Projekt 'Plagiatserkennung'

Aktuelle Information: Kein Einsatz von Plagiatsprüfungssoftware

Nach dem Beschluss des Senats vom 18.6.2014 wird bis auf weiteres keine Plagiatsprüfungssoftware an der Universität Hildesheim eingesetzt. 

Projekt 'Plagiatserkennung'

Das Abgeben eines Plagiats stellt "einen schwerwiegenden Verstoß gegen wissenschaftliche Grundregeln (vgl. Resolution des Deutschen Hochschulverbandes, Grundsätze zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis der Deutschen Forschungsgemeinschaft) sowie das Urhebergesetz (§ 23, 24 UrhG) dar und erfüllt den Straftatbestand der Täuschung (§ 263 Abs. 1 StGB)" (zitiert von der Webseite des Fachgebiets Kommunikationswissenschaft der Universität Hohenheim zum Thema Plagiate). Und wer plagiiert, und diese Arbeit wird dann im Internet veröffentlicht, risikiert Abmahnungen wegen Copyrightverstößen.

 

Leider gab es in der Vergangenheit auch an der Universität Hildesheim einige Studierende, die prüfungsrelevante Arbeiten eingereicht haben, die sie nicht oder nur zu einem kleinen Teil selbst angefertigt hatten (Plagiate), was von den Prüfern mehr oder weniger zufällig entdeckt und dann auch entsprechend geahndet wurde.

Aus diesem Grund wird zum Sommersemester 2010 universitätsweit ein System eingeführt, um generell alle prüfungsrelevanten Arbeiten einer automatischen Plagiats(vorab-)prüfung mit Hilfe von professioneller Plagiatsprüfungssoftware unterziehen zu können. Diese Software kann insbesondere die schwerwiegenden Fälle von Plagiaten sehr zuverlässig erkennen, ersetzt aber nicht die abschließende Kontrolle durch den Betreuer.

Für die Universität Hildesheim gilt, was auch schon auf der obigen Webseite der Uni Hohenheim zu lesen ist:

"Wir haben diese Regelung nicht getroffen, weil wir Kontroll-Freaks sind. Wir stellen Sie auch nicht unter einen Generalverdacht. Wir wollen lediglich verhindern, dass sich einige wenige durch unredliches Verhalten gegenüber der Vielzahl ehrlicher Studierenden einen Vorteil verschaffen. Wir hoffen, das ist in Ihrem Sinne."

Selbstverständlich kann es geschehen, dass einige Studierende "versehentlich" ein Plagiat oder ein Teil-Plagiat erstellen (z.B. wegen Unkenntnis der korrekten Zitationsregeln) oder aber ein Plagiat als 'letzten Ausweg' gesehen haben z.B. wegen einer hohen Studienbelastung. Diesen Problemen wollen wir aber auf die 'richtige' Art und Weise begegnen, durch gezielte Informationen z.B. über korrekte Zitationsregeln (typischerweise in den Einführungsseminaren der jeweiligen Studiengänge) wie auch durch die bereits angestoßenen Korrekturen am Bologna-Prozess.

Weiterführende Links:

Details zur Plagiatserkennung

Systemübersicht

Bestehende Plagiatsprüfungssysteme erfordern meist, dass der Prüfer eine elektronische Version einer Arbeit auf eine Webseite hochlädt, um die Prüfung anzustoßen. Diese Version muss vorher von den Studierenden an den Betreuer übermittelt worden sein. Ziel der Eigenentwicklung der Universität Hildesheim war es, diesen Prozess zu automatisieren und den Aufwand für Lehrende wie auch für Studierende so gering wie möglich zu halten.

Als Ergebnis wird es ab dem Sommersemester 2010 im LSF ein Zusatzmodul für das Hochladen von prüfungsrelevanten Arbeiten geben. Kurz zusammengefasst müssen Studierende einige Metadaten über die Arbeit eingeben (z.B. Titel, Erstbetreuer, Zweitbetreuer) und die Arbeit selbst hochladen (es ist möglich, mehrere Dateien hochzuladen und auch neue Versionen). Sofern der/die Studierende der Weiterleitung der Arbeit an einen externen Dienstleister zustimmt und wenn der/die Studierende das Hochladen explizit 'abgeschlossen' hat, wird danach die Plagiatsprüfung durch einen professionellen Anbieter angestoßen und das Ergebnis per E-Mail an den / die Betreuer geschickt. Wenn Studierende der Weiterleitung nicht zustimmen, erfolgt eine manuelle Prüfung durch die Betreuer.

