Vorstellung des Jahrbuches für historische Bildungsforschung 2018

12. Dezember 2018, 18:30 Uhr

Im Rahmen der Veranstaltung "68: Die alternative Universität von Paris/Vincennes" wird in der UB das Jahrbuch für historische Bildungsforschung 2018 vorgestellt, das sich mit Generationen- und Geschlechterverhältnissen im Kontext von 68 befasst. Daran nehmen Meike Sophia Baader, Rita Casale, Michael Corsten, Catrin Dingler und Toni Tholen als Diskutierende teil.

Thema der im Vorfeld stattfindenden Veranstaltung ist die alternative Universität von Paris/Vincennes, eine Universität, deren Gründung 1969 unmittelbar mit den Ereignissen des Mai 1968 zusammenhing. Als Experimental- und Modellhochschule sollte sie eine moderne Idee von Universität verkörpern und war dabei neuesten pädagogischen Ansätzen verpflichtet. Gezeigt wird zunächst ein Film der Filmemacherin Virginie Linhart, der die Geschichte dieser Universität erzählt. Dabei kommen auch namhafte Intellektuelle wie Hélène Cixous, Michel Foucault, Felix Guattari, Gilles Deleuze und Jacques Lacan zu Wort. Nach einer gemeinsamen Diskussion über den Film halten Prof. Dr. Rita Casale und Catrin Dingler einen Vortrag, in dem sie sich mit dem Film, mit der alternativen Universität und ihrer Bedeutung auseinandersetzen.

Die komplette Veranstaltung ist öffentlich und natürlich kostenfrei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Informationen und Zeiten zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie im Flyer zur Veranstaltung als PDF.

Literarischer Salon im Wintersemester 2018/2019

Literarischer Salon im WiSe 2018/19

14. November 2018, Lesung

Karen Susan Fessel: Mutter zieht aus

„Was hinterlässt diese Generation alter Frauen?“ fragt sich die Autorin des autobiographischen Romans, als ihre Mutter alleine in ihrem Haus stürzt, sich den Oberschenkel bricht und in der Folge ausziehen muss. Der Abschied vom Haus, als einem Lebens- und Kindheitsort, wird zur Befragung einer Mutter- und einer Tochterbiographie, die sich ineinander spiegeln und gegenseitig erhellen. In der erzählerischen Rekonstruktion werden generationelle Muster eines aktuellen Themas sichtbar. Wir freuen uns auf die Lesung aus dieser feinfühligen, reflektierten Annäherung an das Thema Altern und auf das Gespräch mit der Autorin. Gefördert mit Mitteln des Gender Vorab.

 

28. November 2018, Dichter Dran!

Christine Nöstlinger: Wir pfeifen auf den Gurkenkönig

Unser Klassiker kommt in diesem Semester aus der Feder der großen Österreicherin, die diesen Sommer in hohem Alter gestorben ist: 1972 – vier Jahre nach 1968 – erschienen, ist dieser phantastische Kinderroman einer, der bleibt. Bei den vom autoritären Vater dominierten Hogelmanns taucht am Ostersonntag(!) der Gurkenkönig, „König Kumi-Ori das Zweit”, auf, erwartet Handküsse, erhält väterliches Asyl und löst am Ende eine Revolution der Kinder aus. Erzählt wird aus der Perspektive des 12-jährigen Wolfgang entlang der „Deutschlehrergliederung”, und dies mit so viel Komik, dass wir uns auf einen auch vergnüglichen Abend freuen.

 

13. Dezember 2018, Lesung

Jan Wagner: Eine Wiege

Jan Wagner gehört mittlerweile zu den bekanntesten deutschen Gegenwartslyrikern. Seine Texte nehmen Alltägliches poetisch in den Blick, wirken so vertraut und doch fremd. Kurz: Sie machen neugierig! Gedichte über Unkraut und Ungeziefer stehen neben Gedichten über Kindheitserinnerungen, Fußballkneipen und Lateinlehrer. Was verbirgt sich hinter Titeln wie Teebeutel, Rettich oder Alter Biker? Bei allem Alltagsbezug zeugt Wagners Lyrik von einer großen Lust am Spiel mit der Sprache und einem virtuosen Umgang mit traditionsreichen Formen. An diesem Abend wird Wagner aus seinem jüngst erschienenen Gedichtband lesen. Gefördert vom DEUTSCHEN LITERATURFONDS e.V.

