Projekthintergrund

Verbundprojekt: Entwicklung eines virtuellen IT-Berufs- und Studienorientierungsangebots für Frauen (BeSt F:IT)
Programm: Strategien zur Durchsetzung von Chancengleichheit für Frauen in Bildung und Forschung! („Erfolg mit MINT – Neue Chancen für Frauen“)
Kontakt: Charlotte Schiller, M.A.
Stiftung Universität Hildesheim
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Gleichstellungsbüro
bestfit[at]uni-hildesheim.de
Projektleitung: Univ. Prof. Dr. Ralf Knackstedt
Stiftung Universität Hildesheim
Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik
Leiter der Abteilung für Informationssysteme und Unternehmensmodellierung
ralf.knackstedt[at]uni-hildesheim.de
Projektlaufzeit: 01.03.2017 – 28.02.2020
Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Förderkennzeichen: 01FP1634

Motivation

BeSt F:IT will Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 18 Jahren, zu einem Zeitpunkt, in dem das Interesse bei diesem Personenkreis an IT signifikant abnimmt, mit einem interaktiven Ansatz für (regionale) IT-Ausbildungsberufe und IT-Studiengänge motivieren. Dabei soll deutlich werden, dass IT weder ausschließlich auf abstrakten Techniken aufbaut, noch nach einem Y-Chromosom verlangt.  Unter der Berücksichtigung der Heterogenität der Zielgruppe und ihren individuellen Voraussetzungen, im Kern Schülerinnen der Klassen 9 bis 13 unterschiedlicher Schulformen, aber ebenso Jungen, soll mit BeSt F:IT eine Methode erprobt werden, die den Ansprüchen an Gender- und Diversitätsgerechtigkeit entspricht. BeSt F:IT möchte mit Fokus auf IT-Ausbildungsberufe und IT-Studiengänge in und um Hildesheim und Hannover, einen konkret regionalen Bezug herstellen und den Aufbau sowohl Ausbau regionaler Zusammenschlüsse, als auch regionale, frauenfördernde Netzwerke stärken. Die Identifikation und Integration eines regionalspezifischen IT-Profils soll im Projekt eine herausragende Stellung einnehmen.

Forschungsfragen

Die leitenden Forschungsfragen lauten:

  • Wie sollte eine für IT-Berufe und -Studiengänge motivierende Berufsorientierung als Ergänzung bestehender Veranstaltungsformate für junge Mädchen und Frauen gestaltet sein?
  • Welche zielgruppenspezifische Anforderungen müssen für die Konzeption berücksichtigt werden?

Ziel

BeSt F:IT verwirklicht ein passgenaues, an den Lebenslagen der Zielgruppe orientiertes Instrument schulischer Berufsorientierung, mit dem Schwerpunkt auf der Förderung einer verbesserten und positiveren Selbstwahrnehmung, als wichtige Voraussetzung der Motivation für IT-Berufe und -Studiengänge. Dafür kombiniert BeSt F:IT drei jeweils erfolgreiche Elemente einer Gender- und Diversitätsgerechten IT-Berufs- und Studienorientierung: Identifikationsangebote bereitstellen, eigenständiges Erproben IT-bezogener Tätigkeiten ermöglichen und ein positives Selbstkonzepts hinsichtlich IT bezogener Kompetenzfelder stärken. BeSt F:IT überführt diese Elemente integrativ jeweils in ein digitales Modul. Das Modul "Rollenmodelle" präsentiert der Zielgruppe per Videoclips heterogene, überwiegend weibliche IT-Fach- und Führungskräfte aus der Region und bietet realistische Einblicke in deren Alltag. Der Virtualisierungsansatz bietet zusätzlich die die Option zum interaktiven Austausch. Im Modul "eLearning" steht das eigenständige Erproben von IT-bezogenen Tätigkeiten im Vordergrund. Ein positives Selbstkonzept hinsichtlich IT-Kompetenzfelder fördert  BeSt F:IT im Modul "Assessment". Hier holen sich die Schüler_innen ein auf sie zugeschnittenes Feedback ab.

