Keynotes

Leibniz-Institut für Wissensmedien (Tübingen), Arbeitsgruppe Multiple Repräsentationen

Katharina Scheiter ist Leiterin der Arbeitsgruppe Multiple Repräsentationen am Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM) und W3-Professorin für Empirische Lehr-Lernforschung an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Mit ihrer Arbeitsgruppe untersucht sie Grundlagen des Lernens aus multiplen Repräsentationen, Maßnahmen zur Unterstützung entsprechender Lernprozesse sowie Konzepte für die Integration digitaler Medien in den Unterricht. Ergebnisse dieser Forschung fließen unter anderem in die Gestaltung digitaler Schulbücher und tabletbasierter Anwendungen für den Bildungskontext ein. Darüber hinaus ist sie Mitglied des School Boards der für die Lehrerbildung zuständigen Tübingen School of Education und in deren Rahmen auch verantwortlich für das Tübingen digitale Unterrichtslabor (TüDiLab). Hier beschäftigt sich vor allem mit der Frage, über welche professionellen Kompetenzen Lehrkräfte im Hinblick auf den Einsatz digitaler Medien im Unterricht verfügen sollten und wie diese im Rahmen der Lehrerbildung vermittelt werden können. 

Kurzzusammenfassung des Vortrags

Lehren und Lernen mit digitalen Medien  - Illustrationen einer Forschungsagenda

Spätestens die Entscheidung zum DigitalPakt sowie die Notwendigkeit zum „digitalen Home Schooling“ während der Corona-Pandemie hat bei Vertreterinnen und Vertretern der Bildungspraxis und -politik eine intensive Nachfrage an wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Lehren und Lernen mit digitalen Medien erzeugt.

Im Vortrag wird eine Agenda anwendungsorientierter Grundlagenforschung illustriert, die diese Nachfrage adressiert. Dabei wird Forschung zu drei Themenbereichen vorgestellt: (1) die lernförderliche Gestaltung digitaler Medien, (2) die Orchestrierung digitaler Medien im Unterricht sowie (3) die Beschreibung und Förderung digitalisierungsbezogener Kompetenzen von (angehenden) Lehrkräften. Dabei werden sowohl empirische als auch theoretische Desiderata aufgezeigt, die sich unter anderem aus einer fehlenden interdisziplinären Zusammenarbeit relevanter Disziplinen wie Erziehungswissenschaft, Psychologie, Fachdidaktiken und Informatik sowie dem plötzlichen Aktionismus der Bildungspolitik im Bereich der „digitalen Bildung“ ergeben.

 

Technische Universität Kaiserslautern, Fachgebiet Pädagogik

Mandy Schiefner-Rohs ist Professorin für Allgemeine Pädagogik mit Schwerpunkt Schulpädagogik an der TU Kaiserslautern. Zuvor war sie dort Juniorprofessorin für Pädagogik mit Schwerpunkt Schulentwicklung und an verschiedenen (inter-)nationalen Universitäten im Bereich Hochschuldidaktik und e-Learning in Forschung, Lehre und Third Space tätig. Sie promovierte an der Universität der Bundeswehr München mit einer Arbeit zu kritischer Medienkompetenz in der Lehrer*innenbildung. 

Aktuell forscht sie in verschiedenen Projekten an der Schnittstelle von medien- und (hoch-)schulpädagogischen Fragestellungen insbesondere zu Digitalisierung und Medienbildung  in Schule und Hochschule, forschungsorientiertem Lehren und Lernen sowie der Professionalisierung von Lehrer*innen entlang der Lehrer*innenbildungskette. Als Expertin ist Sie immer wieder Teil von Kommissionen und Fachgesprächen zu Digitalisierung und Lehrer*innenbildung.

 

Kurzzusammenfassung des Vortrags

‚Bildung in der digitalen Welt‘ als Teil der Lehrer*innenbildung.
Wegmarken, Baustellen und Stolpersteine in einer Kultur der Digitalität

Nicht erst seit der Corona-Krise prägt der Diskurs um Digitalisierung auch Bildungsfragen. So haben wir während den Schulschließungen gesehen, welche Vorteile und Chancen digitale Medien (nicht nur) in Schulen bieten und wie wichtig engagierte und professionell agierende Lehrer*innen dafür sind. In den Blick gerät daher einmal mehr die Lehrer*innenbildung und die Frage danach, wie diese den Anforderungen von Medienbildung Rechnung trägt. Wie unter einem Brennglas sind in Corona-Zeiten nicht nur die Defizite in der Schule, sondern auch in der Lehrer*innenbildung sichtbar, wenn einzig auf Fragen des Lehrens und Lernens mit digitalen Medien rekurriert wird. Zu fragen ist daher: Was bedeutet eigentlich Medienbildung in der Lehrer*innenbildung? Wo und wie ist sie Teil der Lehrer*innenbildung und welche Implikationen hat dies für Lehrende in der Lehrer*innenbildung? Ausgehend von den Entwicklungen der letzten Monate plädiert der Vortrag dafür, bei all der Euphorie die mit Digitalisierung der Lehrer*innenbildung einhergehenden kritischen Aspekte nicht aus den Augen zu verlieren.