kooperieren mit Partnern in der Region, etwa Schulen und dem Beratungszentrum Asyl e.V.

Sport stärkt das Selbstvertrauen und verbindet, man wird zu einem Team. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Weitere Informationen: Uni nach der Flucht

Der Hildesheimer Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich fordert eine stärkere Öffnung des Bildungssystems: Seit Frühjahr 2015 ermöglicht die Universität Studieninteressierten mit Fluchterfahrung ein kostenfreies „Schnupperstudium“. Die jungen Erwachsenen haben sehr unterschiedliche Lebensläufe und Bildungsabschlüsse, einige haben noch kein Studium absolviert, manche haben ein Studium in Syrien, Irak, Pakistan oder Sudan begonnen oder abgeschlossen.

Magazin: Themenschwerpunkt Studium nach der Flucht / Sport und Musik verbinden

Mehr erfahren Sie im Magazin der Universität Hildesheim. Die Ausgabe 2015 erscheint mit dem Schwerpunktthema „Studium nach der Flucht / Bildungswege von Flüchtlingen“ und ist online kostenfrei als PDF und Epaper abrufbar. Ein Interview mit Professorin Vera Volkmann über die Kraft des Sports lesen Sie auf Seite 38/39 im Uni-Magazin.

Medienkontakt: Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100, 0177.8605905).

* Anmerkung: Die Namen dieser Kinder wurden geändert.

Dieser Beitrag ist Teil 1 der Serie „Kraft und Mut: Bildungswege nach der Flucht". Eine mehrteilige Serie: Wie Menschen, die geflohen sind, in Hildesheim die deutsche Sprache erlernen, wer sie unterstützt und welche Bildungsziele sie haben.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 3 Deutsche Sprache MA DaZ/DaF Lehramt GHR-300 MEd (Lehramt) Polyv. 2-Fäch.BA Bildungsintegration Lehrerbildung Zentrum für Bildungsintegration Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Sportwissenschaft Flüchtlinge
news-10712 Tue, 01 Sep 2015 10:50:00 +0200 Viele Flüchtlinge sind Akademiker https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/viele-fluecht/ Hildesheim ist leuchtendes Beispiel für Flüchtlingshilfe. So hat Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic vor zwei Wochen an der Uni ein Sport-Projekt für Flüchtlingskinder zum Spracherwerb besucht. Nun zeichnet sie auch die HAWK als eines von drei in Niedersachsen ausgewählten Projekten aus, mit denen Bildungshürden abgeschafft werden sollen. Bis 2018 gibt ihr Ministerium 3 Millionen Euro zusätzlich aus. Pressespiegel regional Deutsche Sprache Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration news-10696 Mon, 31 Aug 2015 12:51:00 +0200 Einschulung von Flüchtlingskindern https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/einschulung/ SPD-Chef Andreas Sausewein erntete für seinen Vorschlag die Schulpflicht für Flüchtlingskinder aufzuheben heftige Kritik. Das Gegenteil fordert Elke Montanari, Sprachwissenschaftlerin an der Universität Hildesheim. Die Schulpflicht müsse für alle Flüchtlingskinder umgesetzt werden, doch man benötige mehr Unterstützung von Land und Bund. In Hildesheim werden zum neuen Schuljahr insgesamt 41 Flüchtlingskinder im Alter von sechs bis zehn Jahren in den Grundschulen unterrichtet. Doch Lehrer mit Kenntnissen beim Thema Deutsch als Zweitsprache sind noch Mangelware. Pressespiegel regional Forschung Zentrum für Bildungsintegration Fachbereich 3 Deutsche Sprache Bildungsintegration Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) news-10700 Wed, 26 Aug 2015 13:32:00 +0200 220 Menschen setzen Zeichen gegen rechte Gewalt https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/220-menschen/ Die Flüchtlingszahlen steigen - aber auch die Probleme? Einer, der sich mit Migrationsfragen besonders gut auskennt, ist Hannes Schammann, seit 2014 Professor für Migrationspolitik an der Uni Hildesheim. Eine Experteneinschätzung zur aktuellen Situation. Migrationspolitik Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Zentrum für Bildungsintegration Schwerpunktthemen Bildungsintegration news-10570 Wed, 19 Aug 2015 08:00:00 +0200 #UninachFlucht: Schneller zum Studium: Hochschulen und Politik wollen Flüchtlingen den Einstieg erleichtern (DEUTSCH) / German Colleges Open Up to Refugees (ENGLISH) https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/uninachfluc/ Das HANDELSBLATT berichtet in der deutsch- und englischsprachigen Ausgabe über die Initiative der Universität Hildesheim, Menschen nach der Flucht bei der Wiederaufnahme eines Studiums zu unterstützen. „Ich will Kontakt zu deutschen Studenten haben, will Deutsch lernen", sagt der 33-jährige Moussa dem HANDELSBLATT. Seit April 2015 geht er zur Universität Hildesheim, ein Professor aus dem Institut für Sozialwissenschaften berät Moussa bei der Wahl der Seminare und Vorlesungen. „Nur in der Unterkunft zu sitzen und zu warten sei 'sehr, sehr langweilig'", sagt Moussa, der in Hildesheim Umwelt- und Naturschutz studieren möchte und sich besonders für Umweltpolitik interessiert. Etwa ein Dutzend weitere Flüchtlinge lernten mit ihm im Schnupperstudium an der Universität Hildesheim in Niedersachsen, „die sonst üblichen Gebühren zahlen sie nicht", berichtet das HANDELSBLATT. „Migration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, auch Universitäten müssen ihren Beitrag leisten", sagt Unipräsident Wolfgang-Uwe Friedrich.

Handelsblatt, „Schneller zum Studium: Hochschulen und Politik wollen Flüchtlingen den Einstieg erleichtern / Keine Gebühren, dafür Hilfe von Kommilitonen / Ich will Kontakt zu deutschen Studenten haben, will Deutsch lernen, sagt ein Flüchtlinge aus dem Sudan, der an der Universität Hildesheim Seminare besucht", 19.08.2015 (DEUTSCH) (print)

Handelsblatt global edition, „Free Courses: German Colleges Open Up to Refugees / By Stefani Hergert / A program launched by 60 colleges and universities allows refugees in Germany to sit in on classes even if they can't afford the fees", 19.08.2015 (ENGLISH) (online)

Kontakt zu Studierenden und zu Lehrenden, die Studieninteressierte nach der Flucht unterstützen, über die Universität Hildesheim (Isa Lange, presse[at]uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

Lesen Sie auch: Hildesheimer Universitätspräsident fordert eine stärkere Öffnung des Bildungssystems für Flüchtlinge (Uni-Pressemeldung vom 19.06.2015)

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Migrationspolitik Politik Sozialwissenschaften Bildungsintegration Pressespiegel überregional Zentrum für Bildungsintegration Geographie Biologie & Chemie Flüchtlinge
news-10682 Tue, 18 Aug 2015 13:32:00 +0200 Ministerin schaut sich FuNah an https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/ministerin-s/ Die Lehramtsstudenten der Uni Hildesheim, Omar Fahmy und Dominik Feer haben das Projekt Fußball und Nachhilfe ins Leben gerufen, kurz Funah genannt. Das Konzept verbindet in idealer Weise Sport und Lernen. Nach dem Start in Peine läuft Funah nun auch in Hildesheim. Dort wird eine Sprachlernklasse auch mit Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien betreut. Niedersachsens Ministerin für Wissenschaft und Kultur Gabriele Heinen-Kljajic besuchte die Universität und sprach mit Projektleitern und teilnehmenden Schülern über Erfahrungen, Lernerfolge und die Integrationskraft von Sport. Migrationspolitik Pressespiegel regional Sportwissenschaft Politik Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Flüchtlinge news-10329 Mon, 03 Aug 2015 09:20:00 +0200 Gemeinsam Familien erreichen und Bildungschancen verbessern https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/gemeinsam-familien-erreichen-und-bildungschancen-verbessern/ Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen lernen im Team: Die Universität, die Volkshochschule und Asyl e.V. kooperieren, um Kinder und Jugendliche in Hildesheim beim Aufwachsen und Lernen zu unterstützen. Sie wollen Bildungschancen verbessern. Eine Hürde: viele Eltern haben Scheu, Anträge zu stellen, etwa um Gelder aus dem Bildungs- und Teilhabepaket zu beantragen. Wer in einer Suchmaschine „Bildungs- und Teilhabepaket“ (BUT) eingibt, der gelangt zu zahlreichen Informationsseiten im Internet, Flyern in deutscher, russischer, arabischer und türkischer Sprache, FAQ-Listen. Die Flyer geben Antworten: Hinter „Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben“ verbirgt sich der Zugang zu Sport- und Musikunterricht, der Begriff „Lernförderung“ fasst in diesen Infomaterialien zusammen, dass manche Kinder Unterstützung brauchen, „um die Lernziele in der Schule zu erreichen“. Familien erfahren hier, wie und wo sie Gelder aus dem Bildungs- und Teilhabepaket beantragen können.

Doch Informationsbroschüren reichen nicht aus, der Verein Asyl e.V., die Volkshochschule (VHS) und die Universität in Hildesheim setzen auf persönliche Beratung: Natalya Surzhik hält Kontakt zu Familien in Stadt und Landkreis Hildesheim, sie berät Eltern, deren Kinder sich für eine Lernförderung anmelden möchten und die dafür einen „BUT-Antrag“ stellen müssen. „Wir bemühen uns, einen Überblick zu schaffen. Die Eltern bauen Vertrauen auf. Ein Flyer reicht nicht aus, die Eltern brauchen persönliche Unterstützung, die Antragstellung ist kompliziert“, sagt Surzhik.

Die Zusammenarbeit der drei Partner steht unter dem Dach „Bildungschancen verbessern" (PDF). Familien, deren Kinder Unterstützung in der Schule brauchen, etwa in Deutsch, Mathematik und Englisch, können ihre Kinder für die Lernförderung anmelden. Der Förderunterricht findet in Gruppen oder einzeln außerhalb der Schulzeit statt, in der Schule, in der Stadtbibliothek. Das Migrationszentrum Asyl e.V. verfüge über vielfältige Erfahrungen und ist mit Sprach- und Kulturvermittlern vernetzt, sagt dessen Leiter Uwe Wedekind. Die VHS verfolgt mit dem Projekt „Lernförderung“ seit längerem das Ziel „Familien dabei zu unterstützen, Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket in Anspruch zu nehmen“, sagt Alexey Ponomarev von der Volkshochschule. Die Universität erreicht seit 2006 mit dem Förderprojekt „LernKU(H)LT“ Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen und verbindet dies mit der Lehrerausbildung. Statt, wie bei der Nachhilfe, kurzfristig zu denken, etwa mit dem Ziel, die nächste Klassenarbeit zu bewältigen, setzen die drei Partner dabei an, Kinder darauf vorzubereiten, selbstständig zu lernen. Das Förderangebot der Verbundpartner ist nicht kommerziell.

Durch die Zusammenarbeit wollen sie die Antragsverfahren vereinfachen, die Anmeldung bündeln und gemeinsam Familien beraten. Sie wollen möglichst wenige Hürden aufstellen, gemeinsam haben sie einen Flyer und einen Elternbrief entwickelt. Natalya Surzhik geht in Schulen, informiert über die Lernförderung. „Schulen sind ein Schlüssel, sie können auf Förderangebote aufmerksam machen, wir stellen unsere Angebote bei Schulsozialarbeitern vor.“ Eltern erhalten, meist über die Schule, einen Elternbrief, sie füllen ein Voranmeldeformular aus. „Das Kind unterschreibt das Formular und teilt mit, welche Uhrzeiten für eine Förderung möglich sind. Ich stelle so fest, ob Familien schon einen BUT-Antrag gestellt haben, frage bei der Schule an. Eltern müssen auch eine Bestätigung der Schule einreichen, dass ihr Kind eine Lernförderung benötigt“, schildert Natalya Surzhik das komplexe Verfahren, um einen Erstantrag zu stellen. „Eltern erhalten dann einen Gutschein, den sie einlösen können, nach einem halben Jahr stellen sie einen Folgeantrag, ich telefoniere hinterher.“

Doch die Kooperationspartner wollen nicht „ausfischen“ und nur Kinder fördern, die BUT-berechtigt sind. Regionale Stiftungen unterstützen das Anliegen, so kann die Universität ihr Angebot weiter öffnen. Denn von der Lernförderung im Bildungs- und Teilhabepaket kann nur ein kleiner Kreis profitieren. Antragsberechtigt sind Familien, die Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld erhalten und Asylbewerber, ihre Kinder müssen außerdem versetzungsgefährdet sein, also Noten im Bereich 4 bis 5 nachweisen.

„Da fallen viele Kinder raus. Wir möchten auch Kinder unterstützen, die ihren Leistungsstand halten wollen oder einen höheren Schulabschluss anstreben“, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Yvonne Rechter, die das LernKU(H)LT-Projekt gemeinsam mit Michaela Büdcher an der Universität vorantreibt. Nur durch die Unterstützung von Stiftungen könne man auch weitere Kinder erreichen – die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung hat eine zweijährige Projektförderung über 40.000 Euro zugesagt, auch die Bürgerstiftung Hildesheim und die Nina Dieckmann Stiftung sind im Boot. So können auch Kinder erreicht werden, deren Eltern oder Großeltern aus einem anderen Land nach Deutschland eingewandert sind, und Familien, die über wenig Geld verfügen, die aber keinen Anspruch auf BUT-Gelder haben.

Dienstags und freitags lernen Mette und Omer mit einer Lehramtsstudentin der Uni. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Kurzinformation: Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen lernen im Team

Lehramtsstudierende der Universität Hildesheim fördern seit 2006 Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen im Team. Zweimal wöchentlich über mindestens ein halbes Jahr begleitet je ein Student eine Gruppe von drei bis fünf Kindern. Die Lehramtsstudierenden werden von Erziehungswissenschaftlerinnen unterstützt. „Ziel ist die schulische Situation von Erst- bis Zehntklässlern, vor allem mit Förderbedarf in der deutschen Sprache, in der Region Hildesheim zu verbessern“, sagt Yvonne Rechter, die das Projekt „LernKU(H)LT“ aufgebaut hat. Etwa 600 Kinder und Jugendliche aus der Region und 200 Studenten nahmen bisher teil. Derzeit laufen 18 Gruppen, drei davon in Hannover.

„Individuelle Förderung“ und „Diagnostik“ geht so leicht über die Lippen – was das wirklich bedeutet, erfahren die angehenden Lehrerinnen und Lehrer in der regelmäßigen Arbeit mit den Kindern. Das Projekt ist keine Hausaufgabenbetreuung, die Studierenden erfassen in einer Eingangsdiagnostik den Lernstand des Kindes und arbeiten für jedes Kind einen Förderplan aus, beschreibt die Projektkoordinatorin Michaela Büdcher. „Die studentischen Hilfskräfte arbeiten nicht allein wegen des Geldes hier, sondern wegen der Relevanz für ihren späteren Berufsalltag.“ Sie wollen auch das Gemeinschaftsgefühl stärken, erarbeiten zum Beispiel Musikstücke und Gedichte.

Im LernKU(H)LT-Projekt besuchen die Studierenden Familien, halten Kontakt zu den Eltern. Übersetzer von Asyl e.V. vermitteln bei sprachlichen Barrieren. Durch die praktischen Erfahrungen setzen sich die Lehramtsstudierenden intensiver mit theoretischen Inhalten aus dem Studienalltag auseinander, etwa mit dem Themenfeld „Unterricht in sprachlich und ethnisch-kulturell heterogenen Klassen«, „Zusammenarbeit mit Eltern“ und „Deutsch als Zweitsprache“. Madeleine Mäbert studiert Musik und Deutsch und fördert fünf Grundschüler, die in die erste, zweite, dritte und vierte Klasse gehen und neben Deutsch auch Arabisch, Bulgarisch, Russisch und Türkisch sprechen. Für sie sei das Projekt eine Chance, um „Theorie auch anzuwenden und die Entwicklung von Kindern zu beobachten“. Mit den Eltern ist sie per Brief, telefonisch und per SMS in Kontakt oder spricht mit ihnen nach der Förderstunde, so hat sie von einem Grundschüler auch die Oma kennen gelernt. „Für die Familien ist es teilweise schwer, zu sagen, was das Kind kann oder was ihm schwerfällt“, sagt Mäbert, die zuvor auch Realschüler beim Lernen unterstützt hat. „Was ich auch lerne? Geduld. Ich gehe auf einzelne Schüler ein, meine Einstellung hat sich verändert.“ Sie besucht Seminare zum Zweitspracherwerb und ein Seminar der Mathematikprofessorin Barbara Schmidt-Thieme und der Sprachwissenschaftlerin Christina Kellner: Wie viel Sprache steckt im Matheunterricht? In Textaufgaben steht „Fruchtsaftgetränk“ oder „Lohn“ – viele Grundschüler kennen die Begriffe nicht aus der Alltagssprache, sagt die Studentin.

Der Lernzuwachs in der Eins-zu-Eins-Situation sei enorm, sagen Studierende. Durch das Projekt lernen sie, dass eine Klasse mit 25 Schülern eben aus 25 Einzelnen besteht. Die Studentin Juliane Belling hat zum Beispiel zwei Jahre lang vier 16- und 17-Jährige gefördert. Weil das Studium praxisnah ist, kam sie aus Sachsen-Anhalt nach Niedersachsen.

Die Universität arbeitet mit Schulen, Lehrkräften, Eltern und Asyl e.V. sowie nun auch mit der VHS zusammen, um die Lernförderung zu ermöglichen.

Lesen Sie mehr über das LernKU(H)LT-Projekt im aktuellen Uni-Magazin auf Seite 21, 25, 50, 86 und ab Seite 40 (zum epaper)

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration
news-10512 Sat, 18 Jul 2015 11:41:00 +0200 „Wollt ihr mehr Karten?” – „Ja” https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/wollt-ihr-m/ Um Sprachfördergruppen voranzubringen haben die Universität Hildesheim, der Asylverein und jetzt auch die Volkhochschule (VHS) einen gemeinsamen Vertrag geschlossen. Zukünftig werden konkrete Ansprechpartner für die unterschiedlichen Themen und Fragestellungen zur Verfügung stehen. Das Hochschul-Projekt Lernkuhlt besteht seit 2006 und richtet sich gezielt an Kinder mit verschiedenen Muttersprachen. Pressespiegel regional Fachbereich 3 Deutsche Sprache Interkulturelle Kommunikation MA DaZ/DaF Einrichtungen Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Forschung Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Lehrerbildung Inklusion news-10510 Thu, 16 Jul 2015 11:41:00 +0200 Zwischen Hörsaal und Moschee https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/zwischen-hoer/ Seit Herbst 2014 ist Hannes Schammann Juniorprofessor für Migrationspolitik an der Hildesheimer Universität – der erste deutschlandweit. Die Forschung ist sehr wichtig für eine vernünftige Migrationspolitik. So zum Beispiel die Erkenntnis über den Verlauf von Flucht in Wellen. Zur Zeit erleben wir ein Hoch, aber die Grundstimmung hat sich trotzdem positiv verändert. In einem Interview berichtet Schammann über die positiven Entwicklungen und Aktivitäten in Hildesheim und im speziellen an der Universität mit seinen diversen Netzwerken. Migrationspolitik Pressespiegel regional Sozialwissenschaften Soziologie Politik Zentrum für Bildungsintegration Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Fachbereich 3 Deutsche Sprache Interkulturelle Kommunikation Schwerpunktthemen Bildungsintegration Inklusion Lehrerbildung news-10474 Wed, 08 Jul 2015 13:45:00 +0200 FuNah-das etwas andere Fußballcamp in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/funah-das-et/ Die Lehramtsstudenten der Uni Hildesheim, Omar Fahmy und Dominik Feer haben das Projekt Fußball und Nachhilfe ins Leben gerufen, kurz Funah genannt. Das Konzept verbindet in idealer Weise Sport und Lernen. Das Bemerkenswerte: die Schüler kommen sogar in den Ferien. Nach dem Start in Peine läuft Funah nun auch in Hildesheim. Dort wird eine Sprachlernklasse auch mit Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien betreut. In den Ferien startet nun das etwas andere Fußballcamp. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sportwissenschaft Schwerpunktthemen Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration news-10475 Wed, 08 Jul 2015 13:45:00 +0200 Antrittsvorlesung zum Thema Migrationspolitik https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/antrittsvorl-6/ Seit Herbst 2014 ist Hannes Schammann Juniorprofessor für Migrationspolitik an der Hildesheimer Universität. In seiner Antrittsvorlesung "Grenzenlos glücklich? Mythen der Migrationspolitik" hinterfragt Schammann die zentrale Thesen der politikwissenschaftlichen Migrationsforschung. Migrationspolitik Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Forschung Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration news-10229 Sun, 05 Jul 2015 20:06:00 +0200 Migrationspolitik im Fokus der Forschung https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/migrationspolitik-im-fokus-der-forschung/ Hannes Schammann befasst sich an der Universität Hildesheim mit Migrations- und Flüchtlingspolitik in Deutschland und der EU. In seiner öffentlichen Antrittsvorlesung spricht der Juniorprofessur für Migrationspolitik Anfang Juli zum Thema „Grenzenlos glücklich? Mythen der Migrationspolitik“. Im Gespräch gibt er vorab Einblick in seine Arbeit. Sie sind an der Universität Hildesheim Juniorprofessor für Migrationspolitik – bundesweit der erste mit dieser Denomination. Womit befassen Sie sich?

Wie wirkt Politik auf Migration und wie wirkt Migration auf Politik? Wer – Kommunen, Bundesländer, EU, Zivilgesellschaft und Unternehmen – meldet sich wie zu Wort? Jeder redet mit, da gilt es genau zuzuhören. In der Lehre möchte ich Kompetenzen zum Leben in einer pluralen Gesellschaft vermitteln. In meinen Kursen diskutieren Studierende mit Flüchtlingen über die Migrationspolitik der EU, am Beispiel der „Pegida“ erörtern sie Fragen der politischen Kultur. Mit Professorin Marianne Kneuer und Professor Thomas Demmelhuber organisiere ich die öffentliche Vorlesungsreihe „Demokratie und Islam“. Da treffen Hildesheimer und Studierende aufeinander und diskutieren intensiv über eines der emotional am stärksten aufgeladenen Themen unserer Zeit.

Wie verändert sich Flüchtlingspolitik? Einige argumentieren mit der Flaute bei den Fachkräften…

Flüchtlinge werden zunehmend mit Blick auf ihren Nutzen auf dem Arbeitsmarkt gesehen. Viele sind aber traumatisiert, können nicht sofort arbeiten. Es wird harte politische Auseinandersetzungen geben, ob das Asylverfahren tatsächlich zu einer Art Rekrutierungsinstrument für Fachkräfte umgebaut werden soll. Vor allem, wenn Kommunen sagen: Wir möchten MINT-Fachleute. Und nicht: Wir möchten eine Familie zusammenbringen, ihr Schutz geben.

„Wir sind nicht genug Menschen hier“, sagt Goslars Bürgermeister. Er lehnt das „Zwischenparken in Sammelunterkünften“ ab. Wie gehen Kommunen damit um?

Sehr unterschiedlich. Am besten fahren Kommunen, die langfristig flexibel denken und Schwankungen der Flüchtlingszahlen einplanen. Flüchtlingsmigration lässt sich kaum steuern. Die Stadt Münster kooperiert etwa mit Wohnungsbaugesellschaften und plant Zwischennutzungen ein. Die Stadt Hildesheim überrascht mich positiv, denkt pragmatisch. Zuerst kommen Flüchtlinge in die Gemeinschaftsunterkunft, dann möglichst schnell in eigene Wohnungen. Das fördert die Integration und ist meist kostengünstiger. Die Stadt kommt im „Arbeitskreis Asyl“ mit Kirchen, Studierenden und ehrenamtlichen Initiativen zusammen.

Studierende engagieren sich, etwa im Bereich Deutsch als Zweitsprache.

Ich beobachte eine große Bereitschaft, sich zu engagieren. Menschen gehen gemeinsam mit Flüchtlingen zur Behörde, lehren die deutsche Sprache. Aber nicht jeder ist qualifiziert, in allen Bereichen zu helfen. Ehrenamt braucht Hauptamt, die Stadt muss das koordinieren und Freiwillige begleiten.

Wo ist Handlungsbedarf?

Land und Kommunen sollten überlegen, wie sie die Wartezeit von Asylsuchenden sinnvoll nutzen können. Langeweile und erzwungene Untätigkeit verursachen Integrationsprobleme, die man später nur noch mühsam beheben kann. Deshalb sollte die Landesregierung weiterhin konsequent mit dem Bund darüber verhandeln, wie man Asylbewerber ab dem ersten Tag für Integrationskurse zulassen kann. Bislang nämlich dürfen Flüchtlinge zumeist erst an den bundesgeförderten Kursen teilnehmen, wenn sie anerkannt sind. Das ist zu spät. Zweitens sollten Land und Kommunen Möglichkeiten schaffen, damit sich Flüchtlinge sinnvoll beschäftigen können. Man kann beispielsweise gezielt studierende Asylsuchende als Gasthörer an Unis zulassen. In Hildesheim gehen wir erste Schritte und merken: Das Schnupperstudium an der Universität gibt Struktur im Tagesablauf, die Studierenden mit Fluchterfahrung nehmen am normalen Uni-Betrieb teil, wie jeder andere Student auch. Viele haben einen ungesicherten Status, aber sie bringen den Mut auf, sind hoch motiviert, zu lernen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Antrittsvorlesung über Migrationspolitik am 8. Juli 2015

Der Migrationsforscher und Politikwissenschaftler Hannes Schammann spricht in seiner öffentlichen Antrittsvorlesung über Migrationspolitik. Die Veranstaltung mit dem Titel „Grenzenlos glücklich? Mythen der Migrationspolitik“ beginnt am Mittwoch, 8. Juli 2015, um 18:15 Uhr im Hörsaal 4 der Universität Hildesheim (Forum, Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim). Interessierte Bürgerinnen und Bürger, Studierende und Lehrende sind herzlich eingeladen. Hannes Schammann hinterfragt in der Vorlesung einige zentrale Thesen der politikwissenschaftlichen Migrationsforschung. Wird Migrationspolitik in westlichen Demokratien wirklich immer liberaler? Hat die Bevölkerung immer etwas dagegen – und ist „Pegida“ typisch für diese restriktiven Tendenzen? Sind unterschiedliche Ansätze der Flüchtlingspolitik nur zwischen Nationalstaaten zu beobachten?

Zur Person

Prof. Dr. Hannes Schammann ist seit Herbst 2014 Juniorprofessor für Migrationspolitik an der Hildesheimer Universität. Vorher arbeitete er mehrere Jahre in der migrations- und integrationspolitischen Praxis: als Projektleiter für Migration und Integration bei der Robert Bosch Stiftung, als Referent für Grundsatzfragen der Integration beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und als Koordinator für Integrationsprojekte bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Ev. Jugendsozialarbeit. Berufsbegleitend promovierte Hannes Schammann an der Universität Passau zu „Ethnomarketing und Integration“. Er arbeitet besonders gerne an der Schnittstelle von Forschung und Praxis. Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen auf Migrations- und Flüchtlingspolitik in Deutschland und der EU sowie auf der Frage nach Teilhabe islamischer Organisationen in Deutschland. An der Universität Hildesheim ergeben sich damit zahlreiche Überschneidungen, insbesondere mit dem Zentrum für Bildungsintegration.

