Antisemitismusprävention
„Das Land schützt das friedliche Zusammenleben der Menschen und tritt Antisemitismus entgegen. Das Land schützt und fördert das jüdische Leben und die jüdische Kultur. (Aus der Niedersächsischen Landesverfassung, Art. 6d)“
„Antisemitismuskritik und -prävention ist eine der wichtigsten Bildungsaufgaben unserer Zeit“ (R. W. Dausner)
"Antisemitismus nimmt weltweit in bedrohlichem Ausmaß zu – auch in Deutschland. „Antisemitismuskritik und -prävention ist eine der wichtigsten Bildungsaufgaben unserer Zeit“, erklärt René W. Dausner. Mit der Anlaufstelle schafft die Universität Hildesheim den entsprechenden Rahmen und setzt damit eine Forderung des Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, Dr. Felix Klein, um. „Für das große Vertrauen, das mir die Universität Hildesheim, allen voran Frau Präsidentin May-Britt Kallenrode, mit der Ernennung entgegenbringt, bin ich sehr dankbar“, so der neue Antisemitismusbeauftragte Prof. Dausner.
René W. Dausner ist Professor für Systematische Theologie an der Universität Hildesheim. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist der jüdisch-christliche Dialog. Seit 2016 engagiert er sich als Mitglied im Gesprächskreis „Juden und Christen“ des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und ist beteiligt an internationalen Forschungskooperationen zu dialogischer Theologie und Philosophie. Im vergangenen Jahr hat er das Buch „Schulter an Schulter“ zur Rolle des Judentums in der christlichen Theologie gemeinsam mit dem Bochumer Alttestamentler Prof. Dr. Christian Frevel herausgegeben. Mit dem niedersächsischen Beauftragten gegen Antisemitismus, Prof. Dr. Gerhard Wegner, veranstaltete Prof. Dausner vom Herbst 2024 bis Sommer 2025 eine vielbeachtete internationale Vortragsreihe zur Kritik des Antisemitismus. Angesichts der Geschichte der Judenfeindschaft auch im Christentum sieht der katholische Theologe auf der Basis des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) die Notwendigkeit, sich gegen Antisemitismus zu engagieren, und betont, Antisemitismus zu bekämpfen sei eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. „Es ist die Aufgabe von uns allen, sich dem Antisemitismus entschieden entgegenzustellen und die liberale Demokratie zu schützen“.
An der Universität Hildesheim nimmt Prof. Dausner bereits eine große Sensibilität gegenüber Antisemitismus wahr. Er versteht sein Amt auch als Möglichkeit, diese Sensibilität bei allen Hochschulangehörigen weiter zu stärken und Betroffene zu unterstützen und zu schützen.
Text: Philo Schäfer | Foto: Felix Krumme
RIAS-Jahresberichte
Internationale Vortragsreihe gegen Antisemitismus
Exakt ein Jahr nach dem verheerenden Angriff der Terrororganisation Hamas gegen Israel begann die internationale Vortragsreihe „Universeller Humanismus – humaner Universalismus? – Normgebende Figurationen zur Kritik von Antisemitismus“. Den Eröffnungsvortrag am 07. Oktober 2024 hielt die renommierte US-amerikanische Wissenschaftlerin Prof.in Dr. Susannah Heschel im Schloss Herrenhausen in Hannover.
Die Vortragsreihe wurde gemeinsam von dem Niedersächsischen Landesbeauftragten gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens, Prof. Dr. Gerhard Wegner, und dem Theologen Prof. Dr. René Dausner von der Universität Hildesheim konzipiert und organisiert. Schirmherrin war die Niedersächsische Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann. Die öffentliche Vortragsreihe nahm den bislang meist verborgenen und gegenwärtig immer stärker zu Tage tretenden israelbezogenen Antisemitismus zum Anlass, grundlegende Fragen nach einer universellen Geltung von gleicher Würde und gleichen Rechten aller Menschen sowie nach der Menschlichkeit des Menschen zu thematisieren.
„Die Vortragsreihe hat sich zum Ziel gesetzt, politische, theologische, philosophische und historische Argumentationen, die einen universellen Humanismus begründen, kritisch zu prüfen. Zugleich reflektieren die Vorträge die Rolle eines humanen Universalismus, dessen massive Infragestellung durch den Antisemitismus produktiv und kritisch in den öffentlichen Diskurs eingebracht werden soll“, so Professor Dausner.
Das Programm der Reihe
7. Oktober 2024, 18.00 Uhr › Schloss Herrenhausen (in Zusammenarbeit mit der VolkswagenStiftung) Prof.in Dr. Susannah Heschel, Dartmouth College: „Antisemitism and the culture of sadism“
11. November 2024, 18.00 Uhr › Königlicher Pferdestall (Leibniz Universität Hannover, Appelstraße 7) Prof. Dr. Christoph Menke, Universität Frankfurt / M.: „Radikale Freiheit. Die Herausforderung des Exodus“
9. Dezember 2024, 18.00 Uhr › Königlicher Pferdestall (Leibniz Universität Hannover, Appelstraße 7) Prof.in Dr. Vivian Liska, Universität Antwerpen „Le juif, c'est moi. Philosophische Phantasmen des ,Juden'"
27. Januar 2025, 18.00 Uhr › Königlicher Pferdestall (Leibniz Universität Hannover, Appelstraße 7) Prof.in Dr. Annabel Herzog, Universität Haifa: „Universal and Particular Figures of Home and Exile“
24. Februar 2025, 18.00 Uhr › Königlicher Pferdestall (Leibniz Universität Hannover, Appelstraße 7) Prof.in Dr. Donatella di Cesare, Universität La Sapienza, Rom: „Das jüdische Bewusstsein auf dem Prüfstein von Gaza“
24. März 2025, 18.00 Uhr › Schloss Herrenhausen (in Zusammenarbeit mit der VolkswagenStiftung) Prof. Dr. Omri Boehm, New School of Social Research, New York: „Human Dignity and Perpetual Peace in the Aftermath of October 7th and the Destruction of Gaza“
15. Mai 2025, 18:00 Uhr › Universität Hildesheim, Domäne, Aula Hohes Haus, Prof. Dr. em. Natan Sznaider, Professor Emeritus für Soziologie an der Akademischen Hochschule von Tel Aviv: „Die Würde und Bürde der jüdischen Existenz: Leben zwischen Anpassung und Autonomie"
Wichtige Links
-
ZABIN - Zertifikat Antisemitismuskritische Bildung in Niedersachsen im Kontext Schule
Hochschulrektorenkonferenz – KoNHAP
Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk
Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD)
Netzwerk Jüdischer Hochschullehrer
Jüdische Gemeinde Hildesheim
Jüdische Gemeinde Hannover
Liberale Jüdische Gemeinde Hannover
Villa Seligmann
RIAS Niedersachsen
OFEK
Niedersächsischer Landesbeauftragter gegen Antisemisitmus und für den Schutz jüdischen Lebens
Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus
International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA)