Universität Hildesheim - Meldungen https://www.uni-hildesheim.de/ Meldungen der Universität Hildesheim de-de Stiftung Universität Hildesheim Thu, 27 Feb 2020 21:38:12 +0100 Thu, 27 Feb 2020 21:38:12 +0100 TYPO3 EXT:news news-18386 Thu, 27 Feb 2020 13:00:00 +0100 Coronavirus: Informationen und wichtige Hinweise https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/coronavirus-informationen-und-wichtige-hinweise/ Bitte beachten Sie die folgenden Informationen und wichtigen Hinweise über das Coronavirus SARS-CoV-2 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Aktualisierung vom 27.02.2020

Mittlerweile hat sich das Virus über Asien hinaus verbreitet. Infektionen wurden auch in Europa nachgewiesen. Die Entwicklung in Deutschland ist sehr ernst zu nehmen. Die Hochschulleitung appelliert an alle Mitglieder der Universität, Reisen in Regionen, in denen sich das Virus vermehrt nachweisbar ausbreitet, sorgsam abzuwägen. Hinweise der zuständigen Stellen (v.a. Auswärtiges Amt, RKI) sind unbedingt zu beachten, ihre Verhaltenshinweise sind verantwortungsvoll zu befolgen.

Gleichzeitig verurteilt die Hochschulleitung die Diskriminierung von Menschen, die aus Asien stammen.
Das Präsidium unterstützt den Appell des Center for World Music.

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Informationen über das SARS-CoV-2 vom Robert Koch-Institut (PDF)

Schreiben des Universitätspräsidenten vom 4. Februar 2020:

Schreiben des Universitätspräsidenten vom 4. Februar 2020 (PDF)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie allgemein bekannt, ist seit Dezember 2019 ausgehend von der Stadt Wuhan in China eine Lungenerkrankung, das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2), aufgetreten, die sich seit Januar 2020 in anderen Ländern ausbreitet. Das Robert Koch-Institut gibt an, dass die Übertragung von Mensch zu Mensch möglich ist. Es besteht das Risiko, dass Menschen bereits in der Inkubationszeit (momentan wird von bis zu 14 Tagen Inkubationszeit ausgegangen) ansteckend wirken. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die Provinz Hubei in China. Die WHO hat am 30. Januar einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Die WHO, das Auswärtige Amt und das Robert Koch-Institut informieren über die Situation. Sie liefern Verhaltenshinweise für Reisen nach und Studienaufenthalte in China sowie für Ausreisende, denen unbedingt Folge zu leisten ist. Weitere Informationen finden Sie u. a. hier:

https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html

https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/-/2296762

Mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen rate ich dringend bis auf Weiteres von Dienstreisen oder Studienaufenthalten in China ab. Beschäftigte oder Studierende, die sich kürzlich in China aufhielten, sind aufgefordert, die Verhaltensempfehlungen der o. g. Institutionen zu beachten und sie verantwortungsvoll zu befolgen. Mögliche Symptome sind zu beachten, ggf. Betroffene sollten sich schnellstmöglich mit ihrem Hausarzt in Verbindung setzen. Ich bitte um Ihre Unterstützung.

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Pressemeldungen
news-18451 Wed, 12 Feb 2020 09:24:00 +0100 Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten an der Stiftung Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/leitlinien-zum-umgang-mit-forschungsdaten-an-der-stiftung-universitaet-hildesheim/ Die “Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten an der Stiftung Universität Hildesheim” wurden am 05.02.2020 von der Erweiterten Hochschulleitung verabschiedet und bieten den Forschenden der SUH einen Orientierungsrahmen, der Transparenz, Klarheit und Unterstützung im Umgang mit Forschungsdaten schafft. Anlass für diese Leitlinien sind insbesondere die Anforderungen von Forschungsförderern wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Bundesministerium für Bildung und Forschung oder die Europäische Union zum Umgang mit Forschungsdaten.

Im Sinne von Open Science und Open Access fördern die neuen Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten die Transparenz von Wissenschaft und Forschung ebenso, wie die Leitlinien der Stiftung Universität Hildesheim zum Open Access-Publizieren. Zudem tragen sie dazu bei, die jüngst von 160 internationalen Universitäten unterzeichnete Sorbonne-Erklärung zum Zugang zu Forschungsdaten nach dem Prinzip FAIR (findable, accessible, interoperable, reusable) auch an der SUH zu realisieren.

Download "Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten an der Stiftung Universität Hildesheim in der Fassung vom 05.02.2020" (PDF)

 

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Forschung Pressemeldungen Startseite Studierendenportal Personalportal
news-18296 Wed, 05 Feb 2020 11:53:00 +0100 40 Jahre Hildesheimer Übersetzungswissenschaft: „Unser gesamter globalisierter Alltag ist stark durchdrungen von Übersetzungen“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/40-jahre-hildesheimer-uebersetzungswissenschaft-unser-gesamter-globalisierter-alltag-ist-stark-durc/ Das Übersetzerstudium in Hildesheim wird in diesem Jahr 40 Jahre alt. „Unser gesamter globalisierter Alltag ist stark durchdrungen von Übersetzungen, selbst wenn es uns häufig gar nicht mehr auffällt“, sagt Professorin Bettina Kluge über die Leistung von Übersetzerinnen und Übersetzern in unserer heutigen Gesellschaft. Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Das Übersetzerstudium in Hildesheim wird in diesem Jahr 40 Jahre alt. „Unser gesamter globalisierter Alltag ist stark durchdrungen von Übersetzungen, selbst wenn es uns häufig gar nicht mehr auffällt: im Kino laufen viele Hollywoodfilme – fast immer als Synchronisation. Im Supermarkt sind viele Produkte importiert, und die Inhaltsangaben und Rezeptvorschläge auf der Verpackung sind häufig Übersetzungen, ebenso die Bedienungsanleitungen unserer Smartphones, Musikanlagen, Autos, Möbel und Kleidung“, sagt Professorin Bettina Kluge über die Leistung von Übersetzerinnen und Übersetzern in unserer heutigen Gesellschaft. Kluge forscht und lehrt am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim.

Am Bühler-Campus in Hildesheim bildet die Universität Übersetzerinnen und Übersetzer zum Beispiel im Bachelorstudiengang „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ aus. Die Studierenden lernen etwa, Filme, Literatur und technische Benutzerhandbücher sowie Bedienungsanleitungen zu übersetzen.

Zum Studium gehört ein Auslandsaufenthalt. „Nach einem Jahr schicken wir den gesamten Jahrgang ins Ausland. Die Studentinnen und Studenten bekommen so ein noch besseres Gefühl für die Sprache, und ebenso für die Kultur des Gastlandes. Zudem erweitern sie ihren Wortschatz im Alltag enorm“, so Kluge. Die Universität kooperiert mit Partnerhochschulen, zum Beispiel in Alicante, Madrid, Murcia und Barcelona in Spanien, in Paris, Clermont-Ferrand, Pau und Tours in Frankreich sowie in Irland, Finnland, Belgien, in der Türkei, Indien, Kolumbien und Mexiko.

Die Resultate maschineller Übersetzungen werden zwar immer besser, Humor und Ironie werden aber von vielen Übersetzungsprogrammen oft nicht erkannt, sagt Professorin Bettina Kluge

Ob sie Sorge habe, dass die Arbeit eines Übersetzers eines Tages von Maschinen übernommen wird? Übersetzerinnen und Übersetzer werden auch in Zukunft weiterhin gebraucht, sagt Bettina Kluge. Zwar werden die Resultate maschineller Übersetzungen immer besser, aber menschliche Übersetzer berücksichtigen stärker den Kontext, in dem ein Wort auftaucht, inklusive Groß- und Kleinschreibung. Viele Übersetzungsprogramme tun das immer noch nicht, so Kluge. Auch Humor und Ironie werden von Übersetzungsprogrammen oft nicht erkannt – gerade deswegen wird die audiovisuelle Übersetzung von Spielfilmen wohl noch lange ein Arbeitsfeld für menschliche Übersetzer sein, wenn auch mit maschineller Unterstützung.

Begonnen hat die Hildesheimer Übersetzungswissenschaft vor 40 Jahren im Wintersemester 1979/80 mit dem Diplomstudiengang „Fachübersetzen Technik“, der später umbenannt wurde in „Internationale Fachkommunikation“. Ende der 1990er Jahre wurde aus dem Diplomstudiengang der Bachelorstudiengang „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ (IKÜ, angelaufen im Wintersemester 1999/2000) sowie der Masterstudiengang „Internationale Fachkommunikation - Sprachen und Technik“ (SuT, angelaufen im Wintersemester 2001/2002) entwickelt.

„Wir waren deutschlandweit der erste übersetzungswissenschaftliche Studiengang, der auf das Bachelor-Master-System umstellte, akkreditiert im Jahr 2000“, so Bettina Kluge.

Hildesheimer Übersetzungswissenschaft: Über 2000 Absolventinnen und Absolventen sind bundesweit tätig

Über 2.000 Absolventinnen und Absolventen haben in den vergangenen Jahren die Universität Hildesheim verlassen und sind heute deutschlandweit als Übersetzerinnen und Übersetzer tätig.

„Wir haben von Anfang an immer in engem Kontakt zur Berufspraxis und zu unseren Absolventinnen und Absolventen gestanden und versucht, neue Erkenntnisse in unser Curriculum einfließen zu lassen“, sagt Gerald Kreißl über den Wandel des Übersetzerstudiums. Gerald Kreißl war seit 1982 an der Universität Hildesheim in der Übersetzungswissenschaft als Dozent tätig und ist Ende November 2019 in Rente gegangen.

Das Besondere an der Hildesheimer Übersetzungswissenschaft beschreibt Professorin Bettina Kluge so: „Lange Jahre war die Verbindung von Fachübersetzen mit Technik einmalig – unsere Studierenden mussten nicht nur wie an anderen Standorten einige wenige Lehrveranstaltungen Technik besuchen, sondern erwarben ein sehr vertieftes technisches Verständnis. Der Anteil von Technikveranstaltungen am Stundenplan ist vor allem im Masterstudium 'Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik' noch immer sehr ausgeprägt. Unsere Absolventinnen und Absolventen verstehen daher die technische Seite sehr gut und können insofern zum Beispiel Fehler in zu übersetzenden Bedienungsanleitungen erkennen und beheben. Sie verbinden das technische Grundverständnis mit dem Gefühl für Sprachen“, so Professorin Bettina Kluge.

Seit Anfang der 2010er Jahre hat die Universität Hildesheim ihr Angebot in den Übersetzungswissenschaften erweitert, etwa mit dem Masterstudiengang „Medientext und Medienübersetzung“, dem bundesweit ersten Studiengang, der das audiovisuelle Übersetzen im Fokus hat. Ein weiteres Hildesheimer Alleinstellungsmerkmal ist der Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“ (seit dem Wintersemester 2018/19), der erste seiner Art in Deutschland.

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Übersetzungsstudiengänge

Die Feierstunde anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Hildesheimer Übersetzungswissenschaften fand am Freitag, 24. Januar 2020, am Bühler-Campus der Universität Hildesheim statt. Grußworte sprachen unter anderem Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich und Prodekan Professor Stephan Schlickau.

In Workshops gaben Fachleute am Bühler-Campus Einblicke in die Übersetzungswissenschaft, von einer Einführung in memSource über die Übersetzung von Humor, Höflichkeitsformen sowie Kulturspezifika bis zu kurzen Einführungen in das Untertiteln und Synchronisieren. Parallel informierte die Universität über die übersetzungswissenschaftlichen Studiengänge. Studieninteressierte können sich informieren und ihre Fragen stellen. Zudem stellten langjährige Kooperationspartner ihre Arbeit vor, unter anderem der NDR, die Übertitelungsfirma Panthea sowie die Berufsverbände BDÜ und ADÜ.

Abschließend diskutierten Expertinnen und Experten über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Übersetzungsstudiengänge, die derzeit einen großen Umbruch erleben, nicht zuletzt durch die maschinelle Übersetzung und eine zunehmend arbeitsteilige, eng vernetzte Arbeitsweise. Die Diskussion wurde moderiert von Professor Klaus Schubert. Es diskutierten Studierende, Absolventinnen und Absolventen und Jean Nitzke, die derzeit als Vertretungsprofessorin in Hildesheim lehrt und forscht. Die Universität erwartete zur öffentlichen Veranstaltung etwa 100 bis 200 Teilnehmer, darunter viele Ehemalige.

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Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Pressemeldungen
news-18348 Wed, 05 Feb 2020 11:30:00 +0100 Erforschung und Gestaltung der deutschen Migrationsgesellschaft / Fünf Jahre Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/erforschung-und-gestaltung-der-deutschen-migrationsgesellschaft-fuenf-jahre-zentrum-fuer-bildungsint/ Forschung kann einen Beitrag zur empirischen Aufklärung politischer Herausforderungen in der Migrationsgesellschaft leisten. Am „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“ der Universität Hildesheim forschen und lehren seit 2014 Expertinnen und Experten zu Schlüsselfragen der Einwanderungsgesellschaft. Am Mittwoch, 29. Januar 2020, feiert das Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim sein fünfjähriges Bestehen.

„Die aktuellen Ergebnisse von PISA dokumentieren, dass das wichtigste Ziel der Bildungspolitik der vergangenen Jahre verfehlt wurde. Denn der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzentwicklung konnte in Deutschland nicht weiter abgebaut werden. Immer noch ist der Bildungserfolg in Deutschland stark von den sozioökonomischen Umständen des Aufwachsens und damit vom Elternhaus abhängig. Hier sind Kinder aus Einwandererfamilien besonders betroffen, weil sie oft sozio-ökonomisch benachteiligt sind. Die Erforschung von Bildungsungleichheit und die Schaffung von mehr Bildungsgerechtigkeit bleiben daher im Fokus der Forschung am Zentrum für Bildungsintegration", sagt Professorin Viola B. Georgi. Die Erziehungswissenschaftlerin ist Expertin für Fragen der Bildung in der Einwanderungsgesellschaft und leitet das Forschungszentrum.

Vor fünf Jahren hat das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“ mit der Förderung durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur seine Arbeit aufgenommen. Durch Forschung, Lehre und Transfer konnten seither wichtige Impulse für die Erforschung und Gestaltung der deutschen Migrationsgesellschaft gegeben werden.

Im Fokus der Forschung stehen unter anderem interkulturelle Schul- und Unterrichtsentwicklung, Mehrsprachigkeit, Bildungsungleichheit, historisch-politisches Lernen, Bildungsmedien, kommunale Integrationspolitik, kulturelle Bildung, Integration durch Sport und transkulturelle Musikbildung.

Zur Arbeit des Zentrums gehören Forschungs- und Transferprojekte mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern, ein Promotionskolleg, Tagungen, Publikationen und die Lehre im Bereich Migration und Partizipation. Vielfältige Kooperationen mit wissenschaftlichen, politischen, zivilgesellschaftlichen und kulturellen Akteuren haben das Zentrum zu einer wichtigen Plattform für Forschung und Austausch zu Chancengerechtigkeit und Teilhabe in der deutschen Migrationsgesellschaft gemacht. 

15 Doktorandinnen und Doktoranden befassen sich im Rahmen des „Promotionskollegs Bildungsintegration“ in ihren Dissertationen mit wichtigen bildungspolitischen Fragestellungen der Migrationsgesellschaft.

Die Feierstunde beginnt am Mittwoch, 29. Januar 2020, um 16:00 Uhr im Atrium im Forum am Universitätsplatz. Professorin Naika Foroutan hält den Festvortrag „Die postmigrantische Gesellschaft. Ein Versprechen der pluralen Demokratie“. Naika Foroutan ist Professorin für Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik an der Humboldt-Universität zu Berlin,  Direktorin des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) und Leiterin des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) e.V.

Stellungnahme von Prof. Dr. Viola B. Georgi, Direktorin des Zentrums für Bildungsintegration:

„In Sachen Bildungsintegration bleibt viel zu tun. Wir sind noch lange nicht am Ziel“

„Die aktuellen Ergebnisse von PISA dokumentieren, dass das wichtigste Ziel der Bildungspolitik der vergangenen Jahre verfehlt wurde. Denn der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzentwicklung konnte in Deutschland nicht weiter abgebaut werden. Immer noch ist der Bildungserfolg in Deutschland stark von den sozioökonomischen Umständen des Aufwachsens und damit vom Elternhaus abhängig. Hier sind Kinder aus Einwandererfamilien besonders betroffen, weil sie oft sozio-ökonomisch benachteiligt sind. Die Erforschung von Bildungsungleichheit und die Schaffung von mehr Bildungsgerechtigkeit bleiben daher im Fokus der Forschung am Zentrum für Bildungsintegration.

Unsere Demokratie steht auf dem Prüfstand. Wir beobachten eine zunehmende politische und gesellschaftliche Polarisierung. Populistische Parteien und nationalistische Bewegungen verstärken diese Entwicklung und schüren sämtliche Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die immer häufiger auch in Hasskriminalität übersetzt wird. Wir stehen vor einer schwierigen und komplexen Aufgabe und haben viel zu tun, wenn es um den Erhalt unserer Demokratie, die Achtung der Menschenrechte und die Wertschätzung und Akzeptanz von Diversität geht. Politische Debatten, besonders zum Thema Migration und Integration, werden verschärft geführt und verschiedene gesellschaftliche Gruppen und soziale Milieus stehen zunehmend gegen- oder nebeneinander. Hier wird besonders deutlich spürbar, dass dem Politischen nicht hintergehbare Momente des Dissenses innewohnen, die sich nicht auflösen lassen und daher innerhalb einer demokratischen Streitkultur bearbeitet werden müssen. Hierzu wollen wir als ZBI einen Beitrag leisten, innerhalb unserer Hochschule und darüber hinaus.

Intensiv diskutieren wir über die gesellschaftlichen Integrationsprozesse all derjenigen, die seit 2015 als Flüchtlinge anerkannt wurden und damit ein langfristiges Aufenthaltsrecht in Deutschland erhielten. Zentral sind dabei z.B. Fragen nach der gesellschaftlichen Teilhabe, der Ermöglichung vielfältiger Bildungswege, der sprachlichen und beruflichen Weiterqualifikation, der Anerkennung im Ausland erworbener Qualifikationen und der Vermittlung von demokratischen Werten und rechtlichen Grundlagen der deutschen Verfassung. Es geht aber auch darum, Räume für Begegnung und Dialog zu schaffen, in denen die Geschichten, Hoffnungen und Aspirationen der zugewanderten Menschen artikuliert werden können. Das ZBI greift die hieraus erwachsenden Themen auf und übersetzt sie in Forschung, Lehre und Transfer.“

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Fachbereich 1 Allg. Erziehungswissenschaft Zentrum für Bildungsintegration Pressemeldungen Bildungsintegration
news-18418 Tue, 04 Feb 2020 08:48:00 +0100 Klassenklima verbessern und Zufriedenheit der Lehrkräfte erhöhen: KIK-Fortbildung für Klassenlehrkräfte https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/klassenklima-verbessern-und-zufriedenheit-der-lehrkraefte-erhoehen-kik-fortbildung-fuer-klassenlehrkrae/ Die Schaffung eines positiven Klassenklimas ist für den Lernerfolg sowie das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern bedeutsam. Seit mehr als 20 Jahren bietet die Universität Hildesheim unter dem Motto „Kompetent soziales Miteinander gestalten“ die KIK-Fortbildung (Kommunikation – Interaktion – Kooperation) im Auftrag des Niedersächsischen Kultusministeriums in Kooperation mit der niedersächsischen Landesschulbehörde als schulpsychologische Fortbildung an. Die Arbeitsgruppe für Pädagogische Psychologie und Diagnostik unter der Leitung von Professorin Claudia Mähler verantwortet die Fortbildung für Klassenlehrkräfte.

In diesem Jahr starten 70 Klassenlehrkräfte aller Schulformen aus ganz Niedersachsen die eineinhalbjährige Fortbildung zur Kompetenzerweiterung hinsichtlich psychologischer Klassenführung.

Die KIK-Fortbildung bietet durch eine Mischung aus Theorie, praktischer Erprobung und gegenseitiger Hospitation den teilnehmenden Lehrkräften in Gruppen von ca. 12 Personen unter der Leitung von Schulpsychologinnen und Schulpsychologen an 21 Fortbildungstagen und vier Halbwochenkursen die Möglichkeit, pädagogisch-psychologische Inhalte zu vermitteln und in den praktischen Alltag einer Klassenlehrkraft einzubetten. Die stetige wissenschaftliche Evaluation des Projekts durch die Universität Hildesheim konnte zeigen, dass das Klassenklima durch KIK nachhaltig verbessert und die Lehrerzufriedenheit erhöht werden konnten.

Ein Höhepunkt der Fortbildung ist der KIK-Kongress, der am kommenden Freitag, 7. Februar 2020 in Hustedt, Celle stattfinden wird. Mehr als 150 Lehrkräfte aus ganz Niedersachsen folgen in diesem Jahr der Einladung des Instituts für Psychologie der Universität Hildesheim. Die Lehrerinnen und Lehrer starten zu diesem Zeitpunkt die schulpsychologische Fortbildung, sind bereits seit einem Jahr dabei oder frischen ihr Wissen auf.

Entwicklung von Gruppen, Umgang mit Konflikten – Wie kann ein gutes Klassenklima entstehen?

Begrüßt werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Thomas Castens, der im Niedersächsischen Kultusministerium das Referat für Gender und Schulpsychologie leitet. Die Psychologin Dr. Kirsten Schuchardt, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der KIK-Fortbildung, spricht in einem Vortrag über die Herausforderungen und Chancen des Sozialen Klassenmanagements und über die besondere Rolle von Klassenlehrkräften im schulischen Miteinander. Gerade in Zeiten großer Heterogenität ist die Schaffung eines positiven Klimas für den Lernerfolg sowie das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern unabdingbar.

In 24 Workshops erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer während des Kongresses die Möglichkeit, Inhalte der Fortbildung zu erproben und Erfahrungen an ihre Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben.

Lehrkräfte, die bereits seit einem Jahr an der Fortbildung teilnehmen, haben im Vorfeld der Konferenz Workshops zur Verbesserung des Klassenklimas erarbeitet und in ihren jeweiligen Klassen erprobt. Dabei wurden die Lehrkräfte von schulpsychologischen Fachdezernentinnen und Fachdezernenten der Landesschulbehörde, die die Fortbildung durchführen, begleitet.

Für die neu startenden Kolleginnen und Kollegen bietet der KIK-Kongress die Gelegenheit, die Themen, die sie in den nächsten eineinhalb Jahren in der KIK-Fortbildung begleiten werden, kennenzulernen, und einen Eindruck von der praktischen Umsetzung zur Gestaltung des sozialen Miteinanders im Klassenzimmer zu bekommen.

Themen sind hierbei unter anderem die Entwicklung von Gruppen, die Evaluation des Klassenklimas und der Umgang mit Konflikten. Durch diese Art der Wissensvermittlung und praktischen Erprobung erhalten die startenden Lehrkräfte einen ersten Einblick in die Inhalte der KIK-Fortbildung.

Der KIK-Kongress ermöglicht erfahrenen KIK-Lehrkräften außerdem eine Vertiefung ihres Wissens sowie den kollegialen Austausch über die praktische Tätigkeit im Schulalltag.

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Fachbereich 1 Psychologie KIM - Kind im Mittelpunkt Pressemeldungen
news-18427 Tue, 04 Feb 2020 08:42:00 +0100 Ausbildung von Experten für barrierefreie Texte in den audiovisuellen Medien https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/ausbildung-von-experten-fuer-barrierefreie-texte-in-den-audiovisuellen-medien/ Am 13. Februar 2020 findet an der Universität Hildesheim die Tagung „Towards a better understanding“ („Auf dem Weg zu mehr Verständlichkeit“) zu Barrierefreier Kommunikation statt. Bei dieser Veranstaltung werden im Rahmen des Projektes EASIT die Ergebnisse zur Ausbildung von Experten für leicht verständliche Inhalte in audiovisuellen Medien vorgestellt und diskutiert. Das Event richtet sich insbesondere an alle Interessierte aus den Bereichen Übersetzung, Untertitelung, Audiodeskription, Journalismus, sowie Experten aus dem Bereich Leichte Sprache. Auch interessierte Studierende und Gäste sind herzlich willkommen. Der Eintritt zur Tagung ist frei. Es ist aber eine Anmeldung erbeten unter folgenden Link: https://www.uni-hildesheim.de/leichtesprache/veranstaltungen/veranstaltungen/anmeldung-registration/.

„Im EASIT-Projekt arbeiten Experten aus acht nationalen und internationalen Institutionen wie Universitäten, Verbänden und Rundfunkanstalten zusammen“, freut sich Sergio Hernandez, Projektkoordinator für die Universität Hildesheim und Tagungsorganisator. „Die Einbindung der Adressaten/Zielgruppe sorgt zusätzlich dafür, dass die erarbeiteten Theorien auch in der Praxis Bestand haben können“, so Hernandez weiter.

EASIT steht für „Easy Access for Social Inclusion Training“, Ausbildung in leichter Zugänglichkeit für mehr Teilhabe. Das durch die EU kofinanzierte Projekt startete am 1. September vergangenen Jahres mit dem Ziel, einen Lehrplan für die Ausbildung von Experten zur Konzipierung leicht verständlicher Texte für Personen mit sprachlich und/oder perzeptiv bedingten Kommunikationseinschränkungen, zu erarbeiten und somit die Produktion von leicht verständlichen Texten zu professionalisieren. Die Festlegung von Standards für den barrierefreien Zugang zu audiovisuellen Inhalten steht hierbei besonders im Fokus.

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Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Leichte Sprache Pressemeldungen
news-18416 Tue, 04 Feb 2020 08:12:00 +0100 Von Bach bis zu freien Improvisationsmomenten: Konzertreihe mit 70 Werkbeiträgen von Studierenden https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/von-bach-bis-zu-freien-improvisationsmomenten-konzertreihe-mit-70-werkbeitraegen-von-studierenden/ Musikerinnen und Musiker der Universität Hildesheim laden im Februar ein zur Konzertreihe „Bühne frei!“. Die drei Konzerte im Roemer- und Pelizaeus-Museum bieten einen Mix aus Klassik, Jazz und Improvisation. Die Musikstudentin Anne Hagenkötter verrät im Interview, wie die Konzertreihe entsteht. Die Konzertreihe endet traditionell zum „Valentinstag“ am 14. Februar 2020. In diesem Jahr organisiert wieder ein studentisches Team des Instituts für Musik und Musikwissenschaft mit dem Musikdozenten Jan Hellwig die Konzertreihe „Bühne frei!“ unter dem Motto „[ˈkɛtˌwɔːk]“, also Catwalk. Entstanden ist eine Konzertreihe mit etwa 70 Werkbeiträgen – von Klassik, Jazz, Klangexperimente bis Rock und Improvisation.

Jedes Konzert ist eine Premiere, Studierende vom ersten Bachelorsemester bis zum letzten Mastersemester zeigen wie vielfältig Klänge produziert werden können und was man aus Instrumenten herausholen kann.

Die Konzerte der Reihe „Bühne frei!“ finden im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim statt. Studierende und Lehrende aller Fachbereiche sowie Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen zur Matinee am 9. Februar 2020 und zum traditionellen „Valentinskonzert“ am 14. Februar 2020.

„Auf dem Kulturcampus kommt man mit allen Leuten in Kontakt, es ist keine anonyme Uni. Man studiert wissenschaftlich, hat aber immer einen Praxisbezug“

Interview mit Musikstudentin Anne Hagenkötter

Anne Hagenkötter studiert am Kulturcampus Domäne Marienburg im Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“. Die 20-Jährige hat Musik als Hauptfach gewählt und ist im ersten Semester zum Studium von Bonn nach Hildesheim gezogen. Sie gehört zum Organisationsteam der Konzertreihe „Bühne frei!“.

Sie studieren im 1. Semester Kulturwissenschaften und organisieren gleich eine Veranstaltungsreihe. Warum haben Sie sich entschieden, da mitzuwirken?

Ich organisiere total gerne Kulturveranstaltungen. Ich habe vor meinem Studium ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur (FSJ Kultur) beim Bundesjugendorchester in Bonn absolviert, das war viel mit Planungen und Vorbereitung von Konzerten verbunden. Ich habe dann im Vorlesungsverzeichnis der Uni gesehen, dass es hier auch so etwas gibt, wo man direkt selber aktiv mit planen kann, so kann ich neben den Vorlesungen auch etwas Praktisches machen und habe ein klares Ziel vor Augen. Während des FSJs habe ich einige Leute getroffen, die mir Hildesheim als Studienort empfohlen haben.

Wie erleben Sie das Studium am Kulturcampus?

Ich bin total glücklich, dass ich in Hildesheim gelandet bin, weil mir die Atmosphäre gefällt. Die Stadt ist klein und überschaubar, auf dem Kulturcampus kommt man mit allen Leuten in Kontakt, es ist keine anonyme Uni wie in Berlin. Man studiert wissenschaftlich, hat aber immer einen Praxisbezug. Man kann richtig viele Sachen ausprobieren, es gibt so viele Angebote. Das ist ein Inspirierender Ort.

Wie organisieren Sie gemeinsam mit dem Musikdozenten Jan Hellwig und Studierenden der Kulturwissenschaften die Konzerte der Reihe „Bühne frei!“? An was müssen Sie alles denken, damit diese professionellen Konzerte am Ende im renommierten Roemer- und Pelizeaus Museum stattfinden können? Das ist ja kein kleiner Raum im Keller der Universität, sondern eine große Bühne – mitten in der Stadt.

Wir treffen uns regelmäßig seit Anfang des Semesters einmal in der Woche. Zwei Stunden besprechen wir uns, tauschen uns aus, finden zunächst Ideen, klären das Thema. Jeder bringt verschiedene Ideen mit ein – wir gehen dann Kompromisse ein und verknüpfen unsere unterschiedlichen Ideen miteinander. Dann fangen wir an, die Musikerinnen und Musiker anzufragen, und werden immer konkreter: Wann beginnen die Konzerte, welche Technik brauchen wir?

Wie viele Musikerinnen und Musiker sind dabei?

Wir führen drei Konzerte auf, pro Konzert gibt es etwa zehn Werkbeiträge, oft auch in größeren Gruppen, auch einmal Ensembles mit sechs Personen, auch Solos. Es nehmen sehr viele Studentinnen und Studenten teil.

Die Konzertreihe ist eine Plattform für Studentinnen und Studenten, die im Museum auch Premieren aufführen?

Der Kerngedanke der Konzertreihe ist, dass wir eine Plattform für Studierende bieten, die hier an der Universität in Hildesheim lernen, damit sie eine Möglichkeit haben, das zu präsentieren, was sie selber schreiben als Singer-Song-Writer, was sie üben im Instrumentalunterricht oder in Bands improvisieren. Wir haben eine riesige Spannbreite mit Werken von Bach bis zu freien Improvisationsmomenten. So bringt jeder mit, womit er sich gerade beschäftigt. Und es gibt Dozentinnen und Dozenten, die begleiten und mitspielen. Ich werde selber auch Klarinette spielen, und mit dem Planungsteam haben wir eine Improvisationsgruppe gegründet, um gemeinsam Musik zu machen – mit Klarinette, Saxophon, Stimme, Gitarre, Klavier und Bass.

Was ist Ihre Motivation?

Tatsächlich mache ich das nicht, um Creditpunkte zu sammeln. Ich habe Freude an der Organisation von Kulturveranstaltungen. Ich mache das für die eigene Erfahrung, im Bereich Kulturmanagement möchte ich später einmal gerne arbeiten.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Über die Konzertreihe: „Es gibt so viele überraschende Talente in der Universität – das ist fantastisch“

Die Konzertreihe managen in diesem Jahr die Studentinnen und Studenten Juli Berwanger, Valentin Graser, Anne Hagenkötter, Luca Johanna Hobusch, Max Krause, Alexander Ströhlein und der Dozent Jan Hellwig (Leitung).       

Seit 24 Jahren finden Konzertreihen wie „Wandelkonzert“ und „Bühne frei!“ im Stadtzentrum statt. Zum 18. Mal die Reihe „Bühne frei“, die 2003 startete. Die damit verbundene Übung bietet Studierenden des Instituts für Musik und Musikwissenschaft die Möglichkeit, die Konzertinhalte zusammenzustellen und die Veranstaltungen zu organisieren.

„Es gibt so viele überraschende Talente in der Universität, die jungen Leute haben immer wieder Lust, aufzubrechen, etwas auszuprobieren und nehmen die Spielgelegenheiten war – das ist fantastisch“, sagt Jan Hellwig. Besonders dankbar ist Jan Hellwig dem Roemer- und Pelizaeus-Museum. „Der Ort macht etwas mit den Musikerinnen und Musikern und den Zuhörern. Das Museum leistet großen Support – vom Empfang bis zur Direktorin – dafür sind wir sehr dankbar.“

Die Konzerte im Überblick:

Unter dem Titel „[ˈkɛtˌwɔːk]  (Catwalk)“ präsentieren Studierende des Instituts für Musik und Musikwissenschaft der Universität Hildesheim wieder Konzertprogramm im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim (Am Steine 1-2, 31134 Hildesheim). Der Eintritt ist frei.

  • 02. Februar 2020, 11:00 Uhr – Roemer-Saal, Matinee

  • 09. Februar 2020, 11:00 Uhr – Schafhausen-Saal, Matinee

  • 14. Februar 2020, 19:00 Uhr – Ausstellungsbereiche / Schafhausen-Saal / Roemer-Saal, Abendkonzert

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Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Pressemeldungen Studierendenportal
news-18389 Tue, 04 Feb 2020 07:12:00 +0100 Theologie: Forschung zum jüdisch-christlichen Dialog https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/theologie-forschung-zum-juedisch-christlichen-dialog/ Der Theologe Professor René Dausner forscht und lehrt am Institut für Katholische Theologie. Das Arbeitsgebiet des Professors umfasst Dogmatik und Fundamentaltheologie. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen der jüdisch-christliche Dialog, die Phänomenologie sowie Theologie und Literatur. Der Theologe hält nun einen Gastvortrag an der Humboldt-Universität zu Berlin. Professor René Dausner hält einen Gastvortrag zum Thema „Zukunftsperspektiven von Nostra aetate. Zur Brisanz und Relevanz des jüdisch-christlichen Dialogs aus katholischer Sicht" in Berlin. Der Vortrag findet am Dienstag, 11. Februar 2020 an der Humboldt-Universität zu Berlin statt.

Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) öffnete sich die katholische Kirche den Diskursen der Moderne und leitete eine theologische Wendezeit ein, deren  Ausgang auch im 21. Jahrhundert noch keineswegs gewiss ist, sagt Professor Dausner. „Nostra aetate" gilt als einer der weltweit am intensivsten rezipierten Texte des Konzils.

Einer der wesentlichen und bis heute nachhaltigsten Richtungsentscheide, der in Artikel 4 des Konzilsdokuments „Nostra aetate“ formuliert wurde, stellt die positive Würdigung und Wertschätzung des Judentums in der Geschichte und auch auch in unserer Zeit dar, so Dausner. „Für die nach-konziliare Theologie ergeben sich aus diesen Vorgaben des jüdisch-christlichen Dialogs zentrale Fragen, deren Bearbeitung einer jeden Generation immer wieder neu aufgegeben ist: Inwiefern ist diese Neubesinnung der katholischen Kirche im Verhältnis zum Judentum theologisch legitimiert? Welche Aufgaben und Herausforderungen stellen sich für Theologie und Kirche im Angesicht des Judentums heute? Auch 55 Jahre nach der Promulgation des Konzilstextes sind diese Fragen für die Theologie zentral und angesichts gesellschaftspolitischer Entwicklungen aktueller denn je.“

René Dausner forscht und lehrt als Professor für Systematische Theologie am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim. Seit 2016 ist Prof. Dausner Mitglied im Gesprächskreis „Juden und Christen“ des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Der jüdisch-christliche Dialog zählt seit Jahren zu einem der zentralen Forschungsschwerpunkte von Professor René Dausner.

Lesen Sie auch:
Theologieprofessor René Dausner: Privataudienz beim Papst

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Fachbereich 1 Katholische Theologie Pressemeldungen
news-18373 Mon, 03 Feb 2020 08:41:00 +0100 IT-Speed Dating: Studierende sammeln Praxiserfahrungen in der regionalen Wirtschaft https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/it-speed-dating-studierende-sammeln-praxiserfahrungen-in-der-regionalen-wirtschaft-1/ Studentinnen und Studenten der Hildesheimer IT‐Studiengänge treffen beim „IT-Speed Dating“ auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus regionalen Unternehmen – und finden passende Praktikumsplätze. Die Universität mit ihren rund 850 IT-Studierenden ist ein wichtiger Partner für die regionale Wirtschaft. Arthika Thambiaiyah studiert an der Universität Hildesheim Wirtschaftsinformatik im dritten Semester und sucht einen Praktikumsplatz. „Von Datenbanken bis Operations Research ist alles denkbar. In meinem Studium der Wirtschaftsinformatik lerne ich viele verschiedene Bereiche kennen – von der Betriebswirtschaftslehre, etwa externes und internes Rechnungswesen, über die Informatik mit Programmierung und Entwicklung von Algorithmen bis zu Wirtschaftsinformatik und Gestalltung von Prozessen. Das Studium ist reizvoll. Ich nutze das IT-Speed-Dating, um den passenden Praktikumsplatz zu finden.“

In Hildesheim studieren derzeit über 850 IT-Studentinnen und IT-Studenten. Ein Wirtschaftspraktikum ist ein Pflichtbestandteil in den IT-Studiengängen „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ (Bachelor of Science) und „Wirtschaftsinformatik“ (Bachelor of Science). Studentinnen und Studenten absolvieren die Praktika bei Unternehmen in der Region.

Arthika Thambiaiyah gehört zu den 42 Studentinnen und Studenten der Hildesheimer IT‐Studiengänge, die im Januar 2020 beim „IT-Speed Dating“ mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus 34 regionalen Unternehmen zusammenkamen. Einmal im Jahr veranstaltet ein Team um Dr. Felix Hahne und Prof. Dr. Julia Rieck dieses Treffen.

Auch Sebastian Ollesch, der ein Praktikum im Bereich Softwareentwicklung oder Datenbanken sucht, und Ajab Habibi gehören zu den teilnehmenden Studierenden. „Hier kann ich Fragen stellen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Unternehmen direkt sprechen – das ist viel besser, als sich durch eine Website zu klicken. Das ist super hier!“, sagt Ajab Habibi.

891 „Dates“ in 3 Stunden – ein kluger Algorithmus bringt Unternehmen und Studierende zusammen

Insgesamt 891 „Dates“ galt es vorzubereiten. In diesem Jahr hat das Forschungsteam die Prozesse optimiert, die Gesprächspartner passen nun besser zusammen. Der wissenschaftliche Mitarbeiter Christian Ackermann hat eigens für das IT-Speed-Dating einen klugen Algorithmus entwickelt, der Praktikumsangebote der Unternehmen und Interessen der Studierenden miteinander kombiniert und  die Zuteilung der Studierenden auf die Unternehmen vornimmt.

Das dahinterliegende, anspruchsvolle kombinatorische Optimierungsproblem ist als „Matching“ bekannt und wurde algorithmisch gelöst. Dadurch konnte, trotz einer zeitlichen Verkürzung der Veranstaltung, die Zahl der teilnehmenden Studierenden gesteigert werden, sagt Felix Hahne.

Von Programmieren bis Prozessoptimierung: Interessante Aufgabenstellungen in der regionalen Wirtschaft und Verwaltung

Viele Unternehmen sind jedes Jahr aufs Neue dabei, sagt Professorin Julia Rieck.

Das bestätigt der Unternehmer Alexander Schmidt von der COMPRA GmbH. „Wir nehmen seit vielen Jahren am IT-Speed-Dating teil, um möglichst viele Bewerberinnen und Bewerber für Praktikumsstellen oder Werkstudententätigkeiten zu finden – die Aufgaben reichen von der Softwareentwicklung bis zur Qualitätssicherung. Die direkten Gespräche sind eine sehr gute Gelegenheit, um die passenden Studierenden zu finden“, so Alexander Schmidt.

Das bestätigt auch die Personalerin des Unternehmens SGH Service GmbH. Das Unternehmen bietet Technologie und Service an, um Geschäftsprozesse zu automatisieren. „Wir sind immer auf der Suche nach Nachwuchskräften. Diese Veranstaltung der Universität ist eine wunderbare Möglichkeit, um Werkstudierende für unseren IT-Bereich zu finden. Wir suchen Fachkräfte“, sagt die Personalerin Jessica Oleszewski. Das Unternehmen nahm bereits im Vorjahr am IT-SpeedDating teil, mit Erfolg, drei Werkstudierende arbeiten derzeit im Unternehmen, „einer der Studenten steigt jetzt direkt nach dem Studienabschluss bei uns ein“, so Jessica Oleszewski. Die Studierenden sind zum Beispiel in der Prozessoptimierung tätig: Sie nehmen Prozesse auf, interviewen Personen, um bestehende Prozesse zu verstehen und darauf aufbauend die Prozesse zu durchdenken und Vorschläge zur Optimierung zu erarbeiten.

Von der Stadt Hildesheim führt der Leiter der IT-Abteilung, Florian Gefrörer, die Vorstellungsgespräche beim IT-Speed-Dating. „Letztes Jahr haben wir 5 Studierende finden können, die Vielzahl der Projekte könnten wir ohne die Studierenden nicht bearbeiten. Wir bieten den Studierenden spannende Aufgaben – von Programmieren bis zur Optimierung von Prozessen“, sagt Florian Gefrörer.

Die Nachfrage von Unternehmen aus der Region nach Partnerschaften mit den IT-Studiengängen der Universität Hildesheim wächst. Seit 2013 veranstaltet die Universität das IT-Speed-Dating. Bei der ersten Auflage waren 15 Unternehmen dabei, in 2018 bereits 27. Mittlerweile nehmen 34 Unternehmen teil.  „Damit ist dann, vor allem im Hinblick auf die zeitliche Länge der Veranstaltung, aber auch das Ende der Fahnenstange erreicht – ein weiteres Wachstum ist nicht sinnvoll. Wir wollen, dass Gespräche in guter Atmosphäre möglich sind“, so Felix Hahne.

Ausgezeichnete Studienleistungen: Szenarioanalyse einer energiekostenorientierten Ablaufplanung

Während der Veranstaltung wurde ein Student für seine herausragenden Studienleistungen im Bereich „Operations Research“ ausgezeichnet.

Der Student Lars Müller erhält für seine Bachelorarbeit „Szenarioanalyse einer energiekostenorientierten Ablaufplanung am Beispiel eines Flow Shops“ den GOR-Bachelorpreis der Gesellschaft für Operations Research. In der Abschlussarbeit, die von Professorin Julia Rieck und Jan Busse betreut wurde, konnte der Student herausarbeiten, wie man in einer energieintensiven Produktion einen Ausgleich zwischen Energiekosten und Fertigungszeit finden kann – und das mit der zusätzlichen Erschwernis schwankender Strompreise.

Nach dem IT-Speed-Dating haben mehr als 75% der bisher rund 230 teilnehmenden Studierenden ein Praktikum bei einem der regionalen Unternehmen absolviert

Auch auf Seiten der Studierenden ist das Interesse groß. Mehr als 75% der bisher rund 230 teilnehmenden Studierenden haben nachfolgend ein Praktikum bei einem der anwesenden Unternehmen absolviert. Die teilnehmenden Unternehmen kommen vor allem aus der Region Hildesheim sowie aus der Metropolregion Wolfsburg, Hannover und Braunschweig.

„Wichtig ist für die Studierenden die Erfahrung, dass sie das in der Uni bis dato Gelernte auch wirklich anwenden können, vieles in der Wirtschaft aber auch anders gehandhabt wird und die Arbeitswelt sich doch erheblich von der Lernwelt unterscheidet – Stichwort social skills“, sagt Dr. Felix Hahne. „Die Abbruchquoten der Studierenden, die das Praktikum absolviert haben, sind vermutlich geringer als im Mittel über alle Studienanfänger unserer IT-Studiengänge.“ Aus den Praktika entstehen häufig Werkstudententätigkeiten, Projekt- und Abschlussarbeiten oder auch feste Arbeitsverhältnisse. So entstehen auch Finanzierungsmöglichkeiten für das Studium, die inhaltlich deutlich näher am Studium sind als viele „klassische Studentenjobs“. Für einige Partnerunternehmen ist das Vorhandensein der IT-Studiengänge in Hildesheim zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Die Praktika dienen auch der Verzahnung der Universität mit den Partnerunternehmen.

Wie läuft das IT-Speed-Dating ab?

Das „IT-Speed Dating“ findet seit 2013 jedes Jahr zum Jahresbeginn statt und hat sich als sehr beliebtes und erfolgreiches Instrument zur Anbahnung von Praktika erwiesen. Im Fünf-Minuten-Takt wechseln die Studierenden die Stationen und lernen die Unternehmen kennen und umgekehrt. Die Studierenden haben eine standardisierte Kurzbewerbung dabei, die Unternehmen konkrete Praktikumsangebote für 2020.

Ansprechpartner:

Fragen zum IT-Speed Dating beantworten Prof. Dr. Julia Rieck (rieck@bwl.uni-hildesheim.de) und Dr. Felix Hahne vom Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik der Universität Hildesheim (Telefon 05121 883 40514, E-Mail: hahne@bwl.uni-hildesheim.de).

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Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Betriebswirtschaft Pressemeldungen
news-18364 Thu, 30 Jan 2020 09:03:54 +0100 Welche Kompetenzen benötigen Unternehmen und Organisationen im Digitalen Wandel? https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/welche-kompetenzen-benoetigen-unternehmen-und-organisationen-im-digitalen-wandel/ Das Zentrum für Digitalen Wandel startet die öffentliche Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“. Das Thema am 4. Februar 2020: Welche Kompetenzen benötigen Unternehmen und Organisationen im Digitalen Wandel? Mit der neuen Veranstatlungsreihe, die künftig an jedem ersten Dienstag im Monat stattfindet, initiiert das Forschungszentrum der Universität Hildesheim einen Dialog zwischen Universität, Unternehmen und Stadtgesellschaft. Künstliche Intelligenz sowie Politik und Internet sind die nächsten Themen der Veranstaltungsreihe. Digitalisierungsprozesse sind allgegenwärtig und verändern stetig und fortschreitend unser Leben. Das Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change der Universität Hildesheim startet eine neue öffentliche Veranstaltungsreihe.

Am Mittwoch, 4. Februar 2020, um 18:15 Uhr startet die Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“ in der Universitätsbibliothek am Hauptcampus (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim). Eröffnet wird die Veranstaltungsreihe mit der Sozialpädagogin Prof. Dr. Inga Truschkat und dem Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Ralf Knackstedt. Welche Kompetenzen benötigen Unternehmen und Organisationen im Digitalen Wandel? Inga Truschkat und Ralf Knackstedt berichten aus ihren Forschungsprojekten.

Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität und Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung ist öffentlich, die Teilnahme ist kostenfrei.

Mit der neuen Veranstatlungsreihe, die künftig an jedem ersten Dienstag im Monat stattfindet, initiiert das Hildesheimer Forschungszentrum einen Dialog zwischen Universität, Unternehmen und Stadtgesellschaft. Künstliche Intelligenz sowie Politik und Internet sind die nächsten Themen der Veranstaltungsreihe.

Die Veranstaltungsreihe „KURZWEIL“ diskutiert fächerübergreifend aktuelle Themen aus den Digitalisierungskontexten, um veränderte Anforderungen, Potenziale und Herausforderungen identifizieren und ihnen begegnen zu können. Dabei verfolgt die Reihe „KURZWEIL“ ein interaktives Konzept: So werden zunächst aktuelle akademische Projekte und Erkenntnisse aus unterschiedlichen Fachbereichen und Einrichtungen der Universität präsentiert. Im Anschluss daran besteht die Zeit, die Expertisen und Fragen des Publikums einzubeziehen – ob Beobachtungen in der beruflichen Praxis, Alltagserfahrungen oder Sichtweisen anderer Fachdisziplinen.

Flyer zur Eröffnung der KURZWEIL #1

Kontakt bei Fragen:

Dr. Bianca Burgfeld-Meise
Zentrum für Digitalen Wandel | Center for Digital Change
Tel.: 05121 883 90250
E-Mail: burgfeldmeise@uni-hildesheim.de

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Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
news-18361 Wed, 29 Jan 2020 11:47:49 +0100 Ethiken des Kuratierens: „Kuratieren ist ein Auswahlverfahren“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/ethiken-des-kuratierens-kuratieren-ist-ein-auswahlverfahren/ In den aktuellen Diskussionen um das Kuratieren sind ethische Aspekte allgegenwärtig. Im Interview sprechen Professorin Fiona McGovern und Professor Johannes Ismaiel-Wendt über die Ethiken des Kuratierens. Gemeinsam mit Studierenden laden sie zum internationalen Symposium „Ethiken des Kuratierens“ am kulturwissenschaftlichen Fachbereich der Universität Hildesheim ein. In den aktuellen Diskussionen um das Kuratieren sind ethische Aspekte allgegenwärtig. Sie spielen im Zusammenhang mit der vom International Council of Museums vorgeschlagenen Neudefinition des Museums eine ebenso zentrale Rolle wie mit dem Kuratieren von Großausstellungen durch nicht-westliche Kollektive oder dem von Bénédicte Savoy und Felwine Saar 2018 im Auftrag des französischen Staates verfassten Restitutionsbericht.

Wie sieht ein angemessener Umgang mit den Forderungen aus, nicht rechtmäßig erworbene Museumsstücke an ihre Ursprungsländer beziehungsweise Ursprungskulturen zurückzugeben? Wo verlaufen ethische Grenzen dessen, was von wem in Ausstellungen gezeigt oder digitalisiert für alle zugänglich gemacht werden kann? Welche Rolle spielen Aspekte von Sorge und Nachhaltigkeit in aktuellen kuratorischen Ansätzen? Und wer trägt Verantwortung?

Etwa 40 Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Kurator*innen diskutieren auf dem internationalen Symposium „Ethiken des Kuratierens“ am kulturwissenschaftlichen Fachbereich der Universität Hildesheim diese Fragen. In Vorträgen, Diskussionsrunden, Filmscreenings und Workshops werden folgende Themen bearbeitet: „Codes of Ethics and Structural Exclusions“, „To Restitute, to Decolonize, to Mediate“, „Curating Sound“, „Ethics of the Visible and Displayable“ und „Caring, Curating and Sustainability“.

Das Internationale Symposium „Ethiken des Kuratierens“ findet am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim vom 31. Januar bis 2. Februar 2020 statt. Die Konferenz wird am Freitag, 31. Januar 2020, um 14:00 Uhr am Kulturcampus eröffnet. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG sowie das Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die Sparkassen Stiftung  fördern die Konferenz.

Programm der Konferenz
„Ethiken des Kuratierens / ethics of curating“

Interview mit Prof. Dr. Fiona McGovern und Prof. Dr. Johannes Ismaiel-Wendt

Ausstellungen gelten als das zentrale Format des öffentlichen Zeigens und Rezipierens von Kunst. Die Kunsthistorikerin Prof. Dr. Fiona McGovern erforscht die Ausstellungsgeschichte und Ausstellungstheorie sowie Ethiken des Kuratierens. Sie arbeitet seit 2018 als Juniorprofessorin für Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung am Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft im kulturwissenschaftlichen Fachbereich.

Prof. Dr. Johannes Ismaiel-Wendt forscht und lehrt am Institut für Musik und Musikwissenschaft. Von 2012 bis 2018 war Johannes Ismaiel-Wendt Juniorprofessor für Systematische Musikwissenschaft und Musiksoziologie, 2018 wurde er zum Hildesheimer Universitätsprofessor für Musiksoziologie und Popular Music Studies berufen. Zuvor arbeitete er als wissenschaftlicher Berater im Haus der Kulturen der Welt in den Projekten Translating HipHop und Global Prayers.

An der Organisation der Veranstaltung maßgeblich beteiligt sind Nadiah Riebensahm, Nora Brünger und Studierende des Seminars „Ethiken des Kuratierens“.  

Frau Professorin McGovern, Herr Professor Ismaiel-Wendt, Sie veranstalten das internationale Symposium „Ethiken des Kuratierens“. Was ist die drängende Forschungsfrage, die Sie bearbeiten?

Fiona McGovern: Wir gehen mit vielen Fragen in dieses Symposium. Eine für mich fundamentale ist sicher die danach, was eine Ethik des Kuratierens auszeichnet und vor allem wie sie sich nachhaltig in der Praxis umsetzen lässt. Themen die angesprochen werden sind etwa die Frage nach Diversität im Ausstellungsbetrieb und in der kuratorischen Praxis. Das Symposium ist interdisziplinär angelegt und nimmt neben dem Museumswesen auch die Filmkuration oder den Theaterbetrieb in den Blick.

Johannes Ismaiel-Wendt: Oder Soundkuratieren – wir setzen uns auch mit Kuratieren jenseits des Visualprimats auseinander, also mit jenen Phänomenen jenseits des Sehbaren. Was will man zeigen, was wird nicht gezeigt?

Fiona McGovern: ….und wie kann das alles gut vermittelt werden? Die Ebene der Vermittlung denken wir von vornherein mit.

Wie wir auf die beiden Begriffe „Ethik“ und „Kuratieren“ blicken, was verstehen Sie darunter?

Fiona McGovern: Kuratieren ist ein Auswahlverfahren, einfach gesagt. Wobei sich um das Kuratieren ein komplexer Diskurs entspannt hat. Es geht um Fragen der Sichtbarkeit zum Beispiel. In dem Moment, in dem etwas auswählt wird, wird etwas anderes nicht ausgewählt. Ethische Überlegungen setzen für mich an diesem Punkt an Sie sollten daher der kuratorischen Praxis immanent sein. Darüber wollen wir sprechen – was solche Entscheidungen bedingt, für wen kuratiert wird, welches Publikum mitgedacht wird wer in Entscheidungsprozesse einbezogen wird. 

Das sind Fragen, die sich jede Kulturinstitution zu stellen hat?

Fiona McGovern: Ja. Damit verknüpft  ist auch die Frage, wie gezeigt wird. Wird etwas kommentiert gezeigt oder nicht? Oder im Kino – in welchen Formaten werden Filme gezeigt, als Digitalisat oder ausschließlich im Original? Wie wird mit dem Archiv umgegangen? Diesen Fragen etwa widmet sich das Kollektiv The Canine Condition, die ein Filmprogramm für das Symposium zusammen gestellt haben.

Sie binden Studentinnen und Studenten aus den Kulturwissenschaften in die Organisation des internationalen Symposiums mit ein.

Johannes Ismaiel-Wendt: Wir bieten ein Seminar an für Bachelorstudierende im Bereich Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis und Masterstudierende. Wir beschäftigen uns mit Texten über das Kuratieren, sogenannten „Codes of Ethics“ und anderen Leitfäden. Der Begriff Kuratieren, das sich kümmern ursprünglich um eine Sammlung, hat heute vielmehr mit dem Auswahlprozess zu tun und der Frage, woher die Sammlungen stammen, wer archiviert was warum und wo sind diese Archive? Wer verfügt darüber? Ein dringendes Thema ist die Aufforderung an Archive, Museen und Bildungsinstitutionen, zu dekolonisieren. Wer meint über das Wissen über diese Dinge zu verfügen und das Wissen vermitteln zu können? Das reicht bis hin zu Personalfragen. Wie ist die Personalsituation in den Institutionen, die zum Beispiel Kunst aus Afrika zeigen? Wir haben auch das Center for World Music in Hildesheim, wer trägt 50.000 Schallplatten zusammen und ist in der Lage dazu und wer verfügt dann nachher darüber, und ist die Digitalisierung von solchen Soundarchiven die Lösung von solchen Zugangsproblemen? Der Geschäftsführer des CWM, Dr. Michael Fuhr, ist auch am Symposium aktiv beteiligt.

Fiona McGovern: Eng damit verknüpft ist auch die Frage, welche Narrative erzählt werden. Wir haben beispielsweise Prof.Claudia Höhl, die Direktorin des Dommuseum Hildesheim eingeladen, die derzeit eine Ausstellung macht, in der Hildesheim als europäische Metropole in den Vordergrund gerückt wird und anhand von Objekten versucht, ein anderes Narrativ als das übliche zu erzählen. In ethnologischen Museen wird diese Frage ganz besonders virulent.

Sie bilden an der Universität die nächste Generation der Kulturschaffenden aus, die künftig im Kern ihrer Arbeit ethische Fragen immer wieder in der Institution zu stellen.

Johannes Ismaiel-Wendt: Auf jeden Fall, es herrscht ein großes Interesse an der Auseinandersetzung mit ethischen Fragen. Ich glaube auch, dass die Studierenden das von uns einfordern, dass wir nicht nur erklären, wie eine Institution funktioniert und wie Objekte ausgestellt werden. Sie fordern von uns, dass wir ethische Dimensionen mit ihnen reflektieren.

Fiona McGovern: Die Debatten um ethische Aspekte des Kuratierens und Ausstellungsmachens werden auf internationaler Ebene gerade breit geführt. Sie schlagen sich auch in den Abschlussarbeiten nieder, die Studierende zur Zeit schreiben. Es ist in der Hinsicht eine ziemlich spannende Zeit. greifen diese auf.

Wurden ethische Fragen im kuratorischen Prozess in der Vergangenheit zu wenig bearbeitet?

Fiona McGovern: Es gibt definitiv schon lange eine ethische Auseinandersetzung gerade in Museen. Der Code of Ethics vom ICOM beispielsweise sollte die Basis für jede Form von Museumsarbeit bilden. Es ist eine Handreichung und Empfehlung, es heißt aber noch lange nicht, dass alle Museen diese im Detail umsetzen. In den letzten Jahren hat die Frage der Ethik eine enorme Präsenz gewonnen. Maura Reilly beispielsweise hat 2018 das Buch „Curatorial Activism: Towards an Ethics of Curating“ publiziert, auch gibt es zahlreiche offene Briefe und call-outs, die darauf hinweisen, wenn etwa dubiose Finanzquellen für das Ausstellungsmachen herangezogen werden. Das hat enorm zugenommen.

Johannes Ismaiel-Wendt: Es gibt eine Dynamik von Forderungen nach Berücksichtigung, etwa wenn Kunstformen ganzer Kontinente bei vermeintlich internationalen Festivals nicht auftauchen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Fachbereich 2 Bildende Kunst und Kunstwissenschaft Musik und Musikwissenschaft Forschung Pressemeldungen Startseite
news-18353 Tue, 28 Jan 2020 12:45:00 +0100 Sprache und Gesundheit: Forschung im Bereich Gesundheitskommunikation https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/sprache-und-gesundheit-forschung-im-bereich-gesundheitskommunikation/ Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim gehört zu den Initiatoren des „Netzwerks Gesundheitskommunikation“, in dessen Fokus die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten im deutschsprachigen Raum steht. „Sprache gehört zum Behandlungserfolg“, sagt Professor Stephan Schlickau. Das „Netzwerk Gesundheitskommunikation“ riefen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Hamburg, Zürich und Hildesheim ins Leben, und mittlerweile beteiligen sich daran interdisziplinär Kolleginnen und Kollegen aus ganz Deuzschland, aber auch darüber hinaus. Wie tragen Patienten ihre Empfindungen und Beschwerden vor, wie erheben Ärzte die Krankheitsgeschichte im Gespräch und wie verändert sich die Kommunikation in der Gesellschaft durch die Digitalisierung, etwa in Online-Foren? Am 2. und 3. Februar 2020 richtet ein Forschungsteam um die Professorin Kristin Bührig, Professorin Ulla Kleinberger sowie Stephan Schlickau an der Universität Hildesheim die Fachtagung des Netzwerks Gesundheitskommunikation zum Thema „Beschwerden – Anamnese – Befund“ aus.

Auf der disziplinübergreifenden Konferenz diskutieren Expertinnen und Experten aus Medizin, Pflege, Therapie und Sprachwissenschaft über Kommunikation im Gesundheitswesen. Dass Kommunikation für den Gesundheitssektor eine Rolle spielt, zeigen auch aktuelle Entwicklungen, wie der Sprachwissenschaftler Professor Stephan Schlickau erläutert: Kommunikation wird in das Curriculum der 2021 ihren Betrieb aufnehmenden Bielefelder Medizinischen Fakultät aufgenommen und kommunikative Kompetenzen gehen in die neue Approbationsordnung für Zahnärzte ein; deren Rolle in der Pflege ist ohnehin evident, so Schlickau.

Die Vorträge auf der Tagung sind vielfältig, Professor Beatrix Kreß vom Institut für Institut für Interkulturelle Kommunikation spricht über das Thema „‘ich kann Ihnen nur empfehlen, das mit Ihrem Kinderarzt zu besprechen‘: ‚Beruhigendes‘ Handeln in einem Onlineforum für Säuglings- und Kleinkindgesundheit“. Weitere Vorträge sind zum Beispiel: „Kommunikation mit Kindern in der Zahnheilkunde“, „Fachärztliches Erläutern von Befunden schwerer Erkrankungen“, „Die Sprache der Pflege und deren Spezifika“ und „Information und Narration im Online-Ratgebervideo. Die Reihe ‚Skoliose! Und jetzt?‘ bei YouTube“.

Programm der Tagung „Beschwerden – Anamnese – Befund“

Sprache und Gesundheit: Einblicke in die Hildesheimer Forschung im Bereich Gesundheitskommunikation

Wenn Nicola Hoppe in ihrem Büro am Bühler-Campus arbeitet, dann laufen von Zeit zu Zeit Youtube-Videos auf dem Bildschirm. Die Sprachwissenschaftlerin der Universität Hildesheim untersucht anhand des Datenmaterials, „wie Youtube als alternativer Therapieraum zu traditionellen Formaten wie Psychotherapie oder Selbsthilfegruppen funktioniert“. Sie betrachtet Videos, in denen Betroffene über ihre Essstörung sprechen und untersucht: Wie verbalisieren sie die Krankheit, den extremen Hunger? Und wie interagieren sie mit Zuschauern über die Videoplattform? Wie verändert sich die Kommunikation in der Gesellschaft durch die Digitalisierung?

Die Forschung ist Teil des „Netzwerks Gesundheitskommunikation“. Ein Forschungsteam aus Hamburg, Zürich und Hildesheim hat einen auf die deutschsprachigen Länder spezialisierten, aber nicht darauf beschränkten verbund initiiert, der erforscht, wie Patienten ihre Empfindungen und Beschwerden vortragen, wie die Krankheitsgeschichte im Gespräch erhoben und medizinisch-therapeutisch eingeordnet wird. Etwa 70 % der Diagnosen gehen allein auf den patientenseitigen Beschwerdevortrag zurück. Mündliche Berichte von Patienten sind medizinisch relevant für das Entwickeln von Diagnosen und eine erfolgreiche Behandlung.

„Sprache gehört zum Behandlungserfolg, wir arbeiten mit empirischem Material und untersuchen die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten im deutschsprachigen Raum“, sagt Professor Stephan Schlickau. Dazu kooperiert der Sprachwissenschaftler der Universität Hildesheim unter anderem mit Ärztinnen und Ärzten sowie Fachleuten aus Gerontologie, Therapie und Pflege. In welchen Phasen wird aufgeklärt über Behandlungspläne und mögliche Folgen? Das Forschungsteam analysiert zum Beispiel Gespräche in Kliniken über Diabetes. Etwa dieses: Ärztin: „...durch die Kortisonstherapie erhöht. Der Blutzucker liegt bei momentan 230 Milligramm. Normal sacht man zwischen 80 bis 100. Verstanden?“ – Patientin: „Ja, verstanden. Alles verstanden, ja.“ – Ärztin: „So und das heißt, zu Hause sollten Sie eine Diabetsdiät einhalten.“

Das interdisziplinäre Forschungsnetzwerk untersucht zum Beispiel den Einsatz von Dolmetscher-Apps und mehrsprachigen Fragebögen im Klinikalltag, das Sprechen über die psychische Gesundheit und Krankheit, Ratgebervideos, Erzählungen über Antibiotika und Resistenzen in mehrsprachigen Diskursen oder Versuche von Selbstdiagnosen, die auf Recherchen im Internet beruhen. Durch die digitalen Medien entstehen interessante Fragen, sagt Schlickau. „Inzwischen gibt es Hebammen, die auf Youtube ihre Dienste anbieten, die wiederum maschinell in andere Sprachen übersetzt werden. Das sind Forschungsfragen, um die sich bisher noch niemand gekümmert hat.“

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Fachbereich 3 Interkulturelle Kommunikation Pressemeldungen
news-18354 Fri, 24 Jan 2020 12:02:00 +0100 Ausstellung in der Dombibliothek kombiniert Raum und Schrift https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/ausstellung-in-der-dombibliothek-kombiniert-raum-und-schrift/ In einer Kooperation zwischen dem Literaturinstitut der Universität Hildesheim und der HAWK Hildesheim haben Studierende und Lehrende den zwei- und dreidimensionalen Schrift- und Bildraum erforscht. Die Ergebnisse werden bis Anfang März 2020 in der öffentlichen Ausstellung „TEXTraumTEXT“ in der Dombibliothek gezeigt. Schreiben geschieht nicht nur auf dem Papier, und Kunst kann auch Schrift sein. In der Stadt, im öffentlichen Raum, in der Werbung, an Hauswänden - überall sind wir von Schrift umgeben.

In einer wegweisenden Kooperation zwischen dem Literaturinstitut der Universität Hildesheim und der HAWK Hildesheim haben Studierende und Lehrende über die Grenzen der Disziplinen hinweg den zwei- und dreidimensionalen Schrift- und Bildraum erforscht.

Gemeinsam haben sie ein Semester lang im Raum-Labor geschrieben und gebaut, geplant und konstruiert, um Texte in Räumen und Räume in Texten zu entdecken und zu realisieren.

Mit der Dombibliothek Hildesheim, die ihre Räumlichkeiten für die Arbeiten der Studierenden öffnet, kommt ein weiterer Kooperationspartner hinzu. Es entstehen vielfältige, reizvolle und provozierende Objekte und Installationen, die mit unterschiedlichen Materialen den öffentlichen Bibliotheksraum beschreiben und Schrift verräumlichen.

Professorin Annette Pehnt: „Raum und Schrift werden nicht unbedingt gleich zusammen gedacht. Schrift steht in Büchern, Kunst steht im Raum“

„Raum und Schrift werden nicht unbedingt gleich zusammen gedacht. Schrift steht in Büchern, Kunst steht im Raum. Aber genau diese Begrenzungen haben wir in einer experimentellen Projektgruppe ausgehebelt. Zum Beispiel, indem wir Innen- und Außenräume aus Buchstaben gebaut oder aus unseren selbstgeschriebenen Texten Metall- oder Lichtobjekte gestaltet haben“, sagt Professorin Annette Pehnt.

Projektbeteiligte sind Professor Hans-Jürgen Lamb, Professor Christoph Lemmert, Professorin Annette Pehnt, Dr. Monika Suchan sowie Studierende der Bereiche Typografie/Grafik und Dreidimensionales Gestalten der HAWK Hildesheim und des Instituts für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Stiftung Universität Hildesheim. Unterstützt wird die Ausstellung freundlicherweise von Stammelbach und Obornik.

Schreiben geschieht nicht nur auf dem Papier. Kunst kann auch Schrift sein

Die Vernissage „TEXTraumTEXT“ findet in der Dombibliothek in Hildesheim am Samstag, 1. Februar 2020, um 18:00 Uhr statt. Die Ausstellung ist öffentlich und läuft bis zum 2. März 2020.

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Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Pressemeldungen
news-18059 Thu, 23 Jan 2020 09:24:00 +0100 Informatiker Sebastian Thrun: „Die Ausbildung hier an der Universität war weltklasse“ / Ehrendoktorwürde der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/informatiker-sebastian-thrun-die-ausbildung-hier-an-der-universitaet-war-weltklasse-ehrendoktorw/ Professor Sebastian Thrun ist ein Pionier der selbstfahrenden Fahrzeuge und einer der weltweit anerkanntesten Forscher auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Nun kehrte der Informatiker in seine Studienstadt an die Universität Hildesheim zurück. Der Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ der Universität Hildesheim verleiht Prof. Dr. rer. nat. Dr. h. c. mult. Sebastian Thrun die Ehrendoktorwürde. Sebastian Thrun sprach vor etwa 700 Studierenden, Lehrenden und Bürgerinnen und Bürger im bis auf den letzten Platz gefüllten Audimax. „Ich habe hier in der Informatik in Hildesheim eine extrem solide Ausbildung bekommen“, erinnert sich Sebastian Thrun an seine akademischen Anfänge in den 1980er Jahren an der Uni Hildesheim. „Die Ausbildung hier an der Universität war weltklasse“, so Thrun. Hier finden Sie die Reden der akademischen Feierstunde zum Nachlesen:

Dekan Prof. Dr. Klaus Schmid, Grußwort (PDF)

Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Grußwort (PDF) [folgt in Kürze]

Niedersächsischer Wissenschaftminister Björn Thümler, Grußwort (PDF)

Prof. Dr. Dr. Lars Schmidt-Thieme, Laudatio (PDF)

DIE REDE ZUM NACHHÖREN:
NDR Norddeutscher Rundfunk
Rede von Prof. Sebastian Thrun an der Universität Hildesheim
Video, 38 Minuten  (Video dauerhaft abrufbar)

NDR Norddeutscher Rundfunk
Nachrichtenmagazin "Hallo Niedersachsen"
Filmbeitrag, 3 Minuten, 22.01.2020
Ehrendoktorwürde für Mobilitäts-Visionär Thrun
Thrun: „Die Ausbildung hier war weltklasse"

NDR Norddeutscher Rundfunk
Nachrichten "Niedersachsen 18:00", 22.01.2020
Filmbeitrag (ab Minute 08:20) (verfügbar bis 29.01.2020)

Der Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ der Universität Hildesheim verleiht Professor Sebastian Thrun die Ehrendoktorwürde.

„Mit ihrem ehemaligen Studenten Professor Sebastian Thrun ehrt die Universität Hildesheim einen Visionär, der in den Bereichen Mobilität der Zukunft, Robotik und digitale Hochschulbildung seit mehr als 20 Jahren herausragende Entwicklungsimpulse setzt. Seine wissenschaftliche Arbeit ist geprägt von seiner Begeisterung für menschliches Lernen und dem Ziel, zukunftsträchtige Ideen und Technologien aus der Forschung in Wirtschaft und Gesellschaft umzusetzen“, sagt Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur.

„Die Informatikkarriere von Herrn Thrun begann an der Universität Hildesheim. Daher ist der Fachbereich 4 besonders stolz mit dieser Ehrenpromotion Prof. Dr. mult. Thrun als einen der heute international bekanntesten und renommiertesten Informatiker zu ehren“, sagt Professor Klaus Schmid, Dekan des Fachbereichs „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“.

Zur Person:

Prof. Dr. rer. nat. Dr. h. c. mult. Sebastian Thrun

Sebastian Thrun ist der Pionier der selbstfahrenden Autos, Mitbegründer des selbstfahrenden Autos von Google (Waymo) und einer der einflussreichsten Denker in der Welt der künstlichen Intelligenz. Er ist einer der weltweit anerkanntesten Wissenschaftler in der Informatik. Durch seine Arbeiten hat er die moderne KI und den Bereich der Robotik wesentlich mitgeprägt.

Die Ehrendoktorwürde der Universität Hildesheim wird Sebastian Thrun verliehen für die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen im Fach Informatik, insbesondere in den Bereichen der Künstlichen Intelligenz und der Robotik. In diesen Gebieten zählt Sebastian Thrun zu den herausragendsten Forschern.

Seine wissenschaftlichen Arbeiten waren Grundlage einer exzellenten wissenschaftlichen Karriere, die ihn von Hildesheim über Bonn zum Massachusetts Institute of Technology (MIT) und von dort zur Leitung des renommierten Stanford AI Labs (SAIL) führten.

Sebastian Thrun hat von 1986 bis 1988 als einer der ersten Studenten Informatik an der Universität Hildesheim studiert. Mit 36 wurde er Professor für Künstliche Intelligenz an der Stanford University und entwickelte später bei Google die Technologie für selbstfahrende Autos. Der Professor leitete das Forschungslabor „Google X“, wo er die technischen Grundlagen für „Google Glass“ und „Street View“ schuf.

Thrun führt heute zwei eigene Firmen: die globale Internet-Universität „Udacity“, ein Pionier im Bereich des E-Learning, und „Kitty Hawk“, ein Start-up für autonome Flugtaxis.

Videobotschaft für Hildesheim
Interview mit Sebastian Thrun über Künstliche Intelligenz
und das Studium an der Universität Hildesheim

Lesetipp: Interview mit Sebastian Thrun
und den Hildesheimer Informatikern Maren Stadtländer
und Dr. Thorsten Schoormann
(Universitätsjournal DIE RELATION, #06, Seite 64)

Öffentlicher Festvortrag „Inventing the Future in Silicon Valley“

Akademische Feierstunde
am Mittwoch, 22. Januar 2020

Zur akademischen Feierstunde am Mittwoch, 22. Januar 2020, um 11:00 Uhr im Audimax der Universität Hildesheim lädt der Fachbereich 4 herzlich ein. Sebastian Thrun hält dann den öffentlichen Festvortrag „Inventing the Future in Silicon Valley“ (Vortrag in deutscher Sprache). Studierende, Lehrende und Bürger sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Grußworte während der Feierstunde sprechen Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich und Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur. Die Laudatio hält Prof. Dr. Dr. Lars Schmidt-Thieme vom Institut für Informatik der Universität Hildesheim.

Zuvor wird sich Professor Sebastian Thrun am Mittwochmorgen um 9:00 Uhr in das Goldene Buch der Stadt Hildesheim eintragen.

Informationsseite zur Veranstaltung am 22. Januar 2020

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news-18359 Thu, 23 Jan 2020 07:23:00 +0100 Onlinebefragung im Rahmen einer geplanten Masterarbeit zum Thema „Vergebung in Paarbeziehungen“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/onlinebefragung-im-rahmen-einer-geplanten-masterarbeit-zum-thema-vergebung-in-paarbeziehungen/ Für eine Onlinebefragung zum Thema „Vergebung in Paarbeziehungen“ sucht die Universität Hildesheim Studienteilnehmer. Die Psychologiestudentin Stefania Klaudia Janczyk untersucht in ihrer Masterarbeit, warum Menschen in einer Paarbeziehung ihrer Partnerin beziehungsweise ihrem Partner nach einer erlebten Verletzung vergeben. [den Link zur Onlinebefragung finden Sie untenstehend.]

„In einer Paarbeziehung werden im Idealfall grundlegende menschliche Bedürfnisse nach Zugehörigkeit, Sicherheit und Selbstwertgefühl erfüllt. Jedoch kommt es in einer romantischen Paarbeziehung nicht selten auch zu Verletzungen durch die Partnerin beziehungsweise den Partner, welche die Qualität und die Existenz dieser engen Beziehung gefährden können“, sagt Psychologiestudentin Stefania Klaudia Janczyk. Um eine erlebte Verletzung zu überwinden und die Partnerschaft aufrechtzuerhalten, scheint Vergebung seitens der verletzten Person eine entscheidende Rolle zu spielen, sagt Janczyk.

Die Psychologiestudentin Stefania Klaudia Janczyk untersucht in ihrer Masterarbeit, warum Menschen in einer Paarbeziehung ihrer Partnerin beziehungsweise ihrem Partner nach einer erlebten Verletzung vergeben.

Im Rahmen ihres Masterstudiums in Psychologie an der Universität Hildesheim hat Stefania Klaudia Janczyk das Seminar „Paartherapie“ bei Prof. Dr. Christoph Kröger, Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie, besucht und ist so auf das Thema „Vergebung im Kontext von romantischen Paarbeziehungen“ gestoßen. In vielen Forschungsarbeiten zeigt sich, dass Vergebung im Kontext von Paarbeziehungen diverse positive Auswirkungen hat, sagt Janczyk.

Die Masterstudentin startet nun eine Onlinebefragung, um Antworten auf die folgenden Fragen zu finden: Aus welchen Gründen vergeben Menschen in Paarbeziehungen? Und was folgt daraus aus psychologischer Sicht für die vergebende Person? Dabei versteht die Studentin in ihrer Onlinebefragung „Vergebung“ als „einen intrapersonalen Prozess, das heißt, ein Prozess, der innerhalb der vergebenden Person stattfindet, der die Transformation von Gedanken, Emotionen und Verhalten gegenüber der Partnerin beziehungsweise dem Partner von negativen zu positiveren Formen beinhaltet“.

Teilnahme und Einschlusskriterien, um an der Onlinebefragung teilnehmen zu können:

Es können alle Personen an der Onlinebefragung teilnehmen, die:

  • mindestens 18 Jahre alt sind UND
  • sich aktuell in einer festen romantischen Partnerschaft befinden und schon länger als 6 Monate mit ihrer Partnerin beziehungsweise ihrem Partner zusammen sind UND
  • in den letzten 6 Monaten eine persönliche, unfaire und tiefgreifende Verletzung durch ihre Partnerin beziehungsweise ihren Partner erlitten haben (zum Beispiel hat die Partnerin bzw. der Partner etwas verheimlicht oder gelogen; ein Versprechen nicht eingehalten; sich respektlos verhalten; keine oder zu wenig Unterstützung geleistet; vor anderen Personen abwertend über die andere bzw. den anderen gesprochen; ist fremdgegangen; und vieles mehr …) UND
  • ihrer Partnerin bzw. ihrem Partner bereits vergeben haben UND
  • die Einwilligungserklärung der Onlinebefragung verstanden haben und dieser zustimmen UND
  • die Datenschutzerklärung der Onlinebefragung gelesen haben und sich mit dieser einverstanden erklären.

Hier gelangen Sie direkt zur Onlinebefragung.

Weitere Hinweise zur Teilnahme:

Um an der Onlinebefragung teilnehmen zu können, müssen zwingend alle der genannten Teilnahmevoraussetzungen erfüllt sein. Damit es sich um eine möglichst repräsentative Onlinebefragung handelt, können sehr gerne auch Personen teilnehmen, die nicht studieren.

Die Teilnahme an der Onlinebefragung nimmt etwa 30 Minuten Zeit in Anspruch. Eine Teilnahme ist so lange möglich, bis insgesamt etwa 150 Personen an der Onlinebefragung teilgenommen haben.

Hier gelangen Sie direkt zur Onlinebefragung.

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news-17107 Mon, 20 Jan 2020 07:46:00 +0100 Vorstand des Zentrums für Digitalen Wandel https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/vorstand-des-zentrums-fuer-digitalen-wandel/ Im „Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“ befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Grundstruktur, der Komplexität und den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive. Im Juli kam der Vorstand des „Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change“  der Universität Hildesheim zur konstituierenden Sitzung zusammen.

Dem Vorstand gehören der Wirschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt (Sprecher), die Politikwissenschaftlerin Professorin Marianne Kneuer, der Informationswissenschaftler Professor Joachim Griesbaum, die Mathematikdidaktikerin Professorin Barbara Schmidt-Thieme, der Leiter der Universitätsbibliothek Dr. Ewald Brahms und der Literaturwissenschaftler Dr. Guido Graf an.

„Mit dem Zentrum für Digitalen Wandel wollen wir bestehende Forschungs-, Lehr- und Transferinitiativen bündeln, um diesen eine größere Wirksamkeit zu verleihen und um disziplinübergreifende Erklärungs- und Gestaltungsansätze zu ermöglichen, die dem digitalen Wandel in seiner Komplexität gerecht werden“, so Professor Ralf Knackstedt.  

Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möchten erklären und aufklären, so dass weder überzogener Alarmismus noch Hype die Debatten über den digitalen Wandel prägen. Die Digitalisierung ist eines von vier Leithemen – neben Bildung, Kultur und Diversität – in der Entwicklungsplanung der Universität Hildesheim.

Weitere Informationen über das ZFDW finden Sie online.

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Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Migrationspolitik Politik Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik Mathematik & Angewandte Informatik Einrichtungen Universitätsbibliothek Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
news-18165 Fri, 17 Jan 2020 16:13:14 +0100 Stipendienrekord: Erstmals 205 Stipendiatinnen und Stipendiaten an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/stipendienrekord-erstmals-205-stipendiatinnen-und-stipendiaten-an-der-universitaet-hildesheim/ Die Universität Hildesheim verleiht erstmals 205 Stipendien an Studentinnen und Studenten. Für die Studierenden ist dies eine Würdigung ihrer akademischen Leistungen und ihres ehrenamtlichen Engagements – beides findet bei der Auswahl der Studierenden durch die Stipendienkommission der Universität Berücksichtigung. Für das Studienjahr 2019/20 konnten an der Stiftung Universität Hildesheim insgesamt 119 Deutschlandstipendien eingeworben werden. Private Förderinnen und Förderer machen dies möglich. Aus Landes- und Eigenmitteln finanziert die Stiftung Universität Hildesheim zudem 42 Stipendien im Minverva-Kolleg sowie 44 Lore-Auerbach-Stipendien. Damit erhalten nun 205 Studierende der Stiftung Universität Hildesheim ein Stipendium.

Für die Studierenden ist dies eine Würdigung ihrer akademischen Leistungen und ihres ehrenamtlichen Engagements – beides findet bei der Auswahl der Studierenden durch die Stipendienkommission der Universität Berücksichtigung. Während für die Aufnahme in das Deutschlandstipendienprogramm und das Minerva-Kolleg ein besonderes Gewicht auf akademischen Leistungen liegt, betont das Lore-Auerbach-Stipendium das ehrenamtliche Engagement.

Außerdem leisten die Stipendien einen wichtigen finanziellen Beitrag. Die geförderten Studierenden stechen durch ihre Leistungen aus der Gesamtheit hervor – mit Blick auf soziodemographische Merkmale sind sie aber ein repräsentatives Abbild der Studierendenschaft. Damit kommen die Stipendien natürlichen auch jungen Menschen mit Migrations- und/oder Fluchthintergrund und auch aus nichtakademischen Elternhäusern zu Gute.

119 Deutschlandstipendien stellen ebenfalls einen neuen Höchststand für die Stiftung Universität Hildesheim dar. Gegenüber dem Vorjahr ist dies einen neuerliche Steigerung um 23 Stipendien. Möglich wurde dies dank engagierter Unternehmen und Stiftungen, vor allem aber auch einer großen Zahl privater Förderinnen und Förderer aus der Hildesheimer Bürgergesellschaft – mehr als 70 Fördernde in diesem Studienjahr 2019/20. Im Rahmen der Feierstunde am 17. Januar 2020 im Hildesheimer Novotel dankte der Präsident der Stiftung Universität Hildesheim Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang-Uwe Friedrich ausdrücklich den Fördernden. Eine Besonderheit des Deutschlandstipendienprogramms hebt der Vizepräsident für Stiftungsentwicklung, Transfer und Kooperationen Prof. Dr. theol. habil. Martin Schreiner hervor: „Einen besonderen Wert hat der persönliche Kontakt zwischen Fördernden und Geförderten – so wird auch der Aufbau neuer Netzwerke und ein intensiver Wissens- und Erfahrungsaustausch ermöglicht.“ Und die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden auch ermutigt und darin unterstützt, sich für diese Gesellschaft zu engagieren. Ein Aspekt, den insbesondere Dr. h. c. Lore Auerbach in ihrem Festvortrag hervorhob.

Monatlich 300 Euro erhalten die Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten. Der Jahresbetrag von 3600 Euro wird jeweils zur Hälfte vom BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie den privaten Förderinnen und Förderern aufgebracht. Jede private Spende in Höhe von jährlich 1800 Euro wird auf diese Weise verdoppelt und ist zudem steuerlich abzugsfähig. Wer Interesse daran hat auch Bildungsstifterin oder Bildungsstifter zu werden, kann sich mit Markus F. Langer von der Stiftung Universität Hildesheim (markus.langer(at)uni-hildesheim.de) in Verbindung setzen.

Kontakt: Markus F. Langer, Friend- & Fundraising, Stiftung Universität Hildesheim, markus.langer@uni-hildesheim.de, 0151 1221 5698

Weiterführende Informationen:

Stifterbrief mit dem Schwerpunktthema Deutschlandstipendium

Informationen zum Bundesprogramm

Informationen zum Deutschlandstipendium an der Universität Hildesheim

Studierende – Auswahlkriterien für ein Stipendium

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news-18161 Wed, 15 Jan 2020 17:51:51 +0100 Preise für besondere Leistungen in Forschung, Lehre, Service und Nachhaltigkeit https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/preise-fuer-besondere-leistungen-in-forschung-lehre-service-und-nachhaltigkeit/ Der kleine Oscar für das Uni-Personal: Die Universität Hildesheim zeichnet den Philosophen Prof. Dr. Andreas Hetzel (Preis für hervorragende Forschung), die Kulturwissenschaftlerin Ekaterina Trachsel und die Sprachwissenschaftlerin Laura Guse (beide Preis für hervorragende Lehre) sowie Edo Henniges vom Dezernat für Studienangelegenheiten (Preis für hervorragenden Service) für ihre hervorragenden Leistungen aus. Mit dem Nachhaltigkeitspreis des Green Office werden die Studentinnen Annina Hessel für ihre Bachelorarbeit und die Wirtschaftsinformatikerin Maren Stadtländer für ihre Masterarbeit ausgezeichnet. Hier lesen Sie die Rede des Präsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich,
Neujahrsempfang, 15.01.2020 [PDF]

Jedes Jahr verleiht die Universität im Rahmen des Neujahrsempfangs Preise für hervorragende Lehre, Forschung und Serviceleistungen. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 3.000 Euro dotiert und drücken die Wertschätzung der Universität für die fortwährend geleistete Arbeit aus. Zudem verleiht das Green Office Dank einer Förderung der Klimaschutzagentur den Nachhaltigkeitspreis.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

  • Preis für hervorragende Forschung: Philosoph Prof. Dr. Andreas Hetzel

  • Preis für hervorragende Lehre: Kulturwissenschaftlerin Ekaterina Trachsel und Sprachwissenschaftlerin Laura Guse

  • Preis für hervorragende Serviceleistungen: Edo Henniges vom Dezernat für Studienangelegenheiten

  • Nachhaltigkeitspreis des Green Office für Aninna Hessel für ihre Bachelorarbeit und die Wirtschaftsinformatikerin Maren Stadtländer für ihre Masterarbeit

Preis für hervorragende Forschung: Philosoph Prof. Dr. Andreas Hetzel

Mit dem Preis für hervorragende Forschung wird Professor Andreas Hetzel vom Institut für Philosophie ausgezeichnet. Andreas Hetzel ist Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs „Ästhetische Praxis“ und hatte die Federführung bei der erfolgreichen Antragstellung inne. „Dafür gebühren ihm Dank und eine besondere Auszeichnung, die dieser Preis symbolisieren soll, so Vizepräsidentin Professorin Meike Sophia Baader in ihrer Laudatio.

Seit Frühjahr 2019 fragt das Graduiertenkolleg „Ästhetische Praxis“ aus einer praxistheoretischen Perspektive nach künstlerischen Prozessen und bezieht dabei auch den außereuropäischen Raum mit ein. Darin liegt die innovative Perspektive, mit der ein klassisch kunsthistorischer Zugang erweitert und überschritten wird, so Baader.

Fragen der philosophischen Ästhetik und der Kulturphilosophie gehören zu den Forschungshemen von Andreas Hetzel, genau wie Probleme der Philosophischen Ethik, der Sozialphilosophie und der politischen Philosophie. In seinen Forschungsprojekten beschäftigt sich der Philosophieprofessor mit einer Reihe von gesellschaftlich höchst aktuellen Themen wie Postdemokratie, Biodiversität und gefährdete Vielfalt. Er verfügt über zahlreiche internationale Kontakte, die ihn immer wieder nach Österreich, in die Türkei und nach Frankreich führen. Zugleich engagiert er sich lokal über die Universität hinaus, indem er beispielsweise öffentliche philosophische Gespräche in Zusammenarbeit mit der Dombibliothek Hildesheim etwa zu Europa, zu Gesundheit oder zu Tod und Sterben führt. Seine Themen bewegen sich häufig an der Schnittstelle von Philosophie, Kunst und Politik.

Andreas Hetzel hat Philosophie, Germanistik und Publizistik in Münster und Frankfurt studiert, sowie Soziologie und Skandinavistik. Zunächst war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Chemnitz auf einer selbst eingeworbenen DFG-Projektstelle zu „Kultur und Macht“. Er wurde an der TU Darmstadt promoviert, an der er zehn Jahre später auch habilitierte. Dort war er Postdoc-Stipendiat in einem DFG-Graduiertenkolleg zu „Technisierung und Gesellschaft“. Über verschiedene wissenschaftliche Stationen in Klagenfurt, Innsbruck, Wien, Istanbul und Marburg ist er 2015 an die Universität Hildesheim gekommen und trägt dort seitdem zu einer lebendigen und forschungsstarken Philosophie und  hochwertigen forschungsorientierten Nachwuchsförderung bei, hebt Vizepräsidentin Meike Sophia Baader hervor.

„Gute Forschung ist nur möglich in einer guten Forschungsumgebung. Sie ist vor allem Ausdruck lebendiger Gespräche, in denen Hypothesen entstehen und sich entfalten können, in denen sie kritisiert werden und sich dadurch argumentativ verfeinern. Ich bin dankbar, dass ich solche Gespräche in Hildesheim täglich führen kann, mit Studierenden und KollegInnen, am Institut für Philosophie, im Fachbereich 2, im Graduiertenkolleg und zunehmend auch über die Grenzen des Fachbereichs hinaus“, sagt Professor Andreas Hetzel.

Preis für hervorragende Lehre: Kulturwissenschaftlerin Ekaterina Trachsel und Sprachwissenschaftlerin Laura Guse

Die Jury hat den Preis für hervorragende Lehre unter knapp 50 vorgeschlagenen Lehrenden diesmal zwei wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen zuerkannt, und zwar Laura Guse und Ekaterina Trachsel.

Laura Guse hat Lehramt an Gymnasien mit den Fächern Deutsch und Biologie an der Leibniz Universität und der University of Glasgow studiert und mit dem Master abgeschlossen. Währenddessen war sie Lehrkraft für Deutsch als Zweitsprache. Seit 2017 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik des Instituts für Deutsch Sprache und Literatur.

Die Sprachwissenschaftlerin  promoviert unter der Aegide von Professorin Ursula Bredel und Professor Ulrich Heid zum Thema „Die Versprachlichung von Bewegungsereignissen im Deutschen. Eine korpuslinguistische Analyse der semantischen Variabilität von Bewegungskonstruktionen“. Zu ihren geplanten Forschungsprojekten zählt aber auch eines mit Dr. Torsten Richter aus der Biologie mit dem Titel „Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland. Eine framesemantische Analyse zur Einstellung betroffener Gruppierungen“. 

Der breite Kanon an Lehrveranstaltungen von Laura Guse umfasst auch das Seminar „Norm im Sprachunterricht“, und dafür wird sie nun ausgezeichnet, so Vizepräsident Professor Jürgen Sander in seiner Ladudatio. Durch die Verwendung sprachlicher Experimente und den anschließendem Rückbezug und Vergleich mit einschlägigen Theorien wurden die Studierenden zu intensiver Mitarbeit angeregt. Die Studierenden loben zudem den Einsatz von Hörbeispielen, die Analyse von Schulbüchern, die „hervorragende Strukturierung des Seminars durch initiale Bekanntgabe der notwendigen Literatur in Gestalt eines Readers, klare Benennung der jeweiligen Lehrinhalte und -ziele sowie deren Überprüfung am Ende jeder Sitzung“ und dass Laura Guse die Studierenden zu weitergehender Beschäftigung mit dem Thema und wissenschaftlicher Tätigkeit in diesem Bereich motivierte. „Laura Guse erfüllt somit in hervorragender Weise das Hildesheimer Modell der Verschränkung von Theorie und Praxis“, so Professor Jürgen Sander.

„Dass die Nominierungen des Preises für hervorragende Lehre von den Studierenden kommen, macht die Auszeichnung so besonders und rührt mich. Gleichzeitig gebührt dem gesamten Institut für deutsche Sprache und Literatur ein großes Dankeschön, denn die intensiven Gespräche und der anregende Austausch über Fachwissenschaft sowie Fachdidaktik haben einen nicht hoch genug einzuschätzenden Anteil an meiner Idee von Lehre. Es ist großartig, dass sich Lehramtsstudierende für Sprachwissenschaft begeistern, da diese wissenschaftliche Perspektive die Grundlage für ihr späteres professionelles Lehren an Schulen bildet. Ich freue mich sehr, wenn meine Seminare einen Teil dazu beitragen können“, sagt Laura Guse.

Ekaterina Trachsel forscht und lehrt am Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur. Sie arbeitet seit 2017 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hildesheim im Bereich Theater und forscht und lehrt zur Produktions- und Rezeptionsästhetik des Verfahrens der De-Montage im Theater, zur theatralen Inszenierung monströser Körper und Ordnungen, und dies stets zwischen Theorie und Praxis.

Zuvor hat Ekaterina Trachsel in Hildesheim den Bachelor „Szenische Künste“ studiert und den Master „Inszenierung der Künste und der Medien“ mit der Arbeit „Monströse Montagen: Entwurf einer Theorie zur Analyse der Montagestruktur zeitgenössischer Tanz- und Theaterarbeiten anhand des Beispiels Schönheitsabend von Florentina Holzinger und Vincent Riebeek“ abgeschlossen. Ihre Dissertation wird begleitet von Professorin Annemarie Matzke und trägt den Titel „Montage und De-Montage als dramaturgisches Verfahren im zeitgenössischen Theater“. Sie arbeitet zudem in dem in Hildesheim gegründeten Theaterkollektiv „VOLL:MILCH“und dem Künstler*innenkollektiv „MONSTER CONTROL DISTRICT“, das sich zwischen Berlin, Rotterdam, Frankfurt und Niedersachsen verorten lässt, fast die Studentin Sonja Schütte in ihrer Laudatio den Werdegang zusammen.

Ekaterina Trachsel wird für das Seminar „De-Montage im Theater“ ausgezeichnet und wurde auch in den vergangen Jahren mehrfach für den Preis für hervorragende Lehre vorgeschlagen.

Studierende von Ekaterina Trachsel begründen die Auszeichnung wie folgt:

  • „Es gab immer Raum für Diskussion und wir als Studierende wurden von Frau Trachsel auch zu kritischen Fragen angehalten.“

  • „Die Seminare von Frau Trachsel sind immer sehr gut (vor-)strukturiert, dabei ist sie gleichzeitig offen für Kritik.“

  • „Frau Trachsel sorgt stets für eine angenehme und produktive Gesprächssituation [...]. Ihr gelingt, was ich in vielen anderen Seminaren oft vermisse, dass sich eben nahezu alle Anwesenden an der Diskussion beteiligen.“

  • „Bemerkenswert ist ihre Art der Gesprächsmoderation. Sie schafft es stets die verschiedenen Äußerungen so zu moderieren, dass es produktiv für alle ist. Wenn mal eine Person einen Wortbeitrag macht, der nicht so viel bringt oder etwas schwammig ist, so schafft sie es selbst dann das Gespräch so zu lenken, dass diese Person nicht in einem blöden Licht steht, sondern es so zu moderieren und Gesprächsanstöße zu geben, dass die Diskussion weiter voran geht, ohne dass sich die Person dabei evtl. schlecht fühlt.“

„Ich bedanke mich von Herzen für diese Ehrung bei allen Studierenden, die scheinbar gerne mit mir Lernen! Für mich bedeutet Lehre ein gemeinsamer Prozess zwischen allen Beteiligten. Ich lehre nicht nur gerne, sondern lerne auch gerne zusammen mit und nicht selten auch von den Studierenden. Gerade die Lehre zwischen Theorie und Praxis ist eine Form des Austauschs, des Hinterfragens, der Wissensgenerierung und des Teilens, der für mich nicht nur Teil meines Berufs an der Universität ist, sondern ein wichtiger Bestandteil sowohl meiner eigenen Forschung als auch meiner Tätigkeit als freie Theatermacherin. Diese Auszeichnung nehme ich als ein Zeichen dafür wahr, dass dieses Verständnis von Lehre auf positive Resonanz stößt. Darüber freue ich mich außerordentlich“, sagt Ekaterina Trachsel.

Preis für hervorragende Serviceleistungen: Edo Henniges vom Dezernat für Studienangelegenheiten

Der Preis für hervorragende Serviceleistung ist ein Preis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung, die sich in ganz besonderem Maße für die Universität und damit für die Weiterentwicklung der Wissenschaft eingesetzt haben.

Auf Vorschlag des Präsidiums wird der Preis für hervorragende Service-Leistungen an Edo Henniges vom Dezernat für Studienangelegenheiten vergeben. 2006 hat Edo Henniges seine Tätigkeit im Dezernat für Studienangelegenheiten aufgenommen. „Zunächst ging es um die Einrichtung der Prüfungssoftware HIS/POS. Und dabei im Konkreten um eine klassische Sisyphos-Arbeit, nämlich die Umsetzung der Prüfungsordnungen in diesem Programm. Schnell wurde deutlich, dass diese Aufgabe nicht von einer Person allein – selbst nicht von Ihnen –  geleistet werden konnte. Jeder hier weiß, die Vielzahl unserer Prüfungsordnungsvarianten zu schätzen. So wurde aus einer One-Man-Show die IT-Abteilung des Dezernats 3, deren Leiter Sie wurden“, so der hauptberufliche Vizepräsident Dr. Matthias Kreysing in seiner Laudatio.

Dann kam der Bereich der studienbezogenen Statistiken hinzu. Eine Aufgabe, deren Bedeutung durch leistungsorientierte Mittelverteilungen nicht zu vernachlässigen ist, so Kreysing. Anschließend übernahm Edo Henniges die Gesamtprojektleitung der HISinOne-Einführung, des neuen integrierten Campus-Managementsystems. „Aber damit nicht genug: Sie hatten das Glück, dass Sie sich vor Ihrem Wechsel an die Universität Hildesheim das Geheimwissen der Kapazitätsrechnung angeeignet hatten. Sie verfügen über dieses Spezialwissen und die Kenntnis der gesamten Universitätsstruktur. Seitdem Sie diese Aufgabe übernommen haben, konnten wir die Kapazitätsrechnung pünktlich im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur einreichen. All diese Aufgaben leisten Sie mit einer hohen Professionalität, einem überdurchschnittlichen Einsatz und einer beeindruckenden Ruhe.“

„Die Auszeichnung stellt für mich eine besondere Wertschätzung meiner geleisteten Arbeit für unsere Universität dar. Aber Sie ist für mich auch Ansporn für die Bewältigung der Herausforderungen der Zukunft, wie z.B. die Einführung eines modernen Campusmanagementsystems oder die Veränderung der Prozesse in meinem Dezernat aufgrund der Digitalisierung“, sagt Edo Henniges.

Green Office verleiht Nachhaltigkeitspreis an Annina Hessel und Maren Stadtländer

Mit dem Nachhaltigkeitspreis zeichnet das Green Office Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim aus, die sich in ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeit mit nachhaltiger Entwicklung befassen. Das Nachhaltigkeitsbüro der Universität möchte damit einen Beitrag leisten, Nachhaltigkeit in den Forschungsfokus gerade des wissenschaftlichen Nachwuchses zu bringen.

Mit dem Nachhaltigkeitspreis werden Annina Hessel für ihre Bachelorarbeit und die Wirtschaftsinformatikerin Maren Stadtländer für ihre Masterarbeit ausgezeichnet.

Annina Hessel hat ihre Abschlussarbeit im Studium „Philosophie-Künste-Medien“ zum Thema „Basic Needs: Antworten auf das Motivationsproblem in der Umweltethik“ verfasst, betreut durch Professor Andreas Hetzel und Dr. Mareike Kajewski.

„Wer möchte, dass möglichst viele Menschen nachhaltiger leben, sollte vor allem eines tun: es ihnen leicht machen. Wie das gelingen kann, darüber habe ich in meiner Abschlussarbeit geschrieben. Die Auszeichnung ermutigt mich an dem Thema dran zu bleiben und meinen Erkenntnissen konkrete Projekte folgen zu lassen“, sagt Annina Hessel.

Maren Stadtländer hat sich in ihrer Abschlussarbeit im Studiengang „Wirtschaftsinformatik“ mit „Nachhaltigkeit in Geschäftsmodellen: Entwicklung und Evaluation eines Design-Thinking­basierten Workshopkonzeptes“ verfasst, betreut durch Professor Ralf Knackstedt und Dr. Thorsten Schoormann.

„Ich habe mich bereits während des Studiums für Forschung in der Wirtschaftsinformatik – später mit verstärktem Bezug zur Nachhaltigkeit – interessiert. Den Nachhaltigkeitspreis für meine Masterarbeit zu erhalten bedeutet für mich, dass ich mit dieser Forschung auf dem richtigen Weg bin und bestärkt mich in der Entscheidung, auch in Zukunft meinen Fokus auf Herausforderungen der Nachhaltigkeit zu setzen“, sagt Maren Stadtländer.

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Green Office Pressemeldungen
news-18137 Wed, 15 Jan 2020 10:43:00 +0100 Erste universitätsweite Mobilitätsbefragung: Mobilität der Studierenden und Beschäftigten https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/erste-universitaetsweite-mobilitaetsbefragung-mobilitaet-der-studierenden-und-beschaeftigten/ Das Green Office, das Nachhaltigkeitsbüro der Universität Hildesheim, führt derzeit gemeinsam mit dem Baudezernat eine Befragung zur Mobilität der Beschäftigten und Studierenden durch. Sie können noch bis zum 19. Januar 2020 an der Umfrage teilnehmen. Mittlerweile haben 50% der Beschäftigten an der universitätsweiten Mobilitätsbefragung teilgenommen. An der Umfrage können alle Mitglieder der Universität Hildesheim teilnehmen. Um teilzunehmen, nutzen Sie bitte den Link, den Sie am 7. Januar 2020 (Studierende am 9. Januar) erhalten haben. Falls Sie keine E-Mail vorliegen haben, kontaktieren Sie bitte Julia Witter (E-Mail: witterj@uni-hildesheim.de). Die Online-Befragung dauert etwa 10 bis 15 Minuten.

Die erhobenen Daten werden durch das Green Office ausgewertet und innerhalb der Hochschule nur anonymisiert weitergegeben. Die veröffentlichten Ergebnisse werden keinen Personenbezug ermöglichen.

Die Befragung erhebt systematisch, wie Studierende und Beschäftigte zur Universität gelangen, warum sie welche Verkehrsmittel nutzen und welche Herausforderungen sie wahrnehmen. Auf dieser Basis können zukünftig Strategien und Maßnahmen entwickelt werden, um die An- und Abreise zur Universität zu verbessern.

Die Fragen betreffen zum Beispiel die Zufriedenheit mit der Dauer und den Kosten der An- und Abreise vom Wohnsitz zum Arbeitsort bzw. Studienort; die Wahl der Verkehrsmittel (vom Pkw mit Verbrennungsmotor über Elektroauto, Bus und Bahn bis E-Bike oder Fahrrad) oder die Zufriedenheit mit der Radverkehrsinfrastruktur.

Die Ergebnisse der Befragung dienen als Grundlage um in Zusammenarbeit zwischen dem Dezernat für Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten und Betriebstechnik, dem Green Office, dem AStA und der Stadt Hildesheim ein Mobilitätskonzept zu erarbeiten, das dazu beitragen soll, alternative Mobilitätsangebote zu verbessern.

Interview mit Green Office-Koordinatorin Julia Witter und Baudezernent Thomas Hanold

Warum haben Sie die erste universitätsweite Mobilitätsbefragung gestartet?

Thomas Hanold: Wir glauben, dass in Hildesheim insgesamt, aber vor allem auch an der Universität viel Potential besteht, durch ein betriebliches Mobilitätsmanagement die Formen der Mobilität nachhaltiger zu gestalten. In der Weise, dass wir es schaffen, weniger Pkw-Anreise zu bekommen und alternative Formen der Mobilität zu fördern und attraktiver zu machen. Wir freuen uns, dass wir in der Stadtverwaltung Partner haben, die ähnliche Ziele verfolgen. Wir wollen als Universität nicht nur mitmachen, sondern auch Motor dieser Initiative sein und deutlich nachhaltiger werden. Wenn man also plant, zielgerichtete Maßnahmen durchzuführen, ist eine solide Erhebung des IST-Zustandes erforderlich. Was haben wir für eine Ausgangssituation und welche Zwänge liegen bei Studierenden und Beschäftigten vor, die wir kennen und berücksichtigen müssen, um die richtigen Maßnahmen ergreifen zu können.

Julia Witter: Wir sind sehr froh, dass Beschäftigte und Studierende regelmäßig bereits Ideen an uns im Green Office herantragen, wie die Mobilität nachhaltiger gestaltet werden kann. Das sind dann aber individuelle Perspektiven. Bisher wissen wir nicht, wie groß der Anteil von Menschen ist, die an der Universität mit dem Fahrrad, dem Bus oder dem Auto ankommen. Mit den Ergebnissen der Befragung haben wir eine Argumentationsgrundlage, warum wir gewisse Maßnahmen unterstützen. Der andere Aspekt, eine universitätsweite Mobilitätsbefragung durchzuführen, ist die Umwelt- und Klimaverträglichkeit unterschiedlicher Verkehrsmittel und das Potential mobilitätsbedingte CO2-Emissionen zu reduzieren.