 

23. Januar 2019, Gespräch

Gianna Molinari: Hier ist noch alles möglich

Gianna Molinari lotet in ihrem Roman „Hier ist noch alles möglich“ Grenzen aus: sichtbare wie unsichtbare. Grenzen, die der Wolf überschritten hat, als er auf das Gelände der Wellkartonanlagenfabrik vorgedrungen ist. Aber ist er das überhaupt? Die Protagonistin des Romans, die Nachtwächterin der Fabrik, versucht des Wolfs habhaft zu werden, wenn auch zunächst nur durch Erzählungen, Notizen, Skizzen und Fotografien, die ihr und dem Leser/der Leserin dabei helfen, zumindest der eigenen Wahrnehmungen habhaft zu werden. Denn: wenn alles möglich ist, was ist dann real? Nicht nur dieser Frage werden wir im Gespräch nachgehen.

Buchvorstellung "The sociology of knowledge approach to discourse"

Buchcover: The Sociology of Knowledge Approach to Discourse: Investigating the Politics of Knowledge and Meaning-making

Buchvorstellung mit den Herausgebenden: Reiner Keller (Universität Augsburg), Anna-Katharina Hornridge (Universität Bremen) und Wolf J. Schünemann (Universität Hildesheim). Moderiert von Arne Böker (Leibniz Universität Hannover).

25. Oktober 2018, 18:15 Uhr

Das Buch führt erstmals Anwendungen der Wissenssoziologischen Diskursanalyse (WDA) in englischer Sprache zusammen und macht sie für ein internationales Publikum sichtbar.

Die Ende der 1990er Jahre von Reiner Keller entwickelte WDA hat zu einer Reorientierung qualitativer Sozialforschung zur Untersuchung gesellschaftlicher Formen, Strukturierungen und Prozessen der Konstruktion von Sinn und Wirklichkeit beigetragen. Sie verknüpft wissenssoziologische mit poststrukturalistischen Denk- und Untersuchungsweisen und bietet ein Forschungsprogramm zur systematischen Analyse von Diskursen. Sie bietet zugleich einen epistemologischen Raum zur Erforschung von gesellschaftlichen Deutungsprozessen in diversen kulturellen Kontexten. Die WDA ist geeignet für diverse Forschungsgegenstände sowie offen für gegenstandsabhängige Weiterentwicklungen. Dieses Buch präsentiert ebensolche Anwendungen und Weiterentwicklungen des Ansatzes aus diversen Feldern, Disziplinen und gesellschaftlichen Kontexten. Dabei fokussieren die Beiträge in der Regel auch auf methodologische Fragen und den konkreten Forschungsprozess.

 

Die Veranstaltung ist natürlich kostenfrei findet in deutscher Sprache statt und beginnt um 18:15 Uhr in unserer Leselounge.

Wir freuen uns auf Sie!

Liv & Leif - Die Wurzeln des Schicksals

Autorenlesung mit Katja Hemkentokrax und Dennis Schwark.

31. Mai 2018, 18 Uhr

Eigentlich läuft Livs Leben gerade ziemlich perfekt, als mit einem Mal alles aus den Fugen gerät. Nachdem sie in einen Verkehrsunfall mit dem überheblichsten Typen überhaupt verwickelt wurde, treibt dieser Leif sie fast in den Wahnsinn. Doch als ihre Mitmenschen plötzlich alle verrücktspielen, scheint der Vollidiot aus ihrer Schule als einziger noch normal zu sein. Verliert sie den Verstand oder alle anderen?

Im Sommer 2017 begann das Hildesheimer Autorenduo Katja Hemkentokrax und Dennis Schwark die Arbeit an ihrem gemeinsamen Debütroman `Liv & Leif: Die Wurzeln des Schicksals´

Kurz nach der Fertigstellung wurde das Buch im Rahmen eines vom Arena-Verlag veranstalteten Schreibwettbewerbs  auf der Frankfurter Buchmesse 2017 zum Leserliebling gekührt.

Daraus folgte eine Zusammenarbeit der beiden Autoren und des Verlages, in dessen e-book Sparte digi:tales das Buch am 09 März 2018 veröffentlicht wurde.

Die Lesung beginnt um 18 Uhr in Leselounge und ist, wie immer, öffentlich und kostenfrei.

Wir freuen uns auf Sie!

