Sustainable Development Goal 11

Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

Weltweit lebt jeder zweite Mensch heute in einer Stadt und es werden immer mehr: Bis zum Jahr 2030 könnten es drei Viertel der Weltbevölkerung sein. Städte sind also Ballungszentren der Wirtschaft, der Innovation aber auch der Emissionen:
Städte produzieren ca. 80 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts und verursachen gleichzeitig bis zu 75 Prozent des menschlichen CO2-Ausstoßes.
Die hohe Bevölkerungsdichte einer Stadt bietet Potenziale für nachhaltige Mobilitätskonzepte und ökologisches Wohnen. Die Ressourcen für solche nachhaltigen Konzepte sind allerdings ungleich innerhalb der Städte verteilt: In Metropolen des globalen Südens lebte 2014 jeder dritte Mensch in Slums. Im Kontrast dazu befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft abgeschlossene Wohnsiedlungen, wo in Luxus gelebt wird. In Städten liegen manchmal nur ein paar hundert Meter zwischen Menschen die ohne Wasser- oder Stromanschluss in ihrem Zuhause leben müssen und Menschen die mit Flutlicht ihren Tennisplatz vor dem Haus beleuchten können, während der Wassersprenger den Vorgarten wässert.
Aber nicht nur ein Ungleichgewicht der Ressourcenverteilung zeigt sich in Städten. Durch die hohe Bevölkerungsdichte und die dadurch hohen Emissionen von vielen unnachhaltigen Verkehrsmitteln atmen weltweit 9 von 10 Stadtbewohner_innen Luft, deren Feinstaubwerte über den Richtwerten der Weltgesundheitsorganisation liegen. Zu öffentlichen Verkehrsmitteln haben nur die Hälfte aller Stadtbewohner_innen einfachen Zugang. In Deutschland zeigt sich die Problematik der Städte vor allem durch die Wohnungsknappheit, rasant steigende Mieten und die dadurch entstehende Verdrängung von geringer verdienenden Menschen aus den Innenstädten.

Wie lauten die Unterziele?

Wie soll das Ziel erreicht werden?

Das Ziel 11 soll durch eine verstärkte nationale und regionale Entwicklungsplanung erreicht werden. Hierbei geht es darum positive wirtschaftliche, soziale und ökologische Verbindungen zwischen städtischen, stadtnahen und ländlichen Gebieten zu unterstützen. Unter anderem soll bis 2020 die Zahl der Städte und Siedlungen, die Pläne zur Förderung der Inklusion, der Ressourceneffizienz, der Abschwächung des Klimawandels, der Klimaanpassung und der Widerstandsfähigkeit gegenüber Katastrophen beschließen und umsetzen, wesentlich erhöht werden. Städte sollen ein ganzheitliches Katastrophenrisikomanagement auf allen Ebenen entwickeln und umsetzen. Am wenigsten entwickelte Länder sollen durch finanzielle und technische Hilfe Unterstützung für den Bau nachhaltiger und widerstandsfähiger Gebäude bekommen. Dabei soll auf die Nutzung regionaler Materialien geachtet werden.

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