Da aus rechtlichen Gründen weiterhin eine Papierversion abgegeben werden muss, macht das System keine Prüfung von Abgabeterminen o.ä. Sollten also technische Probleme beim Hochladen auftreten, kann nach Rücksprache mit dem Betreuer problemlos eine nachträgliche Abgabe der elektronischen Version erfolgen; diese muss aber weiterhin identisch mit der abgegebenen Papierversion sein (Ausnahme: Sie sollten aus der elektronischen Version ihren Namen / Matrikelnummer aus Datenschutzgründen entfernen).

Was enthält ein Prüfungsbericht?

Der Prüfungsbericht enthält zunächst eine Übersicht mit der Prozentzahl der gefundenen Abschnitte ('wie viel Text der Arbeit (prozentual) wurde in anderen Arbeiten gefunden?'), so dass ein Prüfer zunächst einmal feststellen kann, ob eine Arbeit 'kein Plagiat' ist (Prozentzahl sehr gering). Sollte die Prozentzahl hoch sein, kann das ein Hinweis auf ein Plagiat oder Teilplagiat sein, muss es aber nicht. Insbesondere kann keine Plagiatsprüfungssoftware entscheiden, ob eine gefundene 'kopierte' Textstelle ein Plagiat ist oder nach allen Regeln korrekt zitiert wurde. Eine Arbeit mit einem großen Anteil Literaturrecherche kann also einen hohen Prozentsatz bei der Prüfung ergeben und trotzdem nicht im geringsten ein Plagiat darstellen.

Des Weiteren enthält der Prüfungsbericht eine nach Anzahl der Übereinstimmungen sortierte Liste der 'Quellen' im Internet, in denen übereinstimmende Textpassagen gefunden wurden. Je mehr Übereinstimmungen für eine Quelle gefunden werden, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit eines Plagiats.

Für die weitere manuelle Prüfung enthält ein Prüfungsbericht dann für jede Textstelle der abgegebenen Arbeit eine Liste der gefundenen Quellen.

Insgesamt ist die automatische Plagiatsprüfung immer nur eine Hilfe für den Prüfer bei der Beurteilung, sie kann und wird aber niemals alleine die Basis für die Entscheidung 'ist ein Plagiat' sein, die auch nicht vom Prüfer selbst, sondern nur vom zuständigen Prüfungsausschuss getroffen werden darf.

Wie 'gut' sind die Prüfungsprogramme?

Viele der Erkennungsprogramme sind aus Forschungsprojekten zu dem Thema entstanden, es sind also eine Vielzahl wissenschaftlicher Erkenntnisse bei der Entwicklung eingeflossen - die Systeme können mittlerweile weit mehr als nur 'copy+paste' zu erkennen. Die Evaluierung der 'Güte' von Plagiatsprüfungsprogrammen selbst ist dagegen noch ein Thema der Forschung.

Welche Quellen werden verwendet?

Grundsätzlich ist das ein 'Geheimnis' der Anbieter von Plagiatsprüfungsprogrammen; es gibt aber oft Übereinkünfte mit professionellen Anbietern von BA-/MA-/Hausarbeiten im Internet, so dass dort angebotene Arbeiten in der Plagiatsprüfung enthalten sind. Außerdem können bei einigen Anbietern auch universitäts-eigene Quellen geprüft werden (also z.B. bereits abgegebene Arbeiten auf einem zentralen Server), auch wenn diese nicht im Internet zur Verfügung stehen.

Welche Daten werden im System gehalten (Datenschutz für personenbezogene Daten)?

Im System wird die elektronische Version der studentischen Arbeit gespeichert zusammen mit der dazugehörigen Matrikelnummer, um eine eindeutige Zuordnung machen zu können. Darüber hinaus werden noch weitere Metadaten über die Arbeit gespeichert (Betreuer, Titel, Art der Arbeit,...), aber keine weiteren personenbezogenen Daten. Sofern die Studierenden die persönlichen Daten aus den abgegebene Arbeiten entfernen, werden keine persönlichen Daten zum externen Anbieter versendet.

