Forum Bildungsforschung

Das Forum Bildungsforschung des CeLeB steht für den fachübergreifenden Austausch und das gemeinsame Arbeiten an Themen, die Bildungsprozesse begleiten oder bestimmen. Diese Themen berühren die Forschung in allen Fächern und Disziplinen der Bildungsforschung, sie werden aber in unterschiedlicher Tiefe und mit verschiedenen methodologischen Ansätzen bearbeitet wie auch von verschiedenen theoretischen Sichtweisen motiviert.

Seit dem Sommersemester 2022 befasst sich das Forum Bildungsforschung mit Querschnittsthemen in der Lehrer*innenbildung.

 

Veranstaltungen im Sommersemester 2022

Demokratiebildung in der Lehrer*innenbildung

Ein Vortrag von Prof. Dr. Marc Partetzke (SUH, Institut für Sozialwissenschaften)

Termin: 18.05.2022 um 17:00 Uhr

Veranstaltungsort: Videokonferenz (bbb): https://bbb.uni-hildesheim.de/b/sar-y0f-k7a-gae

Der Vortrag nähert sich dem Thema über drei Stränge. Im ersten Strang werden die rechtlichen und politisch-administrativen Rahmenbedingungen (KMK; Rd.Erl. MK; NSchG, Nds. MasterVO-Lehr) der Demokratiebildung als (hoch-)schulischer Querschnittsaufgabe in den Blick genommen. Im zweiten Strang wird der Versuch unternommen, v. a. über einen historischen Zugriff eine inhaltlich-konzeptionelle Klärung demokratisch-politischer Bildung zu leisten. Im dritten Strang schließlich werden konkrete Vorschläge zur Umsetzung einer Demokratiebildung in der universitären Lehrer*innenbildung präsentiert und zur Diskussion gestellt – immerhin „kommt […] es auf die (zukünftigen) Lehrkräfte und deren Vorbereitung und Qualifizierung für diese Querschnittsaufgabe an […], wenn Schüler*innen eine demokratische politische Haltung […] ausbilden sollen“ (Dempki/Josting 2021: 3).

 

 

 

Demokratiebildung in der Grundschule

Ein Vortrag von Prof'in Dr. Iris Baumgardt (Universität Potsdam, Professur Grundschulpädagogik und Sachunterricht)

Termin: 29.06.2022 um 17 Uhr

Veranstaltungsort: Videokonferenz (bbb): https://bbb.uni-hildesheim.de/b/sar-e31-r0u-q9q

"Demokratie ist die einzige Staatsform, die gelernt werden muss" - dieses Zitat von Oskar Negt verweist auf die existentielle Notwendigkeit von politischer Bildung für die Demokratie. Der Institution Schule als Sozialisationsinstanz kommt in diesem Zusammenhang ein zentraler Bildungsauftrag zu, der sich nicht nur an die weiterführenden Schulen richtet. Im Vortrag soll die Frage diskutiert werden, welchen Beitrag bereits die Grundschule leisten kann, um Kinder bei der Entwicklung ihrer demokratischen Handlungskompetenz zu unterstützen. Auch wenn spezifische Herausforderungen zu berücksichtigen sind, stellt - so die hier verfolgte These - die Grundschule einen Erfahrungsraum dar, der auf verschiedenen Ebenen für die Erweiterung der demokratischen Handlungskompetenz ihrer Akteur*innen genutzt werden kann und sollte.

 

 

 

 

 

 

Veranstaltungen im Wintersemester 2021/22

ICT Literacy revisited: Welche Kompetenzen werden in einer digital geprägten Welt benötigt? Konzeptionen, Befunde, Förderung.