Was erhoffen Sie sich davon? Wie werden die Ergebnisse der Befragung für die Erarbeitung eines Mobilitätskonzeptes genutzt?

Julia Witter: Eine Frage, die wir in der Erhebung stellen, ist: Wie kommen die Beschäftigten und Studierenden in der Universität an? Wir wissen dann prozentual, wie viele Menschen zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto oder Bus anreisen. Damit lässt sich der „Modal Split“ darstellen, daraus ableitend können wir Ziele definieren. Etwa: Wir möchten den Anteil der Personen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen um soundso viel Prozent erhöhen. Eventuell werden wir sehen, dass es gewisse Personengruppen gibt, die mit bestimmten Rahmenbedingungen besonders unzufrieden sind, da können wir dann ansetzen.

Thomas Hanold: Wir werden auf Basis der Umfrage viel zielgerichteter Maßnahmen auslösen können. Ein zusätzlicher Aspekt, den ich mir von der Umfrage verspreche: Ich glaube, dass insbesondere auch das Mobilitätsverhalten der Studierenden viel weniger auf das Auto fokussiert ist, als viele denken. Ich erhoffe mir mehr Klarheit, wie ist die Anreise der Studierenden tatsächlich aussieht.

Warum sollten Studierende und Beschäftigte der Universität an dieser Befragung teilnehmen?

Thomas Hanold: Wir wollen etwas verändern, wir wollen Dinge verbessern. Ich bin der festen Überzeugung, dass alternative Formen der Mobilität Spaß machen können. Es geht nicht nur darum, Emissionen zu reduzieren, das natürlich auch. Aber andere Formen der Mobilität können auch die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Aufenthaltsqualität auf dem Campus und im Stadtteil fördern. Ich glaube, wenn der Einstieg gelingt, die Infrastruktur da ist und man sieht, dass andere das auch machen, dann entsteht ein sich selbst dynamisierender Prozess. Wir haben in andere Städte geschaut, wie Hochschulen mit dem Thema Mobilität umgehen. Da sind genau diese Effekte eingetreten, wenn es auf einmal nicht mehr nur wie bisher die Möglichkeit der kostenlosen Parkplätze gab, sondern ein Jobticket subventioniert wird und ein deutliches Signal gesendet wird: Wir tun etwas für jene, die mit dem öffentlichen Nahverkehr anreisen. Oder, wenn wir viele Beschäftigte und Studierende haben, die bereit wären, auf das Fahrrad umzusteigen, dann ist dies ein Zeichen, dass sich etwas im Stadtbild ändern und die Fahrradinfrastruktur besser werden sollte. Ich wünsche mir neben den überdachten Fahrradabstellplätzen auch immernoch einen Fahrradkeller mit Dusche und Spint für alle, die weitere Fahrradwege auf sich nehmen, und eine Fahrradselbsthilfewerkstatt wie die Fazze am Hauptcampus.

Julia Witter: Ein Beispiel ist auch das Jobticket, wir werden im Green Office regelmäßig auf das Jobticket angesprochen. Es gibt bisher kein Jobticket der Universität Hildesheim. Wenn man ein Jobticket einführen möchte, dann muss man mit den Verkehrsverbünden jeweils Verträge schließen und dafür benötigt man eine Mindestabnehmerzahl, diese liegt meist bei 50 Personen. Bisher wissen wir nicht, wie viele Menschen, die hier an der Uni beschäftigt sind, solch ein Jobticket in den verschiedenen Verkehrsverbünden abnehmen würden. Deshalb fragen wir in der Erhebung nach dem Interesse an einem Jobticket und für welche Strecke man es benötigt. Das ist ein ganz konkretes Beispiel, wie man durch die Teilnahme an der Umfrage darauf hinwirken kann, dass sich die Angebote verbessern. Denn ohne diese Daten können wir keine Gespräche beginnen und dementsprechend nicht auf die Einführung eines Jobtickets hinwirken.

Bis wann kann man an der Mobilitätsbefragung noch teilnehmen?

Julia Witter: Jede Stimme zählt, man kann bis zum 19. Januar 2020 noch teilnehmen. Wer die E-Mail nicht mehr in seinem Postfach findet, kann mich kontaktieren und erhält den Link noch einmal zugeschickt.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Zur Person:

Thomas Hanold leitet seit 14 Jahren als Baudezernent das Dezernat für Bau- und Liegenschaftsangelegenheiten und Betriebstechnik der Stiftung Universität Hildesheim. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Julia Witter arbeitet seit 2016 als Koordinatorin im Green Office der Stabsstelle Hochschulentwicklung. Witter hat Wirtschafts-, Sozial- und Umweltwissenschaften studiert.

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Green Office Pressemeldungen
news-18138 Fri, 10 Jan 2020 16:29:37 +0100 Internationale Konferenz und Wippermann-Lecture https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/internationa-52/ Die kognitive und sprachliche Entwicklung des Menschen ist eng miteinander verknüpft. Ein Forschungsteam aus Sprachwissenschaft, Bildungssoziologie und Entwicklungspsychologie befasst sich mit Prozessen des Sprachlernens. Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Universität Hildesheim lädt zur internationalen Konferenz „External and Internal Variables Affecting (Language) Learning Processes“ ein.

„Wippermann Fellowship“

Mit Unterstützung aus der Bürgergesellschaft gelangen internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler nach Hildesheim. Zum fünften Mal vergibt die Universität Hildesheim das „Wippermann Fellowship“. Das Stipendium erhielt in diesem Jahr Professor Adam Winsler von der George Mason University, Virginia, USA. Im Rahmen der Tagung hält der Psychologe am 17. Januar 2020 die Wippermann-Lecture.

Das Ehepaar Jutta und Prof. Dr. Burkhard Wippermann hat 2017 erstmals in Kooperation mit der Universität Hildesheim ein „Wippermann Fellowship” für internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler gestiftet. Das Stipendium beinhaltet eine individuelle Förderung, die dem Gastwissenschaftler Freiräume und Ressourcen für die Durchführung von Forschungs- und Lehrvorhaben an der Universität Hildesheim ermöglicht.

Interdisciplinary Symposium, 17.01.2020
External and Internal Variables Affecting (Language) Learning Processes

Interview mit der Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Kristin Kersten, der Bildungssoziologin Prof. Dr. Janna Teltemann und dem Entwicklungspsychologen Prof. Dr. Werner Greve

Sie richten die internationale Konferenz „External and Internal Variables Affecting (Language) Learning Processes“ aus. Was ist eine zentrale Forschungsfrage, die Sie auf dem Kongress in Hildesheim mit Fachkollegen aus den USA, Großbritannien und Deutschland diskutieren?

Bei dem Symposium geht es darum, wie verschiedene Disziplinen auf Lernprozesse schauen, insbesondere auf Prozesse des Sprachlernens, und darum, welche Rolle einzelne Faktoren dabei spielen. Wichtige Einflussbereiche sind im sozialen und schulischen Umfeld zu sehen, aber sie werden vermittelt über individuelle Prozesse – eben deswegen ist die interdisziplinäre Perspektive so wichtig.

Sie halten Vorträge über das Zusammenspiel von kognitiven und sprachlichen Faktoren. Die kognitive und sprachliche Entwicklung des Menschen ist eng miteinander verknüpft. Was sind Forschungsergebnisse aus Ihren Studien, welche Sie auf dem Kongress vorstellen?

An den Grundschulen im Umfeld von Hildesheim und Hannover finden wir zum Beispiel, dass die Qualität des Unterrichts den Fremdsprachenerwerb vorhersagt: Je bedeutungsvoller die Inhalte und je stimulierender die Aktivitäten, desto besser die Sprachentwicklung. Die frühe Interaktion im Elternhaus zeigt einen Zusammenhang mit dem Arbeitsgedächtnis der Kinder, wie auch der soziale Status im Allgemeinen. Allerdings finden wir auch Hinweise darauf, dass sich bei gutem, stimulierenden Unterricht der negative Zusammenhang zwischen sozialem Status und kognitiver Kompetenz abschwächt.

Sie befassen sich in der Forschung mit der Frage, welche Faktoren Lernprozesse im Allgemeinen und den Zweitspracherwerb im Besonderen beeinflussen und welche Variablen beeinflussbar sind, welche sind dies zum Beispiel?

Letztlich hängen kognitive und sprachliche Prozesse sehr eng zusammen. Alle Faktoren, die die kindliche Entwicklung stimulieren, spielen dabei eine Rolle. Sehr wichtig sind in diesem Zusammenhang das Elternhaus, vor allem die Interaktion von Eltern mit ihren Kindern, besonders in den ersten Jahren, in denen sich das Gehirn stark entwickelt. Die Qualität des Schulunterrichts ist ein anderer wichtiger Aspekt. Auch die Unterschiede zwischen Kindern sind von Bedeutung: so besteht ein starker Zusammenhang zwischen Intelligenz und Gedächtnisfähigkeiten eines Kindes, seinen Verhaltensbereitschaften wie Angst oder Kommunikationsbereitschaft auf der einen Seite und Sprache oder Schulleistungen auf der anderen.

Im Rahmen der Konferenz spricht der Psychologe Dr. Adam Winsler von der George Mason University in Virginia, USA über zweisprachig aufwachsende Kinder und Jugendliche in Miami. Der Wissenschaftler zeigt anhand einer groß angelegten Längsschnittstudie, in der Kinder ab dem 4. Lebensjahr bis zum Abitur begleitet wurden, welche Faktoren den Spracherwerb beeinflussen. Analysen zeigten, dass spanischsprachige Kinder im Vorschulalter mit mehr Eigeninitiative, Selbstbeherrschung und weniger Verhaltensproblemen im Alter von 4 Jahren erfolgreicher Englischkenntnisse am Ende des Kindergartens erlangten als diejenigen, die anfangs in diesen Fertigkeiten schwächere Startvoraussetzungen mitbringen. Adam Winsler ist zum Forschungsaufenthalt im Rahmen des Wippermann-Fellowship an der Universität Hildesheim. Was ermöglicht das Wippermann-Fellowship, mit welchen Forschungsfragen befasst sich der Gastwissenschaftler in Hildesheim? Wie arbeiten Sie zusammen, was ermöglicht das Wippermann-Fellowship?

Die Idee des Wippermann-Fellowships ist es, über kurze Kontakte, etwa auf einer Tagung, per Email oder Skype, hinauszukommen, und in ruhiger Atmosphäre über den Zeitraum einiger Wochen zusammenzuarbeiten, also nicht nur einander Befunde vorzustellen, sondern methodische oder theoretische Fragen und Schwierigkeiten, vielleicht auch Differenzen zu diskutieren. Die Arbeiten von Adam Winsler sind einerseits im Zugang in Vielem ähnlich und deswegen hochinteressant für die sprachwissenschaftlichen Projekte (Kersten), haben aber wegen der Berücksichtigung der sozialen Bedingungen der von ihm untersuchten Kinder auch eine hohe Anschlussfähigkeit an den soziologischen Blick auf Bildungsprozesse (Teltemann). Zugleich ist Winsler disziplinär Entwicklungspsychologe, beachtet also gerade auch individuelle Entwicklungsbedingungen und -prozesse. Eben deswegen war er für ein interdisziplinäres Gespräch so besonders attraktiv. Das ist auch der Ansatz für das Symposium, dass wir aus Anlass seines Fellowships hier organisiert haben.

Die Fragen des Symposiums untersuchen Sie in interdisziplinären Forschungsteams. Welche Erkenntnisse können Sie aufgrund dieser interdisziplinären Zusammenarbeit gewinnen?

Wir sind uns sehr einig darin, dass Bedingungen auf verschiedenen konzeptuellen Ebenen bei der Entwicklung der Sprachkompetenzen oder anderer kognitiver Fähigkeiten in komplexer Weise zusammenwirken: Es ist unerlässlich, individuelle Aspekte (zum Beispiel das Arbeitsgedächtnis), Aspektes des unmittelbaren Umfeldes (etwa Diskussionen mit den Eltern), aber auch allgemeine soziale Randbedingungen (zum Beispiel die Verfügbarkeit von materiellen Ressourcen) zu berücksichtigen. Was häufig weniger beachtet und diskutiert wird, ist die Art und Weise, wie man Zusammenspiel dieser Faktoren, die ja auf verschiedenen theoretischen und empirischen Ebenen liegen (das Arbeitsgedächtnis ist ein Aspekt, der nur das individuelle Kind betrifft, das Elternhaus auch seine Geschwister, der Unterricht alle Kinder in der Klasse etc.), gedacht werden kann. Hier gibt es eine Reihe methodischer und theoretischer Schwierigkeiten, die aus unserer Sicht sehr viel mehr Aufmerksamkeit verdienen. Genau diese Diskussion ist eine Absicht des Symposions.

Gerade weil diese Faktoren aus sozialer, psychologischer und sprachwissenschaftlicher Sicht eng miteinander zusammenhängen, können wir in den verschiedenen Disziplinen stark voneinander profitieren. Das gilt für die empirischen Befunde – also die Forschungsergebnisse zu den Zusammenhängen in den einzelnen Bereichen – genauso wie für methodische Ansätze. In diesem Sinne haben wir auch schon in der Vergangenheit eng zusammengearbeitet.

Wie blickt die Bildungssoziologie auf diese Fragestellungen?

Die Bildungssoziologie greift insbesondere auf, was Lernergebnisse für Folgen für individuelle Lebensgestaltung und Teilhabechancen haben, also etwa inwieweit sie zu Bildungsabschlüssen führen, die den Zugang zum Arbeitsmarkt gestalten. Die Bildungssoziologie zeigt auch, inwieweit Kompetenzen und Bildungsabschlüsse mit anderen Bereichen der Lebensführung, von politischem Interesse über Vertrauen in Mitmenschen und Lebenszufriedenheit, zusammenhängen. Schließlich gilt das Interesse der Bildungssoziologie vor allem den weiteren Rahmenbedingungen, in die die Lernprozesse eingebunden sind: die Institutionen des Bildungssystems, die zum Beispiel die Qualifikation des Lehrpersonals und die Organisation der Schulen und des Unterrichts vorgeben, aber auch die gesellschaftlichen Grundlagen, ihre Demographie und Ungleichheit etwa.

Programm und Abstracts des interdisziplinären Symposiums

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Universität Hildesheim Fachbereich 1 Psychologie Sozialwissenschaften Soziologie Fachbereich 3 Englische Sprache Pressemeldungen
news-18129 Fri, 10 Jan 2020 10:49:00 +0100 „Disinformation´s main challenge to a society is that it destroys trust between each other“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/disinformations-main-challenge-to-a-society-is-that-it-destroys-trust-between-each-other/ Der Niederländer Rolf Nijmeijer und der Brite Jan Erik Kermer befassen sich derzeit als Gastwissenschaftler am Institut für Sozialwissenschaften, Arbeitsbereich Politikwissenschaft, der Universität Hildesheim mit digitalen Methoden in der sozialwissenschaftlichen Forschung. Die beiden Forscher arbeiten im Data Science Lab und tauschen sich mit dem Team um Professor Wolf Schünemann vom Forschungsschwerpunkt Politik und Internet aus. Interview with the guest researchers Rolf Nijmeijer and Jan Erik Kermer

Mr. Nijmeijer, Mr. Kermer, you are currently working in the Data Science Lab in Hildesheim. What research question are you working on?

Rolf Nijmeijer: I am working in the field of Political Science and in particular digital political communication. It is a very exciting and dynamic field. In my research I mostly focus on three different aspects of disinformation, that is, fake information that is spread intentionally to mislead people and to sow distrust. I am looking at the United States, United Kingdom and Germany to see if they have been targeted by disinformation campaigns. Many people think this has been the case. I am also   analysing whether there are big differences between these disinformation campaigns – do they target different kind of groups in the country, do they raise different issues, like migration in Germany? Lastly, I want to compare the targets of these disinformation campaigns to results from social surveys. These surveys ask people whether they have trust in instutions like the media and the government in their country. Lower trust in these instituions may be caused by disinformation campaigns, but one has to keep in mind that this may also be caused by other factors. By comparing all these various forms of data, I hope to gain a better view of the effects of disinformation on societies.

Disinformation is a very hot topic right now – you hear and read a lot about it –  particularly ´fake news´. But I do think it is a bit misunderstood. In many ways it is presented right now as if we are completely manipulated by social media: as soon as somebody puts a false narrative in front of us, we believe it and that influences our elections. I think it is not so simple. It is difficult to change peoples´ minds entirely and I think disinformation´s main challenge to a society is that it destroys trust between each other and within the country people are living in. That is what I want to find out.

Jan Erik Kermer: My project aims to explore whether the Europeanization of national debates in tabloid newspapers (i.e. in terms of the increasing visibility of EU actors, salience of transnational issues, and increasing politicization of EU politics in national arenas) has contributed to the (re-)nationalization of public spheres. In my current field, mass readership papers such as BILD and The Daily Mail have been largely overlooked in the scholarship so far. So I intend to address this research gap. For example, if you think of Brexit – would one define it as a domestic or  transnational issue? Anecdotally speaking, picking up a British newspaper, you would probably conclude that it is a purely national and domestic issue. But if you picked up a German or Italian paper, you might conclude otherwise. Think also about the migration crisis (transnational issue) which has effectively been subsumed into national public spheres as a quintessentially national debate. So we should perhaps be mindful of overemphasising the “transnationalization of public spheres” phenomenon. I ask three central research questions: Does national media coverage of EU affairs increase the salience of national identity and national channels of representation?  Which political actors benefit from an increasingly Europeanised debate? Do national public spheres display within-country similarities or differences in their reporting of EU affairs?

I aim to adopt the method of political claims analysis as a proxy to measure the extent of a public spheres’ renationalisation, complemented by discourse network analysis. Using these methodological tools, I hope to be able to measure and visualize political claims and identify the networks of actors affiliated to each claim.

What do you hope to gain from your research stay at the Institute for Social Sciences at the University of Hildesheim?

Jan Erik Kermer: I hope to enrich my knowledge of different computer programming software such as the R programming language at Hildesheim’s very own Data Lab and trial a method that I intend to use in my PhD, namely, discourse network analysis. I hope to discuss ideas and exchange views concerning my project with Hildesheim’s experts in the field of political communication – particularly Professor Wolf Schünemann, who is an expert in my field, and Stefan Steiger. Fortunately, I know a couple of the guys here have some expertise in this area. I also would like to learn new digital methods in Hildesheim. Lastly, I would like to see Hildesheim and Hannover, particularly, the Mariendom and St.Andreas Kirche!

You chose to come to Hildesheim, not Berlin, not Munich. Why Hildesheim?

Rolf Nijmeijer: A good question! Last year we attended a conference here in Hildesheim about the transformation of the public sphere through digitization. There we met scholars from Hildesheim, including Professor Marianne Kneuer and Professor Wolf Schünemann. The latter also came for a research stay to Rome. We noticed a lot of overlap between their research and our research and we found a lot of similarities in what we want to achieve. Professor Schünemann and Stefan Steiger here in Hildesheim analyzed how political campaigns have been conducted with Twitter posts, so the research in Hildesheim is very relevant to me and I can learn from the methodology they used for my own research. Hildesheim is definitely advanced in this regard.

What opportunities arise when you work together in international research networks, especially in the field of digitisation?

Jan Erik Kermer: Many opportunities! It is a great environment to further research ideas and exchange views from different cultural standpoints. As the saying goes: „not all classrooms have four walls.“ This research stay in Hildesheim is especially fruitful for my research on transnational public spheres and Europeanization in the digital age. Coming to Germany to discuss with scholars is an invaluable opportunity which is crucial to my research. Germany is the birthplace of intellectual giants such as Jürgen Habermas and Karl Deutsch. German universities are also at the forefront of digital methodological innovations and cutting-edge facilities.

Rolf Nijmeijer: It is very useful to have people from different countries working on similiar topics together, and to learn from and help each other. We are, for example, taking a look at my data set to try and see if the methodologies used by Prof. Wolf Schünemann and Stefan Steiger can be used for my research. The data I am using right now is from the 2016 US elections. I am really curious to see what comes out of this data set. There are millions of Tweets to analyze.

Mr. Kermer, is there, as a researcher, a fear how the Brexit will develop?

Jan Erik Kermer: I do not think, there will be huge changes, but of course, if the UK would still be in the European Union, we´d have more funding and research opportunities for British scholars. I think Brexit is a shame. But I am still confident that research networks between Germany and the UK will still flourish post-Brexit given the deeply entrenched networks that already exist.

Questions: Isa Lange

Wenn Sie die Gastwissenschaftler treffen möchten, kontaktieren Sie Rolf Nijmeijer (r.nijmeijer@luiss.it) und Jan Erik Kermer (j.kermer@luiss.it) gerne per Email. Die Wissenschaftler sind bis zum 16. Januar 2020 in Hildesheim.

Forschungsschwerpunkt Politik und Internet

Digitalisierung im Fokus der Hildesheimer Sozialwissenschaften

Der Niederländer Rolf Nijmeijer und der Brite Jan Erik Kermer befassen sich während ihres zweiwöchigen Forschungsaufenthalts am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim mit digitalen Methoden in der sozialwissenschaftlichen Forschung.

Die beiden Doktoranden der LUISS-Universität in Rom möchten in Hildesheim vor allem ihre Kompetenzen im Hinblick auf Digitalisierung und digitale Methoden erweitern. Sie arbeiten im Data Science Lab und tauschen sich in mehreren Arbeitssitzungen mit Wolf Schünemann, Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internet und Politik an der Universität Hildesheim, aus. Zwischen den Universitäten in Hildesheim und Rom bestehen seit 2018 enge Austauschbeziehungen im Hinblick auf die Digitalisierungsforschung. Diese wurden begründet durch die Leiterin des Forschungsschwerpunkts Politik und Internet in Hildesheim, Prof. Dr. Marianne Kneuer, und den Direktor des Centre for Conflict and Participation Studies (CCPS) an der LUISS-Universität, Prof. Dr. Michele Sorice.

Der Forschungsaufenthalt der beiden Gastwissenschaftler wird anteilig durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur über das International Office der Universität Hildesheim gefördert.

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Sozialwissenschaften Politik Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
news-18132 Fri, 10 Jan 2020 10:14:00 +0100 Zukunft des Hofcafés auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/zukunft-des-hofcafes-auf-dem-kulturcampus-domaene-marienburg/ Das Hofcafé wird ab November 2020 für ein Jahr in die Räumlichkeiten des „Nil“ ziehen. In dieser Zeit wird das Gebäude des Hofcafés am Kulturcampus saniert. Danach wird das Hofcafé im November 2021 auf den Kulturcampus zurückkehren. Das Hofcafé auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg hat eine Zukunft: Das Hofcafé wird ab November 2020 für ein Jahr in die Räumlichkeiten des „Nil“ im Museum ziehen. In dieser Zeit wird das Gebäude des Hofcafés am Kulturcampus Domäne Marienburg saniert.

Danach wird das Hofcafé im November 2021 auf den Kulturcampus zurückkehren.

Gemeinsam mit dem Pächter Helge Peinzger hat sich die Universität Hildesheim daran beteiligt, eine Lösung zu erarbeiten, die den Betrieb des Hofcafés längerfristig zum Nutzen aller sichert, den Beschäftigten eine Perspektive bietet und die dringend erforderliche Sanierung nach der Hochwasserkatastrophe 2017 ermöglicht.

Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 10.01.2020,
„Das ist die Lösung: Hofcafé zieht vorübergehend ins Nil“ [PDF]

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Fachbereich 2 Pressemeldungen
news-18119 Wed, 08 Jan 2020 13:20:40 +0100 Wahl einer neuen Präsidentin/eines neuen Präsidenten der Stiftung Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/wahl-einer-neuen-praesidentineines-neuen-praesidenten-der-stiftung-universitaet-hildesheim/ An der Stiftung Universität Hildesheim ist zum 1. Januar 2021 die Position der Präsidentin/des Präsidenten neu zu besetzen. Von der zukünftigen Stelleninhaberin/dem zukünftigen Stelleninhaber wird unter anderem erwartet, „dass sie/er die Potentiale der Universität mit ihren unterschiedlichen Wissenschaftskulturen weltoffen und mit visionärer Kraft erkennt, bündelt und fördert“. Die Präsidentin/der Präsident wird auf Vorschlag des Senats vom Stiftungsrat ernannt oder bestellt. Im Januar 2020 wurde die Ausschreibung veröffentlicht. Im Februar 2020 sollen die Bewerbungsunterlagen gesichtet werden. Für Ende April ist eine hochschulöffentliche Anhörung geplant. An der Stiftung Universität Hildesheim ist zum 1. Januar 2021 die Position der Präsidentin/des Präsidenten neu zu besetzen. Von der zukünftigen Stelleninhaberin/dem zukünftigen Stelleninhaber wird laut Ausschreibungstext unter anderem erwartet, „dass sie/er die Potentiale der Universität mit ihren unterschiedlichen Wissenschaftskulturen weltoffen und mit visionärer Kraft erkennt, bündelt und fördert“. 

Darüber hinaus wird erwartet, dass die zukünftige Stelleninhaberin/der zukünftige Stelleninhaber einen Wohnsitz in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg nimmt.

Die Präsidentin/der Präsident wird auf Vorschlag des Senats vom Stiftungsrat ernannt oder bestellt. Die Ernennung oder Bestellung erfolgt in ein Beamtenverhältnis auf Zeit für eine Amtsdauer von sechs und bei Wiederwahl von weiteren acht Jahren oder in ein entsprechend befristetes Angestelltenverhältnis.

Verfahren zur Wahl einer neuen Präsidentin/eines neuen Präsidenten der Stiftung Universität Hildesheim:

Wie vom Niedersächsischen Hochschulgesetz vorgesehen, wurde zunächst eine Findungskommission gebildet, für die der Senat und der Stiftungsrat jeweils drei Mitglieder aus ihrer Mitte bestellt haben. Zum Vorsitzenden wurde der Vorsitzende des Stiftungsrats, Dr. Uwe Thomas, gewählt. Qua Gesetz gehören auch die Gleichstellungsbeauftragte sowie ein Vertreter des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur der Kommission als beratende Mitglieder an. Um alle Fachbereiche und Statusgruppen von Beginn an in den Auswahlprozess einzubeziehen, wurde die Kommission darüber hinaus um weitere beratende Mitglieder ergänzt.

In ihrer ersten Sitzung im Dezember 2019 erstellte die Kommission einen Entwurf des Ausschreibungstextes. Diesem stimmten Senat und Stiftungsrat anschließend einstimmig zu.

Im Januar 2020 wurde die Ausschreibung veröffentlicht. Im Februar 2020 sollen die Bewerbungsunterlagen gesichtet werden. Für Ende April ist eine hochschulöffentliche Anhörung geplant.

Stellenausschreibung

Auszug aus dem Niedersächsischen Hochschulgesetz (NHG) § 38

Bei Fragen kontaktieren Sie gerne Isa Lange (Pressesprecherin, presse@uni-hildesheim.de, 05121 883 90100).

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Pressemeldungen
news-18082 Tue, 07 Jan 2020 15:04:00 +0100 Fachbereich Sprach- und Informationswissenschaften: Studierende geben Einblicke in ihr Masterstudium https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/fachbereich-sprach-und-informationswissenschaften-studierende-geben-einblicke-in-ihr-masterstudium/ Sind Sie neugierig auf ein Masterstudium in den Sprach- und Informationswissenschaften? Von Deutsch als Zweitsprache über Internationales Informationsmanagement oder Barrierefreie Kommunikation bis zu Medienübersetzen: Hier geben einige Studentinnen und Studenten Einblicke in ihr Masterstudium. Meet your Master!
Besuchen Sie den Masterinformationstag
am Fachbereich 3 Sprach- und Informationswissenschaften
Mittwoch, 8. Januar 2020

„Sprache ist ein wichtiges Instrument, um Menschen zu verbinden und gesellschaftliche Grenzen zu überwinden“

„Der Studiengang „Barrierefreie Kommunikation“ ist an der deutschlandweit einzigen Forschungsstelle Leichte Sprache Hildesheim angesiedelt. Der ‚Duden Leichte Sprache‘ wurde von Hildesheimer Professorinnen geschrieben. So erfahre ich hier fast nebenbei die neuesten wissenschaftlichen und praktischen Entwicklungen im Feld Barrierefreie Kommunikation. Da in jedem Jahrgang nur 20 Studierende aufgenommen werden, ist die Betreuung sehr gut.

Den Studiengang „Barrierefreie Kommunikation“ empfehle ich Menschen, die Inhalte so aufbereiten möchten, dass sie auch Menschen mit Hör- oder Sehbehinderungen, Nicht-Muttersprachler oder Analphabetinnen und Analphabeten erreichen, zum Beispiel auf Webseiten oder durch Untertitelungen. Sprache ist ein wichtiges Instrument, um Menschen zu verbinden und gesellschaftliche Grenzen zu überwinden.“

Elena Husel studiert im Master „Barrierefreie Kommunikation“. Sie ist aus Schwaben nach Hildesheim in den Norden gezogen.

„Den Master IIM-SWIKK empfehle ich Studierenden, welche sich Fragen an heutige Kommunikationsstrukturen stellen“

„Den Master IIM-SWIKK empfehle ich Studierenden, welche sich viele Fragen an heutige Kommunikationsstrukturen in der zwischenmenschlichen Interaktion stellen oder generell Interesse an gesellschaftlichem Wandel haben. Durch die Digitalisierung wird sich der Arbeitsmarkt grundlegend verändern und die Berufe von morgen benötigen ein flexibleres und schnelleres Einarbeiten.

Hildesheim ist für Menschen geeignet, welche sich dem Trubel überfüllter Hörsäle entziehen wollen. Die Stadt ist verglichen mit größeren Städten sehr überschaubar und ruhig. Aber über ehrenamtliche Arbeit schafft man sich ein solides Netzwerk und trifft super viele Leute, denn viele Partys finden privat statt.

Man muss sich also auf die Stadt einlassen, dann lässt es sich hier wirklich gut leben, denn die Mieten sind ebenfalls nicht zu teuer.“

Lee Sean Kensok studiert am Bühler-Campus der Uni Hildesheim „Internationales Informationsmanagement – Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“ (IIM-SWIKK). Der 26-Jährige kommt gebürtig aus Stuttgart und zog bereits zum Bachelorstudium nach Hildesheim, um sich auf das Informationsmanagement im digitalen und globalen Zeitalter zu spezialisieren.

Ausführliches Interview mit Lee Sean Kensok

„Im Masterstudiengang Deutsch als Zweitsprache / Deutsch als Fremdsprache steht ein handlungs- und ressourcenorientierter Umgang mit Mehrsprachigkeit im Vordergrund. Im Beruf als Lehrerin kann ich künftig kompetent und ressourcenorientiert mit Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer umgehen.“

„Der Masterstudiengang „Deutsch als Zweitsprache / Deutsch als Fremdsprache“ zeichnet sich durch seinen interdisziplinären Charakter aus und gliedert sich in verschieden Bereiche. Dabei finden sowohl sprachwissenschaftliche, als auch sprachdidaktische und interkulturelle Vertiefungen statt und es steht insgesamt ein sehr handlungs- und ressourcenorientierter Umgang mit Mehrsprachigkeit im Vordergrund. So werden beispielsweise kontrastive Sprachvergleiche zu anderen Sprachen erarbeitet und daraufhin analysiert, vor welchen besonderen Herausforderungen und Potentialen Lernende mit der entsprechenden Erstsprache stehen.

Ich habe mich für diesen Master mit der Motivation entschieden, zusätzlich zu meinem Lehramtsstudium Kompetenzen in der Vermittlung von Deutsch als Zweit-und Fremdsprache zu erhalten und somit nicht nur weitere Berufsqualifikationen zu erwerben, sondern auch im Beruf als Lehrerin kompetent und ressourcenorientiert mit Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer umgehen zu können.

Die Möglichkeit, mein Lehramtsstudium mit diesem Studiengang verknüpfen und beide Masterstudiengänge parallel studieren zu können, bietet ein einzigartiges Potential und ich habe schnell gemerkt, dass ich in Bezug auf meine berufliche Qualifizierung stark von diesem Angebot profitiere.

Ich empfehle diesen Studiengang Studieninteressierten, die ihre Kompetenzen bei der Vermittlung von Deutsch als Zweit- und Fremdsprache für einen Beruf im In- oder Ausland erweitern möchten. Außerdem kann ich dieses Studium für angehende bzw. bereits im Beruf stehende Lehrer*innen empfehlen, da von einem ressourcenorientierter und kompetenten Umgang mit Mehrsprachigkeit im Unterricht alle Beteiligten stark profitieren.“

Joanna Giesbrecht studiert im Masterstudium „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ am Fachbereich Sprach- und Informationswissenschaften der Universität Hildesheim. Zuvor hat sie das Bachelorstudium Grundschullehramt mit den Fächern Deutsch und Sachunterricht in Hildesheim abgeschlossen. Die 24-Jährige ist in Filadelfia, Paraguay, geboren.

„Das Masterstudium Medientext und Medienübersetzen empfehle ich Medien- und Sprachinteressierten. Wir beschäftigen uns mit Fragen der Verständlichkeit für verschiedene Zielgruppen.“

„Wir beschäftigen uns im Masterstudium „Medientext und Medienübersetzen“ mit Fragen der Verständlichkeit und Verständlichmachung von MedienTEXTEN für verschiedene Zielgruppen. Diese Zielgruppen lassen sich in zwei Kategorien aufteilen: Personen, die nicht-deutschsprachige Medieninhalte aufgrund mangelnder Fremdsprachenkompetenzen nicht verstehen, und Personen, die Medieninhalte in der deutschen Sprache aufgrund von Behinderungen nicht verstehen.

Diese Inhalte liegen in Form von TEXTEN vor, die verschiedentlich ausgestaltet sein können. Dabei ist für uns alles ein TEXT, was über Trägermedien wie Bücher und Fernsehgeräte/Radios vermittelt wird. Die Großschreibung des Wortes „TEXT“ dient dabei der Kenntlichmachung dieses Ansatzes im Gegensatz zu einem allgemeinsprachlichen Verständnis von „Text“. Unser Fokus liegt insbesondere auf der Erforschung der Mündlichkeit und wie sie zum Beispiel in Filmen konstruiert (fingiert) wird, was relevant für Untertitelung und Synchronisation ist. Aber auch die kombinierte Wirkung von Bild und Schrifttext wie in Comics gehört zu unserem Forschungsbereich. Ein weiterer Schwerpunkt ist die barrierefreie Kommunikation, bei der wir verschiedene Kompetenzen und Techniken wie die Leichte Sprache oder Audiodeskription lernen, um etwa medizinische Informationstexte oder Fernsehserien für Menschen mit Behinderungen unterschiedlichster Art zugänglich zu machen.

Das Studium „Medientext und Medienübersetzen“ empfehle ich Medien- und Sprachinteressierten, besonders jenen mit Literatur-, Film- oder Theaterbegeisterung sowie mit Neugierde auf die verschiedenen Formen barrierefreier Kommunikation.

Die Atmosphäre in Hildesheim ist gemütlich, der Kontakt zu den Dozierenden eng und der Anwendungsbezug gerade in den diversen Übersetzungskursen – Kurse wie Audiodeskription mitgerechnet – hoch. Exkursionen und Lehrbeauftragte aus der Praxis bieten darüber hinaus konkrete Einblicke in die Berufswelt und ermöglichen erste Kontaktaufnahmen für Praktika und Jobs. Kleine Gruppengrößen ermöglichen darüber hinaus aktive Beteiligungsmöglichkeiten selbst in Vorlesungen. Letztlich ist auch eine aktive Mitgestaltung der Studienbedingungen durch dafür offene Dozierende und eine engagierte Fachschaft möglich.“

Yannik Kolmer, 24, studiert „Medientext und Medienübersetzen“, ist aus dem Landkeis Osnabrück zum Studium nach Hildesheim gezogen.

„Wir lernen zum Beispiel das Übersetzen in Leichte und Einfache Sprache, bekommen Einblicke in das Erstellen von Audiodeskriptionen und Audioeinführungen, können uns im Schriftdolmetschen ausprobieren und lernen erste Grundlagen der Deutschen Gebärdensprache.“

„Im Studiengang „Barrierefreie Kommunikation“ beschäftigen wir uns mit unterschiedlichen Kommunikationsarten. Das Ziel ist es, Möglichkeiten kennenzulernen, wie Texte oder andere Kommunikate so gestaltet werden können, dass sie von möglichst vielen Menschen verstanden werden. Dazu lernen wir zum Beispiel das Übersetzen in Leichte und Einfache Sprache, bekommen Einblicke in das Erstellen von Audiodeskriptionen und Audioeinführungen, können uns im Schriftdolmetschen ausprobieren und lernen erste Grundlagen der Deutschen Gebärdensprache. Durch viele Projektseminare bekommen wir die Chance schon von Anfang an Einblicke in die Praxis zu erlangen.

Den Studiengang empfehle ich prinzipiell jedem/jeder, der/die Spaß an Sprache und Kommunikation hat und dazu beitragen möchte, dass mehr Menschen Zugang zu Informationen haben.

Hildesheim als Studienort kann ich deshalb weiterempfehlen, weil die Stadt – meiner Meinung nach – eine gute Größe hat, es vor allem im Sommer viele kulturelle Angebote gibt und die Atmosphäre an der Uni sehr persönlich und nett ist.“

Marie Leusder, 23, studiert im Master „Barrierefreie Kommunikation“ an der Uni Hildesheim. Für das Masterstudium ist sie von Köln nach Hildesheim gezogen.

„Wir befassen uns mit der sprachwissenschaftlichen Perspektive auf die interkulturelle Kommunikation und wie Sachverhalte in unterschiedlichen Kulturen versprachlicht werden“

„Wir befassen uns im Masterstudium IIM-SWIKK hauptsächlich mit der sprachwissenschaftlichen Perspektive auf die interkulturelle Kommunikation, also wie Sachverhalte in unterschiedlichen Kulturen versprachlicht werden. Dabei beziehen wir aber auch viele Ansätze aus der Kulturwissenschaft mit ein, wodurch sich ein interessanter Blick auf den Gegenstand eröffnet. Zum Beispiel betrachten wir die Versprachlichungsstrategien von türkischstämmigen Migrationskindern in Deutschland untereinander und welchen Einfluss das auf ihre Identitätsbildung hat.

Das Besondere an dem Studiengang ist die Dreiteilung. Das heißt, dass man zwar hauptsächlich sprachwissenschaftlich arbeitet, aber auch einen Einblick in die Informationswissenschaft sowie in ein Nebenfach erhält. Dadurch ergibt sich eine sehr individuelle Interdisziplinarität.

Der Studiengang eignet sich vor allem für Leute, die zu ihrem sprachwissenschaftlichen Studium gerne noch andere Richtungen zusätzlich machen wollen.“

Josephine Marktscheffel, studiert den Master „Internationales Informationsmanagement: Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“ (IIM-SWIKK) mit dem Nebenfach BWL. Die 24-Jährige ist aus Marburg zum Studium nach Hildesheim gezogen.

Info: Masterinformationstag

Masterinformationstag am Mittwoch, 8. Januar 2020 am Bühler-Campus – informieren Sie sich über die Masterstudiengänge am Fachbereich 3 „Sprach- und Informationswissenschaften“ der Universität Hildesheim: Beim „Meet your Master“ haben Sie die Möglichkeit, persönlich mit Lehrenden und Studierenden der Masterstudiengänge in Kontakt zu treten und sich eingehend über die verschiedenen Masterstudiengänge zu informieren. Neben der Vorstellung der Studiengänge, bieten wir Ihnen Erklärungen zu den Zugangs- und Zulassungsvoraussetzungen und Erläuterungen des Bewerbungsverfahrens.

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Fachbereich 3 Deutsche Sprache Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Interkulturelle Kommunikation Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Pressemeldungen Studierendenportal
news-18097 Mon, 06 Jan 2020 17:40:00 +0100 Informationsmanagement: Interview mit dem Studenten Lee Sean Kensok https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/informationsmanagement-interview-mit-dem-studenten-lee-sean-kensok/ Lee Sean Kensok studiert am Bühler-Campus der Uni Hildesheim „Internationales Informationsmanagement – Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“. Der 26-Jährige kommt gebürtig aus Stuttgart und zog bereits zum Bachelorstudium nach Hildesheim, um sich auf das Informationsmanagement im digitalen und globalen Zeitalter zu spezialisieren. Meet your Master!
Besuchen Sie den Masterinformationstag
am Fachbereich 3 Sprach- und Informationswissenschaften
Mittwoch, 8. Januar 2020

Mit welchen Fragen befassen Sie sich in Ihrem Studiengang „Internationales Informationsmanagement – Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation (IIM-SWIKK)" zum Beispiel?

Der Studiengang IIM-SWIKK schafft mir einen Überblick über einen sehr breiten Themenbereich. Ich beschäftigte mich mit der Grundlagentheorie in Linguistik, Soziologie, Philosophie, Psychologie, Informatik und weiteren Studienbereichen, so konnte ich ein sehr breites Wissen in den jeweiligen Bereichen sammeln. Durch teilweise freiere Themenbeschäftigung, persönliches Interesse und Studien- sowie Prüfungsleistungen konnte ich dieses Wissen erweitern und verfeinern. Ziel des Studiengangs ist es unter anderem, im beruflichen und privaten Alltag auf verschiedene Kommunikationssituationen – diese können sich auch in einem internationalen Rahmen befinden – geschickt und kompetent zu reagieren. Durch die sehr flexible Zeiteinteilung das Masterstudiums bleibt genug Zeit, sich intensiv über das Studienfach hinaus zu entwickeln. Ich konnte diese freie Zeit nutzen, um mich wirklich weiterzuentwickeln und vertieftes Wissen über unterschiedliche Wissenschaften zu erlernen. Dazu gab mir sowohl der Bachelor „Internationales Informationsmanagement“ (IIM) als auch der Master IIM-SWIKK eine gute Grundlage. Durch meine Nebenfächer Kulturvermittlung, Politik- und Medienwissenschaften wurde mir ebenfalls ein Einblick in andere Fachbereiche ermöglicht, in denen andere Lehrstrukturen sowie zusätzliche Theorie vertieft vermittelt wurde.

Wem empfehlen Sie diesen Studiengang?

Es handelt sich um ein geisteswissenschaftliches Studium, weswegen ich den Master IIM-SWIKK Studierenden empfehle, welche sich viele Fragen an heutige Kommunikationsstrukturen in der zwischenmenschlichen Interaktion stellen oder generell Interesse an gesellschaftlichem Wandel haben. Durch die Digitalisierung wird sich der Arbeitsmarkt grundlegend verändern und die Berufe von morgen benötigen ein flexibleres und schnelleres Einarbeiten. Von allem ein bisschen zu lernen und sich privat oder über Praktika – was sehr zu empfehlen ist, denn viele Unternehmen tun sich schwer mit seltenen Masterstudiengängen –zu spezialisieren, kann, denke ich, nicht schaden.

Was macht das Studium am Bühler-Campus in Hildesheim einzigartig?

Hildesheim ist für Menschen geeignet, welche sich dem Trubel überfüllter Hörsäle entziehen wollen. Die Stadt ist verglichen mit größeren Städten sehr überschaubar und ruhig. Aber über ehrenamtliche Arbeit schafft man sich ein solides Netzwerk und trifft super viele Leute, denn viele Partys finden privat statt. Man muss sich also auf die Stadt einlassen, dann lässt es sich hier wirklich gut leben, denn die Mieten sind ebenfalls nicht zu teuer. Es liegt also an jedem*jeder einzelnen, was er oder sie aus dem Studium rausholt.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Pressemeldungen
news-18071 Fri, 03 Jan 2020 15:21:00 +0100 Kulturwissenschaftliche Studiengänge: FSJ-Bildungstage und Infotag am Kulturcampus https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/kulturwissenschaftliche-studiengaenge-fsj-bildungstage-und-infotag-am-kulturcampus/ 40 junge Erwachsene vom „Freiwilligen Sozialen Jahr" (FSJ) sind im Januar 2020 zu Gast an der Universität Hildesheim: Gemeinsam mit Studierenden der Kulturwissenschaften besuchen sie Seminare, hören Vorträge und lernen so den Uni-Alltag kennen. Während der Bildungstage gibt der kulturwissenschaftliche Fachbereich Einblick in das Studien- und Berufsziel Kultur. Parallel zu den Bildungstagen findet am Kulturcampus Domäne Marienburg am 21. Januar 2020 der Infotag für die kulturwissenschaftlichen Bachelorstudiengänge sowie für den Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ statt. FSJ-Bildungstage: „Wir organisieren die Bildungstage immer wieder gerne, weil sie den Jugendlichen einen intensiven Blick in alles bieten, was zum Studium der kulturwissenschaftlichen Studiengänge dazugehört: Lehre, freie Projektarbeit und das Unileben“

Vom 20. bis 22. Januar 2020 sind zum dreizehnten Mal Teilnehmerinnen und Teilnehmer des FSJ Kultur und FSJ Politik aus allen Regionen Deutschlands zu Gast auf dem Kulturcampus der Universität Hildesheim. Sie bekommen dort einen Einblick in die kulturvermittelnden Studiengänge Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, Szenische Künste, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus sowie Philosophie-Künste-Medien. Die Teilnehmer kommen aus der ganzen Bundesrepublik, unter anderem Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Thüringen.

„Die Bildungstage an der Universität Hildesheim bieten den jungen Erwachsenen die Chance zu überprüfen, in wie fern sie ihren kulturellen Interessen in Form eines Studiums bei uns vertieft nachgehen möchten“, sagt die Kulturwissenschaftlerin Julia Speckmann.

Im FSJ Kultur und FSJ Politik engagieren sich junge Menschen zwischen 16 bis 27 Jahren für ein Jahr in Museen und Theatern, in Medientreffs und Kunstschulen, in Bibliotheken und Gedenkstätten, in Musikeinrichtungen oder soziokulturellen Zentren.

„Wir organisieren die Bildungstage immer wieder gerne, weil sie den Jugendlichen einen intensiven Blick in alles bieten, was zum Studium der kulturwissenschaftlichen Studiengänge dazugehört: Lehre, freie Projektarbeit und das Unileben mit Kommilitoninnen und Kommilitonen drumherum. Drei Tage lang das Unileben zu erkunden und mit studentischen Mentorinnen und Mentoren zu sprechen, da kann man sich schon einen umfassenden Überblick verschaffen“, sagt Speckmann. Die Studentinnen und Studenten aus den höheren Semestern helfen den Jugendlichen und sind „ein erster Kontakt“. Die Hildesheimer Bildungstage sind ein Kooperationsprojekt zwischen der Universität und der LKJ Niedersachsen e.V..

Parallel zu den FSJ-Bildungstagen findet am Kulturcampus Domäne Marienburg am 21. Januar 2020 auch der Infotag statt.

Infotag am Kulturcampus:

Kulturwissenschaftliche Bachelorstudiengänge

Wer in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in Funk- und Fernsehanstalten, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung arbeiten möchte, sollte den Infotag auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg am Dienstag, 21. Januar 2020, von 09:45 bis etwa 17:00 Uhr nicht verpassen.

Lehrende und Studierende der Universität Hildesheim geben einen persönlichen Einblick in das Studium. Die Gäste werden nach der gemeinsamen Begrüßung um 9:45 Uhr auf dem Kulturcampus der Uni Hildesheim (Domänenstraße, 31141 Hildesheim) von Studierenden über den Kulturcampus geführt. Ab 10:15 Uhr können Studieninteressierte im Schnupperstudium gemeinsam mit Mentorinnen und Mentoren an Seminaren und Vorlesungen teilnehmen

Ab 14:00 Uhr stellen Lehrende die Bachelorstudiengänge vor, darunter: „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ und die Studienvariante Bachelor Plus „Kulturpolitik im internationalen Vergleich“ „Szenische Künste“, „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ sowie „Philosophie Künste Medien“. Außerdem informiert die Universität über Stipendien, Studienfinanzierung und die künstlerische Eignungsprüfung. Das gesamte Programm ist im Internet zu finden. Bitte melden Sie sich auf dieser Seite an, wenn Sie am Schnupperstudium teilnehmen möchten.

Infotag am Kulturcampus:

Master „Kulturvermittlung“

Für am Master-Studiengang „Kulturvermittlung“ sowie dem Deutsch-Französischen Doppelmaster „Kulturvermittlung / Médiation culturelle des arts“ Interessierte gibt es ebenfalls die Möglichkeit, an der Begrüßung um 9:45 Uhr sowie der anschließenden Domänenführung teilzunehmen und ab 10:15 Uhr ausgewählte Seminare zu besuchen. Das Programm finden Sie online.

Um 14:00 Uhr stellt die Studiengangsverantwortliche Prof. Dr. Birgit Mandel zusammen mit Prof. Dr. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, Professorin für Kulturelle Bildung am Institut für Kulturpolitik, das Konzept des Masters und der deutsch-französischen Variante vor und lädt ein, ins Gespräch zu kommen und individuelle Fragen zu stellen.

Studieren mit Spielraum

In den kulturwissenschaftlichen Studiengängen der Universität Hildesheim können Studierende mit Spielraum studieren. Der Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation kombiniert kulturwissenschaftliche Theorie mit Kulturmanagement und mit künstlerischer Praxis in Theater, Musik, Literatur Film, Medien oder Bildender Kunst.

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Pressemeldungen
news-18056 Mon, 30 Dec 2019 16:26:00 +0100 „Das Besondere am Zentrum für Digitalen Wandel ist die Interdisziplinarität“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/das-besondere-am-zentrum-fuer-digitalen-wandel-ist-die-interdisziplinaritaet/ Als Geschäftsführerin des Zentrums für Digitalen Wandel hat Dr. Bianca Burgfeld-Meise ihre Arbeit aufgenommen. Im Gespräch gibt die Medienwissenschaftlerin Einblicke in ihre Arbeit. Das Zentrum erarbeitet aktuell verschiedene Aktivitäten, um den Austausch und die Vernetzung an der Universität und in der Region Hildesheim im Kontext des Digitalen Wandels zu unterstützen. Im Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Grundstruktur, der Komplexität und den Chancen und Risiken des digitalen Wandels aus technischer sowie sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Forschungsperspektive.

Kontakt bei Fragen:
Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change
Geschäftsführerin Dr. Bianca Burgfeld-Meise
burgfeldmeise@uni-hildesheim.de

Zentrum für Digitalen Wandel / Center for Digital Change

Interview mit Dr. Bianca Burgfeld-Meise

Frau Dr. Burgfeld-Meise, Sie sind neu an der Universität Hildesheim und arbeiten als Geschäftsführerin des Zentrums für Digitalen Wandel / Center for Digital Change. Worauf freuen Sie sich?

Themen der Digitalisierung beschäftigen mich schon seit Beginn meiner wissenschaftlichen Karriere. So zum Beispiel in meiner Dissertation zur Konstruktion von Sozialität in Social Network Sites, dann im vom BMBF geförderten Digital Humanities-Projekt „Zentrum Musik – Edition – Medien“ und zuletzt im BMBF-Projekt „DigHomE Digital Home Learning Environment“. Auch in der Lehre im Arbeitsbereich Medienpädagogik und empirische Medienforschung habe ich mit den Studierenden viele Digitalisierungsphänomene besprochen, zuletzt das Verhältnis von Medien, Digitalisierung und Bildung.

Das Zentrum bietet dementsprechend für mich die Möglichkeit meine bisherigen wissenschaftlichen Erfahrungen und Expertisen einzubringen und in Abstimmung mit dem Vorstand sowie den unterschiedlichen Fachbereichen, Instituten und Einrichtungen der Universität ein Zentrum aufzubauen, welches auf Dauer Themen der Digitalisierung an der Universität verankert. Die Universität Hildesheim hat mit der Gründung des Zentrums erkannt, wie wichtig der interdisziplinäre Austausch in Digitalisierungskontexten ist. Viele Ausschreibungen aus der Forschungsförderung sehen mittlerweile fächerübergreifende Forschungskonsortien vor. Diese können sich natürlich für jede Ausschreibung ad hoc zusammenfinden, jedoch finde ich es sehr bereichernd grundsätzlich interdisziplinär verbunden zu sein und die Diskussion mit Vertreterinnen und Vertretern anderer Fachbereiche zu suchen und zu pflegen, um neue Sichtweisen und Blickwinkel auf Phänomene einnehmen zu können. Das hat auch enorme Vorteile bei der Identifizierung und Ausarbeitung neuer Forschungsbereiche und Forschungsförderungen. Ich habe in den ersten Tagen an der Universität durch Besuche in Instituten, Fachbereichen und Ringvorlesungen schon einige Einblicke über die facettenreiche Diskussion von Digitalisierungsthemen aus den unterschiedlichsten Disziplinen gewinnen dürfen. Ich freue mich schon sehr darauf, diese Einblicke zu vertiefen und die jeweiligen Perspektiven auf Digitalisierungsthemen näher kennenzulernen. Darüber hinaus ist es eine wunderbare Herausforderung, dieses Zentrum mit den unterschiedlichen Akteuren gemeinsam aufzubauen und weiterzuentwickeln.

Als Medienwissenschaftlerin haben Sie sich mit sozialen Netzwerken befasst. Im Zentrum arbeiten technische und Geisteswissenschaften zusammen. Was ist besonders am Zentrum für Digitalen Wandel?

Das Besondere ist die Interdisziplinarität. Sehr beeindruckend ist daher für mich auch die interdisziplinäre Zusammensetzung des Vorstands und die gemeinsame, sehr produktive  Arbeit, die bislang geleistet wurde. Dabei möchte ich die Vorstandsmitglieder unterstützen und denke, da gute Anknüpfungsangebote anbieten zu können: Mein medienwissenschaftliches Studium war mit Anteilen aus der Ökonomie, Informatik und Medien- sowie Kulturwissenschaft bereits interdisziplinär ausgerichtet. Diese Interdisziplinarität hat mich auch in Projekten mit Wissenschaftlerinnen aus der Informatik, aus den Ingenieurswissenschaften, der Architektur, der Ökonomie, der Philosophie, der Psychologie und auch der Musik- und Medienwissenschaft begleitet.

Interdisziplinarität ist m. E. sehr bereichernd, aber auch kein Selbstläufer und gestaltet sich hier und da als Herausforderung. Daher soll das Zentrum mit einer Brückenfunktion diese Interdisziplinarität im Kontext des Digitalen Wandels an der Universität verankern. Dies betrifft aber nicht nur die vier verschiedenen Fachbereiche und die Institute, sondern ebenso die zentralen Einrichtungen wie die unterschiedlichen Zentren der Universität, die zentrale Wissenschaftsadministration bis hin zu den Unternehmen in der Region und ihre Bürgerinnen und Bürger. Phänomene der Digitalisierung werden in all diesen Bereichen ihre ganz besonderen Potenziale aber auch Herausforderungen mit sich bringen. Hier sind stetige Austauschprozesse, Expertisen und Strategien gefordert, um den vielfältigen Veränderungsprozesse nicht nur ausgesetzt zu sein, sondern um diese auch mitgestalten und ihnen selbstbewusst begegnen zu können.

Was gehört zum Beispiel zu Ihren Tätigkeiten in dem Forschungszentrum?

Ich denke die Schwerpunkte meiner Arbeit werden sich mit der Entwicklung des Zentrums immer mal wieder etwas verändern. Derzeit geht es erst einmal darum, den wissenschaftlichen Austausch auch digital zu unterstützen. Dazu entwickeln wir gerade mit dem Institut für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik ein interaktives Internetportal.

Darüber hinaus erarbeiten wir gemeinsam mit dem Dezernat für Studienangelegenheiten ein Dachzertifikat mit dem Titel „Kompetenzen für den Digitalen Wandel“. Da so viele Fachbereiche und Institute spannende Lehrangebote in diesem Bereich anbieten, entwickeln wir eine Zertifikatsordnung, die die einzelnen Fachbereiche und Institute dann für Ihre Schwerpunkthemen nutzen können.

Aber auch Veranstaltungskoordination gehört mit zu meinen Tätigkeiten: der interdisziplinäre Austausch soll auch durch den persönlichen Austausch unterstützt werden: Dazu ist eine interne Tagung zum Digitalen Wandel an der Universität Hildesheim, eine Präsentations-/Leseveranstaltung sowie eine Ringvorlesung in Planung. Zudem forsche ich persönlich auch weiterhin an Digitalisierungsthemen. Derzeit bereite ich einen Aufsatz zur interdisziplinären Softwareentwicklung in den Digital Humanities und einen Vortrag zu Selbstoptimierungstechnologien im Spannungsgefüge von Kontrolle und Selbstermächtigung vor.

Welche Rolle spielt der Transfer?

Der Transfer spielt eine wichtige Rolle. Dies betrifft nicht nur die Vernetzung mit den Unternehmen in der Region, sondern ebenso zur Stadt und zum Kreis Hildesheim sowie der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern. Die Universität bietet durch Forschung, Verwaltung und Lehre der Stadtgesellschaft sicherlich neue Perspektiven durch Forschungsergebnisse, neue Verfahren oder Diskussionsangebote. Ebenso ist es aber gerade im Zuge des Digitalen Wandels wichtig wie Digitalisierung sich auf Arbeit, Wohnen und das gesamte soziale Leben auswirkt. Daher ist eine enge Kooperation von Universität und Stadtgesellschaft für alle Beteiligten ein großer Gewinn.

 Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-18051 Wed, 18 Dec 2019 09:38:17 +0100 Universität Hildesheim erhält Millionenförderung für Gründungsunterstützung https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/universitaet-hildesheim-erhaelt-millionenfoerderung-fuer-gruendungsunterstuetzung/ Ab 2020 erhält die Universität Hildesheim die Summe von fast 2 Mio. Euro verteilt auf vier Jahre für den Aufbau und die Etablierung einer eigenen Gründungsförderung. Eine neue „Kompetenzwerkstatt für Entrepreneurship und Transfer (KET)“ soll in Hildesheim zukünftig Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Studierende in ihren Gründungsvorhaben professionell beraten und unterstützen. Die Entscheidung in Berlin ist gefallen – Bei einem großen Festakt in der Hauptstadt wurde Anfang Dezember 2019 bekannt gegeben, welche Projektanträge beim bundesweiten Wettbewerb EXIST-Potentiale zur Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium ausgewählt wurden.

Eine Rekordzahl von 220 Universitäten und Hochschulen hatte sich mit ihren Konzepten für Gründungsförderung beworben. Die Besten in den Schwerpunkten „Potentiale heben“, „Regional vernetzen“ und „International überzeugen“ wurden von Expertenjurys für eine Förderung aus dem mit 150 Mio. Euro dotierten Unterstützungsprogramm des Ministeriums ausgewählt.

Hinter dem Antrag steckt eine in Sachen Gründungen enorm engagierte Gruppe um  Dr. Astrid Lange, die Gründungsbeauftragte der Universität Hildesheim und Kopf des Antragsteams, der Hildesheimer Wirtschaftswissenschaftler und Projektleiter Professor Athanassios Pitsoulis sowie die Stabsstellenleiter Dr. Johanna Jobst und Markus Weißhaupt.

Das KET-Gründungslabor berät ab Frühjahr 2020 Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Studierende bei ihren Gründungsvorhaben

Ab Projektbeginn 2020 erhält die Universität Hildesheim verteilt auf vier Jahre die Summe von fast 2 Mio. Euro für Maßnahmen, um unternehmerisches Potential zu erschließen und Gründungsnetzwerke weiterzuentwickeln. Eine neue „Kompetenzwerkstatt für Entrepreneurship und Transfer (KET)“ soll zukünftig Gründungsvorhaben von Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und vor allem Studierenden professionell beraten und unterstützen.

„Wir wollen die Potentiale, die hier in Hildesheim sind, heben. Mit der KET-Werkstatt bauen wir eine Infrastruktur für Gründungsteams auf. Ein Labor entsteht, in dem sich Gründungsteams aller Fachbereiche treffen und austauschen können und Beratung erhalten“, sagt die preisgekrönte Entrepreneurship-Forscherin Dr. Astrid Lange.

Gründungsteam der Universität Hildesheim arbeitet eng mit Partnern in der Region zusammen

Die KET wird dabei eng mit dem erfolgreichen Gründer-Ökosystem der Region Hildesheim zusammenarbeiten. Unterstützung für das Antragsteam gab es nicht nur von Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich und der gesamten Hochschulleitung, sondern auch vom Land. Niedersachsen übernimmt den nicht unerheblichen Eigenanteil, den die Bewerber erbringen müssen. „Ich gratuliere den Hochschulen zu ihren gelungenen Anträgen“, so Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. „Wir brauchen innovative Startups in Niedersachsen. Sie tragen wesentlich zum wirtschaftlichen Wachstum bei und helfen uns mit ihren Innovationen, die Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels zu meistern.“

Von der Förderung profitieren nun an der Universität Hildesheim die Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Studierende in allen Fachbereichen, denn sie können zukünftig bei Gründungsvorhaben mit professioneller Unterstützung rechnen.

Das Labor soll im Frühjahr 2020 starten. „Die Gründungsberatung muss vor Ort an der Universität sichtbar sein. Das können wir nun mit der KET realisieren. Wer die Idee hat, zu gründen, etwa als Studierender oder aus einem Forschungsprojekt, einer Dissertation oder Masterarbeit heraus – von Fachübersetzen über Bildungswissenschaften, Sozialpädagogik, Kultur und Philosophie bis zu Wirtschaft und Informatik –, kann sich an uns wenden. Wir nehmen die Gründungsideen ernst“, sagt Professor Athanassios Pitsoulis. Es gebe bereits Gründungsteams, „die in den Startlöchern stehen“.

„Wir wollen Mut machen und dabei unterstützen, Gründungsprojekte nachhaltiger und überlebensfähiger zu gestalten“, sagt Forschungsreferent Markus Weißhaupt. So können sich Gründungsinteressierte beispielsweise auf die begehrten EXIST-Gründungsstipendien bewerben.

„Wenn die Gründungsberatung vor Ort fehlt, dann wandern potentielle Gründerinnen und Gründer in andere Regionen ab. Ich habe das selbst erlebt, ich studiere in Hildesheim und habe in Hannover an drei Start-Ups mitgewirkt, weil in Hildesheim die Strukturen fehlten. Nun entwickelt sich in Hildesheim die Gründerszene und ich kann hier in der Arbeitsgruppe Entrepreneurship der Universität mitwirken“, sagt Lukas Sontheimer. Er studiert „Internationales Informationsmanagement“ und hat mit der Psychologiestudentin Rebecca Neugebauer an dem Projektantrag für die KET mitgewirkt.

Kontakt: Wer Fragen zu dem Projekt hat, erreicht Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis unter der Telefonnummer 05121 883 40642.

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news-17978 Mon, 16 Dec 2019 10:06:00 +0100 Professorin für Gender und Bildungskulturen: Britta Hoffarth https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/professorin-fuer-gender-und-bildungskulturen-britta-hoffarth/ Professorin Britta Hoffarth leitet das Zentrum für Geschlechterforschung. Während einer internationalen Tagung im Januar 2020 debattieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus Stockholm, Sydney und Northampton, Massachusetts über das Zusammenwirken von Technologie, Medialität und Geschlechterordnungen. Die Erziehungswissenschaftlerin Britta Hoffarth forscht und lehrt als Professorin für Gender und Bildungskulturen am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim. Internationale Tagung zu Technologie, Medialität und Geschlechterordnungen

Im Januar 2020 lädt Professorin Britta Hoffarth zur dritten, diesmal internationalen Jahrestagung des Zentrums für Geschlechterforschung nach Hildesheim ein. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus Stockholm, Sydney und Northampton, Massachusetts, debattieren über das Zusammenwirken von Technologie, Medialität und Geschlechterordnungen.

Die Vorträge befassen sich zum Beispiel mit den Themen „Eine gute Mutter sollst du sein! Zur Vergeschlechtlichung von Handlungsanweisungen in Gesundheitsratgebern“, „Gender und sexuelle Identität im Spannungsfeld extrem rechter und rechtspopulistischer Ideologien“, „Aufführungen von Geschlechtlichkeit in (post-)digitalen Jugendkulturen“ und „Jungenliteratur als Medium einer ge-schlechtsspezifischen Sozialisation“. Die Konferenz „Feministische Perspektiven auf Medien“ ist öffentlich, eine Anmeldung ist erforderlich.

Program und Anmeldung zur Konferenz

Universitätsprofessorin für Gender und Bildungskulturen: Prof. Dr. Britta Hoffarth

Prof. Dr. Britta Hoffarth forscht und lehrt als Universitätsprofessorin für Gender und Bildungskulturen am Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft, der Universität Hildesheim. Zu den Arbeitsschwerpunkten der Professorin  gehören Geschlecht, Medien und Körper. Aktuell stehen die Untersuchung von Hate Speech in digitalen Medien im Mittelpunkt ihres Forschungsinteresses. Britta Hoffarth leitet das Zentrum für Geschlechterforschung an der Universität Hildesheim, in dem Inhalte der Geschlechterforschung (ZfG) der Universität gebündelt und national und international vernetzt werden.

Britta Hoffarth wurde 1975 im sauerländischen Arnsberg geboren und studierte Pädagogik an der Universität Bielefeld. Sie promovierte mit einer Arbeit über „Performativität als medienpädagogische Perspektive“. Hoffarth arbeitete als Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld mit den Schwerpunkten Kulturarbeit und Soziale Arbeit, war Gastdozentin der School of Education der University of Sheffield in Großbritannien, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Arbeitsbereichs „Bildungstheorie und kulturwissenschaftliche Bildungsforschung“ der Universität Halle/Wittenberg und Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universität Frankfurt. Sie vertrat die Professur für Erziehungswissenschaft mit den Schwerpunkten Migrationspädagogik und Kulturarbeit der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Bielefeld.

2017 folgte die Habilitation an der Universität Frankfurt mit der Arbeit „Profane Praktiken. Dekorative Körpertechniken in der weiblichen Adoleszenz unter bildungstheoretischer Perspektive“.

Warum sie sich für Hildesheim entschieden hat, begründet die Professorin so: „Hildesheim bietet einen gut vernetzten Schwerpunkt transdisziplinärer Geschlechterforschung, in dem Forschung zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen geleistet wird.“

Im Wintersemester lehrt Professorin Britta Hoffarth zum Beispiel zentrale Begriffe und Problemstellungen der Erziehungswissenschaft in der Vorlesung „Einführung in die Erziehungswissenschaft“. Außerdem veranstaltet sie gemeinsam mit dem Gleichstellungsbüro sowie Kolleginnen aus dem Institut Erziehungswissenschaft und dem Institut Sozial- und Organisationspädagogik die öffentliche Ringvorlesung „Digitalität, Geschlecht und Macht“. Digitale Technologien und neue Medien durchdringen zunehmend den gesamten Alltag – mit weitreichenden Veränderungsprozessen in allen Lebensbereichen. Geschlecht wird dabei kaum als ein wichtiger Faktor in der Erforschung von Digitalisierungsprozessen berücksichtigt. In der Ringvorlesung „Digitalität, Gender und Macht“ werden Fragen diskutiert wie zum Beispiel: Warum  werden Dienstleistungs- und Pflegeroboter mit weiblichen und Sicherheitsroboter mit männlichen Attributen ausgestattet? Welche sozialen Konsequenzen hat die Digitalisierung in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen? Welche Verschiebungen ergeben sich für das Verständnis von Öffentlichkeit?

Antrittsvorlesung

Die Erziehungswissenschaftlerin Britta Hoffarth hält am Mittwoch, 11. Dezember 2019, ihre Antrittsvorlesung. Die Professorin für Gender und Bildungskulturen spricht über das „Anders Werden“ und gibt Einblicke in ihre Forschung an der Universität Hildesheim. Die öffentliche Antrittsvorlesung „Anders Werden“ beginnt um 18:00 Uhr im Musiksaal (Gebäude K) am Hauptcampus der Universität Hildesheim.

„Die Vorlesung widmet sich einem Nachdenken über das ‚Anders Werden‘. Damit sind zwei grundlegende erziehungswissenschaftliche Problemstellungen angedeutet: Erstens die des Werdens als individuelle wie auch gesellschaftliche Facette des Heranwachsens, des sozialen Wandels, der Veränderung und zweitens die Facette von Andersheit als Differenz, die für die Annahme von Transformationen bedeutsam ist und ebenso ein Moment sozialer Machtverhältnisse kennzeichnet“, sagt Britta Hoffarth.

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news-17862 Mon, 16 Dec 2019 09:10:00 +0100 Erstmals Master Lehramt Informatik für Haupt-, Real- und Oberschulen in Niedersachsen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/erstmals-master-lehramt-informatik-fuer-haupt-real-und-oberschulen-in-niedersachsen/ Das Team der Lehrenden in der Informatikdidaktik wächst: Dr. Bernadette Spieler forscht und lehrt seit November 2019 an der Universität Hildesheim. Im Interview gibt die Informatikerin Einblicke in ihre Arbeit. Die Universität Hildesheim bildet als eine der wenigen Hochschulen in Niedersachsen Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer für Haupt-, Real- und Oberschulen aus. Informatik durchdringt alle Lebensbereiche. Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim weist darauf hin, dass es unsere Aufgabe als Gesellschaft ist, Schülerinnen und Schülern eine  informatische Grundkompetenz zu vermitteln. Sie können lernen, algorithmische Denkweisen zu verstehen und kritisch damit umzugehen. Nicht jedes Kind muss Programmierer oder Programmiererin werden, aber alle Heranwachsenden sollten ein Verständnis dafür entwickeln, wie Algorithmen funktionieren und welche Auswirkungen Technik haben kann. Ansonsten sind sie der Technik machtlos ausgeliefert.

Im Interview gibt Dr. Bernadette Spieler Einblicke in die Ausbildung von Informatiklehrerinnen und Informatiklehrern. Die Informatikerin forscht und lehrt seit November 2019 am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik,  leitet dort die neu gegründete Abteilung für Didaktik der Informatik und erfüllt alle Aufgaben der Professur für Didaktik der Informatik an der Universität Hildesheim. Die Wissenschaftlerin hat zuvor an der Technischen Universität Graz am Institut für Softwaretechnologie in Österreich gearbeitet.

Interview mit Dr. Bernadette Spieler

„Wir können Kindern spielerisch und kreativ informatische Grundkonzepte, wie zum Beispiel Binärcodes oder Algorithmen, vermitteln“

Frau Dr. Spieler, Sie sind selbst Informatikerin, kommen aus der Softwareentwicklung. Was fasziniert Sie am Fach Informatik?

Die Informatik erlaubt es, eigene Ideen zu entwickeln, diese kreativ umzusetzen und sich dabei vielseitiger Technologien zu bedienen. Sie bietet laufend spannende  Herausforderungen, daher gibt es in diesem Bereich immer wieder Neues zu erforschen, auszuprobieren und zu lernen. In der Informatik verschwimmen die Grenzen verschiedener Fachbereiche miteinander und neben digitalen Kompetenzen sind Unternehmen auf diverse Teams angewiesen, welche kreative Ideen und die Innovationen der Zukunft steuern. Die Jobs von morgen werden nicht nur weitreichend digital und vernetzt sein, sondern erfordern das Entwickeln von Problemlösungskompetenzen und die Fähigkeit kritisch zu hinterfragen, zu deuten und bewerten zu können. Dies bildet die Basis des Informatikunterrichts und vor allem viele Anreize für Begeisterung.

Und wie bringt man diese Begeisterung Kindern bei?

In erster Linie möchte ich meine eigene Begeisterung weitergeben und vor allem aufzeigen, wie einfach es sein kann selbst etwas zu entwickeln und seine eigenen Ideen zu verwirklichen und dass Programmieren und die Informatik nicht schwierig sein müssen. Ich möchte Jugendliche bestärken, sich mehr mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen und ihnen neue Wege durch die Informatik eröffnen, sowie einen spielerischen Ansatz in die Welt der Programmierung vermitteln. Jugendliche und vor allem Mädchen bekommen meist nicht die Chance für die Informatik interessiert oder motiviert zu werden. Vor allem der Informatikunterricht variiert sehr von Schule zu Schule und Programmieren nimmt im Vergleich zu anderen Inhalten oft wenig Platz ein. Junge Erwachsene wissen oft nicht, was eigentlich hinter der Technik, die sie tagtäglich wie selbstverständlich nutzen, steckt. Hier ist es mir wichtig, ein umfassendes Bild der Informatik zu vermitteln und diesen Weg als ein mögliches und vor allem zukunftsträchtiges Berufsbild zu präsentieren.

Sie haben zuvor an der Technischen Universität Graz gearbeitet, sind nun von Österreich nach Hildesheim gezogen, um hier zu forschen und zu lehren. Warum haben Sie diese Entscheidung getroffen – warum Hildesheim?

Mein Ziel ist es, meine Erfahrungen und Erkenntnisse im Bereich der Informatikdidaktik und Gender&Diversität sinnvoll einsetzen zu können, um allen Jugendlichen die Chance zu geben, ihre Fähigkeiten am Arbeitsmarkt zu nutzen und sich weiterbilden zu können. Durch die Erforschung neuer Konzepte und Standards im Bereich der Informatischen Bildung, möchte ich meinen Teil zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen beitragen. Die Universität Hildesheim bietet mir hier nicht nur ein spannendes Berufsfeld, sondern gibt mir auch die Möglichkeit, die Informatikdidaktik an Schulen zu stärken und zu Verbesserungen im Bildungswesen beizutragen. Die Universität Hildesheim hat frühzeitig erkannt, wie wichtig es ist die zukünftigen Informatikleherinnen und Informatiklehrer bestmöglich auszubilden.

Womit befassen Sie sich Ihrer Forschung und Lehre? Sie haben in Projekten zu den Themen „Computer Science for all“, „Girls Coding Week“ und „Women & Technology“ gearbeitet.

Ich sehe es als meine Aufgabe, Jugendliche und vor allem junge Mädchen für die Technik zu begeistern und vorzubereiten. Ich selbst hatte das Glück, dass ich nicht nur den Rückhalt aus meiner Familie erhalten, sondern auch eine motivierte Informatiklehrerin gehabt hatte. Ich glaube, dass vor allem junge Frauen oft sehr unsicher sind, ob sie in diesen, doch noch sehr männerdominierten, Bereich passen. Wenn Frauen aber in diesem Berufsfeld nicht einbezogen werden, haben sie keine Chance eine tragende Entscheidungsrolle in der Umsetzung von Innovationen, Projekten und Forschungen einzunehmen und daher werden diese Entwicklungen weitestgehend ohne ihre Beteiligung durchgeführt. Es geht darum, Angebote öffentlich sichtbarer zu machen und ihnen die Chance zu geben, einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesellschaft zu leisten. Aus diesem Grund möchte ich auch gerne neue Angebote und Anreize für Frauen und Mädchen an der Universität Hildesheim eröffnen. Im Sommersemester 2020 biete ich im Master für alle Informatik- und Informatik-Lehramtsstudierenden auch ein Seminar zum Thema „Gender und Diversity-Aspekte der Informatik und Informatik-Didaktik" an.

Lehrerinnen und Lehrer für das Schulfach Informatik fehlen. Die Universität Hildesheim bildet seit 2016 Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer für Haupt- und Realschulen aus. Neben Programmieren und Datenbanken gehören zum Beispiel Algorithmen, Datenstrukturen und Medieninformatik zum Bachelorstudium. Nun starten im Wintersemester 2019/20 die ersten Masterstudierenden in das Lehramt Informatik in Hildesheim. Was steht im ersten Masterjahr zum Beispiel auf dem Stundenplan der Studierenden?

Ich unterrichte vor allem Fächer zur Vermittlung der Informatik – vertiefende Elemente der informatischen Bildung. Neben Vorlesungen stehen auch Seminare und Übungen auf dem Lehrplan. Auf der einen Seite ist es wichtig, selbst auszuprobieren und zu experimentieren, um unterschiedliche Fähigkeiten und Talente von Schülern und Schülerinnen zu aktivieren. Auf der anderen Seite sollen die fundamentalen Ideen der Informatik vermittelt sowie die oftmals genannten „Computational Thinking Skills” angeregt werden. Folglich möchte ich unterschiedliche Tools in meine Lehre integrieren, wie die am Institut für Softwaretechnologie der TU Graz entstandene Lernapp Pocket Code (https://catrob.at/pc), aber auch kleine leistungsfähige Microcontroller wie BBC Micro:Bit, Arduino oder Raspberry Pi. Diese bieten umfangreiche Funktionen und sorgen für Spaß und Unterstützung bei der Aneignung von Programmierkenntnissen. In erster Linie steht aber nicht das Tool selbst im Vordergrund, sondern wie und welche Konzepte damit vermittelt werden sollen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es,  die Vielfalt zu präsentieren, damit die zukünftigen Lehrenden ein umfassendes Verständnis und Repertoire erhalten, aus dem sie wählen können. Daneben stehen auch „unplugged“-Aufgaben am Lehrplan – das sind Informatik-Aktivitäten, welche ohne die tatsächliche Verwendung eines Computers auskommen. Diese vermitteln spielerisch und kreativ informatische Grundkonzepte, wie zum Beispiel Binärcodes oder Algorithmen und stellen Konzepte so greifbarer für Kinder dar.

Eine Praxisphase gehört zum Studium. Wie kombinieren die Informatikstudierenden Theorie und Praxis, wie arbeitet die Universität im Lehramtsfach Informatik mit regionalen Schulen zusammen?

Die Praxisphase der Studierenden im Master wird sich über drei Semester erstrecken: ein Vorbereitungsseminar, ein Praxisblock an den Schulen mit einem Begleitseminar an der Universität und ein Nachbearbeitungsseminar. Im jetzigen Wintersemester starte ich das Vorbereitungsseminar gemeinsam mit Herrn Stephan Kreuzkam. Er ist Informatiklehrer  an der Oberschule Bockenem und begleitet die Studierenden in der Rolle des „Lehrerbeauftragten in der Praxisphase“ kurz LiP. Wir werden auch gemeinsam das Vorbereitungsseminar an der Universität Hildesheim leiten. Hier können die Studierenden Lehrpläne und Unterrichtseinheiten entwickeln und deren Umsetzung praktisch erproben.

Sie arbeiten im Arbeitskreis Informatik. Wer ist daran beteiligt, was ist das Ziel?

Der Arbeitskreis „Schulen im Digitalen Wandel“ umfasst die Projektgruppe Medienbildung des Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) an der Universität Hildesheim und setzt sich zusammen aus Nicole Ude, Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme, Dr. Candy Walter und Dr. Hartmut Schröder. Ziel dieses Arbeitskreises ist es, Schulen in den Anforderungen, welche der digitale Wandel mit sich bringt, bestmöglich zu unterstützen. Dafür soll der Arbeitskreis ein Forum bieten, um gemeinsam über Bedarfe, Anforderungen, bildungspolitische Vorgaben, Kompetenzmodelle, Materialien, Medien und vieles mehr zu informieren, auszutauschen und zu diskutieren. Direkt an den Schulen oder an der Universität Hildesheim werden dafür monatlich Veranstaltungen durchgeführt, welche Good-practice Beispiele, Erfahrungen und auch Fortbildungen bereitstellen. Gerade habe ich Einblicke in „Spielerische Aktivitäten mit Smartphones im Schulkontext“ gegeben.

Woher kommen denn die gut ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrer für Informatik an Schulen? Wie wird das Thema an den Universitäten bearbeitet?

Ich habe speziell in Österreich die Erfahrungen gemacht, dass leider zu wenige gut ausgebildete Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer an den Schulen vorhanden sind. Informatik wird zwar an vielen Neuen Mittelschulen (ehem. Hauptschulen) schulautonom unterrichtet, es fehlt aber an einer fundierten flächendeckenden Aus- oder Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer. Was dies für die Qualität des Unterrichts bedeutet kann man sich leicht vorstellen. Viele Informatiklehrende haben in Österreich keine grundlegende Informatikausbildung durchlebt, sondern ihre Kenntnisse durch Weiterbildungsangeboten in ihrem eigenen Ermessen erworben. Leider sind viele Lehrkräfte mit der Thematik „Neue Medien“ und deren Auswirkungen überfordert. Es fehlt ihnen in diesem sich rasant entwickelnden Gebiet an allgemeinem, technischem und rechtlichtem Wissen. Daher müssen attraktive Fortbildungsmaßnahmen für bestehende Lehrerinnen und Lehrer entwickelt und angeboten, sowie zukünftige Informatiklehrende bestmöglich vorbereitet werden.

Die Digitalisierung dringt in alle Lebensbereiche ein, in Politik, Wirtschaft, Kultur. Gesellschaftlich wird viel über den Einsatz von Technologie, über soziale Netzwerke, die den Nährboden für Hasskommentare bilden, diskutiert. Wie gehen Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer mit den Auswirkungen der Technologie auf die Gesellschaft um? Sind auch ethische Fragen Teil des Studiums?

Der kompetente und aufgeklärte Umgang mit Medien ist eine grundlegende Voraussetzung, um erfolgreich an der Wissensgesellschaft teilnehmen zu können. Die Digitalisierung ist ein nicht aufzuhaltender Prozess. Für Informatiklehrerinnen und Informatiklehrer ist es daher wichtig, junge Menschen mit dem Grundwerkzeug auszustatten, sich in einer immer vernetzen und digitale Welt zurecht zu finden. Im Masterstudium finden die angehenden Informatiklehrer und Informatiklehrerinnen daher auch das Fach „Informatik und Gesellschaft“, in welchem ethische, gesellschaftspolitische und rechtliche Implikationen verschiedener Bereiche und Anwendungen der Informatik analysiert werden, insbesondere im Hinblick auf ihre berufliche Verantwortung als zukünftige Lehrenden.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt:

Lehramtsfach Informatik in Hildesheim: Programmieren, Datenstrukturen und Robotik auf dem Stundenplan

Die Niedersächsische Landesregierung hat 2015 beschlossen, das Fach Informatik künftig auch an Hauptschulen und Realschulen einzuführen und seit dem Studienjahr 2016/17 die Universitäten Hildesheim und Oldenburg beauftragt, das Lehramt Informatik an Haupt- und Realschulen in Niedersachsen einzurichten. Die Universität Hildesheim bietet das Lehramtsfach Informatik seit 2016 nicht nur für Studienanfängerinnen und Studienanfänger an, sondern auch als vollwertiges Drittfach für ausgebildete Lehrkräfte. 

Die ersten Bachelorstudierenden haben ihr Studium im Sommersemester 2019 abgeschlossen, die ersten Masterstudierenden im Lehramt Informatik bildet die Universität Hildesheim seit dem Wintersemester 2019/20 aus.

Insgesamt 42 Lehramtsstudierende im Fach Informatik bildet die Universität Hildesheim im Bachelor und Masterstudium im Wintersemester 2019/20 aus. „Wir wünschen uns, dass sich noch mehre junge Menschen für das Lehramtsfach Informatik entscheiden“, sagt Professor Klaus-Jürgen Förster.

Neben Programmieren und Datenbanken gehören auch Algorithmen und Datenstrukturen, Medieninformatik und Systemadministration zum Studium in Hildesheim. Die Lehramtsstudierenden wählen Schwerpunkte wie Maschinelles Lernen, Softwareentwicklung, Robotik oder Wirtschaftsinformatik. Sie kombinieren die Theorie mit der Praxis und sind schon im ersten Studienjahr an Partnerschulen. Weitere fachdidaktische Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums.

Die Lehramtsstudierenden besuchen Vorlesungen und Seminare zum Teil gemeinsam mit den etwa 800 IT-Studierenden aus den IT-Studiengängen „Angewandten Informatik“, „Informationsmanagement und Informationstechnologie“, „Wirtschaftsinformatik“ und „Data Analytics“ und sind damit nah dran an den aktuellen fachwissenschaftlichen Themen. Hinzu kommen Lehrveranstaltungen in den Bereichen Didaktik, Erziehungswissenschaft und Psychologie sowie Schulpraktika.

Die Studierenden befassen sich im Studium mit Grundlagen der Informatik: Wie werden Informationen als Daten repräsentiert und verarbeitet, wie steuern Algorithmen Prozesse? Welche Programmierbefehle braucht ein Roboter, um sich im Raum zu bewegen? Wie funktionieren Programmiersprachen? Wie geht man verantwortungsvoll mit Daten um? Welche Auswirkungen haben Informations- und Kommunikationssysteme auf den Alltag und die Gesellschaft?

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news-18069 Mon, 16 Dec 2019 07:02:00 +0100 Eine Studierendeninitiative stellt sich vor: ESN – United in Diversity https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/eine-studierendeninitiative-stellt-sich-vor-esn-united-in-diversity/ Das Erasmus Student Network (ESN) hilft dabei, Kulturaustausch zu fördern, hier an der Uni und weltweit. Ein Gastbeitrag von der Studentin Franziska Marie Kamp. Wie feiert man eigentlich Weihnachten? Oder Chanukka, Thanksgiving, den Día de los Muertos oder eine polnische Hochzeit? Weltweit gibt es unzählige Traditionen, die spannend kennenzulernen sind. Das Erasmus Student Network (ESN) hilft dabei, Kulturaustausch zu fördern, hier an der Uni und weltweit. Das in 41 Ländern vertretene Netzwerk verbindet Studierende aus aller Welt. Auch an unserer Universität gibt es eine von 529 Sektionen.

Die international agierenden International Offices der Hochschulen dieser Welt laden stetig Studierende dazu ein, ihren Horizont zu erweitern und Institutionen im Ausland zu besuchen. Hier setzt ESN an: Um den internationalen Gästen ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, kümmern sich die Freiwilligen vor allem um deren Freizeitprogramm, stehen aber auch bei sonstigen Fragen gemeinsam mit dem International Office zur Verfügung.

Von kulturellen Länderabenden, den sogenannten KABs, über Tages- und Wochenendfahrten bis hin zu Spieleabenden, sozialen Projekten und der berühmt-berüchtigten „Glow in the Dark“-Party bietet die Hildesheimer ESN Sektion ein buntes Medley an Veranstaltungen, sodass für jeden Etwas dabei ist.

„Was wir besonders an unserer Arbeit schätzen ist der persönliche Kontakt zu den Internationals“, so Franziska Kamp, „wir bekommen so viele neue Eindrücke und Erfahrungen geschenkt, das kann man nicht in Geld aufwarten. Und nicht nur die Freundschaften, die in Hildesheim geschlossen werden, über diverse regelmäßig stattfindende Plattformen innerhalb des Netzwerks im In- und Ausland schließt man über die Stadt Hildesheim hinaus immer wieder tolle Bekanntschaften. Das ist ein Mehrwert, der einem sonst kaum geboten wird“.

Des Weiteren sind auch die sozialen Fertigkeiten und Fähigkeiten, die man durch die Arbeit im ESN erlernt, heiß begehrt. Wie organisiere ich eine Gruppenreise? Wie wird meine Veranstaltung inklusiver? Wie können wir ein ganzes Semester im Voraus planen? Wie können wir die Finanzen am besten verwalten? Wie spreche ich vor vielen Menschen auf einer anderen Sprache? Ich schaffe etwas nicht allein, wie eigne ich mir das an oder woher bekomme ich die Unterstützung, die ich brauche? Wie überwinde ich meine Schwächen, sodass daraus Stärken entstehen? All diese und noch so viele Fragen mehr stellen sich ESNer täglich, und irgendwie ist immer eine Antwort zu finden.

Wir suchen Freiwillige, die sich einbringen möchten. Wir freuen uns stets über begeisterte Neueinsteiger, die frischen Wind in das ESN-Netzwerk einbringen.

„Das Team wird bei uns großgeschrieben, jeder hilft jedem, nur so kommen wir voran“, sagt Waldemar Blum. Daher sucht das ESN auch immer Freiwillige, die sich ihrerseits einbringen möchten, Jeder und Jede in dem ihm oder ihr möglichen Rahmen. Wenn das Interesse geweckt ist, freut sich das ESN Hildesheim Team stets über begeisterte Neueinsteiger, die frischen Wind einbringen.

„Die persönliche Motivation, bei uns mitzumachen, ist ganz unterschiedlich: Manche schätzen den direkten Kontakt zu den Internationals, andere das eigene Entwicklungspotential, wieder andere die Arbeit im Team. Alle sind bei uns willkommen“, sagt Julia Schulz über die Zusammensetzung des Teams. Das ESN Hildesheim plädiert für Offenheit, Toleranz und Gemeinschaft und möchte mit gutem Beispiel vorangehen, allen voran ihr Motto „United in Diversity“.

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Pressemeldungen
news-18023 Fri, 13 Dec 2019 13:55:00 +0100 Kulturhauptstadt Europas 2025: Universität Hildesheim unterstützt den Bewerbungsprozess https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/kulturhauptstadt-europas-2025-universitaet-hildesheim-unterstuetzt-den-bewerbungsprozess/ Hildesheim hat es in die finale Runde der Bewerberstädte um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ geschafft. Die Stadt ist unter den letzten fünf Finalisten. Das hat die Jury der Kulturstiftung der Länder in Berlin mitgeteilt. Die Universität Hildesheim unterstützt den Bewerbungsprozess mit allen Kräften, sagt Dekan Professor Stefan Krankenhagen. Außerdem in der Endrunde sind neben Hildesheim auch Magdeburg, Hannover, Nürnberg und Chemnitz. Die Städte Magdeburg, Hannover, Nürnberg, Chemnitz und Hildesheim wurden für die zweite Runde im Bewerbungsverfahren um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ empfohlen. Das Urteil der unabhängigen europäischen Jury muss nun noch vom Vorsitzenden der Kulturministerkonferenz gebilligt werden, dann können die Städte bis zum Sommer 2020 ihr Bewerbungskonzept weiterentwickeln und konkretisieren. Welche Stadt im Jahr 2025 den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ tragen darf, entscheidet sich im Herbst 2020.

„Die Kulturwissenschaften in Hildesheim – der Fachbereich 2 der Universität – freuen sich mit der Stadt Hildesheim und gratulieren dem Projektbüro zu diesem großen Erfolg! Wir unterstützen den weiteren Bewerbungsprozess mit gemeinsamen Projektideen und durch unser Netzwerk an Kulturwissenschaftler*innen aus ganz Deutschland und Europa“, sagt Prof. Dr. Stefan Krankenhagen, Dekan des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs der Universität Hildesheim.

Vizepräsident Prof. Dr. Martin Schreiner freut sich als Mitglied der Lenkungsgruppe HI2025 über den großartigen Etappensieg und sagt die Unterstützung der Stiftung Universität Hildesheim auch für die spannende Finalrunde zu.

Die zwölfköpfige europäische Jury hatte anhand der eingereichten 60-seitigen Bewerbungsbücher (bid book 1) und der Präsentationen der Bewerberstädte vor der Jury in den vergangenen beiden Tagen darüber entschieden, welche der acht Bewerberstädte für die Shortlist empfohlen werden.

Studierende und Lehrende, die Fragen zum Thema Kulturhauptstadt haben, erreichen an der Universität Hildesheim Dr. Daniel Gad vom Institut für Kulturpolitik (gad@uni-hildesheim.de), der von Anbeginn im Freundeskreis HI2025 als Vertreter Universität mitwirkt.

Hier lesen Sie das eingereichte bid book der Stadt Hildesheim

bid book Hildesheim (PDF)

Vorauswahl im Bewerbungsverfahren „Kulturhauptstadt Europas 2025“ in Deutschland Presseinformation der Kulturstiftung der Länder, 12.12.2019

Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation der Universität Hildesheim

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Universität Hildesheim Evangelische Theologie Fachbereich 2 Kulturpolitik Pressemeldungen
news-18007 Fri, 13 Dec 2019 09:47:00 +0100 Nach neun Monaten Professor: Fachkommunikationswissenschaftler Thorsten Dick https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/nach-neun-monaten-professor-fachkommunikationswissenschaftler-thorsten-dick/ Während der universitätsweiten Promotionsfeier wurden 60 Doktorandinnen und Doktoranden aller Fachbereiche geehrt. Unter den Promovierenden ist auch Thorsten Dick, der gerade einen rasanten Karrieresprung als Wissenschaftler macht. Der Fachkommunikationswissenschaftler hat Ende Januar 2019 seine Doktorarbeit an der Universität Hildesheim erfolgreich abgeschlossen. Gerade einmal neun Monate später erhielt sein Doktorvater Professor Klaus Schubert die erfreuliche Nachricht, dass sein ehemaliger Doktorand zum November 2019 auf eine Professur an der Technischen Hochschule Mittelhessen in Gießen berufen wurde. Im Interview verrät Thorsten Dick, was ihn in der Forschung antreibt. Interview mit Prof. Dr. Thorsten Dick

Herr Professor Dick, Sie haben Anfang des Jahres Ihre Doktorarbeit in der Disputation an der Universität Hildesheim verteidigt. Nach nur neun Monaten sind Sie auf eine Professur berufen worden. Haben Sie schon durchatmen können, sind Sie erstaunt, wie rasant der Karrieresprung verläuft?

Tatsächlich ging alles sehr schnell. Nachdem ich 2014 meine Stelle in der freien Wirtschaft aufgegeben hatte, betrat ich die akademische Welt durchaus mit dem Ziel einer Professur. Solch ein Vorhaben kann in der Praxis jedoch mit Tücken behaftet sein. Hier konnte ich sehr von der akademischen wie persönlichen Begleitung durch meine Doktoreltern Prof. Dr. Klaus Schubert und Prof. Dr. Bettina Kluge profitieren, die neben dem Großprojekt Promotion stets auch meinen weiteren Weg im Blick hatten. Intensiv in Erinnerung geblieben ist mir der Dezember 2018: Die Ausschreibung für die Professur war gerade veröffentlicht und nun galt es, parallel zur Vorbereitung auf die Disputation Bewerbungsunterlagen in der erforderlichen Güte zu erstellen. Nach der erfolgreichen Disputation Ende Januar 2019 stand neben der Vorbereitung der Probevorlesung dann die Aufbereitung meiner Dissertation zum Manuskript für die Publikation an. Neun Monate später scheinen die damaligen Mühen in weiter Ferne und ich freue mich auf die Herausforderungen, die meine neue Position mit sich bringt.

In ihrer Dissertation am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation setzen Sie sich mit dem Thema „Fachlich kommunizieren mit sich selbst“ auseinander. Sie untersuchen Notizen, die technische Redakteure bei ihrer Recherche anfertigen und dann später selbst benutzen. Eine Erkenntnis, zu der Sie kamen?

Eine Erkenntnis, zu der ich in meiner Dissertation kam, lautet, dass der Prozess der Notizenerstellung lange vor der eigentlichen Notizennahme beginnt und nicht mit der vollständig abgearbeiteten Notiz endet. Eine Recherchenotiz verhält sich anders als eine Einkaufsliste, die en passant erstellt, im nächsten Schritt rezipiert und anschließend entsorgt wird. Recherchenotizen als Form der schriftlichen Kommunikation mit sich selbst bieten Möglichkeiten der Kommunikationsoptimierung, die in der interpersonalen schriftlichen Kommunikation nicht gegeben sind.

Warum ist Ihre Forschung keine Zeitverschwendung – warum ist es wichtig, in diesem Bereich zu forschen?

Gerade in der aktuellen Übergangsphase, in der sich die papiergebundene technische Dokumentation im Rückzug befindet und digitale Informationsprodukte in den Vordergrund treten, ist eine wissenschaftliche Begleitung notwendig. Hier ist einerseits der Blick auf die technische Redaktion und ihre sich im Wandel befindenden Prozesse möglich, und andererseits jener auf die Rezipient/inn/en mit ihren dynamischen Anforderungen bei der Verwendung digitaler Informationsprodukte. Damit einher geht, dass praktische Fachkommunikation wechselseitig wird: Produktnutzer/innen können heute Rückmeldungen zu Verstehensschwierigkeiten bei der Rezeption anleitender Texte und der Bedienung von Produkten geben. Diese Rückmeldungen sollten in Redaktionsprozessen berücksichtigt werden, und es ist Aufgabe der Fachkommunikationswissenschaft, zu untersuchen, inwiefern und inwieweit solche Rückmeldungen zur Kommunikationsoptimierung genutzt werden können.

Wie verlief Ihr Weg zur Promotion? Was hat Sie bestärkt? Wie haben Sie die Unterstützung im Institut und Fachbereich der Universität Hildesheim erlebt?

Von 2007 bis 2014 war ich als praktischer Fachkommunikator tätig, größtenteils in leitender Position. In dieser Zeit erhielt ich einen tiefen Einblick ins Berufsfeld, der natürlich von meinem vorherigen akademischen Weg geprägt war: Ich verfüge sowohl über ein (naturwissenschaftliches) Diplom (FH) in Elektrotechnik, als auch über einen (geisteswissenschaftlichen) Abschluss als Master of Arts in Technical Communication. Mein Promotionsthema entstand durch die Beobachtung, dass erfahrene Fachkommunikator/inn/en eine über die Jahre optimierte Notizennahme praktizierten, während Berufseinsteiger/innen diese Kompetenz erst im Berufsfeld und durch die Begleitung von erfahrenen Fachkommunikator/inn/en entwickeln mussten. Ich fragte mich, auch bei der Betrachtung meiner eigenen Recherchenotizen, was eigentlich eine gut verständliche und für Anschlusshandlungen geeignete Notiz ausmacht. Lange Zeit trug ich diese Frage und den Wunsch, sie aus wissenschaftlicher Perspektive zu beleuchten, in mir, ohne jedoch die Zeit zu finden, ihr nachzugehen. Als sich die Chance bot, in die akademische Welt zurückzukehren, ergriff ich sie. Das Einfinden in die neue Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Vollzeit in einem Studiengang, der sich damals im Umbruch befand, führte zunächst dazu, dass mir die erhofften zeitlichen Freiräume für mein Promotionsvorhaben nicht zur Verfügung standen. Von der ersten Kontaktaufnahme mit meinen Doktorvater Prof. Dr. Klaus Schubert bis zur Einreichung meines ersten Exposéentwurfs vergingen weitere zwei Jahre. In der eigentlichen Erstellungsphase (Februar 2016 bis Oktober 2018) fühlte ich mich, und hier greife ich eine Aussage aus meiner Antwort auf Ihre erste Frage wieder auf, akademisch wie persönlich sehr gut von meinen Doktoreltern begleitet. Ein wesentliches Element waren hierbei die regelmäßig stattfindenden und von Prof. Dr. Schubert mit Dr. Franziska Heidrich organisierten Doktorand/inn/enseminare, die von Prof. Dr. Nathalie Mälzer gemeinsam mit Prof. Dr. Schubert initiierten Promotionswerkstätten und die Forschungstagung „Fachkommunikation – die wissenschaftliche Sicht“. Mit Letzterer bieten Prof. Dr. Klaus Schubert und Dr. Franziska Heidrich Doktorand/inn/en die Möglichkeit, im Wechsel mit erfahrenen Wissenschaftler/inne/n vorzutragen. Damit eröffnet sich einerseits die Möglichkeit, das eigene Forschungsprojekt in einem geschützten Rahmen einem ersten akademischen Härtetest zu unterziehen. Andererseits erfahren angehende Wissenschaftler/innen, mit welchen Themen sich etablierte(re) Kolleg/inn/en beschäftigen und können erste Kontakte knüpfen.  

Hier sollte ich vielleicht ergänzen, dass ich zum Kreis der externen Doktorand/inn/en gehöre. Ich lebe und arbeite im Rhein-Main-Gebiet. Meine Dissertation habe ich, und das spiegelt wohl die Situation vieler Externer wider, neben einer Vollzeitstelle erstellt. Für mich hatten die zuvor genannten Veranstaltungen damit eine weitere, wichtige Funktion: die Möglichkeit, mich mit Menschen auszutauschen und zu vernetzen, die in Deutschland und darüber hinaus an Promotionsvorhaben aus dem Bereich der Fachkommunikationswissenschaft arbeiten. Viele von ihnen befanden sich in ähnlichen Lebenssituationen. Dies zu wissen und zu erleben, dass sie vor vergleichbaren Herausforderungen stehen, ist hilfreich, wenn die eigene Motivation einmal weniger stark ausgeprägt ist.

Was raten Sie anderen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die promovieren möchten?

Selbstverständlich hat jedes Promotionsvorhaben und damit verbunden die Kommunikation zwischen Doktorand/in und Doktoreltern individuelle Züge. Aus meiner Perspektive kann ich angehenden Wissenschaftler/inne/n nur raten, regelmäßig den Austausch mit den Doktoreltern und anderen Doktorand/inn/en zu suchen. Hierzu gehört im Fach Internationale Fachkommunikation an der Universität Hildesheim eine Bestandsaufnahme und häufig auch Präsentation des eigenen Forschungsprojektes in seiner aktuellen Entwicklungsphase. Jener Austausch zwingt zum Einnehmen einer Metaperspektive, die im Schreibprozess teils abhandenkommen kann. Ich persönlich habe mich anschließend stets gestärkt und (erneut) motiviert gefühlt.

Was macht Ihnen an der Wissenschaft Freude, was treibt Sie an?

Einerseits ist es das eigene wissenschaftliche Arbeiten. Jenes ist geprägt vom Blick auf das Dahinterliegende, von dem Drang, etwas über das Wesen der Dinge der Wirklichkeit zu erfahren. Andererseits ist es das Bewusstsein, Teil einer recht jungen Disziplin zu sein, von deren bisherigem Erkenntnisgewinn ich profitiere und zu dem ich selbst beitragen möchte. Last but not least sind es die Student/inn/en im Masterstudiengang Technische Redaktion und multimediale Dokumentation (trmd) an der Technischen Hochschule Mittelhessen in Gießen, die mich antreiben. Sie auf ihrem akademischen Weg und bei ihrer späteren Entwicklung in der praktischen Fachkommunikation zu begleiten, bereitet mir große Freude. Gerade in der letzten Woche hatte ich Gelegenheit zum Austausch mit Alumnae und Alumni des Studiengangs auf der Jahrestagung des Fachverbandes tekom e. V. in Stuttgart. Es ist schön, zu sehen, dass sie sich ihrer Alma Mater weiterhin verbunden sehen.

Ein Blick auf die Arbeit als Professor: Was haben Sie als Nächstes in der Forschung vor?

Ich forsche in der Disziplin Fachkommunikationswissenschaft. Meine Forschungsinteressen liegen im Bereich der sprachlichen und über das Sprachliche hinausgehenden Kommunikationsoptimierung. In meinen Hochschulveranstaltungen betrachte ich das Berufsfeld der praktischen Fachkommunikation aus der Perspektive der Fachkommunikationswissenschaft. Thematischer Schwerpunkt ist hierbei die Aufbereitung und Gestaltung von Text-, Bild- und Toninformationen. Letztere unterliegt seit längerem einem Wandel hin zu digitalen multimodalen Informationsprodukten. Aktuell gilt es, mich zunächst in meiner neuen Position einzufinden, Veranstaltungen vor- und nachzubereiten und Student/inn/en in ihren Masterarbeiten zu begleiten. Sobald es meine Zeit erlaubt, möchte ich mich näher mit den Themen Sprachsynthese und Sprachassistenzsysteme auseinandersetzen. 

In Ihrer Forschung befassen Sie sich mit der Arbeit von technischen Redakteurinnen und technischen Redakteuren. An der Universität Hildesheim können sich Studentinnen und Studenten im Masterstudium „Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“ auf das Übersetzen und Erstellen technischer Texte im internationalen Kontext spezialisieren. Für alle, die das Interview gerade lesen und das Berufsbild nicht kennen: Welche Herausforderungen bewältigen technische Redakteure?

Im Studiengang Technische Redaktion und multimediale Dokumentation an der Technischen Hochschule Mittelhessen in Gießen behandeln wir primär die einsprachige Fachkommunikation. In ihrer praktischen Realisierung besteht die Herausforderung für technische Redakteur/inn/e/n darin, zielgruppengerechte und medienadäquate Informationsprodukte zu erstellen, die sachlich, informativ und oft instruktiv sind. Hierbei muss es ihnen gelingen, Ausgangsdokumente (beispielsweise Dokumente aus Entwicklungsabteilungen) mit einem hohen Fachsprachlichkeitsgrad und einer starken Produktorientierung in Zieldokumente mit einem angemessenen Fachsprachlichkeitsniveau und einer Benutzer/innen/orientierung zu transformieren.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Zur Person:

Prof. Dr. phil Thorsten Dick, geboren in Koblenz, wurde in seiner Forschungsarbeit „Fachlich kommunizieren mit sich selbst. Verständlichkeit und Optimierung von Recherchenotizen“ betreut durch Prof. Dr. Klaus Schubert (Erstprüfer) und Prof. Dr. Bettina Kluge (Zweitprüferin) vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim.