Lesen Sie dieses Interview im aktuellen Uni-Magazin ab Seite 21 (zum epaper)

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Migrationspolitik Pressemeldungen Fachbereich 1 Politik Sozialwissenschaften Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Flüchtlinge
news-10451 Tue, 30 Jun 2015 13:45:00 +0200 Erst die Sprache dann der Beruf https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/erst-die-spr/ 218 junge Männer und Frauen aus 44 Ländern haben in den Räumen der Uni Hildesheim das Deutsche Sprachdiplom überreicht bekommen. Sie alle haben in Sprachförderklassen der Berufsbildenden Gropius-Schule die deutsche Sprache erlernt. Unter anderem zusammen mit Susanne Oppermann, seit 1999 ist sie DAZ-Dozentin und Expertin für den Bereich Deutsch als Zweitsprache. Wissenschaftlerinnen und Studierende der Universität Hildesheim unterstützten die Prüflinge beim Zweitspracherwerb. Pressespiegel regional Fachbereich 3 Deutsche Sprache Einrichtungen Forschung Zentrum für Bildungsintegration Lehrerbildung Master-Studiengänge MA DaZ/DaF Flüchtlinge news-10225 Tue, 30 Jun 2015 13:26:00 +0200 „Alleine die Sprache zu lernen, ist schwer“ https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/alleine-die-sprache-zu-lernen-ist-schwer/ Khaled und Aymen sind zwei der Jugendlichen, die in den letzten Monaten viel Energie aufgebracht haben, um die deutsche Sprache zu erlernen. Die Niedersächsische Kultusministerin hat Ende Juni jedem der 218 Schülerinnen und Schüler aus 44 Ländern persönlich das „Deutsche Sprachdiplom“ überreicht. Wissenschaftlerinnen und Studierende der Universität Hildesheim unterstützen Prüflinge beim Zweitspracherwerb. Während im Audimax der Bass einsetzt und die Musik von Andreas Bourani ertönt – „Wer friert uns diesen Moment ein / Besser kann es nicht sein / Denkt an die Tage, die hinter uns liegen / Wie lang wir Freude und Tränen schon teilen / Ein Hoch auf das, was vor uns liegt / Dass es das Beste für uns gibt“ – steht Aymen Ayo auf dem Campus und erinnert sich an seine ersten Worte in der deutschen Sprache. „Guten Abend“, „Guten Morgen“ und „Wie geht es dir?“. Worte, die erste Gespräche ermöglichen. „Mehr nicht“, sagt er.

Der 18-Jährige ist mit seiner Mutter und seinen drei Schwestern aus Syrien geflohen. Zunächst kommt er in Friedland an, lebt dann in Hildesheim im Flüchtlingsheim in der Senkingstraße. „Ich möchte mich verständigen können. Seit einem Jahr haben wir unsere eigenen vier Wände, eine Wohnung. Meine Familie spricht Arabisch, ich versuche, auch Deutsch mit meinen Schwestern zu sprechen.“ Aymen, der die berufsbildende Walter-Gropius-Schule in Hildesheim besucht, arbeitet auf ein Ziel hin: Nach einem Praktikum in einem Sportgeschäft möchte er eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann beginnen. „Die Kunden fragen, da kann ich nicht stumm bleiben, sondern muss die Sprache sprechen können. Sie suchen ja Hilfe.“

Der Sport hilft Aymen Ayo mit Hildesheimern in Kontakt zu kommen – und den Wortschatz auszubauen. Er spielt im Verein „DJK Blau-Weiß“ Fußball. „Im Sport ist Sprache wichtig, das ist nicht nur hin- und herspielen“, sagt Aymen und zählt auf, welche Worte er gelernt hat: „Pass auf, hinter dir“ und „Trainer“, „trainieren“, „Verteidiger“, „Stürmer“.

Wie Aymen Ayo lernen derzeit niedersachsenweit Jugendliche die deutsche Sprache als zweite Sprache. Die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt hat Ende Juni 218 Schülerinnen und Schülern aus 44 Ländern das Deutsche Sprachdiplom (Stufe 1) der Kultusministerkonferenz in einer Feierstunde an der Universität in Hildesheim überreicht. „Das ist eine ganz tolle Leistung. Nicht wenige der Jugendlichen mussten ihre ursprüngliche Heimat als Flüchtlinge verlassen und hier in Niedersachsen teilweise ohne Deutschkenntnisse ganz neu anfangen“, sagt die Ministerin. „Sie haben viel Zeit und Energie in das Erlernen der deutschen Sprache und damit in Ihre eigene Zukunft investiert“, wendet sich Kultusministerin Frauke Heiligenstadt an die Schülerinnen und Schüler.

Die Schülerinnen und Schüler sind aus Haupt- und Gesamtschulen, Gymnasien und berufsbildenden Schulen aus Braunschweig und Lüneburg, aus Hannover und Osnabrück, aus Göttingen und Oldenburg nach Hildesheim angereist, um das Sprachendiplom gemeinsam zu feiern. „Sie können stolz darauf sein, dass Sie sich das erarbeitet haben. Wir sind dankbar, dass Sie hier sind“, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich. Vielleicht, fügt Friedrich hinzu, „sehen wir uns wieder, wenn Sie in Hildesheim Lehramt, Deutsch als Zweitsprache, Informatik oder Sport studieren“. Die Universität hat seit dem Frühjahr die Türen geöffnet und möchte Flüchtlinge auf ihren Bildungswegen und im Übergang zur Universität unterstützen. „19 Schulen aus ganz Niedersachsen sind angereist, das Zertifikat bringt den Schülerinnen und Schülern hoffentlich Glück in der Zukunft“, so Hannelore Müller vom Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung, das Lehrkräfte fortbildet.

Mit dem Sprachdiplom weisen die jungen Erwachsenen nun ihre Sprachkenntnisse (Niveau A2 und B1) nach: Neben dem Lese- und Hörverstehen zeigen sie, wie gut sie schriftlich und mündlich kommunizieren können. „Ich will besser in Deutsch werden“ – das ist ein diffuses Ziel, sich auf eine Prüfung mit diesen Schwerpunkten vorzubereiten, dagegen strukturierter.

Unter den jungen Sprachlernern sind auch zwei Klassen der berufsbildenden Walter-Gropius-Schule. Die Schule ist eine der Schulen, die über vier ausgebildete Prüferinnen für das Deutsche Sprachdiplom verfügt. Sie zählt zurzeit vier „Sprachförderklassen“. „Wir versuchen die Klassen mit je etwa elf Schülerinnen und Schülern klein zu halten“, sagt Susanne Oppermann. Sie ist Sprachlernkoordinatorin und arbeitet in einem Netzwerk („DaZNet“), in dem sich Schulen in den Bereichen Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und Mehrsprachigkeit austauschen. Ihr Dilemma: Es werden immer mehr solcher Sprachförderklassen eingerichtet. Aber es fehlen Lehrkräfte, die Jugendliche unterrichten können, die als Seiteneinsteiger ins Bildungssystem kommen, etwa weil sie aus einem Land fliehen mussten und nun die deutsche Sprache von Grund auf erlernen müssen. „Wenn man Glück hat, hat eine Lehrerin ein DaZ-Modul an der Uni besucht, aber auch das reicht nicht aus“, sagt Susanne Oppermann. An berufsbildenden Schulen findet gut die Hälfte des Unterrichts in der Fachpraxis statt: Wer Dachdecker, Maurer oder Tischlerin; Koch oder Mediengestalterin werden möchte, erlernt viele Fachbegriffe. „Fachpraxis geht nicht ohne Sprache. Wenn ich einen Werkzeugkasten packe, dann habe ich es mit dem Akkusativ zu tun: ich packe einen Hobel, eine Fräse ein. Wenn ich als Koch Flüssigkeit abmesse, dann muss ich auch die dritte Person im Singular konjugieren können: messen, er misst“, erläutert die Lehrerin. Ein Fachpraxislehrer, der in der Holzwerkstatt unterrichtet, lehrt auch die Sprache.

Wie Kinder und Erwachsene die deutsche Sprache als zweite Sprache erlernen, etwa in Sprachlernklassen an Gesamtschulen und Grundschulen und in Integrationskursen, untersucht ein Team um Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache an der Universität Hildesheim.

„In Sprachlernklassen mit einem qualifizierten Lernangebot können Schülerinnen und Schüler in ein bis zwei Jahren die deutsche Sprache so erwerben, dass sie sich zusammenhängend ausdrücken, begründen und erklären können und eine gute Grundlage für ihren Beruf haben“, so Montanari. „Natürlich muss das Lernen auch danach weitergehen, in der Schule oder am Ausbildungsplatz. Hier sieht man die Qualität und das Engagement von Lehrkräften“, so Elke Montanari, die den Masterstudiengang „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ zusammen mit ihrer Kollegin Ana Maria Iglesias Delgado leitet.

Lehramtsstudentinnen, darunter Melda Ökte, Annika Sauthoff und Fidan Tuldari, bereiten sich in Seminaren im Schwerpunkt „Deutsch als Zweitsprache" darauf vor, junge Erwachsene beim Sprachenlernen zu unterstützen. Sie haben im Frühjahr Schülerinnen und Schüler der Hildesheimer Berufsschule bei der Prüfungsvorbereitung unterstützt. Die deutsche Sprache zu sprechen sei „wichtig, wegen meiner Zukunft“, sagt Khaled Ahmed Hussein, einer der Schüler. Der 21-Jährige möchte eine Ausbildung als Maurer beginnen „und vielleicht einmal studieren“. Er interessiert sich für Architektur. Ein Praktikum hat seinen Wunsch bestärkt, er konnte sich bewähren und hofft nun auf einen Ausbildungsplatz, sagt der junge Mann, der seit gut zwei Jahren in Algermissen lebt. Er ist in Somalia geboren, im Jemen aufgewachsen. „Ich möchte weiterhin die Sprache lernen“, sagt Khaled. In seinen Händen hält er das Sprachdiplom. Er habe viel gelernt, auch mit den Lehramtsstudentinnen der Universität Hildesheim.

„Wir haben gemeinsam auf die mündliche Prüfung hingearbeitet“, berichtet die Studentin Fidan Tuldari. Seit zwei Jahren studiert sie Lehramt, die Erfahrungen seien sehr wichtig, man werde „achtsamer, vorsichtiger“, etwa wenn ein Schüler erzählt, dass „sein Vater im Krieg gestorben ist“. „Manche Schülerinnen und Schüler kommen aus dem Krieg und sind alleine nach Deutschland geflohen.“ Die drei Lehramtsstudentinnen wollen nun Kontakt zu Schulen und Sprachlernklassen aufnehmen und sich in ihrem Studium weiterhin mit dem Zweitspracherwerb von Jugendlichen befassen.

Aymen Ayo hält an diesem Junitag auf dem Uni-Campus das Zertifikat in seinen Händen, ihm sei es wichtig, die Prüfung erfolgreich bestanden zu haben. „Ich freue mich sehr, die Ministerin hat mir in die Augen geschaut und mir das Diplom überreicht. In kleinen Gruppen habe ich mit den Studentinnen gelernt und wir haben uns auf die mündliche Prüfung vorbereitet. Das waren tolle Tage“, sagt der 18-Jährige. „Alleine die Sprache zu lernen, nur mit einem Buch, ist schwer“, ergänzt Hassan Iso. „Mir hilft es, viel zu reden.“ Neben ihn halten Jugendliche den Moment fest, erstellen Selfies auf dem Uni-Campus: Sie können stolz auf sich sein.

Lehramtsstudierende für Deutsch als Zweitsprache ausbilden

Ab dem Wintersemester 2015/2016 können Lehramtsstudierende im Fach Deutsch gleichzeitig im Studiengang „Master of Education“ studieren und sich für den Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ qualifizieren. Sie erhalten dann zwei Masterabschlüsse. Professorin Elke Montanari rechnet damit, dass Studierende für das Parallelstudium drei Jahre einplanen sollten. Wer sich für das Parallelstudium interessiert, ist zu der Informationsveranstaltung am 2. Juli 2015 um 16:30 Uhr in Raum L 057 (Bühler-Campus der Uni Hildesheim, Lüneburger Straße) herzlich eingeladen.

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Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Fachbereich 3 Deutsche Sprache MA DaZ/DaF Lehrerbildung Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Flüchtlinge
news-10236 Wed, 24 Jun 2015 13:00:00 +0200 Bildungswege von Flüchtlingen: World Refugee Day https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/bildungswege-von-fluechtlingen-world-refugee-day/ Hildesheimer Universitätspräsident fordert eine stärkere Öffnung des Bildungssystems: Seit Frühjahr 2015 ermöglicht die Universität Studieninteressierten mit Fluchterfahrung ein kostenfreies „Schnupperstudium“. Die jungen Erwachsenen haben sehr unterschiedliche Lebensläufe und Bildungsabschlüsse, einige haben noch kein Studium absolviert, manche haben ein Studium in Syrien, Irak, Pakistan oder Sudan begonnen oder abgeschlossen. Am Zentrum für Bildungsintegration arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Schwerpunkt „Bildungsteilhabe von Flüchtlingen" zusammen. „Let’s help refugees thrive, not just survive”, so lautet der Appell von Melissa Fleming vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR). Wir sollten Flüchtlinge dabei unterstützen, zu überleben und ihnen zugleich dabei helfen, ihre Persönlichkeit zu entfalten, um Erfolg zu haben.

Wenn die UN zum „World Refugee Day“ am 20. Juni 2015 weltweit auf die Probleme von Geflüchteten und auf ihre Kraft, ihren Mut und Durchhaltewillen aufmerksam macht, setzt die Universität Hildesheim ebenfalls ein Zeichen: Studierende und Lehrende unterstützen Flüchtlinge auf ihren Bildungswegen und beim Spracherwerb, sie spielen gemeinsam Fußball, Theater und Musizieren.

Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich fordert anlässlich des Weltflüchtlingstages eine stärkere Öffnung des Bildungssystems und mehr Sprachangebote für Flüchtlinge. Dabei weist Friedrich auf die Rolle von Universitäten hin: „Wir wollen unseren Beitrag in Forschung und Lehre, Studium und Weiterbildung leisten, um die Bildungschancen von Menschen aus Einwanderungsfamilien zu verbessern. Wir erkennen gleichzeitig ihre vielfältigen Erfahrungen an. Wir sollten die Ärmsten und Fleißigsten nach Kräften fördern, auch und gerade im Bildungssystem.“

Seit Frühjahr 2015 ermöglicht die Universität Hildesheim Studieninteressierten mit Fluchterfahrung ein kostenfreies „Schnupperstudium“. Unter ihnen ist Iman Ziaudin, die in Afghanistan und Pakistan aufwuchs und mit Anfang 20 nach Deutschland floh. Seit eineinhalb Jahren lebt sie in Hildesheim, seit zwei Monaten geht sie zur Uni. „Die Uni macht mich stärker. Ich höre den ganzen Tag Deutsch. Es ist ein schönes Gefühl: Ich kann studieren, ich fühle mich wie andere Studentinnen. Ich komme zur Uni, sitze im Unterricht und stelle mir meine Zukunft vor. Ich finde das super-schön“, sagt die 25-Jährige Informatik-Studentin. Sie besucht derzeit sechs Vorlesungen und bereitet sich parallel auf eine Sprachprüfung (C1) vor.

Die Studierenden mit Fluchterfahrung haben sehr unterschiedliche Lebensläufe und Bildungsabschlüsse, von Menschen, die noch kein Studium absolviert haben bis zu jenen, die einen Studienabschluss in ihrem Herkunftsland erworben haben. Darunter zum Beispiel Ingenieure und eine Informatikerin aus Syrien, ein Politikstudent aus dem Sudan, ein Arzt und ein Modedesigner aus Syrien. „Das Schnupperstudium gibt Struktur im Tagesablauf, Studierende kommen teilweise aus dem Landkreis zu uns. Sie nehmen am normalen Uni-Betrieb teil. Viele haben einen ungesicherten Status, aber sie bringen den Mut auf, sind hoch motiviert, zu lernen“, sagt Hannes Schammann, Juniorprofessor für Migrationspolitik. Land und Kommunen sollten „Möglichkeiten schaffen, damit sich Flüchtlinge sinnvoll beschäftigen können“.

Studierende („Anker-Peers“) begleiten die Studierenden mit Fluchterfahrung auf ihrem Weg durch die Uni. Sie wurden für die Beratung von der Studienberatung geschult und kennen Unterstützungsprogramme Außerdem bilden sie Sprachtandems. „Studierende aus Irak, Syrien und Somalia suchen Tandempartner. Es geht um den Austausch in der Alltagssprache. In meine Sprechstunden kommen vermehrt junge Flüchtlinge, die einfach gerne Deutsch sprechen möchten und gleichzeitig Kontakt mit anderen jungen Menschen suchen“, sagt Steffi Albrecht vom International Office.

In Hildesheim gibt es keine Zugangsvoraussetzungen, es geht darum, den Einstieg in das Studium zu ermöglichen. Die Universität arbeitet mit Asyl e.V. zusammen, um Flüchtlinge zu erreichen; mit der VHS (Sprachkurse), mit der HAWK, mit dem Arbeitskreis Asyl der Stadt Hildesheim (Ehrenamtliche informieren). Herausforderungen sind zum Beispiel die Sprachkenntnisse oder auch die Anerkennung der Hochschulzugangsberechtigung. Viele, die ein Studium in ihrem Herkunftsland absolviert haben, waren bemüht, ihre Papiere trotz der Flucht mitzunehmen. „Viele Studierende mussten kurz vor ihrem Abschluss aus Syrien, Irak und Sudan, aus Afghanistan und Iran fliehen. Sie sollen die Bindung zur Uni nicht verlieren“, sagt Daoud Naso vom Verein Asyl e.V.

Am Zentrum für Bildungsintegration arbeiten mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Schwerpunkt „Bildungsteilhabe von Flüchtlingen" zusammen. Wie Kinder und Erwachsene die deutsche Sprache als zweite Sprache erlernen, etwa in Sprachlernklassen und Integrationskursen, untersucht ein Team um Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache an der Universität Hildesheim. Gerade haben sich junge Menschen, die erst seit etwa zwei Jahren in Deutschland leben, zusammen mit Studierenden des Masterstudiengangs „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ auf das Deutsche Sprachdiplom vorbereitet und in den mündlichen Prüfungen ein „bestanden“ erreicht (Niveaustufen B1 und A2).

Hilfe für ein Studium nach der Flucht / Spenden und Stipendien

Die Stiftung Universität Hildesheim versucht derzeit, Studierende mit Fluchterfahrung bei der Finanzierung ihres weiteren Studiums zu unterstützen. Bürger, Unternehmen und Organisationen, die ein Deutschlandstipendium stiften möchten, können Markus Langer (markus.langer@uni-hildesheim.de; 05121 88390130) kontaktieren. Das Prinzip ist einfach: 1800 Euro Privatspende werden durch den Bund auf den doppelten Betrag aufgestockt. So entsteht ein Stipendium von 300 Euro monatlich über ein Jahr. Die Spenden sind steuerlich absetzbar. Oder spenden Sie unter dem Stichwort „Studium nach der Flucht“ auf das Konto der Stiftung Universität Hildesheim bei der Nord/LB Hannover (IBAN: DE86250500000106031768 / BIC: NOLADE2HXXX).

Magazin: Themenschwerpunkt Studium nach der Flucht

Mehr erfahren Sie im Magazin der Universität Hildesheim. Die Sommerausgabe 2015 erscheint zum „World Refugee Day“ mit dem Schwerpunktthema „Studium nach der Flucht / Bildungswege von Flüchtlingen“ und ist online kostenfrei als PDF und Epaper abrufbar.

Zwei Beispiele

Projekt „LernKU(H)LT“: Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen lernen im Team

Lehramtsstudierende der Universität Hildesheim fördern seit 2006 Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen im Team. Zweimal wöchentlich über mindestens ein halbes Jahr begleiten sie je eine Gruppe von drei bis fünf Kindern. Die Lehramtsstudenten werden von Erziehungswissenschaftlern begleitet und halten Kontakt zu den Eltern. „Ziel ist die schulische Situation von Erst- bis Zehntklässlern, vor allem mit Förderbedarf in der deutschen Sprache, in der Region Hildesheim zu verbessern“, sagt Yvonne Rechter. Etwa 600 Kinder und Jugendliche aus der Region und 200 Studentinnen und Studenten nahmen bisher teil. Derzeit laufen 18 Gruppen, drei davon in Hannover. Etwa 13 % der Kinder kommen aus Syrien. „Mein Sohn wächst zweisprachig auf. Ich begrüße die Initiative der Universität Hildesheim, für die Studentin sind das wichtige Erfahrungen. Mein Sohn kann in der kleinen Gruppe Fragen stellen, es macht ihm Spaß“, sagt Aiman Ismail, dessen Familie seit vielen Jahren in Deutschland lebt und dessen 9-jähriger Sohn an dem Projekt teilnimmt.

Projekt „Funah“: Im Sport zusammenkommen

Viele Studierende engagieren sich für Flüchtlinge. Über das gemeinsame Fußballspiel wollen Omar Fahmy und Dominik Feer mit Jugendlichen in Niedersachsen Werte erarbeiten wie Teamgeist, Respekt, Vertrauen, Verbindlichkeit, Selbstständigkeit. Ihr Werkzeug gegen Konflikte auf dem Schulhof ist der Sport. „Wir wollen nicht bessere Fußballer aus den Jugendlichen machen, wir wollen eine Gemeinschaft bilden“, sagt Omar Fahmy. Vor dem Auspowern bieten die Lehramtsstudenten der Universität Hildesheim gezielte Förderung im schulischen Bereich an, in Fächern, in denen es bei den teilnehmenden Kindern ab zehn Jahren noch nicht rund läuft. Die Studenten arbeiten seit 2015 mit der Oskar-Schindler-Gesamtschule in Hildesheim zusammen. Dabei erreichen sie Kinder aus Flüchtlingsfamilien. Sie sind wöchentlich in der Schule und arbeiten intensiv mit Kindern aus einer Sprachlernklasse. Die Sportwissenschaftlerin Prof. Vera Volkmann begleitet das Projekt wissenschaftlich. „Sport ist gemeinschaftliches Erleben, auch körperlich und emotional. Sport kann ein guter Anker sein, um Begegnungen anzubahnen.“

Pressemeldung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur

„Wir möchten Flüchtlingen, die persönlich ein schweres Schicksal erleiden, Perspektiven aufzeigen. Es ist im Interesse der ganzen Gesellschaft, wenn wir das Potenzial dieser Menschen nicht brachliegen lassen und ihnen dabei helfen, Bildungschancen zu ergreifen“, sagt die Niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić (zur Pressemeldung). „Damit erleichtern wir es Flüchtlingen, rasch bei uns Fuß zu fassen und geben gleichzeitig einen Anreiz, um zukünftige Fachkräfte in Niedersachsen zu halten.“

Medienkontakt:

Kontakt zu Studierenden mit Fluchterfahrung, zu Familien und Wissenschaftlern über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905).

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Pressemeldungen Allg. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Deutsche Sprache Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Lehrerbildung MA DaZ/DaF Flüchtlinge
news-10398 Sat, 20 Jun 2015 15:09:00 +0200 Nach der Flucht ein Platz im Hörsaal https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/nach-der-flu-3/ Das Land Niedersachsen startet eine Offensive um Flüchtlingen ein Studium zu ermöglichen. So werden Gelder zur Verfügung gestellt, um kostenlose Sprachkurse anzubieten. Die Uni Hildesheim geht noch einen Schritt weiter, Studierende und Lehrende helfen nicht nur beim Sprach-und Bildungserwerb, sie laden auch ins Theater oder zum Fußballspielen ein. Seit dem Frühjahr gibt es an der Universität sogar ein kostenloses Schnupperstudium für Flüchtlinge. Migrationspolitik Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Soziologie Zentrum für Bildungsintegration Forschung Politik Flüchtlinge news-10253 Fri, 19 Jun 2015 09:00:00 +0200 Studium nach der Flucht: Niedersachsen möchte Zugänge zu Unis erleichtern / Die Uni Hildesheim bietet seit dem Frühjahr ein Schnupperstudium für Flüchtlinge an https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/studium-nach-1/ SAT1 FERNSEHEN über Studium nach der Flucht: Niedersachsen möchte Flüchtlingen den Zugang zu Universitäten erleichtern. Die Universität Hildesheim öffnet ihre Türen: Seit dem Frühjahr 2015 studieren Flüchtlinge an der Uni. „Rund 35.000 Flüchtlinge werden in diesem Jahr nach Niedersachsen kommen. Darunter auch einige, die ihr Studium wegen des Krieges oder wegen der Verfolgung in ihrem Heimatland abbrechen mussten. Auf der Flucht konnten Zeugnisse manchmal nicht gerettet werden. Das Land Niedersachsen möchte Flüchtlingen mit akademischem Hintergrund jedoch den Zugang zur Universität in Deutschland erleichtern. [...] Die Uni Hildesheim hat im Sommersemester ein Schnupperstudium für Flüchtlinge mit akademischer Vorbildung begonnen", so SAT.1 FERNSEHEN in einem Filmbeitrag zum Thema „Studium nach der Flucht". Darin äußert sich auch die Niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić über Bildungschancen.

„Die Uni Hildesheim hat im Sommersemester ein Schnupperstudium für Flüchtlinge mit akademischer Vorbildung begonnen. Viele Asylbewerber sind gut ausgebildet. [...] Iman hat ein Ziel. Sie will Informatikerin werden", so der Redakteur Karsten Baer im SAT.1 FERNSEHEN. Das Studium sei mehr, als sie sich erhofft habe, sagt die Hildesheimer Informatik-Studentin Iman.

„Viele haben schon studiert, entweder einen Abschluss gemacht oder sie mussten während des Studiums fliehen", sagt Hannes Schammann, Hildesheimer Juniorprofessor für Migrationspolitik, im Gespräch mit SAT.1 FERNSEHEN. Er ist einer der Lehrenden, die die Uni für Flüchtlinge öffnen. „Es ist wichtig, dass die Studierenden [...] den Mut nicht verlieren, dass sie weiterhin an sich glauben, dass sie merken: [...] ich habe mein Ziel und ich will mein Ziel erreichen", ergänzt Daoud Naso vom Verein Asyl e.V. im Gespräch mit SAT.1.

Sat.1 regional Fernsehen, Nachrichten 17:30, „Flüchtlinge mit akademischer Vorbildung: Niedersachsen möchte Zugang zu Unis erleichtern", 19.06.2015 (Fernsehbeitrag, ~4 Min, Redakteur: Konrad Baer) (www.hannover.sat1regional.de) [zeitlich begrenzt online abrufbar]

Kontakt zu Studierenden und zu Lehrenden, die Studieninteressierte nach der Flucht unterstützen über die Universität Hildesheim (Pressestelle, Isa Lange, presse[at]uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

Lesen Sie auch: Hildesheimer Universitätspräsident fordert eine stärkere Öffnung des Bildungssystems für Flüchtlinge (Uni-Pressemeldung vom 19.06.2015)

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Migrationspolitik Erziehungswissenschaft Politik Sozialwissenschaften Fachbereich 4 Informatik Mathematik & Angewandte Informatik Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Pressespiegel überregional Zentrum für Bildungsintegration Flüchtlinge
news-10389 Tue, 16 Jun 2015 15:09:00 +0200 Vortrag: Demokratie und Islam in Indonesien https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/vortrag-dem/ Was heißt eigentlich Scharia, sind Dschihadisten automatisch auch Terroristen und wie ist das Verhältnis vom Islam zur deutschen Politik? Mit einer öffentlichen Vortragsreihe will die Uni Hildesheim mit neun Veranstaltungen jeweils dienstags das Thema "Demokratie und Islam" behandeln. Monika Arnez, Professorin an der Universität Hamburg, stellt die Gründe für das erfolgreiche Zusammenspiel von Demokratie und Islam in Indonesien vor. Migrationspolitik Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Soziologie Politik Forschung Zentrum für Bildungsintegration news-10289 Tue, 19 May 2015 15:38:00 +0200 Demokratie und Islam https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/demokratie-u-3/ Was heißt eigentlich Scharia, sind Dschihadisten automatisch auch Terroristen und wie ist das Verhältnis vom Islam zur deutschen Politik? Mit einer öffentlichen Vortragsreihe will die Uni Hildesheim mit neun Veranstaltungen jeweils dienstags das Thema "Demokratie und Islam" behandeln. Professorin Marianne Kneuer ist Demokratieforscherin und befasst sich mit dem Verhältnis von Staat und Religion. Migrationspolitik Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Soziologie Politik Forschung Zentrum für Bildungsintegration news-9934 Tue, 28 Apr 2015 17:00:00 +0200 Bildungswege von Flüchtlingen: Was können Unis tun? https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/bildungswege-von-fluechtlingen-was-koennen-unis-tun/ Um Flüchtlinge auf ihren Bildungswegen zu unterstützen, könnten Studierende „von Mensch zu Mensch" helfen, sagt die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf. Eine besondere Rolle komme dabei dem Spracherwerb und den Künsten zu. Am Rande einer Konferenz über das Recht auf Bildung an der Universität Hildesheim sprach Isa Lange mit der Migrationsbeauftragten. Wenn wir über Bildungswege von Flüchtlingen sprechen, was erhoffen Sie sich von Universitäten? Welche Rolle spielen die Hochschulen, was beobachten Sie in Niedersachsen?