Ein Vortrag von Dr. Martin Senkbeil (Universität Kiel)

Termin: 02. Februar 2022 um 17:00 Uhr
Veranstaltungsort: Videokonferenz (Zugang bei Anmeldung [boesesa(at)uni-hildesheim.de] erhältlich)

Den Ausgangspunkt des Impulsvortrags bilden verschiedene Rahmen- und Testkonzeptionen zur Beschreibung und Erfassung von ICT (Information and Communication) Literacy, die in den letzten Jahren formuliert wurden. Beim Vergleich zeigt sich, dass die von verschiedenen Seiten (z. B. KMK, BMBF, Europäische Kommission, empirische Bildungsforschung, Medienpädagogik) entwickelten Konzeptionen und Kompetenzmodelle  zwar zunehmend konvergieren, aber keineswegs deckungsgleich sind, d. h. unterschiedlichen Traditionen unterliegen und spezifische Schwerpunktsetzungen aufweisen.

Im zweiten Teil werden ausgehend von Konzeptionen, die im Rahmen großer Schulleistungs- und Panelstudien (z. B. International Computer and Information Literacy Study; Nationaler Bildungspanel) entwickelt wurden, zentrale Befunde dieser Studien zu ausgewählten Bereichen vorgestellt. Eine zentrale Herausforderung für Bildungspolitik und Schule stellen vor allem soziale Disparitäten in den digitalen Kompetenzen dar, aber auch sozial bedingte Unterschiede in der Art und Weise, wie und zu welchem Zweck Kinder, Jugendliche und Erwachsene digitale Medien außerhalb der Schule nutzen. Die bislang in den Studien ermittelten Befunde lassen befürchten, dass insbesondere substanzielle Anteile der Heranwachsenden aufgrund ihrer sozialen Herkunft von den Chancen der Digitalisierung ausgeschlossen werden. Abschließend soll skizziert werden, welche Maßnahmen für eine Förderung der digitalen Medienkompetenz an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen ergriffen werden könnten.

 

 

 

Zwischen Youtube-Erklärvideos und Fake-News: Herausforderungen für eine 'digitale Bildung

Ein Vortrag von Prof. Dr. Sven Kommer (RWTH Aachen)
Termin: 04. Februar 2022, 14:30-15:30 Uhr

Veranstaltungsort: digital via Zoom, der Link wird nach erfolgter Anmeldung bei panreck@uni-hildesheim.de kurz vor der Veranstaltung versendet

Das Forum Bildungsforschung wird sich ab dem Sommersemester 2022 mit Fragen rund um „Querschnittsthemen in der Lehrer*innenbildung“ befassen.

Den Auftakt hierzu bereitet am 04.02.2022 um 14.30 Prof. Dr. Sven Kommer, von der RWTH Aachen mit dem Vortrag „Zwischen Youtube-Erklärvideos und Fake-News: Herausforderungen für eine 'digitale Bildung'“. Der Vortrag ist zugleich Keynote für die Tagung „Beyond Boundaries: Politische Bildung aus interdisziplinärer und internationaler Perspektive“ die in Kooperation mit der DVPW-Sektion "Politikwissenschaft und Politische Bildung" in Hildesheim stattfindet.

Prof. Dr. Sven Kommer widmet sich mit seinem Vortrag dem Querschnittsthema der Digitalisierung von Bildung, wobei besonders das Aufkommen von dezentralen Bildungsangeboten verschiedener Institutionen und Privatpersonen auf YouTube und ihre Bedeutung für den klassischen Schulunterricht durchleuchtet werden. Überdies wird die Verbreitung von alternativen Fakten bzw. bewusst gestreuter Falschinformation als zentrale Herausforderung für schulische Bildung analysiert. Schließlich erörtert der Vortrag mögliche medienpädagogische Reaktionen auf die beschriebene Gemengelage.

Die Anmeldung zum Vortrag erfolgt über Isabelle Panreck: panreck@uni-hildesheim.de
Informationen zur Tagung erhalten Sie hier.

