Veranstaltungen

Die DAAD-Graduiertenschule wird am 14. Dezember 2016 mit einer Auftaktveranstaltung eröffnet.

Die Kraft der Künste: Welche Rolle spielen Musik, Theater oder Literatur beim Wiederaufbau von Gemeinschaften. Am 14.12.2016 findet ab 18.00 Uhr die Auftaktveranstaltung des Projektes im Center for World Music statt.

Neben Vorträgen der Partner stellen sich die unterschiedlichen Akteure der Graduierten Schule vor. Auf dem Programm stehen, zudem musikalische Beiträge der „musik.welt“ Musiker, Kioomars Musayyebi, Edgar Wendt, Eike Ernst und Abbass Nour, von Musiker Mamoud Chaban und seinen Töchtern aus dem Projekt Welcome Board, sowie von der Residenzkünstlerin Dr. M Lalitha.

Zum Start der DAAD-Graduiertenschule tagen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Nigeria, Ghana und Deutschland in Hildesheim. Damit startet die einzige kulturwissenschaftliche Graduiertenschule, die vom Deutschen Akademischen Austauschdienst im Rahmen einer Fördermaßnahme des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zur Förderung der Nachhaltigen Entwicklungsziele der UN bewilligt wurde.

Das Graduiertenkolleg ist an der Universität Hildesheim am Center for World Music angesiedelt. Das Team um Professor Raimund Vogels, Direktor des Forschungsinstituts, arbeitet mit Professor Wolfgang Schneider zusammen, dessen Team am UNESCO-Lehrstuhl des Instituts für Kulturpolitik die Rolle der Künste in Konflikten und Transformationsprozessen untersucht.

Interessierte sind herzlich eingeladen bei der Auftaktveranstaltung dabei zu sein.

Bildungswege nach der Flucht

Auf dem Weg in das Studium:
Intensivsprachkurs bereitet auf das Studium vor - Drei weitere Sprachkurse starten

Die Universität Hildesheim, die Hochschule HAWK und die Volkshochschule Hildesheim luden zu einer Feierstunde am Montag, 21. November 2016, ein. Die Musiker, Masuod Chekhmus - Darbuka, Ali Madizadeh - Tanz, Eike Ernst - Cajon und Edgar Wendt - Gesang / Klarinette sorgten für die musikalischen Beiträge und vertraten das Center for World Music. Das Ensemble entstand aus einem Projekt mit der Musikschule Hildesheim im Rahmen des Programms "Kultur macht stark". Verabschiedet wurden insgesamt 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Intensivsprachkurses. In den letzten Monaten haben sie sich täglich auf eine Sprachprüfung vorbereitet, mit dem Ziel, ein Studium aufzunehmen. Alle Kursteilnehmer sind Gasthörer und können im Wintersemester Fachveranstaltungen belegen und erste Credits erwerben. Derzeit warten die jungen Erwachsenen gespannt auf die Ergebnisse ihrer Sprachprüfung. „Wir unterstützen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Weg, sich für ein reguläres Studium zum Sommersemester 2017 oder Wintersemester 2017/18 zu bewerben und sich um ihre Studienfinanzierung zu kümmern“, sagt Anna Pulm vom International Office der Stiftung Universität Hildesheim.

Premiere der Dokumentation "Borno Music Documentation Projekt - Ein Kampf um das Musikerbe Nigerias" im Rahmen des 5. November der Wissenschaft

Am 21.11.2016 wird die Dokumentation von Dr. Nepomuk Riva im Kammermusiksaal der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover in der Uhlemeyerstraße gezeigt.
Die Musikkulturen im Borno State sind durch den Terror von Boko Haram bedroht. Im Dezember startet hierzu das Graduiertenkolleg „Performing Sustainability“ gefördert vom DAAD.

Zu Gast beim Internationalen Kongress "Happy New Ears" - Musiktheater für Junges Publikum

Happy New Ears!  Beim europäischen Festival des zeitgenössischen Musiktheaters für junges Publikum ist der Direktor des Center for World Music, Prof. Dr. Raimund Vogels zu Gast im Panel "Musikkulturen im Dialog".„Das Interesse an musikalischer Inspiration durch „andere“ Kulturen ist auch im Bereich des (Kinder-)Musiktheaters groß. Es macht Spaß, die kompositorischen, musikalischen und produktionsprozessualen Traditionen und Arbeitsweisen anderer Kulturkreise kennenzulernen. Allzu rasch aber tritt man in die „Exotismusfalle“. Und so besteht die Herausforderung nicht zuletzt darin, ein Bewusstsein für die eigene kulturelle Bedingtheit zu entwickeln und (auch positive) Stereotype zu erkennen. Ziel ist es, theoretisch und praktisch nötige interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln und so die Grundlage zu schaffen, um gemeinsam wirklich neue künstlerische Wege beschreiten zu können.“ (Auszug aus der Panelbeschreibung) 
Das Panel wird gemeinsam mit den Mitarbeitern der Komischen Oper Berlin, Johanna Wall (Dramaturgin), Anne-Kathrin Ostrop (Leitung der Abteilung Musiktheaterpädagogik), Mustafa AKca (Leitung des Projekts "Slam Opera") und dem Chefdramaturg Ulrich Lenz gestaltet und durchgeführt.