Doris Schröder-Köpf: Es gibt einige sehr schöne Initiativen, wie Universitäten sich öffnen für Flüchtlinge, um ihnen aus der Perspektiv- und Betätigungslosigkeit rauszuhelfen, etwa in Lüneburg. Das ist ein erster Weg, dass sich die Studierenden selber bemühen, um junge Leute, die in Herkunftsländern schon ein Studium aufgenommen haben, und die das aufgrund ihrer Lage erstmal nicht weitermachen können.

Was können Studierende tun?

Durchaus auch von Mensch zu Mensch helfen, einzelne ansprechen. Wo sind Menschen mit Fluchterfahrung, die weitermachen möchten, wie können wir ihnen Teilnahme an Kursen an der Uni ermöglichen? Sie können zum Beispiel beim Deutschlernen helfen.

An der Hildesheimer Universität begleiten seit Sommersemester im „Schnupperstudium" einige Lehrende und Studierende junge Erwachsene mit Fluchterfahrung, zeigen den Campus, beraten bei der Suche nach Seminaren. Einige Studenten haben Tandems gebildet, um mit den Flüchtlingen auch an der Alltagssprache zu arbeiten, was man in üblichen Sprachkursen nicht lernt. In Seminaren hat man es dann aber mit Fachsprache zu tun...

Natürlich ist die fachspezifische Frage eine große Herausforderung. Ich habe das selber kennengelernt, habe in den Vereinigten Staaten gelebt. Als ich dort schwanger wurde und ein Kind bekommen habe und Kinderarztbesuche machen musste, hat mir das Vokabular für Kinderkrankheiten völlig gefehlt. Wie viel schwieriger muss es sein, wenn man Physik, Chemie oder vergleichende Literaturwissenschaft studiert und es fehlt einem das Vokabular für genau diesen Bereich? Da reicht nicht mehr der Wortschatz, um Brötchen einzukaufen und sich mit Nachbarn unterhalten zu können. Das ist eine große Herausforderung – vor der stehen wir in Niedersachsen auch in den Gymnasien. Es gibt jetzt einige Gymnasien, an denen Sprachlernklassen eingerichtet wurden. Früher war das mehr an Hauptschulen, Gesamtschulen. Die Lehrer an den gymnasialen Sprachlernklassen sagen, es ist wahnsinnig schwierig, dass Fachvokabular für Kunstunterricht genau so drauf zu haben wie für Mathematik. Das ist eine große, große Herausforderung. Wenn es gelingt, profitieren wir alle davon.

Wer sollte dabei mitwirken?

Wir haben viel zu tun, alle. Das schafft die Politik alleine nicht. Da können alle Studierenden mithelfen.

Sie sprechen die Studierenden an – an der Universität Hildesheim arbeiten einige im Theater und in den szenischen Künsten mit Flüchtlingen zusammen (etwa die Gruppe Voll:milch oder das Türkisch-Deutsche Theater). Im musikalischen Bereich befassen sich Forscher und angehende Lehrerinnen und Lehrer am Center for World Music mit kultureller Vielfalt. Ist das auch ein Weg, sich künstlerisch zu begegnen?

Ich glaube sogar, dass künstlerische Ausdrucksformen ganz besonders geeignet sind, um Menschen, die Flucht, Vertreibung und viele Gräuel erlebt haben, sozusagen das Leben zu erleichtern und einen Zugang zu einer neuen Gemeinschaft zu finden. Das geht von Ausdruckstanz bis zur Malerei. Es gibt inzwischen auch einige fotografische Projekte mit Flüchtlingen. Diese künstlerischen Ausdrucksformen sind glaube ich besonders gut, weil sie an die Seele gehen und man nicht viele Worte braucht.

Vielen Dank für das Gespräch.

Über die Konferenz: Recht auf Bildung

An der Universität Hildesheim diskutierten am 23. und 24. April 2015 Fachleute über das Menschenrecht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland sowie über den Bildungserfolg von Kindern in der Migrationsgesellschaft, der auch vom Rechtsstatus abhängt. Etwa 160 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis nahmen teil, darunter Studierende, Flüchtlinge und zivilgesellschaftlich Aktive aus Bremen, Hildesheim, Hannover und Berlin sowie die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe des Landes Niedersachsen. Es sei dringend notwendig, „konsequent weiter an der Herstellung von Chancengleichheit in der deutschen Migrationsgesellschaft zu arbeiten", sagt die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Viola Georgi (mehr im Interview, Mediendienst Integration). Organisiert wurde die Konferenz vom „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften" und dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim in Kooperation mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und dem Deutschen Institut für Menschenrechte. Am Zentrum für Bildungsintegration arbeiten mehrere Wissenschaftler im Schwerpunkt „Bildungsteilhabe von Flüchtlingen" zusammen. Wie Kinder und Erwachsene die deutsche Sprache als zweite Sprache erlernen, etwa in Sprachlernklassen und Integrationskursen, untersucht ein Team um Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache an der Universität Hildesheim. Gerade haben sich junge Menschen, die erst seit etwa zwei Jahren in Deutschland leben, zusammen mit Lehramtsstudierenden und Studierenden des Masterstudiengangs DaZ/DaF auf das Deutsche Sprachdiplom vorbereitet. Dabei arbeitet die Uni mit der berufsbildenden Walter-Gropius-Schule und dem Niedersächsischen Landesinstitut für Qualitätsentwicklung zusammen. Als Ergebnis für die mündlichen Prüfungen haben alle Lerner in den mündlichen Prüfungen ein „bestanden“ erreicht, und zwar auf den Niveaustufen B1 und A2.

Einen Nachbericht zur Konferenz lesen Sie auf der Internetseite www.uni-hildesheim.de zum Wochenende.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Fachbereich 1 Pressemeldungen Allg. Erziehungswissenschaft Deutsche Sprache Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Lehrerbildung Bildungsintegration Flüchtlinge
news-10065 Sat, 25 Apr 2015 13:32:00 +0200 "Asylpolitik dient der Abschreckung" https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/asylpolitik-1/ Der Rechtsanspruch auf Bildung und die Wirklichkeit klaffen oft auseinander. An der Universität Hildesheim diskutierten Fachleute über das Recht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland. Auf dem Abschlusspodium hofft Doris Schröder-Köpf auf eine politische Chance für den Kurswechsel, weil die Akzeptanz von Flüchtlingen steigt. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Forschung Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Sozial- und Organisationspädagogik news-10058 Fri, 24 Apr 2015 13:50:00 +0200 Angekommen und jetzt? https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/angekommen-u/ Angesichts der Flüchtlingsnot ist die Hilfsbereitschaft groß, doch richtige Hilfe will gelernt sein. Wie das funktionieren kann, will die Uni Hildesheim mit einer zweitägigen Konferenz zum Thema Menschenrecht auf Bildung zeigen. Theoretisch wie auch praktisch. Deswegen sind unter den rund 160 Fachleuten auch zahlreiche Vertreter von Initiativen auch aus Hildesheim mit dabei. Veranstalter sind das Institut für Sozial­ und Organisationspädagogik und das Zentrum für Bildungsorganisation der Uni Hildesheim. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Forschung Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Sozialwissenschaften Sozial- und Organisationspädagogik news-9900 Sun, 19 Apr 2015 15:40:00 +0200 Migration: Ankommen und Weiterkommen – Das Recht auf Bildung https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/migration-ankommen-und-weiterkommen-das-recht-auf-bildung/ Der Rechtsanspruch auf Bildung und die Wirklichkeit klaffen oft auseinander. An der Universität Hildesheim diskutieren Fachleute über das Recht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland. Es sei notwendig, weiter an der Herstellung von Chancengleichheit in der deutschen Migrationsgesellschaft zu arbeiten. Etwa 160 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis kommen zusammen, darunter Studierende, Flüchtlinge und zivilgesellschaftlich Aktive. Sie diskutieren mit dem Flüchtlingsrat Niedersachsen, einer Hildesheimer Schulleiterin und der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe. Deutschland hat sich durch die Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention zur Umsetzung des Menschenrechts auf Bildung verpflichtet. Doch der Rechtsanspruch und die Wirklichkeit klaffen oft auseinander, sagt Professorin Kirsten Scheiwe. Häufig sprechen wir von der Notwendigkeit, zugewanderte Menschen durch Bildung zu integrieren. Das klingt erstmal plausibel, so Professorin Viola Georgi. „Die Menschen kommen als Newcomers in ein neues Land und die Bildungseinrichtungen machen entsprechende Angebote, damit sie sich schnell integrieren können." Dazu gehören etwa Sprach- und Integrationskurse, Weiterbildungsangebote und interkulturelle Schulentwicklung. Die Realität sehe aber vielerorts anders aus, sagt Georgi. „Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien – insbesondere die mit einer Flüchtlingsgeschichte – stoßen auf strukturelle und rechtliche Barrieren, die diskriminierend wirken, ihr Recht auf Bildung einschränken und damit ihre Bildungsteilhabe erschweren." Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien warten oft mehrere Monate auf einen Schulplatz. Alle Kinder aus Flüchtlingsfamilien, auch Jugendliche und junge Erwachsene benötigen einen Anspruch auf Sprachförderung, fordert die Sozialrechtlerin Kirsten Scheiwe.

An der Universität Hildesheim diskutieren am 23. und 24. April 2015 Fachleute über das Recht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland sowie über den Bildungserfolg von Migrantenkindern, der auch vom Rechtsstatus abhängt. Es werden etwa 160 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis erwartet, darunter auch Studierende, Flüchtlinge und zivilgesellschaftlich Aktive aus Bremen, Hildesheim und Berlin. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass es dringend notwendig ist, konsequent weiter an der Herstellung von Chancengleichheit in der deutschen Migrationsgesellschaft zu arbeiten", sagt die Erziehungswissenschaftlerin Viola Georgi.

Im Schwerpunkt „Ankommen und Weiterkommen“ sprechen Forscher am Freitagnachmittag mit jungen Flüchtlingen, dem Flüchtlingsrat Niedersachsen und mit einer Schulleiterin einer Hildesheimer Grundschule. Die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, äußert sich zum Thema und diskutiert mit Nurjana Arslanova, die die Hälfte ihres Lebens im Flüchtlingslager verbracht hat und keine Ausbildung beginnen durfte, nun macht sie ihr Fachabitur. Hannes Schammann, Juniorprofessor für Migrationspolitik, moderiert das Panel. Die Teilnahme an dieser öffentlichen Diskussion am Freitag , 24. April 2015, um 14:00 Uhr ist ohne Anmeldung möglich. Die Plätze an den weiteren Programmpunkten der Konferenz sind begrenzt, eine Teilnahme ist noch vereinzelt nach Anmeldung möglich (Email: presse@uni-hildesheim.de).

Zur Konferenz laden das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften" und das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim in Kooperation mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und dem Deutschen Institut für Menschenrechte ein. Auf der Konferenz spricht Professor Heiner Bielefeldt, Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Religions- und Weltanschauungsfreiheit und Inhaber des Lehrstuhls für Menschenrechte der Universität Erlangen-Nürnberg über Menschenrechte in der Einwanderungsgesellschaft. Die Dokumentarfilmerin Jutta Neupert zeigt den Dokumentarfilm „Familien auf der Flucht – von Syrien nach Deutschland“.

In Hildesheim – wo auch der Flüchtlingsrat Niedersachsen seinen Sitz hat – haben Mitglieder der Universität Hildesheim gemeinsam mit dem Verein Asyl e.V. zum Sommersemester eine Initiative ins Leben gerufen, um Flüchtlinge in ihren Bildungswegen zu unterstützen. Die Studentin Vanessa Gauer vom „Anker-Peer-Programm" der Uni begleitet gemeinsam mit weiteren Kommilitonen die Studierenden mit Fluchterfahrung. Die Studentinnen zeigen den Flüchtlingen in Campusführungen die Universität, bilden Tandems, um die Alltagssprache zu lernen, kennen Unterstützungsprogramme und stellen den Kontakt zu Lehrenden her. Die Studieninteressierten unter anderem aus Afghanistan, Syrien und Sudan haben sehr unterschiedliche Lebensläufe und Bildungsabschlüsse.

Programm und Kurzinfo zu den Vortragenden als PDF

Wann und Wo? Konferenz „Recht – Bildung – Migration. Das Menschenrecht auf Bildung im Kontext von Migration und Integration", 23. und 24. April 2015, Universität Hildesheim, Bühler-Campus

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Allg. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Lehrerbildung Inklusion Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration Flüchtlinge
news-10005 Sat, 18 Apr 2015 13:32:00 +0200 Reden für das Recht auf Bildung – Uni will sich mit Konferenz für Flüchtlinge engagieren https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/reden-fuer-da/ Deutschland hat sich zur Umsetzung des Menschenrechts auf Bildung verpflichtet. Doch Rechtsanspruch und Wirklichkeit klaffen oft auseinander, so Prof. Kirsten Scheiwe von der Universität Hildesheim. Die Hochschule lud aus diesem Anlass 160 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis zu einer Konferenz ein, darunter auch Studierende, Flüchtlinge und Ehrenamtliche aus Bremen, Hildesheim und Berlin. Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Erziehungswissenschaft Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Allg. Erziehungswissenschaft Flüchtlinge news-9952 Thu, 16 Apr 2015 10:00:00 +0200 Unis bieten Programme für Flüchtlinge: Ein Abschluss in Medizin oder als Modedesigner – viele Flüchtlinge haben in ihren Heimatländern studiert https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/unis-bieten/ Die DEUTSCHE PRESSE-AGENTUR (DPA) berichtet, wie die Universität Hildesheim versucht, Flüchtlinge auf ihren Bildungswegen zu unterstützen. Iman, eine Studentin aus Afghanistan, und Hannes Schammann, Juniorprofessor für Migrationspolitik, berichten aus dem Alltag. Die DEUTSCHE PRESSE-AGENTUR (DPA) berichtet über Bildungswege von Flüchtlingen. „Ich möchte IT studieren, ich möchte mein Leben frei leben", sagt Iman, die im Sommersemester 2015 mit dem Informatik-Schnupperstudium an der Universität Hildesheim begonnen hat. Sie ist in Afghanistan geboren, in Pakistan aufgewachsen und im September 2013 als Flüchtling nach Deutschland eingereist, schildert Amelie Richter von der DPA.

„Nun steht sie vor der Universität Hildesheim, gemeinsam mit anderen jungen Flüchtlingen nimmt sie an einer Führung über den Campus teil. Die Hochschule begleitet im Sommersemester erstmals Studenten mit Fluchterfahrung. […] Die Anerkennung der ausländischen Papiere sei derzeit aber noch ein Problem", so die DPA.

„Wir haben viele Teilnehmer, die ihre Papiere bei der Flucht auch einfach nicht mehr mitnehmen konnten", sagt Hannes Schammann im Gespräch mit der DPA. Der Juniorprofessor für Migrationspolitik an der Hildesheimer Universität betreut das Projekt. Der größere Teil der Studenten mit Fluchterfahrung ist männlich, sie kommen aus Syrien, Afghanistan und afrikanischen Ländern. Neben Ingenieuren und Ärzten sei aber auch schon ein Modedesigner aus Syrien bei ihm im Beratungsgespräch gewesen.

Deutsche Presse-Agentur DPA, erschienen in regionalen Tageszeitungen, u.a. Harz Kurier, Münsterländische Tageszeitung, Oldenburgische Volkszeitung, „Unis bieten Programme für Flüchtlinge", 16./17.04.2015 (online abrufbar)

Kontakt zu den Forschern und Studierenden mit Fluchterfahrung über die Universität Hildesheim (Pressestelle, Isa Lange, presse[at]uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

Information in English: How the University of Hildesheim is trying to help refugees in their educational paths. Students and professors from this University in Germany are giving advices, showing the campus and they are helping to find courses. The refugees who are at the moment at University of Hildesheim have very different qualifications, some have not studied, others have already earned a degree. Including, for example, two engineers from Syria, a computer scientist from Syria, a political science student from Sudan, a syrian doctor, a fashion designer, an IT-student from Afghanistan. They are learning in the "trial studies" (Schnupperstudium). There are no entry requirements. The aim is to facilitate the entry into the study. Students from the "Anker-Peer Program" of the University of Hildesheim accompany refugees. They were trained for the advice and they know different support programs.

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Migrationspolitik Sozialwissenschaften Politik Fachbereich 4 Informatik Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik International Office Pressespiegel überregional Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration
news-8985 Tue, 24 Mar 2015 10:00:00 +0100 Interkulturelles Lernen: Vielfalt will gelernt sein / Sprachunterricht kann Kindern bessere Chancen bieten und angehende Lehrer auf die kulturelle Vielfalt in den Klassen vorbereiten https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/interkulture/ ZEIT ONLINE über die interkulturelle Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim: Reportage über eine Lehramtsstudentin, die wöchentlich Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen im Team fördert An einem Freitagnachmittag in einer kleinen Bücherei einer Hildesheimer Grundschule: Drei Grundschüler sitzen um einen Tisch, auf dem vierten kleinen Stuhl sitzt die Lehramtsstudentin Madeleine Mäbert. Zweimal die Woche trifft sich diese Lerngruppe, darunter der neunjährige Omer. „Anderthalb Stunden lang übt die Lehramtsstudentin mit den Jungs Lesen, Grammatik oder Texte schreiben", beobachtet Birk Grüling in der ZEIT-Reportage.

Die Kinder sollen in der Gruppe vor allem besser Deutsch und konzentriertes Arbeiten lernen, so ZEIT ONLINE über das Projekt „Lernku(h)lt - Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen lernen im Team" am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim. Dabei begleiten Hildesheimer Lehramtsstudierende Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund über ein Jahr zwei Mal wöchentlich in einer Kleingruppe. Sie halten auch Kontakt zu den Klassenlehrern und Eltern. Lokale Stiftungen unterstützen das Projekt, die Uni arbeitet mit Asyl e.V. zusammen, um den Kontakt zu Familien zu halten.

„An der Universität Hildesheim hat man aus den positiven Praxis-Erfahrungen des LernKU(H)LT-Projekts gelernt. Neben längeren Praxisphasen in den Schulen wurde das Lehrangebot zu den Themen Migration, Sprachenförderung und Bildung stark ausgebaut", beobachtet ZEIT ONLINE. „In den Mathebüchern ist von Fruchtsaftgetränken, Keltereien oder Arbeitslöhnen die Rede. Viele Kinder kennen solche Begriffe aus ihrer Alltagssprache nicht", sagt die Mathematikdidaktikerin Prof. Barbara Schmidt-Thieme im Gespräch mit ZEIT ONLINE.

Prof. Viola Georgi, Leiterin des neugegründeten Zentrums für Bildungsintegration der Uni Hildesheim, sagt ZEIT ONLINE: „Es gibt immer noch Bildungsungleichheit in Deutschland. Deshalb brauchen wir mehr interkulturell ausgebildete und für Diskriminierung sensible Lehrer.‘“  

ZEITonline, „Interkulturelles Lernen: Vielfalt will gelernt sein", Reportage aus Hildesheim, 24.03.2015 (online)

Kontakt zu den Forschern, Lehramtsstudierenden und mehrsprachigen Familien über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

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Ang. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Pressespiegel überregional Bildungsintegration Lehrerbildung Zentrum für Bildungsintegration Flüchtlinge
news-9766 Fri, 20 Mar 2015 16:00:00 +0100 Einwanderung ist in den Büchern noch ein Problem https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/einwanderung/ Das Thema Einwanderung wird in vielen Schulbüchern immer noch als ein Problem und nicht als gesellschaftlicher Normalfall betrachtet. Das zeigt eine neue Studie, die die Universität Hildesheim zusammen mit dem Braunschweiger Georg-Eckert-Institut erstellt hat. Es gelingt vielen Büchern noch nicht, die gesellschaftliche Vielfalt als normal abzubilden und Chancen von Migration aufzuzeigen, sagt Professorin Viola Georgi von der Uni Hildesheim anlässlich der Veröffentlichung der „Schulbuchstudie Migration und Integration“. Untersucht wurden 65 Schulbücher aus fünf Bundesländern in den Fächern Sozialkunde, Politik, Geschichte, Geografie. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Lehrerbildung Inklusion Pressespiegel regional news-9982 Fri, 20 Mar 2015 09:00:00 +0100 Einwanderung ist in den Büchern noch ein Problem / Eine Studie kritisiert die Darstellung und Rolle von Migranten in der Unterrichtsliteratur für Schulen https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/einwanderung-1/ HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG über Schulbücher und die Darstellung von Migration und Integration in Bildungsmedien / Professorin Viola Georgi von der Uni Hildesheim sagt: Die Lehrerausbildung habe bei dem Thema einen großen Nachholbedarf „Begriffe wie Ausländer, Fremde, Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund würden oft nicht unterschieden, sondern oft als Synonyme in den Büchern verwendet. […] Weil ihm dies nicht gefällt, macht Benedikt Domdey immer häufiger sein Unterrichtsmaterial selbst. ‚Schulbücher sollten alle Jugendlichen ansprechen, hier sollte eine Bandbreite auftauchen, eine Vielfalt, denn die Klassen sind vielfältig‘, sagt Domdey. Er studiert an der Universität Hildesheim Wirtschaft und Theologie und hat in Schulpraktika in sechsten und neunten Klassen an Schulen in Hildesheim, Bad Salzdetfurth und Nordstemmen unterrichtet", berichtet die Redakteurin Saskia Döhner in der HANNOVERSCHEN ALLGEMEINEN ZEITUNG anlässlich einer neuen Schulbuch-Studie. Das Georg-Eckert-Institut hat im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Bildungsintegration der Uni Hildesheim untersucht, wie Schulbücher Migration und Integration darstellen.

„In Büchern gebe es oft Aufgaben wie ‚Fragt einen Schüler mit Migrationshintergrund in eurer Klasse, wie seine Familie zu uns nach Deutschland gekommen ist‘", sagt Viola Georgi, Professorin für Diversity Education an der Universität Hildesheim, der HAZ. Dadurch würden Migranten immer wieder aus der Gemeinschaft herausgehoben, die Lehrerausbildung habe bei dem Thema einen großen Nachholbedarf, so Georgi.

Hannoversche Allgemeine Zeitung, „Einwanderung ist in den Büchern noch ein Problem / Eine Studie kritisiert die Darstellung und Rolle von Migranten in der Unterrichtsliteratur für Schulen", 20.03.2015 (print) (www.haz.de)

Kontakt zu den Forschern vom Zentrum für Bildungsintegration und zu Lehramtsstudierenden und Schulen über die Universität Hildesheim (Pressestelle, Isa Lange, presse[at]uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Allg. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel überregional Lehrerbildung Bildungsintegration
news-9727 Wed, 18 Mar 2015 16:00:00 +0100 Neue Studie: Integration und Migration im Schulbuch https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/neue-studie-integration-und-migration-im-schulbuch/ „Formuliere mögliche Zukunftswege für ausländische Kinder" – steht als Aufgabe in einem Schulbuch. Es gelingt vielen Büchern noch nicht, die gesellschaftliche Vielfalt als normal abzubilden und Chancen von Migration aufzuzeigen, sagt Professorin Viola Georgi von der Uni Hildesheim anlässlich der Veröffentlichung der „Schulbuchstudie Migration und Integration“. Ein Team des Georg-Eckert-Instituts unter der Leitung von Inga Niehaus und die Erziehungswissenschaftlerin haben 65 Schulbücher in den Fächern Sozialkunde, Politik, Geschichte, Geografie aus fünf Bundesländern untersucht. Staatsministerin Aydan Özoğuz hat am 17. März 2015 in Berlin die „Schulbuchstudie Migration und Integration“ vorgestellt. Schulbücher vermitteln nicht nur Fachwissen, sondern auch Werte und Normen. Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration hat das „Georg-Eckert-Institut – Leibniz Institut für Internationale Schulbuchforschung" (GEI) in Zusammenarbeit mit dem „Zentrum für Bildungsintegration" an der Stiftung Universität Hildesheim beauftragt, eine Analyse zur Darstellung von Migration und Integration in Schulbüchern durchzuführen. Die Studie spricht Empfehlungen für die Bildungspraxis und -politik aus, wie eine zeitgemäße Darstellung von Vielfalt in Schulbüchern gelingen kann. „Ich empfehle, dass nicht nur die Schulbuchverlage, sondern auch die Lehrerinnen und Lehrer und Bildungsverwaltungen der Länder die Schulbuchstudie 'Migration und Integration' als Anregung nutzen", so die Staatsministerin Aydan Özoğuz. „Ein ermutigendes Ergebnis der Studie ist, dass in den Sozialkundebüchern Deutschland explizit als ein Einwanderungsland, in dem Menschen unterschiedlichster Herkunft ihre Heimat haben, beschrieben wird."

Dr. Inga Niehaus hat die Studie am Georg-Eckert-Institut geleitet. Zum Team der Schulbuchforscher gehören die Autoren der Studie, Rosa Hoppe und Dr. Marcus Otto. Die Forschungsbibliothek des GEI in Braunschweig umfasst mit 175.000 Schulbüchern aus 160 Ländern eine weltweit einzigartige Sammlung der Fächer Geschichte, Sozialkunde, Geographie und Religion.

Beteiligt an der Studie ist auch Professorin Viola B. Georgi. Mit dem Thema Schulbücher und Bildungsmedien und ihrer Relevanz in der Lehrerausbildung befasst sich die Erziehungswissenschaftlerin an der Universität in Hildesheim. Dabei bindet sie auch Studierende der Erziehungswissenschaften und des Lehramts ein. Sie lehrt und forscht im Bereich Diversity Education, befasst sich mit Vielfalt im Schulalltag, an Kitas und Hochschulen.

Online lesen: „Schulbuchstudie Migration und Integration" (PDF)

Presseinformation des Georg-Eckert-Instituts

Interview mit Professorin Viola Georgi als PDF

Nachgefragt bei Professorin Viola Georgi: Wie Schulbücher Migration und Integration darstellen

Weshalb sind Schulbücher eigentlich ein wichtiger Gegenstand von Forschung?

Viola Georgi: Schulbücher sollen gesellschaftlich als relevant und richtig erachtetes Wissen bereitstellen. Es geht um Weltbilder, gesellschaftliche Werte und Regeln, die via didaktischer Aufbereitung in der Schule an die nächsten Generationen weitergegeben werden sollen. Schulbücher müssen sich an staatlichen Rahmenplänen orientieren und offiziell genehmigt werden. Schulbücher repräsentieren anerkanntes und staatlich legitimiertes Wissen. Sie verfügen daher über eine gewisse Autorität und gelten als lehrreich. Wenngleich Schulbücher nach wie vor ein wichtiges Bildungsmedium darstellen, sollten sie jedoch m.E. in ihrer Wirkung nicht überschätzt werden. Denn was genau aus den Schulbuchinhalten bei den Lernenden ankommt, hängt auch ganz maßgeblich davon ab, wie die Lehrenden mit dem Schulbuch umgehen und welche ergänzenden Materialien sie zum Einsatz bringen. Aufgrund der gesellschaftlichen, bildungspolitischen und bildungspraktischen Relevanz von Schulbüchern ist es für die Umsetzung von diversitätssensibler Bildung aber dennoch notwendig, Lehrmittel zu entwickeln, die einen inklusiven Unterricht unterstützen.

Was haben Sie in der Studie untersucht?

Die Studie geht der Frage nach, wie Migration und Integration in Bezug auf gesellschaftliche Vielfalt in deutschen Schulbüchern dargestellt werden und inwiefern Schulbücher zu einer zunehmenden Akzeptanz von Diversität als gesellschaftlicher Normalität beitragen können. Die Untersuchung bezieht sich auf die Tatsache, dass sich Deutschland in den letzten Jahrzehnten zu einem modernen Einwanderungsland entwickelt hat. Vielfalt im Klassenzimmer ist längst zur Regel geworden und die Auswirkungen auf das Bildungssystem sind nicht zu übersehen. Der Fokus der Studie liegt auf den Schwerpunkten „Diversity – Abbildung einwanderungsbedingter Vielfalt“ und „Partizipation – gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund.

Wie viele und welche Schulbücher haben Sie untersucht?

