Forum Bildungsforschung

Das Forum Bildungsforschung des CeLeB steht für den fachübergreifenden Austausch und das gemeinsame Arbeiten an Themen, die Bildungsprozesse begleiten oder bestimmen. Diese Themen berühren die Forschung in allen Fächern und Disziplinen der Bildungsforschung, sie werden aber in unterschiedlicher Tiefe und mit verschiedenen methodologischen Ansätzen bearbeitet wie auch von verschiedenen theoretischen Sichtweisen motiviert.

Seit dem Sommersemester 2019 liegt der Schwerpunkt des Forums Bildungsforschung auf dem Thema Bildung im Digitalen Wandel.

 

Veranstaltungen im Wintersemester 2021/22

Kontextbasierte und adaptive Maßnahmen für effektive Lernunterstützung in der Weiterbildung

Ein Vortrag von Prof. Dr. Dirk Ifenthaler (Universität Mannheim)

Termin: 10. November 2021 um 17:00 Uhr
Veranstaltungsort: Videokonferenz (Zugang bei Anmeldung [schuet(at)uni-hildesheim.de] erhältlich)

Fortschritte in der Bildungstechnologie haben es ermöglicht, Einblicke in die Art und Weise zu geben, wie sich Lernende in der angebotenen Lernumgebung engagieren. Die daraus resultierende Verfügbarkeit riesiger Mengen (Big Data) von Bildungsdaten kann darstellen, wie Lernende mit Bildungsressourcen interagieren, und weitere Analysen können nützliche Einblicke in Lernverhalten, -prozesse und -ergebnisse liefern (Matcha et al., 2020). Folglich können personalisierten und adaptiven Lernumgebungen konzipiert werden (Fuchs et al., 2016; Pardo et al., 2019), welchen eine bedeutende Rolle für die Unterstützung jeglicher Lehr-Lern-Prozesse im Kontext der Weiterbildung zugeschrieben.

Umfangreiche Forschungsarbeiten mit Schwerpunkt in der Hochschulbildung zeigen die Wirksamkeit von personalisierten und adaptiven Lernplattformen hinsichtlich dem verbessertem Lernerfolg (Ifenthaler & Yau, 2020), der Reduzierung von Studienabbrüchen (Lacave et al., 2018) oder der gezielten Unterstützung von Lernprozessen (Ryan at al., 2019). Trotz der vorliegenden empirischen Evidenz hinsichtlich der Effektivität von personalisierten und adaptiven Lernplattformen ist eine flächendeckende Implementierung solcher Systeme noch nicht zu erkennen (Ifenthaler, 2020). Auch im Bereich der beruflichen Bildung liegen unzureichende Befunde im Hinblick auf die Wirksamkeit und Implementation von personalisierten und adaptiven Lernplattformen für die Weiterbildung vor (Seufert et al., in press).

Der Vortrag setzt genau an dieser Forschungs- und Implementationslücke an. Unter Berücksichtigung der heterogenen Voraussetzungen und flexiblen Bedingungen von Weiterbildungsprozessen sowie der Dynamik von Weiterbildungszielen verfolgt der Beitrag zwei Ziele: (1) Die Konzeption einer auf künstliche Intelligenz basierten Lernplattform wird vorgestellt. (2) Befunde aus Pilotstudien mit Stakeholdern aus dem Kontext der Weiterbildung zum Anforderungsprofil der Lernplattform werden diskutiert.

 

Veranstaltungen im Sommersemester 2021

Parametrische Optimierung und konstitutive Unverfügbarkeit: Selbst- und Weltbeziehungen in sportpädagogischen Konstellationen

Ein Vortrag von Prof. Dr. Hartmut Rosa (Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Soziologie)

Termin: 03. Juni 2021 um 10:00 Uhr
Veranstaltungsort: Videokonferenz (Zugang bei Anmeldung [schuet(at)uni-hildesheim.de] erhältlich)

Der spätmoderne Alltag ist durch und durch, und das heißt: auch und gerade im Bereich des Sports, von einer nahezu universellen Tendenz zur ‚parametrischen Optimierung‘ gekennzeichnet. Alle möglichen Lebensäußerungen werden 1) quantitativ und digital (parametrisch) erfasst (z. B. im Bereich des Sports: Schrittzahl, Antrittsgeschwindigkeit, Passquote, Reaktionsgeschwindigkeit, Aufschlaggeschwindigkeit etc.), sodann 2) synchron mit den Zahlen anderer Akteure bzw. eines erwartbaren ‚Normalmaßes‘ sowie diachron mit den eigenen Ergebnissen zu früheren Zeitpunkten verglichen und schließlich 3) systematisch zu steigern versucht. Sichtbarmachen, Vergleichen, Verbessern: Der Vortrag wird zunächst die technischen und gesellschaftlichen Hintergründe dieser Handlungslogik und sodann ihre Folgen für das Selbst- und Weltverhältnis der Akteure und für die Lehr-Lernbeziehungen deutlich machen. Im Anschluss daran stellt er gleichsam als Alternative die Idee von Resonanzbeziehungen sowohl im pädagogischen Verhältnis als auch im (körperlichen und psychischen) Selbstverhältnis vor und lotet aus, welche Spielräume und Wechselwirkungen es zwischen den beiden Orientierungen gibt. Von besonderem Interesse ist dabei die Rolle von ‚Unverfügbarkeit‘ im sportlichen Handeln: So oft und so systematisch z. B. ein Aufschlag oder ein Freistoß auch immer eingeübt werden, am Ende bleibt ihr situatives Gelingen für die Akteure doch konstitutiv unverfügbar. Sportpädagogik kann und sollte diesem Moment der Unverfügbarkeit, so die These, systematisch Rechnung tragen. 

 

Digitalisierung im Bildungsbereich: Die Lehrkraft macht den Unterschied?!

Ein Vortrag von Prof. Dr. Andreas Lachner (Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Erziehungswissenschaft)

Termin: 09. Juni 2021 um 17:00 Uhr
Veranstaltungsort: Videokonferenz (Zugang bei Anmeldung [schuet(at)uni-hildesheim.de] erhältlich)

Die aktuelle Pandemie hat verdeutlicht, welche zentrale Rolle digitalisierungsbezogene Kompetenzen für das Unterrichten spielen. Bislang ist jedoch eine offene Frage, welche Gelingensbedingungen zu einem elaborierten Einsatz digitaler Medien beitragen. Vor diesem Hintergrund werden in diesem Vortrag empirische Studien vorgestellt, die Gelingensbedingungen von medien-gestütztem Unterricht unter besonderer Berücksichtigung der professionellen Kompetenzen von Lehrpersonen fokussieren. Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags liegt darin, evidenzbasierte Verfahren zur Förderung digitalisierungsbezogener professioneller Kompetenzen zu eruieren.

 

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