Mehr zum Festival "Happy New Ears" und dem Internationalen Kongress bitte hier klicken!

Center for World Music auf der Jahreskonferenz des Musikland Niedersachsen

Am 8. und 9. November findet im Pavillon Hannover die Jahres Konferenz des Musikland Niedersachsen statt. Unter dem Schwerpunktthema "Vielfalt vermitteln" stellt das Center for World Music, gemeinsam mit den Studierenden, den Studiengang "musik.welt - Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung" vor.

Mehr Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier 

Chinesische Delegation zu Besuch in Hildesheim

Im Auftrag des Leibniz-Konfuzius Institut Hannover. organisierte das Center for World Music ein dreitägiges Fortbildungsprogramm für Lehrkräfte aus Shanghai

Von Mittwoch, 19. Oktober, bis Freitag, 21. Oktober 2016 nehmen fünfundzwanzig Kunst- und Musiklehrkräfte an Workshops, Vorträgen und Unterrichtsbesuchen teil. Kooperationspartner bei der Umsetzung des Programms ist das Roemer und Paelizeus Museum, der Bundesverband Musikunterricht und die Grundschule Alter Markt.

Es ist das erste Mal, dass die Stadt Shanghai ein derartiges Projekt unterstützt, bei dem die Lehrkräfte der Middle und Highschool theoretische und praktische Einblicke in die Bereiche Musik und Kunstvermittlung in Deutschland erhalten. Kulturpolitische Themen sowie die Inklusion in der Musikvermittlung und in der Kunstvermittlung durch barrierefreie Museen werden im Roemer- und Pelizaeus-Museum ebenso Gegenstand des Programms sein wie Erläuterungen zum Vermittlungskonzept durch Kuratorin Dr. Andrea Nicklisch am Beispiel der aktuellen Sonderausstellung „Schätze für den Kaiser. Meisterwerke chinesischer Kunst (1368-1911)“. Der Präsident des Bundesverbands Musikunterricht, Friedrich Kampe, berichtet gemeinsam mit Schülern eines Leistungskurses Musik aus der Praxis eines Gymnasiums. Zudem werden die Gäste den Musikunterricht unter der Leitung der stellvertretenen Schulleiterin der Grundschule Alter Markt, Frau Agena, und Prof. Dr. Ekkehard Mascher besuchen. Anschließend werden in Vorträge und Workshops von und mit Prof. Dr. Raimund Vogels dem Direktor des Center for World Musik, Min Chen einer "musik.welt"-Studierenden und der Präsidentin des Bundesverband Musikunterricht, Gaby Grest unterschiedliche Bildungsmethoden thematisiert und erarbeitet. Diese Veranstaltung ist die Fortsetzung einer Kooperation mit dem Leibniz-Konfuzius Institut. Im Mai fand bereits eine gemeinsame Veranstaltung statt, bei der Professor Dr. Frederick Lau, University of Hawaii, einen öffentlichen Vortrag über moderne chinesische Musik gehalten hat.

Das CWM ist Gastgeber für den Besuch der niedersächsischen Ministerin für Kultur und Wissenschaft

„Die Universität Hildesheim leistet mit ihren Projekten zu Spracherwerb und musikalischer Bildung einen wichtigen Beitrag für Verständigung und Austausch“, so die Niedersächsische Wissenschaftsministerin anlässlich ihres Besuches an der Hildesheimer Universität.

„Sprachförderung, Bildungsangebote und kulturelle Teilhabe sind entscheidend für die Integration von Zugewanderten. Die Universität Hildesheim leistet mit ihren Projekten zu  Spracherwerb und musikalischer Bildung einen wichtigen Beitrag für Verständigung und Austausch. Die drei Projekte, die ich mir heute angesehen habe, sind herausragende Beispiele dafür, dass Integration, Teilhabe und Diversität an der Universität Hildesheim gelebt und als gesamtuniversitäre Aufgabe definiert werden. Mein Dank gilt den engagierten Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und Studierenden, die in ihren Bereichen daran arbeiten, dass der gesellschaftliche Wandel positiv gestaltet wird“, sagte die Niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić anlässlich ihres Besuches an der Universität Hildesheim.