Insgesamt haben wir 65 aktuell zugelassene Schulbücher aus fünf Bundesländern untersucht. Dazu gehörten Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Berlin und Brandenburg. Die qualitative Analyse bezieht sich auf Schulbücher der Sekundarstufen I in den Fächern Sozialkunde, Politik, Geschichte und Geografie.

Was sind die Befunde?

Die von uns untersuchten Schulbücher spiegeln größtenteils dominante gesellschaftliche Diskurse wider, wie zum Beispiel die sich hartnäckig behauptende Position, dass Migration in erster Linie Probleme verursache und konfliktbeladen sei. Zum Teil hinken die Bücher den neueren Entwicklungen und Erkenntnissen der Wissenschaft hinterher, das heißt, es fällt ihnen schwer die demografische Realität – also die deutsche Einwanderungsgesellschaft – zeitgemäß in Bild und Text zu fassen. Es gelingt ihnen bisher noch nicht, die migrationsbedingte Vielfalt als normal zu begreifen und auch die Potentiale von Migration und Diversität zu erkennen und zu vermitteln. Stattdessen werden wir mit Darstellungen konfrontiert, die sich nur schwer von Stereotypen lösen können. Migranten werden nur selten als aktiv Handelnde, sondern eher als Bedürftige und oft als Opfer gesellschaftlicher Umstände präsentiert. Viele Schulbuchdarstellungen verfallen zudem immer wieder in das Muster „Wir“ und „Sie“, „eigen“ und „fremd“, wobei sich ein Integrationsverständnis offenbart, das davon ausgeht, dass es vor allem die Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sind, die Anpassungsleistungen an die „deutsche Gesellschaft“ erbringen müssen. Dass ist problematisch, da auf diese Weise der Mythos eines homogenen deutschen Kollektivs aufrechterhalten wird. Migranten werden immer wieder als die Anderen, als die diesem Kollektiv Gegenüberstehenden präsentiert. Auch lässt sich ein fahrlässiger Umgang mit Bezeichnungen ausmachen. In manchen Schulbüchern werden die Begriffe „Ausländer“, „Fremde“ und „Menschen mit Migrationshintergrund“ synonym verwendet.

Sie haben auch die Arbeitsaufträge in den Schulbüchern unter die Lupe genommen. Was lässt sich dazu sagen?

Häufig sind die Arbeitsaufträge aus Perspektive der Dominanzgesellschaft formuliert. Besonders augenfällig wird das in Aufgabenstellungen, die die Schüler explizit einer Herkunft zuweisen, wie zum Beispiel „Fragt einen Schüler mit Migrationshintergrund in eurer Klasse, wie seine Familie zu uns nach Deutschland gekommen ist“ oder die Aufforderung, die Klasse mal in ausländische und deutsche Schüler zu teilen, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen. Oft werden Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien zum Untersuchungsobjekt ihrer Mitschüler ohne Migrationshintergrund, die zum Beispiel dazu aufgefordert werden „fremde Kulturen am Schulort“ zu untersuchen oder darüber diskutieren sollen, welche Erfahrungen sie mit Aussiedlern gemacht haben. Für die Schüler aus Einwandererfamilien bedeutet das, ständig die Erfahrung zu machen, auf die Herkunft verwiesen zu werden. Das macht es schwer, ein Zugehörigkeitsgefühl zu entwickeln. Sie werden aus der Klasse herausgehoben, besonders bzw. anders „gemacht“ und müssen – im Gegensatz zu ihren Mitschülern ohne Migrationsgeschichte – häufig private Auskunft über ihre vermeintlich andere Lebensweise, ihre Familie oder ihre Religion geben, in einem Rahmen, in dem sie das vielleicht gar nicht möchten.

Welche Rolle spielt die Lehrerausbildung für das Erlernen eines kritischen Umgangs mit Bildungsmedien? Welche Konzepte können hier tragen?

Der Diversity-Ansatz ist m.E. eine wichtige Strategie auf dem Weg zu einem pluralen demokratischen Gesellschaftsverständnis. In einem solchen Selbstverständnis ist Diversität der Normalfall. Schlicht gesagt: Es ist normal, verschieden zu sein. Die Auseinandersetzung mit Heterogenität ist Teil unseres Alltags. Differenz – etwa die Migrationserfahrung – ist dann nicht als „Abweichung“ zu definieren, sondern stellt lediglich einen Aspekt menschlicher Identität dar. Die vielfältigen individuellen und kollektiven Unterschiede werden als selbstverständlich begriffen und zum Ausgangspunkt von Lernprozessen gemacht. Das gilt für Kita, Schule und Hochschule gleichermaßen. Zugleich handelt es sich bei „Diversity Education“ um eine Perspektive, die bewusst auch die gesellschaftlichen Dominanz- und Ungleichheitsverhältnisse in den Blick nimmt. Durch eine dezidierte Antidiskriminierungsperspektive, die an den Menschenrechten ausgerichtet ist, wird die Gleichstellung von Verschiedenen angestrebt. Das geschieht zum Beispiel auch über die angemessene Repräsentation, Anerkennung, Wertschätzung und Inklusion von Verschiedenheit in Schulbüchern und anderen Bildungsmedien. Ganz entscheidend ist hierbei, dass die Lehr- und Lernmaterialien auf Lehrkräfte treffen, die die notwendigen pädagogischen und fachdidaktischen  Kompetenzen mitbringen, um einen diversitätssensiblen Unterricht zu gestalten. Hier sehe ich aber in der deutschen Lehrerausbildung noch großen Nachholbedarf.  Es bedarf m.E. vielerorts einer systematischen curricularen Verankerung von Diversity-Themen (etwa Migration, Mehrsprachigkeit, Inklusion, Interkulturalität) in der Lehreraus- und -fortbildung. Hier kann dann ein kritischer, ungleichheits- und diversitätssensibler Umgang mit Unterrichtsmaterialen eingeübt werden.

Was kann man tun, damit sich die Inhalte der Schulbücher verändern?

Verlage müssen die Befunde der Schulbuchforschung zunächst einmal überhaupt erst zur Kenntnis nehmen und als mögliches Korrektiv der eigenen Arbeit anerkennen. Darüber hinaus wäre es sehr sinnvoll, Autoren regelmäßig thematisch weiterzubilden und auch Schulbuchautorinnen und -autoren mit Migrationshintergrund zu rekrutieren. Schließlich halte ich ein zusätzliches kritisches Lektorat durch Fachwissenschaftler und Fachdidaktiker für ratsam. Ich möchte aber nicht versäumen, auf den komplexen Produktionsprozess von Schulbüchern hinzuweisen, der sich u.a. an staatlichen Rahmenplänen für die Schulen orientieren muss. Auch in diesen Rahmenplänen – von Bundesland zu Bundesland verschieden – stecken manchmal problematische Vorgaben, wenn z.B. verlangt wird, dass die Lernenden sich mit „Fremdem“ und „Eigenem“ beschäftigen sollen.  Hierzu müssen die Autoren dann eine Themeneinheit oder ein Kapitel entwickeln, ob sie das sinnvoll finden oder nicht. Ich erhoffe mir aber einen Paradigmenwechsel. Zumindest kündigt sich dieser in den jüngsten Empfehlungen der Kultusminister zur interkulturellen Bildung in Erziehung und Schule von 2013 an. Hier heißt es nämlich: „Schule soll Vielfalt zugleich als Normalität und als Potenzial für alle wahrnehmen und Schulbücher sollen geprüft werden „im Hinblick darauf, ob die vielschichtige, auch herkunftsbezogene Heterogenität der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt ist.“ (KMK 2013, 8)

Die Uni Hildesheim bildet einen Großteil der nds. Grund-, Haupt-, Realschullehrer aus. Foto: I. Lange/Uni Hildesheim

Zur Person

Prof. Dr. Viola B. Georgi ist Professorin für Diversity Education an der Stiftung Universität Hildesheim und Direktorin des Zentrums für Bildungsintegration.

Zwischen 2006 und 2012 war sie Juniorprofessorin für Interkulturelle Erziehungswissenschaft an der Freien Universität Berlin. 2010 nahm sie eine Gastprofessur an der York University in Toronto (Kanada) wahr. Zuvor war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe Universität Frankfurt und am Centrum für angewandte Politikforschung der Ludwig Maximilians Universität München tätig. Sie studierte Lehramt, Erziehungswissenschaft und Soziologie an der Goethe Universität Frankfurt, der University of Bristol (England) und der Harvard University (USA). Zu Ihren Arbeits- und  Forschungsschwerpunkten zählen u.a.  Diversity Education, Interkulturelle Bildung und Professionalisierung, Diversity in Bildungsmedien, Holocaust Education, Geschichtsbewusstseinsforschung, Demokratiepädagogik und Citizenship Education.

Lesetipp: Bücher, die verbinden – oder trennen: Integration und Vielfalt in Schulbüchern. Fachleute aus mehreren Ländern analysieren, wie Verschiedenheit (Diversity) in Schulbüchern dargestellt wird. Es gibt Zwischentöne, Schattierungen, Abstufungen – doch leider auch viele Klischees und Vorurteile. (Meldung vom September 2014)

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Lehrerbildung Inklusion
news-9736 Wed, 18 Mar 2015 09:00:00 +0100 Beim Thema Integration sind Schulbücher mangelhaft: Eine Studie zeigt, dass Schulbücher die Vielfalt im Klassenzimmer nur unzureichend abbilden https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/beim-thema-i/ DIE WELT über eine Schulbuchstudie im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration: Das Georg-Eckert-Institut hat in Zusammenarbeit mit der Uni Hildesheim untersucht, wie Schulbücher Migration und Integration darstellen. In der Lehrerausbildung sollten Themen wie Migration, Interkulturalität, Inklusion systematisch im Lehrplan verankert werden, fordert Professorin Viola Georgi vom Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim. DIE WELT über eine neue Studie des Georg-Eckert-Instituts, in der in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim untersucht wurde, wie Migration und Integration in Schulbüchern dargestellt werden. 

Vielfalt in der Gesellschaft und an Schulen werde „nicht als Normalfall dargestellt", das zeige die Studie, berichtet DIE WELT. „Tragen Schulbücher ungewollt zur Diskriminierung von Schülern mit Zuwanderungsgeschichte bei? Das Thema Schulbücher ist ein Arbeitsschwerpunkt von Prof. Viola Georgi von der Universität Hildesheim. Die Erziehungswissenschaftlerin ist deutschlandweit die einzige Professorin für 'diversity education', also für Vielfalt in der Lehrerausbildung", schreibt Freia Peters in der Zeitung DIE WELT.

Deutschland habe sich in den letzten Jahrzehnten zu einem modernen Einwanderungsland entwickelt, sagt Professorin Viola Georgi der Zeitung DIE WELT. In der Lehrerausbildung sollten Themen wie Migration, Interkulturalität, Inklusion systematisch im Lehrplan verankert werden, so die Hildesheimer Professorin. Die Studienleiterin Inga Niehaus vom Georg-Eckert-Institut regt in der WELT an, die Begriffe und Bezeichnungspraxen wie „Ausländer", „Fremde" und „Migranten" zu überdenken.

DIE WELT, „ Beim Thema Integration sind Schulbücher mangelhaft / Eine Studie zeigt, dass Schulbücher die Vielfalt im Klassenzimmer nur unzureichend abbilden", 17./18.03.2015 (print kurz, online lang) (www.welt.de)

Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905) / Kontakt zu den Schulbuchforschern und weitere Infos zur Schulbuchanalyse über das Georg-Eckert-Institut

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Ang. Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel überregional Lehrerbildung Bildungsintegration Inklusion
news-9737 Sat, 14 Mar 2015 16:02:00 +0100 Ist das Kopftuch ein Problem? https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/ist-das-kopf/ Das aktuelle Urteil des Bundesverfassungsgerichts stößt in Niedersachsen auf geteilte Meinungen. Der 22-jährige Hildesheimer Studentin Huriye, die an der Universität Geschichte und Geografie studiert, eröffnen sich nun aber wohl neue Chancen. Sie hatte bereits überlegt, ihr Studium wegen des Kopftuchverbotes in der Türkei zu beenden. Nach dem gestrigen Urteil bleibt die junge Frau vielleicht hier. Pressespiegel regional Sozialwissenschaften Soziologie Fachbereich 1 Bildungsintegration Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Forschung Zentrum für Bildungsintegration news-9646 Sat, 28 Feb 2015 09:30:00 +0100 Praxisnahe Lehrerausbildung: „Ausbildungsort und Tatort rücken zusammen“ https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/praxisnahe-lehrerausbildung-ausbildungsort-und-tatort-ruecken-zusammen/ „Für mich ist das der Start“, sagt Barbara Zeh. Bisher hatte die Lehrerin aus Hannover nichts mit der Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim zu tun. Das ändert sich nun. Das Land Niedersachsen möchte Theorie und Praxis stärker zusammenbringen, an allen Hochschulstandorten, die Grund-, Haupt- und Realschullehrer ausbilden. Bis Juli sind Studierende niedersachsenweit in Klassenzimmern, Hildesheimer Studenten laufen bei 170 Mentoren mit und erleben alle Facetten des Schulalltags: Unterricht, Konferenzen, Ganztagsschule, Elternabende. Die 3. Klasse der Hinrich-Wilhelm-Kopf-Grundschule in Hannover ist langsam daran gewöhnt, neue Gesichter zu begrüßen. Einige Flüchtlingskinder gehen seit kurzem in diese Schule, sie kommen aus dem Irak, aus Libyen, aus Syrien. An einem Montagmorgen im Februar stehen wieder zwei unbekannte Menschen im Klassenzimmer. „Sie bleiben einige Monate hier, sie lernen auch noch“ – so teilt Barbara Zeh ihren Schülern mit, dass nun vier weitere Augen im Klassenraum sind.

Aus den Kinderstühlen sind die Neulinge aber herausgewachsen, sie sind keine neuen Mitschüler. Sondern Deutsch- und Musikstudentinnen der Universität Hildesheim.

Seit Februar noch bis Mitte Juli sind Lehramtsstudierende im Masterstudium in Niedersachsen 18 Wochen an Schulen. Das schulische Langzeitpraktikum („Praxisblock“) wird in Seminaren an der Universität vor- und nachbereitet und begleitet. Die Studierenden sind drei Tage pro Woche in einer Praktikumsschule – an den anderen zwei Tagen an der Uni – und erleben alle Facetten des Schulalltags: Unterricht, Pausenzeiten, Schulfeste, Elternabende und Konferenzen. Das ist landesweit eine neue Entwicklung. Im Herbst 2014 hatten das niedersächsische Wissenschaftsministerium und das Kultusministerium mit den Hochschulen in Oldenburg, Osnabrück, Lüneburg, Braunschweig, Vechta und Hildesheim eine Kooperationsvereinbarung für eine Reform im Lehramtsstudium unterzeichnet. Die Masterstudienzeit für Grund-, Haupt- und Realschullehrer wurde verdoppelt und beträgt nun zwei Jahre.

Zu dieser Reform gehört neben der Erarbeitung eines Forschungsprojekts eine mehrmonatige Praxisphase, die Mitte Februar startete. Insgesamt 170 Lehrerinnen und Lehrer kamen zum Auftakt an der Universität in Hildesheim zu einer vom Kompetenzzentrum für Regionale Lehrerfortbildung organisierten Schulung mit Fachdidaktikern vom Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung zusammen. Die Lehrer begleiten als Mentoren die Lehramtsstudierenden an den Praktikumsschulen.

Eine von ihnen ist Barbara Zeh. Sie hat sich gleich gemeldet. Pro Student pro Fach erhält sie 0,5 Anrechnungsstunden. Aber sie beginnt nicht mit der Rechnerei. Natürlich sei das mehr Arbeit für sie, sagt Zeh, sie habe nun eine weitere Person im Blick. „Die Anfangsphase im Praktikum ist stressig. Wenn man sich die Mühe aber macht und herausarbeitet, wo jeder seine Schwerpunkte hat und wo man hinwill, dann wird das ein Selbstläufer. Das Klassenzimmer ist kein abgeschlossener Raum. Meine Tür steht immer offen“, sagt die Lehrerin. Unterricht läuft von morgens bis in die Spätbetreuung bis 17:00 Uhr, denn die Schule ist eine „Offene Ganztagsschule“. Etwa 350 Schülerinnen und Schüler lernen in Hannover-Kleefeld. „Unsere Schüler kommen aus dreißig verschiedenen Ländern. Wir unterrichten inklusiv. Wir unterrichten Flüchtlingskinder. Die Lehramtsstudenten können in der Endphase ihres Studiums bei uns die ganze Bandbreite und Realität des Lehrerberufs erleben.“ Die Schule habe Projekte zur Gewaltprävention entwickelt, Fortbildungen für Lehrer und Kinder, die Studentinnen können erfahren, wie die Zusammenarbeit im Schulalltag mit zwei Sozialpädagoginnen an der Schule abläuft.

„Wir sind in die Praxisphase am Faschingsmontag gestartet, das war ein guter Auftakt. Die Schüler lernen und die Studenten lernen auch noch, von den Schülern. Die Kleinen sind darüber schon stolz. Sie nehmen sie gut auf und finden das schön, wenn auch eine andere Stimme zu hören ist. Das stört überhaupt nicht, die Kinder sind trotzdem bei mir, wenn ich Unterricht mache. Das sage ich auch meinen Kolleginnen, die nachfragen, wie das klappt“, sagt die Lehrerin. Sie möchte den Studentinnen „einen Einblick geben, wie ich unterrichte“. „Für mich ist die Zusammenarbeit mit der Universität neu, ich kann Stundenstrukturen und Methoden überdenken und meinen eigenen Unterricht reflektieren.“ Es lohne sich, mit den Studentinnen ins Gespräch zu kommen. Gerade bereitet sie einen Rechtschreibtext und ein Diktat mit den Kindern vor, die Studentinnen beobachten noch, werden aber ab März selbst vier Stunden pro Woche unterrichten und mit einer Unterrichtseinheit zur Bildergeschichte beginnen, auch Unterrichtsbesuche stehen an. „Viele Kinder haben zu Hause niemanden, mit dem sie üben können“, sagt Barbara Zeh. Die Kleinen sind es gewöhnt, eigenverantwortlich zu lernen, sagt Zeh. Mal arbeiten sie alleine, dann in der Gruppe, dann mit einem Partner an Stationen. „Ich zeige den Studentinnen, was die Kinder können, damit sie Anknüpfungspunkte haben: Wie kann ich in diese Klasse reingehen?“

Eine andere Lehrerin unter den 170 Mentoren sagt über die engere Zusammenarbeit zwischen Universität und Schulen: „Ausbildungsort und Tatort rücken zusammen“. Um solche Praxisphasen zu ermöglichen, müssen Strukturen im Uni- und Schulalltag zusammenfinden, sagt Dörthe Buchhester. Sie koordiniert die Reform am Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) der Universität Hildesheim. Das bedeutet: Jeweils zwei Lehramtsstudierende mit möglichst gleicher Fächerkombination mussten an Schulen in Hildesheim, Hannover und dem Umland vermittelt werden, Fahrtwege mit öffentlichen Mitteln sollen maximal eine Stunde dauern. Insgesamt sind das etwa 260 Studierende an 100 Schulen. Je ein Fachdidaktiker und Lehrbeauftragter begleiten nun im Tandem das Studentenpaar, reisen zu Unterrichtsbesuchen an die Schulen. Mentorenfortbildungen sollen nicht in der Zeugniszeit, aber auch nicht in der Prüfungszeit der Forscher liegen. „Wir haben vom Kultusministerium die Auflage, die Mentoren nicht zu belasten, sie aber auch nicht alleine zu lassen. Auch unsere Studenten haben viel zu tun. Sie haben kaum Zeit zwischen Vorlesung, Prüfungen und dem ersten Schultag, der in der vorlesungsfreien Zeit liegt“, so Buchhester. Sie hebt hervor, wie wichtig die Gespräche zwischen Lehrern und Fachdidaktikern der Uni seien. Dabei erinnert sie auch an Grenzen: Studierende dürfen im „Praxisblock“ nicht eigenverantwortlich unterrichten, sie sind auch nicht befugt, eine Pausenaufsicht zu machen. Die Mathematikdidaktikerin Professorin Barbara Schmidt-Thieme spricht von einem Prototyp, der ins Wasser gelassen wurde: „Wir wollen, dass das Schiff fährt. Wir wollen Sie ins Boot holen.“

Das ist bei Mattias Weiß gelungen. Er unterrichtet Englisch und Sport an der IGS Bad Salzdetfurth und sieht in der Zusammenarbeit mit der Uni große Chancen. Schon im ersten Studienjahr arbeitet seine Schule mit der Universität Hildesheim zusammen und holt Lehramtsstudenten in den „Schulpraktischen Studien“ einmal pro Woche ins Klassenzimmer. Seit Februar begleiten zwei Masterstudenten seinen Schulalltag. Von dem Blick aufs Schwarze Brett am Morgen über den Unterrichtsalltag, eine spontane Unterrichtsvertretung wegen Krankheit bis zur Konferenz und Elterngesprächen. „Wenn der Unterricht gut läuft, freut man sich. Wenn er schlecht läuft, denke ich mir: Oh je, was müssen die Studenten nun von mir denken?“, lächelt Mattias Weiß über die Tatsache, dass nun vier Augen mehr in seinem Klassenzimmer sitzen. Er ist selbst erst seit einem Jahr Lehrer, unterrichtet von der 5. Klasse bis zur Oberstufe. „Es gibt nun jemanden, der Kritik üben kann und das ist auch für mich hilfreich. Ich bin da ganz offen. Ich hoffe die Zusammenarbeit mit der Universität bringt mir auch etwas. Wir können zum Beispiel als Team unterrichten.“

Schulen und Uni begleiten den Übergang in den Lehrerberuf: Lehrer im Hörsaal. Foto: Lange/Uni Hildesheim

Lehrerausbildung – Reform des Masterstudiums in Niedersachsen:

Darum geht’s: Angehende Grund-, Haupt- und Realschullehrer studieren seit dem Wintersemester 2014/15 insgesamt zehn Semester. Die Masterzeit verdoppelt sich von einem auf zwei Jahre. Ein Ziel ist, Praxis und Theorie besser zu verzahnen. Als neue Studienelemente werden eine Praxisphase und ein Projektband integriert. Die Niedersächsische Landesregierung hat im August 2014 die vom Kultusministerium und Wissenschaftsministerium erarbeiteten neuen Verordnungen über Masterabschlüsse für Lehrämter beschlossen.

„Der Schritt der Landesregierung, das Masterstudium zu verlängern, ist klug und an der Zeit. Die Universität Hildesheim wird für das Land Niedersachsen rund ein Drittel der künftigen Lehrerinnen und Lehrer ausbilden. Wir stellen uns dieser Herausforderung gern, denn die Reform ist ein sehr wichtiger Schritt in Richtung mehr Praxisnähe“, sagt der Hildesheimer Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Parallel zur Praxisphase verläuft das Projektband. Dabei betreuen Lehrende der Universität Hildesheim die angehenden Lehrerinnen und Lehrer im „forschenden Lernen“. Die Studierenden entwickeln Forschungsarbeiten und vertiefen Kenntnisse und Erfahrungen im wissenschaftlichen Arbeiten, können Schulpraxis, Theorie, Handeln und Reflexion aufeinander beziehen. Aus den Projektfragestellungen kann sich auch die Masterarbeit entwickeln.

Wie Alan (7) rechnet, beobachtet Lehramtsstudent Ali Ünlü ein Jahr in Drispenstedt. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Partnerschulen in der Lehrerausbildung - seit über 30 Jahren

Mittwochs im Hörsaal, freitags im Klassenzimmer: Lehramtsstudierende der Universität Hildesheim sind im ersten Studienjahr einmal in der Woche in der Schule. Die Universität setzt auf die enge Zusammenarbeit mit Partnerschulen in allen Praxisphasen. In den „Schulpraktischen Studien" beobachten die angehenden Lehrkräfte in einer studentischen Kleingruppe im ersten Studienjahr jeden Freitag Unterricht und sprechen darüber mit einem Lehrer und Erziehungswissenschaftler. Etwa 500 Erstsemester starten so jährlich im Oktober in ihr erstes Studienjahr – seit über 30 Jahren – und erhalten früh echte Einblicke in die Schulrealität, können die Berufswahl überprüfen und reflektieren. Ab April stehen die ersten Unterrichtsstunden für die Studienanfänger an. Weitere Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums in mehreren Schulformen. „Unsere Studierenden überprüfen ihre Eignung für den Beruf zu Beginn des Studiums und im Übergang zum Berufsalltag“, sagt Dörthe Buchhester vom Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung.

Die Universität Hildesheim bildet mit etwa 2600 Studierenden einen Großteil der niedersächsischen Grund- Haupt- und Realschullehrer aus. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Deutsch als Zweitsprache, Individuelle Förderung und Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer. Hildesheim leitet zusammen mit Hannover seit diesem Jahr den Verbund der niedersächsischen lehrerbildenden Hochschulen.

Informationen zur Reform „GHR 300“: Häufige Fragen, Studienprofil, Praxisphase, Projektband

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Pressemeldungen Ang. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Deutsche Sprache Fachbereich 3 Musik und Musikwissenschaft Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Inklusion Lehrerbildung Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration
news-9983 Thu, 19 Feb 2015 09:00:00 +0100 Bessere Kurse für Flüchtlinge / Wissenschaftlerin fordert besser qualifizierte Sprachkurse für Asylsuchende https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/bessere-kurs/ EVANGELISCHER PRESSEDIENST (EPD) über Sprachkurse für Flüchtlinge: Die Sprachwissenschaftlerin Elke Montanari von der Uni Hildesheim befasst sich mit der Bildungsteilhabe von Flüchtlingen und fordert Sprachlernangebote für alle Flüchtlinge in Deutschland „Die Sprachwissenschaftlerin Elke Montanari von der Universität Hildesheim hat ein qualifiziertes Sprachlernangebot für alle Flüchtlinge in Deutschland gefordert. Bislang gebe es Integrations- und Sprachkurse nur für Menschen mit gesichertem Aufenthaltsstatus", sagte die Professorin für Deutsch als Zweitsprache dem EVANGELISCHEN PRESSEDIENST (EPD). "Auch in den Schulen sieht Montanari Entwicklungsbedarf im Blick auf Mehrsprachigkeit. Gerade in den letzten Monaten steige die Zahl junger Menschen, die im Schulalter nach Deutschland kommen und als Seiteneinsteiger mit dem Unterricht anfangen. Einige hätten aufgrund der Situation in ihrem Heimatland noch nie eine Schule besucht, andere kämen von Elite-Institutionen im Ausland", schreibt die Redakteurin Katharina Hamel (EPD).

Evangelischer Pressedienst EPD, erschienen in regionalen Tageszeitungen, u.a. Ostfriesische Nachrichten, Delmenhorster Kreisblatt,  „Bessere Kurse für Flüchtlinge / Wissenschaftlerin fordert besser qualifizierte Sprachkurse für Asylsuchende", 19./20.02.2015 (print) (www.epd-archiv.de)

Kontakt zu den Forscherinnen und zu Studierenden mit Fluchterfahrung über die Universität Hildesheim (Pressestelle, Isa Lange, presse[at]uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

Bessere Kurse für Flüchtlinge / Wissenschaftlerin fordert besser qualifizierte Sprachkurse für Asylsuchende

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Fachbereich 3 Deutsche Sprache Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel überregional MA DaZ/DaF Bildungsintegration Lehrerbildung
news-9474 Sat, 10 Jan 2015 13:00:00 +0100 "Islamfeindlichkeit dient als Marketing für Pegida" — Hildesheimer Wissenschaftler warnen vor Alltagsrassismus, der sich neue Ventile sucht https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/islamfeindl/ Wir wissen aus aktuellen Studien, dass die Islamfeindlichkeit in den letzten Jahren massiv gestiegen und auch im internationalen Vergleich in Deutschland bedrohlich hoch ist. Auf die Ablehnung des Islam können sich also viele Personen mit ansonsten sehr unterschiedlichen Interessen einigen. Sie fungiert als gemeinsamer Nenner, als eine Art Marketing-Tool für Pegida", so Schammann, der an der Universität Hildesheim als Juniorprofessur Migrationspolitik lehrt. Die Erziehungswissenschaftlerin Viola B. Georgi leitet an der Universität Hildesheim das Zentrum für Bildungsintegration und ist Mitglied im bundesweiten Rat für Migration. Dieser hat aktuell ein Thesenpapier mit Handlungsempfehlungen veröffentlicht.  