 

 

 

Vergangene Veranstaltungen im WiSe 21/22

Planungskompetenz von (angehenden) Lehrpersonen: Modellierung – empirische Befunde – Forschungsperspektiven

Ein Vortrag von Prof. Dr. Johannes König (Universität zu Köln)

Termin: 19. Januar 2022 um 17:00 Uhr
Veranstaltungsort: Videokonferenz (Zugang bei Anmeldung [boesesa(at)uni-hildesheim.de] erhältlich)

Die standardisierte Erfassung von Planungskompetenz erscheint als prosperierendes junges Feld der empirischen Bildungsforschung. Begonnen wird die Präsentation daher mit einem Überblick über aktuelle Entwicklungen verschiedener Ansätze und Modellvorstellungen, die Aufschluss darüber geben, was unter Planungskompetenz verstanden werden kann. Im Hauptteil werden am Beispiel der Arbeiten aus dem Projektkontext PlanvoLL (Planungskompetenz von Lehrerinnen und Lehrern) Modellierungsansätze sowie eine Reihe empirischer Befunde aufgezeigt. Hierbei wird zum einen auf die Möglichkeit eingegangen, auf Basis schriftlicher Planungen für Lehrproben der zweiten Ausbildungsphase (Referendariat) Planungskompetenz zu ermitteln. Zum anderen wird ein neu entwickelter, standardisierter Vignettentest zur Erfassung bei angehenden und berufstätigen Lehrkräften vorgestellt sowie auf empirische Befunde eingegangen, die in einer aktuell laufenden Studie mit diesem Instrument erzielt werden konnten. Auf Basis der bisherigen Arbeiten aus PlanvoLL wie auch mit Blick auf ähnliche Ansätze zur Erforschung von Planungskompetenz werden schließlich unterschiedliche Forschungsperspektiven aufgezeigt und zur Diskussion gestellt.

 

 


Kontextbasierte und adaptive Maßnahmen für effektive Lernunterstützung in der Weiterbildung

Ein Vortrag von Prof. Dr. Dirk Ifenthaler (Universität Mannheim)

Termin: 10. November 2021 um 17:00 Uhr
Veranstaltungsort: Videokonferenz (Zugang bei Anmeldung [schuet(at)uni-hildesheim.de] erhältlich)

Fortschritte in der Bildungstechnologie haben es ermöglicht, Einblicke in die Art und Weise zu geben, wie sich Lernende in der angebotenen Lernumgebung engagieren. Die daraus resultierende Verfügbarkeit riesiger Mengen (Big Data) von Bildungsdaten kann darstellen, wie Lernende mit Bildungsressourcen interagieren, und weitere Analysen können nützliche Einblicke in Lernverhalten, -prozesse und -ergebnisse liefern (Matcha et al., 2020). Folglich können personalisierten und adaptiven Lernumgebungen konzipiert werden (Fuchs et al., 2016; Pardo et al., 2019), welchen eine bedeutende Rolle für die Unterstützung jeglicher Lehr-Lern-Prozesse im Kontext der Weiterbildung zugeschrieben.

Umfangreiche Forschungsarbeiten mit Schwerpunkt in der Hochschulbildung zeigen die Wirksamkeit von personalisierten und adaptiven Lernplattformen hinsichtlich dem verbessertem Lernerfolg (Ifenthaler & Yau, 2020), der Reduzierung von Studienabbrüchen (Lacave et al., 2018) oder der gezielten Unterstützung von Lernprozessen (Ryan at al., 2019). Trotz der vorliegenden empirischen Evidenz hinsichtlich der Effektivität von personalisierten und adaptiven Lernplattformen ist eine flächendeckende Implementierung solcher Systeme noch nicht zu erkennen (Ifenthaler, 2020). Auch im Bereich der beruflichen Bildung liegen unzureichende Befunde im Hinblick auf die Wirksamkeit und Implementation von personalisierten und adaptiven Lernplattformen für die Weiterbildung vor (Seufert et al., in press).

Der Vortrag setzt genau an dieser Forschungs- und Implementationslücke an. Unter Berücksichtigung der heterogenen Voraussetzungen und flexiblen Bedingungen von Weiterbildungsprozessen sowie der Dynamik von Weiterbildungszielen verfolgt der Beitrag zwei Ziele: (1) Die Konzeption einer auf künstliche Intelligenz basierten Lernplattform wird vorgestellt. (2) Befunde aus Pilotstudien mit Stakeholdern aus dem Kontext der Weiterbildung zum Anforderungsprofil der Lernplattform werden diskutiert.