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Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation Forschung Pressemeldungen Startseite
news-17999 Wed, 11 Dec 2019 14:46:00 +0100 Sozialpsychologie: Psychologieprofessor Andreas Mojzisch in DFG-Fachkollegium gewählt https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/sozialpsychologie-psychologieprofessor-andreas-mojzisch-in-dfg-fachkollegium-gewaehlt/ Professor Andreas Mojzisch vom Institut für Psychologie wurde in das DFG-Fachkollegium Psychologie, Fach „Sozialpsychologie und Arbeits- und Organisationspsychologie“, gewählt. In dem Gremium der Deutschen Forschungsgemeinschaft wird der Hildesheimer Professor von 2020 bis 2023 mitwirken. Die insgesamt 49 Fachkollegien der DFG bestehen aus Forscherinnen und Forschern aus dem deutschen Wissenschaftssystem, die ihre Arbeit entweder in Sitzungen oder in einem schriftlichen Verfahren wahrnehmen. Die Fachkollegien bewerten die Anträge auf finanzielle Förderung von Forschungsvorhaben. An der diesjährigen DFG-Fachkollegienwahl konnten rund 150 000 wahlberechtigte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler online über die Besetzung von 632 Plätzen in insgesamt 49 Fachkollegien für die Amtsperiode von 2020 bis 2023 entscheiden. Insgesamt haben rund 53 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Wahl teilgenommen und ihre bis zu sechs Stimmen elektronisch auf 1659 Kandidierende verteilt. 

Durch ihr Urteil gewährleisten die DFG-Fachkollegien die Qualität des Begutachtungswesens und tragen wesentlich zu Akzeptanz der Förderentscheidungen der DFG bei. Andreas Mojzisch ist der einzige Wissenschaftler aus Hildesheim, der in dieser Periode im DFG-Fachkollegium mitwirkt.

Sozialpsychologie in Hildesheim

Andreas Mojzisch forscht und lehrt seit 2011 als Professor für Sozialpsychologie am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim. Seine Froschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Gruppenentscheidungen und Gruppenurteile, Arbeit und Gesundheit, soziale Identität und Stress sowie Social Neuroscience.

In der Hildesheimer Arbeitsgruppe „Sozialpsychologie“ erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem die sozialen Aspekte von Urteils- und Entscheidungsprozessen und wie Menschen unter verschiedenen sozialen Rahmenbedingungen in Gruppen diskutieren und gemeinsam Entscheidungen treffen. Darüber hinaus untersucht die Arbeitsgruppe zum Beispiel, wie ein Gemeinschaftsgefühl in belastenden Situationen als Stresspuffer helfen kann.

Derzeit leitet Mojzisch unter anderem das DFG-Forschungsprojekt „Sozialer Einfluss und perzeptuelle Entscheidungen“, gemeinsam mit Markus Germar, sowie das vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium geförderte Projekt „Die Bedeutung einer geteilten sozialen Identität in Selbsthilfegruppen für die Rückfallprophylaxe bei Alkoholismus“.

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Fachbereich 1 Psychologie Pressemeldungen
news-18040 Wed, 11 Dec 2019 07:20:00 +0100 Walter Kempowski Preis für biografische Literatur des Landes Niedersachsen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/walter-kempowski-preis-fuer-biografische-literatur-des-landes-niedersachsen/ Der erste Preisträger des Walter Kempowski Preises für biografische Literatur ist Jochen Schimmang. Niedersachsens Kulturminister Björn Thümler hat den Schriftsteller während einer Feierstunde am Kulturcampus der Universität Hildesheim ausgezeichnet. Jochen Schimmang, geboren 1948 in Northeim, ist der erste Preisträger des Walter Kempowski Preises für biografische Literatur. Der Schriftsteller erhielt den mit 20.000 Euro dotierten Niedersächsischen Literaturpreis 2019 während einer Feierstunde im Dezember am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim.

Vizepräsident Professor Martin Schreiner hieß die Gäste herzlich in der Aula des Hohen Haus willkommen. Die ältesten Teile der Hildesheimer Burganlage wurden 1346 von Bischof Heinrich III. erbaut. Die denkmalgeschützte Burganlage wurde für den Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation saniert und erweitert. Die Domäne Marienburg ist auch Sitz des renommierten Literaturinstituts. Seit 20 Jahren wirkt der Studiengang „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ als ein erfolgreiches Ausbildungsprogramm für junge Autorinnen und Autoren.

Der Walter Kempowski Preis für biografische Literatur wurde 2019 erstmalig vergeben. Er wechselt sich in zweijährigem Rhythmus mit dem zweiten Niedersächsischen Literaturpreis, dem Nicolas Born-Preis, ab. Der Preis kann für ein einzelnes Werk, aber auch für das bisherige Gesamtwerk einer Autorin oder eines Autors vergeben werden.

Zur Jury des Preises gehören Kathrin Dittmer (Literaturhaus Hannover), Florian Isensee (Isensee Verlag), Dr. Tilmann Lahme (Leuphana Universität Lüneburg), Prof. Dr. Alexander Košenina (Leibniz Universität Hannover), Ulrike Sárkány (NDR Kultur), Prof. Dr. Annette Pehnt (Universität Hildesheim) und Anne von Bestenbostel (Buchhandlung von Bestenbostel).

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Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Pressemeldungen
news-17942 Tue, 10 Dec 2019 09:21:00 +0100 Gleichstellungszukunftskonzept der Uni Hildesheim positiv evaluiert https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/gleichstellungszukunftskonzept-der-uni-hildesheim-positiv-evaluiert/ Im Professorinnenprogramm von Bund und Ländern wurde das Zukunftskonzept der Universität Hildesheim positiv evaluiert. Ein Ziel der Universität ist es, den Frauenanteil an Professorinnen zu erhöhen. Die Universität Hildesheim gehört zu den Hochschulen, deren Gleichstellungszukunftskonzept positiv evaluiert wurde. 15 niedersächsische Hochschulen, die sich mit ihren Zukunftskonzepten zur Gleichstellung um eine Förderung in der dritten Phase des Bund-Länder-Professorinnenprogramms beworben hatten, wurden in den ersten beiden Runden durch ein externes wissenschaftliches Expertinnen- und Expertengremium positiv bewertet. Bundesweit hatten sich 182 Hochschulen beworben, davon waren 139, also 76,4 Prozent, erfolgreich. „In Niedersachsen forschen und lehren herausragende Wissenschaftlerinnen“, sagt Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur. Die ausgezeichneten Hochschulen – darunter die Universität Hildesheim – zeigen, „dass es sich lohnt, gemeinsam chancengerechte Strukturen für einen zukunftsfähigen Wissenschaftsbetrieb zu entwickeln“.

Die Universität Hildesheim musste in dem bundesweiten Wettbewerb belegen, dass ergriffene Gleichstellungsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt wurden. Im Zukunftskonzept heißt es: Auf Ebene der Personalstruktur hat die Universität sich zum Ziel gesetzt, langfristig auf allen Qualifikationsstufen ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis zu erreichen. Um dies zu realisieren, gilt es kurz- und mittelfristig, den Frauenanteil in wissenschaftlichen Spitzenpositionen zu erhöhen, den Frauenanteil an Nachwuchswissenschaftler_innen zu steigern und deren Arbeitsbedingungen zu verbessern (Themen sind diesbezüglich: Teilzeitarbeit, Befristung von Arbeitsverträgen, Höhe des Lehrdeputats) sowie Geschlechterstereotype abzubauen, um sich ausgeglichenen Frauen- und Männeranteilen in den einzelnen Studiengängen anzunähern.

„In die Entwicklung des Gleichstellungszukunftskonzeptes haben zahlreiche  Mitglieder der Universität viel Arbeit investiert. Viele haben sich mit großem Engagement beteiligt und so zu dem Erfolg beigetragen“, sagt Dr. Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hildesheim.

Aus den frei werdenden Mitteln kann die Universität Gleichstellungsmaßnahmen fortsetzen und weiterentwickeln

Die Universität Hildesheim hat nun die Möglichkeit, für bis Ende 2020 neu berufene Professorinnen eine anteilige Finanzierung in Höhe von bis zu 123.000 Euro pro Professorin jährlich für fünf Jahre zu erhalten (insgesamt 1 230 000 Euro). Aus den frei werdenden Mitteln kann die Universität wiederum Gleichstellungsmaßnahmen fortsetzen und weiterentwickeln.

„Jetzt haben wir die Chance, zwei Regelprofessuren geltend zu machen. Wir müssen nun Professorinnen in Bewerbungsverfahren berufen, um vom Bund eine 50%-Ko-Finanzierung zu erhalten. Mit den frei werdenden Mitteln sowie zusätzlichen Mitteln des Landes sollen bereits etablierte Personalentwicklungsmaßnahmen zur Förderung des weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchses fortgesetzt und neue Maßnahmen auch zum Themenfeld Digitalisierung initiiert werden. Wir möchten zum Beispiel auch das ProKarriere-Mentoring für Studentinnen und Absolventinnen fortführen, um sie in ihrer beruflichen Orientierung zu begleiten und zu einer wissenschaftlichen Karriere ermutigen“, so Silvia Lange.

Auch in den vorigen Phasen des Professorinnenprogramms war die Universität Hildesheim erfolgreich

Bereits in den beiden vorangegangen Phasen des Professorinnenprogramms 2007 bis 2012 sowie 2012 bis 2017 war die Universität Hildesheim erfolgreich mit zunächst zwei und dann drei Professuren.

Aktuell (Stand 01.12.2017) sind an niedersächsischen Hochschulen 25,8 Prozent der Professuren mit Frauen besetzt (bundesweit: 24,1 Prozent). Der Frauenanteil an den Professuren an der Universität Hildesheim ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und hat sich von 32% 2007 auf 41% Ende 2018 erhöht und liegt damit weit über dem Bundesdurchschnitt.

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Fachbereich 1 Pressemeldungen Studierendenportal Personalportal
news-17994 Mon, 09 Dec 2019 11:10:00 +0100 Verleihung der Ehrendoktorwürde: Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Guy Stern https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/verleihung-der-ehrendoktorwuerde-literaturwissenschaftler-prof-dr-guy-stern/ Professor Guy Stern ist einer der profiliertesten Experten für Exilliteratur. Der Fachbereich „Sprach- und Informationswissenschaften“ der Universität Hildesheim verleiht Professor Guy Stern die Ehrendoktorwürde. Die Feierstunde findet am Mittwoch, 18. März 2020, an der Universität Hildesheim statt. „Wir ehren einen international anerkannten Wissenschaftler, der aus seiner Heimat vertrieben wurde und der sich dennoch unermüdlich für die Völkerverständigung einsetzt“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

„Professor Guy Stern ist einer der profiliertesten Experten für Exilliteratur“, sagt Professor Ulrich Heid, Dekan des Fachbereichs Sprach- und Informations-wissenschaften. In den vergangenen Jahren war Guy Stern wiederholt zu Vorträgen Gastvortragender am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim.

Die Ehrendoktorwürde wird Guy Stern verliehen in Anerkennung hervorragender wissenschaftlicher Leistungen auf dem Gebiet der Forschung zur Exilliteratur.

Die Verleihung einer Ehrendoktorwürde ist in der Promotionsordnung geregelt und ist eine Entscheidung des Fachbereichs: „In Anerkennung hervorragender wissenschaftlicher Leistungen oder ausgezeichneter Verdienste um die Förderung der Wissenschaften kann der Fachbereich den Doktorgrad auch ehrenhalber (Dr. phil. h.c.) verleihen. Der Beschluss des Fachbereichsrats zur Verleihung bedarf einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen gültigen Stimmen und der Mehrheit der Stimmen aller Professorinnen und Professoren des Fachbereichsrats. Die Verleihung erfolgt nach Stellungnahme des Senats.“

Zur Person:

Literaturwissenschaftler, Autor und Herausgeber Prof. Dr. Guy Stern

Guy Stern ist 1922 in Hildesheim geboren. 1937 emigrierte er als 15-Jähriger in die USA. Seine in Hildesheim verbliebene Familie – Vater, Mutter und zwei Geschwister – die er erfolglos nachzuholen versuchte, wurde im April 1942 nach Warschau deportiert. 1944 war Guy Stern im Kriegseinsatz mit einer überwiegend aus Emigranten gebildeten Spezialeinheit des Militärnachrichtendienstes in der Normandie im Kampf gegen die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten.

Nach dem Studium der Romanistik und Germanistik in den USA wurde er 1953 promoviert. 1963 wurde er Professor und Abteilungschef für deutsche Sprache und Literatur an der University of Cincinnati. Berufungen und Gastprofessuren führten ihn unter anderem an die Universitäten Maryland, Detroit, Freiburg, Potsdam, Frankfurt am Main, Leipzig und München

Guy Stern gilt als bedeutender und maßgeblicher Vertreter der Erforschung der deutschsprachigen Exilliteratur. Er erläuterte zum Beispiel den Hintergrund der in den USA wie in Deutschland nach 1945 beliebten Kinderbuchserie „Curious George“ / „Coco der neugierige Affe“, die von Margret und Hans A. Rey geschaffen wurde, die als Margarete Waldstein und Hans August Reyersbach in Hamburg geboren wegen ihrer jüdischen Herkunft Deutschland verlassen mussten. Nach ihrer Eheschließung veröffentlichten sie in Paris und – mit verändertem Namen – in den USA zwischen 1939 und 1966 ihre zauberhaften Bücher.

Guy Stern hatte mehrere Ämter am Holocaust Memorial Center in Farmington Hills, Michigan inne. 1987 wurde er mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet, 1989 mit der Goethe-Medaille. Seit 2012 ist Guy Stern Ehrenbürger der Stadt Hildesheim.

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Fachbereich 3 Deutsche Sprache Pressemeldungen
news-17945 Thu, 05 Dec 2019 08:31:00 +0100 Geographie: Hildesheimer Bodenkonferenz https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/geographie-hildesheimer-bodenkonferenz/ Ein Forschungsteam um Professor Martin Sauerwein vom Institut für Geographie der Universität Hildesheim hat sich auf Bodenkunde spezialisiert und befasst sich mit dem Schutz der Böden und dem Umgang mit Böden bei Planungs- und Baumaßnahmen. Während der 5. Hildesheimer Bodenkonferenz am Tag des Bodens widmen sich Fachleute der Flächeninanspruchnahme und der Beeinträchtigung der Böden in der Region Hildesheim. Bericht der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung

„Die dünne Haut unserer Erde“
Mehr über die Forschung von Prof. Dr. Martin Sauwerwein
lesen Sie im Interview im Universitätsjournal DIE RELATION (Seite 12)

„Wir möchten mit unseren Bodenkonferenzen dazu beitragen, ein Bewusstsein zu schaffen und zu sensibilisieren, welchen Wert die Böden haben und was sie leisten“, so Professor Martin Sauerwein vom Institut für Geographie der Universität Hildesheim. Die Hildesheimer Bodenkonferenz am Tag des Bodens widmet sich der Flächeninanspruchnahme und der Beeinträchtigung der Böden in der Region Hildesheim. In den beiden ersten Teilen der Veranstaltung sollen die Sachstände der beiden Energieleitungsvorhaben SuedLink und Wahle-Mecklar und ihre Auswirkungen auf die Böden als auch Belange betroffener Eigentümer und Landwirte dargestellt und auch weiter gehende Aspekte in Form einer Podiumsdiskussion erörtert werden.

Im dritten Teil der Veranstaltung stellen sich regionale Engagements und Initiativen zum Bodenbewusstsein vor.
Da sich zum Zeitpunkt der Konferenz diverse die Region tangierende Projekte in wichtigen Phasen befinden, bieten die offenen Situationen Chancen für Überlegungen für ein Bodenbewusstsein in der Region.

Die Bodenkonferenz wird veranstaltet vom Institut für Geographie der Universität Hildesheim, vom Bundesverband Boden e.V. und vom Landkreis Hildesheim. Die Veranstaltung ist öffentlich. Mehr Informationen finden Sie unter: www.uni-hildesheim.de/bodenbuendnis-hildesheim

Die 5. Hildesheimer Bodenkonferenz findet am Donnerstag, 5. Dezember 2019, von 09:30 bis 16:30 Uhr im Hohen Haus am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim statt.

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news-17969 Tue, 03 Dec 2019 21:37:00 +0100 Leseforscherin Prof. Irene Pieper im DLF-Interview zur PISA-Studie https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/leseforscherin-prof-irene-pieper-im-dlf-interview-zur-pisa-studie/ Die Lese- und Medienkompetenz deutscher Schülerinnen und Schüler ist bei der PISA-Studie schlecht weggekommen, in einem Interview mit dem DEUTSCHLANDFUNK spricht Professorin Irene Pieper über die Lesekompetenz. Die Leseforscherin des Instituts für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim hat sich auf Leseforschung und Lesedidaktik spezialisiert. Deutschlandfunk
Interview mit Prof. Dr. Irene Pieper
3. Dezember 2019

Die repräsentative PISA-Studie untersucht alle drei Jahre, wie gut Jugendliche zum Ende ihrer Pflichtschulzeit grundlegende Kompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften in alltäglichen Situationen anwenden können. Dieses Mal lag der Schwerpunkt auf der Lesekompetenz.

Den Befund, dass jeder fünfte Jugendliche nicht einmal auf Grundschulniveau lesen kann, kommentiert Professorin Irene Pieper vom Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim im Interview mit dem DEUTSCHLANDFUNK: „Was sich hier verdichtet, ist ein Problem, das wir seit Längerem intensiv bearbeiten, aber noch nicht wirklich gelöst haben. Ich würde sagen, was insbesondere bedenklich stimmen muss, ist, dass der Anteil der sehr schwachen Leser so hoch ist, und da müssen wir einfach weiter arbeiten. Da gehen die Scheren auseinander.“

Im DLF-Interview macht Irene Pieper deutlich, dass das Wissen darüber, wie man Lesen fördern kann durch die Schullaufbahn hinweg, von der Primarstufe angefangen über die Sekundarstufe eins bis möglicherweise dann zum Abitur, in großem Umfang vorhanden ist. „Es gibt aber Situationen in Schulen, wo man merkt, dass es trotz dieses Wissens an anderen Dingen fehlt.  Unter anderem fehlt es schlicht an den Lehrkräften, die kontinuierlich dafür sorgen können, dass im Deutschunterricht – und der ist  insbesondere gefordert, wenn auch nicht alleine – die Angelegenheiten vorangebracht werden können", so Pieper.

Prof. Dr. Irene Pieper forscht seit vielen Jahren in den Bereichen Literarische Kompetenz und ihr Erwerb, Kommunikation im Literaturunterricht, Leseforschung und Lesedidaktik, Profession und Deutschunterricht und Lese- und Literarische Sozialisation.

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Fachbereich 3 Deutsche Sprache Lese- und Schreibzentrum Forschung Pressemeldungen Startseite
news-17927 Sun, 01 Dec 2019 09:35:00 +0100 Eröffnung des Graduiertenzentrums und Promotionsfeier https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/eroeffnung-des-graduiertenzentrums-und-promotionsfeier/ In dieser Woche hat die Universität Hildesheim das neue Graduiertenzentrum eröffnet. Das Graduiertenzentrum unterstützt die Doktorandinnen und Doktoranden, Postdocs und Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren der Universität Hildesheim durch ein breites Spektrum an Angeboten zu Qualifizierung, Finanzierung und Beratung. Zudem wurden während der Promotionsfeier 60 Personen, die ihre Promotion seit Herbst 2018 an der Universität Hildesheim erfolgreich abgeschlossen haben, feierlich gewürdigt. Die Angebote des Graduiertenzentrums zu Qualifizierung, Finanzierung und Beratung sind überfachlich ausgerichtet und orientieren sich an den Bedarfen der Doktorandinnen und Doktoranden, Postdocs und Juniorprofessorinnen und Juniorprofessoren.

Die fächerübergreifende Serviceeinrichtung stellt unter anderem Informationen bereit, fördert den Austausch und macht Qualifizierungsangebote zu Themen wie zum Beispiel „Publikationsstrategien“, „Forschungsdatenmanagement“ oder „Forschungsethik und Forschungs-verantwortung“.

„Das Graduiertenzentrum ist Teil der Minerva-Entwicklungsplanung der Universität. Wir freuen uns, dass wir mit dem Festakt unsere Arbeit aufnehmen können. Die Geschäftstelle des Zentrums wird Dr. Svea Korff inne haben. Das Zentrum sollte zum Ort und zur Plattform für die verschiedenen Gruppen des wissenschaftlichen Nachwuchses werden. Mit dem Thema des Eröffnungsvortrages, der die vielfältigen Wege in die Wissenschaft fokussiert, wird auch an das Leithema „Diversität“ der Universität angeknüpft“, sagt Professorin Meike Sophia Baader, Vizepräsidenten für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs.

Anlässlich der Eröffnung des Graduiertenzentrums dankt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich der Vizepräsidentin für ihren Einsatz. „Professorin Baader hat die Frage, wie wir mit der Graduiertenförderung umgehen, früh auf die Agenda ihrer Vizepräsidentschaft gesetzt. Das Graduiertenzentrum ist ein Bestandteil unserer Entwicklungsplanung. Diejenigen, die Doktorandinnen und Doktoranden betreuen, möchte ich ermuntern, an diesem Projekt der Universität teilzunehmen.“

Den Festvortrag während der Feierstunde hielt Dr. Anja Franz vom Institut für Hochschulforschung Halle-Wittenberg zum Thema „Viele Wege führen zum Ziel: Qualifizierung in und für die Wissenschaft“. Der Doktortitel ist beliebt in Deutschland, nirgendwo sonst außer in den USA werden mehr Doktortitel vergeben. Die Wissenschaftlerin sprach unter anderem über kritische Ereignisse in der Promotionszeit. Man muss nicht glauben, dass das alles reibungslos verläuft, die Schwierigkeiten reichen von Bearbeitungsproblemen über die Strukturierung – wie schaffe ich es, die Promotion in meinen Arbeitsprozess zu integrieren? – bis zu Betreuungsproblemen, so Franz. Sie machte zudem deutlich, dass auf dem Weg zur Professur „der Flaschenhals dünner wird“.

Der Erziehungswissenschaftler Jonas Ringler  sprach über die „Perspektive der Promovierenden“ und die spezifischen Herausforderungen in der Promotionsphase. Er ist Mitglied der Konferenz der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ein Beirat aus externen und internen Mitgliedern begleitet die Arbeit des Graduiertenzentrums. Nach zwei Jahren erfolgt eine Evaluation.

Ihre Ansprechpartnerin in der Geschäftsstelle des Graduiertenzentrums: Dr. Svea Korff 

Wer Fragen zum Graduiertenzentrum hat, erreicht Dr. Svea Korff (korffs@uni-hildesheim.de) in der Geschäftsstelle des Graduiertenzentrums. Dr. Svea Korff hat sich in Ihrer Doktorarbeit mit „Abbruchgedanken von strukturiert Promovierenden“ befasst, sie ist zudem Sprecherin des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“ der Universität Hildesheim.

Broschüre „Perspektive Promotion“ enthält Informationen zum Promovieren an der Universität Hildesheim

Zur Eröffnung des Zentrums erschien auch eine Broschüre „Perspektive Promotion“, die Informationen zum Promovieren an der Universität Hildesheim enthält und bei Dr. Svea Korff (korffs@uni-hildesheim.de) oder Markus Weißhaupt (markus.weisshaupt@uni-hildesheim.de) zu erhalten ist.

Weitere Informationen über das Graduiertenzentrum

Promotionsfeier: 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die im vergangenen Jahr ihre Promotion erfolgreich abgeschlossen haben, wurden gewürdigt

Am gleichen Tag kamen etwa 110 Ehrengäste und Gäste während der Promotionsfeier der Universität Hildesheim  zusammen. 60 Personen, die ihre Promotion zwischen Oktober 2018 und Oktober 2019 an der Universität Hildesheim erfolgreich abgeschlossen haben, wurden gewürdigt. Gleichzeitig geht ein herzlicher Dank an die Professorinnen und Professoren, die die Promotionen mit viel Engagement begleitet haben.

In diesem Jahr richtete das Dekanat des Fachbereichs 1 „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ die fachbereichsübergreifednde Promotionsfeier aus. Den Festvortrag hielt der renommierte Kognitionswissenschaftler und Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Prinz, der bis zu seiner Emeritierung Direktor am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig war. Er sprach zum Thema „Bewusstsein erklären – wie geht das?“.

„Eine Promotion ist immer ein Highlight an einer Universität. Im Rahmen von Promotionen leisten die jungen Kolleginnen und Kollegen maßgebliche Beiträge zur Forschung in ihrem Fach. Eine Promotion stellt die Grundlage für eine wissenschaftliche Karriere dar. Auch außerhalb der Wissenschaft demonstriert ein Doktortitel, dass sich die betroffene Person intensiv mit einem Forschungsgegenstand auseinandergesetzt hat und hervorragend qualifiziert ist. Wir freuen uns über jeden, der die Phase der Promotion erfolgreich zu Ende gebracht hat und gratulieren im Namen der Universität“, sagt Professor Christina Bermeitinger, Dekan des Fachbereichs 1.

„An dieser Stelle danke ich allen sehr herzlich, die unsere jetzt Promovierten begleitet haben, die sie wissenschaftlich inspiriert,motiviert, unterstützt und betreut haben; Dank geht auch an diejenigen, die mit den Prozessen der Promotionen hier an der Universität zu tun hatten und von dieser Seite aus – in den Dekanaten, den Promotionsausschüssen und eventuell an weiteren Stellen – Begleitung waren; und Dank geht an diejenigen, die Rückhalt gegeben haben, in welcher Form auch immer, und Forschung dadurch ermöglicht wurde“, so Prof. Christina Bermeitinger.

Ein breites Spektrum unterschiedlicher Themen wurde in den Doktorarbeiten bearbeitet zum Beispiel:

  • „Konstruktion, Normierung und Validierung eines allgemeinen Entwicklungstests für Kinder unter 3 Jahren“
  • „Eine empirische Untersuchung zur Planung und Durchführung statistischer Untersuchungen von Lernenden aus 9ten und 10ten Schuljahrgängen
  • „Gott und die Welt in Szene gesetzt. Idiote de mente und De visione Dei als zwei der philosophischen Inszenierungen des Nikolaus von Kues“
  • „Prozessorientierte Visualisierung im Patent-Retrieval“
  • „Case-Factories: Maintenance Cockpit for distributed Case-baised Reasoning Systems“
  • „Developing Suastainability-Oriented Business Models – Foundations, Modeling Apporaches and Software Support“
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Fachbereich 1 Psychologie Erziehungswissenschaft Fachbereich 2 Fachbereich 3 Fachbereich 4 Forschung Pressemeldungen Startseite
news-17944 Fri, 29 Nov 2019 10:01:00 +0100 Impulse geben: Neue Mitglieder im Stiftungsrat https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/impulse-geben-neue-mitglieder-im-stiftungsrat/ Als Stiftungsuniversität hat die Hildesheimer Universität mehr Entscheidungsspielräume, etwa bei Berufungs- und Bleibeverhandlungen sowie im Baumanagement. Die Mitglieder des Stiftungsrates sind Impulsgeber und kritische Begleiter. Die Universität Hildesheim ist – neben den Universitäten Göttingen und Lüneburg, der Tierärztlichen Hochschule Hannover und der Hochschule Osnabrück – eine Stiftungshochschule. 2003 wurden die fünf Hochschulen in die Trägerschaft öffentlich-rechtlicher Stiftungen überführt. Niedersachsen schrieb damit Hochschulgeschichte. Seitdem haben die Stiftungshochschulen mehr Entscheidungsspielräume, etwa bei Berufungs- und Bleibeverhandlungen sowie im Baumanagement.

Die Hochschulleitung wird durch die Einrichtung des Stiftungsrates von Personen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur – vom Wirtschaftsunternehmer bis zur Hochschulrektorin – unterstützt. Die Mitglieder des Stiftungsrats sind Impulsgeber und kritische Begleiter. Dr. Uwe Thomas und Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu sind bereits seit einigen Jahren Mitglieder des Stiftungsrates, neu im Amt sind Lavinia Francke, Prof. Dr. Johanna Eleonore Weber, Lars-Henner Santelmann, Prof. Dr. Werner Greve und Ulrich Dempwolf.

Die Rolle des Stiftungsrats ist vergleichbar mit dem Aufsichtsrat in einem Wirtschaftsunternehmen. Zum Beispiel nimmt das Organ den Jahresabschluss inklusive der Wirtschaftsprüfung ab, berät das Präsidium, beschließt über Angelegenheiten der Stiftung von grundsätzlicher Bedeutung und debattiert über die Ausschreibung und Ausrichtung von neuen Professuren.

„Die Stiftung Universität Hildesheim hat sich sehr positiv entwickelt. Die Studierendenzahl ist explodiert, das Fächerangebot aktueller denn je. Und auch wenn sie aus den Nähten platzt, schafft sie es, Kurs zu halten. Das liegt an der klaren strategischen Ausrichtung entlang der Leitthemen Bildung, Kultur, Diversität und Digitalisierung und einem starken Zusammenhalt, ohne dass der kritische Diskurs zu kurz kommt. Für den Stiftungsrat bedeutet das Freude und gleichzeitig Herausforderung“, sagt Dr. Uwe Thomas.

Seit 2015 führt Dr. Uwe Thomas den Vorsitz im Stiftungsrat. Der gebürtige Heilbronner studierte Betriebswirtschaftslehre in Mannheim und lebt in Hildesheim. Von 1989 bis 2017 war Thomas in unterschiedlichen Positionen bei der Robert Bosch GmbH tätig, zuletzt als Vorsitzender des Bereichsvorstandes Automotive Aftermarket in Karlsruhe. Seit 2013 ist Thomas Vorsitzender des Aufsichtsrates der Robert Bosch AG in Wien.

Die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu ist seit 2004 Professorin für Interkulturelle Bildung an der Universität Bremen, zudem war sie sieben Jahre Konrektorin für Internationalität und Diversität. Karakaşoğlu hat Turkologie, Politikwissenschaft und Germanistik in Hamburg und Ankara studiert. Dem Stiftungsrat gehört sie seit 2011 an.

Lavinia Francke hat zunächst vielfältige Erfahrungen im Theatergeschäft, Kulturaustausch und Kulturmanagement gesammelt, etwa als Geschäftsführerin der Theaterformen in Hannover, und war neun Jahre in leitender Position in der Kulturstiftung des Bundes tätig. Seit 2015 ist die gebürtige Kölnerin, die in München Rechtswissenschaft und Theaterwissenschaft studierte, Generalsekretärin der Stiftung Niedersachsen.

Die Psychologin Prof. Dr. Johanna Eleonore Weber ist seit 2013 Rektorin der Universität Greifswald. Seit 2014 ist sie HRK-Vizepräsidentin für Hochschulmedizin und Gesundheitswissenschaften. Sie forscht und lehrt seit 1994 als Professorin für Differentielle und Persönlichkeitspsychologie/Psychologische Diagnostik in Greifswald.

Lars-Henner Santelmann ist seit 2015 Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Financial Services GmbH und verantwortet zudem den Vertrieb. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler begann seine Karriere bei der Volkswagen AG, weitere Stationen führten ihn etwa nach Verona in Italien.

Der Psychologe Prof. Dr. Werner Greve ist seit 2001 Professor an der Universität Hildesheim. Sein Arbeitsgebiet ist die Entwicklungspsychologie, hier forscht er insbesondere zum Umgang mit belastenden oder kritischen Lebensereignissen. Aktuell arbeitet er unter anderem in dem interdisziplinären Projekt »Inklusion Denken und Gestalten«, das von der VolkswagenStiftung im Programm »Schlüsselthemen der Gesellschaft« gefördert wird. Er ist der Vertreter des Senats der Universität Hildesheim in dem siebenköpfigen Organ.

Als Vertreter des Fachministeriums wirkt Ulrich Dempwolf, Leiter der Abteilung Hochschulen im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, im Stiftungsrat mit.

Alle Mitglieder des Stiftungsrats sind ehrenamtlich tätig und zeichnen sich durch eine breite Expertise und ein hohes Engagement aus.
 

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Pressemeldungen UNIintern
news-17936 Wed, 27 Nov 2019 09:33:01 +0100 Interview mit Professor Wolf Schünemann über Hassrede im Internet https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/interview-mit-professor-wolf-schuenemann-ueber-hassrede-im-internet/ Prof. Dr. Wolf Schünemann forscht und lehrt seit 2016 als Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politik und Internet am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim. Im Interview gibt der Wissenschaftler Einblicke in seine aktuelle Forschung. NDR Fernsehen, 24.11.2019
Hass gegen Politiker: Viele Abgeordnete betroffen
Gespräch mit Prof. Dr. Wolf Schünemann, Universität Hildesheim

Herr Professor Schünemann, in den letzten zwei Jahren haben Sie sich in einem Forschungsverbund mit der online geführten politischen Kommunikation auseinandergesetzt. Sie haben Facebook-Daten aus dem Bundestagswahlkampf 2017 analysiert. Mit welcher Forschungsfrage befassen Sie sich aktuell?

Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen mehrerer Fachdisziplinen befasse ich mich nun in dem EU-Projekt „DeTACT“ mit der Detektion und möglichen Bekämpfung von Hassrede im Internet.

Wer ist an diesem Projekt beteiligt?

Die Medienlinguistin Dr. Sylvia Jaki hat maßgeblich die Partnerschaft zu den Computerlinguisten der Universität Antwerpen aufgebaut. Gleichzeitig ist die Computerlinguistik hier in Hildesheim beteiligt, Professor Ulrich Heid und Johannes Schäfer. Und von der politikwissenschaftlichen Seite sind Stefan Steiger und ich beteiligt.

Was genau untersuchen Sie in dem EU-Projekt? Wie blickt die Politikwissenschaft auf Hasskommentare, auf diese Entwicklung in unserer Gesellschaft?

Zunächst interessiert uns der politische Gegenstand: Bei Hasskommentaren, die sich gegen Politikerinnen und Politiker richten, haben wir einen besonderen Gegenstand zu fassen, der weitere Grenzen des Sagbaren zulässt als im privaten Bereich. Die Politikerinnen und Politiker bewegen sich als Personen öffentlichen Lebens in einem politischen Kampf. Da werden zum Teil aggressivere Statements gebracht, als wir sie gewohnt sind. Es werden Anfeindungen und Beleidigungen sichtbar, die von dem parteipolitischen Konflikt dann auch auf die Person abstrahlen. Die PolitikerInnen müssen sich also generell mehr gefallen lassen. Wir blicken in dem EU-Projekt auf diese politische Kommunikation. Da Nutzerinnen und Nutzer auf Facebook untereinander diskutieren, mag da sehr viel andere Hassrede auffällig werden, dieser Herausforderung wollen wir in dem Projekt begegnen. Im Rahmen des EU-Projekts sollen Personen geschult werden, die bereit sind, in solchen Online-Foren aufzustehen und zu sagen: Das überschreitet eine Grenze, diese Hassrede geht zu weit, und eine Gegenrede entwickeln. Als Politikwissenschaftler sind wir an der Vorbereitung dieser Schulungsmaterialien beteiligt: Was ist eigentlich die politische Rede? Was ist schädliche Sprache im politischem Diskurs? Und wie sind die gesetzlichen Regelungen, was ist in Deutschland verboten und was ist in anderen Ländern verboten? Insgesamt betrachten wir sechs Länder der Europäischen Union – die Niederlande, Großbritannien, Ungarn, Frankreich, Deutschland und Belgien – in einer vergleichenden Analyse dessen, was an Internetinhalten erlaubt ist und was nicht.

Wie ist der Hass gegenüber Politikerinnen und Politikern zu erklären?

Jedenfalls nicht durch das Netz. Das wäre zu einfach, die Verantwortung an dieser Entwicklung bei strukturellen Veränderungen politischer Kommunikation zu suchen. Ohne eine über lange Zeit angewachsene, undifferenzierte Politik- und Politikerverdrossenheit wäre der Hass aus meiner Sicht nicht zu erklären. Durch die direktere Netzkommunikation gehen die PolitikerInnen diesbezüglich ein höheres Risiko ein. Und der Hass wird für ein größeres Publikum sichtbar.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt:

Data Science Lab

Das Data Science Lab ist ein Labor für datenwissenschaftliche Studien an der Universität Hildesheim. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bearbeiten hier große Datenbestände digitaler Kommunikation (Metadaten und Inhaltsdaten). Das Labor am Uni-Hauptcampus kann für Forschungsprojekte, Workshops und die Lehre in Kleingruppen eingesetzt werden. Es steht Forschenden des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften und weiteren Fachdisziplinen nach Absprache und Anmeldung offen. Ansprechpartner sind Prof Dr. Wolf Schünemann (wolf.schuenemann@uni-hildesheim.de) und Stefan Steiger (stefan.steiger@uni-hildesheim.de).

„Wir analysieren hier große Datenmengen, man kann etwa bei der Auswertung von Kommunikation auf Facebook qualitativ einiges lesen, aber man kann nicht alles lesen. Wenn man große Datenbestände hat, in unserem Projekt zum Bundestagswahlkampf waren das 2,9 Millionen Beiträge, dann ist es nicht mehr möglich, das alles zu lesen. Dann helfen uns die Computer dabei, die Daten korpuslinguistisch aufzubereiten und trotzdem einen qualitativen Eindruck der Debattenlage zu bekommen. Bei der strukturierten Analyse großer Datenbestände helfen uns diese rechnergestützten Verfahren enorm“, sagt Stefan Steiger, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Data Science Lab.

In dem EU-Projekt analysiert der Politikwissenschaftler die Regulationsbestrebungen für die Online-Kommunikation in sechs Mitgliedstaaten und was diese zur Bekämpfung von Hassrede im Netz legislativ verabschiedet haben, um dann auch die „Upstanders“, die Menschen, die in dem EU-Projekt geschult werden, um Hassrede aktiv zu begegnen, zu informieren. Die technische Aufbereitung der Daten im DeTACT-Projekt erfolgt in Antwerpen.

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Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Zentrum für Digitalen Wandel Pressemeldungen
news-17933 Tue, 26 Nov 2019 11:19:24 +0100 Weihnachtsvorlesung von Professorin Maren Bienert: „Humbug! Von den Geistern der Weihnacht“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/weihnachtsvorlesung-von-professorin-maren-bienert-humbug-von-den-geistern-der-weihnacht/ Die Theologin Professorin Maren Bienert spricht in der Weihnachtsvorlesung der Universität Hildesheim am Mittwoch, 4. Dezember 2019, über die „Geister der Weihnacht“. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Die Professorin lädt zu einer weihnachtlichen Rundreise durch Literatur aus Geschichte und Gegenwart ein. In der Vorlesung lädt die Theologin zu einer weihnachtlichen Rundreise durch Literatur aus Geschichte und Gegenwart ein. Im Mittelpunkt steht dabei das Nachdenken über die Fragen, wie die weihnachtliche Botschaft aufgenommen wurde und wird und wie damit Wesen und Verwandlung des Menschen angesprochen werden, wie zum Beispiel bei Charles Dickens‘ kaltherzigem Ebenezer Scrooge, der Weihnachten zunächst für ausgemachten „Humbug“ hält.

Der Vortrag von Prof. Dr. Maren Bienert zum Thema „Humbug! Von den Geistern der Weihnacht“ beginnt am Mittwoch, 4. Dezember 2019, um 18:00 Uhr in der Aula im Hohes Haus am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim.

Maren Bienert forscht und lehrt seit 2014 in Hildesheim. In ihren Seminaren und Vorlesungen vermittelt die Professorin für Evangelische Theologie vor allem Grundlagen der Dogmatik, Ethik und Theologiegeschichte. Dazu gehören Themen wie Schrifttheologie, sozialphilosophische Grundfragen (etwa: „Was ist das eigentlich, das schöne Leben?“), Debatten um die Themen Ehe, Familie und Sexualität oder Fragen wie „Was ist Freiheit?“. In ihrer Forschung widmet sie sich unter anderem den Auferstehungsdeutungen der lutherischen Theologie im Kontext der beiden Weltkriege.

Im Anschluss an den Vortrag findet eine Buchpräsentation des Universitätsverlags („Nachdenken über Spiritualität. Warten - Entscheiden – Suchen", herausgegeben von Prof. Dr. Werner Greve und Prof. Dr. Carsten Jochum-Bortfeld) sowie ein kleiner Empfang der Universitätsgesellschaft Hildesheim statt. Der Eintritt ist kostenfrei. Die Universität Hildesheim bittet indes um Spenden für das „Weihnachtsstipendium“, einer Variante des Deutschlandstipendiums mit dem gute Studierende unterstützt werden, die unter besonders schwierigen Rahmenbedingungen ihr Studium bestreiten müssen.

Bei Fragen kann man sich an Markus F. Langer, Leiter des Friend- und Fundraising wenden (Telefon 05121 883 90130, E-Mail markus.langer@uni-hildesheim.de).

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Fachbereich 1 Katholische Theologie Pressemeldungen
news-17943 Tue, 26 Nov 2019 08:53:00 +0100 Tagung: Menschliche Freiheit und Erbsündenlehre https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/tagung-menschliche-freiheit-und-erbsuendenlehre/ „Erlösung“, „Rettung“ und „Befreiung“ sind wichtige Begriffe in der christlichen Religion. Dabei stellt sich die Frage, ob denn alle Menschen erlöst, gerettet oder befreit werden müssen? Darauf versucht die auf Augustinus zurückgehende „Erbsündenlehre“ eine Antwort zu geben, mit der sich eine internationale Tagung beschäftigt hat. Die Konferenz wurde vom Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim und vom Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ausgerichtet. Veranstalter der Tagung waren Prof. Dr. René Dausner (Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim) und Prof. Dr. Christoph Böttigheimer (Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt). Die Ausrichtung der Tagung förderte die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

Die Erbsündenlehre wurde auf dem Konzil von Trient im Ur-/Erbsündendekret (17.6.1546) dogmatisiert und steht im Zentrum der christlichen Erlösungslehre. „Allerdings hat sich das Erbsündenkonstrukt in der Geschichte der Kirche mitunter äußerst verhängnisvoll ausgewirkt, vom Zwang der Kindertaufe bis hin zu einer extrem verkrampften Einstellung zur Sexualität, wurde doch im Zeugungsakt lange Zeit die Vererbung der sogenannten ,Erbsünde‘ verortet“, erklärt Böttigheimer. Vor dem Hintergrund des heutigen naturwissenschaftlichen Weltbildes sei eine solche biologistische Lehre nicht mehr haltbar, ebenso wenig wie der im Deutschen verwendete Begriff der „Erbsünde“. In anderen Sprachen sei darum auch von einer Original- oder Ursünde die Rede.

Problematisch ist aber nicht nur die Begrifflichkeit oder die geschichtliche Wirkung der Erbsündenlehre, vielmehr wurde auf der Tagung zunächst auf die Widersprüchlichkeiten, die dem Erbsündenkonstrukt selbst innewohnen, hingewiesen. Wenn die Vorstellung von Sünde immer schon Freiheit voraussetzt, wie kann dann ein Mensch für eine Sündentat eines anderen Menschen verantwortlich gemacht werden? Diese Grundproblematik führt zu einer weitgehenden Unverständlichkeit der Lehre von einer Originalsünde. In den einzelnen Vorträgen wurde daher wiederholt hervorgehoben, dass die Lehre von einer Ursünde in Spannung stehe zu einem aufgeklärten Freiheitsverständnis, zumal wenn dieses vom Gedanken der Autonomie geleitet wird. Vor diesem Hintergrund stand die Frage im Raum, ob diese Lehre gänzlich aufzugeben sei oder wie sie andernfalls so zu verändern wäre, dass sowohl ihrer Widersprüchlichkeit als auch Unverständlichkeit überwunden werden kann. Dies führte zu einem intensiven Austausch über das theologische Verständnis menschlicher Freiheit.

Für die Verstehbarkeit der Lehre von der Original-/Ursünde wurde in einer globalisierten Welt der im 20. Jahrhundert aufgekommene Begriff der „strukturellen Sünde“ herausgearbeitet. Dieser Begriff stammt aus der lateinamerikanischen Befreiungstheologie und markiert die Dominanz von Herrschafts- und Unrechtssystemen, in die der einzelne Mensch hineingeboren wird. Das, was mit der Ur-/Originalsünde angesprochen wird, nämlich, dass alle Menschen sündigen und schuldig werden, führt dazu, dass sich kein Mensch über einen anderen erheben darf. Diese egalisierende Wirkung der Lehre von der Original-/Ursünde wurde auf der Tagung mehrfach betont.

„Einigkeit bestand unter den Teilnehmenden darin, dass eine sündenfixierte Erlösungslehre, wie sie in der Vergangenheit vorherrschte, nicht länger aufrechterhalten werden kann und darf; als konkrete Lösungsmöglichkeiten wurde etwa vorgeschlagen, in der Verkündigung nicht länger die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen zu betonen, sondern eher von einer sehr viel umfassenderen Heilsbedürftigkeit des Menschen auszugehen“, schildert Böttigheimer. Dadurch werde deutlich, dass der Mensch auf Sehnsucht nach Heil ausgerichtet sei und des „Ganzseinkönnens“ bedürfe.

Die einzelnen Vorträge werden nun für eine Veröffentlichung weiter ausgearbeitet. Indes habe sich schon auf der Tagung gezeigt, dass die gegenwärtige Kirchenkrise letztlich von einer Krise ihres Glaubens herrühre: „Angesichts der Folgen europäischer Aufklärung sowie der Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaften ist die entscheidende Frage nicht das Wie des Glaubens, sondern das Was. Bestimmte Glaubensinhalte werden heute zunehmend problematisch, was innerhalb der Kirche bislang allerdings kaum, wenn überhaupt, angesprochen wird“, so Böttigheimer.

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Fachbereich 1 Katholische Theologie Pressemeldungen
news-17897 Mon, 25 Nov 2019 09:22:00 +0100 Experiment in Hildesheim – Woyzeck auf der Bühne in drei Sprachen: Inklusives Theater https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/experiment-in-hildesheim-woyzeck-auf-der-buehne-in-drei-sprachen-inklusives-theater/ Das Theaterhaus Hildesheim und die Universität Hildesheim erstellen momentan die Theaterinszenierung „WOY“. Das Stück in Hildesheim wird in drei Sprachen aufgeführt: in Deutscher Gebärdensprache, in Schriftsprache und Lautsprache. Die Erstaufführung des Theaterstücks ist am Samstag, 30. November 2019. Das Theaterhaus Hildesheim und die Universität Hildesheim erstellen momentan die Theaterinszenierung „WOY“, einer inklusiven Interpretation des „Woyzeck“ von Georg Büchner. Das Drama „Woyzeck“ ist ein literarisches Fragment, eine unvollständige Erzählung über einen Mann namens Franz Woyzeck. Er wird von einem Arzt für Experimente ausgenutzt, wird mit der Zeit wahnsinnig und bringt schließlich seine Freundin Marie, Mutter eines Säuglings, um, wofür er am Ende geköpft wird. Auf der Metaebene geht es darum, wie sehr ein Mensch die Kontrolle über sein Leben besitzt oder von seiner „Natur“ gelenkt wird. Verantwortlich für die Fassung und das Konzept sind die Regisseurin Manuela Hörr sowie die Dramaturgin und Co-Regisseurin Nicola Bongard.

Das Stück in Hildesheim wird in drei Sprachen aufgeführt: in Deutscher Gebärdensprache, in Schriftsprache und Lautsprache. Damit können Menschen mit und ohne Hörschädigung das Stück gleichermaßen verfolgen. Aber auch auf der Bühne ist mit dem gehörlosen Jörg Apel als einem der zwei Schauspieler des Woyzeck und hörenden Schauspieler*innen ein diverses Ensemble vertreten.

Nicht nur die Aufführungen, auch die Kommunikation während der Proben findet mit Gebärdensprachdolmetscherinnen statt.

Studentinnen und Studenten aus dem Bereich Medienübersetzen produzieren Übertitel

Der schriftliche Teil bei „WOY“ wird von Studentinnen und Studenten des Masterstudiengangs „Medientext und Medienübersetzung“ in Form von Übertiteln umgesetzt, die Textfassung in Teilen auf die Bühne holen. Diese Übertitel erstellen die Studierenden parallel zu den Proben im Seminar „Inklusives Theater“, das Nathalie Mälzer, Professorin an der Universität Hildesheim, gemeinsam mit Jeffrey Döring leitet.

Die Übertitel sind ebenso wie die Gebärden und der gesprochene Text gleichwertiger Bestandteil der Inszenierung. Das Team um Professorin Mälzer arbeitet seit mehreren Jahren daran, Übertitel im theatralen Bühnenraum ästhetisch, lesbar und verständlich zu platzieren.

Ins Bühnenbild integrierte und stets bewegliche Übertitel sichern das Verständnis

„Die ins Bühnenbild integrierten, stets beweglichen Übertitel sind der gemeinsame Nenner für alle Zuschauer*innen des Stücks: sie sichern das Verständnis für hörende, schwerhörige und gehörlose Menschen, indem sie abwechselnd aus der Lautsprache und aus der Gebärdensprache übersetzen. Damit die Übertitel im Bühnenbild stets gut wahrnehmbar bleiben, muss in jeder Szene auf das genaue Timing, den Ort der Projektion und die Lichtverhältnisse geachtet werden. Während etwa die Gebärden gut ausgeleuchtet sein müssen, verblassen Übertitel bei zu viel Licht. Hier ist höchste Präzisionsarbeit bei der Einrichtung und beim Fahren der Übertitel gefordert: von den Übertitler*innen, aber auch von der Lichttechnik und von den Schauspieler*innen, die mit den Übertiteln interagieren“, sagt Professorin Nathalie Mälzer.

Die Erstaufführung findet am Samstag, 30. November 2019, um 20 Uhr statt. Weitere Aufführungen sind am 1., 2. und 3. Dezember 2019, jeweils um 19 Uhr. Außerdem wird WOY im März 2020 im LOT in Braunschweig gezeigt. Die Stiftung Niedersachsen fördert die Kooperation von Theaterhaus und Universität Hildesheim zur Erstellung und Durchführung des inklusiven Theaterstücks WOY.

Kurz erklärt:

Inklusives Theater: Forschung zu Übertiteln in Theaterhäusern

Ein Team um Professorin Nathalie Mälzer entwickelt seit 2015 Übertitel für Theaterstücke. Im Medientextlabor der Universität Hildesheim produzieren Hildesheimer Studentinnen und Studenten des Studiengangs „Medientext und Medienübersetzen“ Texte für den Bühnenraum. Die Ergebnisse der Hildesheimer Forschung sind für Theaterhäuser in Deutschland relevant.

In Deutschland gibt es zwar einige Theater- und Opernhäuser, die bei fremdsprachlichen Inszenierungen Übertitel in anderen Sprachen anbieten. Oben über der Bühne befindet sich dann oft eine dezente LED-Leiste, über die Texte dargestellt werden. Aber in der deutschen Bühnenlandschaft findet man so gut wie keine Übertitel für Menschen mit Hörbehinderung, sagt Professorin Nathalie Mälzer. Die Professorin für Übersetzungswissenschaft entwickelte bereits in der Vergangenheit mit Studentinnen und Studenten und Kooperationspartnern Übertitel für Theaterstücke, die sich an Gehörlose, Schwerhörige und Hörende richten.

In den Projekten kommt als kommunikatives Element der „Übertitel“ zum Einsatz: Worte werden im gesamten Bühnenraum projiziert. Statt Text in eine dezente LED-Leiste zu setzen werden die Übertitel Teil des Bühnenbildes. Die Hildesheimer Übertitel sind auf den Bühnen keine Fremdkörper, sie sind Teil des Bühnenbildes, manche Texte füllen den ganzen Bühnenraum aus. Die ganze Theaterbühne wird zu einer Projektionsfläche, die Übertitel haben nicht bloß die Funktion, dass die Zuschauer mit einer Hörbehinderung den Inhalt verstehen. Sondern die Übertitel sind auch als ästhetisches Element in den Bühnenraum eingebunden.

Professorin Nathalie Mälzer untersucht in Rezeptionsstudien, wie die Übertitel beim hörenden und nicht hörenden Publikum ankommen. Inwiefern stoßen die Hildesheimer Übertitelungskonzepte bei Jugendlichen und Erwachsenen auf Akzeptanz, verstehen gehörlose Jugendliche und Erwachsene das Theaterstück besser?

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news-17896 Wed, 20 Nov 2019 07:42:00 +0100 App zur Stärkung der Rechte von jungen Menschen in Pflegefamilien https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/app-zur-staerkung-der-rechte-von-jungen-menschen-in-pflegefamilien/ Eine neu entwickelte App für junge Menschen in Pflegefamilien soll dabei helfen, die Beteiligungs-, Schutz- und Beschwerderechte von jungen Menschen in Pflegefamilien zu stärken. Entwickelt wurde die App im Verbundprojekt FosterCare am Universitätsklinikum Ulm, der Hochschule Landshut und der Universität Hildesheim. Zum 30-jährigen Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention veröffentlicht das Verbundprojekt FosterCare eine App zur Stärkung der Rechte von jungen Menschen in Pflegefamilien.

Zum 30-jährigen Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention am 20. November 2019 setzt eine neue App die Stärkung der Kinder- und Jugendrechte im Bereich der Pflegekinderhilfe ganz oben auf die Agenda. Die schwerwiegenden Fälle von Kindesmissbrauch in einer Pflegestelle auf einem Campingplatz in Lügde machen offenkundig, dass die App des Verbundprojekts FosterCare genau zum richtigen Zeitpunkt kommt. Die App ist eine Möglichkeit junge Menschen in Pflegefamilien zu informieren und ihnen ein Kontaktangebot zu machen. Erfahrungen in anderen Projekten zeigen, dass es hierbei neuer Wege bedarf, um die jungen Menschen vor allem in möglichen belastenden Situationen zu erreichen. Mithilfe der App können sie Infos erhalten und über eine Messenger-Funktion mit den Projektmitarbeiter*innen in Kontakt treten und über ihre Erfahrungen berichten. Bei Bedarf werden die Betroffenen an Beratungsstellen vermittelt. Das Verbundprojekt läuft noch bis Ende 2020 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderlinie „Forschung zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in pädagogischen Kontexten“ gefördert.

Die App ergänzt das bereits vom Projekt bereitgestellte niederschwellige Angebot der bundesweiten FosterCare-Hotline unter der Nummer 0800 98 00 200. Hier können junge Menschen in Pflegefamilien bereits kostenfrei ihre Erfahrungen und Vorstellungen mitteilen, was eine gute Pflegefamilie ausmacht und was ihre Schutz-, Beteiligungs- und Beschwerderechte stärken kann. Mithilfe der verschiedenen Zugänge will der Forschungsverbund Erfahrungen, Sichtweisen und Wünsche der jungen Menschen sammeln und auswerten, um anschließend herauszuarbeiten, welche Schutzkonzepte im Bereich des Pflegekinderhilfe benötigt werden.

Bislang sind mögliche Risiken für junge Menschen in Pflegefamilien wenig erforscht. In der Praxis finden sich bislang nur Einzelmaßnahmen für einen besseren Schutz, aber keine aufeinander abgestimmten Konzepte oder Verfahren für alle Akteur*innen in der Infrastruktur der Pflegekinderhilfe. Mit dem Verbundprojekt FosterCare soll dazu beigetragen werden diese Lücken zu schließen. Auf Basis der Erfahrungen junger Menschen sowie von Pflege- und Herkunftsfamilien und Fachkräften werden feldspezifische Schutzkonzepte für die Pflegekinderhilfe entwickelt. Am Universitätsklinikum Ulm, der Universität Hildesheim und der Hochschule Landshut werden darum auch Praxisrecherchen und Gruppendiskussionen mit allen Akteur*innen durchgeführt. Vor dem Hintergrund aller Ergebnisse werden schließlich mit fachpolitisch relevanten Schlüsselpersonen Handlungsempfehlungen erarbeitet. 

Im Jubiläumsjahr der UN-Kinderrechtskonvention leistet das Verbundprojekt FosterCare einen notwendigen Beitrag zur Stärkung persönlicher Rechte junger Menschen in der Pflegekinderhilfe durch Schutzkonzepte. Die UN-Kinderrechtskonvention stattet alle jungen Menschen mit Rechten zur Aufklärung, Information und Transparenz in allen Angelegenheiten aus, die sie betreffen. Ihnen werden auch Möglichkeiten zur Beschwerde sowie Mitsprache bei behördlichen Vorgängen garantiert. Die Stärkung dieser Kinderrechten in der Pflegekinderhilfe gehört darum endlich auf die Agenda.

Die App ist im App Store und im Google Play Store verfügbar.

Durch unterschiedliche Forschungsprojekte im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe liegt im Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim, seit Jahren, ein Fokus auf der Entwicklung und Etablierung von Schutzkonzepten und der Stärkung der höchstpersönlichen Rechte von jungen Menschen.

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Universität Hildesheim Sozial- und Organisationspädagogik Forschung Pressemeldungen Startseite
news-17888 Mon, 18 Nov 2019 10:16:41 +0100 Empfehlungen für mehr Beteiligung der jungen Generation auf Bundesebene https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/empfehlungen-fuer-mehr-beteiligung-der-jungen-generation-auf-bundesebene/ Das Bundesjugendkuratorium hat Empfehlungen erarbeitet, wie junge Menschen in politische Beratungsprozesse der Bundespolitik stärker eingebunden werden können. Der Hildesheimer Sozialpädagoge Professor Wolfgang Schröer – Vorsitzender des Bundesjugendkuratoriums – weist darauf hin, dass gegenwärtig politische Beratungsprozesse auf Bundesebene in vielen Ressorts weitgehend ohne die junge Generation stattfinden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim haben sich auf die Kinder- und Jugendpolitik und Kinder- und Jugendhilfe spezialisiert.

Der Hildesheimer Sozialpädagoge Professor Wolfgang Schröer ist seit diesem Jahr Mitglied des Bundesjugendkuratoriums und Vorsitzender dieses Gremiums. Das Bundesjugendkuratorium berät die Bundesregierung in zentralen Fragen der Kinder- und Jugendpolitik, das Gremium ist eine unverzichtbare Stimme aus Wissenschaft und Praxis für die Belange von Kindern und Jugendlichen.

Das Bundesjugendkuratoriums hat jetzt Empfehlungen für mehr Beteiligung der jungen Generation in der Politikberatung auf Bundesebene erarbeitet.

Wie können junge Menschen mit ihren Anliegen und Interessen in politische Beratungsprozesse der Bundespolitik stärker eingebunden werden?

Junge Menschen fordern gegenwärtig, wie sich beispielsweise mit den Protesten für mehr Umwelt- und Klimaschutz („Fridays for Future“) zeigt, die Politik heraus. Sie machen ihr Wissen deutlich und verlangen neue Antworten der Politik für eine bessere Gegenwart und Zukunft.

Wie können junge Menschen mit ihren Anliegen und Interessen grundsätzlich und nachhaltig in politische Beratungsprozesse der Bundespolitik stärker eingebunden werden? Gerade gegenwärtig – 30 Jahre nach Verabschiedung der UN-Kinderechtekonvention – ist diese Frage hochaktuell.

Junge Menschen sind in den politischen Beratungsformen bisher kaum vertreten

Aus Sicht des Bundesjugendkuratoriums findet die Bundespolitik weitgehend ohne eine ernsthafte Auseinandersetzung mit jungen Menschen statt. Junge Menschen sind in den politischen Beratungsformen kaum vertreten.

Das Wissen der jungen Generation in unserer Gesellschaft soll in allen Politikfeldern nicht nur stärker diskutiert, sondern auch in politische Aushandlungs- und Entscheidungsprozesse einfließen, so die Forderung des Gremiums. Entscheidungsträger sollten sich stärker neuen, auch digitalen Räumen junger Menschen annähern, in denen junge Menschen sich austauschen, eine politische Meinung bilden und diese mitteilen. Die Kinder- und Jugendpolitik sollte mit jungen Menschen gestaltet werden. Die Stellungnahme steht auf www.bundesjugendkuratorium.de/stellungnahmen zum Download bereit.

Professor Wolfgang Schröer: „Das Wissen und die Erfahrungen junger Menschen müssen stärker in die politischen Beratungsprozesse einfließen“

„Schauen wir uns die Gremien genauer an, die über die Zukunft und Politik auf Bundesebene – aber auch in anderen Kontexten – beraten, hier fehlen junge Menschen. Ihr Wissen und ihre Erfahrungen müssen stärker in die politischen Beratungsprozesse einfließen. Dafür gilt es neue Formen der Auseinandersetzung zu finden und diese nachhaltig mit jungen Menschen aufzubauen“, sagt Professor Wolfgang Schröer.

Seit 2004 forscht und lehrt Wolfgang Schröer als Professor für Sozialpädagogik in Hildesheim, in dieser Zeit hat er beispielsweise mit seinen Kolleginnen und Kollegen auf die Situation von „Care Leaver*innen“ aufmerksam gemacht, Fortbildungsmodule zur Entwicklung von Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt in pädagogischen Organisationen mitgestaltet und regional einige Praxisforschungsprojekte zur Kinder- und Jugendhilfe durchgeführt.

Bei Fragen zur Forschung von Prof. Dr. Wolfgang Schröer erreichen Sie den Wissenschaftler unter schroeer@uni-hildesheim.de.

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Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Pressemeldungen
news-17859 Wed, 13 Nov 2019 17:36:23 +0100 Ein neuer Menschaffenfund aus dem Allgäu wirft Licht auf die Entstehung des aufrechten Ganges https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/ein-neuer-menschaffenfund-aus-dem-allgaeu-wirft-licht-auf-die-entstehung-des-aufrechten-ganges/ Zahlreiche Medien berichteten dieser Tage über den Fund eines fossilen Menschenaffen (Danuvius guggenmosi) aus dem Allgäu. Das Teilskelett sowie Einzelknochen von weiteren Individuen sind etwa 11,6 Millionen Jahre alt. Da die Entwicklung des aufrechten Ganges zu den ungelösten Problemen der Paläoanthropologie zählt, ist der neue Fund von erheblicher wissenschaftlicher Bedeutung. Eine differenzierte Betrachtung ist notwendig. Ein Gastbeitrag von Dr. Stefan Flohr. Gastbeitrag von Dr. Stefan Flohr, Anthropologe, Institut für Biologie und Chemie, Universität Hildesheim. Seit 2007 forscht und lehrt Dr. Stefan Flohr an der Universität Hildesheim und gibt sein Wissen in der Anthropologie, Anatomie, Humanbiologie und Paläoanthropologie sowie Bioarchäologie an Studentinnen und Studenten weiter. Er war mehrere Jahre als Landesanthropologe in Thüringen tätig.

Zahlreiche Medien berichteten dieser Tage über den Fund eines fossilen Menschenaffen (Danuvius guggenmosi) aus dem Allgäu. Das Teilskelett sowie Einzelknochen von weiteren Individuen sind etwa 11,6 Millionen Jahre alt. Sie entstammen einer Epoche der Erdgeschichte, dem Miozän, in der Menschenaffen in einer viel größeren Vielfalt gelebt haben als heute. Das Brisante hierbei ist, dass sich aus einem bisher unbekannten Vertreter jener miozänen Menschenaffen die zum heutigen Menschen führende Stammeslinie entwickelt hat.

Die Diskussion über dieses Thema wird daher oft eher emotional als sachlich geführt. Der Mainzer Paläoanthropologe Winfried Henke schrieb das Phänomen der „Subjekt-Objekt-Identität“ zu, nach welchem der Mensch Beobachter und beobachtetes Objekt zugleich ist, was eine neutrale Bewertung der Befunde erschwert. Genau dieses Dilemma wird in der aktuellen medialen Berichterstattung zu den Funden aus dem Allgäu spürbar. Da ist reißerisch die Rede davon, dass aktuell geltende Vorstellungen zur Evolution auf den Kopf gestellt werden müssten und Ähnliches mehr.

Die Diskussion wird oft eher emotional als sachlich geführt

In der Tat ist der Fund eindrucksvoll und ohne Zweifel bedeutsam. Die Bewertung durch die Autoren Madelaine Böhme und Mitarbeiter im Fachjournal „Nature“ ist sehr viel differenzierter als in den Populärmedien. Nach den Autoren weist Danuvius ein einzigartiges Mosaik an Merkmalen auf, das sowohl Anpassungen an die zweibeinige als auch die kletternde Fortbewegungsweise widerspiegelt. Insbesondere sei bei Danuvius eine Streckung des Knie- und Hüftgelenkes nachweisbar, wie sie auch für die menschliche Bipedie typisch ist. Da die Entwicklung des aufrechten Ganges zu den ungelösten Problemen der Paläoanthropologie zählt, ist der neue Fund von erheblicher wissenschaftlicher Bedeutung und könnte nach Ansicht der Erstbeschreiber als Modell für die Entwicklung der Bidepie beim Menschen dienen.

Durch den Fund ergeben sich interessante Fragen und Diskussionsansätze. Schon früher wurde miozänen Menschenaffen aus dem europäischen Raum eine zweibeinige Fortbewegungsweise zugesprochen. Allerdings fand keine dieser Interpretationen bisher eine breite Zustimmung in der Fachwelt. Ob dies im Fall von Danuvius anders ist, wird sich erst in der Zukunft zeigen, wenn auch andere Experten die Funde analysiert haben.

Dieser Prozess wird sich sicher über viele Jahre, womöglich Jahrzehnte hinziehen. Sollte die Interpretation der Erstbeschreiber bestätigt werden, so wäre belegt, dass sich der aufrechte Gang bei Menschenaffen mehrmals und auf womöglich unterschiedliche Weise unabhängig voneinander entwickelt hat. Mehrmals deshalb, weil die Vorfahren des heutigen Menschen diesen Schritt vollzogen haben und Danuvius sicherlich nicht zu diesen Vorfahren zählt. Ansonsten müsste Danuvius aufgrund seines geologischen Alters auch der Urahn der heutigen Gorillas und Schimpansen sein. Erstere spalteten sich vor rund neun Millionen Jahren von der zum Menschen führenden Stammeslinie ab, letztere vor rund sechs Millionen Jahren. Beide hätten also wie auch die Menschen die Bipedie von Danuvius „geerbt“ und hätten beide unabhängig voneinander die zweibeinige Fortbewegungsweise wieder aufgegeben. Eine solche Entwicklung ist fossil nicht belegt und evolutionsbiologisch extrem unwahrscheinlich.

Was ist also die eigentliche Bedeutung des Fundes?

Was ist also die eigentliche Bedeutung des Fundes? Es ist die Erkenntnis, dass die Diversität der Menschenaffen im Miozän offenbar noch größer war als zuvor angenommen. Weiterhin – sollte sich die Interpretation der Erstbeschreiber bestätigen – die Erkenntnis, dass es mehrere „Anläufe“ zur Etablierung des aufrechten Ganges gegeben hat. Außerdem fanden diese offenbar schon sehr viel früher statt als bisher angenommen wurde und waren nicht auf Afrika beschränkt, wo sie durch ein paar jünger datierende Funde als gut belegt gelten.

Fakt ist, dass sich von diesen Anläufen nur einer über die Zeit gerettet hat, nämlich derjenige, der zum heutigen Menschen führte. Danuvius und seine Nachkommen haben es offenbar nicht geschafft. Aber die große Familie der rezenten und fossilen Menschenaffen ist um ein hochinteressantes Mitglied reicher.

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Fachbereich 4 Biologie & Chemie Biologie Forschung Pressemeldungen Startseite
news-17851 Wed, 13 Nov 2019 15:32:37 +0100 Orchester an der Universität: Dirigent Volker Mühlberg über den Wert des gemeinsamen Musizierens https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/orchester-an-der-universitaet-dirigent-volker-muehlberg-ueber-den-wert-des-gemeinsamen-musizierens/ Seit 2015 spielt das Universitätsorchester unter der Leitung von Dirigent Volker Mühlberg in Hildesheim – und lädt auch in diesem Semester wieder zu einem Konzert ein. In dem Universitätsorchester spielen Musikerinnen und Musiker aus allen Fachbereichen. Flöten, Geigen, Posaunen – Volker Mühlberg vom Musikinstitut probt einmal wöchentlich mit Musikerinnen und Musikern aus allen Fachbereichen, darunter Studierende und Lehrende.

„Wenn man selbst Musik macht, bekommt man einen anderen emotionalen und intellektuellen Zugang zu den Stücken, die man spielt. Dadurch verstehe ich diese Musik besser. Das macht auch deutlich: Musik ist eine der Künste, die sich im zeitlichen Ablauf vollzieht", sagt Volker Mühlberg über die Musik.

Über den Wert des gemeinsamen Musizierens sagt Volker Mühlberg: „Das Studienziel aller Studiengänge ist nicht, einen Solisten auszubilden oder Berufsmusikerin zu werden. Sondern eigentlich besteht es ja in der Vermittlung, sowohl in den Hildesheimer Kulturwissenschaften als auch im Lehramt. Die Studiernenden sollen Menschen – Schülerinnen und Schüler, Erwachsene – packen. Das Miteinander ist wichtig und das erlernt man bei gemeinsamen Konzertproben.“

Im Universitätsorchester kamen in den vergangenen Jahren Studierende, Mitarbeiter und Ehemalige aus allen Hildesheimer Hochschulen und aus ganz Europa zusammen und spielten als Team. Volker Mühlberg zieht die folgende Bilanz: „Durch die Auftritte in der Lambertikirche, beim Campusfest und bei der Mittsommernacht ist das kleine aber feine Uniorchester in der Stadt Hildesheim angekommen. In jedem Semester neu ist der Weg vom Probenbeginn zum Konzert ein steiler und anspruchsvoller: aber genau das schweißt ja die alten und neuen Mitspieler zusammen."

Das Universitätsorchester sucht nun weitere Instrumentalistinnen und Instrumentalisten. Ob Informatikerin, Sprachwissenschaftler oder Sozialpädagogin, Verwaltungsmitarbeiter oder Lehramtsstudentin: Volker Mühlberg lädt fortgeschrittene Instrumentalisten aus allen Fachbereichen, Studierende und Lehrende ein, im Universitätsorchester mitzuspielen.

Das Universitätsorchester hat in diesem Wintersemester seine Probenarbeit zum Programm „Harmonie + Dissonanz“ mit Werken von Manookian, Mozart, Schubert und anderen begonnen und startet damit in die 10. „Saison" unter der Leitung von Volker Mühlberg. Die Proben im Musiksaal am Hauptcampus finden montags von 18 bis 20 Uhr statt und finden ihren Abschluss in zwei Konzerten am 18. Januar 2020 in der Lambertikirche und am 27. Januar 2020 in der Universität Hildesheim.

Musikerinnen und Musiker aus allen Fachrichtungen der Uni, Studierende und Lehrende, sind herzlich willkommen, mitzuwirken und können sich noch bis zum 15. November 2019 im LSF oder per Mail (v.muehlberg@gmx.de) anmelden.

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Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Pressemeldungen
news-17765 Wed, 13 Nov 2019 08:05:00 +0100 Zehn Jahre Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche: Wie entwickelt sich mein Kind? https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/zehn-jahre-hochschulambulanz-fuer-kinder-und-jugendliche-wie-entwickelt-sich-mein-kind/ Ein Team um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ an der Universität Hildesheim seit 10 Jahren, wie Kinder mit Lernschwierigkeiten sich entwickeln. Etwa 1000 Familien aus der Region mit Kindern zwischen 2 bis 17 Jahren nutzten das Angebot bisher, die meisten Kinder sind im Grundschulalter. Nun feiert das Forschungsteam das zehnjährige Jubiläum mit einem öffentlichen Festakt. Zehn Jahre Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche
Öffentlicher Festakt und Empfang
Mittwoch, 6. November 2019, 15:00 Uhr
Audimax, Hauptcampus der Universität Hildesheim

Die Hochschulambulanz für Kinder und Jugendliche „Kind im Mittelpunkt“ feiert ihr zehnjähriges Jubiläum. Neben Einblicken in Forschung und Praxis in der Ambulanz hält Prof. Dr. Manfred Döpfner (Universitätsklinik Köln) den Festvortrag zum Thema „Wenn Lernstörungen auf psychische Störungen treffen – was tun?“. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei.

Ein Team um Psychologieprofessorin Claudia Mähler untersucht in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“ an der Universität Hildesheim seit 10 Jahren, wie Kinder mit Lernschwierigkeiten sich entwickeln. Etwa 1000 Familien aus der Region mit Kindern zwischen 2 bis 17 Jahren nutzten das Angebot bisher, die meisten Kinder sind im Grundschulalter.

Statt im Hörsaal steht Claudia Mähler zwischen Knete, Kinderzeichnungen, Bausteinen. Aus der früheren Uni-Hausmeisterwohnung ist vor zehn Jahren die Forschungs- und Lehrambulanz „Kind im Mittelpunkt“ (KiM) geworden. „Das Gute an der Lage ist: Wir haben einen eigenen Eingang und können die Wohnung gestalten, so wie es passend ist für unsere Arbeit“, sagt die Professorin für Pädagogische Psychologie der Universität Hildesheim.

Täglich kommen und gehen Familien zur Universität. Im Rahmen von Forschungsprojekten und Studien suchen die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen nach bestimmten Kindern. Über sieben Jahre haben sie zum Beispiel die Entwicklungsverläufe von 200 Kindern untersucht – vom Kindergarten bis in das vierte Schuljahr. Die „schulischen Vorläuferfertigkeiten“ tragen maßgeblich zu den Schulleistungen in der Grundschule bei. Zur Zeit läuft eine Studie, in der ein Fragebogen entwickelt wird, der die psychische Belastung von Kindern mit Lernproblemen erfassen soll.

Neben Forschungsprojekten und Studien bietet die Hochschulambulanz KiM einen offenen Zugang für Familien aus der Region

Außerdem bietet die Ambulanz einen offenen Zugang an. Familien können anrufen, wenn sie Entwicklungsschwierigkeiten beobachten, etwa wenn ein Vorschulkind in der Sprachentwicklung zurückliegt. Oder der Kindergarten schlägt vor, das Kind in der Ambulanz vorzustellen, da es Auffälligkeiten in der Motorik, beim Greifen, Halten, Drehen, Sprechen zeigt. Oder in den ersten Schuljahren wird deutlich, dass Kinder mit den Anforderungen nicht klarkommen.

Zentrale Erkenntnisse aus der Forschung in der Ambulanz fasst Professorin Claudia Mähler zusammen: „Lernschwierigkeiten gehen mit zahlreichen emotionalen und Verhaltensschwierigkeiten einher. Das Arbeitsgedächtnis spielt eine wichtige Rolle unter den Ursachen der Lernschwierigkeiten. Lernschwierigkeiten bleiben über die Zeit hartnäckig bestehen. Psychoedukation spielt eine wichtige Rolle in der Diagnostik und Beratung von Familien. Es gibt Interventionsbedarf sowohl zur Verbesserung der betroffenen Schulleistungen durch Lerntherapie. Außerdem müsste beim Umgang mit den sekundären Schwierigkeiten wie Aufmerksamkeitsproblemen, Selbstwertproblemen und Schulangst stärker interveniert werden.“

Wie entwickelt sich mein Kind? – Entwicklungsverläufe von Kindern erforschen

1000 Familien aus der Region haben das offene Angebot des Forschungsteams in den vergangenen zehn Jahren genutzt. Meist kommen Sechs- bis Zehnjährige, seltener auch Kinder höherer Klassenstufen, in die Hochschulambulanz: Weil sie in der Grundschule nicht mitkommen – beim Lesen, Schreiben, Rechnen –, oder Kinder, „bei denen man den Eindruck hat, sie profitieren nicht vom Unterricht, weil sie unaufmerksam sind“.

„Die Familien machen sich Sorgen, sie spüren, ob in den ersten Schuljahren das Lesen oder Schreiben lernen gelingt oder nicht. Beim ersten Gespräch sind alle etwas aufgeregt, sie haben sich endlich auf den Weg gemacht, darüber zu sprechen. Manche hoffen, dass es doch nicht so schlimm ist. Manche hoffen auf Gewissheit, auf Sicherheit“, sagt Claudia Mähler. „Wir nutzen standardisierte Testverfahren. Damit können wir an einer repräsentativen Stichprobe der ganzen Bundesrepublik feststellen, inwiefern ein Kind tatsächlich gravierend mehr Schwierigkeiten als andere Kinder hat“, so die Psychologieprofessorin.

Die Ambulanz hat eine eigene „Testothek“. Die Ergebnisse teilen die Forscherinnen den Kindern und Eltern mit. Kinder haben einen Anspruch auf Nachteilsausgleich in der Schule und benötigen meist eine Lerntherapie. Außerdem bietet die Hochschulambulanz Psychotherapie an. Psychologiestudierende erhalten in der Ambulanz Einblicke in die kindliche Entwicklung, in Lehrveranstaltungen, Praktika und Abschlussarbeiten wirken sie in der Diagnostik mit. Psychologinnen bringen ihre Praxiserfahrungen in die Lehrerausbildung ein, etwa in Seminaren zu Lern- und Verhaltensschwierigkeiten.

Große Heterogenität der kognitiven Kompetenzen und der Vorläuferfertigkeiten, die für einen gelungenen Schulstart wichtig sind

„Eine besondere Herausforderung für die frühkindliche Bildung stellt die große Heterogenität der kognitiven Kompetenzen und der für den gelungenen Schulstart wichtigen Vorläuferfertigkeiten der Kinder dar. Während einige Kinder sehr gut gerüstet sind, zeigen andere Kinder noch Entwicklungsrückstände zum Beispiel in Bezug auf die sprachliche Entwicklung, auf die phonologische Bewusstheit oder auch auf mathematische Basisfertigkeiten. Eine frühe Förderung macht also Sinn, um die Chancengleichheit für alle Kinder zu erhöhen. Eine besondere Rolle spielen dabei alle Formen der alltagsintegrierten Förderung, die im Kita-Alltag und wenn möglich in spielerischer Weise zur frühkindlichen Bildung beitragen. Aber auch zusätzliche Interventionsprogramme für einzelne benachteiligte Kinder können von Bedeutung sein", sagt Professorin Claudia Mähler.

Sind die Kinder dann in der Schule und es treten Schwierigkeiten auf, sind eine frühe Diagnostik und Intervention eine große Hilfe. „Wir investieren viel Zeit in eine gründliche Diagnostik und eine umfangreiche Aufklärung der Familien“, so Professorin Claudia Mähler. Hierzu wurde in einer Studie eigens Material entwickelt und evaluiert, das dabei hilft, auf kindgerechte Weise mit den Eltern und Kindern über die Lernprobleme und vor allem auch über die Bewältigung ins Gespräch zu kommen. Psychotherapeutische Gruppenprogramme wurden in Zusammenarbeit mit Studierenden konzipiert und unterstützen die Kinder dabei, die Frustration über die Lernschwierigkeiten zu bewältigen und ein gutes Selbstwertgefühl zu erhalten oder wieder aufzubauen. Besonders schwer haben es Kinder mit gleichzeitigen Lern- und Aufmerksamkeitsstörungen. Für diese Kinder gibt es ein Angebot, das sich an Kinder in kleinen Gruppen und ebenso an ihre Eltern richtet. Hier heißt es Regulationsstrategien zu entwickeln, zu lernen die Aufmerksamkeit zu steuern auch und gerade in den Lernbereichen, die den Kindern schwerfallen.

Ergebnisse aus der Forschung wieder zurückzuspielen in die Praxis sei „eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt“, sagt Claudia Mähler. Mit der Grundlagenforschung hat das Hildesheimer Team das Ziel „die Entwicklungsunterschiede zwischen Kindern besser zu verstehen“. „Wenn Kinder tatsächlich auf der Strecke bleiben oder ein Risiko in der Entwicklung besteht, ist es wichtig, zu intervenieren. Und das können nur diejenigen machen, die die Kinder am meisten sehen. Das sind die Eltern, denen wir regelmäßig Rückmeldungen geben, und das sind die pädagogischen Fachkräfte in Kitas und Schulen“, sagt die Professorin. Deshalb gehen die Wissenschaftlerinnen in Kitas und Schulen und bieten Fortbildungstage an.

Einige Fakten zur Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“:

Wie viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler + studentische Hilfskräfte arbeiten in der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt"?

  • inklusive Leitung 8 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (4 davon auch in Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin oder zur Psychologischen Psychotherapeutin), alle in Teilzeit, da sie auch andere Aufgaben haben (Lehre, Forschung etc.)
  • 1 Verwaltungskraft (medizinische Fachangestellte)
  • 2 Praktikantinnen in Ausbildung zum/zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut_in/ Psychologischen Psychotherapeutin
  • 3 studentische Hilfskräfte
  • immer ca. 3 bis 6 studentische Praktikantinnen und Praktikanten

Wie viele Familien/Kinder wurden in den 10 Jahren erreicht?

  • Insgesamt mehr als 1000 Familien, viele davon waren mehrfach bei der Hochschulambulanz KiM vorstellig.

Die Kinder, die in die Ambulanz kommen, sind im Alter von:

  • 2 bis 17 Jahre
  • die meisten Kinder sind jedoch im Grundschulalter

Was sind wesentliche Ergebnisse aus der Forschungsarbeit an der Hochschulambulanz „Kind im Mittelpunkt“?

Forschungsschwerpunkte sind:

  • differentielle Entwicklungsverläufe von Vor- und Grundschulkindern
  • Sprachentwicklung und Sprachförderung in der frühen Kindheit
  • Ursachen- und Interventionsforschung bei Lernstörungen
  • Entwicklung und Evaluation diagnostischer Instrumente

Wichtige Ergebnisse aus der Hildesheimer Forschung:

  • Psychoedukation spielt eine wichtige Rolle in der Diagnostik und Beratung von Familien
  • Lernschwierigkeiten gehen mit zahlreichen emotionalen und Verhaltensschwierigkeiten einher
  • Das Arbeitsgedächtnis spielt eine wichtige Rolle unter den Ursachen der Lernschwierigkeiten
  • Lernschwierigkeiten bleiben über die Zeit hartnäckig bestehen
  • Es gibt Interventionsbedarf sowohl zur Verbesserung der betroffenen Schulleistungen (Lerntherapie) als auch zum Umgang mit den sekundären Schwierigkeiten (Aufmerksamkeitsprobleme, Selbstwertprobleme, Schulangst u.a.m.)

Worin sehen Sie die Hauptaufgaben der Ambulanz, etwa im Transfer von Forschungserkenntnissen in die Gesellschaft, um in der Region Familien und Kinder mit zum Beispiel Kinder mit Lern- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten in ihrer Entwicklung zu unterstützen und frühestmöglich etwa Lernschwierigkeiten zu diagnostizieren?

  • Verknüpfung von Praxis, Lehre und Forschung
  • Transfer von Forschungserkenntnissen in die Gesellschaft
  • Beratung und Therapie für Kinder mit Lern-, Entwicklungs- und/oder Verhaltensauffälligkeiten
  • Gute Ausbildung für Psychologiestudierende und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung (z.B. durch Einbindung der Studierenden durch Vernetzung mit Lehrveranstaltungen und Praktika)
  • Vernetzung mit Praxispartnern in Schule, Vorschule und außerschulischer Förderung
  • Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften in Schulen und Kindertagesstätten

Gibt es ähnliche Ambulanzen in der Bundesrepublik? Was ist das Alleinstellungsmerkmal in Hildesheim?

  • Ja, es gibt Hochschulambulanzen für Kinder- und Jugendliche und auch für Erwachsene an anderen Universitäten (z.B. in Göttingen oder Braunschweig)
  • Besondere Verzahnung in Hildesheim mit dem Schwerpunkt Pädagogische Psychologie, daher Berücksichtigung des Themas Lernschwierigkeiten und Bewältigung, Gruppenangebote zum Coping mit den emotionalen Folgeproblemen; Gruppenangebote für Kinder mit komorbiden Auffälligkeiten (Lern- und Aufmerksamkeitsprobleme)
  • Besondere Verzahnung mit dem Thema Sprachentwicklung und dem Interventionsprojekt KEA
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Fachbereich 1 Psychologie KIM - Kind im Mittelpunkt Pressemeldungen
news-17824 Mon, 11 Nov 2019 10:07:41 +0100 Tagung: Forschungsstelle Konsumkultur debattiert über das Konsumvergnügen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/tagung-forschungsstelle-konsumkultur-debattiert-ueber-das-konsumvergnuegen/ Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim untersucht all das, was wir täglich kaufen und verbrauchen. Die Forschungsstelle Konsumkultur auf dem Hildesheimer Kulturcampus ist einzigartig in der deutschsprachigen Wissenschaftslandschaft. Nun lädt das Forschungsteam zu einer öffentlichen Tagung am 14. November 2019 ein. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Forschungsstelle Konsumkultur analysieren die Theorie, Geschichte und Ästhetik des Konsums. Am Donnerstag, 14. November 2019, findet auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim eine Tagung der Forschungsstelle Konsumkultur statt. Die Veranstaltung mit dem Titel „Konsumvergnügen. Die Populäre Kultur und der Konsum“ beginnt um 13:00 Uhr. Die Tagung ist ohne Anmeldung und kostenfrei zugänglich.

Die öffentliche Veranstaltung wird vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert. Interessierte Hildesheimer Bürger, Studierende und Lehrende sind herzlich eingeladen, sich an der Debatte zu beteiligen.

Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus Kopenhagen, Oslo, Leipzig und Berlin setzen sich mit dem Unterhaltungswert des Konsums auseinander und nehmen dabei auch digitale Formen der aktuellen Erlebnisökonomie in den Blick, erläutert der Kulturwissenschaftler Dirk Hohnsträter. Die Referentinnen und Referenten sprechen zum Beispiel über Konsumvergnügen am Beispiel des Spiels „Pokémon Go“ für Mobilgeräte, über den „Kreislauf der Unterhaltung - Shopping auf Instagram“ sowie über „Die Shopping Mall als Ort des Erlebniskonsums“.

„Die Lebenswelt von Verbraucher/innen in der Gegenwart beschränkt sich nicht nur auf die Grundversorgung und Statuskonsum. Vielmehr erweist sich ästhetisches Erleben als ein Kernmotiv des Konsumierens. Vom Drogeriemarkt bis zu YouTube: in der joyful economy bilden sich vielfältige Allianzen aus Popkultur und Konsum heraus, und die Kommunikation über Konsum spielt sich immer mehr in neuen, oftmals digitalen Kanälen, auch geprägt von Influencern, ab“, so Dirk Hohnsträter.

Kurz erklärt:

Konsumkultur

Seit 2017 gibt es am kulturwissenschaftlichen Fachbereich der Universität Hildesheim die „Forschungsstelle Konsumkultur“, deren Gründung von Prof. Dr. Stefan Krankenhagen initiiert wurde und die von dem Kulturwissenschaftler Dr. Dirk Hohnsträter geleitet wird.

Die Forschungsstelle widmet sich – durchaus einzigartig in der deutschsprachigen Wissenschaftslandschaft – den vielfältigen Aspekten des Konsums aus kulturwissenschaftlicher Perspektive. Sie leistet kontinuierliche Schwerpunktsetzung in der Forschung durch Tagungen, Publikationen, Workshops und Nachwuchsförderung.

Forschungsstelle Konsumkultur

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Fachbereich 2 Medien, Theater und Populäre Kultur Pressemeldungen
news-17795 Thu, 07 Nov 2019 09:27:42 +0100 Eine Diktatur und ihr Nachleben: Uni Hildesheim forscht über Erziehung und Bildung in der DDR https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/eine-diktatur-und-ihr-nachleben-uni-hildesheim-forscht-ueber-erziehung-und-bildung-in-der-ddr/ Aufarbeiten der Geschichte: Forschungsteams der Universität Hildesheim untersuchen anhand der vollständigen Bestände der Kinder- und Jugendliteratur und der Schulbücher der DDR sowie von Interviews mit Zeitzeug*innen die darin erzählten Mythen über Erziehung und Bildung. Dabei kooperiert die Arbeitsgruppe um Professorin Meike Sophia Baader und Professor Michael Corsten mit Universitäten und Bibliotheken in Berlin und Rostock. Ein Ziel des gesamten Verbundprojekts ist es, die Erkenntnisse für Forschung und Lehre, für die politische Bildung als auch für Museen und Schulen aufzubereiten und das Wissen digital verfügbar zu machen. Darstellung des gesamten Verbundprojekts

„30 Jahre nach dem Mauerfall ist die Aufarbeitung nicht abgeschlossen, die damit verbundenen Themen müssen bearbeitet werden“, sagt Professorin Meike Sophia Baader. Die Geschichte der DDR wirke auch 30 Jahre nach dem Mauerfall zum Beispiel in Biografien fort.

Im Verbundprojekt „Bildungs-Mythen über die DDR – eine Diktatur und ihr Nachleben“ arbeitet die Erziehungswissenschaftlerin der Universität Hildesheim  mit einem Team um Soziologieprofessor Michael Corsten, der Humboldt Universität zu Berlin, der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung Berlin und der Universität Rostock zusammen.

„Diese Forschung kann dazu beitragen, die unterschiedlichen Entwicklungspfade in den Bundesländern in Ost und West zu verstehen“, so Baader. Bisher liegen wenig vergleichende und vertiefende Untersuchungen zu den Inhalten der Kinder- und Jugendliteratur und den Schulbücher der DDR sowie den Mythen über das Bildungssystem der Diktatur vor.

Kindheit in der DDR: Bundesforschungsministerium unterstützt den Forschungsverbund zur DDR-Geschichte

Die Universität Hildesheim gehört zu jenen Hochschulen, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgewählt wurden, um die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der DDR und dem SED-Unrecht auszubauen. Insgesamt fördert das Ministerium 14 Forschungsverbünde in Deutschland. Viele der geförderten Hochschulen arbeiten mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Gedenkstätten, Archiven und Einrichtungen der politischen Bildung zusammen. So sollen Brücken zwischen Wissenschaft und Gesellschaft gebaut und die Forschungsergebnisse breiter in die Bevölkerung vermittelt werden. Der Förderzeitraum beträgt vier Jahre, von 2019 bis 2022.

„Dass wir zu den geförderten Universitäten gehören, die neue Perspektiven einnehmen, um die Geschichte der DDR zu erforschen, freut uns sehr. Wir arbeiten eng mit unseren Kooperationspartnern und –partnerinnen in Berlin und Rostock zusammen“, so Baader. Die Erziehungswissenschaftlerin hat sich auf die historische Bildungsforschung und Familien- sowie Kindheitsforschung spezialisert. Sie ist Sprecherin des Arbeitskreises „Historische Familienforschung“ in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft.

In dem Forschungsverbund arbeiten gleich zwei Hildesheimer Forschungsteams des Instituts für Erziehungswissenschaft und des Instituts für Soziologie in einem gemeinsamen Teilprojekt mit dem übergreifenden Titel „Konstruktionen von Kindheit in der DDR“ zusammen. Das Hildesheimer Teilprojekt gliedert sich wiederum in zwei Fallstudien.

Forschung in der Fallstudie: „Bilderwelten in Kinder- und Jugendliteratur und Schulbüchern der DDR“

Ein Forschungsteam um Professorin Meike Sophia Baader untersucht die Bilderwelten in der Kinder- und Jugendliteratur und in Schulbüchern der DDR, deren vollständige Bestände in der Staatsbibliothek Berlin und in der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung vorhanden sind.

Je weiter der Mauerfall zurückliege, desto intensiver würden sich die Mythen über das Bildungssystem in der DDR verfestigen, so die Feststellung ihrer Arbeitsgruppe. „Ein Mythos ist zum Beispiel die Annahme, das Schulsystem sei in der DDR weniger selektiv und damit chancengerechter gewesen, oder die Vorstellung, es herrschte Gleichberechtigung in Bezug auf Herkunft, Geschlecht und Generationen“, sagt Meike Sophia Baader. Erstaunlicherweise hätten sich diese Sichtweisen mit wachsendem Abstand zur Wende tendenziell eher verschärft. Dass diejenigen, die nicht systemkonform waren, im Bildungssystem mit spezifischen Schwierigkeiten konfrontiert waren, wird bei dieser Mythenbildung übergangen.

Während das gesamte Verbundprojekt bislang nicht erschlossene Bild-, Text-, Ton-und Filmquellen auf emotional wirkmächtige mentale Bilder und Narrative über Bildung, Erziehung und Schule der DDR untersucht, analysiert Meike Baader zusammen mit ihren wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Sandra Koch und Friederike Kroschel die Bilder und Texte in Kinder- und Jugendliteratur sowie in Schulbüchern der DDR. Von besonderem Interesse sind Familien- und Kindheitskonzepte, Generationen- und Geschlechterverhälnisse sowie Vorstellungen von Autorität und Agency.

Literatur und Lesepädagogik und damit Kinder- und Jugendbücher sowie Schulbücher hatten in der DDR einen hohen Stellenwert, da sie für die Herausbildung der „sozialistischen Persönlichkeit“ herangezogen wurden. Das Lesen von Kinder und Jugendliche wurde dabei besonders gefördert und honoriert. Die DDR hatte seit Ende der 1950er Jahre ein einheitliches Bildungssystem von der Krippe bis zur Hochschule. Oberstes Ziel der Bildung von Kindern war die Erziehung zur „sozialistischen Persönlichkeit“. „Es gehörte zur Politik des Regimes, dass jedes Kind einen Bibliotheksausweis erhält, das Lesen wurde gefördert und die Buchbestände dokumentieren, welche Inhalte kommuniziert wurden“, so Koch. 14 Kinderbuchverlage publizierten in der DDR, mehr als 150 Autorinnen und Autoren schrieben Kinderliteratur, über 100 Illustratorinnen und Illustratoren produzierten Darstellungen. Etwa 80 % der Kinder hatte einen Bibliotheksausweis, im Schnitt haben Kinder 23 Bücher im Jahr ausgeliehen.

Welches Wissen wurde in den Büchern von Generation zu Generation weitergegeben? „Wir interessieren uns dafür, welches Wissen über das Aufwachsen in der DDR in den Büchern hervorgebracht wird und wie dieses im kommunikativen Gedächtnis tradiert wird.“  

Kinder- und Jugendbücher sowie Schulbücher sind Medien für Kinder – was darin an Inhalten transportiert wird mit denen Kinder aufwachsen, das untersucht diese  Hildesheimer Arbeitsgruppe in ihrer Fallstudie. Es handele sich um „Medien für Kinder, von Erwachsenen geschaffen, die mit Vorstellungen geschrieben wurden, was Kinder wie verstehen sollen“, so Sandra Koch. Der Zugang zu den vollständigen Sammlungsbeständen der Kinder- und Schulbücher der DDR sei eine hervorragende Grundlage für die Forschung. „Die gesamte Schulbuch- und Kinderliteratur steht uns zur Verfügung, von der Frühphase bis 1989, das sind enorme Bestände.“ Der gesamte Bestand der neueren deutschsprachigen Kinder- und Jugendbücher nach 1945 umfasst in der Staatsbibliothek Berlin etwa 69.000 Titel, darunter die Titel der DDR-Verlage vollständig. Die Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung enthält über 5000 Schulbücher seit 1945, die vom staatseigenen Verlag „Volk und Wissen“ verlegt wurden. Alle mussten vom Kultus- oder Bildungsministerium der DDR vor der Veröffentlichung abgesegnet werden.

Sowohl für die Analyse der Kinder- und Jugendbüchern als auch für die Analyse der Schulbücher müssen die Quellen zunächst systematisiert und kategorisiert werden, um dann eine begründete Auswahl für ihre Text- und Bilduntersuchung treffen zu können. „Gerade weil die Bücher in der DDR zur Herausbildung einer „sozialistischen Persönlichkeit“ beitragen sollten, haben diese eine hohe politische Bedeutung. Historisch interessant ist aber, welche Spielräume es möglicherweise doch gab, jedenfalls in der Kinderliteratur, obwohl die Inhalte staatlich gesteuert wurden“, sagt Professorin Meike Sophia Baader. Beim Schulbuch hingegen stelle sich dies anders dar.  

Friederike Kroschel als Historikerin und Sandra Koch als Erziehungswissenschaftlerin ergänzen sich in ihren wissenschaftlichen Perspektiven und fokussieren sich vor diesem Hintergrund in besonderer Weise auf die visuellen Darstellungen in den Büchern. „Bilder und Illustrationen wirken unmittelbar als ein eigenes Genre und sie verraten möglicherweise einiges, was im Text nicht steht. So wird in einem Bild zum Beispiel offenbar, dass nicht alles gleichberechtigt zuging, etwa wenn Jungen mit Technik gezeigt werden und Mädchen am Rand des Bildes stehen“, sagt Kroschel.

Die Kinder- und Jugendliteratur sowie die Schulbücher sind eine gute Quelle, um etwas über die Herkunft bestimmter Narrative und Mythen zu erfahren. „Insgesamt gibt es an der Universität Hildesheim einige Projekte, die sich mit Kinder- und Jugendliteratur befassen, so dass sich daraus über die Fachbereiche hinweg ein interessanter Forschungsschwerpunkt ergeben könnte“, so Baader.

Forschung in der Fallstudie: „Mythen in erzählten Bildungs- und Kindheitserfahrungen in der DDR“

Es wird vielfach unterstellt, dass Geschichtsbewusstsein zur (Allgemein-)Bildung dazu gehört. Allerdings ist das Wissen über die Vergangenheit unserer Gesellschaft, gerade mit Blick auf die Entwicklungen der ehemaligen DDR, in der heutigen Gesellschaft recht heterogen. Doch woran liegt das?

Die Fallstudie „Mythen in erzählten Kindheits- und Bildungserfahrungen der DDR“ geht von der Annahme aus, dass Geschichtswissen Teil des individuellen und kollektiven Gedächtnisses von Menschen in einer Gesellschaft ist. Die damit einhergehenden Formen des Erinnerns sind schwierig; sie unterliegen je besonderen Perspektiven und Standorten. Nicht zuletzt werden sie zudem von biographischen Brüchen geprägt. Dies gilt insbesondere für Zeitzeug*innen, welche selbst in der DDR gelebt und das dortige Bildungssystem auf ihren eigenen Bildungswegen erfahren haben: „Was wird heute eigentlich noch erinnert an Bildungs- und Erziehungspraktiken? Was können Zeitzeug*innen berichten, wie erinnern sie sich an das Bildungswesen der DDR?“, fragt Professor Michael Corsten.

Das Wissen über Bildung und Kindheit in der DDR ist also unter anderem davon abhängig, ob jemand selbst in der DDR gelebt hat oder nicht, in welchem Alter und welchen geschichtlichen Phasen sie oder er dort mit den Institutionen des Bildungssystems, sei es Schule, Studium, Berufsausbildung oder Weiterbildung, in Berührung gekommen ist. Und sicher spielt es ebenfalls eine Rolle, welche (politische) Position ein Mensch in der DDR eingenommen hat, ob er zur Arbeiterschicht, zur sogenannten „Intelligenz“, zu den Kadern in Betrieben oder den Parteien zählte.

Im Rahmen der Fallstudie „Mythen in erzählten Kindheits- und Bildungserfahrungen der DDR“ untersuchen der Soziologe Prof. Dr. Corsten sowie die Sozial- und Organisationspädagogin Larissa Jafke biographische Interviews mit Zeitzeug*innen aus gesellschaftswissenschaftlicher Perspektive. Hierbei kann im Kern auf einen Datensatz von 50 Personen zurückgegriffen werden, die zwischen 2001 und 2010 dreimal biographisch interviewt wurden. Darüber hinaus werden über Kooperationen mit weiteren Forschenden sowie mit dem Archiv „Deutsches Gedächtnis“ zusätzliche Interviewmaterialien ausgewertet. „So wird u.a. die interessante Möglichkeit eröffnet, auf Interviews zurückzugreifen, welche Ende der 1980er Jahre und somit noch während des Bestehens der DDR mit Zeitzeug*innen  geführt wurden“, so Jafke. Denn für das individuelle und kollektive Erinnern ist es ebenso wichtig, zu welchem Zeitpunkt sich Personen erinnern sowie, ob sich das Erinnern der Person im Laufe des eigenen Lebens verändert.

Im Rahmen des Forschungsvorhabens ist jedoch zu berücksichtigen, dass Änderungen des Erinnerns noch nicht die Form des Mythos annehmen müssen. Das, was geschah, kann später in einem neuen Licht, vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen neu eingeschätzt und gewichtet werden. „Mythen sind daher aus unserer Sicht eher primäre Bilder der Geschichte, die sich individuell und kollektiv als selbstverständliches Wissen um die eigene Vergangenheit als Bedeutungen durchgesetzt haben und an die Menschen mehr oder weniger vorbewusst anknüpfen“, so Corsten.

Mythen können demnach ebenfalls eine Funktion für den eigenen Selbstentwurf einnehmen – ganz im Sinne des britischen Sozialhistorikers Paul Thompson: „The myths we live by“. Solche Mythen anhand der Erzählungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen mit dem Fokus auf Erfahrungen von Bildung und Kindheit herauszuarbeiten, stellt folglich die wesentliche Aufgabe der Fallstudie dar.

Die gesamten Erkenntnisse, Daten und Quellen beider Fallstudien sollen für Forschung, Lehre und Unterricht zugänglich gemacht werden

Aktuell befindet sich das Team noch in der anfänglichen Forschungsphase und befasst sich bisher primär mit den Interviewanfängen, bzw. mit den anfänglichen Selbsteinführungen der Interviewten. „Im Zuge dessen analysieren wir unter anderem, inwiefern und auf welche Weise sich hier bereits zu dem sozial historischen Kontext der DDR positioniert wird und was dies wiederum für die eigene Subjektivierung bedeutet“, fügt Jafke ergänzend hinzu.  

Die gesamten Erkenntnisse, Daten und Quellen beider Fallstudien sollen für Forschung, Lehre, Unterricht sowie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dazu gehören zum Beispiel eine Online-Plattform sowie interaktive Formate wie virtuelle Ausstellungen oder Handapparate, angereichert mit didaktischen Konzepten für den Unterricht.

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news-17794 Thu, 07 Nov 2019 08:59:05 +0100 Professor für Systematische Theologie: René Dausner https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/professor-fuer-systematische-theologie-rene-dausner/ Der Theologe Professor René Dausner forscht und lehrt am Institut für Katholische Theologie. Das Arbeitsgebiet des Professors umfasst Dogmatik und Fundamentaltheologie. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen der jüdisch-christliche Dialog, die Phänomenologie sowie Theologie und Literatur. Prof. Dr. René Dausner forscht und lehrt als Universitätsprofessor für Katholische Theologie und Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt Systematische Theologie am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim.

Das Arbeitsgebiet des Professors umfasst Dogmatik und Fundamentaltheologie, dazu zählen unter anderem die Gottesfrage, die Frage der Offenbarung, die theologische Anthropologie sowie die Lehre von der Kirche und den Sakramenten. Zu den Forschungsschwerpunkten des 43-Jährigen zählen der jüdisch-christliche Dialog, die Phänomenologie sowie Theologie und Literatur.

Nach dem Studium der katholischen Theologie und Germanistik in Bonn und Jerusalem, folgten die Promotion zum Dr. theol. mit einer dogmatischen Arbeit zum Thema „Schreiben wie ein Toter. Poetologisch-theologische Analysen zum deutschsprachigen Werk des jüdisch-israelischen Dichters Elazar Benyoëtz“. In seiner Dissertation untersuchte der Theologe das Werk des zeitgenössischen deutschsprachigen israelischen Dichters. Anschließend unterrichtete Dausner vier Jahre als Gymnasiallehrer in Baden-Württemberg.

2015 folgte die Habilitation zum Dr. theol. habil. an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt in Fundamentaltheologie mit der Arbeit „Christologie in messianischer Perspektive. Zur Bedeutung Jesu im Diskurs mit Emmanuel Levinas und Giorgio Agamben“.

In der Lehrerausbildung befasst sich Professor René Dausner mit seinen Studierenden derzeit zum Beispiel mit dogmatischen Kernthemen, etwa mit Fragen nach Gott und dem Menschen, nach Jesus Christus und der Offenbarung, nach der Kirche und den Sakramenten sowie nach Tod und Auferstehung.

„Die Universität Hildesheim ist eine junge und dynamische Universität mit großem Zukunftspotential, insbesondere auch für die Theologie“

Warum er sich für Hildesheim entschieden hat, begründet der Professor so: „Die Universität Hildesheim ist eine junge und dynamische Universität mit großem Zukunftspotential, insbesondere auch für die Theologie. Als Dogmatiker und Fundamentaltheologe bin ich in entscheidender Weise für das Studium der künftigen katholischen Religionslehrerinnen und Religionslehrer im Bistum Hildesheim mitverantwortlich. In einer Zeit, in der das Interesse an Religion in ihrer Diversität wächst, kommt der Theologie auch eine zentrale gesellschaftspolitische Relevanz zu, weil sie Impulse zu Toleranz und einem neuen Humanismus geben kann.“

Als „eine Stadt der Ökumene und der Kultur“ biete Hildesheim zudem Möglichkeiten, um den Dialog mit dem Judentum und dem Islam zu pflegen, was für seine theologische Arbeit von zentraler Bedeutung sei.

Professor René Dausner hofft nun, dass pünktlich zu seiner Antrittsvorlesung das neue Buch vorliegen wird, das er im Herder-Verlag unter dem Titel „Revisionen des Heiligen. Streitgespräche zur Gottesfrage“ im Deutschen herausgibt. Es handelt sich dabei um Gespräche, die der Religionsphilosoph Richard Kearney, der am Boston College Philosophie lehrt, u.a. mit Charles Taylor, Jean-Luc Marion, Catherine Keller und Julia Kristeva geführt hat.  

