Universität Hildesheim digitalisiert iranische Musik / Ein deutsch-iranisches Team digitalisiert Tausende alter Schellack-Platten aus dem Iranischen Musikmuseum in Teheran

Freitag, 12. Dezember 2014  / Alter: 4 Jahre

NDRinfo über deutsch-iranisches Forscherteam: Musikethnologen um Professor Raimund Vogels vom Center for World Music der Uni Hildesheim digitalisieren mit Partnern vor Ort 100 Jahre iranische Musiktradition. Darunter sind Tonträger aus der Zeit um 1900.

„Sie sind Weltmusiksammler im besten Sinne: Forscher vom Center of World Music der Universität Hildesheim haben sich zur Aufgabe gemacht, Musikarchive weltweit digital zu sichern", kündigt NDR INFO einen Hörfunkbeitrag über länderübergreifende Digitalisierungsprojekte an. Dazu reisten Musikethnologen etwa nach Ghana. „In einem einzigartigen Projekt mit Kollegen aus dem Iran wollen die Forscher die persische Musiktradition eines ganzen Jahrhunderts bewahren. Das deutsch-iranische Team digitalisiert zurzeit Tausende alter Schellackplatten aus dem iranischen Musikmuseum in Teheran. [...] Die Forscher aus Hildesheim stehen ihren Kollegen in Teheran mit Rat und Technik zur Seite", so NDR INFO.

Die ältesten Aufnahmen stammen aus der Zeit um 1900. „Es sind Aufnahmeteams gewesen, die mit dem Kamel quer durch die Türkei bis nach Teheran gezogen sind und sich auf die Suche nach Musikern gemacht haben. Die Aufnahmen haben sie dann zurück nach Hannover gebracht und haben sie hier zur Schallplatte verarbeitet und wieder nach Teheran gebracht", sagt Professor Raimund Vogels im Gespräch mit NDR INFO. In der hannoverschen Grammophon-Firma von Emil Berliner hat die weltweite Schallplattenproduktion ihre Ursprünge. 

„Wir haben spezielle Abtastnadeln bestellt und bekannte Schallplattenspieler, Zwölf-Zehner, auf 78 Umdrehungen umrüsten lassen. Die alten Schallplatten laufen nämlich wesentlich schneller als moderne Formate", sagt Samuel Mund, Doktorand an der Hildesheimer Uni der NDR-Redakteurin Melanie Thieltges.

Die Musik- und Tonaufnahmen aus über 100 Jahren iranischer Musiktradition sind äußerst vielfältig, im iranischen Musikmuseum befinden sich die ersten Aufnahmen iranischer Sängerinnen von 1912, Politikerreden, iranischer Tango und Opern, Stücke von Militärensembles sowie seltene Radio- und Privataufnahmen iranischer Komponisten. Das deutsch-iranische Forscherteam von der Universität Hildesheim und vom Musikmuserum Iran digitalisiert die Klänge, mitsamt einer „Schallplatten-Waschmaschine", DJ-Plattenspielern und speziellen Abtastnadeln. Die Stiftung Niedersachsen und das Auswärtige Amt unterstützen das Projekt. Über 4500 Platten aus den Jahren 1906 bis 1960 haben sie seit 2012 digital erfasst. Eine zweisprachige Datenbank in Deutsch und Farsi entsteht, um Informationen über die Tonaufnahmen weltweit recherchieren zu können. Nun werden in einer zweiten Phase seit 2014 etwa 6000 45er-Schallplatten des Museums und etwa 10.000 Tonbänder digitalisiert.

„Universität Hildesheim digitalisiert iranische Musik / Ein deutsch-iranisches Team digitalisiert zur Zeit Tausende alter Schellack-Platten aus dem Iranischen Musikmuseum in Teheran. Darunter sind Tonträger aus der Zeit um 1900", NDR info, Wissenschaftssendung  „Logo", Schwerpunktsendung zu Musikforschung in Norddeutschland, 12.12./14.12.2014 (Hörfunk-Beitrag, ~7 Min., ab Minute 14:30, Autorin: Melanie Thieltges)  (nur Beitrag ohne An- und Abmoderation)

Kontakt zu den Musikethnologen über die Pressestelle (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100 und 0177.8605905)

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Von: NDRinfo, Melanie Thieltges