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Migrationspolitik Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration
news-9466 Fri, 09 Jan 2015 11:18:00 +0100 Nur der Dialog verhindert einen Kampf der Religionen https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/nur-der-dial/ Nur wenige Stunden nach dem blutigen Anschlag in Paris kamen junge Muslime in der Universität zur lang geplanten Auftaktveranstaltung der "MuslimUnity" zusammen. Thema: Die Soziale Verantwortung im Islam. Zwei Studenten, beide in Hildesheim aufgewachsen, wollen darüber ins Gespräch kommen, was der Islam wirklich ist. Wie Muslime denken und das der Koran, als heilige Schrift des Islam, eben nicht zu Hass und Mord aufruft. Migrationspolitik Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Forschung Zentrum für Bildungsintegration news-9984 Thu, 08 Jan 2015 09:00:00 +0100 Integrationskurse in Deutschland: Zu wenig Vorbereitung auf das Arbeitsleben https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/integrations/ DEUTSCHLANDFUNK berichtet über 10 Jahre Integrationskurse. Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache an der Uni Hildesheim, beobachtet, dass Deutschlerner auf B1-Niveau im Beruf schnell an ihre Grenzen stoßen. Das Lernen müsse unbedingt nach dem Integrationskurs weitergehen „Mehr als eine Million Menschen haben in den letzten zehn Jahren in Deutschland an Integrationskursen teilgenommen. Doch mit dem 'Deutschtest für Zuwanderer', mit dem die sechsmonatigen Kurse enden, seien die Teilnehmer noch nicht auf das Berufsleben vorbereitet, kritisieren Experten", so die Journalistin Katja Hanke im DEUTSCHLANDFUNK. In der Reportage hat sie einen Integrationskurs an der Volkshochschule Neukölln in Berlin besucht, seit drei Monaten lernen die Teilnehmer hier an jedem Vormittag die deutsche Sprache.

„Dass Deutschlerner auf B1-Niveau im Beruf schnell an ihre Grenzen stoßen, meint auch Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache an der Universität Hildesheim. Zum Beispiel in Beratungssituationen", heißt es im DLF. „Das kann in der Krankenpflege sein, das kann aber auch in jedem anderen Fall sein. Also, wenn jemand kommt und ein Anliegen schildert und der Lerner soll darauf reagieren. Sowie das individuell wird, ist es problematisch, das mit B1 zu lösen. Das heißt, das Lernen muss unbedingt nach dem Integrationskurs weitergehen", sagt Professorin Elke Montanari im Gespräch mit dem DEUTSCHLANDFUNK.

Die Sprachwissenschaftlerin der Uni Hildesheim bemerkt außerdem, dass „der Kurs für die meisten Lernenden der einzige Ort ist, an dem sie Deutsch sprechen". „Und hier wäre eigentlich ein Ansatz, wo ich denke, dass man noch mal gezielter darüber nachdenken könnte. Also, wie könnte im Integrationskurs eine Brücke in den Alltag gemacht werden. Es gibt dazu verschiedene Ideen, zum Beispiel sollte ein Praktikum zum Integrationskurs gehören. Das finde ich eine spannende Überlegung", so Montanari im DEUTSCHLANDFUNK.

Deutschlandfunk, „Integrationskurse in Deutschland: Zu wenig Vorbereitung auf das Arbeitsleben", 19./20.02.2015 (Audio und Text online, Radiobeitrag von Katja Hanke, ~4:30 Min)) (www.deutschlandfunk.de)

Eine Langfassung des Audio-Beitrags „Integrationskurse in Deutschland / Warum sich die meisten Sprach-Integrationskurse nicht fit für den Beruf machen“ wurde im Südwestrundfunk SWR2, Sendung „Impuls“, 12.01.2015 gesendet.

Kontakt zu den Forscherinnen und zu Sprachlernern über die Universität Hildesheim (Pressestelle, Isa Lange, presse[at]uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Deutsche Sprache Fachbereich 3 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel überregional MA DaZ/DaF Bildungsintegration Lehrerbildung Flüchtlinge
news-9358 Fri, 19 Dec 2014 13:32:00 +0100 Mit Sprache Kompetenzen aktivieren – VHS-Chefin startet Spendenaufruf https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/mit-sprache/ Bildung als Schlüssel zur Integration. Eine einfache und erfolgversprechende Formel, die VHS-Chefin Margitta Rudolph umsetzen will. Tatkräftige Unterstützung erhält sie dabei auch von Seiten der Universität Hildesheim. Pressespiegel regional Fachbereich 3 Deutsche Sprache Interkulturelle Kommunikation Studiengänge Master-Studiengänge MA DaZ/DaF Einrichtungen Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration news-9170 Fri, 21 Nov 2014 20:04:00 +0100 Vielstimmig: Die Welt der Töne https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/vielstimmig-die-welt-der-toene/ Wir sollten kulturelle Vielfalt in der musikalischen Bildung ernst nehmen. In Wohnzimmern, Stadtteilen und Schulen gibt es mehr Klänge als Klavier, Gitarre und Flöte. Warum weiß die Gesellschaft die musikalische Vielfalt nicht mehr zu schätzen? Musik kann Menschen aus unterschiedlichen Ländern verbinden – wie das geht, lernen Lehrer, Erzieher und Musiker an der Hildesheimer Universität. Die Stiftung Niedersachsen unterstützt das Programm. Beim Tag der Hausmusik zeigen Studierende, was in der Vielfalt steckt, kombinieren zum Beispiel Geige und Santur. Nicht nur sprachlich, auch musikalisch tut sich Einiges auf unseren Schulhöfen. Die musikalische Vielfalt werde bisher aber zu wenig beachtet, sagt Dr. Gesa Schönermark von der Stiftung Niedersachsen. „Mit der und durch die Musik können wir viele Brücken bauen und Chancen eröffnen. Daher werden wir Menschen fördern, die neue Wege gehen", so Schönermark.

Die Stiftung Niedersachsen unterstützt mit 100.000 Euro den zweiten Jahrgang des berufsbegleitenden Studienprogramms am Center for World Music an der Universität Hildesheim: In dem auf zwei Jahre angelegten Weiterbildungsstudiengang lernen je Jahrgang etwa 30 Berufstätige, wie sie die musikalische Vielfalt in ihrer Arbeit in Schulen, Kitas, Stadtteilen und Jugendzentren aufgreifen können. Sie lernen, wie sie eine Grundhaltung fördern können, die geprägt ist vom Respekt jeder Musik gegenüber. Einige der 20- bis 60-jährigen Studenten haben türkische, iranische, marokkanische und russische Wurzeln.

„Man kann auch musikalisch mehrsprachig leben", sagt der Musikethnologe Professor Raimund Vogels. Unter den Studierenden sind Lehrer, Erzieher, Sozialpädagogen, Musiker, Tontechniker und Polizisten. Sie lernen im Studium ein Instrument zu spielen, das nicht aus dem eigenen Kulturkreis stammt. So arbeitet sich eine 56-Jährige Bratschistin in Tonalitäten und Rhythmen der persischen Kniegeige, Kamancheh, ein und ein 53-jähriger Musikschulleiter aus Stade spielt seit dem Studium das türkische Zupfinstrument Baglama. „Musik ist eine emotionale Kraft – sie kann Verständigung fördern aber auch trennend wirken und wird in Konflikten eingesetzt. Musik läuft nicht nur nebenher", sagt Vogels. Der Kanon in Schulen sei „auf europäische Instrumente und wenige Werke reduziert". Das Studienprogramm soll dies ändern, Multiplikatoren ausbilden und interkulturelle Musikprojekte vor Ort entwickeln.

Tag der Hausmusik

Am Samstag, 22. November 2014, feiert Niedersachsen den Tag der Hausmusik. Die Landesmusikakademie Niedersachsen und der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung" der Stiftungsuniversität Hildesheim gestalten diesen Tag interkulturell und laden Interessierte in die Villa Seeliger in Wolfenbüttel ein. Von 12:00 Uhr bis 17:00 Uhr gibt es Konzerte, Gespräche und Führungen. Die erklingende Hausmusik ist kulturell vielfältig und reicht von türkischen über persische bis zu westafrikanischen Klängen. Zuhörer können wenig bekannte Instrumente und deren typischen Einsatz kennenlernen. Wer seine Stimme oder sein Lieblingsinstrument im Gepäck mitbringt, ist für einen spontanen hausmusikalischen Beitrag herzlich willkommen. Der Tag ist Teil der landesweiten Aktion „Heimvorteil" von Musikland Niedersachen (www.heimvorteil-niedersachsen.de).

Lesetipp: Handlungsempfehlungen zu Musik, Vielfalt und Integration

Fachleute haben Handlungsempfehlungen erarbeitet, wie die Musikpolitik in Deutschland stärker als bisher an der UNESCO Konvention zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen ausgerichtet werden sollte. Die Experten fordern unter anderem, die Lehramtsausbildung um interkulturelle Schwerpunkte als verpflichtende Bestandteile zu erweitern und die Musiklehrerausbildung um das Erlernen einer „fremden“ musikkulturellen Sprache zu ergänzen. In allen Feldern des Musiklebens sind Haltungen erforderlich, „die von Respekt jeder Musik gegenüber geprägt sind“.

„Musik.Vielfalt.Integration – Zeit zu handeln“ (PDF)

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Center for World Music Zentrum für Bildungsintegration MA KDmB - musik.welt Bildungsintegration
news-9078 Tue, 04 Nov 2014 17:54:00 +0100 Wie wir zusammenleben: Vielfalt in Bildungseinrichtungen in Israel und Deutschland https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/wie-wir-zusammenleben-vielfalt-in-bildungseinrichtungen-in-israel-und-deutschland/ Worte und Klänge verbinden junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Haifa und Hildesheim. Nach dem Austausch über Forschungsmethoden in Hildesheim geht es weiter nach Berlin: In der Antidiskriminierungsstelle des Bundes erfahren sie mehr über das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Mit der Jungen Islamkonferenz kommen sie über den Islam als drittgrößte Religion in Deutschland ins Gespräch. Mit der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus sprechen sie über Bildungsmaterialien in der Einwanderungsgesellschaft. Instrumente haben nun einmal die Eigenschaft, zu klingen. Nach einer Stunde Rundgang durch die Räume der ehemaligen Timotheuskirche drängt sich ihr Wesenszug immer stärker auf – von Professor Raimund Vogels erfahren die israelischen und deutschen Forscherinnen und Forscher zunächst mehr über die Digitalisierung von Musikarchiven, etwa in Ägypten und Iran. Vogels gibt Einblicke in Forschungsmethoden und berichtet vom Interesse der Musikethnologen, mehr darüber zu erfahren, warum Menschen Musik lieben oder sie ablehnen und wie Musik Aggressionen auslösen oder überwinden kann.

An diesem Novembertag sitzen 20 Nachwuchswissenschaftler inmitten von Glasvitrinen. Darin: eine der größten privaten Sammlungen außereuropäischer Musikinstrumente. Der ehemalige Lehrer Rolf Irle hat die Klangkörper in 50 Jahren zusammengetragen – und der Universität gestiftet, unter der Bedingung, dass sie zugänglich ist, in der Lehrerausbildung zum Einsatz kommt und erforscht wird. Dazwischen: ein Stuhlkreis. Ob die Instrumente noch klingen, fragt ein junger Israeli. Raimund Vogels vom Center for World Music der Universität Hildesheim spürt die große Neugier im Raum, den Instrumenten ihre Klänge zu entlocken. Was kann man da anderes tun, als die Türen der Vitrinen zu öffnen? Und schon landen die Klangkörper in Händen, an Mündern, auf Oberschenkeln; Töne einer Kurzhalslaute erklingen. Herzliches Lachen, intensive Gespräche, Klänge – ein drei Monate junges Kind einer israelischen Forscherin lässt sich davon nicht beunruhigen und gluckst in die Runde.

Im Gespräch: Erziehungswissenschaftlerin Viola B. Georgi

Seit einem Jahr läuft das Forschungsprojekt der Universitäten Haifa und Hildesheim. Die israelischen und deutschen Wissenschaftler aus den Bereichen Pädagogik, Musikwissenschaft, Religionswissenschaft, Geographie und Soziologie befassen sich mit Vielfalt in Bildungseinrichtungen und wie wir zusammenleben. Sie gehen in Jugendclubs, Schulen, Theater und Stadtteilversammlungen, länderübergreifend bilden sie Tandems und tauschen sich über Forschungsmethoden aus. Isa Lange sprach mit der Hildesheimer Professorin Viola Georgi. Gemeinsam mit ihrem Kollegen aus Haifa, Professor Yotom Hotam, leitet sie das Projekt „Diversity in Israel und Deutschland", das von der Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum gefördert wird.

Einige untersuchen die Wirkung von Integrationskursen, andere werten mehrsprachige Schulprogramme aus und untersuchen am Beispiel russischsprachiger Einwanderer, wie Schulen und Eltern zusammenarbeiten. Zeigen die empirischen Forschungsarbeiten in Ihrem Projekt, wie Vielfalt und Interkulturalität im Alltag angekommen sind?

Viola Georgi: Die Arbeiten zeigen den Alltag gelebter Vielfalt in Deutschland und Israel. Sie zeigen aber auch, wo es Grenzen und Friktionen gibt. Das hat viel mit dem historischen Gewordensein und dem politischen Selbstverständnis zu tun. Wir erfahren – mit einem durch die Forschungsprojekte fokussierten Blick – wie Diversity in beiden Gesellschaften konkret verhandelt wird. Zugleich ist spannend, wie die unterschiedlichen theoretischen und methodischen Zugangsweisen der Promovierenden diese Vielfalt thematisieren und sichtbar machen. Wie werden Muslime und der Islam in israelischen Schulbüchern repräsentiert? Wie können traditionelle religiöse Lebensentwürfe jüdisch-orthodoxer Frauen feministisch gelesen werden? Wie sehen Lehrerinnen und Lehrer mit Migrationshintergrund die schulische Praxis in der Einwanderungsgesellschaft? Welche reformpädagogischen Konzepte eignen sich besonders für den Umgang mit einer heterogenen Schülerschaft? Neben der Diskussion über den theoretischen und methodischen Zuschnitt der Forschungsprojekte, ermöglichen „field trips“ vor Ort einen praktischen und direkten Blick auf die Forschungsfelder.

In der aktuellen Forschungswerkstatt befassen Sie sich mit dem Thema „Bildungsdilemma in Zeiten von Konflikten". Was ist damit gemeint?

Viola Georgi: Hier geht es unter anderem darum, Probleme und Dilemmata von  Bildungsinstitutionen in Krisenregionen – insbesondere mit Blick auf den Nahostkonflikt – zu diskutieren. Wie werden Krieg und Konflikt in den Schulen und Bildungseinrichtungen „freiwillig“ oder „unfreiwillig“ zum Thema gemacht? Wie gehen Lehrerinnen und Lehrer mit dieser Situation um? Welche Konzepte von civic education können hier unterstützend wirken?

Dann geht es weiter nach Berlin. Was ist in der Antidiskriminierungsstelle des Bunds und bei der Jungen Islam Konferenz geplant?

Viola Georgi: Die Teilnehmenden werden die vielfältigen Arbeits- und Handlungsfelder der Antidiskriminierungsstelle des Bundes kennenlernen und erfahren, wie das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (2006) in Deutschland umgesetzt wurde. Mit der Jungen Islamkonferenz wollen wir über den Islam als drittgrößte Religion in Deutschland ins Gespräch kommen. Mit der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus werden wir unter anderem Bildungskonzepte und Materialien diskutieren, die den Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft aufgreifen. 

Sie kombinieren die Diskussion und den Austausch über Forschungsmethoden mit einem Kulturprogramm, das auch ein Statement ist: Sie tagen im Center for World Music der Universität Hildesheim zwischen Klangkörpern, eine der größten Sammlungen außereuropäischer Musikinstrumente. Und im Berliner Gorki-Theater werden Sie das Stück „Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen” anschauen. Das Haus wurde gerade unter der Leitung von Shermin Langhoff und Jens Hillje, ein Absolvent der Hildesheimer Kulturwissenschaften, als Theater des Jahres ausgezeichnet und bringt ein Programm auf die Bühne, das den vielfältigen Biographien der Stadt gerecht zu werden versucht. Welche Rolle spielen diese gemeinsamen Begegnungen im Forschungsprozess und für das länderübergreifende Projekt?

Viola Georgi: Die Auseinandersetzung mit kultureller Bildung ist uns im Rahmen des Austauschs sehr wichtig. Sowohl das Center for World Music mit seinen spannenden musikethnologischen Projekten, als auch der Besuch des Gorki-Theaters bieten eine Möglichkeit gemeinsam, über diversitätsbewusste, rassimuskritische und postmigrantische künstlerische Praxis nachzudenken.

Diversity in Israel und Deutschland: Forscherinnen und Forscher (Bilder unten) aus beiden Ländern bilden Tandems und tauschen sich über Forschungsmethoden aus. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Diversity in Israel und Deutschland: Forscherinnen und Forscher (Bilder unten) aus beiden Ländern bilden Tandems und tauschen sich über Forschungsmethoden aus. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Diversity in Israel und Deutschland: Forscherinnen und Forscher (Bilder unten) aus beiden Ländern bilden Tandems und tauschen sich über Forschungsmethoden aus. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Diversity in Israel und Deutschland: Forscherinnen und Forscher aus beiden Ländern bilden Tandems und tauschen sich über Forschungsmethoden aus. Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Allg. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Musik und Musikwissenschaft Center for World Music Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration
news-9085 Wed, 29 Oct 2014 15:14:00 +0100 Ringvorlesung zum Thema Rassismus https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/ringvorlesun-31/ Referenten bieten Beispiele für den Einfluss rassistischer Denk- und Sprechweisen. Ringvorlesung des Zentrums für Bildungsintegration der Universität Hildesheim Pressespiegel regional Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration news-8929 Tue, 14 Oct 2014 15:37:00 +0200 Literatur, Umwelttechnik, Bildung, digitale Lebenswelten: Öffentliche Vorlesungsreihen https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/literatur-umwelttechnik-bildung-digitale-lebenswelten-oeffentliche-vorlesungsreihen/ Wer in diesen Tagen den eigenen Semesterplan strickt, sollte eines nicht vergessen: Den Blick über den Tellerrand. Lehrende aus allen vier Fachbereichen laden zu öffentlichen Ringvorlesungen ein. Es geht um den Umgang mit ausgrenzenden Denkmustern und Vorurteilen im Bildungsbereich, um digitale Lebenswelten und wie soziale Medien in der Politik genutzt werden sowie um Entwicklungen in der Energieversorgung. Jeden Mittwoch kann man sich auf eine Reise in das literarische Hildesheim begeben und mehr über die Beziehung der Stadt zum literarischen Schreiben erfahren. Vier Einblicke. Entwicklungen in der Umwelt-Technik

Mit aktuellen Herausforderungen und Entwicklungen im Bereich Umwelt-Technik befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik (Prof. Dr. Helmut Lessing und Olexander Filevych) und des Instituts für Biologie und Chemie (Dr. Torsten Richter) der Universität Hildesheim. In der Ringvorlesung „Umwelt-Technik“ stellen Fachleute aus dem Bereich der Umwelttechnik den Stand der Technik und Lösungsansätze vor. Dabei geht es zum Beispiel um Energieversorgung im 21. Jahrhundert, um Wasserkraft, E-Mobilität, Photovoltaik, Energiespeicher und Windenergie. Der Klimawandel, die Belastung der Ökosysteme weltweit und die mittelfristig nicht abwendbare Krise im Bereich der fossilen Energieträger stellen extreme Herausforderungen an alle Industriegesellschaften unserer Welt dar und sind letztlich nur global zu lösen, so die Veranstalter. Der Einsatz von nachhaltigen Technologien aus den Bereichen der „Erneuerbaren Energien“ könnte – rechtzeitig umgesetzt – nachhaltig wirkungsvoll sein.

Rassismuskritische Bildung

Mit Vorurteilen und ausgrenzenden Denk- und Deutungsmustern setzen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Zentrums für Bildungsintegration der Stiftung Universität Hildesheim auseinander. Kooperationspartner sind die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und das Kultusministerium Niedersachsen. Die Ringvorlesung „Rassismuskritische Bildung in Theorie und Praxis" nimmt Theorien und Studien in den Blick, die sich mit der Geschichte und Gegenwart von Rassismen und ihrer Wirkung von der Kita bis zur Hochschule befassen, so Filiz Keküllüoğlu. Eröffnet wird die Ringvorlesung am 29. Oktober 2014 von Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, der Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Viola B. Georgi und Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Es folgen Vorlesungen über Ungleichheit, religiöse Zuschreibungen im pluralen Klassenzimmer, über den Umgang mit Antiziganismus und Rechtsextremismusin der Schule sowie ein Einblick über aktuelle bildungspolitische Vorhaben im Bereich der diversitätsbewussten und interkulturellen Unterrichts- und Schulentwicklungam Beispiel von Niedersachsen.

Digitale Lebenswelten: Politik – Medien – Kommunikation

In der öffentlichen Vorlesungsreihe „Digitale Lebenswelten: Politik – Medien – Kommunikation" geht es in ingesamt sechs Vorträgen mit Diskussion um digitale Selbstdarstellungen in der Politik, um soziale Medien in Transformationsprozessen (Länderbeispiele sind Ägypten und China), um Selbstdarstellung von Spitzenpolitikern auf deren persönlichen Internetseiten im interkulturellen Vergleich und um Informationstechnologie für Entwicklungsländer. Die Forscherinnen und Forscher gehen der Frage nach, warum immer mehr deutsche Politikerinnen und Politiker twittern und welche psychischen Folgen durch Internetnutzung entstehen. Organisiert wird die Vorlesungsreihe vom Institut für Sozialwissenschaften (Prof. Dr. Thomas Demmelhuber), vom Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie (Prof. Dr. Joachim Griesbaum ) und vom Institut für Interkulturelle Kommunikation (Prof. Dr. Beatrix Kreß ). Die Reihe findet in Kooperation mit der Universitätsgesellschaft Hildesheim e.V. und dem Herderkolleg statt.

1200 Jahre literarisches Schreiben

Als Vorlauf zur Feier des großen Hildesheimer Stadtjubiläums im Jahr 2015 veranstaltet das Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim (zusammen mit dem Institut für deutsche Sprache und Literatur) eine öffentliche Ringvorlesung „1200 Jahre literarisches Hildesheim". Fünfzehn abwechslungsreiche Vorträge beleuchten ein Semester lang die Beziehung der Stadt zum literarischen Schreiben von der Zeit Bischof Bernwards bis in die Gegenwart. Der Schriftsteller und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus Hanns-Josef Ortheil eröffnet die Reihe am 22. Oktober 2014 mit der scheinbar einfachen, sich dann aber leitmotivisch verzweigenden Frage: „Wo liegt eigentlich Hildesheim?". In den folgenden Wochen erfahren die Zuhörer, welche Spuren Hildesheim im Lauf der Jahrhunderte in den Aufzeichnungen von Autoren, Bürgern und Durchreisenden hinterließ. Welche Rolle spielte der Ort als Schauplatz von Erzählungen? Was hielten Hildesheimer Ratsherren in ihren geheimen Tagebüchern fest? Welche Schätze lagern in der Dombibliothek? Und warum kam Goethe eigentlich immer nur bis Göttingen? Zum Abschluss der Vorlesungsreihe ergreift die jüngste Autorengeneration das Wort. Kreative Schreiberinnen und Schreiber des laufenden Semesters präsentieren gemeinsam mit Hanns-Josef Ortheil, dem Leiter und Organisator dieser Ringvorlesung, neue Texte über die Stadt ihrer Wahl und die vielen unterschiedlichen Erfahrungen, die sie im Verlauf ihres Studiums in ihr gemacht haben. Die öffentliche, jeweils einstündige Vorlesung findet immer mittwochs von 12 Uhr bis 13 Uhr im Audimax der Universität Hildesheim auf der Marienburger Höhe statt. Gasthörer und Interessierte sind dazu herzlich eingeladen.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Zentrum für Bildungsintegration
news-9151 Mon, 29 Sep 2014 08:00:00 +0200 Gefragt aber belächelt - Was ist der Bachelor-Abschluss tatsächlich wert? https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/gefragt-aber/ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG behandelt in einem Schwerpunktartikel diese Fragestellung und fängt hierzu die Erfahrung und Einschätzung von sechs Studenten ein. Johann Osel und Roland Preuss gehen in einem Schwerpunktartikel in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG der Frage nach, was der Bachelor Abschluss tatsächlich wert ist. Für den 24-jährigen Studenten Dominik Feer von der Universität Hildesheim ist der Bachelor „Mittel zum Zweck”.  „Schon beim Studienstart war sein Ziel: Lehrer. Sein großes Projekt hat ihn bestätigt: Mit einem Kommilitonen hat er 'Funah' an einer Schule in Peine geründet – ein Angebot für Schüler, das Fußball und Nachhilfe kombiniert,” beobachtet die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG. „Sport hat uns immer viel gegeben im Leben. Wir wollen nicht Ballkünstler aus den Kindern machen, sondern Teamgeist und Fairness üben”, sagt er der SZ. Dominik Feer und der Student Omar Fahmy werden in dem Sportprojekt von Professorin Vera Volkmann im Rahmen der Lehrerausbildung an der Uni Hildesheim begleitet.

Süddeutsche Zeitung, „Gefragt aber belächelt”, 29.09.2014 (print) (www.sueddeutsche.de)

Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

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news-8821 Mon, 22 Sep 2014 19:50:00 +0200 Bücher, die verbinden – oder trennen / Integration und Vielfalt in Schulbüchern https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/buecher-die-verbinden-oder-trennen-integration-und-vielfalt-in-schulbuechern/ Fachleute aus mehreren Ländern analysieren, wie Verschiedenheit (Diversity) in Schulbüchern dargestellt wird. Es gibt Zwischentöne, Schattierungen, Abstufungen – doch leider auch viele Klischees und Vorurteile. Sie sollen Klarheit, Orientierung und Objektivität vermitteln. Schulbücher erklären die Welt und den Alltag: Wie Menschen auf dem Land leben, wie Konflikte und Kriege entstehen und was sie auslösen und was Menschenrechte sind. Sie zeigen die Welt in Karten, erklären, wie aus Wind Energie gewonnen wird, wie die Erde aus dem Weltraum aussieht und warum Menschen Müll wiederverwerten. Doch Schulbücher können auch trennend wirken und zu Diskriminierungserfahrungen beitragen. Etwa wenn permanent zwischen Migranten und „Einheimischen" unterschieden wird. Damit werden diese immer wieder als „die Anderen" bezeichnet und Zugehörigkeit unmöglich gemacht, sagt Viola B. Georgi, Professorin für Diversity Education an der Universität Hildesheim. „Es ist notwendig, die Bildungsmedien an Schulen durch die Diversity-Brille zu betrachten und Stereotype und Klischees bezogen auf unterschiedliche Differenzmerkmale aufzudecken“, richtet sich Georgi an Verlage, Politik und Lehrkräfte. Nicht erst seit der öffentlichen Debatte um die Frage, ob der Kinderbuchautor Ottfried Preußler in seinem Buch „Die kleine Hexe“ rassistische Klischees über Menschen anderer Herkunft bediente, ist die Frage nach nicht-stereotypisierender Darstellung unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen in Bildungsmedien hoch bedeutsam, so die Professorin.

Mit der Darstellung der Kolonialzeit und von Migration in Schulbüchern beschäftigt sich die jüngere Schulbuchforschung. Wie werden Gender, Behinderung und ethnische Herkunft in Schulbüchern verschiedener Fachrichtungen sichtbar gemacht und in welcher Absicht? Welche gesellschaftlichen Normen und Grenzen werden formuliert? Welche Themen tauchen nicht auf? Damit befassen sich etwa 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Südafrika, Israel, Kanada, Österreich und Deutschland. Der internationale Workshop wird im Herbst 2014 (Programm) vom Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim und dem Georg Eckert Leibnitz Institut für Internationale Schulbuchforschung in Braunschweig organisiert.

