Das Deutschlandstipendium

Bildung stiften 111!

Das Deutschlandstipendium ist ein Stipendium für Studierende mit überragenden universitären Leistungen. Neben der finanziellen Unterstützung profitieren sowohl die Studierenden als auch die Fördernden von dem ideellen Austausch untereinander.

Das Deutschlandstipendium ist mit 3.600 Euro dotiert und hat eine Laufzeit von einem Jahr. Um den Studierenden ein Deutschlandstipendium zu ermöglichen, spenden Sie 1.800 Euro und die Bundesregierung stiftet den Restbetrag in Höhe von 1.800 Euro. Die Auszahlung an die Studierenden erfolgt in monatlichen Teilbeträgen von 300 Euro. Der Förderzeitraum ist immer das Studienjahr vom Wintersemester eines Jahres (hier: 1.10.18) bis zum Ende des folgenden Sommersemesters (hier: 30.9.19).

Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten erfolgt durch die Universität. Dabei wird auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung auf die Fachbereiche geachtet. Für Sie besteht die Möglichkeit, Präferenzen bezüglich des Fachbereichs anzugeben. Wir werden unser Bestes geben, Ihren Wünschen nachzukommen. Sie können herausragende Studierende jedoch am besten unterstützen, indem Sie der Universität Ihre Förderung frei zur Verfügung stellen.

Wir möchten Sie außerdem auf unsere Kampagne Bildung stiften 111! aufmerksam machen, die mit einem Preis des Stifterverbandes und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ausgezeichnet wurde. Im Jahr 2011 wurden der Universität Hildesheim 23 Deutschlandstipendien gestiftet. Im laufenden Stipendienjahr konnten 91 Stipendiatinnen und Stipendiaten durch ein Deutschlandstipendium gefördert werden. Diese Erfolgsgeschichte möchten wir im Studienjahr 2018/19 weiterschreiben und mit Ihrer Unterstützung unser Kontingent voll ausschöpfen, um so 111 Deutschlandstipendien zu vergeben.
 

Zehn Gründe ein Deutschlandstipendium zu geben:

Eins

Sie unterstützen junge Menschen bei ihrer Ausbildung und leisten so einen Beitrag zu einer gebildeten und handlungsfähigen Gesellschaft.

Zwei

Sie übernehmen Verantwortung für Bildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland.

Drei

Sie ermöglichen beste Lernbedingungen für die Studierenden.

Vier

Sie stärken Stadt und Region Hildesheim und tragen damit zu einer besseren Vernetzung von Universität und Stadtgesellschaft bei.

Fünf

Sie bauen Ihre Netzwerke aus und werden frühzeitig auf talentierte und leistungsstarke Spitzenkräfte von morgen aufmerksam.

Sechs

Sie entdecken Kooperationsmöglichkeiten an der Universität Hildesheim.

Sieben

Sie sind immer willkommen zu besonderen Veranstaltungen der Universität.

Acht

Sie lernen die Studierenden persönlich kennen.

Neun

Die Hochschule würdigt Ihr Engagement öffentlich.

Zehn

Ihre Spende ist steuerlich abzugsfähig und wird durch den Bund um den gleichen Betrag ergänzt.

Unternehmensrealität mit dem Deutschlandstipendium - Interview mit den Fördernden Andrea & Christian Lübke der Firma iProCon und ihrem Stipendiaten Maximilian Neubarth

Unternehmensrealität mit dem Deutschlandstipendium

Das Deutschlandstipendium fördert Studierende und besticht durch seinen individuellen Rahmen im Kontakt mit den Fördernden.

Nicht nur Menschen, sondern auch Berufswege kann das Stipendienprogramm zusammenführen. So wird der Wirtschaftsinformatikstudent Maximilian Neubarth von dem Unternehmerehepaar Andrea und Christian Lübke seit dem Wintersemester 2017/18 mit einem von zwei Deutschlandstipendien gefördert und lernt in diesem Zuge auch ihre Firma kennen. Die drei sprechen über ihre neugewonnenen Möglichkeiten, über die Arbeit in einem Unternehmen oder in der Lehre und über ein Schlaflabor.

Herr Lübke, womit genau befasst sich Ihre Firma iProCon?

