„Wie kannst du sie nur studieren lassen?“

Barbara Beyer, 1951 geboren, 1970 Abschluss des Gymnasiums für Frauenbildung in Hildesheim am Goethegymnasium, 1970–74 Studium der Fächer Mathematik, Biologie und Chemie auf Lehramt an der Pädagogischen Hochschule Niedersachen Abt. Braunschweig – Lehrerin, Studienseminarleiterin, verheiratet, zwei Kinder.

Diese Frage wurde meinem Vater oft gestellt und dennoch haben mich meine Eltern in meinem Vorhaben zu studieren immer unterstützt. Das war nicht selbstverständlich und es zeigte sich bereits in der Grundschule, dass sich die Frage für Mädchen, die Aufnahmeprüfung für das Gymnasium abzulegen, gar nicht stellte. Ich wäre gern diesen direkten Weg gegangen. Stattdessen besuchte ich drei Jahre das Gymnasium für Frauenbildung am Goethegymnasium in Hildesheim. Dort musste ich die Fächer Handarbeit und Hauswirtschaft belegen, obwohl ich naturwissenschaftliche Fächer viel mehr mochte.

Dieser Abschluss ermöglichte mir die Zulassung an der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen. So konnte ich die Fächer Mathematik, Biologie und Chemie für das Grund- und Hauptschullehramt studieren. Der Berufswunsch Lehrerin stand für mich schon lange fest. Der Lehrerinnen-Beruf war die bevorzugte Wahl für junge Frauen, die studieren wollten. In meiner Klasse entschieden sich ungefähr drei Viertel für das Lehramtsstudium. Benachteiligungen gegenüber männlichen Studenten erlebte ich nicht, jedoch fiel auf, dass der Lehrkörper nahezu vollständig aus Männern bestand.