Viola Georgi befasst sich mit der Frage, welche Rolle Diversity in der Schulbuchforschung spielt. Dabei wird deutlich, wie wichtig ein diversitätssensibler Blick auf Bildungsmaterialien ist. Elina Marmer zeigt, wie in deutschen Schulbüchern Afrika dargestellt wird. So wird der Themenkomplex Afrika in manchen Geographiebüchern unter Querschnittsthemen wie „Kriege, Krisen, Krankheiten, Katastrophen, Kriminalität" behandelt. Abwertende Inhalte, Bilder und Begrifflichkeiten werden Afrika zugeordnet und Menschen afrikanischer Herkunft werden wiederholt als hilflos und passiv und als Feld- oder Plantagenarbeiter gezeigt. Die vorkoloniale Geschichte, Kulturen und Philosophien der afrikanischen Gesellschaften sind kaum erwähnt. Wie in südafrikanischen Schulbüchern die Geschichte Afrikas dargestellt wird, analysiert anschließend Mashall T. Maposa (University of KwaZulu-Natal, Südafrika).

Nicholas Stone vom Promotionskolleg Bildungsintegration an der Universität Hildesheim zeigt, wie Bildungsmaterialien und Lehrbücher, die in Integrationskursen zum Einsatz kommen, gesellschaftliche Vielfalt in Deutschland darstellen.

Auch online tut sich Einiges: Marcus Otto und Masoumeh Bayat vom Georg-Eckert-Instituts weisen auf Lernmaterialien hin, sie befassen sich mit Migration und Integration in deutschen Schulbüchern. Im Internet können auf der Online-Plattform „Zwischentöne“ Lehrerinnen und Lehrer auf Lehrmaterial „für das globalisierte Klassenzimmer“ etwa für die Fächer Geschichte, Politik und Religion zurückgreifen, die auf die vielfältigen Biographien der Schülerinnen und Schüler eingehen und zum Nachdenken über den Umgang mit gesellschaftlichen Unterschieden anregen. In den Materialien geht es zum Beispiel um Identität (Wer ist „wir“?), um Geschlechterrollen in der Migration (mit Hörfunkbeiträgen über Lebensgeschichten von Frauen, die aus Irak und Polen nach Deutschland kamen) und Diskriminierung im Alltag (mit einem Video, wie junge Erwachsene auf dem Weg ins Berufsleben Benachteiligung erfahren). Daneben können Lehrkräfte an Fortbildungen teilnehmen.

Einblicke in schulische Bildungsmedien in anderen Ländern geben Forscher aus Österreich, Südafrika, Israel und Canada: Heidemarie Weinhäupl von der Universität Wien gibt einen Überblick, wie Migration und Mehrsprachigkeit in australischen Schulbüchern und im Klassenzimmer thematisiert werden. Suriamurthee M. Maistry, Jugathambal Ramdhani und Johan Wassermann (University of KwaZulu-Natal) analysieren, wie Armut in südafrikanischen Schulbüchern dargestellt und in welchen Rollen Frauen in aktuellen südafrikanischen und malawischen Geschichtsbüchern gezeigt werden. Wie Muslime in israelischen Schulbüchern dargestellt werden, analysiert Ayman Agbaria (University of Haifa). Sivane Hirsch (University of Quebec) befasst sich mit kanadischen Schulbüchern und wie in der Provinz Quebec das „einander kennen lernen“ von Geschichte, Kultur und Religion auch an Grenzen stößt. Eckhardt Fuchs vom Georg-Eckert-Institut befasst sich damit, wie Fachleute bei der Produktion von Lehrmaterialien Kultur, Religion und Geschlecht ohne Vorurteile thematisieren können. Die Veranstaltung ist nicht öffentlich.

Weitere Information: Forschung am Zentrum für Bildungsintegration

Das Forscherteam vom Zentrum für Bildungsintegration untersucht, wie Migration und Integration in Schulbüchern und Bildungsmedien verhandelt werden. Dabei bindet Professorin Viola Georgi Studierende der Universität Hildesheim ein, so fand im Sommer eine mehrtägige Exkursion zum Georg-Eckert-Institut statt. Die dortige Forschungsbibliothek umfasst mit 175.000 Schulbüchern aus 160 Ländern eine weltweit einzigartige Sammlung der Fächer Geschichte, Sozialkunde, Geographie und Religion. Im Seminar gingen die Studierenden empirisch der Frage nach, welche Bilder von Verschiedenheit in einzelnen Büchern erzeugt werden. Die Studierenden sind dabei mit kleinen Teilprojekten in ein größeres Forschungsprojekt zum Themenkomplex „Diversity in Bildungsmedien und Schulbüchern“ eingebunden.

Im Projekt „Diversity in Israel und Deutschland" (aktueller Artikel: „Wie wir zusammenleben: Vielfalt in Bildungseinrichtungen in Israel und Deutschland"), das von der Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum gefördert wird, begleiten sich junge Wissenschaftler aus beiden Ländern gegenseitig in ihr Forschungsfeld und tauschen sich über Forschungsmethoden aus. Dabei untersucht einer der Wissenschaftler das Islambild in israelischen Schulbüchern.

Die Untersuchung von Schulbüchern ist ein Arbeitsschwerpunkt des „Zentrums für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften". Migration nicht länger nur aus einer Problem- und Defizitperspektive betrachten, sondern die Ressourcen in den Blick nehmen – das ist ein Ziel der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hildesheimer Universität. Dabei setzen sie auch in der Lehrerausbildung an, Studierende begleiten etwa Jugendliche mit unterschiedlichen Herkunftssprachen über ein Jahr in einer Kleingruppe und besuchen die Familien. 2600 Lehramtsstudierende und 1000 angehende Sozialpädagogen und Erziehungswissenschaftler – also jene, die künftig in Stadtteilen, in Jugendzentren, Kitas und Musikschulen mit Jugendlichen arbeiten – profitieren von den Lehrangeboten. Professuren wie Interkulturelle Kommunikation, Deutsch als Zweitsprache, Frühpädagogik, Zweitspracherwerb und Diversity Education – die erste in der Bundesrepublik – wurden eingerichtet und Fächer wie Sport und Musik in die Planung einbezogen. Derzeit wird eine Professur mit dem Schwerpunkt „Politik und Migration“ besetzt. Mit 2,85 Millionen Euro unterstützt das Niedersächsische Wissenschaftsministerium das Forschungsgebiet.

Medienkontakt: Pressestelle, Isa Lange, presse[at]uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905

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Pressemeldungen Allg. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration
news-8491 Fri, 25 Jul 2014 10:25:00 +0200 Eintauchen in Alltag: Studien zu Teilhabe und Benachteiligung im Bildungssystem https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/eintauchen-in-alltag-studien-zu-teilhabe-und-benachteiligung-im-bildungssystem/ Junge Forscherinnen und Forscher aus Sport, Musik und Sozialpädagogik befassen sich in empirischen Studien mit Teilhabe und Benachteiligung in Bildungssystemen. Die Themen sind vielfältig – und nah dran an unserem Alltag. Erste Einblicke in das neue Promotionskolleg am Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim. Katjuscha von Werthern etwa taucht in den Grundschulalltag in Berlin-Kreuzberg ein und untersucht dort, die Möglichkeiten und Grenzen „demokratischer Schulentwicklung“ und wie Eltern mit Migrationshintergrund sich an diesen Prozessen beteiligen. Sie wolle „gleich zu drei relevanten Bereichen der wissenschaftlichen, politischen und praktischen Debatte beitragen: Demokratisierung der Institution Schule, Möglichkeiten der Elternbeteiligung sowie das Verhältnis zwischen Schule und Familien mit Migrationshintergrund“. Anne Piezunka erfasst, wie Schulinspektionen in den Bundesländern die Qualität einzelner Schulen bewerten und welche Kriterien sie für „inklusive Schulen“ heranziehen. Ob Projekte von privaten und staatlich finanzierten Trägern wie „Teach first“, „Xenos“ oder „Schule ohne Rassismus“ Bildungsbenachteiligung an Schulen abbauen können, wurde bisher nicht systematisch untersucht. Können solche schulexternen Akteure, Maßnahmen und Projekte überhaupt eine institutionelle Veränderung in Richtung Chancengleichheit an einer Bildungsinstitution voranbringen – das fragt Seyran Bostanci. Werden sie ihrem Anspruch gerecht und wie begründen sie das schlechte Abschneiden etwa von Kindern mit Migrationshintergrund – sehen sie es als ein Produkt des Bildungssystems oder als persönliches Defizit, das es zu beheben gilt? Die Wissenschaftlerin führt Interviews mit den Projektmachern und analysiert Dokumente.

Welche Vorstellungen Schülerinnen und Schüler über China haben und ob im Schulunterricht Vorurteile über China sowie Chinesen reproduziert oder aufgebrochen werden – diesen Fragen geht Sara Poma Poma nach, indem sie Schüler der Oberstufe in Niedersachsen und an deutschen Schulen in China befragt.

Eine Generation später setzt Friederike Dobutowitsch an: Sie untersucht, welche Rolle „migrationsbedingte Mehrsprachigkeit“ an der Universität spielt. „Studierende ‚mit Migrationshintergrund‘ erfahren zunehmende Aufmerksamkeit. Der Nationale Aktionsplan Integration schreibt fest, dass mehr Schülerinnen und Schüler mit weniger privilegierten Zugangsmöglichkeiten für ein Hochschulstudium gewonnen werden sollen“, so Dobutowitsch. Zudem wollen Hochschulen internationaler werden – doch die Mehrsprachigkeit der Studierenden werde in diesem Zusammenhang bisher kaum wahrgenommen. Andererseits ist es möglich, an der Universität weitaus mehr Sprachen zertifizieren zu lassen als beispielsweise an der Schule. Deshalb untersucht die Pädagogin, wann Studierende Mehrsprachigkeit als Ressource wahrnehmen und warum sie in Herkunftssprachen investieren.

Samuel Mund befasst sich mit dem „eurozentrischen Blick“ in der musikalischen Bildung und der UNESCO-Konvention zum Erhalt der kulturellen Vielfalt. Sein Feldlabor ist vor der Haustür: Am Center for World Music der Hildesheimer Uni untersucht er, wie Lehrkräfte, Erzieherinnen und Musiker die musikalische Vielfalt in ihrer Arbeit in Stadtteilen, Jugendzentren und Schulen aufgreifen. Wie sich die Wohlfahrtspflege interkulturell aufstellt, etwa durch Schulungen des Personals, – das will Jolanta Voß in Experteninterviews herausfinden. Angesichts der demografischen Entwicklung und des Fachkräftemangels werde der Umgang mit Vielfalt in Krankenhäusern, Kitas und Altenheimen relevanter. Vereinzelt gebe es Fallstudien, doch „es existiert kaum eine verbandsübergreifende Untersuchung zu Diversity-Prozessen in den deutschen Wohlfahrtsorganisationen“.

Die Stipendien sind über zwei Jahre mit 1.200 Euro plus Forschungspauschale dotiert. „Wir freuen uns über die Qualität der Promotionsprojekte, die allesamt wichtige bildungspolitische Fragestellungen der Migrationsgesellschaft beleuchten und richtungsweisende Ergebnisse für Wissenschaft und Praxis erwarten lassen“, so Viola Georgi, Professorin für Diversity Education. Die Niedersächsische Landesregierung steuert 2,85 Millionen Euro zur Weiterentwicklung des Schwerpunkts „Bildungsintegration“ an der Universität Hildesheim bei.

Mehr zum Thema Bildungsintegration im Uni-Journal

„Ihr Ziel: Richtungsweisende Ergebnisse", Hildesheimer Allgemeine Zeitung

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration
news-8631 Tue, 15 Jul 2014 14:48:00 +0200 Ihr Ziel: Richtungsweisende Ergebnisse / Promotionskolleg Bildungsintegration https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/ihr-ziel-ri/ Promotionskolleg an Universität gestartet / Landesregierung unterstützt Schwerpunkt Bildungsintegration mit 2,85 Millionen Euro Pressespiegel regional Forschung Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Lehrerbildung news-8403 Tue, 10 Jun 2014 17:12:00 +0200 Mehrsprachige Kinder https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/mehrsprachige-kinder/ Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, berichten über ihre Lebenslagen und Sprachen. Die Fotografin Martina Henschke und die Autorin Tatjana Leichsering holen 37 Grundschulkinder aus der Anonymität der Masse. Die Ausstellung mit Porträts und ausführlichen Interviewpassagen ist bis Ende Juli am Hauptcampus der Uni Hildesheim zu sehen. Deeqa zählt auf, was sie kann. „Somalisch, Englisch, Deutsch und etwas Französisch, Arabisch und ein bisschen Türkisch." Sie entdeckt in den Sprachen Ähnlichkeiten und beobachtet, wie etwa in ihrer Familie arabische und afrikanische Sprachen gemischt werden. Deeqa ist in Frankfurt geboren und hat dort „von meinen Freundinnen Türkisch gelernt". In Somalia, der Herkunft ihrer Eltern, war sie noch nie, aber die Sprache begleitet ihren Alltag.

Laura ist stolz auf ihr Heimatland, Portugal, in der Algarve. Aufgeschnappte Nachrichten aus Radio und Fernsehen wecken Sehnsucht: „Wenn ich manchmal die Bilder davon im Fernsehen sehe, würd ich da gerne sein." Laura ist in Deutschland geboren und hat in Portugal laufen und sprechen gelernt – erst später folgten Deutsch und Englisch. Heute spricht Lauras Vater mit ihr Portugiesich, Laura antwortet dann auf Deutsch. „Weil ich mich ans Deutschsprechen mehr gewöhnt habe."

Ermal ist in Frankfurt geboren, geht in die erste Klasse. Er macht am allerliebsten Plusaufgaben und guckt Bücher mit seiner Mama an. „Ich hab keine Bücher, aber ich leih mir Dinosaurierbücher aus.“ Dann stapft er alleine in die Bücherei und kommt mit einem Stapel zurück. Mit seinen Eltern spricht Ermal Albanisch, selten Deutsch. Auch Träumen funktioniert in zwei Sprachen. „Ich kann nichts anderes sprechen." 

Das Lieblingsfach von Joanne? Schwimmen und Deutsch! Joanne glaubt, dass sie Deutsch besser als Thai sprechen kann. „Weil ich hier geboren bin.“ Sie war noch nie in Thailand, spricht aber Thailändisch mit ihrer Mama. Die Familie ist weltweit zerstreut, der Austausch manchmal kaum möglich. „Mein Cousin kommt aus England und ich aus Deutschland und wir können nicht miteinander reden."

Diese vier Kinder erzählen, wie sie mehrsprachig aufwachsen, was ihre Lieblingssprache ist, was sie gut und vielleicht noch nicht so gut beherrschen. Im Projekt „Kinder Deutschlands" holen die Fotografin Martina Henschke und die Autorin Tatjana Leichsering 37 Kinder im Grundschulalter aus Frankfurt am Main aus der Anonymität der Masse. Während des bundesweiten Diversity-Tags, in Hildesheim organisiert vom Zentrum für Bildungsintegration, haben sie Einblick in die Recherchen gegeben. Statt abstrakte Begriffe und Statistiken lassen sie Kinder sprechen. Sie äußern sich zu ihrer Herkunft, Sprache, Identität und ihren Lebenswelten. Oft gerät Mehrsprachigkeit zum Hindernis, Sprachschwierigkeiten und kulturelle Unterschiede stehen im Vordergrund. Statt ein Kind zu sein, wird es zum Problemverursacher. Die Ausstellung an der Uni Hildesheim – an der Professorinnen für Deutsch als Zweitsprache und Mehrsprachigkeit forschen – lädt ein, Chancen in der Mehrsprachigkeit zu erkennen. Die Jüngsten, über die man so viel diskutiert, kommen zu Wort.

Mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich in Hildesheim mit der Frage, wie Kinder mehrsprachig aufwachsen und eine zweite Sprache erwerben. An der Universität werden untere anderem Lehrkräfte in einem Masterstudiengang „Deutsch als Zweitsprache / Deutsch als Fremdsprache" für die Sprachförderung in Schulen ausgebildet. Mit interkultureller Lehrerbildung und Schulentwicklung befassen sich Forscher am „Zentrum für Bildungsintegration – Diversität und Demokratie in Migrationsgesellschaften“. Ein Arbeitsschwerpunkt ist, wie Kinder mehrsprachig aufwachsen und Schulen damit umgehen.

Die Ausstellung ist bis Ende Juli 2014 an der Hildesheimer Uni (Hauptcampus, vor dem Audimax) zu sehen und öffentlich und kostenfrei. Wer die Ausstellung nicht vor Ort begehen kann, erhält online erste Einblicke:

„Mein Heimatland finde ich cool", Deutsche Welle, Bildergalerie und Kommentar, 04.06.2014

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Allg. Erziehungswissenschaft Deutsche Sprache Fachbereich 3 Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration
news-9208 Sun, 20 Apr 2014 14:10:00 +0200 Thema: „Interkulturelles Klassenzimmer. Zwischen Herausforderung und Chance” https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/thema-inte/ HESSISCHER RUNDFUNK führt ein Interview mit Viola Georgi, Professorin für Diversity Education über die Chancen und Herausforderungen bei Integration von Schülern mit Migrationshintergrund. „Deutschlands Schulklassen werden immer bunter. Gut ein Drittel der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren hat einen Migrationshintergrund – eine Tatsache auf die sich das deutsche Schulsystem erst langsam einstellt. Daher werden in Zukunft große Erwartungen an die Lehrkräfte mit  Migrationshintergrund gestellt. Ihr Anteil liegt derzeit aber nur bei sechs Prozent”, so Anne Baier für HR-Info.

Auch die Wissenschaft beschäftigt sich schon seit einigen Jahren damit, wie ungleiche Chancen und Bildungsbarrieren abgebaut werden können. Eine Frau, die sehr viel dazu forscht, ist Professorin Viola Georgi, Erziehungswissenschaftlerin an der Universität Hildesheim, die in diesem Interview Antworten auf drängende Fragen gibt.

Hessischer Rundfunk, HR-info, „Thema: „Interkulturelles Klassenzimmer. Zwischen Herausforderung und Chance”, 20./21./22./23.04.2014 (Radio-Beitrag 7 Minuten) (www.hr-info.de)

Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

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Pressespiegel regional Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration
news-7990 Wed, 12 Mar 2014 08:00:00 +0100 Fünf Nationen, eine Sprache - Basketball / In Bad Salzdetfurth verstärken Asylbewerber ein Team von Hobby-Sportlern https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/fuenf-natione/ In einer niedersächsischen Kleinstadt trainieren Asylbewerber und Bürger gemeinsam. Wie Sport beim Ankommen in einem neuen Land hilft / Seit die Flüchtlinge da sind, trainieren die Sportler gemeinsam viel länger und intensiver / Interview über Sport und Integration mit Sportprofessorin Vera Volkmann Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sportwissenschaft Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration Flüchtlinge news-7992 Wed, 12 Mar 2014 08:00:00 +0100 Interview über Sport und Integration mit Sportprofessorin Vera Volkmann https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/interview-ueb-1/ In Bad Salzdetfurth verstärken Asylbewerber ein Team von Hobby-Sportlern. Das Training ist vor allem eine Therapie vom Trauma der Flucht / Vera Volkmann über Integration und Sportvereine, sie erforscht in Hildesheim Biografien von Sportlehrern mit Migrationshintergrund Pressespiegel regional Fachbereich 1 Sportwissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration news-9177 Sun, 09 Mar 2014 15:45:00 +0100 Exoten im Lehrerzimmer. Sie werden händeringend gesucht und dann doch diskriminiert: Lehrer mit Migrationshintergrund https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/exoten-im-le/ DEUTSCHE WELLE berichtet über eine der ersten bundesweiten Studie zum Thema „Vielfalt im Lehrerzimmer”. „In einer ersten bundesweiten Studie zum Thema "Vielfalt im Lehrerzimmer" haben sich die Wissenschaftlerinnen Viola B. Georgi, Lisanne Ackermann und Nurten Karakaş bereits vor vier Jahren mit der Diskriminierung von Lehrern mit Migrationshintergrund auseinandergesetzt. Die Forscherinnen werteten dazu 200 Fragebögen aus und führten 60 biografische Interviews. Das Ergebnis: Mehr als 22 Prozent der Pädagogen erlebten Diskriminierung und Rassismus im Schullalltag” so die DEUTSCHE WELLE.

"Die Diskriminierung findet dabei auf verschiedenen Ebenen statt”, so würden die Lehrer zum Beispiel auf ihren Akzent angesprochen oder müssten Anspielungen auf ihre Religion hinnehmen, sagt die Leiterin des Hildesheimer Zentrums für Bildungsintegration, Viola B. Georgi.

DEUTSCHE WELLE, „Exoten im Lehrerzimmer. Sie werden händeringend gesucht und dann doch diskriminiert: Lehrer mit Migrationshintergrund”, 09.03.2014 (online) (www.dw.de)

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Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel überregional Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Bildungsintegration Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
news-9178 Mon, 03 Mar 2014 15:49:00 +0100 Multicultural classrooms: An opportunity not a problem https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/multicultura/ QANTARA.DE - DEUTSCHE WELLE reports about Multicultural classrooms. Experts at the University of Hildesheim in Germany are considering how teachers can better prepare themselves for this kind of diversity. QANTARA.DE - DEUTSCHE WELLE reports about Multicultural classrooms. „An opportunity not a problem: Students from different nations, cultures and religions sit together in the same classroom. Experts at the University of Hildesheim in Germany are considering how teachers can better prepare themselves for this kind of diversity”,  said the online magazine.

„For a number of years now, the University of Hildesheim has been paying particular attention to intercultural teacher training. The university offers its students seminars and lectures on multilingualism and intercultural educational theory. It has set up a project called "LernKU(H)LT" (the German acronym stands for "children with different native languages learn in a team"), in which trainee teachers help children with a migrant background with their homework and promote their language skills”, continues the magazine QANTARA.DE.

Qantara.de, Medienprojekt von Deutsche Welle „Multicultural classrooms: An opportunity not a problem”, 03.03.2014 (online) (www.Qantara.de)

Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

 

 

 

 

 

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Pressespiegel regional Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Zentrum für Bildungsintegration Ang. Erziehungswissenschaft
news-7953 Sat, 01 Mar 2014 08:00:00 +0100 Brückenbauer im Klassenzimmer: Lehrer mit Migrationshintergrund sollen helfen, Bildungsnachteile für Einwandererkinder abzubauen https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/brueckenbauer/ NEUE PRESSE über Vielfalt im Lehrerzimmer, die praxisnahe Lehrerausbildung an der Uni Hildesheim und Forschung zur Schule in der Einwanderungsgesellschaft „Wenn die das können, kann ich das auch", erinnert sich Ali Ünlü im Gespräch mit der NEUEN PRESSE in Hannover an seine Schulzeit und die Begegnungen mit Lehrern türkischer und syrischer Herkunft. Der Lehramtsstudent der Universität Hildesheim studiert seit Herbst 2013 Chemie und Biologie und möchte „der beste Lehrer" werden. Ali Ünlü ist ein Sohn türkischer Einwanderer, seine Eltern gaben ihm „den Anspruch mit, fleißig zu sein". Nun sitzt Ünlü jeden Freitag im ersten Studienjahr im Klassenzimmer und beobachtet Unterricht, die „Praxistage seien gut, um sich pädagogisch auszuprobieren".

Lehrer sollen ein Spiegelbild der Gesellschaft sein, meint Professorin Viola Georgi vom Zentrum für Bildungsintegration an der Uni Hildesheim im Interview mit der NEUEN PRESSE. Sie gehen „sehr bewusst mit sprachlichen und kulturellen Unterschieden an der Schule um, wie wir aus Befragungen wissen", so Viola Georgi und fordert: „Alle Lehrerinnen und Lehrer, die heute an Schulen unterrichten, müssen sich der Vielfalt der Gesellschaft stellen, das heißt alle brauchen gute interkulturelle Kompetenzen."

„Brückenbauer im Klassenzimmer: Lehrer mit Migrationshintergrund sollen helfen, Bildungsnachteile für Einwandererkinder abzubauen“, Neue Presse, Wochenendausgabe, 01.03.2014 (print)

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Allg. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Pressespiegel überregional
news-7954 Sat, 01 Mar 2014 08:00:00 +0100 Vielfalt will gelernt sein: Durch das neue Zentrum für Bildungsintegration will die Uni Hildesheim angehende Lehrerinnen besser auf das Spektrum kultureller Unterschiede im Klassenzimmer vorbereiten https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/vielfalt-wil/ TAZ über das neue Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim und interkulturelles Lernen in der Lehrerausbildung „In Deutschland kommt heute jedes dritte Kind unter fünf Jahren aus einer Einwandererfamilie. Damit sich das Bildungssystem an die damit einhergehenden Veränderungen anpassen kann, hat die Uni Hildesheim Mitte Februar ein 'Zentrum für Bildungsintegration - Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften' gegründet.  [...] In der Ausbildung von Grund- und Mittelschullehrerinnen beschäftigt sich die Hochschule bereits mit interkulturellem Lernen", beobachtet die TAZ. So laufen empirische Studien und ein Promotionskolleg startet. „Geplant ist die Verbindung von Theorie, Lehre und Praxis. Wir wollen unsere Forschungsergebnisse in die Lehrerausbildung und die Gestaltung von Schulbüchern tragen", so Viola Georgi, Professorin für Diversity Education an der Uni Hildesheim, in der TAZ.

„Vielfalt will gelernt sein: Durch das neue Zentrum für Bildungsintegration will die Uni Hildesheim angehende Lehrerinnen besser auf das Spektrum kultureller Unterschiede im Klassenzimmer vorbereiten“, TAZ die tageszeitung, (01.03.2014) (print und online)

Kontakt zu den Forschern über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

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Allg. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel überregional Bildungsintegration Lehrerbildung
news-9194 Thu, 27 Feb 2014 15:51:00 +0100 Die Uni Hildesheim und die interkulturelle Lehrerausbildung https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/die-uni-hild-1/ DEUTSCHEN WELLE berichtet über das Thema Integration als wichtigen Schwerpunkt in der Lehrerausbildung. „Nicht nur die deutschen Hochschulen werden immer internationaler. Auch in den deutschen Schulen sitzen mittlerweile viele Kinder unterschiedlicher Herkunft zusammen. Doch auf diese Vielfalt im Klassenzimmer sind Lehrer noch nicht gut vorbereitet. An der Uni Hildesheim haben jetzt Bildungsexperten aus aller Welt darüber diskutiert, wie sich das ändern lässt”, sagt Sabine Damaschke von der DEUTSCHEN WELLE in einem Hörfunk-Beitrag.

„Das Thema Integration ist ein wichtiger Schwerpunkt in der Lehrerausbildung an der Hochschule. Für mich ist es immer wichtig historische, politische, gesellschaftliche Hintergründe den Studierenden deutlich zu machen,” erklärt die Professorin für Schulpädagogik an der Uni Hildesheim, Melanie Fabel-Lamla.

Deutsche Welle, „Die Uni Hildesheim und die interkulturelle Lehrerausbildung”, 27.02.2014 (online) (www.deutsche-welle.de)

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Zentrum für Bildungsintegration Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Pressespiegel überregional Lehrerbildung
news-9193 Thu, 27 Feb 2014 15:13:00 +0100 Vielfalt in den Schulen https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/vielfalt-in/ DEUTSCHLANFUNK berichtet darüber, wie Schulen mit der Einwanderung umgehen, und wie Lehrer auf die Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer reagieren können. „Wie gehen Schulen mit der Einwanderung um? Wie können Lehrer auf die Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer reagieren? Fragen, mit denen das Bildungssystem immer mehr konfrontiert wird. Das neue Zentrum für Bildungsintegration an der Universität Hildesheim feierte seine Gründung mit einer internationalen Auftaktkonferenz zum Umgang mit migrationsbedingter Vielfalt an Schulen vor”, berichtet Dörte Hinrichs vom DEUTSCHLANDFUNK.