Antrittsvorlesung „In God we trust – how dare you? Die Gottesfrage als Sinnressource eines neuen Humanismus“

Am Mittwoch, 13. November 2019, gibt der Theologe Einblicke in seine Forschung. Die öffentliche Antrittsvorlesung „In God we trust – how dare you? Die Gottesfrage als Sinnressource eines neuen Humanismus“ beginnt um 18:00 Uhr in der Aula im Hohen Haus am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim. „Die Gottesfrage wird auch heute sehr intensiv gestellt; man denke etwa an so unterschiedliche, wenn auch nicht immer unumstrittene Autorinnen und Autoren wie Peter Handke, Sibylle Lewitscharoff oder auch an Hanns-Josef Ortheil und Daniel Kehlmann“, sagt René Dausner. „Was hier zur Sprache kommt, lässt sich mit Max Horkheimer als Sehnsucht nach dem ‚anderen‘, nach Transzendenz beschreiben – eine Sehnsucht, die für unser Bild vom Menschen neu zu denken gibt.“

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news-17779 Tue, 05 Nov 2019 13:22:04 +0100 Einblicke für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Wer macht was in der Uni? https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/einblicke-fuer-neue-mitarbeiterinnen-und-mitarbeiter-wer-macht-was-in-der-uni-2/ Wer in den Berufsalltag startet, ob in Wissenschaft oder Verwaltung, sollte den direkten Austausch am 14. November 2019 nicht verpassen: Auf einer Informationsveranstaltung stellen Uni-Verantwortliche ihren Tätigkeitsbereich vor. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag loswerden. Wer macht eigentlich was in der Universität? Bei welchen Fragen hilft das Team aus dem Dezernat für Personal- und Rechtsangelegenheiten, der Universitätsbibliothek oder dem Rechenzentrum weiter? Wie kann ich das Dezernat für Finanzen erreichen? Und wann kontaktiere ich den Forschungsreferenten, den Mitarbeiter aus dem Fundraising und die Gleichstellungsbeauftragte?

Die Universität lädt am Donnerstag, 14. November 2019, von 10:00 bis 12:00 Uhr zu einer Begrüßungsveranstaltung in das Foyer des Verwaltungsgebäudes am Hauptcampus ein. Führungskräfte aus der Verwaltung, den Stabsstellen und den zentralen Einrichtungen stellen ihren Tätigkeitsbereich in zweiminütigen Kurzvorträgen vor.

Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind herzlich eingeladen im Anschluss daran im direkten Gespräch ihre Fragen rund um den Hochschulalltag zu stellen. Eingeladen wurden neue oder zurückkehrende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den letzten Monaten ihre Tätigkeit (wieder) an der Universität Hildesheim aufgenommen haben.

Das Präsidium, das Gleichstellungsbüro und die Referentin für Fort- und Weiterbildung der Universität Hildesheim Gundula Sperling bringen mit der Begrüßungsveranstaltung neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Verantwortlichen aus der Verwaltung und den Einrichtungen zusammen.

Hier berichten zwei Mitarbeiterinnen, warum sie eine Teilnahme an der Begrüßungsveranstaltung empfehlen:

„Bei der Begrüßungsveranstaltung konnte ich gleich neue Kontakte finden. Der Empfang ist sehr herzlich“

Luzie J. Almenräder ist seit September 2018 Projektkoordination für das „Studieninformationsportal“ in der Zentralen Studienberatung (ZSB) der Universität Hildesheim. Warum sie an der Begrüßungsveranstaltung der Universität Hildesheim teilnimmt, begründet die Mitarbeiterin so:

„Die Willkommensveranstaltung kann ich jeder neuen Mitarbeiterin und jedem neuen Mitarbeiter empfehlen. Ich war letztes Jahr dabei und habe gleich neue Kontakte gefunden. Der Empfang war sehr herzlich!“

„Eine sehr gute Gelegenheit sowohl die Strukturen der Universität als auch die damit verbundenen Personen real kennen zu lernen“

Darina Hondong-Kulková arbeitet seit einem Jahr als Controllerin in der zentralen Wissenschaftsadministration der Stiftungsuniversität Hildesheim und ist vor allem mit dem Aufbau eines Data Warehouses als einem wichtigen Informationsinstrument des zentralen Berichtswesens betraut. Hier begründet die Mitarbeiterin, warum sie neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Forschung, Lehre und Verwaltung die Begrüßungsveranstaltung der Universität Hildesheim weiterempfiehlt:

„Für Neuzugänge in Hildesheim bietet die Einführungsveranstaltung eine sehr gute Gelegenheit sowohl die Strukturen der Universität als auch die damit verbundenen Personen real und in zeitnaher wie komprimierter Form kennen zu lernen. Der persönliche Bezug und die Möglichkeit zum Dialog sind eine wirkungsvolle Ergänzung zum digitalen Informationsangebot der Universität. Insbesondere für querschnittorientierte Aufgaben des Controllings, die in viele Funktionsbereiche und Institutionen der Universität hineinreichen, ist die Veranstaltung eine ideale Gelegenheit sich sowohl einen Überblick zu verschaffen als auch erste Kontakte in die verschiedensten Bereiche zu knüpfen. Für meinen Aufgabenbereich, der sowohl Informationen aus vielen Bereichen der Universität zusammenführen soll als auch bedarfsgerecht aufbereitete Informationen für unterschiedliche Adressaten bereitstellen wird, war die Einführungsveranstaltung ein sehr willkommener und guter Einstieg.“

Wie kann ich an der Veranstaltung teilnehmen?

An alle neuen und zurückkehrenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde eine persönliche Einladung, mit der Bitte sich anzumelden, verschickt. Bei Fragen können Sie sich an Gundula Sperling (E-Mail sperling@uni-hildesheim.de) wenden.

Wer macht was? Weitere Informationen

Vom Dezernat für Studienangelegenheiten über das Friend- und Fundraising bis zum Qualitätsmanagement – wer einen Überblick über die vielen Einrichtungen und Aufgabenbereiche an der Universität Hildesheim erhalten möchte, findet online eine Übersicht über die zentrale Verwaltung, zentrale Einrichtungen, Gremien, Fachbereiche, Forschungszentren und Stabsstellen.

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Pressemeldungen
news-17778 Tue, 05 Nov 2019 11:15:31 +0100 Philosophiegeschichten: Arabische Philosophinnen der Gegenwart https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/philosophiegeschichten-arabische-philosophinnen-der-gegenwart/ Das Institut für Philosophie lädt zu 13 öffentlichen Vorträgen an der Universität Hildesheim ein. Bis Februar 2019 geben Philosophinnen und Philosophen unter anderem aus Beirut, Tunis, Rabat, Alexandria, Doha und Kairo einen Einblick in ihre gegenwärtige Arbeit. Die Vortragsreihe ist Teil des DFG-Forschungsprojekts „Geschichten der Philosophie in globaler Perspektive“. „Die Zusammenstellung der arabischen Philosophinnen, die nach Hildesheim kommen und Einblicke in ihre Arbeit geben, ist ziemlich einmalig“, sagt Professor Rolf Elberfeld.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. Sarhan Dhouib organisiert die Veranstaltungsreihe. „Das Kolloquium zur arabischen Philosophie versteht sich als ein philosophischer Beitrag zu der internationalen Debatte um die Philosophie in der nahöstlichen Moderne sowie zur Aktualität der Philosophiegeschichtsschreibung in globaler Perspektive“, sagt Sarhan Dhouib.

Die Vortragsreihe mit insgesamt 13 Veranstaltungen besteht aus zwei Teilen: Im ersten Teil sprechen bis Ende Dezember 2019 acht prominente Philosophinnen aus Algerien, Ägypten, Libanon, Marokko, Qatar und Tunesien über ihr philosophisches Profil. „Anstatt über arabische Philosophinnen zu sprechen, zielt das Kolloquium vor allem darauf, einen Raum zu schaffen, in dem arabische Philosophinnen zu Wort kommen und mit einem deutschen Fachpublikum in Austausch treten“, so Sarhan Dhouib.

Im zweiten Teil reflektieren im Januar und Februar 2020 Fachgäste über die Reichweite der arabischsprachigen Philosophiegeschichtsschreibung in globaler Perspektive. Dabei liegen die Schwerpunkte sowohl auf philosophiehistorischen als auch systematischen Themen.

Die Vorträge finden bis Februar 2019 jeweils am Donnerstagabend statt. Die Veranstaltung beginnt jeweils um 18:00 Uhr im Haus 50/202 auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim. Am 7. November 2019 spricht Prof. Dr. Pascale Lahoud (Antoine Universität, Beirut) über zeitgenössische Philosophie in Libanon. Französisch- und arabischsprachige Vorträge werden ins Deutsch übersetzt.

Programm der Vortragsreihe (PDF)
Arabische Philosophinnen der Gegenwart

DFG-Forschungsprojekt:

Die Vortragsreihe am Institut für Philosophie ist Teil des Forschungsprojekts „Geschichten der Philosophie in globaler Perspektive“. In dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt erarbeitet ein siebenköpfiges Forschungsteam um Projektleiter Professor Rolf Elberfeld von 2019 bis 2024 die globalen Geschichten der Philosophie. Sie dokumentieren die philosophische Weltgeschichte als Verflechtungsgeschichte.

„In der Philosophie und ihrer Geschichtsschreibung besteht ein erheblicher Forschungs- und Innovationsbedarf. Es gilt daher heute, ein neues Bild von der Geschichte der Philosophie zu entwerfen, das zugleich auch zukünftige Formen des Philosophierens in globaler Perspektive ergebnisoffen vorbereitet“, sagt Rolf Elberfeld.

Das Forschungsteam analysiert unter anderem die bis heute fortwirkenden Ausschlussmechanismen, durch die die Philosophie in Europa Ende des 18. Jahrhunderts mehr und mehr zu einem rein europäischen Projekt stilisiert wurde.

DFG-Forschungsprojekt
Geschichten der Philosophie in globaler Perspektive

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news-17721 Tue, 05 Nov 2019 11:14:00 +0100 Wissenschaftswettstreit: Science Slam an der Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/wissenschaftswettstreit-science-slam-an-der-universitaet-hildesheim/ Die Universität Hildesheim lädt einmal im Jahr zum beliebten Wettstreit der Wissenschaften ein. Auf der Bühne des „Science Slam" geben vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachdisziplinen Politikwissenschaft, Literatur, Sprachwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft Einblicke in ihre Forschung. Es treten an: Prof. Dr. Wolf J. Schünemann, Dr. Christine Lötscher, Prof. Dr. Kristin Kersten und Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis. Die Universität Hildesheim lädt einmal im Jahr zum beliebten Wettstreit der Wissenschaften ein. Auf der Bühne des „Science Slam" gaben am 5. November 2019 vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachdisziplinen Politikwissenschaft, Literatur, Sprachwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft Einblicke in ihre Forschung. Der Eintritt ist frei und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Veranstaltung teil.

Es traten an:

  • Prof. Dr. Wolf J. Schünemann, Fachbereich 1
    Institut für Sozialwissenschaften – Politikwissenschaft

  • Dr. Christine Lötscher, Fachbereich 2
    Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft

  • Prof. Dr. Kristin Kersten, Fachbereich 3
    Institut für Englische Sprache und Literatur

  • Prof. Dr. Athanassios Pitsoulis, Fachbereich 4
    Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik

„Ich finde das Format ‚Science Slam‘ sehr gut, denn es bringt die Universitätsangehörigen über Fächer, Disziplinen und Statusgruppen hinweg in großer Zahl zusammen. Die aktive Teilnahme als Vortragender ergibt sich daraus noch nicht zwingend, aber sie wird dadurch sehr begünstigt. Meine Kernbotschaft: Internet und Staat passen einfach nicht zusammen, oder doch? Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Genau deshalb möchte ich sie in meinem Vortrag untersuchen. Am Ende aber müssen die Gerichte entscheiden“, sagt Professor Wolf Schünemann.

Dr. Christine Lötscher nimmt am Science Slam teil, „weil Wissenschaft Vermittlung braucht, um ihre gesellschaftliche, kulturelle Relevanz auch ins Spiel bringen zu können. Das gilt insbesondere für die Geisteswissenschaften.“ Die Botschaft der Literaturwissenschaftlerin beim Sceince Slam wird folgende sein: „Wir verstehen unsere Kultur viel besser, wenn wir uns mit Kinder- und Jugendmedien auseinandersetzen.“

Die Sprachwissenschaftlerin Prof. Dr. Kristin Kersten bringt auf den Punkt, was sie beim Science Slam vermittlen wird: „Sprachenlernen kann Leben retten!“ Die Forscherin wird darüber sprechen, was wir wirklich über bilinguales Lernen wissen sollten. „Ich finde es großartig, wenn Wissenschaft über Gelegenheiten wie diese für Viele zugänglich gemacht werden kann. Und es kann nicht schaden – insbesondere uns selbst nicht –, wenn das auch häufiger einmal mit einem Augenzwinkern geschieht. Ich habe in der letzten Zeit in unseren gesellschaftlichen Diskussionen oft die Frage gehört, ob Humor nicht eine ganz entscheidende Rolle bei der Verarbeitung von Informationen spielen kann. Ich bin überzeugt davon! Das gilt übrigens auch für das Sprachenlernen“, so Kersten über den „Science Slam“.

Für Professor Athanassios Pitsoulis ist der Science Slam „einfach nur Spaß“. Er tritt an, um das Vorurteil anzugehen, dass Wirtschaftswissenschaft eine „trübselige Theorie von knappen Ressourcen und unbefriedigten menschlichen Bedürfnissen“ sei; sie ist seiner Meinung nach vielmehr extrem vielfältig und vor allem lehrreich. Mit am lehrreichsten findet er dabei die Spieltheorie, die heute aus den Wirtschaftswissenschaften nicht mehr wegzudenken ist. Wie die Spieltheorie helfen kann, internationale Konflikte und Verhandlungen zu erklären - man denke nur an Grexit, Brexit, Handelskriege und so weiter - wird Thema seines Vortrags sein, in dem er auch auf seine eigenen Forschungsarbeiten Bezug nehmen wird.

Science Slam mit Worten, Requisiten, technischen Hilfsmitteln oder Live-Experimente

Mit Worten, Requisiten, technischen Hilfsmitteln oder auch Live-Experimenten soll das Publikum für die Arbeit und Denkweisen in den vier Wissenschaftsdisziplinen interessiert und begeistert werden – am Ende hat das Publikum durch die Lautstärke des Applauses entschieden, welcher der Beiträge den Wettstreit gewinnt: Den Science Slam 2019 hat Professor Wolf Schünemann gewonnen, er arbeitete sich in seinem Vortrag am Komplex Internet und Staat ab und ließ Bilder und Videos aus dem Netz sprechen.

Interessierte Lehrende, Studierende, Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung,, Transfer und  Kooperationen begrüßt die Gäste, die Moderation übernimmt Markus F. Langer, Friend- und Fundraiser der Universität. Der Abend wird auch in diesem Jahr musikalisch von dem Saxophonisten Lars Stoermer aus Hannover begleitet.

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Migrationspolitik Pressemeldungen Fachbereich 1 Sozialwissenschaften Politik Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft Fachbereich 3 Englische Sprache Fachbereich 4 Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik
news-17849 Mon, 04 Nov 2019 12:14:00 +0100 Interreligiöse Studientage: Ideen für die Praxis des interreligiösen Lernens an Schulen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/interreligioe/ Die interreligiösen Studientage stehen im Zeichen der Begegnung von evangelischen, katholischen und muslimischen Theologiestudierenden der Universitäten Hildesheim und Osnabrück. Angehende Religionslehrerinnen und Religionslehrer verschiedener Konfessionen und Religionen treffen sich, um sich bereits im Rahmen ihres Studiums auszutauschen und gemeinsam Ideen für die Praxis des interreligiösen Lernens an Schulen zu entwickeln. Ein Bericht von Dr. Michael Schober vom Institut für Katholische Theologie. Ganz im Zeichen der Begegnung von evangelischen, katholischen und muslimischen Theologiestudierenden der Universitäten Hildesheim und Osnabrück standen die interreligiösen Studientage vom 15. bis 17. Oktober 2019 im St. Jakobushaus, Goslar. Zum dritten Mal trafen sich dort angehende Religionslehrerinnen und Religionslehrer verschiedener Konfessionen und Religionen, um sich bereits im Rahmen ihres Studiums auszutauschen und gemeinsam Ideen für die Praxis des interreligiösen Lernens an den Schulen zu entwickeln. Ziel ist, dann an den Schulen zusammenarbeiten und gemeinsame Aktionen durchzuführen.

„Diese Schwerpunktsetzung auf die Praxis des interreligiösen Lernens ist das Besondere an unseren Studientagen“, so Dr. Theresa Beilschmidt, Referentin an der Akademie St. Jakobushaus, die das Konzept gemeinsam mit Dr. Hakkı Arslan und Dr. Jörg Ballnus (Islamische Theologie, Osnabrück), Dr. Michael Schober (Katholische Theologie, Hildesheim) und Prof. Dr. Martin Schreiner und Victoria Kurth (Evangelische Theologie, Hildesheim) sowie Dr. Christiane Schubert und Simone Schardt vom Bistum Hildesheim entwickelt hatte. Unter dem Motto des Koranzitats „…damit ihr einander kennenlernt“ setzten sich die Studierenden nun drei Tage lang mit ihrer eigenen Religion und der „anderen“ Religion auseinander. Es wurden dabei Themen wie Sakralraumpädagogik, Gebet, Spiritualität und komparatives Lernen am Beispiel von Bibel und Koran für die Praxis im Religionsunterricht erarbeitet. Einladungen zum Gebet gehörten ebenso zum Programm wie eine von den Studierenden selbst gestaltete Kirchenführung und ein Moscheebesuch, bei dem die konkrete religiöse Praxis miterlebt werden konnte. Ferner wurden verschiedene Projekte des interreligiösen Dialogs vorgestellt. Auf besonderen Wunsch der letztjährigen Teilnehmer*innen war mit Helene Braun, Studentin am Abraham Geiger Kolleg, auch eine jüdische Referentin zu Gast, so dass zumindest für eine kurze Zeit alle drei großen abrahamischen Religionen zusammenkamen. Gerade angesichts des Terroranschlags von Halle war diese Form gelebter Normalität zwischen den Religionen ein wichtiges Zeichen.

Die Erfahrungen waren wie in den letzten Jahren wieder überaus positiv. So zeigten die angeregten Gespräche bei den gemischten Gruppenarbeiten das große Interesse an der jeweilig anderen Religion und Konfession. Sie machten deutlich, wie wichtig Räume des offenen, ehrlichen Austausches und Lernens sind. Oft sind es „wechselseitige Unsicherheiten“, die solche Begegnungen im Alltag nicht möglich machen.  In diesem Sinne leisten die Interreligiösen Studientage durchaus Pionierarbeit.

 

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Fachbereich 1 Evangelische Theologie Katholische Theologie Pressemeldungen
news-17771 Fri, 01 Nov 2019 16:10:00 +0100 „Informatik? Da bin ich auf jeden Fall dabei!“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/informatik-da-bin-ich-auf-jeden-fall-dabei/ Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Andreanum haben in dieser Woche eine Informatikvorlesung in der Universität besucht. Die Elftklässlerin Dana Leonie sagt über das Angebot der Uni, in eine Vorlesung zu schnuppern: „Es ist wichtig, vor dem Abitur so viel wie möglich auszuprobieren, damit man sieht: Was ist passend für mich? Und es ist definitiv eine gute Chance, zu schauen, wie das hier in der Uni ist – den Studienalltag kenne ich ja noch gar nicht.“ Ein Dienstagmittag im Hörsaal 1 am Hauptcampus. Informatikprofessor Klaus Schmid beginnt die Vorlesung „Einführung in die Informatik“, dieses Mal befassen sich die Studienanfängerinnen und Studienanfänger mit den Grundlagen von Programmiersprachen wie Variablen und Anweisungen, Fallunterscheidungen und Schleifen. „Wie lassen sich Werte speichern? Wie können wir Verarbeitung beschreiben? Welche grundsätzlichen Möglichkeiten gibt es dazu?“, fragt Klaus Schmid seine Studierenden.

In den kommenden drei Jahren werden die Studentinnen und Studenten der verschiedenen Informatikstudiengänge Grundkonzepte der Informatik wie Modellierung und Programmierung, der Künstlichen Intelligenz und des Software Engineering erlernen. Sie werden lernen Softwaresysteme zu entwickeln und sich zum Beispiel mit Algorithmen, Datenstrukturen, intelligenten Informationssystemen oder Produktions- und Logistikmanagement befassen. Zu den Informatikstudiengängen der Universität zählen „Wirtschaftsinformatik“, „Angewandte Informatik“, „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ und „Data Analytics“. Die Informatik an der Universität Hildesheim boomt, mittlerweile lernen fast 900 Studierende in diesen Studiengängen. Studienprogramme wie Data Analytics sind auch weltweit sehr gefragt und die Hildesheimer Studienplätze heiß begehrt.

Schülerin: „Ich finde Informatik cool und es ist eine Option für mich, das zu studieren, vor allem im 21. Jahrhundert, wo die Digitalisierung immer wichtiger wird“

Inmitten der Studierenden sitzt die Schülerin Dana Leonie. „Ich finde Informatik cool und es ist auf jeden Fall eine Option für mich, das zu studieren, vor allem im 21. Jahrhundert, wo die Digitalisierung immer wichtiger wird – Informatik ist also auch ein Job mit Perspektive“, sagt die 16-jährige. „Ich habe seit der 8. Klasse Informatik gewählt, weil ich mich sehr dafür interessiere und auch damit aufgewachsen bin, mein Vater Informatiker ist und er mir schon als Kind beigebracht hat, wie ich Datenbanken programmieren kann.“ Die Elftklässlerin wurde auf das Angebot der Universität Hildesheim aufmerksam, weil „eine E-Mail an alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 bis 12 geschickt wurde und ich dachte einfach: Hey, Informatik? Da bin ich auf jeden Fall dabei! Denn wichtig ist, vor dem Abitur so viel wie möglich auszuprobieren, damit man sieht: Was ist passend für mich? Und es ist definitiv eine gute Chance, zu schauen, wie das hier in der Uni ist – den Studienalltag kenne ich ja noch gar nicht.“

Sie gehört zu einer Gruppe von Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Andreanum, die eine Informatikvorlesung im Hörsaal der Universität Hildesheim besucht.

Auch Elisa aus der 12. Klasse gehört zu den Jugendlichen, die im Hörsaal in der Einführungsvorlesung des Informatikers Klaus Schmid sitzt. „Ich bin im Hörsaal, weil Informatik sehr wichtig ist für die heutige Welt“, sagt die 17-Jährige. „Ich möchte nach der Schule Naturwissenschaften studieren oder ich überlege, ob ich vielleicht Informatik studiere. Das ist heute eine gute Chance, um die Uni von innen zu sehen.“

Die Initiative dazu kommt von dem Hildesheimer Unternehmer Frank Wuttke, der die Informatik- AG des Gymnasiums leitet, und Professor Klaus Schmid. Während eines Treffens des „Arbeitskreises Informationstechnologie“ entstand die Idee, Schülerinnen und Schüler in die Universität einzuladen „damit sie das Informatikstudium live erleben“, sagt Frank Wuttke. Informatik sei an den Schulen unterbesetzt, es gebe zu wenige Lehrerinnen und Lehrer, die ihre Schülerinnen und Schüler für das Fach begeistern.

„Die Schülerinnen und Schüler können sich unmittelbar einen Eindruck verschaffen und erhalten einen realen Einblick in das IT-Studium“, sagt Professor Klaus Schmid. Schmid ist Experte für Softwareentwicklung an der Universität Hildesheim. Der Informatiker ist Dekan des Fachbereichs „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“. Seit 2005 arbeitet die Forschungsgruppe „Software Systems Engineering“ an Methoden und Techniken, wie Software effizient und qualitativ hochwertig entwickelt werden kann und forscht dabei auch oft gemeinsam mit Unternehmen wie zum Beispiel Siemens und der Robert Bosch GmbH.

Das Angebot des Teams um Professor Klaus Schmid von der Universität Hildesheim besteht prinzipiell auch für andere Gymnasien. Interessierte Schulen erreichen Prof. Dr. Klaus Schmid per E-Mail unter schmid@sse.uni-hildesheim.de.

Kurz erklärt:

Informatikstudium an der Universität Hildesheim

Die Universität Hildesheim bildet im Bachelorstudium und im Masterstudium Informatikerinnen und Informatiker unter anderem in den Studienprogrammen „Informationsmanagement und Informationstechnologie“, „Wirtschaftsinformatik“, „Angewandte Informatik“ und „Data Analytics“ aus. In Kooperation mit ausgewählten Unternehmen gibt es auch duale Studienangebote.

Die Hildesheimer Informatikstudiengänge verbinden Praxis und Theorie. Neben einer profunden, wissenschaftlichen Ausbildung mit vielfältigen Wahlmöglichkeiten ist ein Wirtschaftspraktikum ein fester Bestandteil aller IT-Bachelor-Studiengänge der Universität Hildesheim. Dort haben die Studierenden die Möglichkeit, Erfahrung in der Wirtschaft zu sammeln. Der „Arbeitskreis IT“ unterstützt die Studierenden bei der Kontaktaufnahme zu Unternehmen.

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news-17728 Tue, 29 Oct 2019 15:38:00 +0100 Studienergebnisse Sozialpsychologie: Macht Hunger egoistisch? https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/studienergebnisse-sozialpsychologie-macht-hunger-egoistisch/ Hunger ist ein unangenehmer Zustand. Man wird garstig und gereizt, und je länger man nichts isst, desto tiefer sinkt die Laune. Da liegt es doch auf der Hand, dass Hunger auch egoistisch macht – oder nicht? In einer aufwendigen Studienreihe ist ein internationales Team von Psychologen und Psychologinnen aus Gießen, Hildesheim, Bamberg, Amsterdam und Oxford dieser Frage systematisch nachgegangen. Zum Forschungsteam gehört Andreas Mojzisch, Professor für Sozialpsychologie der Universität Hildesheim. Lesen Sie hier einen Artikel zur Studie: 
Does Hunger Make You Selfish?

Hunger ist ein unangenehmer Zustand. Man wird garstig und gereizt, und je länger man nichts isst, desto tiefer sinkt die Laune.  Da liegt es doch auf der Hand, dass Hunger auch egoistisch macht – oder nicht? Ist jemand, der hungrig ist, wirklich so sehr auf seine eigenen Interessen bedacht, wie einige psychologische Studien und Befunde nahelegen?

In einer aufwendigen Studienreihe ist ein internationales Team von Psychologen und Psychologinnen aus Gießen, Hildesheim, Bamberg, Amsterdam und Oxford dieser Frage systematisch nachgegangen. In zwei experimentellen Studien im Labor wurden die Versuchsteilnehmer angewiesen, mindestens 12 Stunden vor Beginn der Studie nichts zu essen, d.h. die Versuchsteilnehmer kamen sehr hungrig und mit einem niedrigen Blutzuckerspiegel in das Labor. Dort erhielt die eine Hälfte der Versuchsteilnehmer – die Kontrollgruppe – etwas zu essen um eine schnelle Sättigung und einen hohen Blutzuckerspiegel zu erzeugen (zum Beispiel zwei Becher Schokopudding). Die andere Hälfte der Versuchsteilnehmer – die Experimentalgruppe – blieb für den weiteren Versuch hungrig.

Im Folgenden erhielten die Teilnehmer verschiedene Aufgaben. Deren Ziel: herauszufinden, ob die Teilnehmer sich dabei egoistisch verhielten. Bei einigen dieser Aufgaben bekamen sie beispielsweise einen Geldbetrag (zum Beispiel 10€) und konnten diesen zwischen sich und anderen Versuchsteilnehmern aufteilen. Bei anderen Aufgaben ging es darum, sich kooperativ zu verhalten, um dann gemeinsam einen höheren Gewinn zu erzielen. Bei einigen Aufgaben gab es zudem die Möglichkeit, egoistisches Verhalten der anderen Versuchsteilnehmer zu bestrafen.

Die Erwartung des Forscherteams war, dass Hunger egoistisches Verhalten begünstigt. Das Forscherteam fand allerdings keine belastbaren Belege für egoistischeres Verhalten von hungrigen im Vergleich zu satten Versuchsteilnehmern: Hunger führte nicht zu gesteigertem Egoismus.

In einer weiteren Studie wollte das Forscherteam herausfinden, ob sich die egoistischen Tendenzen eher finden lassen, wenn nicht Geld, sondern Essen aufgeteilt werden sollte. Hierfür bauten die Forscher einen Stand vor der Mensa der Uni Gießen auf und ließen Studierende, die entweder gerade in die Mensa gingen (also hungrig waren) und Studierende, die aus der Mensa kamen (also satt waren), Geld oder Essen (kleine Päckchen mit Studentenfutter) aufteilen. Wie in den anderen Studien fanden sich keine Belege dafür, dass Hunger egoistischer macht und zwar unabhängig davon, ob Geld oder Essen aufgeteilt wurde.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass, obwohl akuter Hunger möglicherweise egoistische Impulse verstärkt, diese sich oft nicht im Verhalten niederschlagen. Wir gehen davon aus, dass die sozialen Rahmenbedingungen, zum Beispiel mögliche Sanktionen oder der drohende Verlust von sozialem Ansehen so stark sind, dass solche egoistischen Impulse ausgebremst werden.“ fasst Jan Häusser, Professor für Sozialpsychologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen, die Studienreihe zusammen.  

Dass der Glaube an das egoistische Verhalten hungriger Menschen trotzdem weit verbreitet ist, zeigen die Autoren in einer weiteren Studie. Da dieser aber offensichtlich unzutreffend ist, stellt sich die Frage woher diese Überzeugung kommt. Ein weiterer Autor der Studie, Paul van Lange, Professor für Psychologie an der VU Amsterdam, meint hierzu: „Grundsätzlich neigen Menschen dazu, egoistisches Verhalten und egoistische Motive zu überschätzen. Offenbar gehen Menschen davon aus, dass insbesondere bei knappen Ressourcen das ‚wahre ich‘ gezeigt und egoistischer gehandelt wird. Unsere Studien zeigen, dass dies zumindest für akuten Hunger nichtzutreffend ist.“

Mehr Informationen zur Studie: 

Hunger Does not always Undermine Prosociality. 
In: Nature Communications 
Authors: Jan Häusser (Justus-Liebig University Giessen), Christina Stahlecker (Justus-Liebig University Giessen), Andreas Mojzisch (University of Hildesheim), Johannes Leder (University of Bamberg), Paul A. M. Van Lange (VU Amsterdam), Nadira Faber (Universities of Exeter and Oxford)

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news-17554 Sat, 26 Oct 2019 10:23:00 +0200 40 Jahre Kulturwissenschaften in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/40-jahre-kulturwissenschaften-in-hildesheim-1/ MIT BILDERGALERIE: Die Hildesheimer Kulturwissenschaften feiern ihr 40-jähriges Bestehen. Seit vier Jahrzehnten verbinden Lehrende und Studierende konsequent Theorie und Praxis. Seit 1979 sind etwa 4200 Hildesheimer Kulturabsolventinnen und Kulturabsolventen in Berufe in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung bundesweit gegangen und prägen die kulturelle Arbeit in der Bundesrepublik Deutschland mit. Studieninteressierte können zwischen neun Bachelor- und Masterstudiengängen wählen. 40 Jahre Kulturwissenschaften
Das große Jubiläumsfest in Hildesheim: 24. bis 26. Oktober 2019
Website zum Jubiläum u.a. mit Bildergalerie, Historie und Programm

Dankesrede von Prof. i.R. Dr. Hajo Kurzenberger

Hier lesen die Rede von Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich:
Grußwort anlässlich des 40 jährigen Bestehens
Kulturwissenschaftlicher Studiengänge an der Universität Hildesheim [PDF]

Die Universität Hildesheim begeht das 40-jährige Jubiläum der Hildesheimer Kulturwissenschaften mit einem Jubiläumsfestakt am 25. Oktober 2019. Der Festakt ist öffentlich und eingebunden in eine Jubiläumswoche. Der Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation bietet ein vielfältiges Programm mit etwa 30 Veranstaltungen aus allen künstlerischen und wissenschaftlichen Disziplinen, darunter Lesungen und Autorengespräche, Künstlerinnengespräche, Paneldiskussionen, Vorträge, Workshops, Konzerte, Filmvorführungen, Theateraufführungen sowie Ausstellungen. 

Im Wintersemester 1979/80 nahm die erste Generation der Kulturstudentinnen und Kulturstudenten ihr Studium in Hildesheim auf. Seit vier Jahrzehnten verbinden Lehrende und Studierende konsequent Theorie und Praxis. Interdisziplinarität und Ästhetische Praxis sind die Leitbegriffe, die seit 40 Jahren die Arbeit der Hildesheimer Kulturwissenschaften prägen. Heute können Studieninteressierte zwischen neun Bachelor- und Masterstudiengängen wählen.

Anlässlich des 40jährigen Jubiläums der Hildesheimer Kulturwissenschaften dankt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich „allen sehr herzlich, die an diesem akademischen Werk, das als Kulturpädagogik begann, mitgewirkt haben, die es vor vierzig Jahren aufbauten und die es heute im Fachbereich Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation mit einem differenzierten Studienangebot und mit einem eigenen Kulturcampus auf der Domäne Marienburg weiter entwickeln“.

„Die enge Verzahnung von wissenschaftlicher Theorie und ästhetischer Praxis ist eine Hildesheimer Traditionslinie. Wir haben seit der Gründerzeit 1979 den Anspruch, Wissenschaft phantasievoll und die Künste reflektiert zu betrachten“, so der Dekan Professor Stefan Krankenhagen. Eine aktuelle Aufgabe in Forschung und Lehre sei es, auf Digitalität und Diversität zu reagieren. Der Kulturwissenschaftler ist Absolvent der Hildesheimer Kulturpädagogik, nach einem internationalen Werdegang forscht und lehrt Krankenhagen heute als Professor für Kulturwissenschaften und Populäre Kultur an der Universität Hildesheim und ist Dekan des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs.

Ein Beleg für die bedeutsame Arbeit ist etwa das neue DFG-Graduiertenkolleg „Ästhetische Praxis“, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als eines von nur zwei geisteswissenschaftlichen Kollegs bundesweit jüngst bewilligt wurde. Der Dekan dankte in seiner Rede den Wegbereitern des Studiengangs und allen Kolleginnen und Kollegen aus den Instituten und erinnerte an die im März verstorbene Professorin Geesche Wartemann, „die wir sehr vermissen“. 

Oberbürgermeister Ingo Meyer verdeutlichte während des Festaktes: „Hier wird nicht nur Kultur gelehrt, sondern auch Kultur gemacht. Ein großer Teil des kulturellen Lebens in Hildesheim hat seinen Ursprung in der Universität. Der Fachbereich trägt dazu bei, dass Hildesheim immer spannender wird.“

In seiner Festrede wies Olaf Kröck, Intendant der Ruhrfestspiele Recklinghausen und Absolvent aus Hildesheim, darauf hin, dass Hildesheim „ein Ausbildungsort ist, der eine Rolle spielt in Kunsttheorie und Kunstpraxis, ein Ort, der Forschergeist, präzise Beobachtungsgabe und Diskursfähigkeit schult“. Kongenial sei es gewesen, so Olaf Kröck, dass die Populäre Kultur wie auch die Kulturpolitik in die Ausbildung integriert wurde.

Seit 1979 sind etwa 4200 Hildesheimer Kulturabsolventinnen und Kulturabsolventen in Berufe in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung bundesweit gelandet und prägen die kulturelle Arbeit in der Bundesrepublik Deutschland mit. Auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim lernen und arbeiten etwa 1300 Studentinnen und Studenten aus allen Bundesländern und dem Ausland sowie rund 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Seit 40 Jahren setzen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Studierende in Hildesheim mit der Praxis, der Theorie und der Geschichte von Künsten und Kulturen der Gegenwart sowie ihrer Vermittlung auseinander. Bühnen, Ateliers, Übungsräume, ein Fotolabor und Bilddidaktisches Forschungsstudio dienen Lehrenden und Studierenden als Laboratorien, in denen sie gemeinsam Wissen experimentell erweitern. Auf der mittelalterlichen Burganlage versammeln sich die Fächer Medien, Theater, Musik, Bildende Kunst, Philosophie, Populäre Kultur, Kulturpolitik und Literatur unter einem Dach.

Verleihung der Würde eines Ehrensenators: Dramaturg und Theaterwissenschaftler Professor i.R. Dr. Hajo Kurzenberger

Die Universität Hildesheim verleiht dem Literatur- und Theaterwissenschaftler, Dramaturgen und Regisseur Professor i.R. Dr. Hajo Kurzenberger die Würde eines Ehrensenators. 28 Jahre lang hat der Theaterwissenschaftler die Entwicklung des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs begleitet.

Aufgrund seiner besonderen Leistungen für die Wissenschaft und die Universität Hildesheim und seine herausragenden Verdienste in der Forschung sowie um den Aufbau eines in Deutschland einmaligen Studienangebots in den Kulturwissenschaften verleiht die Universität Hildesheim Professor Hajo Kurzenberger die Würde eines Ehrensenators. Der Senat entschied einstimmig, die Verleihung erfolgt am Freitag, 25. Oktober 2019, im Rahmen des Festaktes „40 Jahre Kulturwissenschaften“ im Audimax der Universität Hildesheim.

„Prof. Kurzenberger zählt zu den herausragenden Führungspersönlichkeiten, ohne die es die Universität Hildesheim nicht gäbe“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich. Der engagierte Einsatz des Dramaturgen haben wichtige Entwicklungsschritte der Universität und des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation" ermöglicht. Heute lernen etwa 1300 Studentinnen und Studenten aus allen Bundesländern und dem Ausland auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg in Hildesheim.

„Mein Herz ist bewegt“, so Hajo Kurzenberger. „Die Hildesheimer Absolventinnen und Absolventen bereichern die Kulturlandschaft. Das Spektrum der Künste hat sich im Laufe der Jahre geweitet. Der Campus lebt vom lebendigen Geist der jungen Kunstproduzentinnen und Kunstproduzenten und von den Wechselbeziehungen.“

Hajo Kurzenberger, 1944 in Bruchsal geboren, hat Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaften an der Universität Heidelberg und der Freien Universität Berlin studiert. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für deutsche Literaturwissenschaft an den Universitäten Heidelberg und Trier tätig.

Von 1981 bis 2009 forschte und lehrte Hajo Kurzenberger als Professor in der Kulturpädagogik und den folgenden kulturwissenschaftlichen Studiengängen der Universität Hildesheim. Davor und dazwischen war er als Dramaturg und Regisseur an den Stadt- und Staatstheatern in Mannheim, Heidelberg, Basel, Berlin, Zürich, Hamburg, Hildesheim, Wien, St. Gallen, Liechtenstein und Dresden aktiv. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Aufführungsanalyse, der Kollektiven Kreativität, im Theater des 20. Jahrhunderts, im Chorischen Theater und in partizipativen Theaterformen mit Bürgerbeteiligung.

Professor Hajo Kurzenberger hat den Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis" maßgeblich mit aufgebaut und geprägt. So entstanden unter seiner Anleitung zahlreiche große Theaterprojekte in Theorie und Praxis. Kurzenberger bildete namhafte Theaterschaffende und Theaterwissenschaftlerinnen und Theaterwissenschaftler aus, unter ihnen die Regisseure Sebastian Nübling und Albrecht Hirche, den Dramaturgen Jens Hillje sowie Prof. Dr. Siemke Böhnisch  (Professorin für Darstellendes  Spiel, Universität Agder, Kristiansand, Norwegen) und Prof. Dr. David Rösner (Professor für Theatermusikwissenschaft, LMU München).

Aus dem Programm der Jubiläumsfeierlichkeiten:

Die Jubiläumsfeierlichkeiten beginnen mit dem studentischen Festival „State of the Art“ (16. bis 19. Oktober 2019). Das Studierenden-Festival aktuelle und ehemalige Produktionen; organisiert vom „State of the Art“ und „ab.hier.kultur“. Außerdem stellt das Graduiertenkolleg „Ästhetische Praxis“ seine Forschungsvorhaben vor. In verschiedenen Formaten werden während der Jubiläumsfeierlichkeiten aktuelle und ehemalige Lehrende wie Studierende der Hildesheimer Kulturwissenschaften Aufführungen, Workshops, Diskussionen und Ausstellungen vorstellen.

Ein großer Festakt mit Empfang erinnert am 25. Oktober 2019, von 16:00 bis 20:00 Uhr im Audimax am Hauptcampus der Universität Hildesheim an den Beginn der Hildesheimer Kulturwissenschaften (mit anschließendem Empfang, Schmaus und abendlichem Fest in der Kulturfabrik Löseke mit Kuwi-Bands und Kuwi-Djs). Und es findet ein großes Alumni-Treffen mit Workshops und Vorträgen vieler ehemaliger Studentinnen und Studenten statt.

Am 26. Oktober 2019 läuft abschließend eine Veranstaltung in der Literaturkirche St. Jakobi. Diskutiert wird über Transformationen und die Frage, wie die Kulturinstitutionen der Zukunft aussehen und welche Ausbildung sie brauchen.

Weitere Veranstaltungen während der Jubiläumswoche sind zum Beispiel:

  • In Zukunft lektorieren: Gespräch über weitreichende strukturelle und mediale Veränderungen im Buchmarkt
  • Hildesheimer Wege zwischen Theatermusik und Musiktheater
  • Philosophie in den Medien
  • Konsumkultur. Eine Standortbestimmung
  • Große Erwartungen: Was das Projektsemester war, ist und sein kann
  • Underdocs – die Gegenwart des Dokumentarfilms
  • Ästhetische Praxis: Ein Graduiertenkolleg stellt sich vor
  • Transformationen. Wie sehen die Kulturinstitutionen der Zukunft aus? Und welche Ausbildung brauchen sie?

Weitere Informationen

Einblicke in die Hildesheimer Kulturwissenschaften

1300 Studierende aus dem gesamten Bundesgebiet lernen auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg

Seit seinem Beginn im Wintersemester 1979/80 hat der damals als „Kulturpädagogik“ eingeführte Modellstudiengang konsequent auf die Zusammenarbeit der wissenschaftlichen Disziplinen und auf die Spannung von Theorie und Praxis gesetzt. „Interdisziplinarität und Ästhetische Praxis sind die Leitbegriffe, die seit 40 Jahren die Arbeit des Fachbereichs prägen“, wie es der Kulturwissenschaftler Professor Stefan Krankenhagen formuliert, „ob in den Diplomstudiengängen der Anfangszeit oder in den aktuellen neun Bachelor- und Masterstudiengängen“.

Die Universität Hildesheim bildet in den Kulturwissenschaften etwa 1300 Studentinnen und Studenten aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg aus. Auf der mittelalterlichen Burganlage versammeln sich die Fächer Medien, Theater, Musik, Bildende Kunst, Philosophie, Populäre Kultur, Kulturpolitik und Literatur unter einem Dach.

Der Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ verbindet Theorie und Praxis und ist der älteste Studiengang in Deutschland, der seit 1979  für Berufe in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung qualifiziert. Auf dem Kulturcampus arbeiten rund 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Künstlerische Praxis ist Teil der Forschung und Lehre

Künstlerische Praxis ist auf dem Kulturcampus ein wesentlicher Bestandteil von Forschung und Lehre. Im Burgtheater wechseln Lehrende und Studierende zum Beispiel zwischen Bühne, Seminarraum, Büro und Bibliothek – Kern des Komplexes ist ein 200 m² großer Theaterraum mit moderner Bühnentechnik. Das erste Mal entstand bundesweit ein theaterwissenschaftliches Forschungsgebäude mit Bühne und Lager. Der Bühnenraum kann nach allen Seiten geöffnet werden.

„Die Theaterbühne ist unser Forschungsgerät, unsere Bühne ist ein Labor. Künstlerische Praxis ist auf unserem Campus zentral. Wir forschen nicht nur über kulturelle Praxis, sondern machen kulturelle Praxis als integralen Bestandteil von Forschung und Lehre“, sagt der Theaterwissenschaftler Professor Jens Roselt.

Ästhetische Praxis erforschen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen auf dem Kulturcampus die Öffnung der traditionellen Künste in den Lebensalltag, in außereuropäische Praktiken und in die Pop- und Konsumkultur. Im Graduiertenkolleg „Ästhetische Praxis“ wird dieser Ansatz aktuell von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 3,4 Millionen Euro gefördert.

Die Doktorandinnen und Doktoranden aus Philosophie und Soziologie sowie der Kunst-, Literatur-, Theater-, Musik- und Kulturwissenschaft untersuchen in den nächsten fünf Jahren etwa Probenprozesse im Theater, Schreibräume in der Literatur, Strategien musikalischen Denkens und Verfahren der Popularisierung. Im Rahmen des Jubiläums präsentieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am 24. und 25. Oktober ihre Forschungsprojekte erstmals der Hochschulöffentlichkeit.

Weitere Forschungsschwerpunkte der Hildesheimer Kulturwissenschaften sind etwa in der „Forschungsstelle Konsumkultur“ und dem „Bilddidaktischen Forschungsstudio“ gebündelt. Letzteres untersucht, in Zusammenarbeit mit Schulen der Region, wie Kinder über Bilder sprechen und Bilder produzieren. Die „Forschungsstelle Konsumkultur“ verfolgt seit 2017 eine kulturwissenschaftliche Perspektive auf Theorie, Geschichte und Ästhetik des modernen Massenkonsums.

Bundesweit bekannt ist auch der Forschungsschwerpunkt zur interkulturellen Philosophie, der die Vielfalt der Denktraditionen weltweit sichtbar macht und den europäisch zentrierten Blick in der Geschichtsschreibung hinterfragt. Bis 2024 schreiben Hildesheimer Philosophen eine global orientierte Philosophiegeschichte. Die DFG fördert diese innovative Forschung mit 1,25 Millionen Euro.

Am UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ (Kulturpolitik für die Künste innerhalb gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse) wiederum untersucht ein Forschungsteam mit internationalen Partnern den Einfluss der Künste auf gesellschaftliche Entwicklungsprozesse.

Bundesweit einmalig – Forschung und Lehre auf einer denkmalgeschützten 650 Jahre alten Burganlage

Die ältesten Teile der Burganlage, der Burgturm und das „Hohe Haus“, wurden 1346 von Bischof Heinrich III. erbaut. Zerstörung und Umnutzung gehören zur 650 Jahre alten Geschichte der Wasserburg: die Gebäude haben Kriege und Sturmschäden erlebt, wurden zum landwirtschaftlichen Betrieb und zur Konserven- und Eisfabrik umgebaut. Der Kulturcampus ist ein Beispiel für den Erhalt und die zeitgemäße Nutzung historischer Bauten; die denkmalgeschützte Burganlage wurde für den Fachbereich „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ saniert und erweitert.

Wer Fragen zu dem Festakt und den Jubiläumsfeierlichkeiten in Hildesheim hat, erreicht den Dekan Prof. Dr. Stefan Krankenhagen unter stefan.krankenhagen@uni-hildesheim.de.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim, Isa Lange (05121 883 90100 und 0177 8605905, presse@uni-hildesheim.de).

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news-17613 Mon, 21 Oct 2019 11:51:00 +0200 Nachwuchstalente fördern: Endspurt für die neue Kampagne „Bildung stiften 111+“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/nachwuchstalente-foerdern-endspurt-fuer-die-neue-kampagne-bildung-stiften-111/ Die Universität Hildesheim unterstützt Studentinnen und Studenten mit Stipendien auf ihren Bildungswegen. „Wir benötigen dazu die Hilfe aus der Gesellschaft“, sagt Markus Langer von der Universitätsförderung und hofft auf weitere Spenderinnen und Spender, die ein Deutschlandstipendium stiften. Noch bis Ende November 2019 können Privatpersonen und Unternehmen aus der Region ein Stipendium stiften. Die bisherige Resonanz ist großartig: Erstmals hat das Team des Friend- & Fundraising 111 Stipendien einwerben können. Nun sucht die Universität 10 weitere Stifterinnen und Stifter eines Deutschlandstipendiums. Mit dem Deutschlandstipendium werden seit 2011 leistungsstarke Studentinnen und Studenten an der Universität Hildesheim gefördert. Das Prinzip ist einfach: Das Deutschlandstipendium setzt sich aus einer Spende in Höhe von 1.800 Euro und einem staatlichen Zuschuss in gleicher Höhe zusammen, wodurch die Studierenden einen Gesamtbetrag von 3.600 Euro erhalten. Dieser wird in monatlichen Raten von 300 Euro für das jeweilige Studienjahr ausgezahlt.

111 Stipendien: „Das ist ein starkes Zeichen der Hildesheimer Bürgergesellschaft“

„Im Studienjahr 2019/20 erreichen wir erstmals das Ziel, 111 Stipendien einzuwerben. Das ist ein starkes Zeichen der Hildesheimer Bürgergesellschaft. Ohne die Bürgerinnen und Bürger wäre das nicht möglich“, sagt Markus Langer. „Bildung Stiften 111!“ heißt die Kampagne, die Markus Langer und Vizepräsident Professor Martin Schreiner in Hildesheim 2017 ins Leben gerufen haben und die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgezeichnet wurde.

Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger und regionalen Unternehmen und Stiftungen wird durch die anwachsende Zahl der Deutschlandstipendien eindrücklich dokumentiert: Waren es 2011 nur 23 Stipendien, 2014 dann 54 Stipendien, so konnten im Vorjahr bereits 96 Stipendien vergeben werden. Aktuell liegt die Zahl im Jahr 2019 bei 111 eingeworbenen Stipendien.

Aber die Universität Hildesheim könnte in diesem Jahr sogar mehr als die bereits eingeworbenen 111 Deutschlandstipendien vergeben. Und damit geht es für Markus Langer und Professor Martin Schreiner in diesen Wochen in den Endspurt. Die Kampagne lief in den letzten Wochen so erfolgreich, dass die ursprüngliche Kampagne einen neuen Namen braucht. „Bildung Stiften 111+“ heißt sie nun, denn die Universität könnte insgesamt 121 Stipendien vergeben und sucht nun 10 weitere Stifterinnen und Stifter.

Es liegen bereits 300 herausragende Bewerbungen von Studentinnen und Studenten aus allen Fachbereichen – von den Erziehungswissenschaften, über die Kultur- und Sprachwissenschaften bis zu Informatik und Naturwissenschaften – für das Stipendienprogramm vor, berichtet Markus Langer.

„Bis Ende November 2019 können wir noch Studierende in das Programm nachrücken lassen und so lange werden mein Team und ich alles tun, was in unseren Kräften steht, um so viele Stipendien wie möglich realisieren zu können“, sagt Markus Langer. „Wir benötigen die Hilfe aus der Gesellschaft in Form von Spenden.“

„Sie können jungen Talenten Bildungschancen eröffnen“

Auch Professor Martin Schreiner, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung, Transfer und Kooperationen, wendet sich mit einem Appell an die Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen in der Region: „Sie können jungen Talenten Bildungschancen eröffnen. Sie unterstützen mit Ihrer Spende junge Menschen bei ihrer Ausbildung und leisten so einen Beitrag zu einer gebildeten und handlungsfähigen Gesellschaft“, so Schreiner.

Die Universität Hildesheim dankt allen bisherigen Spenderinnen und Spendern. Im Januar 2020 werden dann alle Stipendiatinnen und Stipendiaten und stifterinnen und Stifter zu einer großen Feierstunde zusammenkommen.

Wer Interesse daran hat, Bildung zu stiften, kann sich direkt an Markus Langer (05121 883 90130, markus.langer@uni-hildesheim.de) oder Prof. Dr. Martin Schreiner (05121 883 11102, martin.schreiner@uni-hildesheim.de) wenden. Die Spende ist steuerlich abzugsfähig.

Mehr Informationen unter www.uni-hildesheim.de/deutschlandstipendium und www.bildung-stiften.de.

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Pressemeldungen
news-17614 Thu, 17 Oct 2019 12:53:30 +0200 Juniorprofessor für Vegetationsökologie und Naturschutz: Antrittsvorlesung von Johannes Metz https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/juniorprofessor-fuer-vegetationsoekologie-und-naturschutz-antrittsvorlesung-von-johannes-metz/ Pflanzen sind die lebende Grundlage der Ökosysteme der Erde. Der Ökologe Johannes Metz erforscht die Artenvielfalt. Er forscht und lehrt als Juniorprofessor für Vegetationsökologie und Naturschutz an der Universität Hildesheim Lesetipp: Ein Interview mit Johannes Metz
lesen Sie im Universitätsjournal DIE RELATION
„Wir verlieren auf der Erde Arten – und zwar rasant“

Als Juniorprofessor für Vegetationsökologie und Naturschutz forscht und lehrt Johannes Metz seit November 2018 am Institut für Biologie und Chemie der Universität Hildesheim. Metz befasst sich mit Artenvielfalt, mit Veränderungen in der Gemeinschaftsstruktur und dem Vorkommen von Arten.

Pflanzen sind die lebende Grundlage der Ökosysteme der Erde. Warum eigentlich? Und was geschieht, wenn diese Grundlage unter veränderte Bedingungen gerät? In seiner Antrittsvorlesung schlägt Johannes Metz einen Bogen von der Bedeutung der Pflanzen allgemein hin zu zwei speziellen Aspekten seiner eigenen Forschung. Der erste Fokus wird dabei auf Ökosystemen des Nahen Ostens liegen. Dort bietet ein starker, natürlicher Klimagradient außergewöhnlich gute Bedingungen, um das Anpassungspotential von Pflanzen an verschiedene Klimate zu untersuchen – aber auch dessen Grenzen. Der zweite Fokus behandelt Auswirkungen von Umweltveränderungen auf regionale Vegetation. Am Beispiel heimischer Orchideen wird Johannes Metz erläutern, dass in Zeiten des Klimawandels der großflächige Schutz naturnaher Habitate unverzichtbar für den Erhalt von Biodiversität ist.

Wie Pflanzen zu einem funktionierenden Ökosystem beitragen

Der Ökologe untersucht in seiner Forschung zum Beispiel, wie Pflanzen zu einem funktionierenden Ökosystem beitragen und wie unverzichtbar deren Vielfalt ist.

„Wir haben auf der Erde noch nicht alle Arten beschrieben. Aber das ist ein gesichertes Faktum: Leider verlieren wir Arten auf der Erde, und zwar rasant. Es gibt verschiedene Einflussfaktoren, die es zusammen schwieriger für die Arten machen, zu überleben: Habitate werden zerstört. Die Landwirtschaft nimmt etwa zwei Drittel der Fläche Deutschlands ein und wird immer stärker intensiviert. Das heißt, wir haben nur noch ein Drittel mehr oder weniger naturnahe Flächen. Darüber hinaus werden diese Habitate sehr stark verändert, es werden Schadstoffe eingetragen, Pestizide aus der Landwirtschaft, Abgase und Mikroplastik. Durch Eutrophierung verändern wir die Nährstoffbedingungen. Dies verändert das feine, dynamische Gleichgewicht, in dem Arten bisher in ihrem Ökosystem koexistierten. Viele Arten sind nicht angepasst an so hohe Nährstoffkonzentrationen, weil sie in den letzten Millionen von Jahren keine Stickstoff- und Phosphatdüngung erlebt haben. Und die wenigen Arten, die mit solchen hohen Konzentrationen klarkommen, dominieren diese Ökosysteme. So wachsen dann eben mehr Knaulgras und Scharfer Hahnenfuß aber kaum noch Orchideen oder Schlüsselblumen“, sagt Metz.

Johannes Metz hat Biologie und Geographie an den Universitäten Freiburg und Leipzig studiert. Er unterrichtete als Referendar die Fächer Geographie und Biologie am Carl-von-Bach Gymnasium bei Chemnitz. Seine Doktorarbeit zum Thema „The sensitivity of Eastern Mediterranean plant communities to variations in rainfall and their vulnerability to global climate change“ führte ihn an die Universitäten in Tübingen und Jerusalem. Johannes Metz war danach wissenschaftlicher Mitarbeiter für Plant Ecology & Nature Conservation in Tübingen und später in Potsdam, wo er 2018 bis zu seinem Ruf nach Hildesheim auch die Professur für Spezielle Botanik und Biodiversitätsforschug vertrat.

Antrittsvorlesung

Am Mittwoch, 23. Oktober 2019, gibt der Ökologe Einblicke in seine Forschung. Die öffentliche Antrittsvorlesung „Ökologie der Pflanzen: Die Grundlage des Lebens in der veränderten Welt“ beginnt um 18:15 Uhr im Hörsaal 2 am Hauptcampus der Universität Hildesheim (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim).

Kurz erklärt:

Umweltwissenschaft und Naturschutz in Hildesheim

Ein Team aus Geographie und Biologie bildet an der Universität Hildesheim Umwelt-Fachleute in den Studiengängen „Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung“ (Master of Science) sowie „Umweltsicherung“ (Bachelor of Science) aus. Den Bachelor haben seit 2007 rund 450 Studierende studiert, den Master seit 2014 etwa 100 Studierende. Die Studentinnen und Studenten befassen sich mit der Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen unseres Planeten.

Absolventinnen und Absolventen arbeiten zum Beispiel in den Bereichen Umweltsicherung und Umweltkommunikation, im Natur- und Umweltschutz bei Behörden, Verbänden oder Nichtregierungsorganisationen, in Planungsbüros und in der Umweltbildung bei staatlichen und freien Trägern.

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news-17566 Mon, 14 Oct 2019 14:18:06 +0200 Semesterstart an der Universität Hildesheim: „Wir dulden weder Hass noch Feindschaft“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/semesterstart-an-der-universitaet-hildesheim-wir-dulden-weder-hass-noch-feindschaft/ Das neue Semester beginnt – 1650 Bachelorstudierende starten in ihr Studium. 8800 Studierende lernen derzeit an der Universität Hildesheim. Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich appelliert an die Studentinnen und Studenten: „Wir sind gegen Hass und Diskriminierung. Alle Hochschulen stehen heute in der Pflicht, dies deutlich zu bekunden. Lassen Sie uns an der Universität Hildesheim zusammenarbeiten. Wir werden hier weder Hass noch Feindschaft dulden. Wir arbeiten zusammen, als Studierende, als Lehrende und als Forschende“, so der Präsident. Rede des Präsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich [PDF]

Brief des Niedersächsischen Wissenschaftsministers Björn Thümler [Deutsch, PDF] / [English, PDF]

Leitbild der Universität Hildesheim

Bericht des NDR FERNSEHENS, 14.10.2019

Tipp für Erstsemester: Konzert am 20.10.2019
Null-Euro-Tickets für Studierende an der Abendkasse
(gegen Vorlage des Studierendenausweises) [PDF]

In dieser Woche lernen die Erstsemester die Universität und die Stadt Hildesheim kennen. 1650 Bachelorstudierende starten in diesen Tagen in ihr Studium und wurden am Montag von Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich und Bürgermeister Jörg Bredtschneider in einer Feierstunde begrüßt.

8819 Studentinnen und Studenten (Stand 14. Oktober 2019) lernen in diesem Wintersemester an der Universität Hildesheim, darunter 833 internationale Studierende. „Dass zehn Prozent unserer Studierenden aus dem Ausland stammen, zeigt: wir leben Weltoffenheit. Ohne Internationalität ist Wissenschaft nicht denkbar“, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Appell des Präsidenten: Wir sind gegen Hass und Diskriminierung

Der Universitätspräsident wünscht allen Studienanfängerinnen und Studienanfängern einen guten Semesterstart. „Sie haben sich für ein Studium an der Universität Hildesheim entschieden. Darüber sind wir sehr glücklich. Universität bedeutet ‚Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden‘, und in unserem Leitbild bekennen wir uns zu dieser Form von Partnerschaft. Wir wollen Sie fachlich und persönlich betreuen und fördern“, so Wolfgang-Uwe Friedrich.

Anlässlich des Anschlags in Halle, der Partnerstadt Hildesheims, hat der Präsident zur Immatrikulationsfeier Ehrengäste eingeladen. Um Solidarität zu demonstrieren, begrüßte der Präsident den Vorsitzenden des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst. „Sie sind seit vielen Jahren ein unermüdlicher Streiter für Versöhnung, für Verständigung, für Zusammenarbeit. Sie zeigen Zivilcourage, sprechen die Sprache der Vernunft und leisten damit unserer Gesellschaft einen herausragenden Dienst. Besonders ermutigend ist der jüdisch-muslimische Dialog, das Projekt „Schalom-Aleikum“, das der Zentralrat der Juden initialisiert hat und durch das die deutsche Zivilgesellschaft gestärkt wird. Sie sind uns herzlich willkommen!“ Ferner hat Präsident Friedrich, um für die Universität Hildesheim Zeugnis abzulegen und um Solidarität zu demonstrieren, als Ehrengäste die Vertreterinnen und Vertreter der jüdischen Gemeinde in Hildesheim, der türkisch islamischen Gemeinde Hildesheim, der Katholischen Studierendengemeinde und der Evangelischen Hochschulgemeinde eingeladen.

„Wir sind gegen Hass und Diskriminierung. Alle Hochschulen stehen heute in der Pflicht, dies deutlich und vernehmlich zu bekunden: Wir sind gegen Hass und Diskriminierung jeglicher Art! Liebe Studentinnen und Studenten, lassen Sie uns an der Universität Hildesheim zusammenarbeiten. Zu unseren Regeln zählt die Beachtung der Werte, die in unserem Leitbild definiert wurden. Wer hier Diskriminierung persönlich erlebt, kann und sollte sich direkt an mich wenden.  Die Studiendekane, das Gleichstellungsbüro, das Ideen- und Beschwerdemanagement und der AStA bieten ebenfalls Beratung und Unterstützung an. Wir werden hier weder Hass noch Feindschaft dulden. Wir arbeiten zusammen, als Studierende, als Lehrende und als Forschende“, so der Präsident.

„Wir beobachten eine allgemeine erschreckende Entwicklung in Deutschland, es ist die Verantwortung aller Mitglieder der Gesellschaft, jedes Einzelnen, wir sind als Menschen, als Mitglieder der Universität, als Deutsche und als Europäer, verpflichtet, dagegen aufzustehen. Wir zeigen öffentlich, dass wir Hass, Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art ablehnen und verurteilen“, so Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

„Was wir erlebt haben in Halle, sprengt Dimensionen. Ich bin heute hier, um etwas von Ihnen zu fordern. Sie haben die Freiheit, hier und überall in Deutschland zu studieren. Ich möchte, dass Sie als Gegenleistung für diese Freiheit, die Sie hier erleben, Mut, Zivilcourage und Toleranz zeigen. Zivilcourage bedeutet, aufzustehen, wenn man merkt, dass ein anderer bedrängt wird.“, sagt Michael Fürst, Vorsitzender des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, in seinem Grußwort während der Immatrikulationsfeier.

Universitätspräsident Friedrich hob die bedeutsame Arbeit der Studierendenvertretung hervor, es sei wichtig, an Hochschulwahlen teilzunehmen und die Partizipationsmöglichkeiten, etwa im Studierendenparlament StuPA, im Allgemeinen Studierenden-Ausschuss AStA und in den Fachschaften wahrzunehmen. Zudem ermutigte der Präsident alle Erstsemester, einen Auslandsaufenthalt in ihr Studium einzuplanen.

„Während der Dauer Ihres Studiums – sei es, ob Sie aus nah oder von weiter weg kommen – sollen Sie alle hier in Hildesheim herzlich willkommen sein“, so Bürgermeister Jörg Bredtschneider. „Hildesheim ist die kleinste Großstadt in Deutschland – da shat Vorzüge. Hildesheim bietet alles, was eine Großstadt zu bieten hat, einschließlich einer hervorragenden Universität. Aber Sie verlaufen sich bei uns nicht. Wir haben historische Ecken und Weltkulturerbestätten, Museen wie das herausragende Roemer- und Pelizaeus-Museum mit seiner ägyptischen Sammlung und das Dommuseum mit seinem Domschatz, das Theater und die Kulturfabrik Löseke. Nutzen Sie unser Angebot während Ihrer Studienzeit“, betonte der Bürgermeister die familiäre Atmosphäre in der Stadt.

833 internationale Studentinnen und Studenten lernen in Hildesheim

Im Rahmen der Immatrikulationsfeier wurde der DAAD-Preis verliehen. In diesem Jahr erhält Valeria Matteini den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für herausragende Studierende. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert.

Die 25-jährige Valeria Matteini produziert Übertitel, um schwerhörigen und gehörlosen Menschen den Theaterbesuch zu ermöglichen. Die italienische Medienübersetzerin schließt gerade ihr Masterstudium „Medientext und Medienübersetzung“ an der Universität Hildesheim ab und spezialisiert sich auf Barrierefreiheit.

833 internationale Studentinnen und Studenten sind im Wintersemester 2019/20 in Hildesheim immatrikuliert. 284 internationale Studierende beginnen im Oktober ihr Studium an der Universität Hildesheim. Die meisten Vollzeitstudierenden kommen aus der Türkei, Syrien, Indien, Pakistan, Iran und China. Insgesamt pflegt die Universität Hildesheim Austauschkooperationen mit über 190 Hochschulen in 37 Ländern. Das Team des International Office unterstützt Studierende bei der Planung und Finanzierung eines Auslandsaufenthaltes.

Reem Hafez und Elena Kachanovskaya wurden im Rahmen der Immatrikulationsfeier mit je einem Rotary-Stipendium ausgezeichnet. Das Stipendium beinhaltet einmalig 1000 Euro für das Studienjahr. Die Wirtschaftsinformatikerin und die Erziehungswissenschaftlerin werden für ihre besonderen Leistungen auf dem Weg in die Wissenschaft geehrt.

Reem Hafez studiert im Bachelorstudiengang „Wirtschaftsinformatik“ seit dem Wintersemester 2018/19 an der Universität Hildesheim. Sie lebt seit vier Jahren in Deutschland. Sie hat sich für Geflüchtete als Übersetzerin etwa in der Ausländerbehörde, JobCenter und beim Arztbesuch engagiert und ist in diversen musikalischen Aktivitäten als Sängerin aktiv.

Elena Kachanovskaya studiert mit großem Einsatz den Masterstudiengang „Sozial- und Organisationspädagogik“ im 2. Semester, sie hat zuvor an der Universität Hildesheim den deutsch-russischen Doppelabschluss (Bachelor „Erziehungswissenschaft“) absolviert. Elena Kachanovskaya hat bereits an einigen Veranstaltungen des International Office teilgenommen, um internationale Studierende beim Ankommen in Hildesheim zu unterstützen.  

„Die feierliche Übergabe zum Semesterstart ist ein Zeichen für alle Studienanfängerinnen und Studienanfänger: Die Universität fördert besondere Leistungen“, sagt Vizepräsident Professor Martin Schreiner.

Einführungswoche auf dem Universitätscampus

Nach der Immatrikulationsfeier erkunden die Studienanfängerinnen und Studienanfänger den Universitätscampus.

Während der Einführungswoche vom 14. bis 18. Oktober 2019 erhalten die Erstsemester Einblicke in den Studienalltag und erkunden die Universität Hildesheim: Wie kann ich die Universitätsbibliothek nutzen? Wann kontaktiere ich das Rechenzentrum? Wie finanziere ich einen Auslandsaufenthalt? Wie organisiere ich ein Studium mit Kind? Etwa 100 Tutorinnen und Tutoren, Studierende aus höheren Semestern, helfen den Erstsemestern beim Studieneinstieg und bei der Stundenplanung.

Mensa-Neubau der Universität Hildesheim im Stadtteil Marienburger Höhe

Am Hauptcampus entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität. Das erste Essen soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

Das Gebäude wird 500 Sitzplätze und eine Außenterrasse bekommen. Die Universität Hildesheim will sich damit mehr zur Stadt hin öffnen. Mit dem Bau wird auch das gesamte Umfeld am Hauptcampus gestalterisch aufgewertet, es entstehen Aufenthaltsflächen und ein zentraler Campusplatz zwischen Universitätsmensa, Universitätsbibliothek und Audimax.

Der Hauptcampus wurde Ende der 1960er Jahre gebaut, der Großteil der technischen Anlagen in der Uni-Mensa ist noch aus dieser Zeit und völlig veraltet, hinzu kommen energetische Defizite. Die Mensa wurde vor knapp 50 Jahren für eine Pädagogische Hochschule mit unter 2000 Studentinnen und Studenten gebaut – heute lernen hier etwa 8800 Studierende. Daher ist eine Erweiterung dringend erforderlich.

Die alte Mensa bleibt während der dreieinhalbjährigen Bauzeit vollständig leistungsfähig, so dass für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Einschränkungen in der Hochschulgastronomie und Versorgung entstehen.

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news-17461 Fri, 11 Oct 2019 09:39:00 +0200 Informationskompetenz ist eine Schlüsselqualifikation der digitalen Gesellschaft https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/informationskompetenz-ist-eine-schluesselqualifikation-der-digitalen-gesellschaft/ Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim informiert Bürger während einer öffentlichen kostenfreien Tagung über Informationskompetenz und Demokratie. Sie wollen über Suchverfahren und Analyse-Algorithmen in der politischen Meinungsbildung diskutieren. Die öffentliche Tagung „Informationskompetenz und Demokratie“ findet am 18. und 19. Oktober 2019 statt. Eine Teilnahme ist noch möglich! Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim wendet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende sowie Bürgerinnen und Bürger in der Region, um mit ihnen über den Umgang mit Informationen zu sprechen und sich mit ihnen über die Bedeutung von Informationskompetenz im digitalen Zeitalter auszutauschen.

Die Welt wird informativ verbundener und dichter – Professor Joachim Griesbaum erforscht an der Universität Hildesheim unser Informationsverhalten in der vernetzten Welt. Professor Thomas Mandl erforscht die Algorithmen der Suchmaschinen. Wie glaubwürdig und zuverlässig sind die gefunden Informationen im Netz? Von der Sprachwissenschaft ist Professorin Elke Montanari dabei. Daphné Cetta ist neu im Forschungsteam, sie hat gerade ihr Masterstudium „Internationales Informationsmanagement“ mit dem Schwerpunkt Informationswissenschaft an der Universität Hildesheim abgeschlossen und arbeitet nun als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Hildesheim.

Im Gespräch erläutert das Forschungsteam, warum Informationskompetenz für die Demokratie bedeutsam ist.

Nehmen Sie Teil an der Debatte:
Informationskompetenz und Demokratie

Interview mit Informationswissenschaftlerin Daphné Cetta, Professor Joachim Griesbaum, Professorin Elke Montanari und Professor Thomas Mandl

Informationen zu suchen und Informationen zu finden fällt heute sehr leicht. Sie stoßen an der Universität Hildesheim eine Debatte über Informationskompetenz und Demokratie an (Programm). Warum machen Sie das?

Griesbaum: Unsere Informationswelt wird komplexer. Die meisten Nutzerinnen und Nutzer stellen sich die Informationsversorgung einfacher vor als sie ist. Da sind wir auch naiv. In der Auseinandersetzung mit Informationen geht es um zutiefst relevante Kernbereiche des Lebens, zum Beispiel um medizinische Informationssuche, um wirtschaftliche Entscheidungen, die Unternehmen aufgrund von Informationen treffen, um politische Positionen.

Mandl: Die Vielfalt der Systeme, die eine Person nutzt, nimmt zu, sowohl privat als auch im Beruf. In dieser individuellen Informationsumgebung gibt es Plattformen mit sehr unterschiedlicher Qualität. Dies sollte den Nutzern immer bewusst sein.

Wie kann ich denn prüfen, ob eine Information stimmt? Wie kann ich mir sicher sein, ob das so ist, was ich da gerade im Netz lese?

Griesbaum: Man kann überlegen, wie glaubwürdig eine Aussage, eine Quelle ist. Hierzu wäre zu fragen. Wie ist das Wissen entstanden, wer sind die Akteure, die die Information veröffentlichen? Man muss differenzieren. Bei einfachen Informationsbedarfen etwa, wenn ich Google nach der Länge der Donau frage, ist es in der Regel sinnvoll den Aufwand der Suche und Überprüfung gering zu halten. Wenn ich aber nach komplexeren Fragestellungen, etwa aktuellen Therapien im Bereich Demenz oder Früherkennung suche, dann sollte ich sorgsam suchen und die Ergebnisse prüfen: Wer stellt die Information bereit – ein Gesundheitsamt, eine Person in einem Forum, eine Krankenkasse? Man sollte in solchen Fällen, in denen der Sucherfolg schwer zu beurteilen ist auch nicht beim ersten Eintrag der Suchmaschine aufhören, sondern schauen, was es noch gibt.

Mandl: Ein Qualitätskriterium wäre, ob eine Information mehrfach von unterschiedlichen Quellen bestätigt werden kann. Und man sollte erkennen, dass unterschiedliche Meinungen diskutiert werden.

Cetta: Die Welt ist komplex. Es gibt nicht immer eine einfache Antwort auf jede Frage.

Griesbaum: Man muss sich bewusst sein, dass Wissen nicht etwas Absolutes ist, Wissen ändert sich. Wissen hat eine Begründbarkeit und der kann man auf den Grund gehen.

Wie ist das bei Informationen, die gesellschaftliche, politische Fragen betreffen?

Griesbaum: Im politischen Bereich geht es oft um normative Sichtweisen.

Mandl: Auch hier gilt es, nach dem Absender der Information zu suchen. Man sollte beispielsweise erkennen, ob eine Information zum Klimawandel von der Kohleindustrie stammt. Man sollte erkennen, welche Interessen hinter den Informationen stehen und die Quellen kritisch hinterfragen.

Griesbaum: Man muss aber auch vertrauen – ich sehe ja keinen Klimawandel, ich kann die wissenschaftlichen Informationen als Laie nicht nachprüfen. Da muss ich entscheiden – wem vertraue ich? Dass es den Klimawandel gibt, ist wenig zweifelhaft und von Studien belegt. Aber unklar ist: Was ist dann die Lösung? Die meisten politischen Parteien sagen, wir müssen etwas tun, aber sie arbeiten mit unterschiedlichen Gewichtungen, berücksichtigen etwa soziale Dimensionen unterschiedlich. Wenn ich mich für eine Position entscheide, dann muss ich erkennen: Auch andere Positionen sind begründbar. Wir sollten weg von der Polarisierung und unsere Argumente in der Gesellschaft austauschen.

Sie verbinden die Debatte über mangelnde Informationskompetenz mit der Demokratie. Was beobachten Sie?

Griesbaum: Die gesellschaftlichen Diskurse scheinen sich zu polarisieren. Unser Anliegen ist es, das Bewusstsein dafür zu stärken, den Diskursraum nicht zu verengen und als Nutzer bereit zu sein anzuerkennen, dass es begründbare Gegenpositionen gibt. Wir möchten mit unserem Projekt eine Plattform schaffen, einen Wissensraum, der zum Nachdenken anregt. Wissen ist nicht etwas Absolutes, es gibt eine multidimensionale Sicht auf die Dinge.

Cetta: Im Oktober organisieren wir in Hildesheim die erste Tagung im Rahmen des Projekts und regen Bürger dazu an, sich anschließend auch an Online-Diskussionen zu beteiligen. Wir möchten den Diskurs vorantreiben, ein Bewusstsein für Probleme schaffen und Lösungsansätze entwickeln. Unsere Debatte betrifft unmittelbar die Lebenswelt jedes Netznutzers.

Montanari: Demokratie ist direkt bedroht, wenn die freie Information nicht mehr funktioniert. Und das passiert ganz schnell, wenn zum Beispiel fast nur noch eine Suchmaschine von allen genutzt wird, und dann nur die ersten Treffer gelesen werden. Es gibt dann zwar eigentlich viele Informationen, aber wenn vor allem nur wenige davon immer wieder geteilt werden, ist die Gefahr von Fehlinformation doch wieder groß.

Das Niedersächsische Wissenschaftsministerium fördert Ihren „Zukunftsdiskurs“. In der Projektbeschreibung verdeutlichen Sie, dass das Thema „Informationskompetenz und Demokratie“, der immer müheloser werdende Informationszugriff und der kritische Umgang mit Wissen zu den kritischen Fragestellungen des 21. Jahrhunderts gehören.

Mandl: Der Wissensraum wird komplexer, wir sehen die Gefahr von Vereinfachungen. In der Vielfalt von Informationszugängen und Informationsquellen muss man es schaffen, sich zu orientieren. Wir können in einer Welt, in der Künstliche Intelligenz ein Teil des Ganzen ist, nicht mehr unterscheiden, ob ein Text von einer Maschine oder einem Menschen geschrieben wurde. Es gibt gefälschte Videos, mit deren Hilfe man Personen beliebigen Text in den Mund legen kann. Auch Laien auf dem Gebiet der KI sollten sich klar darüber sein, was möglich ist. Wichtig ist es also, kritisch mit der Information umzugehen. Die von Algorithmen gesteuerte Bereitstellung von Informationen ist für Nutzerinnen und Nutzer heute schwer zu durchschauen, weder auf Akteursebene, noch hinsichtlich technischer Wirkungsmechanismen. Untersuchungen zur Informationskompetenz weisen auf erhebliche Defizite hin.

Montanari: Das ist gerade für Studierende und für Schülerinnen und Schüler wichtig zu reflektieren! Damit nicht alles geglaubt wird, was sich im Internet befindet.

Sie plädieren dafür, den Zweifel zu pflegen, nicht gutgläubig einer Information blind zu vertrauen?

Mandl: Man muss sich fragen: Kann das so stimmen? Finde ich andere Quellen, die das bestätigen? In Ländern mit restriktiv reguliertem Internetzugang etwa in der Türkei und in China ist dies noch schwieriger. Die politischen Eingriffe in die Informationsgesellschaft sind dort stärker und sehr tiefgreifend.

Sie beziehen in dem Projekt und in der Tagung im Oktober auch die internationale Perspektive ein, etwa Forschungsarbeiten aus Venezuela und der Türkei sowie USA und China. Was sind hier bedeutsame Erkenntnisse, die Sie teilen möchten?

Mandl: In vielen Ländern sind derzeit Diskussionen über die Steuerung des Informationsangebots auf der Basis politischer Interessen entbrannt, seien es die Übernahmen Saudi-Arabiens im britischen Zeitungsmarkt, die Einflussnahme Russlands über Facebook-Werbung im US Wahlkampf oder die Anstrengungen Venezuelas, in der aktuellen Krise die Diskussionen online zu unterdrücken. Diese internationale Dimension möchte das Projekt in der zweiten Phase auch in den Blick nehmen.

Was ist Ihr Appell an die Nutzerinnen und Nutzer?

Griesbaum: Es ist wichtig, sich zu überlegen, wann und wie weit man dem jeweiligen Informationssystem vertrauen kann. Man muss die Informationswelt ansatzweise verstehen. Vor allem in Bezug darauf wie Wissen entsteht, sich verbreitet und wahrgenommen wird. Von wem und auf welche Weise werden etwa Nachrichtenmeldungen generiert? Werden diese geprüft? Wo werden diese platziert? Was liegt dem Prozess zugrunde, welche Ziele verfolgen die Erschaffer und Verbreiter?  Es ist nicht einfach, diese Strukturen zu verstehen und das nimmt uns Macht weg als Individuen. Wenn ich ein System nicht durchschaue, kann ich darin auch nicht souverän agieren. Das Fatale ist, wenn die Nutzerinnen und Nutzer für dieses Problem kein Bewusstsein haben.

Mandl: Viele Nutzer im Internet können gar nicht zwischen Information und Werbung unterscheiden. Das war im Fernsehen noch anders, wo deutlich gekennzeichnet wird: jetzt kommt der Werbeblock.

Cetta: Es ist wichtig, dass man sensibel wird und erkennt, von wo Informationen kommen. Ich habe heute mühelosen Zugang zu Informationen aber muss auch die Kehrseite kennen und Informationen einschätzen können. Gerade junge Leute wachsen in die digitale Welt hinein. Unsere Aufgabe als Gesellschaft besteht darin ihnen bewusst zu machen, dass man nicht allem blauäugig vertrauen kann.  Dies ist einer der Gründe warum wir Bürger einladen, mit uns über Informationskompetenz zu diskutieren.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt: Was bedeutet Informationskompetenz?

Kurz erklärt:

Zukunftsdiskurs an Universität Hildesheim: „Informationskompetenz und Demokratie“

Bürger, Suchverfahren und Analyse-Algorithmen in der politischen Meinungsbildung / Wissenschaftsministerium fördert Debatte an Uni Hildesheim

Das Institut für Informationsmanagement und Sprachwissenschaft und das Institut für Sprache und Literatur der Universität Hildesheim laden zur Tagung „Informationskompetenz und Demokratie“ ein. Die öffentliche Veranstaltung findet am Freitag, 18. Oktober 2019, ab 12:00 Uhr, und Samstag, 19. Oktober 2019, ab 09:00 Uhr statt am Hauptcampus der Universität Hildesheim (Forum am Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim).

Informationen zu suchen und zu finden fällt heute sehr leicht, aber ein müheloser Informationszugriff ist nicht gleichzusetzen mit einem selbstbestimmten und fundierten Umgang mit Wissen. Algorithmengesteuerte Informationsbeschaffung und -bereitstellung ist für Nutzerinnen und Nutzer heute schwer zu durchschauen, weder auf Akteursebene, noch hinsichtlich technischer Wirkungsmechanismen. Untersuchungen zur Informationskompetenz weisen auf erhebliche Defizite hin.

Das Projekt „Informationskompetenz und Demokratie“ will das Problem für Niedersachsen stärker bewusst machen. Es soll in der Öffentlichkeit diskutiert und nach Lösungsansätzen gesucht werden. Es gilt, das Thema in der Fachwelt und der Öffentlichkeit als kritische Fragestellung des 21. Jahrhunderts zu positionieren. Hierzu bringt das Forschungsteam unterschiedliche Akteursgruppen zusammen, um ein möglichst umfassendes Bild zum Themenbereich, den wahrgenommenen Problemfeldern und Lösungsperspektiven, insbesondere für den Bildungsbereich, zu erschließen.

Während der zweitägigen Veranstaltung beantworten unter anderem Lisa Merten (Leibniz-Institut für Medienforschung Hans-Bredow-Institut), Prof. Dr. Joachim Griesbaum (Universität Hildesheim), Prof. Dr. Thomas Mandl (Universität Hildesheim) und Prof. Dr. Elke Montanari (Universität Hildesheim) Fragen zum Thema Informationskompetenz. Es gibt zum Beispiel Vorträge zu den Themen „Informationsraum Internet: komplex, interessengesteuert, intransparent“, „Alles anders durch Google und Facebook? Praktiken, Prinzipien und Paradoxien der informationsorientierten Mediennutzung online“ und „Nachrichtenbezogenes und medienbezogenes Informationsverhalten und Informationskompetenz“.

Das Projekt wird durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Rahmen der Ausschreibung „Zukunftsdiskurse“ gefördert aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab.

Das Thema „Informationskompetenz“ ist für jeden interessant, gerade auch für die Bürger sowohl auf privater, professioneller Ebene als auch im öffentlichen Bereich, etwa wenn es um die Steuerung und Gestaltung der Informationsnutzung und -versorgung zu politischen Themen geht.

Das Projekt bringt Akteure aus Wissenschaft, Bibliothekare, Politik, Wirtschaft, Bürger, Lehrende und Lernende zusammen und bezieht deren Problemwahrnehmung und auch Sichtweisen zu Lösungsansätzen ein. Eine Anmeldung ist erforderlich, wer teilnehmen möchte, kann sich via E-Mail (infodem@uni-hildesheim.de) anmelden.

SAVE THE DATE:

Außerdem wird das Forschungsteam die Ringvorlesung „Digitale Lebenswelten“ unter dem Motto „(Des)Informieren? Informationsverhalten zwischen externer Beeinflussung, individueller Aufwandsvermeidung und gelebter Informationskompetenz“ die Ringvorlesung im Wintersemester 2019/20 fortsetzen. Die erste Vorlesung findet am 19.11.2019 zum Thema „Die Bewertung von Quellen bei der Suche nach Gesundheitsinformation im Web“ (Dr. Yvonne Kammerer, Leibniz-Institut für Wissensmedien Tübingen) statt.

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Pressemeldungen Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Deutsche Sprache
news-17553 Fri, 11 Oct 2019 08:05:00 +0200 Anfahrt zur Universität: Parken am Hauptcampus https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/anfahrt-zur-universitaet-parken-am-hauptcampus-3/ Wer mit dem Auto zum Hauptcampus anreist, wird dringend gebeten, Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen und die zur Verfügung stehenden Parkplätze vor der Sportanlage Marienburger Höhe zu nutzen. Von dort ist die Universität zu Fuß in vier Minuten zu erreichen. Die Parkplätze stehen kostenfrei zur Verfügung. Rettungswege oder Zufahrtsstraßen durch unsachgemäßes Parken zu blockieren, ist verantwortungslos und fahrlässig. Bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Anwohner. Mit dem Semesterticket können Studierende die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, die Busse der Linie 1 und 4 halten vor der Uni. Bitte nutzen Sie die kostenfreien Parkplätze
vor der Sportanlage Marienburger Höhe!

Anfahrtskizze Parkplätze (PDF)

Viele ältere Bürgerinnen und Bürger sowie Familien und Berufstätige wohnen im umliegenden Stadtgebiet des Hauptcampus. Wer mit dem Auto zum Hauptcampus anreist, wird gebeten, Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen und auch die zur Verfügung stehenden Parkplätze vor der Sportanlage Marienburger Höhe zu nutzen. Von dort ist die Universität zu Fuß in vier Minuten zu erreichen. Die Parkplätze stehen kostenfrei zur Verfügung (Anfahrtskizze Parkplätze PDF).

„Die Parkplätze vor der Bezirkssportanlage können kostenfrei genutzt werden, in etwa vier Minuten können Studierende und Lehrende so zu Fuß die Uni erreichen. Ich möchte Sie bitten, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen", sagt Thomas Hanold, Baudezernent der Stiftungsuniversität Hildesheim.

„Leider wird zu wenig Gebrauch gemacht von den freien Parkplätzen wenige Meter vom Hauptcampus entfernt bei der Bezirkssportanlage. Stattdessen werden Parkmöglichkeiten im Wohngebiet hinter der Universität genutzt. Einfahrten zum Alten- und Pflegeheim, die unbedingt für Krankenwagen und Feuerwehr freigehalten werden müssen, werden häufig blockiert. Dadurch werden Leben gefährdet. Vor privaten Garageneinfahrten wird wild geparkt. Das alles sind nicht nur Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung, es ist auch ein besonders rücksichtsloses Verhalten gegenüber den Anwohnern. Ich bitte alle Mitglieder der Universität eindringlich, auf die Nachbarschaft Rücksicht zu nehmen und nur ausgewiesene Parkplätze zu nutzen“, so der Appell des Universitätspräsidenten Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Am Hauptcampus gibt es zudem Fahrradstellflächen vor der Universitätsbibliothek, am Forum und am Audimax. Die Busse der Linie 1 und 4 halten unmittelbar vor der Hochschule (Haltestelle „Universität") und können kostenfrei mit dem Semesterticket genutzt werden.

Hier finden Sie Informationen rund um den Semesterstart und die Immatrikulationsfeier.

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Pressemeldungen
news-17552 Wed, 09 Oct 2019 17:41:00 +0200 Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes für Medienübersetzerin Valeria Matteini https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/preis-des-deutschen-akademischen-austauschdienstes-fuer-medienuebersetzerin-valeria-matteini/ Die 25-jährige Valeria Matteini produziert Übertitel, um schwerhörigen und gehörlosen Menschen den Theaterbesuch zu ermöglichen. Für ihre herausragenden Leistungen erhält die italienische Medienübersetzerin den Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. Die 25-Jährige schließt gerade ihr Masterstudium „Medientext und Medienübersetzung“ an der Universität Hildesheim ab und spezialisiert sich auf Barrierefreiheit. Zum Semesterstart wird der Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes verliehen. Den mit 1.000 Euro dotierten DAAD-Preis erhält die Hildesheimer Medienübersetzerin Valeria Matteini. Die 25-Jährige schließt gerade ihr Masterstudium „Medientext und Medienübersetzung“ am Fachbereich „Sprach- und Informationswissenschaften“ der Universität Hildesheim ab. Sie engagiert sich für Inklusion und barrierefreie Kommunikation, engagiert sich seit vielen Jahren sozial und interkulturell und unterstützt internationale Studierende beim Ankommen in Hildesheim.

Der Universitätspräsident und das Team des International Office überreichen den DAAD-Preis am Montag, 14. Oktober 2019 während der Immatrikulationsfeier/Semestereröffnung im Audimax der Universität Hildesheim.

Die 25-jährige Valeria Matteini ist in Sezze in Italien geboren und im italienischen San Felice Circeo aufgewachsen. Nach ihrem Bachelorabschluss in Rom in Übersetzung und Dolmetschen zog sie zum Masterstudium nach Hildesheim. An der Universität Hildesheim studiert die Übersetzerin derzeit „Medientext und Medienübersetzung“, sie spezialisiert sich auf Übersetzung und Barrierefreiheit und weist „ausgezeichnete Studienleistungen“ nach.

Die diesjährige DAAD-Preisträgerin Valeria Matteini gehört zu einem Team um Professorin Nathalie Mälzer, die sich am Bühler-Campus der Universität Hildesheim mit dem Abbau von Kommunikationsbarrieren befassen. Die Medienlinguisten und Medienlinguistinnen produzieren derzeit zum Beispiel Übertitel für das Theater, damit schwerhörige und gehörlose Menschen das Bühnengeschehen verfolgen können. Dabei setzen sie neue Technologien ein, über sogenannte „Smartglasses“ können die Theaterbesucher die Theaterproduktion mit virtuellen Übertiteln verfolgen.

Mehr erfahren:
Studie: Smartglasses projizieren virtuelle Übertitel im Bühnengeschehen

Interview mit der Studentin Valeria Matteini

Frau Matteini, Sie werden mit dem Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ausgezeichnet. Was bedeutet Ihnen diese Ehrung?

Ich freue mich natürlich sehr darüber. Diese Auszeichnung bedeutet mir viel, weil dadurch meine Anstrengungen im Studium anerkannt wurden und es motiviert mich, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. Dafür bin ich besonders Frau Prof. Dr. Nathalie Mälzer vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation dankbar, die mich der Kommission für diesen Preis vorgeschlagen hat.

Sie studieren „Medientext und Medienübersetzen“. Bitte erklären Sie einmal für Laien, was Medientexte, was Medienübersetzung ist, warum ist das wichtig in der Gesellschaft? Wer profitiert davon zum Beispiel?

Im Masterstudiengang „Medientext und Medienübersetzung“ beschäftigen wir uns mit der Übersetzung von Texten, die über alle Medien hinweg – zum Beispiel Bücher, Fernsehen, Radio, Theater – übermittelt werden. Unser Fokus liegt darauf, solche Texte für alle Nutzer zugänglich zu machen, etwa wenn bestimmte sprachliche Kenntnisse fehlen – wegen einer Fremdsprache – oder bei sonstigen zum Beispiel physischen oder geistigen Beeinträchtigungen, die den Zugang zu den Texten erschweren. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn wir einen Film in derselben Sprache für eine hörgeschädigte Person übersetzen.

Als junge Nachwuchswissenschaftlerin befassen Sie sich mit barrierefreier Kommunikation und Inklusion, zum Beispiel mit „Nachrichten in leichter Sprache“ und mit „inklusivem Theater“, um schwerhörigen und gehörlosen Menschen den Theaterbesuch zu ermöglichen.

Beim Projekt „Inklusives Theater“ fassen wir Untertitel zusammen für ein Theaterstück, welches in diesem Winter im Theater in Hildesheim inszeniert wird. Diese Untertitel stehen für Hörgeschädigte zur Verfügung und werden über besondere Brillen, sogenannte Smartglasses, gezeigt. Ein Teil der Gruppe beschäftigt sich dann mit der empirischen Studie, der Rest – unter anderen auch ich – produziert die Untertitel.

Im Wintersemester unterstützen Sie als „Buddy“ ehrenamtlich internationale Studentinnen und Studenten. Wie unterstützen Sie die internationalen Studierenden, die unter anderem aus Mexiko, Spanien, Russland, Pakistan oder Japan kommen, beim Ankommen in Hildesheim?

Als „Buddy“ und als ehemalige Erasmus-Studentin in Hildesheim ist meine Hauptsorge, dass ausländische Studierende mit dem deutschen Bildungssystem und der deutschen Kultur nicht zurechtkommen. Vieles was wir als selbstverständlich ansehen, ist vielleicht ungewöhnlich für diejenigen, die neu hierher kommen. Ich erinnere mich noch daran, als ich das erste Mal vom Flaschenpfand gehört habe: anstatt eine Plastikflasche wegzuschmeißen, kann ich sie zurück zum Laden bringen... sowas war für mich komplett neu. Ich unterstütze gerne Erasmus-Studierende in ihrem alltäglichen Leben und in der Uni und ich mag es, während eines Spaziergangs Sitten und Gebräuche der Stadt zu zeigen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation International Office MA MuM Internationales Aktuelles IO Studierendenportal
news-17123 Wed, 02 Oct 2019 10:00:00 +0200 Maren Stadtländer und Thorsten Schoormann treffen Sebastian Thrun im Silicon Valley https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/maren-stadtlaender-und-thorsten-schoormann-treffen-sebastian-thrun-im-silicon-valley/ Mit dem Sebastian-Thrun-Preis für besonders herrausragende Leistungen im Studium und in der Forschung auf dem Gebiet der Informatik werden Maren Stadtländer und Thorsten Schoormann ausgezeichnet. Nun sind beide in den USA bei Sebastian Thrun, dem Erfinder der selbstfahrenden Autos und einem der einflussreichsten Denker in der Welt der künstlichen Intelligenz. Thrun hat in den 1980er Jahren an der Universität Hildesheim Informatik studiert. „Als Wirtschaftsinformatikerin sitze ich an einer Schnittstelle, rede mit den Informatikern wie mit den BWLern, mit den Experten aus der Data Analytics und Künstlichen Intelligenz wie mit den Fachleuten für Umweltsicherung. Das ist in Hildesheim ein inspirierendes Umfeld, wo man so viele Nischen betreten kann“, sagt Maren Stadtländer über ihre Arbeit an der Universität Hildesheim.

Und nun trifft sie auf Sebastian Thrun, den weltweit hoch geschätzten Informatiker. „Es ist spannend, in wie vielen verschiedenen Projekten Sebastian Thrun involviert war, ob in die Entstehung von Google Glasses oder die Kartographie für Google Maps oder eine neue Lehrplattform für die Informatik“, sagt Stadtländer.

„Sebastian Thrun ist mit seinem Lebenslauf ein Vorbild für uns Studentinnen und Studenten, eine große Inspiration“

Bis Mitte Oktober 2019 ist die Informatikerin gemeinsam mit ihrem Kollegen Thorsten Schoormann in den USA bei Sebastian Thrun. Die Forschungsreise ist Teil des „Sebastian-Thrun-Preises“ der Universität Hildesheim. Maren Stadtländer und Thorsten Schoormann forschen in der Arbeitsgruppe des Wirtschaftsinformatikers Professor Ralf Knackstedt und befassen sich mit nachhaltigen Geschäftsmodellen.

„Ich hoffe, von seinen Erfahrungen mit Start-Ups zu lernen. Es ist spannend, dass jemand wie Sebastian Thrun aus Hildesheim kommt, hier an der Universität Informatik studiert hat – er ist mit seinem Lebenslauf ein Vorbild für uns Studentinnen und Studenten, eine große Inspiration. Ich hoffe, dass ich mit vielen Impulsen aus dem Silicon Valley nach Hildesheim zurückkehren werde“, sagt Thorsten Schoormann.

Nachhaltige Geschäftsmodelle entwickeln

Maren Stadtländer und Thorsten Schoormann haben beide in Hildesheim ihr Bachelor- und Masterstudium „Wirtschaftsinformatik“ absolviert und wollen mit ihrer Forschung am Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik nun die Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle vorantreiben.

Die 27-jährige Maren Stadtländer ist seit 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin. „Ich untersuche, wie Nachhaltigkeit in Geschäftsmodellen berücksichtigt und in der Lehre an die nächste Generation der Studierenden oder in Schulen weitergegeben werden kann.“

In den Unternehmen seien ökologische Aspekte, wie Ressourcen- und Energieeinsparung, aber auch soziale Aspekte, wie ein positiver Einfluss auf die Gesellschaft, immer stärker in den Fokus gerückt, auch weil es den Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen kann. „Geschäftsmodelle, die stark im Kommen sind, sind beispielsweise Sharing-Modelle, bei denen die Ressourcen nicht mehr einer Person privat gehören, sondern geteilt werden, etwa ein Auto oder Wohnraum“, so Stadtländer. Erste Forschungsergebnisse für die Umsetzung nachhaltiger Geschäftsmodelle konnte sie bereits im Frühjahr auf der gößten deutschsprachigen Konferenz der Wirtschaftsinformatik in Siegen vorstellen.

Der 32-jährige Thorsten Schoormann arbeit seit 2015 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität, derzeit im „Innovationsverbund SmartHybrid“. Er befasst sich in der Forschung mit der Analyse von ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit in Geschäftsmodellen und wie dieses softwarebasiert umgesetzt werden können. „Wie kann ein Softwarewerkzeug aussehen, das Leute dabei unterstützt, während des Erstellens eines Geschäftsmodells über die ökologischen und sozialen, und nicht nur die ökonomischen, Fragen nachzudenken? Daran baue ich“, sagt der Wirtschaftsinformatiker.

„Man kann groß denken und versuchen, neue Geschäftsmodelle zu bauen, aber man kann auch in bestehenden nachsteuern. Wer ein Geschäftsmodell weiterentwickeln möchte, steht zunächst beispielsweise vor der Frage: Was sind die Kernressourcen, die es braucht, damit das Geschäftsmodell funktioniert? Sind etwa erneuerbare Rohstoffe vorhanden? Während man das Geschäftsmodell visualisiert, kann man Denkprozesse in Gang setzen wie zum Beispiel: ‚Denk‘ doch einmal nach, das sind deine derzeit verwendeten Rohstoffe – aber es gibt hier eine Liste mit nachhaltigen Alternativen.‘ Checklisten machen auf ökologische Aspekte aufmerksam“, so Schoormann.

Das Softwaretool, an dem er derzeit arbeitet, soll Unternehmen unterstützen, solche Fragen nach Nachhaltigkeit zu stellen, „damit man sich Gedanken macht, was verbessert werden muss“. Das Werkzeug ist ein Forschungsprototyp, den Thorsten Schoormann in der IT-Lehre bereits einsetzt. „Studierende modellieren damit Geschäftsmodelle“, so der Wirtschaftsinformatiker. Auch wenn es kein Geschäftsmodell gibt, das die komplexen und multikriteriellen Anforderungen der Nachhaltigkeit vollumfänglich erfüllt, ist die gezielte Reflektion elementarer Aspekte auf Kunden- und Anbieterseite wertvoll.

„Es gibt viele Pioniere, die darüber nachdenken, wie man die Welt ein Stück weit besser machen kann, etwa die Schülerbewegungen und Demonstrationen wie ‚Fridays for Future‘, die wir gerade erleben. Die Leute haben ein Bewusstsein dafür, dass etwas geändert werden muss, dass wir nicht auf Kosten des Planeten so weiterleben können wie bisher. Mit unserer Arbeit möchten wir ihnen ein paar Werkzeuge an die Hand geben, mit denen sie über bestimmte Dinge nachdenken können. Der erste Schritt ist häufig, zu visualisieren und dadurch zu sensibilisieren: Hier ist etwas schlecht – okay, wie funktioniert es besser?“ Impulse für die weitere Arbeit erhoffen sie sich nun von der Forschungsreise ins Silicon Valley.

Zentrum für Digitalen Wandel in Hildesheim ist „ein wichtiger Schritt, um deutlich zu machen, was im Bereich der Digitalisierung an der Universität Hildesheim bereits alles geleistet wird“

Dass die Universität Hildesheim ein Zentrum für Digitalen Wandel/Center for Digital Change aufgebaut hat, hält Thorsten Schoormann für einen wichtigen Schritt, um deutlich zu machen, was im Bereich der Digitalisierung an der Universität bereits alles geleistet wird.

„Wir haben viele Felder und extrem spannende Lehrstühle in Hildesheim, ob Data Analytics oder Software Engineering, Computerlinguistik oder Sprachanalyse. Als Wirtschaftsinformatiker arbeite ich disziplinübergreifend, deshalb ist es genau richtig, dass Politikwissenschaft, Kultur- und Erziehungswissenschaft in dem Zentrum für Digitalen Wandel gemeinsam mit den naturwissenschaftlich-technischen Fächern zusammenarbeiten. Es gibt viele, die sich bereiterklären, und an diesem gemeinsamen Prozess, Digitalisierung zu erforschen, mitwirken“, sagt Thorsten Schoormann.

Maren Stadtländer ergänzt: „Digitalisierung bricht überall in die Gesellschaft ein, es ist wichtig, dass an der Universität geisteswissenschaftliche und technische Fächer zusammenarbeiten und zum Beispiel Lehrerinnen und Lehrer die Kompetenzen vermittelt bekommen. Wir sind eine der ersten Universitäten, die Informatik-lehrerinnen und Informatiklehrer für Haupt- und Realschulen gezielt ausbildet. Und ich finde es wirklich positiv, welche Entwicklungen im Bereich der Internatio-nalisierung an der Universität zu beobachten sind. Data Analytics ist etwa inzwischen eine Anlaufstelle für Leute aus der ganzen Welt geworden, ein unglaublich diverser Studiengang. Hildesheim ist nicht die größte Stadt – aber es ist wichtig, sich zu positionieren und zu zeigen, was hier bereits geleistet wird.“

Kurz erklärt:

Sebastian Thrun

Sebastian Thrun hat an der Universität Hildesheim von 1986 bis 1988 als einer der ersten Studenten Informatik studiert, in Bonn promoviert und wechselte dann in die Vereinigten Staaten. Er war Assistenzprofessor für Informatik an der Carnegie Mellon University und leitete als Research Professor an der Stanford University den Bereich Künstliche Intelligenz.

Thrun erforscht lernfähige Robotiksysteme, die sich selbstständig bewegen können. Er ist Erfinder des selbstfahrenden Autos und leitete verschiedene Projekte im geheimen Forschungslabor „Google X“, darunter „Google Glass“, und schuf die technischen Grundlagen für „Google StreetView“. Parallel dazu gründete Thrun die Internet-Universität „Udacity“ und hat seitdem sein Ziel auf die Demokratisierung von weiterführender Bildung ausgerichtet. Die Kurse über Künstliche Intelligenz, Robotik und Maschinelles Lernen erreichen derzeit neun Millionen Menschen.

IT-Studium an der Universität Hildesheim

Insgesamt studieren an der Universität Hildesheim derzeit über 850 IT-Studentinnen und IT-Studenten (Stand Sommersemester 2019). Die Universität bildet im Bachelorstudium und im Masterstudium Informatikerinnen und Informatiker unter anderem in den Studienprogrammen „Wirtschaftsinformatik“, „Angewandte Informatik“ und „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ sowie im „Lehramt Informatik“ aus.

Eine überwältigende Nachfrage verzeichnet seit 2016 „Data Analytics“. Für dieses erste vollständig englischsprachige Studienprogramm der Universität Hildesheim haben sich zum Wintersemester über 2000 Studieninteressierte aus der ganzen Welt beworben. Hildesheim hat dabei das bundesweit größte Programm für Data Analytics mit derzeit 165 Studentinnen und Studenten aus mehr als 25 Ländern.

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news-17462 Wed, 25 Sep 2019 08:41:13 +0200 Rechtspsychologie: „Das große Ziel ist, Kriminalität zu verhindern“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/rechtspsychologie-das-grosse-ziel-ist-kriminalitaet-zu-verhindern/ Hildesheim hat vor zwei Jahren die erste Professur für Rechtspsychologie an einer staatlichen Universität eingerichtet. Die ersten Masterstudierenden schließen ihr Studium 2019 ab und beginnen mit der Arbeit, unter anderem im niedersächsischen Justiz- und Maßregelvollzug. In dieser Woche tagen etwa 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Psychologie an der Universität Hildesheim. Hildesheim hat vor zwei Jahren die erste Professur für Rechtspsychologie an einer staatlichen Universität eingerichtet. Die erste Bilanz ist sehr positiv: „Damit wird das Fach Rechtspsychologie in der Forschung und Lehre in Deutschland gestärkt und die ersten Erfahrungen zeigen, dass Rechtspsychologie bei den Studentinnen und Studenten auf große Resonanz stößt“, sagt Professor Klaus-Peter Dahle.

Studentinnen und Studenten spezialisieren sich in Hildesheim auf Rechtspsychologie. Die erste Kohorte von Rechtspsychologinnen und Rechtspsychologen schließt das Masterstudium 2019 ab und beginnt mit der Arbeit, unter anderem im niedersächsischen Justiz- und Maßregelvollzug.

