Inklusive Schulentwicklung und Lehrerbildung

Dienstag, 01. November 2016  / Alter: 1 Jahre

Während eines Fachtags befassen sich Experten aus Schule, Wissenschaft und Bildungspolitik mit inklusiver Schulentwicklung und Lehrerbildung. Seit fünf Jahren bildet die Universität Hildesheim in einem Weiterbildungsstudiengang Lehrerinnen und Lehrer sowie weitere Berufsgruppen fort. Die Universität reagiert damit auf die 2009 in Deutschland ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention, ein inklusives Bildungssystem umzusetzen, das Kinder und Jugendliche nicht ausschließt, sondern Teilhabe ermöglicht.

Schulalltag ist vielfältig. Wie arbeiten die unterschiedlichen Berufsgruppen zusammen? Über die Arbeit in multiprofessionellen Teams tauschen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Lehrkräfte während eines Fachtags an der Universität Hildesheim aus. Themenbild: Isa Lange/Uni Hildesheim

Während eines Fachtags befassen sich Experten aus Schule, Wissenschaft und Bildungspolitik mit inklusiver Schulentwicklung und Lehrerbildung [zum Programm]. Der Fachtag findet am Freitag, 4. November 2016, an der Universität Hildesheim statt. An der Veranstaltung wirken viele Beteiligte aus dem Projekt „Inklusive Lehrer_innenbildung“ mit. Im Projekt haben sie begonnen, Ansätze inklusiver Lehrerbildung zu entwickeln sowie Forschungsimpulse für die Auseinandersetzung mit Fragen inklusiver Unterrichts- und Schulentwicklung zu setzen.

Zum Auftakt des Fachtags spricht Professor Martin Heinrich, Wissenschaftlicher Leiter des Oberstufen-Kollegs in Bielefeld, über inklusive Schulentwicklung im Mehrebenensystem. Anschließend stellen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – zum Teil gemeinsam mit Studierenden – Ergebnisse aus Forschungswerkstätten vor, die in Workshops besprochen und diskutiert werden. Die Sprachwissenschaftlerinnen Barbara Graßer und Lilia Tschudinovski sprechen über Mehrsprachigkeit in Bildungseinrichtungen.

Wie arbeiten unterschiedliche Berufsgruppen im Schulalltag zusammen? Professorin Melanie Fabel-Lamla hat gemeinsam mit Studierenden multiprofessionelle Zusammenarbeit in Schulen untersucht und gibt Einblicke in die Forschung. Der Sozialpädagoge Andreas Oehme spricht über Schulbegleitung und Schulsozialarbeit in der inklusiven Schule und stellt ein Projekt zur multiprofessionellen Kooperation aus dem Landkreis Hildesheim vor. Über Herausforderungen und Chancen für Inklusion im naturwissenschaftlichen Unterricht sprechen Peter Düker und Professor Jürgen Menthe. Professorin Vera Volkmann und Gianna Wilm geben anhand videographischer Studien Einblicke in Sportunterricht unter den Bedingungen von Heterogenität und Inklusion. Aktuelle Projekte interkultureller Bildungsforschung stellt die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Viola B. Georgi vor. Der Diplompädagoge Jan Voß bietet einen Workshop an, der sich mit dem kommunalen Index für Inklusion befasst. Auch in den Bereichen Politikvermittlung in inklusionsrelevanten Kontexten, Kommunikation, inklusives historisches Lernen sowie inklusionssensible Diagnostik werden Workshops angeboten und es besteht die Möglichkeit, in einen Austausch zu kommen.

„Wir laden ein zum Dialog über inklusive Schulentwicklung und Lehrer_innenbildung“, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Anna Moldenhauer. In einer Podiumsdiskussion diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem Schulleiter der Integrierten Gesamtschule Hannover-Linden, Peter Schütz, der Lehramtsstudentin Maja Vogt sowie Ute Wormland, Referatsleiterin für „Inklusion im Bildungswesen“ im Niedersächsischen Kultusministerium.

Inklusionsstudiengang der Universität Hildesheim feiert fünfjähriges Jubiläum

Seit fünf Jahren bildet die Universität Hildesheim im Weiterbildungsstudiengang „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“ Lehrerinnen und Lehrer sowie weitere Berufsgruppen fort. Im Rahmen des Fachtags feiert der Studiengang sein Jubiläum. Der Weiterbildungsstudiengang wurde zum Wintersemester 2010/2011 in Kooperation mit einer Schweizer Hochschule entwickelt. Die Universität reagiert damit auf die 2009 in Deutschland ratifizierte UN-Behindertenrechtskonvention, ein inklusives Bildungssystem umzusetzen, das Kinder und Jugendliche nicht ausschließt, sondern Teilhabe ermöglicht. Der Umgang mit Heterogenität und der Einsatz einer inklusiven Pädagogik ist heute eine sehr bedeutungsvolle Aufgabe im Bildungswesen. Im Studiengang entwickeln die Pädagoginnen und Pädagogen Wege, um konstruktiv mit den unterschiedlichen sozio-kulturellen, körperlichen und biografischen Voraussetzungen von Kindern und Jugendlichen umzugehen.

Über einen Zeitraum von zwei Jahren kommen berufstätige Studierende jeden Monat in Hildesheim zusammen. Manche sind 25, andere bereits 55 Jahre. „Die Studierenden schätzen den Austausch in den heterogenen Lerngruppen“, sagt die Studiengangskoordinatorin Cindy Bergt. Die Universität Hildesheim bildet inzwischen Personen aus Schulen, Hochschulen, Volkshochschulen und Kindertagesstätten fort. Im aktuellen Jahrgang werden zudem Schulbegleiter qualifiziert. Bisher sind diese oft ohne pädagogische Ausbildung.

Bewerbungen um einen Studienplatz im Weiterbildungsstudiengang „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“ sind noch möglich. Die mehrtägigen Seminare können auch einzeln belegt werden Wer sich für das Studium interessiert oder Fragen zu Fortbildungsmöglichkeiten hat, kann sich bei der Studiengangskoordinatorin Cindy Bergt melden (05121.883-92300).

Weitere Informationen:

Projekt „Inklusive Lehrer_innenbildung“ (iLeb)

Studiengang „Inklusive Pädagogik und Kommunikation“

Von: Pressestelle, Isa Lange [erstveröffentlicht am 20.10.2016]

Schulalltag ist vielfältig. Wie arbeiten die unterschiedlichen Berufsgruppen zusammen? Über die Arbeit in multiprofessionellen Teams tauschen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Lehrkräfte während eines Fachtags an der Universität Hildesheim aus. Themenbild: Isa Lange/Uni Hildesheim