Aktivitätsbericht SELF-le@rning 04/22 – 04/23

Nicht nur durch die Corona-Pandemie wurde deutlich, dass neue Formen des Lehrens und Lernens in den Universitäten benötigt und erwünscht ist. Ein weiterer Grund sind veränderte Präferenzen der Studierenden für Ihr Studium, wie das duale Studium oder internationale Studiengänge. Die Studierenden wünschen ein dynamische nicht an den Standort gebundenes Studium, sowie die Möglichkeit das Lerntempo ihren eigenen Bedürfnissen anpassen zu können. Dies wird ebenfalls deutlich durch alternative Lernplattformen (z.B. Udacity) und die steigende Anzahl an erworbenen Online-Studienabschlüssen [1] sowie deren Anerkennung durch marktführende Firmen (z.B. Google).

Die SELF-le@rning online Lernplattform soll durch optimierte und innovative Lernkonzepte die Bedürfnisse der heutigen Studierenden, Arbeitseinsteiger:innen und den Fortbildungswünschen von Berufstätigen an das erfolgreiche Lernen erfüllen. Das Material wird online in Form von videogestützten und textbasierten Lerneinheiten für die Studierenden zur Verfügung gestellt. Die Lehrenden werden durch Plattformfunktionen bei der Erstellung von Lernmaterial unterstützt, indem Lernstrategien bzw. Techniken integriert werden (z.B. Aktivierungsfragen, Aufnahme von Wissen durch Wiederholung, Fragen zur Lernzielkontrolle).

Zusätzlich zu inhaltlichen Themen werden Lerntechniken und -strategien für das selbstregulierte Lernen ebenfalls als eigene Module zur Verfügung gestellt. Die Studierenden sollen die Möglichkeit haben durch die Erfahrungen mit der Selbstlern-Plattform ihr eigenes Lernverhalten zu reflektieren und anzupassen.

Die Lerneinheiten sollen auf eine Zeitspanne von weniger als 15 Minuten ausgerichtet werden, um den Studierenden eine dynamische Zeiteinteilung zu ermöglichen, wie zum Beispiel drei Lerneinheiten in einer freien Stunde zwischen zwei Vorlesungen oder eine Lerneinheit im Zug.

Die Plattform soll auf das Vorwissen, die erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen der unterschiedlichen Nutzerinnen und Nutzer eingehen, Wissenslücken identifizieren und die Studierenden bei der Auswahl der Lerneinheiten unterstützen. 

Die folgenden Kernkonzepte werden in die SELF-le@rning Plattform integriert:

  • Nanomodule: Abgeschlossene kleine Lerneinheiten beschränkt auf 15 Minuten.
  • Didaktische Konzepte: Des Weiteren sollen innovative didaktische Konzepte integriert werden, um den Studierenden eine individualisierte Unterstützung ihrer Lernstrategien zu bieten.
  • Individuelle Lernpfade: Durch unterschiedliches Vorwissen soll ein individueller Lernpfad für die Studierende erstellt werden, um Stärken und Schwächen zu analysieren und einen persönlichen Lernplan zu ermöglichen. 

Für die Realisierung der SELF-le@rning Plattform wurden die folgenden Ergebnisse in dem Bereichszeitraum erreicht:

  • Die beteiligten Arbeitsgruppen haben unter ihren Studierenden Befragungen bezüglich des Lernverhaltens durchgeführt. Hierbei wurden insbesondere kurze Lerneinheiten (< 15 Min.) nachgefragt.
  • Die Selbstlernplattform wurde mit initialen Funktionen entwickelt und veröffentlicht: https://www.uni-hildesheim.de/selflearn/.Diese wird im Verlauf das Projekts weiterentwickelt.
  • Nanomodule und deren Bestandteile (wie z.B. MC-Fragen, Erklärfilme/Videos) wurden z.T. unter Beteiligung von Studierenden von den drei Fachbereichen (Informatik, Mathematik, Psychologie) entwickelt. 
  • Für die Entwicklung der Lerneinheiten wurden ein Konzept für ein didaktisch-fundiertes [2] Vorgehen zur Erstellung von Nanomodulen bereitgestellt. Ebenfalls wurde ein Konzeptpapier zur Erstellung von Erklärvideos entwickelt.
  • Die bereitgestellte initiale SELF-le@rning Plattform enthält 9 nanomodulbasierte Kurse für die insgesamt 361 teils unvollständige Nanomodule und 331 Aufgaben (z.B. in den verschiedenen Lernzielstufen: erinnern, verstehen und anwenden) zur Lernkontrolle erstellt wurden.  Die Pilotierung erfolgt ab Sommersemester 2023 und soll durch das Studierenden-Feedback weiterentwickelt werden.
  • Andauernde Integrationsmaßnahmen um die nanomodulbasierte Selbstlernplattform in die Systemlandschaft der Universität Hildesheim (Moodle, universitätsweite Benutzerkennungen) zu integrieren. Ziel ist die Minimierung des Verwaltungsaufwands sowie die Minimierung der Einstiegshürden für Studierende und Lehrende.

Die nächsten Schritte für den kommenden Berichtszeitraum:

  • Rollout Selbstlernplattform, durch die Integration weiterer Funktionen (z.B. individueller Lernpfad) und 
  • Integration in Vorlesungen beteiligter Fachbereiche und Kooperationspartner. 
  • Erstellung von einem Transfer-Konzept für den Wissenstransfer.
  • Erfassung weiterer Anforderungen an die Plattform von Studierenden und Lehrenden, die während der Nutzung der Plattform entstehen. Weiterentwicklung der Fragemodalitäten (Aktivierungsfrage - selektive Frage zu den Antwortalternativen - MC-Frage) zu den Nanomodulen.
  • Entwicklung eines Lerntagebuchs
  • Möglichkeiten spezifischer Selbsttests, in den verschiedenen Lernzielstufen oder thematischen Inhalten 
  • Entwicklung eines Evaluationskonzepts
  • Entwicklung eines Moduls zu Lernstrategien und -techniken in der Struktur der Nanomodule
  • Verknüpfung der bearbeiteten Nanomodule mit dem Lerntagebuch und ggf. den Inhalten der anderen Fachbereiche (bspw. Medieninformatik-Inhalte mit Wahrnehmungsinhalten)

[1] Lager, S. (2020). Major Milestone! Udacity Reaches 100,000 Alumni. Online www.udacity.com/blog/2020/03/udacity-reaches-100k-alumni.html [Verifizierungsdatum 12.05.2023] 

[2] Enders, N. & Aßmann, M. (2017). Semesterbegleitende Aufgaben. In J. Gerick, A. Sommer & G. Zimmermann (Hrsg.), Kompetent Prüfungen gestalten. 53 Prüfungsformate für die Hochschullehre (S. 216–219). Stuttgart: UTB.