Der Rechtspsychologe Klaus-Peter Dahle forscht und lehrt seit zwei Jahren an der Universität Hildesheim. Zuvor war er außerplanmäßiger Professor an der Freien Universität Berlin und hauptberuflich als Wissenschaftler am Institut für Forensische Psychiatrie an der Charité tätig.

Ende September 2019 tagen Fachleute in Hildesheim, um neueste rechtspsychologische Erkenntnisse auszutauschen. Die Universität Hildesheim erwartet anlässlich der 18. Arbeitstagung der Fachgruppe Rechtspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie etwa 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Hildesheim. Die Fachtagung vom 26. bis 28. September 2019 ist nicht öffentlich.

Programm der Tagung

Informationen zum Masterstudium

Interview mit Prof. Dr. Klaus-Peter Dahle
Professor für Rechtspsychologie am Institut für Psychologie der Universität Hildesheim

Die Forschungsschwerpunkte von Professor Klaus-Peter Dahle liegen im Bereich der Kriminalpsychologie als ein Teilgebiet der Rechtspsychologie, das sich mit Rechtsbrechern und Straftätern beschäftigt. Klaus-Peter Dahle befasst sich in seiner Forschung mit Fragen der Wirksamkeit therapeutischer Interventionen im Justizvollzug und entwickelt Methoden zur Verbesserung von Kriminalprognosen. Er forscht in den Bereichen kriminelle Entwicklung, Sexual- und Gewaltdelinquenz, Straftäterbehandlung, Methoden der Kriminalprognose und Jugendkriminalität. Im Interview spricht Klaus-Peter Dahle über die rechtspsychologische Forschung und Lehre in Hildesheim.

Herr Professor Dahle, Fachleute aus dem gesamten Bundesgebiet werden während der Hildesheimer Tagung Erkenntnisse über „Die Vollzugsanstalt als Entwicklungsraum“ vorstellen. Warum ist diese Forschung notwendig?

Diese Tagung ist eine regelmäßig stattfindende Konferenz der Fachgruppe Rechtspsychologie in der psychologischen wissenschaftlichen Community. In diesem Jahr ist die Vollzugsanstalt als Entwicklungsraum das Motto der Tagung. Der Hintergrund für dieses Tagungsmotto ist ein Verbund von einigen Wissenschaftlern aus Niedersachsen, die sich seit einiger Zeit regelmäßig treffen, um ein Programm für eine erneuerte Vollzugsforschung zu entwickeln. Wir schlagen vor, dass es sinnvoll sein könnte, einen etwas anderen Blick auf die Vollzugsanstalt zu werfen, als es im Moment der Fall ist.

Nehmen wir die Justizvollzugsanstalt als Beispiel und lassen den Maßregelvollzug einmal außen vor: Seitdem es Gefängnisse gibt, hat das Gefängnis ja den Auftrag, Gefangene zu resozialisieren. Vor rund 450 Jahren, als die ersten Strafvollzugseinrichtungen entstanden, ist diese Resozialisierungsidee gleich mit geboren. Das war zunächst der Gedanke, Gefangene zu Zucht, Ordnung und Gottesfürchtigkeit zu erziehen, aber es hat sich mittlerweile gewandelt in Richtung eines Behandlungsvollzuges. Das heißt, seit den 1960er Jahren versucht man verstärkt, auch therapeutische Mittel im Vollzug einzusetzen.

Das Ziel ist, dass eine Gesellschaft friedlich und sicher zusammenlebt?

Das große Ziel ist, Kriminalität zu verhindern. Daraus ergibt sich an die Justizvollzugsanstalt der Auftrag: Tu etwas, damit der Strafgefangene hinterher nicht wieder straffällig wird und sich resozialisieren kann. Dem Erziehungsgedanken und dem Behandlungsgedanken ist beiden gemein, dass es um ein Ziel geht, das ich von außen an den Strafgefangenen herantrage.

Mit diesem Gedanken erreicht man auch eine Reihe von Strafgefangenen, aber immer wieder einige auch nicht. Einige gehen in diesem Konzept verloren. Die Idee, die wir in der niedersächsischen Gruppe verfolgen, ist es deshalb, zu untersuchen, welche Veränderungsprozesse, welche Entwicklungsprozesse im Vollzug passieren – unter diesen speziellen Rahmenbedingungen bei dieser speziellen Klientel – und wie man vielleicht Entwicklungshemmnisse und Entwicklungsmöglichkeiten gezielter in den Blick nehmen kann.

Jemand hat eine Straftat begangen, wurde verurteilt und ist nun Strafgefangener. Welche Entwicklungsprozesse sind das, die dann folgen?

Der Vollzug trifft Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen, meistens sind es Männer, zu 95 %. Es kann ein junger Mann sein, der gerade an der Schwelle zum Jugendalter steht, 14 Jahre ist das strafrechtliche Eintrittsalter. Und wenn ich in die Einrichtungen für Sicherungsverwahrte blicke, habe ich ein Durchschnittsalter von 58 Jahren. Das heißt, die Strafgefangenen stehen an ganz unterschiedlichen Punkten ihres Lebens. Die Strafhaft selbst ist eine Intervention, damit muss man sich als Strafgefangener auseinandersetzen: Wenn ich in der Justizvollzugsanstalt bin, muss ich die Regeln einhalten. Da gibt es dann unterschiedliche Anforderungen, die auf mich einströmen, an die ich mich anpassen muss – einerseits das Sicherheitsregime der JVA und die Erwartung, dass man Behandlungsangebote mitmachen sollte und mitarbeiten soll am Vollzugsziel der Resozialisierung.

Und dann haben wir auf der anderen Seite eine Subkultur von Strafgefangenen, die sich nicht ausgesucht haben, da miteinander zu leben, aber die auf ziemlich engem Raum fast alles miteinander teilen – die Wohnsituation, die Arbeitssituation, die Freizeitsituation, immer die gleichen Menschen, und das mit einer Selektion von eher schwierigen Menschen.

An diese Situation muss sich der Strafgefangene anpassen und wie jede Anforderung bietet auch diese ein Stück weit eine Chance. Das ist für viele nicht einfach, aber es gibt eine Gruppe von Menschen, die es schafft, allein durch diese Erfahrung einen Weg, den sie bis dahin genommen haben, zu verlassen. Das sind nicht so viele, die das alleine schaffen. Aber da gilt es zu prüfen: Was genau passiert mit diesen rund 11%, die diesen Weg gehen? Wir versuchen gerade, einen Forschungsrahmen zu bilden, der diese Prozesse in den Blick nehmen will. Wir blicken dabei auf Veränderungsprozesse unter einer entwicklungspsychologischen Perspektive, anstatt alleine mit den Ansätzen der klinischen und der pädagogischen Psychologie zu arbeiten. Der entwicklungspsychologische Ansatz scheint uns offener und voraussetzungsärmer; er beschreibt, wie Veränderung überhaupt stattfindet und was sie ausmacht.

Aber die Tagung wird sich nicht nur um das Tagungsmotto drehen, sondern stellt ein Forum dar, in dem sich alle Teildisziplinen der Rechtspsychologie austauschen.

Wie gehen Sie in Ihrer Forschung und Lehre vor? In der Lehrerausbildung arbeitet die Universität Hildesheim eng mit Schulen zusammen und Studierende sammeln Praxiserfahrungen im Klassenzimmer, in den Kulturwissenschaften erarbeiten Studierende Theorien und entwickeln gleichzeitig künstlerische Praxis und in den Informatikstudiengängen sind Studierende in Unternehmen und sammeln Praxiserfahrungen in der regionalen Wirtschaft. Ich kann mir das ungemein komplexer vorstellen, wenn Sie im Feld der Kriminalität arbeiten, da es Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten gibt und wir im Alltag keine Berührungspunkte mit Gefängnissen haben.

Ich habe viele Leiter der niedersächsischen Justizvollzugsanstalten und Maßregelkliniken besucht, um den direkten Kontakt herzustellen – sie haben mich bislang mit offenen Armen empfangen. Niedersachsen ist als Flächenland leider weit größer als Berlin, ich habe noch nicht alle Einrichtungen geschafft. Ich war aber in den JVAen in Hannover, Hameln, Oldenburg und natürlich Hildesheim und in den Maßregelvollzugskliniken in Moringen, Hildesheim und Bad Rehburg. Es geht mir dabei darum, dass ich die einzelnen Einrichtungen und deren Möglichkeiten kennenlerne und auch die Forschungsinteressen der Einrichtungen auslote. Gibt es Kolleginnen und Kollegen, die im Strafvollzug arbeiten und auch an Wissenschaft interessiert sind, vielleicht promovieren wollen?

Und es geht um die Voraussetzungen für die Lehre, also um Praktikumsmöglichkeiten für unsere Studentinnen und Studenten der Rechtspsychologie. Mit den genannten Einrichtungen haben wir Exkursionen organisiert, so dass jeder Studierende die Chance hat, eine Justizvollzugsanstalt, aber auch eine forensische Klinik von innen zu sehen. Und wir laden Kolleginnen und Kollegen in die Lehre ein, wo sie aus der Praxis berichten, aber auch Fragen der Studierenden beantworten; zum Beispiel über ihren persönlichen Weg in diesen Beruf.

Was sind die aktuellen Forschungsschwerpunkte der Arbeitsgruppe Rechtspsychologie in Hildesheim?

In Berlin leite ich noch ein größeres Projekt, in dem die Behandlungseinrichtungen im Justizvollzug evaluiert werden, darunter die sozialtherapeutischen Anstalten und eine Einrichtung für Sicherungsverwahrte. Da untersuchen wir recht breit die Veränderungsprozesse der dort behandelten Strafgefangenen oder Sicherungsverwahrten im Behandlungsverlauf. Mit welchen Konzepten und Ressourcen arbeiten die Einrichtungen und gelingt es tatsächlich, dass was sie sich konzeptuell vornehmen, auch in die Praxis umzusetzen? Was haben die Behandler an kriminaltherapeutischen Methoden gelernt, wie arbeiten sie und wie erleben sie sich als Behandlungsteam? Wir gucken uns aber auch die Klienten genau an, was sind das für Menschen, wie alt sind sie, weswegen sind sie da, welches Risikoprofil und welche motivationalen Voraussetzungen bringen sie mit? Wir begleiten die Strafgefangenen oder Sicherungsverwahrten dann durch den Behandlungsprozess und untersuchen Veränderungen im Risikoprofil, aber auch in weiteren Merkmalen, wie dem Selbstkonzept oder der Motivation bis zur Entlassung – und schließlich: in welches Feld werden sie entlassen? Wir versuchen sie danach über die Bewährungshilfe in ihren Reintegrationsprozess zu begleiten und werden später etwaige Rückfälle auswerten. Diese Forschung braucht Zeit, um zu verstehen, ob und wie Behandlung im Vollzug funktioniert und warum jemand trotzdem rückfällig geworden ist oder nicht.

In Hildesheim bereiten wir nun einige andere Projekte vor. Neben dem eher grundlagenorientierten Forschungsprogramm zum entwicklungspsychologischen Ansatz im Justizvollzug, befasse ich mich zum Beispiel ja schon länger mit Methoden der Kriminalprognosen. Diese Prognosen sind Wahrscheinlichkeitsaussagen und es gibt, das wissen wir mittlerweile, Personengruppen, bei denen diese Prognosen sehr gut funktionieren und andere, bei denen sie weniger gut funktionieren. Eine Idee, die wir hier in Hildesheim aktuell verfolgen, ist es deshalb, die Zuverlässigkeit von Kriminalprognosen für den Einzelfall messbar zu machen. Der Gedanke ist es, Prognosen im Einzelfall mit einem Marker zu versehen – das ist eine zuverlässige Prognose, diese ist möglicherweise weniger zuverlässig. Es gibt ja Personengruppen, die labil sind und bei denen die Prognose eben nicht feststeht, sondern sich von Tag zu Tag ändert, je nachdem ob es gerade gut läuft oder weniger gut. Das wollen wir mess- und beschreibbar machen.

Ein zweites Vorhaben ist, ein diagnostisches Inventar zu Risikoprofil und Bedarfsprofil für den deutschen Sprachraum bei jugendlichen Gefangenen zu entwickeln. Ein solches Instrument soll veränderungssensitiv sein und Veränderungsprozesse sichtbar machen. Hier wollen wir mit einem größeren Pool von Probanden die Forschung starten. Allerdings haben wir in der Rechtspsychologie oft mit der Finanzierung unserer Vorhaben zu kämpfen. Für einige Geldgeber, wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), sind wir oft zu angewandt und zu wenig grundlagenbezogen. Und angewandte Forschung für Strafgefangene wird von sehr wenigen Stiftungen gefördert.

Wie anwendungsnah ist die rechtspsychologische Forschung in Hildesheim?

In der Grundlagenforschung untersuche ich Biografien und Entwicklungsverläufe krimineller Karrieren aus einem biografischen Längsschnitt. Ich hatte das Glück, in Berlin eine Gruppe von Strafgefangenen über eine sehr lange Zeitspanne zu begleiten, da meine Vorvorgängergeneration in den 1970er Jahren ein Forschungsprojekt aufgelegt hat, das ich übernehmen durfte. So konnten wir den biografischen Verlauf über eine Zeitstrecke von 30 Jahren untersuchen. Da ich auch als Gutachter tätig bin, helfen mir diese Erfahrungen aus der Grundlagenforschung, wenn ich Menschen beurteile.

Aber auch unsere Vorhaben in Hildesheim haben einen deutlichen Anwendungsbezug, wenn wir prognostische und diagnostische Methoden für den Vollzug entwickeln, die dann auch anwendbar sind. Und mit der Evaluationsforschung im Vollzug untersuchen wir, was funktioniert und was nicht funktioniert, um unmittelbar Empfehlungen auszusprechen, die dann auch umgesetzt werden.

Für die niedersächsische Justiz müsste es ein Glücksgriff sein, dass Sie hier an der Universität in Hildesheim als Professor für Rechtspsychologie arbeiten. Denn die Forschung kann Veränderungsprozesse unterstützen, indem sie Fakten liefert, kann erklären, was gelingt und nicht gelingt, und welche Ansätze in anderen Regionen oder Ländern verfolgt werden. Ist das eine Chance, die Niedersachsen erkannt hat, freuen Sie sich auf diese Arbeit?

Ich freue mich auf jeden Fall auf diese Arbeit. Ich hoffe – und nehme es im Moment auch so wahr –, dass Initiativen, die wir hier in Hildesheim entwickeln, wahrgenommen werden. Ich sehe auch Chancen, wo es vielleicht noch besser laufen könnte: beispielsweise gibt es in Niedersachsen noch keine forensisch-therapeutischen Nachsorgeambulanzen. Solche Ambulanzen wären für einige ehemalige Strafgefangene, die ein Stück weit therapeutische Unterstützung brauchen für den Übergang aus einer langen Freiheitsstrafe nach draußen und bei denen die sozialarbeiterischen Mittel der Bewährungshilfe allein nicht ausreichen, hilfreich. Dort sind Therapeutinnen und Therapeuten tätig, die rechtspsychologisch geschult sind.

Was treibt Sie an? Was ist Ihre Motivation?

Ich finde die rechtspsychologische Forschung ungemein spannend. Ich finde es spannend, mit Biografien vertraut zu werden, die ich sonst nicht kennen würde. Es handelt sich zum aller großen Teil ja nicht um per se böse Menschen. Oft treffe ich auf Täter, wo man erkennt, dieser Mensch hatte eine Biografie, in der er in eine kriminelle Karriere hineingestolpert ist, oder vielleicht auch keine Chance hatte. Klar, es gibt auch andere. Aber die Menschen, die man hinter dem Täter erkennt, wenn man sich mit ihnen beschäftigt, haben in den allermeisten Fällen Respekt verdient. Und ich finde es spannend, die Praxis, die Forschung und die Lehre miteinander verknüpfen zu können. Ich meine, alles profitiert voneinander – das ist das Reizvolle an dieser Arbeit.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt:

Rechtspsychologie an der Universität Hildesheim

Seit 2017 bildet das Institut für Psychologie der Universität Hildesheim Studentinnen und Studenten im Bereich Rechtspsychologie in einem bundesweit einzigartigen Masterstudiengang aus. Erstmals in der Bundesrepublik wurde an einer staatlichen Universität eine Professur für Rechtspsychologie eingerichtet. Professor Klaus-Peter Dahle arbeitet seit 20 Jahren im Bereich der Kriminalpsychologie und wechselte vom Institut für Forensische Psychiatrie der Charité Universitätsmedizin Berlin nach Hildesheim.

Die Rechtspsychologie beschäftigt sich mit der Anwendung psychologischer Theorien und Erkenntnisse auf Probleme des Rechtswesens. Dabei greift sie auf Wissensbestände aus verschiedenen Bereichen der Psychologie zurück, aber auch auf die Nachbardisziplinen Kriminologie und Forensische Psychiatrie. Die Schwerpunkte des Lehrstuhls liegen im Bereich der Kriminalpsychologie, also der Psychologie von Straftäter und Straftaten. Die Forschung umfasst insbesondere die Evaluation von Straftäterbehandlung und Rückfallprävention, die Methoden der Rückfallprognose sowie die Verläufe und Bedingungen krimineller Fehlentwicklungen im Lebenslauf.

Eine Besonderheit des Hildesheimer Studienschwerpunkte besteht in der engen Verzahnung zur Praxis: Um geeignete und gut ausgebildete Nachwuchskräfte für den Maßregel- und den Justizvollzug zu gewinnen, unterstützt das Land Niedersachsen jedes Jahr jeweils vier Studierende, die die Zulassungsvoraussetzungen für diesen Masterstudiengang erfüllen, mit einem Stipendium.

Das Masterstudium „Psychologie“ dauert vier Semester und wird mit dem Titel „Master of Science“ abgeschlossen. Studentinnen und Studenten wählen zwei von drei möglichen Schwerpunkten, die gleichgewichtig studiert werden (Pädagogische Psychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie und – neu eingeführt seit 2017 – Rechtspsychologie).

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news-17460 Tue, 24 Sep 2019 14:21:06 +0200 Uni Hildesheim erfolgreich bei KI-Innovationswettbewerb des Bundeswirtschaftsministeriums https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/uni-hildesheim-erfolgreich-bei-ki-innovationswettbewerb-des-bundeswirtschaftsministeriums/ Informatiker der Universität Hildesheim entwickeln gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft ein neuartiges Ökosystem um den rasanten Fortschritt der künstlichen Intelligenz im Bereich der Produktionstechnik nutzbar zu machen. Davon profitieren vor allem mittelständische Unternehmen. Für die intelligente Produktion (Industrie 4.0) gilt künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie, um die Produktivität zu steigern. Besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlen für den KI-Einsatz allerdings die technischen Voraussetzungen, das Know-how und die passenden Geschäftsmodelle. Die Forschung hierzu treiben die Hildesheimer Professoren Klaus Schmid und Lars Schmidt-Thieme in dem Forschungsprojekt nun mit voran. Die Universität Hildesheim ist Partner des Konsortiums „IIP-Ecosphere“, das nun den Innovationswettbewerb „Künstliche Intelligenz als Treiber für volkswirtschaftlich relevante Ökosysteme“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gewonnen hat. Staatsekretär Dr. Ulrich Nussbaum überreichte dem Direktor des Forschungszentrums L3S, Professor Dr. Wolfgang Nejdl, stellvertretend für alle Projektpartner die Urkunde für den erfolgreichen Projektvorschlag „IIP-Ecosphere: Next Level Ecosphere for Intelligent Industrial Production“ in Berlin. Insgesamt wurden 16 Plattformprojekte ausgezeichnet. Die Gewinner erhalten nun die Chance, ihr Vorhaben im Rahmen einer geförderten, dreijährigen Umsetzungsphase zu realisieren.

Das Konsortium unter Leitung der Leibniz Universität Hannover besteht aus 19 Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft – darunter die Universität Hildesheim, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Volkswagen, Siemens, DMK Mori und Sennheiser. Das Forschungsteam hat ein überzeugendes Konzept für den Ausbau der intelligenten Produktion erarbeitet.

Das Ziel ist es, ein neuartiges Ökosystem aufzubauen, um den rasanten Fortschritt der künstlichen Intelligenz (KI) im Bereich der Produktionstechnik insbesondere für mittelständische Unternehmen nutzbar zu machen und das Potential von Industrie 4.0 auszuschöpfen.

Mit dabei: Die Hildesheimer Forschungsteams von Professor Klaus Schmid (Software Systems Engineering) und Professor Lars Schmidt-Thieme (Information Systems and Machine Learning Lab)

Software Systems Engineering

Information Systems and Machine Learning Lab

Für die Universität Hildesheim nehmen die Arbeitsgruppen Software Systems Engineering um Professor Dr. Klaus Schmid und Information Systems and Machine Learning Lab um Professor Dr. Dr. Lars Schmidt-Thieme an der Umsetzungsphase von „IIP-Ecosphere“ teil. Das Gesamtvolumen des Projekts liegt bei 12 Millionen Euro, davon fließen rund 1,1 Millionen Euro Fördermittel an die Universität Hildesheim.

Für die intelligente Produktion (Industrie 4.0) gilt künstliche Intelligenz als Schlüsseltechnologie. Studien prognostizieren durch den Einsatz von KI eine Steigerung der Produktivität um bis zu 50 Prozent. KI-Methoden sollen nach dem Willen des Bundeswirtschaftsministeriums daher noch stärker Treiber für innovative Wertschöpfungsnetze und die Schaffung neuer Produkte und Geschäftsmodelle werden.

Künstliche Intelligenz ist kein Schlagwort, sondern die Schlüsseltechnologie im globalen Wettbewerb

In 65 Prozent der deutschen Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern kommen bislang allerdings noch keine KI-Methoden zum Einsatz. Besonders KMU fehlen für den Einsatz nicht nur die technischen Voraussetzungen und das Know-how, sondern auch die passenden Geschäftsmodelle.

Weiterhin gibt es zurzeit sehr uneinheitliche technische Schnittstellen zwischen Prozessen und Maschinen im Produktionsbereich sowie Bedenken bezüglich Monopolisierung, Datenhoheit und Geheimhaltung bei aktuellen Industrie 4.0 Software-Plattformen. Sowohl moderne und flexible Plattformkonzepte als auch die einfache Anwendung und Integration von KI in die industrielle Produktion sind Schlüsselthemen für die beteiligten Arbeitsgruppen der Universität Hildesheim.

„Mit diesem Konsortium, dem offenen Konzept von IIP-Ecosphere, das auch externen Parteien die Mitarbeit ermöglicht, sowie durch neuartige Integration bzw. Erweiterung standardisierter Komponenten werden wir hier einen großen Schritt vorankommen“ sagt der Hildesheimer Informatiker Dr. Holger Eichelberger, designierter Leiter zweier Arbeitspakete in „IIP-Ecosphere“.

Mit der Forschung  trägt die Universität Hildesheim dazu bei, die Anwendbarkeit von KI-Methoden in der Produktion zu erleichtern, diese in realen Anwendungsszenarien zu demonstrieren sowie Hemmnisse zu beseitigen und die nachhaltige Einbeziehung neuer Stakeholder zu fördern. Insbesondere sollen KMU und Startups befähigt werden, KI-Methoden zur intelligenten Produktion selbst erfolgreich anzuwenden und weiterzuentwickeln.

Nähere Informationen unter www.iip-ecosphere.eu

Liste der Konsortialpartner:

  • Leibniz Universität Hannover

  • Universität Hildesheim

  • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

  • Universität Koblenz-Landau

  • Fraunhofer ISST

  • Artis Marposs Monitoring Solutions GmbH

  • Bitmotec GmbH

  • Deutsche Messe Technology Academy GmbH

  • Gildemeister Drehmaschinen GmbH (DMG Mori)

  • KIProtect GmbH

  • Lenze-Gruppe

  • RapidMiner GmbH

  • Salt & Pepper Software GmbH & Co. KG

  • Sennheiser electronic GmbH & Co. KG

  • Siemens AG

  • Verein Deutscher Werkzeugmaschinen e.V.

  • Volkswagen AG

Kontakt (Gesamtprojekt):

Dr. Claudia Niederée
Forschungszentrum L3S
0511 762 17796
Niederee@L3S.de 

Kontakt (Uni Hildesheim):

Prof. Dr. Klaus Schmid
Arbeitsgruppe Software Systems Engineering
Universität Hildesheim
05121 883 40332
schmid@sse.uni-hildesheim.de

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news-17451 Mon, 23 Sep 2019 15:27:00 +0200 Mensa-Neubau der Stiftung Universität Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/mensa-neubau-der-stiftung-universitaet-hildesheim/ Am Montag wurde auf der größten Baustelle der Universität Hildesheim Richtfest gefeiert: Die neue Mensa der Stiftungsuniversität bietet künftig 500 Sitzplätze. Das erste Essen in der Universitätsmensa soll 2021 serviert werden. Im Folgenden äußern sich Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich, der niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler, Oberbürgermeister Ingo Meyer, Sönke Nimz vom Studentenwerk und Uni-Baudezernent Thomas Hanold zur neuen Mensa. Am Hauptcampus der Universität Hildesheim entsteht in drei Jahren Bauzeit bis 2021 eine neue Mensa. Der 2000 Quadratmeter große Neubau wird circa 20 Millionen Euro kosten. Die Mittel stellt das Land Niedersachsen zur Verfügung. Von den circa 20 Millionen Euro übernimmt die Stiftung Universität Hildesheim rund 4,4 Millionen Euro aus Eigenmitteln. 

Der Mensa-Neubau ist das größte Bauprojekt der Universität Hildesheim. „Die Baumaßnahmen der Stiftungsuniversität Hildesheim belegen eindrucksvoll die dynamische Entwicklung der Hochschule. Seitdem die Universität 2003 in die Trägerschaft einer öffentlich-rechtlichen Stiftung überführt wurde, handelt die  Stiftungsuniversität  als Bauherrin. Heute sehen wir: es funktioniert. Wir haben die Chance ergriffen und den Kulturcampus Domäne Marienburg entwickelt, einen völlig neuen Bühler-Campus sowie das Forum am Hauptcampus gebaut. Nun entsteht der Mensa-Neubau“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

„Eine Mensa hat immer eine besondere Bedeutung: natürlich soll sie leere Mägen füllen und das sowohl lecker als auch günstig. Sie ist aber auch ein wichtiger Ort der Kommunikation – ein Treffpunkt, der Geselligkeit und Gedankenaustausch ermöglicht“, sagt Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Schon jetzt kann man erkennen, dass die neue Mensa ein beeindruckendes Gebäude wird. Damit erfüllt sie für die Stiftung Universität Hildesheim einen weiteren wichtigen Zweck: Mit dem Neubau und der Gestaltung der Zufahrt möchte die Stiftung Besucher auf ihren Campus lenken – das wäre ein wichtiger Imagegewinn für diese dynamische Hochschule.“

„Die neue Mensa wird die Attraktivität der Universität und damit Hildesheims als Hochschulstandort noch weiter stärken. Von ihrem erweiterten Angebot werden dabei nicht nur Studierende und Hochschulmitarbeiter, sondern ebenso Anwohnerinnen und Anwohner profitieren, denen die Mensa gleichermaßen offensteht“, sagt Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer.

„Wir freuen uns sehr darauf, die Studierenden bald in einem zeitgemäßen Ambiente begrüßen zu können. Mit den größeren Räumlichkeiten, gerade im Bereich der Küche, schaffen wir für unsere Mensagäste ein vielfältigeres Angebot und neue Erlebnisse, wie zum Beispiel Live-Cooking“, sagt Sönke Nimz, Geschäftsführer des Studentenwerks OstNiedersachsen.

Universitätspräsident Wolfgang-Uwe Friedrich hob während des Richtfestes die gute Zusammenarbeit zwischen dem Baureferat des Wissenschaftsministeriums und dem Baudezernat der Universität hervor und dankte allen Bauschaffenden und Planern, dem Studentenwerk OstNiedersachsen, der Gemeinde der Liebfrauenkirche sowie dem Oberbürgermeister und der Kommunalpolitik für die Kooperation und den Anwohnern der Marienburger Höhe für das Verständnis.

Der Minister hob während des Richtfestes hervor, dass Hildesheim mit seinen universitären Modellbauten zu einem Hotspot des Neubaus geworden sei. Der Kulturcampus Domäne Marienburg sei beispielgebend für das, was man aus einer alten Liegenschaft machen kann. Das Forum am Hauptcampus wurde im Zeitrahmen und Kostenrahmen gebaut. Das Center for World Music sei ein Bestandteil der Schaffenskraft des Universitätspräsidenten. Die neue Mensa sei ein Hauptbestandteil der Universität und werde zu einem Treffpunkt für alle, sagte der Minister.

Die Projektleitung für den Mensa-Neubau hat Olga Schwarzkopf-Lipp vom Uni-Baudezernat inne.

Neue Uni-Mensa: 500 Sitzplätze auf zwei Etagen, 75 Meter lang und 35 Meter breit

Das Gebäude wird 500 Sitzplätze und eine Außenterrasse bekommen. Die Universität Hildesheim will sich damit mehr zur Stadt hin öffnen. Mit dem Bau wird auch das gesamte Umfeld am Hauptcampus gestalterisch aufgewertet, es entstehen Aufenthaltsflächen und ein zentraler Campusplatz zwischen Universitätsmensa, Universitätsbibliothek und Audimax.

Auf der Wiesenfläche vor der heutigen Alt-Mensa entsteht ein etwa 75 Meter langes und 35 Meter breites und bis zu 16 Meter hohes neues Gebäude mit 500 Sitzplätzen, die bisherige Mensa weist nur 330 Plätze auf engem Raum auf. Die Sitzplätze in der neuen Mensa verteilen sich auf zwei Etagen: Das Obergeschoss bietet einen großen Speisesaal mit Blick über den Campus, Essens- und Aufenthaltsräumen sowie Live-Cooking, im Erdgeschoss entsteht eine Cafeteria mit einer Außenterrasse, die bei Sonnenschein zum Verweilen einlädt. Die neuen Räumlichkeiten bieten Studierenden zudem Aufenthaltsmöglichkeiten im Campusalltag.

Die alte Mensa bleibt während der dreieinhalbjährigen Bauzeit vollständig leistungsfähig, so dass für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Einschränkungen in der Hochschulgastronomie und Versorgung entstehen.

Das erste Essen in der neuen Mensa soll 2021 über die Theke gehen und serviert werden.

Uni-Baudezernent Thomas Hanold: „Die neue Mensa steht auch Anwohnern offen“

Die neue Mensa steht auch Anwohnern offen, sagt Thomas Hanold, Baudezernent der Universität Hildesheim. „Die Universität öffnet sich für den Stadtteil. Natürlich sind wir offen für alle, nicht nur für Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Anwohner sind herzlich willkommen. Für den Stadtteil ist die Mensa attraktiv.“

Bei der Planung habe die Universität so weit möglich die Interessen der Anlieger berücksichtigt, die in unmittelbarer Nähe wohnen und von dem Bauprojekt besonders betroffen sind. So gilt etwa für den Lärmschutz: Die Be- und Entladung für die Hochschulgastronomie erfolgt hinter geschlossenen Türen, auch die Rückseite der Mensa ist mit Fensterbändern versehen und attraktiv gestaltet.

Der Hauptcampus wurde Ende der 1960er Jahre gebaut, der Großteil der technischen Anlagen in der Uni-Mensa ist noch aus dieser Zeit und völlig veraltet, hinzu kommen energetische Defizite. Die Mensa wurde vor knapp 50 Jahren für eine Pädagogische Hochschule mit unter 2000 Studentinnen und Studenten gebaut – heute lernen hier über 8000 Studierende. Daher ist eine Erweiterung dringend erforderlich. Ein Anbau an die bestehende Mensa wurde geprüft, ein Erweiterungsbau ist aber funktional, gestalterisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll. In Abstimmung mit der Stadt Hildesheim und der anliegenden Liebfrauen-Kirchgemeinde konnten durch den Ankauf von Flurstücken durch die Universität die Voraussetzungen für einen Mensaneubau am Hauptcampus geschaffen werden. Im Zuge des Neubaus entstanden am Hauptcampus über 50 weitere Parkplätze, hierfür wurde der Uni-Parkplatz neben dem W-Gebäude erweitert. 

Die Treuburger Straße könnte künftig zur „Universitätsallee“ werden, so die Idee des Baudezernenten Thomas Hanold.

HINWEIS: Studierende und Beschäftigte, die Interesse am Fortgang des Neubaus haben, erreichen bei Fragen Dr. Christian Dittmann, Referent des Präsidenten, unter christian.dittmann@uni-hildesheim.de. 

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news-17455 Mon, 23 Sep 2019 15:06:00 +0200 Uni-Verwaltung: Außenstelle in der Bahnhofsallee https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/uni-verwaltung-aussenstelle-in-der-bahnhofsallee/ Das Dezernat für Finanzen und die Stabsstelle Hochschulentwicklung mit den Bereichen Controlling, Qualitätsmanagement und Green Office sind vom Hauptcampus in eine Außenstelle an der Bahnhofsallee umgezogen. Das Dezernat für Finanzen der Universität Hildesheim ist in eine neue Anmietung in die Bahnhofsallee 15/15a (31134 Hildesheim) umgezogen (3. und 4. Obergeschoss). Auch die Stabsstelle Hochschulentwicklung mit den Bereichen Controlling, Qualitätsmanagement und Green Office ist dorthin umgezogen (2. Obergeschoss).

Der neue Standort befindet sich in unmittelbarer Bahnhofsnähe und ist gut mit dem Stadtbus vom Hauptcampus aus (Linie 1, 4, 10) zu erreichen. Vor dem Gebäude befindet sich ein PKW-Stellplatz für Besucherinnen und Besucher.

Die Kontaktdaten der Beschäftigten haben sich nicht verändert (unter anderem Telefonnummern und E-Mail-Adressen).  Auch die Post sollte weiter an den Universitätsplatz 1 (31141 Hildesheim) adressiert werden.

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news-17426 Mon, 23 Sep 2019 15:05:00 +0200 Universität Hildesheim im Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erfolgreich https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/universitaet-25/ Die Universität Hildesheim hat sich erfolgreich um die Einrichtung sogenannter Tenure-Track-Professuren beworben. Fünf dieser Professuren können an der Universität Hildesheim etabliert werden, und zwar in den Bereichen Digitales Lehren und Lernen im Unterricht, Ethnomusicology, Digitale Geisteswissenschaften, Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter sowie Informatikdidaktik. Die Tenure-Track-Professuren sind Teil des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Universität Hildesheim hat sich im Rahmen des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erfolgreich um die Einrichtung sogenannter Tenure-Track-Professuren beworben. Wie die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz am 12. September 2019 bekannt gab, können nun fünf dieser Professuren an der Universität Hildesheim etabliert werden. Insgesamt wurden in der zweiten Bewilligungsrunde 532 Tenure-Track-Professuren an 57 Hochschulen zur Förderung ausgewählt. Nach der Vergabe von 468 Professuren in der ersten Bewilligungsrunde 2017 erhalten damit insgesamt 75 Hochschulen eine Förderung. 

Die Tenure-Track-Professur sieht nach einer erfolgreichen Bewährungsphase den unmittelbaren Übergang in eine Lebenszeitprofessur vor, sodass die beruflichen Chancen des herausragenden wissenschaftlichen Nachwuchses erhöht und die Planbarkeit einer Karriere in der Wissenschaft verbessert werden. An der Universität Hildesheim bestehen damit künftig neben der Habilitation als „klassischem“ Weg, der Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe und der Tenure-Track-Professur im Wesentlichen drei Wege zur Professur. Die auf diese Stellen berufenen Professorinnen und Professoren nehmen ihre Aufgaben in Forschung und Lehre selbständig wahr.

Digitales Lehren und Lernen im Unterricht, Ethnomusicology, Digitale Geisteswissenschaften, Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter, Informatikdidaktik

Thematisch sollen die Professuren im Bereich der Digitalisierung angesiedelt werden. Wie in der Entwicklungsplanung der Universität Hildesheim „MINERVA 2025“ festgehalten, stellt Digitalisierung neben Bildung, Kultur und Diversität ein fachbereichsübergreifendes Leitthema dar. In innovativer Weise werden zwei Bereiche miteinander verknüpft: zum einen technische Handlungsfelder der Digitalisierung (unter anderem Data Analytics, Computerlinguistik) und zum anderen gesellschaftliche Handlungsfelder der Digitalisierung (unter anderem Verwaltung und Demokratieentwicklung, soziale Dienste). Der Bereich Digitalisierung dient damit zur weiteren Profilschärfung der Universität Hildesheim. Gleichzeitig werden Forschung, Lehre und Transfer in einem für die Zukunft äußerst relevanten Themenfeld strategisch gestärkt. 

Im Einzelnen beantragte die Universität Hildesheim die folgenden Tenure-Track-Professuren in dem Bund-Länder-Programm: 

  • Professur für Digitales Lehren und Lernen im Unterricht

  • Professur für Ethnomusicology

  • Professur für Digitale Geisteswissenschaften

  • Professur für Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter

  • Professur für Informatikdidaktik

Die Professuren sollen noch in diesem Jahr ausgeschrieben und im Sommersemester 2020 besetzt werden. Die Universität Hildesheim erhält für die Einrichtung der fünf Tenure-Track-Professuren rund 3,5 Millionen Euro. 

Das Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses läuft von 2017 bis 2032. Dafür stellt der Bund bis zu eine Milliarde Euro bereit. Zugleich sagten die Länder zu, die Zahl der unbefristet beschäftigten Professorinnen und Professoren an den antragsberechtigten Hochschulen dauerhaft um 1.000 zu erhöhen. Mit der Etablierung der Tenure-Track-Professur als international bekanntem und akzeptiertem Karriereweg soll nicht zuletzt die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems insgesamt erhöht werden.

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie Fachbereich 4 Informatik Mathematik & Angewandte Informatik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Center for World Music Personalportal Forschung Startseite
news-17442 Thu, 19 Sep 2019 08:31:00 +0200 Ein deutliches Zeichen gegen die globale Klimakrise setzen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/ein-deutliches-zeichen-gegen-die-globale-klimakrise-setzen/ Anlässlich des UN-Klimagipfels organisiert Fridays For Future vom 20. bis 27. September 2019 die weltweite Aktionswoche „week4CLIMATE“. Die Hochschulleitung begrüßt die Initiative Seit gut einem Jahr organisieren weltweit junge Menschen  Kundgebungen und machen mittels diverser Aktionen auf die Klimakrise aufmerksam. Sie sind besorgt um den Erhalt unserer Lebensgrundlage und fordern die politisch Verantwortlichen dazu auf, ihren Klimaschutzverpflichtungen nachzukommen. Die Bedenken und Forderungen der jungen Menschen beruhen auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen und werden weltweit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, wie beispielsweise Scientists For Future, bestätigt und unterstützt.

Anlässlich des UN-Klimagipfels organisiert Fridays For Future vom 20. bis 27. September 2019 die weltweite Aktionswoche „week4CLIMATE“. Die Hochschulleitung begrüßt die Initiative und möchte gemeinsam mit dem Green Office auf die am 20. September um 14 Uhr in Hildesheim (Bahnhofsvorplatz) stattfindende Veranstaltung im Rahmen dieser Globalen Aktionswoche gegen die Klimakrise aufmerksam machen. 

Weitere Informationen enthält die folgende Webseite: https://fridaysforfuture.de/allefuersklima/

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Pressemeldungen Green Office
news-17421 Wed, 11 Sep 2019 10:09:00 +0200 Brücke zwischen Mensch und Maschine: „Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“ studieren https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/bruecke-zwischen-mensch-und-maschine-internationale-fachkommunikation-sprachen-und-technik-studi/ Am Bühler-Campus bildet die Universität Hildesheim Expertinnen und Experten für Sprachen, Kommunikation und Informationsmanagement aus. Für den Masterstudiengang „Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“ können sich Studieninteressierte noch bis zum 30. September 2019 bewerben. Das Studium beginnt im Oktober 2019. Studentinnen und Studenten schlagen eine Brücke zwischen Maschinen und Menschen und erklären präzise und verständlich die komplexe Technik. In Vorlesungen und Seminaren lernen sie zum Beispiel, über Automatisierungstechnik, technische Werkstoffe, Energietechnik und Maschinenelemente zu schreiben. Masterstudium an der Uni Hildesheim
„Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“

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In unserer globalisierten Welt sind im Bereich der Fachkommunikation Fachleute gefragt, die mehrsprachige Kommunikationsfähigkeit mit soliden und speziell auf ihre beruflichen Belange ausgerichteten technischen Kenntnissen verbinden. Beim professionellen Übersetzen wie auch in der technischen Redaktion geht es heute zu einem großen Teil um technische Inhalte.

Während des zweijährigen Masterstudiums „Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“ spezialisieren sich die Studentinnen und Studenten auf das Übersetzen oder auf das Erstellen technischer Texte im internationalen Kontext. Das Studium kombiniert sprachlich-übersetzerische und technisch-naturwissenschaftliche Inhalte.

Wer schreibt eigentlich die Bedienungs- und Installationsanleitungen?

„Wir bilden Textdesigner aus, die darauf spezialisiert sind, Dokumente technisch-fachlichen Inhalts zu erstellen und zu übersetzen“, sagt Franziska Heidrich über den Masterstudiengang. Dabei geht es nicht nur um das reine Texten. Weitere Merkmale von Fachdokumenten sind zum Beispiel die besondere Strukturierung und das Zusammenspiel von Text und Bild.

„Unsere Absolventen erstellen und übersetzen Dokumente von Wartungsanleitungen für den Sondermaschinenbau über Softwaredokumentationen, technische Beschreibungen und Schulungsvideos bis hin zu Bedienungsanleitungen für den Endnutzer von Kleingeräten für den Haushalt. Sie warnen vor möglichen Restgefahren, sorgen für Verständlichkeit und leiten so zum kompetenten und sicheren Umgang mit Technik aller Art an. Die Arbeit geht dabei weit über das rein Sprachliche hinaus“, sagt die promovierte Übersetzungswissenschaftlerin.

Eine Grundvoraussetzung für das Erstellen und Übersetzen dieser spezialisierten Fachdokumente ist ein grundsätzliches Verständnis der technischen Inhalte. Deshalb machen die Forschungsteams vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation und vom Institut für Technik die Studentinnen und Studenten mit einem weiten Feld an technischen Themen vertraut. „Wir setzen hier auf 'Technik ohne Mathe'. Die Lehrveranstaltungen der Technik sind in Umfang und Komplexität speziell dafür ausgelegt, ein umfassendes Verständnis technischer Grundlagen zu erwerben, das für das Erstellen und Übersetzen von fachlich geprägten Texten und Dokumenten notwendig ist“, sagt Franziska Heidrich.

„Betrieb, Wartung, Reparatur: Für jede Maschine gibt es eine Anleitung“

Die Studierenden wählen im Studium Schwerpunkte und können sich zum Beispiel auf die Fachkommunikation im Bereich Energietechnik oder auf das Übersetzen von Fachtexten in französischer und spanischer Sprache spezialisieren; oder sie wenden Methoden und Werkzeuge der Sprachtechnologie an und befassen sich mit maschineller Sprachverarbeitung.

Dabei machen sie genau das Gegenteil von Schriftstellern, anders als in literarischen Texten, verwenden sie für jedes Teil das gleiche Wort, arbeiten mit Wortwiederholungen, damit Bauteile in der Konstruktion, der Fertigung, im Vertrieb oder in der Autowerkstatt wieder auffindbar sind.

„Übersetzer und Dolmetscher brauchen wir alle. Sie sorgen dafür, dass man das koreanische Handy auf Deutsch bedienen kann“

Die Absolventinnen und Absolventen haben allerbeste Einstellungschancen auf dem Arbeitsmarkt, erläutert Professor Klaus Schubert. Sie arbeiten im In- und Ausland als Übersetzungsmanager, Technische Redakteure, mehrsprachige Content-Ersteller in der Industrie, bei Dienstleistern oder freiberuflich. Der Bedarf an professionellen technischen Texten in mehreren Sprachen sei gestiegen. „Übersetzer und Dolmetscher brauchen wir alle. Sie sorgen dafür, dass man das koreanische Handy auf Deutsch bedienen kann“, so Schubert.

Das Studium auf dem Hildesheimer Bühler-Campus sei geprägt durch eine persönliche Atmosphäre und die gute Betreuung der Studierenden. „Sprachen und Technik sind in Hildesheim auf besondere Weise miteinander verzahnt. Wir greifen die Inhalte aus den Lehrveranstaltungen der Technik auf und übersetzen technische Texte in den praktischen Lehrveranstaltungen zum Übersetzen“, sagt Franziska Heidrich.

Wer in Hildesheim „Sprachen und Technik“ studiert, habe nicht nur allerbeste Chancen auf dem Arbeitsmarkt, so Heidrich, sondern komme auch in den Genuss eines Masterstudiums in einem freundlichen, persönlichen Umfeld „im Grünen“.

Wer Fragen zum Masterstudium hat, erreicht Dr. Franziska Heidrich unter franziska.heidrich@uni-hildesheim.de.

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Pressemeldungen Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation MA SuT
news-17415 Tue, 10 Sep 2019 08:31:27 +0200 Presseerklärung der Universität Hildesheim: Hofcafé https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/presseerklaerung-der-universitaet-hildesheim-hofcafe/ Die Flutkatastrophe des Jahres 2017 hat allen geschadet und deren Beseitigung stellt eine besondere Herausforderung dar. Den Kulturcampus Domäne Marienburg der Stiftung Universität Hildesheim hat es besonders hart getroffen. Die Schadensbeseitigung dauert bis heute an. Das gilt auch für das Hofcafé, dessen Betrieb von den Mitgliedern der Universität und den Bürgern der Region gleichermaßen geschätzt wird. [Bitte beachten Sie zu dieser Stellungnahme vom 10.09.2029 die untenstehende Ergänzung vom 10.01.2020] Presseerklärung der Universität Hildesheim:

Die Flutkatastrophe des Jahres 2017 hat allen geschadet und deren Beseitigung stellt eine besondere Herausforderung dar. Den Kulturcampus Domäne Marienburg der Stiftung Universität Hildesheim hat es besonders hart getroffen. Die Schadensbeseitigung dauert bis heute an. Das gilt auch für das Hofcafé, dessen Betrieb von den Mitgliedern der Universität und den Bürgern der Region gleichermaßen geschätzt wird. Hierzu stellt die Universität fest:

  1. Das Hofcafé blieb nicht vom Hochwasser verschont. Vielmehr wurde der gesamte Fußboden im Gästebereich, in der Küche, im Kühlbereich, in den Toiletten und in der Heizungsanlage unterspült. Das Mauerwerk ist feucht. Eine grundlegende Sanierung ist deshalb zwingend erforderlich. Es geht nicht um das ob, sondern um das wann. Diese Fakten sind der Universität und dem Pächter bekannt. Deshalb wird gemeinsam nach einer Lösung gesucht.

  2. Die mit dem Pächter diskutierte zeitlich begrenzte Ausweichlösung „Steinscheune“ würde die Universität ca. 350.000 Euro kosten. Eine solche Maßnahme darf nicht aus Steuermitteln, die das Land für den Universitätsbetrieb zahlt, finanziert werden. Diese Option scheidet damit aus.

  3. Gemeinsam mit dem Pächter sucht die Universität eine Lösung, die den Betrieb des Hofcafés längerfristig zum Nutzen aller sichert, die dringend erforderliche Sanierung ermöglicht und gegenüber dem Steuerzahler verantwortet werden kann. Universität und Pächter erarbeiten derzeit gemeinsam ein tragfähiges Konzept.

Ergänzung am 10.01.2020:

Das Hofcafé auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg hat eine Zukunft: Das Hofcafé wird ab November 2020 für ein Jahr in die Räumlichkeiten des „Nil“ im Museum ziehen. In dieser Zeit wird das Gebäude des Hofcafés am Kulturcampus Domäne Marienburg saniert. Danach wird das Hofcafé im November 2021 auf den Kulturcampus zurückkehren.

Gemeinsam mit dem Pächter Helge Peinzger hat sich die Universität Hildesheim daran beteiligt, eine Lösung zu erarbeiten, die den Betrieb des Hofcafés längerfristig zum Nutzen aller sichert, den Beschäftigten eine Perspektive bietet und die dringend erforderliche Sanierung nach der Hochwasserkatastrophe 2017 ermöglicht.

Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 10.01.2020,
„Das ist die Lösung: Hofcafé zieht vorübergehend ins Nil“

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Pressemeldungen
news-17339 Thu, 05 Sep 2019 18:08:00 +0200 Lehrerausbildung an der Uni Hildesheim: Noch freie Studienplätze für das Lehramt an Haupt- und Realschulen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/lehrerausbildung-an-der-uni-hildesheim-noch-freie-studienplaetze-fuer-das-lehramt-an-haupt-und-reals/ Studieninteressierte können sich noch bis zum 30. September 2019 für einen Bachelorstudienplatz im Bereich Lehramt an Haupt- und Realschulen bewerben. Die frühe Unterrichtspraxis ist seit über 70 Jahren ein Kernelement der Hildesheimer Lehrerausbildung. Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten erhalten in Praxisphasen Einblicke in die Schulrealität. Freie Studienplätze an der Universität Hildesheim sind noch in den folgenden Fächerkombinationen im Bereich Lehramt an Haupt- und Realschulen vorhanden, eine Bewerbung ist bis zum 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++] möglich:
  • Mathematik / Biologie

  • Mathematik / Chemie

  • Mathematik / Geographie

  • Mathematik / Physik

  • Mathematik / Politik

  • Mathematik / Technik

  • Mathematik / Wirtschaft

  • Mathematik / Informatik

Hier geht’s zur Online-Bewerbung um einen Studienplatz

Hildesheim ist seit Jahrzehnten bedeutsam für die Schulentwicklung in Niedersachsen: Mit etwa 2600 Studierenden bildet die Universität Hildesheim rund ein Drittel der niedersächsischen Grund-, Haupt- und Realschullehrer aus. Die Universität geht aus der 1946 gegründeten Pädagogischen Hochschule Alfeld hervor.

Die frühe Unterrichtspraxis ist seit über 70 Jahren ein Kernelement der Hildesheimer Lehrerausbildung und bundesweit besonders. Lehramtsstudentinnen und Lehramtsstudenten erhalten in Praxisphasen Einblicke in die Schulrealität, können die Berufswahl überprüfen und in Seminaren die Unterrichtserfahrungen reflektieren.

Die angehenden Lehrerinnen und Lehrer studieren in Hildesheim zwei Unterrichtsfächer. In 23 Fächern – von Deutsch, Physik, Biologie und Mathematik über Sport, Theologie, Kunst und Musik bis zu Englisch, Informatik, Psychologie und Politik – bilden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Hildesheim die künftige Lehrergeneration aus. Hinzu kommen Pädagogik, pädagogische Psychologie sowie Politikwissenschaft, Soziologie oder Philosophie.

Besonderen Wert legt die Universität Hildesheim in der Lehrerausbildung auf die Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit Heterogenität und auf schulpraktische Erfahrungen ab dem ersten Studienjahr. Studierende sammeln wertvolle Praxiserfahrungen an Partnerschulen in Hildesheim, Hannover und der Region und verzahnen Theorie und Praxis. Die Studentinnen und Studenten gehen einmal wöchentlich an einem Vormittag in die Schule und lernen Unterrichtsanalysen und Unterrichtsversuche.

Hier finden Sie weitere Informationen
über das Lehramtsfach Mathematik
auf der Website des Instituts für Mathematik und Angewandte Informatik

Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung
der Universität Hildesheim

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Ang. Erziehungswissenschaft Erziehungswissenschaft Fachbereich 4 Informatik Geographie Biologie & Chemie Mathematik & Angewandte Informatik Physik Technik Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Lehrerbildung
news-17405 Thu, 05 Sep 2019 15:06:59 +0200 Geographen geben Einblicke in die Erdgeschichte: Bodengeographische Exkursion https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/geographen-geben-einblicke-in-die-erdgeschichte-bodengeographische-exkursion/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Institut für Geographie der Universität Hildesheim teilen ihr Wissen. Diesmal laden sie am Sonntag, 15. September 2019, zu einer bodengeographischen Exkursion an die Giesener Teiche ein. Dabei gehen die Forscher auch auf die Folgen der menschlichen Eingriffe seit dem Neolithikum ein. Die Teilnahme an der Exkursion ist kostenfrei. Die Exkursionsroute der Hildesheimer Geographen führt am 15. September 2019 – dem bundesweiten „Tag des Geotops“ – zu den Giesener Teichen und auf die Fläche des ehemaligen Standortübungsplatzes.

Dort erläutert der promovierte Geograph Nico Herrmann anhand der Profilschürfe des neuen bodengeographischen Lehrpfades („Bodenblick Giesener Teiche“) die geologische, geomorphologische und bodengeographische Lage und analysiert Kalksteinböden, Lössprofile und geschichtete Böden auf Tonstein.

Exkursion gibt Einblicke in die Bodenbildung und frühere ackerbauliche Nutzung

„Neben dem tieferen geologischen Untergrund können dabei periglaziale Prozesse der letzten Kaltzeit, holozäne Bodenbildung und frühere ackerbauliche Nutzung im Bodeninventar identifiziert werden. Die sehr kleinräumig differenzierten Standortpotentiale haben bereits lange vor der Nutzung als militärischer Übungsplatz zu sehr unterschiedlicher Landnutzung und Übernutzung geführt“, so Herrmann.

Die Realisierung des bodengeographischen Lehrpfads wurde von der Bingo-Umweltstiftung finanziell und von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hildesheim sowie der Paul-Feindt-Stiftung durch entsprechende Genehmigungen unterstützt.

Trotz der deutlichen Spuren aus der Zeit der Truppenübungen wird die ausgeprägte Differenzierung dieses Naturschutzgebietes in Feuchtbiotope, Kalkmagerrasen und mesophiles Grünland als Ergebnis der geologischen, periglazialen und holozänen Landschaftsgenese lange vor dem wirkenden Menschen fassbar, sagt Nico Herrmann.

Der Geograph der Universität Hildesheim wird auch die Dimensionen der menschlichen Eingriffe seit dem Neolithikum während der Exkursion erläutern.

Kostenfreie Teilnahme an der Exkursion

Die Teilnahme an der Exkursion ist kostenfrei, festes Schuhwerk wird empfohlen. Treffpunkt ist am 15. September 2019 um 13:30 Uhr der Parkplatz am Sportplatz des TSV Giesen (Am Waldstadion 1, 31180 Giesen; Koordinaten: 52°11'31.1"N, 9°53'40.4"E). Die Exkursion endet um 16:00 Uhr und findet bei jedem Wetter statt.

Wer Fragen zur Exkursion hat, erreicht Dr. Nico Herrmann vom Institut für Geographie unter nico.herrmann@uni-hildesheim.de.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Geographie Forschung Startseite
news-17327 Thu, 05 Sep 2019 11:42:00 +0200 Uni Hildesheim bildet Fachkräfte für Erziehung und Bildung aus https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/uni-hildesheim-bildet-fachkraefte-fuer-erziehung-und-bildung-aus/ Die Universität Hildesheim bildet Fachkräfte für pädagogische Handlungsfelder aus, die sich mit Fragen der Erziehung, Bildung, Beratung und Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen befassen. Die Bewerbung um einen Studienplatz im Bachelorstudiengang „Erziehungswissenschaft“ ist noch bis zum 30. September 2019 möglich [VERLÄNGERT!]. Bachelorstudiengang „Erziehungswissenschaft“
Bewerben Sie sich bis zum 30.09.2019 [VERLÄNGERT!]
an der Universität Hildesheim

Die Erziehungswissenschaft gilt als Leitdisziplin für alle pädagogischen Berufe. Sie beschäftigt sich mit Fragen der Erziehung, Sozialisation und Bildung sowie mit pädagogischen Konzepten, Institutionen und Praktiken. Im Bachelorstudium „Erziehungswissenschaft“ an der Universität Hildesheim werden grundlegende Begriffe, Theorien und Methoden vermittelt, um pädagogische Handlungsfelder kennen zu lernen und zu analysieren. Dabei werden gesellschaftliche und historische Dimensionen sowie interdisziplinäre und interkulturelle Bezüge berücksichtigt. Außerdem erwerben Studierende Kompetenzen, um zum Beispiel pädagogische Maßnahmen planen und gestalten zu können und Menschen in ihren unterschiedlichen Bedürfnislagen zu unterstützen.

Für alle Studieninteressierten, die sich für Tätigkeiten in den genannten Bereichen qualifizieren wollen, bietet das Hildesheimer Bachelorstudium Möglichkeiten zu einer breiten wissenschaftlichen und fachlichen Auseinandersetzung. Berufliche Erfahrungen und Vorkenntnisse in pädagogischen Handlungsfeldern können auf das Studium angerechnet werden.

Zu den Studieninhalten gehören unter anderem die Einführung in die Allgemeine Erziehungswissenschaft, die Auseinandersetzung mit Fragen der Erziehung und Bildung im gesellschaftlichen und historischen Kontext sowie mit Themen aus den Bereichen Kindheit, Jugend und Familie. Studierende erlernen quantitative und qualitative sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden und wenden diese auf verschiedene pädagogische Handlungsfelder an.

Pädagogik der Kindheit: Studierende befassen sich mit den Bedingungen des Aufwachsens und der frühen Bildung in Familie, Kita und Schule

Besondere Berücksichtigung im Studiengang erfahren Fragen der „Pädagogik der Kindheit“, die sich mit den Bedingungen des Aufwachsens und der frühen Bildung in Familie, Kita und Schule befassen.

Diese sind zugleich verwoben mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen wie Globalisierung, Pluralisierung und Forderungen nach Inklusion, sie wirken sich auf die Lebenswelten aus und werfen Fragen von Diversität und des pädagogischen Umgangs damit auf.

Deshalb beinhaltet das Studium die systematische Auseinandersetzung mit Diversität und gesellschaftlichen Differenzkategorien wie zum Beispiel Geschlecht, Alter, Religion oder Weltanschauung, sexuelle Identität, Behinderung sowie ethnische und soziale Herkunft.

Forschungsstarkes Team der Universität Hildesheim integriert neueste Forschungserkenntnisse in die Lehre und bindet Studierende in Forschungsprojekte mit ein

Der Studiengang wird von einem forschungsstarken Team verantwortet, das die Studieninhalte an die Dynamiken gesellschaftlicher Wandlungsprozesse anpasst, aktuelle Fragen aufgreift und neuste Forschungsergebnisse in die Lehre integriert.

Interessierten Studierenden wird die Möglichkeit eröffnet, in Forschungsprojekten mitzuarbeiten. Zugleich reagieren die Lehrenden diversitätssensibel auf die Bedarfe der Studierenden und bieten in diesem Zusammenhang ein Mentor*innenprogramm an.

Die freie Wahl eines Nebenfaches, zum Beispiel Sachunterricht, Kunst, Englisch oder Sport, ermöglicht Studierenden eine individuelle Profilbildung.

Berufliche Perspektiven sind vielfältig und reichen von der Familienbildung über Kinder- und Jugendhilfe bis zum Personalwesen und kommunaler Sozialpolitik

Die beruflichen Perspektiven für Absolvent*innen sind gut und vielfältig und beziehen sich auf Handlungsfelder entlang aller Altersgruppen – von der frühen Kindheit bis ins Erwachsenenalter.

So werden Absolvent*innen beispielsweise in der interkulturellen Bildungsarbeit tätig, arbeiten in Unternehmen im Personalwesen beziehungsweise Management, in der Kinder-, Jugend- und Familienbildung, der Kinder- und Jugendhilfe, der Schulsozialarbeit oder in der kommunalen Bildungs- und Sozialpolitik, in der Erwachsenen- und Weiterbildung, ebenso in der Gedenkstättenpädagogik,  der Straffälligen- und Strafgefangenenhilfe oder in der Medienpädagogik.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft
news-17378 Thu, 05 Sep 2019 08:32:30 +0200 Studie: Smartglasses projizieren virtuelle Übertitel im Bühnengeschehen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/studie-smartglasses-projizieren-virtuelle-uebertitel-im-buehnengeschehen/ Theaterbesucher mit einer Hörbehinderung in Hildesheim können „Smartglasses“ aufsetzen und das Theatergeschehen verfolgen, indem die Worte, die sie nicht hören können, als Übertitel virtuell im Bühnenraum projiziert werden. Ein Forschungsteam der Universität Hildesheim kooperiert dafür mit dem Theater für Niedersachsen. Nun sucht die Forschungsgruppe um Professorin Nathalie Mälzer Theaterbesucherinnen und Theaterbesucher, die an der Smartglasses-Studie teilnehmen möchten. Ab November 2019 bis Frühjahr 2020 werden Theaterbesucher mit einer Hörbehinderung in Hildesheim „Smartglasses“ aufsetzen und das Theatergeschehen in einzigartiger Weise wahrnehmen können: Wer eine solche Brille trägt, erlebt, wie Übertitel virtuell im Raum direkt im Bühnengeschehen schweben. So müssen die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht ständig den Blick zwischen Bühnengeschehen und Übertiteln hin und herschweifen lassen. Für die anderen Zuschauerinnen und Zuschauer sind die Übertitel nicht sichtbar und beeinflussen somit nicht die Inszenierung.

Die Studie „Inklusives Theater“ führen Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim unter der Leitung von Professorin Nathalie Mälzer gemeinsam mit dem Theater für Niedersachsen (TfN) und mit Unterstützung der Firma Panthea durch.

Übertitelt wird die Theaterproduktion „Bella Donna“ im Theater für Niedersachsen in Hildesheim. „Um die Qualität dieser smarten Übertitel zu testen, möchten wir schwerhörige und gehörlose Menschen dazu einladen, sich das Stück anzusehen und im Anschluss einen Fragenbogen zu beantworten. Darin stellen wir Fragen zur Lesbarkeit sowie zur Verständlichkeit der Übertitel. Die Studie wird selbstverständlich anonymisiert“, sagt Professorin Nathalie Mälzer.

Zugänglichkeit an Theatern verbessern: Großes Interesse an dem Einsatz der Smartglasses-Technologie

Wie neu oder innovativ ist dieses Vorgehen – dazu erklärt das Forschungsteam: Generell gibt es bisher nur wenig Übertitelungen für Menschen mit einer Hörbehinderung. Im vergangenen Jahr wurde, betreut von Professorin Nathalie Mälzer und Professor Oliver Czulo von der Masterstudentin Linda Stegman am Schauspiel Leipzig ein Pilotprojekt mit Übertiteln für Smartglasses durchgeführt, bei dem einige Zuschauerinnen und Zuschauer anschließend befragt wurden.

Aus der Studie ging hervor, dass großes Interesse an dem Einsatz dieser Technologie für die Verbesserung der Zugänglichkeit an Theatern besteht. Wie Übertitel in einer rasanten Komödie wie „Bella Donna“ Humor transportieren können, wurde bisher noch nicht untersucht.

„Im Rahmen der Kooperation mit der Diakonie Himmelsthür und Aktion Mensch haben wir am TfN mehrere Vorstellungen mit Gebärdensprachdolmetschern organisieren können. Dabei habe ich erst gemerkt, wie ausschließend das Theater für Nichthörende ist. Da muss sich etwas bewegen! Ich bin total gespannt, wie sich das weiterentwickelt. Fantastisch wäre es, wenn wir nicht nur eine ausgewählte Vorstellung mit Gebärdensprachdolmetschern anbieten, sondern an vielen Abenden schwerhörige und gehörlose Menschen mit Smartglasses zwischen den hörenden Zuschauern sitzen und es etwas ganz Selbstverständliches geworden ist, miteinander ins Theater zu gehen “, sagt Theaterpädagogin Bettina Braun.

Gemeinsamer Theaterbesuch von schwerhörigen, gehörlosen und hörenden Zuschauern: „Es sollte etwas  Selbstverständliches werden, miteinander ins Theater zu gehen“

Die Theaterkarten sind für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Studie natürlich kostenlos. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können zwischen zwei Smartglasses-Modellen wählen (Epson Moverion BT-300 und BT-350), die jeweils etwa 70 Gramm wiegen. Beide Modelle können über der eigenen Brille getragen werden. Eine Einführung in die Benutzung findet vor Ort statt.

Die Aufführungen mit smarten Übertiteln finden zwischen Ende November 2019 und Mitte März 2020 voraussichtlich an folgenden Terminen statt:

  • Samstag, 30. November 2019 
  • Dienstag, 17. Dezember 2019
  • Samstag, 21. Dezember 2019
  • Freitag, 10. Januar 2020
  • Mittwoch, 22. Januar 2020
  • Montag, 27. Januar 2020 
  • Sonntag, 2. Februar 2020
  • Samstag, 8. Februar 2020
  • Montag, 17. Februar 2020 
  • Donnerstag, 5. März 2020

Das Hildesheimer Forschungsteam hofft auf zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die durch ihre Mitwirkung an der Studie dabei helfen, Übertitel zu verbessern und den Zugang zum kulturellen Angebot für Menschen mit Hörbehinderung zu erweitern.

Wer an der Studie teilnehmen möchte, kann Prof. Dr. Nathalie Mälzer vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation per Email unter maelzers@uni-hildesheim.de kontaktieren.

Inklusives Theater: Forschung zu Übertiteln in Theaterhäusern

Ein Team um Professorin Nathalie Mälzer entwickelt seit 2015 Übertitel für Theaterstücke. Im Medientextlabor der Universität Hildesheim produzieren Hildesheimer Studentinnen und Studenten des Studiengangs „Medientext und Medienübersetzen“ Texte für den Bühnenraum. Die Ergebnisse der Hildesheimer Forschung sind für Theaterhäuser in Deutschland relevant.

In Deutschland gibt es zwar einige Theater- und Opernhäuser, die bei fremdsprachlichen Inszenierungen Übertitel in anderen Sprachen anbieten. Oben über der Bühne befindet sich dann oft eine dezente LED-Leiste, über die Texte dargestellt werden. Aber in der deutschen Bühnenlandschaft findet man so gut wie keine Übertitel für Menschen mit Hörbehinderung, sagt Professorin Nathalie Mälzer. Die Professorin für Übersetzungswissenschaft entwickelte bereits in der Vergangenheit mit Studentinnen und Studenten und Kooperationspartnern Übertitel für Theaterstücke, die sich an Gehörlose, Schwerhörige und Hörende richten.

In den Projekten kommt als kommunikatives Element der „Übertitel“ zum Einsatz: Worte werden im gesamten Bühnenraum projiziert. Wenn eine Schauspielerin schreit, platzieren die Medienübersetzerinnen und Medienübersetzer das Schriftbild im kompletten Bühnenraum in riesigen Großbuchstaben und umschreiben das Gefühl nicht mit der Formulierung „(schreiend)". Statt Text in eine dezente LED-Leiste zu setzen werden die Übertitel Teil des Bühnenbildes.

Professorin Nathalie Mälzer untersucht in Rezeptionsstudien, wie die Übertitel beim hörenden und nicht hörenden Publikum ankommen. Inwiefern stoßen die Hildesheimer Übertitelungskonzepte bei Jugendlichen und Erwachsenen auf Akzeptanz, verstehen gehörlose Jugendliche und Erwachsene das Theaterstück besser?

Die Hildesheimer Übertitel sind auf den Bühnen keine Fremdkörper, sie sind Teil des Bühnenbildes, manche Texte füllen den ganzen Bühnenraum aus. Die ganze Theaterbühne wird zu einer Projektionsfläche, die Übertitel haben nicht bloß die Funktion, dass die Zuschauer mit einer Hörbehinderung den Inhalt verstehen. Sondern die Übertitel sind auch als ästhetisches Element in den Bühnenraum eingebunden.

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Pressemeldungen Fachbereich 3 Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation
news-17365 Tue, 03 Sep 2019 09:16:00 +0200 Sprachlernprojekt für geflüchtete Kinder und Jugendliche https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/sprachlernprojekt-fuer-gefluechtete-kinder-und-jugendliche-1/ Seit vier Jahren qualifiziert ein Team um Annette Lützel Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim für den Sprachunterricht von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. An zwei Standorten in Hildesheim unterstützen die Studierenden täglich geflüchtete Menschen beim Spracherwerb und bei der Integration in Schule, Alltag und Arbeitswelt. Mittlerweile wurden mehr als 400 Studierende qualifiziert. Eine Zwischenbilanz. Im Wintersemester 2015/16 wurde mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur ein Projekt gestartet, dass Studentinnen und Studenten qualifiziert, um geflüchtete Menschen beim Spracherwerb zu unterstützen.

Ein Team der Universität Hildesheim vermittelt Studierenden in theoretischen Modulen die fachlichen Grundlagen, in einer Praxisphase unterrichten sie Schülerinnen und Schüler mit Fluchthintergrund.

Die fachliche Qualifizierung der Studierenden erfolgt in unterschiedlichen Themenbereichen wie zum Beispiel Diversität, Zweitspracherwerb, aufenthalts- und sozialrechtliche Regelungen für Geflüchtete, Hintergrundinformationen zu Fluchtursachen und Herkunftsländern sowie Umgang mit durch Flucht und Verfolgung traumatisierter Menschen. Des Weiteren gibt es Vertiefungsveranstaltungen zum Unterricht im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“, zur Unterrichtsvorbereitung und zum Thema Alphabetisierung. Nach dem Besuch der Einführungsveranstaltung beginnen die Studierenden mit der Unterrichtsassistenz an den Schulen.

400 Studentinnen und Studenten haben im Sprachlernprojekt seit 2015 geflüchtete Kinder und Jugendliche beim Spracherwerb unterstützt

Das Sprachlernprojekt fand zunächst in der Erstaufnahmestelle für Geflüchtete in Hildesheim statt. Im November 2016 wurde die Erstaufnahmestelle geschlossen, viele Geflüchtete haben nun einen dauerhaften Aufenthalt und benötigen Unterstützung bei der Integration in Schule und Arbeitsmarkt.

Insbesondere die Schulen stehen hier vor einer großen Herausforderung. Das Projekt wird deshalb seit Sommer 2016 an zwei Hildesheimer Schulen, der Grundschule Nord und der Walter-Gropius-Berufsschule, fortgesetzt.  Beide Schulen haben einen großen Bedarf an Sprachförderung, das Sprachlernprojekt bietet hier täglich im Anschluss an den Regelunterricht ein ergänzender Sprachunterricht an. Hier wird – anders als im Regelunterricht – sehr intensiv in kleinen Gruppen gearbeitet. Täglich unterrichten 20 Studierende an den beiden Standorten.

Sprachunterricht an Grundschule und Berufsschule

Das Projekt hat sich seit dem Start sehr gut entwickelt, so die Projektkoordinatorin Annette Lützel. Beide Seiten – geflüchtete Schülerinnen und Schüler als auch Studierende – profitieren sehr von dieser Arbeit. Zuerst hatte sich das Projekt nur an Lehramtsstudierende gerichtet, die im Rahmen ihres Sozialpraktikums teilnehmen. Mittlerweile ist das Projekt auch für Studierende anderer Fachrichtungen, wie zum Beispiel Sozial- und Organisationspädagogik und Erziehungswissenschaften, offen. Viele Studierende treffen im späteren Berufsalltag auf Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund, im Sprachlernprojekt erwerben sie wichtige Kompetenzen für diese Arbeit.

Die Schulen werden durch das Projekt sehr gut in ihrer Arbeit unterstützt, deshalb erhält das Projekt auch eine Förderung durch die Stadt und den Landkreis Hildesheim sowie die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung. Mit einer Unterstützung des Europäischen Sozialfonds hat das Uni-Team seit Januar 2019 das Sprachlernprojekt zusätzlich um eine intensive Unterstützung der Schülerinnen und Schüler im Übergang von der Schule in den Beruf erweitert.

Sommerfest

Am Donnerstag, 5. September 2019, ab 14:00 Uhr lädt das Team des Sprachlernprojekts im Neubau am Hauptcampus zum Sommerfest ein. Wer teilnehmen möchte, wird gebeten sich vorher bitte per E-Mail anzumelden (roeben@uni-hildesheim.de).

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Sozial- und Organisationspädagogik Allg. Erziehungswissenschaft Ang. Erziehungswissenschaft Deutsche Sprache Fachbereich 3 Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Studierendenportal Flüchtlinge
news-17338 Wed, 21 Aug 2019 14:38:41 +0200 Barrierefreie Kommunikation in Hildesheim studieren https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/barrierefreie-kommunikation-in-hildesheim-studieren/ Marie Leusder gehört zur ersten Generation, die sich an der Universität Hildesheim auf die barrierefreie Kommunikation spezialisiert. Der Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“ ist bundesweit einmalig. Es sind noch Studienplätze frei. Die Bewerbungsfrist endet am 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++]. Das Studium beginnt im Oktober 2019. Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“

Bewerben Sie sich bis zum 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++]
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Die Universität Hildesheim bildet im zweijährigen Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“ Fachleute für die barrierefreie Aufbereitung von Informations-, Unterhaltungs- und Kommunikationsangeboten aus. Zu den Studieninhalten zählen neben den Grundlagen der barrierefreien Kommunikation auch Leichte Sprache, Einfache Sprache, Schriftdolmetschen, Unterstützte Kommunikation und assistive Technologien, barrierefreie Rechts- und Online-Kommunikation sowie Gebärdensprache. Es sind noch Studienplätze frei. Die Bewerbungsfrist endet am 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++]. Insgesamt gibt es 20 Studienplätze, das Studium beginnt im Oktober 2019.

Bundesweit einmalig sei dieser Masterstudiengang, sagt Isabel Rink von der „Forschungsstelle Leichte Sprache“ der Universität Hildesheim. „Wir bilden Textexpertinnen und Textexperten aus, die angemessene mündliche und schriftliche Texte für Personen mit Kommunikationseinschränkungen erstellen können. Von der Arbeit in Hildesheim profitieren Menschen mit einer angeborenen oder erworbenen Behinderung, mit divergierenden Bildungschancen oder einschneidenden Lebensereignisse wie zum Beispiel einer Flucht“, so Rink.

„Oft rücken bauliche Maßnahmen ins Bewusstsein, Inklusion bedeutet aber auch, sprachliche Barrieren abzubauen“

Interview mit der Studentin Marie Leusder

Marie Leusder, 23 Jahre, hat im Bachelorstudium an der Universität zu Köln Sonderpädagogik auf Lehramt mit den Fächern mathematische und sprachliche Grundbildung studiert und ihre Bachelorarbeit über Leichte Sprache geschrieben. Über die Recherche für ihre Abschlussarbeit wurde sie auf die Forschung an der Universität Hildesheim aufmerksam und hat sich entschieden, den Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“ in Hildesheim zu studieren.

Frau Leusder, Sie gehören zur ersten Generation des Masterstudiengangs „Barrierefreie Kommunikation“. Was ist Ihr Antrieb, warum haben Sie dieses Studium gewählt?

Ich habe mich in Köln, wo ich im Bachelor studiert habe, sehr wohl gefühlt, ich war am hin- und herüberlegen, ob ich nach Hildesheim zum Masterstudium gehen soll. Je mehr ich mich informiert habe und mit der Studienberatung in Nordrhein-Westfalen sprach, desto klarer wurde mir: Ich möchte mich spezialisieren und barrierefreie Kommunikation in Hildesheim studieren. Inklusion ist ein großes gesellschaftliches Thema, oft – aber auch noch nicht genug – rücken die baulichen Maßnahmen in das Bewusstsein der Bevölkerung, aber dass viele Texte und Sprache viele Leute ausschließen, das ist vielen nicht bewusst.

Warum ist die barrierefreie Kommunikation bedeutsam?

Nehmen wir die Leichte Sprache als Beispiel, eine vereinfachte Variante des Deutschen. Die Leichte Sprache kann sehr vielen Menschen helfen, etwa Menschen mit kognitiven Einschränkungen, aber auch gehörlosen Menschen und Menschen, die aus anderen Ländern kommen und nun in Deutschland leben. Ich habe in Köln in einem inklusiven Café gearbeitet, die Kuchenrezepte wurden in Leichte Sprache übersetzt, das war für die Beschäftigten richtig gut, weil sie eigenständig anhand der übersetzten Rezepte den Kuchen backen konnten.

Wie sind die bisherigen Erfahrungen im Masterstudium – verbinden Sie Theorie und Praxis?

Im ersten Semester hatten wir viel Theorie, etwa eine Vorlesung zur Verständlichkeitsforschung, in der wir uns damit auseinandergesetzt haben, was Texte eigentlich verständlich macht. Im zweiten Semester kombinieren wir die Theorie mit der Praxis, haben Projektseminare. Ich habe zum Beispiele Seminare zu Fachkommunikation und Verständlichkeitsoptimierung, in denen ich mich damit befasse, wie Bedienungsanleitungen verständlich formuliert werden können und an welchen Stellen es hapert und ich habe für das Roemer- und Pelizaeus-Museum für eine Fachtagung zu Kultur und Inklusion Abstracts übersetzt in Leichte Sprache. Wir befassen uns in Zusammenarbeit mit der Diakonie mit unterstützter Kommunikation und assistiven Technologien , wie können Texte über möglichst unterschiedliche Sinne zugänglich gemacht werden – fast wie ein Theaterstück. Bei der Übersetzung muss man viele Seiten mitdenken, die Nutzer, aber auch den Text und Inhalt selber und wo denn die Texte erscheinen.

Wem würden Sie diesen Masterstudiengang empfehlen?

Jedem, der Interesse an Sprache in der Gesellschaft hat. Wie kann Sprache ausschließen und was kann man dafür tun, dass diese Ausgrenzung reduziert und Teilhabe möglich wird? Dafür wollen wir Antworten entwickeln.

Der Blick in die Zukunft: Was möchten Sie in der Gesellschaft mit Ihrer Arbeit im künftigen Berufsleben bewirken?

Ich möchte die Gesellschaft dafür sensibilisieren, Barrieren abzubauen. Es ist ein starker Ausschluss, wenn man sprachlich Barrieren aufbaut. Das Studium an der Universität Hildesheim ermöglicht mir, dazu beizutragen, diese Barrieren abzubauen. Übrigens ist der kleine Studienort kein Schock mehr für mich, im Gegenteil: Dadurch, dass ich vorher an einer riesigen Uni in Köln studiert habe, ist es jetzt voll der Luxus, in einer kleinen Studierendengruppe in Hildesheim zu lernen, die Dozentinnen und Dozenten fordern uns sehr, lassen uns aber nicht fallen. Das ist ein guter Antrieb, um weiterzukommen. Ich fühle mich sehr wohl in Hildesheim und rate jedem: „Geh lieber an eine kleine Uni, da ist die Lehre besser.“

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-17299 Fri, 16 Aug 2019 14:57:00 +0200 IT-Studium: Informatik an der Uni Hildesheim studieren https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/it-studium-informatik-an-der-uni-hildesheim-studieren/ Die Universität Hildesheim sucht die nächste Generation der IT-Studentinnen und IT-Studenten und bietet vielfältige Studienmöglichkeiten. Die Informatik-Studienprogramme der Universität Hildesheim verbinden Praxis und Theorie. Für die IT-Studiengänge können sich Studieninteressierte noch zum Wintersemester bis zum 30. September 2019 für das Bachelorstudium oder Masterstudium bewerben. Die Vorlesungen beginnen im Oktober 2019. Für das Lehramtsstudium (Bachelor), mit der Fachkombination Mathematik/Informatik, ist eine Bewerbung ebenfalls noch möglich. Die Universität Hildesheim bildet im Bachelorstudium und im Masterstudium Informatikerinnen und Informatiker unter anderem in den Studienprogrammen „Wirtschaftsinformatik“, „Angewandte Informatik“ und „Informationsmanagement und Informationstechnologie“ aus. Eine Bewerbung für das Wintersemester 2019/2020 ist noch möglich.

Die Bewerbungsfrist für das Bachelorstudium ist der 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++], für das Masterstudium können sich Studieninteressierte noch bis zum 30. September 2019 bewerben.

Hier geht's direkt zur online-Bewerbung

Die Hildesheimer Informatikstudiengänge verbinden Praxis und Theorie. Neben einer profunden, wissenschaftlichen Ausbildung mit vielfältigen Wahlmöglichkeiten ist ein Wirtschaftspraktikum ist ein fester Bestandteil aller IT-Bachelor-Studiengänge der Universität Hildesheim. Im Praktikum haben Studentinnen und Studenten die Möglichkeit, Erfahrung in der Wirtschaft zu sammeln. Der „Arbeitskreis IT“ unterstützt die Studentinnen und Studenten bei der Kontaktaufnahme zu Unternehmen.

„Unsere Studiengänge decken ein breites Spektrum der IT ab. Außerdem haben die Studierenden umfangreiche Vertiefungsmöglichkeiten, um ihre persönlichen Interessen und Befähigungen besonders zur Geltung zu bringen“, sagt Professor Klaus Schmid, Experte für Softwareentwicklung an der Universität Hildesheim. Die Studentinnen und Studenten entwickeln zum Beispiel moderne Informationssysteme, ein Teilbereich der Informatik, der sich rasant entwickelt.

Hildesheim ist keine Massenuniversität, stattdessen ist das Studium geprägt von viel Interaktion, Austausch und Diskurs. Befragungen von Absolventen und Absolventinnen der Universität Hildesheim zeigen, dass Studierende dieser IT-Studiengänge sehr gute Berufschancen besitzen.

Dies sind die Studiengänge im Kurzüberblick:

„Angewandte Informatik“  

Die Studentinnen und Studenten lernen, wie man große Informationsmengen managt, höchst performante Algorithmen umsetzt und Software wartungsfreundlich gestaltet. Absolventinnen und Absolventen beherrschen moderne Technologien der Softwareentwicklung und sind Spezialisten der Softwareentwicklung. Wer technische Aspekte von Softwareprodukten im Detail verstehen und gestalten möchte, wählt diesen Studiengang.

„Informationsmanagement und Informationstechnologie“ 

Das Auffinden relevanter Informationen stellt heute eine Kernherausforderung in vielen Berufen dar. Absolventen werden auf diese Herausforderung optimal vorbereitet, indem dieser Studiengang Inhalte der Informatik und der Informationswissenschaft verknüpft. Darüber hinaus werden den Studierenden viele Freiräume gelassen, um aus einem breiten Studienangebot auf die eigenen Interessen zugeschnittene Studienprogramme zusammenzustellen.

„Wirtschaftsinformatik“ 

Die Wirtschaftsinformatik betont die Anwendungsperspektive von Informationssystemen. Absolventinnen und Absolventen können Unternehmensprozesse mit IT kontinuierlich verbessern beziehungsweise gänzlich neue digitale Geschäftsmodelle entwickeln. Sie verstehen sowohl die Möglichkeiten der IT als auch die Bedarfe in der Wirtschaft, um betriebliche Anwendungssysteme erfolgreich auswählen, anpassen, betreiben und neu entwickeln zu können. Der Studienverlaufsplan orientiert sich an bundesweit gültigen Rahmenempfehlungen.

Lehramtsstudium mit der Fachkombination Mathematik/Informatik (Polyvalenter 2 Fächer-Bachelor)

Bewerbungsfrist für Lehramt an Haupt- und Realschulen: 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++]

Mögliche Fächerkombinationen für das Lehramt an Haupt- und Realschulen: Mathematik + Informatik // Mathematik + Biologie // Mathematik + Chemie // Mathematik + Geographie // Mathematik + Physik // Mathematik + Politik // Mathematik + Technik // Mathematik + Wirtschaft

Die Universität Hildesheim bildet Lehrerinnen und Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus, zum Beispiel in der Fächerkombination Mathematik und Informatik. Neben Programmieren und Datenbanken gehören auch Algorithmen und Datenstrukturen, Medieninformatik und Systemadministration zum Informatikstudium in Hildesheim. Die Lehramtsstudierenden wählen Schwerpunkte wie Maschinelles Lernen, Softwareentwicklung, Robotik oder Wirtschaftsinformatik. Sie kombinieren die Theorie mit der Praxis und sind schon im ersten Studienjahr an Partnerschulen. Weitere fachdidaktische Praxisphasen folgen im Verlauf des Studiums. Im Fach Mathematik gehören zum Beispiel Lehrveranstaltungen wie Lineare Algebra, Algorithmen und Modellierung, Einführung in die Didaktik und Geometrie zum Lehramtsstudium. Als künftige Lehrerinnen und Lehrer vermitteln sie Kindern eine informatische Grundkompetenz und begleiten Kinder dabei, algorithmische Denkweisen zu verstehen und kritisch damit umzugehen.

Uni-duales Studium im IT-Bereich 

Die IT-Bachelorstudienprogramme Informationsmanagement und Informationstechnologie, Angewandte Informatik und Wirtschaftsinformatik können auch als uni-duale Studiengänge in Kooperation mit Unternehmen studiert werden. Studierende erhalten eine vergütete praktische Ausbildung bei einem Unternehmen und studieren an der Universität Hildesheim in vollem Umfang ihren gewählten IT-Studiengang. Als Abschluss erwerben sie den Bachelor of Science. 

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news-17317 Mon, 12 Aug 2019 08:11:00 +0200 Sprachförderung in Schulen: Professorin Elke Montanari über das Recht auf Bildung https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/sprachfoerderung-in-schulen-professorin-elke-montanari-ueber-das-recht-auf-bildung/ Zur aktuellen Debatte um Sprachförderung in der Grundschule äußert sich Professorin Elke Montanari. Die Sprachwissenschaftlerin verweist auf das Recht auf Bildung und die Bedeutung qualifizierter Lehrerinnen und Lehrer. „Die Studierenden, denen ich begegne, sind höchst motiviert, allen Kindern die gleichen Chancen für die Teilhabe an Bildung zu ermöglichen“, so Montanari über die Hildesheimer Lehrerausbildung. Lehramtstudentinnen und Lehramtstudenten der Universität Hildesheim befassen sich im Studium mit Diversität, Deutsch als Zweitsprache und Bildungsintegration. Montanari erforscht, wie Kinder und Jugendliche, die ohne oder mit kaum deutschen Sprachkenntnissen in die Schulen kommen, die deutsche Sprache erlernen. Mehr erfahren:
Das Zentrum für Bildungsintegration
an der Uni Hildesheim

Zur aktuellen Debatte um Zweitspracherwerb, Sprachdiagnostik und Sprachförderung äußert sich Professorin Elke Montanari. „Deutschland hat die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen mit verabschiedet. Darin ist in Artikel 28 das Recht auf den Schulbesuch verankert. In Deutschland wird dieses Recht durch die Schulpflicht gesichert“, sagt Montanari.

„Die Studierenden an der Stiftung Unviersität Hildesheim, denen ich begegne, sind höchst motiviert, allen Kindern die gleichen Chancen für die Teilhabe an Bildung zu ermöglichen. Das sehen sie als eine der wichtigsten Aufgaben. Und wenn ein Kind bei der Einschulung etwas noch nicht gut kann – die deutsche Sprache, Zählen, Sport oder was auch immer, dann lernt es dieses Kind eben in der Schule. Dafür bilden wir ja die Lehrkräfte aus, und dafür studieren angehende Lehrkräfte an einer Universität, die Diversität wertschätzt.“ 

Die Sprachwissenschaftlerin forscht und lehrt als Professorin für Deutsch als Zweitsprache an der Universität Hildesheim, wo mit etwa 2600 Lehramtsstudierenden etwa ein Drittel der Grund-, Haupt- und Realschullehrer für Niedersachsen ausgebildet werden. In Hildesheim kann das Lehramtsstudium im Fach Deutsch mit einem Doppelstudium zum Master Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache kombiniert werden. Sie befasst sich zum Beispiel mit der Frage, wie Kinder, die ohne oder mit unterschiedlich umfangreichen deutschen Sprachkenntnissen in die Schulen kommen. Die Wissenschaftlerin bildet Lehrerinnen und Lehrer aus, die im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ qualifiziert sind.

Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache
Studium an der Uni Hildesheim

Kurz erklärt: Masterstudium „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“

Die Universität Hildesheim bildet Experten für die Vermittlung der deutschen Sprache aus. Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ sind stark nachgefragt und arbeiten an Schulen und in Verlagen, unterrichten in Sprachkursen weltweit die deutsche Sprache und Kultur oder arbeiten in internationalen Unternehmen – die Berufswege sind vielfältig. 

Die beruflichen Aussichten seien sehr gut, sagt Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache. „Uns werden die Absolventinnen und Absolventen zum Teil abgeworben, bevor sie ihr Masterverfahren beendet haben, also einige haben schon Arbeitsverträge, während sie noch ihre Masterarbeit schreiben“, sagt die Sprachwissenschaftlerin. Die Wissenschaftlerin der Universität Hildesheim forscht und lehrt zu der Frage, wie Kinder und Erwachsene die deutsche Sprache als zweite Sprache erlernen, etwa in Sprachlernklassen an Gesamtschulen und Grundschulen und in Integrationskursen.

„Unsere Absolventinnen und Absolventen finden zum Beispiel zahlreiche internationale Berufsperspektiven in Goethe-Instituten, deutschen Auslandsschulen und an internationalen Universitäten. Vorbereitend können hierzu bereits im Studium Praktika absolviert werden, die frühzeitig zur beruflichen Vernetzung beitragen“,  sagt Montanari. 

Ein weiteres Berufsfeld sind die Verlage und Bildungsinstitutionen, in denen die Hildesheimer Absolventen Lehrwerke und Lehrmittel weiterentwickeln. Ein weiteres großes Arbeitsfeld ist der Bildungssektor, einige Absolventen sind beim Land Niedersachsen tätig und sehr gefragt als Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Schulen.

Die nächsten Masterstudierenden starten im Oktober 2019 in ihr Studium. Das Masterstudium kann auch im Teilzeitstudium studiert werden, die Universität bietet Lehrveranstaltungen berufsbegleitend am Nachmittag oder in Blockphasen an.

Die Universität Hildesheim arbeitet in dem Studiengang mit internationalen Partnern zusammen und kooperiert zum Beispiel mit der deutschen Abteilung der Ain-Shams-Universität in Kairo in Ägypten.

Zur Person

Prof. Dr. Elke Montanari forscht und lehrt seit 2012 als Professorin für Deutsch als Zweitsprache am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim. Sie ist Mitglied im Vorstand des „Zentrums für Bildungsintegration“.

Die Sprachwissenschaftlerin befasst sich in ihrer Forschung mit der Sprachaneignung in unterschiedlichen Lebensphasen, mit Mehrsprachigkeit und Spracherwerb. Die Wissenschaftlerin untersucht zum Beispiel, wie Mehrsprachigkeit in Schulkonzepten verankert werden kann und wie Kinder und Erwachsene eine zweite Sprache erlernen. Elke Montanari bildet an der Hildesheimer Universität Lehrerinnen und Lehrer im Schwerpunkt „Deutsch als Zweitsprache" aus.

Sie befasst sich zum Beispiel mit der Frage, wie Kinder und Jugendliche, die ohne oder mit kaum deutschen Sprachkenntnissen in die Schulen kommen, die deutsche Sprache erlernen. Die Wissenschaftlerin hat sich im vom Land Niedersachsen geförderten Projekt „Umbrüche gestalten” für die Integration der Sprachenförderung und Sprachenbildung in die Lehrerausbildung in Niedersachsen eingesetzt.

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news-17151 Fri, 09 Aug 2019 16:08:00 +0200 Kultur studieren: Bewerbung um einen Studienplatz https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/kultur-studieren-bewerbung-um-einen-studienplatz-1/ Ob Medien, Musik, Theater, Literatur oder Bildende Kunst: Im Bachelor-Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ der Universität Hildesheim kombinieren Studierende Theorie und Praxis. Der Studiengang ist der älteste dieser Art in Deutschland. Es sind noch Studienplätze frei, ein Studienbeginn ist zum Wintersemester 2019/20 möglich. Die Anmeldefrist endet am 9. September 2019. Außerdem bildet die Universität Hildesheim Fachleute für Kulturvermittlung aus, im Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ ist die Bewerbung für einige Fächer noch bis 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++] möglich. Wer Kulturwissenschaften studieren möchte, kann sich ab sofort bis zum 9. September 2019 um einen Platz im Bachelor-Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ der Universität Hildesheim bewerben. Die Anmeldefrist endet am 9. September 2019. Die Bewerberinnen und Bewerber müssen dann noch eine Eignungsprüfung bestehen. Das Studium auf dem Kulturcampus startet im Oktober 2019.

Ab dem ersten Semester verbinden Sie im Studium auf dem Kulturcampus Theorie und Praxis 

Auf dem Kulturcampus der Universität Hildesheim können Studentinnen und Studenten ab dem ersten Semester Theorie und Praxis verbinden – etwa im Projektsemester – und zwischen Fächern wie Literatur, Medien, Kulturpolitik, Musik, Populäre Kultur, Philosophie und Theater wählen. Absolventinnen und Absolventen sind in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in Funk- und Fernsehanstalten, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung tätig.

Der Studiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ ist der älteste Studiengang in Deutschland, der seit 1978 für kulturwissenschaftliche, künstlerische und kulturvermittelnde Berufe qualifiziert. Mehr als 1000 Studierende aus dem deutschsprachigen Raum studieren auf dem mittelalterlichen Burggelände in Hildesheim. Zwei Drittel der Studierenden kommen aus anderen Bundesländern nach Niedersachsen.

Professor Stefan Krankenhagen: „Wir suchen Kultur-Gestalterinnen und Problem-Löser, Komplexitäts-Liebhaber und Vermittlungs-Expertinnen“

„Der Studiengang ist für Studieninteressierte interessant, wenn sie sich auf ein Wagnis einlassen wollen. Das Wagnis, Kunst und ästhetische Praxis aus einer theoretischen und praktischen Perspektive kennen und analysieren zu lernen. Dabei werden sie erkennen, dass es vor allem darauf ankommt, zu klaren Entscheidungen zu kommen: um theoretische Begriffe und ästhetische Praktiken für Erkenntnisprozesse zu nutzen“, sagt Professor Stefan Krankenhagen, Dekan des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs der Universität Hildesheim.

„Wir suchen Kultur-Gestalterinnen und Problem-Löser, Komplexitäts-Liebhaber und Vermittlungs-Expertinnen“, so der Kulturwissenschaftler.

„Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ studieren:
Anmeldefrist endet am 9. September 2019
Zusätzliche Eignungsprüfung am 9. Oktober 2019

+++ Bachelorstudiengang „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ +++ Anmeldefrist endet am 9. September 2019 +++

Ein Studienbeginn zum Wintersemester 2019/20 ist in den Kulturwissenschaften noch möglich. Was müssen Sie tun? Sie bewerben sich über das Online-Portal des Immatrikulationsamts direkt um einen Studienplatz im Bachelor „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“. Die Anmeldefrist endet am 9. September 2019 (Ausschlussfrist). Ihre Bewerbung gilt gleichzeitig als Anmeldung für die Eignungsprüfung, die am 9. Oktober 2019 stattfindet. Sie erhalten vom Immatrikulationsamt dann eine Anmeldebestätigung und alle zusätzlichen Informationen zur Eignungsprüfung.

Bewerben und Einschreiben an der Universität Hildesheim

Hier geht’s direkt zum Online-Portal des Immatrikulationsamts

Informationen zum Ablauf der Eignungsprüfung
im Bachelor „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“

Sie suchen einen Masterstudienplatz? Wie wäre es mit dem Masterstudiengang „Kulturvermittlung“! Bewerben Sie sich bis zum 30. September 2019!

Die Universität Hildesheim bildet Fachleute für Kulturvermittlung aus. Das Masterstudium dauert vier Semester. Typische spätere Arbeitsplätze sind zum Beispiel in der Museumspädagogik, im Marketing von Kulturbetrieben, im Kulturtourismus oder in der Kulturpolitik.

Lesetipp: Süddeutsche Zeitung, 5. Juli 2019, Artikel über Kulturmanagement-Studiengänge in Deutschland, „Mut zum Wandel. Die neue Generation der Kulturmanager will mehr aktuelle Themen in Theater, Konzertsäle oder Museen holen“

Der Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ verbindet wissenschaftliche und praxisorientierte Kenntnisse in den Feldern Kulturpolitik, Kulturmanagement, Kulturelle Bildung mit Kenntnissen in den Künsten und eigener ästhetisch-künstlerischer Praxis.

In Projekten und Kooperationen – etwa mit den Goethe-Instituten weltweit, mit der kulturpolitischen Gesellschaft oder der Bundesvereinigung kulturelle Bildung – können Studentinnen und Studenten professionelle Kompetenzen erwerben und berufliche Netzwerke knüpfen.

„Das sehr breite Angebot lässt Raum für individuelle Profilbildung“, sagt Professorin Birgit Mandel. „Wir suchen kommunikative Persönlichkeiten mit eigener künstlerischer Kompetenz und Gestaltungsfreudigkeit, die auf Basis eines kultur-, kunst- oder sozialwissenschaftlichen Bachelorstudiums, Expertinnen und Experten in der Kulturvermittlung werden wollen.“

Absolventinnen und Absolventen der Kulturmanagement-Studiengänge haben heute gute Berufsaussichten, denn viele Führungskräfte gehen in den Ruhestand, und es gibt zudem viele neue Stellen, sagte Birgit Mandel jüngst der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG.

+++ Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ +++ Fristverlängerung: Bewerbung für einige Fächer noch bis 30. September 2019 möglich +++

Die Bewerbungsfrist für den Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ wurde für die künstlerischen Schwerpunktfächter Literatur, Medien und Musik bis zum 30. September 2019 (Ausschlussfrist) verlängert. Die Verlängerung gilt nicht für die deutsch-französische Studienvariante. Die Auswahlgespräche entfallen. Sofern Studieninteressierte die Zugangsvoraussetzungen erfüllen und die Bewerbung vollständig und fristgerecht einreichen, haben sie den Studienplatz sicher.

Und außerdem....

SAVE THE DATE: 40 Jahre Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim

40 Jahre Kulturwissenschaften
Das große Jubiläumsfest in Hildesheim
18. bis 26. Oktober 2019

Seit 1979 sind etwa 4200 Hildesheimer Kulturabsolventinnen und Kulturabsolventen in Berufe in Theaterhäusern und Verlagen, in Schulen, in der Kulturverwaltung und Kulturellen Bildung bundesweit gelandet und prägen die kulturelle Arbeit in der Bundesrepublik Deutschland mit.

Auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim in Niedersachsen lernen und arbeiten etwa 1300 Studentinnen und Studenten aus allen Bundesländern und dem Ausland sowie rund 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Seit 40 Jahren setzen sich die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Studierenden mit der Praxis, der Theorie und der Geschichte von Künsten und Kulturen der Gegenwart sowie ihrer Vermittlung auseinander.

Bühnen, Ateliers, Übungsräume, ein Fotolabor und Bilddidaktisches Forschungsstudio dienen als Laboratorien, in denen Lehrende und Studierende gemeinsam Wissen experimentell erweitern.

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news-17312 Thu, 08 Aug 2019 11:11:00 +0200 Internationales Informationsmanagement: Digitalisierung und Globalisierung studieren https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/internationales-informationsmanagement-digitalisierung-und-globalisierung-studieren/ Der Studiengang „Internationales Informationsmanagement“ verbindet Informationswissenschaft und Interkulturelle Kommunikation. Studentinnen uns Studenten befassen sich mit dem Umgang mit Informationen und internationalen Kontexten. Studieninteressierte können sich noch bis zum 30. September 2019 [+++VERLÄNGERT+++] einschreiben, das Bachelorstudium an der Uni Hildesheim ist zulassungsfrei. Noch einschreiben bis zum 30. September 2019 +++VERLÄNGERT+++
„Internationales Informationsmanagement“ (IIM) studieren
Dieses Jahr ist IIM zulassungsfrei!
Hier geht's direkt zur Einschreibung

Der Bachelorstudiengang „Internationales Informationsmanagement: Informationswissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“ (IIM) greift zwei Trends unserer Wirtschaftswelt auf: Die Globalisierung sorgt für immer mehr interkulturelle Kommunikation und die Digitalisierung erfordert zunehmend Experten für die Informationsversorgung, erläutert der Informationswissenschaftler Professor Thomas Mandl.

Informationsversorgung muss professionell erfolgen, um auf Märkten und bei Kunden Erfolg zu haben. Die Informationswissenschaft bietet dafür das Rüstzeug mit Kursen zu Informationsmanagement, Informationssuche, Digitaler Kommunikation und Mensch-Maschine Interaktion.

Im Bereich der Interkulturellen Kommunikation untersuchen Studentinnen und Studenten Kommunikationsprozesse, die durch Interkulturalität und Mehrsprachigkeit gekennzeichnet sind. Sie analysieren Kulturkontakte und zum Beispiel interkulturelles Verhandeln oder interkulturelle E-Learning-Module und Trainings. Auch die medialen Rahmenbedingungen moderner digitaler Kommunikation spielen dabei eine wichtige Rolle.

Der Bachelor „Internationales Informationsmanagement“ bietet mehrere Möglichkeiten, das Studium individuell und international zu gestalten:

  • Spezialisierung auf einen Schwerpunkt

  • Zwei Nebenfächer aus mehreren Möglichkeiten (zum Beispiel BWL, Medien, Psychologie)

  • Auslandssemester an einer der über 150 Partnerhochschulen

  • Möglichkeit, an einem Doppelstudiengang mit Russland teilzunehmen

  • Im Master: Möglichkeit an einem Doppelstudiengang mit Korea teilzunehmen

Weitere Informationen zum Bachelor IIM

Neuigkeiten rund um den Studiengang IIM im Blog

Beschreibung des Studiengangs IIM

Wie geht es nach dem Studium weiter? Steffen Weichert und Miray Soyak geben Einblicke in die Berufswege:

Im Podcast des Instituts für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie geben Lehrende und Absolventinnen und Absolventen Einblicke in die Berufswege nach dem Studium „Internationales Informationsmanagement“.

„Ich habe im Studium Vorlesungen zu Mensch-Maschine-Interaktion besucht und dann das Thema, was mich heute beruflich begleitet, entdeckt: Usability. Es geht darum, die Nutzerperspektive einzunehmen“, sagt Steffen Weichert (Interview hören: hier geht's zum Podcast). Der Informationswissenschaftler befasst sich mit der Interaktion zwischen Mensch und Maschine, er hat an der Universität Hildesheim „Internationales Informationsmanagement“ studiert. An der Uni gibt es ein „Usability-Labor“, in dem Studentinnen und Studenten mit Eye-Tracking-Geräten und Analyse-Software arbeiten, um Nutzertests mit Aufmerksamkeitsanalysen umzusetzen.

Nach dem Studium ist er in einer Agentur in Hannover gelandet, die sich auf Usability spezialisiert hat. „Ich erhebe bei bestehenden Systemen von kleinen bis sehr großen Unternehmen, wie nutzerfreundlich denn deren Software oder Website aufgebaut ist und verbessert werden kann. In anderen Projekten arbeite ich in der Entwicklung von interaktiven Systemen und Mensch-Maschine-Interfaces“ , so Winter. Außerdem arbeitet er im Wissenstransfer, bringt Unternehmen und der nächsten Generation der Studentinnen und Studenten, bei, wie man benutzerfreundliche Anwendungen entwickeln kann. Er arbeitet als Lehrbeauftragter an der Uni und teilt sein Wissen und die Methoden aus der täglichen Arbeit. Das Hildesheimer Studium habe ihn zum Beispiel darauf vorbereitet, „eine Eye-Tracking-Auswertung zu machen, mit kulturellen Herausforderungen in Projekten umzugehen, die weltweit stattfinden, oder computervermittelte Kommunikation zu verbessern. Alles, was mit im Studium begegenet ist, begegnet mir heute im Beruf. Eine der wichtigsten Fähigkeiten, die ich an der Uni erlernt habe, ist, mit Chaos umzugehen, dann ist man nicht frustriert, wenn nicht alle Lösungen da sind, in der Informationwissenschaft in Hildesheim erarbeiten Studierende Lösungen selber und warten nicht, bis jemand einem eine Lösung für ein Problem bringt.“

Auch Miray Soyak (Interview: Hier geht's zum Podcast) hat an der Universität Hildesheim im Bachelor „Internationales Informationsmanagement“ studiert und technische sowie sprachwissenschaftliche Aspekte kombiniert. Heute arbeitet sie in Hamburg in einer Agentur für Online-Marketing. „Die Arbeit ist kreativ, interkulturell, die Zielgruppen in meinem Berufsalltag sind vielfältig. Es ist ein spannendes Arbeitsfeld, es ändert sich viel im Online-Bereich, etwa durch die Datenschutzregelungen und es ist spannend zu beobachten, wie Werbung im Internet funktioniert. Ich befasse mich mit Kennzahlen und bin im Performance-Marketing tätig, ich spezialisere mich auf das Marketing in Social Media, welche Wünsche haben die Kunden, was möchten sie erreichen und mit welcher Strategie und welchen Kanälen sollen welche Kennzahlen erreicht werden?“, sagt Miray Soyak, die sich in ihrer Abschlussarbeit mit der Markenwahrnehmung auf Instagram beschäftigt hat.