„Das neugegründete "Zentrum für Bildungsintegration - Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften" an der Universität Hildesheim, soll deshalb eine wichtige Forschungslücke schließen”, so die Leiterin des Zentrums, Professor Viola Georgi

Deutschlandfunk, „Vielfalt in den Schulen”, 13.09.2014 (online) (www.deutschlandfunk.de)

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Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel überregional Bildungsintegration
news-7949 Tue, 25 Feb 2014 12:05:00 +0100 Multi-Kulti im Klassenzimmer – Problem oder Chance? https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/multi-kulti/ DEUTSCHE WELLE über die Gründung des Zentrums für Bildungsintegration und interkulturelle Lehrerausbildung an der Universität Hildesheim „Immer öfter sitzen Schüler verschiedener Nationen, Kulturen und Religionen in einem Klassenzimmer. An der Uni Hildesheim überlegt man, wie man Lehrer besser auf diese Vielfalt vorbereiten kann [...]. Schon seit einigen Jahren hat die Hochschule in Hildesheim ein besonderes Augenmerk auf die interkulturelle Lehrerausbildung. Sie bietet ihren Studierenden Seminare und Vorlesungen zu Mehrsprachigkeit und interkultureller Pädagogik an. Im Projekt 'LernKU(H)LT - Kinder unterschiedlicher Herkunftssprachen lernen im Team' helfen angehende Lehrer Schülern mit Migrationshintergrund bei Hausaufgaben und fördern ihre Sprachfähigkeit", beobachtet die DEUTSCHE WELLE.

„Es ist wichtig, dass Studenten sich auch mit den Hintergründen der Zuwanderung beschäftigen", sagt Melanie Fabel-Lamla, Professorin für Schulpädagogik an der Uni Hildesheim, der DEUTSCHEN WELLE. „Nur so könnten sie vorbereitet sein auf mögliche Konflikte im Klassenzimmer, verschiedene kulturelle und religiöse Werthaltungen."

„Multi-Kulti im Klassenzimmer – Problem oder Chance?", Deutsche Welle, 25.02.2014 (Artikel)

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Ang. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel überregional Lehrerbildung Bildungsintegration
news-7928 Sun, 23 Feb 2014 13:23:00 +0100 Richtfest für den Universitätsplatz 1 https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/richtfest-fuer-den-universitaetsplatz-1/ Universität Hildesheim beginnt Innenausbau des Neubaus / Arbeiten sollen Ende des Jahres beendet sein Pressespiegel regional Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Präsidium Zentrum für Bildungsintegration ZSB International Office Präsident Stiftungsuniversität news-7926 Sun, 23 Feb 2014 13:13:00 +0100 "Gucken Sie auf den Menschen" https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/gucken-sie/ Universität gründet neues Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel regional Fachbereich 1 Zentrum für Bildungsintegration Forschung Präsident news-7925 Sat, 22 Feb 2014 13:08:00 +0100 Teilhabe statt Ausgrenzung https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/teilhabe-sta/ Neues Zentrum für Bildungsintegration an der Universität gegründet Pressespiegel regional Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft news-9199 Sat, 22 Feb 2014 13:00:00 +0100 Bildung und Migration - Uni Hildesheim forscht zu Bildung in der Einwanderungsgesellschaft https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/bildung-und/ FRANKFURTER RUNDSCHAU berichtet über das neue "Zentrum für Bildungsintegration" und gibt einen Überblick über die Arbeit und zukünftige Ausrichtung der Einrichtung. "Das Zentrum für Bildungsintegration soll laut Institutsleiterin und Professorin für Deversity Education Viola Georgi eine Plattform von wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren sein, die sich mit Chancengerechtigkeit und Teilhabe am Bildungssystem auseinandersetze" so die FRANKFURTER RUNDSCHAU in ihrem Beitrag.

„Auf der Agenda stehen Forschungsprojekte, ein Promotionskolleg, Tagungen, Publikationen und ein neuer Studiengang Migration und Partizipation”, so Georgi.

Frankfurter Rundschau, „Bildung und Migration”, 21.02.2014 (print) (www.fr-online.de)

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Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel überregional Bildungsintegration
news-7871 Sat, 22 Feb 2014 09:00:00 +0100 Hildesheim: Uni gründet Zentrum für Bildungsintegration https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/hildesheim/ DIE WELT über die Gründung des Zentrums für Bildungsintegration der Universität Hildesheim „Die Universität Hildesheim will ethnische, religiöse, kulturelle, soziale und sprachliche Aspekte der Einwanderungsgesellschaft erforschen", fasst DIE WELT zusammen und verweist auf die Gründung des „Zentrums für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften". Das neue Zentrum „leiste einen wichtigen Beitrag zum Abbau der Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund", so Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic in der WELT.

Hildesheim: Uni gründet Zentrum für Bildungsintegration", Die Welt, 22.02.2014 (print und online)

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Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel überregional
news-9206 Fri, 21 Feb 2014 13:42:00 +0100 Interkulturelle Bildung: Uni Hildesheim gründet neues Zentrum https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/interkulture-1/ DEUTSCHE UNIVERSITÄTS ZEITUNG berichtet zum Thema Migration. Wie Schulen und Hochschulen mit Zuwanderung umgehen, soll künftig intensiver an der Hochschule Hildesheim erforscht werden. Zur Gründungskonferenz wurden Wissenschaftler aus Europa, Kanada und USA geladen. „Wie Schulen und Hochschulen mit Migration umgehen, soll künftig intensiver an der Hochschule Hildesheim erforscht werden. Forschung, Lehre und Weiterbildung im Themenfeld Migration und Bildung soll so gebündelt werden. Zur Gründungskonferenz wurden Wissenschaftler aus Europa, Kanada und USA erwartet. Sie diskutierten beispielsweise, wie die Zusammenarbeit von Lehrern und Eltern optimal gestaltet werden kann”, schreibt die DEUTSCHE UNIVERSITÄTS ZEITUNG.

Deutsche Universitäts-Zeitung, „Interkulturelle Bildung: Uni Hildesheim gründet neues Zentrum”, 21.02.2014 (print) (www.duz.de)

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Zentrum für Bildungsintegration Allg. Erziehungswissenschaft Pressespiegel regional Erziehungswissenschaft Bildungsintegration
news-7872 Thu, 20 Feb 2014 19:30:00 +0100 Zentrum für Bildungsintegration an der Uni Hildesheim gegründet https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/zentrum-fuer-1/ NDR FERNSEHEN über Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen aus Einwandererfamilien und Schulen in der Einwanderungsgesellschaft „Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien haben immernoch viel weniger Aussichten auf Bildungserfolg und Bildungsteilhabe, und da wollen wir dran arbeiten", sagt Professorin Viola B. Georgi von der Universität Hildesheim im NDR Fernsehen. Die Wissenschaftler wollen den Anteil von Lehrkräften mit Migrationshintergrund „deutlich erhöhen" und arbeiten daran „wie Schulen besser auf Kinder mit Migrationshintergrund eingehen können", heißt es über die Gründung des Zentrums für Bildungsintegration im NDR Fernsehen.

„Zentrum für Bildungsintegration an der Uni Hildesheim gegründet", NDR Fernsehen, 20.02.2014, (Niedersachsen 18:00 Uhr und Hallo Niedersachsen, Filmbeitrag 1 Minute) (Film ab Minute 09:00 online abrufbar)

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Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel überregional
news-7920 Thu, 20 Feb 2014 18:30:00 +0100 Zusammenleben erforschen: Uni gründet Zentrum für Bildungsintegration https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/zusammenleben-erforschen-uni-gruendet-zentrum-fuer-bildungsintegration/ In Hildesheim lernt man nicht operieren, Häuser bauen oder Finanzmärkte analysieren. Aber man lernt und erforscht, wie Menschen zusammen leben, lernen und die Gesellschaft verändern. Nun gründet die Universität Hildesheim ein „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“. Das klingt vielleicht etwas technisch – ist aber mitten aus dem Leben. „Das neue Zentrum für Bildungsintegration leistet einen wichtigen Beitrag zum Abbau der Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund“, sagte Dr. Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur anlässlich der Gründungskonferenz in Hildesheim. „Die Universität Hildesheim setzt sich vorbildlich für eine bessere Bildungsintegration in Niedersachsen ein.“ Noch bis Samstagabend stellen Wissenschaftler aus Europa, Kanada und den USA dort aktuelle empirische Untersuchungen zum Umgang mit migrationsbedingter Vielfalt im Unterricht und in der Lehrerbildung vor. Rund 300 Fachleute aus Universitäten, Migrantenorganisationen, Schule und Politik befassen sich mit Schulen in der Einwanderungsgesellschaft.

In einem Einwanderungsland geht es darum: Wie können Menschen mit verschiedenen ethnischen, religiösen, kulturellen, sozialen und sprachlichen Unterschieden zusammen leben und lernen? „Das Leitbild der Stiftungsuniversität Hildesheim stellt sich dieser Herausforderung. Nun setzt die Hochschule einen Maßnahmenkatalog um. Dazu zählen Forschungsprojekte, ein Promotionskolleg, Tagungen, Publikationen und perspektivisch ein neuer Studiengang Migration und Partizipation“, so Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich.

Migration nicht länger nur aus einer Problem- und Defizitperspektive betrachten, sondern die Ressourcen in den Blick nehmen – das ist ein Ziel der Uni. „Das Zentrum für Bildungsintegration ist eine Plattform von wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, die sich mit Chancengerechtigkeit und Teilhabe in Bildungssystemen auseinandersetzen", sagt Viola B. Georgi. Gemeinsam mit Filiz Keküllüoğlu und Dr. Lisanne Ackermann möchte die Professorin für Diversity Education nun möglichst viele Wissenschaftler sowie Studierende einbinden.

Wie Schulen und Bildungseinrichtungen mit den Folgen von Migration umgehen, ist ein Arbeitsschwerpunkt des neuen Zentrums. Die Niedersächsische Landesregierung steuert dafür 2,85 Millionen Euro bei.

So geht es darum, wie Lehrkräfte auf Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer reagieren, wie sie mit Eltern zusammenarbeiten und welche Erwartungen an Lehrende mit Zuwanderungsgeschichte gerichtet werden. „Auch wenn sich Lehrerinnen und Lehrer mit Migrationshintergrund häufig in einer Vorbildrolle sehen, begreifen sie sich in erster Linie als Lehrende, die ein bestimmtes Fach vertreten und vermitteln“, beobachtet Viola Georgi in der Studie „Vielfalt im Lehrerzimmer“. Manche leiden im Schulalltag unter Zuschreibungen. So wird erwartet, dass der türkischsprachige Lehrer eine Konfliktsituation moderiert, die ghanaisch-deutsche Lehrerin Afrika-Projekte initiiert oder der Lehrer aus einer ägyptischen Familie für Übersetzungen in der Elternarbeit bereitsteht. „Alle Lehramtsstudierenden sollten lernen, mit sprachlicher und kultureller Vielfalt umzugehen“, sagt Georgi. In Hildesheim werden dazu Seminare angeboten.

In einer Studie untersuchen die Wissenschaftlerinnen gemeinsam mit dem Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung, wie Migration und Integration im Schulbuch verhandelt werden. Auch die einzelnen Schulfächer bewegen sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und Intensität auf die Einwanderungsgesellschaft zu, so Georgi. „Im Deutschunterricht lesen wir neben Goethe und Wolf auch Özdamar, Zaimoğlu oder Schami. Der Geschichtsunterricht steht vor besonderen Herausforderungen: Die Zugänge zu historischen Ereignissen verändern sich.“

Die Forscherinnen befassen sich mit strukturellen Ursachen von Bildungsbenachteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Deutschland tut sich als relativ junges Einwanderungsland – unser Zuwanderungsgesetz ist erst seit 2005 in Kraft – im Bildungssystem immer noch schwer mit migrationsbedingter Diversität. „Jüngst wird verstärkt von struktureller Diskriminierung und Rassismus gesprochen, etwa wenn es um die Schulübergangsempfehlungen in die Sekundarstufe geht“, sagt Georgi. „Es kommt viel häufiger vor, dass Kinder aus Einwandererfamilien eine Jahrgangsstufe wiederholen als Kinder ohne Migrationshintergrund.

Neben Schulen haben die Forscher und Forscherinnen auch Kultureinrichtungen und Orte informellen Lernens im Fokus. So werden etwa Sprachen – eine ganz wesentliches Element für Teilhabe – ja nicht nur in der Schule gelernt, sondern eben auch in der Familie oder im Theaterprojekt. Im April 2014 startet ein Promotionskolleg, Fächer wie Sport und Musik werden als wichtige Felder für Teilhabe eingebunden. Derzeit läuft eine Studie, um die Vielfalt der Studierenden an der Uni zu erfassen. Ein Schwerpunkt „Bildungsteilhabe von Minderheiten“ wird in Hildesheim aufgebaut. Die Forscherinnen nehmen die Bildungsbenachteiligung etwa von Sinti und Roma in den Blick. International kooperiert das neue Zentrum mit Universitäten in Haifa, Toronto und Boston sowie Istanbul, Kreta und Drammen.

In Hildesheim studieren etwa 2600 angehende Grund-, Haupt- und Realschullehrer sowie 1000 angehende Sozialpädagogen und Erziehungswissenschaftler.

Vielfalt im Lehrerzimmer: Öffentliche Antrittsvorlesung

Im Rahmen der Gründungskonferenz hält Professorin Viola B. Georgi ihre Antrittsvorlesung an der Uni Hildesheim. Sie stellt Forschungsergebnisse zum Thema „Lehrerinnen und Lehrer mit Migrationshintergrund: Zur Relevanz eines Merkmals in Theorie, Empirie und Praxis“ vor. Die Vorlesung ist öffentlich und beginnt um 14:00 Uhr am Hauptcampus (Marienburger Platz 22, 31141 Hildesheim). Zwischen 2006 und 2012 war Georgi Juniorprofessorin für Interkulturelle Erziehungswissenschaft an der Freien Universität Berlin. 2010 nahm sie eine Gastprofessur an der York University in Toronto (Kanada) wahr. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Bildungs- und Erziehungsprozesse im Kontext von Globalisierung und Migration, Schule und Heterogenität, Diversity in Bildungsmedien, Erinnerungspädagogik sowie Interkulturelle und demokratische Schulentwicklung.

Kontakt zu Forschern, Studierenden und Schulen über die Pressestelle (Isa Lange, 05121.883-90100 und 0177.8605905, presse@uni-hildesheim.de)

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration
news-9216 Thu, 20 Feb 2014 16:10:00 +0100 Sendung „Campus und Karriere” – Lehrer besser auf Migrationskinder vorbereiten https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/sendung-cam/ DEUTSCHLANDFUNK berichtet über das neue Zentrum für Bildungsintegration. Ein Ziel: Lehramtsstudenten sollen lernen, wie sie Kinder aus Einwandererfamilien besser fördern können. In Lehramtsstudierende besuchen in Projekten ein Jahr lang Familien mit Migrationshintergrund, begleiten die Kinder sprachlich, treffen die Eltern und machen dabei wichtige Erfahrungen. „Zwölf Professoren erforschen die Ursachen, die für die Bildungsbenachteiligung verantwortlich sind. Es geht um strukturelle Ursachen, Formen der institutionellen Diskriminierung. Bei vielen Schülern, die vorzeitig die Schule verlassen müssen, ist die mangelnde Sprachkompetenz ein wesentlicher Grund dafür”, berichtet Michael Engel vom Deutschlandfunk. Um dem Manko besser zu begegnen, erforscht Elke Montanari die Möglichkeiten der Mehrsprachigkeit im Unterricht. Sie ist Professorin für „Deutsch als Zweitsprache” an der Universität Hildesheim.

Deutschlandfunk, „Lehrer besser auf Migrationskinder vorbereiten”, 20.02.2014 (Sendung „Campus und Karriere” Radio-Beitrag, 5 Minuten) (www.deutschlandfunk.de)

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Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Pressespiegel überregional Bildungsintegration
news-9214 Thu, 20 Feb 2014 15:28:00 +0100 Zentrum für Bildungsintegration an der Uni Hildesheim gegründet https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/zentrum-fuer/ NDR FERNSEHEN berichtet in einem Filmbeitrag über die Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund im Schulalltag chancengleich zu stellen. „Zentrum für Bildungsintegration an der Uni Hildesheim gegründet. Zum Startschuss diskutieren rund 300 Fachleute, wie Schulen besser auf Kinder mit Migrationshintergrund eingehen können. Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Wissenschaftsministerin weist im NDR FERNSEHEN darauf hin, dass „nicht der Migrationshintergrund an sich das Problem ist, sondern das Problem ist das soziale Herkunftsmilieu, ist der Bildungshintergrund der Eltern, sind die sprachlichen Defizite". „Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien haben immer noch viel weniger Aussichten auf Bildungserfolg und Bildungsteilhabe – und daran wollen wir arbeiten", sagt Viola Georgi, Erziehungswissenschaftlerin an der Universität Hildesheim dem NDR FERNSEHEN.

NDR Fernsehen, „Zentrum für Bildungsintegration an der Uni Hildesheim gegründet”, 20.02.2014 (Sendungen „Niedersachsen 18:00", „Hallo Niedersachsen” Film-Beitrag, 1 Minute) (www.ndr.de/fernsehen)

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Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Pressespiegel überregional
news-7899 Mon, 17 Feb 2014 16:29:00 +0100 Schule mit großem Änderungsbedarf https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/schule-mit-g/ Erziehungswissenschaftlerin Viola Georgi will Lernprobleme nicht auf Migration und Inklusion reduzieren Pressespiegel regional Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Bildungsintegration news-7786 Mon, 17 Feb 2014 15:24:00 +0100 Gründungskonferenz https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/gruendungskonferenz/ In dieser Woche diskutieren rund 300 Fachleute aus dem In- und Ausland über Theorie und Praxis interkultureller Lehrerbildung und Schulentwicklung. Sie stellen für Einwanderungsländer relevante empirische Untersuchungen zum Umgang mit Vielfalt vor. Es geht um Bildungsteilhabe und Chancengerechtigkeit. Auf der Gründungskonferenz des Zentrums für Bildungsintegration „Migration und Bildung: Theorie und Praxis interkultureller Lehrerbildung und Schulentwicklung" stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Europa, Kanada und den USA aktuelle empirische Untersuchungen zum Umgang mit migrationsbedingter Vielfalt in den jeweiligen Schulsystemen, im Unterricht und in der Lehrerbildung vor.

Entlang von Schlüsselthemen – etwa Lehrkräfte mit Migrationshintergrund, Interkulturelle Schulentwicklung, Mehrsprachigkeit – werden für Migrationsgesellschaften relevante Fragen von Bildungsintegration und Bildungsteilhabe bearbeitet. Dabei geht es zum Beispiel um pädagogische Professionalität, die Zusammenarbeit mit Eltern, Migration im Schulbuch, Diskriminierungserfahrungen von Lehrkräften, Mehrsprachigkeit im Übergang zur Grundschule und um Chancen musikalischer Bildung. Der Blick über den deutschen Tellerrand soll dazu beitragen, gängige integrations- und bildungspolitische Verfahren im Licht aktueller internationaler Diskurse der Migrations-, Integrations- und Bildungsforschung zu reflektieren und ggf. neu zu justieren.

Wie lernen Jugendliche aus Einwandererfamilien in unterschiedlichen Ländern Europas, den USA und Kanada? Wie wirken sich integrations- und bildungspolitische Rahmenbedingungen auf die Schulpraxis aus? Welche Art von Lehrerprofessionalität brauchen Schulen in der Migrationsgesellschaft? Welche „neuen“ Kompetenzen benötigen Lehrkräfte und wie erlangen sie diese? Was können wir von Programmen interkultureller Lehrerbildung an Hochschulen in anderen Ländern lernen? Was sind die Parameter gelungener interkultureller Öffnung von Schule? Wie sieht die Qualitätsentwicklung an solchen Schulen aus?

Können Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte einen besonderen Beitrag zur interkulturellen Öffnung von Schulen leisten? Wie kann der Anteil von Lehrenden mit Migrationshintergrund erhöht werden? Welche innovativen Möglichkeiten der Integration von Mehrsprachigkeit in Lehrpläne sind denkbar? Welche Rolle spielt Mehrsprachigkeit in der Schule und in der Lehrerausbildung? – Mit diesen Fragen befassen sich Fachleute aus Universitäten, Migrantenorganisationen, Schule und Politik. Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.

Die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Viola B. Georgi baut derzeit an der Universität Hildesheim das Zentrum für Bildungsintegration auf. Das Zentrum ist eine Plattform von wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, die sich empirisch, grundlagentheoretisch und praktisch mit Partizipation in Bildungssystemen auseinandersetzen. Forscher befassen sich mit Unterricht und Bildungsprozessen in Einwanderungsgesellschaften und mit strukturellen Ursachen von Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und von Minderheiten. 2014 startet ein Promotionskolleg.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Zentrum für Bildungsintegration
news-7664 Sat, 04 Jan 2014 12:00:00 +0100 Promotionsstipendien Bildungsintegration https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/promotionsst/ FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG über das neue Promotionskolleg an der Uni Hildesheim: Forscher befassen sich mit Vielfalt in Migrationsgesellschaften „Promovenden können sich mit Integration in der schulischen Bildung und weiteren Forschungsfragen im Bereich Diversity (Vielfalt) befassen", schreibt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG über das neue Promotionskolleg Bildungsintegration der Universität Hildesheim. Die Forscher kommen aus den Bereichen „Diversity Education, Schulpädagogik, Sozialpädagogik, Deutsch, Sport, Musik, Mathematik oder Informatik", so die FAZ. Zehn Stipendien werden vergeben.

„Promotion zur Bildungsintegration", Frankfurter Allgemeine Zeitung/Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 4./5.01.2014 (print)

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Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Bildungsintegration Pressespiegel überregional
news-7690 Fri, 03 Jan 2014 17:15:00 +0100 Zehn Promotionsstipendien zu vergeben https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/zehn-promotionsstipendien-zu-vergeben/ Das Promotionskolleg Bildungsintegration startet: Noch bis zum 15. Januar sind Bewerbungen möglich. Die Doktoranden befassen sich an der Universität Hildesheim mit Forschungsfragen im Bereich Diversity (Vielfalt). Die Universität Hildesheim vergibt im Promotionskolleg Bildungsintegration zehn Promotionsstipendien. Die Stipendien sind mit 1.200 Euro sowie einer Forschungspauschale von 120 Euro monatlich dotiert. Ihre Laufzeit beträgt 24 Monate mit der Option auf Verlängerung. Promovendinnen und Promovenden können sich mit Integration in der schulischen Bildung und weiteren Forschungsfragen im Bereich Diversity (Vielfalt) befassen. Die Doktorandinnen und Doktoranden arbeiten an einem eigenständigen Forschungsprojekt, das mit einer Dissertation abgeschlossen wird. Bewerber sollen über ein abgeschlossenes Studium in einem der folgenden Fächer verfügen: Diversity Education, Schulpädagogik, Sozialpädagogik, Frühpädagogik, Deutsch, Interkulturelle Kommunikation, Sport, Musik, Theater oder MINT (etwa Mathematik, Informatik).

Bewerbungsschluss ist der 15. Januar 2014. Interessierte wenden sich mit Fragen gerne an die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Viola B. Georgi (E-Mail: georgiv[at]uni-hildesheim.de). Die strukturierte Förderung von Nachwuchswissenschaftlern ist Teil des Projekts „Bildungsintegration" der Hildesheimer Uni, das auf Vorschlag der Landesregierung mit 2,85 Millionen Euro im Niedersächsischen Vorab finanziert wird.

Mit der Gründung des „Zentrum für Bildungsintegration – Diversität und Demokratie in Migrationsgesellschaften" baut die Universität Hildesheim einen neuen Forschungsschwerpunkt auf. Forscherinnen und Forscher untersuchen etwa Unterricht und Bildungsprozesse in Einwanderungsgesellschaften. Anlässlich der Zentrumsgründung findet die internationale Konferenz „Migration und Bildung: Theorie und Praxis interkultureller Lehrerbildung und Schulentwicklung“ vom 20. bis 22. Februar 2014 statt.

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Zentrum für Bildungsintegration
news-7325 Wed, 04 Dec 2013 16:48:00 +0100 Diversität in Israel und Deutschland: Forschungswerkstatt startet https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/diversitaet-in-israel-und-deutschland-forschungswerkstatt-startet/ Wie wir zusammenleben – Die Universitäten Haifa und Hildesheim bringen junge Wissenschaftler aus den Bereichen Pädagogik, Musikwissenschaft, Religionswissenschaft, Geographie und Soziologie zusammen. Die Masterstudenten und Doktoranden bilden jeweils Tandems. Warum – das erklärt Prof. Viola B. Georgi anlässlich der ersten Forschungswerkstatt im Gespräch mit Isa Lange. Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Israel und Deutschland begleiten sich gegenseitig ins Forschungsfeld, schauen sich über die Schulter. Was erhoffen Sie sich von dem Austausch?

Viola Georgi: Nun – die israelische und die deutsche Gesellschaft sind stark durch Migrations- und andere gesellschaftliche Pluralisierungsprozesse geprägt. Es ist spannend, über einen direkten Austausch junger Forscher und Forscherinnen in beiden Ländern über den jeweiligen Tellerrand zu schauen. Wir wollen erst einmal herausfinden, wie die Diskurse um gesellschaftliche Diversität in beiden Gesellschaften eigentlich beschaffen sind, also Ähnlichkeiten und Differenzen entdecken. Wir fragen: Welche Themen – Dimensionen von Vielfalt – stehen in den wissenschaftlichen und öffentlichen Debatten um Diversity im jeweiligen nationalen Kontext im Vordergrund und warum? Welche Aspekte von Vielfalt werden bisher nicht oder wenig thematisiert und warum ist das so? Von wem und wie werden diese Debatten geführt? Welche Rolle spielt die Wissenschaft? Wie fühlt es sich an, zu – häufig nicht etablierten Themen – zu arbeiten? Wir fragen auch: Welche Methoden kommen im Feld der Diversity Studies in beiden Ländern zur Anwendung? Wo stoßen diese an ihre Grenzen und welche neuen methodischen Zugänge lassen sich finden?

Wir erhoffen uns, über thematische und methodisch vergleichende Perspektiven, einen tieferen Einblick in die jeweiligen Besonderheiten der gesellschaftlichen Diskurse zu Diversität in Israel und Deutschland zu erhalten. Grundsätzlich geht es also um die Frage, welche Strategien in den beiden Ländern im Umgang mit Heterogenität entwickelt werden.

Die ausgewählten Nachwuchswissenschaftler arbeiten alle empirisch im Bereich Diversität, erheben Daten im Feld, durch Beobachtung und Interviews. Warum haben Sie sich für diese Nähe zur „Wirklichkeit" entschieden, welche Erwartung ist damit verbunden?

Wir wollen möglichst nah dran sein – an aktuellen und neuen Entwicklungen, Beschreibungen und Entdeckungen im Feld von Diversity Studies. Außerdem wollen wir, dass die Teilnehmenden, sich nicht nur kognitiv zu ihren Qualifikationsarbeiten austauschen, sondern durch Feldgänge „spüren“ und erfahren können, wie das Forschungsfeld der Partner beschaffen ist. Es macht schon einen Unterschied, ob man sich im Nachhinein über ein bereits geführtes und verschriftlichtes Interview oder eine Beobachtung austauscht – oder ob man selbst dabei war, in der Schule, im Jugendclub, im Theater oder in der Stadtteilversammlung.

Was überrascht Sie, mit welchen Fragen befassen sich die jungen Leute, die Sie nun für die Forschungswerkstätten ausgewählt haben?

Das Spektrum ist unglaublich breit und doch scheint das Thema „migrationsbedingte Heterogenität“ viele zu beschäftigen:  Wir haben Teilnehmende, die zur Inszenierung von Männlichkeit arbeiten, also einen klaren Genderbezug in ihren Arbeiten haben. Andere beschäftigen sich mit sozialer Herkunft und dem Zugang zu Bildung – etwa in der Hochschule, und mit Minderheiten – etwa die Roma in Deutschland. Die jungen Forscher untersuchen interkulturelle Elternarbeit am Beispiel von russischen Einwanderern in beiden Ländern und Diskriminierung von Lehrpersonen, die Minderheiten angehören oder einen Migrationshintergrund haben. Außerdem werden die Lehrerrolle in urbanen Räumen, die Wirkung von Integrationskursen und das Islambild in israelischen Schulbüchern untersucht.

Vielen Dank für das Gespräch!

Überblick: German Israeli Young Researchers – Exchange on Diversity

Wie wir zusammenleben – Die Universitäten Haifa und Hildesheim bringen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Pädagogik, Musikwissenschaft, Religionswissenschaft, Geographie und Soziologie zusammen. Die 16 deutschen und israelischen Masterstudenten und Doktoranden bilden jeweils Tandems und tauschen sich über die Diskurse zu Diversität in beiden Ländern aus. Das erste Treffen startete in dieser Woche in Berlin und Hildesheim. Die Partner-Universitäten richten 2014 weitere Forschungswerkstätten aus.

