Gegen Aufschieberitis und Schreibblockaden - Review zur Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten

Mittwoch, 09. März 2016  / Alter: 2 Jahre

22 Uhr, draußen ist es bereits dunkel, eine nasskalte, unwirtliche Nacht Anfang März. Und doch: eine ungewöhnlich rege Betriebsamkeit herrscht zu später Stunde in der Universitätsbibliothek. Das typische Klackern von Laptoptasturen ist zu vernehmen, Gemurmel von einer Schreibberatung schwebt durch den Katalogsaal, zwischendrin das leise Piepgeräusch der Barcodescanner an der Leihstelle. Im Foyer des Gebäudes duftet es herrlich nach Kaffee und selbstgebackenen Muffins.

Grund für die verlängerte Öffnungszeit der Bibliothek ist die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“. Weltweit öffnen Schreibzentren und Bibliotheken ihre Pforten, um Schreibenden einen Raum zu geben, effektiv Prokrastination und Schreibblockaden entgegen zu wirken, und um in Ruhe - und dennoch gemeinsam- zu arbeiten.

Von 20-02 Uhr, in der Nacht vom 03. auf den 04. März, war die Universitätsbibliothek Hildesheim in diesem Jahr erstmals Veranstaltungsort der Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten. Organisiert wurde sie vom Lese- und Schreibzentrum der Stiftung Universität Hildesheim in Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek.

Nach einer kurzen Begrüßung und einer Talkrunde unter der Leitung von Dr. Mario Müller (Editorial Director Print & Digital Publishing des Hildesheimer Universitätsverlags) zum Thema "Schreibstrategien" mit Frau Prof. Dr. Irene Pieper (Institut für Deutsche Sprache und Literatur  und Leiterin LSZ), Fr. Dr. Ulrike Bohle (Institut für Deutsche Sprache und Literatur) und Dr. Dennis Wolf (Institut für Sportwissenschaft) erfolgte der offizielle Start in die Schreibnacht.

Insgesamt waren über einhundert Schreibende anwesend, um in den Räumlichkeiten der Bibliothek an ihrem Projekt zu arbeiten. Und sie hatten Kondition: noch um 01:30 Uhr arbeiteten sie konzentriert als Einzelkämpfer_innen oder in Grüppchen und begaben sich hin und wieder in die Regalreihen, um literarischen Nachschlag zu nehmen.

Unterstützung gab es dabei durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LSZ und der UB, die den Studierenden in einer persönlichen Schreibberatung, bei der Literaturrecherche und im Umgang mit Literaturverwaltungsprogrammen wie "Citavi" weiterhelfen konnten. Ein Buffet mit Fingerfood und Kaffee, sowie Schreibtischyoga und eine Nachtwanderung halfen dabei, konzentriert zu bleiben und die aufkommende Müdigkeit zu vertreiben. Wer zwischendurch abschalten wollte, begab sich in die Leselounge der UB, hier konnte in entspannender Atmosphäre den Livetweets zur Langen Nacht über Twitter gefolgt werden.

Die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten 2016 war ein großer Erfolg, der im nächsten Jahr wiederholt werden will.