Christian Lübke: Wir bieten Beratung im Bereich SAP® Personalwirtschaft an und richten uns gezielt an größere Unternehmen zwischen 1.000 und 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Deren Personalmanagement umfasst von der Gehaltsabrechnung, über Zeitwirtschaft und betrieblicher Altersvorsorge bis hin zu Recruiting-Portalen, E-Learning-Strategien und Apps. Zunehmend ist das Ziel vieler neuer Projekte auch die Einführung von Cloud Software. Zu unseren Kunden zählt beispielsweise auch die Europäische Zentralbank.

Sie arbeiten dabei vornehmlich mit der Software SAP® ERP HCM. Maximilian, bist du schon einmal mit SAP® in Kontakt gekommen?

Maximilian Neubarth: Bis zu meinem ersten Besuch in der Firma von Herrn und Frau Lübke bisher kaum. Es gibt in meinem Studium zwar zwei Kurse, aber erst in höheren Semestern.

Andrea Lübke: Ich selbst habe vierzehn Jahre lang ein zweisemestriges SAP®-Curriculum hier an der Universität durchgeführt. Es gibt Auswertungen, dass über 90% aller IT-Stellenanzeigen in Deutschland SAP®-Kenntnisse erfordern. Das ist durchaus ein Engpass, da das Thema SAP®-Software in der Lehre zwar häufiger als früher, aber immer noch zu wenig Beachtung findet. Nach dem Studium wird man mit SAP® sehr stark konfrontiert und insofern sind mindestens Grundkenntnisse von Vorteil, um eine berufliche Entscheidung treffen zu können. Diese Erfahrung haben wir damals selbst machen müssen.

Maximilian möchten wir die Chance geben, bei uns ganz konkret auch praktische Erfahrungen sammeln zu können. Das macht uns Freude und wir finden es wichtig, dass wir nun anderen mit unseren Erfahrungen helfen können.

Was bedeutet Ihnen allen das Stipendium darüber hinaus?

Maximilian Neubarth: Vor dem Stipendium hatte ich einen Job im Schlaflabor des St. Bernward-Krankenhaus in Hildesheim, um das Studium zu finanzieren. Nach einer Frühschicht von 5 Uhr bis 8 Uhr in die Universität zu gehen, war nicht leicht. Jetzt konnte ich den Job kündigen und stattdessen für etwas weniger Geld als Tutor für das Institut für Mathematik und Angewandte Informatik arbeiten. Das wollte ich schon länger unbedingt machen und freue mich sehr darüber. Und jetzt hat mir auch Herr Lübke angeboten, neben dem Studium bei iProCon mitzuarbeiten. Ich konnte auch schon an einem Teamtag von iProCon teilnehmen.

Christian Lübke: Für uns ist es wichtig, mit dem Stipendium direkt in den Bildungsbereich zu investieren und zu wissen, dass die Förderung ankommt.

Urkundenübergabe für das Deutschlandstipendienprogramm 2018: Andrea Lübke (iProCon), Moritz Flöter (Deutschlandstipendiat), Maximilian Neubarth (Deutschlandstipendiat), Christian Lübke (iProCon), Prof. Dr. Martin Schreiner (Universität Hildesheim, Vizepräsident für Stiftungsentwicklung) (v.l.n.r., Foto: Cornelia Kolbe)

"Wir kennen die Situation, wenn das Geld nicht reichlich ist" - Birgit Nagorny und Manfred Scheim über ihre Entscheidung Stipendiengeber zu werden

"Wir kennen die Situation, wenn das Geld nicht reichlich ist"

Unterstützung durch das Deutschlandstipendium für Studierende der Universität Hildesheim

"Es ist wirklich spannend, dass da auf einmal zwei Menschen sind, die ein Interesse an mir und dem, was bei mir passiert, haben", so Student Philipp Oesterlen, der seit dem Wintersemester 2017/18 das Deutschlandstipendium erhält. Das besondere an der Förderung durch das Deutschlandstipendium ist, dass die Hälfte des Fördergeldes von Unternehmen oder Privatpersonen gestiftet wird und hier ein Kontakt zwischen Studierenden und Fördernden entstehen kann. Kennengelernt haben sich Stipendiat Philipp Oesterlen und seine Fördernden das Ehepaar Birgit Nagorny und Manfred Scheim bei der feierlichen Übergabe der Stipendienurkunden. Nun besuchen sie Herrn Oesterlen in seiner Arbeitsstätte, einem kleinen Restaurant in Hannover.