Die Forscher werten zum Beispiel mehrsprachige Schulprogramme aus; führen Interviews mit Lehrpersonen, die Minderheiten angehören; beobachten, wie Kinder in konfessionellen Kindergärten lernen und wie sich in Schulklassen Geschlechtsidentitäten äußern. Prof. Dr. Viola Georgi und Prof. Dr. Yotam Hotam leiten das Projekt „Diversity in Israel und Deutschland – German Israeli Young Researchers – Exchange on Diversity", das von der Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum gefördert wird. Derzeit baut die Erziehungswissenschaftlerin Viola Georgi an der Uni Hildesheim das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversität und Demokratie in Migrationsgesellschaften" auf, das Unterricht und Bildungsprozesse in Einwanderungsgesellschaften untersucht. Die Gründungskonferenz findet vom 20. bis 22. Februar 2014 in Hildesheim statt.

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Pressemeldungen Allg. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration
news-7519 Mon, 02 Dec 2013 08:27:00 +0100 Diversity-Studie: Welche Erfahrungen machen Studierende? https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/diversity-studie-welche-erfahrungen-machen-studierende/ Erstes Diversity-Monitoring startet: Erziehungswissenschaftlerinnen erfassen, welche Erfahrungen Studierende der Universität Hildesheim mit Barrieren und Diskriminierung machen. Aus den Ergebnissen sollen Angebote hergeleitet werden. Daten werden vertraulich bearbeitet. Die Stiftung Universität Hildesheim ist sehr daran interessiert, die Studienbedingungen für alle zu verbessern und Angebote bereitzustellen, die auf die individuellen Bedürfnisse der Studentinnen und Studenten zugeschnitten sind. Um dies zu erreichen, startet in diesen Tagen ein „Diversity Monitoring".

Erziehungswissenschaftlerinnen vom Zentrum für Bildungsintegration erfassen nun die Vielfalt der Studierendenschaft. Die Forscherinnen wollen herausfinden, welche Barrieren und Herausforderungen es an der Universität Hildesheim gibt, die einem erfolgreichen Studium Steine in den Weg legen, und welche Erfahrungen Studierende mit Diskriminierung gemacht haben. Fragen sind etwa: „Nehmen Sie Barrieren an der Universität wahr, die Ihr Studium beeinträchtigen?“ und „Haben Sie im Studium Diskriminierungserfahrung(en) gemacht?“

Die Ergebnisse aus der Befragung der etwa 6500 Studierenden sollen als Grundlage für die Gestaltung und Umsetzung von Angeboten zur Verbesserung der Studienbedingungen dienen. „Wir wollen aus den Daten und Empfehlungen der Studierenden Angebote herleiten. Das können zum Beispiel Lehrveranstaltungen in anderen Sprachen sein, familienfreundliche Zeiten der Pflichtlehrveranstaltungen oder Empowerment-Trainings für Studierende, die von Diskriminierungen betroffen sind", sagt Prof. Dr. Viola B. Georgi, Leiterin des Zentrums für Bildungsintegration.

Teilnehmen kann jede Studentin/jeder Student ab sofort bis zum 22. Dezember 2013. Der Fragebogen kann online ausgefüllt werden (zum Fragebogen). Sämtliche Daten werden vertraulich bearbeitet und anonymisiert in die Untersuchung eingehen. Zusätzlich werden im Rahmen von Forschungsseminaren mit Studierenden qualitative Interviews erhoben.

Das Forscherteam (Prof. Dr. Viola B. Georgi, Dr. Lisanne Ackermann, Filiz Keküllüoğlu) hofft auf möglichst große Beteiligung. Bei Fragen zur Erhebung wenden Sie sich bitte an Filiz Keküllüoğlu, die Koordinatorin des Zentrums für Bildungsintegration (filiz.kekuellueoglu[at]uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Allg. Erziehungswissenschaft Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration
news-7581 Wed, 27 Nov 2013 12:07:00 +0100 Ein Forschungs-Trio für Fragen der Kultur: Universität Hildesheim baut Fokus auf Mehrsprachigkeit und Migration aus https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/ein-forschun/ Neue Professorinnen für Interkulturelle Kommunikation, Deutsch als Zweitsprache und Diversity Education Pressespiegel regional Allg. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Interkulturelle Kommunikation Zentrum für Bildungsintegration Lehrerbildung Bildungsintegration Deutsche Sprache news-7481 Mon, 25 Nov 2013 10:00:00 +0100 Interkulturelle Kommunikation, Deutsch als Zweitsprache und Diversity Education https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/interkulturelle-kommunikation-deutsch-als-zweitsprache-und-diversity-education/ Die Universität Hildesheim hat Professorinnen für Interkulturelle Kommunikation, Deutsch als Zweitsprache und Diversity Education berufen Eine vierte Professur „Inklusion“ ist in der Ausschreibung. Universitäten sollten in der Lehrerausbildung umfassend auf Herausforderungen im Bereich Bildung und Migration reagieren – so die Botschaft aus Hildesheim. Mit Prof. Dr. Beatrix Kreß konnte Ende November eine weitere Wissenschaftlerin berufen werden, die sich mit mehrsprachigen Bildungsbiografien befasst. Die Professorin für Interkulturelle Kommunikation forscht zu Migration und Mehrsprachigkeit, ein Arbeitsschwerpunkt sind Slawische Länder. Die Sprachwissenschaftlerin untersucht zum Beispiel, wie Gespräche zwischen russischsprachigen Eltern und deutschsprachigen Lehrern ablaufen und welche Zusammenhänge zwischen Herkunftssprachen und Identitätsentwicklung bei Kindern mit Migrationshintergrund bestehen. Seit 2008 lehrt sie als Juniorprofessorin in Hildesheim. Beatrix Kreß studierte Slawistik und Germanistik und promovierte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

„Der Raum Hildesheim, Hannover, Braunschweig ist von Mehrsprachigkeit geprägt und so konnte ich schnell den Kontakt zu russischsprachigen Fördereinrichtungen aufbauen. Die Universität Hildesheim bietet mir die Möglichkeit, meine Erkenntnisse in breitere Bildungszusammenhänge einzubetten. Äußerst reizvoll ist für mich die Internationalität und kulturelle Diversität der Studierenden, mit deren Unterstützung die Verbindung von Theorie und Praxis interkultureller Kommunikation im Seminargeschehen besonders gut gelingt", sagt Beatrix Kreß.

„Mehrsprachige Schülerinnen und Schüler sind eine wichtige Ressource und eine Bereicherung – das wird jetzt auf allen Ebenen bewusst. Lehramtsstudierende und Lehrkräfte, die schon lange im Beruf sind, wünschen sich mehr Wissen darüber, wie sie Mehrsprachigkeit einbeziehen können. Daher sind der Dialog und die Zusammenarbeit der Hochschulen und der Austausch mit anderen Projekten, wie etwa DaZ-Net, ein Netzwerk von Schulen mit mehrsprachigen Schülern, so wichtig“, sagt Prof. Dr. Elke Montanari, die seit 2012 an der Uni Hildesheim forscht. Zuvor war sie Juniorprofessorin an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.

Elke Montanari befasst sich damit, wie Kinder mehrere Sprachen erwerben, welche Erfahrungen in Kitas und Schulen gemacht werden und wie Erzieher, Eltern und Lehrer mehrsprachige Kinder besser verstehen und fördern können. Die Professorin für Deutsch als Zweitsprache untersucht derzeit, wie 6- bis 10-jährige Kinder mit deutscher Zweitsprache ihren Wortschatz aufbauen (russisch-deutsch und türkisch-deutsch) und wie sich dieser in Tiefe und Breite von dem einsprachiger Schüler unterscheidet. Das dreijährige Forschungsprojekt wird bis 2016 mit knapp 200.000 Euro vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium gefördert. Wie Kinder, die Deutsch als zweite Sprache erwerben, mit Lücken im Wortschatz umgehen und wie Lehrkräfte darauf reagieren können – das lernen angehende Lehrkräfte bei Elke Montanari.

„Dabei ruht die Beschäftigung mit gesellschaftlicher Vielfalt an der Uni Hildesheim auf vielen Schultern“, hebt Montanari hervor. Entstanden ist zum Beispiel ein Masterstudiengang „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“, der im Wintersemester 2013/14 gestartet ist und Experten für die Lehrerfortbildung und Sprachförderung in Schulen ausbildet. Um die Sprachenförderung in die Lehramtsausbildung aller Fächer zu integrieren, haben sich neun lehrerbildende Hochschulen in Niedersachsen zu einer Hochschulinitiative zusammengeschlossen, die am Montag in Hannover vorgestellt wird.

Die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Viola B. Georgi baut an der Universität Hildesheim derzeit das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversität und Demokratie in Migrationsgesellschaften" auf. „Wir betrachten Migration nicht länger nur aus einer Problem- und Defizitperspektive, sondern nehmen die Ressourcen in den Blick. Das Zentrum für Bildungsintegration ist eine Plattform von wissenschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren, die sich empirisch, grundlagentheoretisch und praktisch mit Partizipation in Bildungssystemen auseinandersetzen", sagt Viola Georgi. Das Zentrum will auch einen Beitrag zum Abbau von Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund und von Minderheiten leisten und geht etwa strukturellen Ursachen von Bildungsbenachteiligung und institutioneller Diskriminierung nach. Es begleitet und vernetzt Forschungs- und Praxisprojekte und entwickelt Transferstrategien.

Die internationale Gründungskonferenz findet vom 20. bis 22. Februar 2014 zum Thema „Migration und Bildung: Theorie und Praxis interkultureller Lehrerbildung und Schulentwicklung“ statt. Migration fordert die Bildungsinstitutionen auf unterschiedlichen Ebenen heraus. Internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen aktuelle empirische Studien und Ansätze zum Umgang mit Migration und Heterogenität in der Schule und in der Lehrerbildung vor. Dabei berücksichtigen sie besonders Lehrkräfte mit Zuwanderungsbiographie und Mehrsprachigkeit. Die Tagung fragt, wie Lehrkräfte den Bedürfnissen von Kindern in heterogenen Klassen gerecht werden können. Ziel ist eine Bestandsaufnahme und Identifikation von geeigneten und notwendigen Maßnahmen, um damit zum Abbau von herkunftsbezogenen Bildungsungleichheiten beizutragen, so Georgi.  Forscher u.a. aus Kanada, Großbritannien, Türkei, Norwegen, Schweiz, USA, Griechenland und Deutschland werden erwartet.

Viola Georgi ist seit 2012 Professorin für „Diversity Education" an der Universität Hildesheim, zuvor lehrte sie an der FU Berlin. Sie wurde im November 2013 in den Rat für Migration berufen. Zentrale Aufgabe ist eine öffentliche kritische Begleitung der Politik in Fragen von Migration und Integration.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 3 Allg. Erziehungswissenschaft Deutsche Sprache Interkulturelle Kommunikation Bildungsintegration Zentrum für Bildungsintegration
news-7317 Sat, 26 Oct 2013 14:15:00 +0200 Musik schafft das kulturell Andere https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/musik-schaff/ Öffentliche Konferenz über Musik, Migration und Vielfalt Pressespiegel regional Medien, Theater und Populäre Kultur Musik und Musikwissenschaft Zentrum für Bildungsintegration news-7587 Thu, 26 Sep 2013 16:53:00 +0200 Diskriminierung von Lehrkräften mit Migrationshintergrund: Lehrerin erzielt Teilerfolg mit Klage gegen Diskriminierung https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/diskriminier-1/ DEUTSCHE PRESSEAGENTUR DPA über Diskriminierungserfahrungen von Lehrern Das Land Niedersachsen bemüht sich verstärkt um Lehrkräfte mit Migrationshintergrund. Doch welche Erfahrungen machen die Lehrkräfte mit Rassismus und Diskriminierung im Schulalltag? Marco Evers berichtet für die DEUTSCHE PRESSEAGENTUR DPA über eine Lehrerin aus Aserbaidschan, die vor dem Verwaltungsgericht geklagt hat.

Etliche der befragten Lehrer fühlen sich „aufgrund von Herkunft, Akzent oder islamischer Religionszugehörigkeit diskriminiert", sagt Erziehungswissenschaftlerin Dr. Lisanne Ackermann vom Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim der DPA. In einer Studie haben die Forscher das Selbstverständnis und die schulische Integration von Lehrern mit Migrationshintergrund untersucht.

„Lehrerin erzielt Teilerfolg mit Klage gegen Diskriminierung", DPA, 26.09.2013 (mit Studienergebnissen)

u.a. erschienen in: „Kein Rassismus in der Schule, Diskriminierung: Teilerfolg für aserbaidschanische Lehrerin, die sich wegen Herkunft schlecht benotet sieht", taz die tageszeitung, 27.09.2013 (print und online)

Kontakt zu Forschern, Schulen und Lehramtsstudenten mit Migrationshintergrund über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Lehrerbildung Bildungsintegration Pressespiegel überregional
news-7004 Thu, 15 Aug 2013 16:11:00 +0200 Wissenschaftsministerin lobt praxisnahe Lehrerausbildung, Bildungsintegration und Kulturwissenschaften in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/wissenschaft-2/ Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur Gabriele Heinen-Kljajic auf Antrittsbesuch im Center for World Music und auf dem Kulturcampus der Uni Hildesheim Pressespiegel regional Universität Hildesheim Präsident Center for World Music Zentrum für Bildungsintegration Lehrerbildung Bildungsintegration news-7492 Sun, 07 Jul 2013 12:24:00 +0200 Uni fördert Integration https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/uni-foerdert/ 2,85 Millionen von VW Pressespiegel regional Zentrum für Bildungsintegration news-7511 Sat, 06 Jul 2013 17:13:00 +0200 Bildungsintegration: VW fördert Bildungsprojekt der Uni mit knapp drei Millionen Euro https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/bildungsinte/ Landesregierung Niedersachsen startet Modellprojekt an Universität Hildesheim: Bildung und Einwanderung Pressespiegel regional Zentrum für Bildungsintegration Präsident news-7584 Thu, 06 Jun 2013 10:33:00 +0200 Vielfalt im Lehrerzimmer / Dringend gesucht: Interkulturelle Lehrer https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/vielfalt-im-3/ DEUTSCHE WELLE über die praxisnahe Lehrerausbildung der Universität Hildesheim und Lehrkräfte mit Migrationshintergrund / Schwerpunktthema im Bildungsmagazin Die DEUTSCHE WELLE berichtet in einer Reportage über die praxisnahe Lehrerausbildung der Universität Hildesheim und begleitet die Hildesheimer Lehramtsstudentinnen Bilge Mermertas und Arta Kolgeci einen Tag lang im Klassenzimmer. Außerdem spricht Redakteurin Grete Harnitz mit Erziehungswissenschaftlerin Dr. Yvonne Rechter über die frühe Praxis-Theorie-Verbindung im ersten Studienjahr und über das Förderprojekt Lernku(h)lt für Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Herkunftssprachen.

„Ein Lehrer mit ausländischen Wurzeln ist kein Garant dafür, dass Kinder aus Einwandererfamilien tatsächlich besser gefördert werden, betont Viola Georgi. Sie ist Professorin für 'Diversity Education' an der Universität Hildesheim und fordert eine flächendeckende Reform der Lehrerausbildung. Denn Studenten müssen laut Georgi schon im Studium lernen, mit der sprachlichen und kulturellen Vielfalt in deutschen Klassenzimmern umzugehen. An der Universität Hildesheim geschieht das bereits in den ersten Semestern", kommentiert Sabine Damaschke von der Deutschen Welle.

Erziehungswissenschaftlerin Viola Georgi fordert eine stärkere Auseinandersetzung mit Heterogenität in der Lehrerausbildung. Sie weist in einem Interview mit der Deutschen Welle auf Studienergebnisse über Lehrkräfte mit Migrationshintergrund hin: „Lehrende leiden unter einem Kreuzfeuer der Erwartungen und Zuschreibungen, [...] ein türkischsprachiger Lehrer soll eine Konfliktsituation zwischen Jugendlichen mit türkischsprachigen Wurzeln moderieren, ein arabischstämmiger Lehrer soll für Übersetzungen in der Elternarbeit bereitstehen."

Zu den Presseberichten:

„Schwerpunktthema: Mehr Lehrer mit Migrationshintergrund: Vielfalt im Lehrerzimmer", Deutsche Welle, 06.06.2013 (Hörfunk-Reportage über das Lehramtsstudium an der Uni Hildesheim, Interview mit Prof. Viola Georgi, ab Min.04:30 bis Min.15:00, MP3)

„Mehr Vielfalt im Lehrerzimmer. Lehrer mit Migrationshintergrund sind in Deutschland stark gefragt. Doch meist werden sie auf ihre besondere Rolle pädagogisch nicht gut vorbereitet. Im Lehramtsstudium an der Uni Hildesheim sieht das anders aus", Deutsche Welle (Reportage von Grete Harnitz, Text mit Bilderstrecke)

Reportage über die Lehrerausbildung in Hildesheim auf Indonesisch:

„Keberagaman di Ruang Kelas. Di Jerman kebutuhan akan guru dengan latar belakang imigran sangat tinggi. Hal ini juga didukung oleh pendidikan di perguruan tinggi", Deutsche Welle, 07.06.2013)

Kontakt zu Forschern, Schulen und Lehramtsstudenten über die Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)

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Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Lehrerbildung Bildungsintegration Pressespiegel überregional
news-6615 Wed, 05 Jun 2013 16:39:00 +0200 Diversity-Tag an Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/diversity-ta/ „Vielfalt wahrnehmen, ermöglichen, aktiv gestalten“ lautet eine Botschaft des Tages. Am ersten bundesweiten Diversity-Tag (11. Juni) laden das Zentrum für Bildungsintegration, das Gleichstellungsbüro und der AStA zur Podiumsdiskussion und zu Workshops ein. „Angesichts von Globalisierung und Migration pluralisieren sich alle Lebensformen und Lebensbereiche mit zunehmender Geschwindigkeit. Diversity ist zu einem Strukturmerkmal unserer modernen Gesellschaft geworden. Heterogenität ist also der gesellschaftliche Normalfall“, beobachtet Prof. Dr. Viola Georgi, Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt „Diversity Education“. Sie fordert eine diversitätsbewusste Organisation, Gestaltung und Reflexion von Bildungsarbeit von der Kita bis zur Hochschule. Ihr Anliegen ist es, Diversity langfristig als ein Querschnittsthema an der Stiftung Universität Hildesheim zu etablieren.

Deshalb beteiligt sich die Universität Hildesheim am 11. Juni 2013 am ersten bundesweiten Diversity-Tag. „Wir setzen uns mit Chancen und Herausforderungen von Vielfalt auseinander und diskutieren Formen der Diskriminierung. Ziel unserer Aktionen ist es, für die Heterogenität der Gesellschaft zu sensibilisieren“, kündigen Filiz Keküllüoğlu und Dr. Lisanne Ackermann an. In diesem Jahr stehen im Mittelpunkt der Diskussion: Religion, Gender, Inklusion, Sexuelles Begehren, Soziale Herkunft, Ethnizität und  Kultur. Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis erörtern ab 12:45 Uhr in einer Podiumsdiskussion die wissenschaftliche und gesellschaftspolitische Bedeutung dieser Dimensionen von Diversity und bieten zur Vertiefung ab 16:15 Uhr praxisorientierte Workshops an.

Dabei geht es zum Beispiel um die in zahlreichen Bildungsstudien offengelegte Verquickung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg. Nur wenige Kinder aus Arbeiterfamilien nehmen ein Hochschulstudium auf – auch wenn sie die Voraussetzungen dafür mitbringen. Manchen fehlen schlicht die Informationen, anderen erscheint die Bildungsinvestition in ein Studium zu hoch und wieder anderen ist die Universität zu fremd. Wir werden daher gemeinsam mit der Initiative Arbeiterkind.de Möglichkeiten ausloten, wie mehr Studierende der ersten Generation – darunter auch viele aus Einwandererfamilien – für die Universität gewonnen werden können, so Georgi. Um den Übergang von Schule und Ausbildung ins Studium zu begleiten, gehen studentische Teams der Uni Hildesheim –  für das Thema sensibilisiert und die Beratung geschult – im Projekt „Anker-Peer-Programm“ in Schulen und andere soziale Räume, um Schülerinnen, Schüler und Azubis für ein Studium zu interessieren. Die etwa Gleichaltrigen stellen dabei die Lebenswelt der Studierenden vor, klären erste Fragen rund um das Studium, bieten Orientierungsworkshops, verweisen auf Unterstützungsangebote und sind auch nach dem Studieneinstieg für Studierende ansprechbar – eben ein fester Anker in der Uni.

Im Workshop zu Ethnizität geht es darum, zu reflektieren, wie ethnische Zugehörigkeiten in der deutschen Migrationsgesellschaft konstruiert und verhandelt werden. Welche Erfahrungen von struktureller Ungleichheit und Diskriminierung machen Minderheiten und kulturelle Gruppen? Um 18.30 Uhr startet der Film „Tomboy“ von Céline Sciamma im Audimax.

Der Diversity-Tag ist eine Initiative der „Charta der Vielfalt”, über 250 Aktionen finden bundesweit statt. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung unterstützt die Initiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ist Schirmherrin. Neben der Uni Hildesheim beteiligen sich die TU München, die BTU Cottbus und die Universitäten Hannover und Duisburg-Essen. Das Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim richtet den Tag in Zusammenarbeit mit dem AStA und dem Gleichstellungsbüro in Hildesheim aus. Alle Mitglieder der Hochschule und Interessierte aus der Stadt und der Region sind herzlich eingeladen. 

„Mit der Gründung eines Zentrums für Bildungsintegration in der zweiten Jahreshälfte 2013 bauen wir einen neuen Forschungsschwerpunkt auf. Die Forscherinnen und Forscher der Uni Hildesheim bearbeiten gesellschaftliche und bildungspolitische Fragestellungen in Migrationsgesellschaften im internationalen Vergleich“, sagt Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich. Das Zentrum fördert und bündelt Forschungsprojekte zu den Chancen und Problemen des Einwanderungslandes Deutschland im internationalen Vergleich. So untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Unterricht in Einwanderungsgesellschaften und wie Kinder unter Bedingungen von Migration aufwachsen. Im Leitbild der Universität heißt es: „Unser Land ist seit Jahrzehnten auch durch Immigration geprägt. Wir wollen konsequent dazu beitragen, die Bildungschancen von Menschen aus Einwanderungsfamilien weiter zu entwickeln, um ihre Integration zu fördern. Gleichzeitig erkennen wir ihre vielfältigen Erfahrungen an.“

Öffentliche Veranstaltung
Dienstag, 11. Juni 2013, ganztags von 12:45 bis 21:00 Uhr, in der Stiftung Universität Hildesheim (Hauptcampus, Marienburger Platz 22)

Diversity-Tag in Hildesheim – Programm (PDF)

Empfehlungsschreiben des Präsidenten zur Teilnahme am Diversity-Tag (PDF)

Kontakt:

Prof. Dr. Viola B. Georgi (E-Mail: georgiv(at)uni-hildesheim.de) und Filiz Keküllüoğlu (E-Mail: filiz.kekuellueoglu(at)uni-hildesheim.de) vom Zentrum für Bildungsintegration der Stiftung Universität Hildesheim stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung (Tel: 05121.883-691, Konferenz-Handy: 0160.979.089.11).

Kontakt für Medien:

Isa Lange (presse(at)uni-hildesheim.de, 05121.883-102, mobil erreichbar unter 0177.8605905)

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Zentrum für Bildungsintegration Pressemeldungen Fachbereich 1 Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Gleichstellungsbüro Männer und Grundschullehramt Bildungsintegration
news-6567 Wed, 22 May 2013 17:47:00 +0200 Seminar untersucht Bildungsteilhabe von Sinti und Roma in Europa https://www.uni-hildesheim.de/en/center-for-diversity-democracy-and-inclusion-in-education/press/articles/artikel/seminar-untersucht-bildungsteilhabe-von-sinti-und-roma-in-europa/ Studierende der Erziehungswissenschaften haben sich mit der Teilhabe von Sinti und Roma im Bildungssytem heute und mit ihrer Geschichte befasst. Am 30. Mai laden sie zur Ausstellungseröffnung mit Gastvorträgen ein. Viele Dokumente, Schriftstücke und alte Fotografien werden zum ersten Mal gezeigt. Zur Ausstellungseröffnung „Aus Niedersachsen nach Auschwitz – die Verfolgung der Sinti und Roma in der NS-Zeit“ am 30. Mai sind Interessierte herzlich eingeladen. Die öffentliche Wanderausstellung des Niedersächsischen Verbands Deutscher Sinti wird in der Stiftung Universität Hildesheim gezeigt. Studierende der Erziehungswissenschaften bieten Führungen und Workshops an. Viele Dokumente, Schriftstücke und alte Fotografien sind zum ersten Mal öffentlich zugänglich. Zeitzeugen aus niedersächsischen Städten kommen auf den ausgestellten Tafeln zu Wort. Zudem schlägt die Ausstellung eine Brücke in die Gegenwart: Zeitungsartikel dokumentieren aktuelle Debatten um Sinti und Roma in Deutschland und Europa.

Wie die Ausstellung nach Hildesheim kam? Prof. Dr. Viola B. Georgi, Erziehungswissenschaftlerin an der Universität Hildesheim, bietet in diesem Semester ein Seminar zur Bildungsteilhabe von Sinti und Roma in Europa an. Im Studium befassen sich Studierende mit der mangelnden Teilhabe der Minderheiten in verschiedenen Bereichen des Bildungssystems und ergründen gesellschaftliche und bildungspolitische Ursachen. „Es ist unerlässlich, sich zunächst intensiv mit der Geschichte und der gesellschaftlichen Situation der Sinti und Roma auseinanderzusetzen“, sagt Georgi. Sie blicken auf eine lange Geschichte der Diskriminierung und Verfolgung bis hin zum Völkermord durch die Nationalsozialisten zurück. Bis heute ist ihre gesellschaftliche Situation in den meisten europäischen Ländern durch Segregation und Marginalisierung gekennzeichnet. „Sinti und Roma bilden politisch, sozial wie kulturell eine der benachteiligsten Bevölkerungsgruppen der Europäischen Union“, so Georgi.

Die Ausstellung in Hildesheim zeigt, wie Sinti und Roma verfolgt wurden, geht auf die Problematik der Bestrafung der Täter und die Wiedergutmachung für die Opfer ein. Bereits 1938 und 1940 erfolgten planmäßig Verhaftungswellen, die für viele den Tod in Konzentrationslagern zur Folge hatten. Auch die Geschichte vor dem Nationalsozialismus wird anhand niedersächsischer Quellen dargestellt. „Diese Ausstellung ist uns quasi zugeflogen. Wir hatten einen Gastreferenten vom Landesverband der Sinti Niedersachsen ins Seminar eingeladen – und haben sein Angebot gerne angenommen, die Wanderausstellung in der Universität zu zeigen. Das Seminarkonzept wurde angepasst und Studierende haben Führungen und Workshops zur Ausstellung konzipiert. So können sie die im Seminar erworbenen Kenntnisse praktisch einbinden“, sagt Georgi. „Wir freuen uns sehr über diese Gelegenheit, ein gesellschafts- und bildungspolitisch wichtiges Thema in die Öffentlichkeit tragen zu können.“

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 30. Mai, von 14:00 bis 15:00 Uhr vor dem Audimax auf dem Hauptcampus der Universität eröffnet. Grußworte sprechen Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich und Daniel Strauß, Vorsitzender des Landesverbandes der Sinti und Roma Deutschland sowie Douglas Laubinger, Vorsitzender der Sinti Gemeinde Niedersachsen. Prof. Dr. Viola B. Georgi erklärt wie sich die Studierenden im Seminar mit dem Thema befasst haben. Kurator Boris Erchenbrecher führt in die Konzeption der Ausstellung ein. In einem Gastvortrag spricht Markus End, Antiziganismusforscher, Berlin, über „Antiziganismus in Vergangenheit und Gegenwart“. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Kontakt bei Rückfragen: Prof. Dr. Viola B. Georgi, Professur für Diversity Education, Zentrum für Bildungsintegration – Diversität und Demokratie in Migrationsgesellschaften, Universität Hildesheim

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Pressemeldungen Allg. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration