Master Lehramt (GHR 300)

Das vom nds. Landtag bereits 2009 beschlossene Reformprojekt GHR 300 bedeutet, dass im Lehramtsstudium durch den Polyvalenten Zwei-Fächer-Bachelor mit 180 Leistungspunkten in 6 Semestern und im Master of Education mit 120 Leistungspunkten in 4 Semestern insgesamt 300 Leistungspunkte in 10 Semestern erreicht werden. Studienelemente wie die Praxisphase mit integriertem Praxisblock (18-wöchiges Langzeitpraktikum) zielen zum einen auf eine stärkere Verzahnung von wissenschaftlicher Theorie und schulischer Praxis ab und bieten wie das Projektband mehr Raum für forschendes Lernen.

Praxisphase und Praxisblock

Praxisphase GHR 300

Die Praxisphase beginnt im Wintersemester mit einem an der Universität Hildesheim stattfindenden Vorbereitungsseminar. Es folgt der ab Anfang Februar (genauer Beginn variiert in Abhängigkeit vom jeweiligen Datum der Sommerferien) für einen Zeitraum von 18 Wochen dauernde Praxisblock an den Partner-Schulen, der durch ein universitäres Begleitseminar unterstützt wird. Mit einem am Ende des Sommersemesters oder zu Beginn des Wintersemesters stattfindenden Nachbereitungsseminar endet die Praxisphase. Die personelle Struktur in der Praxisphase wird in Tandems organisiert: in Lehrendentandems und Studierendentandems. Parallel zur Praxisphase findet das sog. Projektband statt.

Der Praxisblock

Hinter dem Praxisblock verbergen sich 18 Wochen, die die Studierenden in kleinen Gruppen von zwei (Tandems) oder drei (Tridems) Personen an einer Schule verbringen. Der Praxisblock beginnt ab Anfang Februar zunächst mit zwei Wochen Hospitation. In den folgenden 16 Wochen verbringen die Studierenden an drei Tagen pro Woche ca. 15 Zeitstunden an der Schule und lernen in dieser Zeit alle Facetten des Schullebens kennen: Klassenleiterstunden, Pausenzeiten, Projekttage, Schulfeste, Klassenfahrten, Beratungen, Konferenzen sowie selbst gestalteten – aber nicht eigenverantwortlichen – Unterricht (etwa 2 Stunden pro Fach und Woche). Dabei kann es sich um einzelne Sequenzen handeln, die von den Studierenden allein oder auch im Team vorbereitet, durchgeführt und nachbereitet werden. Einmal während des Praxisblocks sollte jede/r Studierende in jedem Fach eine längere Unterrichtseinheit selbstständig durchführen. Ansprechpartner_innen vor Ort sind die Mentoren, hinzu kommt die Betreuung durch das Lehrendentandem. Der Praxisblock endet mit dem Beginn der Sommerferien.

Praxisblock: Verteilung an die Praktikumsschulen

Die Zuteilung der Praktikumsplätze ist zum Beginn des Wintersemesters abgeschlossen, um allen Beteiligten Planungssicherheit zu geben. Dabei sind zum einen die konkreten Möglichkeiten der Schulen vor Ort (Fächerangebot, Mentor_innen, Schulorganisation) zu berücksichtigen. Zum anderen sollen gute Bedingungen sowohl für die Studierenden (Fahrtwege, Berücksichtigung von Härtefällen) als auch für die Lehrenden (Koordinierung der Betreuung, Fahrtwege) erreicht werden. Regionale Besonderheiten, bestehende Kontakte und die verschiedenen Perspektiven der Beteiligten sollen soweit wie möglich berücksichtigt werden.

Lehrtandems

Ermöglicht wird die Theorie-Praxis-Verzahnung in der drei Semester umfassenden Praxisphase durch den Einsatz von Lehrtandems. Gemeinsam gestalten Lehrende der Universität und Lehrbeauftragte in der Praxisphase (LiPs) zum einen die den Praxisblock vor- und nachbereitenden Seminare. Zudem betreuen sie die Studierenden auch während des Praxisblocks durch Vor-Ort-Besuche und eine universitäre Begleitveranstaltung.

Bei den Lehrbeauftragten in der Praxisphase handelt es sich entweder um Fachseminarleiter oder aber um in der Lehrerausbildung erfahrene Lehrkräfte. Somit wird eine enge Zusammenarbeit mit den Studienseminaren der Region ermöglicht, die zudem dazu beiträgt, dass Aspekte der zweiten Ausbildungsphase in Konzept und Umsetzung der Praxisphase mit einfließen. Dennoch ist das Master-Studium kein vorgezogener Vorbereitungsdienst, denn es dient neben der Praxiserfahrung ebenso der wissenschaftlichen Qualifikation der Studierenden. Hierfür steht das Projektband.