Konsekutive Masterstudiengänge nach dem BA IIM:

Master „Internationales Informationsmanagement – Informationswissenschaft“

Master „Informationsmanagement – Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“

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news-17308 Wed, 07 Aug 2019 11:22:00 +0200 Umgang mit Forschungsdaten: Kultur der wissenschaftlichen Integrität https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/umgang-mit-forschungsdaten-kultur-der-wissenschaftlichen-integritaet/ Annette Strauch ist an der Universität Hildesheim für das Forschungsdatenmanagement zuständig. Im Interview gibt die Wissenschaftlerin Einblicke in ihre Arbeit und spricht über das Management von Forschungsdaten in der Wissenschaft. Forscherinnen und Forscher sollten „den kompletten Forschungsprozess dokumentieren“, sagt Strauch. Wer kann sich an Sie wenden?

Alle, die hier forschen, können sich an mich wenden. Jede Professorin, jeder Doktorand, jede Studentin kann mich in der Universitätsbibliothek kontaktieren und Beratung zum Management von Forschungsdaten in Anspruch nehmen und Fragen rund um das Datenleben stellen. Die Erstsemester im Bachelor können mich übrigens genauso anrufen – der wissenschaftliche Nachwuchs ist die Zukunft. Wenn Studienanfängerinnen und Studienanfänger früh mit dem Forschungsdatenmanagement in Berührung kommen, ist das eine wichtige Grundlage für ihren weiteren Werdegang in der Universität. Ich biete Kurse und Workshops an. [weitere Informationen finden Sie hier und im Veranstaltungskalender]

Wie wird diese Beratung angenommen?

Das Angebot wird sehr gut angenommen, täglich nutzen in meinem Büro Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und auch Studierende die Beratung rund um das fachspezifische Forschungsdatenmanagement. Es entstehen Synergien, wenn ich eine Mustereinwilligung in der Psychologie vorliegen habe und ich dann am kulturwissenschaftlichen Fachbereich ein ähnliches Gespräch führe, können wir für alle Fachbereiche neue Lösungen für das Forschungsdatenmanagement schaffen und voneinander profitieren. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Forschungsteams zusammenarbeiten und ihre Daten gemeinsam managen, etwa im Forschungsprojekt „revamp2“ aus dem Bereich „Software Systems Engineering“. Mit dem Team um Professor Klaus Schmid stehe ich im Austausch rund um das Thema „Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten“ für seine Projekte.

„Umgang mit Forschungsdaten und Forschungssoftware innerhalb einer Kultur der wissenschaftlichen Integrität an der Universität Hildesheim“

Welche Bedeutung hat das Forschungsdatenmanagement für die Universität Hildesheim?

Es gibt kaum einen Fachbereich oder ein Institut, das heute nicht Forschungsdatenmanagement betreibt. Gutes, vertrauenswürdiges Datenmanagement ist von strategischer Bedeutung für die Universität Hildesheim insgesamt und für die Weiterentwicklung der Universitätsbibliothek im Bereich forschungsnaher Serviceleistungen. Die Universitätsbibliothek hat sich deshalb frühzeitig positioniert und entwickelt ihre Dienste für die Wissenschaft, Lehre und Forschung kontinuierlich weiter. Es gibt einen engen Austausch mit den Forscherinnen und Forschern. Die Publikation von Forschungsdaten ist Teil der Forschung. Wir betreiben nachhaltiges Forschungsdatenmanagement und haben Servicestrukturen entwickelt. Man kann Forschungsdaten heute im Zuge der Digitalisierung mehr und mehr teilen. Forschungsdaten, die an der Universität Hildesheim entstehen, sind sehr wichtig auch für andere Universitäten in Deutschland sowie global. Man sollte die Nachhaltigkeit und Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten im Blick haben, damit Forschungsdaten in Suchmaschinen national und international verknüpft und aufgefunden werden können. Die Forschung aus Hildesheim soll nachhaltig für alle, national und international, sichtbar werden. Selbst dort, wo sensible Daten anfallen, werden zwar nicht die Daten geteilt, aber die Erkenntnisse und Forschungspublikationen.

Inzwischen ist ein Jahr vergangen seitdem Sie an der Universität Hildesheim die Stelle im Forschungsdatenmanagement angetreten haben. Der Umgang mit Daten in der Forschung erfordert viel Sorgsamkeit. Was leistet die Stelle „Forschungsdatenmanagement“, was vorher die Fachbereiche alleine organisieren mussten? Was für eine Hilfestellung bieten Sie?

Es gibt Fragen, die immer wieder auftauchen, etwa zur Speicherung und Archivierung, zu rechtlichen Aspekten, zu Datenmanagementplänen und zur Datensicherheit. Früher hat jedes Institut, wenn überhaupt, das Forschungsdatenmanagement mehr oder weniger alleine gemacht. Nehmen wir als Beispiel die Mustereinwilligungen, jedes Institut hat von vorne angefangen und eigene Dokumente erstellt. Ich möchte die Mustereinwilligungen künftig auf der Website zum Download anbieten, daran kann man sich orientieren, das spart Zeit.

Sie unterstützten Forscherinnen und Forschern auch bei Projektanträgen.

Gemeinsam mit dem Team der Forschungsförderung und unserem Datenschutzbeauftragten Professor Thomas Mandl unterstützen wir zum Beispiel Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Antragsverfahren etwa bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) oder beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Es ist wichtig, einem Forschungsantrag einen Datenmanagementplan beizufügen, in dem Angaben zur Speicherung und zu den Kosten für das Management gemacht werden; die DFG etwa bewilligt auch Mittel dafür. So können Daten zum Beispiel in der Politikwissenschaft in Fachrepositorien gespeichert und gefunden werden. Hier gibt es einen sehr hohen Informationsbedarf. Das Software-Werkzeug RDMO hat die Universität Hildesheim 2018 reibungslos installiert, um Datenmanagementpläne gut und einfach schreiben zu können. Jetzt wird das Werkzeug weiter an das institutionelle und fachspezifische Umfeld in den Instituten angepasst. Was in einen Datenmanagementplan gehört, ist sehr häufig die Frage von Forscherinnen und Forschern, wenn es um das Schreiben von Projektanträgen geht. Welche Daten fallen überhaupt an? Wie werden sie dann erhoben und dokumentiert? Werden Metadaten und ethische sowie rechtliche Aspekte berücksichtigt und wie werden die Daten gespeichert? Das sind einige Fragen, die ein Datenmanagementplan beinhalten kann.

Sie beschäftigen sich auch mit Fragen zur Speicherung von Forschungsdaten und mit Repositorien, also den Orten zur Aufbewahrung der Daten. Warum ist das wichtig?

Seit dem Frühjahr 2019 ermittele ich die Speicherbedarfe. Ich konnte mir einen ersten Überblick über den gegenwärtig praktizierten Umgang mit Forschungsdaten verschaffen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben den Wunsch nach Beratung zum Organisieren, Strukturieren, aber besonders die Anforderung nach verlässlichem Speicher deutlich gemacht. Um für diese Anforderungen passende Infrastrukturen finden und entwickeln zu können, bin ich derzeit im Austausch mit allen Fachbereichen und Instituten. Ich befasse mich mit dem Umfang der Forschungsdaten, das heißt, was fällt an? Ich möchte dabei wissen welche Datentypen und welche Datenformate in den einzelnen Projekten anfallen sowie das geschätzte Volumen der Forschungsdaten (ungefähre Größenordnung, das heißt weniger als 100 GB, 1 TB, 10 TB, 100 TB). Außerdem sind Aussagen zur Datenqualität sehr wichtig und ob die Daten schutzwürdig oder öffentlich sind. Antworten auf die Frage nach dem Speicherbedarf und Volumen zu erhalten, wird dabei helfen, technische Lösungsansätze für ein generisches, fächerübergreifendes und fachspezifisches Forschungsdatenmanagement zu schaffen und unter Berücksichtigung der lokalen Anforderungen und Bedarfe, den sicheren Betrieb von Datenspeichern und Infrastruktur zu gewährleisten und zu erweitern. Den Regeln der Guten Wissenschaftlichen Praxis folgend sollen Forschungsdaten in der eigenen Einrichtung oder in einer fachlich einschlägigen, überregionalen Infrastruktur für mindestens 10 Jahre archiviert werden. Am 1. August 2019 trat der Kodex der DFG in Kraft [PDF]. Der Kodex betont die Sicherung von Forschungsergebnissen in Repositorien mit Beachtung der fachspezifischen Standards.
Eine Definition von Forschungsdatenrepositorien ist, dass sie Dokumentenserver sind, auf denen Forschungsdaten archiviert sind. Als Forscherin und Forscher bin ich durch Datenzitation meine DOI für das Forschungsdatum sichtbar. In vielen Gesprächen in allen Fachbereichen wurde der Wunsch geäußert, dass die Forscherinnen und Forscher der Universität Hildesheim zum längerfristigen Aufbewahren und Publizieren, neben externen Repositorien ihre Daten lokal speichern möchten, beispielsweise wenn es sich um sensible Daten handelt oder um Daten von Social-Media-Plattformen, an denen die Rechte fehlen. Die meisten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, mit denen ich sprach und was ein Ergebnis einer hochschulweiten Umfrage war, haben allerdings noch nie Daten in einem Repositorium abgelegt, wobei zu bemerken ist, dass viele hier beabsichtigen, in Zukunft ein Repositorium zu nutzen, entweder ein lokales, wenn angemessen oder ein institutionelles. Die Kooperationen mit GESIS und Qualiservice in den Sozialwissenschaften zur längerfristigen Speicherung und Archivlösung werden als ein Beispiel in diesem Zusammenhang ausgebaut.

Der Umgang mit Forschungsdaten ist essentiell für die wissenschaftliche Tätigkeit. In „coffee lectures“ kommen Sie mit Studierenden und Forscherinnen und Forschern zusammen.

Ich lade mehrmals im Semester zu den „coffee lectures“ ein, man kommt bei einem Tee oder Kaffee eine dreiviertel bis eine Stunde zusammen, es beginnt immer um 12:30 Uhr. Die meisten haben nicht viel Zeit. Da ist das Angebot in der Mittagspause genau das richtige. Wir tauschen uns im Wintersemester 2019/20 aus über das „Organisieren und Arbeiten: Workflows im Forschungsdatenmanagement“ (23. Oktober 2019), die Kulturwissenschaftlerin Kristina Petzold gibt Einblicke in ihre Arbeit mit Datenmengen im Projekt „Rez@Kultur“ und mit welchen Werkzeugen sie arbeitet. Dann geht es am 8. November 2019 weiter mit einem Gespräch über „Syncing und Sharing (Academic Cloud)“, am 20. November 2019 sprechen wir über den „Zugang zu Forschungsergebnissen: Open Access“ und am 4. Dezember 2019 tauschen wir uns über das „Aufbereiten und Veröffentlichen“ und die Metadaten aus. Ob Student oder Professorin – alle Mitglieder der Universität Hildesheim sind herzlich eingeladen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Sie kommen von einer internationalen Konferenz in Astana in Kasachstan, wo Sie eine „Keynote-Rede“ zum Forschungsdatenmanagement gehalten haben. Was war dort Ihre Botschaft auf der internationalen Fachebene?

Ich konnte zeigen, dass die Universität Hildesheim eine feste Stelle für das Forschungsdatenmanagement eingerichtet hat und diese Aufgabe ernst nimmt. Bei vielen Kolleginnen und Kollegen in der internationalen Forschungsdaten-Community aus den wissenschaftlichen Bibliotheken und den Rechenzentren kam das sehr gut an. Wir sind in Hildesheim vorne mit dabei, es ist besonders. Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung des Rechenzentrums, der Universitätsbibliothek, des Arbeitskreises Datenschutz und der Hochschulleitung. Viele Externe bewundern das, an manchen anderen Universitätsstandorten gibt es solche Stellen immer noch nicht.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kontakt zum Forschungsdatenmanagement

Mit allen Fragen rund um das Forschungsdatenmanagement können Sie sich jederzeit an fdm@uni-hildesheim.de oder direkt an Annette Strauch (E-Mail annette.strauch@uni-hildesheim.de) wenden.

Aufruf: Bitte um Beteiligung an der Ermittlung des Bedarfs an Speicherung (falls noch nicht geschehen)

Forschungsdatenmanagement beschränkt sich nicht auf die technische Speicherung und Archivierung, dennoch ist es im Sinne der guten wissenschaftlichen Praxis und für die Universitätsbibliothek und das Rechenzentrum essentiell, die Speicherbedarfe der jeweils laufenden Projekte zu kennen, um technisch für alle Forscherinnen und Forscher eines Projektes die besten infrastrukturellen Dienste zur Verfügung stellen zu können und um bestehende Basisdienste weiterzuentwickeln.

Annette Strauch bittet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Hildesheim, sich an einer Umfrage über den Umfang der Forschungsdaten in aktuellen Forschungsprojekten zu beteiligen. Wenn Sie sich an der Umfrage beteiligen möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail an annette.strauch@uni-hildesheim.de. Einen Link mit Informationen finden Sie hier.

Das nachhaltige Forschungsdatenmanagement betrifft jede Hochschule, auch im Hinblick auf eine Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI).

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Fachbereich 3 Universitätsbibliothek Einrichtungen Fachbereich 1 Forschung Startseite
news-17324 Mon, 05 Aug 2019 00:00:00 +0200 Feierstunde des Fachbereichs 4: 52 Absolventinnen und Absolventen erhielten ihre Urkunden https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/feierstunde-1/ Der Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ hat in einer Feierstunde 52 Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge Wirtschaftsinformatik, Informationsmanagement und Informationstechnologie, Umweltsicherung, Umweltwissenschaft und Naturschutz sowie Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung ihre Bachelor- und Masterurkunden überreicht. Zudem wurden Preise verliehen. Am Nachmittag der Mittsommernacht am 22. Juni erhielten 52 Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge Wirtschaftsinformatik, Informationsmanagement und Informationstechnologie, Umweltsicherung, Umweltwissenschaft und Naturschutz sowie Umwelt, Naturschutz und Nachhaltigkeitsbildung ihre Bachelor- und Masterurkunden. Dekan Prof. Dr. Klaus Schmid führte gemeinsam mit Studiendekan Prof. Dr. Boris Girnat sowie den Studiengangsbeauftragten durch das Programm.

Neben den Bachelor- und Masterabsolvent_innen durften sich neun herausragende Studierende über Glückwünsche freuen: Sie erhielten eine Auszeichnung für Bestleistungen in den jeweiligen Studiengängen.

Die Auszeichnungen als beste Studierende erhielten:

  • Bachelor IMIT: Diana Lange

  • Master IMIT: Niklas Melcher, Anna Kardziev, Mofassir Ul Islam Arif, Jan Forkel

  • Bachelor WINF: David Walter

  • Bachelor Umweltsicherung: Jenny Dreblow

  • Master UNN (inkl. UWN): Moritz Sandner

Arwed-Löseke-Preis für Wirtschaftsinformatik

Als besondere Auszeichnung wurde der Arwed-Löseke-Preis für Wirtschaftsinformatik vergeben, der seit jeher tief mit dem Unternehmer Dr. h.c. Arwed Löseke verbunden ist, der sich in herausragender Weise für Hildesheim als Wissenschaftsstandort eingesetzt hat. Ein besonderes Interesse hatte er im Bereich Wirtschaft und Informatik. Die Stiftungsuniversität ehrt sein Andenken durch die jährliche Vergabe des Arwed-Löseke-Preises für Wirtschaftsinformatik. Der Preis wird seit dem Jahr 2015 vergeben. Dabei wird der Arwed-Löseke-Preis durch den Fachbereichsrat an die/den best_en Studierende_n der Wirtschaftsinformatik vergeben. In diesem Jahr erhielt Dennis Reichle den Preis.

Sebastian-Thrun-Preis

Der Sebastian-Thrun-Preis wird an eine_n Absolvent_in im B.Sc. oder M.Sc. IMIT oder einen Promovierten der Informatik vergeben. Der Preis zeichnet besonders hervorragende Leistungen im Studium und in der Forschung auf dem Gebiet der Informatik aus. Dieses Jahr wurde der Preis an Thorsten Schoormann und Maren Stadtländer vergeben. Der Sebastian-Thrun-Preis wird seit 2014 vergeben. Er beinhaltet einen Besuch in den USA bei Sebastian Thrun, dem Erfinder der selbstfahrenden Autos und einem der einflussreichsten Denker in der Welt der künstlichen Intelligenz. Thrun hat in den 1980er Jahren an der Universität Hildesheim Informatik studiert und ist ihr als Förderer erhalten geblieben.

Dank

Besonderer Dank geht an die Alumnigesellschaft der Universität Hildesheim, die die Absolvent_innenfeier seit Jahren finanziell unterstützt, an den Gastredner Herrn Prof. Dr. Theo Stracke sowie an die vielen fleißigen Helferinnen und Helfer, ohne die diese Feier nicht möglich wäre.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik Informatik Geographie Biologie & Chemie Mathematik & Angewandte Informatik Physik Technik
news-17304 Fri, 02 Aug 2019 15:32:00 +0200 „Das Denken macht weder vor nationalen noch sprachlichen Grenzen Halt“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/das-denken-macht-weder-vor-nationalen-noch-sprachlichen-grenzen-halt/ Wie das Unendliche im Endlichen erscheinen kann, untersuchen Philosophen und Theologen in einem internationalen Forschungsnetzwerk. Die Zusammenarbeit über Sprach- und Ländergrenzen hinweg ist von essentieller Notwendigkeit. Eine Begegnung mit den Professoren René Dausner und Jakub Sirovátka in Hildesheim. „Philosophie und Theologie sind eine Reflexion des Lebens. Sie kommen auf das Leben zurück“, sagt Professor Jakub Sirovátka, Associate Professor für Philosophie an der Südböhmischen Universität in Budweis, im Süden Tschechiens.

Der tschechische Philosoph war als Gastwissenschaftler im Rahmen eines ERASMUS+-Austauschs am Institut für Katholische Theologie der Universität Hildesheim, um die gemeinsamen Forschungsbeziehungen zu pflegen. Mit dem Hildesheimer Theologen Professor René Dausner verbindet den Philosophen zum Beispiel die Forschung über den französisch-litauischen Philosophen Emmanuel Levinas, der sich auch zu religionsphilosophischen Fragen geäußert hat.

„Man man liest die Tradition anders mit Hilfe des zeitgenössischen Denkens“

Beide wirken in einem internationalen theologisch-philosophischen Forschungsnetzwerk mit, befassen sich etwa mit der Grundfrage, wie das Unendliche im Endlichen erscheinen kann, „ohne dass das Unendliche mit dem Endlichen einfach identisch wird und ohne dass das Unendliche keine Bedeutung mehr für das Endliche hätte“, so René Dausner.

Ein philosophisch-theologisches Gespräch zu führen, das auf der Höhe der Zeit und denkerisch anschlussfähig ist, sei eine der großen Herausforderungen. Hier könne die Phänomenologie sehr viel beitragen.

„Was uns verbindet, ist, dass wir beide im Grenzbereich zwischen Philosophie und Theologie arbeiten. Man kann sich gegenseitig bereichern, weil man an einer gemeinsamen Sache arbeitet und trotzdem aus einem etwas anderen Blickwinkel“, so Jakub Sirovátka. „Wir möchten das Gespräch über das Göttliche, das Heilige, das Metaphysische mit dem heutigen Denken führen. Das bedeutet nicht, dass man die alte Lektüre zur Seite schiebt, aber man liest die Tradition neu oder anders mit Hilfe des zeitgenössischen Denkens.“ So kommen neue Perspektiven auf, sagt der Philosoph.

„Jeder von uns hat Erfahrungen, die einen über sich hinaustragen, etwa Liebe oder Freundschaft“

Was meinen die beiden Forscher mit dem Gedanken, dass das Unendliche im Endlichen erscheinen kann? Es sei alltäglich und banal zu sehen, dass „jeder von uns Sachen hat, die für einen heilig sind. Da muss man nicht gläubig sein, das kann alles mögliche sein. Jeder von uns – so würde ich behaupten – hat auch Erfahrungen, die einen über sich hinaustragen, ob das Liebe ist, oder Freundschaft. Es sind Erfahrungen des Selbstüberschreitens“, so Jakub Sirovátka. Diese Erfahrungen, die jeder Mensch hat, seien besondere Erfahrungen. Sirovátka spricht von „Erfahrungen der Selbsttranszendenz“.

„Unsere Alltagserfahrungen, mögen sie noch so säkular sein, zeigen Spuren des Transzendenten oder Heiligen“, sagt René Dausner. Ein Beispiel sei die Bewegung „Fridays for Future“, wo Greta Thunberg, eine Sechszehnjährige, auftritt, und sagt: Wir müssen etwas tun für unsere Zukunft. „Sie elektrisiert im Grunde eine ganze Jugendbewegung, die ja lange als unpolitisch galt, und hat es mit anderen zusammen geschafft, die Jugend dazu zu bringen, sich die Frage zu stellen: Was für Zukunftsmöglichkeiten haben wir denn? Und – dass es überhaupt Zukunft geben soll, dass wir nicht nur jetzt leben und uns auf unser Leben beschränken, sondern dass wir vielleicht auch uns einschränken müssen, um der Zukunft willen. Es sind ethische und theologische Grundsatzfragen, die in die unmittelbare Erfahrungswelt von uns Menschen hineingehören“, so Dausner.

Ein weiteres Beispiel für praktische Konsequenzen eines theoretischen Denkens führt Sirovátka an: „Mit Hans Joas könnte man sagen, eine jede Person ist heilig, aber nicht im religiösen Sinne. Deshalb empören wir uns, wenn Menschen gequält werden, wenn gegen Menschenrechte gehandelt wird.“

Internationale Zusammenarbeit ist für Forschung von essentieller Notwendigkeit

„Die internationale Zusammenarbeit ist für unsere Fragestellungen von essentieller Notwendigkeit“, sagt René Dausner. „Es geht nicht um eine nationale Idee oder nationales Denken, das Denken ist länderübergreifend. Und die Sprache spielt insofern eine große Rolle, als das Denken sich nicht auf eine Sprache begrenzen lässt, in unserem Forschungsnetzwerk lesen wir gemeinsam französische Philosophen, sind permannet mit anderen Sprachen konfrontiert. Das Denken macht weder vor nationalen noch sprachlichen Grenzen Halt.“

„Unsere Stärke ist die Pluralität der Sprachen und Kulturen – nicht, in dem Sinne, dass man eine andere Kultur schlecht macht, sondern, indem man sich von ihr bereichern lässt“, sagt Jakub Sirovátka.

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news-17300 Tue, 30 Jul 2019 14:16:00 +0200 Multilingualism and Diversity Education: Tagung am Bühler-Campus https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/multilingualism-and-diversity-education-tagung-am-buehler-campus/ 25 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sieben Ländern diskutierten in Hildesheim über „Multilingualism and Diversity Education“. Die Summer School bietet eine internationale Plattform für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie fortgeschrittene Masterstudierende.

25 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Spanien, Iran, Kamerun, Kanada, Schweden und Norwegen nahmen an der Summer School „Multilingualism and Diversity Education“ teil. Am Bühler-Campus der Universität Hildesheim diskutierten sie in der fünftägigen Veranstaltung über Forschungserkenntnisse im Themenfeld der Mehrsprachigkeit.

„Die Summer School Multilingualism and Diversity Education bietet eine internationale Plattform für Nachwuchswissenschaftler*innen, Promovenden und fortgeschrittene Masterstudierende, um auf hohem Niveau intensiv über aktuelle Forschungsfragen der Mehrsprachigkeit und der Vielfalt zu diskutieren. Im Vordergrund steht die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Studierende und Promovenden sollen ihre Fragen stellen dürfen und international profilierte Wissenschaftler*innen kennen lernen können“, sagt Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache.

In der fünftägigen Sommerschule stellten unter anderem Professorin Elena Nicoladis von der University of Edmonton (Alberta, Canada), Professorin Tanja Kupisch von der Universität Konstanz/UiT Tromsø The Arctic University of Norway (Deutschland/Norwegen) und Professor Henrik Gyllstad von der Lund University (Schweden) zentrale Forschungsergebnisse vor, etwa zum Thema „Investigating the multilingual mental lexicon – single words and multiword units“. Sie tauschten sich mit Forschungsteams der Universität Hildesheim aus, unter anderem mit Professorin Bettina Kluge, Professorin Kristin Kersten, Professor Joachim Griesbaum sowie Dr. Timo Ahlers, Dr. Kathrin Schweiger und Dr. Anna-Lena Scherger.

Die Summer School findet im Umfeld des Masterstudiengangs „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ in englischer und deutscher Sprache statt. Die Veranstaltung wurde vom Zentrum für Bildungsintegration ermöglicht sowie vom Institut für deutsche Sprache und Literatur gefördert.

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Pressemeldungen Fachbereich 3 Deutsche Sprache Forschung Startseite
news-16370 Tue, 30 Jul 2019 13:26:00 +0200 Soziale Dienste: Dualer Masterstudiengang an Uni Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/soziale-dienste-dualer-masterstudiengang-an-uni-hildesheim/ Zum Wintersemester 2019/2020 startet an der Universität Hildesheim der bundesweit erste universitäre berufsintegrierende duale Masterstudiengang „Soziale Dienste“. Die Studentinnen und Studenten sind während des dualen Masterstudiums weiterhin in ihrem Beruf tätig. Berufsintegrierend bedeutet, dass die Studierenden berufstätig sein müssen und die Berufspraxis teilweise als Lernort und damit als Creditpoints für den Studiengang angerechnet werden. Die Studierenden können sich auf „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“ spezialisieren. Eine Bewerbung ist bis zum 15. September 2019 möglich (BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT!). Soziale Dienste studieren:
Jetzt bis 15.9.2019 bewerben

Die Universität Hildesheim bietet den bundesweit ersten berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ an. Das Studium bereitet Berufstätige auf eine hoch qualifizierte Tätigkeit in der Leitungsebene von Sozialen Diensten vor.

Ein Team um Professorin Inga Truschkat vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik hat das Studienangebot entwickelt und verzahnt Theorie und Praxis eng miteinander.

Berufstätige, die aktuell zum Beispiel in einem Jugendamt, in einem Jobcenter, bei der Agentur für Arbeit, bei freien Trägern im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe (zum Beispiel Jugendsozialarbeit, Erziehungshilfen, Heimunterbringung), bei Bildungsträgern oder Arbeitsmarkdienstleistern (zum Beispiel Beratung bei Übergängen in Arbeit, Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung, Arbeitsvermittlung) tätig sind, können sich ab sofort bis zum 15. September 2019  (BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT!) um einen Studienplatz an der Universität Hildesheim bewerben. Das Studium beginnt im Herbst 2019.

Beruf und Studium kombinieren

„Die Studentinnen und Studenten sind während des dualen Masterstudiums weiterhin in ihrem Beruf tätig, der im Rahmen des Studiums zum Teil zum Lernort wird. An ausgewählten Tagen der Woche und an Wochenenden finden Lehrveranstaltungen an der Universität in Hildesheim statt. Mit dem dualen Masterstudium tragen wir dazu bei, dass aktuelle Forschungserkenntnisse im Berufsalltag ankommen. Gleichzeitig profitieren die Arbeitgeber ebenso wie die Universität von der engen Verzahnung von Wissenschaft und Praxis“, sagt Professorin Inga Truschkat.

Die Nachfrage nach qualifiziertem Fachpersonal ist hoch. Das bestätigen Praxispartner der Hildesheimer Universität. Dr. Stefan Henniger, Chefarzt Psychosomatik der Median Salze Klinik in Bad Salzdetfurth, sagt: „In der psychosomatischen und orthopädischen Rehabilitation stehen wir Menschen zur Seite, die sich in einer komplexen Lebenskrise oder Neuorientierung nach körperlicher Erkrankung befinden. Neben dem sich Einfühlen, Mitfühlen und Aushalten von schwierigen Bedingungen und Kontexten benötigen wir ein sozialmedizinisches Denken und Handeln, welches sich erst in der Verbindung zwischen profundem Wissen und Praxiserfahrung entfalten kann. Die Kooperation mit dem dualen Masterstudiengang Soziale Dienste der Universität Hildesheim sehen wir als wichtige Bereicherung unseres multiprofessionellen Teams, um in unserem Haus eine bestmögliche bio-psycho-soziale Behandlung anzubieten.“

„Soziale Dienste sind essenziell für unsere Gesellschaft, gerade vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie zum Beispiel des demografischen Wandels oder der notwendigen Flüchtlingsarbeit. Soziale Dienste stehen aber schon heute, noch viel stärker als Wirtschaftsunternehmen, vor dem Problem des Fachkräftemangels“, sagt Professorin Inga Truschkat.

Mit dem neuen Studienangebot leistet die Universität Hildesheim einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung auf wissenschaftlich hohem Niveau in diesen wichtigen gesellschaftlichen Feldern.

Schwerpunkte im Studium sind „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“

Zu den Studieninhalten zählen neben grundlegenden Theorien der Sozial- und Organisationspädagogik unter anderem die Studienschwerpunkte „Soziale Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Soziale Dienste am Arbeitsmarkt“. Darüber hinaus vermittelt der Studiengang zentrale Kenntnisse in „Recht, Gesellschafts- und Sozialpolitik“ und transferorientierter Forschung.

Die Studentinnen und Studenten des berufsintegrierenden dualen Masterstudiengangs erwerben in zwei Jahren ein umfassendes sozial- und organisationspädagogisches Wissen für das Arbeitsfeld der sozialen Dienste am Arbeitsmarkt und in der Kinder- und Jugendhilfe. Im Vordergrund der Qualifizierung steht die professionelle Verzahnung theoretischen Wissens mit berufspraktischen Bedarfen.

Die Absolventinnen und Absolventen sind damit qualifiziert für die Übernahme leitender Aufgaben in den Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe und der Beratung sowie Begleitung von Übergängen in Arbeit.

Die Studiendauer beträgt vier Semester. Ein Studienbeginn ist jeweils zum Wintersemester möglich. Für die Zulasssung zum berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang „Soziale Dienste“ sind ein Bachelorabschluss sowie ein Arbeitsverhältnis bei einem Arbeitgeber der Sozialen Dienste Voraussetzung.

Informationen zum Studiengang sind online abrufbar.

Sie haben Fragen zum Masterstudiengang? Sprechen Sie uns gerne an!

Die Bewerbungsunterlagen können bis zum 15. September 2019 (BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT!) bei der Universität Hildesheim eingereicht werden. Wer Fragen zu den Studieninhalten und zur Bewerbung hat, erreicht die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Inga Truschkat und Dr. Sabrina Volk unter SozialeDienste_dual@uni-hildesheim.de.

Kurz erklärt:

Was ist ein berufsintegrierender Masterstudiengang?

Es handelt sich um den bundesweit ersten universitären berufsintegrierenden dualen Masterstudiengang. Viele der bisherigen Angebote sind von Fachhochschulen oder privaten Hochschulen. Die Angebote von Universitäten sind bisher entweder Weiterbildungsmaster und damit nicht grundständig oder nur praxis- oder berufsbegleitend, d.h. Beruftätigkeit ist nebenbei möglich oder erwünscht.

„In unserem Fall bedeutet berufsintegrierend, dass die Studierenden berufstätig sein müssen und die Berufspraxis teilweise als Lernort und damit als Creditpoints für den Studiengang angerechnet werden. Unser Studienangebot ist in der spezifischen Kombination von Master, berufsintegrierend und Universität einmalig“, erläutert Professorin Inga Truschkat.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Fachbereich 1
news-17214 Wed, 24 Jul 2019 08:21:00 +0200 Ägypten: Zusammenarbeit mit der Universität Minia https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/aegypten-zusammenarbeit-mit-der-universitaet-minia/ Eine Delegation der Universität Minia, Ägypten, hat in dieser Woche die Universität Hildesheim besucht. Die Hochschulen haben sich darauf verständigt, die wissenschaftliche Zusammenarbeit zu stärken und den Studierendenaustausch zu befördern. „People help each other, this is a value. A value of the life. That is the big value, that is why we are expanding up our international cooperations.“

Professor Mostafa Abdelnaby Abdelrahman Ahmed, President of University of Minia, Egypt, during his visit at University of Hildesheim

„Die Universität Minia ist interessiert an einer Zusammenarbeit mit der Universität Hildesheim. Für uns ist die internationale Zusammenarbeit ein wichtiger Wert, Menschen helfen einander und arbeiten zusammen, das ist ein Wert des Lebens. Wir haben 60.000 Studierende, einige sind sehr daran interessiert, Sprachen zu studieren. Eine Kooperation in den Sprachwissenschaften ist für die Studierenden und Lehrenden ein Gewinn. Die Kooperation ist eine Chance für unsere Masterstudierenden, die in Minia Germanistik studieren“, sagt Professor Mostafa Abdelnaby Abdelrahman Ahmed, Präsident der Universität Minia und ein Spezialist für Energiewirtschaft.

Gemeinsam mit seinen Wissenschaftskollegen Professor Mohamed Galal Hassan Shehata, Vizepräsident und Spezialist für Umweltschutz und kulturelle Bildung, sowie Professor Hussein Mohamed Ali Ibrahim, Koordinator des „German Project“ und Experte für Restaurierung und Denkmalpflege besuchte Abdelrahman Ahmed die Universität Hildesheim, um über Kooperationsmöglichkeiten zu sprechen.

Die Universitäten knüpfen dabei an eine frühere Zusammearbeit an, es besteht ein Kooperationsvertrag aus den 1980er Jahren. Mit dem Roemer- und Pelizaeus Museum, das für seine ägyptische Sammlung und wissenschaftlichen Projekte in Ägypten international bekannt und für die Hildesheimer Unviersität einer der bedeutsamsten Kooperationspartner ist, bestehen bereits enge Kooperationen nach Minia, weshalb Professorin Regine Schulz, Direktorin des Museums und Ägyptologin, die Delegation begleitete und die Zusammenarbeit aktiv unterstützt.

Ziel der Gespräche zwischen Minia und Hildesheim ist es, Kooperationsmöglichkeiten in Forschung, Studium und Lehre zu diskutieren und den internationalen Studierendenaustausch zu befördern.

Zusammenarbeit in den Sprachwissenschaften: In Minia, südlich von Kairo, werden Sprachen wie Deutsch, Englisch, Italienisch, und Chinesisch erforscht

Die Universität Minia liegt etwa 250 km südlich von Kairo am westlichen Ufer des Nil. Mit der ägyptischen Provinz pflegt die Stadt Hildesheim seit 40 Jahren eine Partnerschaft. 60.000 Studentinnen und Studenten lernen an der Universität Minia, zum Beispiel an der „Faculty of Engineering“, der „Faculty of Computers and Information“, der „Faculty of Agriculture“, der „Faculty of Arts and Human Sciences“, der „Faculty of Fine Arts“, der „Faculty of Early Children Education“, der „Faculty of Art Education“ und an der „Faculty of Alsun“, wo Sprachen wie Deutsch, Englisch, Italienisch, und Chinesisch gelehrt und erforscht werden.

Etwa 800 Studierende – darunter 30 Deutschstudierende – lernen an der Fakultät, die eine gute Chance bietet, um die Kooperation zwischen Hildesheim und Minia insbesondere im Bereich Deutsch als Fremdsprache aufzubauen. Auch in den Bereichen Kulturwissenschaften, Lehrerbildung, Erziehungswissenschaft, Informatik und Sportwissenschaft liegen Möglichkeiten für zukünftige Kooperationen.

Universität Hildesheim möchte die Zahl der internationalen Studierenden erhöhen

„Wir wollen die Zahl der internationalen Studierenden erhöhen, die Internationalisierung ist eines unserer großen Ziele“, so Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Die Universität Hildesheim pflegt Studienprogramme unter anderem mit der Pai Chai University in Daejeon und der Chungbuk National University in Chungbuk (Südkorea) in den Informationswissenschaften, mit der Staatlichen Universität Nowgorod (Russland) in den Sprachwissenschaften und mit der Université de Provence im französischen Marseille in den Kulturwissenschaften. Einen Teil des Studiums absolvieren die Studierenden in Hildesheim und einen Teil an der jeweiligen Partneruniversität. Der Studierendenaustausch mit der Partneruniversität Toluca in Mexiko wurde ausgebaut. Jüngst hat Professorin Elke Montanari mit der Deutschen Abteilung der Ain Shams Universität Kairo in Ägypten die Zusammenarbeit gestärkt und ein Team um Professorin Birgit Mandel und Professor Wolfgang Schneider vom UNESCO-Lehrstuhl hat einen Masterstudiengang in Kulturvermittlung und Kulturmanagement mit der Université Hassan II in Casablanca/Marokko aufgebaut. In der Informatik arbeitet ein Team um Professor Lars Schmidt-Thieme in einem englischsprachigen Masterprogramm „Data Analytics“ mit Studierenden aus 25 Ländern zusammen. Die Fachleute für Big Data setzen die Datenanalyse zum Beispiel ein, um ideale Fahrstrecken und Parkplatzlösungen für Autos zu berechnen oder um in Zusammenarbeit mit Archäologen Motive und Gestaltungsformen und deren Urheber in der altgriechischen Vasenmalerei zu identifizieren.

„Hildesheim ist eine überschaubare Stadt, Austauschstudierende kommen sehr schnell mit anderen Studentinnen und Studenten in Kontakt“, sagt Professorin Irene Pieper, Vizepräsidentin für Internationales an der Universität Hildesheim.

Die ägyptische Delegation wurde unter anderem von Oliver Rösner, Referent für Internationale Beziehungen im Büro des Oberbürgermeisters, begleitet. In Hildesheim wurde während des Besuchs der Delegation anlässlich der vierzigjährigen Städtepartnerschaft eine Brücke am Dammtor, die über den Seitenarm der Innerste führt, in „Minia-Brücke“ umbenannt. Während der Zeremonie brachte der Gouverneur von Minia, General Kassem Mohamed Hussein Kassem den Wunsch nach „noch mehr Austausch zwischen den beiden Partnerstädten“ Ausdruck. Für Ende des Jahres ist ein Gegenbesuch in Minia geplant.

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Pressemeldungen International Office Aktuelles IO Präsident
news-17132 Mon, 22 Jul 2019 13:28:00 +0200 Niedersachsen-Technikum: Uni Hildesheim möchte Mädchen für MINT-Berufe begeistern https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/niedersachsen-technikum-uni-hildesheim-moechte-maedchen-fuer-mint-berufe-begeistern/ Mädchen können sich bis zum 31. August 2019 für das Niedersachsen-Technikum bewerben. Das sechsmonatige vergütete Praktikum bietet Einblicke in naturwissenschaftliche und technische Berufe und wird durch ein Schnupperstudium an der Universität Hildesheim ergänzt. Bis zum 31. August 2019 können sich Mädchen für einen Platz im Niedersachsen-Technikum bewerben. Die Universität Hildesheim und regionale Unternehmen möchten gemeinsam Mädchen für naturwissenschaftliche und technische Berufe begeistern und bei der Berufsorientierung unterstützen.

Schülerinnen erleben in einem Praktikum in einem Unternehmen, wie zum Beispiel der Berufsalltag einer Ingenieurin oder Informatikerin aussieht. Parallel zur Unternehmenspraxis erhalten sie Einblick in technische und naturwissenschaftliche Studienfächer der Uni Hildesheim und nehmen zum Beispiel an Informatik-, Technik, oder Chemie-Seminaren teil. Das Praktikum dauert sechs Monate, wird vergütet und beginnt im September 2019.

Interessierte Schülerinnen wenden sich an Lina Melcher (Tel. 05121-883-40776, E-Mail: melcherl@uni-hildesheim.de). Die Noten oder das Vorwissen aus Leistungskursen sind keine Bedingungen für die Teilnahme. Entscheidend ist das Interesse der jeweiligen Schulabsolventin. Eine Bewerbung sollte bis zum 31. August 2019 eingereicht werden, Voraussetzung sind Abitur oder Fachabitur.

Niedersachsen Technikum

Informationen über Fachbereich 4 der Uni Hildesheim:
Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Informatik Technik Biologie & Chemie Chemie
news-17130 Fri, 12 Jul 2019 11:41:00 +0200 Ohne Leidenschaft geht gar nichts: Kulturpolitikprofessor Wolfgang Schneider https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/ohne-leidenschaft-geht-gar-nichts-kulturpolitikprofessor-wolfgang-schneider/ Professor Wolfgang Schneider, Gründungsdirektor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und seit 1997 Deutschlands erster und bisher einziger ordentlicher Universitätsprofessor für Kulturpolitik, hat die kulturpolitische Forschung in der Bundesrepublik geprägt. Nun wurde der Wissenschaftler feierlich verabschiedet. Zur Verabschiedung sprachen auf dem Kulturcampus Forschungskolleginnen und Forschungskollegen unter anderem aus Beirut, Sōka, Maiduguri, Cape Coast und Casablanca. Hier lesen Sie ein ausführliches Interview mit dem Professor. Lesen Sie hier die Rede des Präsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich
anlässlich der Verabschiedung von Prof. Dr. Wolfgang Schneider (PDF)

Lesetipp: Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 12.07.2019, Interview von Martina Prante, „Ohne Leidenschaft geht gar nichts / Deutschlands Mann für die Kulturpolitik: Wolfgang Schneider verlässt nach 22 Jahren die Domäne Marienburg / Ein Sensibelchen mit Durchsetzungsvermögen“

Lesetipp: Wochenzeitung Kehrwieder, 13.07.2019, Interview von Björn Stöckemann, „Die Kultur lebt auch auf dem Lande“ (Artikel online lesen, Seite 5, www.e-pages.dk/kehrwieder/195/)

 

„Wolfgang Schneider verbindet theoretisches Wissen mit kultureller Praxis, wissenschaftliche Kompetenz mit Politikberatung und kulturpolitischem Kommentar. Zu den 22 außerordentlich ertragreichen Jahren in Forschung und Lehre, Transfer und Kooperation und nicht zuletzt im Bereich der Internationalisierung zählte auch eine sehr erfolgreiche Teambildung. Die Schaffung der Professur für Kulturpolitik und die Einrichtung des Instituts für Kulturpolitik zählt zu den wichtigen Strukturentscheidungen der Universität Hildesheim. Beides gilt es auch in Zukunft zu bewahren.“

Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim

„It is beautiful to see so many colleagues from around the world today in Hildesheim. Wolfgang Schneider is a travelling salesman in culture, er ist ein Handelsreisender in Sachen Kultur. Er bringt etwas mit – seine Neugier und Menschenfreundlichkeit und den Willen, zusammenzuarbeiten und ist ein leidenschaftlicher Forscher.“ 

Prof. Dr. Stefan Krankenhagen, Dekan des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“

„Professor Wolfgang Schneider is opening invisible doors. I remember the moment I received a letter from Germany, he accepted me as a research candidate. Since then, many doors opened for me. I learned from him to encourage my students: Think how you can make your plans possible!“ 

Dr. Yuki Akino, Dokkyo University, Sōka, Japan

„Wir danken Ihnen für Ihre Zugewandtheit, den Respekt und die Wertschätzung.“ 

Dr. Katharina Schröck, Doktorandin

„We have worked together since 2008. The list of projects is long. We started with an exchange on theatre and media, then we designed a master program in Casablanca. We want to continue working together!“ 

Prof. Dr. Abdelkader Gonegai, Université Hassan II, Casablanca, Marokko

„He is moving forward – never standing still! Wolfgang Schneider is active in the academic sphere, but he has always tried to build bridges between theory and practice. He has always rolled up his sleeves and got actively involved.“

Prof. Dr. Susanne Keuchel, Präsidentin des Deutschen Kulturrats

„I witnessed him bringing people together – he is always home, wherever he is in the world. “

Dr. Helena Nassif, Al Mawred al Thaqafy, Beirut, Libanon

 

„Es braucht Leute, die mit Kenntnis immer wieder darauf beharren, dass Kultur nicht ‚nice to have‘ ist. Professor Wolfgang Schneider gelingt in Hildesheim eine anwendungsbezogene Betrachtung von Kultur, er bringt sein Wissen ein in die Stadt. In Hildesheim erkennen wir die positiven Effekte von kultureller Teilhabe und Bildung für unsere Gesellschaft an. Seine Erkenntnisse hat der regional und international geschätzte Wissenschaftler kontinuierlich in die Gesellschaft eingebracht. Hildesheim ist eine Stadt der Bildung und Kultur. Wolfgang Schneider macht darauf aufmerksam: Unsere Stadt möge das kreative Potential der Studierenden stärker nutzen. Im Namen der Stadt Hildesheim möchte ich ganz herzlich danken.“

Dr. Ingo Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Hildesheim

„Wir danken Ihnen für die grandiose Betreuung mit Herz.“ 

Dr. Aron Weigl, Doktorand

„Auf Wiedersehen. Hamba Kakuhle. Farewell. We wish you all the best in your journey. And remember, Wolfgang, you are loved.“

Doktorandinnen und Doktoranden der University of Maiduguri, Nigeria, und University of Cape Coast, Ghana, in einem Abschiedslied

Interview mit Prof. Dr. Wolfgang Schneider

Ein Gespräch mit Professor Wolfgang Schneider, Gründungsdirektor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und seit 1997 Deutschlands erster und bisher einziger ordentlicher Universitätsprofessor für Kulturpolitik.

Herr Professor Schneider, ich erwische Sie gerade mitten bei der Arbeit.

Wir haben diese Woche unsere „Summer School“ des Masterstudiengangs „Cultural Policy and Cultural Management“ angesiedelt an der Université Hassan II in Casablanca in Marokko, da sind wir die Partneruniversität, zusammen mit der zivilgesellschaftlichen Organisation „Al Mawred Al Thaqafy“, die in Beirut sitzt und ein Netzwerk der Kulturpolitik in der arabischen Region ist. Professorin Birgit Mandel und ich sind Mitglieder des „steering committee“, das heißt wir haben uns um das Curriculum gekümmert und waren auch schon dort und haben unterrichtet. Die Studentinnen  und Studenten kommen aus verschiedenen arabischen Ländern.

Es ist der erste Masterstudiengang dieser Art in dieser Weltregion. Der Master in Casablanca ist eine Art Schwesterstudiengang der Hildesheimer Kulturwissenschaften?

Es geht darum, in der arabischen Region „capacity building“ im Bereich Kulturpolitik und Kulturmanagement zu entwickeln, damit wir nicht vom globalen Norden aus mit Workshops im globalen Süden aufschlagen, sondern dass hier das Feld der Kulturlandschaft von den Menschen vor Ort selbst organisiert wird und dass insbesondere in der Wissenschaft, also der Kulturpolitikforschung, eine neu Generation von Kulturpolitikakteuren heranwächst.

Herr Professor Schneider, Sie haben die kulturpolitische Forschung in der Bundesrepublik über Jahrzehnte geprägt. Am 12. Juli 2019 wurden Sie im Hohen Haus auf dem Kulturcampus feierlich verabschiedet. Mit welchem Gefühl verlassen Sie den Campus?

Naja, es ist nicht ganz leicht, loszulassen. Aber andererseits gehört es zur Verantwortung dazu, nicht nur das Wissen zu generieren, Erfahrungen auszutauschen und Diskurse zu führen, sondern es ist auch meine Verantwortung, zur richtigen Zeit Platz zu machen, damit auch in diesem Wissenschaftsbereich nicht nur ein Wechsel, sondern auch ein Wandel möglich ist.

Welche Bedeutung hat die kulturpolitische Forschung für die Gesellschaft?

Als ich 1997 anfing, gab es natürlich auch schon Kulturpolitik und das Wort wurde nicht in Hildesheim erfunden, aber erfunden haben wir tatsächlich ein Curriculum, erfunden haben wir tatsächlich Lehrmethoden, die in diesem Bereich einerseits die Theorie aus der Politikwissenschaft berücksichtigt und andererseits auf unserem Ansatz fußt, in den Künsten zu lernen, – das ist ja die Idee der Hildesheimer Kulturwissenschaften, die Theorie und Praxis miteinander zu kombinieren. Wir haben für die Kulturpolitikforschung in Deutschland dadurch einen Akzent gesetzt. Wir stellen fest, dass insbesondere in den letzten Jahren Literatur an vielen Stellen in diesem kleinen Fach veröffentlicht wurde und Thema im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist, das es die Kulturpolitikforschung braucht.

Sie haben in den 22 Jahren an der Universität Hildesheim 50 Doktorandinnen und Doktoranden promoviert, Sie haben über 50 verschiedene Seminare gegeben, über 500 Diplomarbeiten, Bachelorarbeiten und Masterarbeiten betreut, 50 Bücher geschrieben und herausgegeben – all diese Arbeit, und das gehe ich auf das Spannungsverhältnis von Theorie und Praxis ein, ist etwas, was nicht nur für den Bücherschrank gedacht ist, sondern wirksam wird. Was haben Sie mit Ihrem Team und den Studierenden und Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern angestoßen?

Eine der Referenzquellen für Kulturpolitik in Deutschland ist der Bericht der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages, wo hier in Hildesheim viele Texte, ich möchte fast behaupten ein Fünftel der 500 Seiten, entstanden ist. Ich war als sachverständiges Mitglied Berichterstatter für Theaterpolitik, Kulturelle Bildung und Soziokultur. Das ist eine Form von Politikberatung gewesen, die sehr konkret eingewirkt hat in die Diskurse. Wir haben dafür gesorgt, dass es diese kulturpolitische Referenzquelle gibt, die in Deutschland auch nach zehn Jahren noch Bestand hat. Wir bemühen uns am Institut für Kulturpolitik stets darum, Desiderate aufzuspüren, es ist kein Zufall, dass ich eine Studienreihe  zur Auswärtigen Kulturpolitik angeboten bekommen habe beim renommierten Springer-Verlag in Wiesbaden. Da gab es hier und da Selbstdarstellungen, aber eine kritische Reflexion dessen, was in dem Feld der Kulturdiplomatie und des Kulturaustausches geschieht, das fehlte bislang. Ein drittes Beispiel: Wir bemühen uns, nicht nur die klassische Kulturpolitik der Kulturinstitutionen im urbanen Raum zu beforschen, sondern untersuchen gleichberechtigt Kultur im ländlichen Raum, das „Weißbuch für Breitenkultur“ ist ein Standardwerk, das darauf hinweist, dass es eine Kultur gibt zwischen Rathaus, Schule und Kirche in den kleinen Dörfern und dort Tausende von Gruppierungen selbstorganisiert, meistens ehrenamtlich, ihr kulturelles Leben gestalten.

Ihr Interesse galt in all diesen Jahren auch der Umgebung, Sie blicken in die Welt, aber haben Hildesheim und den Landkreis stets im Blick.

Naja, mein Einstieg hier in der Stadt war das „Kulturhandbuch Hildesheim“, in dem ich mit Studentinnen und Studenten 228 Einrichtungen, Institutionen und Vereine identifiziert habe, die hier in der Region aktiv Kulturarbeit betreiben. Das war der Ausgangspunkt darüber nachzudenken, welche Kulturpolitik braucht die Region. Wir mischen uns ein mit öffentlichen Vorträgen in der Stadt, haben während des 1200jährigen Jubiläums der Stadt diskutiert und begleiten den Bewerbungsprozess für die Kulturhauptstadt Europas 2025 wissenschaftlich. Da sind wir natürlich einerseits Lokalpatrioten, aber andererseits den anderen sieben Mitbewerbern verpflichtet und das ist ein Format, welches generell die Frage aufwirft: Braucht es so etwas wie eine Kulturentwicklungsplanung und wie viel Perspektive ist in diesem Feld in der Kommunalpolitik vorhanden?

Im Mittelpunkt der Hildesheimer Kulturwissenschaften, ob in Musik, Theater, Medien oder Philosophie und Literatur, stehen seit 40 Jahren die Künste und die Vernetzung von theoretischer und praktischer Arbeit. Prägt diese Nähe, dieser wuchs der Forschung aus den Künsten heraus auch die kulturpolitische Forschung?

Dass es überhaupt einen Lehrstuhl für Kulturpolitik gibt hier in Hildesheim, war eine konzertierte Aktion der künstlerischen Fächer. Es war Konsens, dass es etwas zwischen diesen Instituten geben muss: Kulturpolitik, Kulturmanegement und Kulturelle Bildung wurden als Gegenstandsbereiche konstituiert. Wir hätten nie und nimmer diese erfolgreiche Arbeit machen können, wenn wir das nicht immer auch in der Auseinandersetzung mit den Künsten und in den Kulturwissenschaften betrieben hätten. Kulturpolitik ist zwar ein eigenes Fach, so kann ich doch nach 22 Jahren selbstbewusst behaupten, aber es ist integriert in einen Kontext und das sind die Gesellschaftspolitik und die Künste. Wir sind breit aufgestellt, mischen uns immer auch ein in die Debatten um die Theaterkunst, Museumspolitik oder in die Debatten über „Kultur für alle“.

Zur Verabschiedung sprechen in Hildesheim auch Forschungskolleginnen und Kollegen unter anderem aus Beirut, Libanon; Sōka, Japan; Casablanca, Marokko; Maiduguri, Nigeria and Cape Coast, Ghana. Sie haben stets die internationalen Kooperationen gepflegt und mit Ihrem Team am Institut für Kulturpolitik ausgebaut. Welche Bedeutung hat diese internationale Zusammenarbeit, gerade in der heutigen Zeit?

Naja, wir leben in einer Welt. Und das muss man in Deutschland hie und da noch lernen, wir sind nicht die Insel der Glückseligen sondern haben im globalen Kontext eine historische Rolle, die man nie vergessen darf. Das ist gerade jetzt wieder in der postkolonialen Debatte relevant – wem gehören die Artefakte, die in Museen ausgestellt werden, und die aus Zusammenhängen nach Deutschland gekommen sind, die keineswegs legal waren und aus Zeiten rühren, in denen der Ruf Deutschlands außerordentlich problematisch ist? Wir haben es in internationalen Kontexten immer damit zu tun, dass wir als sogenannte Exportnation wirtschaftliche Interessen haben, die begleitet werden müssen durch den kulturellen Austausch. Wir haben es als Vertreter einer Demokratie auch damit zu tun, uns um Menschenrechte zu kümmern, insbesondere um das Recht auf Kunst und Kultur, auf Teilnahme und Teilhabe. Das führt zwangsläufig dazu, dass wir das mit unseren Kolleginnen und Kollegen in der Welt diskutieren. Dass die UNESCO dies honoriert hat mit der zweimaligen Verleihung des UNESCO-Lehrstuhls „Cultural Policy for the Arts in Development“ ist eine große Ehre und war auch immer ein Auftrag – und den nehmen wir wahr an der Universität Hildesheim. Ich schätze die Weltgewandtheit des Präsidenten Professor Wolfgang-Uwe Friedrich sehr. Ich hinterlasse am Institut ein gut bestelltes Feld von internationalen Beziehungen und Austausch, da wünsche ich mir zukünftig mehr. Ich wünsche mir, dass wir auf dem Campus noch internationaler werden, dass wir auch mehrere Sprachen sprechen. Aber immerhin haben wir einen bilateralen Masterstudiengang in Kulturvermittlung mit Marseille, den Masterstudiengang mit Casablanca, die DAAD-Graduate School mit Maiduguri und Cape Coast in Westafrika und hundert Beziehungen über Erasmus. Ich hoffe, das zukünftig noch mehr Studentinnen und Studenten aus der Welt nach Hildesheim kommen. 

In Ihrer Forschung beschäftigen Sie sich zum Beispiel mit der Frage, wie Künstlerinnen und Künstler politische Umbrüche prägen. Sie sagten einmal, während des Weltkongresses der Kulturpolitikforschung in Hildesheim, als 450 Fachleute aus 70 Ländern auf dem Kulturcampus tagten: Künstlerinnen und Künstler können Seismografen von Krisen sein, andererseits auch Sprachrohr. Was meinen Sie damit, was zeigen Ihre Forschungsergebnisse zur Analyse von Kunst und Kultur in Krisenzeiten?

Wir haben es erlebt im „Arabischen Frühling“ , dass Künstlerinnen und Künstler das Wort ergriffen haben für die Gesellschaft, dass sie Musik gemacht, getanzt, und Theater gespielt haben, dass Filme produziert und Graffitis gesprayt wurden, die dazu beigetragen haben, zu thematisieren, was in der Gesellschaft nicht richtig läuft. Wir wissen, das „freedom of expression“ ein großes Gut ist, bei uns Artikel 5, Absatz 3 des Grundgesetzes: Die Kunst ist frei. Das heißt diesen Freiraum muss Politik gewähren, damit nicht nur in Krisenzeiten Künstlerinnen und Künstler ihren Beitrag leisten, um in die Gesellschaft zu wirken und aufmerksam zu machen auf das, was schief läuft, und durchaus Visionen eines friedlichen Zusammenlebens zu entwickeln. Künstlerinnen und Künstler sind ein wesentlicher Bestandteil von gesellschaftlicher Entwicklung. 

Sie haben mit Ihrem Team um Dr. Daniel Gad das Netzwerk „Arts Rights Justice“ etabliert, arbeiten mit Künstlern, Kulturmanagerinnen, Menschenrechtlerinnen und Rechtsanwälten unter anderem aus Tadschikistan, Nigeria, Argentinien, Libyen, Simbabwe, Iran, Türkei, Ägypten, Indien, Japan, Schweden, Syrien, Brasilien, Afghanistan, Jemen und Bangladesch zusammen, und haben eine umfassende online zugängliche auf Kunstfreiheit und Künstlerschutz ausgerichtete Bibliothek (www.arj-library.de).  

Wir haben in den letzten Jahren erlebt, dass es Länder gibt, in denen keineswegs diese Freiheit gewährt wird. Im Gegenteil: Wir wissen von Journalistinnen und Journalisten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Künstlerinnen und Künstlern, dass sie verfolgt und inhaftiert werden, dass es Zensur gibt, dass man ihnen mit dem Tode droht, dass sie flüchten müssen. Es ist zunächst eine humanitäre Notsituation, aber auch eine Frage an die Kulturpolitik: Was kann zum Beispiel eine Künstlerresidenz leisten, als Schutzraum? Und was braucht es an nationalen und internationalen Instrumenten, um da einzugreifen, zu helfen und dies zukünftig zu vermeiden und Mechanismen zu entwickeln, die tatsächlich so etwas sind wie seismografische Erkenntnisse, die zum Handeln führen müssen. Wissenschaft hat eine Verantwortung, die Gefährdung der Freiheitsrechte zu beforschen und ihre Außerkraftsetzung anzuprangern.

Sie sind in Mainz geboren. Verraten Sie uns, warum haben Sie sich vor 22 Jahren für Hildesheim als Ort Ihrer Forschung und Lehre entschieden? Und waren Sie hier, in Hildesheim, zufrieden?

Also, ich sage immer: Ich war beruflicher Niedersachse und bin bekennender Hesse, tatsächlich in Mainz geboren. Das macht es mir hier nicht so einfach, weil der dortige Humor doch schon auch gewöhnungsbedürftig ist für die Mitmenschen rund um Hildesheim. Ich wurde berufen und ich bin nach wie vor dankbar denen, die mich hier hergeholt haben, besonders Hajo Kurzenberger. Ich muss zugeben, ich hatte vorher noch nicht viel von Hildesheim gehört. Ich werde Hildesheim als einfacher Professor für Kulturpolitik auch in Zukunft als wesentlichen Ort meiner Biografie sehen, weil ich hier mit Menschen zusammen kommen durfte, die mich immer wieder angeregt haben und die permanente Beschäftigung mit jungen Menschen hat mich glaube ich auch dahingehend geprägt, dass ich immer wieder versuche, neu zu denken und mit einer kritischen Distanz in unserer Welt Fragen zu stellen, statt nur einfache Antworten zu geben. 

Und wie geht es nun weiter? Was wünschen Sie den Kolleginnen und Kollegen in Hildesheim? Werden Sie den Kontakt nach Hildesheim halten?

Naja sicher! Ich habe den UNESCO-Lehrstuhl noch bis zum Jahr 2020, ich werde noch drei Forschungsprojekte zu Ende bringen und habe bis Ende des Jahres noch zwölf Masterarbeiten zu betreuen und ich nehme 20 Doktorandinnen und Doktoranden mit, die alle in den nächsten Jahren erfolgreich promoviert werden wollen. Das ist doch völlig klar! Ich wünsche mir, dass der Präsident und das Präsidiums und der kulturwissenschaftliche Fachbereich, so wie sie bisher mich unterstützt haben, auch meinen Nachfolger oder meine Nachfolgerin und die Zukunft des Instituts für Kulturpolitik auf dem Weg zur Internationalisierung unterstützen, aber auch die Arbeitsbedingungen, die nicht immer nur durch Befristungen sich ausdrücken – da darf gerne mehr investiert werden. Ich werde mich weiterhin mit der internationalen Kulturpolitik beschäftigen und mit dem anderen Pendant, der Kulturarbeit auf dem Lande, insbesondere mit den Transformationsprozessen von Heimatmuseen, mit der Rolle von Büchereien in kleineren Kommunen in Zeiten der Digitalisierung und mit der Rolle der Akteure, die vor Ort Kultur gestalten jenseits der institutionalisierten Hochkultur.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Zur Person:

Fortwährender Einsatz für den Erhalt der kulturellen Vielfalt und für kulturelle Bildung: Prof. Dr. Wolfgang Schneider

Mit seiner Arbeit leistet der Hildesheimer Professor Wolfgang Schneider seit 1997 einen fortwährenden Beitrag zum Erhalt der kulturellen Vielfalt, für kulturelle Bildung sowie für die Wertschätzung von Künstlerinnen und Künstlern. Schneider forscht und lehrt seit über 20 Jahren als Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim unter anderem in den Bereichen Kulturpolitik, Kulturförderung, Kulturelle Bildung, Kommunale Kulturpolitik, Auswärtige Kulturpolitik sowie Kulturpolitik für Kinder und Theaterpolitik. Er wird am 12. Juli 2019 in einer Feierstunde am Kulturcampus in Hildesheim verabschiedet. 

Für seine besonderen Verdienste wurde der Kulturwissenschaftler Professor Wolfgang Schneider mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse geehrt. Mit der Ehrung wurden die besonderen Verdienste des Hildesheimer Kulturpolitikforschers für die Gesellschaft gewürdigt, hierzu zählen sein herausragender Einsatz für kulturelle Bildung und kulturelle Vielfalt, für das Kinderrecht auf Teilhabe an Kunst und Kultur, für die Wertschätzung und Förderung der Künstlerinnen und Künstler in Deutschland und für den internationalen Austausch. 

Wolfgang Schneider wurde am 12. Juli 1954 in Mainz geboren. Nach dem Studium und der Promotion am Institut für Jugendbuchforschung in Frankfurt gründete er 1989 das Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland, entwickelte den Deutschen Kindertheaterpreis und den Deutschen Jugendtheaterpreis. 1997 gründete er das Institut für Kulturpolitik an der Universität Hildesheim. In Hildesheim setzte sich Schneider für die Schaffung der deutschlandweit einzigen Professur für Ästhetik des Kinder- und Jugendtheaters (seit 2011) ein. Seit zwei Jahrzehnten ist Wolfgang Schneider Vorsitzender des Netzwerks der Kinder- und Jugendtheater. Von 2003 bis 2007 wirkte er in der Enquete Kommission „Kultur in Deutschland“ mit. Seit 2012 ist er Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls „Cultural Policy for the Arts in Development“. In seiner Forschung befasst sich der Wissenschaftler unter anderem mit der Frage, wie Künstlerinnen und Künstler politische Umbrüche prägen und analysiert Kunst und Kultur in Krisenzeiten.

Mit der Universität in Aix und Marseille wurde 2003 das Doppeldiplom in „Kulturvermittlung/Médiation Culturelle de l’Art“ eingerichtet. Der internationale Studiengang wird seit 2011 als Doppelmaster angeboten. Parallel dazu erfolgte der Aufbau einer internationalen Bachelor-Studienvariante „Kulturpolitik im internationalen Vergleich“. Zusammen mit Daniel Gad und Birgit Mandel beriet Schneider die marokkanische Universität Hassan II in Casablanca beim Aufbau des ersten panarabischen Masterstudiengangs „Cultural Policy and Management“.

Als  Dekan des kulturwissenschaftlichen Fachbereichs war Wolfgang Schneider unter anderem verantwortlich für die Gestaltung des Kulturcampus und die Gestaltung des Bologna-Prozesses – von Diplom auf Bachelor und Master. Der Kern ist, dass im Mittelpunkt der Kulturwissenschaften die Künste stehen, die Vernetzung von Theorie und Praxis, und dass es ein Spinnen in einem Netzwerk ist, das die Studierenden befähigt, im Arbeitsmarkt anzukommen.

Die Einrichtung einer eigenen Universitätsprofessur mit der Denomination „Kulturpolitik“ geht zurück auf Diskussionen in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Zu den Initiatoren zählten die Theaterwissenschaftler Hajo Kurzenberger und Hartwin Gromes. Im Jahr 1994 wurde die Professur ausgeschrieben. Mit Wirkung zum 1. März 1997 wurde die erste Universitätsprofessur für Kulturpolitik in Deutschland besetzt.

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news-17127 Thu, 11 Jul 2019 07:30:00 +0200 Uni Hildesheim bildet Sprachexpertinnen und Sprachexperten aus https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/uni-hildesheim-bildet-sprachexpertinnen-und-sprachexperten-aus/ Für diese Masterstudiengänge am Fachbereich „Sprach- und Informationswissenschaften“ können sich Studieninteressierte zum Wintersemester 2019/20 derzeit noch bewerben: „Barrierefreie Kommunikation“ , „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“, „Medientext und Medienübersetzen“, „Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“, „Internationales Informationsmanagement – Informationswissenschaft“, „Internationales Informationsmanagement – Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“. Das Studium beginnt im Oktober 2019. Bewerben und Einschreiben
an der Universität Hildesheim

Am Bühler-Campus bildet die Universität Hildesheim Expertinnen und Experten für Sprachen, Kommunikation und Informationsmanagement aus. Dies sind die Masterstudiengänge des Fachbereichs Sprach- und Informationswissenschaften, für die eine Bewerbung zum Wintersemester 2019 jetzt noch möglich ist:

„Internationales Informationsmanagement – Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“ studieren

Der Masterstudiengang „Internationales Informationsmanagement – Sprachwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation“ bildet Expertinnen und Experten für interkulturelle Situationen aus, in denen mit gesprochener und geschriebener Sprache in unterschiedlichen Institutionen – zum Beispiel der öffentlichen Hand, in Nichtregierungsorganisationen oder in Institutionen der Wirtschaft – kulturübergreifend gehandelt wird. Inhalte des Studiums sind u.a. Kenntnisse über migrationsbedingte Mehrsprachigkeit, interkulturelle Kommunikation in unterschiedlichen Texten und Diskursen sowie Phänomene des Kultur- und Sprachkontakts.
BEWERBUNGSFRIST VERLÄNGERT +++++ Bewerbung bis 01.09.2019 möglich +++

„Barrierefreie Kommunikation“ studieren

Die Universität Hildesheim bildet im zweijährigen Masterstudiengang „Barrierefreie Kommunikation“ Fachleute für die barrierefreie Aufbereitung von Informations-, Unterhaltungs- und Kommunikationsangeboten aus. Zu den Studieninhalten dieses Masterstudiengangs zählen neben den Grundlagen der barrierefreien Kommunikation auch Leichte Sprache, Einfache Sprache, Schriftdolmetschen, Unterstützte Kommunikation und assistive Technologien, barrierefreie Rechts- und Online-Kommunikation sowie Gebärdensprache.
Bewerbungsfrist: 01.09.2019

„Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“

In unserer globalisierten Welt sind im Bereich der Fachkommunikation Fachleute gefragt, die mehrsprachige Kommunikationsfähigkeit mit soliden und speziell auf ihre beruflichen Belange ausgerichteten technischen Kenntnissen verbinden. Beim professionellen Übersetzen wie auch in der technischen Redaktion geht es heute zu einem großen Teil um technische Inhalte. Während des zweijährigen Masterstudiums „Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik“ spezialisieren sich die Studentinnen und Studenten auf das Übersetzen und/oder Erstellen technischer Texte im internationalen Kontext. Das Studium kombiniert sprachlich-übersetzerische und technisch-naturwissenschaftliche Inhalte.
Bewerbungsfrist: 31.08.2019

„Medientext und Medienübersetzen“ studieren

Mit dem Masterstudiengang „Medientext und Medienübersetzen“ bietet die Universität Hildesheim einen deutschlandweit einzigartigen Studiengang an, der Übersetzungswissenschaft, Medienlinguistik und Medienwissenschaft verbindet. Studentinnen und Studenten können sich unter anderem in den Bereichen audiovisuelle Übersetzung wie Untertitelung und Synchronisation, barrierefreie Kommunikation sowie interne Unternehmenskommunikation spezialisieren.
Bewerbungsfrist: 01.09.2019

„Internationales Informationsmanagement – Informationswissenschaft“ studieren

Internationalisierung und moderne Kommunikationstechnologien sind aus dem heutigen Berufsleben nicht mehr wegzudenken. Der bundesweit einmalige Masterstudiengang „Internationales Informationsmanagement – Informationswissenschaft“ an der Universität Hildesheim bezieht interkulturelle Kommunikation auf das Wissensmanagement. Er qualifiziert in besonderer Weise für die sprachliche und kulturelle Vielfalt der internationalen und vernetzten Arbeitswelt. Denn international agierende Unternehmen müssen sowohl mit Informationssystemen als auch mit der Verschiedenheit von Sprachen und Kulturen umgehen können. Der Studiengang vermittelt vertiefte Kenntnisse und Fähigkeiten für informationswissenschaftliche und linguistische Tätigkeiten in einem mehrsprachigen Umfeld.
Bewerbungsfrist: 15.07.2019

„Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ studieren

Die Universität Hildesheim bildet Expertinnen und Experten für die Vermittlung der deutschen Sprache aus. Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ sind stark nachgefragt und arbeiten an Schulen, Hochschulen und in Verlagen, in der Bildungsplanung in Behörden, unterrichten in Sprachkursen weltweit die deutsche Sprache und Kultur oder arbeiten in internationalen Unternehmen – die Berufswege sind vielfältig. Der Studiengang kann auch berufsbegleitend und in Teilzeit studiert werden, zum Beispiel begleitend zu einer Lehrtätigkeit. Die Universität arbeitet in dem Studiengang mit regionalen und internationalen Partnern zusammen. In der Praxisphase absolvieren Studentinnen und Studenten mit dem Schwerpunkt „Deutsch als Fremdsprache“ Auslandspraktika an Partnerhochschulen weltweit, etwa an Universitäten in Ungarn, Litauen, Italien, China oder México.
Bewerbungsfrist: 15.07.2019

Hier gelangen Sie zur Online-Bewerbung und erhalten Informationen zu den Bewerbungsfristen:

www.uni-hildesheim.de/studium/bewerbung/bewerbung/

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Pressemeldungen
news-17124 Tue, 09 Jul 2019 16:11:16 +0200 „Uns interessiert die türkische Sprache in Europa als Thema in der Wissenschaft“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/uns-interessiert-die-tuerkische-sprache-in-europa-als-thema-in-der-wissenschaft/ In dieser Woche tagen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem aus Norwegen, Großbritannien, der Türkei und Deutschland an der Universität Hildesheim. Die Fachleute befassen sich mit der türkischen Sprache in Europa. Auf dem internationalen Workshop „Turkish in Europe“ an der Universität Hildesheim vernetzen sich die Fachleute aus Sprachwissenschaft, Psychologie und Pädagogik, um ihre Forschung zu diskutieren.

Guelsen Yilmaz stellt zum Beispiel die Frage: „How much variation disqualifies the heritage speaker’s nativeness?“, Christoph Schroeder und Kateryna Iefremenko referieren zum Thema „The post-verbal position in Turkish in two contact settings: Turkish-German bilinguals in Germany and Turkish-Kurdish bilinguals in Turkey“ und Işıl Erduyan spricht über „Turkish heritage speakers in Germany“. Zudem findet ein Austausch mit Professorin Irene Pieper, Vizepräsidentin für Internationalisierung, statt.

„Die Community der Türkisch sprechenden Personen in Europa ist riesig. Es ist ein Ziel, die Chancen der Mehrsprachigkeit aufzuzeigen, die für die Gesellschaft in der Vielfalt liegen“

Interview mit Prof. Dr. Elke Montanari
Professorin für Deutsch als Zweitsprache 

Frau Professorin Montanari, in Hildesheim kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum internationalen Workshop „Turkish in Europe“ zusammen. Was ist das Ziel der Tagung?

Wir wollen uns in Europa vernetzen mit Forscherinnen und Forschern, die sich mit der Entwicklung der türkischen Sprache beschäftigen. Wichtige Forschungsfragen sind zum Beispiel: Wie verändert sich das Türkische bei den Türkischsprecherinnen und Türkischsprechern, die nicht in der Türkei wohnen? Wir stellen fest, dass sie einen anderen sprachlichen Input haben, als Menschen, die in Istanbul, Antalya oder Ankara leben und arbeiten. Guelsen Yilmaz, Sprachwissenschaftlerin an der Humboldt-Universität zu Berlin, beobachtet diese Variationen im Türkischen von Personen, die außerhalb der Türkei leben.

Eine andere, viel diskutierte Frage ist: Wie gehen wir mit den Herkunftssprachen um? Die Sprache von jemandem, der in Berlin oder Paris lebt, kann sich durchaus in einigen Bereichen unterscheiden von der Sprache, die jemand spricht, der in der Türkei zur Schule gegangen ist, dort lebt und arbeitet. Dabei ist eine Herkunftssprache, wobei schon dieses Wort umstritten ist, ebenso eine Muttersprache, eine Erstsprache für das Kind, das damit aufwächst, wie für jedes andere Kind auch die Sprache in den ersten Lebensjahren, die Sprache der engsten Bezugspersonen.

Ein Beitrag befasst sich mit der Frage, welchen Wert die Gesellschaft der Sprache entgegenbringt.

Was ist Sprachprestige, und wie gehen wir in Deutschland mit dem Prestige der Sprache Türkisch um? Mit diesem Thema befasst sich Dr. Yasemin Dayıoğlu-Yücel, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Hildesheim. Welche Wertigkeit wird der türkischen Sprache in Bildungsinstitutionen, in der Umgebung, in der Familie entgegengebracht? Wie gut ist unser Umgang mit der Vielfältigkeit von Sprachen? Das sind Fragen, die uns sehr beschäftigen.

An der Konferenz nehmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher linguistischer Disziplinen teil wie Soziolinguistik, Zweisprachigkeit, Spracherwerb, Psycholinguistik und Pädagogik. Warum ist diese interdisziplinäre Forschung wichtig?

Wir brauchen die unterschiedlichen Blickrichtungen. Wir sehen darin einen Mehrwert, zu untersuchen, wie zum Beispiel der Sprachgebrauch mit mentalen Dimensionen, mit der Entwicklung des Arbeitsgedächtnisses und der Intelligenz, mit der sich die Psycholinguistik befasst, zusammenhängt. Und was sind Schlussfolgerungen für die Pädagogik? Für die Gesellschaft? Das geht nur interdisziplinär.

Sie erforschen seit vielen Jahren, wie Kinder und Erwachsene das Deutsche als zweite Sprache lernen und wie sie mehrsprachig aufwachsen und mit vielen Sprachen leben. Sie befragen etwa in Schulen mehrsprachig aufwachsende Kinder, untersuchen den Wortschatz und das mentale Lexikon. Welche Rolle spielt dabei die türkische Sprache in Ihrer Forschung?

Die Community der Türkisch sprechenden Personen in Europa ist riesig. Wir haben sehr viele Sprecherinnen und Sprecher in Deutschland, in Frankreich und in anderen Ländern mit türkischem Hintergrund. In Deutschland ist es die nach wie vor größte Community, mit sehr engagierter Elternarbeit. Menschen mit türkischen Wurzeln sind in der Studierendenschaft und in der Dozentenschaft präsent, gerade auch in der Stiftung Universität Hildesheim. Es hat eine zentrale Bedeutung, dass wir gemeinsam Fragestellungen in der Forschung und in der Lehre entwickeln, wie es zum Beispiel im Masterstudiengang „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ und in vielen weiteren Studiengängen dieser Universität geschieht. Es ist ein Ziel, die Chancen der Mehrsprachigkeit aufzuzeigen, die für die Gesellschaft in der Vielfalt liegen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Studium

Masterstudiengang „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“

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news-17096 Tue, 09 Jul 2019 07:33:00 +0200 Bewerbung um einen Studienplatz: „Last-Minute-Service“ der Uni Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/bewerbung-um-einen-studienplatz-last-minute-service-der-uni-hildesheim/ Beim „Last-Minute-Service“ können Studieninteressierte an der Universität Hildesheim am Montag, den 15. Juli 2019, persönlich ihre Bewerbungsunterlagen abgeben. Der Vorteil: Sie können direkt prüfen lassen, ob alle Unterlagen vollständig sind. Das Angebot des Immatrikulationsamtes wurde in den Vorjahren stark nachgefragt. Die heiße Phase der Bewerbung um einen Studienplatz für einen Studienstart zum Wintersemester 2019/20 läuft derzeit. Täglich erreichen das Immatrikulationsamt und die Zentrale Studienberatung in Hildesheim zahlreiche Anrufe und E-Mails.

Immatrikulationsamt bietet „Last-Minute-Service“ am Montag, 15. Juli 2019, an

Am letzten Tag der Bewerbungsfrist, am Montag, 15. Juli 2019, können Studieninteressierte persönlich ihre Bewerbungsunterlagen an der Universität Hildesheim abgeben. Bewerberinnen und Bewerber haben an diesem Tag von 10:00 bis 18:00 Uhr die Möglichkeit, im Erdgeschoss des Forums am Hauptcampus am Universitätsplatz 1 in Hildesheim ihre Bewerbung einzureichen, Unterlagen nachzureichen und Fragen vor Ort zu klären.

„Unser Service zum Bewerbungsendspurt wird immer sehr gut angenommen. Wir haben viele positive Rückmeldungen von Studieninteressierten und Eltern erhalten, die den persönlichen Erstkontakt zu uns in angenehmer Atmosphäre schätzen“, sagt Markus Flohr, Leiter des Immatrikulationsamtes.

In Hildesheim können Studentinnen und Studenten zum Beispiel Lehramt, Informatik, Internationale Kommunikation und Übersetzen, Kulturwissenschaften, Umweltsicherung, Sozial- und Organisationspädagogik oder Internationales Informationsmanagement studieren.

Infoline der Studienberatung: Hier können Sie Ihre Fragen zum Bewerbungs-, Zulassungs- und Einschreibverfahren klären

Wer nicht in Hildesheim sein kann, erreicht die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Fragen zum Bewerbungs-, Zulassungs- und Einschreibverfahren auch telefonisch und per E-Mail (Infoline der Studienberatung, Telefon 05121 883 55555, montags bis donnerstags 09:30 bis 17:00 Uhr und freitags 09:30 bis 14:00 Uhr, E-Mail infoline@uni-hildesheim.de).

Die reguläre Bewerbungsfrist der meisten Bachelor- und Masterstudiengänge endet am 15. Juli 2019. Das Studium beginnt im Oktober 2019. Alle relevanten Informationen zur Bewerbung, Zulassung und Einschreibung sowie den Zugang zum Online-Bewerbungsportal finden Studieninteressierte im Internet: www.uni-hildesheim.de/bewerbung

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Pressemeldungen
news-17109 Mon, 08 Jul 2019 08:44:00 +0200 Masterstudiengang Kulturvermittlung https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/masterstudiengang-kulturvermittlung/ Die Universität Hildesheim bildet Fachleute für Kulturvermittlung aus. Das Masterstudium dauert vier Semester. Typische spätere Arbeitsplätze sind zum Beispiel in der Museumspädagogik, im Marketing von Kulturbetrieben, im Kulturtourismus oder in der Kulturpolitik. Lesetipp: Süddeutsche Zeitung, 5. Juli 2019, Artikel über Kulturmanagement-Studiengänge in Deutschland, „Mut zum Wandel. Die neue Generation der Kulturmanager will mehr aktuelle Themen in Theater, Konzertsäle oder Museen holen“

Der Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ verbindet wissenschaftliche und praxisorientierte Kenntnisse in den Feldern Kulturpolitik, Kulturmanagement, Kulturelle Bildung mit Kenntnissen in den Künsten und eigener ästhetisch-künstlerischer Praxis.

In Lehrforschungsprojekten und Kooperationen mit vielfältiger Praxisorganisationen und Dachverbänden, von der kulturpolitischen Gesellschaft über die Bundesvereinigung kulturelle Bildung bis zu den Goethe-Instituten weltweit, können Studentinnen und Studenten professionelle Kompetenzen erwerben und berufliche Netzwerke knüpfen.

„Das sehr breite Angebot lässt Raum für individuelle Profilbildung“, sagt Professorin Birgit Mandel. „Wir suchen kommunikative Persönlichkeiten mit eigener künstlerischer Kompetenz und Gestaltungsfreudigkeit, die auf Basis eines kultur-, kunst- oder sozialwissenschaftlichen Bachelorstudiums, Expertinnen und Experten in der Kulturvermittlung werden wollen.“

Absolventinnen und Absolventen der Kulturmanagement-Studiengänge haben heute gute Berufsaussichten, denn viele Führungskräfte gehen in den Ruhestand, und es gibt zudem viele neue Stellen, sagte Birgit Mandel jüngst der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG.

+++ Fristverlängerung: Bewerbung für einige Fächer noch bis 1. September 2019 möglich +++

Die Bewerbungsfrist für den Masterstudiengang „Kulturvermittlung“ wurde für die künstlerischen Schwerpunktfächter Literatur, Medien und Musik bis zum 1. September 2019 (Ausschlussfrist) verlängert. Die Verlängerung gilt nicht für die deutsch-französische Studienvariante. Die Auswahlgespräche entfallen. Sofern Studieninteressierte die Zugangsvoraussetzungen erfüllen und die Bewerbung vollständig und fristgerecht einreichen, haben sie den Studienplatz sicher.

+++ Infoveranstaltung am Dienstag, 9. Juli 2019 +++

Ein persönliches Bild vom Studiengang „Kulturvermittlung“ können sich Studieninteressierte am Dienstag, 9. Juli 2019, von 14:00 bis 17:00 Uhr machen. Die Infoveranstaltung findet auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg in der Bibliothek des Weißes Hauses (Domänenstraße, 31141 Hildesheim) statt.

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Kulturpolitik Studierendenportal
news-17104 Mon, 08 Jul 2019 08:23:00 +0200 Exkursion nach Brüssel: Kenntnisse über die EU vertiefen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/exkursion-nach-bruessel-kenntnisse-ueber-die-eu-vertiefen/ Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim informierten sich während einer Exkursion in Brüssel über die europäischen Institutionen und ihr Funktionieren. Durch die vom Fach Politikwissenschaft seit mehreren Jahren durchgeführte Exkursion zu den EU-Institutionen in Brüssel soll allen Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim die Möglichkeit gegeben werden, ihre Kenntnisse über die EU zu vertiefen.

Der ehemalige Außenminister Guido Westerwelle hat die europäische Integration als „das erfolgreichste Friedensprojekt der (neueren) Geschichte“ bezeichnet. Diese Sichtweise auf die EU gilt es vor dem Hintergrund zunehmender Kritik an der Europäischen Union, die zunehmend sowohl von linken, als auch von rechten Kräften geäußert wird, offensiv zu vertreten, so die Hildesheimer Politikwissenschaftlerinnen und Politikwissenschaftler.

Die Studierenden der Universität Hildesheim, die später als Meinungsmultiplikatoren in Schulen und in anderen Institutionen tätig sein werden, sollen gegen populistische Kritik an der EU immunisiert werden. Um dieses Ziel zu erreichen haben sich 18 Studierende, angeleitet von Professorin Marianne Kneuer und Mario Datts, in Brüssel mit der Geschichte der EU, ihren Institutionen und den Menschen beschäftigt, die die EU geprägt haben und gegenwärtig prägen. Die Gruppe aus Hildesheim traf auch EU-Parlamentsabgeordnete.

Die Exkursion wird (voraussichtlich) im kommenden Sommersemester erneut stattfinden. Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an Mario Datts (mario.datts@uni-hildesheim.de).

Wie war's in Brüssel?
Digitale Logbüchern von Studierenden mit Eindrücken aus Brüssel

„Neben dem EU Parlament ist das sogenannte Parlamentarium, ein Austellungs- und Informationscenter über das Parlament. Inspiriert von historischen Zitaten bewegten wir uns durch die Ausstellung und begriffen ein weiteres Mal, wo die EU herkommt und wo sie mit unserer Hilfe hinkommen kann.“

Zitat eines Studenten

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Pressemeldungen
news-17105 Thu, 04 Jul 2019 07:50:00 +0200 90. Geburtstag: Politikwissenschaftler Professor Gottfried Leder https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/90-geburtstag-politikwissenschaftler-professor-gottfried-leder/ Professor Dr. em. Gottfried Leder, ein geistreicher Beobachter des politischen Zeitgeschehens und Begründer der Politischen Wissenschaft in Hildesheim, wird 90 Jahre alt. Der Hildesheimer Politikwissenschaftler hat am 4. Juli 2019 Geburtstag. LESETIPP: Einen weiteren Artikel über Professor Gottfried Leder lesen Sie auch in der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 4. Juli 2019.

Gottfried Leder wurde am 4. Juli 1929 in Berlin geboren. Nach Evakuierung und der Flucht aus Oberschlesien gelangte er im Frühjahr 1945 nach Niedersachsen und legte 1948 das Abitur in Peine ab. Anschließend studierte er von 1949 bis 1955 an der Georg-August-Universität in Göttingen Rechts- und Staatswissenschaften.

1955 promovierte er bei Rudolf Smend, einem der bedeutenden Staatsrechtslehrer der Weimarer Jahre und der Nachkriegszeit, zum Doctor juris. Mit seiner Dissertation „Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen“ betrat Leder zu diesem Zeitpunkt juristisches und politisches Neuland. In das Jahr der Promotion fiel der Beitritt der Bundesrepublik zur NATO und das Wehrpflichtgesetz wurde erst im Folgejahr vom Bundestag beschlossen. Gewissen und Widerspruch haben den Wissenschaftler fortan immer sehr beschäftigt. 1960 bis 1961 war er im Bundespräsidialamt in Bonn im Referententeam des Persönlichen Büros des Bundespräsidenten.

Wegbereiter der Politischen Wissenschaft in Hildesheim

Leder war der Wegbereiter der Politischen Wissenschaft in Hildesheim. Er begründete als erster Lehrstuhlinhaber im Oktober 1961 das Fach Politische Wissenschaft an der damaligen Pädagogischen Hochschule Alfeld.

1970 kam Leder mit 20 Kollegen aus Alfeld nach Hildesheim, wo er die Politikwissenschaft an der Hochschule und später Universität Hildesheim prägte. Leder gehörte mit der Berufung 1961 als der Jüngste zum Kreis der Hochschullehrer, die das Fach in Niedersachsen als Grundwissenschaft aufgebaut und in die Lehramtsausbildung integriert haben. In zahlreichen Funktionen, unter anderem als Mitglied des Senats, hat er tatkräftig an der Weiterentwicklung von der Pädagogischen Hochschule zur selbstständigen Wissenschaftlichen Hochschule und schließlich zur Universität beigetragen.

Forschung zu Gewissen und Widerspruch

Als Hochschullehrer bemühte sich Leder bis zu seiner Pension 1991 stets um Fairness und Gerechtigkeit und förderte die Einübung präzisen Denkens und die Fähigkeit zur Begründung von Positionen.

Neben der Forschung und Lehre hat Gottfried Leder vielfältige gesellschaftspolitische Aufgaben wahrgenommen, etwa im Niedersächsischen Landesausschuss für Erwachsenenbildung und im Beirat des Niedersächsischen Landesinstituts für Lehrerfortbildung und Lehrerweiterbildung und war Mitglied des Beirats für Fragen der Inneren Führung beim Bundesministerium für Verteidigung.

Er engagierte sich zudem in zahlreichen kirchlichen Gremien. Über 30 Jahre gehörte er dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken an, wo er Mitglied mehrerer Arbeitsgruppen und Kommissionen war. 1999 wurde der Politologe mit der Bistumsmedaille, der höchsten Auszeichnung des Bistums, geehrt. Anfang der 1970er Jahre hat er an der Würzburger Synode, der gemeinsamen Synode der deutschen Bistümer, teilgenommen.

2019 ist jüngst im LIT-Verlag das Buch „Bei Unrecht: Widerspruch!“ von Gottfried Leder erschienen.

Im Gespräch

Interview mit Professor Dr. em. Gottfried Leder

Herr Professor Leder, Sie sind Begründer der Wissenschaft der Politik in Hildesheim. Was bedeutet es, die Politikwissenschaft als eine Grundwissenschaft aufzubauen?

Die Politische Wissenschaft als Fach gab es damals an den Pädagogischen Hochschulen überhaupt noch nicht. Die Kultusministerkonferenz entschied damals Ende der 1950er Jahre, an jeder der acht Pädagogischen Hochschulen in Niedersachsen einen Lehrstuhl zu errichten, weil das erste Mal die NPD als Partei einen gewaltigen Schub bei den Landtagswahlen gemacht hat. Da wurde beschlossen: Wir müssen die Gegenwehr gegen diese Rechtsbewegung bei der Jugend anfangen – das wiederholt sich alles in der Geschichte. Und wenn man bei der Jugend anfangen möchte, muss man bei den Lehrerinnen und Lehrern anfangen. Und auf diese Weise wurde in allen pädagogischen Hochschulen in Niedersachsen das Fach der politischen Wissenschaft eingerichtet, in den vier größeren 1960, und in den kleineren 1961. Es gab aber nicht genug Leute für diese Lehrstühle, die habilitiert waren. Den Hochschulen wurde gesagt: Schaut euch um, wenn ihr jemanden kennt, der promoviert und geeignet ist, dann ladet ihn in die Hochschulen ein und macht Check-Seminare.

Sie waren 32. Das trauten Sie sich zu?

Ich war damals noch im Bundespräsidialamt in Bonn. Ich war 32 Jahre jung und stellte mich in Alfeld vor. So ist es gewesen. Ich stand in zwei anderen Hochschulen auch noch auf der Dreier-Liste der möglichen Kandidaten. Ich wurde dann ernannt und war zunächst allein, als Assistent bot sich ein Lehrer an. Ich begann bei Null. Was ich als Bestand in Alfeld vorfand war eine Weimarer Verfassung und das Grundgesetz und 3000 D-Mark als Startkapital für den Aufbau einer Abteilung Politikwissenschaft in der kleinen Hochschulbibliothek. Ich traf auf eine wahnsinnig freundliche Kollegenschaft, die sich halb umbrachte, um mir zu helfen und zwischendurch fragte, was das eigentlich ist, was ich in der Politikwissenschaft mache. Wir waren 20 Dozenten in Alfeld.

Was haben Sie Ihren Alfelder Kollegen und Ihrer Kollegin denn geantwortet, was ist Politikwissenschaft?

Ich habe verdeutlicht, dass und warum die Politische Wissenschaft eine Wissenschaft ist und dass ich nicht hierher geschickt worden bin, Politik zu machen. Es ist die Wissenschaft, die den Gegenstand der Politik hat und alles, was politisch ist, ist ihr Objekt. Politische Wissenschaft treibt also keine Politik, sondern analysiert sie. Was nicht ausschließt, erstens, dass auch der Politikwissenschaftler eine politische Überzeugung hat und was die Frage aufwirft, ob Politikwissenschaft eine wertfreie Wissenschaft sein könnte. Das war in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre eine große Debatte. Der Soziologe Max Weber hat die These von der Wertfreiheit der Politikwissenschaft einerseits glühend verteidigt und andererseits gibt es in seinen Schriften Passagen, in denen er darlegt, Politik ist natürlich auch eine wertende Wissenschaft. Wenn wir von „guter" oder „schlechter" Politik reden, fangen wir schon an mit dem Urteil. Ich kann das, was andere sagen, nicht sofort mit einer Haube der politischen Überzeugung beurteilen. Zunächst einmal muss die Analyse kommen.

Herr Professor Leder, seit 28 Jahren sind Sie im Ruhestand. Ihr Interesse an Politik, an Philosophie und Zeitgeschichte ist ungebremst, auch im hohen Alter haben Sie noch einen Aufsatz über Gewissen und Gehorsam geschrieben. Nun feiern Sie Ihren 90. Geburtstag. Verraten Sie uns Ihre Lebensphilosophie, wie bleibt man so wach im Geiste und so aufmerksam?

Seien Sie mir nicht böse, aber das kann ich nicht beantworten. Wie bleibt man so wach und aufmerksam? Ich danke jeden Tag dafür, das ich's bin. Wie man dazu kommt, merkt man ja nicht. Wenn man das Glück hat, merkt man es gelegentlich, weil jemand sagt: „Der ist noch ganz fit."

Ich weiß natürlich, dass ich ein wunderbares Elternhaus, aufgeschlossen und interessiert an allem, gehabt habe und sehr jung erfahren habe, dass es auf der Welt sehr schlimme Dinge gibt. Meine Eltern waren beide absolut unbeleckt von jeder Sympathie für die Nazis. Ich bin 1929 geboren, ich war gerade vier Jahre alt, als sich die Nationalsozialisten in Deutschland 1933 mit der Machtergreifung durchsetzten. Ich erzähle Ihnen eine verbürgtes Geschehen: Wie ich fünf Jahre alt war, 1934, war ich für ein Viertel Jahr bei meinen Großeltern in Breslau. An einem Abend, ich war von meiner Patentante schon ins Bett gebracht, fingen auf einmal die Glocken an zu läuten. Ich konnte nicht schlafen, bin in das Wohnzimmer der großen bürgerlichen Wohnung und habe mich beklagt, warum die Glocken so laut läuten. Mein Großvater sagte mir: „Weißt du, der Herr von Hindenburg, der Herr Reichspräsident ist gestorben." Ich reagierte, es war eine kindliche Reaktion: „Was denn, haben Sie jetzt den alten Mann auch noch umgebracht?“ Das war am 2. August 1934. Einige Monate zuvor, im Juni, hatte Hitler einen Putsch von SA-Leuten, seiner eigenen Truppe, niedergeschlagen, indem er seinen Freund Ernst Röhm, der Chef der SA, einer der obersten Nazis, hat erschießen lassen. Meine Eltern waren sehr intensiv katholisch und aufgeschlossen, sie wussten, 1935, 1936, 1937: Das gibt Krieg und es wird furchtbar. Sie wussten von Judenverfolgungen, ihre Freunde sind noch nach England entkommen. Als Fünfjähriger und in den folgenden Jahren habe ich eine schlimme Zeit erlebt. Ich konnte damals noch nicht Zeitung lesen, nur einzelne Worte. Das prägt mein ganzes Denken. Politik ist wahnsinnig spannend, aufregend und wichtig für uns alle, Politik kann schlecht sein und gut sein.

Eine andere Situation: Ich war 30 und Referent im persönlichen Büro des Bundespräsidenten in Bonn, ich war einer von zwei Assistenten und hatte wie ich angekommen war, am ersten Tag einen Auftrag erhalten, eine Tischrede zu entwerfen für die Mitglieder des Bundesverfassungsgerichts. Vorgabe 8 Minuten. Das war ein Glücksfall. Verfassungsrecht hat mich in meinem Studium so intensiv beschäftigt. Als ich in das Arbeitszimmer des Bundespräsidenten das erste Mal hinein kam, saßen wir uns direkt gegenüber, er hatte mein Redemanuskript vor sich liegen, nahm einen grünen Stift und fing an zu lesen. Auf einmal knurrte er, und wieder knurrte er: „So kann man das doch nicht sagen." Reflexartig bat ich um Entschuldigung. Der Bundespräsident legt seinen Stift hin, guckt mich an und sagt: „Herr Leder, warum entschuldigen Sie sich denn dauernd? Sie sind hier dazu da, mir zu widersprechen. Und wenn ich es dann anders mache, ist das nicht mehr Ihre Verantwortung." Ich habe manchmal in Fällen von Meinungsverschiedenheiten mit Räten und Assistenten später zu mir innerlich gesagt: „Du weißt, die sind hier da, um dir zu widersprechen. Und wenn du es anders machst, musst du es alleine verantworten." Ich habe daher nie einen ernsten Konflikt mit einem Mitarbeiter an der Universität gehabt.

Was bedeutet Wissenschaft für Ihr Leben? Wie hat die Politikwissenschaft Ihr Leben geprägt?

Wenn ich Politik lehren will und Wissenschaft betreiben will, muss ich objektive Sachverhalte erzählen. Gewissen und Widerspruch hat mich immer sehr beschäftigt. Ich habe sehr gerne in Arbeitsgruppen gearbeitet, die aus anderen Wissenschaften stammen. Zwölf Jahre war ich Mitglied eines Gesprächskreises für wissenschaftliche Pädagogik, nahm an den Symposien teil, sprach in Münster über politische Bildung. Wie sieht ein Politikwissenschaftler politische Bildung und hält sie für notwendig? Politische Bildung hat mich immer interessiert, ich habe sie mit vielen Referaten im Jahr in Bildungsinstitutionen von Stuttgart bis Fulda betrieben. Abends hatte ich meinen Vortrag in Oldenburg mit Diskussion bis zehn Uhr, am Morgen war ich zurück in Hildesheim, um um 8:00 Uhr mein Seminar zu halten. Von zwei Operationen abgesehen war ich 7 Vorlesungstage im Laufe der 30 Jahre an der Universität krank.

Die Arbeit hat mir immer Freude gemacht. Mich hat die Leidenschaft für politische Bildung und das innere Engagement mein Leben lang angetrieben. Demokratie ist ein Wert und die Parteien haben politische Funktionen in die Bevölkerung hinein. Wenn die Parteien heute wieder in einer Schwächephase stehen – was ganz ohne Frage ist und überhaupt noch nicht überwunden –, macht man sich seine Sorgen. Man kann Mitleid oder wenigstens Sympathie für Leute empfinden, die sich bestimmte Dinge zutrauen, dazu gewählt werden und dann von der eigenen Partei Stückchen um Stückchen in die Pfanne gehauen werden.

Meine Studentinnen und Studenten haben mir gesagt, dass ich anspruchsvoll sei, aber immer fair in Prüfungen. Wenn die Studierenden zur Prüfung kamen, habe ich mich gekümmert, es war erstaunlich, wie viele so stark unter Prüfungsangst gelitten haben. Den Dank erfahre ich noch heute in Hildesheim manchmal auf der Straße, das sind wundervolle Tage.

Wie haben Sie die Universität als Student erlebt?

Ich erinnere mich an mein Studium 1949 in Göttingen, ich habe die Lehrangebote gesucht, die hingen nämlich nur in der Universität an großen Brettern. Fernsehen gab es noch nicht, im Radio wurden Lehrveranstaltungen natürlich auch nicht verkündet.Und dann musste ich erst einmal einen Kommilitonen ansprechen, der von einer Vorlesung kam. Aber die jungen Leute waren alle so eilig, ganz eigentümlich – freundlich, aber sie hatten nie Zeit. Warum? Eine große Zahl der jungen Männer hatte eine Gefangenschaft hinter sich nach dem Zweiten Weltkrieg, entweder bei den Franzosen oder bei den Amerikanern, aber kaum einer war aus Russland. Ich bin dabei gewesen, wie 1955 – zehn Jahre nach Kriegsende – im Grenzdurchgangslanger in Friedland einer der ersten Transporte von deutschen Kriegsgefangenen ankam in Bussen, in die sie in ihren Gefangenenlagern verladen worden waren, als Konrad Adenauer in Russland gewesen war und sie freigehandelt hatte. Ich habe mit anderen Studenten geholfen. Es hieß: „Die Gefangenen kommen. Wir brauchen dringend Hilfskräfte.“ Ich errinere mich, wie sie aus den Bussen aussteigen – blass, blank, abgemagert, manche mit einem Stock, manche mit einer selbstgebastelten Krücke unter dem Arm. Ich habe bis heute im Sinn, wie sie am Ende anstimmen: „Nun danket alle Gott.“ So etwas vergisst man nicht, das Schreckliche wie das Schöne.

Wenn ich Ihnen noch eine Story erzählen soll: Ich saß im Seminar „Theorie des öffentlichen Rechts“ in Göttingen bei Professor Rudolf Smend, einer der bedeutendsten Verfassungsrechtler der Weimarer und der neuen Bonner Zeit. Da saßen mit mir im Raum zwei spätere Bundesminister, ein Dritter, der später in den Bundestag ging, zwei spätere Bundesverfassunsrichter, eine spätere Richterin. Ich saß auf dem letzten Platz, Mittwochabend, 20 Uhr bis 22 Uhr. Da passierte Folgendes: Rudolf Smend hatte einen Aufsatz geschrieben über den Kernbereich seiner eigenen Theorie, die Integrationslehre, der Staat ist Integration, für das große Handbuch der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Er sagte, er wolle den Aufsatz zur Diskussion stellen: Die Integrationslehre und ihre Schwächen. Es war ein nachträgliches rücksichtsloses Urteil über sein zentrales wissenschaftliches Produkt, uns kamen die Tränen. Er saß und schwieg. Einer seiner Studenten, Wilhelm Hennis, später renommierter Professor, sagte: „Herr Professor, so schlecht, wie Sie Ihre eigene Theorie gemacht haben, ist sie ja nun wirklich nicht." Herr Smend sagte ganz ernst: „Ich bedanke mich für diesen Trost." Ich habe dauernd das große Glück gehabt, Leute dieser Kragenweite kennen zu lernen.

Dieses Interview lesen auch viele Studentinnen und Studenten. Welche Entwicklungschancen bietet eine Universität jungen Menschen?

Eine Hochschullehrerin beziehungsweise ein Hochschullehrer sollte zum Nebenberuf haben, seinen Studentinnen und Studenten immer wieder klar zu machen: Erstens, Sie müssen hier gewaltig Gas geben, sonst kann es sein, dass Sie das Studium nicht schaffen. Ich kenne nur ganz wenige Leute, die es ohne solches Gasgeben mit Lockerheit geschafft haben. Zweitens, man muss sich selber darum kümmern, das man lernt, wie man lernt und wie man zum Denken kommt – mit der Folge, dass an zwei, drei Abenden in der Woche Bude und Arbeit angesagt ist. Weil es später auch so sein wird. Ohne knallharte Arbeitsbereitschaft geht nichts. Drittens: Man muss lernen, sich in die Position des anderen hineinzuversetzen. Das hilft übrigens auch, wenn man sich auf eine Prüfung vorbereitet und vorher versucht herauszufinden, wie der Prüfer oder die Prüferin tickt, dann können einen Fragen nicht erschrecken.

Welche Aufgaben hat Wissenschaft in der Gesellschaft, wie kann die Region von der hier ansässigen Hochschule profitieren?

Ich schätze die Bemühungen um den Wissenstransfer der heutigen Hildesheimer Universitätsprofessorinnen und Universitätsprofessoren, dazu zählen etwa die öffentlichen Europagespräche von Professor Michael Gehler und Ringvorlesungen der Universität Hildesheim. Da wird etwas Reizvolles geboten. Ich habe einige Referate von Professorin Marianne Kneuer gehört, sie kann für jeden der anfängt, als Wissenschaftler zu arbeiten, nur Vorbild sein, ich bewundere das. Man muss sehen, dass die Bürger hier herkommen auf den Campus, man muss sie einladen. Und dann kommen sie ja offenbar.

Die Hochschule, der akademische Bereich, ist nicht außerhalb dieser Welt, sondern ein Teil und muss sich selber integrieren. Eine Universität, die sich abkapselt, wird nie richtig in der Mitte dieser Stadt ankommen. Das Wachstum der Universität Hildesheim ist nicht unwesentlich in den letzten Jahren von Professor Wolfgang-Uwe Friedrich bewirkt worden und hat ohne Fragen in Hinblick auf kulturelle und wirtschaftliche Aspekte Bedeutung für Hildesheim. Etwa 11 % von Hildesheims gut 100.000 Einwohnern sind heute Studentinnen und Studenten, 1970 waren es 400 Studierende, 2019 sind es allein an der Universität etwa 8500. Und wenn Hildesheim sich nun darum bewirbt, Europäische Kulturhauptstadt zu werden, dann wird alles das, was vom gegenwärtigen Präsidenten geschaffen wurde dazu beitragen, dass Hildesheim sicher mit dem hervorragenden Ruf der Universität gestiegene Chancen hat.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-17085 Tue, 02 Jul 2019 08:58:00 +0200 Bachmann-Preis: Literaturstudent Leander Fischer https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/bachmann-preis-literaturstudent-leander-fischer/ Leander Fischer, Masterstudent am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim, gewinnt beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt den Preis des Deutschlandfunks. Der Preis ist mit 12.500 Euro dotiert. [Hinweis: In Kürze lesen Sie hier ein Interview mit Leander Fischer]

Der Ingeborg-Bachmann-Preis gilt als eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschen Sprachraum. Leander Fischer las in Klugenfurt auf Einladung des Literaturkritikers Hubert Winkels den Text „Nymphenverzeichnis Muster Nummer eins Goldkopf“. Der Deutschlandfunkpreis ging nach einer Stichwahl an Leander Fischer. Fischer studiert derzeit an der Universität Hildesheim im Masterstudium „Literarisches Schreiben und Lektorieren“. In seinem Text verfällt ein frustrierter Musiklehrer immer mehr dem Fliegenfischen und wird beim Köderknüpfen-Lernen wieder zum Schüler.

