Workshops

1. Workshop: „Partner_innengewinnung“

 Am 06. November 2017 fand in der Aula des Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim unter dem Titel „Partnergewinnung“ der erste von insgesamt drei Workshops im Rahmen des Projekts BeSt F:IT statt. Der Workshop wurde ausgerichtet vom Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik und vom Gleichstellungsbüro. Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung des Projektteams durch Charlotte Schiller, Wissenschaftliche Mitarbeiterin in BeSt F:IT, übernahm das Podium Dr. Silvia Lange, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Hildesheim und Teilprojektleitung. Dr. Lange betonte in ihrer Begrüßung die Wichtigkeit von Maßnahmen zur Erweiterung des Berufswahlspektrums von Mädchen und jungen Frauen. Als Gastredner konnte das Projektteam Matthias Ullrich, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim Region (HI-REG) mbH, gewinnen. Herr Ullrich warb für den frühen Einbezug von Jugendlichen in Maßnahmen zur Fachkräftesicherung und verwies im Besonderen auf das Format Jugend forscht, um junge Talente frühzeitig zu akquirieren. Mit einem Überblick über Intention und Ziel des BeSt F:IT Projekts, schloss Prof. Dr. Ralf Knackstedt, BeSt F:IT Projektleitung, den Willkommenspart und leitete über zum praktischen Teil des Workshops.  

Workshop

Die Teilnehmer_innen teilten sich in vier Gruppen auf. Die Gruppenleitung übernahm jeweils ein/e geladene/r Multiplikator/in. Die insgesamt vier Multiplikator_innen sollten die Gruppendiskussionen mit Ihrer Expertise bereichern und lenken, die generierten Ergebnisse auf Flipcharts fixieren und diese im Anschluss dem Plenum vorstellen. Zur Bearbeitung wurden zwei Schwerpunkthemen vorgegeben, das Thema Ansprache von Unternehmen und Ansprache von Bildungsinstitutionen, welche jeweils auf zwei Gruppen übertragen wurden. Die Gruppenleitung für das Thema Ansprache Unternehmen übernahmen Ute Kempf, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Kompetenzzentrums für Technik-Diversity-Chancengleichheit (Bielefeld), und Frank Willmann, Mitarbeiter der IHK Hannover und verantwortlich für die Bereiche duale Berufsausbildung und Einstiegsqualifizierung. Für den Themenschwerpunkt Ansprache von Bildungsinstitutionen leiteten Elke Rühmeier, Online Redakteurin bei Gleichberechtigung und Vernetzung e.V. und der Webseite genderundschule.de und der Geschäftsführer des Netzwerks SchulePlus, Christian Johann, die Diskussionsgruppen.

Ergebnisse Ansprache Unternehmen

In den vier Kleingruppen ergab sich ein äußerst reger, produktiver und durchaus kontroverser Austausch. Bedarf sah man in einer gezielteren Ansprache von Frauen auf Berufsmessen. Auch Schule wurde als ein Ort gesehen, in dem Unternehmen sich intensiver um den potenziellen Mitarbeiter_innennachwuchs engagieren könnten. Hier lag die Betonung auf einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen den vielen verschiedenen Akteur_innen. Damit die Verbindung zwischen IT und Alltagswelt glücken kann, sehen die Teilnehmenden des Workshops die Vermittlung eines realistischen Bildes in Abgrenzung zum negativen Image der IT als wichtigsten Ansatzpunkt. Gleichzeitig wurde die konkrete Darstellung von IT als Exponat, d.h. die Frage nach passendem Anschauungsmaterial als Schwierigkeit diskutiert. Grundsätzlich sollte es Anschauungsmaterial geben, welches möglichst einfach und niedrigschwellig zur weiteren Vertiefung, im Sinne eines „Easy to learn – difficult to master“, einlädt.

 

Zur Frage nach den Verknüpfungsmöglichkeiten mit der BeSt F:IT Plattform seitens der Unternehmen entstanden auf der Ebene der konkreten Verknüpfung gute Ideen, wie beispielsweise die Integration eines Diskussionsforums für Schüler_innen oder eine Matching-Funktion, um Schülerinnen nach ihrer Interessenslage mit Unternehmen oder Rollenmodellen zu matchen. Auf inhaltlicher Ebene wurde angeregt, den Unternehmen die Möglichkeit zu geben, nicht werblich Produkte und/oder Produktentstehung, etwa Frontend –Entwicklung, zu zeigen. Wichtig sei auch, bei der Porträtierung von IT-lerinnen, neben den Erfolgen ebenso Rückschritte und Hindernisse sowie alternative Wege ins Berufsfeld, wie Quereinstiege, transparent zu machen.

Ergebnisse Ansprache Bildungsinstitutionen

Auf Seiten der Bildungsinstitutionen sind eine Vielzahl von Maßnahmen genannt worden, die sich mehrheitlich in den Bereichen Praxisvermittlung und strukturelle Ansätze ansiedeln. Neben Schnupperangeboten, praxisbezogenen Messen, Berufsorientierung, Portale („YouWiPad“), Tests wurden als strukturelle Maßnahmendesiderate die frühe (ab Primärstufe) Vermittlung von Medienkompetenzen und Informatik als Schulfach/ MINT als Pflichtfach für Mädchen sowie eine stärkere Anwendungsorientierung innerhalb dieser Fächer bemängelt.

Hinsichtlich der Frage nach dem optimalen Zugang von Seiten des Projekts auf die Bildungsinstitutionen ist deutlich geworden, wie wichtig konkrete Ansprechpersonen, Schulleiter_innen, Lehrkräfte für Berufsorientierung, aber evtl. ebenso SuS und informelle Netzwerke, Arbeitsagenturen, BIZ etc. sind. Es bieten sich im Laufe des Schuljahres unterschiedliche Gelegenheiten, die BeSt F:IT nutzen könnte, zum Beispiel Fortbildungen oder den Zukunftstag, um die Schulen zu erreichen. Vor allen die Lehrkräfte die für die Berufsorientierung zuständig sind, nehmen hier eine Schlüsselrolle ein. Die Sichtbarkeit des Projekts erhöht sich zusätzlich, wenn BeSt F:IT mit Plattformen (4teachers, dateyourjob, AWT etc.) kooperiert, die von Lehrkräften wie von SuS häufig frequentiert werden.

Nach der Präsentation der Ergebnisse aus den Diskussionsgruppen hatten alle Teilnehmenden die Gelegenheit sich bei einem Imbiss weiter auszutauschen.

 

 

Impressionen Workshop BeSt F:IT 2017