„Die größten Hindernisse waren die eigenen Gedanken.“

Derya Akdağ, 1975 geboren, 2008 bis 2012 Studium an der Universität Hildesheim, danach Lehrerin und Beraterin für Sprach- und Interkulturelle Bildung bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde.

Meine Eltern kamen als Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland. Ich habe sechs ältere Brüder und bin die Einzige aus der Familie, die hier geboren wurde. Nach mehreren Jahren Arbeit in verschiedenen Berufen begann ich zu studieren, mit 32 erst, Lehramt auf Grund-, Haupt- und Realschule mit den Fächern Englisch und Sachunterricht. Vor dem Studium hatte ich einen Realschulabschluss, eine Ausbildung, die Fachhochschulreife. Über ein Bildungswerk holte ich mein Abitur nach und bestand die Aufnahmeprüfung an der Uni Hildesheim. Ich wollte Lehrerin werden, andere und mich bereichern. Aber der Weg war schwer, die Angst groß, dass ich es nicht schaffe – die Hausarbeiten, die Prüfungen. Also heftete ich mir einen Zettel an den Kühlschrank, drei Worte standen darauf: „Ich werde Lehrerin.“ Daneben kam ein Bild mit Mama und Papa, die ganz stolz waren, dass ich das machen wollte. Als ich mal aufgeben wollte, sagte mein Vater: „Wenn es einfach wäre, dann würde es ja jeder machen. Wichtig ist doch, das Schwere zu bestehen.“ Meinen Schülern heute sage ich: „Wenn ihr etwas wollt, dann müsst ihr dranbleiben!“