Die Ministerin hat in dieser Woche die Universität Hildesheim besucht, um sich über den Studiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung" zu informieren. Darüber hinaus informierte sie sich über die Qualifizierung von Geflüchteten, die ein Studium aufnehmen möchten. Außerdem sprach die Ministerin mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Bereich Mehrsprachigkeit über aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung.

Musikalische Wege: Aus der Not heraus den Gesang entdeckt

„Mit Musik kann man etwas bewegen, was man mit Worten nicht erreichen kann“, sagte Tinatin Tsereteli. Als Zehnjährige kam sie mit ihrer Familie in einer Flüchtlingsunterkunft in Deutschland an, da in Georgien ein Bürgerkrieg ausbrach. „Wenn ich allein war, bin ich eingetaucht in meine Musikwelt. In Georgien hatte ich Klavier- und Geigenunterricht. Die Musikwelt meiner Kindheit war sehr vielfältig. In Deutschland hatte ich kein Instrument, eine völlige Leere, wir hatten ein Zimmer für die ganze Familie. Aus meiner Not heraus habe ich den Gesang für mich entdeckt.“ Nach dem Abitur hat sie Kulturwissenschaften an der Universität Hildesheim und anschließend im Weiterbildungsstudiengang „musik.welt" studiert. Die Sängerin und Musikpädagogin kombiniert die musikalische mit der sprachlichen Bildung in Kitas und Grundschulen. „Die Kinder wollen lernen und alles wie ein Schwamm aufsaugen, wir müssen ihnen nur die Chance geben“, sagt Tsereteli.

Über Bildungschancen sprach auch Abbass Anoor. „Ich bin in Darfur aufgewachsen. Ich wollte zur Schule gehen, aber ich durfte nicht. Ich wollte nicht als Kuhhirt enden und rannte mehrfach ohne Erfolg von zu Hause weg, bis es mir mit 13 Jahren gelang. Ich wollte in die Schule gehen. Erst mit 20 Jahren lernte ich richtig, Texte und meinen Namen zu schreiben.“ 25 Jahre später spricht Anoor vier Sprachen: Arabisch, Französisch, Englisch und Deutsch. Er ist ein bekannter Rapper aus dem Sudan und musste wegen seiner kritischen Liedtexte das Land verlassen. In seinen Texten spricht der Musiker und Dichter trotz einer positiven Grundeinstellung auch die Probleme seines Landes an. „Ich kann mich durch Musik am besten ausdrücken, was ich fühle, was ich auf den Straßen gesehen habe zu der Zeit, als ich noch im Sudan war.“

Heute studiert der Rapper Musik an der Universität Hildesheim. „Die universitäre Sprache ist etwas schwierig für mich, der Weg von Frankfurt nach Hildesheim ist zeit- und kostenaufwändig“, sagt der 43-Jährige. „Aber für mich ist das Studium eine große Chance. Wirklich, eine große Chance. Ich lerne viele neue Dinge über Musik, Geschichte und kulturelle Diversität. Ich lerne ein neues Instrument, jetzt spiele ich E-Bass. Die Leute an der Universität sind sehr hilfreich, auch in anderen Lebensbereichen. Das Center for World Music hat mir eine Chance, eine neue Familie gegeben. Mein Dank gilt Professor Raimund Vogels und Morena Piro – ich habe zum Glück diesen Ort gefunden. Jetzt habe ich eine zweite Heimat – hier in Deutschland.“

Seit 2011 bildet das Center for World Music der Universität Hildesheim Berufstätige aus, die Musik in ihrem Arbeitsumfeld aufgreifen – zum Beispiel in Kitas, Schulen, Stadtteilen, Flüchtlingsunterkünften und Jugendzentren. „Das Wissenschaftsministerium hat den Studiengang musik.welt ermöglicht. Die Stiftung Niedersachsen fördert diese Arbeit, dafür bedanken wir uns sehr“, sagte Universitätspräsident Prof. Wolfgang-Uwe Friedrich. Ohne die Unterstützung der Stiftung Niedersachsen könnten die Studentinnen und Studenten nicht an der Universität Hildesheim lernen, da viele den Betrag für ein berufsbegleitendes Studium nicht finanzieren könnten. Insgesamt erhalten 20 Studierende jeweils ein Stipendium. Eine wichtige Landesstiftung habe die Bedeutung von Musik und kultureller Diversität in der Gesellschaft erkannt und handelt entsprechend, so der Musikethnologe und Direktor des Hildesheimer Forschungszentrums, Professor Raimund Vogels. Dadurch konnten in Hildesheim Strukturen aufgebaut werden, um Bildungswege von Menschen, von denen viele ihre Bildungsabschlüsse im Ausland (etwa Georgien, Kamerun, Marokko, Russland, Sudan, Iran, Irak, China, Mongolei) erworben haben, zu fördern und gleichzeitig ihre vielfältigen Erfahrungen anzuerkennen.

 

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