Es sei eine der sperrigsten Arbeiten, Köder für das Fliegenfischen zu knüpfen, sagte Hubert Winkels. Doch der Text schaffe es, Stück für Stück beim Zusammensetzen langsam das Vergnügen am Fertigen eines Kunstwerks zu vermitteln, so Winkels. Der Protagonist ist Musiklehrer, doch kein Violinkonzert könne schöner sein, als das Knüpfen der Köder.

Eine gekonnte erzählerische Leistung, „ganz furios gemacht“

Die Literaturwissenschaftlerin Hildegard Keller, Jurymitglied des Bachmann-Preises, sagte, es sei ein Text über Miniaturkunstwerke und es sei auch selbst ein Miniaturkunstwerk. Die lokale Semantik und das Musikalische fand sie interessant. Der Vortrag habe ihr geholfen, den Text besser zu verstehen, so Keller, es sei eine gekonnte erzählerische Leistung. „Ganz furios gemacht.“

Leander Fischer wurde 1992 in Vöcklabruck in Oberösterreich geboren. Er absolvierte Praktika in der Programmabteilung des Internationalen Literaturfestivals Berlin und im Lektorat Hanser Berlin. Unter anderem studierte er an den Universitäten Berlin, Wien und Hildesheim. Er war Mitherausgeber von „BELLA triste“, der Zeitschrift für junge Literatur und der Jahresanthologie (2018) der Studierenden des Studienganges Literarisches Schreiben an der Universität Hildesheim. Seine Masterarbeit wird gegenwärtig an der Universität Hildesheim vom Literaturwissenschaftler Thomas Klupp betreut.

Seit 20 Jahren: Renommiertes Literaturinstitut in Hildesheim

In Hildesheim schreibt die nächste Generation der Autorinnen und Autoren, hier werden sie seit dem Wintersemester 1999/2000 im Studiengang „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ ausgebildet. Seither ist der Studiengang zu einem erfolgreichen Ausbildungsprogramm für junge Autorinnen und Autoren geworden.

Das Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim gehört neben den Instituten in Leipzig, Biel und Wien zu den einzigen Universitätsinstituten im deutschsprachigen Raum, an denen Studentinnen und Studenten in Theorie und Praxis des Kreativen und Literarischen Schreibens umfassend ausgebildet werden.

Studentinnen und Studenten lernen in den Studiengängen „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ (Bachelorstudium) und „Literarisches Schreiben und Lektorieren“ (Masterstudium). Sie produzieren unter anderem die Zeitschrift für junge Gegenwartsliteratur „BELLA triste“, experimentieren mit literarischen Techniken, hospitieren in Verlagen, geben Bücher heraus, befassen sich mit digitaler Medienproduktion und berichten auf dem Online-Portal litradio.net vom literarischen Geschehen. Alle drei Jahre organisieren sie „Prosanova“, das größte Festival für junge deutschsprachige Gegenwartsliteratur.

Weitere Informationen zum Bachmann-Preis:

TEXT von Leander Fischer

Jurydiskussion Leander Fischer

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft
news-17080 Mon, 01 Jul 2019 09:38:01 +0200 Wippermann Lecture: Entwicklungen im Bildungsbereich in der Tschechischen Republik https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/wippermann-lecture-entwicklungen-im-bildungsbereich-in-der-tschechischen-republik/ Der Bildungswissenschaftler Professor Tomáš Janík vom Institut für schulpädagogische Forschung der Masaryk-Universität in Brünn arbeitet als Gastwissenschaftler in Hildesheim. In einem Vortrag spricht er über die Entwicklungen im Bildungsbereich in der Tschechischen Republik der letzten 30 Jahre. Mit Unterstützung aus der Bürgergesellschaft gelangen internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler nach Hildesheim. Zum vierten Mal vergibt die Universität Hildesheim das „Wippermann Fellowship“.

Das Stipendium erhält diesmal der Bildungswissenschaftler Professor Tomáš Janík. Janík leitet das Institut für schulpädagogische Forschung an der zweitgrößten Universität Tschechiens, der Masaryk-Universität in Brünn. Während seines Forschungsaufenthaltes an der Uni Hildesheim arbeitet er am Institut für Erziehungswissenschaft.

Vortrag „30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs – Entwicklungen im Bildungsbereich in der Tschechischen Republik“

Professor Tomáš Janík referiert in Hildesheim. Der Vortrag über die Entwicklungen im Bildungsbereich in der Tschechischen Republik ist öffentlich und kostenfrei. Der Vortrag beginnt am Dienstag, 2. Juli 2019, um 18:00 Uhr im Forum am Hauptcampus (Raum N 007) am Universitätsplatz in Hildesheim.

Das Ehepaar Jutta und Professor Burkhard Wippermann stiftet das „Wippermann Fellowship” für internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler seit 2017. Das Stipendium beinhaltet eine individuelle Förderung, die dem Gastwissenschaftler Freiräume und Ressourcen für die Durchführung von Forschungs- und Lehrvorhaben an der Universität Hildesheim ermöglicht.

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Pressemeldungen
news-17086 Mon, 01 Jul 2019 08:39:00 +0200 Herausragende akademische Leistungen: Torben Windler, Candy Walter und Carolin Funke https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/herausragende-akademische-leistungen-torben-windler-candy-walter-und-carolin-funke/ Die Universitätsgesellschaft Hildesheim verleiht drei Preise für herausragende akademische Leistungen. Geehrt werden der Informatiker Torben Windler, die Kulturwissenschaftlerin Carolin Funke und der Mathematiker Candy Walter für ihre Bachelorarbeit, Masterarbeit und Promotion. Die Förderpreise sind mit jeweils 500 Euro dotiert „Die Preise sind eine besondere Auszeichnung der Universität für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Sie sollen zudem Studierende und wissenschaftlichen Nachwuchs motivieren“, sagt Heinz-Werner Ernst, Vorsitzender der Universitätsgesellschaft Hildesheim, anlässlich der Preisverleihung im Forum am Hauptcampus. Die Qualität begeisterte ihn, und erstaunt habe ihn die Nähe der Forschungsarbeiten zur realen Welt.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:

  • Bachelor: Torben Windler | Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ |  Bachelorarbeit „Electricity Price Forecasting in the Context of Production Planning“ | Gutachter: Jan Busse

  • Master: Carolin Funke | Fachbereich „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ | Masterarbeit „Narrative Zwischenräume. Die Bedeutung der Bild-Text-Interdependenz in Bilderbuchgesprächen am Beispiel des Bilderbuches „Garmans Straße“ von Stian Hole. Eine qualitativ-empirische Studie.“ | Gutachterin Prof. Dr. Bettina Uhlig, Gutachter Jan Schönfelder

  • Dissertation: Candy Walter | Fachbereich „Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik“ | Dissertation „Statistische Untersuchungen Planen – Eine empirische Untersuchung zur Planung und Durchführung statistischer Untersuchungen von Lernenden aus 9ten und 10ten Schuljahrgängen“ | Gutachterin: Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme

Nähe der Forschungsarbeiten zur realen Welt

Der Informatiker Torben Windler hat seine Arbeit im Rahmen eines Projektes umgesetzt, in dem einem Produktionsbetrieb mit hohem Energieverbrauch geholfen werden soll, die Niedrigpreisphasen des Stromlieferanten auszunutzen und das vorausschauend Wochen vorher zu planen.

Carolin Funke, gelernte Grafikerin, hat in ihrer Masterarbeit ein liebevoll gestaltetes Werk vorgelegt, das Lehrerinnen und Lehrern Hilfen gibt für das Erschließen von Bilderbüchern. Auch der Mathematiker Candy Walter wendet sich mit seiner Arbeit an Lehrerinnen und Lehrer. Mit Hilfe der Ergebnisse seiner Dissertation sollen Schülerinnen und Schüler eigene Projekte besser durchführen und auswerten können.

Nominiert waren herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aller Fachbereiche

Unter den insgesamt 14 Nominierten mit herausragenden Forschungsarbeiten waren junge Forscherinnen und Forscher aus allen Fachbereichen der Universität Hildesheim. Die Preis werden einmal im Jahr verliehen.

Die vier Fachbereiche hatten die Arbeiten bei der paritätisch besetzten Förderkommission des Senats eingereicht. Die ermittelte in einem aufwendigen Verfahren drei Vorschläge, die sie dem Vorstand der Universitätsgesellschaft zur Entscheidung vorlegte. Die zum Teil sehr umfangreichen Arbeiten wurden mitgereicht, um den Kommissionsvorschlag nachvollziehen zu können.

Die Universitätsgesellschaft fördert Studierende, studentische Projekte und Leistungen und unterstützt Forschung und Lehre. Die gemeinnützige Gesellschaft vereint Freunde, Ehemalige, Förderer und Angehörige der Uni und versteht sich als Bindeglied zwischen Universität und den Bürgerinnen und Bürgern der Region.

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Bildende Kunst und Kunstwissenschaft Fachbereich 4 Informatik Maschinelles Lernen Mathematik & Angewandte Informatik Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB) Forschung Studierendenportal Personalportal Bürgergesellschaft Startseite
news-17052 Sun, 23 Jun 2019 19:59:00 +0200 Zehn Jahre Center for World Music: „Wir bewahren musikalisches Kulturerbe” https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/zehn-jahre-center-for-world-music-wir-bewahren-musikalisches-kulturerbe/ Als einziges musikethnologisches Forschungszentrum Deutschlands, das an eine Universität angegliedert ist, leistet das Center for World Music seit 2009 einen wichtigen Beitrag für Integration und Bildung und fördert die kulturelle und musikalische Vielfalt in der Region. Rede des Präsidenten Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich
anlässlich des Festaktes zum
zehnjährigen Bestehen des Center for World Music (PDF)

Als einziges musikethnologisches Forschungszentrum Deutschlands, das an eine Universität angegliedert ist, leistet das Center for World Music seit 2009 einen wichtigen Beitrag für Integration und Bildung und fördert die kulturelle und musikalische Vielfalt in der Region. Das Forschungszentrum bewahrt mit seinen über 4.500 Musikinstrumenten, 45.000 Schallplatten, Tondokumenten und Schriften bedeutende Spuren und Vermächtnisse weltweiten Musikschaffens. Es gibt in Europa keine weitere Institution, die in dieser globalen Breite sammelt.

„In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Center for World Music einen festen Platz in der Kulturregion Hildesheim und weit darüber hinaus erarbeitet. Es ist ein international anerkanntes Lehr- und Forschungszentrum und gleichzeitig ein inspirierender kultureller Akteur. Wissenschaft und Kultur werden hier auf ganz besondere Weise miteinander verknüpft und so gemeinsam erfahrbar. Hierzu gratuliere ich ganz herzlich und blicke gespannt auf die zukünftigen Entwicklungen“, so der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler anlässlich eines Festaktes. Die Arbeit, die in Hildesheim geleistet werde sei „grandios“, so der Minister. Das Forschungszentrum gebe eine Antwort auf Ausgrenzung und arbeite mit der verbindenden Kraft der Musik.

„We believe in unity through cooperation“

„Das Center ist ein großer Schatz für Forschung und Lehre und ein wichtiger Ort der internationalen Zusammenarbeit. Hildesheim besitzt ein weiteres Juwel“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich. „A very warm welcome to all of our foreign partners and guests. You make us proud and together we tell everybody and especially to the new generation of students: we believe in unity through cooperation. Our message is: come and work together, come together and listen to music, we are united in our passion for Music.“ 

Friedrich dankt insbesondere Rolf Irle, dem Stifter der Instrumentensammlung und Ehrenbürger der Universität Rolf Irle. „Musik spaltet nicht, sie vereint, das haben sie Generationen von Schülerinnen und Schülern vorgelebt.“ 

„Das Forschungszentrum gibt Raum für Musiken der ganzen Welt und öffnet diese in die Gesellschaft, um einen offenen Umgang miteinander zu pflegen“, so Lavinia Francke, Generalsekretärin der Stiftung Niedersachsen. Die Transferleistungen in die Gesellschaft hinein seien einzigartig. Die Stiftung Niedersachsen unterstützt die Arbeit seit der Gründung des Forschungszentrums.

Dr. Ingo Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Hildesheim, unterstreicht die Bedeutung des Forschungszentrums für die Region Hildesheim. Die Stadt sei durch die kulturwissenschaftlichen Studiengänge von jungen, progressiven und internationalen Kulturformen beeinflusst. „Das Center for World Music ist ein Botschafter für Toleranz in einer pluralen Gesellschaft.“ Die vielfältige Musikkultur werde nicht nur bewahrt und erforscht, sondern auch vermittelt. Meyer äußerte seinen Dank für die Lebensfreude, die von diesem Zentrum ausgehe.

„Music unites, but music can also divide. Music can tackle social difference. Lower Saxony is blessed by these two Institutions, the Center for World Music in Hildesheim and the European Centre for Jewish Music in Hanover“, so Professor Edwin Seroussi von der Hebräischen Universität Jerusalem, der den Festvortrag hielt.

„Das Center for World Music ist ein großer Schatz für Forschung und Lehre und ein wichtiger Ort der internationalen Zusammenarbeit. Musik verfügt über eine einzigartige Kraft, Menschen jeden Alters und jeder Nationalität zu verbinden. Musik schafft Gemeinschaft. Musik bietet besondere Chancen, international und interkulturell zusammenzuarbeiten. Musik schafft grenzüberschreitend Partnerschaften“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Kooperation mit Universität Maiduguri in Nigeria: „Dieses Miteinander zeigt, dass internationale Zusammenarbeit funktioniert“

Die internationale Zusammenarbeit wird ausgebaut. Am (heutigen) Freitag haben die Universität Maiduguri in Nigeria und die Universität Hildesheim eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die Universitäten arbeiten seit mehreren Jahren in einer vom Deutschen Akademischen Austauschdienst geförderten Graduiertenschule zusammen und befassen sich mit Friedens- und Konfliktforschung.

„Wir pflegen viele Kooperationen auf der ganzen Welt, aber diese scheint die beste zu sein, die wir jemals hatten. Wir sind stolz auf diesen Austausch mit Hildesheim“, sagt Professor Aliyu Shugaba, Präsident der Universität Maiduguri anlässlich der Unterzeichnung in Hildesheim. Seit 1975 bildet die Universität Maiduguri unter anderem den wissenschaftlichen Nachwuchs in den Fakultäten Landwirtschaft, Kulturwissenschaften, Bildung, Ingenieurwesen, Rechtswissenschaften, Sozialwissenschaften und Medizin aus. Die Universität Maiduguri befindet sich im Zentrum des Konflikts in Nordostnigeria, wo die Terrororganisation „Boko Haram“ in den letzten Jahren schreckliche Verwüstungen angerichtet hat. Die sechs nigerianischen Doktorandinnen und Doktoranden und sechs Masterstudierenden arbeiten in der Graduiertenschule an Fragen des gesellschaftlichen Wiederaufbaus. Die Masterstudierenden haben ihre Master Thesis gerade erfolgreich verteidigt.

„Wir sind dankbar und stolz auf die Zusammenarbeit mit der Universität Maiduguri. Dieses Miteinander zeigt, dass internationale Zusammenarbeit funktioniert“, so Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Musik kann Verständigung fördern, aber auch trennend wirken. Musik ist zutiefst gesellschaftlich und politisch.

In Hildesheim lagert in Beispielen das musikalische kollektive Gedächtnis der Menschheit, zum Beispiel das „Music of Man Archiv“, eine Dauerleihgabe der Stiftung Niedersachsen. Die Schallplatten sind oft die einzigen akustischen Zeugnisse. In den Regalen liegen algerischer Rai und Streitlieder der Inuit neben Bach-Partiten, hinduistische Tempelgesänge und syrisch-chaldäische Gesänge neben Roland Kaiser, Jazz aus Bangladesch neben Gesängen aus Albanien und Afghanistan.

„Für uns zählt diese Sammlung zum Weltkulturerbe. Die Bestände haben viel mit uns zu tun und das Wissen um die Vielfalt musikalischer Geschichte ist eine wichtige Quelle künstlerischer Inspritation. In unserem Archiv lagern Highlights wie die erste Tonaufnahme aus dem Iran von 1906. Wir haben Ton-aufnahmen, bei denen wir wissen, dass die Sammlung ein Kulturerbe dokumentiert, das verloren ist. Etwa die Tonträger aus Maiduguri in Nigeria“, sagt der Musikethnologe Professor Raimund Vogels, Direktor des Center for World Music.

Welche Rolle spielen Musik und Klänge in der Gesellschaft? Das Hildesheimer Musikarchiv zeigt: Musik ist nicht nur bloße Unterhaltung oder hohe Kunst. Musikalische Ausdrucksformen sind eine emotionale Kraft. Musik kann Verständigung fördern, aber auch trennend wirken. Musik ist zutiefst gesellschaftlich und politisch. „Im Zentrum bei uns stehen die musizierenden Menschen und nicht das Klangdokument alleine“, sagt Vogels.

Das Center for World Music der Universität Hildesheim arbeitet eng mit dem Europäischen Zentrum für Jüdische Musik der Hochschule für Musik, Theater und Medien zusammen. Ein internationaler Fachbeirat berät die Einrichtungen.

Digitalisierung von Weltkulturerbe in Kairo, Teheran und Maiduguri

Das Center for World Music sichert mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und Partnern vor Ort Musikarchive im Ausland, derzeit in Iran und Nigeria. In Ägypten und Ghana konnten physisch in ihrem Fortbestand gefährdete Tondokumente gesichert werden, etwa liturgische Gesänge der koptischen Kirche aus Kairo.

Das Forschungszentrum macht das musikalische Wissen zugänglich. „Wichtiger als das Bewahren ist uns die Rückgabe. Unsere Hauptpflicht ist es, die Dokumente den Musikern vor Ort zur Verfügung zu stellen. Am koptisch-orthodoxen Patriarchat in Kairo und Alexandria werden die Tonaufnahmen in der Ausbildung von Kantoren eingesetzt, da hört man sich das jetzt an, was wir digitalisiert haben. In Teheran nutzen Musiker die Aufnahmen. In Maiduguri hat unser Archivprojekt zur Gründung des Universitätsinstituts zur ‚Promotion of Cultural Sustainability‘ geführt. Wir sammeln wenig, um es einfach im Archiv zu lagern – sondern unsere Überlegung ist immer: Was kann man damit machen?“, so Raimund Vogels.

Friedens- und Konfliktforschung über Musik und Kultur

Musik und Künste können beim Wiederaufbau von Gesellschaft helfen, etwa in Nigeria. In Nordostnigeria wurden im letzten Jahrzehnt Musikerinnen und Musiker durch „Boko Haram“ ermordet, verfolgt und vertrieben und jene, die am Leben sind, haben Angst, Musik zu machen.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Maiduguri/Nigeria und Cape Coast/Ghana befassen sich in einer vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Graduiertenschule mit der Frage, wie in und nach Konflikten Gemeinschaften wieder aufgebaut werden können. Was wurde zerstört, welche Rolle spielen Kultur, Instrumente und musikalische Ausdrucksformen beim Wiederaufbau? Doktorandinnen und Doktoranden nutzen seltene Tonaufnahmen aus dem Musikarchiv für ihre Forschungsarbeiten. Über den Forschungsprozess fließen die Materialien, die die Vielfalt musikalischer Kultur in den Dörfern Nordostnigerias dokumentieren und seit den 1980er Jahren aufgenommen wurden, hinein in die Dörfer, Camps für Binnenflüchtlinge oder Familien. Die Tonaufnahmen sind Impulsgeber für Fragen der Reflexion: Wo wollen wir hin, wie wollen wir künftig leben?

Seit Anfang Mai bis Ende Juli 2019 sind Forscherinnen und Forscher aus Nigeria und Ghana zum Forschungsaufenthalt am Center for World Music in Hildesheim.

Integration durch Musik und Klang

Neben den internationalen Forschungsprojekten wirkt das Center for World Music in der Region, arbeitet mit Kitas, Schulen und dem Roemer- und Pelizeaus-Museum zusammen und bildet seit 2011 Berufstätige fort.

Am Center for World Music haben bisher 100 Personen aus 26 Herkunftsländern im Alter von 20 bis 60 Jahren studiert. Der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist europaweit einzigartig. Hier treffen zum Beispiel Komponisten, Konzertpädagogen, Musikschullehrerinnen, geflüchtete Musiker, Erzieherinnen und Musikervermittler aufeinander. Viele Studentinnen und Studenten haben Abschlüsse im Ausland erworben. Sie haben vielfältige musikalische und berufliche Biografien kommen aus allen Regionen Deutschlands – von Frankfurt am Main über Bremen und Berlin bis Nürnberg – und aus dem Ausland, etwa aus Syrien, Türkei, Irak, China und Sudan. Der 5. Studienjahrgang beginnt im Oktober 2019 (mehr Informationen über die Bewerbung).

Programm des Festakts am 21. Juni 2019

Begrüßung und Grußworte

  • Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang-Uwe Friedrich, Präsident der Stiftung Universität Hildesheim
  • Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann, Präsidentin der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover
  • Lavinia Francke, Generalsekretärin der Stiftung Niedersachsen
  • Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur
  • Dr. Ingo Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Hildesheim 

Festvortrag

Prof. Dr. Edwin Seroussi, Hebräische Universität Jerusalem

„10 Jahre in 10 Bildern – Das Center for World Music“

Prof. Dr. Raimund Vogels (Direktor des Center for World Music) und Dr. Michael Fuhr (Geschäftsführer des Center for World Music)

Der Festakt wird gestaltet mit musikalischen Beiträgen von Freunden und Studierenden des Center for World Music. Die Universität erwartet zum Festakt etwa 100 Gäste aus dem In- und Ausland, unter anderem aus Teheran, Paris, Chicago, Jerusalem, Maiduguri, Lissabon, Cape Coast und London.

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Pressemeldungen Center for World Music Fachbereich 2 Musik und Musikwissenschaft Präsident
news-17054 Sun, 23 Jun 2019 12:07:32 +0200 Magische Mittsommernacht: 3300 Bürger wandeln über das Domänengelände https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/magische-mittsommernacht-3300-buerger-wandeln-ueber-das-domaenengelaende/ Über 3300 Bürgerinnen und Bürger erleben ein vielfältiges Kulturprogramm beim großen Kultur- und Sommerfest. 200 Künstlerinnen und Künstler begeisterten auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg während der Mittsommernacht der Universität Hildesheim mit Musik, Tanz, Theater und Lesungen.

Die Universität Hildesheim hat an diesem Wochenende (Samstag, 22. Juni 2018) zur Mittsommernacht auf den Kulturcampus Domäne Marienburg eingeladen. Bei strahlendem Sonnenschein und lauer Sommernacht wandelten 3300 Besucher und 200 Künstlerinnen und Künstler über die mittelalterliche Burganlage, so Markus Langer vom Organisationsteam.

Ein Highlight war in diesem Jahr auch wieder das vielfältige Familienprogramm mit Kletterfelsen, Spielwiese, Lagerfeuer und Stockbrot, mit Mathematik, einem Streichorchester, einem Rundgang durch die virtuelle Welt und Improvisationstheater.

Das große Kultur- und Sommerfest der Universität Hildesheim findet seit 22 Jahren statt. Musik, Tanz und Theater bringen seitdem Jüngere und Ältere, Studierende und Berufstätige, Universitätsangehörige und Bürgerinnen und Bürger und internationale Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler auf der stimmungsvoll beleuchteten Domäne Marienburg zusammen. 

„Die Mittsommernacht ist eine Veranstaltung für die gesamte Stadtgesellschaft“ 

Zur diesjährigen Mittsommernacht hatte die Universität Hildesheim gemeinsam mit der Bürgerstiftung und der gemeinnützigen Baugesellschaft 300 Hildesheimerinnen und Hildesheimer mit ihren Kindern eingeladen, die sich die Teilnahme nicht alleine hätten finanzieren können. „Die Mittsommernacht ist eine Veranstaltung für die gesamte Stadtgesellschaft“, sagt Markus Langer.

Zur offiziellen Eröffnung des Festes sprachen im Domänenhof neben Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich und Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer auch Professor Aliyu Shugaba, Präsident der Universität Maiduguri, und Professor Ibrahim Njodi, die derzeit mit einer nigerianischen Delegation und Doktorandinnen und Doktoranden im Rahmen einer Hochschulkooperation Gäste an der Universität Hildesheim sind.

Oberbürgermeister: „Junge Kulturschaffende machen sichtbar, welche kreativen Impulse von den Kulturstudiengängen der Universität Hildesheim ausgehen“ 

Für Ingo Meyer ist die Atmosphäre auf der Domäne Marienburg zur alljährlichen Mittsommernacht einmalig: „Studierende und junge Kulturschaffende erhalten hier eine Bühne und machen sichtbar, welche kreativen Impulse von den Kulturstudiengängen der Universität Hildesheim ausgehen. Dies ist immerhin auch ein Grund, weshalb wir uns gute Chancen ausrechnen, Kulturhauptstadt Europas 2025 zu werden. Für Hildesheim ist die Mittsommernacht zudem wichtig, weil sie Universität und Stadtgesellschaft in optimaler Weise zusammenbringt.“ 

Das Abendprogramm umfasste Poetry Slam, Musik und Tanz, Theater und Walk-Acts. Die „English Drama Group“ führte zum Beispiel das Stück „Twelve angry Jurors“, basierend auf dem Thriller „Die 12 Geschworenen“ mit 12 internationalen Schauspielerinnen und Schauspielern und stimmigen Soundeffekten im Burgtheater auf. Im Blauen Salon im Pächterhaus wiederum lief ein moderner Literaturwettstreit zwischen Lyrik und Prosa. Die Livemusik bot einen fantastischen Mix auf mehreren Bühnen, etwa Funk, Soul und Pop sowie Jazz. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Center for World Music zeigten Studentinnen und Studenten aus dem musik.welt-Studium ihr Können.

Kurz vor Mitternacht erleuchtete der Domänenpark im Lichte des großen Löseke-Feuerwerks. 

Weitere Informationen finden Sie online unter www.uni-mittsommernacht.de

Dank an alle Sponsoren, Spender und Partner

Die Stiftung Universität Hildesheim dankt der Universitätsgesellschaft Hildesheim e.V. sowie den Sponsoren, Spendern und Partnern, ohne die diese Uni-Mittsommernacht nicht möglich wäre: Sparkasse Hildesheim Goslar Peine, gbg Gemeinnützige Baugenossenschaft Hildesheim, H.U.T. Hildesheimer Unternehmer Treffen e.V., Bürgerstiftung Hiildesheim, Arwed Löseke Papierverarbeitung und Druckerei, Techniker Krankenkasse, Jumnii e.V., Jim + Jimmy sowie der Stiftung Schulmuseum und dem Center for World Music.

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Pressemeldungen
news-16626 Wed, 19 Jun 2019 21:55:00 +0200 Ringvorlesung: Digitaler Wandel in Unternehmen und Verwaltungen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/ringvorlesung-digitaler-wandel-in-unternehmen-und-verwaltungen/ Der Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt befasst sich in der Forschung mit den Herausforderungen, vor denen Unternehmen und Verwaltungen im Digitalen Wandel stehen. Das Wissen aus der Forschung teilt der Hildesheimer Forscher und setzt sich für den Forschungstransfer in der Region Hildesheim ein. Mit der öffentlichen und kostenfreien Ringvorlesung „Digitaler Wandel in Unternehmen und Verwaltungen“ bietet das Hildesheimer Team der Wirtschaftsinformatik eine Austauschplattform zu Themen des Digitalen Wandels. Die Vorlesung bringt Studierende und Forschende aber vor allem auch Bürgerinnen und Bürgern und Fach- und Führungskräfte in Unternehmen und Verwaltungen in den Austausch. „Neben den Vorträgen der Referentinnen und Referenten geben wir der Diskussion des Themas mit dem Publikum großen Raum“, sagt Knackstedt.

Die Vorlesung findet jeweils donnerstags von 18:00 bis 19:30 Uhr im Forum (Raum N006) am Hauptcampus der Universität Hildesheim statt. Die Vorlesungsreihe endet Mitte Juli 2019.

Programm (PDF)
Ringvorlesung „Digitaler Wandel in Unternehmen und Verwaltungen“

„Wir möchten dazu beitragen, dass der Austausch zwischen Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung vorangetrieben wird“

Interview mit Prof. Dr. Ralf Knackstedt

Herr Prof. Knackstedt, Sie laden Bürger und regionale Unternehmen zur Vorlesungsreihe „Digitaler Wandel in Unternehmen und Verwaltungen“ ein. Vor welchen Herausforderungen steht die Verwaltung zum Beispiel?

Die Digitalisierung bietet umfassende Möglichkeiten, Verwaltungsprozesse umzugestalten, indem verschiedene Bereiche digitalisiert werden und Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern verschiedene, auch auf künstlicher Intelligenz basierende, Werkzeuge zur Verfügung gestellt werden, mit denen sie in ihren Entscheidungen unterstützt werden. Diese Digitalisierungsoptionen müssen systematisch erhoben und priorisiert werden, unter Budgetbeschränkungen in den Verwaltungen. Es ist eine ganz wichtige Frage, zu klären, mit welchen Optionen man voranschreitet und welche man gegebenenfalls erst später verfolgt.

Welche Prozesse sind das in der Verwaltung zum Beispiel?

In der Region ist momentan die Einbindung elektronischer Rechnungen in die Prozesse eine ganz wesentliche Aufgabe, durch die die Medienbrüche stark reduziert werden können. Medienbrüche sind immer gegeben, wenn man anfängt, ein Papierdokument erst wieder einzutippen, damit es in Datenbanken verwaltet werden kann, das dann wieder ausgedruckt wird und beim nächsten Empfänger in den Verwaltungen oder beim Bürger dann wieder erst elektrifiziert werden muss. Für mehrere Verwaltungen im Verbund ist der Austausch von Lösungen und best-practices notwendig, um zu erreichen, dass nicht jede Verwaltung bestimmte Herausforderungen angeht und Lösungen entwickelt. Da sehe ich hier in der Region Hildesheim ganz spannende Bereitschaften in der Verwaltung, sich in solchen Austauschnetzwerken zusammenzuschließen. Aber es ist noch unklar, wie man diese organisiert, wie man den Überblick über die best-practices erhält und wie man die Erfahrungen dokumentiert und das Wissen weitergeben kann. Und insgesamt das Agieren in diesen Netzwerken unterstützen kann – da könnte die Universität Hildesheim durchaus helfen. Der „Arbeitskreis Informationstechnologie“ und die Arbeit im Zentrum für Digitalen Wandel bieten uns als Universität die Chance, nah an den Entwicklungen in der regionalen Wirtschaft dran zu sein und solche Initiativen mit anzustoßen. Die Kommunen können jeweils Schwerpunkte setzen – eine Kommune könnte sich auf Prozesse an der Schnittstelle von Bürger und Verwaltungen konzentrieren und dort Innovationen gestalten, die dann die anderen Kommunen nachziehend bei sich direkt ähnlich umsetzen. Eine andere Kommune verbessert verwaltungsinterne Prozesse und spielt die Entwicklung an die anderen Kommunen im Netzwerk weiter.

Was sind weitere digitale Baustellen für Verwaltungen und Behörden?

Eine weitere große Herausforderung ist, dass Verwaltungen in der IT-Sicherheit voranschreiten müssen. Die Stadt Hildesheim ist sehr aktiv, entsprechende Strukturen und Prozesse zu gestalten, mit denen sie die IT-Sicherheit gewährleisten kann. Der IT-Fachkräftemangel ist ein großes Problem. Ich fände es spannend, wenn wir an der Universität Hildesheim Absolventinnen und Absolventen ausbilden würden, die für die Verwaltungen fachlich noch einsatzfähiger sind, weil sie nicht ausschließlich wie bisher die Prozessgestaltung und die IT beherrschen, sondern sich auch mit den Besonderheiten des Verwaltungshandeln hinreichend auskennen. Um hierfür die Basis zu legen, müssten allerdings weiterführende Initiativen ergriffen werden, für die uns Mitstreiter aus Politik und Gesellschaft höchst willkommen sind.

Und welchen Wandel beobachten Sie in den Unternehmen zum Beispiel?

Das ist sehr von der jeweiligen Branche abhängig. Unsere Ringvorlesung „Digitaler Wandel in Unternehmen und Verwaltungen“ bietet ein breites Spektrum und gibt Einblicke. Insgesamt ist die Wirtschaft sehr herausgefordert durch disruptive Innovation neuer Geschäftsmodelle, die durch die Digitalisierung ermöglicht werden. Da benötigen die Unternehmen Anleitungen und sind durch das Dilemma herausgefordert, ihr bisheriges Geschäft mit der Digitalisierung kontinuierlich zu verbessern und gleichzeitig zu überlegen, ob sie das Geschäftsmodell ändern müssen.

Es nehmen Fachleute aus 11 Hochschulen, Unternehmen und Verwaltung an der Ringvorlesung von April bis Juli 2019 teil. Warum organisieren Sie diese Vorlesungsreihe?

Mein Team und ich möchten dazu beitragen, dass der Austausch zwischen Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung vorangetrieben wird. Unsere Studentinnen und Studenten absolvieren Abschlussarbeiten und Praktika in regionalen Unternehmen und bauen die Kontakte in die Region auf, die ein möglicher Arbeitgeber für sie ist. In der Ringvorlesung haben sie die Chance, eine Vielfalt der Branchen zu erleben und in unterschiedliche Bereiche hineinzuschnuppern. Wir öffnen die Ringvorlesung und würden uns sehr freuen, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Unternehmen und Verwaltungen in den Hörsaal kommen. Für Bürgerinnen und Bürger ist die Vorlesungsreihe relevant, weil sie erleben, was in ihren Arbeitsplätzen passieren kann und was auf sie zukommen kann. Unsere Ringvorlesung ist ein Beitrag zur Transfer- und Austauschstrategie der Universität Hildesheim. Wir möchten unser Wissen teilen und zu Austausch und Diskussion in der Region beitragen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Digitaler Wandel in Unternehmen und Verwaltungen

Die Termine der Ringvorlesung im Überblick:

Geschäftsmodelle im Digitalen Wandel: Transformation von Produkten, Ressourcen und Methoden

18.04.2019: Der Digitale Wandel ermöglicht es, Sachleistungen (elektronische Geräte, Maschinen, Anlagen) und Dienstleistungen neuartig miteinander zu integrieren und aufeinander abzustimmen. Dr. Sebastian Bräuer und Thorsten Schoormann erläutern, welche Chancen zur Gestaltung innovativer Leistungsangebote zur vollständigen Lösung komplexer Kundenprobleme sich dadurch ergeben. Beispielsweise bietet sich so die Möglichkeit Kunden von der Koordination von Handwerksleistungen zu entlasten.

Digitaler Wandel im Banking

25.04.2019: Die Veränderung der Geschäftsmodelle von Banken im Digitalen Wandel betrifft uns letztlich alle. Wolfgang Heykena erläutert welche Serviceleistungen zukünftig für Banken möglich werden und wie Kunden davon profitieren. Letztlich wird sich unser Bild, was eine Bank ist und macht, mittel- bis langfristig ändern.

Sicherheitsaspekte beim Digitalen Wandel: Assoziative Kryptotechnik

02.05.2019: Digitaler Wandel benötigt IT-Sicherheit. Prof. i. R. Dr. Hans-Joachim Bentz hat ein Unternehmen gegründet, das einen völlig neuartigen in seiner Forschung entwickelten Ansatz umsetzt, um unsere privaten und geschäftlichen Daten vor dem bösartigen Manipulieren und Ausspähen zu sichern.

Digitaler Wandel in Unternehmen: Agile Transformation und Management 3.0

09.05.2019: Im Digitalen Wandel verändert sich, wie wir Sitzungen leiten und unsere Aktivitäten auf geteilte Ziele hin abstimmen. Dies gilt nicht nur für die Koordination unserer arbeitsteiligen Zusammenarbeit in Unternehmen, sondern auch in Vereinen und nicht profitorientierten Organisationen werden neuartige Formen, Projekte und Initiativen zu organisieren, möglich. Georg Rekas erläutert die Potenziale und Grenzen, die damit einhergehen.

Damoklesschwert des Digitalen Wandels am Beispiel Versicherungswirtschaft

16.05.2019: Der Schutz unserer personenbezogenen Daten geht uns alle an. Mit den Anpassungen der juristischen Vorschriften im Datenschutz ändern sich auch die Rechte von Verbrauchern. Kunden sollten gut informiert sein, um ihre Rechte bei Unternehmen durchsetzen zu können und um die Potenziale, die sich ihre Daten Unternehmen erschließen, realistisch einschätzen zu können. Laura Weidner und Robin Eißner geben entsprechende Einblicke aus Sicht der Versicherungswirtschaft.

IT-Sicherheit in der Verwaltung: Herausforderungen durch den Digitalen Wandel

23.05.2019: Viele Bürger versprechen sich vom Digitalen Wandel, dass sich ihre Kontakte zu Behörden zukünftig bequemer und zeitsparender gestalten lassen. Um die Akzeptanz dieser Veränderungen zu sichern, ist es unabdingbar ein hohes Maß an IT-Sicherheit umzusetzen. Florian Gefrörer erläutert, wie sich die Stadt Hildesheim dieser Herausforderung stellt.

Digitaler Wandel und StartUps: Die HI-Cube-Innovationsplattform

06.06.2019: Im Digitalen Wandel wird es für jeden leichter auch nebenberuflich unternehmerisch tätig zu werden. Aus mancher Idee ist so schon ein großes, weltweit agierendes Unternehmen geworden. Achim Mauruschat und Sebastian Sieloff stellen vor, wie eine Hildesheimer Innovationsplattform die Gründung neuer Unternehmen unterstützen kann.

Digitaler Wandel in der Produktion

20.06.2019: Industriearbeitsplätze werden vom Digitalen Wandel in besonderem Maße betroffen sein. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die sie unterstützenden Sozialpartner und Bildungsinstitutionen sollten sich Klarheit verschaffen, welche Änderungen mit zunehmender Automatisierung verbunden sind. Prof. Dr.-Ing. Christoph Herrmann und Dr. Mark Mennenga geben einen Überblick über aktuelle Trends und Entwicklungsperspektiven in der Produktion.

Digitaler Wandel in der Finanzierung nachhaltiger Projekte: Welchen Beitrag kann Crowdfunding zu nachhaltiger Entwicklung leisten?

27.06.2019: Die ökologische und soziale Nachhaltigkeit digitaler Geschäftsmodelle wird kontrovers diskutiert. Richtig umgesetzt bietet der Digitale Wandel große Chancen für die Sicherung der Umwelt und gegen den Klimawandel. Prof. Dr. Jacob Hörisch gibt einen Überblick, wie sich die Finanzierung von Ideen, die das Potenzial haben, einen Beitrag zur Rettung unseres Planeten zu leisten, durch die Beiträge vieler (der Crowd) tatsächlich umsetzen lassen.

Daten als Baumaterial der Zukunft: Digitaler Wandel in der Immobilienwirtschaft

04.07.2019: Der Digitale Wandel macht nicht an unseren Haustüren halt, sondern wird auch das Wohnen in und das Bauen und Umgestalten von Gebäuden verändern. Prof. Dr. Torben Bernhold zeigt auf, welche kaum zu überschätzende Bedeutung Daten im Bau und Betrieb von Immobilien zukünftig zukommen wird. Unsere Art zu wohnen wird morgen nicht mehr die gleiche sein.

Neues Business im Digitalen Wandel

11.07.2019: Der Digitale Wandel ist davon geprägt, dass neue Geschäftsmodelle in schneller Folge tradierte Angebote weitgehend ablösen. Populäre Beispiele für diese Entwicklung sind Legion (Online-Verkauf von Produkten, Streaming-Dienste für Musik und Filme, digitale Fotografie etc.) Justus Lüder und Dirk Hahnrath zeigen aktuelle Entwicklungen auf und geben Orientierung in einer Geschäftswelt ohne Stillstand.

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Pressemeldungen Zentrum für Digitalen Wandel Fachbereich 4 Informationssysteme und Unternehmensmodellierung Betriebswirtschaft & Wirtschaftsinformatik
news-17039 Wed, 19 Jun 2019 14:33:00 +0200 Experte für Biowissenschaften des Sports: Professor Sebastian Gehlert https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/experte-fuer-biowissenschaften-des-sports-professor-sebastian-gehlert/ Der Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert erforscht in Hildesheim unter anderem die muskuläre Anpassung im Kraft- und Ausdauertraining, den Proteinabbau im humanen Skelettmuskel und das Training und die Ernährung im Leistungssport. Eine effiziente Reizabfolge durch Training ist sowohl im Gesundheitsbereich, wie zum Beispiel im Rehabilitationssport, aber besonders auch im Leistungssport von hoher Bedeutung, sagt der Professor. Sebastian Gehlert hat an der Universität Hildesheim die Professur für Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften des Sports am Institut für Sportwissenschaft des Fachbereichs „Erziehungs- und Sozialwissenschaften“ inne. 

Professor Sebastian Gehlert befasst sich unter anderem mit der Entwicklung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch Training. „Es geht in meiner Forschung darum, mit biowissenschaftlichen und sportwissenschaftlichen Methoden, zu untersuchen, wie die Intensität, Zeitdauer und Abfolge von Kraft- und Ausdauertrainingseinheiten eine optimale und effiziente Reizabfolge generieren kann, die einen maximalen Leistungszuwachs in kurzer Zeit gewährleistet.“ Besonders interessant, sagt Gehlert, sei, dass die Entstehung dieser Vorgänge bereits auf Zellebene des Skelettmuskels beginnt und über spezifische Signalprozesse initiiert wird. „Diese Signalgebung lässt sich mit biowissenschaftlichen Methoden messen. Dies können Metabolite, Mikrovesikel oder RNA Fragmente sein, die als Folge des Gewebeumbaus in das Blut übertreten und uns Abbau- oder Aufbauprozesse indirekt anzeigen können. So können wir messen, ohne Muskelbiopsien vornehmen zu müssen.“

Eine effiziente Reizabfolge durch Training ist sowohl im Gesundheitsbereich, wie zum Beispiel im Rehabilitationssport, aber besonders auch im Leistungssport von hoher Bedeutung, sagt der Sportwissenschaftler. „Hier versucht man ja in kurzer Zeit – beispielsweise in ambulanten und zeitlich limitierten Rehaprogrammen oder aber auch in wettkampfnahen Vorbereitungsperioden – Trainingsreize so zu bündeln, dass zum Wettkampf die größtmögliche Schnelligkeits-, Kraft oder Ausdauerleistungsfähigkeit erzielt wird. Wenn es im Leistungssport überwiegend um Medaillen geht, äußert sich ein höheres Leistungsvermögen im Gesundheitssport mit verbesserter allgemeiner Belastbarkeit, Mobilität und Gesundheit.“

Sebastian Gehlert arbeitete nach seinem Studium der Sportwissenschaften im Bereich Training und Leistung in Forschungsprojekten an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Gehlert erhielt ein Graduiertenstipendium im Bereich Lebenswissenschaften der DSHS Köln. Er promovierte zum Thema  „Akute  und chronische Anpassung des humanen Skelettmuskels auf Kraft und Ausdauerbeanspruchung“ und arbeitete in der Abteilung molekulare und zelluläre Sportmedizin der DSHS Köln.

Antrittsvorlesung von Professor Sebastian Gehlert

Am Mittwoch, 19. Juni 2019, gibt der Sportwissenschaftler Professor Dr. Sebastian Gehlert Einblicke in seine Forschung. In seiner öffentlichen Antrittsvorlesung im Forum am Hauptcampus spricht er über den „Einfluss der molekularen Interaktion von Training und Ernährung auf die physiologische Leistungsanpassung“.

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news-16980 Wed, 19 Jun 2019 10:34:00 +0200 Bundesfilmfestival: Deutschlands Filmszene trifft sich in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/bundesfilmfestival-deutschlands-filmszene-trifft-sich-in-hildesheim/ Ein Team um Volker Wortmann organisiert in diesem Jahr das „Bundes.Festival.Film“ in Hildesheim. Das bundesweit größte Medienfestival für junge Regisseurinnen und Regisseure zeigt spannende Erzählweisen und überraschende Filmideen. Videotrailer: 32. Bundes.Festival.Film in Hildesheim

Programm des Filmfestivals

Vom 21. bis 23. Juni 2019 gastiert das „Bundes.Festival.Film“ im Thega Filmpalast. Das generationenübergreifende Nachwuchs-Filmfestival zeigt 44 Filme und bietet drei Paneldiskussionen mit auswertigen Experten und Expertinnen und den Filmmachenden. Alle Produktionen sind öffentlich und kostenfrei zugänglich. Das Festival zeigt überraschende Filmideen, spannende Erzählweisen und authentische Protagonistinnen und Protagonisten.

Das Festival markiert den feierlichen Abschluss und Höhepunkt der beiden Bundeswettbewerbe „Deutscher Jugendfilmpreis“ und „Deutscher Generationenfilmpreis“. Während der Festivaltage in Hildesheim werden die Preisträgerinnen und Preisträger gekürt. Annähernd 800 Produktionen wurden in diesem Jahr bei den Filmwettbewerben eingereicht.

Auf dem Festival werden eine Vielzahl filmischer Genres gezeigt, behutsam angelegten Dokumentationen und mitreißende Geschichten bis hin zu filmästhetischen Experimenten und quirligen Animationsfilmen. Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim organisieren gemeinsam mit dem Medienwissenschaftler Volker Wortmann das Festival. In Kooperation mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst entstanden in den letzten Wichen Plakate und Postkarten und ein Festivaltrailer.

Warum man das Festival nicht verpassen sollte, kommentiert die Studentin Lara Maibaum so: „Wir zeigen Filme von Nachwuchsregisseurinnen und Nachwuchsregisseuren, darunter auch Kinder und Senioren. Sie bauen etwas auf, sind am Anfang des Filmschaffens, man ist nah dran an neuen Wegen, die die jungen Filmemacher gehen.“ Zum Beispiel bearbeiten die Filme die Jahresthemen „No Body is Perfect“ und „Archive Reloaded“, viele setzen sich also zum Beispiel mit Körper- und Selbstbild auseinander oder finden neue Blicke auf alte Bilder.

Eines der Gesprächspanel dreht sich um den Sound im Film: Unglaublich wichtig, oft aber überhört, sind all die Klänge und Geräusche, die Stille und der subtile Soundeffekt, die in mühevoller Kleinstarbeit entstehen und die Atmosphäre und Erzählung eines Filmes entscheidend prägen. Klänge sind zentral für jede Filmarbeit.

Über das Filmfestival

Das „Bundes.Festival.Film“ wird im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum organisiert und durchgeführt. Schirmherr des Filmfestivals in Hildesheim ist der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil. Das Festival wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Kooperationspartner vor Ort ist die Abteilung Medien des Instituts für Medien, Theater und Populäre Kultur der Universität Hildesheim.

Weitere Informationen zu Programm und Festival finden Sie online www.bundesfestival.de.

Wer Fragen zum Thema Medienbildung und Filmvermittlung hat, erreicht Dr. Volker Wortmann vom Institut für Theater, Medien und Populäre Kultur der Universität Hildesheim unter wortmann@uni-hildesheim.de.

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news-17003 Fri, 14 Jun 2019 09:52:23 +0200 Smartes Haus: Techniker zeigen auf Ideenexpo ein vernetztes Modellhaus https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/smartes-haus-techniker-zeigen-auf-ideenexpo-ein-vernetztes-modellhaus/ Wie funktionieren Sensoren und Aktoren? Wie kann ein Lüfter angesteuert werden? Das Institut für Technik zeigt auf der Ideenexpo in Hannover, wie Smart Home-Technik funktioniert. Dabei können Jugendliche die Grundlagen der vernetzten Technik in einem Modellhaus erfahren.

Am Stand der Universität Hildesheim auf der Ideenexpo können sich Jugendliche durch ein Modellhaus mit vernetzter Technik bewegen. An dem Holzmodellhaus mit Smart Home-Technik kann man interaktiv über ein Touchdisplay die Funktionen steuern – etwa das Licht, das Garagentor, die Türen und Fenster, den Kamin, den Grill, den Pool, einen Rollladen und die Markise. Eine Alarmanlage und Straßenbeleuchtung gibt es ebenfalls. Außerdem erfährt man, wie die vielen Sensoren arbeiten, wie man Temperaturen in den einzelnen Räumen, die Helligkeit und Umweltdaten wie Luftfeuchte und Luftdruck erfassen kann (hier lesen Sie einen Bericht mit Video der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung) . Der etwa 60 qm große Stand der Uni Hildesheim auf der Ideenexpo in Hannover ist in Halle 7.

Das Institut für Technik der Universität Hildesheim um Professor Jürgen Rüdiger Böhmer und Dr. Nils Habich zeigt das Exponat im Bereich Digitale Welten. Neben dem Modellhaus mit Smart Home-Technik gibt es einen Bereich, in dem die Wissenschaftler zweimal täglich (vormittags und nachmittags) einen Workshop für Schülerinnen und Schüler anbieten. Zahlreiche Schulen haben im Vorfeld das Angebot gebucht, der Workshop ist bereits seit Wochen komplett ausgebucht.

Das Haus der Zukunft lässt sich von unterwegs aus steuern. „Was man dafür braucht, erfahren Jugendlich bei uns am Stand. Und im Workshop können sie auch selbst die Technik ausprobieren", sagt Nils Habich. Schülerinnen und Schüler können sich mit den Grundfragen der technischen Realisierung einer einfachen Hausautomation auseinandersetzen und verwenden dabei einen Einplatinencomputer „Raspberry Pi" oder die Plattform „Arduino" und Sensoren für Temperatur, Licht und Bewegung sowie Aktoren für Türöffner, Beleuchtung und Beheizung.

Durch das eigene Tun erfahren die Jugendlichen am Stand der Universität Hildesheim schrittweise, wie ein vernetztes Haus funktioniert. „Dabei kann es zu interessanten neuen Kreationen kommen" , sagt Habich.

Was ist ein Mikrocontroller und wo kann dieser eingesetzt werden? Wie kann ein Blink-Sketch programmiert und eine LED zum Blinken gebracht werden? Wie kann ein Lüfter in einem Smarthome angesteuert werden? Wie arbeiten ein Spannungsteiler und Widerstände? Und wie funktionieren Sensoren und Aktoren?

Am Montag, 17. Juni 2019, um 15:50 Uhr, besucht Wissenschaftsminister Björn Thümler das Exponat „Hausmodell für Smart Home“ des Instituts für Technik der Universität Hildesheim auf der Ideenexpo (Halle 7).

Während der Ideen-Expo in Hannover geben Studentinnen und Studenten und Lehrende der Universität Hildesheim vom 15. bis 23. Juni 2019 Jugendlichen Einblicke in die Welt der Technik. Der Eintritt ist kostenfrei. Die Universität Hildesheim nimmt seit 2011 regelmäßig an der Ideen-Expo teil. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler für naturwissenschaftliche und technische Berufe zu begeistern.

Wer sich für das Thema interessiert, erreicht Professor Dr. Jürgen Rüdiger Böhmer (boehmer[at]uni-hildesheim.de) und Dr. Nils Habich (habich[at]uni-hildesheim.de) vom Institut für Technik im Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik der Universität Hildesheim.

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news-16973 Fri, 14 Jun 2019 09:35:00 +0200 Uni-Mittsommernacht mit Familienprogramm, Theater, Live-Musik und Poetry Slam https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/uni-mittsommernacht-mit-familienprogramm-theater-live-musik-und-poetry-slam/ Wenn es draußen mächtig grünt und die Tage warm, die Nächte kurz sind, dann naht die Uni-Mittsommernacht – das große Kultur- und Sommerfest der Universität Hildesheim sollten Sie am Samstag, 22. Juni 2019, nicht verpassen. Uni-Mittsommernacht: Tickets und Programm

Die Universität Hildesheim lädt am Samstag, 22. Juni 2019, zur Uni-Mittsommernacht auf den Kulturcampus Domäne Marienburg ein. Im magischen Ambiente der mittelalterlichen Burganlage bietet die Uni ein Programm aus Erlebnispädagogik, Spiel und Spaß, Livemusik, Theaterdarbietungen, Tanzshows und Lesungen.

Die Uni-Mittsommernacht beginnt um 17:00 Uhr mit einem Familienprogramm mit Kletterfelsen, Spielwiese, Lagerfeuer und Stockbrot, mit Mathematik, einem Streichorchester, einem Rundgang durch die virtuelle Welt und Improvisationstheater.

„Die Mittsommernacht ist eine Veranstaltung für die gesamte Stadtgesellschaft“

Zur diesjährigen Mittsommernacht hat die Universität Hildesheim gemeinsam mit der Bürgerstiftung und der gemeinnützigen Baugesellschaft 300 Hildesheimerinnen und Hildesheimer mit ihren  Kindern eingeladen, die sich die Teilnahme nicht alleine hätten finanzieren können. „Die Mittsommernacht ist eine Veranstaltung für die gesamte Stadtgesellschaft“, sagt Markus Langer vom Organisationsteam der Uni-Mittsommernacht.

Ab 20:00 Uhr startet dann das Abendprogramm. Die offizielle Eröffnung des Festes findet um 20:00 Uhr statt. Zur Eröffnung sprechen auf der Kehrwiederbühne im Domänenhof Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich und Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer.

Oberbürgermeister: „Junge Kulturschaffende machen sichtbar, welche kreativen Impulse von den Kulturstudiengängen der Universität Hildesheim ausgehen“

Für Meyer ist die Atmosphäre auf der Domäne Marienburg zur alljährlichen Mittsommernacht einmalig: „Studierende und junge Kulturschaffende erhalten hier eine Bühne und machen sichtbar, welche kreativen Impulse von den Kulturstudiengängen der Universität Hildesheim ausgehen. Dies ist immerhin auch ein Grund, weshalb wir uns gute Chancen ausrechnen, Kulturhauptstadt Europas 2025 zu werden. Für Hildesheim ist die Mittsommernacht zudem wichtig, weil sie Universität und Stadtgesellschaft in optimaler Weise zusammenbringt.“

Das Abendprogramm umfasst Poetry Slam, Musik und Tanz, Theater und Walk-Acts. Die „English Drama Group“ führt zum Beispiel das Stück „Twelve angry Jurors“, basierend auf dem Thriller „Die 12 Geschworenen“ mit 12 internationalen Schauspielerinnen und Schauspielern und stimmigen Soundeffekten im Burgtheater auf. Im Blauen Salon im Pächterhaus wiederum läuft ein moderner Literaturwettstreit zwischen Lyrik und Prosa.

Die Livemusik bietet einen fantastischen Mix auf mehreren Bühnen: So spielt die Uni-Band „Funkin´ Further“ zum Beispiel hochkarätigen Funk, Soul und Pop, als Hauptact musiziert die inklusive Hamburger Popband „Station 17“. Angesichts des zehnjährigen Jubiläums des Center for World Music spielen die Band „Suroor“ – die Studierenden Tarik Thabit, Hannah Heuking und Zainab Lax –; die Band „FouFou“ legt zeitgenössichen Jazz auf und die Band „Makatumbe“ lässt Melodien fliegen und den Bass beben. Im Hohen Haus kann man eine Ausstellung zu zehn Jahren Center for World Music besuchen, an musikalischen Workshops teilnehmen, eine Hörstation entdecken und einen virtuellen Blick in die ehemalige Timotheuskirche werfen. Das Forschungsteam und die musik.welt-Studierenden laden hierzu herzlich ein.

Um 23:00 Uhr findet dann das große Löseke-Feuerwerk im Park der Domäne Marienburg statt.

Musik, Tanz und Theater bringen seit 22 Jahren Jüngere und Ältere, Studierende und Berufstätige, Universitätsangehörige und Bürgerinnen und Bürger auf der stimmungsvoll beleuchteten Domäne Marienburg zusammen.

Tickets für die Mittsommernacht der Universität Hildesheim:

Tickets kosten im Vorverkauf 19 Euro, ermäßigt 6 Euro. Karten sind unter www.reservix.de, an den bekannten Hildesheimer Vorverkaufsstellen, im Hofcafé und im Unishop am Universitätsplatz 1 erhältlich. Die Öffnungszeiten finden Sie unter www.unishop-hildesheim.de. Alle Vollzahler können kostenfrei je ein Kind mitbringen. Kurzentschlossene können sich auch noch an der Abendkasse ein Ticket für die Uni-Mittsommernacht sichern. Absolventinnen und Absolventen der Universität Hildesheim zahlen an der Abendkasse nur 14 Euro.

Das Programm und weitere Informationen finden Sie immer aktuell online unter www.uni-mittsommernacht.de

Dank an alle Sponsoren, Spender und Partner

Die Stiftung Universität Hildesheim dankt der Universitätsgesellschaft Hildesheim e.V. sowie den Sponsoren, Spendern und Partnern, ohne die diese Uni-Mittsommernacht nicht möglich wäre: Sparkasse Hildesheim Goslar Peine, gbg Gemeinnützige Baugenossenschaft Hildesheim, H.U.T. Hildesheimer Unternehmer Treffen e.V., Bürgerstiftung Hiildesheim, Arwed Löseke Papierverarbeitung und Druckerei, Techniker Krankenkasse, Jumnii e.V., Jim + Jimmy sowie der Stiftung Schulmuseum und dem Center for World Music.

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Pressemeldungen
news-16824 Wed, 12 Jun 2019 09:45:00 +0200 Am Puls der Zeit: Zwanzig Jahre Kreatives Schreiben https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/am-puls-der-zeit-zwanzig-jahre-kreatives-schreiben/ Kann man kreatives Schreiben lernen? Das Hildesheimer Literaturinstitut feiert das zwanzigjährige Bestehen des renommierten Studiengangs „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“. Mit einem Fest und einer Anthologie liefert die Schreibschule einen Rückblick und Ausblick auf die Theorie und Praxis des Kreativen und Literarischen Schreibens. Über 40 Autorinnen und Autoren beteiligen sich mit ganz frischen Themen und Texten. 20 Jahre Kreatives Schreiben: Hier geht's direkt zum Programm

In Hildesheim schreibt die nächste Generation der Autorinnen und Autoren, hier werden sie seit dem Wintersemester 1999/2000 im Studiengang „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ ausgebildet. Seither ist der Studiengang zu einem erfolgreichen Ausbildungsprogramm für junge Autorinnen und Autoren geworden.

„Im englischsprachigen Raum ist das Studium des kreativen Schreibens eine Selbstverständlichkeit, weil es hellhörig macht für die Vielstimmigkeit der Gegenwart. Die Studierenden lernen, sich schreibend zur Gegenwart zu verhalten und dabei zugleich immer auch selbst zu reflektieren. Das brauchen wir heutzutage dringender denn je. Und bei vielen enstehen dabei literarische Werke, anhand derer wir unsere Zeit als Möglichkeitsraum erforschen können“, sagt Professorin Annette Pehnt, Schriftstellerin und Direktorin des Literaturinstituts.

„Der Studiengang Kreatives Schreiben zählt zu den herausragenden Profilelementen der Universität Hildesheim. Hanns-Josef Ortheil hat den Studiengang geschaffen und neben seinem eigenen schriftstellerischen Werk damit die deutsche literarische Welt sehr bereichert. Wir verdanken ihm viel!“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Zum Jubiläum erscheint die Anthologie „Institutsprosa. Zwanzig Jahre Schreibschule Hildesheim“, in der fünfunddreißig bekannte Alumni über ihre Studienzeit schreiben. Die Anthologie wird von Dirk Brall, Mariana Leky, Thomas Klupp und Katrin Zimmermann im Olms Verlag herausgegeben.

Das Hildesheimer Literaturinstitut feiert das zwanzigjährige Bestehen mit einem Jubiläumsfest am 14. Juni und 15. Juni 2019. Etwa 45 ehemalige Studentinnen und Studenten, die alle in großen Verlagen Bücher veröffentlicht haben, kommen zu dem großen Literatenfest nach Hildesheim.

Das Jubiläumsfest beginnt mit einem literarischen Abend im Literaturhaus St. Jakobi. Die Gespräche und Lesungen mit Shida Bazyar, Jo Lendle, Mariana Leky und Institutsgründer Professor Hanns-Josef Ortheil moderiert Alexander Solloch vom NDR.

Am Samstag treffen sich die Alumni, die Lehrenden und Studierenden aller jetzigen Studiengänge sowie Freunde des Instituts auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg, das Fest wurde von Literaturstudentinnen und Literaturstudenten organisiertli. Bis tief in die Nacht hinein ist dort ein facettenreiches Programm von Gesprächen, Debatten, Lesungen und Performances zu erleben, unter anderem mit Helene Bukowski, Karl W. Flender, Juan S. Guse, Alina Herbing, Sabrina Janesch, Juliana Kalnay, Florian Kessler, Leif Randt, Ronja von Rönne und Philipp Winkler. Der große Fest-Samstag mit seinen rund zwei Dutzend Veranstaltungspunkten auf der Domäne ist öffentlich und kostenfrei. Das Literaturinstitut freut sich sehr über alle Besucherinnen und Besucher.

Das Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft der Universität Hildesheim gehört neben den Instituten in Leipzig, Biel und Wien zu den einzigen Universitätsinstituten im deutschsprachigen Raum, an denen Studentinnen und Studenten in Theorie und Praxis des Kreativen und Literarischen Schreibens umfassend ausgebildet werden. Im Wintersemester 1999/2000 startete der Studiengang „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“.

Studentinnen und Studenten lernen in den Studiengängen „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ (Bachelorstudium) und „Literarisches Schreiben und Lektorieren“ (Masterstudium). Sie produzieren unter anderem die Zeitschrift für junge Gegenwartsliteratur „BELLA triste“, experimentieren mit literarischen Techniken, hospitieren in Verlagen, geben Bücher heraus, befassen sich mit digitaler Medienproduktion und berichten auf dem Online-Portal litradio.net vom literarischen Geschehen. Alle drei Jahre organisieren sie „Prosanova“, das größte Festival für junge deutschsprachige Gegenwartsliteratur.

Hildesheimer Schreibschule diskutiert Trends und Entwicklungen seit 1999

„Lehrende müssen sehr genau auf die ästhetischen Entwicklungen der Gegenwart achten, also darauf, was sich in den zentralen künstlerischen Gattungen jeweils so alles tut. Man muss die neuste Literatur und die Künste ingesamt sehr wach studieren und die Erkenntnisse in den Unterricht einbringen, um immer auf der Höhe der Zeit zu sein“, sagt Professor Hanns-Josef Ortheil, Gründer des Literaturinstituts und heute Seniorprofessor an der Universität Hildesheim.

„Die Hildesheimer Schreibschule hat fast alle historischen Trends und Entwicklungen seit 1999 in intensiver Weise miterlebt. Das begann schon 1999 mit der Hochzeit der Popliteratur und setzte sich dann bis zu den digitalen Kulturen der Gegenwart fort. Das waren, ästhetisch gesehen, ungeheuer wichtige Jahre, voller Umbrüche nicht nur in den Themen, sondern auch in den Methoden und Medien des Schreibens. Die Studierenden sind dabei selbst die wunderbarsten Zubringer für diese Metamorphosen, anhand ihrer Lebensläufe und dem, was sie tun und denken, könnte man eine Literaturgeschichte der Suchbewegungen von Studierenden in der Gegenwart schreiben.“

„Das alte Pächterhaus auf der Domäne Marienburg mit seinem legendären Blauen Salon ist ein Glücksfall für den Studiengang“

Ortheil fing 1990 als wissenschaftlicher Assistent in Hildesheim an. „Ich saß mit zehn Studierenden, die mit mir Kafka lesen wollten, in einem ganz kleinen Raum im Hauptgebäude. Wir hörten gar nicht mehr auf zu lesen. Aus der Kafka-Lektüre entwickelten sich erste Schreibaufgaben, denn wir wollten Kafka auch schreibend begreifen. Das war der erste Schritt in eine ganz neue Richtung. Allmählich entstand ein sehr innovativer Literaturunterricht, der nicht vom Interpretieren ausging, sondern von Leseerfahrungen, die in Texte von Lesern verwandelt wurden“, erinnert sich Hanns-Josef Ortheil an die Anfänge. „Später ist daraus die DUDEN-Reihe ‚Kreatives Schreiben‘ entstanden, in der ich zusammen mit meinen Kollegen genau dieses Programm weiterentwickelt habe.“

Das Hildesheimer Literaturinstitut hat seinen Sitz nicht zwischen Betonwänden und Straßenzügen. Die Schreibschule befindet sich auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg, einer mittelalterlichen Burganlage für den kulturwissenschaftlichen Fachbereich. „Das alte Pächterhaus auf der Domäne mit seinem legendären Blauen Salon war ein Glücksfall für den Studiengang. Wir pflegen hier die Gemeinschaft mit den anderen Fächern, arbeiten mit dem Theater, der Kunst, der Musik, den Medien und der Fotografie zusammen. Das ist eine ungeheuer anregende Konstellation, die die Studierenden sehr stark prägt“, sagt Ortheil.

„Lesen muss man trainieren, wie im Sport“

Der nächsten Studierendengeneration möchte Hanns-Josef Ortheil zweierlei mit auf den Weg geben. Es sei wichtig, die Fähigkeit beizubehalten, lange Texte zu lesen. Romane gehörten zu den stärksten Leseerlebnissen, die man haben könne, weil sie einen über mehrere Tage in andere, unbekannte Welten entführten. Zweitens aber sollte man auch nicht verlernen, kurze Texte oder Gedichte sehr langsam und genau zu lesen, häufig und immer wieder. Das sollte zu Textmeditationen anregen, an die sich freie Assoziationen und Bilder anschließen könnten. Auch dieses langsame Lesen sollte man trainieren und üben, um sich schließlich eine möglichst breite Basis von Weltliteratur geduldig zu erschließen.

Jubiläumsfest im Pächterhaus auf dem Kulturcampus

Am Samstag, 15. Juni 2019, feiert die Hildesheimer Schreibschule ihr zwanzigjähriges Jubiläum. 35 Literaturstudentinnen und Literaturstudenten planen und organisieren das große Sommerfest, zu dem über 40 bekannte Autorinnen und Autoren zurück an ihren Studienort kommen. Von 14:00 Uhr bis tief in die Nacht wird auf der Domäne Marienburg gelesen, diskutiert, performt und gefeiert.

 

Nähere Informationen zum Jubiläumsfest finden Sie online.

Wer Fragen zum Literaturfest hat, erreicht Thomas Klupp vom Literaturinstitut der Universität Hildesheim per E-Mail  (kluppt@uni-hildesheim.de).

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news-16952 Sat, 08 Jun 2019 11:28:00 +0200 Friedens- und Konfliktforschung über Musik und Kultur https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/friedens-un/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Maiduguri, Nigeria, und Cape Coast, Ghana, sind derzeit zum Forschungsaufenthalt an der Universität Hildesheim. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Maiduguri in Nigeria und Cape Coast in Ghana befassen sich im Rahmen einer vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderten Graduiertenschule mit der Frage, wie mit Kunst und Kultur in und nach Konflikten Gemeinschaften aufgebaut werden können.

Seit Anfang Mai bis Ende Juli 2019 sind 10 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Nigeria und Ghana zum Forschungsaufenthalt am Center for World Music in Hildesheim.

Welche Rolle spielen Kultur und Künste bei der Konfliktlösung und in Friedensprozessen?

In Hildesheim arbeiten Zainab Musa Shallangwa, Alasambom Nyingchuo, Umar Lawal Yusuf, Lydia Amoah, Sabina Appiah-Boateng und Amos Asare Darkwa an ihren Doktorarbeiten im Center for World Music und am Institut für Kulturpolitik, recherchieren in der Universitätsbibliothek und treffen Hildesheimer Professorinnen und Professoren. Begleitet werden sie von den Koordinatoren der Graduiertenschule Dr. Christopher Mtaku, Eyram E. K. Fiagbedzi, Dr. Nepomuk Riva und Meike Lettau.

Außerdem finden interdisziplinäre Austauschformate statt, unter anderem mit der Erziehungswissenschaftlerin Professorin Viola Georgi, die in Hildesheim das Zentrum für Bildungsintegration leitet, und im Seminar „Time and History: What ‚history‘ do we want to talk about in the future“ mit dem Philosophen Professor Rolf Elberfeld, der zu Geschichten der Philosophie in globaler Perspektive forscht, oder auch mit Professor Tiago de Oliveira Pinto vom UNESCO-Lehrstuhl „Transcultural Music Studies” an der Universität Weimar.

Insgesamt 21 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus Nigeria, Ghana, Kamerun, Niger und Deutschland, darunter 12 Doktorandinnen und Doktoranden, erforschen in der Graduiertenschule „Performing Sustainability – Cultures and Development in West-Africa“ von 2016 bis 2020 die Rolle von Kultur und Kunst bei der Konfliktlösung, in Friedensprozessen und in der nachhaltigen Entwicklung in Westafrika. Zum Beispiel untersuchen sie die Rolle von Theater und Film in Flüchtlingsgemeinschaften, die Auswirkungen von Migration und Vertreibung auf das materielle und immaterielle kulturelle Erbe und entwickeln lokale, gemeinschaftsbildende Kultur- und Bildungsprojekte. Teil des Programms sind mehrmonatige Forschungs- und Lehraufenthalte am Center for World Music der Universität Hildesheim.

„Dieser Austausch zwischen Maiduguri, Cape Coast und Hildesheim ist eine Bereicherung“

„Wir sind eine offene und internationale Universität, zu unserem Leitbild gehört Diversität. Dieser Austausch zwischen Maiduguri, Cape Coast und Hildesheim ist eine Bereicherung“, sagt Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich.

Die Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler werden Anfang Juli 2019 an einer Kooperationstagung zum Thema „The Role of the Artist in Processes of Transformation. Conference on Cultural Policy and Sustainable Development“ in der Bundesakademie Wolfenbüttel teilnehmen [Informationen zur Konferenz]. Forschungsfragen sind unter anderem: Was bedeutet eine auf Kunst und Kultur basierende nachhaltige Entwicklung? Auf welche Weise können Künstlerinnen und Künstler Lösungen für Gesellschaften in Umbrüchen und fragilen Kontexten anbieten? Welche neuen Mechanismen der internationalen Kulturbeziehungen und Kulturpolitik sind für eine Veränderung der europäisch-afrikanischen Zusammenarbeit erforderlich?

Digitalisierte Musikarchive sollen in Nigeria helfen, um vor Ort Lösungsansätze für gesellschaftlichen Konfliktezu entwickeln

„Die Forschungen der Studierenden stehen im engen Zusammenhang mit den Sammlungen, über die wir am Center for World Music verfügen, wie etwa das Borno Music Documentation Project. Die Doktoranden und Doktorandinnen nutzen damit unsere Archive, die sie erschließen und digitalisiert wieder mit nach Nigeria nehmen, um vor Ort Lösungsansätze für gesellschaftlichen Konflikte suchen“, sagt Professor Raimund Vogels.

Die Hildesheimer Graduiertenschule „Performing Sustainability – Cultures and Development in West-Africa“ ist die einzige kulturwissenschaftliche Graduiertenschule und die einzige aus Niedersachsen, die vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Rahmen einer Fördermaßnahme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zur Förderung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der UN bewilligt wurde.

Das Graduiertenkolleg ist an der Universität Hildesheim am Center for World Music angesiedelt. Das Team um Professor Raimund Vogels, Direktor des Forschungsinstituts, arbeitet mit Professor Wolfgang Schneider zusammen, dessen Team am UNESCO-Lehrstuhl des Instituts für Kulturpolitik die Rolle der Künste in Konflikten und Transformationsprozessen untersucht.

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news-16971 Fri, 07 Jun 2019 08:52:00 +0200 Internationaler Doktorandenworkshop der Musikethnologie https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/internationaler-doktorandenworkshop-der-musikethnologie-1/ Um aus ihrer Forschung zu berichten, reisen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Haifa, Cape Coast, Lissabon, Helsinki und Maiduguri nach Hildesheim: Während des elften Internationalen Doktorandenworkshops am Center for World Music der Universität Hildesheim tauschen sie sich über Forschungsmethoden und Forschungsfragen aus. Um aus ihrer Forschung zu berichten, reisen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Israel, Portugal, Ghana, den USA, Finnland und Nigeria nicht nach Berlin oder Köln, sondern nach Hildesheim in Norddeutschland.

Das Center for World Music der Universität Hildesheim unterstützt den Forschungsnachwuchs. Etwa 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tagen vom 18. Juni bis 22. Juni 2019 an der Universität. Das fünftägige Programm bietet Raum für Vorträge und Diskussionen. In Arbeitsgruppen können sich die Doktorandinnen und Doktoranden über Forschungsmethoden und musikethnologische Forschungsfragen austauschen.

Seit elf Jahren bauen die Hildesheimer Wissenschaftler ein Doktorandennetzwerk in der Musikethnologie aus. Die Universität Hildesheim arbeitet dabei eng mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover sowie Professor Philip Bohlman von der University of Chicago/USA zusammen. Bisher nahmen über 200 junge Fachleute an den Workshops teil. Einmal im Jahr tagen sie eine Woche am Center for World Music in Hildesheim. Das Forschungszentrum hat sich im Ausland als wichtige Institution der Nachwuchsförderung etablieren können.

Programm des elften internationalen Doktorandenworkshops

Die Doktorandinnen und Doktoranden befassen sich zum Beispiel mit diesen Themen:

  • Amos Darkwa Asare (University of Cape Coast, Ghana): "The Evaluation of Cultural Policy towards the Performing Arts in Ghana: A case of the ‘Appietus’ project"

  • Dikshant Uprety (Indiana University Bloomington, USA): "Practices of Social Entrepreneurship and Development in Rap and Rock Music Scenes in Kathmandu Valley"

  • Xinjie Chen (University of Helsinki, Finland): "Rooted Cosmopolitanism in Sámi CD productions"

  • Pablo Infante-Amate (University of Oxford, England): "Playing with the State: Popular Music, Oil, and Political Economy in Equatorial Guinea"

  • Olga Zaitseva-Herz (University of Alberta, Canada): "Singing Between Continents: images of homeland and pluralism in the hybrid songs of Habsburg Empire emigrants to Canada"

  • Loab Hammoud (University of Haifa, Israel): "Between Mandate and Diaspora: Palestinian Composers of Arab Art Music Between 1917-1998"

Short information in English

Eleventh International Doctoral Workshop in Ethnomusicology

From 18th of June until 22nd of June 2019 the Center for World Music of University of Hildesheim will once more be the venue for the international doctoral workshop in ethnomusicology. In collaboration with Hanover University of Music, Drama and Media, the program of paper presentations, discussion and working groups will support doctoral students at their writing stage and engage them in international dialogue and exchange. In a keynote lecture Ronald Radano from the University of Wisconsin–Madison, USA, and the American Academy Berlin, will talk about the "African Sound Object and the Colonial Past".

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news-16939 Wed, 05 Jun 2019 16:12:00 +0200 Campusfest bei Sonnenschein und Preise für herausragende studentische Initiativen https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/campusfest-bei-sonnenschein-und-preise-fuer-herausragende-studentische-initiativen/ Das Campusfest findet bei strahlendem Sonnenschein, mit Live-Musik und Bands, Debatten und Austausch zwischen den Fachbereichen statt. Ein großes Dankeschön an das studentische Organisationsteam und alle Helferinnen und Helfer. Im Rahmen des Campusfests zeichnet die Uni herausragende studentische Initiativen aus, in diesem Jahr geht der Preis an die Initiative Hochschulkino, die BIPOC-Hochschulgruppe (Black and Indigeneous People/Person(s) of Colour) und die Hochschulinitiative hi*queer. Hier geht's zur Bildergalerie des Campusfestes
auf der Uni-Facebook-Seite

Einmal im Jahr laden Studierende ein zum Campusfest. Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Anwohner aus dem Stadtteil kommen am (heutigen) Mittwoch ab 14:00 Uhr auf dem Hauptcampus rund um den Universitätsplatz zusammen. Die Sonne scheint, die Musik läuft mit einem Bühnenprogramm auf drei Bühnen, die Info-Stände von Initiativen und Fachschaften sind vielfältig.

Studentinnen und Studenten aus unterschiedlichen Fachbereichen und Semestern organisieren das Campusfest jedes Jahr komplett ehrenamtlich und setzen sich für mehr Zusammenhalt, Vernetzung und Miteinander im Studienalltag ein. Deshalb möchten wir uns an dieser Stelle bei allen Helferinnen und Helfern bedanken. Ein herzliches Dankeschön an alle aus dem Organisationsteam und alle Unterstützer!

Preis des Präsidiums für herausragende studentische Initiativen

Preisträgerinnen und Preisträger 2019: Hier lesen Sie die Laudationes des Präsidenten (pdf)

An der Universität Hildesheim gibt es zahlreiche Studierende, die sich über das eigentliche Studium hinaus in vielfacher Weise für die Universität, für die Interessen ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen oder für unsere Gesellschaft einsetzen. Um das außerordentliche Engagement dieser Studentinnen und Studenten zu würdigen, verleiht das Präsidium einen Preis für herausragende studentische Initiativen.

Mit dem Preis sollen besonders innovative Initiativen sichtbar gemacht und dazu ermutigt werden, diese weiter zu entwickeln. Der Preis wird jährlich vergeben. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und kann geteilt werden.

In diesem Jahr haben sich elf studentische Initiativen beworben beziehungsweise wurden durch Dritte vorgeschlagen. Das Themenspektrum reicht von Moderationswerkstätten für Studierende bis zu kulturellen, literarischen Projekten und belegt eindrücklich die große Vielfalt studentischer Initiativen an der Universität Hildesheim.

Entscheidend bei der Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger sind neben einer detaillierten Beschreibung der Initiative die folgenden Kriterien: Orientierung der Initiative an aktuellen Bedarfen, dokumentierte Erfolge, Innovativität und Modellcharakter.

Die Auswahlkommission setzt sich aus den Mitgliedern des Präsidiums sowie den Vorsitzenden des StudierendenParlaments (StuPa) und des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) zusammen. Die Auswahlkommission tagte am 29. Mai 2019 und entschied, in diesem Jahr den Preis zu teilen.

Der Preis des Präsidiums für herausragende studentische Initiativen 2019 geht an:

  • die Initiative Hochschulkino Hildesheim,

  • die BIPOC-Hochschulgruppe (Black and Indigeneous People/Person(s) of Colour) und

  • die Hochschulinitiative hi*queer.

Initiative Hochschulkino Hildesheim

Das Hochschulkino ist ein wichtiger Bestandteil des Kulturangebots für Studierende in Hildesheim. Seit 1984 organisieren Studierende Filmabende im Audimax der Universität und zeigen zu einem geringen Eintrittspreis Filme abseits des Mainstream-Kinos.

Das Hochschulkino versteht sich als Programmkino, das sich durch große Diversität hinsichtlich der Filmformen und Themen auszeichnet. Der Fokus liegt dabei auf aktuellen internationalen Filmen sowie Filmklassikern und schlägt damit den Bogen vom aktuellen Filmschaffen zum Filmerbe. Die Beteiligten nehmen stets aktuelle Interessen und Themen der Studierendengemeinschaft in den Blick, vernetzen sich dazu mit den Initiativen und Organisationen der Universität und gehen jedes Semester Kooperationen ein, um die Themen aufzugreifen und ihnen eine Plattform zu geben. Um das außerordentliche Engagement der studentischen Mitglieder zu würdigen und zur Sichtbarkeit der Initiative beizutragen, wird die Initiative Hochschulkino Hildesheim mit dem Preis des Präsidiums für herausragende studentische Initiativen 2019 ausgezeichnet.

Die Studentinnen Rafaela Range und Lea Marie Schütte nahmen den Preis entgegen, zum Team gehören außerdem Hannah Krämer, Michael Dölle, Lukas Friedland und Laura Steiner.

BIPOC-Hochschulgruppe

BIPOC ist eine Abkürzung für Black and Indigeneous People/Person(s) of Colour. Die BIPOC-Hochschulgruppe Hildesheim ist eine Gruppe von Studierenden, die sich gegen die systematische Ausgrenzung und Benachteiligung aufgrund von Hautfarbe, Abstammung und nationalem Ursprung sowie religiöser Zugehörigkeit einsetzt.

Die Initiative möchte das Bewusstsein für Ungleichbehandlungen schärfen. Sie fordert und fördert eine gleichberechtigte Behandlung von BIPOC an der Universität. Dazu werden Diskursräume geschaffen, die von BIPOC Studierenden organisiert und durchgeführt werden und für sie sicher sind („safer space“). Derart sollen BIPOC gestärkt werden („empowerment“). Um das außerordentliche Engagement der studentischen Mitglieder zu würdigen und zur Sichtbarkeit der Initiative beizutragen, wird die BIPOC-Hochschulgruppe mit dem Preis des Präsidiums für herausragende studentische Initiativen 2019 ausgezeichnet.

Lynn Rakel und Yamundao Bah, die in Hildesheim „Internationale Kommunikation und Übersetzen“ studieren, nahmen den Preis stellvertretend für die gesamte Gruppe entgegen.

Hochschulinitiative hi*queer

Die Hochschulinitiative hi*queer greift ein breites, multiperspektivisches und interdisziplinäres Spektrum an Fragestellungen auf spricht mit vielfältigen, vielschichtigen und innovativen Veranstaltungsformaten – zum Beispiel mit der Veranstaltungsreihe „gesellschaft*macht*identität*“ – Studierende der Universität Hildesheim, der HAWK Hildesheim sowie Bürgerinnen und Bürger an. Die beteiligten Studierenden und ihre Aktivitäten stellen sich gegen reaktionäre, antifeministische, rassistische und rechtspopulistische Ideologien und tragen mit zu einer demokratischen und diskriminierungssensiblen Hochschulkultur bei.

Seit 2011 bieten die Beteiligten in jedem Semester ein vielfältiges Programm an – unter anderem Vorträge, Film-, Theater- und Performance-Aufführungen, Buchvorstellungen, Konzerte, Workshops. Mit dem Programm weisen sie kontinuierlich und mit viel Engagement auf Themen und Fragen der Geschlechterforschung, -theorie und -politik hin. Gleichzeitig werden Wege und Methoden aufgezeigt und diskutiert, um diese zu bearbeiten. Um das außerordentliche Engagement der studentischen Mitglieder zu würdigen und zur Sichtbarkeit der Initiative beizutragen, wird die Hochschulinitiative hi*queer mit dem Preis des Präsidiums für herausragende studentische Initiativen 2019 ausgezeichnet.

Lisa nahm den Preis entgegen, zum Team gehören außerdem Eva, Charlotte, Karsten, Anne Sophie, Karla, Sina und Svenja.

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news-16918 Sat, 01 Jun 2019 14:32:00 +0200 Ausgezeichnete künstlerische Avantgarde aus Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/ausgezeichnete-kuenstlerische-avantgarde-aus-hildesheim/ Die Theatergruppe „machina eX“ – aus den Hildesheimer Kulturwissenschaften hervorgegangen – macht die virtuellen Welten in der Realität der Bühnen-Performance erfahrbar. Die Künstlerinnen und Künstler stehen stellvertretend für die innovative, experimentelle und mutige Gestaltungskraft der Freien Szene in der deutschen Theaterlandschaft. Save the date: Die Hildesheimer Kulturwissenschaften feiern ihr 40-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsfestakt am 25. Oktober 2019.

Das aus den Hildesheimer Kulturwissenschaften hervorgegangene Theaterkollektiv „machina eX“ wird mit der mit 10.000 Euro dotierten Tabori-Auszeichnung geehrt. Die Theatergruppe macht die „virtuellen Welten in der Realität der Bühnen-Performance” erfahrbar, lobt die Jury. „Das an der Hildesheimer Universität gegründete Kollektiv forscht seit 2010 an der Schnittstelle von Theater und Computerspiel. machina eX entwickeln – inspiriert von Computerspielästhetiken und Computerfeatures – interaktive Theaterabende“, heißt es in der Jurybegründung. Die Kompanie wurde aus über 300 Gruppen für die Auszeichnung ausgewählt. Der nach dem Regisseur George Tabori benannte Preis wird aus dem Haus der Kulturstaatsministerin gefördert.

Mit dem Preis ehrt der Fonds Darstellende Künste in der deutschen Theaterlandschaft die herausragende professionelle Arbeit von frei produzierenden Ensembles mit bundesweiter und internationaler Ausstrahlung.

Die Künstlerinnen und Künstler „stehen stellvertretend für die innovative, experimentelle und mutige Gestaltungskraft der Freien Szene. Mit dem Preis wollen wir dieser gesellschaftlichen Avantgarde einmal mehr größere Aufmerksamkeit schenken“, so Professorin Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien.

„Die Auszeichnung ist ein Akt der Wertschätzung inhaltlicher und ästhetischer Avantgarde, die mit inspirierenden Impulsen in die Gesellschaft wirkt“, sagt Wolfgang Schneider, Professor für Kulturpolitik in Hildesheim.

„Wir kombinieren Inszenierung, Text, Dramaturgie, Schauspiel, Gamedesign, Bühnenbild, Sounddesign, Musik, Elektrotechnik und Programmierung“

Im Interview spricht Mathias Prinz über die Arbeit als freier Theaterschaffender. Der 31-Jährige hat sein Bachelorstudium in Hildesheim im Bereich „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ abgeschlossen und gehört zum ausgezeichneten Theaterkollektiv „machina eX“.

Herr Prinz, Sie haben in Hildesheim Kulturwissenschaften studiert und sind Mitglied des preisgekrönten Theaterkollektivs „machina eX“. Mit dem Team entwickeln Sie „spielbare Theaterstücke, die zugleich begehbare Computerspiele sind“. Wie muss man sich das vorstellen? Können Sie uns einmal eines Ihrer Stücke vorstellen?

Computerspiele bieten eine recht verklausulierte Form der Interaktion: Was von der Programmierung vorgesehen ist, ist möglich, alles andere ist unmöglich. Der lebensechte (Theater)Raum ist theoretisch viel komplexer, wir unterwerfen ihn aber recht ruppig der Regelhaftigkeit des Computerspiels. Ein Beispiel: Eines unserer Formate nennen wir etwa „digitales Point’n’Click-Adventure“. Es wechselt zwischen zwei Zuständen hin und her: In der Cutscene treten Schauspielerinnen und Schauspieler auf, stellen Charaktere dar, spielen Szenen, erzählen Geschichten. In der Taskscene bleiben die Charaktere in choreographierten, sich ewig wiederholenden Schleifen stecken. Hier ist das Publikum – etwa 12 Menschen, die sich im gleichen Raum wie die Schauspielerinnen und Schauspieler bewegen – gefragt. Über Interaktion mit den Gegenständen und Requisiten im Raum kann das Publikum der Ursache der Steckengebliebenheit finden und beheben. Auf dem Weg dahin werden idealerweise Rätsel gelöst, Erzählungen entfalten sich, folgenschwere Entscheidungen werden getroffen. Nicht selten sind unsere Requisiten elektronisch so modifiziert, dass sie direkt auf die Eingabe des Publikums reagieren und zum Beispiel Licht- und Soundwechsel erzeugen. Von einer durchgespielten Taskscene geht es in die nächste Cutscene über.

Wie entstand „machina eX“ und welche Rolle spielten dabei die verschiedenen Fächer, die viele der Mitglieder von machina eX im kulturwissenschaftlichen Studium an der Universität Hildesheim kombiniert haben?

Die erste Inszenierung „Maurice“ von machina eX ist als eine Idee von einigen, dann eine Arbeit von einigen mehr im Rahmen des kulturwissenschaftlichen Projektsemesters 2010 in Hildesheim entstanden. Für die Arbeit an unseren Formaten braucht man Menschen mit Kompetenzen im Bereich Inszenierung, Text, Dramaturgie, Schauspiel, Gamedesign, Bühnenbild, Sounddesign, Musik, Elektrotechnik, Programmierung und noch einiges mehr. Die Fächervielfalt der kulturwissenschaftlichen Studiengänge hat dabei einiges dazu beigetragen, dass so verschiedene Fähigkeiten in ein und derselben Studienumgebung gefunden werden konnten.

Wie geht es für Sie weiter, woran arbeitet machina eX derzeit?

Für dieses Jahr hat machina eX noch zwei Premieren geplant: „Patrol“ am 12. Juni am HAU Hebbel am Ufer in Berlin sowie „Sign Here“ am 28. September 2019 am Schauspiel Essen. Außerdem arbeiten wir daran, unsere Arbeitsergebnisse im Sinne der Open Source-Community, die uns ihrerseits viel Wissen zur Verfügung gestellt hat, weitergeben zu können – sowohl die technische als auch die konzeptuelle Seite. Dafür geben wir Seminare und Workshops und denken an Vermittlungskonzepten herum. Wir interessieren uns auch dafür, unsere Arbeitsweisen an andere Disziplinen anzudocken. In den letzten Jahren sind zum Beispiel einige Arbeiten im Kontext von Ausstellung und Museum entstanden, hier scheint uns noch einiges Potenzial verborgen zu sein.

Was ist Ihre Botschaft an Studentinnen und Studenten, die gerade in Hildesheim studieren?

Make your own stuff. If you get stuck, ask the internet.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kulturwissenschaften in Hildesheim studieren

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news-16823 Wed, 29 May 2019 16:26:00 +0200 Symphonisches Universitätsblasorchester entsteht in Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/symphonisches-universitaetsblasorchester-entsteht-in-hildesheim/ Für das neue Universitätsblasorchester in Hildesheim sucht der Dirigent Volker Semmler noch Musikerinnen und Musiker, die mitwirken möchten. Bisher haben bereits 50 Mitglieder der Universität – von der Studentin bis zum Verwaltungsmitarbeiter – ihr Interesse signalisiert. „Die Stiftung Universität Hildesheim lebt von ihrem bunten und vielfältigen Angebot. Dazu gehören auch die vielen musikalischen Aktivitäten, wie zum Beispiel das symphonische Universitätsorchester. Was unserer Universität allerdings fehlt, ist ein Universitätsblasorchester“, sagt Volker Semmler. Gerade in einer Stadt wie Hildesheim, in der es eine überdurchschnittlich große Zahl an Schulen mit Bläserklassen und noch mehr Blasorchester in Stadt und Landkreis gibt, sollte auch die Universität ein solches Ensemble vorweisen können, sagt der Musiker.

Deshalb baut der Dirigtent Volker Semmler, unterstützt vom Institut für Musik und Musikwissenschaft, das „Symphonische Universitätsblasorchester Hildesheim“ auf.

„Ein großes, volles, abwechslungsreiches Orchester wäre super“

Mitmachen kann jeder, der mit der Universität Hildesheim zu tun hat, sagt Semmler, „ob Student, Doktorand, Informatikerin, Verwaltungsmitarbeiter, Sprachwissenschaftlerin oder Professorin. „Wir wollen nicht nur die Musikstudierenden, sondern Lehrenden aus allen Fachbereichen sowie Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter aus der Verwaltung ansprechen. Ein großes, volles, abwechslungsreiches Orchester wäre super. Wer also eines der üblichen im Blasorchester vertretenen Holz- oder Blechblasinstrumente spielt, kann sich genauso gerne melden wie Musiker an Schlagzeug, Perkussionsinstrumenten, E-Bass und Kontrabass.“

Für das Universitätsblasorchester sucht Volker Semmler noch Musikerinnen und Musiker, die eines der folgenden Instrumente spielen: Piccoloflöte, Querflöte, Oboe, Fagott, Klarinetten (Es, B, Alt und Bass), Saxophone (Sopran, Alt, Tenor, Bariton), Trompete, Flügelhorn, Horn (F , Es), Tenorhorn, Bariton, Euphonium, Posaune, Tuba, E-Bass, Kontrabass, Schlagzeug, Mallets (Xylophon, Glockenspiel), Perkussionsinstrumente (Cimbals, Conga, Bongo, Cabasa, Shaker, Woodblocks, Tamburin, Triangel, Chimes, TamTam und andere) und Konzertpauken. „Für das eine oder andere Stück kann man auch einmal ein Keyboard oder eine Gitarre mit einbauen. Das sind dann aber eher Ausnahmen“, sagt Semmler.

Oboe, Querflöte, Fagott, Klarinetten, Saxophone, Horn, Posaune

„Die Resonanz auf das Projekt ist wirklich toll. Bisher haben über 50 Musikerinnen und Musiker der Universität Hildesheim ihr Interesse am Universitätsblasorchester bekundet. Auch die Verteilung der Instrumente ist recht gut. Mit so einem Orchester kann man schon ein tolles Repertoire aufführen“, sagt Volker Semmler. Für ein Orchester wären 60 Personen hervorragend, deshalb sucht Volker Semmler weiterhin nach Musikerinnen und Musikern, die mitwirken möchten.

Das Ensemble soll als Projektorchester organisiert werden, um den teilweise schon recht vollen Zeitplänen der Mitwirkenden entgegenzukommen. Zum Ende der Vorlesungszeit ist ein Probenwochenende geplant, bei dem ein neues Konzertprogramm erarbeitet wird. In den Semesterferien kann dieses dann im Eigenstudium oder auch in Registerproben verfeinert werden. „Wenn dann nach der vorlesungsfreien Zeit die ersten hektischen Tage vorüber sind, werden wir an einem weiteren Probenwochenende den musikalischen Feinschliff vornehmen, um anschließend ein Konzert aufzuführen“, berichtet Volker Semmler.

Die Termine für Informationsabend, Proben und Konzert im Überblick:

  • Dienstag, 4. Juni 2019 um 18:00 Uhr im Raum Hs 27/003 (Pferdestall) am Kulturcampus, Informationsabend: Das Team um Volker Semmler stellt das das geplante Konzertprogramm vor und wird die einzelnen Register einteilen. Organisatorische Fragen werden hier geklärt. Wer an dem Blasorchester mitwirken möchte, sollte an diesem Informationsabend teilnehmen.

  • Wochenende 6./7. Juli 2019 1. Probenwochenende im Alten Musiksaal am Hauptcampus der Universität Hildesheim

  • Wochenende 19./20. Oktober 2019 2. Probenwochenende im Alten Musiksaal

  • 16. November 2019 Generalprobe im Alten Musiksaal

  • 17. November 2019 Konzert im Audimax am Hauptcampus der Universität Hildesheim

Wer Interesse hat, an dem Blasorchester mitzuwirken, kann sich bei Volker Semmler (E-Mail Blasorchester@uni-hildesheim.de) melden.

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news-16849 Mon, 27 May 2019 15:31:39 +0200 Hochschulforschung – Hohe Relevanz für die Hochschulpraxis https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/hochschulforschung-hohe-relevanz-fuer-die-hochschulpraxis/ Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“ arbeiten an Forschungsprojekten, die eine hohe gesellschafts- wie hochschulpolitische Relevanz aufweisen. Um sich gemeinsam mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus der Hochschulforschung sowie aus dem Hochschulmanagement bundesweit auszutauschen, trafen sie sich im Rahmen der „3. Hildesheimer Dialoge“ an der Universität Hildesheim. Ein Gastbeitrag des Forschungsclusters „Hochschule und Bildung“

Zu den aktuellen Themen an Hochschulen zählen zum Beispiel, wie die Betreuung von Promovierenden stetig verbessert werden kann, wie die Hochschulen angesichts der gestiegenen Studierendenzahlen und nach wie vor hohen Abbruchquoten eine qualitativ gute und ansprechende Lehre leisten können, aber auch, wie sukzessive der Anteil an Professorinnen und Frauen in den Spitzen- und Leitungspositionen im Hochschul- und Wissenschaftsbetrieb erhöht werden kann, und welche Maßnahmen und Strategien Hochschulen ergreifen, um ihre Beschäftigten sowie die Studierenden vor sexualisierter Gewalt und Belästigung zu schützen.

Grund genug für das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ einige empirische Forschungsprojekte zu den oben genannten aktuellen Themen beim 3. Hildesheimer Dialog vorzustellen und Inhalte, Methoden, Vorgehensweisen, Ergebnisse und die Praxisrelevanz mit den Gästen intensiv zu diskutieren.

Empirische Forschungsprojekte, Methoden, Inhalte und Vorgehensweisen wurden auf der Tagung vorgestellt

Die meisten – mit einer Ausnahme – dort vorgestellten Projekte stehen am Beginn ihrer Forschungsphase. Moderiert wurde die Veranstaltung von Andrea Bührmann. Sie ist Professorin für Soziologie und Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Chancengleichheit an der Universität Göttingen und war mit großem Interesse nach Hildesheim gereist, um sich einen Einblick in aktuelle Forschungsthemen rund um die Hochschule zu verschaffen.

Den Auftakt der Diskussionsrunde machte Prof. Dr. Tanja Paulitz von der TU Darmstadt. Sie gab einen spannenden Einblick in ein in Deutschland wenig untersuchtes Forschungsfeld: In dem BMBF-Projekt „Jenseits der Gläsernen Decke“ untersucht sie gemeinsam mit Leonie Wagner, Professorin an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) und einem Team, welche Marginalisierungserfahrungen Professorinnen an Universitäten wie Fachhochschulen machen. Im Kern ihres Projektes geht es darum, die sehr feinen und zum Teil wenig bewussten Mechanismen des Unsichtbarmachens, des Übersehens und Wegdrängens von Spitzenfrauen im Hochschul- und Wissenschaftsbetrieb aufzuzeigen und daraus Gegenstrategien für eine Sensibilisierung und für inklusive Anerkennungspraktiken zu entwickeln.

Noch in der ersten Phase der Förderung ist das Forschungsprojekt „Thematisierung von sexualisierter Gewalt an Hochschulen in der Lehre und der Organisation“, das Prof. Dr. Meike Sophia Baader, vom Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft der Universität Hildesheim, zusammen mit Dr. Christin Sager, ebenfalls vom Institut für Erziehungswissenschaft, leitet: „Unser Projekt geht der Frage nach, wie Hochschulen als Organisation mit dem Thema „sexualisierte Gewalt“ umgehen, welche Richtlinien und Beratungsangebote institutionalisiert und welche Formen von Best Practice identifiziert werden können“, erklärte Meike Baader, Professorin für Erziehungswissenschaft und Vize-Präsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Hildesheim.

„Zudem fragen wir danach, ob das Thema in pädagogischen Studiengängen in der Lehre angekommen und verankert ist, gibt es doch seit 2010 eine erhöhte Aufmerksamkeit für sexualisierte Gewalt in pädagogischen Kontexten, so dass ein professioneller Umgang damit Teil der Ausbildung von pädagogischen Fachkräften sein sollte. Zusammen mit Akteuren und Akteurinnen aus der Region werden wir Handlungsempfehlungen erarbeiten“. Ihr Projekt wird bis Ende 2021 vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert, ebenso wie das Forschungsprojekt „Bewertungspraktiken in Lehr-/Lernsettings der Promotionsbetreuung“ von Dr. Daniela Böhringer und Prof. Kai-Olaf Maiwald, beide von der Universität Osnabrück, und Dr. Svea Korff vom Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Universität Hildesheim. Das Forschungsteam an den beiden Standorten untersucht unterschiedliche Settings der Betreuung, in denen die Promotion sowohl als Arbeits- und Lernprozess wie auch als materiales schriftliches Objekt Thema ist. Diese Perspektive erhellt die Frage, wie in der Wissenschaft dem Nachwuchs Leistung interaktiv zugeschrieben wird. Dazu werden Videoaufnahmen gemacht und konversationsanalytisch ausgewertet.

Die Promotionsphase und der anschließende Übergang in den akademischen und außerakademischen Arbeitsmarkt stehen im Mittelpunkt eines weiteren Forschungsprojektes, dessen Eckpunkte ebenfalls bei den Hildesheimer Dialogen vorgestellt wurden: Dr. Kolja Briedis vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) gab einen Überblick über die großangelegte Studie „NACAPS – National Academics Panel Study“. Im Rahmen dieser Längsschnittstudie, die er mit seinem Team durchführt, werden regelmäßig Promovierende und Promotivierte in Deutschland zu den Bedingungen des Promovierens, ihren Karriereabsichten, Karriereverläufen und allgemeinen Lebensbedingungen gefragt. Auch die Universität Hildesheim beteiligt sich an dieser Befragung.

Den thematischen Abschluss bildete ein aktuelles Forschungsprojekt, das die akademische Lehre und vor allem die Hochschullehrenden in den wissenschaftlichen Blick nimmt: Wie reagieren Lehrende auf neue Anforderungen, die an eine zeitgemäße Lehre gestellt werden? Gehen Lehrende darauf ein, digitale Medien vermehrt in ihre Lehre zu integrieren? Setzen sie Aspekte einer gender- und diversityorientierten Lehre um? Diesen Fragen geht Dr. Marion Kamphans vom Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ in ihrem von der Universität Hildesheim geförderten Habilitationsprojekt nach, das sie den Anwesenden vorstellte.

Hildesheimer Dialoge initiieren Austausch über Hochschulforschung und Hochschulentwicklung

Bereits zum dritten Mal veranstaltete das Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Institute für Erziehungswissenschaft, Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft und für Sozial- und Organisationspädagogik (Prof. Dr. Meike Baader; Prof. Dr. Wolfgang Schröer; Dr. Svea Korff; Dr. Marion Kamphans) der Universität Hildesheim die „Hildesheimer Dialoge“. Von besonderem Interesse ist es, einen Austausch mit anderen an Themen der Hochschulforschung und Hochschulentwicklung Interessierten zu initiieren.

Zentrales Ziel ist es, sich auf Landes- und Bundesebene zu vernetzen. Ein dritter Grund für dieses Format ist, die hochschulpolitische wie praktische Relevanz der empirischen Studien und Projekte – die im Forschungscluster bearbeitet werden in ihrer Anschlussfähigkeit für Veränderungsprozesse an Hochschulen, etwa für das Hochschulmanagement oder die akademische Personalentwicklung zu diskutieren.

Kontakt bei Fragen zu den Hildesheimer Dialogen: Dr. Marion Kamphans, Universität Hildesheim, Institut für Erziehungswissenschaft, Abt. Allg. Erziehungswissenschaft (E-Mail: kamphans@uni-hildesheim.de)

Kontakt bei Fragen zum Forschungscluster „Hochschule und Bildung“: Dr. Svea Korff, Universität Hildesheim, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik (E-Mail: korffs@uni-hildesheim.de)

Auf dem Gruppenfoto von links nach rechts:

Prof. Dr. Andrea Bührmann, Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Chancengleichheit an der Universität Göttingen; Prof. Dr. Meike Sophia Baader, Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Hildesheim; Dr. Daniela Böhringer, Universität Osnabrück; Dr. Svea Korff, Forschungscluster „Hochschule und Bildung“ der Universität Hildesheim; Dr. Mark Bajohrs, Universität Mainz; Carolin Bätge, Universität Hildesheim; Prof. Dr. Kai-Olaf Maiwald, Universität Osnabrück; Dr. Marion Kamphans, Forschungscluster „Hochschule und Bildung“; Dr. Christin Sager, Universität Hildesheim; Dr. Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hildesheim; Dr. Kolja Briedis, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung, Hannover; Prof. Dr. Tanja Paulitz, TU Darmstadt.

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news-16836 Mon, 27 May 2019 11:49:00 +0200 Familiengerechte Hochschule: Nachhaltige Spielzeugkisten an allen Uni-Standorten https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/familiengerechte-hochschule-nachhaltige-spielzeugkisten-an-allen-uni-standorten/ Im Rahmen der familiengerechten Hochschule bietet die Universität nachhaltige Spielzeugkisten an. Julia Witter, Koordinatorin des Green Office, und Frauke Beuter, Mitarbeiterin im „Audit familiengerechte Hochschule“ sprechen im Interview über Nachhaltigkeit und umweltbewussten Konsum. Frau Beuter, Frau Witter, im Rahmen der familiengerechten Hochschule haben das Gleichstellungsbüro und das Green Office, das Nachhaltigkeitsbüro der Universität, nachhaltiges Spielzeug zusammengestellt. Welche Idee steckt hinter dieser Zusammenarbeit?

Frauke Beuter: Auf der Begrüßungsveranstaltung für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Hildesheim, die immer im Wintersemester stattfindet, hat sich das Green Office als neue Organisationseinheit an der Universität Hildesheim vorgestellt. Ich persönlich finde es ganz klasse, dass die Universität Hildesheim ein Green Office eingerichtet hat, das sich damit auseinandersetzt, wie Strukturen und Prozesse bei uns im Hause nachhaltig und umweltschonend gestaltet werden können. In unserem aktuellen Audit-Handlungsprogramm ist die Einrichtung von Spielzeugkisten für die Standorte, die nicht über einen Familienraum verfügen, vorgesehen. In dem Zuge habe ich gedacht, das möchte ich gerne zusammen mit dem Green Office realisieren. Ich bin für unsere Audit-Maßnahmen immer gerne auf der Suche nach internen Kooperatiospartner_innen und Multiplikator_innen, sodass ich die Expertise des Green Office bezüglich der Spielzeugkisten gerne nutzen wollte. Das Team dort war ebenso von der Kooperationsidee begeistert, sodass sich das Green Office dann mit dem Bestücken der Spielzeugkisten aus Nachhaltigkeitsperspektive beschäftigt hat.