Literarischer Salon im Sommersemester 2018

3.5. Lesung

Daniela Danz: Lange Fluchten

Cons ist auf der Flucht. Niemand, am wenigsten er selbst, weiß aber, wovor. Wo und warum kam ihn sein Leben, seine Familie abhanden? Warum lebt er weiterhin im unteren der beiden als Provisorium gedachten Container mit Blick auf die Bauruine, die einmal ihr Familienheim hatte werden sollen? Als sein ältester, krebskranker Freund sich umbringt, scheinen sich die Mauern, die Cons vom Leben trennen, für einen Augenblick zu öffnen. Ein Familienausflug ans Meer soll einen Neuanfang ermöglichen. Danz eröffnet Einsichten in das Innenleben eines scheiternden, kämpfenden Mannes. Wir freuen uns auf das Gespräch mit der Autorin. (624)

 

30.5. Dichter dran!

Heinrich von Kleist: Die Verlobung von St. Domingo

Haiti 1803: Angesteckt von den Ideen der Französischen Revolution wehren sich die aus Afrika verschleppten Sklaven gegen ihre weißen Beherrscher. Der Aufstand setzt die Inseln in Brand und verkehrt die Verhältnisse. Zutrauen – Misstrauen – Vertrauen sind die zentralen Begriffe von Kleists Erzählung, deren Höhepunkt ein Verrat bildet, der eigentlich keiner ist und gleichzeitig aber doch – in jedem Fall ist es ein Verrat aus Liebe, ein Akt der puren Verzweiflung um der Rettung des Geliebten willen. Eine Erzählung, die zum Nachdenken über die Liebe, über Geschlechterbeziehungen und Rassismus anregt. (603/620)

 

13.6. Angela Krauß: Eine Wiege

„Wohin versinkt unaufhörlich, was wir erleben?“ fragt Angela Krauß in ihrem vielbeachteten Gedichtband von 2015. Sie spürt dem Gedächtnis nach, umfängt die Leser/innen mit ihren dichten Versen und holt uns hinein in die kleine Welt. Fotos der Leipziger Kindheit ergänzen die kurzen Stücke, die mitunter fragen, feststellen, erzählen, aber keinem großen Bogen verpflichtet sind. Leise und poetisch zeichnet Krauß Bilder der Nachkriegszeit, solche der 2010er Jahre, auch solche, die eher in eine Traumwelt führen. Eine Wiege ist sicherlich ein vielversprechender Gesprächsanlass für den Besuch der Autorin in unserem Salon.

 

27.6. Gespräch zu einer Neuerscheinung

Isabel Fargo Cole: Die grüne Grenze

Ein junges Künstlerpaar zieht von Berlin in das kleine Dorf Sorge am Fuße des Harzer Brockens. Es ist Sommer 1973, Sorge liegt in der Sperrzone, einem streng überwachten Grenzgebiet der DDR. In dieser bedrückenden, aber doch vom Zauber der umgebenden Natur geprägten Atmosphäre versuchen die beiden einen Neuanfang, bringen ein Kind zur Welt und gehen ihrer künstlerischen Arbeit nach. Thomas plant einen historischen Roman über das Mönchstum im mittelalterlichen Harz. Vergangenheit und Gegenwart, Imagination und Wirklichkeit überlagern einander mehr und mehr, bis das Paar von seiner eigenen Geschichte eingeholt wird. (622)

Ein Rätselhinweis in der UB
Ein Buch Katalogisieren
Ein Buch inventarisieren

Boys Day 2018

Seit 2013 ist die Universitätsbibliothek Teil des Zukunftstags an der Universität Hildesheim. Jungen der Schulklassen fünf bis sechs können bei uns  an diesem Tag den Beruf eines wissenschaftlichen Bibliothekars oder des Fachangestellten für Medien und Informationsdienste kennen lernen.

In diesem Jahr erlebten die Jungen den Weg des Buches in einer Bibliothek. Nach einer Führung durch die Universitätsbibliothek, mussten die Jungen Aufgaben lösen und sich durch Literaturrecherche den Weg durch unsere Bestände ebnen. Ziel war unser Kompaktmagazin in welchem sie mit Hilfe einer Schatzkarte eine Kiste mit Jugendbüchern vorfanden, die natürlich in unseren Bestand eingearbeitet werden wollten. Die Jungs katalogisierten, stempelten und beklebten fleißig ihre Bücher, in denen während einer kleinen Pause auch schon ordentlich gelesen wurde.

