Sammler Rolf Irle geehrt

Freitag, 26. Oktober 2012 um 15:05 Uhr

Eine Hundepfeife aus England, wenige Millimeter klein. Die tibetische Langtrompete ist mit 4,85 Metern das größte Instrument. 2400 Jahre alt ist die Gefäßtrompete aus Süditalien. Rolf Irle hat über 3000 Musikinstrumente gesammelt, die im „Center for World Music“ an der Universität Hildesheim erforscht und in Bildungsprojekten eingesetzt werden. Am heutigen Freitag ernennt die Universität den 77-Jährigen zum Ehrenbürger.

„Der Sammler, Lehrer und Musikethnologe Rolf Irle hat mit seinem Wirken wie kaum ein anderer dazu beigetragen, dass die Vielfalt musikalischer Erscheinungsformen weltweit in Hildesheim einen Ort der Forschung und der Bewahrung gefunden hat “, sagt Prof. Dr. Raimund Vogels, Direktor des Center for World Music. Die Universität Hildesheim ernannte Rolf Irle am heutigen Freitag auf Beschluss des Senats und des Präsidiums in einer akademischen Feierstunde zum Ehrenbürger. Präsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich überreichte bei diesem Anlass die Urkunde.

Der 1935 geborene Rolf Irle befasst sich seit 1955 mit den Musikinstrumenten der außereuropäischen Kulturen und mit den europäischen Volksmusikinstrumenten. Von 1960 bis zu seiner Pensionierung 1994 hat er in Niedersachsen als Lehrer gearbeitet.

Irle hat eine über 3000 Instrumente umfassende Sammlung aufgebaut. Besondere Schwerpunkte liegen in den Regionen Tibet/Nepal, Ostasien, Indien, Indonesien, Neuguinea und Türkei. Die Sammlung umfasst außerdem seltene Musikinstrumente aus Afrika mit Menschen- und Tierdarstellungen, die von herausragendem musealen Wert sind. Sakral- und Ritualinstrumente aller Religionen und Glaubensformen gehören zum Bestand. Dabei ist es Rolf Irle wichtig, dass die Sammlung genutzt wird, er hat an vielfältigen Bildungsprojekten mitgewirkt, zum Beispiel an schulischen und kirchlichen Projekttagen zu den Themen Dritte Welt und Musikinstrumente in den Herkunftsländern von Mitschülern. „Rolf Irle ist von dem pädagogischen Ethos durchdrungen, dass sich Menschen in Anerkennung ihrer kulturellen Leistungen mit gegenseitiger Achtung, Interesse und Respekt begegnen“, unterstreicht Prof. Vogels.

Seit 2009 ist die Sammlung Bestandteil des Center for World Music, des musikethnologischen Forschungszentrums der Universität Hildesheim. Rolf Irle bietet ehrenamtlich Führungen durch die Instrumentensammlung an. Regelm äßig nehmen Familien und Schulen die Angebote war. Wertvolle Instrumente wie die indische Sitar, eine aufwändig beschnitzte afrikanische Rassel oder die arabische Laute Ud dürfen angefasst und gespielt werden.

Die Würde einer Ehrenbürgerin oder eines Ehrenbürgers der Universität Hildesheim kann Persönlichkeiten verliehen werden, die sich in herausragender Weise um die Beziehungen zwischen Hochschule und Gesellschaft verdient gemacht haben. So hat Gerald Frank zum Beispiel den Arbeitskreis Informationstechnologie seit 1998 aufgebaut und den Ausbau des informationstechnologischen Studienangebots unterstützt. Margot Möller-Meyer, seit 50 Semestern Gasthörerin der Universität, wurde 2012 Ehrenbürgerin und setzt sich für Nachwuchswissenschaftler und ausländische Studierende ein.


Rolf Irle hat über 3000 Musikinstrumente gesammelt, die im „Center for World Music“ an der Universität Hildesheim erforscht und in Bildungsprojekten eingesetzt werden. Foto: Olga Weiß

Rolf Irle hat über 3000 Musikinstrumente gesammelt, die im „Center for World Music“ an der Universität Hildesheim erforscht und in Bildungsprojekten eingesetzt werden. Foto: Olga Weiß Rolf Irle hat über 3000 Musikinstrumente gesammelt, die im „Center for World Music“ an der Universität Hildesheim erforscht und in Bildungsprojekten eingesetzt werden. Foto: Olga Weiß