Vorgehen

Zu Beginn erhebt das Projektteam die in der Zielgruppe vorzufindenden Einstellungen, Überzeugungen und Kompetenzen. Aus diesen Erkenntnissen heraus werden die ersten Modul-Protoypen generiert. Die Funktionalität der Prototypen wird hierbei wiederholt mit den Anforderungen der gegebenen Problemsituation, der früh einsetzende und wiederholende Einsatz der Modul-Prototypen in der Praxis, abgeglichen. Eine Funktionserweiterung der Prototypen wird anhand der Verbindung der digitalen Module mit bestehenden Vor-Ort Maßnahmen und Initiativen erreicht. Durch die stetige Evaluation und kontinuierlichen Verbesserung der Modul-Prototypen erfüllt BeSt F:IT die Anforderung an ein, der Zielgruppe bestmöglichst angepasstes, modernes Berufs-und Studienorientierungsinstrument. Das Projekt ist insgesamt auf drei Jahre und in drei Schritten angelegt:

  1. Erste (Umsetzung des Virtualisierungsansatzes und) Fertigstellung einer BeSt F:IT Prototypenversion inkl. erster Umsetzung der Module Rollenmodelle, eLearning und Assessment und Vorlage erster Forschungsergebnisse für die Gestaltungsanforderung an die Module bis Mitte des Jahres 2018.
  2. Entwicklung einer erweiterten, angepassten Prototypenversion und weitere Forschung bis Ende des Jahres 2018.
  3. Fertigstellung des BeSt F:IT Portals bis Herbst 2019 und Sicherstellung der Nutzung der Projektergebnisse bis Frühjahr 2020.


Im Rahmen des Projekts wird pro Jahr ein eintägiger Workshop veranstaltet:

  • 2017: Gewinnung und Vernetzung von Partner_innen (u.a. Lehrkräfte, Bildungsvertreter_innen, Unternehmensvertreter_innen)
  • 2018: Gewinnung und Vernetzung von Rollenmodellen (Vertreter_innen aus Wirtschaft, Hochschule und Schüler_innen)
  • 2019: Workshop zum Transfer der im Projekt generierten Ergebnisse.

Beteiligte

BeSt F:IT ist vom Grundkonzept her auf Interdisziplinarität angelegt. Beteiligt sind das Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik und das Gleichstellungsbüro der Universität Hildesheim. Die Abteilung Informationssysteme und Unternehmensmodellierung legt ihren Schwerpunkt in die Konzeption und Entwicklung der IT-basierten Plattform. Didaktik, Psychodiagnostik und Evaluation bilden den Hauptaufgabenbreich der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik. Das Gleichstellungsbüro stellt die Genderexpertise und ist für den Transfer der Projektaktivitäten- und Ergebnisse zuständig. Mit der Anbindung des Gleichstellungsbüros an das Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Hildesheim ist eine fundierte Expertise und die Bereitstellung der Projektergebnisse für das Gebiet der Geschlechterforschung gegeben.
BeSt F:IT stützt sich auf ein Netzwerk aus Multiplikator_innen und Kooperationspartner_innen der Region Hildesheim und Hannover. Zu nennen sind insbesondere der Arbeitskreis Informationstechnologie mit über 35 Partnerunternehmen, die HI-REG Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hildesheim Region GmbH und die Robert Bosch GmbH. Im schulischen Kontext kann das Projekt auf bis dato vier Schulen als auch auf die VHS Hildesheim zurückgreifen. Über die Integration des Projektes in die Lehramtsausbildung im Fach Wirtschaft erreicht BeSt F:IT die GHR 300 -Kooperationsschulen und sichert somit eine breite Anwendung der Plattform.

Ergebnisse

Das Projektergebnis stellt die Implementierung und Evaluation der BeSt F:IT Plattform dar. Um die jeweils regionale Anschlussfähigkeit und nachhaltige Nutzung der Plattform zu gewährleisten, wird für zukünftige Kooperationspartner_innen ein Umsetzungsleitfaden erstellt, mit dem andere Regionen "Ihre" BeSt F:IT Plattform erzeugen können. BeSt F:IT leistet einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarmachung der Rollenvielfalt von Frauen sowie der Vielfalt von IT-Berufen, zur Förderung und Vernetzung von potentiellen IT-Talentinnen und bietet einen Brückenschlag zwischen Wirtschaft, Schule und Hochschule an.