Außerdem wird insbesondere das Ergebnis der Plagiatsprüfung nicht zentral gespeichert, sondern nur an die jeweiligen Prüfer verschickt, so dass man z.B. für einen Studierenden keine Übersicht erstellen kann, wie groß die Prozentzahl der gefundenen Textstellen über alle abgegebenen Arbeiten war.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die folgende Auflistung enthält häufige Fragen und die dazugehörigen Antworten, die sich bei der Benutzung des Systems ergeben.

Zielgruppe Studierende:

  • Wo finde ich die Funktionen zum Hochladen meiner Arbeiten? Diese Funktionen finden Sie unter 'Meine Funktionen' - 'Meine Arbeiten'. Dort sehen Sie zunächst ihre bereits hochgeladenen Arbeiten und können dann über den 'Neu' Knopf eine neue studentische Arbeit erstellen. Weitere Informationen finden Sie in der Online-Hilfe im System.
  • Warum muss ich explizit das Feld 'Endgültige Version' auf 'J' setzen, damit mein Betreuer / meine Betreuerin die abgegebene Datei lesen kann? Die grundsätzliche Idee ist, dass Sie in Ruhe die Datei oder mehrere Dateien hochladen können und auch mehrere Versionen (Testversionen) hochladen können, ohne dass sich der Betreuer versehentlich eine dieser Dateien herunterlädt und ggf. noch folgende Versionen nicht mehr sieht. Sobald Sie das Feld 'Endgültige Version' gesetzt haben, können Sie keine Änderungen mehr vornehmen.
  • Warum wird in der Auswahlliste im Feld 'Betreuer' / 'Zweitbetreuer' mein Betreuer / meine Betreuerin nicht angezeigt? Diese Person ist im LSF entweder noch gar nicht erfasst oder hat im LSF keine E-Mail Adresse hinterlegt.
  • Warum wird in der Auswahlliste im Feld 'Veranstaltung' eine Veranstaltung nicht aufgeführt? In der Auswahlliste zu 'Veranstaltung' werden für Studierende alle diejenigen Veranstaltungen angezeigt, bei denen der / die Studierende angemeldet oder zugelassen ist oder die der / die Studierende sich im Stundenplan gespeichert hat.

Zielgruppe Lehrende:

  • Wo finde ich die Funktionen zum Verwalten der eingereichten Arbeiten? Diese Funktionen finden Sie unter 'Meine Funktionen'. Dort gibt es zwei Menüpunkte, unter 'Meine unerledigten Arbeiten' finden Sie alle eingereichten Arbeiten,die Sie noch nicht explizit als 'erledigt' gekennzeichnet haben. Unter 'Suche in meinen Arbeiten' können Sie gezielt nach stud. Arbeiten suchen, auch wenn Sie diese schon als 'erledigt' gekennzeichnet und damit für sich archiviert haben.
  • Wo finde ich den Plagiatsprüfungsbericht? Der Plagiatsprüfungsbericht wird nicht im System gespeichert, sondern per E-Mail an ihre im LSF hinterlegte E-Mail Adresse geschickt (diese Funktion ist derzeit noch nicht verfügbar).
  • Warum kann ich eine stud. Arbeit sehen, aber die dazugehörige Datei nicht laden? Der / die Studierende hat die Arbeit im System bereits angelegt, aber noch keine Datei hochgeladen oder die finale Version noch nicht freigegeben.
  • Warum wird in der Auswahlliste im Feld 'Veranstaltung' eine Veranstaltung nicht aufgeführt? Für Lehrende, die bereits abgegebene Arbeiten einer Veranstaltung zuweisen wollen, werden alle Veranstaltungen in der Auflistung aufgeführt, in denen sie als 'Zugehörige Lehrperson' eingetragen sind.
  • Kann ich das System auch nur zur Vereinfachung der Einreichung von stud. Arbeiten nutzen, ohne dass automatisch auf Plagiate geprüft wird (z.B. weil die Aufgabenstellung Plagiate ausschließt oder weil es keine prüfungsrelevanten Arbeiten sind; die Nutzung des System aber trotzdem die Verwaltung der Arbeiten vereinfacht)? Ja, dafür gibt es z.B. eine Abgabeart 'Hausarbeit (k. autom. Plagiatsprfg.)'. Wenn hier weitere Abgabearten benötigt werden, bitte beim LSF-Admin melden.