Julia Witter: Wir haben uns sehr über die Kooperationsanfrage vom Audit familiengerechte Hochschule gefreut und haben uns gerne an der Auswahl des Spielzeugs beteiligt.

Was bedeutet nachhaltiges Spielzeug, was ist zum Beispiel in dem Paket enthalten?

Julia Witter: Bei der Auswahl des Spielzeugs haben wir Wert auf ökologische und soziale Kriterien gelegt: wir haben unter anderem Holzspielzeug ausgewählt, das möglichst naturbelassen und gleichzeitig langlebig ist und unter fairen Arbeitsbedingungen in Deutschland hergestellt wurde. Viele der Spielzeuge tragen das „spiel gut“-Siegel oder wurden von Ökotest mit „sehr gut“ bewertet. In der Kiste enthalten sind zum Beispiel ein Holzkugel-Greifling für Babys, Holzbausteine und ein Steckspiel für Kleinkinder, eine Stoffhülle für Luftballons, so dass diese immer wieder aufgepustet und lange verwendet werden können und für ältere Kinder ein Ringwurfspiel, Filzzwerge und Straßenmalkreide. Uns war es wichtig, dass das angebotene Spielzeug gesundheitlich unbedenklich, das heißt schadstofffrei, ist. Wir möchten mit der nachhaltigen Spielzeugkiste zeigen, dass umweltbewusster und sozialer Konsum auch beim Thema Kinderspielzeug möglich ist. Wenn Spielzeug vielseitig verwendbar und langlebig ist, wird es nicht zum Wegwerfartikel – und das ist nachhaltig.

Wer profitiert von dem neuen Angebot?

Frauke Beuter: Von dem Angebot profitieren sowohl Studierende als auch Mitarbeiter_innen, die sich die Spielzeugkisten ausleihen können, wenn sie mit ihrem Kind oder ihren Kindern auf dem jeweiligen Campus unterwegs sind.

Wo kann man die Spielzeugkisten ausleihen? An wen kann man sich wenden, wenn man Fragen hat?

Informationen zu den nachhaltigen Spielzeugkisten

Frauke Beuter: Die Spielzeugkisten sind in Sekretariaten am Bühler-Campus (Frau Lehmann, L 021 Altbau), auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg (Frau Burgemeister, Hs1/110 & Hs1/009) und am Samelson-Campus (Frau David/ Frau Falso, A 116 Spl) hinterlegt. Die genauen Bürozeiten, in denen die Spielzeugkisten ausgeliehen werden können, können dem beigefügten Flyer entnommen werden. Das Ausleihen selbst soll möglichst einfach sein, sodass sich diejenigen, die die Kiste ausleihen, in eine Ausleihliste ein- und austragen. Ein wichtiger Hinweis ist auch, dass die Kinder unter Aufsicht spielen bzw. die Eltern aus der Kiste heraussuchen, womit die Kinder altersgerecht spielen können. Die Kisten beinhalten jeweils Spielzeuge für Kinder von 0 bis 6 Jahre. Auch eine Krabbeldecke ist dabei. Wir werden die Spielzeugkisten nach jedem Semester inspizieren und auf Vollständigkeit hin überprüfen. Sollte einmal etwas kaputtgehen, kann man sich zwischenzeitlich an mich wenden. An dieser Stelle auch nochmal ein ganz herzliches Dankeschön, an die Kolleginnen der benannten Sekretariate, die sich gerne bereit erklärt haben, die Spielzeugkisten zu beherbergen.

Julia Witter: Wer weitere Informationen über nachhaltigen Konsum und Hilfe bei Kaufentscheidungen sucht, findet im Ratgeber „Nachhaltiger Warenkorb“ des Rates für Nachhaltige Entwicklung viele Anregungen.

Kontakt bei Fragen

Wer Fragen hat, erreicht die Mitarbeiterin Frauke Beuter („Audit familiengerechte Hochschule“) per E-Mail unter auditfgh@uni-hildesheim.de und telefonisch unter 05121 883 92156.

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news-16330 Thu, 23 May 2019 18:43:00 +0200 Integration durch Musik: Europaweit einzigartiger Studiengang „musik.welt“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/integration-durch-musik-europaweit-einzigartiger-studiengang-musikwelt/ Der Studiengang „musik.welt“ öffnet seit 2011 Hochschultüren. Bisher haben etwa 100 Personen aus 15 Herkunftsländern im Alter von 20 bis 60 Jahren im Masterstudium am Center for World Music der Universität Hildesheim studiert. Der syrische Musikpädagoge Renas Ibrahim ist einer der Studierenden und arbeitet derzeit an seiner Masterarbeit. „Dank der Musik kann ich hier studieren“, sagt der 33-Jährige. Ab sofort ist eine Bewerbung um einen Studienplatz möglich. Der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist europaweit einzigartig und reagiert auf aktuelle Herausforderungen in der Gesellschaft.

Hier treffen zum Beispiel Komponisten, Konzertpädagogen, Musikschullehrerinnen und Musikschullehrer, geflüchtete Musikerinnen und Musiker, Erzieherinnen und Erzieher und Musikervermittler aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern aufeinander. Viele Studentinnen und Studenten haben Abschlüsse im Ausland erworben. Sie haben vielfältige musikalische und berufliche Biografien kommen aus allen Regionen Deutschlands – von Frankfurt am Main über Bremen und Berlin bis Nürnberg – und aus dem Ausland, etwa aus Syrien, Türkei, Irak, China und Sudan.

„Es ist uns wichtig eine möglichst heterogene Gruppe zusammen zu stellen“, sagt Morena Piro, Mitarbeiterin am Center for World Music, „denn der Austausch, der Perspektivwechsel und das von und miteinander lernen ist wichtiger Bestandteil des Studiengangs.“

Jeder Student erlernt während der zwei Jahre ein weiteres Instrument – eine „musikalische Fremdsprache“ – und erhält Einzelinstrumentalunterricht. Die Studieninhalte reichen von Musikethnologie und Musikpädagogik über Musik und soziale Arbeit bis zu Projektmanagement und Selbstreflexion.

Seit 2011 bildet das Center for World Music der Universität Hildesheim Berufstätige fort, die die Vielfalt der Musikkulturen in ihrem Arbeitsumfeld aufgreifen – in Kitas, Schulen, Stadtteilen und Jugendzentren. Der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist europaweit einzigartig und reagiert auf aktuelle Herausforderungen in der Gesellschaft.

Jetzt bewerben und berufsbegleitend den Masterabschluss erwerben

Der berufsbegleitende Masterstudiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist Teil des Schwerpunkts Bildungsintegration an der Universität Hildesheim und wird seit 2011 von der Stiftung Niedersachsen gefördert. Das Studium umfasst vier Semester bis zum Master-Abschluss. Die Lehrveranstaltungen finden jeweils an einem Wochenende pro Monat statt. Es besteht die Möglichkeit, auf Zertifikat zu studieren; ein Bachelor-Abschluss ist dann nicht erforderlich. Der Studiengang wendet sich an alle, die Kompetenzen erlangen möchten, um die integrative Kraft der Musik in der täglichen Arbeit zu nutzen.

Der Hörsaal im Center for World Music ist ungewöhnlich – ein ehemaliger Kirchenraum mit mehreren Hundert Musikinstrumenten aus allen Erdteilen.

Die Bewerbung um einen Studienplatz ist ab sofort bis zum 15. Juni 2019 möglich. Die Auswahlgespräche finden vom 5. bis zum 7. Juli 2019 am Center for World Music in Hildesheim statt. Das Studium beginnt im Oktober 2019.

Die Familienbildungsstätte der Katholischen Erwachsenenbildung in Hildesheim unterstützt Interessenten am Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“, um sprachlich gut vorbereitet in die Aufnahmeprüfung zu gehen. Gefördert von der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung werden speziell für Musiker Sprachkurse durchgeführt. In Kürze werden mehr Informationen zu dem Sprach- und Vorbereitungskurs bekannt gegeben.

Weitere Informationen zu den Studieninhalten,
Stipendien und zum Bewerbungsverfahren

Kurz erklärt: Zehnjähriges Jubiläum

Was macht das Center for World Music

Seit zehn Jahren arbeitet das Center for World Music (CWM) der Stiftung Universität Hildesheim daran, das musikethnologische Wissen für die Gesellschaft nutzbar zu machen. In unterschiedlichen Formaten verzahnen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die theoretischen Erkenntnisse mit der Praxis. Das CWM bewahrt mit seinen etwa 4500 Instrumenten, circa 45.000 Tonträgern und seiner Bibliothek bedeutende Spuren und Vermächtnisse weltweiten Musikschaffens.

Das musikethnologische Institut, welches in den vier Abteilung Archiv, Forschung, Studium und Lehre und Community Service arbeitet, ist weltweit einzigartig. Der Musikethnologe Professor Raimund Vogels leitet das Hildesheimer Forschungszentrum.

Mehr Informationen zum
Center for World Music

Nachgefragt bei zwei musik.welt-Studierenden:

Autorin der Kurzporträts ist Morena Piro.

„Über die Musik kommen Menschen in Kontakt“

Renas Ibrahim

Seit 2017 studiert Renas Ibrahim am Center for World Music in Hildesheim. Sein Weg bis in den Hörsaal in Deutschland war lang – als der Krieg in Syrien wütete, entschied er sich, zu fliehen.

Bis 2015 arbeitete er in einem der größten Flüchtlingslager der Welt, im Camp „Domiz“. Wie viele aus dem Krieg Geflohene suchte er zunächst Zuflucht im Nachbarland Irak. Zu der Zeit als Renas Ibrahim nach Domiz kam lebten dort über 140.000 Menschen. Für viele wurde das Camp zu einem Ort der Hoffnungslosigkeit. Für Renas Ibrahim nicht. Er hatte seinen Traum und seine Klarinette und er wusste, dass er mit seiner Musik Trost und Freude spenden kann. Regelmäßig musizierte er mit den Kindern im Camp. Diese Arbeit mit den Kindern gibt dem gelernten Musikpädagogen Kraft.

Manchmal reicht eine Person, ein Mensch, der einem helfen kann

Die lange Flucht führte den 33-Jährigen bis nach Papenburg in Deutschland. Er „bemerkte, dass einige Menschen in Deutschland anscheinend Angst vor ihm hatten, Angst vor dem Fremden, erzählt er. Er suchte aktiv Kontakt, ging in die Kirchengemeinde und zum Blasorchester in der Nachbarschaft. Über die Musik konnte er mit Menschen in Kontakt kommen, denn deutsch sprechen konnte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. In Papenbrug traf er eine ältere Dame, die sich seiner annahm und die ihm half, zum Beispiel als seine Klarinette kaputt ging. „Manchmal reicht eine Person, ein Mensch, der einem helfen kann“, sagt Renas Ibrahim.

Er lernte weiter die deutsche Sprache und gelangte über eine Initiative des Musiklandes Niedersachsen und des Center for World Music bis nach Hildesheim. Im Rahmen des DAAD-Projektes „INTEGRA“ nahm Renas Ibrahim gemeinsam mit 12 weiteren geflüchteten Musikerinnen und Musikern an Kursen teil, um die Zugangsberechtigung zum Studium an der Universität Hildesheim zu erhalten. Von den 12 Personen schafften es nur wenige in den Masterstudiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“– Renas Ibrahim schaffte es.

Seit Herbst 2017 ist er nun immatrikulierter Masterstudent an der Universität Hildesheim und „sehr stolz darauf“. „Ich konzentriere mich voll auf das Studium und bin hierfür direkt in die Nachbarschaft des Center for World Music gezogen.“ Heute ist Renas Ibrahim in vielen Musikvermittlungsprojekten in Hildesheim aktiv. Auch für das Musikland arbeitete er zum Beispiel in dem Projekt „Welcome Board im Klassenzimmer“. „Hier zeige ich den Kindern, welche Instrumente und welche Musik in Syrien gespielt werden“, sagt Renas Ibrahim.

Aktuell ist Renas Ibrahim im letzten Semester des Weiterbildungsmasters. „Ich habe viel gelernt über die Musik der anderen und wie man Projekte entwickelt, kämpfe mich fleißig durch die deutsche Literatur der Musikpädagogik und durch die deutsche akademische Art des Lernens, die sich von dem Hochschulalltag in Syrien unterscheidet.“ Er recherchiert und schreibt an seinem Masterthema. Sein Traum ist es nun seine Masterarbeit über „Kurdische Musik“ zu schreiben.

„Es können noch so viele musikalische Schätze gehoben werden“

Hannah Marie Heuking

Hannah Marie Heuking studierte Elementare Musikpädagogik und klassische Klarinette in Deutschland. Ihre Arbeitsfelder sind vielfältig: Sie gibt Klarinettenunterricht, arbeitet für die Musikschule in Hannover in Kitas, Grundschulen und Einrichtungen der Stadtteilkultur und tritt regelmäßig mit Bands auf, spielt Klezmer und Musik aus dem Balkan – gerade diese Mischung der Tätigkeit ist für sie interessant.

Sie bemerkt die Veränderungen in der Gesellschaft – in den Bildungseinrichtungen, in denen sie arbeitet, haben über 60% der Kinder Eltern, die aus einem anderen Land kommen. Die Musik, die vermittelt wird ist jedoch nicht so divers. „Das Repertoire, mit dem an der Hochschule und an der Musikschule gearbeitet wird ist meistens beschränkt auf westliche Klassik, Jazz und Pop“, sagt die 30-Jährige. „Ich habe das Gefühl, dass es viele musikalische Schätze gibt, die noch gehoben werden können.“

Hannah Marie Heuking ist neugierig und fragt sich: „Was gibt es noch für musikalische Sprachen?“ Als sie von dem Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ hört, bewirbt sie sich und wird aufgenommen. Seit 2017 studiert sie am Center for World Music in Hildesheim.

„Die musikethnologischen Methoden, Inhalte und Workshops und der Austausch mit den Kommilitonen sind eine Bereicherung“, sagt sie. Die Musik verbindet sie alle und nach den Kursen bleiben die Musikerinnen und Musiker oft noch bis spät in den Abend zusammen, um gemeinsam zu musizieren.

Im Ausland erworbene Abschlüsse werden manchmal in Deutschland nicht anerkannt

Jeder der Studierenden erlernt ein Instrument, welches ihm bislang fremd ist. Hannah entscheidet sich, das arabische Saiteninstrument „Kanun“ von einem ihrer arabischen Kommilitonen zu erlernen. Ihr Lehrer ist studierter Musiker und Meister an seinem Instrument. Sein syrisches Diplom ist in Deutschland jedoch nicht anerkannt deshalb studiert er am Center for World Music.

Die wertschätzende Atmosphäre in der Gruppe ist bei Diskussionen in den Kursen und Workshops hilfreich. Gerade, wenn die Musik politisch wird. Zum Beispiel, wenn im Workshop zur „Jüdischen Musik“, die syrischen Musikerinnen und Musiker erzählen, mit welcher Haltung sie in ihrem Umfeld groß geworden sind. Die Gespräche mit den anderen unterstützen den Perspektivwechsel. Und oftmals folgt darauf das Anerkennen. „Aus solchen Kursen entstehen künstlerische Ensemble“, erzählt Hannah Marie Heuking, etwa ihr Bandprojekt „Trio Picon“, indem ihr Kommilitone Hesam aus dem Iran mit der persischen Kniegeige Kamanche und der persischen Rahmentrommel Daf jüdische Lieder spielt und auch persisches Repertoire teilt.

Aus dem Studiengang nimmt die Musikerin „neue Freunde, neues Wissen über Musik, neue künstlerische Projekte“ mit, ihr Horizont habe sich geweitet und sie habe nun „noch viel offenere Ohren“. Diese Erfahrungen aus dem Masterstudium nimmt sie bereits jetzt mit in die KiTas, Schulen und Kultureinrichtungen in den Stadtteilen, in denen sie arbeitet.

In Kürze steht eine musikalische Reise nach Tansania bevor: Im Herbst wird Hannah Marie Heuking nach Sansibar in Tansania reisen, um dort eine Musikakademie zu besuchen und um ein Austauschprojekt mit der Musikschule der Landeshauptstadt Hannover mitzugestalten. Vor Ort wird sie musikethnologischen Fragen nachgehen, denn „die Musikwelt in Sansibar und Tansania ist durch diverse koloniale Einflüsse über Jahrhunderte äußerst vielseitig geprägt und fusioniert sowohl arabische, persische, als auch europäische Musikstile und typische Instrumente“, erläutert sie. „Das ist doch großartig, dass ich nun so ein internationales Projekt mit aufbauen darf.“

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news-16486 Tue, 21 May 2019 20:39:00 +0200 Erste große Untertitel-Studie mit Kindern im deutschsprachigen Raum https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/erste-grosse-untertitel-studie-mit-kindern-im-deutschsprachigen-raum/ Wissenschaftlerinnen der Universität Hildesheim haben erstmals in Deutschland umfassend untersucht, wie Kinder Untertitel in Kindermedien verstehen und wie sich Untertitel verbessern lassen. An der zweijährigen Studie haben 250 Kinder teilgenommen. Der Kinderkanal von ARD und ZDF, der MDR und der NDR waren Kooperationspartner und der Deutsche Gehörlosenbund hat das Projekt unterstützt. Nun liegen die Ergebnisse vor. Seit einigen Jahren bauen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ihr barrierefreies Angebot immer weiter aus. Für gehörlose und schwerhörige Menschen sind Untertitel ein wichtiges Hilfsmittel, um Filme, Serien und Sendungen zu verstehen. Inzwischen gibt es auch zahlreiche untertitelte Kinderangebote. Da sich Kinder im Leselernprozess befinden, deshalb meist langsamer lesen als Erwachsene und da auch ihre Konzentrationsfähigkeit noch nicht so stark ausgeprägt ist, müssen Untertitel für sie anders gestaltet werden als für Erwachsene.

Auf Anregung des Norddeutschen Rundfunks, der in der ARD das Thema „Barrierefreier Rundfunk“ federführend betreut, haben die Übersetzungswissenschaftlerinnen Professorin Nathalie Mälzer und Maria Wünsche untertitelte Sendungen genauer unter die Lupe genommen. Ziel war es, die Untertitel für Kinder zu optimieren und wissenschaftlich überprüfte Richtlinien für die Erstellung von Untertiteln für Kindersendungen zu entwickeln.

In einer Pilotstudie mit 50 teilnehmenden gehörlosen, schwerhörigen und hörenden Kindern und in einer Hauptstudie mit 200 teilnehmenden Kindern aus Deutschland wurden Ausschnitte aus Sendungen mit verschiedenen Formen der Untertitelung gezeigt und Fragen zu Akzeptanz und Verständnis gestellt.

Wie müssen Untertitel in TV-Sendungen gestaltet sein, damit gehörlose und schwerhörige Kinder sie gut lesen können?

Nun liegen Ergebnisse des Projekts „TV-Untertitel für gehörlose und schwerhörige Kinder – Empirische Studie zur Erarbeitung von Standards für die Gehörlosenuntertitelung von Kindersendungen“ vor. Die Studie liefert erstmals in Deutschland eine wissenschaftliche Grundlage, um verbesserte und zielgruppengerechte Untertitel für Kindersendungen zu erarbeiten.

Die Studie der Universität Hildesheim liefert Antworten auf die Frage: Wie müssen Untertitel in TV-Sendungen gestaltet sein, damit gehörlose und schwerhörige Kinder zwischen acht und zwölf Jahren die Untertitel gut lesen, der Sendung inhaltlich folgen können und die Untertitel akzeptieren? Welche Änderungen wirken sich positiv auf die Lesbarkeit, Akzeptanz und Verständlichkeit der untertitelten Serien aus?

Die Forscherinnen befragten 250 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren

Viele der 250 befragten Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren aus Berlin, Brandenburg, Bremen,  Hamburg, Niedersachsen und NRW haben bisher wenig Erfahrung mit Untertiteln. Elternhäuser, auch hörende Eltern, sollten die Untertitel im Fernsehen einschalten, wenn ihre Kinder gehörlos oder schwerhörig sind, so die Wissenschaftlerinnen.

Die Akzeptanz der Untertitel spielt dabei eine große Rolle, sagt die Studienleiterin Professorin Nathalie Mälzer. Wie bekommt man Eltern und Kinder dazu, die Untertitel überhaupt zu nutzen? Die Wissenschaftlerinnen haben die teilnehmenden Kinder befragt, welche Untertitel ihnen gefallen, was sie stört und welchen Einfluss unterschiedliche Standzeiten oder typografische Hervorhebungen auf das Leseverständnis haben. „Für die Kinder ist es wichtig, dass sie die Untertitel den Sprecherinnen und Sprechern richtig zuordnen können. Trägt eine Figur eine grüne Mütze, kann der Text auch in grün gesetzt werden“, erklärt Maria Wünsche.

Weitere Ergebnisse der Hildesheimer Untersuchung sind:

  • Alter: Die Lesekompetenz der acht- und neunjährigen Studienteilnehmer*innen war insgesamt nicht ausreichend für das Lesen von Untertiteln. „Kinder ab zehn Jahren können den Untertiteln aber bereits gut folgen und daher ein besseres Verständnis der untertitelten TV-Sendungen entwickeln“, so Nathalie Mälzer. 

  • Untertitelnutzung: Die Hypothese, je häufiger Kinder Fernsehen mit Untertiteln ansehen, desto besser verstehen sie untertitelte Sendungen, kann nicht bestätigt werden. 

  • Untertitelgeschwindigkeit: Sowohl kurze als auch längere Standzeiten der Untertitel können das Verständnis beeinträchtigen: Sei es durch starke Textkürzung oder durch zu viel Textumfang. Längere Standzeiten werden aber bevorzugt, da auf diese Weise mehr Zeit zum Lesen bleibt. Die Studie zeigt, dass Untertitel mit längeren Standzeiten signifikant besser bewertet werden als Untertitel mit kürzeren Standzeiten. „Die Akzeptanz der Untertitel mit längeren Standzeiten ist viel stärker, weil Kinder sonst in Stress geraten und aussteigen, wenn der Text so rast“, sagt Mälzer.

  • Typografische Hervorhebungen: Typografische Hervorhebungen verbessern die Verständlichkeit nicht signifikant. Typografische Hervorhebungen erhielten im Gesamtergebnis zwar positive Rückmeldungen. Die Teilgruppe, die am häufigsten Untertitel nutzt und daher an sie gewöhnt ist, schätzt die Hervorhebungen aber signifikant schlechter ein als jene Teilgruppen, die kaum Untertitelerfahrung haben. 

Die Wissenschaftlerinnen tragen die Ergebnisse der Studie nun detailliert zusammen, leiten Handlungsempfehlungen für die Praxis ab und stellen sie den kooperierenden Rundfunkanstalten zur Verfügung. Die wissenschaftliche Publikation der Ergebnisse folgt im Laufe des Jahres.

Professorin Nathalie Mälzer sagt: „Die Studie ist nicht nur für die Forschung relevant, sondern hat direkten Einfluss auf die Arbeitsweise unserer Kooperationspartner NDR, MDR und dem Kinderkanal von ARD und ZDF. Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen sollen in den Richtlinien der ARD Berücksichtigung finden. Die Schulen und die Rundfunkanstalten wünschen sich von uns nun Vorträge und Schulungen sowie Info-Broschüren: Vor allem Eltern sollten für das Thema Untertitel sensibilisiert werden und ihren Kindern ermöglichen, Sendungen mit Untertiteln zu sehen, um das Verständnis der Sendungen zu verbessern und den Schriftspracherwerb der Kinder zu unterstützen.“

Aus der Zusammenarbeit mit Kindern wissen die Wissenschaftlerinnen: „Kinder sind dankbar, wenn die Wissenschaft sie ernstnimmt, wenn sie gehört werden.“

Empfehlungen der Wissenschaftlerinnen für die Untertitelproduktion:

  • Die Arbeit mit Farben bei der Untertitelung für die Verbesserung der Figurenzuordnung sollte fortgesetzt werden.

  • Es sollten Untertitel mit längeren Standzeiten verwendet werden, weil die Kinder dann nicht „frustriert“ sind und im Vergleich zu Untertiteln mit kurzen Standzeiten kaum Unterschiede beim Verständnis festzumachen sind. 

  • Es sollten möglichst keine Paraphrasen in Untertiteln formuliert werden.

Die Europäische Union hat die Studie im „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) von März 2017 bis Februar 2019 gefördert. Die Wissenschaftlerinnen danken allen beteiligten Schulen für die engagierte Mitarbeit.

Wer mehr über Untertitel in Medien erfahren möchte, erreicht Prof. Dr. Nathalie Mälzer vom Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation der Universität Hildesheim unter maelzers@uni-hildesheim.de. Die Hildesheimer Wissenschaftlerinnen sind Fachleute für den Bereich Medientext und Medienübersetzung.

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news-16814 Tue, 21 May 2019 14:00:00 +0200 Schutz der künstlerischen Freiheit: Start der „Arts Rights Justice Library“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/schutz-der-kuenstlerischen-freiheit-start-der-arts-rights-justice-library/ Die politischen und gesellschaftlichen Situationen in vielen Ländern weltweit zeigen, dass es aktuell um freie Meinungsäußerung und Kunstfreiheit schlecht bestellt ist. Das Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim veröffentlicht heute, am 21. Mai 2019, dem internationalen Tag für Dialog und kulturelle Vielfalt, die „Arts Rights Justice Library“ sowie die ersten drei Studien des „Arts Rights Justice Observatory“. Weder in Deutschland noch sonst auf der Welt gibt es derzeit eine so umfassende auf das Thema Kunstfreiheit und Künstlerschutz ausgerichtete Bibliothek. Die „Arts Rights Justice Library“ ist eine digitale Online-Plattform mit Open-Access, die eine so bisher nicht existierende Auswahl der relevantesten Publikationen zu den Schnittstellen von Kunst, Kunstfreiheit, Menschenrechten und globaler Gerechtigkeit sichert und zur Verfügung stellt.

Die Zahl der Publikationen soll kontinuierlich erhöht werden. Die Dokumente sollen der breiteren globalen Gesellschaft, vor allem aber Künstlern, Kulturmanagern, Menschenrechtsaktivisten, Rechtsanwälten und Forschern zugänglich gemacht werden. Ziel ist es, nach und nach alle Dokumente in der Datenbank der Universität Hildesheim zu lagern und diese über die Webseite www.arj-library.de weltweit zugänglich zu machen. So soll das bisherige Wissen gebündelt, bereitgestellt und langfristig für Forschungszwecke und praktische Zwecke gesichert werden.

Bibliothek enthält eine Auswahl der wichtigsten Publikationen über Kunstfreiheit, Menschenrechte und globale Gerechtigkeit

Über die wissenschaftliche Serie „Arts Rights Justice Studies“ sollen auch eigene Forschungen zum Thema Künste und Gerechtigkeit unternommen und veröffentlicht werden. In einem ersten Schritt erforschen Sara Whyatt, Ole Reitov, Laurence Cuny und Miriam Hübner das Thema aus den Blickwinkeln von „Arts“, von „Rights“ und von „Justice“. Eine vierte Studie wird derzeit erstellt.

Die online-Biblothek und die Forschungsstudien sind Teil des „Arts Rights Justice Obeservatory“ und gehören zum „Arts Rights Justice“-Programm (www.arts-rights-justice.de), welches die Forschungsgruppe der Universität Hildesheim in Zusammenarbeit mit 30 internationalen Experten mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und des International Cities of Refuge Network (ICORN) entwickelt hat. Es ist angesiedelt am UNESCO-Lehrstuhl „Cultural Policy for the Arts in Development“ am Institut für Kulturpolitik.

Strukturen zum Schutz der künstlerischen Freiheit stärken und ausbauen

„Inhaltlich geht es weitläufig um die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft, die Fähigkeiten der Kunst Transformationsprozesse positiv zu beeinflussen und letztlich darum, wie Kunstfreiheit sowie bedrohte Künstlerinnen und Künstler geschützt und gefördert werden können und müssen“, so Professor Dr. Wolfgang Schneider, Direktor des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim. Mit dem ARJ-Programm sollen Fähigkeiten vermittelt und professionalisiert, der Austausch von Wissen gewährleistet und Fachwissen zu diesem Thema aufgebaut werden. Ziel des kollaborativ strukturierten und in einem globalen Netzwerk agierenden Programms ist es, Strukturen zur Förderung und zum Schutz der künstlerischen Freiheit zu stärken und auszubauen.

Neben der Online-Bibliothek und der Studienreihe umfasst das ARJ-Programm eine Akademie auf dem Kulturcampus in Hildesheim begleitet durch Workshops in variierenden Teilen der Welt. Beide ermöglichen Diskursräume mit angehenden und erfahrenen Expertinnen und Experten.

Hier geht's direkt zur neuen
„Arts Rights Justice Library“

Interview mit Dr. Daniel Gad

„Regierungen werden in der Art und Weise, wie sie Freiheiten kontrollieren und begrenzen, immer ausgefeilter. Insofern besteht der große Bedarf, Wissen zum Schutz der Freiheit zugänglich zu machen“

Der Kulturwissenschaftler Dr. Daniel Gad spricht im Interview über den Schutz der künstlerischen Freiheit. Er ist Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls „Cultural Policy for the Arts in Development“ am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim.

Warum braucht es eine Bibliothek wie die „ARTS RIGHTS JUSTICE Library“?

Daniel Gad: Die politischen und gesellschaftlichen Situationen in vielen Ländern weltweit zeigen, dass es aktuell um freie Meinungsäußerung und Kunstfreiheit schlecht bestellt ist – auch innerhalb Europas. Nicht ohne Grund haben die Vereinten Nationen 2012 mit Farida Shaheed eine Sonderberichterstatterin beauftragt, das Verständnis und die Rechtsgrundlagen für die Freiheit sich künstlerisch auszudrücken zusammenzutragen. Anlass zuvor gab auch der Fall des britisch-indischen Schriftstellers Salman Rushdie, der aufgrund eines seiner Bücher Ende der 1980er Jahre unter Polizeischutz gestellt werden musste und damit den Grundstein für ein globales Netzwerk von Zufluchtsresidenzen für Künstlerinnen und Künstler gelegt hat. Diverse, vor allem zivilgesellschaftliche Organisationen widmen sich heute der Aufgabe, Künstlerinnen und Künstler sowie Kunstfreiheit zu schützen und zu fördern. Nach vierjähriger Beratung mit rund 30 Expertinnen und Experten startete damit auch 2017 unser UNESCO-Lehrstuhl mit dem ARTS RIGHTS JUSTICE Programm, gefördert durch das Auswärtige Amt. Im Kern stehen dabei eine einwöchige Academy und eben eine Online-Bibliothek, mit dem Ziel, Wissen zusammenzutragen und den Diskurs über den Schutz und die Förderung in diesem Feld mit einer Vielzahl von Akteuren aus Konzeption und Praxis zu führen.
Regierungen werden in der Art und Weise, wie sie Freiheiten kontrollieren und begrenzen, immer ausgefeilter. Insofern besteht der große Bedarf, Wissen zum Schutz der Freiheit zugänglich zu machen. Da der Teilnehmendenkreis der Academy in Hildesheim aufgrund der begrenzten Ressourcen nur beschränkt bleiben kann, stellt die ARTS RIGHTS JUSTICE Library eine zentral wichtige und global zugängliche, nebenbei auch kostenlos nutzbare Wissensressource da.      

Gibt es so ein Angebot in Deutschland bereits? Was ist das neue, innovative an der Bibliothek?

Daniel Gad: Weder in Deutschland noch sonst auf der Welt gibt es derzeit eine so umfassende auf das Thema Kunstfreiheit und Künstlerschutz ausgerichtet Bibliothek. Wir nutzen unsere Aufgabe als unabhängige Institution der Wissenschaftsfreiheit, nach Möglichkeit alle – oder zumindest die relevantesten Dokumente – zugänglich zu machen. Dabei ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen unsere Bewertungsgrundlage, um zu bestimmen, ob ein Dokument in den Bestand aufgenommen wird oder nicht.
Die ARTS RIGHTS JUSTICE Library sichert und bündelt vorhandene Analysen, Konzepte und Leitfäden an einer Stelle. Sie ist insofern innovativ, weil sie sich durch ihr Vermittlungsformat auf die Nutzerinnen und Nutzer ganz unterschiedlicher Expertisen und Hintergründe zubewegt. Weil sie im Sinne des Open Access online und global unter www.arj-library.de frei zugänglich ist, muss man mit Ausnahme eines Computers und eines Internetzugangs keinen physischen Ort fern des eigenen Standortes besuchen noch muss man eine Registrierung vorlegen, um Zugang zum Bestand und der das Stöbern ermöglichenden Menüführung der Website zu erhalten.

Was erhoffen Sie sich damit, wen möchten Sie erreichen?

Daniel Gad: Auf Grundlage unserer umfangreichen Befragung diverser Akteure und Akteurinnen zur Frage, welches Wissen in diesem Sektor fehlt und wie Wissen zusammengetragen, geteilt und gemehrt werden muss. In Anlehnung an das daraus resultierende Konzept der ARJ Academy sehen wir im Wesentlichen KünstlerInnen, MenschenrechtsaktivistInnen, KulturmanagerInnen und JuristInnen sowie ForscherInnen und sicherlich auch MitarbeiterInnen aus der politische Ebene als Nutzerinnen und Nutzer der ARTS RIGHTS JUSTICE Library. Diese sind die wesentlichen Akteure, die sich für Schutz und Förderung von Kunstfreiheit einsetzen. Wohl wissend, dass nur ein Teil dieser NutzerInnen gewohnt ist mit akademischen Analysen zu arbeiten, nehmen wir bewusst auch die wachsende Anzahl an Leitfäden und kleinen Fortbildungsdokumenten mit in den Bestand auf. Darüber hinaus gilt es aber auch, Wissen für dieses Thema zu sichern. Gerade, weil viele, nicht aber automatisch langfristig existierende Nichtregierungsorganisationen wertvolle Analysen und Leitfäden erstellen, aber auch, weil Regierungswechsel häufig zu veränderten politischen Konzepten führen, droht hier erfahrungsgemäß ein Informationsverlust. Die ARTS RIGHTS JUSTICE Library will somit auch Erkenntnisse aus der Vergangenheit für die Gegenwart und Zukunft gesichert zugänglich halten.

Was enthält die Bibliothek zum Beispiel, was in einer normalen Stadtbibliothek oder Universitätsbibliothek nicht zugänglich ist?

Daniel Gad: Nur ein Teil des Wissens zum Künstlerschutz und zur Kunstfreiheit wird in regulären Büchern veröffentlicht. Der Weg zu einem im Buchhandel vertriebenen Buch passt einfach nicht zu den begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen des Sektors. Zudem sind weder der Buchhandel, noch die Vertriebswege, noch Budget zum Bucherwerb, noch die Infrastrukturen von Bibliotheken in den meisten Ländern der Welt und gerade in solchen Ländern, in denen repressive gesellschaftliche und politische Systeme vorherrschen, so ausdifferenziert, dass das Wissen die wissbegierige Leserschaft erreicht.
Zudem ist die Vielzahl an Orten, an denen digitale Dokumente im Internet abgespeichert und zugänglich gemacht werden so komplex, dass es selbst versierten WissenschaftlerInnen schwer fällt, den Bestand zu erfassen. Insofern ist es das klare Anliegen der ARTS RIGHTS JUSTICE Library, Wissen zu bündeln und Zugänge im Sinne des globalen Rechts auf Wissensfreiheit zu ermöglichen und dadurch beizutragen, Infrastrukturen zu Schutz und Förderung von Kunstfreiheit auszuweiten.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kontakt:

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Dr. Daniel Gad, Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls (E-Mail: gad@uni-hildesheim.de, Telefon: 05121 883 20107). Weitere Informationen finden Sie online: www.arts-rights-justice.de.

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Pressemeldungen Fachbereich 2 Kulturpolitik Forschung Startseite
news-16796 Fri, 17 May 2019 08:28:00 +0200 Vielfalt im Lehrerzimmer: Regionale Orientierungstage für Jugendliche an der Uni Hildesheim https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/vielfalt-im-lehrerzimmer-regionale-orientierungstage-fuer-jugendliche-an-der-uni-hildesheim/ Die Universität Hildesheim gibt Jugendlichen während der „Orientierungstage" Einblicke in den Lehrerberuf. Eine Bewerbung ist ab sofort möglich. Ein Ziel ist, Jugendliche für den Lehrerberuf zu interessieren. Die Orientierungstage finden an der Uni am 20. und 21. Juni 2019 statt. Schülerinnen und Schüler können sich ab sofort bis zum 30. Mai 2019 bewerben. Ist der Lehrerberuf für mich passend? Die Universität Hildesheim will Jugendlichen bei der Entscheidung helfen – mit Orientierungstagen. Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in den Lehrerberuf und sollen für das Thema „Vielfalt an Schulen" sensibilisiert werden. Jugendliche können sich für die regionalen Orientierungstage „Vielfalt im Klassenzimmer = Vielfalt im Lehrerzimmer" noch bis zum 30. Mai 2019 bewerben.

Was erwartet mich, wenn ich Lehramt studiere? Was bedeutet Vielfalt im Studium und im Beruf?

Die Orientierungstage verfolgen das Ziel, Schülerinnen und Schüler, insbesondere aus Familien mit Migrationshintergrund, für den Lehrerberuf zu begeistern, damit die Vielfalt im Klassenzimmer sich künftig auch im Lehrerzimmer widerspiegelt.

An der Universität Hildesheim und an Schulen finden die Orientierungstage am Donnerstag, 20. Juni, und Freitag, 21. Juni 2019 statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer informieren sich während des Kompaktkurses über die Voraussetzungen für ein Lehramtsstudium und über den Lehrerberuf und können an universitären Veranstaltungen teilnehmen.  Lehrerinnen und Lehrer, Studierende und Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter mit Migrationshintergrund berichten aus ihrer eigenen Bildungsbiografie und vermitteln ihre Erfahrungen aus Studium und Schulalltag. Die Orientierungstage informieren zudem über verschiedene finanzielle Fördermöglichkeiten für Lehramtsstudierende.

Orientierungstage für Schülerinnen und Schüler vor allem der Klasse 11 bis 13

Das Angebot richtet sich vor allem an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe (Klasse 11 bis 13) aus ganz Niedersachsen; insbesondere aus der Region Hildesheim. Die Universität ermutigt Jugendliche mit ihren unterschiedlichen sozialen, sprachlichen und kulturellen Biografien, sich zu bewerben. Insgesamt können 20 Jugendliche teilnehmen. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Mai 2019. Die Teilnahme ist kostenlos. Unterstützung bei den Fahrtkosten kann nach Absprache gewährt werden.

„Dieses Projekt bietet Jugendlichen die Chance, frühzeitig einen Blick in den Studienalltag zu werfen und Fragen zu klären, die entscheidend dafür sein können, ein Studium aufzunehmen: Was erwartet mich, wenn ich Lehramt studiere? Was kostet ein Studium? Was genau bedeutet Vielfalt im Studium und im Beruf? Bin ich darauf vorbereitet?“, sagt Dörthe Buchhester vom Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Universität Hildesheim. „Ein Ziel ist, Schülerinnen und Schüler für den Lehrerberuf zu begeistern, damit sich die Vielfalt unserer zunehmend pluralistischen Gesellschaft nicht nur im Klassenzimmer, sondern zukünftig auch im Lehrerzimmer zeigt. Während der Orientierungstage können die Schülerinnen und Schüler reflektieren, ob dieser Beruf zu ihnen passt“, sagt Dörthe Buchhester.

Hier geht's zur Bewerbung

Die Regionalen Orientierungstage an der Universität Hildesheim finden im Rahmen einer Initiative des Kultusministeriums statt und werden unterstützt durch die Niedersächsische Lotto- Sport- Stiftung.

Schritt für Schritt erklärt: Melden Sie sich ab sofort für die Orientierungstage an!

1. Schritt: Download des Bewerbungsbogens auf der Internetseite der Orientierungstage

2. Schritt: Ausfüllen des Bewerbungsbogens

3. Schritt: Versand des Bewerbungsbogens bis zum 30. Mai 2019 an die E-Mail-Adresse vielfalt.hi@uni-hildesheim.de oder auf dem Postweg an:

Stiftung Universität Hildesheim
Centrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (CeLeB)
Frau Dr. Dörthe Buchhester
Universitätsplatz 1
31141 Hildesheim


Termin: Donnerstag, 20. Juni, und Freitag, 21. Juni 2019

Bewerbungsfrist: 30. Mai 2019

Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler von der 11. bis zur 12. bzw. 13. Klasse, insbesondere mit Migrationshintergrund

Teilnehmerzahl: max. 20 Jugendliche

Veranstaltungsort: Stiftung Universität Hildesheim und Hildesheimer Schulen

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Pressemeldungen
news-16798 Thu, 16 May 2019 12:48:23 +0200 Ausstellung: Motiv Europa – Postalische Dokumente zur Geschichte und Einigungsidee seit 1945 https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/ausstellung-motiv-europa-postalische-dokumente-zur-geschichte-und-einigungsidee-seit-1945/ Kurz vor den Direktwahlen zum Europäischen Parlament am 26. Mai 2019 zeigt die Universitätsbibliothek Hildesheim in Kooperation mit dem Institut für Geschichte eine Ausstellung mit Ersttagsbriefen und Postkarten rund um Europa. Die in der Ausstellung „Motiv Europa - Postalische Dokumente zur Geschichte und Einigungsidee seit 1945“ gezeigte Sammlung an Postkartenmotiven stammt von Dr. Otto May und die Begleittexte von Professor Michael Gehler. Zu sehen sind auf den über 500 philetalistischen Objekten die Idee Europa in ihrem Wandel, unter anderem Winston Churchill bei seiner Europarede 1943, das US-amerikanische Europäische Wiederaufbauprogramm Marshall-Plan, europäische Institutionen wie der Europarat, Jean Monnet und die Kohle- und Stahlgemeinschaft, Symbolik für Europa, Frankreich und das Scheitern der Europaarmee 1954, die Römischen Verträge 1957, die Gründung der EFTA und der Nordische Rat, der deutsch-französische Vertrag von 1963 zwischen Konrad Adenauer und Charles de Gaulle, die erste Direktwahl zum Europäischen Parlament 1979, die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE), die Öffnung des Eisernen Vorhangs und die Erweiterung der EU um die drei neutralen EFTA-Staaten 1995. Hinzu kommen Postkartenwerbungen für ein geeintes Europa.

Die Wissenschaftler thematisieren in der Ausstellung auch die Problemfelder der EU und Kritik, etwa hinsichtlich der Flüchtlingsproblematik und nicht zuletzt das Referendum über den Austritt Großbritanniens aus der EU sowie die endlose Debatte um den „Brexit“. Gefördert wurde diese Ausstellung von der EU-Aktion „Jean Monnet Erasmus Plus“.

Die Ausstellung schließt an eine bereits 2018 gezeigte Ausstellung zum Thema „Motiv Europa. Postalische Dokumente zur Geschichte und Einigungsidee von 1789 bis 1945“ an.

Professor Michael Gehler ist seit 2006 Jean Monnet-Professor für vergleichende europäische Zeitgeschichte und die Geschichte der europäischen Integration am Institut für Geschichte der Universität Hildesheim. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem die vergleichende Neuere und Neueste europäische Geschichte, die deutsche und europäische Zeitgeschichte, die Selbstsicht und Fremdsicht auf Europa und die Identitätsbildung. Der Sammler Dr. Otto May stellte in mehreren Veröffentlichungen Postkarten in einen erziehungswissenschaftlichen Kontext. 8000 Postkarten aus seiner Sammlung sind im Bildarchiv Pictura Paedagogica Online digitalisiert.

Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek zugänglich (Universitätsplatz 1, 31141 Hildesheim). Eine Einführungsveranstaltung findet am Dienstag, 21. Mai 2019, um 18:00 Uhr in der Universitätsbibliothek Hildesheim statt.

Nach Vereinbarung können weitere Führungen angeboten werden. Die Ausstellung kann bis zum 31. Mai 2019 besucht werden.

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Pressemeldungen Fachbereich 1 Geschichte
news-16767 Wed, 15 May 2019 10:52:00 +0200 „Das Leben mit geringer Lese- und Schreibkompetenz ist eine erhebliche Einschränkung“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/das-leben-mit-geringer-lese-und-schreibkompetenz-ist-eine-erhebliche-einschraenkung/ Professorin Carola Iller über Konsequenzen aus der LEO-Studie, in der die Lese- und Schreibkompetenzen der Deutsch sprechenden erwachsenen Bevölkerung (18 bis 64 Jahre) untersucht wurden. In der Studie „LEO – Leben mit geringer Literalität“ hat ein Team um Professorin Anke Grotlüschen die Lese- und Schreibkompetenzen der Deutsch sprechenden erwachsenen Bevölkerung (18 bis 64 Jahre) erfasst. Etwa  6,2 Millionen Deutsche haben große Schwierigkeiten, einen zusammenhängenden Text in deutscher Sprache zu lesen und zu schreiben.

Geringe  Literalität  bedeutet,  dass  eine  Person allenfalls bis zur Ebene einfacher Sätze lesen und schreiben kann

Die Erziehungswissenschaftlerin Professorin Carolo Iller von der Universität Hildesheim gehört zum wissenschaftlichen Beirat der LEO-Studie. Sie befasst sich in der Forschung mit der Frage, wie Erwachsene mit geringen Lese- und Schreibkompetenzen besser unterstützt und beraten werden können.

„Inklusive Bildung hat den Anspruch, allen Menschen – mit und ohne Einschränkungen – die Teilhabe an Bildung zu ermöglichen und das Leben mit geringer Lese- und Schreibkompetenz ist eine erhebliche Einschränkung. Vor allem ist damit auch der Zugang zu qualifizierter Arbeit, die Teilhabe am politischen Leben und eine eigenständiger Lebensweise eingeschränkt. Selbst zum Ausfüllen von Formularen und Anträgen, zum Unterschreiben von Kaufverträgen und zur Auswahl des richtigen Handy-Tarifs wird Hilfe benötigt“, so Carola Iller.

Die Hildesheimer Professorin für Weiterbildung hat sich auf Erwachsenenbildung spezialisiert. „Ich beschäftige mich mit den didaktischen Konzepten und den Möglichkeiten einer zielgruppengerechten Ansprache der Erwachsenen – zum Beispiel durch Beratung oder die Einbindung von Familienangehörigen.“

Eine Möglichkeit, sprachliche Barrieren abzubauen, sei zum Beispiel die Leichte Sprache. Die LEO-Studie hat gezeigt, dass etwa 30 % der Erwachsenen mit geringer Lesekompetenz den Schriftverkehr im Haushalt an andere delegieren und seltener ihren Kindern vorlesen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Wichtig seien vor allem verständliche Informationen zu Gesundheit, Familienleistungen, aber auch zur Teilhabe an Politik und Arbeit, sagt Carola Iller. Eine geringe Lesekompetenz könne von den Erwachsenen an ihre Kinder „sozial vererbt“ werden, wenn nicht Maßnahmen ergriffen werden, sagt Iller. Denn das Vorlesen im Kindesalter hat wiederum Einfluss auf das Lesen und Schreiben sowie den Schulerfolg der Kinder.

Menschen mit geringer Literalität benötigen Unterstützung im Alltag – zum Beispiel beim Ausfüllen von Fomularen oder beim Lesen eines Busfahrplans

Die Professorin schlägt vor, geringe Literalität bei Erwachsenen zu enttabuisieren und in der Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, dass Menschen mit geringer Literalität Unterstützung benötigen – zum Beispiel beim Ausfüllen von Fomularen oder beim Lesen eines Busfahrplans. Geringe  Literalität  bedeutet,  dass  eine  Person allenfalls bis zur Ebene einfacher Sätze lesen und schreiben kann.

„Die Lernberatung zum Erwerb von Lese- und Schreibkompetenz sollte ausgebaut werden und stärker mit anderen Beratungsangeboten wie Gesundheitsberatung, Erziehungsberatung und Schuldnerberatung verknüpft werden. Es braucht außerdem eine bessere vertikale Vernetzung zwischen den Bildungsbereichen: Wir gehen davon aus, dass Kindergarten, Schule und Hochschule jeweils zu abgeschlossenen Kompetenzen führen, das ist aber im richtigen Leben nicht so. Und deshalb brauchen wir immer wieder Gelegenheiten, das Gelernte aufzufrischen oder etwas nachzuholen, was vorher vielleicht nicht vermittelt wurde oder nicht gelernt werden konnte“, sagt Carola Iller.

Interviews mit Erwachsenen mit geringen Lese- und  Schreibkompetenzen 

Die Professorin hat Erwachsene mit geringen Lese- und  Schreibkompetenzen interviewt, die zum Beispiel während der Grundschulzeit aufgrund einer Erkrankung nicht regelmäßig am Unterricht teilgenommen haben und dann nie richtig Lesen und Schreiben gelernt haben. „Sie haben sich ihr weiteres Schulleben durchgehangelt und versucht, nicht aufzufallen und danach Gelegenheiten gemieden, in denen ihre geringe Lese- und Schreibkompetenz hätte auffallen können. Wenn es dann im Erwachsenenalter durch eine persönliche Krise oder ein anderen einschneidendes Erlebnis doch noch zu dem Wunsch kommt, von Grund auf Lesen und Schreiben zu lernen, ist das ein großer Aufwand.“

Die Wissenschaftlerin verweist auf ein Vorzeigeprojekt in Israel Dort können Erwachsene am Unterricht in Schulen teilnehmen. „Das hat bei allen Beteiligten – Kindern, Lehrerinnen und Lehrern sowie lernende Erwachsene – eine sehr positive Resonanz erhalten. Solche Projekte brauchen wir hier auch.“

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Pressemeldungen Erziehungswissenschaft Allg. Erziehungswissenschaft Fachbereich 1 Forschung Startseite
news-16783 Wed, 15 May 2019 08:12:00 +0200 Mensa-Umfrage – Bitte beteiligen Sie sich an der Umfrage! https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/mensa-umfrage-bitte-beteiligen-sie-sich-an-der-umfrage/ Wie zufrieden sind Sie mit dem Mensa-Angebot, mit den Räumlichkeiten, dem Service? Derzeit läuft eine Online-Umfrage des Studentenwerks, das die Uni-Mensa betreibt. Studierende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Campusstandorte können ab sofort an der Umfrage teilnehmen. Ihre Meinung ist gefragt: Mensa-Umfrage

In einer Online-Umfrage können Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Hildesheim ihre Zufriedenheit mit und Kritik an dem derzeitigen Mensa-Angebot zum Ausdruck bringen.

In einer Befragung möchte das Studentenwerk OstNiedersachsen erfahren, ob Sie gerne in die Mensa gehen oder warum Sie das nicht machen. Das Studentenwerk bittet um Ihre Kritik, Ihr Lob und Ihre Verbesserungsvorschläge. „Nur wenn viele Personen mitmachen, kann sich etwas ändern“, teilt das Studentenwerk OstNiedersachsen mit, das die Uni-Mensa in Hildesheim betreibt und die Umfrage gerade gestartet hat.

Das Studentenwerk hofft nun auf viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die in der Mensa-Umfrage mitteilen, was ihnen gefällt und was ihnen fehlt.

Neben allgemeinen Angaben zur Ernährung gibt es konkrete Fragen zur Mensa-Nutzung, etwa: An wie vielen Tagen pro Woche nehmen Sie in der Vorlesungszeit Ihr Mittagessen in der Mensa zu sich? Außerdem kann man angeben, welchen Ort man nutzt und wie man das Angebot und die Atmosphäre sowie die Qualität der Speisen erlebt.

An der Umfrage kann man auch teilnehmen, wenn man die Mensa selten oder gar nicht nutzt.

Hier geht’s direkt zur Umfrage

Unter allen studentischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern verlost das Studentenwerk als Dankeschön 3 Kochkurse und jeweils 10 Mensagutscheine im Wert von 10 € und 5 €.

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Pressemeldungen Studierendenportal Personalportal
news-16770 Mon, 13 May 2019 09:37:31 +0200 Mathematikolympiade: 190 kleine Mathe-Genies an der Uni https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/mathematikolympiade-190-kleine-mathe-genies-an-der-uni/ Etwa 190 Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen rechnen und knobeln in dieser Woche während der Landesrunde der Mathematik-Olympiade an der Universität Hildesheim. Lehtamtsstudentinnen und Lehramtsstudenten organisieren die Olympiade gemeinsam mit Professorin Barbara Schmidt-Thieme. Schülerinnen und Schüler aus 20 Schulen aus der Stadt und dem Landkreis Hildesheim nehmen am Mittwoch, 15. Mai 2019, an der Landesrunde der „Mathe-Olympiade“ an der Universität Hildesheim teil. Dabei lernen die Grundschüler Lehrende und Studierende der Uni kennen und können Hörsaal-Luft schnuppern. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stehen knifflige Matheaufgaben, nach einer Begrüßung beginnen ab 10:00 Uhr die Klausuren für die kleinen Mathe-Genies. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler waren in der zweiten Runde der Olympiade erfolgreich, in der nun folgenden niedersächischen Landesrunde entscheidet sich, wer mit Gold- und Silbermedaillen sowie weiteren Urkunden ausgezeichnet wird.

Mathematikprofessorin Barbara Schmidt-Thieme, die mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Olympiade organisiert, ist jedes Jahr wieder begeistert von dem mathematischen Interesse der teilnehmenden Kinder. Die Mathematikerin rät Eltern und Lehrkräften, mit Kindern über mathematische Fragen zu sprechen und dankt allen Erwachsenen, die ihre Kinder motivieren, zu knobeln und zu rechnen.

„Wir müssen alle dazu beitragen, bei Kindern ein Interesse an Mathematik zu wecken und zu erhalten“, sagt Barbara Schmidt-Thieme. Die Professorin für Mathematik und ihre Didaktik befasst sich am Institut für Mathematik und Angewandte Informatik der Universität Hildesheim in der Forschung unter anderem mit Repräsentationsformen mathematischen Wissens, mit der Entwicklung und dem Gebrauch von Fachsprachkompetenz und der Geschichte der Mathematik und des Mathematikunterrichts. In Hildesheim bildet sie gemeinsam mit dem Team des Mathematikinstituts Mathematiklehrerinnen und Mathematiklehrer für Grund-, Haupt- und Realschulen aus. Seit März 2018 wird sie dabei von Professor Boris Girnat unterstützt.

Das Team um Mathematikprofessorin Barbara Schmidt-Thieme bietet Studierenden, Referendarinnen und Referendaren und Lehrerinnen und Lehrern Lehrwerke und Materialien für den Mathematikunterricht in verschiedenen Jahrgangsstufen verschiedener Schulformen und unterschiedlicher mathematischer Bereiche an. Die „Mediothek Mathematik“ wird zur Informationsrecherche, für Reflexion und Analyse am Videoarbeitsplatz und in der Forschung in den beiden Schwerpunktsammlungen „Mathematik und Sprache“ sowie „Mathematikgeschichte“ genutzt. Interessierte erreichen das Team um Prof. Dr. Barbara Schmidt-Thieme unter mediothek@imai.uni-hildesheim.de.

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Pressemeldungen Fachbereich 4 Mathematik & Angewandte Informatik
news-16768 Mon, 13 May 2019 08:17:43 +0200 Migrationslinguistik: Interview mit Professorin Marta Estévez Grossi https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/migrationslinguistik-interview-mit-professorin-marta-estevez-grossi/ Der Bereich „Community Interpreting“ und die barrierefreie Kommunikation ist von hoher soziopolitischer Relevanz. Mit ihrer Forschung und Lehre wollen Übersetzungswissenschaftlerinnen aus Hildesheim und dem mexikanischen Toluca und Oaxaca zur Überwindung von Sprachbarrieren beitragen. Während der Fachtagung „Interpretación en los Servicios Públicos y Comunicación Accesible: México y Alemania" („Community Interpreting und Barrierefreie Kommunikation: Mexiko und Deutschland“) stellten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Hildesheim, Hannover, Mainz-Germersheim, Universidad Autónoma del Estado de México (UAEM/Toluca) und Universidad Autónoma Benito Juárez de Oaxaca (UABJO/Oaxaca) aktuelle Forschungserkenntnisse zur barrierefreien Kommunikation und Migrationslinguistik in Mexiko und Deutschland vor. Die Konferenz fand am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation statt.

 

„Uns alle verbindet die Faszination für komplexe mehrsprachige Situationen, aber vor allem der Wunsch, zu einer größeren gesellschaftlichen Teilhabe aller Menschen beitragen zu können, egal in welcher Sprache sie sich ausdrücken“, sagt Institutsdirektorin Professorin Bettina Kluge über die Zusammenarbeit mit den mexikanischen Forscherinnen und Forschern aus Übersetzungswissenschaft und Sprachwissenschaft.

„Mit unserer Forschung möchten wir eine Brücke zwischen der Universität und der Gesellschaft schlagen“

Professorin Dr. Marta Estévez Grossi arbeitet als Vertretungsprofessorin am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation mit dem Schwerpunkt Community Interpreting an der Universität Hildesheim. Zu ihren Forschungsinteressen gehören unter anderem das Community Interpreting, die Migrationslinguistik, Soziolinguistik und Barrierefreie Kommunikation. Im Interview gibt die Übersetzungswissenschaftlerin Einblicke in ihre Arbeit.

Frau Estévez, mit welcher Forschungsfrage befassen Sie sich derzeit?

Die Idee der Translation als Schlüssel für die Integration und Inklusion von sozial benachteiligten Personen beschäftigt mich seit langem und hat schon immer meine Forschung begleitet. Mein Dissertationsprojekt widmete ich der sprachlichen Lage bei spanischen GastarbeiterInnen der ersten Generation in Hannover und wie und von wem ihr Sprachmittlungsbedarf gedeckt wurde (oder eben nicht). Derzeit forsche ich zu den Strategien der Adaptation und intralingualen Übersetzung von juristisch-administrativen Texten in „einfache Sprache“ als eine Form der Barrierefreien Kommunikation im Spanischen und Französischen. Gerade um diese zwei komplementären sprach- und dolmetschwissenschaftlichen Themenbereiche, und wie die Praxis und der Forschungsstand in Mexiko und Deutschland ist, geht es in unserer Fachtagung „Interpretación en los Servicios Públicos y Comunicación Accesible: México y Alemania“ („Community Interpreting und Barrierefreie Kommunikation: Mexiko und Deutschland“).

Warum ist diese Forschung wichtig, was möchten Sie damit bewegen?

In jedem Land der Welt befinden sich Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen der jeweiligen Mehrheitssprache nicht (vollständig) mächtig sind und deswegen sich in ihren Rechten und Pflichten beeinträchtigt sehen. Sie können unter anderem Migrantinnen und Migranten, Flüchtlinge, Sprecherinnen und Sprecher von Regional- oder indigenen Sprachen, Menschen mit Behinderungen oder Lernbeeinträchtigungen aber auch Touristinnen und Touristen, Messebesucher, Geschäftsmänner oder Geschäftsfrauen oder Konferenzteilnehmerinnen und Konferenzteilnehmer sein. Die Forschung im Bereich Community Interpreting und in den weiteren Formen der Barrierefreien Kommunikation ist daher von hoher soziopolitischen Relevanz, denn sie hat sich als übergeordnetes Ziel gesetzt, die Erkenntnisse der Forschung in die Praxis umzusetzen und einen wissenschaftlich fundierten Beitrag zur Überwindung von Sprachbarrieren zu leisten. Mit unserer Forschung möchten wir eine Brücke zwischen der Universität und der Gesellschaft schlagen. In diesem Sinne beteiligt sich das Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation in verschiedenen Projekten, die oft als innovativ nicht nur in Niedersachsen, sondern auch bundesweit gelten. Im Bereich Community Interpreting ist das von meiner Kollegin Dr. Conchita Otero Moreno geleitete Zertifizierungsprogramm der Stadt Braunschweig für die Ausbildung von interkulturellen Dolmetscherinnen und Dolmetschern nennenswert, indem ich seit fünf Jahren mitwirken darf. Das Programm, das in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum feiert, wurde von Dr. Otero mitkonzipiert und vom Start wissenschaftlich begleitet. Ferner ist im Bereich Barrierefreie Kommunikation, im weitesten Sinne die von Prof. Dr. Christiane Maaß gegründeten Forschungsstelle Leichte Sprache, und der daraus entstandene Masterstudiengang Barrierefreie Kommunikation, der im vergangenen Wintersemester startete, hervorzuheben.

Bei einer Tagung am Bühler-Campus kamen Fachleute in der letzten Woche in Hildesheim zusammen. Was ist das Ziel dieser Konferenz?

In unserer Tagung kamen wir mit drei Gastwissenschaftlerinnen aus der Universidad Autónoma Benito Juárez de Oaxaca in Mexiko (Edith Matías Juan, María del Sagrario Velasco García und Mariana Vásquez Jiménez) und mit zwei Kolleginnen aus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Prof. Dr. Martina Schrader-Kniffki und Christiane Wegener) zusammen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Martina Schrader-Kniffki wurde an dieser Universität in Oaxaca ein Masterstudiengang für das Übersetzen und Dolmetschen indigener Sprachen aufgebaut. Dieser Masterstudiengang, der in diesem Jahr startet, gilt als erster seiner Art in ganz Mexiko oder sogar in Lateinamerika und soll einen ersten wissenschaftlich fundierten Schritt in Richtung einer Professionalisierung von Übersetzungs- und Dolmetschdienstleistungen für Sprecherinnen und Sprecher indigener Sprachen darstellen. Die drei mexikanischen Gastwissenschaftlerinnen sollen ab August im Masterstudiengang unterrichten und interessieren sich sehr für die Erfahrungen, die wir über die Jahre hinweg im universitären und außeruniversitären Kontext gesammelt haben. Auch für uns ist der Austausch hochinteressant und sehr bereichernd, um die Lage des Community Interpreting in Mexiko kennen zu lernen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Praxis, Forschung und Lehre herauszuarbeiten. Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz plant in diesem Zusammenhang weitere Forschungsprojekte. Neben der Universidad Autónoma Benito Juárez de Oaxaca und weiteren Universitäten im In- und Ausland soll nun die Universität Hildesheim auch als Partner fungieren. Diese Tagung hat uns erlaubt, uns zum erstem Mal mit den Kolleginnen aus Oaxaca zu treffen und persönlich auszutauschen.

Die Fragen stellte Isa Lange.

Kurz erklärt

Ein Projektbeispiel: Dolmetschen fürs Amt in Braunschweig

In Braunschweig leben Menschen aus über 170 Ländern. 2009 hat die Stadt im Büro für Migrationsfragen eine Servicestelle für Interkulturelles Dolmetschen und Übersetzen eingerichtet, um Verständigung im Arbeitsalltag von Institutionen, kommunalen Dienststellen und in Bildungseinrichtungen zu ermöglichen und Missverständnisse und Konflikte im Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsbereich zu vermeiden. Die Übersetzungswissenschaftlerin Dr. Conchita Otero Moreno von der Uni Hildesheim begleitet diesen Prozess seit dem Start und ist für die Schulung der bisher insgesamt 201 Dolmetscher zuständig. Als Dolmetscher sind Migrantinnen und Migranten aus unterschiedlichen Ländern tätig.

„Die Einsätze der geschulten interkulturellen Dolmetscher ermöglichen eine gelungene Kommunikation zwischen dem Fachpersonal und Migrantinnen und Migranten ohne ausreichende Deutschkenntnisse, die bisher Freunde oder Verwandte zu Gesprächen mitnahmen. Die zum Teil hochqualifizierten Menschen leben seit Jahren in Deutschland, beherrschen die eigene und die deutsche Sprache sehr gut und wollen und können gerne als Dolmetscher tätig werden“, sagt die Wissenschaftlerin.

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news-16750 Thu, 09 May 2019 17:20:26 +0200 Kunsthistorikerin Fiona McGovern: Juniorprofessorin für Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/kunsthistorikerin-fiona-mcgovern-juniorprofessorin-fuer-kuratorische-praxis-und-kunstvermittlung/ Ausstellungen gelten als das zentrale Format des öffentlichen Zeigens und Rezipierens von Kunst. Die Kunsthistorikerin Fiona McGovern forscht zu Ausstellungsgeschichte und Ausstellungstheorie. Sie arbeitet als Juniorprofessorin für Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung im kulturwissenschaftlichen Fachbereich. Fiona McGovern hat seit dem Sommersemester 2018 an der Universität Hildesheim die Juniorprofessur für Kuratorische Praxis und Kunstvermittlung am Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft des Fachbereichs „Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation“ inne.

Ausstellungen gelten als das zentrale Format des öffentlichen Zeigens und Rezipierens von Kunst und sie bedingen die Art und Weise, wie über Kunst gesprochen wird, sagt die Wissenschaftlerin. Fiona McGovern lehrt und forscht zu Themen der (künstlerischen) Ausstellungsgeschichte und Ausstellungstheorie, zu Ethiken des Kuratierens und befasst sich mit interdisziplinären Ansätzen in den Künsten seit den 1960er Jahren sowie feministischer und queerer Theorie. Ein aktueller Arbeitsschwerpunkt in ihrer Forschung liegt im Bereich der (Re-)Präsentation von gesellschaftlichen Minderheiten durch Ausstellungen und ihrer Vermittlung. In der Lehre bietet sie derzeit etwa Seminare wie „Das (ideale) Kunstmuseum“ und „Theorie der Inszenierung – Intermedialität“ gemeinsam mit der Medienwissenschaftlerin Professorin Stefanie Diekmann an. Die Seminare von Fiona McGovern sind sowohl theoretisch als auch praktisch, es gibt Seminare, die sich mit der Geschichte des Kuratierens befassen und auch Seminare, die in Museen stattfinden und in welchen Studentinnen und Studenten mit den jeweiligen Verantwortlichen hinter die Kulissen schauen.

„Die Kombination von kuratorischer Praxis und Kunstvermittlung innerhalb eines Lehrstuhls ist sehr reizvoll und absolut zeitgemäß, da beide oftmals als getrennte Bereiche betrachtet werden. Dabei ist Kuratieren per se schon eine vermittelnde Arbeit“, sagt Fiona McGovern. Das Kuratieren wie auch die Kunstvermittlung sind beides praktische Tätigkeiten, die die Juniorprofessorin in ihrer Lehre mit Theorie kombiniert. In Hildesheim möchte sie diesen doppelten Brückenschlag auch durch einen engen Austausch mit den Kunstinstitutionen und Museen vor Ort weiterführen, wie zuletzt etwa in Form der Moderation eines Künstlerinnengesprächs im Kunstverein zum Thema „The Artist and/as Curator“ oder auch durch ein gemeinsam mit Prof. Dr. Claudia Höhl vom Dommuseum geplantes Seminar zum Thema „Migration der Dinge“.

„Gerade die an der Domäne zentrale Verbindung von Theorie und Praxis ist innerhalb der deutschen Unilandschaft nach wie vor ziemlich einmalig. Es ist nicht wirklich mit einer Kunsthochschule vergleichbar, entspricht aber auch nicht der üblichen akademischen Herangehensweise an Kulturwissenschaften. Das macht diesen Ort wirklich besonders“, sagt Fiona McGovern über das kulturwissenschaftliche Studium, das in diesem Jahr im Oktober 2019 das 40jährige Jubiläum feiern wird.

Fiona McGovern hat Kunstgeschichte, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft sowie Anglistik studiert und zuvor an der Freien Universität Berlin gearbeitet. Ihre Doktorarbeit trägt den Titel „Die Kunst zu zeigen. Künstlerische Ausstellungsdisplays bei Joseph Beuys, Martin Kippenberger, Mike Kelley und Manfred Pernice“, darin untersucht sie vor allem von diesen Künstlern kuratierte Ausstellungen und deren spezifische Rhetorik.

Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Fiona McGovern

Am Mittwoch, 15. Mai 2019, gibt die Kunsthistorikerin und Kuratorin Fiona McGovern Einblicke in ihre Forschung. Die öffentliche Antrittsvorlesung „Ethiken des Kuratierens. Eine Annäherung“ beginnt um 18:00 Uhr in der Aula im Hohen Haus auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg.

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news-16733 Tue, 07 May 2019 14:07:00 +0200 Übergang von der Heimerziehung in ein eigenverantwortliches Leben https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/uebergang-von-der-heimerziehung-in-ein-eigenverantwortliches-leben/ Wissenschaftlerinnen am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik entwickeln eine vernetzte Infrastruktur für die Begleitung von jungen Menschen aus Wohngruppen und Pflegefamilien in ein eigenständiges Leben. Ministerin Birgit Honé informierte sich über das EU-geförderte Projekt. EU-Pojekt - Soziale Innovationen
Übergänge aus Heimerziehung und Vollzeitpflege

Birgit Honé, Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, hat auf ihrer europapolitischen Tour durch Niedersachsen das Forschungsteam am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim besucht. Im Mittelpunkt des Besuchs stand das EU-geförderte Projekt „Trans-Fair“.

Das EU-geförderte Projekt hat das Ziel, jungen Menschen den Übergang aus der Heimerziehung und Vollzeitpflege in ein eigenverantwortliches Leben zu erleichtern. Die Wissenschaftlerinnen stellten der Ministerin das Projekt, welches sich im letzten Drittel des zweijährigen Förderzeitraums befindet, vor. Mit dem Projekt wollen die Wissenschaftlerinnen Britta Karner, Jessica Feyer, Maria Schube und Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik erstmals für die Region Hildesheim - auch mit Signalwirkung für Landes- und Bundesebene, eine rechtskreisübergreifende, vernetzte Infrastruktur für die Begleitung von jungen Menschen aus Wohngruppen und Pflegefamilien in ein eigenständiges Leben (sogenannte Care Leaver) entwickeln.

Hierzu bindet das Forschungsteam möglichst viele Akteuere unterschiedlicher sozialer Dienste in den Prozess ein. Außerdem erarbeiten die Wissenschaftlerinnen Informationsmaterialien über die eigenen Rechte im Übergang für Care Leaver und entwickeln gemeinsam mit freien Trägern und unter Mitwirkung von betroffenen jungen Menschen Konzepte zu einer besseren informellen Begleitung (unter anderem Paten, peer-to-peer-Angebote).

„Ziel ist es, die Risiken des Übergangs von Care Leavern in ein eigenverantwortliches Leben abzumildern. Diese zeigen sich zum Beispiel in einer zum Teil fehlenden Existenzsicherung oder auch drohender Wohnungslosigkeit, aber auch in der Gefährdung von Bildungszielen aufgrund der belastenden Lebenssituation an der Schwelle zwischen stationärer Jugendhilfe und einem eigenständigen Leben“, sagt Dr. Severine Thomas.

„Das Projekt Trans Fair beeindruckt mich sehr, denn Care Leaver verdienen unser besonderes Augenmerk. Und die eng verzahnte Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Jobcenter und Universität zeigt, dass auf diesem Weg nicht nur die Situation junger Menschen verbessert wird, sondern auch die der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kooperationspartner“, sagt Ministerin Birgit Honé.

Kontakt bei Fragen zum Forschungsprojekt Dr. Severine Thomas, Universität Hildesheim, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik (E-Mail: severine.thomas@uni-hildesheim.de).

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news-16658 Tue, 30 Apr 2019 11:38:00 +0200 Wahlkampf im Netz: Die Angst vor Echokammern ist übertrieben https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/wahlkampf-im-netz-die-angst-vor-echokammern-ist-uebertrieben/ Die deutsche Politik ist seit dem Einzug der AfD in den Bundestag stärker polarisiert als zuvor. Schotten sich die WählerInnen im Netz von Nachrichten ab, die nicht in ihr Weltbild passen? Nicht unbedingt, sagen Forscher der Universität Hildesheim. Sie haben 2,9 Millionen Facebook-Posts vor der Wahl 2017 analysiert. Die Politikwissenschaftler Professor Wolf Schünemann und Stefan Steiger sowie der Computerlinguist Fritz Kliche forschen zu Echokammern in sozialen Medien. In einem Gastbeitrag auf netzpolitik.org befassen sich die Wissenschaftler der Universität Hildesheim mit dem Wahlkampf im Netz und analysieren rückblickend die Bundestagswahlkampf 2017.

Die Wissenschaftler stellen Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Wahlkampf in (a)sozialen Netzwerken“ vor, in dem sie einen großen Datensatz digitaler Kommunikationsdaten (insgesamt 2,9 Mio. Facebook-Beiträge) automatisiert ausgewertet haben.

Hier lesen Sie den Gastbeitrag

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news-16687 Mon, 29 Apr 2019 17:19:33 +0200 Theologieprofessor René Dausner: Privataudienz beim Papst https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/theologieprofessor-rene-dausner-privataudienz-beim-papst/ Im Frühjahr hat der Papst den Theologen Professor René Dausner zur Privataudienz empfangen. Der Universitätsprofessor für Katholische Theologie und Religionspädagogik überreichte dem Kirchenoberhaupt aktuelle theologische Publikationen. Im Interview spricht Dausner über die Begegnung mit dem Papst. Prof. Dr. René Dausner forscht und lehrt als Universitätsprofessor für Katholische Theologie und Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt Systematische Theologie an der Universität Hildesheim. Zu den Forschungsschwerpunkten des 42-Jährigen zählen der jüdisch-christliche Dialog, die Phänomenologie, Theologie und Literatur.

Herr Professor Dausner, warum hat der Papst Sie zur Privataudienz empfangen?

Im November 2018 habe ich am Cardinal Bea Centre for Judaic Studies der Universität Gregoriana einen Vortrag über die „Zukunft von Nostra aetate“ gehalten. Durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962 bis 1965) vor etwas mehr als fünfzig Jahren erhielt der jüdisch-christliche Dialog entscheidende Impulse. „Nostra aetate" gilt zu Recht als einer der weltweit am intensivsten rezipierten Texte des Konzils. Der jüdisch-christliche Dialog zählt seit Jahren zu einem meiner zentralen Forschungsschwerpunkte. In diesem Kontext führte ich auch ein Interview mit Vatican News. Der Vortrag selbst fand statt im Rahmen der jährlichen Brenninkmeijer-Werhahn-Lectures, die in diesem Jahr dem Promotor des jüdisch-christlichen Dialogs August Kardinal Bea gewidmet ist. Kardinal Bea, der das Zweite Vatikanische Konzil und insbesondere die Erklärung „Nostra aetate" über das Verhältnis zu den nichtchristlichen Religionen, allen voran das Judentum, maßgeblich geprägt hat, starb im November 1968. Anlässlich seines 50. Todestages finden und fanden Veranstaltungen in Rom statt. Ende Februar 2019 nahm ich an der dritten Vortragsreihe zum 50. Todestag von Kardinal Bea teil und wurde im Anschluss gemeinsam mit dem Cardinal Bea Centre for Judaic Studies zu einer Audienz eingeladen. Papst Franziskus hat eine Rede gehalten und das Wirken von Kardinal Bea charakterisiert (Rede des Papstes zum Nachhören).

Wie haben Sie die Privataudienz beim Papst erlebt?

Papst Franziskus betonte die Bedeutung Kardinal Beas für ein positives Verhältnis der katholischen Kirche zum Judentum. Entscheidend sei neben dem, was Kardinal Bea tat, auch, wie er es tat. In seiner Ansprache hob Papst Franziskus drei Grundhaltungen hervor, mit denen Kardinal Bea einen wichtigen Beitrag zur Versöhnung der Menschen geleistet habe:

  • ein Verständnis mit Blick auf die Anderen / la comprensione verso gli altri;

  • Güte und Humanität / la bontà e l’umanità, d.h. die Fähigkeit, Freundschaft zu stiften; und

  • Mut bzw. ein Temperament der Entschlossenheit / un temperamento coraggioso.

Die Rede war eine Ermutigung für all diejenigen, die sich um eine Verbesserung des jüdisch-christlichen Dialogs bemühen. Die Audienz, die übrigens im selben Raum stattfand, in dem Papst Benedikt XVI. seinen Amtsverzicht bekanntgegeben hat, dauerte insgesamt 45 Minuten. Bei der Audienz waren unter anderem auch der Direktor des Cardinal Bea Centre for Judaic Studies in Rom, Pater Prof. Dr. Etienne Vetö, der Direktor des Center for the Study of Christianity an der Hebrew University Jerusalem, Prof. Dr. Oded Irshai sowie Frau Aldegonde Brenninkmeijer-Werhahn, die gemeinsam mit ihrem Mann die beiden Centren gegründet und aufgebaut hat.

Sie haben dem Papst Publikationen überreicht. Sie forschen und lehren am Institut für Katholische Theologie in Hildesheim, mit welchen Themen befassen Sie sich gerade die katholische Kirche und den Papst betreffend?

Nach den offiziellen Reden habe ich Papst Franziskus zwei Bücher überreichen können: Zum einen den Stadtführer meiner Geburtsstadt Boppard – aus zwei Gründen: einerseits hat Papst Franziskus in Boppard im Goethe-Institut deutsch gelernt und daher einen Bezug zu meiner Heimatstadt, andererseits ist der Stadtführer in unserem familieneigenen Verlag (Dausner Verlag) erschienen, in den ich mich in meiner Studienzeit aktiv eingebracht habe, übrigens auch im Rahmen eines Buches mit dem Titel „Achthundert Jahre Juden in Boppard“. Und zum anderen habe ich dem Papst meine Habilitationsschrift mit dem Titel „Christologie in messianischer Perspektive“ überreicht. Mir geht es in dem Buch darum, die christliche Interpretation Jesu mit jüdischem Denken ins Gespräch zu bringen. Bezeichnenderweise wurde die Philosophie des 20. Jahrhunderts wesentlich durch Denkerinnen und Denker jüdischer Provenienz geprägt. Ich nenne nur einige Namen: Edmund Husserl, Franz Rosenzweig, Martin Buber, Walter Benjamin, Ernst Bloch, Theodor W. Adorno, Hannah Arendt, die in der Tradition des deutschen Judentums stehen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kommen bedeutende Denker aus anderen Sprachräumen hinzu, etwa Emmanuel Levinas oder Jacques Derrida. Aus christlicher Perspektive eine Deutung der Person Jesu geben zu wollen, gelingt überzeugend nur dann, wenn dieser jüdische Denkhorizont konstruktiv und produktiv einbezogen wird. Und ein weiterer Aspekt kommt hinzu: in jüngerer Zeit haben jüdische Forscherinnen und Forscher weltweit sich aus jüdischer Perspektive mit Jesus von Nazareth auseinandergesetzt. An diesem Austausch bin ich interessiert und daran beteilige ich mich aktiv.

Welche Forschungsfrage steht momentan im Fokus Ihrer Arbeit?

Ich forsche unter anderem über das Verständnis des Messianischen; gemeinhin ist der aramäisch-hebräische Begriff „Messias“ eher bekannt in der latinisierten Form des griechischen Terminus „Christus". Es geht also um ein Grundverständnis des Christentums und des Christlichen angesichts insbesondere des heutigen jüdischen Denkens. Der Begriff des Messianischen betrifft zum einen die Frage nach dem Subjekt. Mit Blick auf Jesus heißt die Frage, der ich in meinem Buch nachgehe: Wer ist dieser Jesus? Eine Frage, die übrigens schon von den Jüngern Jesu überliefert ist; um zu verstehen, wer Jesus ist, erzählt beispielsweise das Markus-Evangelium die Geschichte, in der Jesus mit seinen Jüngern auf dem See ist. Plötzlich kommt ein Sturm auf, die Jünger haben Angst und fürchten, mit dem Schiff zu kentern. Als Jesus dem Sturm gebietet, still zu sein und zu schweigen, kehrt Ruhe ein. Die Jünger sind erstaunt und stellen dann die Frage: Wer ist dieser? Was mich an dieser Geschichte immer wieder fasziniert, ist das Narrativ: Um das Erstaunen über die Person Jesu bildhaft darzustellen, wird die Wirkmächtigkeit seines Wortes erzählt. Es geht dabei also nicht um meterologische Fragen, sondern darum, dass hier jemand auftritt, der sein Wort gibt und mit diesem Wort Realität verändern kann. Die Person Jesus von Nazareth wird also als schöpferisch dargestellt, gleichsam als das Schöpferwort Gottes in Person. Neues entsteht, wenn er spricht und handelt. Diese Erfahrungen stehen im Hintergrund, wenn die Frage, wer dieser Jesus sei, gestellt wird. Und diese Frage betrifft auch jeden von uns: Wer bin ich? Oder allgemeiner: Wer ist der Mensch? Mich interessiert diese subjektive Wendung, die nicht nach dem Was des Menschen, sondern nach dem Wer fragt. Daher lautet auch meine theologische Frage: Wer ist Gott? Es geht um konkrete Beziehungsdimensionen. Und diese Fragen treiben mich um.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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news-16689 Mon, 29 Apr 2019 06:20:00 +0200 Musikerinnen und Musiker bei den Kunstfestspielen in Hannover https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/musikerinnen-und-musiker-bei-den-kunstfestspielen-in-hannover/ Am 12. Mai 2019 feiern die Kunstfestspiele Herrenhausen und das Center for World Music gemeinsam ihren 10. Geburtstag: Das renommierte Kunstfestival hat die Musikerinnen und Musiker des Center for World Music der Universität Hildesheim nach Hannover eingeladen, um Einblicke in die Vielfalt der Klänge zu geben. Die Musikerinnen und Musiker des musik.welt-Studiums werden an unterschiedlichen Plätzen auf dem Festivalgelände auftreten. Vor dem Schloss Herrenhausen und in den Herrenhäuser Gärten bespielen die Musikerinnen und Musiker unter anderem eine begehbare Skulptur klanglich. Die Live-Musik findet alle halbe Stunde zwischen 14:00 und 20:00 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. 

Außerdem laden die Hildesheimer Musikerinnen und Musiker Kinder und Familien zum Workshop ein. Der Workshop läuft am Sonntag, 12. Mai 2019 von 14:00 bis 16:30 Uhr auf der Probebühne der Herrenhäuser Gärten. Kinder und Familien können jederzeit hinzukommen und die Welt der Musik entdecken, über die Vielfalt der Klänge sprechen und Instrumente kennen lernen und ausprobieren.

Das Center for World Music der Universität Hildesheim leistet seit zehn Jahren einen wichtigen Beitrag sowohl für die Integration als auch für eine breite musikalische Bildung ohne Scheuklappen. Das Forschungszentrum ist als Labor und Archiv, als Ort des Studiums und der Forschung eine Stätte der Begegnung und des Austauschs für Menschen und Musikerinnen und Musiker aus Deutschland und aller Welt, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Morena Piro.

Studium „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“

Bewerbung um einen Masterstudienplatz

Am Center for World Music haben bisher 100 Personen aus 26 Herkunftsländern im Alter von 20 bis 60 Jahren studiert. Der Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist europaweit einzigartig. Hier treffen zum Beispiel Komponisten, Konzertpädagogen, Musikschullehrerinnen, geflüchtete Musiker, Erzieherinnen und Musikervermittler aufeinander. Viele Studentinnen und Studenten haben Abschlüsse im Ausland erworben. Sie haben vielfältige musikalische und berufliche Biografien kommen aus allen Regionen Deutschlands – von Frankfurt am Main über Bremen und Berlin bis Nürnberg – und aus dem Ausland, etwa aus Syrien, Türkei, Irak, China und Sudan.

Für den 5. Studienjahrgang können sich Studieninteressierte aus ganz Deutschland und dem Ausland ab sofort bis zum 15. Juni 2019 bewerben. Das Masterstudium beginnt im Oktober 2019.

Mehr Informationen online

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news-16646 Wed, 24 Apr 2019 14:31:00 +0200 „Wir befinden uns in einem umfassenden Strukturwandel der Öffentlichkeit“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/wir-befinde/ Was bedeutet Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter? Ein Team der Politikwissenschaft veranstaltet eine internationale Tagung an der Universität Hildesheim. Etwa 30 Fachleute aus Italien, Deutschland, Spanien und Portugal diskutieren am 25. und 26. April 2019 über den Wandel im digitalen Zeitalter und die Auswirkungen von Internet und Social Media auf Öffentlichkeit. Die digitalen Technologien werden immer wieder mit Hoffnungen auf eine stärkere Bürgerbeteiligung  verbunden. Optimistischen Szenarien stehen dagegen eher pessimistische Perspektiven gegenüber, etwa die Fragmentierung der Öffentlichkeit sowie die Bildung von Filterblasen und Echokammern.

„Wir befinden uns bereits mitten in einem umfassenden Strukturwandel der Öffentlichkeit, dessen Ausmaße allerdings noch nicht absehbar sind. Dabei müssen die mitunter gegenläufigen Entwicklungen analysiert werden: Das Netz kann viele Menschen verbinden, ebenso aber vereinzeln; es kann den Austausch fördern, ebenso aber polarisieren und sogar aufhetzen. Es kann den öffentlichen Raum grundsätzlich vergrößern, ebenso aber zu seiner Parzellierung beitragen. Was bedeutet Öffentlichkeit überhaupt im digitalen Zeitalter? Allein die Verschiebung zwischen öffentlicher und privater Sphäre wird immense Wirkungen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft haben“, sagt Professorin Marianne Kneuer.

Die Professorin hat mit ihrem Team am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim seit 2012 den bundesweit vielbeachteten Forschungsbereich „Politik und Internet“  aufgebaut. Die Politikwissenschaftlerin organisiert die internationale Konferenz gemeinsam mit Wolf Schünemann, Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internet und Politik, und Dr. Emiliana De Blasio und Professor Michele Sorice von der LUISS Privatuniversität für Sozialwissenschaften in Rom. Die Tagung ist im Rahmen der Aktivitäten des „Zentrums für Digitalen Wandel/Center for Digital Change“ einzuordnen. 

„Die Tagung ist international hochklassig besetzt. Wir freuen uns auf zwei Tage intensiven Dialog über ein Thema höchster gesellschaftlicher Relevanz: die Transformationen politischer Öffentlichkeiten im digitalen Wandel“, sagt Professor Wolf Schünemann.

Die Tagung bildet den Auftakt für eine mehrteilige Veranstaltungsreihe zum Thema „Transformationen im digitalen Zeitalter“ , die das Institut für Sozialwissenschaften der Universität Hildesheim gemeinsam mit  der LUISS University in Rome, der Scienes Po in Paris, der University of Perugia, der USI in Lugano, der University of Urbino und der University of Prague entwickelt. Das internationale Netzwerk erforscht gemeinsam den digitalen Wandel aus politikwissenschaftlicher Perspektive. Die nächste Tagung soll voraussichtlich zum Thema „Transformations of Internet Governance“ ausgerichtet werden.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert die Hildesheimer Konferenz. Die Tagung ist nicht öffentlich. Interessierte können sich vorab an die Veranstalter wenden.

Wer sich für die Forschung an der Universität Hildesheim interessiert, kann Prof. Dr. Marianne Kneuer (kneuer@uni-hildesheim.de) und Prof. Dr. Wolf Schünemann (wolf.schuenemann@uni-hildesheim.de) kontaktieren.

Zentrum für Digitalen Wandel
Center for Digital Change

Programm der internationalen Tagung

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news-16657 Wed, 24 Apr 2019 13:33:50 +0200 In der Praxis: sozialpädagogisches Projektsemester https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/in-der-praxis-sozialpaedagogisches-projektsemester/ 120 Studierende haben in 23 Projektgruppen eine Vielfalt von Projekte in der Region gemeinsam mit Kinder- und Jugendzentren, Seniorenheimen, Krankenhäusern und Schulen umgesetzt. „Das Projektsemester ist ein Chance, die Hochschule für die Region im Bereich sozialer und sozio-kultureller Projekte zu öffnen“, sagt Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik. „Das Projektsemester ist ein Chance, die Hochschule für die Region im Bereich sozialer und sozio-kultureller Projekte zu öffnen. Wir haben das Projektsemester inzwischen in der Studienstruktur des Bachelorstudiengangs fest etabliert“, sagt Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik. „Im Projektsemester nähern sich die Studentinnen und Studenten an die Erfordernisse in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern an. Für die Projektpartner ergibt sich auf diesem Weg die Möglichkeit, die Ressource Hochschule zu nutzen.“

Projekte setzen sich mit ökologischer Nachhaltigkeit, sozialen Kompetenzen an Schulen und Suchtprävention auseinander

Alle Studentinnen und Studenten des Studiengangs Sozial- und Organisationspädagogik absolvieren im 3. Semester das Projektsemester. 23 Projektgruppen zu meist fünf Studierenden haben in den letzten sechs Monaten eine Vielfalt von Projekte in der Region gemeinsam mit Praxispartnern entwickelt und umgesetzt.

Darunter sind zum Beispiel Projekte, die sich mit ökologischer Nachhaltigkeit oder mit der Förderung sozialer Kompetenzen in Schulen auseinandersetzen. Andere Projekte unterstützen junge Geflüchtete in der Berufsausbildung beziehungsweise sind im Bereich der Suchtprävention in der offenen Jugendarbeit oder auch im kulturellen Bereich angesiedelt.

Die Studierenden sind nun am Ende des Projektsemesters um viele Erfahrungen reicher, ihre fachlichen Kompetenzen sind gewachsen und ihr Blick auf ihr zukünftiges berufliches Feld hat sich erweitert, sagt Severine Thomas.

Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden der Region Hildesheim

Das Projektsemester bietet den Studierenden die Chance, sich über einen längeren Zeitraum hinweg intensiv mit Inhalten des Studiums auf eine projektorientierte Weise auseinander­zusetzen und dabei eigene Ideen umzusetzen. Viele Studierende arbeiten mit Trägern sozialer Dienstleistungen in den angrenzenden Städten und Gemeinden der Region Hildesheim, etwa mit Kinder- und Jugendzentren, Seniorenheimen in Hildesheim, Alfeld, Sehnde und Sarstedt, Grund- und Realschulen in der Stadt und im Landkreis, Krankenhäusern, Wohlfahrtsverbänden sowie der Diakonie in Sorsum zusammen.

Die Studierenden arbeiten in Kleingruppen in einem von ihnen selbst entwickelten Projekt an einer sozialpädagogischen Fragestellung und an der Lösung von praxisrelevanten Fragen. Das Projektsemester wird durch Lehrende des Instituts koordiniert und begleitet. Die Studierenden besuchen während des Projektsemester begleitende Lehrveranstaltungen und Fortbildungen. Das Projektsemester-Team sind Theresa Brust, Gunther Graßhoff, Andreas Oehme, Julia Schröder, Severine Thomas und Michael Wrase.

Abschlussveranstaltung

Präsentation der Ergebnisse des Projektsemesters des Instituts für Sozial- und Organisationspädagogik

23 Projekte in unterschiedlichen sozialen, kulturellen und anderen Feldern der Sozial- und Organisationspädagogik präsentieren ihre Erfahrungen und Ergebnisse. Am Freitag, 26. April 2019, von 10:00 bis 13:00 Uhr findet die Abschlussveranstaltung beim Kooperationspartner, dem Landkreis Hildesheim, unter der Schirmherrschaft von Landrat Olaf Levonen statt (im Großen Sitzungssaal, Bischof-Janssen-Straße 31, 31134 Hildesheim). Universitätspräsident Professor Wolfgang-Uwe Friedrich wird ein Grußwort sprechen.

„Wir haben einen Raum geschaffen, um den Dialog zwischen der jungen und alten Generation zu fördern“

Interview mit den Studentinnen Melina Speichert und Celina Hammer

Die Studentinnen Melina Speichert und Celina Hammer haben gemeinsam mit ihrem studentischen Team im Projekt „Kinder und Senioren im Austausch“ den Austausch zwischen Seniorinnen und Senioren in einem Seniorenheim und Kindern aus einer Grundschule ermöglicht. Durch den demografischen Wandel gibt es immer mehr Seniorinnen und Senioren, die aber zu einer Randgesellschaft geworden sind und wenig Kontakt zu Kindern haben, sagt das studentische Projektteam. Das Ziel des Projektes liegt darin, die beiden unterschiedlichen Generationen wieder näher zusammenzubringen. Der Austausch ist bedeutsam, da beide Parteien viel voneinander und miteinander lernen können. Die Kinder und Seniorinnen und Senioren können positiv von dieser Erfahrung profitieren und daran wachsen und ihre Fähigkeiten erhalten und verbessern. Kooperationspartner in diesem Projekt ist das Christophorusstift Hildesheim (Alten- und Pflegeheim) und die Grundschule Moritzberg. Im Interview sprechen die beiden Studentinnen über ihre Arbeit.

Frau Speichert, Frau Hammer, was haben Sie im Projektsemester umgesetzt?

Melina Speichert: In unserem Projekt schufen wir einen Raum, in dem ein Dialog zwischen der jungen und alten Generation ermöglicht wurde. Hierbei kooperierten wir mit der Grundschule Moritzberg und dem Christophorusstift Hildesheim. Durch vielfältige Aktivitäten unterstützten wir den natürlichen Austausch zwischen den Generationen, um den Dialog aktiv anzuregen.

Sie haben Seniorinnen und Senioren und Kinder zusammengebracht und wollen die Generationen wieder näher bringen. Durch welche Aktivitäten?

Melina Speichert: Wir führten unser Projekt in der Weihnachtszeit durch, da diese als magische und besinnliche Zeit gilt und lehnten deshalb viele unserer Aktionen an diesem Thema an.

Celina Hammer: Neben den natürlichen Gesprächen, die sich beim Zusammensitzen ergaben, boten wir vielfältige Aktivitäten, von singen, basteln über Lebkuchenhäuser bauen an. Durch den Besuch der Schülerinnen und Schüler erfreuten sich die Seniorinnen und Senioren über eine Abwechslung von ihrem Alltag.

Melina Speichert: In den Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern wurden sie dazu angeregt, von ihrer eigenen Kindheit zu erzählen. Außerdem reflektierten sie diese und verglichen sie mit der heutigen Kindheit. In diesen Gesprächen spürten wir eine zufriedene und ausgeglichene Atmosphäre auf beiden Seiten. Zusätzlich nahmen wir bei den Kindern wahr, dass sie im Laufe des Projektes immer mehr Rücksicht und Empathie zeigten. Außerdem bemerkten wir, dass die Kinder oft ihre Hilfe im Zusammensein mit den Seniorinnen und Senioren anboten.

Wie kommen Theorie und Praxis zusammen, wie helfen die Projekterfahrungen Ihnen für das sozialpädagogische Studium weiter?

Melina Speichert: Die Theorie lieferte uns Ansätze, Methoden und Hilfestellungen für die Umsetzung und Planungen unseres Projektes. Die Projekterfahrung hilft uns im Studium weiter, dadurch, dass wir zwei verschiedene Praxisfelder kennenlernten, uns in diesen ausprobierten und unsere Fehler reflektierten und so daraus lernen konnten.

Celina Hammer: Und wir sammelten verschiedene Eindrücke aus der Praxis und ebenfalls aus der langen und intensiven Teamarbeit, da wir lernten, Herausforderungen und Probleme anzugehen und zu meistern.

Sie studieren Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim. Was bedeutet das Studium für Sie, was möchten Sie, wenn Sie in das Berufsleben gehen, einmal für die Gesellschaft bewirken?

Melina Speichert: In dem Studium schätze ich die Möglichkeit, meine Interessen ausweiten und vertiefen zu können und darüber hinaus vielfältige Seminare an der Universität zu besuchen und so neue Bereiche kennenzulernen. Außerdem liefert mir das Studium die Grundlage für mein späteres Berufsleben. In der Gesellschaft ist es mir wichtig, dass ich in der Lage bin, Menschen zu helfen, die sich in schwierigen Situationen befinden, diese zu unterstützen, ihnen Perspektiven zu bieten, die ihnen wieder Hoffnung auf ein glückliches und zufriedenes Leben schenken.

Die Fragen stellte Isa Lange.

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Pressemeldungen Sozial- und Organisationspädagogik Universität Hildesheim Fachbereich 1 Studierendenportal
news-16645 Wed, 17 Apr 2019 17:09:51 +0200 Habilitation in Sprachtechnologie: Wissenschaftlerin Laura Giacomini https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/habilitation-in-sprachtechnologie-wissenschaftlerin-laura-giacomini/ Forschung zu Fachkommunikation und Sprachtechnologie: Mit der Terminologie und Wissensmodellierung in der digitalen Gesellschaft und sprachtechnologischen Ressourcen wie zum Beispiel elektronischen Wörterbüchern befasst sich die Wissenschaftlerin Laura Giacomini. „Ich befasse mich hauptsächlich mit Fachsprachen, Korpuslinguistik und sprachtechnologischen Ressourcen wie zum Beispiel elektronischen (Fach-)Wörterbüchern, terminologischen Datenbanken und Ontologien. Diese Ressourcen sind für die Verwaltung von Terminologie im Unternehmen wichtig, aber auch für die Übersetzung und die Technische Redaktion“, sagt Laura Giacomini.

Seit 2016 forscht die Wissenschaftlerin am Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie der Universität Hildesheim, wo sie sich in der Computerlinguistik habilitiert hat.

„Die erfolgreich abgeschlossene Habilitation bedeutet für mich, ein wichtiges Ziel in meiner akademischen Karriere erreicht zu haben. In den letzten Jahren habe ich intensiv daran gearbeitet. Das  Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie hat mir die Möglichkeit gegeben, in einem wissenschaftlich – und menschlich – inspirierenden Umfeld und unter optimalen Forschungsbedingungen dieses Ziel zu erreichen“, sagt Giacomini.

Zum Abschluss des Habilitationsverfahrens hielt PD Dr. phil. habil. Laura Giacomini eine spannende Antrittsvorlesung am 10. April 2019 in der Aula des Bühler-Campus der Universität Hildesheim mit einem hochaktuellen und sehr anschaulichen Vortrag zum Thema „Terminologie und Wissensmodellierung in der digitalen Gesellschaft“.

Laura Giacomini befasste sich in dem Vortrag, der in Teilen ihre Habilitationsschrift „Ontology – frame – terminology. A method for extracting and modelling variants of technical terms“ widerspiegelte, mit Ontologien, also Systemen der Wissensrepräsentation. Der Vortrag zog einen Bogen von Anwendungen in der Künstlichen Intelligenz über die Terminologie- bis hin zur Übersetzungswissen-schaft und zeigte auf, dass die Herangehensweisen der verschiedenen Disziplinen zwar unterschiedlich, die sich stellenden Herausforderungen und Perspektiven jedoch trotz recht unterschiedlicher Daten oft ähnlich ist. Es handelt sich um eine interdisziplinäre Arbeit, die mit vielen wissenschaftlichen Bereichen verknüpft ist.

Als Beschreibung einer praktischen Anwendung stellte Laura Giacomini unter anderem eine von ihr im Rahmen ihrer Habilitation entwickelte Datenbank vor, die spezifische Terminologiedaten zu Dämmstoffen beinhaltet.

Die Antrittsvorlesung wurde zahlreich von Fach- und Laienpublikum besucht. Professor Ulrich Heid, Dekan des Fachbereichs „Sprach- und Informationswissenschaften“ überreichte ihm Anschluss an die Antrittsvorlesung eine Urkunde der Universität Hildesheim, die das nun erfolgreich abgeschlossene Habilitationsverfahren von Laura Giacomini bestätigt.

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Pressemeldungen Fachbereich 3 Informationswissenschaft und Sprachtechnologie
news-16607 Tue, 16 Apr 2019 08:51:50 +0200 Wirtschaftsinformatiker Julien Hofer: „Wir wollen Wissen besser verfügbar machen“ https://www.uni-hildesheim.de/neuigkeiten/wirtschaftsinformatiker-julien-hofer-wir-wollen-wissen-besser-verfuegbar-machen/ Der Wirtschaftsinformatiker Julian Hofer entwickelt Online-Portale, in denen zum Beispiel Forschung dargestellt und Wissen vernetzt wird. Der Doktorand hat sich auf Wissensmanagement, Data Mining und Process Mining spezialisiert. Im Interview spricht er über seine Forschung in Hildesheim. Der Wirtschaftsinformatiker Professor Ralf Knackstedt und die Sozialpädagogin Professorin Inga Truschkat haben das bundesweite Forschungsprojekt „InDeKo.Navi“ von Hildesheim aus koordiniert. Wie verändert sich Arbeit? In 31 Teilprojekten wurde bundesweit untersucht, wie Betriebe mit den Folgen des demografischen Wandels und der modernen digitalisierten Arbeitswelt, mit Nachwuchssorgen und Personalentwicklung umgehen. Nach vierjähriger Forschung liegen Ergebnisse vor.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die wissenschaftliche Begleitforschung  „InDeKo.Navi – Vernetzung und Zukunftsorientierung in der Erforschung des betrieblichen Kompetenzmanagements im demografischen Wandel“ mit 1,2 Millionen Euro gefördert. Das Hildesheimer Team hat ein Portal entwickelt, in dem alle Forschungsprojekte und Ansprechpartner dargestellt werden.

Interview mit dem Wirtschaftsinformatiker Julien Hofer

„Unser Forschungsportal bietet eine interaktive Orientierung über das betriebliche Kompetenzmanagement im demografischen Wandel“

Julien Hofer gehört zu der Hildesheimer Arbeitsgruppe. Der Doktorand hat sich auf Wissensmanagement, Data Mining und Process Mining spezialisiert. Er entwickelt Wissenskarten und hat die interaktive Forschungslandkarte zum Projekt „InDeKo.Navi“ entwickelt. Im Interview spricht der Wirtschaftsinformatiker über seine Forschung.

Herr Hofer, Sie befassen sich in Ihrer Arbeit am  Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik mit Forschungsportalen. Ergebnisse aus dem vom Bund geförderten Forschungsprojekt „InDeKo.Navi“ haben Sie etwa gemeinsam mit Professor Ralf Knackstedt auf einer Arbeitsforschungstagung des Bundesforschungsministeriums zum Thema „Arbeitswelten der Zukunft“ im Haus der Wirtschaft in Stuttgart vorgestellt.

Ich beschäftige mich mit der Frage, wie Forschungsportale die Vernetzung von Forschenden vorantreiben können, um Synergien zu schaffen. Innerhalb unseres Forschungsprojekts, in welchem wir den Förderschwerpunkt „Betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel“ wissenschaftlich begleitet und analysiert haben, gibt es viele Projekte die sich mit der Digitalisierung der Arbeit beschäftigen. Daher macht es Sinn, solche Projekte miteinander zu vernetzen und ihnen Informationen über andere (ähnliche) Projekte zur Verfügung zu stellen. Dies wird durch unser entwickeltes InDeKo.Navi-Portal gewährleistet und deshalb haben wir das Portal auf dieser Tagung, die vom BMBF veranstaltet wurde, an einem eigenen Stand ausgestellt.  

Sie möchten mit Ihrer Arbeit Wissen auffindbar und zugänglicher machen und haben in dem BMBF-Projekt ein Forschungsportal für den Förderschwerpunkt „Betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel“ entwickelt. Sie entwickeln interaktive Forschungslandkarten, die zeigen, wo Wissen „liegt“ und schaffen so einen Überblick. Was kann man denn mit dem Forschungsportal machen?

Ich stelle unter anderem eine Funktion zur Verfügung, mit der Grafiken interaktiv gemacht werden können. Dadurch können sich dann zum Beispiel Beteiligte aus Forschung und Praxis schnell über ein Thema informieren und auch vernetzen. Wir wollen Wissen besser verfügbar machen und Forschungserkenntnisse in die Breite tragen. Das Portal stellt diverse Forschungsergebnisse und Forschungsprojekte dar, die sich mit dem betrieblichen Kompetenzmanagement im demografischen Wandel beschäftigen. Es gibt zum Beispiel Projekte, die versuchen mit Hilfe der Digitalisierung die Resilienz von Arbeitnehmern zu unterstützen oder das eigene Stressmanagement mit Hilfe einer App neu gestalten. Neben der Darstellung, wo diese Projekte verortet sind und wer dort der Ansprechpartner ist, bietet es weitere Analysemöglichkeiten, wie beispielsweise quantitative Analysen über den Datenbestand, welche dann in Form von verschiedenen Diagrammarten visualisiert werden. Das Portal bietet unterschiedliche Informationen. Dies geht von den Ansprechpartnern einzelner Projekte über die Kontaktinformationen der Transferpartner bis hin zu verlinkten Publikationen.

Und wie haben Sie als Wirtschaftsinformatiker dieses Forschungsportal entwickelt, wie wurde es „gebaut“, was ist die Kernidee dahinter?

Das Forschungsportal wurde als Open Source-Projekt entwickelt und auf dem Content-Management-System „Drupal“ aufgebaut. An der Entwicklung waren unter anderem mehrere Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim im Rahmen von IT-Studienprojekten, welche von der Abteilung „Informationssysteme und Unternehmensmodellierung“ geleitet wurden, beteiligt. Des Weiteren habe ich auf einen intensiven Austausch mit der Entwickler-Community geachtet, welches sich zuletzt in der Einladung als Speaker zur Konferenz „DrupalEurope“ wiederspiegelte. Die Kernidee des Portals ist die modularisierte Infrastruktur, die für weitere Portale genutzt werde