Ein ISBN-Rätsel sorgte noch für Kopfqualmen, bevor wir die Jungen mit ihren Büchern und einem Universitätsbeutel mit kleinen Überraschungen (und vielleicht mit dem neuen Berufswunsch Bibliothekar) verabschiedet haben.

Auch für uns Bibliotheksmitarbeiterinnen sind die Fragen und das Interesse der Jungs zur Bibliothek immer wieder lehrreich und überraschend. Es ein schöner Tag und wir freuen uns schon auf den nächsten Boys Day!

Die Lehrer-Challenge - Autorenlesung

Am 18. April ist Autriche (Pseudonym) zu Gast in der UB und liest aus seinem Buch "Die Lehrer-Challege". Ein Werk, gerichtet an angehende, aber auch erfahrene Pädogogen: "Lehrer? Das sind doch die oft bebrillten Zeitgenossen, mit der Lizenz zum Recht haben." Na ja. Brillenträger ist Autriche. Aber er sieht sich eher als Pädagoge und möchte seinen Lesern mit dem nötigen Ernst, viel Humor und einer geballten Ladung Satire mit diesem Buch zeigen, wie erfüllend es für Lehrkräfte ist, als Pädagoge zu wirken.

Die Grundvoraussetzung dafür bildet das pädagogische Dreigestirn: Pflicht + Idealismus + Empathie.

Die Lesung beginnt um 18 Uhr in unserer Leselounge und ist, wie immer, kostenfrei.

Die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten 2018

Jedes Jahr am ersten Donnerstag im März laden Schreibzentren zusammen mit Bibliotheken Studierende zu einer gemeinsamen Schreibnacht ein.  An über 50 Unis und Hochschulen im deutschsprachigen Raum und in den USA treffen sich tausende Studierende, um in motivierender Atmosphäre gemeinsam zu schreiben, sich zu inspirieren, aufgeschobene Arbeiten endlich anzupacken oder begonnene anzuschließen.

Diese Jahr ist bereits zum dritten mal auch die Universitätsbibliothek Hildesheim mit dabei, die Mitarbeiter_innen der Bibliothek und das bereits in der Langen Nachterfahrene Team des Lese- und Schreibzentrums der Universität Hildesheim unterstützen die Studierenden mit Schreibberatung, Workshops, Recherchehilfen, Schreibtischsport oder Snacks

Unter dem Hashtag #lndah können sich Teilnehmer und Veranstalter über Twitter und Facebook miteinander vernetzen.

Ausstellung "Selbstbildnis - Kunstgebunden" Digitale Porträts und Künstlerbücher

Ausstellung vom 06. Februar bis 09. März 2018 Die weiße Seite kann der Ort sein, an dem sich Kunst und Künstler/in manifestieren. Die Ergebnisse der Seminare „Kunstgebunden“ (Leitung: Jan Schönfelder) und „Selbstbildnisse“ (Leitung: Jacqueline Moschkau) zeigen, wie Kunst in buch-gebundener und digitaler Herstellung Formen des künstlerischen Subjekts und Objekte der künstlerischen Reflexion sein können.

 

„Kunstgebunden“: Bücher als Kunstwerke sind vom Künstler oder der Künstlerin gemacht oder autorisiert. Die meisten Konventionen sind dabei gesprengt worden: Buchdeckel? Text? Seiten? Eine Geschichte? Papier? Durchaus verzichtbar im Künstlerbuch; Auflage? Einzelstück? Alles möglich. Die ausgestellten Bücher setzen sich mit vielen Facetten einer kunst-gebundenen Form auseinander. Die Abfolge des Nacheinander der Seiten wird aufgehoben im Buchvorhang, das Erzählen einer Geschichte fehlt im Atlas der gleichgroßen Länder.

„Selbstbildnisse – Automedialität und Photoshop“: Die Automedialitätsforschung war der Ausgangspunkt, um den Zusammenhang von Selbstdarstellung und Selbstformung im Kontext der Gendertheorie zu durchdenken. Mit Fragen nach der Autorschaft bei Selbstbildnissen, nach Konstruktionen des Blickes in Bezug auf Geschlechterrollen und -verhältnissen sowie dem Medium, welches das Selbst sichtbar werden lässt, wurde das Thema theoretisch und praktisch erörtert.