Ein Lehrtandem besteht aus einem Fachdidaktiker/einer Fachdidaktikerin der Universität und einem Studienseminarleiter/einer Studienseminarleiterin oder einer anderen Lehrperson aus der Schulpraxis. Die Lehrtandems begleiten die Studierenden durch die gesamte Praxisphase, d. h. die Seminare, Vorbereitung, Begleitung, Nachbereitung) werden im Tandem abgehalten. Zudem betreuen diese Lehrendentandems die Studierenden auch im Praxisblock. Studierende bewältigen die Praxisphase ebenfalls in (Studierenden-)Tandems und haben sinnvollerweise dieselbe Fächerkombination. Mit Hinblick auf die Möglichkeiten der Schulen vor Ort und die Fächerkombinationen der Studierenden ist auch die Bildung von Tridems möglich. Studierende in einem Tridem haben mit jedem/r ihrer beiden Partner_innen genau ein gemeinsames Fach. Jede/r Studierende wird von einer/m Mentor/in pro Fach betreut.

Projektband

Der Erwerb vertiefter Methodenkenntnisse, die Bearbeitung eines eigenen Projekts, die Präsentation der Ergebnisse und eine ausführliche Projektdokumentation fördern die forschungsbezogenen Kompetenzen der Studierenden, die sie in ihrer Masterarbeit (die sich ggf. aus dem Projektband heraus entwickeln lässt) dann erneut unter Beweis stellen können. Fachwissenschaftliche, fachdidaktische, pädagogische und psychologische Lehrveranstaltungen sowie ein Optionalbereich zum Erwerb von Schlüsselkompetenzen runden das Curriculum der viersemestrigen Masterstudiengänge „Lehramt an Grundschulen“ und „Lehramt an Haupt- und Realschulen“ ab.

Das Projektband  verläuft parallel zur Praxisphase und wird durch Lehrende der Universität Hildesheim betreut. Beginnend mit einem Vorbereitungsseminar im Wintersemester, das der Themenfindung dient, wird die Zeit im Praxisblock zur Durchführung eines Projektes genutzt, das in der Regel einen Bezug zum Themenkreis Schule und Unterricht aufweist.

Ziele

Mit dem Projektband soll das forschende Lernen in die Lehramtsausbildung implementiert werden. Forschendes Lernen zielt darauf, Kenntnisse und Erfahrungen im wissenschaftlichen Arbeiten zu fördern und zu vertiefen, indem Praxis und Theorie, Handeln und Reflexion unmittelbar aufeinander bezogen werden. Aus den Projektfragestellungen kann ggf. die Masterarbeit hervorgehen.

Ablauf

Das Projektband beginnt mit der „Projektbörse“, die im Rahmen der Einführungswoche zum Wintersemester stattfindet. Diese Veranstaltung dient zum einen der Vorstellung möglicher Projektthemen und der Vorstellung der Ergebnisse des vorherigen Projektbandes (dann wird die Nachbereitungsveranstaltung mit der Präsentation auf der Projektbörse eingeleitet).

Anmeldeverfahren

Das Anmeldeverfahren für die Vorbereitungsveranstaltung endet mit der ersten Vorlesungswoche; die Vorbereitungsveranstaltungen selbst beginnen in der zweiten Vorlesungswoche.

Die einzelnen Projektthemen werden in Absprache mit den Lehrenden aus schulischen und unterrichtlichen Kontexten aus den Inhalten der jeweiligen Vorbereitungsveranstaltung (2 SWS) entwickelt. Während der Durchführung der Projekte werden Begleitveranstaltungen angeboten (2 SWS), nach Abschluss findet im Umfang von 2 SWS im dritten Semester semesterbegleitend oder als Blockveranstaltung(en) die Nachbereitung statt.

Berufswissenschaften und Schlüsselkompetenzen

Fachwissenschaftliche, fachdidaktische, pädagogische und psychologische Lehrveranstaltungen sowie ein Optionalbereich zum Erwerb von Schlüsselkompetenzen runden das Curriculum des Masterstudiengangs Lehramt an Grundschulen (M.Ed.) oder Lehramt an Haupt- und Realschulen (M.Ed.) ab.

Überblick: Studienumfang