Auf das Stipendienprogramm sind Frau Nagorny und Herr Scheim durch einen Zeitungsartikel aufmerksam geworden. "Unsere Kinder sind groß und liegen uns sozusagen nicht mehr auf der Tasche. Wir kennen die Situation aus eigener Erfahrung, ein Studium zu finanzieren, wenn das Geld nicht reichlich ist und die Eltern nicht so betucht oder gar nicht vorhanden sind."

Auch Philipp Oesterlen fällt es nicht leicht, den finanziellen Aufwand für sein Studium der Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis zu leisten. Von dem Deutschlandstipendienprogramm hat er dann durch einen ehemaligen Mitbewohner erfahren. "Ich habe mich näher mit den Anforderungen befasst und mich beworben. Glücklicherweise hat es geklappt."

Frau Nagorny konnte als älteste Tochter ihrer Familie zwar das Gymnasium besuchen, aber kein Studium beginnen. So machte sie zunächst eine Ausbildung zur Krankenschwester, um dann später ein Studium, das sie selbst finanzierte, als Lehrerin für Pflegefachkräfte anzuschließen. In diesem Beruf arbeitete sie bis zum Ruhestand. Manfred Scheim kennt die Situation der finanziellen Schwierigkeiten während der Ausbildung ebenfalls. "Meine Eltern wollten mir damals aufgrund der Schulgeld-Pflicht keinen Besuch auf dem Gymnasium mehr finanzieren. Später habe ich eine Art Wirtschaftsabitur nachgeholt, schließlich bei einer Bank als Lehrling angefangen und mich dann in die mittlere Führungsebene hochgearbeitet." 

Ihren Ruhestand nutzt das Ehepaar nun, um junge Menschen auf ihrem Bildungsweg zu unterstützen. "Auch wir profitieren davon. Wir bleiben informiert und am Ball. Aufgrund unserer eigenen Situation als gut versorgte Rentner wollen wir Dankbarkeit zeigen, dass es uns so gut geht. Das Deutschlandstipendium ist für uns die Möglichkeit, ein kleines Schicksal zu bestärken."

Philipp Oesterlen selbst freut sich sehr über das Interesse. "Ich gehe mehr oder weniger alleine durchs Leben und daher ist das eine spannende Situation für mich."

Außerhalb der Universität ist Philipp Oesterlen gerade im Kulturbereich sehr aktiv. Er hat ein Kollektiv mitbegründet, das im Moment einen neuen Kulturort in Hannover errichtet und ist Teil einer kleinen Filmproduktionsfirma. Die Band, in der er spielt, kommt aus der Trip-Hop-Richtung. Für das Ehepaar ist diese Art von Musik eher unbekannt. "Das finden wir aber sehr spannend. Die Ohren zu öffnen für etwas anderes, halten wir für eine Bereicherung."

Ehepaar Manfred Scheim & Birgit Nagorny mit ihrem Stipendiaten Philipp Oesterlen

Wir danken unseren bisherigen Förderinnen und Förderern 2018/19:

Dr. h. c. Leonore Auerbach » Irma Bitterberg » Bitzer Wiegetechnik GmbH » Martha Widmann-Cast und Bernd Cast » Brigitte Constantin » Ines und Helmut Dörpmund » Sibylle und Dr. Hans-Jürgen Fischer » Gertrud und Hans-Dieter Freiwald » Gebrüder Heyl Analysentechnik GmbH & Co. KG » Dr. Hartmut Häger » Hanse Apotheke » Hilfswerk Lions Club Hildesheim-Rose e.V. » Helge Hilgert und Rolf Alsleben » Kiefer-Kate Stiftung » Maria und Prof. em. Dr. Gottfried Leder » Maria und Dr. jur Johannes Meyer » Christa Mezzetti » Birgit Nagorny und Manfred Scheim » Dr. Sabine und Prof. Dr. Martin Schreiner » Heinrich Schröter GmbH » Sparkasse Hildesheim Goslar Peine » Prof. Dr. Jürgen Stark » Florian Störig » Marianne und Rolf Tewes » VGH - Landschaftliche Brandkasse Hannover