Aufbauend auf die behandelte Theorie gestaltete jede/r ein eigenes Selbstportrait mit im Seminar erworbenen Bildbearbeitungsfähigkeiten. Hierbei beschäftigten wir uns mit Fragen nach dem eigenen Selbstbild und wie jede/r Einzelne das eigene Selbst begreift. Die ausgestellten Werke sind Einblicke, Spiegel, Darstellungen unserer selbst.

 

Abbildungen:
Links: Lea Joppich, Permanente Interpretationsreleanz, 2016

Rechts: Ali Syaaban (unsplash.com)

Buchvorstellung: "Philosophieren in einer globaliserten Welt" und "Philosophiegeschichtsschreibung in globaler Perspektive"

Dienstag, 16. Januar 2018 um 18:00 Uhr

Leselounge der Universitätsbibliothek

Eine verflechtungsgeschichtliche, globale Perspektive auf verschiedene Weisen des Philosophierens. Herr Prof. Dr. Rolf Elberfeld stellt die beiden im September 2017 erschienenen Werke als Autor und Herausgeber vor.

 

 

Literarischer Salon im Wintersemester 2017/18

15. November 2017 Lesung: Marlene Röder, Cache

Max und Leyla sind schon lange ein Liebespaar. Trotz ihrer unterschiedlichen sozialen Herkunft scheint sich alles perfekt zu entwickeln. Als plötzlich der geheimnisvolle Red auftaucht, und sie mit seinen Geo-Chaches quer durch Berlin schickt, werden die geordneten Strukturen aufgebrochen. Mit dem ständigen Sprung zwischen den Erzählsituationen, der Thematisierung typischer Adoleszenzaufgaben, digitaler Hobbies und alternativer Lebensweisen zeigt Marlene Röder, dass Jugendliteratur ebenso virtuos wie überraschend wirken kann. Neben ihren Erzählungen sorgt die Autorin mit Cache für ein verrücktes Leseerlebnis.

 

6. Dezember 2017 Literarisches Gespräch zu einer Neuerscheinung

Reinhard Kleist, Der Traum von Olympia. Die Geschichte von Samia Yusuf Omar

In seiner 2016 bei Carlsen erschienenen Graphic Novel Der Traum von Olympia nimmt Reinhard Kleist künstlerisch Bezug auf die Flüchtlingskrise. Reale Vorlage für seinen Comic ist die tragische Geschichte der somalischen Olympialäuferin Samia Yusuf Omar, die auf ihrer langen Flucht nach Europa im Mittelmeer ertrunken ist. Das anrührende Schicksal der jungen Samia und ihren beschwerlichen Weg nach Europa setzt Kleist in eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Zeichnungen in Szene, die oft ohne viele Worte auskommen. Exemplarisch verweisen sie auf das Schicksal von Millionen von Menschen, die auf der Flucht sind.

 

10. Januar 2018 Lesung: Zehra Çırak, Gedichte und kurze Prosa

In ihren Gedichten und Erzählungen holt Zehra çırak abseitig Vertrautes, Übersehenes und doch Präsentes ans Licht der Sprache. Da ist Kara, die es liebt, Papiertaschentücher und andere weiche Gegenstände zwischen ihren Fingern zu kleinen Kügelchen zu rollen. Oder Cornelius, der nur auf einer mit warmem Wasser gefüllten Luftmatratze schlafen kann. Da sind der sprechende Stein, der eigentlich nicht gehört werden will, und die Familienbilder, die trotz ihres sorgfältigen Arrangements manches spüren lassen, was nicht zu sehen ist. In einer Mischung aus Witz und Melancholie, oft direkt, aber immer behutsam evoziert çırak Szenen, die noch lange im Gedächtnis bleiben.

 

24. Januar 2018 Dichter dran! Adelbert von Chamisso: Peter Schlemihls wundersame Geschichte

Es scheint ein so gutes Geschäft, das der freundliche Alte anbietet: ein Geldsack, der niemals leer wird, im Tausch gegen den eigenen Schatten. Peter Schlemihl schlägt ein – doch bald schon macht der jetzt Schattenlose Bekanntschaft mit sozialer Ausgrenzung, falschen Freunden und verschmähter Liebe, die auch sein neu erworbener Reichtum nicht verhindern kann. Er will den Tausch rückgängig machen, aber das hat seinen Preis...

Mit Peter Schlemihls wundersamer Geschichte steht ein so spannender wie einschlägiger Text der deutschen Frühromantik auf dem Programm.